Montag, den 6. Dezember Die vom Rauhen Grund. Roman von Paul Grabein. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 'Stark schritt Jke ans. Bald Mar sie ihm außer: Gesicht. Nun verlangsamte sich ihr Gang, aber peinvoll zuckten all die Eindrücke noch einmal durch sie hin;: der Aufschrei des Tieres, sein Blick voll Todesfurcht. Alle Qual der Kreatur, die das Leben grausam niederhetzt, chatte in diesem erschütternden Blick gestanden. Eke hatte noch nie ein Rech verenden sehen. Stets war ihr bisher bei ihrer sicheren Hand die Beute im Feuer zusammengebrochen. Ohne langes Leiden, tvie vom Blitz gefällt. Aber das heut' war schrecklich! Nie wieder wollte sie das sehen. Sie fühlte, ihre Hand würde zittern, im Erinnern daran — jedesmal, wenn sie wieder die Büchse an die Wange legen wollte. Und Eke von Selbach, die, ohne je darüber nachzudenken, seit ihren Kindertagen die Ausübung der Jago als etwas ganz Selbstverständliches betrachtete, enrpfand es in dieser Stunde zum ersten Male: Das Weidwerk war etwas Rauhes — Unweibliches. Da entstand ein Entschluß in ihr, und sie wußte, es war keine Augenblicksstimmung: nie wieder würde sie ein Gewehr zur Hand nehmen. Aber auch mit diesem Entschluß kam das Treiben ihrer aufgestörten Gedanken noch nicht zur Ruhe. Anderes drängte heran, mit derselben unabwei suchen Gewalt. Wie er ausgesehen hatte! Und der Ton seiner Stimme! Trotz all der Kälte — er hatte ihr das Herz erzittern gemacht. Sie fühlte: dahinter barg sich ein schweres Leid. Ein Leid, das er trug um sie. Da quoll es heiß und weh in ihr auf. Eine grüße Weichheit, in der sich ihr ganzes Wesen wohltätig löste, nach der künstlichen Erstarrung, in die sie sich selber gewaltsam getrieben chatte. Sie lvurde sehend für all das Leid, das um sie herum war. Nicht sie allein trug bloß. Waren sie nicht alle, alle leidbeschwert, die um sie her waren, deren Pfade das Leben mit dem ihren sich chatte kreuzen lassen, in nnheilbringerwer Berührung? Gerhard Lerych, der nun einsam seinen Weg weitergechen mußte —, aber auch ihr Mann daheim, der vergeblich die Hände nach ihr ausstreckte, beit es fror an ihrer Seite? Und in dieser Stunde der Weichheit rang sich in Eke Von Selbach ein ehrliches Wollen empor. Konnte sie Eberhard sein letztes Sehnen auch nie erfüllen, so wollte sie ihm doch Güte bezeigen, Märine um ihn verbreiten. Da trat ein stilles, klares Leuchten in ihren Blick, und stand noch darin, als sie dann wieder heimkehrte ins Adlige Haus. Was bisher noch nie geschehen war in ihrer Eye —, sie suchte ihren Mann in seinem Zimmer auf. Eberhard von Selbach saß an seinem Schreibtisch. Nun sah er auf, wohl etwas verwundert, aber ein gleichgültiges Hinblicken. Doch sie trat zu ihm. Ihre Hand legte sich auf seine Schulter. „Eberhard —" es klang eine weiche Güte aus ihrer Stimme — „ich weiß, ich habe manches an dir gutzumachen. Aber noch ist es ja Zeit. Und ich habe den besten Willen.^ Er antworte nicht gleich. Seine Rechte machte eine matte Bewegung ZU ihr hin, aber blieb dann doch auf dev Platte des Schreibtisches liegen. So sagte er endlich: „Ich danke dir, Eke — du bist sehr gut." Jedoch man hörte es den Worten an, wie er sie sich ab zwang. Da stieg ihr ein leises Rot in die Wangen. Schweigend trat sie von ihm zurück und verließ das Zimmer. Schwer ging sein Atem durch die Stille um ihn her. Dann stützte er den Kopf in beide Hände. So sann er lange vor sich hin, das Antlitz vergraben. Endlich sah er wieder auf. Blaß, mit tief aufgewühlten Zügen. Zu spät! Er kam nicht mehr los von dem süßen Gift, nach dem er gegriffen, um sich das Gefühl seiner Än- samkeit zu betäuben. Nun fraß es ihm tief im Blut. Und würde weiter fressen, unersättlich. Seinen Frieden und den seines Hauses, bis alles zerstört war. Er sah es kommen —* klar bis zum letzten — in dieser? Stunde. Dumpf hörte er es über seinem Haupte rauschen. Die dunkeln Schwingen des Schicksals, die ihn schon streiften. Da war kein Entrinnen mehr. Und ein Mitleid beschlich ihn mit der Frau, die eben still von ihm gegangen war. Ihren wunden Stolz zu ver- bergen. Arme Eke! Warum hatte sie den Weg zu ihm nicht eher gefunden? * Die Monde kamen und gingen. IN ihrem Wechsel schritt das große Werk im Rauhen Grunde vorwärts, unaufhaltsam. Schon wuchs die Sperrmauer empor, quer über das Tal hin. Ein ungeheurer Steinwall von erdrückender Wucht; wie von Zyklopen gefügt. Und man vermeinte das ungebärdige Dröhnen und Schnaufen ihrer Arbeit zu vernehnien. Dumpf krachten die Sprengschüsse von den fernen Steinbrüchen her und warfen rollende Donner von der Bergwand zurück. Schrill kreischend surrten die Kabel, an denen, hoch durch die Luft, in ununterbrochenem Kreisen die Wagen der Seilbahn glitten und über die Baugrube ihre Stein-, lasten mit ohrenbetäubendem Prasseln fallen ließen. Lokomotiven gellten und schleppten keuchend endlose Wagenzüge mit Sand fort. Gewaltige, haushlohe Laufkräne, stählerne Ungetüme mit seltsamen Greifarmen und Klauen, schoben sich hier- und dorthin, packten und schwenkten kolossale Blöcke herum, als wär's ein Kinder spie llzeug. So wuchs und wuchs die Sperrmauer empor. Sticht lange mehr, und sie würde ihre Bestimmung erfüllen. Einmal noch würde sich der Ring des Jahres schließen. Wenn es dann wieder Lenz wurde, iamen die Wasser und taten ihr Werk der Vernichtung. Schon warf es seine Schatten über das Tal. •754 DaS große Sterben hatte bereits den Wald ergriffen. Hoch hinauf an den umschließenden Bergwänden wurden m die Fluten steigen. Da mußte jetzt der Baumbestand in diesem Ueberflutungsgürtel fallen. Auch der Waldbesitz des Adligen Hauses war hiervon betroffen. Als Henner von Grund das erste Anschreiben der Talsperrengesellschaft in dieser Angelegenheit bekam, brandete es noch einmal in ihm auf. Ein letzter Ausbruch seiner vulkanischen Natur. Sein Wald — das war, als gänge es ihm selber ans Leben. Er raste in furchtbarein Grimm, lehnte jede Verhandlung in der Sache ab und drohte: wer seinen Wald auch nur zu betreten wagte, den würde er niederschießen wie einen tollen Hund! Man mußte so das Enteignungsverfahren gegen ihii einleiten. Aber auch hier trieb er den Widerstand bis zum Aeußersten. Doch als es endlich kam, wie es mußte, und ihm aus behördliche Verfügung das Besitzrecht an dem betroffenen Waldteil entzogen wurde gegen eine angemessene Entschädigung, da brach Henner t>ou Grund völlig zusammen. Nun nrochten sie machen, was sie wollten — ihm war alles gleich! Aber als dann eines Tages ein seltsamer, dumpf hallender Ton von fernher durchs offene Fenster des Adligen Hauses scholl, hob der in sich zusammengesunkene Mann im Lehnsessel doch lauschend das graue Haupt. Das war die Holzaxt, die da oben ihr Mordwcrk begann. In seinem Walde. Und er zuckte zusammen, als träfe der Schlag ihn selber ins Mark. Seitdem saß Henner von Grund so Tag für Tag so bei offenem Fenster und horchte hinaus, wie sein Wald starb. Und von Tag zu Tag verfiel sein mächtiger Körper mehr. Ein hilfloser, alter Mann, eine Menschenruine, lag da nur noch im Sessel. Ohne Zeichen von Teilnahme an seiner Um- gebuim- Nur in seinen Augen, tief eingesunken unter den buschigen Brauen, stand etwas, das schnitt Eke ins Herz, wenn sie ihn so still vor sich hinbrüten sah. Sie fühlte sich dem Onkel nahe wie nie in ihrem Leben. Aber wenn sie zu ihm trat und sanft hinstrich Über seine abgesallene Rechte, vor deren Gewalttätigkeit sie einst gezittert hatte, dann fuhr er aus in alter Barschheit. So ging der Sommer hin. Doch eines Tages verstummte das dumpfe Hallen droben vom Walde her. Vergebens hob Henner von Grund den Kopf. Alles blieb still. Da lief ihm ein leises Zittern von den Mundwinkeln aus durch den langer:, grauen Bart. Tief sank er ihm zur Brust. Nun war es geschehen! Diesen ganzen Tag hindurch war der Herr vom Adligen Hause für niemanden zu sehen. Auch Eke ließ er nicht vor sich. Um so mehr überraschte sie am späten Nachmittag ein geräuschvolles Treiben auf dem Hofe. Sie sah hinaus. Kallmann hatte den Pürschwagen aus der Remise gezogen und spannte ein. Sie öffnete das Fenster: „Will mein Mann denn ausfahren?" „Nein, aber der alte Herr haben befohlen." „Wie — mein Onkel?" Verwundert blickte Eke eine Weile vor sich hin. Dann ging sie zur Tür. Sie wollte doch noch einmal'hinüber zu des Oheims Zimmer. Aber schon in der Halle kam er ihr entgegen, fertig zum Ausfahren, in seinem Jagdanzug. Seit mehr denn Jahresfrist hatte sie ihn nicht mehr so gesehen, und eine Besorgnis befiel sie. „Willst du wirklich allein hinaus, Onkel? Soll dich nicht lieber Eberhard begleiten? Oder ich, wenn es dir recht ist?" „Ach was — Unsinn! Ich bin doch noch nicht solch Jammergestell." Zornig reckte sich Henner von Grund auf. Aber die Joppe hing ihm schlotterig um den eingefallenen Leib. Wie Eke noch zögernd stand, kam aus dem dunkeln Winkel unter dem Altan, seinem Lieblingsplatz, Teil hervor. Als er den Herrn in dem wohlbekannten grünen Jagdrock sah, lief er schweifwedelnd herzu und rieb den Kopf an seinem Knie. Henner von Grund blickte zu ihm hinab. „Denkst wohl, es soll wieder hinausgehen — wie früher? Was?" Heftiger schlug der Hund mit der Rute und winselte voll Eifer. Da flog ein sonderbarer, wehmütiger Schein über Henner von Grunds finsteres Antlitz. Seine Rechte griff nieder und tätschelte dem Tier den Kopf. „Nein, mein Alter — das ist vorbei." Eke blickte überrascht. Noch nie, so lange sie denken konnte, hatte sie das je gesehen, daß der Onkel den Hund liebkoste. Auch Tell brachte die Zärtlichkeit des stets gestrengen Herrn ganz außer Fassung. So ungestüm sprang er plötzlich an diesem hoch, daß er wankte. Doch da fuhr der alte, wohlbekannte Zornblitz unter den grauen Brauenbüschen hervor. „Pack dich du Lümmel — down!" Wie niedergeschmettert duckte sich der Hund zu Boden, ganz regungslos. Nur die Augen folgten bekümmert dem ungnädigen Gebieter, der jetzt, ohne einen Blick für ihn, mit wieder finsterem Gesicht zum Ausgang schritt. Auch Eke bekam keiner: Gruß mehr. So trat sie nur ans Fei: st er und sah, wie der Oheim mühsam auf den Wagen stieg. Nie war ihr seine Gebrechlichkeit stärker ausgefallen. Da wuchs die geheime Sorge in ihr. Der Krttscher'aber sah jetzt fragend zu dem Herrn zurück. „Ins Revier!" ' Barsch kam der Befehl. Mit einem Ruck zogen die schoU ungeduldigen Pferde an. Und nun griffen sie weit aus vor dem leichten Wagen auf der ebenen Chaussee. Da sandte Henner von Grund seinen Mick aus, hinüber zu den Bergwänden, die den weite:: Grund rings säumten. Etwas Aengstliches, Gespanntes lag in diesem Blick, und nun zuckte sein Auge zusammen. Kahl, bis fast zun: Drittel hinauf lagen überall die Hänge, die vordem dichtes Wald-, grün bedeckt, solange ein Menschen fuß hier wandelte üb^r die Erde des Rauhen Grunds. Rasch schloß Henner von Grund die Augen. Fest preß- ten sich seine Lippen unter dem bebenden Bart zusammen^ Als er wieder aufsah, waren sie ein gut Stück weiter das Tal hinab. Drunten, wo der Fluß austrat, wurde jetzt auf der Höhe ein merkwürdig großes Gerüst sichtbar. Dunkel ragte es empor mit weit ausgestrecktem Arm. Henners Eichenstock tippte dem Kutscher gegen die Schulter. „Was ist das — da vorn?" „Ein Hebemast von der Sperrmauer, gnäd'ger Herr." Grimmig fuhr es über Henners Stirn. „Wie ein Galgei:. Daran sollte man all die Kerls hängen — den Bertsch vornweg!" Und weiter ging die Fahrt. Still lag der weite Grund. Nur hin und wieder ein rollender Donner. Sprengschüsse aus den Steinbrüchen drüben. Oder das gellende Aufschrillen der Lokomotiven der Feldbahnen, die kreuz u:rd quer ihre weißen Dampfspuren an den dunkeln Berghängen end- lang zogen. Unwillig wandte Heirner von Grund den Kopf. Aber da fiel sein Auge auf den Rain längs der Chaussee. Erst jetzt sah er es ja: wo bisher die schattenspendenden Kirschbäume gestanden, erhob sich nur noch eine lange Reihe niederer Stümpfe aus dem Boden. Traurige Stumn:el. Die Bäume alle schon abaehauen. Frucht würden sie doch nicht mehr tragen, wenn oie Wasser über ihnen waren, so hatte man sie wenigstens noch als Brennholz genützt. „Abbiegen — rechts, den Feldweg hinauf!" Rauh befahl es Henner, und alsbald trabten die Pferde auf dem weichen Sandboden dahin. Rechts und links behüten sich Aecker. Aber brach, unbestellt. Wozu sich auch! mühen? Man hatte ja seine Abfindung schon erhalten, nun mochte der Acker verkommcu In: nächsten Jahre war er doch schon verschlammter Seeboden, für immer abgeschieden von dem befruchtenden Sonnenlicht. Nur auf einem Feldstück ging noch ein Pflug. Einsam! arbeitete hier ein alter Mann als einziger in der werten Flur. Düster hing Henners Blick an dem Acker. Einmal würde hier noch die Saat keimen, dann nimmermehr. U:ck er mußte all der Menschengeschlechter denken, die über diesen Boden hintern: Pflug gegangen waren, im Schweiße ihres Angesichts. Ji: Hoffen und Säen, in Mühen undi Ernten waren ihre Erdentage hingegangen, einer nach dem andern waren sie in den dunkeln Schoß der Erde zurück-, gekehrt, aber stets hatte dieser Boden wieder dem Sohjnl und Enkel sein täglich Brot gegeben, in Treuen; in allem Wechsel der Zeiten. Und nun schritt hier der letzte ihres Geschlechts über die Scholle der Väter — wo würde der einmal sein müdes Hcurpt zur Ruhe legen? , (Fortsetzung folgt.) 755 Brutto Hochmuts Verhängnis. Eine heitere Geschichte von Georg Müller-Heint. Bruno Hochmut war in meinem Elternhause Freitischler. Das bedeutete, daß er, eins von den neun Kindern eines Kantors in der Umgegend, nicht genug Unterhalt von seinem Vater bekam, um sich selbst beköstigen zu können. Ter lang aufgeschossene, linÜsch-höfliche junge Mann hatte sich durch das ganze Gymnasium bis zur Oberprima schlecht und recht Hindurchgeschunoen. Nicht wissenschaftlich — er war der Zweite —, aber wirtschaftlich; Wie er mit seinen paar Mark väterlichen Zuschusses ausram, war eigentlich ein Wunder. Als Famulus der Schulbibliothek war er freilich im Besitze einer Freistelle: er hatte kein Schulgeld zu bezahlen. Außerdem gab er dreien meiner Kameraden in Untertertia Privatstunden. Davon beglich er seine Wohnung, ein armseliges Stübchen bet einer Lehrerswitwe im Dachgeschoß. Zum kärglichen Abendbrot langten seine paar Groschen gerade noch, aber mit dein Mittagessen wäre es schlimm bestellt gewesen, wenn ihur der Rektor nicht Frettische verschafft hatte. An jedem Montag sah er selbst ihn zu Gaste, Dienstags aß Brmw bei Amtsrichters, Mittwochs in der Familie des MustkdirektorS, der eiitft gemeinsam mit Kantor Hochmut das! Konservatorium! besucht hatte, Donnerstags gings zum Konrektor, dem Verwalter der Schulbibliothek, den Freitag hatte sich Frau Kerstiner gewählt, eine Kammerratsioitwe, die sich durch Wohltätigkeit einen Platz in der sonst semitenfeindlich gesinnten Gesellschaft der rlernen Stadt erworben hatte, und Sonnabends, wo wegen des an diesem Tage üblichen Reinemachens kein Freitisch zu finden t gewesen war, hatten sich meine Eltern hierzu erboten. DaS ging auch! sehr gut; denn der Vater, der Sonnabends seine Predigt memorierte, wünschte ein für allemal an diesem Tage ein kräftiges! Essen; die wöchentliche „Sintflut", wie' sie Mem Bruder, der Obersekundaner immer nannte, war bei mrs auf Dienstag verlegt worden. Der Freitischler verursachte uns wenig Beschwerden. Pünktlich viertel nach zwölf erschien er, machte seine verlegenen Verbeugungen, schob dreimal seine Brille mit den Messingbügeln zurecht, saß und aß artig, sprach nur, wenn er gefragt wurde, und verabschiedete sich sogleich, nachdem der Vater hinter dem Dankgebet „Mahlzeit!" gesagt hatte, mit festem Händedruck. Wir Jungen fühlten ein Rühren in der Brust mit Bruno Hochmut, der die wandelnde Denntt war. So jeden Tag wo anders bei fremden Leuten essen, bei Gott, das hätte uns nicht gepaßt. Und eS wäre gar nicht nötig gewesen, daß der gute Vater uns ab und zu ins Gewissen redete: „Ja, Kinder, dankt Gott, daß Ihr die Beine unter Eurer Eltern gedeckten Tisch stecken könnt! Ihr habt daran kein Verdienst. Wer Ihr sollt Euch durch Bravheit und Fleiß dessen würdig zeigen!" Wir hatten uns dies bereits selbst schon hundertmal heimlich gesagt und auch danach gehandelt. So wirkte Bruno Hochmut unbewußt geradezu als Erzieher. Er kam gern zu uns. Nicht nur, weil es bei unserer Mutter, einer ausgezeichneten Köchin, immer etwas Kräftiges zu essen gab, sondern, ich glaube, besonders deshalb, weil meine Eltern und wir Jungeir wetteiferten, ihn wie ein Familienglied zu betrachten. Er wurde nie ausgefragt. Vater, mit seinem reichen Wissen und seinem gütigen Wesen, schlug bei Tisch irgendein fesselndes Thema an, — er liebte angeregte Tischgespräche —, mir warfen ein paar interessante Fragen dazwischen, Mutter mit ihrem seinen Sinn für Humor sorgte mitunter für ein herzliches Lachen, und wenn das Thema zu einem alle befriedigenden Schluß geführt worden war, war dann gewöhnlich auch die Mahlzeit zu Ende. Der Sonntag war für Bruno Hochmut der glücklichste Tag der Woche; jeden Sonnabend nachmittag machte er sich auf die Strümpfe, um seine Eltern zu besuchen. Da fuhr er nicht etwa mit der Sekundärbahn, sondern er lief die knapp drei Wegstunden bei Wind und Wetter, auch wenn ihm unsere Mutter ab und zu das Reisegeld durch uns Jungen zustecken ließ. Das sparte er sich lieber. Es war wieder einmal Freitag abend und die Frage wurde erörtert, was wir morgen zu Mittag essen wollten. Ich aß fürs Leben gern Rindfleisch mit Gräupchen. Mein Vorschlag ging durch, und Mutterl versprach ihrem! Nesthäkchen, auch noch Blumenkohl an die Gräupchen zu tun. ^ r ., Am nächsten Tag pünktlich viertel nach 12 Uhr stellte sich unser Tischgast ein. Wir setzten uns zu Tisch, während die Mutter noch mit den letzten Zurüstungen in der Kirche besch-üstich war. Mir fiel eine sonderbare Unruhe in Brunos Wesen auf. Seme Augen, die er sonst so fest auf den richtete, der mit ihm sprach, irrten beständig zur Tür, durch die jeden Augenblick Mruna nitt dem Servierbrett erscheinen mutzte. Auch rückte er verdächttg oft an seiner Brille. Selbst meinem Vater entchng diese Veränderung in Brunos Wesen nicht und er meinte: ^ , „Sie wollen gewiß gleich nach Tisch Ihren Marsch rns Elternhaus antteten. Nun, wir werden sofort mit dem Essen beginnen." Und schon hörte man den festen Tritt Minnas auf dem Vorsaal. Jetzt öffnete sich die Tür, Brunos Angen weiteten sich hinter der Brille. Mit Blicken ängstlicher Spannung verfolgte er Minnas Bewegungen ant Anrichtetisch, so daß er sogar die Begrüßung meiner Mutter vergaß. Pittervot stammelte er seine Entschuldigung; er war entschieden nicht bei der Sache. Nun begann das Essen. Mutter teilte auA und Bruno bekam, wie üblich, die besten Bissen. „Ach, bitte, nicht so viel, Frau Pfarrer!" Wir horchten auf. Das war neu an Bruno. Er hatte ztt Mutters Freude immer einen tüchtigen Appetit. „Na nu, Bruno; einen Korb geben Sie.mir? Sie essen doch Rindfleisch mit Gräupchen gern, wie ich weiß." „Ja, Frau Pfarrer!" Er zückte -den Löffel; so hat Mucius Scävola seine Rechte ms Feuer gelegt. Vater schlug ein Themä mr, das uns alle interessieren mußte: Die Berufswahl der Abiturienten. „Bon meinen Söhnen werde tc§, wie mir scheint, keinen in meinen Fußtapfen schreiten sehen. Man soll niemanden zu einem Berufe zwingen. Aber von Ihnen freitt's mich doch, lieber Bruno, daß ich einmal einen Kollegen an Ihnen bekomme. Bruno wäre sonst über solches Lob wohl der Glücklichste aller Menschen gewesen; heute schlug nichts bei ihm an. Er stammetta sein „Sehr güttg, Herr Pfarrer!", aber daS war eine Floskel; sein Herz hatte daS nicht gesprochen. Nun fiel es mir mit einem Mala auf, daß Brunos Teller gar nicht leer wrlrde. Gr machte zwar die Bewegung des Essens, aber der Löfiel kam immer wieder gefüllt von: Munde zurück; nur der Blumenkohl verschwand allmählich. Bruno war entweder krank oder er hatte einen Kummer. Er dauerte mich; er gab sich alle Mühe, dem Men meiner M utter, die er, wie ich tonnte, geradein kindlich liebte, Ehre anKttun« Aber es ging einfach nicht. Ich wollte ihm Helsen und grübelte, eben, wie das anzustellen sei, da klang die Stimme meiner Mutter: „Nein, lieber Bruno, Sie zwingen sich heute, und das sollen Sie nicht. Ich habe auch schon Gerichte, aus dre nran sich immer gefreut hatte, plötzlich nicht mehr essen mögen." Die gute Mutter, dachte ich, das war eine glatte Notlüge, um Bruno aus seiner un- erquicklichen Lage zu helfen. Sie klingelte der Minna und trug ihr auf, die kalte Platte ünh Butter und Käse zu bringen. Dankbarer hat noch kern Mensch den anderer: angeschaut wie Bruno unsere Mutter L«i diesen Wortes Mit einem herzerfrenenden Appetit ging er an den Kalbs- bratenaufschnitt und den Edamer. Inzwischen spann der Vater sein Theina fort. Auf einmal wurde er vor: der Mutter^— was sie ümjt nie tat — unterbrochen. Es ließ ihr keine Ruhe; sie wollte wissen, tvas mit Bruno los war. Ihr grübelnder Sinn hatte sie auf eine Spur gebracht. Ganz diplonnttisch ging sie zu Werke. „Sagen Sie, lieber Bruno, was gab's denn am Sonntag bei Muttern zu esse::?" „ „Rindfleisch," kau: prompt hie Antwort, als hätte sich BruNp die ganze Woche nichts anderes zst merken gehabt als dies. „Und dazu?" f \ . > „Gräupchen!" „Und bei Rektors am! Montag?" „Reis. „Mit^Rindfleisch dazu. Nicht wahr?" ^8nd bei Amtsrichters?" s „Dasselbe." „Und wohl auch bei Musikdirektors?" „Nein; Gräupchen dazu." „ „ Jetzt war es meine Mutter, die immer röter würde. Brutto, aber rückte Gor jeder Antwort dreimal an seiner Brille. Wir Jungens hatten vor Schreck mit Essen aufaehört. Der Vater aber nickte bedächttg, ein Zeichen, daß er angestrengt nachdachte. „Und bei Konrektors?" inqnirierte mtt einem halb neugierigen, halb ängstlichen Ton die Mutter weiter. „Rindfleisch mit Gräupchen," kam zögernd die Antwort. „Und — gesterm?" Ganz aufgeregt klang die Frage. Brmw wollte lächeln, aber es lvurde nur der .Anflug zu einer Grimasse: dann sagte er treuherzig: „Auch!" Die Mutter scharrte den Vater m und wir Brüder uns gegenseitig, „Donnerwetter!" dachten wir,- „der arme Kerl!" die .Eltern. Dieses Geständnis unseres braven Freitischlers hatte zwe: Folgen: Ich mußte jeden Freitag nachmittag Bruno in der Schule fragen, was er in der Woche noch nicht gegessen he. Und zum anderen: Wir beiden Brüder „büffelten" von Stmw an, daß Lehrer mtd Eltern staunten. Und wir wurden mihermlich brav. Wie danken wir's den guten Eltern, daß wir nicht als Fre:ttschler umherz:Hiehen brauchten. • _ _ „ ^ ' Acht Jahre später n>aren wir alle be: Brmw Hochmuts Hochzeit. Es tvar eine fröhliche Feier. Aber am lustigsten wurde es doch, als der Vater, der das junge Paar getraut hatte, seme joviale Tischrede schloß: , „Und darum, holde, iunge Frau, hüten S:e fich vor — ^ Rindfleisch mit Gräupchen!" , . A . .. ... Heute steht Brmw Hochmut schon se:t Monaten als Tvnswns- pfarrer im Felde. Sein Landesfürst hat ihn: eigenhändig d:e Tapferkeitsmedaille „wegen mierschrockener Seelsorgerd:enste in vorderster Linie" an die Brust neben das goldene Kreuz, das Abzeichen seiner Würde, gehestet. Verhängnis seiner Jugend verfolgte ihn «her selbst bis in die Arg-onnen. Denn in den Konserven der Heeresverrvaltung, die man ihnr als leibliche Atznn- vorsetzt, findet er in fünfnnsiebzig von hundert Fällen: — — Rindfleisch mit Gräupchen. -l vermischter. * P h a n t a f i e m o d e n i n: französischen Heer. Die französische Uniform ist im Laufe des Weltkrieges au einer „Multiform" geworden. Die Durchbrechung des Vorschriftsmäßigen begann bei den Stieseln und zwar bereits in den ersten Krisenlagen int Juli 1914; die Reservisten stürzten sich damals in die nächsten Schuhhandlnngen und kauften, was ihnen unter die Hände tarn, und fo sah man Leute ins Feld rücken, die in eleganten Damen- stieselchen einhermarschierten. Dann kanr die Mode der Wickelgamaschen auf, die eigentlich auf die Offiziere beschränkt bleiben , sollte; man ließ sie sich in allen möglichen Farben Herstellen, trug blaue oder schwarze und giirg dann, als die Zusammenarbeit mit den Engländern begann, zur Verwendung von Khakigamaschen über. Natürlich konnte man nun aber die von der Intendantur gelieferten langen Beinkleider nicht mehr tragen, weil sie zu heiß waren, und so schnitt man sie teilweise zu einer kurzen Reithose ab, ohne daß die unentwegten Anhänger des langen Beinkleides gleichzeitig veranlaßt wurden, ebenfalls Wickelgamaschen in Gebrauch au nehmen. Inzwischen hatte fich die unten begonnene Revolution in die höheren Schichten fortgesetzt und feierte in der Verweisung des zmn roten Käppi gelieferten blauen Ueberzuges wahre Orgien. Der eine befestigte den Schutzüberzug in vorschriftsmäßiger Welse am Ra,lde der Kopfbedeckung, der zweite zerrte ihn über den Schirnr hiilweg, Dritte liefen sich endlich Extraüberzüge aus Wachsleiuwand Herstellen. Als das gedlildet wurde, gerieten die zahursteu Geister in phantastische Wallungen: man ließ sich aus den Uniformrock teils eiegante, teils bequeme Taschen aufnä'hen; der größte Teil der Offiziere vertauschte den Waffenrock mit der ALarense", der Liteivka, rvährelld junge Leutnants im langen Rock des einfache,: Soldaten an die Front gingen. Im Oktober wurden dann himmelblaue Stoffe eingeführt, die aber bald ne,ltraler uingefärbt mürben, da man behauptete, himmelblau sei in der Nacht zu weit sichtbar. Damit war die Zahl der Neuerungen und Aenderungen jedoch noch lange nicht erschöpft: je nach dem Regiinent hatte man am Rock eine oder zwei Knopfreihen; lnancher Oberst fand es praktisch, Lederklappen für die Patronentaschen einzuführen, ein Regimentskommandeur bestimmte, daß seine Leute steife Kragen zu tragen hätten, der andere trat für Klappkragen ein. Mangel an Eleganz wurde Trumpf. Später schien allmählich der einreihige Rock mit Klappkragen durchzudringen, eine Einheitlichkeit besteht aber heute noch nicht. Bei Anbruch des Winters fand das Hinunelblau krn grünen oder gelbgrauen Samt einen gefährlichen Nebenbuhler. Die Leute, die in den Depots ihre Ausbildung genoffen, wurden fast allgemein damit bekleidet, lvährend die hinter der Front befindlichen alten Mannschaften „aus besonderer Gefälligkeit" beinahe allsraugierte blaue und rote Kleidungsstücke erhielten. Was den Mannschaften recht ,var, das war den Offizieren billig, und so ließen sich die einen au? ihre blauen Beinkleider die vom General Boulanger erfundenen schivarzen Streifen fetzeil, andere stinunten für bcn amtlich eingeführten gelben Paspel, eine Zeitlang erwärmten sie sich sogar für gelbe Spiegel l,ach deutschem Muster, die aber mit der Zeit wieder verschwanden. Am ausschweifendsten spielte die Phantasie mit den Litzen, und besonders waren es da die in der Garnison Paris verwendeten Hilfesoldaten und Generalstabssekretäre, die in abenteuerlichen Neuerungen schwelgten; da sah man marineblalre, himmelblalle, khakisarbeile Liteivken, lange u,,d kllrze, blaue und rote Beinkleider, blaue »lud rote Käppis, rote und weiße Blitze au? den Vorstößen, die bei jungen Dainen die Täuschungen euveckten, als hätten sie es mit einem leibhaftigen Flieger zu tun. „Kurz und gilt," bemerkt der „Mercure de France" dazli, „mir wohnen anscheinend der Gebllrt einer neuen Militär- tracht bei." * Kriegslisten der Tiere. Von den geschickt angewendeten Kanrpsmitteln, deren sich die Tiere häufig gur Ueber- listung des Gegners bedienen, weiß die Perseveranza einige bezeichnende Beispiele mitzuteileu. Mit ganz besonders verschlagener Umsicht gehen die Wölfe zu Werke, um sich ihre Beute zu sichern. Wenn z. B. eine Herde nur von einem einzigen Hunde bewacht wird, so unternimmt ein einziger Wolf den Angriff. Aber das ist nur eine List, die den Wächter täuschen soll, der sich auch wirklich meift hinters Licht führen läßt. Während sie miteinander kämpfen, kommen andere Wölfe herbeigelaufen, die die Schafe wegtragen. Der Wolf, der den Kampf begann, flieht im gegebene,: Allgenblick zll seiileil Genossen, um mit ihnen die Bellte zu teilen. Sehr souder- bar ist es, mie Wolf und Wölfin cjemeiitfam aus Raub allsgehen. Wein: sie ein geeignetes Opfer entdeckt haben, nähern sie sich ihm leise schleichend. Plötzlich stürzt der Wolf auf die Bellte los, versperrt ihr beu Weg und zwingt sie au? diese Weise, nahe au dein Ort vorüber zu laufen, an den: die Wölfin wartet. Wem: also das von dem Wolf verfolgte Tier halb erschöpft dort anlangt, so folgt ihm die Wölfin mit frischen Kräften in schnellem Lauf auf der Ferse, während der Wolf ft.fj ausruht und meist erst wieder herbei- eilt, ,venn es gilt, sich feinen Teil an der Beute zu sichern, die auf diese Art bis zur völligen Erfchöpflmg den Verfolgern unrettbar verfallen ist. . . Auch im Reiche der Wassertiere finden sich wirksame Kampfmittel, die dazu dienen, dem Gegner die Verfolgung zu erschweren oder einen Beutezug recht erfolgreich zu gestalten. Ueber eine richtig ausgebildete Schützenkunst veriügt z. B. der Toxotes, der sich von: Golf von Bengalen bis nach Nord- Australien im Meer in der Nähe des Ufers findet und eine große Vorliebe für Landinsekten hat, die er geschickt erlegt. Weil« er eines in der Nähe erblickt, nähert er sich so gut er kann dem Lande, scheint einen Aligenblick die Entfernung adzuschätzen und füllt sich mit Wasser. Dann spritzt er auf sein Opfer ein paar Tropfen Wasser. Das Insekt fällt heuinter, wird in das Wasser herabgespült, wo es der gefräßige Schütze verzehrt. Es wird behauptet, daß der Toxotes ein so sicherer Schütze ist, daß er feiten sein Ziel verfehlt. * Dreißig Milliarden Paientgebühren! Ein Mitarbeiter des „Michigan Magazines" hat es unternommen, die Patentgebühren zu berechnen, die seit Einführung der Patente gezahlt worden sind; er hat dadei die Entdeckung gemacht, daß die Erfinder mit der Zeit den einzelnen Staaten rund' 30 Milliarden Mark gezahlt haben! Bis jetzt sind annähernd 2 1 / 2 Millionen Patente erteilt worden, eine Million entfällt davon allein auf die Vereinigten Staaten, und so marschiert Amerika natürlich auch an der Spitze der Patentgebührzahler; es hat bisher zmn Schutz der Erzeugnisse seines Genies nicht weniger als 16 Milliarden Mark aufgewendet; an zweiter Stelle erscheint Deutschland, an dritter Frankreich, an vierter England, an fünfter Oesterreich-Ungarn, an sechster Italien, an siebenter das lateinische Amerika, an achter Spanien und Portugal, an neunter Rußland. Allerdings haben die Patentgebühren nur irr den; wenigsten Fällen ergiebige Zinsen getragen,' ans einem Vergleich' der Patentkosten mit den aus dem Patent erzielten Einnahmen' ergibt sich die Tatsache, daß die EimrahMen der Erfinder aus! ihren Patenten nur zwei Drittel der von ihnen aufgewercheten' Gebühren betragen. _ vilchertisch. — Ludwig Ganghofer, D i e Truhe vorrT r„u h - berg. Eine Geschichte aus arrno Dornini 1445. (Grote'sche Sarumlurrg vorr Werken zeitgenössischer Schriftsteller, Band 123.) Geheftet 4 Mk., gebunden 5 Bit. — Ludwig Ganghofers glänzende Erzählerkrnrst vertreibt im frischen Sturm jede Erinnerung an einen verstaubten historischen Ronran, vbrvohl sie in ferne Zeiten, tu die Mitte des 15. Jahrhunderts führt. Diese Zeit ersteht so lebendig und naturfrisch vor unserem inneren Auge, daß die alle Vergangenheit au köstlicher Gegenwart wird. Der Dichter hat seinem stimmungs- mid bilderreichen Buche den Sinn untergelegt, daß eir: rechter, fester Wille alles verillag und selbst über beu mächtigsten Feind obsiegt, und eriveist dies, indem in einer voir allen Seiten belagerten Bllrg den bedrohter: Insassen in einem geringen, verachteter: Knechte, der von dein rechter:, heiliger: Willen beseelt ist, der Bringer des Heiles und der Rettnr:g ersteht. Das ist ohne jede lehrhafte Art, in reiner dichterischer Darstellur:g, mit prächtiger:: Humor und reifer Weltweisheis gestaltet. — W e i h u a ch t e n 1915. Eine F e st g a b e des „Daheim" für unsere Krieger. Verlag von Velhagen & Klasing in Bielefeld und Leipzig. — Einige arrziehende Erzählunger:, hochinteressante Schilderungen von Kriegsteilnehmern, persönliche Erlebrüsse, wie jeder sie gerne liest, ein Aufsatz über die vor: unserer: Truppen besetzten Lar:desteile in Belgier: ur:d Rußlar:d und ein gemütvoller Bericht, wie im vorigen Jahre im Felde das Weihnüchtssest gefeiert wurde, machen der: Inhalt des vorliegender: Heftes. Dazu kommt dam: eine ganze Flut vor: Bildern, die in ihrem bunler: Farbenschmuck eine rechte Weihnachtsslimmuug aufgehen lasser: im Herzen. __ Gleichklang-Rätse!. Du triffst rnich meist, wo Kucher:, Wo Bier es gibt ur:d Weir:. Doch u:ich iru Volk zu suchen, Soll nimmer ratsam sein. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer: Abkürzunger:: Ir — Treff, p — Pique, e — Eoenr, cur — Earreau, trB — Treff-Bube, pA — Pique-Aß, eD Coeur-Dame usw. Im Skat lieger: tr7 nr:d carZ. Mittelhand (Ai.): trB, pK, cZ, cK, cD, c9, c8, c7, carZ, carK. Hinterhand (H.) bekam die übrigen] Gang des Spiels: 1. V. earA. M, car8. H. earB. 2. H. pD. V. pA. M. pB. 3. M. cK. H. cB. V. cA. 4. H. pK. V. pZ. M. trB. Mittelhand macht jetzt alle übrigen Stiche, weil sie nur noch Coeur und Earrearr hat. Vorhand ist also Schwarz geworden. ^ Schcistleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitäls-Buch- und Steindruckerei. R. Lsnge, Gießet