JB&ÄeSk'Sft.-- ~ JSZ -JHJl. 'äiu JT.—c_.i.t. - "- -'■ - r-rr^r-—-r_~-—r- - - :— » • ! j^W^W^ WsMME . '■ . i ... . . " ^^ ii .i i . —— - — g^y^FT Die vom Rauhen Grund. Roman von Paul Gr a h e i n. (Nachdruck verkoken.) » (Fortsetzung.) „Was ift'3 mit bem Mädchen?" Er deutete auf Anne-Marie, die jetzt ohnmächtig ZU- sammensank, von zwei Samaritern ausgesangen „Die Unglückliche! Ihr Bräutigam liegt mit da vorn." „Ja, freilich dann —" Und der Arzt blickte mitleidig aus die dtermste nieder, die jetzt von den Sanitätsmänneru beiseite getragen wurde. Auch Ekes Augen folgten ihr, aber plötzlich fragte sie: „Wo befindet sich Herr Bertsch?" „Wir haben ihn in seine Wohnung geschafft." ^Hat er denn dort die notige Pflege?" „Eine Schwester ist telephonisch aus Siegen berufen worden und vermutlich schon bei ihm." . Wieder wich eine Last von Ekes Seele, und nun fanden ihre Gedanken Ruhe, sich dem furchtbaren Geschehen selbst zuzuwenden. Mit g heimem Erschauern streifte ihr Blick die scharf abgebrochene Felswand da vorn. „Wie ist denn eigentlich nur das altes gekommen?" Der Doktor zuckte die Achseln. „Vermutlich ist das anstehende Gestein durch die Spreng schüsse am Morgen abgespalten worden und hing nur noch lose am Berg. Durch die Erschütterung bei der Bohrarbeit ist es dann zum Absturz gekommen." „Entsetzlich!" Ekes Augell flogen nock einmal mit einem Erzittern hinüber zu dem Tr um in er grab der Unglücklichen dort. Doch dann entriß sie sich dem Baun des Grauens, frcttte der Doktor vorbin nicht auch voli zahlreichen leichter Verletzten gesprochen? — Ihre freiwillig übernommenen Pslichtcu mahnten sie, und sie fragte Herling nach denen, die ihrer Hilft bedurften. Der Arzt nannte die Ramen und schloß: „Sie werden viel Arbeit finden." „Um so besser. Arbeit ist ja das Beste vorn Leben." Sehr ernst sagte sie es und ging l>ereits zu ihrem Wagen. Sie gab die nötigen Anordnungen wegen Anne-Marie, die noch immer unter den Händen der Samariter war, dann stieg sie auf mnd fuhr davon, zu ihrem Werk der Barmherzigkeit. Verwundert blickte ihr Doktor Herling nach. Arbeit das Beste am Leben — wenn das eine Jungverheiratete sagte, das gab zu denken!- Eberhard Selbach saß -einsam in dem Wohnzimmer, das ihm und Eke zum besonderen Gebrauch diente. Es war schon dunkler Abend, fast Nacht, und Eke noch immer nicht zurück. Nur durch den Lutscher halte sie sagen lassen, sie würde erst spät heimkommen. Me Sorge nur die Verwundeten würde lie lehr in Anspruch nehmen. Als es neun schlug und sie noch immer nicht zurück war, hakte sich Henner von Grund mit einem beißenden Hohnwort gegen den jungen Mann zurückgezogen. Seitdem saß Selbach hier allein und wartete. Nur seine Gedanken waren bei ihm. Aber die waren keine frohe Gesellschaft. Endlich schlug draußen der Klopfer gegen das Xot. Eberhard von Sek dach erhob sich. Doch er wartete. Er mochte sie nicht dranßen vor den Leuten begrüßen. Zuviel stand wobl in seinen Zügen. So harrte er, bis sie hier herein- kommen würde. Es dauerte indessen noch eine geraume Weite. Eke war erst noch einmal hinanfgegangen in Anne- Maries Kammer Jetzt nahten ihre Schritte, und \\t trat ein. „Guten Abend, es ist spat geworden. Aber ich ließ es dir ja melden. Es ist dir doch bestellt worden?" Mit flüchtigem Gruß reichte sie ihm die Hand hin. Aber er hielt sie fest. „Ja, es ist mir bestellt worden. Auch das andere —" und seine Augen juchten ernst die ihren — „daß Bertsch nicht unter den Toten ist. Damit ist dir ja Schweres von der Seele genommen." Ein nervöses Aufzucken in ihrer Rechten. Aber er lirh sie nicht. Bewegt klang -es aus seiner Stimme: „Ich bin froh, daß du wieder da bist, Eke. Ich hakte Sorge um dich und — Sehnsucht." Naher wollte er sie an sich ziehen. Doch nnt entern. Ruck machte sie sich srei. „Eke!" „Verzeih' — aber ich bin sehr abgespannt." Schweigend wandte er sich ab und trat ans Fenster. So sah er in das Dunkel hinaus, aber rntjent Ohr drangen die leisen Geräusche ihrer Anwesenheit. Sie ging hin und her. Sie legte wohl noch ihre Verbandsutensilien an ihren Platz. Deutlich kam der süßliche Karbolgeruch zu ihm hin, der auch ihrenGewändern anhaftete. Ein fremder Hauch, der alles Persönliche an ihr übertönte. Wie eine Krankenschwester erschien sie ihm, die auch in diesem Hanse nur ihres Amtes waltete, ihre Obliegenheiten erfüllte, gewissenhaft, aber kühl. Eben nur PNicht. nicht Herzenssache. Da kehrte sich Eberhard von Selback» langsam seiner jungen Frau zu, und in seinen traurigen Augen stand ein bitteres Erkennen. Nein — er durfte sich nicht länger selbst betrügen. So sagte er schwer: „Eke — mich friert neben dir." Eke von Selbach hielt inuc in ihrer Beschäftigung. Mit beschatteter Stirn blickte sre vor sich hin. Dann erwiderte sie, doch ohne zu ihm hinznfthen: „Was wirfst du mir vor? Sagte ich es dtr nacht damals offen und ehrlichj. du dürstest nicht Zärtlichkeiten von mir verlangen ¥' _ r r . , „Gewiß, bdv tatest du. Aber, Eke — ich habe mich getäuscht. Ich — ich kann nicht so hinlebeu neben dtr. Ich leide!" Der leis zitkern.de Ton ballte nach in der Stille des Gemachs. — 746 — Ein Schweigen auf ihrer Seite, ein hörbares, tiefes Atmen, und nun die Antwort, immer mit der gleichen, erstorbenen Ruhe: r „ «. ^uir leid, Eberhard — aber ich kann es nicht ändern." Ein bitteres-, kurzes Auslachen, dann verließ Eberhard von -Lelbach das Zimmer. Eke aber verblieb an ihrem Platz. Den Kopf weit zurückgebeugt, beide Hände über die Augen gelegt. So stand sie starr, lange, lange, als wollte' sie sich Nut Gewalt den Blick verschließen gegen ein Sehen, das doch heute über sie gekommen war mit einer grausamen Klarheit. * . M?rga Steinsiefen war wieder im Ort, aber nur zu einem flüchtigen Besuch im Auto mit ihrem Mann aus Köln hcrnbergekommen, wo sie seit ihrer Verheiratung wohnte. Steinsiefen selber war freilich seit der Rückkehr von der lang ausgedehnten Hochzeitsreise alle paar Tage einmal hier. Es galt nach fast halbjähriger Abwesenheit geschäftlich manches nachzuholen. Marga aber begleitete ihn heute zum ersten Male. Und auch nur aus besonderem Anlaß, ihrem Bruder zu Gefallen. Die neue Ansiedlung drunten bei der Sperrmauer, wo jetzt die Hauptgebäude unter Dach und Fach ge- komme-n, war heute feierlich mit einem Namen belegt worden. Reuschfelde sollte der Ort fortab heißen, dem Gründer zu Ehren. " Ein glänzendes Fest hatte Hermann Reusch aus der Sache gemacht, eine kolossale Reklame für ihn und die Bau- • genossenschaft. Alle, die ihr Geld hergegeben hatten, waren geladen und als seine Gäste prunkvoll bewirtet worden im ^aal des neuen großen Hotels, das dort unten auch mit- begründet war. Beim Sekt waren Reden über Reden ge halten worden, und Hermann Reusch war der Held des Tages. Sem Ruhm stand im Zenit. Wie die Tafelredner, alle mehr Fluder selber an der Gründung geschäftlich interessiert. Mit lauttonenden Worten beteuerten, war er der weit voraus- schauende, geniale Kopf, der große Wohltäter seiner Heiniat. ^^r-dstrom wurde er nun ins Land rinnen lassen, w £L ie " e schöpften, überreich. So hatten sie's ihm rn den schwungvollen Ansprachen versichert, einmal über das und er hatte es hingenommen als den ihm gebühren- Tribut. Aber unter semem selbstgefälligen, breiten Lachen 33 sich eine geheime Unruhe: Würde dieser letzte Trumpf Zuschlägen? Ihm auch von jenen, die sich ,{ uxu r d ^alten hatten mit ihrem Kapital, nunwehr die Gelder herbeilocken? Denn er brauchte sie bitter not- Mittel der Baugenossenschaft waren erschöpf?, überspannt, und es galt doch, noch über eine ganze V^?mmen bis mit der Eröffnung der Talsperre wü^rde^auEzu^arbeüen^ ^ dnmd «"^gen ^ch dem Festmahl waren Steinsiefens von Reusch- Nbe aus mit ihrem Auto herübergekommen nach Rödig. Um die Großmutter zu besuchen, sagte Marga. Aber es war ihr mehr darum zu tun, sich einmal den Neidern zu zeigen in ÜttK 1 r*™ M 1 } Chauffeur und Diener auf dem Bock und sie, mit der kostbaren Poiret-Robe unter dem seidenen Staubmantel Auch ihr Mann war nicht unberührt ae- ihrf* = der Dinge, seitdem er das Glück Absitzes errungen. Sein einstmals herausfordernder "^"bart hatte der modischen, diskreten, eng-- Ujchen Bartform weichen müssen, und er durfte sich selbst Mfr en ?bschäftlichen Ausgängen nie anders zeigen, als ^"lc trug er den z^ck ein°^ firnf 0 uZtar!'' C Je n s&Ä Ä SS, der Nw'stk InulftvattiV - er f ^ugweilte sie auch, beslissenheit.^ * geradezu mit ferner ewigen Dienst- auch hna Q & m l te fid) Marga Steinsiefen oiia) yeute. Erst das Festessen da unten, zwischen all den mi (L öen törichten Redereien, dann die Fahrt allein mit ihrem Mann, der etwas redselig war vom Wein bis sie ihn anherrschte und er betreten verstummte danir die Großmutter, beim alten Onkel Mans- r? 7 '. 7 O,?uehr als langweilig war das wahrhaftig gewesen »um -batte Steinsiefen nun auch nochOeinmal UN'Basaltbruch hinaufgcmußt, so daß sie also noch gut zwei bei d unterbringen mußte. Aber die Armeleute- tust bei der Großmutter ertrug sie Nicht länger. Lieber dann draußen un Freien bleiben. So machte sie denn einen Waldspaziergang, obschott das durchaus nicht ihre Passion und ihr Anzug heute erst recht nicht danach war. Die kostbare Seidenrobe unter dem Staubmantel hochgerafft, schleuderte sie miß- mutig mit den feinen Pariser Agraffenschuhen und hauchzarten Florstrumpfen auf dem Waldwege dahin. 5 N Schultern Schaufeln mit einem Kleiderbündel W""' Offenbar auslaudlsche Arbeiter drunten von der Tal* feff "buevi sprang da der Schreck in Marga auf. Sie schutzlos hier »nt diesen Wilsten Gesellen - und angetrünken chienen sie obenein auch noch! "ugcirunien ?.^tlkü.rlich blieb Marga stehen und blickte ängstlich aus die Ankömmlinge. Die wurden nun auch ihrer ansichtia und verstummten. Ihre stechenden, unstäten Augen hefteten sich auf sie. Erst staunend, dann begehrlich. Eine Frau und gar eine reiche, schöne — ganz allein hier im Walde ]' ^Schweigend blickten sie einander an. Ein unheimliches sie'nähO it,mi Stuoen ' '«'d langsam kan.m . (Fortsetzung folgt.) Der zehnte Tommy. . Boir HanA Laßbiegler. ^ ' ..^iY-Road auf deur Shereditch in der Mäalo saßen sie am Sonntag abend zur Zeit der christlicherü ä m{ rtTnn . len -, r Isabel Wunswrd, Richard B Da- f a f' bomhard Blowed, Angelo Corvered. Obmohl Isabel ein M^bn war, wußten ihre Eltern von ihren Zusammenkünften mit mngen Männern nichts. Isabel hielt eö fftv beffer bttstunve^ b sü in der christlichen Abends oetstunoe, M daß sie sie von der Tatsache zn überzeugen ver" suchte, das menschliche Leben wickle sich nicht immer in den- Bahnen der bürgerlichen Ordnung ab. Da sie durchaus nicht der Meinung war, eä sei das Richtige, das nette Sümmchen von muwert Pfund, das sie sich auf Grund ihres Verdienstes als Ber- lauserm auf me Kante hatte legen können, unter dem schmunzelnden Behagen ihres Vaters in die Hände eines goldtreuen pen- jionsberechtigten kleinen Beamten gleiten lassen zu müssen, glaubte sie, in der allsonntäglichen christlichen Abendbetstun.de das wirksame Gegenmittel für solch sittlich-bürgerliche Verköderung gefunden zu haben. Der goldtreue pensionsberechtigte kleine Beamte liebte Isabel Mit der ganzen Fülle ihrer Aussteuer und Mitgift und mit der flörijen Hoffnung auf Erfolg, die das Entgegenkommen des Vaters auf dem unsicheren Boden der töchterlichen Gleichgültigkeit gegen den Erwählten grünen zu machen vermochte. Davon war sie ebenso sehr uberzeugt, wie von dem Wetteifer, mit dem die sonntäglichen Freunde ihr gleichzeitig den Hof machten und wie von der eigenen Unsicherheit, wem von den dreien zu Ehreir sie mit Verstand und Herz die Myrthe ins Haar sich solle flechten lassen. Angelo hätte ihr die Wahl nicht schwer falten zu lassen brauchen, ^ er ein lieber und netter Bengel war. Ta er aber als Sau,cwiiid galt, obwohl er einer aussichtsreichen Zukunft Nicht abhold schien, machte er auf sie nicht den Eindruck, als könne er hundert Pfund nicht schnell genug durchbringen. Wäre ihr eine besondere Vorliebe für vorzüglich entwickelte Beinmuskeln Er für hervorragend ausgearbeitete Armmuskeln eigen gewesen, hatte sie sich für Richard oder Lombard entscheiden können, wenn mich keiner ausschließliche Vorzüge vor dem andern besaß. Tenn Richard war leidenschaftlicher Fußballspieler und Lombard schwang Mit Ueberzeugung das Kriketholz. So hatte sie eingesehen, daß } n ^ÄOachen Verstand und Herz nicht immer die Entscheidung hcrbelsuhren und, wäre ihr heute nicht ein Einfall gekommen, hatte sie sich ihrer Unentschlossenheit aus dem Wege zii gehen, xt l per Hilflosigkeit dem treuen, peiisionierten kleinen Beaniten an den .Hals geworfen. > zusammen?"" Richard, „wann machen wird das Geschäft an," sagte sie, „geh' nach Flanderii, ver- dem Georgskreuz geschmückt wieder zu kommen, dann will ich auf dich warten und dich heiraten." sprach-^ * röTl ^ ^ en aus, rümpfte die Nase und ^öues Kleid, Flandern ein hübsches Land, das sich Me Regierung unter keinen Umständen entgehen lassen Me, aber der Schützengraben keine Sache nad) meinem Ge- P™*; Emmtest du zu lange auf mich und das Georgs- harten^inüssen, und das wäre schade um deine Gesundheit, ^.azu mußt du bedenken, ich könnte einen Arm, ein Bein oder ,!Ä^E^as verlieren und, wenn mir das auch sehr unangenehm mw dem ftlub durchaus Nicht recht wäre, gäbe ich deswegen doch keinen bequemeren Ehemann ab." Isabel nippte an ihrem Glas mit Zitrouen-Tee Mid sah Lombard an. Ter riß die Mgen bedeutsam auf uiid sprach: 'f 0m J- Nabel, daß ich dem Vaterlands wollte ich m die Munitionsfabriken gehen, obwohl ich em.Mann memes Schnittes sich nichts vergeben mcf)t ei Sü a( sagen, daß du dich wür- dest schanren nrüssen, einen zum Mann zu haben, der tagsüber te . ^ckt und sein Essen mit öligen Fingern zu sich Nimmt, wenn er damit dem Vaterlande einen Dienst erweise." hrummte^vo?sick/ hüw^ Isabels Blick seine Au g e,i suchten, und I* wmand, der mir vor meinem letzten Termin P'und zu verdienen gäbe, daß ich meine Ehre retten' 'cvr! 111 ,' üoTI t L> ld) 'Uich meines Lebens freuen uiid keinen Lieb- baber lsabels mehr auszustechen versuchen." rVPr ihre hundert Pfund denken. Unwillkür- W preßte sie die kleinen Fäuste zusammen, als sollten sie das ¥\ mit schalten, da es ihr iiie ein ©tfjtect durch tue Glieder fuhr, es könne ihr jemand, ohne daß se'Hu ruwehren vermöchte, einen Teil des Geldes unter der Hand zum Fenster, hinauswerfen. „Ihr hofft " sagte sie, und sie dankte es ihrer Eingebung, daß ^arsap in die Magic Lantern gekommen war. ,,^ct) werde es bei mir entscheiden, wen voii euch ich zuur Manne ^ - V «»»kü? besser halte, ihr stellt «,{e ,mi"e \- ou [> ö,e drohe der persönlicheii Tüchtigkeit, komme ich nicht in die Lage, wahrend ich es mit deii beiden andern verderbe und euch drei untereinander entzweie, als parteiisch zu gelten mdemach den emen vor dem andern auszeichue. Darum iverde ich heiraten, der bis zum nächsten Sonntag abend in der- East-Cith zuerst zehn Rekruten für Kltchener gcivorben hat Wir tte sen uns nächsten Sonntaa abend zum Souper in dem kleinen Separatznnmer der Magic Lantern." Und Isabel stand auf, verneigte sich und ging. Richard find Lombard sahen einander stumm an. J Tommies in der Cast-City dreimal tu einer Woche?" ÄÄÄ fto ''"s » |?Ä C Tonnerstag, die halbe Woche vergangen und Richard sO-, 0 Helfer wie eine hungrige Krähe. Er kam sich reckt- DOl r m eme , r *c oUc als Werber für Kitchener. Mft den ganzen Tag herumzulaufen mit einem großen Plakat, auf dem ein Tommy aufgemalt ivar, d^m aus d^m ?in?\m%\^ n $ banb Worten: „Für mein Vaterland!" hing und dabei immer in die tosende Menge von East-Citli an tU rrI t: H?.E"laud braucht Dich!" Oder: „Wenn Tu mit- ü-M >mrd der S,eg unser sein!" Oder: ..Dein «SS v«lanSt EZE ■' Zu dumm, so etwds! Wer der Ge- bel. dte Hosfnung sie zu besitzen, das Gefühl, das sie ihn keinem andern gönnen ließ, schlugen das Schamempfiuden über die Unwürdige Rolle in ihm nieder. Obwohl auch sein Eber mit seiner vaterländischen Gesinnung durchaus nicht ganz eiuver- standen war und ihm mit der Kündigung drohte, wenn er den U^- ^E bald umstellte. Tie aufregendsten Gedanken beschäftigten l ^u, wenn er schreiend durch das Getümmel dei- s,'^ wand: Wenn er seine Stelle wirMch, verlor, was tmun? Wo^in diesen schweren Zeiten eine neue finden, eine passende? Und l e Z eV 5 e verlöre und keine wieder bekäme hätte s dann üb«- Haupt noch emen Sinn, Isabel zu heiraten? ?og wäre für ihn Niit quälenden Gedanken und beikerrn« Sf sausen, wäre chm nicht doch noch einer ü!s Netz a^ 15 X!' ri' 111 r.erlumpter Kerl, dem man es ansah, daß er ftit % f e ^ eitet und seit Tagen nur vom Alko- L,b'> LK ä ÄS ä ÄSÄSiA t. as war der sechste. Das Geschäft ging sckleckt Und f am eit öle quälenden Gedanken gekrochen: Wie denn nun n-enn« seine zehn Scheine bereits in der Tasche'hätte? i?? U-ure ja Isabel unter Uniständen für ihn verloren wenn er Richard B. ..^ostard, bis zum Sonntag abend keine zehn Mam! .G^u^ubr?^ ^l ^ese unpatriotischen Gesellen von^East-City^) rhm .sein Chef nun wirklich kündigte, dann wäre er M als Vagabund einfach auf die Straße gesetzt! Was daun tun? Was so viele^etzt in, ähnlicher Lage taten: sich anw«ben lassen? Nur Nicht, das Ware ja das Ende vom Liede! Und Lombard würde ° 5nbr-". noch triun>PlMr-n! Mer war LoSib-rd aLAeitZ Eftelöen Fall wie er? Handelte es sich bei ihn: nicht vlelle cht auch um seine Stelle und um sein künftiges Glück? Er ^ur doch immerhin sein Freund, und sein Schicksal dürste ilmr ' v^'ohl er es ihm gönnte. Und Angelo? Nun, Lln- ^v^"rde immer noch ani wenigsteii vertieren. Dein war es ja nur um v>iabelv Geld zu tun. Tie sechzig Pftlnd! Es gibt Leute dis o ödere L-umjueu um sich werfen, ohne gleich von Ehre'und N^^ttust zu reden, wenn sie nicht zahlen können Wenn er aucki Z Angelo würde schoneine.i Dummen ftüdeu, der ihn in E^dter Stunde wieder herausrisse. Mer, wäre es nicht das R^ard B. Bastard, ließe Isabel und das ganze Werbe- EÄ? mSpJ 6 tui waren, fahren und lebte brav seinen! .v/ufpvr* ' .ochen fehlte es ja m London nicht. Es würde sich vielleicht doch eine andere finden. Allein, wo er Isabel dock so batte' Pn einmal in die Wette eingelassen hatt(.. ..rußte er nicht allev dran setzen, zu versuchen es den an- mnfmwvi? ' CS mt Me eines ehrlichen cms- * Tastard noch vierundzwänzig Stunden war entschieden. Acht Werbescheine lmlte in uoch zwei kräftige Männer m Cast-City! Me schwer i,t es doch, in East-City zloei träft qs für Kitchener zu finden! Und dazu ist morgeii Sonntag! Wer wurde jrch dazu verstehen, am Sonntag einen Werbeschein ru fftS" Sonntag, wo von Freunden imd Beka^ten ^" Alkohol m ^ttomcn sloß,^wo selbst die Wirtin der GinnerieS ^ Lummsten Schlucker ein paar Glas umsonst ein- eine« # to«i a,tff, ** Bi,6e * Me mit Un ' e " 1Ietcw öranntees unter den Nägeln, unter den Füßen, im es biannte ihm überall. Wenn ihn jetzt das Gliick nicht seit^wm^^^^^'?"^ vorbei Int Geschäft mar er schon Äf f 11 mehr gciveleu. Was sollte daraus loerden? Ar pr acht Werbeicheme, gestempelt und unterschrieben, M'LPt mehr, nicht em einziger mehr! Ob, Isabel! Oh Teufel! LH Lsabel. Aber, lute, wenn — War Lombard nicht immer ein 5"Eraglicher, entgegenkommender Freund gewesen? Ja, richtig! ff « ^ a ![' Lombard nicht immer einen besonderen Einfluß ge- yavt k Berstand er ihn nicht ausgezeichnet zu nehmen? Oh, ,Parum ihur oav eben erst emftel! Konnte er Lombard nicht zwei läppische Rekruten abkaufen? Soviel würden ihm drwh sicher ins Garn ae- laufen fem. Einfach abkausen? Hatte Lombard denn nicht bemerkt, daß Jqabel mehr für ihn, Richard B. Tastard, übrig hatte, wurde er nicht em sehen, daß er und Isabel nie ein glückliches Paar werden konnten? Das lvürde er, gewiß! Ein solcher Kerl ist Lombard! Auf der Stelle woktte er ihn aussuchen, llud Loinbard Würoe imüicr zir ihnen ins Haus kommen, immer seine Frau be- fu&eit dürfen MiV — ja, altes Würde er immer dürfen Wo gibt noch solche Freunde? Das Geschäft mußte s,ch machen lassen. * » Tie drei Freunde ivaren in dem kleinen Separatz immer der Magic Lautern versammelt. Lombard sah sehr schlecht ans Er hatte die drei lebten Nächte überhaupt nicht mehr geschkafen 7ind war nicht zu Hause gewesen. Da ivar es gekommen, daß Ruhard ihn nicht angetrosien hatte. Richard ging es nicht viel deIIer: überdies schien er an cinifm schweren Entschluß zu kauen Angelo stierte in sein Ginglas, so das; sein Gesicht nicht zu sehen war; Ta trat Isabel ein. Tie jungen Herren standen ans, begrüßten sie Und der Kellner brachte ein Glas Tee mit Rum. Als die vier wieder allein waren, sagte Isabel: „Nun meine lieben Freunde, wem darf ich meine Hand reiche»?" und ste sah Angela dabei an. Lombard zog seine Brieftasche und zahlte sieben Werbescheine aus den Tisch. „Sieben," teste er, „das Nt alles. Es ist noch keine Stunde her, daß ich den Siebenten abgeliefert habe." ^ . ,/Acht." sagte Angelo und zählte seine Scheine vor sich ans den Tisch. „Und Du, Richard/' fragte Isabel. „Wann willst Du heiraten. Isab-el? Morgen, übermorgen ? sagte er und zählte: ein. zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn. Zehn Werbescheine für Kitchener, gestempelt und — „Aber," sagte Isabel, „was ist denn das? der zehnte Schein ist Nicht unterschrieben." „Wie?" fragte Richard, „ist er noch nicht unterschrieben? Ich werde dem Kellner fefjetfeu, daß er Träte und Feder bringt." ^ , _ „ „ , „Was, Richard, das wolltest Tu für mich tun?' Isabel war vor Erregung aufgesprungen. „So viel Größe soll ich an D»r bewtlndern können'?" „Es ist ein schlechtes Geschäft für mich, aber ein denkbar braver Handel." „Richard," rief Isabel und ihre Augen glänzten, „ich werde dem Kellner schellen!" Der Kellner kam, ging, kam wieder mit Tinte und Feder und ging wieder. Und Richard nahm die Feder zur Hand. . _ .. _ ^ „Halt!" rief Angelo. Schreibe nach nicht, bis Du drei-e r^rage beantwortet Imst. Zahlst Du sechzig Pfund für einen Ersatzmann, den ich Dir stellen will?" „Sechzig Pfund," sagte Richard, „das ist eine hohe Summe." „Richard," rief Isabel, „was wirst Du tun'?" Und sie blickte mit glänzenden Ängen über Angelo zu Richard aus. ' „Selbstverständlich werde ich die sechzig Pfund zahlen. Ein Tommy, der nicht Richard B. Dastard heißt, ist eben auch ein Tommy." „Gut," sagte Angelo, so schreibe einen Schein, daß. Du mit Deinem Namen für sechzig Pfund mir gut bist." Lächelnd schrieb Richard das Papier nnb Angelo setzte seinen Namen unter den Werbeschein. stand auf, verabschiedete sich von seinen Freunden, reichte Isabel die Hand und sagte: „Wenn ich das Gsorgskreuz habe, Isabel, schreibe ich Dir aus Flandern" und ging. 4 Isabel blickte nach der Tür, durch die Angelo eben verschwunden war; es war ihr, als sei plötzlich etwas in ihr gerissen. Da Richard nicht wußte, was er besseres tun sollte, siel er Isabel um den Hals, küßte sie und sprach: „Liebst Du mich auch wirklich, Isabel?" „Wann werde ich nicht mehr Isabel Wunstord, sondern Isabel Dasbach sein'?" fragte Isabel. Vermischte». * Die P h o t o g r a p h e n - A b t e i l u n g der französischen Armee. Zu den während des Krieges entstandenen Neueinrichtungen der französischen Militärverwaltung gehört die Photographen-Abteilung, die vor vier Monaten begründet wurde. Die photographische Abteilung der französischen Armee soll, nach einer eingehenden Besprechung des „Gaulois", gleichzeitig dreierlei Ziele verfolgen. Sie soll die Propaganda im Ausland unterstütze, beim Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten Gebäude von Knnstwert Dienste leisten und schließlich das grundlegende Material für ein französisches Kriegsarchiv liefern. Die Abteilung, die einen Geschichtsprofessor ,md einen Baufachmann zu Ratgebern hat. ist in Paris im Staatssekretariat der Schönest Künste untergebracht. Das Unternehmen verfügt über einen Stab von Photographen, die ablvech.sel.nd die Front bereisen und auch den Armeen der anderen Alliierten Besuche abstatten. Diese Photographen stehen im aktiven Militärdienst und haben unter Umständen auch in der Feuerlinie zu arbeiten. Denn auch die Ausnahmen einzelner Kampfoperationen gehören zu ihrer Tätigkeit. Die betreffenden Kampsbilder, die vorläufig geheim gehalten werden. sollen erst nach Friedensschluß zu allgemeiner öffentlicher Ausstellung gelangen. Die Platten und Films iverden verschlossen nach Frankreich gebracht und erst in den Pariser Räumlichkeiten des Unternehmens entwickelt, abgezogen, zusammengesetzt, geklebt und vergrößert. Um die Geldmittel zur ständigen Unterhaltung dieses Betriebes zu schassen, wurde eine staatliche Berkaallsstelle eingerichtet, die alte von der Zensur freigebliebenen Bilder in den Handel zu bringen hat. Diesem technischen und kaufmännischen Apparat ist der Die»,st des Archivs angegliedcrt, das die Photographien zu begutachten und e'urzureihen hat. Bisher soll das Archiv 20 000 Bilder in seine Sammlung ausgenommen haben. Das Archiv arbeitet auch selbst als Zentralstelle und überwacht die Jllnstratiousveröffenttichnngen der Zeitungen und Zeitschriften. Die ganze Abteilung untersteht dem französischen Oberkommando in allen Fällen als der ent scheuenden Instanz. * Eine Zeitichriit f ü, K r i e g s p r o p h e z e i ung e n- Das netteste Produkt der Knegszeil in Frankreich ist die Gründung einer prophetischen Zeitschrift, die den tüftucn Namen „Les pro- pttetiea- da mois“ tragt. Absicht und Zweck der Zeitschrift ist, die Wel l eren t wi ckl m, g des Krieges in mouallichen Prophezeiungen ztt erläutern. Wie der bereits erschienenen ersten Nummer zu entnehmen ist, sind eine große Anzahl von Genies der Hellseher krmst als Nsitarbeiter tätig. Wenn »narr dern Inhalt des Heftes Glauben schenken darf, werden die Franzosen im Jahre 1916 über alle Gegner und Wider,oärtigkeiten glorreich triumphieren. Eil» anderer ^Spezialist der Geister" null wißen. daß die letzten Schlachten in, Monat März statlsinden werden. Die KriegHgemugenen »verden im Mai oder spätestens im Juni in Freiheit gesetzt lverderr. Eine Dame von sonderbaren seelischen Fähigkeiten sagt den Fral^osen eine hübsche Anzahl siegreicher Schlachte», voraus. Aber auch die Verstorbenen beteiligen sich sehr rege an dieser Wunde rzeitschrckt. Ter »Geist Drvidja" beruhigt die von den Balkanereignisfen wenig erlernten Alknerten, mden, er verspricht, ihnen trotz allen, „ganz sicher" Konftantmopel zu schenken. Am belustigendsten ist der Artlkel eines Astrologen, der für die Zeit vorn 24. bis 30. November 1915 einen »ungeheuren Sieg" der Allneteen weissagte. Daß diese Verkündigung, »vie wir heute beruhigt sestftetlen können, nickst ein- getrossen ist, hat natürlich wieder die barbarische Rücksichtslosigkeit der Deutschen verschuldet, die sich durchaus nicht schlagen lasten »vollen. . . . Viicherlijch. — Deutsche Kriegs Weihnacht 1915. Weihnachtsgruß für Deutschlands Kriegen Bon v Otto Everling, Berlin- Nikolassee. Berlu, W 35, Verlag des (rvange!ifck>eu V»rüdes. Preis sinkt. Feldpost-Briefumschlag) 20 Psg. Ern warmherziger Gruß alt unsere Krieger im Felde von v. Everling, den, Vorsitzenden des Evangelische», Bundes ; Wechnachtegedichte, Bilder, das Weih- nachtsevangelium; ein Aussatz von Pro». D. Schi a^r in Gießen, „Das Fest der Liebe", der sich vortrefflich in d,e Seele unserer draußen stehenden Kämpfer hineinversetzk; zuletzt eine Geschichte „Die Muschel" von Anna Schieber, der Weihnachtserzählerin unseres deutsche»» Volkes. — »Füngierchen Feldgrau". Deutsche Jugend von gestern und heut'. Erzählung im° junge Mädchen von Luise Glaß. Mit Bildern von M. Heydenbluth. Preis sein geb. Mk. 3.—. Verlag von Georg Wigand, Leipzig. — Diese Kr,egs- e,Zählung für junge Mädchen dürste sich viele Freunde enverben. Sie schildert, wie das ungeheure Erlebnis des Krieges aus unsere Mädchenfugend einwirll und auch sie mit lortreißt u»,d ihrem Lebe»» neue Gestaltung »nid Inhalt gibt. Die liebenswürdige Heldin des Bucbes ist die Tochter eines reichen Fabrikanten, die im Kreise von sechs Brüder», aufgeivachsert ist. Sg fchwärrnt »vie so viele junge Mädchen für mancherlei Ar,slä»»discdes, das sie in einem sranzösischei, Pensionat besonders schätzen lernte. Als der Krieg herembricht »md auch ihre Brüder und sonstigen Verwandten mit sich fortnnnmt, erwacht aber auch in ihr das deutsche Herz. Sie will an ihren, Te»le auch mit hellen zu dein großen Siege und verwa»»delt sich mit einem Schlage in ein auiopierungsvoüeS werktätige- Persönchen, das aus eiurnal ungeahnte Ausgaben entdeckt »»„d sich ihnen mit frohen, Ecker hingibl. So kämpit auch sie, wenn auch dahein, bleibend, mit und entdeckt, daß freiwillig über- non,»neue Pflichten höhere und reinere Freuden zu gewähren vermögen, als spielerisch sorgloses Dahinleben. Der gemütvolle Ton des Ganzen empfiehlt das Werk bestens. Logogriph. Es stand in, Wald „nt ö, da kan, Ein Mann, der ,h»n das Leben nah»»,; Er n,achte au- dem ö ein u Und wandte sich dem Wasser zu. Ta läg's noch he»,t', wenn's »richt mit ä Gewesen wäre in der Räh'. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Geographischen Berschiebrätsels in voriger Nummerl Schlesien Grr»z Bernbürg Maikanck Jülich Bilm Tr, oft Hage» Kebrsttleitung: Aua. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen UniversitätS-Buch- und Steindruckeres. R. Langem Greben