Mittwoch, den Dezember Die Dom Rauhen Grund. Roman von Paul Grab ein. (Nachdruck verboten.) (Fvrtstwmg.) Stift und starr standen die Männer in der Schlucht des Stcinbruchs. Aber von dem Schlachtfeld der Arbeit, das Wieder einmal seine Opfer gefordert, stieg cks ans wie ein dumpf zitternder, brandender Aufschrei. Eine furchtbare Anklage, die hinanfdrang in den ewigen Aether empor zum Firmament, wo nach ewigen Gesehen, die Gestirne ihre Bahnen wandeln, majestätisch, aber ehern, kalt- Wie ein Lauffeuer rannte die Schreckensknn.de herum im Raichen Grund: Ein entsetzlicher Unfall hatte sich ereignet am Steinbruch neben der Sperrmauer. Ein Bergsturz, der sieben Menschenleben gefordert batte — darunter Verwalter Hannschmidt und Direktor Bertsch selber. Lähmend legte es sich ans alle Herzen, und in manchen von ihnen, wo Pfarrer Bnrgmanns prophetische Worte noch in frischer Erinnerung standen, klang es mit einem geheimen Schauer: Hier hatte Gott gesprochen und gerichtet! Der frevelvolle Ucbcrmut, der seiner erhabenen Gesetze spottete und die Grenzen der Natur verrücken wollte —’ er hatte ein furchtbares Zeichen empfangen. Auch ins Adlige Haus drunten drang die Kunde. Es war um die Mittagszeit. Man saß gerade bei Tisch im Eßzimmer, als. draußen von der Halle ein aufgeregtes Sprechen herausscholl. Henner von Grund schickte Anne- Marie hinaus. Was der Spektakel sollte? Aber nun kam sie wieder, ganz verstört. „Na, was ist?" herrschte sie der Gutsherr an. „So red' doch, in Kuckucks Namen!" „Ach, der Kallmann kommt eben — ein so schreckliches Unglück! —" „Wo denn?" „Unten im Steinbruck) — an der Talsperre." Talsperre — Eke von Selbach spürte plötzlich einen dumpfen Druck in der Herzgegend. Ihr Blick hing an Anne- Maries Mund. Aber der war wie gelähmt. Dort im Steinbruch arbeitete auch der Spieß-Engelbert, ihr Bräutigam. „Es ist aus dem Mädchen ja nichts her aus zu.br in gen. Ich werde mal selber draußen Nachfragen." Eberhard von Selbach sagte es und ging zur Halle. Nun kam er wieder. Langsam und schweigend. Und — .Eke von Selbach erzitterte — sein Blick suchte sie. Dann sprach er: „In der Tat, ein sehr schwerer Banunfall. Biele Verletzte und sieben Tote. Darunter leider auch Direktor Bertsch." Und er trat zu seiner jungen Frau, mit einer-besorgten Bewegung. Aber Eke von Selbach blieb starr und aufrecht in ihrem Sessel. Nur jeder Blutstropfen war aus ihrem Antlitz gewichen.. „So — der Bertsch auch? Na —" Grimmig kam es Henner von Grund von den Lipven. Er hatte keine Ursache, ihm nachzutrauern.' Nein, bei Gott nicht! Leise beugte sich Eberhard von Selbach zu Eke nieder. Seine Rechte legte sich sanft auf ihre Schulter. Aber unter dieser Berührung erwachte sie aus ihrer Starrheit. Sie erhob sich von ihrem Sitz. Unvermittelt. Fast wie ein Abschütteln seiner Hand war es. „Was willst du, Eke?" „Ich muß hin." „Zn der Unglücksstätte?" Nur ein Nicken. Sie war schon zur Tür und zog an der Klingel. „Was sollst du da?" ^ Henner von Grund sagte es, mißbilligend. Aber sie wandte ihm ihr Antlitz zu, immer noch tief blaß, aber voll beherrscht. [ „Du hörtest doch, Onkel - - viele Verletzte." „DaS ist kein Anblick für Frauen." „Es gibt schlimmeres als das." Hart klang es, aber ein Beben schwang in dem Ton. Von draußen, aus der Halle, kam Kallmann. Da be- fahl sie: „Anspannen — und meinen Verbandskasten mitnehmen!" Durch Henner von Grunds zusammengesunkene schwere Gestalt im Armsessel ging ein Ruck. Eine Blntwelle überflutete seine Stirn. Er warf den Kopf zu dem Neffen herum. t„Was ich zu sagen hatte — ich wÜßt's. Aber du bist ja ihr Mann." Eine Röte flog auch über Eberhard von Selbachs Züge. Langsam ging er zu seiner Frau hin. In seinen Augen stand ein Bitten: „Willst du wirklich fahren, Eke?" „.Ich sagte es ja." „Aber — wenn ich dich nun bitte? Der Anblick des Schrecklichen ist am Ende doch zu viel für deine Nerven." „Ich bin ihm gewachsen. Sei ohne Sorge." „Eke," — er dämpfte seine Stimme, daß sie nicht mehr bis zu dem Onkel am Tisch drüben klang — , „es ist auch wegen des Geredes der Leute. Wenn dich die Selbstbeherrschung verließe!" > Sie verstand seinen ernst mahnenden Blick. Aber die Entschlossenheit in ihren Zügen war nur noch starrer, und so erwiderte sie: „Ich bleibe standhaft. Ich Iveiß, was ich dir schuldig bin." Aber eine kälte, fremde Stimme war es, die er vernahm. Da trat er zurück, still und ruhig wie immer, NEnn sie auf ihrem Willen beharrte. Doch es zuckte ihm schmerzlich um den Mund. Sie achbete es nicht. Ohne noch ein Wort verlief sie das Zimmer. Langsam kam Eberhard von 'Selbach wieder zu dem Oheim. „Nun?" „Lassen wir sie fahren i—: sie will ja ein gutes Merk lün/' Henner von Grund richtete sich in seinem Sessel auf. „Eberhard — es tut nicht gut, wem: man den Frauen immer ihren Willen laßt. Sie wollen den Herrn fühlen." Ueber des Neffen Züge zuckte es hin. „Verzeih', Onkel — aber das sind Dinge, die ich wohl nur mit Eke abzumachen habe." „Mlerdings!" Henner von Grund lachte auf. Scharf Und bitter. „Na, wie du willst." Und er ließ sich lvieder im Sessel zurücksinken. Seine schwere, aber jetzt so unbeholfen gewordene Rechte trommelte zitternd auf der Armlehne. Von der Halle draußen klang gedämpft ein Aufschreien, dann lautes Jammern. Anne-Marie, das Hausmädchen. Ein neuer Bote, der ins Haus gekommen, hatte näheren Bericht gebracht. Unter denen, die der Berg begraben, tvar auch der Spieß-Engelbert, ihr Bräutigam. Eine Lebenshoffnung hatte die kurze Kunde zertreten. Fassungslos schrillte das Weinen herein. ^Schass' mir das Frauenzimmer vorn Leib!" grollte es vom Lehnstuhl auf. „Soll rnarr das auch noch arr- hören?" Schweigend ging Eberhard zur Halle hinaus, um das Mädchen mit einen: Trostwort hinwegznführem Aber da starrd schon Eke, jetzt in Hut und Mantel, neben ihr. „Komm, Anne-Marie — wir wollen zu ihm." Und wie sich der Arm der jimgen Frau um die Schultern der Niedergebrochenen legte und sie zum Ausgang geleitete, war etwas Schwesterliches in ihr. Als trügen sie beide gemeinsam ein schweres Leid. So schritt Eke von Selbach aus dem Hause. Den Mann, der ihr ans der Tiefe der Halle mit dunkeln, tram rigen Augen nachschaute, traf kein Blick. Der Wageil vorn Adligen Hause jagte durch den Talgrund, flußabwärts zur Sperrmauer. Leise weinte Anne-Marie von sich hin. Tränenlos starrte Eke von Selbach ins Leere. Aber ihre Hände hatten sich inein andergekmmpst. Gerhard — tot. Immer rvieder sprach sie die beiden Worte im Geist vor sich hin. Ms würde ihr damit das Unfaßbare verständlicher. Tot — er, der so ganz Leben gewesen. Kraft, überschäumende, brandende Kraft. Ebensogut könnte der Fluß da versiegen mit einem Schlage, der doch eben in diesem Augenblick noch seine unerschöpflichen Unten brausend über das Wehr warf. Gerhard — tot. Und mit einen: Mal begriff sie: Ihr war er gestorben. Ihr! Was war er denen da gewesen, die jetzt zu Hunderten um semen zerschmetterten Leib stehen würde::, nur der Gegenstand ihrer grausigen Schaulust? Was wußten sie Von ihm? Von den: verzehrenden Drang seiner ruhelos chaffenden Mannesseele, die doch im Innersten ein Sehnen rüg nach Stille. Was wußten sie davon, wieviel Güte ich barg hinter den: kühl abweisenden Lächeln, das sie stets nur an ihm sahen? Ja, ihr tvar er gestorben. Mer sie, die einzige, die Mn gekannt — sie hatte ihm den bittersten Schmerz seines Lebens zugesügt, in: Aufbäumen ihres gekränkten Franen- stolzes. Frauenstolz! Wie ein bitteres HohUlachen gellte es in rhr ans. Was hatte sie denn damäls davon gewußt Hatte ihr jetzt die Ehe nicht ganz anderes angetan, tn Wahrheit chren Franenstolz mit Füßen getreten? Oder was war es arwers, wenn sie die Pflicht in die Arme eines ungeliebten Mannes trieb wie eine gekaufte Sklavin. O die Scbmach! Glühend heiß brannten die blassen Wangen auf. Und die Hände ballte,: sich in ohnmächtiger Schau:. Wie ein Haß schoß es ihr im Herzen auf gegen den Mann, der ihr diesen Schimpf angetan. Immer wieder Fühlte er denn nicht das Zittern der Qual des Abscheus in ihren wehrlosen Gliedern? Und den Toten dort hatte sie verurteilt, voller Empörung, weil er sie ar: sich gerissen im Ausbruch fernes Empfindens - er, dem doch ihre Liebe gehört hatte. I Weh? ihrer unseligen Blindheit damals! Zürnte denn auch die bräutliche Erde dem brausenden Frühlingssturm'^ der sie mit wildern Werben umfing? In dieser Stunde^ wo er vernichtet am Boden lag, der so gar:z überschäumen-, des Leben gewesen, begriff sie: nur seiner Natur hatte er gehorcht, seiner gewaltige,:, bergstrombraufenden Natur, in jener Minute. Mer sie, statt selig in diese heilige Wonne M versinken, hatte ihn Zurückgestoßen in ihrem! starren Mädchenhochmnt. Heute begriff sie voll den Wider-, sinn ihres .Handelns. Heute, wo die Ehe in ihr das Weib geweckt. Llber wo im Arm des Gatten ihr wach gerufenes! Sehnen nach dem andern suchte — dem durch eigene Schuld Verlorenen. Wie ein fahler Blitz zuckte dies Erkennen durch Ekes! Seele hin: Das war es, was sie von dem Mann an ihrer Seite schied, in einer n;t£ 3 U Überbrückenden Kluft. Wildi wollte es da in ihrem Herzen aufschreien. Aber der Laut erstarb, ehe er noch geboren. Und ungeweinte Tränen der Verzweiflung brannten in ihren starren Augen. So trug sie der jagende Wagen hin zu der Stätte, wo unter den Trüm- ment des Berges begraben lag, was einst das Glück ihres Lebens gewesen war. Nun hielten die schau,nbedeckten Pferde am Steinbruch'. Eine dichte Menschenmenge umstand die Unglücksstätte. Von allen Weilern und Höfen, von den Haubergen und Feldern ringsun: war herzugerannt, was laufen konnte. _ Schweigend teilte sich der Menschenwall, als Eke von Selbach mit dem neu aufjammernden Mädchen Durchlaß begehrte. So kamen sie unmittelbar an die Unglücksstelle ln-an. Die unversehrt gebliebenen Arbeiter waren dabei, das wüste Trümmerfeld aufzuräunren. Das losere Geröll, das die leichter Verletzten bedeckt hatte, war schon beiseite geschafft. Bor der langen Kette der schaufelnden Leute stand eine kleine Gruppe mit Tragbahren. Samariter, unter ihnen Doktor Herling. Eke von Selbach trat auf ihn zu. Mit ernstem Gruß lüftete der Arzt seinen Hut. „Wen haben Sie bis jetzt geborgen? Beherrscht klang :hre Frage. „Dreiundzwanzig Leicht- und zwei Schwerverletzte." „Und wer sind diese?" „BergverwalterHannschmidt und Direktor Bertsch." . ,,,Bertsch?" Wie ein Wanken ging es durch Ekes Gestalt. i„Jch denke — man sagte mir doch, er sei unter den Toten!" „Ganz recht, man glaubte es zunächst, als man ihn unter dem Geröll herausholte, anscheinend leblos, mit zerschmetterter Stirn. Aber er hatte zu seinem Glück etwas ab- setts gestanden. So war es nur eine Ohnmacht, und die Verletzung zwar tief, aber doch nicht tödlich. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, wird er ohne bleibenden Schaden davonkommen. Mit dem Bergverwalter dagegen sieht's schlimmer aus." uno oer Arzt bertchtete Wetter von e:ner schweren Rück- gratsverletzung bei Hannschmidt. Aber Eke hörte nicht mehr vsil- W:e wenn der Bergkoloß dort sie selber begraben und d:e Netter sie doch noch einmal befreit hätten aus der steinernen Gruft, so war es ihr. Er lebte, würde davonkommen, ohne ernsteren Schaden — Gott, mein Gott! Und ihre Lip- pbn preßten sich ineinander, daß ihnen nicht ein Jubelschrei entfloh, h:er auf dem grausigen Ernteselde des Todes. Doch da traf sie der ernste Blick des Arztes wie ein stummer.Vorwurf. Und scheu glitt nun auch ihr Auge hinüber zu dem wirren Chaos der Trümmer, von woher das Ausstößen und Schraben der Schaufeln klang. „Und die dort?" ,, Doktor Herling folgte ihren, Blick. Nun zuckte er leise d:e Schultern. „Nichts mehr zu hoffen. Wer dort liegt, der —" Und se:ne Rechte strich flach durch die Luft. . E:n Aufschrei gellte neben Eke. So schrill, daß es ihr eiskalt ans Mark griff. Auch Doktor Herling fuhr herum. (Fortsetzung folgt.) v ✓ Der Tüchtigste. Skizze von G u st a v H o ch st e t l e e (Berlin)'. ' Seine Exzellenz der Herr Minister — Finanznrinister eincZ süddeutschen Bundesstaates — war schon in Frieden szetten für- alle seine Untergebenen ein Vorbild des Fleißes gewesen; seit Beginn des Krieges übertraf der Minister sich selbst. Es> war erstaunlich, wieviel Arbeitsstunden der Tag für ihn hatte und wie wenig Stunden Erholung Und Schlaf Exzellenz« sich gönnte. Freilich — er war noch ein junger Mann; noch nicht einmal in den Jahren, die man „die besten" nennt. Um Mitternacht hatte der Minister heute alles aufgearbcitet, was er sich für den Tag vorgemerkt hatte. Er griff nach seinem! bewährten „Umlegekalender" und schlug das heutige Blatt van hinten über, so daß die Seite für morgen sichtbar wurde. Da stand für den morgigen Tag als erster, dick unterstrichener Vermerk: „1915 — am 15. August, abends 8 Uhr, Wirtschaft zum Blauen «Adler, Nebenzimmer links!" Ja, das war die Notiz, hie er gewissenhaft an jedem neuen Jahresanfang aus dem alten Umlegekalender in den neuen hin- überaerettet hatte. Bor fünfundzwanzig Jahren hatte Exzellenz diese Verabredung zu — morgen getroffen. Damals war man noch nicht Exzellenz, sondern erst Abiturient des Gymnasiums gewesen. Genau fünfundzwanzig Abiturienten waren sie damals, und alle hatten das Examen bestanden, keiner war durchgefallen. Lehrer, Direktor, Schulrat, die« ganze Stadt schien stolz und glücklich über diese stattliche Schar von tüchtigen Jüngern der Wissenschaft. Ter Wschiedskneipe folgte eine letzte, dann eine allerletzte, schließlich eine endgültig! allerletzte Wschiedskneipe. Und bei diesem „endgültig allerletzten" feuchtfröhlichen Zusammensein der fünfundzwanzigköpsigen Schar hatte er, der heutige Minister, der damalige schwärmerische Jüngling, sich erhoben und eine Rede geschwungen: „Ihr liebelt Freunde! Morgen ziehen wir hinaus nach allen Richtungen der Windrose. . . Was wird aus uns allen werden, wenn wir reise Männer geworden sind? . . . Möchte es nicht jeder vom andern wissen? . . . Nun wohl! So versprecht mir in die Hand auf Burschenwort . . ., heute nach fünfundzwanzig Jahren wollen wir hier in dem gleichen Saale alle wieder zusammenkom'men!^ Sie versprachen es. Mit Händedruck. Auf Burschenwort. Tann sprach noch ein anderer: Heinz von Klausen, der. Mrllionärssohn aus Amerika, den seine deutschen Eltern herübergeschickt hatten, damit er deutsch erzogen werde. „Kommilitonen!" rief der liebe Junge, den alle trotz seines vielen Geldes gerne; hatten, „ich werde meinem Vater nach New« York schreiben, er soll einen Preis stiften. Einen ganz gehörigen Preis. Und den soll nach fünfundzwanzig Jahren derjenige von uns bekommen, der dann von uns allen der Tüchtigste geworden ist. Das war ein bißchen amerikanisch. Aber es gefiel allen. Und man Vereinbarte, daß der Kreis der Fünfundzwanzig dermaleinst nach einem Vierteljahr-Hundert über diesen Tüchtigkeitspreis fein eigener Schiedsrichter sein solle . . . - Tie fünfundzwanzig Jahre waren vergangen. Wer würde sich nun morgen als derjenige ausweisen können, der der Tüchtigste geworden >var? Nun, ein gewisser Leonhard Brode hatte es in seinem Heimatlande mit vierundvierzig Jahren zur Exzellenz, znm Finanzminister gebracht! Viel weiter konnte es in einem Vierteljahrhundert keiner bringen! . . Aber würden außer ihm sich noch andere aus dem Kreise jener Fünfundzwanzig an die Verabredung erinnern, die vor so vielen Jahren getrchfen war? . Der Minister begab sich gegen ein Uhr zu. Bett, stand — wie er eS gewohnt war — um fünf Uhr früh auf unb faß 'Nit dem Glockenschlag sechs an seinen: Arbeitstisch, den die Früh- sonne eines Hellen Augnsttages freundlich beleuchtete. Tie Pausen für bte Mahlzeiten fielen für diesen Tag besonders kurz aus. Und vbends um dreiviertel acht Uhr gab Exzellenz dem Bureau- wef die Weisung«: „Wenn etwas Wichtiges einlänft — ich bin in der Wirtschaft zum Blauen Adler, Nebenzimmer links." „Aber Exzellenz? In der Studentenkneipe?" i „Allerdings, lieber Bumann, tu der Studentenkneipe." UtTt -acht Uhr hielt das Wtomobil des Ministers vor dein „Blauen Wler". Exzellenz wollte in das Nebenzimmer zur linken .Hand eintreten, aber cs war nicht leer; er ließ sich den Wirt in den Korridor rufen. Ter dienerte: „Ah . . . Exzellenz. . . welche, Ehre." . „Schon -gut. Ich bat Sie heute früh telephonisch, das Nebenzimmer hu reservieren — jetzt sind aber fremde Leute darin?" „Verzeihung, Exzellenz! Das sind die Herren, mit denen Exzellenz verabredet haben." . Es ergab sich, daß von den einstigen Abiturienten kaum emer Mehr beit andern erkannt hatte. Den Großen mit den blauen Augen, den glaubte Exzellenz trotz des entstellenden Voll- 6 -fit l U o er I e i m 5 l; n Cr trat an ihn heran: „Kennst du mich nicht Mehr? Ich brn Leonhard, Brode. Und du bist natürlich Heinz von Klausen, der Millionärssohn aus New.York?" Wer der Angeredete antwortete lächelnd: „Tut mir leid. Ich hin Fritz Unger." Exzellenz besann sich: „Ach natürlich! Verzeih', lieber Unger. Natürlich, der Unger, der inimer Opernsänger in Berlin oder Wien werden wollte. Na, und bist dn's geworden?" . "f*™- .?Acht ganz. Wer Pfarrer bin ich geworden. In einem reizenden kleinen Dörfchen im Odenwald.". Nicht weniger als neun kamen in Feldgrau; Offiziere, die Urlaub erhalten hatten, Stabsärzte und Garnisondienstfähige. Vier andere Feldgraue hatten an den Wirt schriftliche Entschuldigungen Eingesandt. Zwei fehlten nnentschuldigt ttnd doch mit gutem Grund; sie hatten den Heldeirtod fürs Vaterland gefunden. Von allen alten Kommilitonen. die noch lebten, halte keiner die Verabredung vergessen. Zn den schriftlich Entschuldigten gehörte auch Heinz von Klausen, der Millionärsohn aus Nerv York. „Ihr lieben Freunde." so hieß es in seinem Briefe, „was tnt's mir leid, daß ich nickst kommen kann. Wer ich. bin Deutscher, bin Reserveoffizier, und da wißt ihr wohl: die Engländer lassen mich nicht über den großen Teich. Wer von Euch rvird der Tüchtigste geworden sein? Mein Vater fyrt sich vor fünfundzwanzig Jahren nicht lumpen lassen und dem zukünftigen Tüchtigsten damals einen „ganz gehörigen" Preis gestiftet, wie ich's von ihm verlangt hatte: ein Bündel amerikanischer Aktien, das — zum Gedächtnis der Zahl 25 — in Mark umgerechnet genau 25 000 Mark wert war. Damals! Inzwischen ist das Bündel mehr als das Dreifache wert geworden. Der Bettag ist bei unserem deutschen Bankhaus hinterlegt: sobald Ihr abge- sttmmthabt, wird er sofort an Euren Tüchtigsten ausgezahlt,.." . „Ei, ei," sagte Fritz Unger, der Pfarrer, ,cha müßten wir dem Heinz von Klausen den Preis znerkennen, weil er den Preis so tüchtig verwaltet hat?" „Nein," entgegnete Doktor Klemens Bachmann, der Stabsarzt,- der ,chmr mit neunzehn Jahren ein Pedant gewesen war, „der Preis ist nicht für eine einmalige tüchtige Handlung bestimmt, sondern sozusagen für die Tüchtigkeit einer ganzen Lebensleistnng^ Uebrigens: mir gehört er ganz geiviß nicht,. Ich bin nichts geworden als ein einfacher Schnupfen- und Rizinus-Doktor. Aber dem Amerikaner gehört er auch nicht." . Man nahm nun Platz an dem langen Kneiptisch, wenn auch aus,die Veranitaltung einer regelrechten Kneiperei angesichts der ernsten Zeit verzichtet wurde. Exzellenz Brode hielt eine kurze, feierliche Rede; er gedachte der feldgrauen Freunde, die gefallen waren und derer, die draußen standen. Er gedachte des lieben Freundes, der jenseits des Ozeans weilte, und machte dann der Tischgesellschaft den Vorschlag, Fritz Unger, der Pfarrer, sollte jetzt den Vorsitz übernehnien und zu prüfen versuchen, wem — als dem Tüchtigsten — der Preis vor allen gebühre^ Es kam, wie der Minister es erwartet hatte. Die Juristen urw die Aerzte, die Offiziere und die Professoren, kurz: alle einigten sich idahin, daß Exzellenz Brode den Preis verdiene. Wäre der Preis «eine silberne Bowle gewesen — mit Freude hätte der Minister ihn angenommen. Aber 80 000 oder 90 000 Mark? Selbst wenn er sie zu wohltätigen Zwecken verwendete, fühlte er sich innerlich nicht berechtigt, sie anzunehmen. Er war gewohnt, sich jede Frage genau zu beantworten; er sprach zu sich: „Was hält dich ab, das Geld zu nehmen?" Und fand die Antwort: „Ich brauche das Geld nicht, aber vielleicht ist unter, uns einer, der's braucht." Wer konnte der sein, der's brauchte? .Der Pfarrer hotte alle so woljU wollend und doch so gründlich ausgefragt — eS "schien allen finanziell gut zu gehen. Aber halt! gerade den Pfarrer, den hatte Niemand gefragt. Brode holte das Versäumte nach, vorsichtig und unauffällig, und er hatte bald genug herausgefunden, daß der Pfarrer gar kümmerlich lebte in dem kleinen Dorf im Odenwald; er hatte eine große Familie, der ehrwürdige Herr, zwölf Kinder; die fünf ältesten Söhne standen im Felde. Ost war Mangel und Not zu Gast in dem kleineii Pfarrhaus. Und doch war er heute! gekommen; denn er hatte es ja versprochen — vor 25 Jahren^ „Sag', Unger," tastete der Minister lveiter, „und deine Kinder'; wieviel Mädchen sind es? und wieviel Jungen?" Die blauen Augen des Pfarrers blitzten vor Stolz, als er antworten durfte: „Jungens sind sie — alle zwölf!" Da fuhr Erzellenz Brode auf und rief: „Freunde! Der Tüchtig,te ist gefunden! Jhni gehört der Preis! — ivas mir getan; haben, war Egoismus, Stteberei, Berechnung. Er hat deni Vaterland von uns allen den besten Dienst erwiesen. Er ist der Tüchtigste geworden: Vater von zwölf Jungens!" Kein Einwand half deni lächelnden Pfarrer^ Er war und blieb der Tüchtigste. Er wird, auch das viele amerikanische Geld gut und tüchttg verwalten. Er wird den' Armen reichlich geben, und wenn seine Attesten gesund heimkehren, werden sie ein Haus finden, wo das Glück wohnt und die Zufriedenheit. Vermachtes. * D c r S ch n e e i m S p r i ch w o r t. Diesmal schüttelt Frait .Holle gehörig ihre Betten ans. Die Landwirte freuen sich darüber, denn sie haben den Schnee gern. Sie sagen: „Diel Schnee, viel Korn," und im Vogtlande sagen sie sogar, rvenn es tüchtig schneit, „es schneit Brot!" Deshalb kann ihnen der Schnee garnicht zeitig genug kommen, denn „der Schnee ist für die Saaten, ,vas die Betten für die Menschen." Dieses Einhüllende und Wärmende werden hosfentlich teilioeise auch unsere tapferen Kämpfer draußen! im Felde cmvsindeil und ausnutzen, und deshalb möchten ioir ihnen wünschen, daß der Schnee lange liegen bleibt, wenn sie sich erst einmal darin cingebuddelt haben. Der Landmann ist darüber freilich anderer Ansicht. Er verspricht sich mehr davon, ivenn der Schnee immer wieder taut, damit das Schinelzwasser nicht mit einem Male wegläust, sondern allmählich in den Boden sickert DaS drückt er in der ihm eigentümlichen Weise aus: „Acht Tage dient T — 744 — der Schnee als Mutter, iwtrot wird er zur Schwiegermutter." Nov emberschnec ist den Landleuten ein besonders guter Vorbote für das kommende Jabr. Davon Hecht cs: „Je mehr Schnee im November fällt, umso fruchtbarer wird das Feld." Und vom Dezember gilt natürlich dasselbe. Davon sagen sie im bergigen Sachsen uird im Thüringer Walde: „Dezember mit recht vielem Schnee, gibt Korn und Gras nuf jEder Höh.'." Und in einer anderen Winterwetterregel: „Viel Schnee im Dezember und fruchtbares Jahr, waren vereinigt schon immerdar," Vom Februarschnee heißt es: „Bringt der Februar Schnee und Eis, wird der Sommer fruchtbar und heiß." Selbst im April nehmen die Landleute dm Schnee noch mit in den Kauf. Sie meinen sogar: „Im April Schnee tnt keinem weh." „Schnee im April kann konnnen, so oft er will. Ans Aprilslocken folgen Maümglockeu." Nur darf er dann nicht mehr lange liegen bleiben, saust verursacht er Schaden: „Schnee im April darf nicht lange wahren, soll er die Knospen nicht verzehren." „Wenn's regnet, verdirbt der beste Schnee." Daher kann man auch vom ersten Sch neefall gleich ans den ganzen fommeubcu Winter schließen: „Fällt der erste Schnee in den Dreck, so wird der Winter ein Geck." Auch daraus, loie es scheint, wissen Kundige allerlei Folgerungen zu ziehen. Sic sagen: „Schneit es klein und fein, gibt's große, lange Kalte schneit's große, breites Flocken, geringe Kälte." Ebenso zeigt der ^chneefall auch schon das darauffolgende Tauwetter und etwaige Ueoerschwemmungen an: „Kleiner Schnee, großes Wasser, großer Schnee, kleines Wasser." * E i u e weibliche Hochschule tu F v ankrei ch. Die bisher praktischctt, erfolglosen Bestreluutgen der französischen Hotelbesitzer unb Gastwirte, das deutsche und österreichische Personal durch Kräfte tm eigenen La,Ke zu ersetzen, baden auch die Gründung einer Anzahl verschiedenartiger Fachschulen hervorgernfcn. Wie der „Temps" berichtet, wurde in den letzten Tagen die neueste Unternehmung dieser Art, eine Hochschtcke für Frauen, in Paris eröffnet. Das zunt Unterricht gebrauchte Gebäude ist ein kleines Hotel, das d,e wichtigsten Räninltchkciten — ,vie Halle, Gesell- schaftsränme, Schlafziniiner und Badeznnuter enthält. Jnteressattt ist eine Neneinrichinng : der Speisesaal ist von der Küche nur durch eine Glasfensterwand getrennt. Dies hat den Zweck, den Besuchern eine Kontrole der Speisenztlbereilnng zu ermöglichen. Doch ist es sehr fraglich, ob diese Anlage bei der Mehrzähl der Reise- gaste Beifall finden wird. Bisher zählt das Unternehmen 48 Schülerinnen, von denen die eine Hälfte eine Zenlang * das Gebäude bewohnt, während die andere nur zu best im, n len Unter- richtszeiten erscheint. Die Schülerinnen sollen sämtliche Einzelheiten des Hotelbetriebes praktisch erlernen, Nach dem Unlcr- richtsplan lernen die Schülerin neu von 9 — 10 Uhr vorntittags das Zinnncransrännten und das Zurechtmachen der Betten. Bon 10 bis 11 Uhr wird das Bedienen bei Tische gu'rbt, von 2—3 Uhr erfolgt die Abrechnung und Bnchsührnng. Außerdem finden sog. „moralische Kurse" statt, die das Benehinen und die Sprache der dien scharen Geister ans eine höhere Strste bringen sollen. Die Unterrichtszeit dauert drei Monate. Dann sollen die Schülerinnen ebenso lange in einein großen Holelbetrieb tätig sein, woraus sie ihr Ansbildnngszengnis erhalten. Bon diesein Unternehmen, deffen Schülerzahl vorläufig allerdings noch keinen großen Eindruck inacht, erhoffen die srnnzösischen. Hotolunternehmer eine Unterstützung, die ihnen nach dein Kriege über die cinpfindlch sviirbare Abwesenheit des deutsch-österreichischen Personals hinwegtzilft. Int Notfälle sollen, wie der „TempS" patriotisch versichert, auch rtissische „Hilistrttppen" herangeholt werden. * Dasenglische Eisenbahn,vesen int Kriege. Eines der wichtlgsten' t>,direkten Kampfmittel in der ntodernen Kriegsührt-ntg ist die ausgedehnte Ver-.vendnng der Eisenbahnen. Die Ausnützung dient sowohl zur Erinöglichnng rascher strategischer Umgruppierung in und knapp hinter den, Kxiegsgebiet, als znin Nachschub von Truppen, Mnnttion imb Proviant in der Heimat. Darum wird die Bedetittlng dcS Bahnverkehrs in diesein Kriege von den Fachleiiten aller Kriegsührenden imnter vo,t nenein erörtert und beleuchtet. Die folgenden Ausführungen über die Tätigkeit der englischen Eisenbahnen während des Weltkrieges sind cincht Artikel des Sekretärs der Eisenbahngesellschaft von Orleans tu der „Revue Poliliqtie et Parlententaire" entnonimeit: „Tie Eisenbahnen habeit in Englaitd ivährend des Krieges eine weniger wichtige Rolle gespielt als in Frankreich, Deutschland, Rußland tmd Oesterreich-Ungari,. Ties begründet sich in den geographischen Verhältnissen EnglaiidS tmd der Lage der Kriegsschauplätze. Trotz- dent halten sie eine wichtige Aufgabe au erfüllen, nämlich die Befördern, ig der Truppen nach den Absahrlhäien. Die englische Niobilisalion erforderte 1500 Ziige. Ai, ciiteut Tage wurden 25 uCO Manit der Exp cdilio > isstre il kräft e, 6 )00 Pferde, 1000 Militär- ivagei, tilid das entiprechende Gepäck tu 104 Zügelt befördert. Auch nach der Mobilisatioit innßteii die Militärtransvorte in starken, Alaße anfrechterhalten werden. Bis znin Ende des Septcinber 1 914 halte die „Great Western Railway" 2200 Militärzüge gefahren, die ..Cvreat Eastern Railway" lies; von, 5. Anglist bis 14. September 870 Züge laufen. Diese plötzlichen 1lin,välztutgen des Eisenbahnwesens hat int privaten Reisebetrieb keine geringen Störungen hervorgerusen, zu deren Be,välligiiiig eine Zentralisalioil der Fahrbilletts aller Gesellschaften !,otivendig ivar. so daß ein Billett der eiiienGesetlschast gegenwärtig auch zur Fahrt arr' eiiter gleich langen Strecke einer andereit Gesellschaft Gültigkeit hat. dlnßerdem hat die Verringerung des Bahnpersonals durch die Nekrlitieulng zahlreiche Emschränktntgen im Pnvatvdrkehr notwendig gentacht/ ' _ Vüchertisch. — ,.U e b e r Land u n ö M e e v." In den nenestett Nttiptnern (5 bis 8) dieser bekannteil lind beliebteit tllnstrterteit Zeitschrift (Deutsche Verlags-dlnftalt, Sttlktgarti ftliden wir wieder eine Reihe beachtenswerter Aufsätze, die durch seltene Bilder geziert sind. Wir erinnern nur an den Beitrag voit Dr. dl. Möge: Beschüttung der Kunstwerke im Knegsgebiet, ivomit tu der Haiiptsnche Italien gemeint ist. dluch die Vignetten zu der .Heilborit'schen Abhandlirng über das eiserne Geld sind ebeiiso eigenartig ,v,e tiiibekannt. Für Photographeit ist die Betrachluiig über das Photogranhieren feittb- licher Stellnngert geschrieben, und iver die a>ner>kantschen Herr- schäften keniien lerricn itull, die sich a,t der, Krregslieserlingen für unsere Feinde beteiligt haben, schlage das Heft ans, das den Ban- mnnn'schen Aussatz: Die a,nerikaliischen KriegSlieiorunaen enlhälk. Wie uitd was eine Sanitärskompagiiie tut Felde zu arbeiten bat, schildert uns Karl Gengler; tvie es in der.Engländerstadt in Ruh- lebeu bei Spandau anssieht, iveiß ttirs Dr. dllfred Grademvitz an- schaulich z,l erzählen. Lebendig tnrd zeitgemäß sind die Titelblätter, voil deneit uns z,vei Darstellungen in das Ortlergebiet führen, die gut z,l dent Aufsatz: Der Krieg int Hochgebirge passen. Eine der packendsten Ortgiitatzetchnungen ist die von dl. Donds: Lanzeit zttr dlklacke gefällt! — Arich Elans Bergend Bild: Ausfahrt deutscher U-Boote und bulgarischer Kriegsschiffe a,ls Warita tvlrd gefallen. Die unterhaltenden Beiträge stanimen ans der Feder bedeutender Schriftsteller, von benen ivir mir Wilhelm Bölsche und Maxint Hnnschild nennen. — Hessische K r i e g s h e f l e. Diese, früher ttitlcr der Bezeichnung: Darntstadl tu beit Tagen des Weltkriegs 1914/15 m t ress lieh er Ausstattung und hübschen, bildnerisch geschmückt e»Um- schlägen erschienenen Hefte sind durch ihren Inhalt Nicht nur ftir Darnlstadt, sondern schon von Anfang an für das ganze Hessen- land und sente Beivobner bestimmt. Die Hefte enthalten unter vielem anderen die zu Kriegsbegntn veröffenlltchleii amtlichen Erlasse und Aufrufe, Mitteilungen über das denkwürdige, bunte Leben und Treiben während der Ai'obilnmchnng, Berichte ,ntd Aufsätze über die tnannigfachsten Vorgänge int Feld und in der Heimat während der ganzen bisherigen Kriegszert, Dichtlingen uitb tiefgründige Betrachtungen über den gewaltigen Krieg, dlnch für die Zeit nach dem Krieg bilben die Hefte eme schöne Erinncriing Mid eine sichere Auskunu. über eiilzelne wissenswerte Ereignisse und Begebcnlieiteit. Von, Reinerlös ivnrden den, „Rotcii Kreuz" bereits 650 Mark »ugeftihrt. Das soeben erschienene Doppelheft 8 und 9 kostet 50 Picunig, die früheren 7 Hefte euizeln je 30 Pfennig, dre 9 Hefte znsaiiliucii in einem stattlichen Bande vereinigt mit sämtlichen Titelbildern ualt Mk. 3.60 Alk. 1.50. Zn beziehen voilt Verlag H. Hohinann, Darinstadt, Wnldslraße 4 und o(len Buchhandlungen des Großherzogtmns Hessen. Nähere Be- schrcibimg des Inhalt; und der Titelbilder versendet der Verlag aus Verlaugeit kostenlos. — „Leipziger I l l tl st r i e r t e Z e i t u n g." Der Besuch eines Zeppeltn-Lustscbiffes in Sofia bildet ein denkwürdiges Ereignis in der Geschichte des Weltkrieges, und der Balkan erblickte darin mit Recht ein Symbol der siegl)asten Macht Deutschlands. Den historischen Augenblick, ,vie der „Zeppelin" anr 9. Noveinber bei,n Eisernen Tor die serbische Grenze überstiegt, hat Proiessor Al. Zeno Dieiner in einer Zeichnnng sestgehaltcn, die nt der neuesten Kriegsnu,unter 69 der „Leipziger I l l n st r i e r t e it Zeitnitg" (Verlag I. I. Weber) doppelseitig iviedergeaeben ist dlnch ein Bild vo>t dem Erscheinen des LuftschMs über Sofia befindet sich darin, und z,var nach einer photographischen Aumahine. Eine Reihe anderer Photos zeigt die bulgarischen Arineeiübrer General Bojadjjeff, General Tosehesi tmb General Todoroff, Land- fcbaUcn ans dent Jbartal tn,d aktuelle Motive vom Vordringen misercr Truppen in Serbien. Besonderes Interesse erivecken verschiedene Zcichinmgcn ans Kragejinvatz, Sivilajuatz, Lapolvo, aus dein Rcsawatal nsw. von den, Kriegsteilnehmer A. 9ielch. dlnch sonst ist die Nimnner mit wirkungsvollen Zeichnungen besonders reich ausgestaltet. Von den, textlichen Inhalt sei besonders der dlrtikel „Der ntoderne Rechtsstaat vor itnb nach dent Kriege" von Professor Dr. Slier-Somlo hervorgehobelt, ferner der Beitrag „Krlcgerheiinstätten" vo,t Er>vtit Sleiit mtb die packende Plauderet „Urn den Hoogcr Trichter" von Lenlnnnt Hans Schoenfeld. Grsgraph!?che§ Verschiebratje!. Schlesien — Graz — Bernbnrg - Mailaitd — Jülich — Költt — Blliit — Triest — Hagett Vorstehende Rauten solleit derart tnttereinaltder geschoben tverden, daß eine Bnchstabenreihe, von oben nach unten gelesen, beit Namen einer itaiieniichen Jiiiel ergibt. dlnflösung in nächster Nummer. Auflösung des Scherzrätscls in voriger Nummer: Der Gerichtsvollzieher, die Stegelinarke. Gchrlftleituna: Alia. Goetz. - RolaliouSdrnck tmJ) Verlag der Brü bl'scheu Universitäts-Buch- und Steinduickerei, R. Lange.