Die vom Rauhen Grund. Roman von Paul Gr ab ein. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Es war am Tage, bevor die Uebersiedeluug der Ge^ schwister nach Köln srattfinden sollte, da wurde MargaReusen noch einmal ein Besuch gemeldet: Karl Steinsiesen. Sie schwankte, ob sie ihn anneymen sollte: alte Räume waren ia schon kahl und ungastlich. Aber schließlich liest sie ihn doch vor. Er wollte sich wohl verabschieden von ihr. Nun stand er vor ihr, seltsam unsicher. Setzte ein paarmal zum Sprechen an und schwieg doch !nieder. Sie selber mußte ihm sagen: „Sie konnnen. mir Lebetoohl zu sagen." „Ja, gewiß," uub schüttelte doch gleich wieder den Kopf. Da sah sie ihn an und verstand plötzlich. Aber ihre schönen dunkeln Angen blickten kalt und leer. Er gewahrte es und verfärbte sich. Es war ja der letzte Augenblick, der ihnl noch vergönnt war. Da trieb ihm die Furcht, sie Zu verlieren, die Worte ans die Lippen: „Fräulein Marga, eh' Sie von hier fortgehen, für immer — erlauben Sie mir eine Frage —" „Ersparen Sie sie sich lieber, Herr Steinsiesen. Es ist besser." r Er machte eine bittende Gebärde. „Hören Sie mich doch an! Ich weiß ja wohl - da ist vielleicht ein anderer. Aber glauben Sw nnr's: Lieber haben als ich kann er Sie nicht. Bei Gott, das kann er nicht!" Ein Aufsachen, so schneidend, dag er sie erschrocken anstarrte. Und plötzlich kam es über sie, all dik angesammelte Bitterkeit ihres zertretenen Stolzes. Eine dämonische Lust, dem, der da stehend die Hände zu ihr hob, wie zu einem Götterbilde, es laut ins Gesicht zu schreien, daß dieses Bild einen Sprung hatte - einen unheilbaren, tiefen Sprung. Mit einen: jähen Aufglühen trafen ihn ihre Augen. „Und wissen Sie auch, daß ich diesem andern nur cm Spielzeug war, das er fortwars, nachdem —" Der völlige Zusammenbruch in Steinsiefens Zügen ließ sie abbrechen. „Ich sagte es Ihnen ja! Sie hätten mich nicht fragen sollen." .Hart klang es zu ihm hin. Und dann wandte sie rhnl langsan: den Rücken. Zum Fenster trat sie hin. Nun würde er ja wohl gel-eilt sein von senrec Liebe —i der Narr. Eine Weite blieb es still. Dam, aber hörte sie ihnr sich regen, und nun stand er hinter ihr. „Marga —/' es würgte ihm in der Kehle —, „ich hasse ihn wie den Tod? Hasse ihn solange ich denken kann. Und dich — dich lieb' ich, was auch geschehen!" Sie stand unbeweglich und starrte zum Fenster hinaus. Ein verächtlicher Zug tag scharf um ihren schmalen Mund. Und doch — es war ihr, wie wenn ihr in ihrer Einsamkeit ein treuer Hund stumm seinen Kopf gegen das Knie drückte. So hörte sie ihn flehentlich bitten: „Laß das alles vergessen sein, uns nie mehr mit einem Wort daran rühren! Laß uns hinausgehen in die Welt, lo-cit fort. Nach Paris, Italien. Aegypten, oder wo sonst du willst und so lange dil willst. Ich kann das Geschäft ruhig einmal allein lassen. Und darin, nachher i wir können" in Köln wohnen, dn brauchtest ihnl nie mehr ju begegnen." Da fuhr sie herum. „Meinen Sie etwa, ich sollte mich verstecken darum?" Alt der Hochmut von einst stammte ihm wieder entgegen aus dem erregten Gesicht, das ihm nie schöner erschienen war, als in dieser wachsfarbenen Blässe. Bestürzt streckte er die Hände nach ihr aus, hingerissen von seinem Begehren — ihr verfallen auf Leben und Tod. „Um Gottes willen — wie kannst dn mich so mißverstehen? Ich dachte ja nur, es wäre dir lieber so. Aber ganz wie bu willst — alles, alles. Wenn ich dich mtü habe!" Wieder jenes verachtungsvolle Ausiverfen ihrer Mundwinkel. Dann ein Achselzucken, und sie schritt an ihm vorüber — wortlos. Da klang es zu ihr hin, wie ein kaum noch verhaltenes Aufschluchzen: „Marga — warum trittst du alt meine Liebe so unt Füßen?" Ihr Schritt verlangsamte sich und hielt nun ganz an. So sarm sie vor sich hin, ihm immer noch abgeuurndt. Nach dem Ausbruch ihrer Erbitterung war es mit einemmal ruhiger in ihr geworden. Tie alte, kühle Vernunft kehrte ihr zurück. Eine Entscheidungsstunde war das auch für sie. Der Mann da hinter ihr - ein Nichts, ein Schatten. Aber das, was er ihr bot! Aegypten — das Leben in der großen Welt draußen, umgeben voll allen! Luxus. Genießen mit vollen Zügen, glanzen, herrschen, beneidet sein! Dahmleben in einem steten vibrierenden Rausch, wie es ihr ja von jeher vor- geschivebt. ehe der fremde Ton in ihre Seele geklungen war, den sie jetzt glühend haßte und verwünschte — abertausend- mal! Und das alles wollte sie hinwerfen? Warum? Wem zuliebe? Würde sie wohl je noch einmal einen Mann finden, der ihr das alles bot und zugleich so bequem war? Bereits jeder Regung ihrer Wünsck>e blindlings zu gehorchen? Da war es entschieden. Langsam kehrte sie sich otem* siefen zu. . Ä „ t -„Wenn ich Ihnen wirklich ein solches Glück bedeute — nun gut." . Und ihre Hand hob sich ein wenig zu ihm hrn. „Marga!" — 734 Er stürzte sich aus sie, als könnte sie sich doch noch anders besinnen. Erst, als er sie in seinen Armen suhlte, jauchzte es in ihm auf, in sinnlosem, trunkenem Gluck. * Wieder einmal kam der Lenz ins Land mit lachendem Sonncngruß, der froh in alle Herzen drang, und schaute sich mir, wie's stand im Rauhen Grund. Aber da gab es' genug zu verwundern. Gleich bei seinem Eintritt'drunten im Tat, wo der Fluß sich seinen Weg durch die Berge gebrochen hatte, wühlten sie wie die Maulwürse. Statt der lichtgxünen Wiese, die dort sonst stets den Frühling zu grüßen Pflegte, gähnte setzt eine liefe, haushohe Grube, und so groß, als wollten sie das ganze Torf darin begraben mitsamt der Kirche. Und in dieser Riesengrube, wie droben in den benach- barten Bergen, an den Steinbrüchen, ein Rasseln, Krachen, Schlittern, Gellen Tag und Rächt. Ein Ameisengewimmet von Menschen, die sich mühten im Schweiße ihres Angesichts, Lasten zu heben und weiterzuschleppen. Hunderte, viele Hunderte. Hell schwangen ihre Schreie, ihre Verständignngs- signale über den: ständigen dunkeln Brausen ihrer Giganten- arbeit. In seltsamem Sprachengewirr. Ein dämmerndes Erinnern kam da dem Lenz. Aus uralter Zeit der Erde: War das nicht ganz so ivie damals im fernen Morgenlarrde, zu Babel, als menschlicher Jürwitz und Hochmut auch so den Himmel hatte stürmen wollen? Aber noch viel Verwunderlicheres gab es zn sehen. Rahe davon, aber unterhalb der Sperrmauer, wo schon die riesige Krastzentrale anfgemaucrt ivnrde, draußen in der Ebene, wuchs es ans der Erde. Mitten auf freiem Felde, aus braunem Ackerboden: Hochragende Bauten. Wie drinnen in den Städten der Menschen, mit ihrem wimmelnden Treiben, die riesigen Kaufhäuser, Karawansereien und all die Stätten ihrer rauschenden Lust. Und war doch weit und breit iwch keines Menschen Dach, hier zu sehen. Die Stätte war cs, wo des Reuschi-Mannes Gründergeist sein Wesen trieb. .hell lachend schüttelte der Lenz sein Sonnenhaupt und g weiter hinaus im Grund, zum Unterdorf. Hier bewill- mmnete ihn frommer Glockenklang. Das war ivie ehedem, lvenn er in feierlichem Frieden ins Land kam. Aber ans dem Gotteshanse scholl^eine leidenschaftlich zürnende Stimme, als erginge dort ein Strafgericht über die sündige Menschheit. Da blinzelte der Lenz, verstohlen durchs hohe Chorsenster, daß ein verirrter Goldstrnhl schräg durch die ernste Dämmerung drinnen brach und das greise Antlitz auf der Kanzel mit einein überirdischen Leuchten nmwob. Uno gewaltiger noch dröhnte die prophetische Stimme: „Gott aber wird es nicht zulassen, daß solches hier geschieht, daß über fein heiliges Haus die Wasser gehen. Wenn die Merrschen ihn verraten, so wird er selber die Stätte schirmen, wo das Kreuz erhöhet steht, lind müßte er ein Wunder tun, mit seiner strafenden Allmacht die aberwitzigen Frevler zerschmettern, die sich vermessen, den Flüssen ihren gottgewollten Lauf zu verrücken, und die Berge zu versetzen, die seine erhabene Weisheit aufgebaut hat, hoch da droben!" So ganz hatte sich der zornentflammte Gottesmanw hineingeflüchtet in diesen letzten Trost seines erschütterten Glaubens, daß seine dröhnenden, prophetischen Worte einen starken Widerhall fanden iit gar manchem Herzen. Namentlich bei den Frommen im Larrd, bei den „Finen", die sich mit iPosannenschall, mit Beten und Hauspredigt die Gnade ihres Gottes zn erringen wähnten. Für sie ward es allmählich zn einem Evangelium, daß jenes große Wunder geschehen werde. Eines Tages würde der Herr in seinem Zorn der Erde befehlen, sich aufzutnn, und sie alle zu verschlingen, die da dmmten an dem gott-. losen Werk arbeiteten. Oder der Berg würde sich erheben, Über ihnen und sie zermalmen, zu eitel Staub- und Asche. Und sie bereiteten sich an ihrem Teil mit vermehrter Andacht und gottgefälligem Werk auf dieses furchtbare Strafgericht vor, daß es gnädig an ihren Hütten vorüberginge. Aber manchem von ihnen loard das heilige Leben zum Unheil in seinen irdischen Umständen. So auch bei Schreiner Holtmann, der sein Hänschen drunten im Unterdorf hatte, gerade neben Bergverwalter Manskopf, wo jetzt die Reusth-Mutter ihre Tage hinbrachte. Der Holtmann-Philipp karn vor lauter Beten und Predigen nicht mehr zum Arbeiten. Deri ganzen Tag scholl ans seinem Lause in die Nachbarschaft das Psalmensingen und Gebets- murmeln: dunkel und einförmig, wie ein taktmäßig rauschender Brunnen. Und so schön wußte er zu predigen, daß in seiner Stube die Frommen sich drängten von früh bis spät. Gar stolz ivard des Holtmann-Philipps Frau ob dieses Ruhms ihres Ehemannes. Schier mehr Zulauf hatte er ja als der Pfarrer in der Kirche! Und sie ließ es sich, nicht nehmen, die Andächtigen nach der Erbauung mit Kaffee zu bewirten und Kuchen, und sonstigerr guten Dingen. Der irdische Leib wollt' ja auch sein Teil. So ivard das Ansehen des frommen Schreiners bei den „Finen" denn größer von Tag zn Tag. Aber bei den andern im Dorf lief ein Raunen um: „Mit dem Holtmann-Philipp geht's bergab. Der wirtschaftet hintennaüs." Da sperrten die Krämer bald die Mren! zn vor dem Heiligen und seinen Frauensleuten, und der Zulauf der Andächtigen in seinem Hause verlief sich daraufhin merklich. Doch der Philipp wollte darum nicht verzagen, oblvohl seine Frau jetzt gar nicht mehr so stolz auf ihn war, sondern weinend im Haus umherhockte. Manchmal auch scheltend, mit scharfer Zunge: Was denn das ganze heilige Gehabe solle? Auf den Hund kommen täten sie nur dabei. Sonst nichts ! Aber der Philipp steckte seine Prophetenmiene auf, strich sich würdig den langwatlenden Apostelbart und sprach mit frommem Augenausschlag: „Weib, was sprichst du in deinem Unverstand? Ter .Herr vergeb' dir die Sünde. Aber ich^ will mich nicht gleichen Wankelmuts schuldig machen. Steht es denn nicht geschrieben: Sehet die Lilien auf dem Felde an, sie säen nicht und ernten nicht, und unser himmlischer Vater ernährt sie doch? — Wahrlich, Weib, ich sage dir: Der Herr wird sich erbarmen auch über seinen frommen und getreuen KUecht!^ Mso sprach's der Holtmann-Philipp salbungsvoll, und seit der Stunde hing ein leerer Sack vor der Tür seines Hauses. Aber das erhoffte Wunder geschah nicht. Kein Rabe kam und speiste den Propheten. Dafür blieb aber der Spott der Nachbarn nicht aus, die den Narren und Betbruder offen verlachten. Das ätzende Gerede drang auch zu den Ohren dev Reusch-Mutter, und es tat ihr leid um den Holtmann- Philipp, der früher ein arbeitsamer, wohlgelittener Mann gewesen war, ehe er den „Finen" in die Hände siel. Da tastete sie sich eines Morgens in aller Frühe hinübev ins Nachbarhaus. Trübselig saß dort der Prophet inmitten der Seinen mit hungrigem Magen. Doch rasch begann er seine Gebete zu murmeln, als die Nachbarin erschien. „Laßt's genug sein damit, .Holtmann-Philipp," entschieden sagte es die Rensch-Mutter, und ein klarer Ernst stand in ihrem greisen Antlitz. „Davon habt Ihr getan mehr als gut. Arm habt Ihr Euch gebetet. Nun, Ihr sprecht so gern, Ihr kennt die Schrift. Aber Ihr habt Wahl ganz das kleine Wörtlein vergessen, das dort auch geschrieben steht: Betet und — arbeitet?" Verlegen kehrte der große Prediger sein Llpostelgesicht zur Erde nieder vor ben lichtlosen Augen, Me ihn doch so eindringlich anschanten. Tie Reusch-Mutter aber sprach weiter: „Nun, Holtmann-Philipp. Wir fehlen alle. Der eine hier, der andere dort. Das Beten hat Euch arm gemacht, versucht's nun einmal mit dem Arbeiten. Dann wird schon wieder was kommen in den Sack Mi draußen!" Seit der Stunde verschwand der Sack voii Holtmanns Tür, und langsam ward's wieder anders bei ihm/Und wenn des Schreiners fröhliches Pfeifen zum Hobelkreischen vom Nachbarhaus scholl zu Mittler Renschs Plätzchen auf der Hausbank hin, dann nickte sie ihm hinüber. „Das ist besser, als Gebete plärren, Holtmann-Philipp, und unserm Herrgott droben eine liebere. Musik!" ^ (Fortsetzung folgt.) ^ "v Johannes Trojan. Eine Grabrede von Fritz Droap (Danzig). Es ist nicht leicht, nd dar»..»» ist der Geschmack des de».tschen Kindes »venig geändert »vorden, »veil es iiicht »vle in» Ausla»»d durch die grohgewerbliche und gervinnhungrige Fabriktechnik beeuiflusrt »vi.rde. * „Trauet »v e i ß e Kleider!" Die argen Nöte, in die die Londoner durch die wegen der Zeppelin-Angriffe verordnen eingeschränkte Straßenbeleuchtung versetzt werden, die schon »nehr einer Strahenversinslerimg gleichtonnnl, nehmen kein Ende. Trotz aller »nehr oder weniger phamasiereiche»» Vorschläge uub Schutz- ,nabregeln n»ebren die abendlichen Strabenrmfälle sich in bedroh lieber We.se. Nun hat neuerdings ein infolge eines derartigen ttn- salles gegen einen Motoromnibns Fahrer angeürengler Prozeß den Anstob zum Versuch eines neuen Hilfs.niitelS gegeben. Der Fahrer, der eine Frau übeckahren hatte, erklärte, dab es ihm »vohl »nöglich gewesen ,väre. rechtzeitig ai.sz.nveichen, wenn die Frau imrd> weiße Kleider kenntlich gewesen wäre. Und er riet, dab jeder Fußgänger des Abends z»m»indest ein »veißes TasehetNirch oder ein unbedructtes Blatt Papier in der Hand sch.venken sollte. Der Ge»ichlshof erkannte diese Verteidigung an »l»»d sprach de.» Fahrer srei. In» An- schlub an diesen Prozeß fordert mm die ^D a i l y M a i l" ihre Leser auf, sich in der allnächilich in Grobbritann.ens Hauptstadt herrsche.iden ägyptischen Finsternis durch inoglichst »veibe Kle»d»»ng kenritlich zu machen. Arif den elektrisch beleiichtcleu Schutz,nann »ollen nun also un ivlnterlichen Straßenbild Loirdons die Da.nen Sonnnerkleidern und die Herr-e»» in Tennisanzügen folgen. Büchertisch. — Die Geschichte des V ö l k e r k r i e g e s. (Heraus- gegeben und verlegt von Hern». Schaffstein, Kol.» a. Rh.) Es ist natürlich nicht daran zu densen, daß schon heule eine eimvandsreie und alle Phasen des Geschehens erhellende Geschichte des Weltkrieges geschrieben »verden koiinte, aber den ungeheuren Stoff gesichtet. nm aller Frische lebe»»diger Eindrücke, namentlich einen» reichen, fesselnden Bildmaterial, gesammelt in einen» großen Buche vor sich liegen z»l haben, ist dem Zeilgenossen dennoch ein Bedürfnis. Der vorliegende, stattliche »,nd gut a.isgestatlete 1. Bm.d des Schaffstein'scheu Werkes schildert die Geschehnisse bis znn» 19. Oktober 1914. Er »st in 44 volkstümliche Kapitel gegliedert und streut in die Erzählung der rnitttärischen und politischen Hergänge manche willkonnnene Belehrungen allge.neiner Art, so a B. eine Beschreibung des heutigen russischen Reiches. Auch die wesent- lichen diplomatischen Aktenstücke solvie die denkwürdkgeri Parla- »nentstagiingen sind nicht vergeffen. Reben den anschanticheil Darstellungen der kriegerischen Vorgänge draußen sind besonders a»lch die Kapitel über die Mobilmachung »mseres Verkehrs-, Gewerbs- und Finanzivesens von groben» Interesse, und ii» den nächsten Bänden »v»rd zweifellos a»tch unfeveu Ernähr»lngssragen besonderes Ailgeninerk nno Studiiun gewidlnct fem. Der vorliegeiide Band ist mit einer guten Karte des westlichen Kriegsschauplatzes versehen, worin die Kriegsereigliisie eingezeichl»et sind. — B ü h,» e »l n d W e t t. Die von Wilhelm Kiefer heraus - gegebe.re „B ü h »» e u r» b W e l t", Mol»atsfchrift für das deutsche Kniist- »Nid Geistesleben, brsilgt in ihren» Noveuiberhest folgende zeitgeiiiäbe Abliandlnngei» : Heinrich Vicrordt (Heinrich Lilieistem) — Gerinnnisch^dichterifche MoiiNliientalkilnst (Paul Schulze- Berghosi — Eniil Gott (Hermann Burte) — Goethe »ind das Herrsche (Eberhard Kö>»ig) — „Friedrich Hebbet »u»d se ne Draiuen" — (Albert Malte Wagner) — Was ist »ins Richard Wagner in dieser Zeit? (Univ.-Prof. Dr. H. Dinger) — Vlax Schillings »Mona Lisa" (Otto Schabbel) - Dank (Friedrich Lien- hard) — Preis des Heltes 60 Pig., Halbjahresbepig 3 50 Mk. — Probehefte versendet kostenfrei der Verlag voll „Bühne rn»d Welt" G. nr. b. H-, Hambiirg 36. — Ludwig R i ch t e r - A b r e i ß k a l e n d e r 1916. Preis Mk. 1,5 ». - Verlag von Georg Wigand, Leipzig. - Zunr zweU^,- Male eischeint dieser bilderreiche Kalender, der Liidivig Richters fäntidx? Kunst »n weite Volkskreise tragen will. ES n>ar ein glücklicher Gedanke, diesen idealen und durch und durch deutschen Meister aitf diese Weise der breiten Allgemeinheit wiederum nahe z». bringe»», und dab dieser Gedanke gefruchtet hat, bewies der im- geivöhnliche Erfolg der cvfien Vtusgabe. Die zweite ist noch ein- heiilicher als jene, und die Wahl der Bilder scheint »ms e.ne besonders glückliche zu sein, uub ebenso die beigegebenen, auS beiu Besten deutschen Schrifttums gewühlten dichterlscheil Beigaben. Der ganze Za.rber deS deutschen Fan.ilienlebens, des deutschen Waldes, des deutschen Frühlings spricht aus diesen Blättern, die iüema»»v> ol)ne stilles Behagen uub oft genug mit Entzücken betrachten wird. Gießener Hansfrauen-Bereitt. Wir werden in den nächsten Wochen jedem Küchenzettel einige Anweisilngen zu einfachem, gutem Gebäck beifügen. Sonntag: Suppe non Knoche»». Wirsing mit Kartoffel»», Kalbsbraten und Krautsalat. Montag: Suppe von übrig gebliebener Bratentunke, Reis mit Aepseln *). . ' Dienstag: Grauveusuppe *), Spümrpnd' iug mit Kartostz'l»». Äk itt »oo ch: Gefülltes Weitzkrant *). Donnerstag: Tomatensuppe, Butterkohl mit Kartoffel»» und Frankfurter Würstchen. Freitag: Suppe Don Blumenkohl brühe, Fisch Pudding Samstag: Gebackene Kartoffelspeise mit Apfelkompott. Kochanweisungen (für 8-10 Personen). Reis; mit Aepfeln: 1 Psimd Reis wird mit Wasser (nicht Milch» meid) gekocht, ein Suppenteller voll geschälter Aepsel. Salz und Zucker nach Geschmack hinzu. In einer Form 1 Stuiche backen. Verfeinern kann man die Speise durch Zugabe von Korinthen und Vanillin. S pi n a t p ud d iu g: 3 Pfund Spinat, Satzwasser. Gramm Butter, 1 Zwiebel. 4 Brötchen, 2 Eier, Mondamin. Ter in Salz Wasser weichgekochte Spinal tvird fein gehackt und mit der Neingeschnittenen Zwiebel und der Butter durchgedämpst. JSatiu gibt man die eingeweichten Brötchen, Geiostrz, Eier, de.» Spiliat und etwas Mondamin hinzu. Ja» einer gut vorbereiteten Form 1 bis 2 Stunden kochen. Gefülltes W e i st kr a u t Von einein großen, Kopf Weißkraut nimmt man die großen Blätter und belegt damit einen g».t mit Fett ausgestrichenen Topf. Einige Blätter behält mau als Decke zurück und den Rost hackt man sein, gibt ' i Pfund gehacktes Rindfleisch, 3—4 eingeweickte Brötchen. Satz, »venig Pfeffer. Muskat und etwas Ingwer hinzu, füllt die Masse in den mit Blättern ausgelegten Topf, bedeckt sie mit den zurückgelassenerc Blättern und ein »venig Butter nebst Salz uub Pfeffer, giesst noch ettvas Wasser an und stellt den Topf in den Bratosin. 1 bis Isis Stunde zugedeckt kochen. Fisch Pudding: 2 Pfund Fisch, 2 Pfund gekochte, in Scheiben geschnittene Kartoffeln, 1 Pfund Blumenkohl. 40 Gram»i» Butter, 40 Gramm Mehl, Y< Liter Milch, »A Lider Bouillon (von Würfel gemacht^ Salz und Pfeffer. 1 Eßlöffel voll geriebenen Käse, Nachdem Fisch und Blumenkohl abgelocht sind, legt man den entgräteten Fisch aind die übrigen BestandteÜe lagenweise in eine Form, gibt eine Mehlsckiwitze darüber, bestreut die Speise mit Kpfe »mb läßt sie 20 —30 Minuten backen. Apfel st riezrl- 125 Gramm Bickter, 2OO Gramn» Mehl, 50 Gramm Zucker und 1 Ei werden auf einem Brett gut geknetet. Ter Teig »vird in länglicher Form mesjerdick ausgerollt und mit klein geschnittenen Aepfeln, ffdosinen, Zucker. Zurrt bestreut. Mau schlagt die Längsseiten der Striezet übereinander rurd biegt sie an den Enden ebenso fest tzu. Bestreicht die Strüezel mit Ei und backt sie bei mäßiger Hitze V» — v i Stunden. Honigplätzchen, i Pfund Kunsthonig kocht man mit i, i Schoppen Milch. Wenn die Masse erkaltet ist, fügt man hinzu : 2 Teelöffel voll Zimt, ebensoviel Nelken, siir 5 Pfg. dlmmonium, für ly- Pfg. Potasche, für 10 Pfg. gemahlenen Anissamen. 2 Eier, i/v Pffind Zucker, y 4 Pfund gemahlene Ma»rdel»r und »mgefähr 2 V- Pfund Mehl. Ten Teig ausrollen, aus steck) en, mit Ei be^ streichen »ind gleich backe»». *) Siehe Kocharuveisung. _ Rätsel. Mit k bin ich der Erde Schoß entnommen. Mit g werd' ich im Schlachwiehlws gewo»»r»en. (Auflösung iu nächster dtummerst Auflösung des Magische,» Quadrats in voriger Nun»»ner: K D | D | A D | A ) V | S D U B | 8 A | S 8 E Schristleitung: A»,a. Goetz. - Rotatio»»Sdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäls-Buch- und Steiridriickerei. R. Longe, Gießen