Donnerstag, den 25. November i m li i W fr Die vom Rauhen Grund. Roman von Paul Grabein. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Wieder einmal hatte der Streit die Gemüter entbrannt im Lande. Ein letztes M-al noch, aber mit verzweifelter Kraft. Galt es diesmal doch auch einen Kampf, wie ihn der Rauhe Grund selbst in den schlimmsten Kriegsnöten ferner Vergangenheit nicht erlebt hatte. Das ganze Dors Nödrg und zahlreiche Einzelsiedlungen sollten einfach vom Grd- boden vertilgt werden, um der Talsperre willen. Ein einziger Schrei der Entrüstung brandete auf, viel- tausendstimmig, als die unerhörte Kunde zum erstenmal durchs Land flog. Und wie in alten Zeiten war's, wo der Feind über die Berge einbrach und die Sturmglocken heulten. Zum Ratsplatz kamen die Männer gelaufen in Hellen Haufen, sich zur Abwehr einmütig zusammenzuscharen. Und wie damals, auch diesmal wieder an ihrer Spitze der vom Adligen Hause und der Mann im Priesterrock — sw beide die Führer ihrer Stammesgenossen von altersher. Ging's auch diesmal nicht mehr mit Spieß und Schwert, nicht minder hell lohte die Kampswut in all den Protestversammlungen, Eingaben und Audienzen bei der Regierung. Die vom Rauhen Grund kämpften um ihr Heiligstes — die Scholle ihrer Väter. Aber wie sie auch rangen, sie vermochten sich den gebieterischen Anforderungen einer neuen Zeit auf die Dauer nicht entgegenzustemmen. Die brauste über sie hinweg, wie es in wenigen Jahren die Fluten tun würden über ihrer Väter Häuser. Zorn und Gram in sich hinein-- fressend, konnten es sich eines Tages die vom Rauhen Grund nicht länger verhehlen: Es war vorbei — der Kampf verloren. , _ . Da lagerte sich nach dem Toben des Streits lastendes Schweigen über das Land. Zähneknirschendes oder stumpfes Ergeben in das Unabweisliche. Nur düsterglühende Blicke folgten den fremden Männern, die nun durch die Feldflur zogen mit Meßstangen und Karten. Mit einem Judaslohn sollte ihnen die verratene Scholle abgekauft werden. Ungezählte, heißgrimmige Verwünschungen flogen in diesen Tagen hinauf nach Christiansglück zu dem erneu, der schuld war an allem. Hatte es nicht angefangen mrt demselben Tage, wo der Bertsch-Gerhard hier wieder ins Land gekommen war? Nur einige wenige hatten sich abseits gehalten von dem verzweifelten Widerstand und dafür im Stillen ihr Wesen getrieben. Zu denen gehörte der Mannes Reusch. So viel er sich bei Lebzeiten seines Vaters über diesen erhoben hatte, so sehr zeigte es sich, wie er doch sein Sohn war; wenigstens, was das kühne und unruhevolle Wagen anging. Wenige Wochen schon, nachdem der Reusch-Hannes in die Erde gebettet war, kam der „Hirsch" in fremde Hände. Um ein schwer Stück Geld. Nur bis zu Neujahr noch waren den Reuschs die Privaträume Vorbehalten, dann mußten auch sie aus dem alten Hause ziehen, das an hundertfünfzig Jahre im Besitz der Familie gewesen war. Mit seinem Erbteil, das so in die Hunderttausende ging, fing der Mannes Reusch ein verwegenes Spekulieren an. Er kaufte ein Grundstück nach dem andern, droben im Oberdorf, wie unterhalb der Sperrmauer. Hatte man erst die Talfper^, die ungeheure Kraftauelle, so würde auch die Industrie nicht lange mehr ausbleiben. Da konnte, wer sich beizeiten Mit Bauterrains eindeckte, Millionen verdienen. Freilich, es war ein Zukunstsgeschäst, aber bombensicher. , Und so kaufte und kaufte der Reusch-Mannes. Sem eigen Erbe legte er so fest und das seiner Schwester, der er goldene Berge versprach, schon in fünf, sechs Jahren. Aber selbst daran hatte er noch nicht genug. Noch andere. Fremde, wußte er anzustecken mit seinem Spekulationsfieber. Er wußte es ihnen ja so schön klar zu machen, wie man im Handumdrehen ein schwerreicher Mann werden konnte. Tausende von fremden Arbeitern und Werkbeamten würden hier ins Land kommen, war es erst einmal so weit. Mit ihren Familien tausende! Die Orte würden zu Städten werden über Nacht. Genau so wie drüben in Amerika. Da mußte man Vorsorgen, gründen, bauen — ein Warenhaus, Läden, ein Hotel, Wohnhäuser, aber auch Stätten des Vergnügens — ein Kino- theater. Modern würde hier oben alles werden — nur zugepackt, schnell und entschlossen! Ehe die Unternehmer von auswärts kamen mit seiner Spürnase. Im Lande mußte das Geld bleiben. . , „ Das schlug ein, und das Kapital, das der Reusch- Mannes den Leuten unlängst gezahlt für ihren alten Besitz, den sie ihm verkauft, wanderte wieder zu ihm zuruck. Em« große Baugenossenschaft wurde damit begründet, und der Mannes ihr Direktor. Schnell sprach sich's im ganzen Rauhen Grund herum, und es ging wie mit den Motten am Licht. Sobald nur die erste hineingetaumelt war, kam bald eine nach der andern. Selbst ruhige, besonnene Leute wurden angesteckt von dem Goldfieber. Wer wollte auch nicht mühelos reich werden? So trug selbst manch schlichter Bergmann seine sauer in der Grube verdienten Groschen dem Mannes hin, als Anteil an der neuen Baugenossenschaft, deren prunkendes Firmenschild bald an einem der neuen Häuser droben im Rödig prangte. Nur einer war im ganzen Rauhen Grund, der warnte. Laut und vernehmlich, selbst von der Kanzel herab. Vor dem Gründungsschwindel, mit dem es ein Ende voller Schrecken nehmen würde. Aber wenn ein Zaghafter dem Reusch- Mannes damit kam, dann lehnte sich der in seinem eleganten Privatkontor nur überlegen in den Klubsessel zurück, hob nachlässig die wohlgepflegte Hand mit dem funkelnden schweren Brillantring und lächelte mitleidig den Besorgten an: „Der gute Burgmann wird allmählich doch zu alt. Werl er selber nicht mehr mit kann, zetert er über jeden andern. Mer wenn Sie Bedenken haben, mein Lieber — in Gottes Namen! Bleiben Sie davon. Wir brauchen Ihr Geld ja nicht. 730 Es drängen sich genug andere an uns heran, die klug sind und einen guten Profit mitzunehmen verstehen." Da schämten sie sich ihres Mißtrauens und ihrer man gelnden Einsicht und gaben eilends her, was sie hatten. So ging es glänzend mit den Geschäften des Mannes. Ein jeder sah es, schon in seinenr ganzen Auftreten. Er schasste sich ein Auto an, gegen das der Wagen seines Freundes Steinsiefen ein alter Kasten war, und wenn der Herr Direktor mit seinem eleganten Chauffeur geschäftig durchs Land jagte, staunte ihm jeder nach: Ja, der Reusch-Mannes! Der verstand's noch besser als der Alte. Es ratterte und gellte jetzt überhaupt tagtäglich im Rauhen Grund von den geschwinden eisernen Nennern, den sausenden Kurieren der neuen Zeit. All die Bauunternehmer, Ingenieure, Industrielle, Bankleute und behördlichen Kommissionen, die der Talsperrenbau herauflockte. Die schweigende Stille, einst unumschränkt die Herrin des grünen Waldtals, hatte sich hinaufslüchten müssen in die entlegensten Bergwinkel. Und selbst hier schreckte sie der Lärm von den Steinbrüchen oft genug auf. Im finstern Groll saß drunten der Herr im Adligen .Hause. Jhin war das grüne Revier verleidet, seitdem das Rumoren darin angefangen. Selten nur noch sah man ihn dort. Das Wild war scheu geworden und flüchtig. Zu viel fremdes Gesindel machte jetzt den Wald unsicher. Aber noch viel mehr hatte ihn der andere Stoß erschüttert: Weichen sollte er dein Amerikaner — nun selbst vom .Hof seiner Väter! An dem Tage, wo von der Regierung der Bescheid gekommen war, daß das Talsperrenprojekt endgültig genehmigt, hatte sich Henner von Grund eingeschlossen in seinem Zimmer. Voller Sorge hatte Eke oftmals nach der verriegelten Tür geblickt. Am Abend war er zwar endlich wieder herausgekommen und in der Halle erschienen. Aber mühsam nur hatte er sich die Stufen zum Altan hinaufgeschleppt. Schwer sank er in seinen Sessel. Ein gebrochener, alter Mann war er, der dann zu den beiden Verlobten sprach: „Es hat nun sein Ende hier, Kinder. Wir werden uns nach einem andern Dach umsehen müssen. Oben beim Dorf, an unserm Wald. Geht hinauf, morgen, seht's euch an, und dann laßt den Baumeister kommen. Macht's, wie ihr's haben wollt. Mir ist's gleich, denn ich sühl's: ich brauche dies neue Haus nicht mehr." „Onkel — !" Eke wollte seine Hand ergreifen, aber er schüttelte müde das Haupt: „Es ist schon so — und nun laßt mich allein." Stumm waren sie da gegangen nach seinem Wunsch. Aber tu dieser Stunde war es seltsam über Eke gekommen. So manchmal hatte sie das dumpfe Gemäuer dieses Hauses geangsttgt und gequält wie ein Kerker. Nun aber streifte sie mtt der Hand über das altersbraune Getäfel der Wand, als gälte es Abschied zu nehmen von erneut Stück ihres Lebens. An diesem selben Tage traf die Kunde von der Bau- genehnngung auch bei Gerhard Bertsch ein. Droben in dem neuerbauten Direktorenhaus neben den Werkanlagen. Es war vor kurzem fertiggestellt worden, und seit einigen Tagen wohnte er drinnen. Langsam erbrach er das Schreiben mit dem Amtssiegel und las. Dann legte er es wieder auf den Schreibtisch. Ohne me leiseste Bewegung. Es war eben gekommen, wie es mußte Und dann begann er auf und ab zu schreiten. Erst im Zim- mer, dann Wetter durch das ganze weite Haus. Reich war alles darin etttgerichtet, aber ohne Liebe. Er hatte irgendeiner großen o-trttm Auftrag gegeben. Die hatte ihm zum bestimm- ten ^age und vereinbarten Preise alles ordnungsmäßig ge- Sache ® lU loeitercg Juteresse hatte er ja auch nicht an der . Was er von dem ganzen Hause wirklich brauchte, waren ein schlaf und Eßraum. Sonst ttichts. Denn war er nicht 'ur Bureau bet seiner Arbeit, so sah ihn draußen der Wald. Am dämmernden Morgen wie am sinkenden Abend. Er hatte dte erledigte Jagd votn alten Reusch gepachtet, nach dessen Tode. Irgend etwas mutzte doch schließlich ein Men'ch haben der einsam war wie er. ' ' Freilich, er hatte es sich einmal anders gedacht, hier mit dem Hanse Auch jetzt mußte er es denken, wie ör so laut hallenden Schritts durch die stillen Zimmer schritt. Es ^uohl doch uoch nicht alles so erstorben in ihnt, wie er bisweilen wähnte Aber es sollte! Hart trat sein Fuß auf, entschlossen ging er zur Diele, wo Jagdjoppe liub mutter bereit hingen. Da oben ail der Grenzwiese stand ein alter Bock, auf den er schon oft vergeblich gepaßt hatte. Vielleicht glückte es heute. * Weihnachten stand vor der Tür. Aber int Hirschen dachte diesinal keiner daran. Unruhvolles Hasten, Rücken und Hämmern scholl durchs Haus. Die Reuschs schickten sich zum Auszug an. Hermann Reusch wollte eine Stadtwohnutig itehtnen, in Köln, zusammen mit der Schwester. Wie sie sich es immer vorgenommen hatten. Die Geschäfte hier erforderten ja auch nicht seine ständige Anwesenheit am Ort. Marga Reusch sah diesem Wechsel der Dinge mit der stumpfen Gleichgültigkeit entgegen, mit der sie jetzt alles hinnahm. Wie hatte sie sich einst gefreut auf die Stunde, wo sie Rödig den Rücken kehren würde, und nun? Ihr tödlich verletzter Stolz hatte sich noch immer nicht erholt von seiner Wunde. Gewiß, es war gut, daß sie fortkam von hier, dahin, wo sie nichts mehr erinnerte an die Vergangenheit. Aber es lockte sie nichts mehr da draußen. Die Schwungkraft war ihr gebrochen. Auch die Großmutter hatte sie mit nach Köln nehmen wollen. Doch die hatte ihr graues Haupt geschüttelt. „Mich laßt hier. Ich taug' nicht mehr in die große Stadt. Die paar Jahre, die ich noch zu leben Hab', werd' ich auch hier noch aushalten können." „Aber Großinutter, du kannst doch nicht so allein und hilflos hierbleiben." „ Ü*. schon alles besprochen, ich gehe zu meinem Bruder. L>ie sprach vom alten Manskopf, dem Bergverwalter von Christiansglück. „Der wollt' sich längst pensionieren lassen. Er findet sich nicht zurecht in dem modernen Betrieb. Da ist ja auch der Hannschrnidt, der'Obersteiger, der wird seine Sach' scholl machen. Also, habt keine Sorge um mich, ich bin untergebracht." So sprach die Reusch-Mutter, still entschlossen. Doch dann hob sie noch einmal den Kopf, wie lauschend, zum Fenster hin. Ein helles Zwitschern klang von dort her. „^ltr eines ist mir leid. Meine Vöglein da draußen. Wer wird nun für sie sorgen in Schnee und Wintersnot?" (Fortsetzung folgt.) uas eiserne sunseri. Humoristische Plauderei von Rudolf H ir schbe r g-Jurck.! , Für den wackeren Josef Dupfinger ist das neue eiserne Fünfer! em Unglück Freilich hat er selbst das „eiserne" Fünferl schon langst emgeführt, und ztvar mit gewinnbringendem Erfolg. Aber eben deshalb — —! Ich beobachte «seinen Geschäftsbetrieb schon seit Jahren, da er Straßenbahn schaffner ans der Linie ist. die ich täglich mehrmals benutze. Bisher i)t cs ihm immer sehr gut gegangen, und ich glaube mckt, daß irgendeiner seiner Kollegen auf dieser oder einer anderen Lime dem von ihm erreichten Rekord in der Erzielung von Trink- geld-Fünferln auch nur einigermaßen nahegekommen ist. Josef Tupsinger war nämlich im glücklichen Besitz eines abgegriffenen verbeulten, zu greulicher Mißgestalt etttarteten Fün- wrks^ Glücksmünze bildete den eisern-en Bestand seines Wechselgeldes und so oft er einem Fahrgast bei der Bezahlung des Fahrscheines heranszugeben hatte, legte er das häßliche Fünferl! stets obenauf, und das garstige Geldstück erregte dann in dem! Einwanger immer einen solchen Abscheu, daß ihm die Lust verging, wirklich Empfänger zu werden. Mit einer königlichen Gebärde der Großmut schob er dann den verbeulten Nickel dem Schaffner zurück und dieser hatte an manchen Tagen über zwanzigmal mit dem Zeigefinger den Mützenrand zu berühren, um über das cmvfan-, gene Trmtzeld dankend zu quittieren. „ mit einem Schlage anders geworden. Die guten alten Funserl verfallen zwar nicht der amtlichen Beschlagnahme, wie die Nickeltopfe und Kupserkannen, aber es geht doch das ."orucht, daß fte unter der Hand emgezogen werden, und Vater- landilch gesinnte Männer tragen daher nicht nur ihr Gold, sondern auch ihre Nickelsunferl in die öffentlichen Kassen. ^s-»or/tts?or mehreren Tagen als die ersten neuen, wirklich aus n r%! If J e c rI ^ m ..Verkehr auftauch-ten, ist das gute, alte Glucks-Funjerl Josef Tupstngers von seinem Schicksal ereilt worden. ^er kleine, dicke verr, dem cs Dumpfm-er beim Wechseln herausgab, dachte einfach mcht daran, das verbotene Ding vor-- nehm znruckzugeben, sondern er hielt es für seine Pflicht, cs zur Beichleunigung unseres endgültigen Sieges seiner kriegerischen! Bestimmung zuzuführen. ^Aem Tage hat Josef Dupfinger nicht ein einziges ?!?litgeld-Funferl erhalten, üre kleine Anzahl neuer, eiserner Funspsentnger, die ihm voli der Tirektionskasse als Wechselgeld -ur Verfügung gestellt war, blieb sogleich auf Nimmerwiedersehen rn den Händen der Empfänger zurück, die sich mit einer Art! Sammler-Vergnügen an der neuen Münze ergötzten und nicht daran dachten, sie etwa als Trinkgeld wieder von sich zu geberk.. Ter plötzliche Ausfall seiner gewohnten Nebeneinnahme veranlaßt den unglücklichen Josef Tupfinger zu schmerzlichem Nachdenken, und als er am nächsten Tage wieder einigt der neuert eisernen Münzen ausgehändigt erhielt, machte er sich sofort ans Werk, sich eine davon als „eisernen" Fünfpfenniger umzuarbeiten/, Sowie er vom Dienst nach Hause gekommen war, legte er eines der eisernen Fünferl auf die Kante der Herdplatte und bearbeitete es mit dem Hammer. Aber mochte es nun an der Sprödigkeit des Müuzmetalls oder an der zu leidenschaftlichen Wucht seines Hammerschlages liegen^ das Fünferl sprang mitten auseinander, und ein zweiter Versuch hatte das gleiche unglückliche Ergebnis. Er versuchte es mit aller Vorsicht ein drittes Mal, aber die Sache schlug genau so fehl, wie die beiden ersten Male. Tas ergab also statt eines Gewinnes eine Einbuße von drei Fünferln. Josef Tupfinger dachte daran, wie er als ganz kleiner Bub', da es noch die kupfernen Dreier und Fünfer gegeben hatte, die sich in ihrer Abgegriffen heit oft nur durch den größeren oder kleineren Durchmesser der kupfernen Scheiben unterschieden, wie er damals mit verbrecherischer Genialität bisweilen ganz einfach einen Dreier in einen Fünfer verwandelt hatte,. Er legte den Dreier vor dem Herannahen eines Schnellzuges ans die Eisenbahnschiene, und fand ihn dann zu wertvollerer Breite airsgewalzt, so daß sich eine größere Menge Schokolade dafür einhändeln ließ. Aber eine Wiederholung jenes kindlichen Verfahrens schien ihm doch für einctt öffentlichen Beamten nicht würdig genug, und vor allem im Hinblick auf den zu erreichenden Zweck nicht erfolgversprechend. So griff er denn zu Schleifstein und Sandpapier, und erzielte tatsächlich eine so rasche Alterung des neuen Münzstückes, wie sie normalerweise erst nach jahrelangem Umlauf erfolgt sein würde. Auf der einen Seite war der feldgraue Teint des Fünferls und auch ein Teil der Prägung ziemlich verschwunden, und auch die andere Seite zeigte eine geradezu kriegsmäßige dlbnutzunF., Hofsnungsfrcudig ging Dumpfinger am nächsten Morgen an sein Tagewerk. Erwartungsvolll gab er bei der ersten Gelegenheit das mühsain vorgerichtete Fünferl mit dem Wechselgeld wieder heraus. Würde es der Fahrgast wieder vornehm zurückschieben? Er schob es zurück. Aber nicht vornehm großmütig, sondern unwillig und mißtrauisch. „Das ist doch kein Geld!" brummte er. „Da hat sich wohl ein Falschmünzer aus einem alten Hosenknopf etwas zurechtgemacht^ Damit lasse ich mich nick)t anschmierenl" Vergebens suchte ihn Tupfinger zu überzeugen, daß die Münze nur ein wenig abgegriffen sei: der Fahrgast behauptete eigensinnig, in den wenigen Tagen des bisherigen Umlaufs könne eine Münze unmöglich schon so abgegriffen sein, und so mußte ihm Tupfinger »vohl oder übel ein unversehrtes Stück aushändigen, und hatte wieder kein Trinkgeld. Er versuchte es jetzt ein paar Tage lang mit Kupfer, das er sich mühsam genug beschaffte, um es den Leuten, die überhaupt für Trinkgelder in Betracht zu kommen schienen, immer in Beträgen von fünf Pfennigen auszuhändigeu,. Aber infolge irgendeines noch unerforschten psychologischen Gesetzes überwiegt beim Empfang von fünf einzelnen Pfennigen der Eindruck unangenehmer Fülle so ärgerlich, daß der Empfänger nicht daran denkt, sich durch großmütigen Verzicht völlig davon zu befreien. Die geheimnisvolle Wirkung des entschwundenen nickelnen Glücks-Fünferls >var eben so leicht nicht durch ein anderes Stück zu ersetzen. Josef Tupfinger versuchte noch, einer Anzahl seiner eisernen Fünferl durch Anwendung von Essig einige zweckmäßige Schönheitsfehler beizubring'en. Aber mich hier blieb der Erfolg aus. Tie Fahrgäste schimpften zwar, daß sich die neue Münze so wenig widerstandsfähig zeige, aber sie freigebig wieder herauszurücken, fiel keinem einzigen ein. Josef Tupfinger ist daher trotz des Burgfriedens sehr schlecht auf den Bundesrat zu sprechen, der sich die praktischen Folgen seiner Münzerneuerung offenbar viel zu wenig überlegt hat, und der unglückliche Straßenbahnschaffner überdenkt ernstlich, ob es sich nicht lohnen würde, ein Preisausschreiben zu veranstalten: „Wie gibt man dem neuen eisernen Fünferl das überzeugende und natürliche Aussehen häßlicher Abgegriffenheil?" Die llriegs«rk>eit der grau. Uirs wird geschrieben: Unter diesem Titel haben der Zentralhilfsverein der Deutschen Adelsgenossenschaft und die Berliner Hanptgruppe der Mutter- schaftsvcrsicherung der Ehefrau in den Räumen der Philharmonie eine Ausstellung veranstaltet, die von einer Fülle segensreichsten Wirkens ans den verschiedensten Gebieten Kunde gibt. Tie Adelsgruppe selbst hat nur' einen verhältnismäßig kleinen Stand beschickt, der aber auf eiue der wertvollsten Schöpfungen der Knegshrlfe hinweist: Tie Heimarbeiten gebildeter, durch den Krreg mittellos gewordener Tamm, meist in Gestalt von feinsten Krnüersächelchen, sind dort ausgestellt. Sie sollen verkauft werden, sollen vor allem Bestellungen aus allen Kreisen anlocken, um der Arbeitsstube des Vereins es weiterhin zu ermöglickien, an ihre Schützlinge in vornehmster Weise Verdienstgelegenheiten zu verteilen. Tie Schlesische Handweberei, die sich gleichfalls auf Hciin- arbeit gründet, und während des Krieges durch Beschäftigung und Anlernen zahlreicher Kriegersrauen eine bedeutende Vergrößerung erfahren hat, wirbt mft den verschiedenartigsten ^chöpsungen um neue Förderung. Wunderlich genug berühren neben Heereslieferungen aller Art die kostbarsten Gobelins, Kissen und Decken, von einer edlen Schönheit der Muster, einer Klarheit der Farben, wie sie nur von Künstlern erdacht, und von sorgsamsten Händen mit Liebe und Verständnis ansgeführt sein kann. Die Mehrzahl _ dieser Stücke ist schlechthin vollendet schön und von so bildhaftem Llüsdruck, daß man wünschen muß, ihnen in der täglichen Umgebung immer wieder zu begegnen. Feinste handgenähte Wäsche, Kleiderstoffe, Leineuzeug in allen Aus- sührungen zeugen weiter von der erstaunlichen Vielseitigkeit der schlesischen Hausweberei, die wohl gerade in den ersten Jahren nach dein Kriege mancher Frau, die sich und ihr Haus plötzlich selbst erhalten muß, ein hochwillkommenes Arbeitsfeld werden der daher der größte Aufschwung durch die Kenntnisnahme aller Kreise aufs Dringendste zu wünschen wäre. Die Deutsche Spitzenschuke, die unter denr Protektorate der Frau Krouprrnzessin steht, ist selbstverständlich auch mit Erzeugnissen von solcher Feinheit und edlen Form vertreten, daß man! nur mit staunender Freude feststellen kann, bis zu welcher Höhe, die dem Auslande in nichts nachsteht, ja, es durch den persönlichen, herben Reiz der Erfindnug noch übertrifft, die Spitzenkunst ber uns im Verborgenen aufgeblüht ist. Daneben zeigt ein Berliner Haus seine Arbeiten, die zwar uur im losen Zusammenhang mit dem Titel der Ausstellung stehen, aber sicherlich besondere Beachtung verdienen: Entzückende, schlichte und eigenartige Kinderkleider. Es mag wohl vielen Müttern gerade letzt ein Bedürfnis sein, ihre Kinder nicht mehr in den asfen- haft ausgepichten Erzeugnissen französischen Geistes, oder noch ärgerer englischer Geschmacksverwirrung herumgehen zu sehem Die liebevoll zusammengestellten ,,Hänsel und Gretel"-Moden sind so persönlich, so künstlerisch reizvoll, bei aller zweckdienlichen Einfachheit, daß man meint, jede Mutter von Geschmack und Feingefühl müsse erleichtert sehen, um wieviel natürlicher ihrer Kinder frisches Wesen aus diesen Anzügen vorleuchten würde, dem die verzerrte Auslandsart nur eine Entstellung war. Von der durchaus gesunden Richtung der ganzen, Hochintereisanten Schau zeugt es übrigens auch, daß nur zum geringsten Teile jener Arbeit Rechnung getragen wird, in die mehr oder minder gewaltsam Frauen sich an Stelle der Männer einschieben mußten: sondern daß die ganze Schaftenskraft der Frau, auch jetzt im Kriege vor allem, in die ihr von Natur geöffneten Bahnerl gewiesen werden soll. So beschäftigt sich, in richtiger Erkenntnis! des Brürens, auf dem die umfassendste und unentbehrlichste Wirkung für die Allgemeinheit zu erzielen ist, der allergrößte Teil der Ausstellung mit Kindcrschutz imd -Förderung. In der ausgestellten Kindervolksküche mag man nicht nur die freundliche Sauberkeit der Einrichtung bewundern, man kann sie auch erfüllt sehen vom fröhlichen Gedränge der bei den Aufführungen der Kinderhorte täglich Mitwirkenden, die zum Lohn dort mit dampfender Schokolade bewirtet werden. 40000 Zkinder speist der Verein täglich in den Küchen Groß-Berlins. Und immer weiter noch steigt die ungeheure Teilnahme während des Krieges/ beredtes Zeugnis ablegend für die dringende Notwendigkeit dieser Wohlfahrtseinrichtung, die die aufopfernde Arbeitskraft zahlloser Frauen verlangt. Und fast in gleichem Maße ist die Tätigkeit der Kinderhorte gestiegen, die Kindern, auch schulpflichtigen, deren Mütter auswärts arbeiten, in der Zeit von 3 bis 7 Uhr nachmittags Aussicht und Anleittrng zu Spiel und nützlicher Beschäftigung bieten. Es ist erstaunlich, welche Wwechslnngsfülle und Erfindungskraft sich in den ausgestellten Arbeiten der Hortkinder offenbart: Neben den saubersten Handarbeiten, genähter Wäsche, ganzen Kleidchen, Schnitzereien, Flechtereien, gibt es da die erstaunlichsten Dinge zu sehen. Z. B. das vollendete Modell einer Wohnküche für Ostpreußen, so freundlich, eigenartig und mehr als spielerisch reizvoll, daß es wahrhaftig wie ein Stückchen Volkskunst an mutet . . . Wassermühlen und Grünkramläden, Karlshorster Rennstätte und reisige Ballewagen, — eine ganze Weihnachtsfeier im Lazarett! mit Schwestern und Liebesgaben und Besuchern, — den Feldgrauen am Klavier nicht zu vergessen, ein Schützengrabenlabyrinth mit den verzwicktesten Schanzwerken, die „Teichertsche Bescnbude", die wohl irgendwo in Neukölln ihren wirtlichen Stand haben mag, und Tausenderlei mehr, daß man seine Helle Freude haben mußp Nicht nur an dem Geschick und der rührenden Hingabe, mit der all dies aus einfachsten Mitteln „gebastelt" wurde, sondern an dem scharfen Blick der Kinder für alle Dinge der Umwelt, in der auch der Humor zu vollstem Rechte kommt. Tie Jungens, denen so zu sehen gelehrt wird, wahrhaftig die hellen Augen und zupackenden Hände fürs ganze Leben behalten! Nicht zu vergessen sei endlich der Kochkursus für Arbeiterinnen im Tunnelraum, wo neben Rat und Auskunft au mehreren Herden gleichzeitig praktische Lehren erteilt werden, und jeder sich von der 732 — Güte des Hergesteltten überzeugen kann» Tägliche Bortrage.musikalische nnd andere Darbietnngen sargen zum übrigen noch dafür, der höchst sehenswerten Ausstellung immer neuen Reiz zu verleihen. ._ ' ör - Vermischtes. * Schmetterlinge als Touristen. Das alljährlich zu beobachtende Wandern von „Tieren hat schon seit.langem dre Naturforsclrer zu genaueren Untersuchungen über dieses Problem angeregt. Solche Wanderungen, die sich entweder nn Umkreis des Aufenthalts einer Tiergattung oder aber über wette Landstrecken in großen Scharen vollziehen, sind besonders in ^rJ",ektenwelt eine häufig wiederkehrende Erscheinung. Die Arten di^er Änderungen ereignen sich aber mit so mannigfache, und üNlndverschtedcne Weise daß cs der Forschung bisher noch nicht gelungen ist, gemeingültige Regeln für die Ursachen, die Dauer und die natur- wissensäwftlichen Zusammenhänge der Jnwktenw^de^gen fest- zustellen. Wie in einem den „Jnsektenkreisen aewchnnten Mfsah im nächsten Heft des Prometheus ausgesührt wird, ist die Annahme, daß der Hunger das treibende Moment für solcl)e Wanderungen sei durchaus nicht in allen Fällen richtig Be' den '^estgercisttm Insekten, den Heuschrecken, mag dies tatsächlich zutreffen. Die in der Pflanzenwelt durch ziehende Heuschrcckenschwarme angerich- teten Verheerungen zeigen zur Genüge, daß es der Hungertried ich der diese Tiere in gewaltigen Massen über Land treibt. Toch auch bei den Heuschreckenwanderungen müssen noch andere Ursachen mitwirkend sein, da auch der grüßte Heuschreckenschwarm keineswegs von der unteren Donau bis nach dem Worden Europas zu reisen brauchte — wie es in Wirklichkeit oft geschieht —, um bloß seinen Hunger zu stillen. Eine Wanderung im Umkreis weniger Dörfer würde ausreichend sein, um dem größten Heuschreckenschwarm genügende Nahrung zu die teil. Noch rätselhafter erscheinen die regelmäßigen Gesellschaftsreisen der Lü^llen, die in ihrer Geschlossenheit dem rastlosen Naturell dieser Tiere widersprechen. dkuumehr versucht der bekannte Entomologe Professor Sajo im Prometheus, diese Naturschau!piele aus psychologischen Ursachen herzuleiten. Hierbei soll die Erregung des Nervensystems die wichtigste Rolle spielen, da die Insekten außerordentlich nervöser Mtur sind. Es ist anzunehmen, baß diese Nervosität der Insekten eine Folgeerscheinung ihres aufreibenden Daseinskampfes ist. Der reinste TypuS solcher nervösen Jnsektenwanderer smd die Schmetterlinge, die ein regelrechtes, ungebundenes Touristenreben suhreni Ganz besonders ist der Distelsalter (Vanessa cardui) als Tourist begannt. Diese Neigung sclseint auch die Hnuptnrsache für sein internationales Auftreten zu sein. Denn die schonen -Ulelsatter sind in der ganzen Welt bekannt; sie kommen in fast allen Regionen vor in der Tiefebene ebenso gut wie int Hochgebirge. In vergangenen Jahren haben die großen Wanderzüge dieser geflügelten Juristen in Europa gewaltiges Aussehen erregt. So konnte man vom 3.-8. Juni 1879 mehrere große Züge von Distelfallern über Straßburg beobachten. Ein ander Mal bedeckten sogar unzählige Distelfalter die Schneeflächen beim Hospiz, von St. Gotthard. Hieran konnte man am deutlichsten erkennen, daß es sich bei den Schmetterlingen nicht um eine massenhafte Nahrungssuche, sondern ganz einfach um einen nervösen Reisetrieb handelte. Denn man wird zugeben müssen, daß die Schmetterlinge nicht die Schneeregionen des Hochgebirges aussuchen mußten, um die Disteln zu finden, denen sie ihre Nahrung entnehmen. Fünf Tage nach dieser Ueberraschung auf dem St. Gotthard, am 10. Juli, wurden die Schmetterlingzüge in Frankreich beobachtet, und 14 Tage später- waren sie in den verschiedensten Gegenden zu erblicken, in St. Gallen, Karlsruhe, Rennes und Paris. Zu den Schmetterlmgstouristen zählen auch die sog. Gammasulen, die zu der Art der Spanner gehören. Sie erschienen einmal in dichten Wolken sogar über dem Meere vor dem Leuchturm von Helgoland. Auch die Kohlweißlinge sind eifrige Touristen, deren Reisen sich meist in der Rtchtung von Norden nach Süden bewegen. Man hat Kohllveißluigs-üge beobachtet, deren Breite sich über eine Meile ausdehnte. - Originelle Meldung. Beim Uebergang nach Alsen (am 89. Juni 1864) schickte General von Maustein nach der Landung einen Ulanen, der sich durch ein feindliches Dragonerpferd beritten gemacht hatte, an das Ufer der. Augnstenburger Föhrde, um zu sehen, ob feindliche Schiffe darin seien. Nach kaum einer halben Stunde kehrte der Reiter zurück und meldete mit ernster militärischer Dienstmiene wörtlich: „Ick melde mir von Patrouille zurück. In der Augustenburger Fährde lag ein Kanonenboot. Als eS mir sah, erschrak es und bampfte ab." Vüchertisch. — Um selbständig in Modedingen zu werden, muß daS Wesen der Mode genau verstanden werden. Nur aus diesem richtigen Verständnis der Mode wird der deutsche Einfluß aus die Modegestaltilng erwachsen können. Deshalb ist das bedeutsame Werk Dr. Norbert Sterns „Mode und Kultur-, erschienen im Verlag der E u r o v ä i s ch e n M o d e n z e i t u n g in Dresden, so sehr dem Zeitbedürsnis entsprechend, weil cs mit philosophischer Gvündlichkeit in das vielgestaltige Wesen der Mode einführt. Vor imS liegen die Liefermigen 5 und 6 des Werkes, in denen mode-philosophische Studien über „Kokottentum und Mode", „Masken und Mode", sowie über „das Groteske in der Mode" enthalten sind. In der dem Autor eigenen, temperamentvollen, geistreichen Form werden mit der fortschreitenden Behandlung des vielseitigen Stoffes weitere Wege aus dem Labyrinth der Mode freigelegt, denen jeder Leser und jede Leserin mit großem Interesse folgen muß. Beim Erforschen der so mannigsaliigen Zusammenhänge zwischen Entstehung und Ausgestaltung der Mode wird es jedem Denkenden klar werden, wie gründlich und vielseitig der Boden für die erfolgreiche Entwickl»mg einer deutschen Mode bearbeitet werden muß. „Mode und Kultur", welches Anspruch auf Beachtung aller Gebildeten und an der Mode interessierten Kreise hat, ist sowohl in zwei vornehm aus- aestatteten Bänden für Mk. 15.— als auch in 13 Lieferungen für ie Mk. 1.20 zu beziehen. , - Als 103 5. Band von „K ü rschners B ü ch e r f ch a tz - Hermann Hillger Verlag, Berlin-Leipzig — erschien der Roman „M i r a s Seele" der Schriftstellerin Andrea Carel. - Dürerbnnd-Kalender 1916. Der 9. Jahrgang des Dürerbund-KalenderS, der „G e f u n d b r u n n e n für 1916", ist erschienen. Durch eine kleine Auswahl vorzüglicher Gedichte und Feldpostbriefe, durch eine Sammlung von Aussprüchen der Führer aus allen Gebieten und aus alleli Parteilagern, sowie durch mehrere besondere Aussätze umreißt er zunächst ein klares Bild unserer großen, ernsten Zeit. Doch müßte er keine Gabe des DürerbundeS fein, wenn er bloß rückschauend und nicht wegweisend wäre. Er konnte seine Augen nicht verschließen gegenüber dem, was uns an Aufgaben erwuchs, er durste nicht vorübergehen, wo noch zu bessern ist. Ein Volk, da8 gewillt ist, weiten Teilen der Erde den Stempel feines Geistes auszndrücken, muß selbst kerngesund sein, und diese Tatsache ließ als Recht und Pflicht erscheinen, zu heilen, zu stärken, den Blick zu schärfen. Eine schöne Reihe wertvollster Aufsätze für das neue Deutschland enthält der Kalender aus seinen 192 Seiten, und auch für den häuslichen Kreis bringt er mancherlei schöne, a»lch manche lustige Gaben. Vom Kalendarirnn bis zu den statistischen Zusammenstellungen der letzten Ceiteli durchzieht echt deutscher Geist daS Büchlein, von dem wir nur wünschen fönnen, daß es in recht viele Familien einziehen möge. Auch unsere Feldgrauen im Osten und Westen und Süden werden sich sicher über das schmucke Bändchen freuen, das für nur 60 Pfennige (in Posten vo,i über 50 Stück für 50 Pfg.) auch den weniger Wohlhabenden zugänglich ist. Eine schmucke Geschenkailsgabe kostet 1 Mark. — Turnen und Sport im Leben des deutschen Studenten von Freiherr von S e ck ^n d o r \ f. Sonderdruck aus „Akademische Rundschau- Leipzig, Verlag von K. F. Koehler. Preis 30 Pfg. — Ter auf dem Deiltschen Wissenschaster- tag zu Frankfurt a. M. 1914 gehaltene Vortrag des Hauptmanns Karl Frhr. v. Seckendorfs enthält als wohlgeluiigeiie Studie das Wesentliche über die Frage von Sport und Turnen im Leben des Studenten. An Hand reichen, statistischen Materials werden die Gründe der mangelhafte ,\ körperlichen Pflege der deutschen Schuljugend höherer und mittlerer Lehranstalten und der Studentenschaft aufgedeckt und gleichzeitig die Wege zur Gesundung gewiesen. — Feldgraue Lieder. Krieg?- nnd Soldatenlieder von 1914/15. Im Aufträge des Kaiser Wilhelm-Danks. Verein der Soldatemrennde. gesammelt nnd herailsgegeben von Robert Gers- bach. 3. Auflage. 41.-70. Tausend. Pre,S 25 Pig., in Partien bedeutend billiger. Verlag Kameradschaft. E. G. m. b. H. Berlin W. 35. __ Wie schnell sich dieses schöne Liederbüchlein die Gunst der vaterländischen Sänger in feldgrauer Uniform und im bürgerlichen Rock erworben hat, davon zeugt die Tatsache, daß schon nach so kurzer Zeit eine Neuauflage, das 41.—70. Tausend notwendig wurde. Brachte der Herausgeber in den ersten beiden Auflagen nur Lieder, die nach allgemein bekannten Weisen zu singen sind, so hat er in die Neuauflage außerdem die Texte von 48 schnell beliebt gewordenen, neu vertonten Kriegsliedern ausgenommen. Magisches Quadrat. In die Felder nebenstehenden Quadrats sind dieBuchstaben AAAABD DDDEsSSS U U derart einzutragen, daß die wagerechten u. senkrecht.Reihen gleichlautend folgendes bebeuteu: 1. Fluß in Italien. 2. Eine Spielkarte. 3. Schweizerischer Staatsmann. 4. Eine Hügelkette. Aussösuna in nächster Nummer. Auslösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer i Weiß. Schwarz. 1. Lg5 — h6f Kg7 — U6 2. Sd6 — f6f K h 6 — h 5 3. g 2 - g 4 f und matt. ffchrlstlestitiia: Äug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UmversitätS.Buch- und Cteindrackerei. N. Lange. Gieße»