Die vom Rauhen Grund. Roman von Paul Grabein. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Hallo — Hasenpeter! Wo hast bn denn nur gesteckt?" Lachend sprang Uebach ans und ihm entgegen. „Deine Frau war ja schon ein paarmal hier. Und — Donnerwetter, ja —.Kerl, wo hast dn denn dem Reusch-Hannes sein Gewehr gelassen?" Verstohlen zwinkerte er dem Wirt zu. Der ging ans den Scherz ein. Der Peter kratzte sich in tödlicher Verlegenheit den Kopf unter dem grünverschossenen Filz, den eine Hasen- psote als Jagdtrophäre schmückte. „Ja, ich muß Sie was sagen, Herr Reusch. Mir is dat Leben leid. Schießen Sie mich vorn Kopf — ich Hab' das Gewehr uit mehr." „Was? Mein Gewehr ist weg?" „Ja — ich war vorgestern so strippenvoll, da is mich dat passiert. Den ganzen Tag gestern Hab' ich den Wald nach abgesucht, bis zur Nacht. Da bin ich erst in die Tänncher gekrochen." „Was, Kerl, du hast geschlafen im Wald, diese Nacht? Es hat ja beinahe gefroren droben auf den Bergen!" „Was sollt' ich machen? Ich mußte dock früh gleich wieder am Suchen sein, eh' daß noch ein anderer kam." Ein dröhnendes Gelächter, dann aber schlug ihm Uebach auf die Schulter. „Na, beruhige dich, Pet-er, das Gewehrchen haben wir schon längst. Aber die Hauptsache ist, daß wir nun auch dich wiederhaben, du alter Raubschütz. Bist ein Prachtkerl, Peter, hast mir Laune gemacht! Ueberhaupt —" Uebachs weingerötetes Antlitz kehrte sich auch den anderen zu — „allesamt seid ihr Staatskerls, ihr rauhen Brüder. Sekt sollt ihr haben — Sekt, so viel ihr wollt. He — Hannes! Her, was du im Keller hast. Aber deinen besten! Der Uebach-Gritz läßt sich nicht lumpen." Ein wilder Jubel brach los. Und ein Bechern Hub an, das die Gelage der vergangenen beiden Nächte noch übertraf. Nur einer blieb still und nüchtern. Das war Tillmann von Grund, der Hirt, am unteren Ende der langen Tafel. Würdig saß er da, in dem verschlissenen, alten Gehrock, den ihm Pfarrer Burgmann einmal vor langen Jahren geschenkt, den er aber wie eine Kostbarkeit hütete. Er nahm die Ehre ernst, von einem Kommerzienrat zur Tafel geladen ui sein, und mißbilligend blickte er aus das immer wildere Treiben um ihn her. Aber seinen Tischnachbarn, einen der Treiber, trieb der Schalk, daß ec heimlich dem Tillmann einen guten Schuß Kognak in den Sekt schüttete. Da trat bald eine leise Röte in das verwitterte Antlitz des Hirten, und seine Zunge löste sich. Er begann zu schwatzen, allerlei Dinge, die er sonst stolz für sich behielt. „Oh — ich kann auch schießen! Ms ich in Frankfurt beim Militär war, da hat sich einer einen Schabernak mit mir machen wollen. Wie ich nachts ans Posten stand, bei den Schießständen draußen, da tat er sich ein Bettlaken um und wollt' mich verschrecken als Gespenst. ?lber ich schoß stracks draus los; Hab' ihn zwar nicht getroffen, aber vor's Kriegsgericht bin ich doch gekommen. Säe haben mich auf die Festung bringen wollen, aber dann haben sie mich auf nieinen Geisteszustand untersuchen lassen, und da haben sie mich freigesprochen." „Dat glaub' ich stracks!" höhnte der Nachbar, „dat sie dich da haben laufen lassen!" Trotz seines Zustandes ging Tillmann eine Ahnung aus, daß inan sich über ihn lustig machte. Schroff wandte er dein Spötter den Rücken. „Mit dir red' ich nicht mehr. Bin mir zu gut dazu." „Hoho!" brach der andere los, mit roher Lache. „Nun, wo du voll bist, hast bn wohl wieder den 2ldel im Kopf?" Steil in die Höhe fuhr da der Tillmann von feinem Stuhl, und in Scherben flog sein Glas. Ohne ein Wort ging er zur Tür. „He — Tillmann — versteh' doch einen Spaß!" Beschwichtigend rief es ihm Uebach zu. Aber mit finsterem Kopfschütteln verschwand der Alte. Doch die Stimmung litt nicht darunter. Vatter Harr mußte eins singen, und fein dröhnender Baß, der die Fensterscheiben erklirren machte, ließ die wilde Lust bald wieder hoch aufschlagen. Weithin scholl das rauhe Gröhlen der Sänger durchs stille Dors. Stunde um Stunde verrann. Im Hause war längst alles zur Ruhe gegangen, auf der Tafel der Zecher häuften sich die Sektflaschen zu langen Kolonnen. Mit schwimmenden Augen blinzelte der Rensch-Hannes van Zeit zu Zeit vergnügt zu ihnen hin. In all seiner Weinseligkeil blreb er doch der kluge Rechner und überschlng sich's. Ein paar runde Nullen würde das Geschäft mit Freund Uebach auch diesmal wieder abwerfen. Und gerührt stieß er mit dem alten Duzbruder an. Dessen Gesicht glühte; aber er wav nicht klein zu kriegen. „Gottoerdammich, Hannes. Ich habe' das labbrige Zeugs, den Sekt, jetzt aber sack. Wollen mal was Anständiges trinken, 'ne solide Männersache! Hast nicht 'neu schweren alten Rotspon im Keller? Oder noch des,er — 'neu Burgunder?" „Ob ich den Hab'! 'neu Burgunder, 'nen Sechsund- neunziger, Schloßab'ug — Fritz, ich sag' dir!" Und Reusch schnalzte mit verklärtem Augena.ufschl.ag andachtsvoll mit der Zunge. „Na also — her damit!' Der Neusch-Hannes erhob sich und grrff nach dem gewichtigen Schlüsselbund. Doch gleich beim ersten Schritt kam er etivas ins Schwanken. Ein Riesenhallo der ans- gelassenen Zechkumpane. aber ärgerlich winkte der Hannes. 716 — „Nur ausgeglitscht! Da seht doch die Näß am Boden. Untern Tisch trink lw euch grünes Volk, noch allzusammen." Und würdevoll schritt er zur Tür, aber hielt sich doch vorsichtig nahe der Wand. Ein paar Minuten vergingen wieder in Lachen und .Schwatzen. Doch da rief Uebach ungeduldig: „Wo bleibt denn der Hannes mit seinem Burgunder? Geht doch mal eins Nachsehen!" Einer der Kumpane verschwand. Nicht lange darauf kam er wieder und winkte lachend schon von weitem: „Dunnerlittchen, den Hannes hat's gepackt! Der liegt im Keller — voll wie 'ne Haubitze." Ein brüllendes Gelächter. Dann schlug Uebach auf den Tisch. „Kerls, das müssen wir sehen/' Er sprang auf und mit ihm die ganze Runde. Lärmend polterten sie hinaus, auf den Flur und die Kellertreppe hinab. Die Hunde hatten sich mit ihren Herren erhoben. So auch Diana, Reuschs brauner Setter. Mit den ersten lief sie nun die Stufen hinab. Ein Halbdunkel herrschte in dem weiten Kellerraum. Nur schwach gelichtet von der am Weinverschlag aufgehängten Laterne. Aber jetzt hatten sie den Hannes entdeckt. Da lag er ja, gerade vor ihnen — unterhalb der letzten Stufen. Und wieder dröhnte ihr wildes Lachen auf. Dumps scholl es in dem kahlen Gewölbe zurück. Fast schauerlich. „He — Hannes! Altes Weinfaß — sollen wir oich etwa raufrollen die Trepp'?" Und in seiner wüsten Zecherlaune wollte Uebach dem guten Kumpan scherzend einen Stoß mit den: Fuß geben. Aber Diana, die inzwischen an den daliegenden Herrn nahe herangekommen war, mit vorgestreckter Nase, heulte plötzlich auf und wich zurück — den Schwanz zwischen die Beine geklemmt. Der schrille Anastlaut des Tieres fuhr allen durch Mark und Bein, selbst in ihrer Trunkenheit. Uebachs schon erhobener Fuß zuckte zurück. . „Gebt doch mal die Laterue da her!" befahl er. Aber ferne Stimme klang merkwürdig unsicher. Totenstill war es mrt eurem Schlage geworden. So umdrängterr sie den Hannes, der stocksteif lag, ohne sich zu rühren. Ganz unheimlich war es. Und dazu immer das leise Heulen des sagend ~ langgezogen, im höchsten Ton. So schauerlich Einer hatte jetzt die Laterne drüben vom Nagel gehoben und brachte sie her. Aber er leuchtete nicht selber. Dem Uedach-Fvitz gab er sie weiter. Der nahm sie und beugte sich über den Liegenden. Nun fiel der Lichtschein voll auf sein Antlitz. Im selben Moment ein Klirren der Laterne. Jäh streckte sich die Linke Uebachs aus. „Da!" Aller Augen folgten der weisenden Harid und rissen nn gleichen Moment sich weit auf: Dort an der unteren Schlafenseite des Hannes eine kleine, dunkelrote Spur — hinab zu den Steinfliesen des Kellers. Aschfahl stand Uebach da, das Kinn schlaff herabgesunken. Verflogen wie Dunst aller wilder Zecherübermut Statt dessen ein dumpfes, zu Boden schmetterndes Gefühl, das ihm jeden palt nahm. Und so ging es ihnen allen. Wie ein grauenhaftes Warn- und Strafgericht lag da der starre, leblose Leib des Mannes, der noch vor wenigen Minuten gelacht und gescherzt. ^ Und scheueschlichen sie sich davon, aus dem Keller und dem Hause. Als wäreii sie mitschuldig an dem ver- ^ - en c en P c - k°- rt ' K^run, daß der Uebach-Fritz noch ihrer zwer fand, die ihm halfen, den Verunglückten hinaufzutragen. Er war doch nur ein kleiner Mann, der Reusch- Hannes, aber was er schwer geworden war mit einem Male, nun er ihnen so steif und reglos in den Händen lag, mit niederhangenden Armen. ^ So schassten sie ihn ins Gastzimmer und betteten ihn auf dem Sofa. Dann standen sie eine Weile und sahen sich an, verstört und ratlos. „Es müßten's wohl wer den Frauensleuten sagen." Einer meinte es endlich, aber sie sahen einander nur an. Keiner mochte derjenige sein. So blieb es bei Uebach . ß?“) "Es übernehmen — aber nicht jetzt, mitten in o^^Nacht. Ich will's ihnen schonend beibringen — morgen g«w°nn-n°zu^be!t^' Wenisftenä bie f e Galgenfrist, noch Da gingen auch diese letzten drei noch. Ganz allein und verlassen lag der Reusch-Hannes in dem weiten Raum§ in dessen Winkeln es rwch hing wie ein jäh abgerissenes. Lachen. Nur die Diana hatten sie bei ihm gelassen. Die aber verkroch sich unterm Sofa, ganz weit nach hinten, und winselte kläglich vor sich hin. Sonst war es still in dem plötzlich verödeten .Hause — totenstill. Drüben, in ihrem Zimmer, lag Marga Reusch. Lange hatte sie am Abend noch wach gelegen. Das lvilde Lärmen aus der Gaststube vorn verscheuchte den Schlaf. Aber end-, lich war er der Uebermüdeten doch gekommen, und um so tiefer nun. Erschrocken fuhr sie daher jetzt von ihrem Lager empor, als eine Hand sie berührte, ihr mitten in das Gesicht tastete. „Wer ist da?" Und sie griff zum Licht aus dem Nachttischchen, nrit bebenden Fingern. „Ich bin's." Aufatmend unterschied sie die Stimme der Großmutter^ und das entflammte Zündholz zeigte ihr die alte Frau^ angekleidet, im Morgengewand. „Was ist denn, Großmutter?" Die Augen halb schließend vor dem plötzlichen Licht, sah Marga zu der Blinden hin. „Ich hatte gerade fest geschlafen — endlich!" „Geschlafen? So warst du es also nicht, die klopfte?" „Klopfte? Wo denn?" „Bei mir an der Tür. Eben vor ein paar Minuten." Ein Kopfschütteln Margas. „Ich habe mich nicht aus dem Bett gerührt." „Aber ich hörte es doch. Dreimal klopfte es — ganz laut und deutlich." ° „Dn wirst geträumt haben, Großmutter." „Ich hatte ja noch kein Auge zugetan. Wegen des Lärms drüben. Also warst du es doch nicht! Aber was war es dann? Magri — ba3 Pochen war so eigen." „Ja, du lieber Gott, was soll es denn nur gewesen sein?" Und mißmutig drehte sich Marga Reusch vom Licht ab, nach der Wand zu. Sie schloß wieder die Augen. (Fortsetzung folgt.) ker vrief. Von Ann etteLang er - Ulm. Erst hatte sie wochenlang auf eine Antwort gehofft, war jedesmal unruhig geworden, wenn die Zeit kam, wo der Briefträger anläutete, hatte dann bei dem ersehnten Glockenzeichen die Tür zum Vorzimmer aufgerissen, bis sie erst geneckt, dann gescholten worden war. Da hatte sie dann nur noch mit ängstlich erwartungsvollen Augen von ihrer Arbeit aufgesehen, wenn jemand, nach dem bewußten Klingeln ins Zimmer trat. Dann hatte sie geglaubt, er müsse krank sein, und hatte zu vergehen getrachtet, dav schon früher die Intervalle zwischen ihren und seinen Briefen immer länger und länger geworden waren. Und dann hatte sie nichts mehr gehofft und nichts mehr gefürchtet und war mit diesem schmerzlichen Krampf in der Brust, me, me aussetzte ruhelos durch Tage und Nächte gegangen, hatte gefühlt, wie ihre Liebe imrner mächtiger unter diesem schmerzlichen Krampf wuchs, und hatte sich vor den andern so geschämt. Vor allem hatte sie die qualvolle Angst, daß jemand etwas davon merken wurde. Tagsüber kümmerte män sich, Gott sei Dank nicht um einander, jeder dachte nur an seine eigenen Angelegen- heiten, und während der Mahlzeiten wurde sie ungeheuer gesprächig, so daß nieniand bemerkte, daß sie kaum etwas aß. Es tchtete jie wttlhe, das wenige hinunterzuwürgen, es war, als säße ihr ganzer Jammer in der Kehle und hielte sie fest zusammen- ge krampst. , .. m i x ihre Natur wehrte sich gegen diese uferlose Trostlosigkeit und schuf ftch in ihrer Einbildung eine Insel, auf der sie nun Tag und Nacht lebte. Sie begnügte sich nicht mehr damit, wieder und wieder das Stückchen Weges zu betreten, das sie zu^ sammen gegangen waren, ganz gegenwärtig, wie körperlich seine *“?8 en ' J e i ne ,a & en Kopfbeweaungen vor sich zu sehen, es zu suhlen, datz er m chre Nähe kam, darunter zu erschauern, wenn er ihr m die Jacke half und seine Finger ihre Wangen streiften. Sie sah sich allem iM dunkeln Zimmer, fühlte unter schwerem! Pochen, wie er in der Türe stand, hereintrat, hörte ihrer beider, befangene Stimmen, empfand das langsame widerstandslos zw- einander gezogen werden, fühlte seinen Arm um sich geschlungen, seinen Mund auf den ihren, zitterte und glühte darunter, und eI war doch me gewesen. Oder: er würde sie aus dem Theater nach Dause begleiten, wett das Dienstnrädchen lieber eigene Wege ging, als sie abzuholen, und er, wie von einer Glücksahnung getrieben. 7 ly — war urplötzlich dagewesen und dann, nachdem er mühsam das Daustor aufgeschlossen hatte, und sie sich langsam und schwer Mite Nacht gesagt hatten, weil sie sich nicht trennen und die Hände sich nicht lösen wollten — da endete es gerade so. wie vorher in dem dunkeln Zimmer. Woher sie auch kamen, immer endete es damit. Ms eines Tages auch diese jämmerliche Täuschung zerfloß, als eine Freundin sich verlobte und sie die beiden in dem Duft und der Wolke von Zärtlichkeit einhergehen sah, von dein sie mir träumte. Und da fing die Marter wieder an. Kopflos und besin- nungsws ging sie umher, bis der tobende Heißhunger in ihr ich aufbaumte Und der Gedanke erwachte, um ihr Glück zu kämpfen. wie? Mit wem? Erst wies sie den Gedanken, ihm rück- haltlos zu schreiben, mit Entsetzen von sich. Großer Gott, sie wurde sich doch nicht so erniedrigen. Und was würde er von ihr denken. Wenn er sie nicht lieble, würde er sie außerdem noch verachten. Uno selbst, wenn es noch so war wie früher, mußte ^ ue ia für ein ganz gemeines Geschöpf halten. Eine, die sich selbst anbot. Pfui, pfui. Und immer wieder ging sie denselben Gedankenweg, bis es ihr zuletzt als das eftrzige Natürliche erschien, als die Probe darauf, daß sie alles in den Wirrd warf, autzrr ihrer Liebe. Und wenn sie dock) noch davor zurückschreckte, so sagte sie sich, daß ihr ganzes Enrpfindungsleben durch die Erziehung auf den Ehren- zuschnrtt verkrüppe t sei, daß die Befriedigung über den eigenen ^tolz eine Stunde^ lang, einen Tag lang, eine Woche lang wahren, und der Schrei des Elends ihr ganzes langes Leben Tag um Tag, Woche um Woche, Jahr um Ihr begleiten würde. Und fo schrieb sie unter tausend Vorsichtsmaßregeln, in erlisteten ungestörten Viertelstunden den Brief an ihn und war doch nie damit zufneden. Fand ihn Holzern, ungeschickt, nichtssagend, bis sie in Verzweiflung irgend einen der Versuche absandte. Lieber Herr Doktor! - b luuge Sie mir schon nicht geschrieben haben! Erst dachte ta^ es mußte doch jeden Tag ein Mief von Ihnen kommen Ich habe mrch ordentlich jeden Morgen beim Aufstehen darauf gefreitt. Tann fürchtete ich. Sie wären wohl krank. Man wartet f.'i ^hlledickdig auf einen Brief, und dann war es das natür- Uchfte Hindernis der Welt, das den andern vom Schreiben abhielt, und wenn es sich dann aiifklärt, muß man vor lauter Erleichterung über die eigene Dummheit lachen. Aber als keiner Ihrer Freunde einer Krankheit sprach, da fing ich an zu fürchten, daß ich mit irgend etwas, was ich Ihnen letzthin geschrieben hatte. Sie verletzt oder geärgert habe, und das wäre doch etwas, das muffen Sie wissen, was ich nie gewollt hätte. Denn immer, wenn ich an die Zeit denke, in der wir uns so oft gesehen und gesprochen und uns so gut vertrageii haben, ist es mir eine Einkehr in meine liebste Erinnerung. Ich laufe auch dies Jahr wieder Schlittschuh und tanze lind muliziere viel, und Dr. Mach iß so nett, wie er nur kann, und bemüht sich, es mich nicht empfinden zu lassen, daß ich vergangenes Jahr an einen anderen Partner gewöhnt war Aber er kann mich doch weder in den Eisrausch, noch in den Tanz- rausck oder in den Musikrausch wie nur die drei Ekstasen genannt haben, erheben, ^ch könnte Jchien eine Menge ..Kleinstadtgeschichten erzählen, aber vielleicht stehen Sie den Dingen, die unser Heben ausmacheri, jetzt ganz fremd gegenüber und wundern sich, daß Sie selcht einmal mitten in diesen feinen Fäden gestanden sind, die von einem dieser Menschen zum andern gehen. Und deshalb ftndc ich auch nicht den rechten Mut zum Plaudern. Sonst, wenn ich Ihnen schrieb, saßen Sie eigentlich immer leibhastig neben mir, und mir war's, als müßte ich nur von dem Miefbogen auf- schauen, um Sie zu sehen, und wir beide wüschen loslachen, über den Umweg den ich mache. Jetzt aber sind Sie weit fort, wirklich in einer anderen Stadt, und ich fühle beim Schreibeii, daß Sig mich nicht hören können, weder wenn ich zu Ihnen spreche, noch wenn ich lache. Auch, daß wir uns dies Jahr kein einziges Mal an den Hmrden gefaßt und wie toll den Eisplatz hinunter gestürmt sind keinen Walzer ganz durchgetanzt haben, und daß mir niemand mehr Isoldes Lrebestod vorspielt — trotz Dr. Mach. Ich will von jetzt ab wieder auf den Briefträger warten, mit dem ich solange getrotzt habe. Oder nein —. schreiben Sic nur lieber postlagernd. Den Grund dafür nenne ich Ihnen ein andermal. Herzlich die Ihre, svie immer A n n e m i e. Sie war mit dem Mief so unzufrieden und eigentlich ganz hoffnungslos, als sie ihn m den Postkasten tvarf. Sie hatte ihre deshalb gebeten, ihr postlagernd zu schreiben, weil sie ganz sicher sein wollte, daß der Mies, wenn er kam, in ihre Hände gelangte. Vielleicht hatte er ihr geschrieben und jemand hatte deil Brief unterschlagen - vor diesem Zweifel, der mit einer Unaufgeklartheit, die eni Schimmer einer Aussicht ihre Peili noch ätzender macht, wollte sie wenigstens sicher sein. Er mußte den Mies in Yen nächsten Tagen haben. Sie nahm stch vor drei Wock)en lang nicht den Gang zum Posiamt zu machen. Sie wußte, wenn fie zwei-, dreimal enttäuscht sein würde, fände sie nicht mehr die Energie. zu hoffen. Und sie begann ihre Gedanken gewaltsam im Zaume zu lxüten. Denn bis jetzt immer, ff N" Abm Hang. Lustschlösser zu bauen, nachgegeben hatte, f 0 ™ T ^ ie r Wirklichkeit das Gegenteil, davon gebracht. Und jedes Mal, so oft sie sich darüber ertappte, träumend in feimst Armen unterziehen, erschrak sie bis völliger Verzweiflung und tröstete sich nur im Hinblick darauf, daß sie noch durch so und so viele Tage Zeit habe, den unheilvollen Einfluß der Luftschlösser zu brechen. Und wenn sie in ihrem Innern die Gewißheit fühlte, daß alles umsonst sei, dann deckte sie diese Gewißheit zu mit tausend Gründen mrd eisernem Willen. Denn, wenn sie nicht an ihre Sache glaubte, wie konnte sie gelingen? Und Abend für Abend betete sie unzusammenhängend, leidenschaftlich und fühlte, daß ihr Gebet sich nicht aufschwingen wollte, daß die Seligkeit der Hingabe an Gott sie nicht erfüllungsverheißend durchdrang. Und Abeiid für Abend kämpfte sie mit Gott mft arideren Worten und anderen Waffen. Tagsüber wurde ihr alles zum Zeichen; und wenn sie sich an irgend etwas mit allen Sinnen gehängt hatte, dann begann! ihr Herz vor der Entscheidung so rasend zu klopfen, daß sie, ohne es zu wissen, die Hände zu den Ohren hob, die Augen schloß und davonstürzte. Und werrn sie wirklich einmal glücklich die andere Seite der Straße erreichte, bevor die Droschke vor dem Laden mit dem blauen Firmenschilde vorbcigefahren war, oder eine frische Kerze beim ersten Anzünden beinahe verlöscht uud doch Wiede, zu Heller stetiger Flamme ausgebrannt war, so half das doch nichts, denn das nächste Mal sprach das Orakel wieder gegen sie. Und endlich kam der Tag. Sie wußte nicht, sollte sie früh, mittags oder abends gelien, so sehr war sie in den Kreis des Aberglaubens ein- gesponnen, an den sie sich mit all' ihrer Hilflosigkeit geklammert hatte. Aber schließlich mußte sie es ja so einrichten, daß sie unbeobachtet blieb und so sagte sie, sie müßte einen Msuch machen. Und bevor sie ging, im Drang alles an ungeschriebenen Satzungen erfüllen, badete siel, zog sich von Kopf zu Füßen frisch an und betete. Seit ihrer Kindheit hatte sie das Gefühl, daß ihr Gebet nicht erhört worden war, wenn man sie darin unterbrach, und sie wurde leichenblaß, als ihre Mutter ins Zimmer trat und etwas von ihr wollte. Aber dann sagte sie sich, auch das sei bloß ein Aberglauben und es sei Zeit, sich davon frei zu machen. Während des ganzen^Weges zwang sie sich, an nichts z-i denken und in sich die Stimmung ruhiger Erwartung zu erhalten. Mer es war eine derartige Ansttengung, daß sie, als sie das Postamt erreichte, alle ihre Energie ausgegeben hatte, und nur wünschte, der Mief, den sie so leidenschaftlich ersehnt hatte, möchte nicht da sein. Sie war zu erschöpft für das Glück. Beinahe mit der Gewißheit, daß der Beamte den Kopf schütteln und dazu: „nichts" sagen würde, nannte sie am Schalter ihren Namen. Aber gleichmüttg reichte er ihr gerade den letzten hin. Da, da lag er. Und da sie den Brief, um den sie Tag und Nacht gerungen hatte, auf dem Schalterbrett liegen sqh, da wußte sie, noch ehe sie ihn in die Hand genommen hatte, an der plötzlichen Stille, die in ihr war, was sie darin lesen würde. So ftemd starrten die runden Buchstaben sie an. Sie konnte sogar lächeln, höhnisch lächeln, als sie das Wohlgeboren sah. Sie wußte, das schrieb er nur auf d.^bichgülttge Briefe. Sie hätte den Brief gar nicht öffnen müften. Mer dann zwang sie sich dazu. Bis auf den Grund wollte sie gehen. geehrtes Fräulein Annemarie!" Wie das weh tat. Und Zeile um Zeile las sie in brennender Scham, und Wort ftir Wort drückte sich wie ein Schandmal in ihre Seele. Nach jedem Satz mußte sie abbreckfen und laufen, ganz blindlings laufen, als konnte sie den Dingen entfliehen, die darin standen. Und nahnr - ir ne ' rV 3 ^ ^der uns und ließ seine nichtssagenden Phrasen wie Rutenschläge ans ihr nacktes zuckendes Herz niedersausen. „Sehr geehrtes Fräulein Annemarie!" „Verzeihen Sie, daß ich Ihr liebenswürdiges Schreiben so lange unbeantwortet ließ. Es hat mir erst ins Bewußtsein gebracht, wie lange ich Ihnen schon eine Antwort schuldig war. Sie müssen mich aber wirklich entschuldigen, denn das Tempo des Lebens hier ist ein so rafches, daß man zur Korrespondenz gar keine Zeit behält. Jetzt weiß ich, was es heißt, zu leben. Die Ge- nüfse der Kleinstadt erkennt man erst in ihrer ganzen Beschränktheit, wenn man sich aus einmal, wie hier, Kunst und Geselligkeit in gigantischem Stil gegenübersieht. Ich könnte Ihnen Bünde über beides schreiben, wenn ich die Zeit dazu hätte, und Ihnen die schriftliche Ueberlieferung auch nur den leisesten Reflex der Wirklichkeit geben könnte. Das Eine brauche ich Ihnen wohl nicht erst zu sagen : daß es Ihre liebenswürdige Persönlichkeit war, die mich das Dasein in der Kleinstadt immer mit guter Sttmmung er- un fr ^aß ich Ihnen dankbar bin, daß Sie mit so viel Pietät meiner gedenken. Es wird mir inimer eine große Freude sein, direkt von Ihnen über Ihr Wohlergehen zu hören — nur müssen Sie mit mir als Korrespondenten etwas Geduld haben — und auch das war mir eine herzliche Genugtuung, daß gerade Tr. Mach es ist. der sich Ihnen so voll und ganz widmet. Er nt ein lieber guter und tüchtiger Mensch, der sicher sehr gut« Karriere macheu wird, und Sie werden das selbst sehr bald finden, wenn Sie ihn vorurteilslos nehnien. Behalten Sie lveiter in guter Erftmeruttg Ihren Sie freundschaftlich grüßenden Tr. M. Lehr."' Als sie den Brief in die Tasche steckte, rvar sie ganz ruhig. Es schien ihr, als wäre überhaupt alles ruhig — — die Men- scheu — — das Leben - der Nuß, an dem sie stand — — alles, alles. Sie konnte garnicht begreifen, warum sie sich nur vorher so aufgeregt hatte. Nur nach rückwärts schallen durfte fie nicht! da fing irgend etlvas in ihr an, mit dumpfem Schmerz lebendig zu werden. Aber sonst tw war wirklich alles in schönster Ordnung. Dr. Lehr hatte sicher sehr viel Wertschätzung snr ne 2lb«r nicht dran denken. Nicht dran denken. Es war m auch nicht nötig. Nur ruhig sein - ganz ruhig fern - ®ott! Vermischtes. * Perlmuscheln in der Nordsee. Unsere als Schmuck- gegenständ verwendeten Pcrlci» stammen last durchweg ans tropischen Muscheln, so daß sich in unserer Vorstellung die Möglichkeit de- Vorkommens von Perlmuscheln ganz mit jenen Gegenden verknüpft' hat. Daß dem ader nicht im geringsten so ist. zeigt Phillvpsen. der an der Nordsee Tausende von Muscheln untersucht hat. im Proinetheus. Die meisten Perlen findet man in derMies- muschel (Mvtilus edule). d,e oft 30 Stück von Sandkorn- bis Erdsen- große enthält. Ihre Färbung geht von matter Schwarze über schillerndes Blau zu irisierendem Weiß. In der Nordsee ist sie u cl)t selten, fehlt dagegen fast ganz im Oiiseegeblel. Von de« deiitenderem Wert könnte dagcacn die mattiveiße Perle der Aus er Östren eäale) sein, die aber im Durchschnitt nur bei jeder 10 000. Schale eine Perle ausweist. Keine Schalenperlen sind lellina solida, Mya arenaria und trunctata, die oft sehr eigenarkiae Formen alüiveisen, aber nur selten zur Perle»,bildiptg veranlaßt werden; nianchmal bilden sie an der Innenseite aroße, wlilstige Wnchern'igen, die burrf) äufeeic Verletznnaen bei in Bohren hervor- flcrnfcn iverden. Der eigentliche Anlaß, c ec die Muscheln zur Ausscheidung der Perleusiibstanz rerzt, sind eiudringende Fremd- körver und Schmarotzer, die durch Ernschließen in Perlmiitkerschicht unschädlich geniacht iverden. , . . . * D i e S ch ö n h e i t s v e r s i ch e r n n g s g e s e l l s ch a f t. Dag es Versicherungsgesellschaften gibt, bei denen man jeden einzelnen Körperteil in besonderer Höhe versichern kann, ist nichts Neues mehr. Solche Gesellschaften haben hauptsächlich den Z'.veck, Künstler und ftüiiftleitimeii vor der Gefahr 511 bewahren, durch eme Verletzung jener Körperteile, deren sie zur Ausübung ihrer Knust be- dürfen, broilos zu iverden. So hat die bekam,te russische Tänzerin Parolova ihre Beine bei einer amerikanischen Gesellschaft für eine Million Mark versichert. Auch Caruso soll bei demselben Unter- nebmen seinen Kehlkopf versichert haben. Nimmehr hat aber die Gesellschaft ihren Betrieb ansgedchnk, indem sie sozusagen eine Schönhcitssiliale gründete, die hauptsächlich in der Pariser Fraucn- ivell viel Zuspruch findet. So hat yiue durch ihren herrlichen Haarschiimck befauntc Pariseri», ihr „bis auf die Erde reicheiides Haar" mit 100 000 Francs versichert. Eiiie andere junge Dauie versicherte ihre fd)bnen Angel, mit 50 000 Francs. Die Gestalt von Madeinoiselle Harry, einem Modell von hervorragender Schönheit, wurde mit 25 000 Francs gewertet. ' Das Londoner Hotel-Elend. Unter dei, Geschäftszweigen, die in England am schwersten durch den Krieg geschädigt iverden, steher, die Hotels an erster Stelle. Ganz besonders liegen die groben Londoner Hotels, die in, Frieden bte höchsten Preise in Eliropa fordeclei, und erhielten, gesch istlich völlig darnieder. Wie der Direktor der Londoner Savoy-Hotel-Gesellschaft in einer Ge- schäflsversammlung erklärte, ist der Niedergang des englischen Holelweseus vor allem aus das Fehlen der amerikanischen Gäste zurückznführen. Während die Veremigten Staaren in, Frieden 50 Prozent der Gälte lieferten, trifft man gegenwärtig in England nur sehr wenige Amerikaner, die dringende Geschäfte zu erledigen haben. Die Brulto-Einnahmen der Savoy-Geselljchaft sind ivähreiid des Krieges um nicht weniger als 4 Mlllioiien gesunken. Vüchertisch. - Hochland, Verlag Jos. K ö s e l, Kenivten. Il, halt des Novemberheftes: Die Wiederau'rollung der römischen Frage in, Weltkrieg. Von Dr. Hans Wehberg. — Judith. Roman von Peter Dörfler. — Bismarck in englischer Belenchlnng. Von Eh. Lady Blennerhassett. - Deutsche Schul- und Erziehliiigsproblenie der Zllkniift. Von Kreisschnlinspekior Tr. Jos. Heß. — Die Mutter. Gedicht. Vo>, Hligo Waldhrer. — Tie griechisch-orthodoxe Kirche in Riißland uiid am Balkan. Von llmversitätsprofessor Dr. Seb. Merkte. — Die mazedoiiische Landschaft Mid ihre Kiiltiir. Bon Dr. K. Dieterich. — Kleine Bausteine: Anglikaner und russische Orthodoxie. Von Urban Zurburg. — Soldaiengräber und Knegs- denkmale. Voi, K. Weiß. - Kritik: Nene Romane. Von Franz Herwig. — Hochland-Echo: Ein deutscher Kulturbund. - Rundschau:' Kriegsbetrachtung. - Die geschichtliche Erforschung der Scholastik. - Berliner Theater. — Ter Autor der „Marseillaise". - Von, Weihnachlsbüchertisch. - Unsere Km,stbeilage»,. - H 0 f f n, a n n s Haushalt nngsbnch (Preis 2 Mk., Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart) ist so angelegt, daß die ^Ausgaben für die verschiedenen Bedürfnisse täglich i», eigene Rubriken eingetragen iverden und beim Monats- und Iahresschluß klar und übcrsichllich dastehen, was ganz von selbst zun, Vergleichen und Ueberlegen anregt. Ein Küche»ikalender, eine Wafchtabelle, eine Adressentafel für Einkäufe und Lieferungei, n. a., soivie ein rei'hhalüger „Ratgeber für den Haushalt", der ein Helfer sein ivill in den Schwierigkeiten der Kriegszeit, sind beiaegeben. Novembertage. Einem Zilge grauer Nonnen gleich. Die un, ihre Sonnenschwestern traneri», Gehn sie müde durch des Herbstes Schauecri, Arm an Gütern, an Gebeten reich, Die zu einen, Perlenkranz sich reih'n Unter ihren schmalen, blassen Händen. — Und der Sonnenkrone fahles Blender, Streift verloren sie mit irrem Schein. Ihre Schleier trüb und tränenschwer Decken liebe»,d sie aus stille Grüfte, Und ihr Klagen zittert diirch die Lüfte, Irrt, ein Aufschrei, wild im Sturm daher. Aber manchmal löst ein Königskind, Wenn die Glocken märchendunkel klingen, Sich mit wundersamem, leffen, Singe», Aus der Schwestern grauen, Zuge lind. Weiß ei», heimlich gülden Schlüsselei», Zu Frau Holle's großen, Federreiche, Und es schmiegt sich wohlig in die iveiche, Blütenweiße Dannenpracht hinein. Fern verhallt der Nonnen Grabgesang Und in, Wind klingt's, ob von Hinnnelsstusen Christkind habe silberfein gerufen, Daß Sankt Niklas rüste sich zun, Ga»»g. Sophie Nebel vor, Türkheim. Gietzcner Hausfrauen-Berein. In Zeiten, in denen die Hausfrau sich äußerster Sparsamkeit befleißigen muß, ist es doppelt notwendig, daß sre der .Herstellung' eines guten Mittagsmahles erhöhte Aufmerksamkeit schenkt. Je sparsamer die Zutaten, um so sorgfältiger mutz die Zubereitung sein. Wie oft kann man doch ein einfaches Gericht durch Zugabe eines unserer gesunden deutschen Gartengewürze schmackhafter und besser zubereiten. Man verwende überhaupt lieber grüne Gewürzkräuter, als ausländische, scharfe Gewürze, die der Gesundheit nicht dienlich sind. Sonntag: Reissuppe von Bratenknochen, Rinderbraten mit Rosenkohl, Kartoffeln. _ , Montag: Suppe von Suppenwürfeln, Hammelflersch Mid Geniüseallerlei *). Dienstag: Zwiebelsuppe, Makkaroni, Tomatentunke, geriebener Schweizerkäse. Mittwoch: Kochfleisch, Meerrettich, Rote Rüben, Kartoffeln. — Aus der Hälfte der Fleischbrühe wird eine Nudelsuppe gekocht die andere Hälfte für den nächsten Tag aufgehoben. Donnerstag: Griessuppe (Fleischbrühe), Krautrollen (in Fleischbrühe gedämpft), Kartoffeln. „ „ p „ . Freitag: Grünkornsuppe, Kartosselklöße, Apfelbrei Samstag: Sauerkraut, Kartoffelbrei, Leberklöße. Kochanweisungen. H a m m e l f l e i s ch mit G e m ü s e a l l e r l e i: 8 /a Pfund Hammelfleisch (Brust), 2 Pfund Kartoffeln, die Hälfte von einem kleinen Kopf Weißkrauts die Hälfte von einem kleinen Kopf Wirsing, nach Geschmack auch etwas Gelberüben, 2 Zwiebeln. Das geschnittene Fleisch, Gemüse, Kartoffeln und Zwiebeln werden lagenweise unter Zusatz von ganz wenig Salz und Pfeffer in einen Topf geschichtet, mit wenig Wasser 1 Stunde ungekocht und dann in der Kochkiste oder im Bratofen fertig gekocht. Milch kaufe kt: 1/4 Pfund Butter wird zu Sahne gerührt 3 Eidotter und 1 Pfund Zucker, 10 Gramm in Rosenwasser gelöstes Hirschhornsalz, 1 Päckchen Vanillin, 3 geschlagene Eiweiß iverden 1/2 Stunde mit gerührt, V 2 Schoppen Milch und 2 Pfund Mehl damit verarbeitet, nicht zu dünn ausgerollt, ausgestochen und andern Tags langsam gebacken. Geht stark auf und gibt viel ans. *) ^Siehe Kochanweisung. Magisches Dreieck. I Jn die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aaaaaacll ra rrrr y derart einzutragen, daß die einander ent- _ — sprechenden wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend solgeiides bedeuten: —* 1 . Weiblichen Vornamen. 2. Alles Musikinstrument. 3. Teil des Menschen. 4. Aegyptische Gottheit. 5. Einen Buchstaben. (Aust, in nächst.Nr.) Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Nadel, Tadel, Adel, Leva. Schristleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UuiversitatS-Buch- und Sleindruckerei, R. Lange, Gießei»