Die vom Rauhen Grund. Roman von Paul Grabein. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) In einem Gefühl des Geborgenseins wollte Eke sich zu ihm flüchten. Aber da trat er von ihr zurück. Kalt griff es ihr ans Herz. Ihre Augen drangen durch die Dämmerung in seine Züge. „Du hast meinen Brief doch erhalten?" Er neigte das Haupt. Langsam und schwer. Dann kam es von seinen Lippen: „Ja, ich erhielt den Brief. Und ich danke Dir dafür — aber es ist zu spät." ,Lu spät?" Still stand ihr plötzlich das Herz. „Wie meinst du das?" „Eke," noch tiefer sank ihm der Kopf, „ich — bin deiner nicht mehr wert." Nichts. Keinen Laut. Da suchten seine brennenden Augen sie. „Du sagst gar nichts —?" Ein langsames Regen. Ein Erwachen aus furchtbarer Erstarrung. „Was soll ich sagen?" Wieder das Schweigen, so todesbang in den Schauern der dämmernden Einsamkeit, und dann ihre Frage, kaum vernehmbar, tonlos: „Mit wem?" „Marga Reusch —" Ein Zusammenznrken Ekes, als wolle sie zu Boden stürzelt. Seine Hand streckte sich ihr helfend entgegen. Doch da stand sie bereits wieder vor ihm, fest und aufrecht. Nur bläst war das Antlitz, das ihm durch die Dämmerung entgegenleuchtete. Es würgte ihm in der Kehle. Sein Leben hätte er hingegeben, hätte er damit die Stunde gestern ungeschehen machen können. So bohrten sich seine Angen ins Dunkel, daß es schmerzte. Und immer drüben bei ihr dies inarternde, lautlose Schweigen. Doch nun ein leises Rauschen ihres Kleides. Sic kehrte ihm den Rucken. Da fuhr er auf: „Eke — hast du kein Wort mehr für niich?" „Ich habe dir nichts mehr zu sagen, als das: Tn deine Pslicht, wenigstens bei der anderen." Eine fremde Stimme sprach es zu ihm aus dem Dunkel. Dann war er allein. Er stieß die Fäuste von sich, die Adern zum Zerspringen gestrafft. In seinen Ohren gellte ein ungelachtes Lachen. Wild und zerrissen. Da ging etwas zuschanden in ihm, in dieser Minute — das konnte ein ganzes Leben nicht wieder heilen. Aber dann war es vorbei. Ein finsteres, entschlossenes Antlitz hob sich ins Dunkel. Dem Weg entgegen, der ihm nun vorgeschrieben war. Es hätte ihrer Weisung nicht bedurft. — Zu Haus angelangt, trat Bertsch in sein Schlafzimmer. Das kühle Wasserbad tat (einen heißen Schläfen wohl. Dann machte er sich fertig, hinunterzugehen. Noch heute wollte er mit Margas Vater sprechen. Ins reine komme« auch damit. Und dann wieder seine Arbeit, nur noch seine Arbeit! Das andere war vorüber. Der törichte Glückstraum wie der unsinnige Rausch seines fiebernden Blutes, der ihn gestern in Margas Arme getrieben hatte. Was war sie ihm heute? Ein wilder Zorn packle ihn, wenn er nur an sie dachte. An ihre verführerische Schönheit, die ihn betört hatte. Er haßte in ihr seine eigene Mannesschwachheit. Aber dann kämpfte er auch das noch nieder. Sinnlos und ungerecht war das. Wollte er ihr die Verantwortung zuwälzen, die er selber zu tragen hatte? Und er zwang sich, anders an sie zu denken. Gelassen wollte er ihr gegenübeo- treten. Beherrscht und ruhig. Wie es nun immer sortab zwischen ihnen sein sollte. Auch nachher in ihrer Ehe. Mit völliger Ruhe begann er sich dies Zusammenleben vor- zustellen. Aber auch ganz gleichgültig. Als ginge ihn daS im Grunde gar nichts an. Was auch weiter? Es würde eben eine Ehe werden, wie so viele. Nur daß er den Launen seiner schönen Frau sehr energisch Zügel anlegen würde. Dachte sie etwa das Regiment zu führen, so hatte sie sich stark verrechnet. Geflissentlich gab er sich diesem Gedanken hin. Wie um das andere zu überrönen, daß er noch immer in der Tiefe zucken fühlte. Doch ein leises Anpochen an seine Wohn- zimmertür ries ihn jetzt ins Nebengemach. „Sie, Mutter Reusch?" Erstaunt begrüßte er den ungewöhnlichen Besuch. „Ja, ich must Sie einmal sprechen. Herr Bertsch. Schon seit Wochen warte ich auf die Gelegenheit, aber ich trefs' Sie ja nimmer allein an." „Nun, was haben Sie denn, liebe Frau Reusch? So — hier ist das Sofa, und jetzt erzählen Sie mir." „Es ist wegen des Mädels, meiner Enkeliw" „Margas wegen?" „Ja — es geht mir nicht mehr aus dem Kopf, seitdem mir neulich so allerlei Gedanken gekommen sind. Es ist ja wunderlich, daß ich gerad' mit Ihnen darüber sprechen soll — aber es geht doch auch Sie an." „Auch mich?" Sollte Marga etwa schon von gestern gesprochen haben hier im Hause? Seine Stirn zog sich zusammen. „Gerad' Sie. Herr Bertsch," sagte leise die Blinde. „Und darum bin ich's Ihnen sogar lvohl schuldig, daß ich rede. In Ihrem wie in Margas eigenem Interesse. „Sie sehen mich wirklich verwundert, Frau Reusch. WaS ist's denn nur?" „Ich bin eine alte Frau, die Ihre gute Mutter noch gekannt hat, da darf ich ja wohl frei zu Ihnen sprechen. Also: Das Kind, die Marga, hat's sich in den Kopf gesetzt, 710 Sie waren gerad' der rechte Mann für sie und sollten sie heiraten." „Nun, Mutter Rcusch — haben Sie denn solche Bedenken gegen mich?" „Nicht gegen Sie, lieber Herr Bertsch. Aber gegen eine Ehe zwischen ihnen beiden." „Und warum das?" .„Ja, sehen Sie — die Marga hat gar so ihre eigenen Ansichten über das Heiraten. So ganz anders, als Mädchen sonst. Was sic sucht in der Ehe, das ist ja nicht das Glück." „Was denn sonst?" Und er horchte auf. „Ihr Leben möcht' sie genießen, so recht nach Herzenslust. Dazu soll ihr die Ehe taugen." „So — dazu also?" „Ja, und darum spreche ich offen zu Ihnen. Und weil ich es gut mit Ihnen meine, lieber Herr Bertsch. Die Magri hat ja wohl etwas an sich, das; sie einen Mann leicht an sich ziehen kann. Aber es war' nicht Ihr Glück. Sie brauchen eine andere Frau. Und die Magri einen andern Mann. Denn so einen gehorsamen Sklaven, lvie sie ihn sich wünscht, den täten Sie doch nimmer abgeben." „Allerdings wohl nicht." ,,Das weis; ich doch. Und so gäb's denn eine Ehe voller Unfrieden, von früh bis spat. Das Hab' ich der Magri auch schon alles gesagt; aber sie hat's sich einmal in den Kopf gesetzt. Und das Mädel hat so was — ich fürchte manchmal ordentlich für sie. Sie könnt's fertig bringeil mit ihrem heißen Blut, mit irgendeiner Unüberlegtheit ihren Willen dnrchznsetzen. Es geradezu abzulegcn daraus!" „So — trauen Sie ihr das zu?" „Leider Gottes — ja. Und darum, lieber Herr Bertsch, sage ich Ihnen das alles. Sie sind ein ruhiger, verständiger Mann. Wenn's jemand anders war', ich tät's ja nimmer Denn es könnt' dem leihen jungen Ding dann erst recht zum Schaden sein. Aber Sie — " „Mja -" Bertsch wandte den Kopf, trotzdem die lichtlosen Augen vor ihm ihll ja nicht zu erkennen vermochten. Aber dann erhob er sich unvermittelt und tat ein paar Schritte. Ein Gedanke kam ihm plötzlich. Hohnvoll grausam. Wenn das gestern abend vielleicht gar kein Zufall war? Wild schlug sein Herz aus. Doch da vernahm er wieder die Stimme der Greisin. „Nicht wahr? Sie verstehen schon alles recht, lvas ich Ihnen gesagt habe?" „Gewiß — gewiß." Aber ein Beben war in seinem Ton. Und null drehte er sich um, mit einem Ruck. „Das beste ist, ich spreche einmal selber mit ihr — gleich!" „Wie - mit der Magri?" „Doch! Es ist entschieden das Richtigste. Das gibt Klarheit zwischen uns mit einem Schlage!" Und noch ehe die alte Frau ein Wort erwidern konnte, war er schon aus denk Zimmer. Drunten auf dem Flur traf er aus das Mädchen und fragte nach Marga. Die Magd verschwand und kam wieder. Das Fräulein werde gleich kommen. und sie ließ ihn schon mmer ins Familienzimnier ein treten, wo sie Licht machte, -l.n nur schlecht verhehltes Lächeln, zudringlich und ahnend. Vielte ihr dabei um den breiten Mund. Eine Röte rrat hm da auf die Stirn. Scharf schallten seine Schritte durch das stille Gemach. Am Fenster blieb er stehen, die Hände auf dem Rücken verschränkt. ..Dann verließ ihn die Magd. Draußen war es inzwischen völlig dunkel geworden. Doch der Mond war sichtbar, zwischen dunkeln Wolkenschleiern. Sein Silber rieselte in den Garten. Weiß schimmerte es dort ans dichtem Buschwerk auf. Da zuckte Bertschs Auge zusammen: die Bank unter dem Jasminftrauch — an der Mauerbrüstung. Mit einem Ruck warf er sich wieder herum. Dann nahten leichte Schritte im Nebenzimmer, die Tür öffnete und schloß sich wieder. Ein leises, seidiges Rascheln, und nun Stille. Ein Abwarten bei ihr. Kühl, wortlos. Vorwurf und Strafe zugleich. Da kehrte er sich ihr zu. Seine Brauen waren lief herabgezogen und verdeckten fast seinen Blick, der nun zu ihr kam, langsam — wie zu einem Feinde. „Ich hatte eben eine Unterhaltung mit deiner Großmutter. Sie suchte mich auf." Rauh klang es zu ihr hin. War das dieselbe Stimme, die gestern abcub so weich und dunkel flüstern konnte? Erschrocken blickte sie aus ihn. Verständnislos. Doch nun sprach er weiter: „Die alte Frau ev^dljüc mir allerhand. In bester Absicht — sie konnte ja nicht ahnen. Nun — ganz gleich auch Bloß eins muß ich wissen. Willst du mir eine Frage beantworten — auf Ehre und Gewissen'?" Ihre Augen, die ans ihn gerichtet waren, groß und wett, bekamen etwas Starres. „Frag'!" „Also — ist es wahr? Du lmttest es dir vorgesetzt, mit allen Mitteln dein Ziel zu erreichen, mir gegenüber?" Ein flammendes Rot schoß ihr ans dem Ausschnitt des Kleides, an dem weißen Hals empor. „Hat dir das meine Großmutter gesagt?" „Deine Antwort! Mit allen Mitteln? Nötigenfalls auch — mit dem letzten?" Der heißen Glut folgte ein ebenso jähes Erblassen. Mer ihre Lippen preßten sich auseinander zu eiltet schmalen, harten Linie. So stand sie regungslos, die Augen geschlossen. Und erlitt in diesem' Moment tiefste Frauen- schmach. Wohl war es ja sv gewesen, wie er sagte. Mer sollte sie ihm bekennen, daß du noch etwas anderes sie getrieben hatte? Stärker uwh! noch ausschließlich a:s alle kühle Vernunft und drängender Ehrgeiz. Dies bekennen ihm — der vor ihr stand, eiseskalt, nur ihr Ankläger und Richter? Da warf sie den Kopf in den Nacken zurück. „Nimm an, was du willst! Es ist unter meiner Würde, dir auf diese Frage etwas zu erwidern." „So — " Ein harter Glanz war in seinen Augen, wie sie nun in die ihren drangen, gleich zwei unbarmherzigen Schneiden. „Diese Erwiderung ist mir allerdings Aniw-ort genug. Ich weiß jetzt, ums ich zu halten habe - von dein — Zufall gestern." „Gerhard!" Sie taumelte fast zurück. So blieb sie an der Tür stehen, beide Hände hinter sich ansgebreitet, wie einen .Halt suchend, und den Kopf weit vorgestreckt, zu ihm hin, der jetzt sortsuhr in dem gleichen, grausam lallen Tou. „Sei ohne Sorge, du hast dein Ziel erreicht. Heiraten werde ich dich natürlich, aber —" Wie ein Peitschenhieb traf sie dies letzte Wort, mit seiner abgrundtiefen Verachtung. Da riß sie sich empor. Fiebernd brannten ihre dunkeln Augen in dem blutleeren Antlitz, wie sie nun die Hand gegen it/n ausstreckte mit einer befehlenden Gebärde. „Genug! Du hast keinerlei Verpflichtung mir gegen-- über — keine. Und wenn ich in dieser Minute etwas bedaure, so ist es nur, daß ich kein Mcum bin — um dir die Antwort zu geben, die du verdienst." Zitternd am ganzen Leibe stieß sie es hervor. Dann war er allein. (Fortsetzung folgt.) Der Vater. Von Kriegsberichterstatter W a l d e in a r B o n s e l S. Gibt cs wohl ein Flecken Erde ans der Welt, bo£ mehr Blut getrunken hat, als der Boden Galiziens? Wer will es ermesse:!, und was würden Zahlen, der puc-purnen Allmaäü jener Ströme gegenüber, bedeuten, die dort geflossen und versiegt sind, die die Erde m ihrem barmherzigen Schoß b^rgt, die die allmächtige Sonne m ihr Lichtbercich zurückgesogen hat? Die Kreuzeswälder aus Höhen und Wiesen dieses weiten, vorher so wenig gekannten Lan- de.s! decken nicht allein die Leiber der gefallenen Männer und ihre Schmerzen, ..sondern sie verkünden eine Welt von Gram, den die ^'.^"digen ertragen, die Lebendigen deutsckLr Erde in Nord urib Sud. West niid Ost, die Lebendigen aus Rußlands weiten Landstrichen, auf Oesterreichs Marken bis tief in die Tiroler Berge hinein und in die bosnischen Hochebenen. Was bedeutet diesem Meer zerbrocheirer Hvsfmmgen mid ungenannter Kümmernisse gegenüber ein einzelner Fall des Erleidms, und doch will rener graue Morgen mir nicht aus dem Sinu, an denk cm altes Marmchen mich um meine Hilfe bat. um meine Hilfe, die Statte zu finden, an der die Liebe und der Glanz seines ver-, sinkenden Daseins eingebettet lagen. Jener eine Fall, in dein das Leid der Heimat wie durch -einen Boten zu nur trat, ist mir lange im Gemüt und in vielerlei Betrachtungen nachgegangen. Die Heimat erlebt den Krieg anders als die Kämpfenden und sie erleidet ihn anders. Ein volles Verstehen ist schtver berzustellen, die Faust des Krieges schließt eherne Riegel vor, und der tiefere Grund einer gerpissen fcltiamcn Fremdheit mag darin liegen, daß Stolz und Sckwm beiden Seiten die Lippen schließen. Ich habe wenig der kämpfenden und leidenden Männer an der Front getroffen, die auch nur von ihren Taten oder Leiden erzählen, am wenigsten dann, wenn ein hohes Ehrenzeichen ihre Brust schmückt. Um die Bedrängnisse und daS Geleistete anzuhören, sind die Kameraden da, die (Afährten dieser rauhen Taten, die alles ersetzen müssen, Vater, Mittler, Gattin und Kinder. Aber der Heimat gegenüber gibt niemand gern zu, wie hart sein Los mar, mit den Grenzen der vertrauten Gefilde, die zloar nicht viele schon heute- wiedergesehen haben, setzt in der Brust der Mannestrotz der Verant- wörtlichen und der Stolz der Handelnden ein, uift> die Magen verstummen, oder iljr Angcsiclst bekomnrt die grausame Heiterkeit der siegreiclien Kraft. Und so empfindet die Heimat, und vielleicht ist es ihr heiliges Recht, von dem großen Krieaselend in fremden Ländern hauptsächlich iiub zuerst nur die Kraft, den Ruhm, Erfolge und den Geschmack eines fernen, ehrenvollen Todes. Mer das Gesühl für jene seltsame Verschiebung aller Werte, die das Kricgslcben mit sich dringt, drängt sich ihr nur selten auf, vielleicht einnral dann, wenn die besck-eidene Freude eines Heiingekehrten über eine sonst nie beachtete Nichtigkeit sie rührt, oder wenn ans einem Angesicht das merkwürdige und kindliche Entzücken strahlt, nur darüber, daß die Brust mxf) im Licht atmet, daß die Hände sich noch regen, die Füße noch schreiten und der Mund noch spricht. Und so verstehen auch die Känrpfenden draußen die Menschen der Heimat in ihrem Getriebe, ihren Ansprüchen, ihren Vergnügungen und ihren Worten nicht mehr ganz, am wenigsten in ihrem Gleichmut gegen die Güter eines ruhigen, arglosen Daseins. Nur die Liebe schlagt ihre Hellen Brücken, im ansgleichenden Glanz ihrer gött!iä>en Allmacht. Ich dachte an diese Einzelheiten, als ich au jenem grauen, regnerischer! Sommermorgen mit dem alten Mann durch die verödeten Straßen eines kleinen galizischen Ortes schritt. Der Fremde hatte die weite, mühevolle Reise vom Norden Deutschlands bis vlcht an die rnffi[cf>e Grenze Galniens in Tagen und Nächten gemacht, um eine kurze, traurige Weile am Grab seines Sohnes stehen zu können, und wir gingen nun miteinander hinaus, um es zu^ juchen. Tic grausam nützliche Sachlichkeit und der eherne Gleichnrut des Kriegshandwerks, wie es sich nahe hinter der Front oft so ernüchernd darbieten kann, erschütterten den alten Mann zu An- fang fast h.-stiger, als der Gedanke an das Grab seines Sohnes. Ihm mochte zumute sein rvie einem, der crivartet hätte, in das fi'ierliclre und großzügige Ruhmesdämmern einer im Orgelklang erbrausenden, alten Kirche zu kommen, und der sich Plötzlich in die grausame NüchlernlM eines modernen Fabrikbetriebes versetzt sieht. Das liegt daran daß der Krieg alt ist, uralt, sein kaltes dröhnendes Getriebe übertrifft alles, was wir von Fabriken, Warenhäusern, Bahnen oder Maschinen je in der Heimat auch nur geahnt lmben. Und in diesem Lärm der Sachlichkeiten haust der alte Tod? Der Ta-d der Blumen und der schwermütigen Lieder, der Tod stiller Gebete rnrd andächtig geschmückter Gräber? Das alte Männchen an meiner Seite tat mir innig lei), aber ich verstand es wohl, denn and), mein Vdund ist verstummt, als ich die ersten Eindrücke dieser verwirrenden und erschütternden Lebens- und Todesformen empfing. Es gehört viel Gleichmut, viel Oberflächlichkeit cazu, dort draußen draufloszuschwatzen. Es regnete ohne Aufhör, die grünlich schimmernde Ebene ivar weithin verhängt, unsere Füße sanken tief in den durchweichten Lehmboden, ein paar armselige Bmierngefährte begegneten uns, die Leute grüßten tief, uns mit großen, angstvollen Augen musternd. „So haben sie sich auch vor den Russen verbeugt," sagte ich, um die qualvolle Oedc des bedrückenden Schweigens zu brechen. Ter alte Mann sah auf uird suchte meinen Blick. „Sie wissen nicht, vor wem sie sich beugen," sagte er langsam, „sie neigen sich vor der Majestät des Krieges und vor dem Leid oer Menschheit." Seine Worte sanken nrir tief ins Herz. Dir hat der Schmerz die kleine Parteilichkeit im Urteil genommen, dachte ich. du fühlst, daß die ehernen Sckwanken, die die Völker im Zbriege trennen, einen wehen Ausgleich in einer ganz neuen Gemeinschaft Hervorrufen, in der Gleichheit ihres gemeinsamen Leids. Ich betrachtete meinen Begleiter heimlich und aufmerksam. Er war mir so fremd, wie nur ein Mensch dem andern sein kann, ich krnitte nicht einmal seinen Namen. Aber nach seinen letzten Worten war er mir seltsam nahe genickt, und zum erstenmal empfand ich, daß wir hier zu Zweien, in einem fremden Land, an einem traurigen Morgen, zwei lebendige Mensckwn, einen Verstorbenen suchten. Der Kirchhof war weit draußen. Wir betraten ihn endlich, naß und ermüdet. Er bot, rvie die galizischen Friedhöfe fast alle, unserm deutsch Anspruch wenig Erhebendes, der Blech- und Steinschmuck der Gräber, die fast alle kahl und zum größten Teil vernachlässigt waren, berührte nüchtern und lieblos, ich dachte an die durchsungenen Totengärten meiner rwrddeutschen Heimat, und ein Frösteln der Fremde befiel mich. Ein Feld hinter dem Kirchhof war der neue Begräbnisplatz. Dort lagen Deutsche, Oesterreicher, Tscheck)en, Russen, jede in. rhrcin Teil bestattet, und beim Anblick di.-ser glnchinähigeu Reihm,^ die wie neue Beete eines frisch angelegten Gartens wirkten, erschien mir das Bild des Todes in der Gestalt eines Gärtners, der sein Land in liebevoller Ordnung uird bedachter Bereittchaft zu einer großen Ernte bestellt hat. Wie sorgfältige Anpflanzungen zogen die Kreuzreihen sich dahin, ihr hellgLlbes Holz über den, LclMcküden gegen den grauen Himmel ist mir unvergcÄiÄ geblieben. Ein jedes dieser schlichten Denkmale trug einen Namen, den Todestag, eine yttimmer und das Regimertt seines Schläfers. Das war ein trauriges Suchen. Ich sah, daß inein Nachbar zitterte. Er ging mühsam und gebeugt, und sein Mantel war durchnäßt. Im Hintergrund des Feldes bewegte sich ein Bauerngefährt mit einern Holzsarg. Ter Priester und ein paar österreichische Soldaten sckmtten hmterli-er. Es wurde Halt gemach, es bildete sich eine Gruppe im Nebel... „Hier ist er begrirben...," sagte eure rauhe Stimme leise neben mir, „hier liegt er." Es Nang seltsam sack/ich. Nach einer Weile atmete der alte Mann tief auf und sagte olMe Schmerz und ohne eine Klage tm Ton: „Ich hatte ihm, als er ein kleiner Junge war. eine Sckmukel bauen lassen, hinter meinem Arbeitszimmer im Garten, und von meinem Schreibtisch aus sah ich seinem Spiel zu. Das war eine Freude für mich, von der er nichts wußte. Da sah ich, wie er es trieb, was sich m ihm regte und was ihn beglückte. Hierzu hatte er Gxscl-ick, dies wreder ließ ihn gleichgültig. Und eigentlich ist es immer so geblieben: ich sah ihm zu. und er wußte nicht «sar m viel von dem. was mich bewegte. Heut scheint es mir, als habe kt nicht unrecht daran getan. blieb ich mir auch treu, als er in den Krieg wollte. Ich habe niclsts getan, was seine heiße» Freude schmälerte, und nun stet/ ich hier wieder, schail ans ihn nieder, und er weiß nichts davon... Mer was denn nun?" fuhr er fort und sah mich an, „sott ich imeder mit Ihnen umkehren, icki. Mter? Ja, ich wwde es tun," antwortete er sich selbst, „ich bin zu alt geworden, um dem Leben nicht gehorsam zu sein. Schauen Sie über die weiten Gräberreiheu hin, alle »reiht ihr großer heiliger Gehorsanr, und je tiefer er aus dem eigensten Wesen und innersten Witten dringt, umso edler ist er. Oft meine ich, der Gel^rsaru gegen alle und ich Wohl und die wahre Freiheit, die 'haben viel miteinander gemein, aber ich kann Ihnen nicht sagen, inwiefern, denn meine Gedanken vermögen meinem Herzen nicht immer zu. folgen, wohl aber ich selbst, und es scheint mir das Beste." Wir gingen sckümigend l-eim, und der Alte trat noch in der plncfjcn Nacht die beschwerliche Heimfahrt am Ich gedachte seiner rn einer wehmütigen Erhabenheit, bis in meiner Erinnerung langsam' ein seltsames, heimliches Glühn aus seinem einfachen Worte erwachte, dessen Glanz und Wärnre mich begleiteten »vie ein Licht aus der Henna t. _ Vermisstes. • D i e Entsteh» na de« Bußtages. Bußtage gibt es feit dem Jahre 1546. Ter verzog nutz Nursinst Moritz von Sachsen, der in der Schlackt bei Sieoeröhausen gegen Albrerbt ")llc>btades vou Brandenbur -Enlmbacb am 9. Juli 1553 schwer verwundet wurde und zwei Taae später starb, war der Veranlasser dieser Ciu- ricbtu'nq. Wegen der damaligen gefährlichen volltischen lind kirchlichen Zerwürfnisse traf er die Anordnung, und Fürst Georg vor, Einhalt, "oadpitor in geistlichen Euchen zu Merseburg, schrieb den ersteil Bußtag nir den 6. Juli 154«; aus. Zinst eich wurde den Psarrherren voraeschrieden, wie sie stch dabei zu verhallen Hütten. Tie Bußtage sollleu wöchentlich zweimal. Dienstag und ilrenag, stattsindeu lind au« jeden! HailSbalt »nußlen Personen in der Krrcbe elscheiuen. Später wurden uaiürlich die Bußtage vermindert und schliei lieh ans drei im Jahre, mit vorgeschriedenein Text für die Predigt, reduziert. Bet geiäbrli ben Zeiten lvurden auch noch wöchentliche Bunverinabnuugen angeorduet. Tann gab r§ in den verschiedenen deutschen Bmldesstaaleu verschiedene Bußtage, bie nun in den meisten auf einen zurück, e'ührt sind. * Der Zucker Hunger in Petersburg. Die Knappheit der Lebensmittel verändert imnler mehr das Petersburger! Straßcnbild. Ganz besonders groß ist der Andrang zu den Zucker- Verkaufsstellen, beim es scheint, daß der Mangel an Zucker die Petersburger am empfindlichsten Punkte getroffen hat. Tie nachstehende, anschauliche Schilderung, die der „Rußkvje Slowo" iviederglbt, beleuchtet die zähe Ausdauer, mit der in der russi- sck>en Hauptstadt um den Zucker, und zwar inn den „echten" Jucker, gekämpft loird. eine Standhaftigkeit, die auf wichtigeren „Kriegssck)Änpläpen" Wunder verrichten könnte: „Ter Laden ist geschlossen. Die Lampen sind ausgcläscht. An der Türe draußen kündet ein Plakat: „Der ganze Zucker ist ansverkauft!" Ungeachtet dessen sammelt sich eine Menge an und bildet unwillkürlich eine Kette. WtÄer der Regen, noch der Wind, noch die spöttischen Bemerkungen der Vorübergehenden üben eine Wirkung aus die Harrenden aus. Ihre Gesickster versteinern sich gleichsam'. Ihr Blick spricht von fester Entschlossenheit. Jeder v-on ihnen denkt: „Eher sterben, als jemandem den Platz räumen!" Die Kette wird fast ausschließlich von Frauen gebildet, aber nkfjt nur von einfachen mit dem Tuch auf dem Kopfe, sondern auch von solchen, die Spitz eichcruben und selbst nwderue Hüte tragen. Was wollen sic eigentlich? Sic wollen Zucker! Aber zwei Schritte weiter von diesem Laden wird in einem mächtigen Fruchtkctter 712 Surfer. daS heißt Streuzucker, verkauft! Aufcheiirend gilt er nicht als Äollzucker. Wie könnten sich sonst die Leute entschließen, bis zum Umfallen zu stehen und dis auf die Haut nag zu morden, irm nur auf och den, harten Zucker zu Marien! Aul die dringenden Fragen der Wartenden erfolgte wiederlwlt die tröstliche''SLuNvart: „Es ist dach alles verkauft, koimnen Sie morgen!" Es waren 20 Minuten verstrick)«*, 40 Minuten . . . eine volle Stunde. Der Laden blieb geschlossen und dunkel wie früher, und eb'uso blieb die Zielte unentwegt stehen, ohne zu murren., nur daß sie doppelt und dreifach an Länge znnahm. Aus dem Hofe tritt ein Ladenjunge und sagt: „Meine Herrschalten, Sie warten Vergehens, heute gibt es keinen Zucker mehr, konrmen Sie morgen?" „Das ist nicht lvahr, wir l>aben selbst gesehen/ wie acht Zuckerhüte aus den Hol geschafft wurden!" „Aber sie müssen dock) zerschlagen »verdeu!" „So schlagt und sägt Lwch den Zucker! . . „Das dauert zu lange!" „Tut nichts, wir werden warten!" . . . Und es wird gewartet. . . . Endlich kommt der ersehnte Augenblick, nnd es wird im Laden hell. Die Kette gerät in Bewegung. Die ersten, denen. die Türe sich öffnet. werden lstneingesclwben, und dann wird die Türe vor dem Ansturm der anderen zu schützen gesucht, aber t>erge- bens! Sie kracht bereüs in allen Fugen, denn ein vaar „Ehuli- ganv" haben sich dazwischen gedrängt und stoßen die Frauen gewaltsam weiter. Es erhebt sich ein Oesckrrei. Die Türe geht auf, kann aber nicht mehr geschlossen worden. Eine Menschenlawrne stürzt in den Laden. Es ist nicht mehr nw-glich, die Hände in die Taschen zu stecken, so dicht steht einer neveu dem anderen.. Die Zuckerverteilung l-ogimtt. Erst gibt es zwei Pfund, darm bald nur 1 Pfund und dann — ist alles wieder vergriffen! Derr Laden lvird leer, die eingedrückter) Türen werden zugstporrt, das Lickst gebt unedor aus. Und auf der Straße stehen immer noch Leute, bilden immer noch eine K^stte und lassen sich oom Rogen durchnässen und von den Bo rüber gehenden anslachen. . . . Es gibt jedoch noch eine Möglichkeit, Zucker z-u erlangen! uns aus dem Hofe wohnt eine alte Frau, die über ein Zuckertager verfügt. Ganz früh morgens geht sie mit ihrem Marktkirb auf Beute aus und kehrt spät abends zurück, den Korb vöttig gefüllt mit Zurei- Pfundpaketen Zucker. .Hast Du viel heimgebracht. Mütterchens^ „Nur 10 Pfund!" Man sagt aber, daß sie bereits ein ganzes -Zuckerlager angesammelt hat!" * Der französische Vers Händler. In* „Miro mlk Eenovese" wird lloaeude kleme "Anekdoie erzä lt: Als Pietor Huao in der Rne de la Tacir d'Auverane wo nte. kam eines Daaes eia gut gekleideter Herr zu ihm, der ach ihm als Herr Eorhunn. Be- siger eines Kraniladens, vorst^llle: „Nun «stll ich in wenigen Worten t»ic Sache erörtern, die »nick zu Ihnen st'ibrt, Monsieur Hugo," sagte er. „Ich bin Dichter, nnd neulich A end nun, als mich der Teu'el ritt, habe ich tit einem Atem dreihundert Verse gemacht. Beim Abschreiben dachte ich mir: ums wer e t d nun damit machen? Aber halb war ich von dieser Verlegenheit befreit. Ich sagte mir: zwei Schrttt von d,r entfernt tuolmt Bietor Hugo, der berühmte Dichter, denen et ziger beschütt es ist, Verse zu machen und ste engros an fit tmcbhaiiMimqeii zu verkaufen. 6)eh zu Ihm und mache ihm der) Bors dlag, deine dretlumdert Verse billig zn erwerbe»,." Bietor Hugo halte die grösste Mühe, dein Kramhändler oe>stäudlich zu machen, daü er nicht Berse von anderen faufe. „Ich iehc, da» ich mit Ihnen nicht einig weben kann/ sagte er schließlich beleidigt, „ich »verde mal zu Alexander Dumas geheil!" * Kriegs morgen in Venedig. Der^ Krieg hat das Leben in 2^e»edig vollkommen veräiidert. Das Stadtbild bat ein nnaeivobntes, der meisien Schöm,eilen beraubles. düsteres "Aussehen angenommen. Die berübmten Gebäude, deren alte Pracht die Plätze, Manchen und Kanäle zierte, sind hinter holze»nett Baut n. hinter Lehm. Ziegel,verk und Landsäcken verschwunden. Alle öffentlichen Klmstivei ke, die von ihrem Standorte weggeicbe.fft werden koniiteu, sind tu bonibensich.ren Verstecken verborgen. Und a»lch das Leben der Einwohner Venedigs geht längst nicht mehr seinen alten Gang. Da jederlei k«.n liebe Beleuehtiing strengsten- nntersaot ist und nicht einmal ein Lichtschimmer allS een Feu' er- lä'X'N der Häuser fallen darf, gehen die Venezianer in, Kriege sehr zeitig zn Belt. Dast'ir itiche», ste stch. ivie dei Berichterstatter der „Times" in einem Siiuimun gShtls aus der Lagunenstadt schreibt, durch Frühau'steben für den Verlust des Abends zu eistschädigeu: „Bereits um < Ul,r morgens erivache ich infoiae des Lärms im Freien. Die Riva degli Schravoni — der bekannte Anleaeviatz der Lidobarkassen und städtischen Dampffähreu ist bereits zum Leben des Tage- erwacht. Malrostn in Krieasausrüstnug >> erden aili einem kleinen Dampfer einaejchifft, der bereits zur Hai te mit Truppen gestillt ist. Einige Bttnuten später er scheinen zwei grau» ge> richenc Torpedobootzernorer. die kleine schwarze Rauch«vollen nusstotzen und in voller Fahrt seeivärts entjchutuden. Blotor- boote. von deren Flaggenstange der ttaUeniuiie Wimpel weht, krenzeu den Kanal Dann erscheint eine Flie eribteilunq an, Himmel. Cie fli-gt in so grober Höbe, da» ste manchmal gänzlich verschivnnden zn sein scheint. Aus einem Palast an, Hafen beugen sich braune Köccke mit weißen Verbänden. Auch verbundene Hände, Armlckltngen und Armschtmen weiden in den gotischen Fensterrahrnen sichtbar. Vor dem königlichen Palast liegen vier schivarze Boote, die mit den Abzeichen des Roten Kreuzes versehen sind. Auf dem Markusvtatz, dessen Gebäude ringsum verhängt sind, herrscht vollkommene Stille . . . / vücherlisch. — Die Leipziger „Illustrierte Zeitung" (Versag I. I Weber, Leipzig» ist in der Lage, in ihrer neue:en Kriegs- nnnimer n7 en zu verösse tltchen, die ihr znn, serbischen Kriegsschauplatz e»lksandter So»derzetcbner Richard Aßmann in Belgrad und Ilingebung an Srt und Lteile nach den Kämp'en geichasten hat- Auch die Zeichnung „Serbische Komitatschi" von Viktor Schramm ist von e! enio aktuellem wie tun I rischem Reiz Andeig Zeichnungen von Vra>>ne„ Döring und Reschreirer fuhren uns nach dem öulichen Kriegs- fchauvlatz u..d au die italienische Front. Beachtenswert sind die dovvelsetlig niedergeaebene ZeiRniing einer Traiukolonne tm Fiich- leintal (Lolomiten) von W. Ean e und d>e dem Le eu ab elauscksten Skizzen Hugo Kle,»is vo» der ö 'erreichlsch - uuganlcheu Aiarine. Genrebilder arrs i>ett deilkschen Stell»ngeu in Flandern Ureru O. I. Llbe- tz und Paul Henscbel. Motive an« Laon behandelt Karl Loste Rack^ den Dardanellen ver'etzeu Zeichnungen des dorthin entsandten SonderzeichnerS Georg Leb, echt. "Auch der nach Photo« graphischen Alifnah "eu bergosteltte Bll sch,,,,ick > ietel viel Feüeln es. D,e Frage, ob der Weltkrieg ein „Nationalitäten- ode» Wirts»Aafls- krieg" sei, behandelt im Derlt.il Pro^. Tr. Cito Granizoiv. Vorschläge zu „Verdeutschungen im reeve* macht Paul Hundt. Ein ret e»deS Wachtnuhenidlill hinter der Schützenlinie in den "1i be'chreivl "Albert drucke. Der spannende Roman ^Weltwende" von Karl r n„S Strobl führt die Leser in dem neuesten Kapitel aus den heißen Boden Mülhausens vor dem Kriege. - Kürschners Bücherschatz — Hermann Hillaer Verlag, Berlin und Leipzig - bringt als Doppel-and — Nr. H>33 34 — den fesseln."« i und spannenden Roman von M. von Suttner: „I ni Zeichen des Triists". Der Roman zei-tt in hohem Dkage alle Vorzüge, die diesem österreichischen Sroriststeller eiaen sind: er gelvährt uns heute noch destvege» ein beiondeies aktaelles Iltterefse, »veil seine Handlung sich te* ,vel»e in tst ilistei, abspielt, in de>», Lande, dessen Verhältnisse unS wegen der kriegerischen Ereignisse he.tte besonders interessieren. — Politische Ideale. Don Houston Steivart Chamber- lain. München, F. Bruckmann, 'ctz Preis l Mark. — „Vergangenheit iei hinter uns getan", so lautet das tttoethe'sche Motto» das der Verfasser der „Kriegsau sätze" seinem neuen Buche voran- stellt. ES handelt «>ch um nichts (tteringeces, als um eure höherer Einsicht folgende «ene Orientierung nrenschlt'ver Politik, ein Gedanke. den zu «vfafim tm gegenwärtigen Augenl lick unter allen Rationen Deiitschland allein fähig iWarum dnS • e dierten mutz uno w>e es geschehen kann, das zeigt uns Chamberlarn mit der gleichen erquickenden Frische, wi'senschastlicher tttrün liichkeit und übelzeugeiider Klarheit, die ivir au semeu früheren Werken, besonders den „rnrundla en des 16. Ja rhuuderts', kchägen. Wir müssen das Besiere wollen, dann gewinnen «v-r eS auch. B.'er sich der Erkeni lniS nicht verschließt, da» t" den gewaltigen Ereignissen der tÄeqenwart das Schicksal der Menschheit kür die nächsten IaHr- hundeite g schiniedet wird, wer begriffen hat da», ,vie jetzt änüeifte Zusammenfassimg der Kruste, so nach den» Kr. gr höchste Bestnnunq des ganzen Volkes vonllölen i r, der >v'rd a»,s »"'kir „Polnischen Idealen" die 'ruchtbarllen "Anregungen schöpfen. Attzu sehr tu die Breite gi'bt schon der Strvltt er Schriften Über Krieg und Politik; hier aber spricht ein weitschallender Denker, dessen kraftvolle Worte uns Ivirkuch fördern weiden. Kreujrätfel. In die Felder nebenstehender _ Figur sind die Buchstaben alibboooesessd lihkklllll lnnooo -J- >— ■ — opppppprrrreszzzE _._derart einzutragen, daß die senkrechten und wagerechten _"Rethen gleichlautend tilgendes ergeben: 1. Kostbares Kleidungsstück. 2. (Hn Fahrzeug. _ 3. Ein (Gedicht. — Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Charade in voriger Nummer: Porzellan t it r m. kchriftleitung: Aug. Goey. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitärS-Buch- und Stemdriickeret, R. Lange. Dicher^