Die vom Rauhen Grund. Roman von Paul Grabein. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Die engen Schranken werden falten. Unser Rauher Grund wird kein toter Winkel mehr sein wie bisher. Aber mehr noch mehr! Vis weit hinaus ins flache Land werden dre Wirkungen dieser Sperre reichen. Du weißt's ja, wie's Mit unserm Fluß da draußen geht: Bei Wassermangel Dürre ringsum, Not und Sorge der Landwirtschaft. Bei Hochwasser aber Elend noch größerer Art — einfach Vernichtung der Saaten. Hier tut eine Wasserstauung wahrhaft Wunder, reguliert den ganzen Flußlauf ini flachen Lande. Wrr bringen denen draußen Hilfe und Segen. Nun — was sagst du dazu, Eke?" Eine lichte Röte auf den Wangen, sah er sie an. Erwartungsvoll. Eke von Grund stand wortlos. Erregt ging ihr die Brust. Doch jetzt ergriff sie seine Hände. „Gerhard — das ist groß!" ... Sie verstummten beide, von der Bedeutung des Augenblicks hingerissen. Dann aber forschte sie: „Und der Plan wird zur Tat werden?" Er nickte. „Ohne Zweifel. Die Landesbank wie die Regierung Hab' ich hinter mir — da werden die übrigeir schon klein beigeden müssen." „Die übrigen?" „Nun ja, die Gemeinden im Rauhen Grund, die von der Sache betroffen wjerden. Hier Rödig, und die Ansiedlungen weiter drunten am Fluß." Ein Staunen bei Eke. Ihr Auge wandte sich hinaib ins Tal. „Ach ja — das Anstauen des Flusses!" Doch dann stutzte sie. „Da wird ja das Wasser - steigen, hoch empor — am Ende gar auch Häuser bedecken?" „Häuser? Das ganz-e Unterdorf wird hier verschwinden." „Gerhard." „Nun ja, Kind. Es kann ja doch auch nicht anders! sein. Die Sperrmauer wird an fünfzig Meter hoch werden. Da lregt alles, was du hier siehst, unter dem künftigen Wasserspiegel. Selbst der Kirchtnrmknopf da drunten. — Du mußt dir das einmal richtig Vorstelten." Und eifrig wres er hinab. „Alles, was du hier siehst, das ganze weite Tal -- ein einziger, riesiger See wird es dann fern. Nur ore Bergrücken dort vom Jägerkopf und der Fuchskante werden als schmale Waldinseln hervorragen aus den Fluten." Eke ward still. Erschreckt und zugleich gebannt von der Vorstellung dieser gigantischen Umgestaltung des ganzen Landschaftsbildes. Dock) plötzlich taten sich ihre Augen weit auf. „Aber dann — verschwindet ja auch unser Hans da drunten!" „Freilich, das fällt auch mit." „Und das sagst du so, als ob es nichts wäre?" Ihre großen, erschrockenere Augen sahen ihn jetzt an, als wäre er ihr ganz fremd geworden. „Unser Haus — meine Heimat!" Da kam es ihm wie ein Erwachen aus fieberndem Rausch. „Verleih!" Er legte den Arm um sie. „Ich war so gauz in meinen Plänen." „Ja, deinen Plänen, mit denen du hinopferst, was andern lieb und teuer ist ■— ohne mit der Wimper jzu zucken." „Eke!" Er zog sie näher an sich. ^Jch ermesse voll, was das für dich bedeutet, und für die andern da unten> die von Hans und Hof werden gehen müssen, 2lber dennoch —- muß es nicht sein?" „Warum muß es? Wärst du nicht gekommen mit deinem Plan — alles würde bleiben, wie es ist." „Bis ein anderer käme mit demselben Plan! Solche Gedanken liegen doch in der Luft. Glaubst du wirklich, dev ewaltige Entwicklungsprozeß, die Industrialisierung, -die ie Losung unseres Zeitalters ist, würde haltmachen, einzig und allein vor den Toren des Rauhen Grundes? Und nanntest du nicht selber vor ein paar Augenblicken erst dieser! Plan groß?" Das Haupt sank ihr langsam nieder. Da fuhr er fort: „Siehst du, du schweigst. Nein, Eke — du kannst auch nicht klein denken, und geschähe dir noch viel Schmerzlicheres." Ein letzter Kampf, dann hob sie die Augen zu ihm auf. „Ich danke dir, Gerhard. Es war nur so im ersten Moment. Leicht ist der Gedanke ja auch nicht." Doch noch einmal glitt ihr Blick hinab zu den: Dorff drunten, goldüberflutet, im Mendfrieden, das noch nichts ahnte von seinem Schicksal. „So Abschied nehmen von seiner Väter Haus, von der Scholle, auf der man seit Menfchengedenken gesessen -—! Aber du hast recht: die Zeit läßt sich nicht anfhalten. ^ie hat nun einmal angektopft hier bei uns, da müssen wir ihr auch die Tür öffnen — ganz, rückhaltlos." Wieder aufleuchtenden Blickes nickte Bertsch ihr zu. Als er jetzt neben ihr stand, von dem letzten Hauch jdeü sinkenden Spanne überglüht, war etwas Verklärtes, Großes in seinen Zügen. Da sah ihn Eke von Grund an, und wie ein Abglanz dieses Leuchtens ging es über ihr eigenes Antlitz. Wohl sollte da unten eine Welt in Trümmer gehen^ aber würde nicht dafür eine neue erstehen? Eine größere, unendlich reicheres 702 Unb ein Stolz auf den geliebten Mann überkam Eke. War nicht auch in ihm etwas von dem Geist jener Titanen, die mit vermessener Faust hiri-aufariffen in die Sphäre der Götter? Was die Natur einst in Schöpfungswehen gebildet, was ungezählte Jahrtausende gedauert, was für alle Ewigkeit gefügt schien — hier kam eine kühne Menschen- band und verrückte die Grenzen der Allmacht. Sie gebot den Wassern, und siehe — Tal und Berge verschwanden! Ein Schauer über kam sie. F ast scheu blickte sie auf zu der lichtumsluteten Stirn oes Mannes neben ihr. Doch nun suhlte sie wieder in ihm den Geliebten ihres Herzens. Fest streckte sie ihm beide Hände entgegen. „Das Neue fordert immer Opfer — ich will sie gern bringen an meinem Teil." Mch einmal blickten sie, Haird in Hand, hinab ins Tal. Dann aber setzten sie ihren Weg fort, zum Buchenhof hin. 9Loch ganz im Bann dieser großen Stunde. Erst nahe dem Ziel ihres Weges kam Eke tvieder das Besinnen auf die Erfordernisse des Alltags. Sie blieb stehen. Es war bald am Waldrand. Die weißgetünchten Gebäude des Gehöftes schimmerten bereits durch die Bäume herüber. - „Du mußt nun um kehren, Gerhard." Sie bot ihm die Lippen zum Abschied, wie gewohnt. Ein ruhiger, herzlicher Gruß. Schon wollte er sie mit einem Abschiedswort von sich lassen, da umschlangen ihn ihre Arme noch einmal. „Ich bin so stolz auf dich!" Und eng schmiegte sie sich an ihn. Ganz Hingabe. Es überraschte ihn. Noch nie hatte er ihr warmes, junges Weibesleben so nahe seinem Herzen gefühlt. Ein Glutstrom jagte ihm durch alle Adern. Seine Lippen zitterten. Lange Jahre war er an den Frauen vorübergegangen, ohne sie zu entbehren. Nun über, wo sein Herz gesprochen, erwacdte rn ihm wie unter einem Zauberschlage das Sehnen nach oem Weibe. U ebergewaltig. Und im nächsten Augenblick riß er sie an sich. Seine Küsse seugteu ihr Lippen^ Wangen und Halsausschnitt. Seine Hände zuckten in fieberndem Begehren an ihrem Leibe. Wie gelähmt war Eke im ersten Erschrecken. So fühlte sie seine entfesselte Glut sie umlodern. Und ahnte plötzlich ein Dunkles, Ungekanntes, Elementares, vor dem ihr Herz stillstand. Aber dann schoß es ihr von dort auf, ein flammendes Rot, hoch hinauf bis in Hals und Wangcm — Ber- wirrung, Scham, Enrpörung ihres herben Mädchentums. Iltoch schlummerte ja in ihr ungeweckt das Weib. „Gerhard!" Und sie entwand sich ihm. Fast ein Fortstoßen war es. ^Jch Hab' dich ja so lieb!" Mit heißen Worten flüsterte er es, noch ganz im Bann seiner Empfindungen. Cs war das erstemal, daß seinem Mund das Geständnis entfloh. Doch in zitternder Entrüstung traf ihn ihr Blick. „So küßt man keine Frau, die mau achtet! Das tut kein Mann von Ehre." „Eke!" Er schrak zusammen. Seine Hand streckte sich zu ihr hin. Aber sie wich davor zurück, als wäre sie unrein. Da erblaßte er. Mit einem kurzen Schritt trat er beiseite. Der Weg war ihr frei. Einen. Moment stand sie noch, wie wartend. Auf ein Wort der Abbitte. Doch als es nicht kam, trat sie an ihm vorüber. Aus seinen Augen wich aller Glanz. Das konnte doch nicht sein! Denn wenn sie jetzt ging — dann war es ja aus. Sein Stolz kannte kein Nachgeben. Lieber zugrunde gehen! Wußte sie denn so wenig von ihm, daß sie das nicht ahnte? Oder ging sie — mit vollem Bewußtsein dessen? In einem flehenden Beschwören klammerten sich seine Blicke an sie. Aber seine Lippen blieben fest zusammengebissen. Und Eke ging wirklich, ohne das Haupt auch nur um eines Haares Breite noch einmal nach ihm zurückzuwenden. Nun verschwand sie hinter den Stämmen. Er preßte die Hände ineinander, daß jeder Blutstropfen aus den Knöcheln trat. Und nun endlich ein Laut von seinen Lippen. Hart und schrill wie springendes Glas. Dann wandte auch er sich ab, nach der entgegengesetzten Richtung, stürmte vorwärts, irgendwohin. So wühlte er sich tief hinein in die Einsamkeit des Waldes. Wie ein Tier, das den tödlichen Schuß empfangen. — Bis die Dunkelheit sich niedersenkte und ihm den Weg verlegte, lief Gerharo Bertsch hoch droben durch den Bergwald. Da mußte er umkehren, notgedrungen. Als die Lichter von Rödig endlich vor ihm aufleuchteten, was es inzwischen völlig Nacht geworden. Vom Kirchturm drunten im Unterdorf schlug es elf. Die Rückkehr in die Nähe der Menschen, mit all ihrem Zwang, tat nun ihre Wirkung. Als ob er sich schämte, daß er sich so stundenlang seinem Schmerz hingegeben,; kam eine schneidende Bitterkeit über ihn uni- ein wilder Trotz. Ein orennendes Verlangen nach irgend einer Tat> um sich und ihr zu zeigen: Es war vorbei mit dem kurzen Narrenwahn. So schritt er durch, das Dorf hin, das schon in tiefem Schlummer lag. Es reizte seinen grimmigen Hohn auf. Philisterseelen, alle miteinander! Jetzt ein paar rechte Kumpane hier haben, Desperados wie die Kerls da drüben überm großen Wasser, und dann ein Bechern, voll bacchantischeri Raserei, mit grausigem Nervenkitzel. Wüste Erinnerungsbilder schossen in seinem zuckenden Hirn auf: der kaltblaue Morgenschein über fahlen, trunkgedunsenen Gesichtern. Hallo, Jonny, die Wette gilt! Drei Schuß nach dem Pfeifenstummel in deinem Munde. Treff ich, hast du verloren — eine Runde Whisky. Fehl ich auch nur einmal, zahl ich drei! So brandete es in ihm, wie er durch die nachtdunkle Dorfstraße hinschritt. Mm bog er ab in das stille Seitengäßchen, das von hinten her zum Hirschen fi'lhrte. An den Gärten mußte er hier vorbei. Von allen Seiten schlug ihm der warme, duftgeschwängerte Hauch der Sommernacht entgegen. . Was das für eine Lust war! So seltsam schwül und schwer. Er riß den Hut vom Kopfe, aber dennoch sog seine Brust den süßbetäubenden Atem der tausend Bluten ein. Gierig fast. Auf seine zuckenden Nerven legte es sich, sanft, schmeichelnd, wie eine weiche Frauenhand! Wohltuend, aber zugleich auch namenlos aufreizend. (Fortsetzung folgt.) Franzosen im Dorfe. Von F. Künzelmann (Berlin).; Das Vielbesprochene, Längstangekündigte, daß wir gefangene Franzosen zur landwirtschaftliehen Arbeit ins Dorf bekommen sollen, das ist nun endlich Ereignis geworden. Das kleine, hübsche Bauernmädchen mit den Ringelzöpfen über den Ohren, das uns morgens in aller Frühe die Milch ins Haus bringt, hat uns die große Neuigkeit gleich erzählt, ganz aufgeregt, mit roten Backen und glänzenden Äugen: „Die Franzosen sind da, und sie wohnen im Kruge, im großen Saale, und der Vorsteher hat sich schon welche geholt, und sie schlagen den Bach aus. Ganz rote Hosen haben' sie an." Ein paar Stunden später sehe ich von den oberen Fenstern unseres hochgelegenen Sommerhauses aus in der Feldflur schon hier und da die roten Hosen aufleuchten —: die Franzosen sind also an der Arbeit. Das freut mich. Unsere beiden Mägde erinnern sich im Laufe des Vormittags wichtiger, eiliger, gan^ unaufschiebbarer Einkäufe, die im Laufe des Vormittags beim Krüger gemacht werden müssen, der zugleich einen kleinen Kolonialwarenladen hat, und sie kommen beide sehr befriedigt mit vielen Neuigkeiten zurück—: sie haben die Franzosen gesehen. „Nun weiß man doch wenigstens mal," sagt die eine, „wie die Franzosen aussehen, rnit denen „Unsere" sich herumschlagen müssen. Gott, was sind es doch nur für kleine Kerls, und man sollte gar nicht glauben, daß sie sich so wehren könnten." Und die andere, die im Rufe steht, die beste Tänzerin inu Dorfe zu sein, sagt: „Ich hatte sie mir überhaupt hübscher vorgestellt." Und damit sind die Franzosen erledigt. Gegen Mittag, als ich zur Post gehe, finde ich die Dorfstraße lebhafter als sonst, und nicht nur Kinder, sondern auch Frauen und Mädchen stehen vor den Hoftüren. Sie wollen alle die Franzosen sehen, die gleich von der Arbeit wiederkommen! müssen. Selbstvefitäirdlich ist von nichts anderem als von den Rot- hosen die Rede. Eine jede will wissen, wie denn nun die Franzosen eigentlich aussehen, mit denen sich. „Unsere" so he rum schlag an müssen. Unsere Bauern wußten ja bislang von Frankreich ungefähr so viel wie der gebildete Franzose von Deutschlaird —f also gar nichts. Frankreich war das Land, wo lvir 1870/71 gekämpft und gesiegt hatten, das Land der Nothosen und des roten Weins, den sich der Bauer selten genug leistet. Das war die ganze ländliche Wissenschaft von Frankreich. Im übrigen lag es ..iveit weg". 703 Und nun war es plötzlich, für alle so grausam bedeutungsvoll und wichtig geworden. Die stattliche, junge Frau des Vorstehers begegnet mir auch Und ich frage sie, ums sie denn zu den Franzosen sagt. „Ser sünd alle so rang," sagt sie lächelnd. („Sie sind alle so mager.") i Ich gehe lacherrd weiter und sehe förmlich das gute, dampfende Mittagessen vor mir, das die Rothosen auf dem Vorsteherhofe, nein, rm ganzer: Dorfe bekommen werden. Hier denkt niemand daran, sich in würdeloser Weise mit den Franzosen anzubiedern, aber sie sind Arbeiter, sie sind willkommene Helfer und schließlich sind sie „doch auch Menschen, die ihre Pflicht getan haben wie unsere auch," sagt der Schmied, und sie haben nun das Unglück oder Glück gehabt, in Gefangenschaft zu geraten und unfreiwillig unsere Helfer und Gäste zu werden. Ich sage absichtlick), —: Gäste. Denn eine der liebenswertesten Eigenschaften der Deutschen, der Landleute zumal, die Gastfreundschaft, regt sich auch diesen Gefangenen gegenüber, die so „lang sind", und ohne daß es mir eine der Frauen versichert, weiß ich, daß auf allen Höfen, wo Gefangene arbeiten, besonders gut „zugekocht" werden wird. „Mit Gefangenen Muß man immer Mitleid haben," sagt mir eine Alte, und die anderen nicken. Keine denkt mehr daran, daß die Rothosen» Feinde sind, daß sie auf „Unsere" geschossen haben, und daß es leicht möglich ist, daß gerade diese Gefangenen hier diesem Dorfe Trauer und Leid zugefügt haben, das sie jetzt so gastlich aufnimmt. . . . Nach zwei, drei Tagen haben sich alle, sogar die Kinder, schon an die fremdartige Erscheinung der Franzosen gewöhnt. „Das Neue ist davon," sagt der Vorsteher und lacht: „Und das ist auch man gut." Aber allgemein werden sie als höfliche, anstellige Menschen, als fleißige Arbeiter gelobt. „Wenn sie mal ein Butterbrot oder 'ne Flasche Bier extra kriegen," sagt der Schmied, „dann springe,! sie so hoch." Einer der Gefangenen, ein Landwirt, der durch Geberden zu verstehen gegeben hat, daß er selbst 12 Kühe und 4 Pferde hat, und Schweine und Hühner und Gänse auch, hat sich schon als Mäher beinr Kleeholen Ruf und Anerkennung erworben. . . . Sie sind schon fast eine Woche da, unsere rothosigen Gäste, als mich der Vorsteher eines Nachmittags zum Dolmetscher holen läßt —: in der Wiese, wo ein Graben verlegt werden soll, wo Gitter umgestellt werden müssen, wo eine Tränke angelegt werden soll, kämen sie nicht recht „überein". Ich finde den kleinen Trupp mit zwei Wachsoldaten dabei in ziemlicher Aufregung über einige Weidenstümpfe, die sich im Boden gefunden haben und ihrer Entfernung hartnäckigen Widerstand entgegensetzen. Den beiden deutschen Soldaten geht die Sache nicht geschwind genug. Ganz erfüllt von ihrer deutschen Sachlichkeit wissen sie nicht, daß Franzosen nur dann Lust zu einer schwierigen Arbeit haben, wenn die Arbeit zur Haupt- und Staatsaktion verwandelt wird . . . Ich schlage also eine kleine Schwatz- und Rauchpause vor, und während die Rothosen eine Zigarette rauchen, die sie jubelnd als französische begrüßen — es sind aber elsässische! — reden wir erregt und gewichtig über diese Weiden- stümpse da, steigern uns in einen rechten Zorn gegen sie, und jeder nimmt alle Kräfte zu einem neuen Angriff zusammen, bei den, sie denn auch schon ganz hübsche Erfolge haben. Die Zigarette und die französische Ansprache hat die Herren Rothoscn in die beste Laune versetzt. Zwei stämmige Riesen, die durchaus nicht „lang" waren, und in denen ich gleich Arbeiter aus der Pariser Halle ahnte, tauschten im schönsten Pariser Jargon Vermutungen darüber aus, wer und was ich denn nun wohl sein könnte. Und als ich mich dann zu ihnen stelle und gleich in ihrer Tonart ein Gespräch über Paris mit ihnen anfange, steigen Neberraschung und Hochachtung ins Grenzenlos, und als ich ihnen erzähle, daß ich viele Jahre in Paris gelebt habe, freuen sie sich wie die Kinder .... Dann suche ich mir einen heraus, dem ich klarmachen kann, was hier denn nun alles gemacht werden soll, und meine Wahl fällt auf den Eigentümer der zwölf Kühe und der vier Pferde. Er ist ein Landwirt aus dem Norden, ein hübscher Mann von dreißig Jahren ungefähr, unverheiratet und ganz unbekümmert über das Schicksal seines Hofes, der im deutschen Besatzungsgebiete liegt. Während )vir ganz allein über die Wiese gehen, haben wir schnell ein kleines halbpolitisches Gespräch. Mein Bauer drückt aus, wie sehr er sich über den Wohlstand, die Sauberkeit, die Schönheit der Dörfer wundert. „Und das außerhalb Frankreichs!", sagt er. „Wir haben uns Deutschland und die Deutschen ganz anders vorgestellt." Ich will vermeiden, vom Kriege zu sprechen, aber er fragt mich, wie es steht. „Frankreich wehrt sich tapfer . . .", sage ich. „Verzweifelt," fällt er mir ins Wort: „Aber das wird nichts helfen. Früher habe ich unfern Ofsizieren geglaubt, die uns erzählt haben, man könnte Deutschland besiegen. Jetzt glaube ich das nicht «mehr, denn ich sehe ja, wie stark und reich Deutschland ist." ^Und die andern?" Er zuckte die Achseln: „Sie glauben immer noch, wir wären obenauf . . . Ein paar wenigstens. Sie belügen sich selbst. Andere sehen auch, ivie es steht . . . Und deir meisten, den Verheirateten, ist alles einerlei, ob wir siegen oder nicht, wenn sie nur erst wieder bei ihrer Frau sein könnten. Das ist ihnen die Hauptsache. Sie fragen nach Frankreich nichts, und nichts danach, wer uns regiert. Und da haben sie eigentlich recht, denn unsere Regierung hat noch nie etwas getaugt." Aber das sagte er lachend und ganz vergnügt —: einen großen Schmerz hat er sicher nicht darum. Und da gerade die Körbe mrt dem Kaffee auf die Wiese kommen, lieche ich schnell das Gespräch ab, und wir kehren zu den andern zurück, die sehr aufgeregt srnd und sich sehr zu freuen scheinen: und zwar über die Nachricht, daß wieder ein großes englisches Schiff torpediert sein soll. Dieser neue Beweis der Herzlichkeit des englisch-französischen Bündnisses freut mich sehr, und während ich nach Haus gehe, fällt mir das weise Wort aus dem Rasenden Ajax des Sophokles ein, das die Kämpfenden mahnt, nicht zu vergessen, daß der f eind von heute der Freund von morgen sein kann, und daß sich ampsgenossen leicht in Feinde verwandeln. Ich bin sicher, daß uns Franzosen und Engländer dieses Schauspiel geben werden — und ich muß sagen, daß ich mich darauf freue. Die erste deutsche Aerztin. Zum 200. Geburtstage von Dorothea Christiane Erxleben, 13. November. Es ist in weiteren Kreisen nicht genug bekannt und beachtet, daß es in Deutschland im 18. Jahrhundert eine recht rege Frauenbewegung gegeben hat. Gottsched hat sich dieser Frauenbewegung verständnisvoll angenommen; eine ganze Reihe deutscher Frauen (darunter auch Gottscheds eigene Gattin) waren damals bestrebt, die Bildung der Frau zu heben und ihr im deutschen Geistesleben eine selbständige und bedeutende Stellung zu erringen. In diesem Kreise von Frauen ist nun auch, und nicht an letzter Stelle- Dorothea Christiane Erxleben zu nennen, die als die erste deutsche Frau die medizinische Doktorwürde erlangt und als erste deutsche Aerztin eine ausgedehnte und segensreiche Wirksamkeit entfaltet hat. Ihr Mädchenname war Leporin; als Tochter des Arztes Christian Polykarp Leporin wurde sie am 13. November 1715 Zu Quedlinburg geboren. Da Dorothea Christiane — wir folgen einer Lebensschilderung, die Ernst Edgar Reimerdes im jüngsten Hefte der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" chr widmet — von Jugend auf geistige Anlagen und eine ausgesprochene Neigung für die Wissenschaft zeigte, beschloß ihr Vater, sie gleichzeitig mit ihrem Bruder in die theoretischen und praktischeil Anfangsgründe der Heilkunde einzuweihen. Das Mädchen war so lernbegierig, daß sie die Werke der damals berühmtesten Aerzte für sich allein las; nebenbei betrieb sie auch Sprachstudien, und doch hinderte sie alle wissenschaftliche Tätigkeit nicht, unter der Leitung der Mutter im Haushalte zu schaffen und sich tüchtige praktische Kenntnisse zu erwerben. Ungeachtet ihrer körperlichen Schwäche machte Dorothea Christiane in der medizinischen Wissenschaft so große Fortschritte, daß sie, lange bevor sie noch eine Prüfung abgelegt hcytte, ihren Vater in seiner Praxis vertreten und seine Patienten behandeln konnte, wenn er, etwa durch Krankheit, verhindert war. Die außergewöhnliche Begabung seiner Tochter veranlaßte Leporin 1741, sich an den König von Preußen mit der Bitte zu wenden, ihr zur Erlangung der Doktorwürde und des Rechtes der Ausübung der Praxis die Ablegung der Prüfung vor der medizinischen Fakultät zu Halle zu gestatten. Diese Erlaubnis wurde auch wirklich erteilt, aber da Dorothea Christiane sich inzwischen mit dem Prediger Johann Christian Erxleben verlobt hatte und diesen ein Jahr später heiratete, so machte sie von der Erlaubnis vorläufig, keinen Gebrauch. Ihre Ehe war ungetrübt glücklich; vier Kinder entsprossen ihr, und sie hat ihre Pflichten als Gattin und Mlltter mit einer für eine gelehrte Frau ungewöhnlichen Gewissenhaftigkeit erfüllt. Aber jeden freien Augenblick widmete sie ihrer Lieblingswissenschaft, der Medizin. Ihre umfassenden Kenntnisse erregten bereits die allgemeine Aufmerksamkeit. 1742 veröffentlichte sie eine kleine Schrift „Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studieren abhalten", in der sie die so moderne Frage des Frauenstridiums behandelte. Später entschloß sie sich nun doch, in aller Form die Doktorpromotion zu machen. Die Erlaubnis wurde ihr zum zweitenmal erteilt; sie verfaßte eine Dissertation, die später unter dem Titel „Abhandlung von der gar zu geschwinden, aber eben deswegen öfters unsicheren Heilung der Krankheiten" auch in deutscher Bearbeitung veröffentlicht worden ist, und so erschien sie am 6. Mai des Jahres 1754 zur mündlichen Prüfung vor der Hallenser Fakultät. Sie war damals bereits 40 Jahre alt, das Ereignis machte in ganz Deutschland, namentlich in Gelehrtenkreisen, ungeheures Aufsehen. Sie erwies bei der Prüfung gründliche Kenntnisse in der Heilkunde und sprach zugleich, wie der Dekan der Fakultät sich äußerte, ein so schönes und zierliches Latem, daß wir glaubten, eine Römerin rn ihrer Muttersprache reden zu hören." Sie bestand die Prüfung und nachdem die Fakultät die Erlaubnis zur Erteilung der Doktorwürde in diesem Ausnahmefalle eingeholt hatte, erhielt am 12. Juni 1754 Dorothea Christiane Erxleben als erste Frau in Deutschland im Hause des Dekans, Professor Junker, feierlich die medizinische Doktorwürde, ein Vorgang, dem zahlreiche angesehene Persönlichkeiten und Studenten der Medizin beiwohnten. Sie hat nachher in ihrem Wohnsitze Quedlinburg noch lange die ärztliche Tätigkeit fortgesetzt und sich in allen Kreisen großer Beliebtheit erfreut. Hochangesehen verstarb die merkwürdige Frau am 13. Juli 1762 im Alter von nur 47 Jahren 704 Vermachtes. • Die 51 u ö m a f cli i n e zur Bekämpfung von Waldbränden. Eine neue und anscheinend recht zweckinäßtge Verwendung suchet die Flnglnaschine t»»» amerikanischen Staate Wisconsin, und zwar in dem großen Waldbezi^ke, der sich um den Big Trout-See erstreckt. In dieser Gegend wird nämlich die Flugmaschine dazu verwandt, die Entsteh,mg von Waldbränden, die dort häufig und oft von den verderblichsten Folgen begleitet sind, zeitiger jur Meldung zu bringen, als das ans andere.Weiie möglich wäre. In den bergigen Teilen grober amerikanischer Waldbezirke bat man Feuerwarten aui Hölsen errichtet, von denen aus wette Teile des Waldes unter Beobachtturg gehalten und die Entstehung von Bränden rechtzeitig geiucldet werden kann. Diese Warten sind aber der Natiir der Lache nach in ebenen» oder nur leicht hügeligei»» Waldgelände nicht vecwendbar Ta bot nun die Flngmaschine w»llkon»n»e>iei» Ersah. Ein bekannter ainerikalllscber Flieger, L. A. Bilas, stell c sich und sein Bsasserfliigzeiig srenvillig in den Dienst der giiten Sache. Jeden Abend gegen 6 Uhr steigt Bilas vom Big Tront-^ee au^, schrailbt sich binnen wenigen wli- nulen zll einer Hohe von ZOO Metern empor nnd kann auf diese Weise ein Gelä»»de von etiva 200 000 Acres Wnldlaich überschauen. Wo er Rauch bemerkt, das »neidet er soort ai» das Waldbezirk- anit. Wie tu dem Fachblatte „American Foresir»)* berichtet ivird, hat BilaS ii» emeu» Falle wirklich schon einen Waldbrand entdeckt und gemeldet; und es stellte sich dabei heraus, das; er Ort und Entfernung deS Brandes ganz zutreffend geschätzt hatte. Vüchertisch. — Heinz StirlinqS Abenteuer als Kriegsfreiwilliger. Ein Buch für die Jugend von Fedor v. Zobeltitz. Mit Bildern von Fritz Koch-Gotha. Perlag llllstein & (So , Berli»»- Wien. (3 Mk.) Dritten in den Weltkrieg führt Zobeltitz in diese,i» neuen Abente»>erb»lch den helläugigen Heinz Stirlmg. Ueber Herbes- thal trägt den tapferen Jungen und seine Ka>»»e»aden der AOlitär- ziig hinein ins belgische Land. Durch das stolze Brussel konunt Heinz Stirling. burct) Alecheln, Llntwcrpen, Gent und Briigae. Er fällt an der ReSle für ein paar Stunden in die Hände der Belgier, schiebt tn Flandern einen Zirkustiger, liegt bei Armentbres m Schützengräben, wird für einen tolltiihnen Erkunduuasnang nut dein Eiserne^ Kreuz erster Klasse ansge;eichi»et und vollbringt im elektrischen Schloß des französischen Atargins eine grobe Heldentat. Dann kämpst er in R»lßland, »vird gefangen und s blägt sich als russischer Hausknecht und chinesischer Kuli anS Sibirrcn in die Freiheit durch. Milten in der spannenden Schildermig der ernüen Zeit fehlt es nicht an humorvollen Eoisoden. die ein Gegengewicht bieten, wenn den» einen oder anderen Leser die Abente»ier gar z»» sehr über den Kopf wachsen. — „Leipziger Illustrierte Zeit nn g." Der heldenmütige Widerstand unserer österreichisch-unaarischen Blindesgenossen gegei» de»» vielsach überlegenen Ansturm der Italiener bildet emes der bedeutsainsten Kapitel des Weltkrieges. Eine Rewe interessanter Illustrationen von Aiigenzengen dieses gigantischen Oitnqens bringt die soeben erschieneiie 9tun»mer 3775 der leipziger »Jllusirie, teil Zeitung" Tie für das Blatt an der Isonzosront und in Ti'ols Berginelt als Krtegszeichner t itigeu K»u»'l»taler Adolf G. T dring, A. Nelch und Bro essor A. Ratscbtller sind die Schöpfer dieser Bilder. AuS dem reichen übrigen Inhalt dieser Nummer seien noch hervorgehoben die doppelseitige Zeichnung von Schivorinstädt „Alls der Konimandobrücke etiies Unterseebootes^, die der beliebte Illustrator als künstlerische Fr»lcht einer nächtlidien Kreuzfahrt tn der Nordsee nlitgebracht hat, die farbige Skizzenscrte Paul öep'S von» »vesilichen Kiiegsschanplatz, die fesselnden Alotnentvildern anS Flandern von Boppe FolkertS und Fritz Grote»ner)er, foivte die Wiedergabe einer französischen Karte über die Kru'gSz,ele dcS Bierverbandes. Im vorltegeiiden Hefte sind ailberden, etiva 30 Photoaraphiei». z»»m Teil in sehr groben Formaten. »viedergegeben. Llnch m textlicher Hinsicht sieht diese« Hefl der „Illustrierten Ze.ttlng", die Im Biertel- jahreSabonnement 9 Alk. kostet, auf der alten Höhe. 'Wer b e h ä l l C a l a i S. d e n „S ch l ü > s e l zu m K a n a l" ? An die Tatsache, dab sich britische Begehrlichkeit und Machthunger schon im Mittelalter nach dein Besitz der kanalbeherrsche»»de»» Hafenstadt allSgestreckt habe,», erinnert die Bibliothek der ll n t erhalt l» n g und deS Wissens (Union, deutsche Berlagsgesell- schaft, Stiittgart) im soebei» erschienene,» dritten Bande ihre eser. Iin Ialrre 1343 ,v»>rde di^ Stadt von einei»'. englischen Heere unter König Eduard III. belagert, der schon mit st'infzeljn Jahren durch eine von seiner eigenen Mutter angezettelten Berswivörnng au» den Thron gekommen war. nach einjähriger Verteidigung die Lehen-mittel vollständig anSgingen und bei einem "A »»Stall der An- si'lhrer verwundet in Gefangenschaft gerate»» »var, lieg inan sich mit den Engländer» in KavitnlatlonSnnterhandlungei» ein. König Eduard stellte als erste Bedingllng, unter der er der tapferen "Besatzung freien Abzug gestatten »volle, das; die Stadt sechs ihrer vornehinlten Bürger ihn» ..zur verdienten Strafe" auöliesire. Um weiteres unnützes und aussichtsloses Bliitvergteben z»» verh»»»der»», CII h | 1 ^ sofort nach Eröffinlng der Bedtligungei» durch de>» eng- tiichcil Unterhändler der neue Kommandant St. Vierre iu»d vier setiier Verivaiidte»», »vährend der letzte Bürger a»»S einer Anzahl Freiwilliger durch das LoS gezogen iviirde. In» Lager des Sieger- wurden die sechs sofort .als Sühnop'er" zun» Tode ver»»rte»lt. Vergeblich legten sich einige Ritter für die mutigen Männer in- Alittel. Alle Bitten, selbst die seines Sohnes, des „fchlvarzerr Prinzen", schlug der englische Küi»ig ab. Ter zufällig tut Lager weilenden Königin e»»dlich gelang eS, die arrnei» sechs Opfer britischer Herrschsucht und Gefü llosigkeit von» Tode zu retten. Calais blieb dara»»s über zivet undert Jahre tn ei»glischem Besitz. Der Herzog Franz v. Guiie eroberte eS 1558 wieder zurück. Heute sii»d es nicht bloß sechs Bürger vor» Calais, he»rte liefert sich blindlings ga,»z Frankreich in »vahnlvttzigen Revancheträumen den» »vesenSfrerndel» Briter» a»»S. ES »vird e»»r bitteres Errvachen kommen. — D » e d e »»t s ch e n O sr s e e p r o v i n z e i». Von vr. Areiid B u ch h o l tz, Direktor der Berliner Stadtbibliothek. Ritt einer Starte und Bildern. 32. S. - 20 Pfg. (Berlit» W 35, Verlag des Eva»»- gelischet» Bundes.) — Schwarz wald-Kalender 1916. Druck und Ver- lag von H. M. Poppen & Sohn tn Freiburg i. Br. Preis 40 Pfennig. Hrretzcner Hausfrauen-Verein. Veranlaßt durch das dringende Bedürfnis einer Einschränkung des Fleischverbrauchs soll unser heutiger Küchen- zettel zeigen, wie es sich mit einem etwas größeren Sonn-- tagsbraten — also mit einem einmaligen Fleischeinkanf — sogar die Woche durch auskommen läßt. Sonntag: Suppe vo»r Suppenwürfeln, Schinorbraten. und Makkaroni. Montag: Selleriesuppe, nochmals Schmorbraten (sorgfältig auf Wasserdampf erwärmt), Rotkraut mit Kartoffeln in der Schale. Dienstag: Suppe von den Bratenknochen und dem Rückstand der Tunke gedickt mit Hafermehl, Vluinenkohlgemüse und Kartoffeln. Mittwoch: Frikandellen von den übriger» Bratenrestcu, Gelbe Rüben mit Kartoffel»»; statt der Suppe gedämpfte Aepfel. Donnerstag: Sl'artoffclsuppe, Apfelauflauf *). Freitag: Suppe von GeiPtenflocken, Grünkorir-Koteletten *), Endiviensalat und Kartoffeln. Samstag: Eine kräftige, echt deutsche Gemüsesuppe, nach Belieben noch Obst. Kochanweisungen. A p f e l a u f l a u f: Eine Auslaufform mit etwas Fett bestrichen, Boden und Rand mit in dünnen Scheiben geschnittenen Brötchen belegt. Geschnitzelte Aepfel, »oelche man bereits über Nacht einzuckert, mit gestoßenem Zimmt u»id kleinen Rosinen verwischt in die Form gegeben und sie weiter lageriweise mit Aepfeln und Brötchenscheiben gefüllt. Letztere nebst einigen Butterstückchen bilden den Schluß. Ueber das Ganze kommt Milch mit Zugabe von Zucker und Ei-Ersatz und z»oar so viel Milch, daß dieselbe erst bann sichtbar wird, wenn man die Form ^twas schief hält. Zum Backen iin Bratofen genügt eine Stunde. Grünforn -Koteletten: Vs Pfurrd gemahlenes Grün- k o r n^wird in einen» halben Liter Salztvasser zu eine»»» steifen Brei gargekocht. Hierzu kommen 2 Eier, eine in ettoas Fett weich gedäinpfte zerschnitte»rc Znäebel und das nötige Gewürz. Diese Masse wird ii» kleine flache Koteletts geformt und in Fett braun gebraten. Kriegst u che n (ohne Butter und Eier): y 2 Pfund braunen Shrup oder Kunsthonig, 1 Tasse Milch, 1 Loth Zimmt, 2 Messerspitzen Nelke»», 10 Pfennig Zitronat, 1 Pfund Zucker, 10 Pfennig Mandeln ii» Stückchen schneiden, I Pfuird Mehl,' 1 Backpulver. Der Kuchen »mrd in einer länglichen Form bei gelinder Hitze eine Stunde gebacken. Siehe Kochanweisung. Vechifsrir-Ausgabe. Ft hjfca ovs fjo limvfdl: Ejf Q^mjdia, 0 vs fjofo asptu; Ejf »»scfja, Ovs fjofo hfovta: El>t tiipfof. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Diamant-Rätsels in voriger Numnrerr alt - 8 a a 1 e Klavier 8 t i e r B e 1 r Schriftleitung: Aug. Goetz. RotationSdrllck und Verlag der Brühl'fchen Un»versitälS-Buch- und Steindriickereh R. Lange. Giebel