Die vom Rauhen Grund. Roman von Paul Gr ab ein. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) ,,0T? — ich habe einmal vor Fahren einen Samariter- kursus mitgemacht in Siegen. Leider habe ich seitdem nur keine Gelegenheit gehabt, das Gelernte zu betätigen. Nun aber freut's mich, daß ich doch noch was davon verstehe." Ihre Wangen batten sich lebhaft gefärbt. Etwas Warmes, weich Weibliches war in ihrem ganzen Wesen. Mit stillem Verwundern bemerkte es Bertsch und ahnte plötzlich: In dem selbstsicheren Mädchen, das so helläugig und stark ins Leben schaute, war auch ent Unerfülltes, das heimlich Sehnen trug. Aber nach mehr wohl noch, als nur nach der Betätigung ihrer Hilfsbereitschaft. Das Weib in ihr, das der Blüte nahe war, mochte verlangen, in schmerzlichem Entbehren, nach seiner natürlichen Bestimmung. Da sah er sie an, mit ganz anderen Augen. Eke von Grund fühlte dies Forschen in senden Micken, das Schleier von ihr zu heben schien, und sie verlor ihre Sicherheit. Schneller schritt sie vorwärts unb mahnte schließlich, es sei mm Zeit für sie, wieder nach ober: zu kommen. So gingen sie denn zum Schacht und stiegen wieder auf beit Förderkorb. Auswärts schwebten sie. Der erste bläuliche Dämmerschein brach von droben in ihre Nacht, und jetzt flutete das Sonnenlicht golden über sie. Wie das liebe Leben, voller Kraft und Froheit. Dankbar atmete Eke da auf, nach den langen Stunden drunten in der Tiefe. Als sie ein erfrischendes Bad genommen und ihre gewohnte Kleidung wieder angelegt hatte und nun-hinaustrat in den Vorraum, wartete dort Bertsch schon auf sie. Sic wollte sich verabschieden, aber er trat an ihre Seite. „Ich begleite Sie noch ein Stück, wenn Sie erlauben." Und er führte sie noch durch die Tagesanlagen. Als sie an den neuen Röstöfen vorbeikamen, blieb Eke stehen. Gerade wurde auf einen frisch aus den: Ofen gezogenen Erzhaufen ein Wasserstrahl gelassen, der zischend zerstob. Weiher Wrasen wallte aus, unb dann bläulich, schweflig dunstender Rauch, der schon weithin die Aufbereitungsstätte ankündigte. Vor denl noch dampfenden Erzhaufen standen mehrere Mädchen, grobes Sackleinen als Schürzen vorm Leib und Tücher dicht um den Kops gewunden. Mit langen Haken suchten sie den Brand ans dem gerösteten Erz aus, die unbrauchbaren Stücke. Nachdenklich blickte Eke zu ihnen hin und sagte plötzlich ernst: „Ein schweres Leben, und doch könnte ich diese Frauen beneiden." Verwundert sah Bertsch sie an. Sie aber lieh die Augen nicht von den Arbeitenden. So sprach sie, halb zu sich selber: „Wenn die da ihr Tagewerk vollbracht haben, können sie stolz sein und zufrieden. Sie haben etwas geleistet. Aber unsereiner?" Langsam wandte sie sich ab, und sie gingen weiter. Beide schweigend. Gedanken kamen Bertsch, die sich ihm schon vorhin aufgedrängt hatten, da drunten in der Grube, bei ihrem Samariterwerk. Er senkte beit Kopf. Ein Sinnen und Ratschlagen für sie. Und plötzlich hatte er, was er sucht». „Fräulein von Grund," lebhaft kehrte er sich zu ihr« „Mir ist da vorhin eine Idee gekommen. Wenn Sie sich betätigen wollen, nützlich und segensreich — ich glaube, ich wüßte einen Weg sür Sie." „Wirklich?" „Sehen Sie, es sind jetzt hier durch die Ausdehnung unseres Werks eine ganze Anzahl fremder Arbeiter her- gekommen, und noch mehr werden folgen, wenn der Betrieb erst voll auf der Höhe ist. Leuts, in ärmlichen Verhält nissen, meist von weither gekommen mit Weib und Kind. Not ist da vielfach im Hause, Mangel an Aufsicht und Pflege sür die Kleinen, oft auch bei den Müttern, zu Zeiten von Krankheit oder —. Da meine ich, könnte eine Frau viel Gutes wirken. Indem sie selber angreift, aber auch andere interessiert zu solchem Hilsswerk. Vielleicht einen Frauen- verein gründen zur Hauspflege und Kindersürsorge. Was meinen Sie — könnte Ihnen das nicht auch ztl der Befriedigung verhelfen, um die Sie eben jene einfachen Arbeite rinnen beneideten?" Eke von Grund hatte ihn schweigend bis zu Ende an- gehört. Doch ihre Augen hatten sich belebt, und nun brach es daraus hervor. „Das ist ein glücklicher Gedanke! Ja, wahrhaftig, Herr Bertsch," sie blieb stehen und sah ihm voll ins Gesicht, „Sie wissen gar nicht, wie mich diese Idee packt! Da eröffnet sich mir ja ein Weg —" Sie verstummte; aber in ihren Mienen las er genug. Und sie wehrte ihm in dieser Minute das Eindringen in ihr Inneres nicht. Vielmehr streckte sie ihm plötzlich beide Hände entgegen. .„Sie haben mir heute so viel gegeben — ich bin Ihnen herzlich dankbar!" Fest erwiderte er ihren Druck. „Und ich freue mich, daß ich Ihnen ein wenig habe nützen können. Ich stehe Ihnen auch weiter zu Diensten bei der Verwirklichung dieses Gedankens. Verfügen Sie ganz über mich." „Das nehme ich herzlich gern atr. Ich werden Ihren Beistand ja sehr brauchen. Und bald! Denn es ist mir Ernst damit." „Das Hab' ich von Ihnen nicht anders erwartet. Also werden wir denn fortab gewissermaßen znsammenarbeit.cn !" Und er suchte ihr Auge. Ein frohes Leuchten antwortete ihm. Dann ging sie. Aber an der Biegung der Straße nach dem Ort hin nickte sic.ihm noch einmal grüßend zu. Seltsam warm stieg es bei ihm da in der Brust auf. Als er dann zum Bureau zurückging und bei den Mädchen am Röstofen vorbeikam, sahen sie verwundert auf. War es nicht eben wie ein vergnügtes leises Pfeifen an ihr Ohr geklungen? * Den linden Frühlingstagen mit ihrem ahnungsvollen Hoffen und Werden folgte die Zeit der sommerlichen Erfüllung. Hoch spannte sich das blaue Himmelszelt über dem Lalbett, in dem der Mutterhauch der Reife schwer und warm lagerte. Erfüllung, Vollendung allenthalben. Auf den goldenen Feldern im Grunde, auf den Kornstreifen der Hauberge, wie droben am Hang, wo nun an all den hochragenden Kaminen des Bertsckschen Werkes die Rauchfahnen hingen. Weithin kündenb, dag die Herrscherin Arbeit hier ihr Panier errichtet hatte. Wie triumphierende Fanfarenstöß« gellten die Muschi nenpsi ff e und das dumpfe Ausgrollen der gichten- den Hochöfen weithin über den Rauhen Grund urrd brachen sich fern an den stillen Bergwänden. Erfüllung hatte dieser fruchtschwere Sommer mich Eke von Grund gebracht. Der Gedanke war zur Tat geworden, der Fruuenhilssvecein unter ihrev Führung zustande gekommen. Rach anfänglick^em Kopfschütteln hatten sich doch die Mitarbeiterinnen au der guten Sache eingefunden, dank Ekes fester Beharrlichkeit und Bertschs tatkräftigem Bei- starld. Sein Werk hatte denk Verein einen namhaften Betrag und einen Raum zur Verfügung gestellt, wo der Unterricht und die praktische Anleitung in Kranken- und Säuglingspflege wie in Hanshaltungsarbetten erteilt wurde. Aber noch wichtiger war die Fürsorge draußen in den Arbeiterfamilien. Von Haus zu Haus, wo brütend die Sorge nistete, ging Eke und brachte mit ihren sanft und doch fest zusassenden Händen allmählich wieder Licht ins Dunkel. Nce hatte sie in ihrem Leben solch Glück empfunden, und das Bewußtsein, ihrem Leben Wert und Inhalt gegeben zu haben, verlieh ihr eine strahlende Frische, daß manch staunender Blick sie ttas. Dies Bewußtsein ließ sie auch mit heiterem Lächeln über die Mißgunst hinwegsehen, die sie offen oder heimlich aus ihren neuen Wegen begleitete. So daheim, wo der Oheim erst mit rauhem Widerspruch, dann mit beißendem Hohn auf ihr Tun hevabsah. Aber ebenso arcch draußen im Ort. Manch spöttischer Blick traf das Fräulein vom Adligen Hause immer noch, wenn sie in die ärmlichen Wohnhäuser draußen vorm Orte ging, in denen das hergelaufene Volk untergebracht war, das mrs dem neuen Werke sein Brot ;esunden. Besonders, wenn sie am Hirsch vorbeivam, wo etzt in den somnlerheißen Tagen Marga Reusch viel im ckjattigen Garten saß, aus dein erhöhteil Laubenplatz hinter >>er Mauer. Dann sandte sie, von ihrem Roman ausblickend, edesmal einen kalten, geringschätzgien Mick zu der Borüber- aeheirden hinab. Aber tvar sie vorbei, dann traf sie von hinten her ein heißes Ausglühen der sci-önen, dunkeln Augen Marga wußte ja nur zu gut, daß dieses Wohlfahrtsiverk Eke oft geiiug mit Gerhard Bertsch in Berührung brachte. Vielleicht irur darum Uberltzrupt dies alles! Ein klug ersonnenes Manöver, um sich den einzufangen, der nun als der bedeutendst« Mann im ganzen Raichen Grund auch dem Fräulein vom Adligen Hause nicht unwillkommen gewesen wäre. Margas tveisW Hände krampften sich bei denl Gedanken. Wenn chr das wirklich angetail würde! Nein — das durste nicht geschehen. Und wenn sie das Aeußerste wagen sollte! Entfesselte Gedanken bestürinten sie und kehrten, ob wohl abgewicsen, immer wieder. Und tief auf dem Grunde ihres aufgewühlten Herzeiis barg sich, kauin sich selbem eingestanden, noch ein anderes: Sie liebte Gerhard Bertsch Nicht mehr allein ihr Ehrgeiz, ihre kühl planende Vernunf suchten rhii, auch ein leidenschaftliches Begehren nach feine: herrischen, harten Männlichkett. Dieser Männlichkeit, bi sie in Flammen gesetzt und nun doch so gleichmütig an ih- vorübersah, als wäre sie gar nicht da. Ailfschreien hättl sie mögen, io litt ihr Stolz, und doch hätte sie im gleicher «Augenblick die Arme breiten mögen, ihn an sich zu reißen Warum kam und kam er derrn nicht, nun. Ivo doch feit Werl vollendet war und er an sich denken durfte? So wühlte sie in Ihren eigenen Wunden, und imme: wieder kehrten jene verzweifelten Gedanken: Ihn vor bi, Entscheidung stellen ^ ihn zwingen! Masser und schuraler ivard Marga Mulchs schönes Antlitz in diesen helßen Sommertagen, die aller Welt die Erfüllung brackrten, nur ihr nicht. Aber das verzehrende Feuer in der Tiefe ihrer dunkeln, großen Augen lohte mvc um so urmebändigter. — Die Ä)mmerwärme über dein Talbett ward zur lastenden Glut. Mensch und Tier schlichen schrveißtriefeird, matt einher in dieser Schwüle. Die Natur schmachitete. Ällles rief nach Erlösung, lind endlich kam sie. Unter Blitz und Donner. Gerade ein Sonntag war es, um die Kirchenzeit. Ein Gewitter brach los, ein Wotkenbruch, wie ihn der Rauhe Grilnd seit einem Menschenalter nicht mehr gesehen. Trotz der Mittagslunde ein Nachtdunkel. Nur ein schwefelgelber Höllenschein jedesmal, wenn die Witze das Firmament aufrissen. Dazu herniederpeitschende Wasfer- massen, die voller Gier alles Menschenwerk verschlingen! zu wollen schienen. In wenigen Minuten war der Fluß ein reißendes Untier, der aus seinem Lager uussprang und gurgelnd nach Beute heulte. Sck)eu bargen sich die Menschen in ihren.Häusern. Bei jedem krackenden Donnerschlag duckten sich miwillkürlich oie 5^>äupter, und Hände falteten sich, die das Beten längst verlernt hatten. In den Ställen riß das Vieh in Todesfurcht an den Ketten. Sein dumpfes Brüllen jagte neue Schauer in die Menschenherzen. In dem Gotteshause war ein großer Teil der Talbewohner versammelt. Das unvermittelte Losbrechen des Unwetters hatte sie verhindert, sich heimzuflüchten. harrten sie hier in zitternden Aengsten. Wohl hatte der weißhaarige Mann im Priesterrock da oben auf der Kanzel ihnen tröstend zugerusen: „Seid ohne Furcht! Ihr seid hier in der Hut des Herrn!" Aber ein Blitz und ein entsetzlicher Donnerschlag, so furchtbar, daß die ganze Kirche in Flammen zu stehen schien, hatte darauf geantwortet. Das hatte eingeschlagen — sicherlich! Und jeder zitterte um die Settten daheim, um .Haus und Habe. Halb hörten sie nur noch auf die Worte des Alten droben hin, der doch mit so wuchtiger Stimme weiterpredigte. „Vernehmt ihr die Stimme Gottes, die da zu. euch spricht, aus dem Krachen seiner Donner? Versteht ihr wohl', was sie euch sagt? Ein Warmen ist es — ein schweres, ernstes Warnen in letzter Sttmde? Ein böser Geist ist eiw- gezogen in dies stille Tal. Ein Cteift der Ueberhebung und Hoffart, der sich, vermißt, mit nichtigem Bdenschenwe'rk die Seelen zu locken urrd zu blenden, mit eitlem Wohlleben und Schätzen dieser Welt. Aber ein Atemzug des Ewigen droben — und vom Erdboden geweht sind all die trnhigen Türme und Mauern da droben am Berge, die sich recht wie ein Bollwerk des Bösen erheben, urrd mit ihnen auch die Stätten unheiliger Lust, die schnöde Gier nach dem Mammorr, hier zum Aergeruis aller Frommen errichtet hat." (Fortsetzung folgt.) Das glückbringende Inserat. Novelle von M. Ja n ko w skr. „Herr Professor, eine Dame möchte Sic sprechen — wegen der „Schreibmaschine!" Zerstreut blickte Professor Curtius von seiner Arbeit auf — eine Dame? Damit hatte er garnicht gerechnet. Doch, dann fiel ihm der Krieg ein, dieser alle Kräfte fordernde Krreg — ja, ja, da suchte wohl fast jede derttscl)e Frau oder Mädchen cm wenrg zu verdienen — fehlte doch in so vielen Fcvi untren der Verdiener und Ernährer. , „Nun, Herr Professor, soll ich sie denn heremlassen?" Tie alte p^ederrke mußte ihren zerstreuten Herrn, rnal wieder ein bißchen m dre Wirklichkeit zurückbringen. , „Ja, ja, ich lasse bftten." Und dann starrte Professor Cnrtius auf das schlanke jung« Mädchen, das m fernem ernsten dnnllen .Gelehttenzimmer wie em leuchtend warmer goldner Sonnenstrahl wirkte. .?omme ^ der Stelle wegen, die im „Tageblatt" ausgeschrieben pt. Bescheiden, doch ohne Schm trat sie ihm entgegen. ,-Lch hertze Hüde Märtens: nicht rvahr, Herr Professor, Sie keil-, nen mich doch noch? Tie Hilde bin ich, Ihres alten Schulkameraden Friedrich Märtens Tochter — gelt, Sie kennen mich noch?" „Ber rmserer letzten Begegnung wir ich allerdings «rft sechs Jahre — aoer ich habe den grtten ,/Onkel" nicht vergessen. Nun gehts uns schlecht, — Mütterchen hatte nach Vaters Tode ein Pew, swnat — durch den Krieg aber ist alles ausemandergenssen. — Wrr zogen deshalb hierher. In der großen Stadt hofften unr eher etwas Enverbsmöglichkeit zu haben — uird da las ich denn gestern .ihr Inserat im „Tageblatt", Ich schreibe recht schnell. — 663 bitte, bitte, lieber Herr Professor, versuchen Sic es mit mir, schicken Sie mich nicht fort, bitte, bitte." — Wie im Traum, von starkem Glücksempfinden getragen —, nickte Curlins — am liebsten hätte tt ihr jugejubelt: ja, ich kenne dich jahre--, jahrzehntelang. Du bist ja das Licht und die Sonne — wie soll ich dich nicht kennen — und wie sollte ich dich je wieder fortschicken? — Mles Schöne uitb Herrliche, »vas der ernste, einsam gebliebene Gelelirte vom Leben erholst und erträumt — war sie. — Sie war der prickelnde Reiz «infam verttäumter Sommernächte, seilt Bineta war sie — das er längst vergessen geglaubt — und das plötzlich die verzauberten Glocken neu klingen und singen lieh. Etwas Süßes — Lcingsd- bertraules war sie —> — das ihm gehörte, seit er denken konnte — und da kam sie min und fragte, ob er sie kenne. Und wieder nickte er, doch dem jungen Mädchen, das so fest auf den zierlichen Füßen stand, lvar damit nicht gedient. Allen Mut nahm Hilde zusammen, flehend blickten ihn die blauen Augen on, hinter denen samtweichen Bitten doch schon ivieder das alte lustige Lachen brannte. „Ach, bitte Herr Professor, wollen Sie es nicht nrit mir versuchen." Ungestüm riß sich Curtius auS seinen Träumen. Rasch erledigte er das Geschäftliche. Nun aber war das Erstarren und Erstaunen an Hilde. „Herr Professor, lieber Herr Professor, das ist doch zn viel, ich bin doch ein Neuling, habe nur für mein Väterckien früher geschrieben-" Aber Curtius beruhigte sie, er hätte iinmer so viel gegeben, Und gar gern ließ Hilde Martens sich beruhigen. 150 Mark — ein Krösus war sie ja nun! Albe Not hatte nun ein Ende —Mütterchen brauchte nicht mehr so ängstlich zu rechnen — und Bruder Kurt, der seitdem Kaiser fast ein ganzes Jahr treu dreschen half, tonnte nun so maches schöne Päckchen bekommen, das man ihm früher versagen mußte. Gleich morgen sollhe sie beginnen — heute, der Tag gehörte noch ihr — beim Abschied gab Curtius dem Mädchen außer herzlichen Grüßen an bie Mutter auch schon einen Teil des Monatsgehaltes — auch das wäre bei ihm so Sitte. — — 1 Als Hilde draußen auf her Straße stand, wußte sie nicht, sollte sie jetzt alle Menschen umarmen — sollte sie schnell nochmal zurückeilen und ihrem gütigen nunmehrigen Chef um den Hals fallen — schließlich entschloß sie sich, oiesen Jubel, dieses große Glück auf schnellstem Wege ihrem Mütterchen heimzutragen — die würde Augen machen — die würde sich freuen. Manch ein freundlicher Blick folgte der schlanken, eleganten Gestalt, die so federnd und glückselig durch die Straßen eilte — aber auch manch neidischer, hämischer — trägst bit so leicht am Kriege, hat das Schicksal für dich keine Dornen? — Und nun kamen Tage, Tage, an denen das Glück heimlich und still zwischen den beiden eifrig Schaffenden zu hocken schien. Tie Stunden aber daheim bei Hildens Mutter, — CurtiuS war fast allabendlicher Gast geworden — ersckstenen dem Gelehrten heimlich und traulich wie ferne schöne Kinderweihnachtstage. — Ganz unglücklich war er, wenn ein Abend ihm andere Verpflichtungen brachte. — Aber auch Hilde schreit an solchen Menden weniger froh und sonnig, so daß sich Iran Märtens allerhand Gedanken machte. Das Hauptgespräch dieser drei nchig-glücklichen Menschen war natürlich, stets der ferne Liebling. Curtius kannte den lustigen Jungen auS der Erzählung von Mutter und Schivester so gut, als wäre er unter seinen Augen ausgewachsen —^ eS mußte ein guter, prächtiger Bursche sein. Er wußte auch, daß sein heißester Wunsch gewesen, einst Philologie zu studieren — aber die beschränkten Mittel hatten dies natürlich nicht zitgelassen. So hatte er sich dem eisernen „Muß" folgend kurz vor dem Kriege zum Banksach entschlossen — schweren Herzens — tvie Hilde erzählte. Ta machte Curtius so allerhand Pläne im Geheimen, — er hatte ja niemand, für den er sorgen konnte. Aber den Frauen sagt« er noch nichts! — noch verlangte ja auch das Vaterland die junge, Kraft. — — Seit drei Wochen hatte Hans nun nicht geschrieben — nnb die Sorge sing cm, sich langsam in dem gemütlichen Heim einzunisten. Keiner wollte es dem andern gestehen — aber doch las es reder in des Anderen Blicken. — Und wieder saßen die drei beisammen — unter dem rosigen Schein der Lampe — da schellte eS — und Hilde ging öffnen — ein Jubelruf^ „Hans, Hans!" und da ging auch Frau Berta hin- .auS. Mer das frohe glückselige Jubeln da draußen erstarb rasch gedämpfter erklangen die erst so jubelnden Stimmen. Und Curtius erfuhr auch bald, weshalb der junge, mit dem Eisernen Kreuz erster Nasse geschmückte Held, der eben ins Zimmer trat, hatte dem Vaterlande seinen linken Arm geopfert. Tapfer bezwang Frau Berta und Hilde den wahnsinnigen Schreck. Man sollte nicht merkeir, wie. bemitleidenswert er nun sei. Er selbst kam sich auch wohl faumi so bemitleidenswert vor. Er scherzte und sprach tapfer all den guten Dingen zu, die Hilde eiligst auftischte. Und schließlich schlug die Freude, die selige Gewißheit, daß HauS lebte, durchs— und heiter uud froh flog die Rede. — Uitb ivaS wußte Hans alles zu erzälFen! Durch all die heiß »rkärnpsten Siege, durch die lodernden Feuer deutschen Heldenmutes aber klang schlicht rrnd innig das Lied von der alten dent- !chen ManueHtreu« — von Kameradschaft jcher den Tod hinan-. Wie hatten sich die Kameraden seiner angenommen — damals bei Nowogcorgieivsk! Ja, nun seufzte Hans doch tief auf, tief und schwer: „Gelt, Mutterl, nun muß ich mich doch wo anders umrun, einen einarmigen Bankbeamten — ich glanbs nicht, daß sich ein Bankier solch einen Luxus leisten wird." Ta aber rückte Curtius mit seinen Plänen heraus. In seiner freien, offenen Art, die keinen Widerstand auffommen ließ — und auch keine falsche Scham, legte er dem jungen Menschen alles auseinander. Zuerst glaubte Haus, eine Fata morgana trüge ihn — als er aber glauben mußte, daß er min nnrklich Philologe werden; konnte, kannte sein Jubel und seine Tankbarkeil reine Grenzen — seine, und die von Mutter und Schwester. Stürmisch ergriff Hilde Professor Curttus Hand und drückte impulsiv einen l>etßen Kuß darauf — — dann eilte sie ergtüheird aus dem Zimmer. Während Mutter und Sohn nun eifrig Zukunftspläne schmiedeten, ging Curtius still hinaus. Was war nur mit Hilde? Ter Blick, mit dem sie ihn angeschaut — hatte den Mann taumeln machen vor Glück. Im Nebenzimmer staird sie am Fenster und weinte. „Weshalb weinst du, kleine Hilde?" Curtius fand auf einmal das trauliche Tu. Ta klang es halb zornig, halb jubelrrd von den zuckenden Lippen: „Weil ich nicht will, daß Sie denken, daß Sie glauben sollen, — es war — nur Dankbarkeit allein — vorhin." — Ter Mann bebte. „Hilde, Hilde, was denn? Sags mir, sag du es mir. Sieh, ich kann es ja nicht sagen, es muß doch ein Irrtum sein, denk, du bist 20 Jahre — ich 48 ." — „Hilde, Liebling, sag du's, sag dn's." Der starke Mann zitterte säst. Da schlangen sich zwei tveiche Arme um seinen Nacken und eine schelmische Stimme, in der Jubel und Rührung kämpfte, flüsterte ihm zu: „Daß du es weißt, Liebe wars! Liebe, du! guter, du gütiger Mann. Lieb Hab ich dich, lieb über alles 1" und nun war kein Zorn mehr in der Stimme — nur Jubel und seliges Glück. Tie rot verschleierte Lampe aber leuchtete heute noch lange ans vier selige Menschen, denen der Krieg wohl Leid — aber durch ein kleines- Inserat im Tageblatt auch höchstes Glück gebracht hatte. vermischtes. * Die Wirkung eines Granatschusses. Ein A r - ttllerieoNtzier schreibt uns: Was stellt man sich wobl in der Heimat darunter vor, wenn es im Bericht der obersten Heeresleitung heißt: Au der Westsront nichts Neues, nur Artillerie- kämpfe? Ich will einmal schildern, was nur ein Geschoß au» richten kann. Ich lag aus Beobachtunqsstand, als eine 'ranzösische 21 em-Granate 200 Meter vor mir einschlng. Sie schlug gerade mitten in der Chaussee ein. die mit schwerer Makadamdecke belegt war und selbst bei schlechtestein Weiter von unserer schweren Älr- ttOevie befahren werden konnte. Etwa 120 Nieter vor mir lag ein schöner, mit einer sehr hohen, fast vier Meter erreichenden Umfassungsmauer versehener Garten, vom Kriege noch ganz unberührt. Uevvig blühten die verschiedensardigeu Blumen. Plötzlich aber, unmittelbar nachdem die französische Granate eingeschlagen batte, vollzog stch eine Aenderung, die mir unvergeßlich bleiben ivird. Mil gewaltigem, nicht näher zu beschrerbendem Getöne und Krachen hob sich einer der sehr alten, dicken Bannniesen, die die Chaussee einfaßten, kerzengerade mit allen Wurzeln in die Höhe, genau so, als wenn er von unsichtbarer Hand mit all seinen mächtigen Wurzeln und Wnrzelchen ans dem Boden gerissen und zum Himmel gehoben werden sollte. Etwa sechs bis acht Meter hoch flog der Banmnese in die Höhe, dann stürzte er krachend in den Blumengarten und was das allermerkwürdtgste dabei war, wieder vollkommen auf den noch mit Erde veri'ehenen Wnrzeiballen, so daß er von der Wucht des Falle« lest in die Gartenerde gedrückt, geradeswegZ von der Chaussee in den Garten verpilanzt zu ieiu schien. Wir gingen näher. Ter mächtige Baum stand vollkommen fest; wir rüttelten an ihm. er bewegte sich nicht. Zahlreiche Wurzeln waren wohl gebrochen, indessen dürite der so gewaltsam in den Garten Verpflanzte hier weiter wachsen können, da seine Schwere bet nassem Wetter die Wurzeln so weit in den Boden eiudrücken kann, daß sie Nahrung finden und den Baum nach und nach iest verankern können. Mitten aui der Chailssee hatte die eine Granate ein derart großes Loch ausgehöhlt, daß eilt bis zwei Möbelwagen bequem ihren Inhalt in ihm unterbrmgen konnten. * Der türkische Eulens p rege l. Bei dem lebhaften Interesse, das zurzeit für unsere türkischen Bundesgeiwssen von- herrscht, darf man wohl auch an den türkischert Culenspiegel er* innen:, den um das Jahr 1360 in der kleinen Stadt Akschehir bei Koma geborenen Nasreddin Khodja, einen Lehrer, der zum sagenumwobenen Helden der tollsten Streiche wurde. Von den köstlichen Streicher: Khodjas, die des öfteren gesammelt lvurden. feien nur ein paar hier wirdergegeben. Ein Mamr hatte chm eine Jacke gebracht mit der Bitte, Khodja möge sie chm auf dem Markte verlausen. Kl)vdja ahnte, daß die Jacke gestohlen sei und ließ sie sich wieder stehlen. Tairn sagte er seinem Auftraggeber, er habe sie zmn — Einkaufspreis abgeben müssen — Einst batte ihn der mongolische Eroberer zu sich an deir Hvf Fladen, und Khodja umr anwesend, roie Timurlenk zumck crshen Male A einen Spiegel 684 blMe, den ihm ei» Barbier reichte. Erschreckt über seme eigene Häßlichkeit begann Timurlnrk m meinen, und w»i« weinte mit ihm Beide konnten sich nicht beruhigen, bis Timurleuk von seinen Söflingen getröstet ward, während Khodja immer wrlter wcmte. „Daß ich über meine Häßlichkeit imrce/' sagte endlich Tunur- lenk, „ist begreiflich: aber weslmlb kannst du dich nicht de- ruhiger ?" „Du," entgegnen Khodja, „bra»»chst dein häßllches Besicht mir zu sehen, tvenn du in den Spwgel ichaust. Ich habe es im.nersvrt vor mir. Wieviel mehr Grund zum Wernen habe ich! — In seiner Heimatstadt l-atte Khodja es üöerrrommen^ fernen Mitbürgern Predigte»» zu halten, wurde aber dieser Pflicht sein bald überdrüssig und sagte dann eines Tages, als er wieder dre Kanzel bestieg, zu seinen Zuhörern: „Wißt ihr, was ich euch heute zu sagen habe?" — „Nein?" ries nwn zurück. „Nun," Minute Kl/vdja, „so sel>e ich es auch nickst ein, daß ich es euch sage!" Und damit verließ er die Kanzel. Beim nächsten Male, als er wieder tnedigen sollte, stellte er die gleiche Frage von der Kanzel herab au die Zuhörer. Diesmal antworteten diese: „Ja, das wissen wrr sehr wohl!" „Nun," antwortete Kliodja. „so brauche ich es euch nicht erst zu erzähle,»!" und verließ wieder die Kanzel. Das dritte Mal aber nieinten die Zichörer es sehr schlau anznfangen! und verabredeten, daß einige mit „Ja", die anderen mit „Nein" antworten sollten, wenn Khodja »wch einmal die Frage wiederholte. Ms dieser nun das Ja mrd das Nein hörte, erwiderte er: „Sehr gut, mögen die Missenden es den llinvi ssend.cn sagen!" Und damit war die Predigt erlogt. * Der Oien im Schützengraben. Es beliebt wohl nirgends ein Zweifel darüber, daß der Cfen im Schützengraben zu großer Bedeutung gelangt ist. Dies liegt ja in der Vtatur der Sache. Denn er erwärmt unsere Feldgrauen und erhält dadurch die gute iÄtuumung dieser Helden. Daher hat untere Heeresverwaltung die umfangreichsten Maßnahmen aetrofien, um die Teuppenosenfrage zu lösen. Die Lösung dieser Ausgabe dürste im groüeu und ganzen gelungeit sein. Tie Haupter'orderniffe fürOeteu. die den Truppen Dienste leisten sollen, bestehen einmal darin, daß jedwedes Brennmaterial, das gerade zur Hand ist, auch gebrannt werden kann, zun» andern liege»» ste in der Haltbarkeit. Handhab», ng, sowie in der einfachen Bauart des Ofens. der zumeist mit einem Griff versehen ist. Letzterer hat Aelmli bkeit mit den» des Eitners, er dient zun» Tragen des Ofe>»4. Zn jeden» Elen gehören drei Meter O'enrohr, falls die Bauart des Ofens dieses überha»ipt verla»»gt. Oeke»», die ohne Rauchabzug gebra»»cht werden sollen, sind mit dem Brenn- oder Glübstoff (Holckolste, Glühstoff- brikettS us»v.) gestillt und »u»ter Beimaung eines angemessenen Reservevorrats zu liefern. Ha>»dell es sich um sogenannte Ansätze für Ofenrohre t Ofenknie), so sollen diese »nöglichst mit den» Oien fest verbunden sein, damit die Nachführuug vcn Ofenknie- oder Bogenstücken fortfäClt. ES wird also timtldjft daraus Bedacht genommen, daß nur Ofenrohre gel>e erl werden. Der Ofen des Schützengrabens muß ferner mit einer Platte zum Kochen versehen sein oder aber er hat in anderer Weise Gelegenheit zun» Kochen oder Wärmen von Speise»» und Getränken z»r biete»». Niemals kann der Preis für den Ofen von entscheidender Beder»tuug sei»». Hier kon»n»t voriviegend die Zlveck»uäb,gkeit in Betracht. Doch gelange,» kostspielige Oe'eu nicht zur Veriveudung, damit der Verlust bei erz»vunge»»er Aufgabe von Feldstellungen »»nd dergleichen »licht gar zu grob ist. * Die Festuitg der Zukunft. Seitden» unsere Feinde u»it ihren Festungen so traurige Erfahrungen geinacht haben, sprechen sie gern davon, daß die Fesi»»ngen allinählich völlig ihre Bedeutung in der Kriegführung verlieren »verden. Gegen diese Ansicht ,ve»rdct sich ein französischer Hauvtn»ann i»r der Revue H e b d o m o d a t re: „ES wird I n» m e c Festunqen gebe »»", sagt er, „denn sie sind zur Verteidigung eines Landes unerläßlich, doch »verden sie eine ganz ne»»e Gestalt annehmen müssen: sie »verden keine Wälle, keine Ringmanern »nehr habe»». Nn» die »vichttgsten strategischen Punkte »verden mehrere Reihen flacher Schützengräben lawen, die nach außen hin von netzartiger»» Dickicht verdeckt und »niteinander durch tiefe Gänge verbunden sind. Eie »verden so hergcstellt sei,», daß jeder der Schützengräben den dahinter liegeirden »rnd die Gänge, die dahin führen, verstärkt. Dress Linien werden d»»rch alle nur möglicher» technischen Mittel befestigt werde»». Tie gut angelegte»» und ge»»ügend breiter» Gräb-r» «»üssei» das Eingraben vo»» Batterie»» er»nöglichen. Unter der Erde werde,» Herbergen, Magazine, Laboratorien, elektrische Werkstätter» eingerichtet sein, die wiederum ein Netz von Gänaen »niteinander verbindet. Alle diese Festungsanlage», »verden so ver- strent liegen, daß sie einer Beschießung keine sichtbare»» Zielpunkte bieten". — G-eschmackssündeu i»n Weltkriege. Die bekannte //Zeitschrift für Blücher und andere Dinge"^, die der Verlag von Hans von ÄS-eber in München unter den» Titel „Der Zwiebel- fisch" lTerausgibt, setzt auch in ihrer neuesten Nnnrmer den Kanrpf gege,i die böse»» GescftmackSsünden tapfer fort, die eme gewisse Industrie während des Weltkrieges »»nd, man möchte fast sagen, auf seine Kosten sich fortgesetzt zuschulden kommen läßt. Mit den Bildnissen unserer großen Heersühre»-, der Verwendung der Former» von allerlei Munitionsgegenständen, wie Granaten, Schrapnells und Seeminen. bei Süßigkeiten, Spielereien und allerlei Ueberflüssigkeite»», schließlich auch mit der verschiederrer, durch den Krieg geflügelt gewordener Worte tvird ein abstoßender Mißbrauch getrieben. Ganze Warenhausfenster, so beickgvert sich die Zeitschrift, sind ungefüllt mit Sofak»ssen, a»»f denen Bilder unserer Heerführer mit ihren Wahlsprüchen aufgenäht sind, tverggefüllte Kissen mit der Forderung: „Jin»ner feste druff!" Flüchtig ge»nachte Kleinplastiken banalisieren dis zur Unerträglichkeit .Hn»de»iburgs prackstvolleu: Kopf, und man muß »roch froh sein, wenn sic sich nicht bei näherem: Hinsehen als Tintenfaß, Bieckrug oder gar Federwischer entpuppen. Das Heble in dieser Kriegsindustrie ist, daß der grimme Gruft des Krieges darin schnöden Geivinnes halber »>er»liedlicht> gewisserrnaßen in ein angenehmes Salonfonnat umgesetzt tvird. Eine der schlimmsten Zeitungen dieser Art wird empfohlen mit folgender Geschäftsauzeige: „Zeitgemäß", „Toteukult im! Zimmer", „Zimmerdenkmal", „Religiöse Erhebt» ng !". Es streift beinahe an Lästerung, wenn unter der Marke „Religiöse Erhebung" eine kleine Nippsache empfohlen wird, die natürlich m die „gute Stube" hiireingehört »md die in einer abgebrochenen Säule oder einem schwarzen Block vom Ansehen eines Uhrständers bestellt. Daran in einem Medaillon das Bild des Gefallenen: unter diesem (natürlich)' als Zier das Eiserne Kreuz. Aus Gips. Man karin wirklich zweifeln und verzweifeln, ob der von uns allen erhoffte und gewünschte große ideale Anf- silstvung mit und nach dem Kriege eintreten wird, solange sich mr- 4 er uns Jammergeschöpfe finden, die die große Zeit zu solchem Plunder ausschlachten und — andere, die sich durch seine Erwur- bung entehren. _ Vüchertisch. — Feldmarsch all vor» Mackensen. Ein Lebens- und Charakterbild von Wilhelm Renner. Mit -^3 Abbildungen. Be»l »g von August Scderl, G. m. b. H. Preis 1,— Mark. — Was Wilhelm Renner unS vier in schlichter Forn» über den Feldmarsch all v. Atackenscn erzählt »»nd berichtet, erfüllt völlig den Z,veck: den groben Heerführer »»nd Feldher»-n dem deukscdei» Volke nahezubringen. »ms seinen Werdegang zr» erklären und darzuleae»», daß ohne unerbittliche Eelbstz»icht, ohne eisernen Fleiß, ohne selbstlose Hingabe an hohe und weitgesteckte Ziele weder die Pal»»»e deS EtegeS, noch Erfolge von »veltgeschichtlicher Bedeutung zu erzielen sind. — Zu deritschen» Sang ei>» de»ttscher Klang! Mit diese»,» Mahnruf ist vor kurzem eine „Neue deutsche V o l k s h y n» n e" erschienen, »velche in der löblichen Absicht geschrieben »vorder» ist, »»»»ixe von den Engländern entlehnte ytationnt- hymne zu verdrängen. Die bekannte Dichtung: »veil, unserm Kaiser (König) He»l!' hat durch den Komponisten Georg Döring ei»»e schllchte »nrd doch kraftvolle, vol stümliche Verton»»ng gefunden »»nd wird sich bald Freunde in» deutschen Volke, in Schule »»nd Haus er,verden. Nicht nnerwäbnt sei, daß auf d»eie neue Melodie auch die bekannten Terte: „Den König segne Gottr und „Heil Dir in, Siegerkrauz!" gesungen werden können. Die „Neue deutsche Volkshymne" ist in mehreren Ausgaben erschienen und z»var fm Klavier oder Harmonium und Gesa»»g, für 2- u»»d 3- (bez»v. 4') stiiruntben Kinderchor, für Männer- und gemischten Chor und kan»» d»»rch jede B»ubhandl»mg bezöge»» »verden oder direkt d»»rch den Mtrsikalieu-Derlag von I. G. Seeling, Dresden-N. — T ü r k e n - N u m m e r des „K l a d d er a d a t s ch°. Auch der „Kladderadatsch* hat sich be»vogen gefunden, dre Tu»ken als Buudesgenosien kür Gegenivart und Zuku»»ft zu begrüßen und hat zu diese»»» Zrveck eine starke Sondernummer »Preis 2ö Pfg) veranstaltet. Wem beim Lesen der Berichte vom Balkan die g»,te Laune noch nicht kommt, der nehrne die Türken-Nuinmer zur Hand und die Laune »vird sich einstellen. Die Verlegenheiten der Entente da u»»te»» t>» der Gegerrd ain Goldenen Horn i»,äffen natnr- lich in erster Linie herhalten, aber auch alles andere, »vns der „Kladderadatsch* tu dieser Soudern»»»nu»er durch die scharie Brille seiner Sartre sieht, n»uß der Ntlmmer Fre»mde werben. Logogrivh. Ein M voran macht Kopfe wüst. Ein P mit Höruerschatt dich grüßt; Ein R nagt gern mit aier'gein Zahn, Ein F daz»» schafft glatte Bahn. Doch tritt vor's R statt F ein T, Tut dir dein Leid nur halb so weh. L.ilnmst du »nir alle Häupter weg. So ko»nm' ich stets vorn gleichen Flech 6»cheb' »»»ich gern z»» lust'gern Spiel Und grüß' dich lebhaft, aber kühl. .Altslösung iir nächster Nummer. - t' .Auflösung deS VersteckratselS in voriger Nummer: Der Apfel fällt nicht »veit vo»n Stamn»e. Kchriftleitung: Aug. Goetz. - RotatiouSdr»»ck »md Verlag der Brühl'schen Universitäls-Bilch- und Eteindruckeret, R. Longe^ Gieße».