Die vom Rauhen Grund. Roman von Paul Grabetn. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Da betrachtete Marga ihn mit einem verwunderten Blick und sagte dann: „Wie anders nruß, das doch in einem Manne aussehen." „Inwiefern?" „Daß Ihnen die Arbeit so alles andere ersetzen konnte!" „Alles?" Bertsch sah sie plötzlich an mit einem eigenen Ausdruck, doch dann zuckte er die Achseln. Marga aber forschte weiter. „Haben Sie denn wirklich niemals ein Bedürfnis nach Menschen gehabt da droben?" „Kaum. Zudem — bau: mau wirklich mal zusammen, so gab's ein Saufen ohne Ende. Pardon, aber es war so. Und das ist nicht nach meinem Geschmack." „Rinn ja, die Männer. Aber entbehren Sie denn nie einen gesellschaftlichen Umgang verfeinerter Art? Auch mit Frauen?" „Frauen? Ja — " Es war, als löste das Wort in ihm Erinnernilgen aus von ganz besonderer Art. Und wieder streifte seiil Auge über sie hin mit jenem seltsamen Ausdruck. Wie ein Dehnen und Recken ging es dabei durch seine starken Glieder. „Freilich — die fehlten einem wohl manchrual." Marga Reusch fühlte diesen Blick über sich hingleiten, und heiße Quellen schossen unter ihm auf in ihrem jungen Blut. Sie senkte die dunkeln Wimpern, aber das tiefe Atemholen konnte sie doch nicht vor ihm verbergen. Er gewahrte es. Da lenchtete es langsam auf in seinen Allgen. Aber er sprach nichts. Dies Schweigen hatte etwas Verwirrendes für Marga. So brach sie denn die Stille mit irgendeinem schnell hin- geworfenen Wort: „Nun, jetzt haben Sie das alles ja hinter sich. Jetzt können Sie das Versäumte doch nachholen." „Das will ich ailch!" Wie sonderbar er das sagte! Ihre 'Finger fattctcu schneller au dem Spitzentuch in ihrem Schoß. Dann hörte sie ihll wieder einschenken. (Einmal — zweimal, auch ihr Glas. Und nun klallg es her zu ihr, mit einem seltsam schwingenden Unterton. „Ich habe in der Tat mauHks-uachzuholen, Und Sie sollen mir dabei helfen." „Ich?" Rasch sah sie zu ihm auf. Lächelnd saß er da, ein wenig zu ihr vorgeneigt; seine Rechte schob ihr den Sektkelch hin. „Ja, Sie — oder sollten Sie nicht eilt ganz gutep Führer sein zu diesem Ziele?" „Zu welchem?" „Nun — wieder den Weg zu heit Menschen zu' finden. Zum frohen, leichten Genießen des Augenblicks." „Warum gerade ich?" „Ich habe da eine Stunde in gllter Erneuerung — es ist freilich schon ein Weilchen her." Sein Auge suchte sie bedeutungsvoll mit einem dunkeln Anfglühn. Sie wich ihm aus, immer stärker beunruhigt. „Ich weiß nicht, wie Sie das meinen." „Besinnen Sie sich wirklich nicht mehr? Damals !—i bei unserem letzten Beisammensein —auf der Kirmes!" Ein leises Aufrascheln ihres Kleides. Aber keine Antwort. Da beugte er sich noch näher 511 ihr hin. „Es war das so seltsam. damals. — Ich Hab' noch manchmal daran denken müssen, Fräulein Marga!" Doch nun lehnte sie sich zurück, mit kurzer Bewegung. Kalt traf ihn ihr Blick. „Ich verstehe nicht, was Sie damit sagen wollen." „Wirklich nicht?" Er lächelte. „Soll ich Ihre Erinne-- ruugeu vielleicht ein wenig ausfrischeir? Wie —f‘ „Ich lege keinen Wert auf Erinnerungen. Im übrigen — Sie sind mir vollkommen unverständlich!" Und sie erhob sich. „Oh — Sie wollen mich schon verlassen?" „Es ist Zeit. Gut' Nacht." Bertsch sah ihr nach, wie sie so ging. Ganz Uuuahbar- keit. Als ob sie nie au seiner Brust gelegen, mit wildeitz Küssen — eine kleine Bacchantin? Ein wissendes Lächeln umspielte seinen Mund: Ko- nrödie — nur, um ihn noch mehr zu reizen! Und er fühlte es heißer durch sein Blut rinnen. Da griff er nach seinem Glase und schlürfte den Sekt; langsam, die Augen geschlossen. Lockend tauchte es vor ihm auf. Viele Jahre hatte er verzichtet auf das, was anderen höchstes Genießen war, auf den süßen, heimlichen Rausch. Aber nun —! Doch mitten im Zuge brach er ab. Hart setzte seine Rechte das Glas auf den Tisch zurück. Weibergeschichten? Unsinn! Er hatte nnchr hastig an anderes zu denken. Und wie weggefegt ivar alles. Seilte Miene zeigte wieder den gewohnten Ausdruck gespannter Energie. Er sah nach der Uhr. Gleich zehn — er konnte sich allmählich immer fertignrachen zu seinem Gang. Nun, so hatte ja das Tete-a-Tete eben seinen Zweck erfüllt — ihm über die Stunde der Spannung hinweggeholfen. Und Bertsch lächelte kühl und überlegen, wie auch er jetzt hinausgittg. Marga Reusch lag in dieser Nacht noch lauge «ohne Schlaf auf ihrem Lager. Also solchen Eindruck hatte jener flüchtige Moment des Jngendrausches damals bei ihm hinterlassen, daß es heute in ihm, dem zum Warnte ^Gereiften, wieder answachte mit dieser Gewalt! Doch lv as war es? Nur ein Begehren, das sie erniedrigte, .oder —? Schneller gingen Me Gedanken, kühner und entschlossener. Wenn es nun das war! Zeigte sich ihr da nicht der Weg, über den sie sich so km unklaren gewesen war? " An Steinsiefens Antrag heute mußte sie plötzlich wieder denken. Und eine Freude überkam sie: Gott sei Dank, daß sie sich nicht sortgetvorfen hatte, in einem Anfalle von Müdigkeit! Nun lohnte sich ihr Warten vielleicht. Da war Gerhard Bertsch doch ein anderer Bewerber. Der bot ihr wirklich, was sie sich als Ziel gesteckt hatte von jeher: Ein studierter A^ann in angesehener Stellung, die sich noch heben würde, ganz bedeutend, wenn erst alle seine Plane hier verwirklicht sein würden. Und wirklich ein Mann! Sie sah plötzlich wieder seine Hände vor sich. Diese harten Manneshände. Und der Gedanke kam ihr: wie es wohl sein mochte, wenn einen solche Hände unlfingen heiß und fordernd. Schneller ging da ihr Atem. Aber nur für eine !ime Weile. Gleich kehrte ihr die kühle Erwägung zurück. Nicht das war es ja, was sie suchte. Nein —i im Gegenteil: Sie mußte Herr der Situation bleiben, das Empfinden bei ihm, das sich ihr heute verraten hatte, klug nützen und lenken, daß es ftc an ihr Ziel trug. Und in der ungebrochenen Stille dieser Nacht wuchs in Marga Reüsch der Wunsch zum klarbewußten Willem * Schweigend und dunkel lag der Schoß der Erde. Selbst tet' dunrpse Widerhall der menschlichen Maulwnrfsarbeit drang nicht in diese Verlassenheit. In das große, geheimnisvolle Schweigen, das hier eingeschlossen war seit den Urtagen, wo der zuckende Feuerleib der Erde allmählich erstarrte zu Stein und Erz. Doch nun klang ein Schritt durch die Einsamkeit der Liese. Ein fester Mannesschritt. Und vor einem winzigen Licht her strich ein mächtiger Schatten durch den schmalen Gairg im Gestein. Rot rieselte es dem Wanderer in der Grubenuacht über die Füße. Wie ein unheimlicher Blntbach. Und ein rötliches Sickern und Tropfen allenthalben an dein Fels, den die Schultern im Gehen streiften. Jetzt aber! Wand es sich nicht dort unten im Wasser, eine riesige, braune Schlange? Doch im herannahenden Licht war es nur ein seltsames, reisigartiges Gewucher, das sein nächtliches Leben in der Seige hier fristete. Anzeichen verschollener Menschenarbeit tauchten in dem alte»! Stollen auf. Eine morsche Spurlatte, ein rostzer- fressener Förderwagen, klein und einrädrig, wie ihn die Vorväter einst gestoßen, und verfaultes Zimmerwerk. So mürbe das Holz, daß die taftenbe Hand tief hineinsank. Und verbrämt mit abenteuerlichem Behang: Dunkelbrau- nem, lau gern Gesaser von Frauenhaar — Nestern von weißem Schimmel, tausend feinen, winzigen Nüdelchen, wie Kristalle zusannuengeschosseu — und nun wieder dicken, rotbraunen Tannenzapfen von Schwamm, die geisterrrde Schatten warfen im drüberhuschenden Licht. So eng war oft der Gang!, daß er sich für das Auge vorn ganz zusammenzuscküießen schien. Bis im Näher- kommen die Felswände doch immer noch wieder Raum ließen, daß der einsame Wanderer sich durchzwängen konnte. Wer mit Vtühe oft nur, denn breit mtb hochaewachsm war der Mann. Gerhard Bertsch war es, der hier durch den alten Stollen schritt, allein zur Nachtzeit. Es war der beiden Gruben gemeinsam gehörige Zugang, der droben hoch im Bergwald, mitten in Busch und Ginster, zutage trat. Seit Menschengedenken schon nicht mehr in Betrieb, diente er nur noch für die Luftzufuhr. Diesen Weg, den kein Fuß mehr betrat, hatte Bertsch gewählt, um fein Vorhaben auszuführen: im feindlichen Lager mit eigenen Augen die Blöße zu erspähen, die er nach den Grubenrissen droben in scharfein Berechnen festgestellt zu haben glaubte. So schritt er denn nun, in: Vertrauen auf Lampe und Kompaß, fest darauf los in der Nacht dieser Unterwelt, in dem Labyrinth von Gängen, in denen sich der Unkundige wohl hätte verirren fanuen. Aber von den Knabenjahren an, wo der Vater ihn oftmals mitgenommen, war Bertsch hier vertraut. Die Tiefe hatte keine Schrecken für ihn. Nur Vorsicht zu üben hieß es. Im Laufe der Zeit waren Fährten und Zrininerung noch morscher geworden. Nicht selten brach unter seinem Fuß, der ihn auf schlüpfriger Leiter in dunkel gähnende Abstürze hinabsiihrte, eine Sprosse weg, oder mit dumpfem Krachen schotterten faule Gesteiusmassen vorn First der Strecke hernieder, dicht neben seinem Haupt. Traf es ihn, so mochte er hier wohl Verlässen liegeil, fern von jeder menschlichen Hilfe, und elend verenden. Mer der Gedanke hieran kam ihm kaum. Und wenn — er konnte ihn auch nicht abhalten. Er war im Kämpf es galt den Sieg! Ein paarnral schierl es indessen, als ob die Mächte der Tiefe ihm Halt geböten. Die Strecken waren in: Lause der Jahrhunderte vom Naget: der gefräßigen Wasser zu Bruch gegangen. Wüste Gesteinstrünrmer sperrteil ihnl den Weg. Oder die Fahrten hörten auf, mitten im Klettern. Der tastende Fuß suchte vergebens drunten nach einem Halt. Die llächste Leiter war wohl abgestürzt in die abgründige Tiefe. Da blieb ihm nichts, als eine Umgehung zu versuchen. Er kletterte durch Ueberhauen empor in die höhere Sole> kroch kreuz und quer, durch Gänge und Klüfte, und fand schließlich doch wieder die alte Richtung. Aber es war eiil beschwerliches Werk, lind der Schweiß perlte ihnl auf der Stirn. Doch endlich war er am Ziel, in dem Grenzgebiet der beiden Gruben, in dem strittigen Gang. Verlassen lag er jetzt da. Nur fernab hörte Bertsch drüben aus der Erbstollen- seite ein dulnpses Pochen. Wohl ein Reparaturhauer, der bei der Arbeit war. In aller Ruhe koilnte er so suchen. Und! er fand. Mit gewaltsam ausbrechender Freude stellte er fest: Es war, wie er vermutet. Die Kluft droben, bei ihm im! Gesenke, strich herunter bis hier in beit Nachbarban. Also war sein Plan ausführbar. Und nun denn ans WXk! Er schlug sich hindurch, durch Aufbrüche und Ueber- haueil, ilis eigene Grubenfeld. Schneller, sicherer schritt er vorwärts, hier, wo ihm jeder Schritt vertraut war. Und bald hörte er auch schon seine Leute. Dumps klangen die Schläge der Zimmeraxt herüber, und jetzt vernahmen auch sie das Geräusch seiner herannahenden Schritte. Verwundert sahen sie auf zu ihm in das Dunkel. „Hö — oh! Wer kommt denn da?" Keine Antwort, aber gleich darauf stand Bertsch vor ihnen, im Schein ihrer Lampen. „Glückauf, Leute! Wieviel seid ihr hier in der Strecke?" „Unser vier. Aber oben, auf der neunten Sole, im alten Mann, sind auch noch ihrer drei." „Gut, das genügt. Stellt hier sofort die Arbeit ein. Es gibt Wichtigeres zu tun. Drei Mann kommen mit rnir. Der vierte holt die von oben. Nach dem Gesenke, da vorn an der Markscheide! Aber eilt euch!" Bald waren sie alle zur Stelle, und das Werk begann. Bertsch hieß einen Teil der Leute eine starke Mauer aufführen, die den Schacht des Gesenkes nach der Grundstrecke des eigenen Grubenfeldes hin wasserdicht abschließen sollte. Verwundert machten sie sich an äie ungewöhnliche Arbeit. Das hatte doch gar keinen Sinn! Aber Bertsch achtete nicht auf ihr Staunen. Mit den andern Leuten stieg er in das Gesenke ein und stand nup drunten auf seinem Grunde. (Fortsetzung folgt.) - \ Der Tafelaufsatz. Bon Paul Ernst. v Ein Seeoffizier, ein Herr v. M., hätte.kurz vor bellt Krieg'e geheiratet. Die jungen Leute hattett gerade das notwetrdige Ver-i mögen, und so mußten sie sich denn das Lebet: recht bescheiden! einrichten. Sie mieteten eine Wohnung von drei Zimmern, die vier Treppen hoch lag, statteten sie mit Möbeln aus und fühlten sich sehr alücklich. Tie Geldsumme, loelche ihnen für die Einrichtung zur Ver-, sügnng stand, war recht gering gewesen, aber die junge Frau hatte lange in Antiguitütengeschäften gesucht, hatte bald auch ihren Mann mit ihrer Liebe für gute alte Möbel angesleckt-, und wenn man mit Rübe, Verstand luud Liebe suchte dann kann man ja mich für weniges Geld schöne Dinge kaufen. So hatten sie dem: in den: Wohnzimmer einen herrlichen Rokokoschrank aus Eiche und Nußbamn, der weiß angestrichen gewesen war und als rumpeliges Küchenmöbel ber einem kleinen Trödler zum Verlauf stand; die Stühle hattctr sie ihrer Mutter abgebettelt; sie warcu ganz verwahrlost geweseü und hatten seit undenklichen Zeiten ans'den: Hausboden geruht/ ern schöner Tisch mit geschweifteu Beinen und eingelegter Platte war freilich recht teuer gekommen, denn er war von einem großer: Händler erstanden; aber sie hatten eben Alles in Eins gerechnet und da hatten sie gerade den Preis noch zahlen können; dergestalt hatte ledes Stück, bis Himmler zum Fußbänkchen, seine besondere Gä» schichte. Man kann sich denken, daß die Kameraden mit ihren! Tanten sehr erstaunt über die Einrichtung- waren; djc junge Frau fand, sie waren begeistert; ein großes Fragen entstand Mer das chllter oer Möbel, die verschiedenen Stile, die Holzarten, die Preise; Und so hatten beim die Beiden die Vorstellung, das; es gar nicht möglich sei, schöner eingerichtet zu sein, wie sie es waren.- Tie Mutter des junger: Mannes hatte sich! über das Glück der Beiden herzlich gefreut, und indem bald nach der Hochzeit sein Geburtstag War, hatte sie einen schönem Tafelaufsatz aus Silber angebracht und den Beiden geschenkt: der Sohn !var das einzige Kind, mrd sic sagte, sie sehe so schlecht daß fiöe sicht doch nicht über den Aufsatz freuen könne. Ihr verstorbener Gatte war gleichfalls Offizier gewesen. ünd> hatte ein Regiment gehabt; als er den Abschied nahm, hatte er den Aufsatz vom Regiment zum Andenken bekommen; auf den: Fuß lvüren die Namen aller Freunde eingegraben. Der Aufsatz lag in einen: großen lederbezogenen Kasten; in diesen: Kasten hatte er immer im Salon gestanden Out dem schön verzierten Vertiko unter dein Kaiserbild. Als der Befehl kam, daß der junge Ehemann auf sein Schiff mnßte^ blieben noch einige Stunden Zeit. Die beiden beschlossen, diese Stunden recht M feiern. Die junge Frau deckte im Eßzimmer die Tafel für sie Beide mit dem schönen Silber, das sie von emeM unverheirateten reichen Oheinr bekommen hatten, mit feinem alten Porzellan, das von der Ausstattung der Urgroßmutter herrührte. Und mit den schönen Gläsern und den Kristallschalen. In die Mitte stellte sie den Aufsatz. Sie aßen ein bescheidenes Abendbrot, aber der Mann Hatto eine halbe Flasche Champagner ans den: Kasino hol ei: lassen; nun öffnete er die knallend, und sie leerten die Gläser, indem sie alle schweren Gedanken durch bewußte Heiterkeit zum Schweigen brachten. So ivar der Mann abgefahren und die Freu: War allein zurückgeblieben. Wochenlang erhielt sie oft keinen Brref, dann betau: sie plötzlich ein ganzes Paket Briefe und Karten ans einmal, denn er fewieb täglich, auch wenn er lange auf seinen: Schiff in See war. Die Freundinnen kamen; die unverheirateten und die verheirateten; die einen fragten, staunten, die alleren weinten mit ihr und tröstete:: sie; sre besuchte oft die Mütter ihres Mannes und hörte die guten Erzählungen, wie es im französischer: Krieg gewesen war, wie oft sie damals als Braut gezagt hatte, und er lvar doch glücklich durch alle Gefahren dnrchgekomMen; die Mutter lächelte ihr immer zu, aber sie wußte wohl, daß sie oft heimlich weinte; sie tat, als ob sie das nicht wisse. Wenn' sie einen Briefstoß bekommen hatte, dann las sie ihr alles vor, und die Beiden freuten sich gemeinsam über die Scherze und die lustigen Schilderimgen der Briefe; die Mutter nahm den grünen Augenschirm ab, strich sich, über die verrunzelte Stirn und lachte still in sich hinein, inderr: sie sagte: „Ich sehe ihn vor mir! So war er immer!" Und dann erzählte sie eine Geschichte von ihm aus seiner Jugendzeit; es war intmer dieselbe Geschichte, aber die junge Frau hörte sie immer mjt der gleichen Liebe an. An einem Vormittag nun, wo eigentlich keine Briefe erwartet werden konnten, klingelte der Briefträger-; die junge Frau horchte Üüruhig und gespannt; das Mädchen band sich im Gang die weiße Schürze um, öffnete, wechselte einige Worte mit dem Mann; dann nahm sie den. Metallteller, legte den Brief darauf; die Frau erwartete sie begierig; als das Mädchen eintrat, griff sie gleich uach> den: Brief. Er war vorn Admiral stab und enthielt die Mitteilung, daß ihr Gatte in Erfüllung seiner Pflicht den Tod gefunden habe, {ntem sein Boot vom Feinde vernichtet sei; sie werde aber aus Staatsgründen gebeten, niemandem Mitteilung zu Machen, bis sie weiteren Bescheid erhalte. Es war ait einen: der Tage, wo sie die Mutter ihres Gatten KU besuchen pflegte. Die Heiden hatten, oft darüber gesprochen, wie unrecht es sei, wenn die Hinterbliebener: der Gefallenen sich öffentlich in Trauerkleidung zeigten. Sie zog ein helles Kleid an; im Fenster stand ein Nettenstock, der herrliche rote Blüten hatte; sie hatte ihn sich gekauft, weil sie dachte, daß heute doch die Menschen wenig Blumen wmfen würden, und. daß man die armen Geschäftsleute innter stützen müsse, wenn Mau es könne. Die schönste der roten Blüten schnitt sre mit der Schere ab rmd steckte sie irrs Knopfloch, barm gab sie dem Mädchen noch Anweisungen und ging. Die alte Frau griff sie bei der Hand und zog sie neben sich zurr: Sitzen; sie hatte viel zu erzählen, vom Kaufmarm an der Ecke, von gefallenen Bekannten, vor: Beförderungen, von den gestiegenen Preiserr; die junge Witwe hörte aufmerksam und freundlich zu, den Kopf auf ihren Sttunrpf geneigt, denn sie strickte fleißig an einem grauen Strumpf. Dann sprach die alte Frau von ihrem Sohn, erzählte die Geschichte aus seiner Jugend, lachte; so vergingen die zwei Stunden, welche die junge Frau bei ihr 311 weilen Pflegte. Die Freundinnen kamen und fragten, wie es ihrem Mann ergehe; sie erzählte, daß er immer zufriedene Briefe schreibe; sie ragten Näheres, und sie erzählte Geschichten, die er in seinen rüheren Briefen geschrieben; einige Freundinnen sagten, wie glücklick) sie sein müsse, wenn der Briefträger klingelt; andere kamen und klagten, daß sie lange keine stkachrichteu erhalten und fragten sie, ob sie selber Briefe bekommen habe, und sie erzählte dann wieder dasselbe, das sie den andern schon erzählt einige ihrer Freundinnen beneideten sie um ihre Gemütsruhe und sagten, wenn sie sich denken würden, welchen Gefahren der Mann ansgesetzt sei, dann würde sic nicht eine Nacht ruhig schlafen können; aber freilich sei die Gemütsart der Menschen verschieden und das sei ja ein Glück. Die Schwiegermutter wunderte sich, daß so lange keine Briefe kamen; sie wurde unruhig, sie verlangte zuletzt, baß die junge Frau beim Admiralsstab anfrage. Da setzte sie sich hin, nahm Briefpapier und schrieb, als schreibe ihr Mann au sic. Sie hatte sich ganz in seinen Stil hineingelebt, sie kannte sein ganzes Leben genau; und so konnte sie denn von seinen täglicher: Erlebnissen! schreiben; dann stellte sie allgemeine Betrachtungen an, die sie der Zeitung entnahm; dann schrieb Jie wieder einige Karten, die nur Grüße enthielten. Mit dem Stoß ging sie daun zu der alten Frau und las ihr vor. Tie freute sich, lachte, rühmte ihren Sohn, sprach von Aufrücken, streichelte ihr die Hand. Als die junge Frau nicht mehr an sich bglten konnte, sagte sie, daß sie Kopfschmerzen habe und an die Luft gehen müsse. Nun ging das eine ganze Weile so, daß sie erzählte rmd falsche Briefe verfaßte. An einem Nachmittag sagte sie plötzlich zu dent Mädchen- der Herr komme; sie schickte das Mädchen zum Einkäufen aus, ließ wieder eine halbe Flasche Champagner holen, deckte den Tisch ritit ihrem Silber, Porzellan und Zkristall. Sie lachte beständig bei ihrer Arbeit, und das Mädchen lachte auch, denn sie freutq sich mit ihrer Freude. Sie hatte den Tafelaufsatz ohne das Futtergl ausgestellt; er stand auf der Anrichte im Eßzimmer; als sie ihn aus den Tisch heben wollte, sah sie, daß er stark angelaufen war; sie zog sich alte Handschuhe an, ging in die Küche und putzte ihn. Während sie da in der Küche arbeitete, klingelte es; die Mutter kam; sie wunderte sich über die plötzliche Nachricht, freute sich urrd setzte sich auf den Küchenstuhl zu ihr. Sie wollte immer darüber sprechen, welche Ueberraschung das nun sei; aber die junge Frarr putzte immer eifrig au dem Aufsatz und sprach nur davon, daß er gar nicht blank werden wollte. vermischter. * T e l t 0 w e r Rüben. Die oft bei uns gebrauchte Redensart, daß etwas „nicht loeit her" sei, enthüllt uns eine schon recht oft gerügte Untugend vieler Deutschen, die ein Ding nur dann zu schützen wissen, wenn es recht weit her ist-und womöglich aus dem Slüslande stammt. Iw besonderein Maße soll diese Untugend den Berlinern eigen gewesen sein. In einer Beziehung aber rrkvchen die Bervvhner der Reichs Hauptstadt eine rühmliche Ausnahme; sie schätzen e 1 it Ding sehr hoch, obwohl es ihrer nächsten Nachbarschaft entstammt: die Teltow er Rübe. Die Bauern der Teltower Gegend säen diese Rüben seit jeher als Nachfrucht in den Acker, sobald sie das Getreide abgeerntet haben und bringen die Erstlinge davon Anfang Oktober aut 'den Markt. Vor Eintritt des Frostes werden alle Rüben aus dem Boden genommen rrnd „eingemietet", d. h. in Mieten, langgestreckten Erdhügeln, frostsicher aufbewahrt, von tvo aus sie fcxrun die Reise in die nahe Welt (Berlin) und in die weite Welt antreten. Vor dem Kriege gingen ganz ansehnliche Posten Teltorver Rüben nach Paris, London, sowie nach anderen europäischen Hauptstädten, und sogar nach Amerika. Tatsache ist, daß die Rübe :n der Qualität, die ihr den Weltruhm verscl-afft 'hat, nur in der Bodenart gedeiht, die die Umgegend von Teltow aufweist. In andere Gegenden verpflanzt, artet die Sorte sofort au3. Einer der begeistertsten Verehrer der Teltower Rüben war Goethe. In dem Briefwechsel mit seinem intimen Freunde, dem Berliner Singakademiedirektor Zelter, der viele seiner schönsten Lieder vertont hat, spielt diese kleine Rübe eine keineswegs untergeordnete Rolle. Zelter unterließ es in keinem Jahre, -Kn Quantum dieser heimischen Delikatesse an seinen Weimarer Freund abzusenden und die Gabe mit einem hübschen Briefe zu begleiten, dem dann imfeer ein schöner Dankbrief Goethes folgte. Ein besonderes Interesse verdient der Brief, den Zelter einige Monate nach den berühmten Schlachten von Großboeren und Dennewitz am 16. November 1813 ln Begleitung der obligaten Sendung des leckeren Teltorver Wurzelgemüses an Goethe richtete. In diesem Briefe heißt es: „Wenn die Teltorver Rübchen, welche heute abgehen sollen, dieses Jahr weniger gut sein sollten als sonst, so rühmen sie sich dagegen des Preises, wodurch die Ebenen voü Großbeeren in der Geschichte glänzen, und ich wünsche, daß sie Dich, mein Geliebter, kapabel finden nrögen, sie mit Appetit zu genießen." Marl darf überzeugt sein, daß hie Sendung des Jahres 1813 dem deutschen Dichterfürsteü ganz besonders gut gemundet hat. Emile Zola beschreibt in seinem Romaw „Pot-Bonilte" ein lukullisches Gelage, bei dem als vornehmster Gang „Navets de Teltow" ^Teltower Rüber:) serviert werden. Man ersieht daraus zur Genüge, welch großer Beliebtheit diese märkischen Stoppelrüben sich bei allen französischer: Feinschmeckern erfreuen müssen. Den vorzüglichen Eigenschaften dieses märkischen Gemüses soll hier Nicht int entferntesten nahegetreten werden; es verdankt aber sicherlich den großen Ruhm, den cs nanierttlich in Frankreich genießt, zn einem erheblichen Teil dem Umstande, daß es weit her und daher selten ist, ja, daß die Franzose:: glauben, es sei noch rveiter her, als dies in Wirklichkeit- der Fall ist. Mrr die wenigsten von ihnen werden Nüssen, daß der preußische Kreis Teltow, die Heimat dieser kulinarischen Kostbarkeit, heute einen wichtiger: Bestandteil von Groß Berlin darstellt und daß sich dessen Zentrale schon längst in Berlin ba- 636 — findet. Der preußische Gen-eral Graf Henckel v. Tonnersmarck, der im Jahre 1610 zu Verhandlungen seiner Regierung mit Nw- plileon I. in Paris wellte, berichtet Liber ein interessantes Erlebnis^ das er dort hatte, folgendes: „Eines Tages aßm wir der Cambaceres (Napoleons einflußreichstem Minister), bei welchem, ein M. d'Egrefeuille, dem das „Journal des Gvurmands" dcdiziert' ist, einte «Art von Hofmarschall machte. Ich saß zwischen 'ihm nnd loenr l>elmhmten bayrischen Minister Grasen v. Monteglas. Zum Dessert kamen auch kleine Tassen, »voraus sechs bis acht Rüben lagen. Ich fragte d'Egrefeuille, was das tväre, uird er sagte mir: „Tel- totver Rüben?" Ich konnte nicht unterlassen, ihn zu fragen, wo Teltow läge, und er antwortete mit einer Miene, welche seina Verivnnderung Liber meiire Beschränktheit ausdrückte, und die.Hand aus Mitleid vvrbaltend, damit meine Unwissenheit nicht ans Tageslicht käme: „In Amerika." Es inuß dem zweußischen General, der ansgerechnet aus der Heimat der Teltotver Rüben nach Paris gekommen war, nicht leicht gefallen sein, seine Heiterkeit ob dieser überraschenden Aufklärung zu unterdrücken. Auch bei den englischen Feinschmeckern werden die Teltotver Rüben sehr geschäht. Während des Krieges können diese selbstverständlich nicht von Teltow direkt nach Frankreich und England versandt werden; ihre Pariser nnd Londoner Liebhaber werden also iit diesem Kriegsjahre wohl aus ihren Geirnß verzichten nrüssen. * London während des letzten Zeppelin' Angriffs. Der Kriegsberichterstatter des New Port An»erican, der sich zur Zeit des jüngsten Zeppelinangriffs in London aufhielt, fetibet feinem Blatte einige interessante Aufzeichnungen: »Die englische Zensnr hat es unmöglich gemacht, die einzelne», Gebäude, die von den denlschen Luftschiffen überflogen wurden, näher zu bezeichnet!. Daher will ich nur sagen, daß eine große öffentliche An- slalt nur durch einen zufälligen Abstand von einigen Fuß vor dem Feuerregen der Zeppelinbomben bewahrt blieb. Es gäbe mehrere solcher Fälle zu nennen, in denen große Bauten knapp den Bombelllvürfen entgingen. . . Folgende Geschichte erzählt inan sich von den» bekannten Ncgerboxer Jack Johnson, der gegenwärtig in eilten» englischen Revuetheater anftritt. Als der Zeppelinangriff »vahrend der Vorstellung geilteldet >var, ivurde Johnson vor den Vorhang geschickt, um dem „Publikum* in ..beruhigender" Weise von de,»» Ereignis Mitteiltmg zu tt»aehen, »»ms er denn atich mit den Worten tat: »Es hätte keinen Sinn, Sie alle 31 t belügen. Viellei.l t fliegt jetzt etn Zevvelin über unser Theater. Aber es iväre iticht gllt, »vem» 0ie sich ansregen wollten. Es ist bester, hier z»l bleibe»,, statt hinauszngehen nnd Wirrwarr zu inachen. . 51 i*c() in den anderen Theatern Loi»do»»S »vnrde an jenem Abend den Vorstellungen ganz plötzlich d»trch die Zeppeline ein Ende bereitet." * Kriegsaberglaube i»» Frankreich und England. Der Krieg hat n»it all seil»ei» Nebenerscheinungen de»»» Aberglailben zahllose »»ene Anhäirger zugeiührt. Ganz besonders verbreitet und geschätzt sind die vielartigen Kriegsannilette und Kriegstalismane bei den iranzösischei» und englischen .Soldaten. Einige interessante Einzelheiten über den Aberglauben in den Armeen »verden in einem Artikel der »Daily Mail" berichtet: Noch nien»als »var die Herrschaft des Aberglaubens so stark verbreitet, n>tc in diesen» 51riege. Tie vielbesprochene Erscheinung der Engel von Mons, die englische Soldaten vor einigen Monaten in» Westei» erblickt ztt habet» beschworen, ist ein typisches Beispiel kür das durch die Kämpfe »vachgerrisene Trttgspiel der Sinne. 9lnch ini»erhalb der sranzösischei» 9lrn»ee rvar »vähreild dieses Krieges bereits inehr-- sach von übernatürlichen Erscheinungc,» die Rede. Eine alte, oft befolgte Tradition der Franzosen besteht in den» Bra»ich, daß jedes- n»al, bevor ein Regime>»t atts seinem Lager ii» die Fcuerlinie ans- rückt, die RegiinentSinustk ein Stück au» der „Weißen Ta,ne" spielen n»»»ß. Die? soll einer A»»rnftn»g Jeanne d'Arcs z»»»» Schlitze der Soldaten Ausdruck verleihen. Die Läden tu London nnd Paris sltrd gegenwärtig mit den verschiedenstcl» An»nlelten nnd Talismanen ungestillt. Diese Gegensläi»de sind an? Holz, Metall oder Stein verfertigt, manche auch atts alle»» drei Materialien. und werden meist als Fingerringe, Armreilen, Kelten und Anhänger verkauft. Es gibt Steine und Hölzer, deren Berührung Glück bringen „nd vor Verwundung bewahren soll. Das i,» England popnlärsle Holzcnnulett hat die Gestalt ei,»es mit einer Khaki-Dienstnrütze bekleideten Soldatenkopfes mit große»,, weitgeöffncten Angen, die nach der Gefahr atisspähe»» nnd vor ihr warnen solle». Bisher wurden IV, Millionen dieser a»ts Eiche,»Holz geschnitzten Köpfe verkauft. Fast jedes Regiment, jedes Bataillon, jede -Kompagnie, überhaupt jede Einheit besitzt einen Talisman, der »»eist ins Feld mitgenommen, manchmal auch bloß in der Heiinat als Wahrzeichen behütet wird. Co gibt es Hunde, Katzen nnd Esel, die die einzelnen Transporte als auSerivählter Talisman begleiten. Ein englisches Regiment besitzt sogar einen lebendigen Glücksbären. Auch in den russischen Armeen ist der Abergla»,be von großer Bedeutung. So heißt es, daß die Vision eines »veißen Ritters, die einzelnen Soldaten erscheinen soll, Glück in der Schlacht bedeutet. Altpapier. Zn den Tugenden, die uns der heilige Krieg wieder und iinmer »vieder predigt, gehört auch die Sparsauckeit, jene Eigenschaft, die unser Vaterland stark geinacht haben soll, die aber mehr und mehr dein reichen Erben ans der Erinnerung ge- schwunden «var. Wir »»einen die Sparsamkeit nicht nur im Um» geben mit Geld nnd Geldeswert, nicht nur in der Verwendung koübarer Rohstoffe, sondern d,e Sparsamkeit, die auch das Kleinste achtet, die nichts ungenutzt fortivirft, und die jedes Ding daran» ansieht, ob es nicht doch noch an» geeigneten Platze einen Wert bekorntuen könnte. Wir haben in» papiernen Zeitalter Papier verschwendet, wir sind auch schon fparsaiuer geworden, seitdem das Papier teurer geworden ist. Wir müssen uns aber noch darüber hinaus daran gewöhnen, nicht nur mit dem noch unbenutzten Papier hauszubalten; »vir inüffen auch suchen, bedrucktes, beschriebenes, zum Einwickeln bereits verwendetes, kurz, das sogen. Altpapier gn sammeln und der Verwendung »vieder zuz»rführen. Um den Sinn dieser Anregung verständlich ztt machen, »st eine kurze technische Erörterung erforderlich. Tie wichtigsten Rohstoffe der Papiererzeug,mg sind bekanntlich für die feinsten Papiere Lumpen, für die geringwertigeren Sorten Holz und Holzschliff (lnechantsch geschliffene Holznraffe) und Zellstoff (auf mechanischem Wege her- gestelltes Pflanzenfasernmaterial). Druckpapier ist beispiels,veise eine Mischung dieser beiden Arten von Holzinasse. Daneben wird vielen Papiersortei» Altpapier zngesetzt, das entweder in der Fabrik auf der Maschine und beim Beschneiden des Papiers abfällt, oder von» Händler bezogen wird, das dam» »gekollert" und dem Pavier- brei in» »Holländer" zugesetzt ,vird. Nun iverden die erivähnten Rohstoffe, Luinpen und Holzmnsse, vielfach knapp, weil sie selbst oder die zu ihrer Herstellling beniitzten Stoffe entweder für Heereszwecke Verwendung sinder», oder — aus dem Auslande kommend — überhaupt nicht »»»ehr oder nur » 1 » geringen' Mengen nach Deutschland gebracht iverden können. Infolgedessen greift die Papierinacherei in größerem Uinfange auf Altpapier oder Rohstoffe zurück. Beschriebene u»id »mbeschriebene Papiere tonnen leicht »vieder gebleicht nnd in Schreib- oder Druck- papier zurückverwandelt iverden. Die Bleiche bedruckten PapiereS und das Entfernen der Dr,lckersch»värze aus ihn» bereitet schon größere Schwierigkeiten. Alte Zeitungen finde,» deshalb Haupt- sächlich zur Herstellung gewöh»»licher Packpapiere m»d in der Pappensabrikation Verivendung. Es ist nur ein recht kleiner Bruchteil des benutzten Papieres, der für spätere Zivecke aus- beivahrt bleibt* Die bei »veiten» größere Dtenge wird »»»beachtet fortgeworfen oder verbrannt. Dieses Vorgehen ist tu gegenwärtiger Zeit ein schwerer Fehler,' ist eine Versündigung an der nationalen Wirtschaft. Zudem ist das Sammeln und die Verrvertung des Altpapiers sehr lohnend, weil hohe Preise dafür bezahlt werden. Also: Werst kein Altpapier fort, verbrennt »lud vernichtet es nicht, sondern sainnielt es und führt es weiterer Verarbeitung z»»! viichertisch. — Artur Fürst: E n» i l 9t a t h e n a u. Der Mann und seil» Werk. (Vita, Deiitiches Verlagshaus, Berli»»-Eh.). — H »l „ d e r t der b e st e n Buche r. Jeder Band in Leinwand gebunden 1 Mark. (Verlag Delitsche Bibliothek in Berlin W. 66 ). Gerade in diesen Tagen, da unsere Feinde »ins nicht oft geling das Wort „Barbaren" entgegenschlender,» könne»», bringt die Deutsche Bibliothek den letzten Band ihrer Sammlung »hundert der besten Bücher* heraus. Unter den» Titel „Krone des Lebens" enthält dieser Band eine sinnvolle Auswahl von Goethes Gedichten uifb Dr. Bruuo Wille ist deren Herausgeber. Hervorragende delitsche Schriftsteller und Gelehrte habei» diese Sammlung von hundert der besten Bücher z»istande gebracht und dainit in» ivahrsten Sinne des Wortes eine »Deutsche Bibliothek" geschaffen. _ Anthmogriph. 1 2 6 4 Platz in, Theater. 3 7 6 4 1 ein Musikinstrument. 3 4 8 5 4 ein Dichter. 4 6 4 7 Stadt in Böhmen. 5 2 5 5 4 ein Schmetterling. 64 2 12684 Name eurer Wissenschaft. 7 3 4 6 5 deritscher Strom. 8 6 4 1 ein Tier. 5 8 1 Fluß in Afrika. 123466785 Titel einer Wagner'schen Oper. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Kreuzrätsels in voriger Nummer» F B B r a i ins Fried rioh Land» ssin Biers tadt i s a cid h n t tzchrlstleltung: Aug. Goetz - Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei, R. Lgnge, Gießen