Die vom Rauhen Grund. Roman von Paul G r a b e i n. (Nachdruck verboten.) Hebet' dem Rauhen Grund brütete noch die Nacht. Hockte im Tal, dunkel und schweigend wie das Schicksal. Bis es droben vom Berge pfiff, schneidend kalt. Der Morgenwind. Da reckte sie sich fröstelnd, raffte den schwarzen Mantel und flog davon. Nur hier und dort flatterten noch die letzten Fetzen ihres Gewandes; schwere, graue Wolkensäume, die sie langsam nach sich zog. Droben über den Bergkamm kam der junge Tag gegangen. Vor ihm kroch die verflogene Eule auf der Maleiche grämlich tiefer hinein ins Geäst. Verdrossen über das Gezwitscher ringsum, das nun fröhlich den Morgen grüßte. Aber der war nicht der einzige Frühgänger hier oben im Hauberg. Da wunderte schon ein anderer des Wegs, vor Tau und Tag, wanderte mit weit ausgreifenden Schritten und sog tief in die Brust den herbstfrischen Hauch der jungen Eichen und Birken ein. Den Dust der Heimat. Wie hatte er sich nach ihm gesehnt in zehn langen Jahren, drunten im Sonnenbrand, in den Felsöden der Kordilleren, zwischen den ausgeblichenen, sengenden Bergzinnen, über denen, im Aether verloren, der Kondor kreiste. Nini war er wieder daheim und schritt durch den Wald. Den Wald seiner Jugend. Auf den alten, kaum mannsbreiten Schleichwegen,die sich kreuz und quer durch dasDickicht stahlen, durch Ginstergestrüpp und .Heidekraut. Gänge, so niedrig nur, daß der Wanderer sich oft bücken mußte. Wie wenn man auf Heimlichkeiten ausging, war's hierinnen, und es waren doch nur die alten Bergmannssteige, die die Leute auf ihren Wegen zur Grube und zum Hochofen getreten schon seit Urväter Zeiten. Wald der Heimat, Wald der Jugend! Jur Herzen des einsamen Wanderers, der so stark und fest dahinschritt, be- gann es heirrrlich zu klingen, und die breite Brust hob sich. Doch klang da rricht noch etwas anderes durch den Wald? .Ein dunkelfeines Läuten, von fern noch, aber kam nun näher. Da stand der. Morgengänger still, lauschte und girrg daun dem Schall der abgestimmten Glöcklein nach. Talab etwas, dorthin, wo der Eichwald sich öffnete zu einer Wiesenmulde von saftigem Grün, über die noch die letzten Morgennebel strichen. Wie er hier ins Freie trat, war dort schon der Vortrab der Herde. Dunkel schoben sich die schweren Trer- leiber-durch den Duft. Seitwärts stand der Hirt, ihm abgekehrt. Uebergroß erschien im Nebel die hagere Gestalt im schwarzen Schlapphut und Pelerinenmantel, aus den langen Stab gestützt. Düster und voll starrer Unbeweglich- keit. Der Wanderer trat schnellen Schritts aus ihn zu. Also der war's, der ihm den ersten Gruß der Heimat entbieten würde! Aber ob ihn der Tillmann wohl noch kennen würde? Wollte es docb mal darauf ankommen lassen. „Guten Morgen, Hirt — schon früh hier oben.? Der im schwarzen Mantel drehte sich langsam um. Aus dem graustoppligen Antlitz glühten zwei dunkle Augen mit heimlichem Feuer den Fremdling an, aber ohne jede Ueber- raschung, und nur ein leichtes Nicken war die Antwort. Der Frager trat näher. „Sind das all' Eure Tiere?" „Es sind noch acht Stück drunten in der Delle." „Das ist nicht viel." „Ja, die Herde ist nimmer groß. War früher anders. Aber die Zeiten sind vorbei für Vieh und Hirt." „Nun, da habt Ihr wenigstens hinreichend Weide für Euere Tiere." „Wohl. Da ist Futter am Berge, satt Futter." Doch dann wandte der Alte den Kopf zur Seite, wo drunten aus der Talmulde her das Geläute der noch im Nebel versteckten Nachzügler herklang. Uber das düsterernste Gesicht flog ein hellerer Schein, wie er so schweigend lauschte, die knochigen Hände um den Stock gefaltet. Dann nickte er und sprach vor sich hin: „Eine feine Harmonie. So lang ich die noch höre, ist mein Leben noch zu etwas nutz." „Ihr seid gern Hirt, Alter?" Wieder ein Nicken. Doch dann nach einer Weile ein Zusatz voll steifer Würde. „Obschon ich's nicht nötig hätte." „Nicht nötig?" Wie verwundert forschte es der Fremde, aber um seine Mundwinkel zuckte es heimlich. „Ja. — Ich könnt' als Herr leben, so gut wie andere.? „Was Ihr nicht sagt!" Der Alte hörte den leichten Spott heraus. Das Glühen in seinen seltsamen, nach innen gekehrten Blicken bekam etwas Feindliches, wie er jetzt den Fremden ansah, und seine hagere Gestalt reckte sich empor. „Wenn Sie nach drunten kommen, in den Grund, zu dem adligen Hause da — dorthin gehört' ich, wenn's nach Recht und Gesetz ging! Aber nun hüt' ich die Kühe — ja, so geht's zu in der Welt." Der Alte sank wieder in sich zusammen. Wie müde all der Torheit dieses Lebens. Und in seine Augen trat plötzlich ein ganz aiibcret* Ausdruck. Das Feuer in ihnen, erlosch. Leer wurde der Ausdruck und bekam etwas Wirres. Halb im Selbstgespräch murmelten dabei die welken Lippen: „Ist ihnen zwar ein Dorn im Auge, den noblen Verwandten. Sie dort im Schloß, und ich der Gemeindehirt." Der Alte lachte höhnisch in sich hinein. „Haben mir ja auch lange genug zugesetzt, daß ich's dran gäb' — wollten mir eine Rente aussetzen, Zeit meines Lebens, — wenn ich in die Stadt zög und mich nie wieder blicken ließ, hier im Rauhen Grund." Nun brannte die versteckte Glut in seinen Augen wieder auf. „Aber ich laß mir mein gutes Recht nicht abfcuifeir, für ein Linsengericht. Herr will ich sein, dort drunten, wie mir's auTommt! Und so lang ich's nicht bin — bleib ich eben Hirt." Hart stieß der sonderbare Alte mit seinein Stecken auf. Gebieterisch sah er eine Weile hinab zu Tal, wo die Nebel noch brauten. Und wieder sank er nach dem jähen Ausbruch tu jene VerworreulM zurück. Wie im Vertrauen flüsterte er jetzt dem Fremden zu: „Aber meine Zeit kommt, sage ich Ihnen, Herr! Ich spare und spare. Alles, !vas ich verdiene. Und sobald ich genug beisammen habe, dann geht's los. Dann prozessiere ich mit dcni Herrn Vetter drunten, um Haus und Hof. Alles soll mein sein. Und es wird geraten. Es gibt ja doch noch ein Recht ans der Welt! Ich —" Da unterbrach ihn der Fremde, jetzt mit offenem Spott. „Wem erzählt Ihr das alles, Tillmann? Ich kenne» doch Euch wie Eure ganze Geschichte." Dem Alten sprang der Zorn aus den Augen. „Wenn Sie wissen, iver ich bin, so nennen Sie mich, wie'ö mir zukommt!" Doch der andere lachte noch immer; voll Uebermut, wie er es in der Jugend so manchmal getan bet dem närrischen Kauz. „Nun gut — so sagen wir lieber: Herr von Gruard. Tillinann, Edler Herr von und zu Grund, derzeit Gerne in dehirte zu Rödig." „Jalvohl, das bin ich. Und ist das etwa eine Schande? Verdien' ich mir nickst ehrlich mein Brot? Ehrlicher, als wenn ich das Gnadenbrot äße von meiner Srppe da drunten!" Ganz ruhig sagte eS der alte Mann. Mer das graw- stoppelige, verwitterte Gesicht hatte plötzlich etwas bekom- rueu, daß dem andern unwillkürlich das Lackmen verstummte. Wie Besclmnulng kam eS über ihr:, daß mit den Erinnerungen der Jugend auch knabenhafter Uebermut itber ihn gerounneu war. Doch schnell hob er wieder den Blick. Seme Rechte streckte sich dem Men entgegen: „Niclsts siir ungut, Tillucann von Grund. Es war nicht bös gemeint. Und Jl)r habt reckst. Seiner ehrliä-en Arbeit beucht sich niemand zu schämen. Mer mm sagt: Kennt BTjr mich denn gar nicht mehr?" Das Auae des Hirten glitt pritfend dem Fremdling über das Gesicht. Ein kurzes Nachsinneir, dann hoben sich feine Graubrauen: „Der Bertsch^Gerhard sind Sie — der Amerikaner." „Richtig geraten!" Und erfreut schüttelte der andere dem Hirten die knochige Hand. „Allerhand Achtung vor Eurem Gedächtnis."- „Wollen Sie nun wieder hier bleiben, in der Heimat?" „Ja, Alter, das will ick>" Froh und kraftvoll klang es: ^Hab' rnich lang genug herum ged rückt in der Fremde." Tillmann nickte. „Glaub's wohl. — Freilich, es muß doch auch schön sein — so draußen in der weiten Welt. Als ich noch jung war, da zog'S mich auch hinaus. Aber, es hat halt niö sein sollen, und ich bin's auch so zufrieden. Der Mensch muß sich schicken lernen." „Meint Ihr wirklich, Alter? Ich denk mir: Sich lieber nicht schicken, sondern die Dinge zwingen, wie man sie braucht." „So denkt junges Volk immer. Aber auch Sie werden's schon lernen." „Na, einstweilen jedenfalls noch nicht. Und die da drunten sollen'S bald spüren! Ihr werdet Eure Freude haben; auch ich will dem alten Herrn im Adligen Hause cinheizen. Und gebt acht — es wird bald brennen. Lichterloh sage ich Euch! Der Junge lachte aus kampfsrohcn.Augen. Dann aber winkte er dem Hirten zu. „Na, macht's gut, Tillmaun. Es zuckt mir in den Meinen, daß ich hinunterkomme." Noch ein Nicken zum Abschied, und mit starken Schritten eilte er zu Tal. Gedankenvoll schaute ihm der Alte nach, bis das Buschwerk drnnten ihn verschlungen hatte. , Gerhard Bertsch aber umfing wieder der Wald mit seinein Schweigen. Nur das Knacken des dürren Gezweigs unter seinem Fuß brach durch die grüne Einsamkeit. . . So schritt er lange dahin, immer unter dichtem Blätter- ü.ach- Bisweilen lichtete es sich. Da lag im Walde verloren rrn kleiner, ebener Platz, grasbestaudeu. Doch mitten drauf eine^chwärzlich-araue Schutzböschung, hier und da wohl auch rostzersressenes Eisengerät. Alte Halden waren es, von verlassenen Bergwerksstollen — ein Zeichen, dag er sich den Siedelungen der Menschen nahte. Ilngeftümcr noch ward Gerhard Bertschs Schritt, und nun trat er aus dcni Walde heraus. Dort lag das alte Land vor ihm, dem sein Sehnen gegolten, zehn lange Jahre hindurch. Das weite, langgestreckte Wiesental des Rauhen Grunds, rings von bcn Höhen gesäumt. Noch känipften die Nebel um feinen Besitz. Aber siegreicher war die Soiine, die gerade strahlend über den Bergkamm emporstieg. Die durchbrach das Nebelheer. Da verkrochen sich seine versprengten Reste nach allen Seiten, hinaus in die Schlüste der Bergtäler. Frei ward der Blick. Gerhard Bertsch stand still. Sein Auge unterschied jetzt den aufblinkenden Fluß. Aus dem zer- slatteruden, sonnendurchleuchteten Morgeudunst traten die Umrisse der Bäume und Häuser. Silbrig glänzten die Schieferdächer. An den jenseitigen Berghängen brachen scharf gezackt die dunklen Spitzen der Tannen durch. Immer goldener zitterte es in der Lust, bis nun der Sonnenschein u:v- gehindert weithin den ganzen Grund überflutete, in siegreicher Pracht. Und er drang auch dem einsamen Frühwandcrer in die Brust, daß sie sich weitete, in schwellender, morgenjunger Kraft. So grüßte ihn die Heimat, nach langen Jahren draußen in der Fremde! Aber er verdiente auch solchen Gruß. Als ein treuer Sohn kam er ihr wieder. Und nicht mit leeren Händen. Freudiger Stolz leuchtete aus den Augen des Schauenden, wie sie das grüne Waldtal da drunten überflogen. Schön war die Heimat, doch arm. Aber er wollte sie reich machen! Reich, geachtet und berühmt. Weithin sollte der Name des Rauben Grunds klingen. Das lvar seine Gabe, die er ihr aus der Fremde heimbrachte. Sein Blick schaute voraus in die Zukunft. Sah ragende Essen, schwirrende Räder, ein Gewimmel werktätiger Menschen. Von den Berghängen dröht'e klirrender Sang der Eisenhämmer wieder. Die rote Lohe züngelte lustig aus den Kaminen. Und noch weiter rückwärts stürmte der vorans- schauende Blick. Doch genug — Maß gehalten! Sich nicht ins Uferlose verlieren! Schritt für Schritt seinen Weg machen, mit gesammelter Kraft. So allein gelangt man ans Ziel. Da riß Gerhard Bertsch sein Auge los von dem Bilde dort drunten, und mit ruhigem, aber fördernden! Schritt legte er den Rest seiner Wanderung zurück. Nun näherte er sich der Zeche Christiansglück. Sie lag bei dem Oberdorf, auf halber Höhe des Berghaugs, noch ein gut-Stück oberhalb der letzten Häuser. Es war eine Grube alter Art, wie sie alle hier im Lande, wo man schon zur Zeit der Kreuzzüge Eisen grub und schmiedete. Rußgeschwärzte, unansehnliche Fachwerkbauten gleich neben dem Schacht. Heute am Sonntag war der Zechenplatz von Menschen verlassen. Nur vor dem baufälligen Maschinenschuppen standen zwei Männer und rauchten ihre Pfeife. Der Heizer, der das Feuer im Kessel ja auch den Feiertag über halten mußte, und der Bergverwalter. Behaglich, sich der Sonntagsruhe freuend, schmauchte der Heizer; aber der alte Manskopf, der Betriebsleiter der Zeche, stieß mit finsterer Mickne die Tabakswolken von sich. Sie sprachen von dem neuen Herrn, den sie erwarteten. Schon zu dieser frühen Morgenstunde hatte er ja bereits sein Kommen angemeldet. .Es sollte nun vorbei sein mit Manskopss Selbständigkeit. (Fortsetzung folgt.) Das Perspektiv». Skizze aus Deutschtirol von Hilha P o v i n e l l i (Wien). h>ar nit schlecht, gar nach unserm deutschen Lmrdl tat stes glüsten, dö Katzelmacher, wia sagscht, Postinger? Himmi- sakra überanand?" Der dicke Gamsenwirt ballte wntschnaubcnd die Fäuste und schüttelte sie unter gotteslästerlichen Flüchen auf die Übermütigen Welschen. Der alte Postbote-schob das geleerte Gläschen Kirschgeist von sich und klopfte den aufgeregten Mann beruhigend auf die Achsel. „Mt so gach, Gamsenwirt, fischt könnt di vor lauter Gall und Gift 's Schlägl treffen. Und war jetz decht schad um a MannsleM, was no an Stutzen halten kann. Den welschen Facken werden: wir den Glust auf unser Landl mit BstchB und Kolben gschwind Lustreiben. Unser Landl werd nit verwelscht, in alle Ewigkeit nit. Da fahlt sie nix." . Me üorigen Anwesenden gaben in lebl-aft bekrästt^endett Ausdrücke,: ihren Beifall zu erkennen. Ein alter Bauer mit eisgrauem Bart über dem ledernen Brustschild schlug mit seinem Maßkrug nachdrücklich auf den Tisch und die bcrgblauen Auaen in dem kantigen Schädel blitzten schier jugendlich vor vaterländischer «-Begeisterung. „Wir lassen uns nit verwelschen, und wann Bluet rinnen müßt, so hoch und wild wie d' Bcrgwasser im Frühjahr und so roat wic's Zuckerhütl in der Abendglüh. Seil sag i. Und müßt aa der letzte Ahnl und der jüngste Bua ausrucken. I geh aa mit die Schüben mit. Ob i aa bereits an d' siebzg bin, wo mei Kugele hinschnöllt, da isch dir aa schon a ivelscher Fack hin und verreckt." „Nachher giahn wir nntnand, Nagillcrahnl," rief der Wirt und klopfte sich den Wanst, „dös bissele Wampen tut mi nit ab- halten, dieweil 's Kriagslcben eh d' beschte Elttfettungskur isch. Muß halt d' Wabi dettveil 's Gschäjt führen, gell Alte?" Die Wirtin, eine gleichfalls gutgespickte, behäbige Person mit einem klleinen Kröpfe! unter dem schwarzsamtenen Halsband nickte zustimmmd. „Freila mußt aiahn, Alter. Tat mi ja frei schämen, wann von unserm Haus koans nit mitgiahn tat, unsere Buben sein ja lang,to z' jung." „Meinst lei, i bleib -ruck, Muetter," sch-rie's da unerwartet »um Fenster herein, und gleich darauf sprang ein ungefähr sechzehnjähriger Bub frisch nne ein sprudelnder Gletsck>erbach, in die rauchige Stube. „I und 's Schneidertonele und 's Binderniichele und 's Schiilnroasterwaschtl und no a Haufen Buben, wir^ giahn uns alle zum silbernen Adler melden. Laßt's uns nit freiwillig mit, so giahn wir enk durch. Hellauf!" Der Bub klatschte sich ausgelassen die lederbehosten Schenkel und die eisenbcschlagenen Schuhsohlen. Der alte Postinger fuhr sich gerührt mit der schwarzbraunen Tatze über die buschigen Wimpern. „Wann dös nur unser gueter Kaiser sechen könnt, dö helle Kriagsluscht von seine Tirolerbuben, sell tat a lichte Freud sein für sein sorgenschwars Herz." „Und dö von uns Tirolerahnln dazua," fügte der Nagiller- ahnl bei. Der Postinger seufzte plötzlich. „I Han hält soviel an Angst, daß i am End koan find, der statt meiner 'n Postinger machen tat, auf daß i aa mit die Standsckützen ausrucken kunnt!" Der andere nickte und schmunzelte Wohlgefällig in seinen eis- övoiten Bart. „Sell werd freila schwär halten, Null a jeds selber giahn." „Wann der Führerjörgele wiauigstens d' Rösser z' regieren vermocht." Der Postinger lenkte seine kleinen Aeuglein mit kummervollen Blicken aus den zusammengekauerten, an Armen und Beinen arg verkrüppelten Mann, der als hartnäckig stummer Zuhörer in dem lebhaft erregten Kreise saß. Jetzt hob er den Kopf, ein scharfgeschnittenes, kühnnasiges Gesicht, aber mit tiefen schmerzlichen Furchen um den blondbärtigen Mund. In den umschatteten hellblauen Augen wetterleuchtete es. „Meints, i bliebet dahoctm, wann i Hand und Fuß nur halbwegs brauchen kunnt," fuhr er auf. „Sakradibüx, nachher müßt i mir was gscheitcrs als entere Rösser kutschier,,." Eine Flut von Verwünschungen brach mit Elementarer Gewalt aus der verbitterten Brust des ehemaligen Bergführers. „Versluacht söllen jie sein die Doktor, dösell mi zu eim Krüppel kuriert 'haben! dazumal vor neun Jahr, wie i vom Zuckerhütl oerkugelt bin. Hätten sie mi decht in Fried versterben lassen, nachher braucl)et i jetz nit in meim Elend dahocken, wo unser Landl in Not und Gefahr isch." Er Warf die Zeche hin und hinkte zur Tür hinaus — es duldete ihn nicht länger unter den beneidenswert Glücklichen, die ausziehen durften, für Kaiser und Heimat zu kämpfen. Unter chweren Seufzern klapperte er mit dem Stützstock über die Land- traße, seiner schräg gegenüberliegenden Behausung zu. Eine Bäuerin mit einem Korbe Grünfutter aus dem Rücken kam ihm entgegen und schaute ihn aus ihrer gebückten Haltung mit klugen Augen forschend an. „Guaten Namittag, Jörgele, tut lei der Franzl, dei Schwesterkind, einrucken? Schleichst ja daher mit eim Armcnsündergesicht, völlig zum Derbarmen?" Der Bergführer knurrte etwas Unverständliches. „So tröst di halt unser Herrgott," bemerkte die Bäuerin, mißverstehend. „Und mi aa. Hab sechs Buben und mein Alten rm Kriag, und der siebente Bua, der Seppl, lascht mit jetz aa koan Fried mehr, i sollt'n ziachen lassen." Sie seufzte. ,,S' isch wolltcr hart für a Muetterherz, soviel lebfrische Buben! Aber was willscht toan? Mußt 's halt in Gottsnam ziachen lassen, 'm Heimatland derf oans nix verwehren." Mit weher Seele trat der Führerjörgele in das Gemeindehaus ein, wo er bei freiem Quartier mit einer kleinen Pension sein erbärmliches Krüppel Vas ein fristete. Langsam klomm er die dlmkle Treppe zu seiner Giebelkammcr empor. Ans der offenen Tür der verräucherten Küche unten klang das lebhaft vergnügte „Tisch- putieren" der Armenhäusler an sein Ohr. „Und i tu unserm Landl mei silberne Uhr opfern, weil i decku nit mittoan kann. Bislang Hab i lieber Hunger und Durst gelitten, als daß i sie verkauft hätt, aber jetz gilts d' Rettung, von unsenn Landl. — Mei letzt Stündl werd i aa ohni dösell nit verpassen," rief eben eine dünne Greisenstimine begeistert. Eine zweite fiel ibr jauchzenden Tones ins Wort. „Und i gib d' silbernen Trachthalsketten von meiner Alten selig!" Mühselig lappte der Jörg weiter und seine Blicke bohrten! sich in müder Verzweiflung in das Dämmerdunkel des Treppcn- ganges. „Alls hat sein Scherflein z' opfern. D' oan Kraft und Leben, d' andern ihre Buben und sogar d' Armenhäusler toan ihr Bisl ans 'n Opferaltar legen. Alle toan jetz grad nur geben und yeben, bis aus nri. Grad nur i Hab nix zun opfern. Mei Uhrl isch Ü Loa zivei Gulden wert und bleibt obendrein alle paar Stund skiahn. Uiid was hätt i fischt z' geben? Der einzig sein, der nix pergeit?" Da hielt er mit einem Ruck an, denn wie ein Blitzstrahl war cs durch das trostlose Diinkel seiner Seele gefahren. Das Perspektivl! Das Herz begann ihm Plötzlich ungestüm, schmerzhaft, gegen die Nippen -il pochen. Eine heiße Blutwelle kroch ihm in die ausgehöhlteu Wangen, der Atem versagte ihm schier. „Freila geb i 's her, mei Perspektivl," sagte er laut zu sich selbst, klar und bestimmt, als wollte er mögliche Gegenerreg ungern im vornhiilein ersticken. Dann stieg er hastig vollends hinan. Schweratmend trat er in die dumpfe Kammer mrd lehnte den Stock in den Tünvinkel, Hierauf' holte er auö der verschwärzten Truhe ein Fernrohr hervor und streichelte das blanke Ding fieberhaft zärtlich mit der unbeholfenen dickgeäderten Hand. Das „Perspektivl" ivar das liebste, was der Führerjörgele hatte. Die Erinnerung, ja mehr noch, ein Stück der fernen, seligschönen Führerzeit. Mit der scharfen Linse ging er tagtäglich die schimmerndwcißen Felsens steige und die jähen Eiswäude 'ab, die er seinerzeit besttegen, und war wehmütig glücklich, wenn er ein oder mehrere Krabbele Wesen in dem Gewände entdeckte. Mit gespanntester Aufmerk^ samkeit und halblauten Ausrufen der Zustimniung oder Miß^ billigung verfolgte er mit angehaltenem Atem jede Bewegung der Netterer da oben und lebte sich so in sie hinein, daß «3 ihm nachher schier vorkam, als sei er tatsächlich selber droben gewesen. An einenr solchen Tage lvar er dann ganz heiter und aufgeräumt. Das Perspektivl war noch der einzige Trost in seinem armseligen Krüppeldasein. Auch jetzt richtete er das gei liebte Glas aus'das Zuckerhütl, das seine eisbläuliche Pyramide in kristallener Klarheit aus dem Zackengcwioge der Nachbarferner in den strahlendblauen Himmel hineinschob. Haarscharf trat jede Aenderuiig des Gesteins, jede Wandfalte und eine Menge blau- klüftiger Gletscherschluchten hinter der Linse zutage. Ja, sein Perspektivl, das war halt ein Glasl! Wer das bekam, der konnte sich billig ins Fäustchen lack-en. So einen seinen Ferngncker haben nicht alle Offiziere, die Goldkrageten vielleicht, die Minderen aber gewiß nicht. Und wenn er nun sein Perspektivl einem solchen zukommen ließ, da war's leicht möglich, daß der damit eines Tages den lauernden Feind entdeckte, den er ohne das Perspektivl nicht bemerkt hätte, und das wäre dann sein, des krüppelhaften Führerjörgele, Verdienst. Es wurde ihm ganz gehoben zumute bei dieser Vorstellung. Gleich heute abend noch wollte er mit dem Perspektivl zum Gemeindevorsteher gehen. Eine wehmütige Abschiedsstimmung begann sich seiner zu bemächtigen. Nie mehr würde er also in liebgewordener, altgewohnter Weise da oben auf den schwindelnden Pfaden umher wandern können! Mit freiem Auge war's nicht das rkchtigc, da sah man alles nur ganz im Groben, und überdies hatte sein Sehvermögen unter dem Absturz damals gelitten. Lange, lange währte der letzte Ausflug, den der ehemalige Bergführer mit dem Fernrohr abschiednehmend in die wohlbekanntee, vielgeliebte Bergwelt unternahm. Es schien ihm, sie habe nie so wunderbar, zum Greifen nahe, vor seinen Augen gelegen, schier jedes Steinchen konnte man heute unterscheiden; er vermochte sich gar nicht von ihr loszureißen, bis ihm mit einem Male die Glaslinse trüb wurde und alles in einem schmutzignassen Grau durcheinander schwamm . . . Mit sich selbst zürnend, rieb er das Glas sorgsam mit dem Hirschlederlappen. „Scham di, Jörg, als ob d' nit z' tot froh warst, daß du decht ebbs zum Niederlegen auf 'm Vaterlandsaltar hast." Als er das Fernrohr einschraubte, überkam ihn ein heftiger, fast unwiderstehlicher Trieb, noch einen allerletzten Ausguck auf die Berge zu halten. Aber er schüttelte hasttg den Kops. „Na Zeit isch 's, daß i zum Vorsteher geh, jetzt werd er grad beim Melken sein. Spater isch er leicht nit mehr dahoam." Er zog seine Sonntagsjoppe an und steckte das Perspektivl resolut in die Tasche. Bevor er die Stube verließ, trat er nochmals ans Fenster, legte die hohlgewölbtcn Hände in Fernrohrfonir übereinander und guckte eine geraume Weile prüfend durch dieses Perspektivl. Dann nickte er grimmig tapfer. „Jetz muß si 's halt aa aso toan!" Daraus nahm der Führerjörgele den Stützstock aus dem Tür- winkel und hinkte im Hochgefühl seines Gebertums nach dem! Gemeindeamt, Vermischtes. *■ Ci- 1 rv preußischer KriegSmtntster in alten Kleidern. Daß ein preußischer General auS echt soldatischem Gehorsam gegen seinen obersten Kriegsherrn zum Altkleiderhändler gehen muß, mir sich abgelegte Sachen zu kaufen und anzuziehen, ist sicherlich ein ungewöhnlicher Fall. Aber Fürst BtSmarck, der einmal an einem seiner parlamentarischen Abende die seltsame Geschichte zum besten gab, ist Bürge für die Wahrheit der Erzählung, bereit Held der General und Kriegsmintster v. Strotha war, der Vorgänger des preußischen Kriegsministers v. Bonin. General v. Strotha war Kommandant der Bundesgarnison in Frankfurt am Main, als er eines Tages vom preußischen Ministerpräsidenten Grasen von Brandenburg, ein Schreiben empfing, das ihn sofort nach Berlin berief und aufforderte, sich im Ministerium einzufinden. General v. Strotha kam und Graf von Brandenburg sprach zu ihm: „Ich habe Eure Exzellenz rufen lasten, um Sie zu bitten, das Ministerium des Krieges zu übernehmen." — „Mich?" fragte Strotha erstaunt. „Um Gotteswtllen! Ich bin ja dazu keineswegs geeignet." — „Ja, das Hilst nun alles nichts! Sehen Sie hier die KabinettSorder Seiner Majestät de- Königs, der Sie zum KrteaS minister wünscht." Strotha liest mit Bestürzung und sagt: „Ja, wenn Seine Majestät befiehlt, muß ich freilich gehorchen." »Nun, lieber Kollege," fährt Graf Brandenburg fort, „nun müsten Sie aber mtef) heute um 10 Uhr in der Kammer erscheinen." — „0 bewahre," sagt Strotha abwehrend. — „Ja, das Hilst nun mcht," sagt der Ministerpräsident, „sehen Sie hier, ein anderes Schreiben Seiner Majestät, daS ausdrücklich verlangt,'daß Sie daS Kriegsministerium der Ka>nmer gegenüber vertreten." - „Dann muß ich freilich gehorchen," antwortet der neue Kriegsmintster, seufzt und ist im Begriff, sich zu verabschieden,. um sich auf diese Vertretung vor der Kammer vorzubereiten. Da'sagt der Ministerpräsident: „Das wissen Sie doch, Kollege, daß Sie in Zivil in der Kammer erscheinen müssen." (Das war damals Brauch und Sitte.) Herr v. Strotha stand sprachlos vor Entsetzen da. Endlich stotterte er: „Ich habe gar keine Zivilkleider!" — „Ja, da müssen Sie sich eben bis lOUlhr einen Anzug besorgen! Der König will es so," sagte Graf Brandenburg. „Dann muß ich freilich gehorchen," sagte General v, Strotha, ging eilends hinaus, fuhr nach dem Mühlendamm, wo damals zahlreiche Altkleiderhändler wohnten, und erschien um 10 Uhr am Ministertisch, wie Bismarck berichtet, „mit unendlich hohem Kragen und Frackärmeln, die ihm bis über die Hände reichten — ein merkwürdiger Kriegsminister in Zivil!" Französische Orden. Obgleich die dritte Republik außer der Ehrenlegion noch eine ganze Reihe von Medaillen und anderen Auszeichnungen zu vergeben hat, hat sie für diesen Krieg noch eine besondere Dekoration geschaffen. Die Regierung ist damit den: Beispiele gefolgt, das alle früheren Regierungen, monarchische oder republikanische, gegeben haben. Angeblich soll schon Chlodwig nach feiner Salbung durch den heiligen Remigius den Orden von der heiligen Oelflasche (sainte ampoule) gestiftet haben. In Wahrheit aber ist wohl der erste ernsthafte, rein französische Orden der von Ludivig XI. 1469 geschaffene Sankt Michael-Orden. 1579 gründete Heinrich HI. den Orden vom heiligen Geist, mit dem der andere 1661 von Ludwig XIV. verschn-olzen wurde. Der heilige Geistorden hat bis zur endgültigen Vertreibung der Bourbonen bestanden. Ludwig XIV. schuf 1696 auch den St.-Ludwigs- Orden und Ludwig XV. 1759 den Militär-Verdienstorden. Die Revolution schaffte alle Orden ab, und viele Ritter wanderten nur wegen ihrer Ordenszugehörigkeit aufs Schafott. Aber die französische Eitelkeit vermochte obne Orden nicht auSzukommen, unb so erstand am 29. Floröal deS Jahres X die Ehrenlegion. Napoleon I. behielt sie während seiner Negierung bei und stiftete außerdem noch den Orden von der Vereinigung, der an Untertanen der mit Frankreich vereinigten Länder verliehen wurde. Doch ging dieser Orden nach zwei Jahre,: ein, wohl weil cr als eine Art Kainszeichen empfunden wurde. Napoleon III. schuf eine ganze Reihe von Medaillen, so die m6daille militaire, Sankt-Helena-Medaitle und Denkmünzen für die Feldzüge in der Krim, China, Italien und Mexiko. Die Republik verleiht gleichfalls eine Menge Ehrenzeichen und die Ehrenlegion gehört sozusagen zur Toilette eines Franzosen. * Der Krieg und die englische H e i r a t s l u st. Ter Krieg hat, wie Lady Nandolph Churchill, die Mutter des einstigen Marinelords, in einem Artikel in Pearsous Magazine aus'ührt, die Zahl der heiratslustigen Engländer in erstaunlichem Maße gesteigert. „In London allein sind seit Kriegsbeginn viermal soviel Heiraten geschlossen worden wie in früheren Jahren. Die meisten dieser jungen Ehemänner gehören den, Landheer oder der Marine an. Dian fragt sich, auf welche Ursachen diese bedeutende Vermehrung der Eheschließungen zurückzulühren sein mag. Besteht ein geheimes Bündnis zwischen den Göttern MarS und Cupido? Vom psychologischen Standpunkt aus ist es' begreiflich, daß der Mann, der hinauszieht, um sein Leben aus« Spiel zu setzen, den sehr menschlichen Mansch hat, eine Gefährtin zu hinterlassen, die seinen Namen nicht erlöschen läßt. Und vom weiblichen Standpunkt aus dürfen wir nicht die Wirkung vergessen, die die Uniform auf die Frauen ausübt. Außerdem ist es eine unrnnstößliche Tatsache, daß das Leben derer, die wir lieben, uns um so teurer erscheint. je großer die Gefahr ist, s,e zu verlieren. Ott wird ein Gefühl, dcffen man sich nicht bewußt war, tm Augenblick der Trennung zu Liebe. Nicht unbedeutend ist auch die finanzielle Sette der Frage. Der Soldat ohne Vermögen sucht der AuS- erwählten seines Herzens im schlimmsten Falle die Witwenpension zu sichern." * »Esel" als Ehrenname. Wie unberechtigt es ist, sich durch die Bezeichnung „Esel" beleidigt zu fühlen, will ein Aufsatz de- „Mondo animale" erweisen. „Die hebräischen Gelehrten" sagt das Blatt, „sahen in dem Langohr viele gute Eigenschaften verkörpert, so die Geduld, die Beharrlichkeit und die Kraft, die zur Weisheit führen. Die Mohammedaner hielten den Esel so hoch in Ehren, daß sie sogar drei Esel in ihr Paradies versetzten. Auch wurde der Kalif Mervan seiner Bedeutung und seiner Hochherzigkeit wegen „Esel" genannt. Homer vergleicht Ajax um seine« kriegerischen StnneS willen mit einem Ejel, weil die Esel in Asien als kampflustige Tiere bekannt waren. Eine bestimmte Kaste der Inder macht eS sich zur Ehre, von einem Esel abzustammen; sie behandeln diese Tiere wie Brüder, verteidigen sie und bringen jede Mißhandlung vor daS Gericht. Aus alle dem wäre zu entnehmen, daß man die Bezeichnung „Esel", wenn man sie einmal zu hören bekommt, eigentlich als Ehre auffassen müßte." Amerikanischer K r t e g 8 h u m o r. Tie einzige strategische Bewegung, die die Russen andauernd während des Krieges beherrschen, ist der Rückzug. (Philadelphia North American.) — Das englische Kabel meldet, daß Deutschland vor dem Ruin steht. Nun — es siebt wahrhaftig. (Boston TranScrtpt.) — Tie neutrale Welt wird den Tag begrüßen, an dem Europa sich mit der Frage beschäftigt. waS es mit seinen ehemaligen Schützengräben beginnen soll. (Washington Post.) Vüchertlsch. — Kronprinz Wilhelm im Felde ist daS neueste Kunstblatt aus der Scherl schen Bilderserie „Deutschlands Führer in großerZeit". Das nach der letzten Ausnahme hergestellte Bildnis zeigt unseren Kronprinzen in seiner natürlichen, jeder Pose abholden und doch ritterlichen Art. Bei einer Bildgröße von 40:28 Zentimeter kostet die Volksausgabe in künstlerisch vollendetem Tiefdruck nur 1 Ma^k; zum gleichen Preise sind auch die vorher erschienenen Bildnisse unseres Kaisers, der Könige von Sachsen, Bayern, Württemberg und der bekannten Heerführer bet jeder Buch- und Kunsthandlung sowie vom Verlage August Scherl G. m. b. H. zu beziehen — „H. S t. C h a m b e r l a i n und d e r K u n st w a r t" betitelt sich eine Abhandlung im Septemberheit der von Wilhelm Kiefer heraySgegebenen Monatsschrift für das deutsche Kunst- und Geistesleben „Bühne und Welt". (Verlag von „Bühne und Welt", Hamburg 36.) Johannes John spricht darin mit Worten uneingeschränkter Anerkennung von Chamberlatn, den er einen Waffen- genoffen DentschlandS nennt, und geht mit sachlicher Schärfe gegen die Kritik vor, die der Kunst,vart" an ThamberlainS Kriegsaussätzen übte. Der übrige Inhalt dieses Heftes bietet ebenfalls eine Fülle wertvoller Aussätze. Es seien davon genannt: „Patriotisch und national" (Wilhelm Kiefer); „Germanisch-dichterische Monumemal- fünft" (Paul Schulze-Berghof): „Goethe und das Heroische" (Eberhard König); „Tie Festspiele des Deutschen Schillerbundes" (Adolf BartelS); „Die Zukunft drs Theaters" (Johannes Schlaf); „Weltliteratur" (Rudolf Werner). Ludivig Sievert hat dem Hefte drei Szenenentwürfe zu. Opern von Richard Wagner beigegeben. Preis des Heftes 60 Psg., Halbjahrsbezug 3.50 Mk. — 19 14. Ein Tagebuch. Das neueste Heft von Professor Eduard Engels im Erscheinen begriffenem, schnell allgemein bekannt gewordenem kriegsgeschichtlichem Werk „1914. in Tagebuch" (George Westerinann, Braunschweig, Berlin, Hamburg) enthält folgende den,erkenSwerte Ausführung: „Englische Zeitungen hatten den Deutschen den Humor während diese« Kriege« abgestritten: hieraus erwidert die Berliner Conlinental Times : „Allerdings, die Deutschen halten ihre Clo,vus, Possenreißer und Spaßvögel an den dazu geeigneten Stellen und schicken sie „icht an die Spitze von Heeren, in die Leitung des FlottenamteS nNd auf die Rednerbühne des Parlaments." ES ist ein Vergnüge,!, dergleichen in einer englisch geschriebenen Zeitung für'Amerikaner zu lesen.' _ homsgramm. • s • G © 9 © • weiblicher Vorname. G © © O 9 Mitteilung. G © G 0 9 Himmelskörper. G 9 9 Die Buchstaben a a, B B B B, c c c, f f, i, n n, r r, S S, t t sind nach dem Muster obiger Figur derart zu ordnen, daß die drei senkrechten Reihen gleichlautend mit den wagerechten sind und Wörter von der beigesügten Bedeutung ergeben. Auflösung in nächster Nnmmer. Auflösung des Zitatenrätsels in voriger Nummer: DaS geht nicht zu mit rechten Dingen. bchrijlleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Cteindruckerei. R. Lgnge, Gießen