5 3 ö 5 Der Sießener 5 N 5 507 Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ blatt für den kreis lezen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche öeitfragen Jerusprech⸗ Anschlüsse: für die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleö l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. ö General-Anzeiger für Ob Rotatfonsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. FVV erhessen Donnerstag, 30. Dezember 1915 Bezugspreis monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ — jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Fr. R. Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. die Werbelrisis in England. TB.) Großes Hauptquartier, 29. Dezember. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschaublatz. Westende wurde wiederum durch einen feindlichen Monitor beschossen, diesmal ohne jede Wirkung. Der gestern berichtete feindliche Vorstoß am Hir zstein brachbereitsin unserem Feuer zusammen. Am Abend griffen die Franzosen zweimal die von uns zurück⸗ eroberten Stellungen auf dem Hartmannsweilerkopf an und drangen teilweise in unsere Gräben ein. Nach dem ersten Angriff wurde der Feind überall sofort wieder ver⸗ trieben. Die Kämpfe um einzelne Grabenstücke nach dem zweiten Angriff sind noch im Gange. An Gefangenen büßten die Franzosen bisher fünf Offiziere und über zweihundert Mann ein. Die Engländer verloren gestern zwei Flugzeuge, von denen das eine nordöstlich von Lens durch das Feuer unserer Abwehrgeschütze zur Landung gezwungen, das an⸗ dere, ein Großkampf⸗Flugzeug, nördlich von Ham im Luft⸗ kampf abgeschossen wurde. Am 27. Dezember verbrannte ein weiteres englisches Flugzeug westlich von Lille. Oestlicher Kriegsschauplatz. An der Küste bei Raggasem(nordöstlich von Tukkum) scheiterte der Vorstoß einer stärkeren russischen Abteilung. Südlich von Pinsk wurde eine russische Feldwache überfallen und aufgehoben. 2 Balkan⸗Kriegsschauplatz. stzzung beschlossen hat, ichts Neues. Nichts Ne DOdberste Heeresleitung. 2 27 Das alte Jahr nimmt für England einen höchst uner⸗ freulichen Abschluß. Wenn es noch einer Bestätigung dafür bedurft hätte, daß der letzte und großartigste Versuch der Regierung, nach der alten Methode genügend Soldaten auf die Beine zu bringen, trotz aller pomphaften Versicherungen Lord Derbys 125 e dee Benn ein a Fehl⸗ gewesen ist, so ist diese itigung nunmehr i einer r 8 10 gewissem Sinne an ein va banque⸗Spiel erinnert: Die Einigkeit der Regierung selber und die Volks⸗ stimmung werden auf die— noch dazu äußerst unsichere— Gewinnkarte gesetzt. Es ist nicht allzu lange her, da sagte Asquith, er werde die Last seines Amtes nicht von sich wälzen, so lange er das Ver⸗ trauen von Volk, Parlament und Regierung genieße. Die Möglichkeit der Probe aufs Exempel ist schneller gekommen, als der englische Premier wohl selber angenommen hat: England steht im Begriffe, zu der Maßregel zu greifen, die bei i vor anderthalb Jahren als Inbegriff des ver⸗ haßten„Militarismus“ verpönt war, zur allgemeinen Dienstpflicht im Heere. Die Entschlossenheit, mit der man in der Downingstreet den Eventualitäten des neuen Gewalt⸗ schrittes entgegensieht, kann nach den Vorgängen der letzten Monate nicht mehr überraschen. Die Menschenopfer, die auch England in diesem Kriege schon gebracht hat— sie über⸗ steigen die halbe Million— können auf dem Wege der Söldnerwerbung nicht mehr ausgeglichen werden, und an⸗ dererseits wachsen mit der ungeheuerlichen Ausdehnung der Kriegsschauplätze die Ansprüche an die zahlenmäßige Stärke der l Heere von Tag zu 95 Daß die Wehrpflicht an Stelle der Reklametrommel und der Kriegsfilms treten wird, unterliegt also keinem Zweifel mehr. Die Frage ist, wie sich die innerpolitische Lage En lands 3 der Umwälzung alles dessen, was 0 0 Frethetsbegriffe ausmachte, stellen wird. Man wird vermuten dürfen, daß der Sprung ins Dunkle, den das englische Kabinett in seiner Dienstags⸗ nicht ohne schwere innere Kämpfe abgehen wird. Die Stellung Asqui ist ohnehin erschüt⸗ tert. Der Ehnechill d 1 0 e 12 5 erfolges, Churchill der„ zwar nur m 4 55 Geschichte zu verantworten haben, aber die Volks⸗ meinung hat schon länger begonnen, sich nach einem anderen Sündenbock umzusehen. um sich und sein Kabinett zu 5 hat Asquith die furchtbaren Blutopfer Englands in Flandern und auf Gallipoli verschwiegen. Er wußte nichts davon zu sagen, welch großer Aufwand dort schmählich vertan wurde, wie ratlos er und seine Helfer den Vorgängen in Mesopotamien und Aegypten gegenüber standen. Er verschwieg das dunkle Ge⸗ heimnis der Kitchenerreise und ihr beschämendes Ergebnis, den demütigenden Vorschlag, auf die Dardanellenspekulation endgültig zu verzichten. Für alles das und noch vieles an⸗ dere, das vielleicht auch andere mit angezettelt haben, soll nun Asquith allein die staatsrechtliche Verantwortung tragen. Schon ehe die Frage der Wehrpflicht zur letzten Entscheidung heranreifte, erschien es fraglich, ob er dem Ansturm der öffentlichen Unzufriedenheit gewachsen sein werde; er schwankte bereits unter der ungeheuren Last, die auf seinen Schultern ruhte. Dem Schwankenden die Hand zu reichen, ist die Werbekrisis nicht geeignet. Trotz der be⸗ ruhigenden Versicherungen der englischen Offiziösen muß es fraglich erscheinen, ob es der englischen Regierung gelingen wird, im Augenblick niederschmetternder äußerer Mißerfolge daran varbeizukammen, der Welt auch noch das Schauspiel der inneren politischen Niederlage zu bieten. Wie aus den. nachstehenden Meldungen s eh tobt der Kampf im Schoße der Regierung selber, daran ändern auch Reuters Hoffnungen nicht das mindeste. Zudem ist die Spaltung im Kabinett nur ein Abbild der Spaltung im ganzen Lande. Auf der einen Seite sträubt sich der englische Charakter, namentlich in der großen selbstbewußten Arbeiterschaft gegen die Einführung des„Militarismus“; auf der anderen Seite schreit die Not des Krieges nach mehr Soldaten; dem natio⸗ nalen Stolz ist es nicht zuträglich, daß die Verbündeten offen und heimlich immer lauter murren, daß England seine Men⸗ schen mehr als billig schone, und daß fast jede Woche dem britischen Löwen empfindlicher am Zeuge flickt. Das Mene⸗ tekel, das England mit seinem Frevel selber über sich herauf⸗ beschworen hat, leuchtet in immer deutlicherer Flammen⸗ schrift an der Wand. Was Deutschland angeht, so wird sich niemand die Siegeszuversicht durch Englands Notentschluß irgendwie be⸗ einfussen lassen. Um die Vorzüge einer militärischen Or⸗ ganisation teilhaftig zu werden, dafür bedarf es Gene⸗ rationen. Darin kann England nicht mit. Dagegen bringt uns die englische Wehrpflicht eine willkommene Ausglei⸗ chung der militärischen und wirtschaftlichen Lasten: Jeder Soldat, den England einstellt, wird der ohnehin überlasteten Industrie, die eben erst notdürftig auf den Krieg eingestellt worden ist, zu ihrem Nachteil entzogen. Und zum Organi⸗ sieren des neuen Zustandes sind zwei erforderlich: einer der organisiert, und einer, der sich organisieren läßt. Von Organisationstalent haben wir bisher aber in England nur schwache Anzeichen gesehen. Die englische Wehrpflicht ist nach alledem kein Zeichen von Kraft, sondern ein Akt der Not⸗ wehr, zu dem nur die aufs höchste gestiegene Erkenntnis drängt, daß es ums Lebenund nicht ums Geschäft geht. 2 2 i 1 e ae ee eee e Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 29. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 29. Dezember 1915. 0 15 a Russischer Kriegsschauplatz. An der bessarabischen Grenze wiederholte der Feind gestern seine von starkem Artilleriefeuer eingeleiteten] Rekrut Angriffe in der tags zuvor geübten Art. Seine Angriffs⸗ kolonnen brachen überall— stellenweise knapp vor unseren Hindernissen— unter unserem Kleingewehr⸗ und Geschütz⸗ feuer zusammen. Die russischen Verluste sind groß. Oestlich Burkanow nahmen wir einige Sicherungsabtei⸗ sich lungen vor stärkeren russischen Krüften näher gegen unsere Hauptstellung zurück. In Wolhynien stellenweise Ge⸗ schützkampf. Italienischer Kriegsschauplatz. Auch gestern hielt die lebhaftere Tätigkeit der Italiener an der Süd- und Südostfront Tirals an. Im Su⸗ gana⸗Abschnitt wurde ein feindlicher Angriff auf den Monte Carlonile(südöstlich Barco) abgewiesen. Ebenso scheiterten nächtliche Unternehmungen im Col di Lana⸗ Gebiete. An der küstenländischen Front fanden an mehreren Stellen Geschütz⸗, Granaten⸗ und Minenwerferkämpfe statt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Lage unverändert. Keine besonderen Ereignisse. Deer Stellvertreter des Chefs des Generalstabs 1 v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 2* 1A ie Wehrpflicht in Großbritannien. Der Standpunkt der Regierung. London, 29. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Reutermeldung erklärte Asguith im gestrigen Kabinetts⸗ rat, daß die Dienstpflicht notwendig sei.„Times“ schreibt dazu, daß das Kabinett beschloß, in Bälde einen Gesetzentwurf zur Einführung der Dienstpflicht im Unterhause vorzulegen. 5 London, 29. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet: Der gestrige Kabinettsrat wird sich wahrscheinlich als einer der wichtigsten in der britischen Geschichte herausstellen. Es wurde bei dieser Beratung tat⸗ sächlich den großen Meinungsverschiedenheiten über den Militärdienst ein Ende gemacht. Die Erklärung As quiths, daß die Dienstpflicht notwendig set, kam nicht unerwartet, und sie wurde allgemein gut aufgenommen. Die Oppo⸗ sition gegen die Dienstpflacht im Kabinett ist sehr klein und im Gegensatz zu übertriebenen Gerüchten glaubt man, daß die Minister, welche ursprünglich dagegen waren, jetzt im Amte bleiben werden. Die„Times“ schreibt, daß das Kabi⸗ nett gestern tatsächlich zu dem se gelangt ist, in Bälde einen Gesezentwurf zur Einführung der Dienst⸗ . im Unterhause vorzulegen. Das Blatt glaubt, aß die rasche Entschließung dem kräftigen Auftreten Lloyd Georges 2 danken sei, der durch einige Unionisten unter⸗ stützt wurde. Aus verschiedenen Gründen werden im Kabinett vielleicht einige Verän gen vorgenommen, aber Tatsache ist, daß der Vorschlag, die außerordentlich wenig Widerstand stieß. London, 29. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die„Westminster Gazette“ bemerkt zur Entscheidung des Kabinetas, die Dienstpflicht einzuführen, sie werde kei ne Spaltung der Regierung e einzuführen, auf bewach chilche Regierung bat genen bie uon den Truppen der Euleutz oder der allgemeinen Wahlen zur Folge haben. Im Untet⸗ hause werde nur eine sehr kleine Minderheit dagegen Oppo⸗ sition machen, die schließlich gezwungen sein werde, nach⸗ zugeben.. Die innere Krisis. Rotterdam, 29. Dez. Die„Daily Mail“ sagt un⸗ umwunden, daß die Erfüllung des Versprechens von Asquith bezüglich der unverheirateten Männer im Kabinett eine Krise hervorgerufen habe, die durch die Sitzung des Ka⸗ binetts am Montag noch verschärft worden sei. Das Kabinett meldet, daß Lloyd George vor Anfang der Sitzung seinen Standpunkt in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten vertrat und zu erkennen gab, daß er, sofern Asquith sein 5 Versprechen nicht restlos erfülle und gegen die unverhei⸗ rateten Drückeberger nicht Zwangsmaßregeln ergreife, nicht länger Mitglied der Regierung bleiben könne. Dieser Brief hat tiefen Eindruck hervorgerufen und fand den Beifall ver⸗ schiedener Minister.„Daily Mail“ versichert jedoch, daß die meisten Min ister gegen Zwangsmaßnahmen sind. Hier stehen an erster Sdelle Balfour, Grey, Creve, Buckmaster, Me. Kenna, Simon, Run⸗ eiman, Birrel, Hough, Harcour und Hender⸗ son. Die Befürworter der allgemeinen Wehrpflicht sind Lloyd George, Landsdowne, Carson, Smith, Chamberlain, Long, Selbourne. Dagegen en Lord Kitchener und Bonar Law sich eine endgültige Entscheidung vorbehalten. Asquith beabsichtige sein Ver⸗ sprechen streng einzulösen, sei aber nicht imstande, die Gegen⸗ sätze auszugleichen. Die„Daily Mail“ sagt, daß das Ka⸗ binett am gestrigen Dienstag die Frage des Fortbestehens der jetzigen Regierung und die Auflösung des Parlaments unter Ausschreibung von Neuwahlen entschieden haben dürfte. Churchill ist aus London nach der Front zurück⸗ gekehrt. Sein geheimnisvolles tritt der Krisis zusammen. 6 Londoner Blätterstimmen. i einen 9 seinem Rücktritt dro 6 2 1 1 e e e Der vergebliche russische Ansturm auf die Bukowina. Czernowitz, 30. Dez. Die verzweifelten Anstren⸗ gungen der Russen, die seit Weihnachten Hunderte von Ge⸗ schützen und drei Divisionen gegen unsere Front ansetzten, hatten nicht den geringsten Erfolg. Hingegen ver⸗ lor der Gegner bei 22 Sturmangriffen und mehr als 16stündigem Trommelfeuer über 1000 Mann an Toten und Verwundeten, darunter zahlreiche Offiziere; auch ein Oberst, ein Mitglied der höchsten russischen Aristokratie, ist tot oder verwundet. Viermal stürmte sein Regiment, um ihn aus dem Feuerbereich zu bringen. Die russischen Ver⸗ wundeten schildern den Kampf als furchtbar. Einer nennt ihn ein Gottesgericht. Wenn schon jetzt der Durchbruch nicht gelang, dann müsse man glauben, in den Reihen der Oester⸗ reicher kämpften Teufel. Diese Bukowina werde noch das Grab aller, die sich aus den Karpathen retteten.(Berl. Lokalanzeiger.) Czernowitz, 30. Während der Kämpfe um⸗ kreisten feindliche Doppeldecker das Schlachtfeld Zahlreiche russische Geschosse fielen auf rumänisches Gebiet. Gestern abend flaute der Kampf ab, während das Geschütz⸗ feuer teilweise noch fortdauert. Die Czernowitzer Bevölke⸗ rung verfolgt mit größter Spannung die Vorgänge an der Front, deren Ergebnisse stündlich bekanntgegeben werden. Russische Angriffsvorbereitungen im Schwarzeu Meer. Budapest, 29. Dez. Aus Bukarest wird gemeldet: Die Vorbereitungen zur russischen Expedition gegen Bulgarien werden in den Häfen an der Donau und am Schwarzen Meer eifrigst betrieben. Die in Süd⸗Bessarabien konzentrierte russische Linien⸗Infanterie wurde zum Teil mit der Bahn nach Odessa gebracht, wo man auf die rusfische Erpeditionsflotte wartet. Aus dem Hafen Balkot wurden Schiffsbrücken und Pontons in Richtung gegen Warna transportiert. Aus Neu⸗Kilia wurden Luftschiffe und Hydro⸗ plane ebenfalls in der Richtung Warna transportiert. Alle 1 Donauhäfen sind stark befestigt und werden scharf acht. 0* 1* Zur Lage auf dem Balkan. Wien, 29. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Südslavische Korrespondenz“ meldet aus Athen vom 28. Dezember: Die grie⸗ um Erscheinen traf mit dem Ein⸗ CCC TT Europas muß und kann nur Deutschland Kräfte schützen wird. über V rung besitzt der f baldigen entscheidenden milit a aber Trauer und Unglück rmen uners. Beherrschung der Meere. Die Heraus forde Saloniki gerichteten Befestigungen zum zweiten Male Pro⸗ test eingelegt. Der italienische Gefandte Graf Bosdari gab im griechischen Kabinett im Auftrage seiner Regierung die Er⸗ klärung ab, daß die bei Valona stehenden italienischen Truppen die albanische Grenze nicht überschreiten würden. Athen, 29. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Von dem Sonder⸗ berichterstatter des Wolfsschen Telegraphenbureaus. Wie ich er⸗ ahre, wird Griechenland während der bevorstehenden Kämpfe r europäischen Mächtegruppen bei Saloniki neutral bleiben. Athen, 29. Dez. WTB Nichtamtlich.) Von dem Sonder⸗ berichterstatter des Wolffschen Telegraphenbureaus. Die Trüm⸗ mer der serbischen Armee sind in Skutari und Elbassan angelangt. Ihre Gesamtstärke beträgt 40000 Mann; sie be⸗ sitzen weder illerie noch Munition. Griechenland und die Zeutralmächte. Ftalienische Grenze 29. Dez. Wie der„Cor⸗ tiere della Sera“ aus London berichtet, läßt sich aus den in englischen Zeitungen abgedruckten. Unterredungen mit den e Ministern Gunaris und Skulub is mit Sicherheit der Schluß ziehen, daß die griechische Regierung die bul⸗ garisch⸗türkische it wirkung bei dem Angriff der e gestatten werde. Griechenland werde sich mit der von Deutschland übernommenen Verpflichtung begnügen, daß das möglicherweise besetzte griechische Gebiet später von Deutsch⸗ land und seinen Verbündeten wieder geräumt werden würde. Die griechische Regierung werde auf jeden Fall ihr Augenmerk darauf richten, daß Griechenlands Hoheitsrechte nicht beeinträch⸗ tigt werden.(Kölnische Zeitung.) 5 8 Die Friedenserörterungen in der Schweiz. 1 5 30. Dez. Hier ist die Nachricht eingetroffen, baß die verantwortlichen Kreise Deutschlands den angeb⸗ lichen Friedensbedingungen fern stehen, die in der „Neuen Zürcher Zeitung“ abgedruckt worden sind. Gleich wohl bemüht sich die Schweizer Presse, die Erörterungen über die V weiter in Fluß zu halten und bedient sich dabei einer Schätzung der Kräfte aller kriegführenden Parteien, was für die öffent⸗ liche Meinung der Schweiz charakteristisch ist.— Die„Basler Nationalzeitung“ bemerkt: Nachdem alle Offensivversuche der Franzosen mißglückt sind, ist nicht anzunehmen, daß sie bei weiteren Angriffen auf die sesden deutschen Linien glücklich sein werden. Für sie bedeutet demnach eine Verlängerung des Krieges keine Aussicht auf größeren Er⸗ folg. Gewiß kann Deutschland einmal erschöpft werden, aber nichtfrüher als die andern auch, und dann hat keiner Nutzen davon. Wir Neutrale werden selbstver⸗ ständlich die Hoffnung nicht fahren lassen, daß dieser oder ener vernünftige Vorschlag Europa vor dem Verfall der e Der Jahrgang 1917 in Frankreich. Paris, 29. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Senat er⸗ örterte den. über die Einberufung des Jahrgan 98 1917, den die Kammer bereits angenommen hatte. Gervais, der Berichterstatter des Heeresausschusses, erklärte, der Ausschuß habe die Frage der Truppenstärken geprüft und sei nicht beun⸗ ruhigt, denn man habe genug Männer, um bis zum Ende durch⸗ zuhalten. Der Kriegsminister Gallien griff in die Verhand⸗ lung ein und erklärte: Die Einstellung des Jahrganges 1917 ist nur eine Vorsichtsmaßregel; dieser Jahrgang stellt nur einen Teil der Hilfsmittel dar, die uns zur Verfügung stehen. Wir wollen sie alle nutzbar machen und zu diesem Zwecke mit den Irrtümern der Verwaltung brechen und uns weder vor Entschlüssen vor Verantwortlichkeiten fürchten. Nach seinen Ausführungen Vorkehrungen für die Einstellung des Jahrganges 1917 schloß Hallieni mit den Worten: Frankreich, das vor achtzehn Monaten den Frieben wollte, will heute den Krieg mit aller ilfsmittel daran. Wer das Willenskraft und wendet alle seine ausspricht, wird als schlechter Bürger betrachtet. Wort Frieden Der Nen 1917 wird hinausgehen, und das Volk begleitet n inschen die jungen Leute, welche wir zu einem * e 0 mit seine großen Kampfe vorbereiten werden, der erst endigen wird, wenn Frankreich in Uebereinstimmung mit den Alliierten sagen kann: er mache ich halt; ich habe erreicht, was ich gewollt habe und! nehme meine Friedensarbeit wieder auf!(A gemeiner Beifall.) Der einzige Artikel des Gesetentwurfes wurde angenom⸗ men und ebenso beschlossen, die Rede des Ministers öffentlich anzuschlagen. Französische Resignation. Der„Radical“ schreibt: Trotz des Mutes id der moralischen Kraft unserer Zibilbevölke⸗ 1 der Feind noch immer Belgien und befindet sich noch mmer 80 Kilem vor Paris. Die füßen Weisen und die Trompeten⸗ klänge berauschen niemanden 7 Frankreich weiß, daß es den Frieden durch den Sieg nur durch den Preis der langen Geduld erringen kann wenig Hoffnung auf einen denden rischen Erfolg besteht. Die digkeit, einen Abnützungskrieg zu führen, bedeutet 5 l in vielen bis jetzt verschonten eine weitere Verteuerung der Lebensmittel, die für die trotz der ohnmächtigen Maßnahmen der Regierung immer zinglicher werden, immer mithsamere Anstrengungen unserer 1 4 0. 15 85 täglich 3 werdende en, eine schlechte stellung und Ver⸗ armung des Viehbestandes. N N * 0 1 — Genf, 29. Dez. unserer e 1 Roger Casement, worin dieser zu agen der internationalen Politik Stellung folgende Stichproben i 15 1 U intel 8, das Ge⸗ Geistes, die Gerechtigkeit und die Intensität deutscher Kultur, sozialer Entwicklung brauchen ein für ihre wohltätige Entfaltung, und ese Dinge mehr als die britische rung Europas der Vorkämpfer 5 0. 0 sein. Keine an⸗ dere europäische Nation, hat die Macht, die Stärke des Geistes, um die große Tat der Befreiung auszuführen. Europa, zu lange blind gemacht für seine eigenen Interessen, so lange nicht geeint, muß unter der Leitung eines geeinten Deutschland dem Problem der Befreiung der Meere entschlossen nahen. Dieser Krieg um die Meere ist unvermeidlich. Mit der Demütigung Großbritanniens und der Vernichtung seines Meerbesitzertums wird die euxopäische Zipilisation eine neue Gestalt annehmen und Irland, die älteste und doch jüngste der europäischen Nationen, wird eine freie Part⸗ Par eingehen mit Zivilisation, Kultur und Wohlfahrt, welcher dieser Akt der eiung der Menschlichkeit bringen wird. 0 5** 2 1 Bulgarien und seine Verbündeten. Sofia, 29. Dez.(WTB. Nichtamtlich) General Bojad⸗ je w erklärte einem Vertreter des„Mir“: Als Kriegsminister sei er oft in der Sobranje Zeuge heißer parteipolitischer Redeschlachten gewesen. Jetzt sei es anders. Heute gäbe es leine 1 und Patrioten, sondern nur Patrioten. Ueber das Ver⸗ sältnis zu den Verbündeten sagte Bosadjiew: Wir sind ent⸗ zückt von ihnen und 15 von uns. Es gibt genug, das wir bei muß an England gerichtet werden und 1 In ihren künftigen Berechnungen und politischen Planen werden sie uns als wichtigen Faktor einstellen. Die künftige gemeinschaft⸗ liche Arheit, dessen bin ich sicher, wird die Bande zwischen uns noch befestigen. Mackensen in Sosia. Sofia, 29. Dez.(WTB Nichtamtl.) Meldung der Bulgari⸗ schen Telegraphen-⸗Agentur. Generalfeldmarschall von Macken⸗ sen ist heute in Sofia eingetroffen. Am Bahnhof hatten ich Vertreter des Königs und der Regierung eingefunden. Eine Kompagnie Zöglinge der Militärschule mit Musik erwies die Ehrenbezeugungen. Der Generalfeldmarschall stattete in der deut⸗ schen und österreichisch-ungarischen Gesandtschaft Besuche ab und begab sich hierauf in den Königlichen Palast, wo er vom König in Audienz empfangen wurde. Nach der Audienz fand zu Ehren des Generalfeldmarschalls große Frühstückstafel zu 40 Gedecken statt. Die Tafel trug militärischen Charakter, da alle Gäste höhere Offiziere waren. Am Abend erfolgte die Rückreise des General⸗ feldmarschalls in das Hauptquartier. Die Bevölkerung bereitete ihm einen begeisterten Empfang und jubelte dem großen deutschen Heerführer herzlich zu, so oft er sich in den Straßen der Stadt zeigte. ** * Ein neuer Angriff auf Kamerun. London, 29. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Ein Korxespon⸗ dent der„Morning Post“ berichtet über das Expeditions⸗ lorps nach Kamerun, daß es aus britischen, französischen und belgischen Eingeborenentruppen zusammengesetzt sei, die von weißen Offizieren und Unteroffizieren ausgebildet und befehligt würden. Das Korps zähle ungefähr 8000 Mann und werde von dem britischen Generalmajor Dobell kommandiert. Das Haupt⸗ quartier befinde sich in Dual a. Den Befehl über das britische Kontingent habe Oberst Gorges. 5 „ Belgien außerhalb des Londoner Vertrages. Bern, 29. Dez.(WTB. W Wie französische Blätter aus Le. Havre erfahren, wird Belgien dem Londoner Vertrage nicht beitreten. Belgien sei in den Krieg eingetreten, um seine Neutralität zu verteidigen und möchte nichts tun, was dagegen verstößt. * 1* Der Pariser Sozialistenkongreß. Paris, 29. Dez. Die Sitzung des Sozialisten-Kon⸗ gresses wurde Mittwoch früh um 6 Uhr geschlossen, ohne daß ein Beschlußan trag angenommen wor⸗ den wäre, da der Ausschuß sich über den Wortlaut nicht einigen konnte. Der Kongreß tritt nachmittags nochmals zu— sammen. s J 0 0 4 der Seekrieg. Amokläufer zur Sec. Amsterdam, 29. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Unter dem Titel„Amokläufer zur See“ wendet sich der„Standard“ gegen die Willkür, mit der die Engländer die Post neutraler Staaten behandeln. England halte kurzweg mit Waffengewalt neu⸗ trale Schiffe an, die von einem neutralen Lande nach dessen Kolo⸗ nien fahren oder umgelehrt, es lade die Postsäcke aus und tue damit, was es wolle. Schlimmer könnte es nicht mehr sein Schwe⸗ den habe bereits zu Repressalien Zuflucht genommen, Die hol⸗ ländische Regierung würde dies, wenn sich ihr dazu Gelegenheit böte, sicherlich auch tun und es nicht bei Protesten bewenden lassen. Staaten Europas und der Unionstaaten vor, denn es handele sich hier um ein heiliges Recht, das unter keiner Bedingung von England so gröblich verletzt werden dürfe. Wie die Dinge jetzt lägen, sei kein Brief, der über die See fahre, mehr sicher. Versenkte Schisse. London, 29. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Burcaus. Der schwedische Dampfer Nerguts wurde am 26. Dez. versenkt. Die Besatzung ist gerettet. London, 29. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der britische Dampfer„Morning“(444 Tonnen) ist ver⸗ senkt worden. Der Kapitän und der zweite Steuermann sind gerettet worden. Eine englische Falschmeldung. Berlin, 29. Dez.(WTB Nichtamtlich.) Wie wir von zu⸗ ständiger Stelle erfahren, beruht die Mitteilung der Englischen Telegraphenagentur in Bularest über den Ver lu. schen U-Bootes in der Ostsee auf freier Erfindung. Die norwegischen Schiffs verluste. Kopenhagen, 29. Dez.(WTB. Nichtamtlich.)„National Tidende“ berichtet aus Kristiania: Eine Aufstellung der Hriegs⸗ verluste der norwegischen Handelsmarine bis zum 27. Dezember ergibt: fünfzig Dampfer verloren, für gute Prisen erklärt vier. Diese 54 Dampfer mit zusammen 94000 Tonnen ergeben nach Abzug von vier Prisendampfern, die von den Befrachtern vergütet werden, einen Nettoverlust von 87000 To. und einen Nettoverlust von Segelschifsfen von 21 600 Tonnen, so daß sich der Gesamtverlust auf 108 600 Tonnen im Werte von 47 Millionen Kronen beläuft. Ein bekannter Name. Berlin, 29. Dez.(Priv. ⸗Tel.) Der vor einigen Tagen durch ein U-Boot als versenkt gemeldete englische Dampfer „Cottingham“ machte vor zwei Monaten von sich reden, als der Kapitän Anspruch auf die Prämie erhob, die 1 7 lischerseits für die Vernichtung eines deutschen U⸗ Bootes durch unbewaffnete englische Handelsschiffe, d. h. also durch Rammen oder Ueberfahren, ausgesetzt war. Der Dampfer konnte damals aber nur das U-Boot beschädigen. Jetzt hat ihn also das wohlverdiente Schicksal erreicht. „Ville de la Ciotat“. Malta, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Wie das Reu⸗ tersche Bureau meldet, haben sich an Bord des Dampfers„Ville de la Ciotat“ 315 Personen befunden, darunter drei Engländer. Die Geretteten erzählen, daß, als sich das Schiff auf der Reise nach Marseille befand, eine heftige Exploston stattfand. In dem⸗ selben Augenblick erschien in einigen Yards Abstand ein U-Boot, das die österreichische Flagge führte, an der Hberfläche. In das Hinterschiff war ein ungewoͤhnlich großes Loch schlagen, aber es entstand keine Panik. Fünf Boote und zwei Flöße 8 niedergelassen. Zuletzt sank das Schiff mit den Leuten, die sich an Bord befanden. Das U-Boot blieb in der Nähe, bis der Dampfer gesunken war. Später kam der britische Dam, er„Heros“ und widmete sich 80 Minuten lang dem Rettungswerk, obwohl das U-Boot noch in Sicht war. Die Ueberlebenden erklärten no 1 daß die Besatzung des U-Bootes zwei Menschen, die mit den Wellen gerungen haben, aufgenommen und nach dem Flosse ge⸗ Der„Standard“ schlägt eine gemeinsame Aktion aller neutralen eines deut- bracht hat. Aus dem Reiche. Unsere wirtschaftliche Lage. Berlin, 29. Dez.(WDB. Nichtamtlich.) In dem Bericht über das Ergebnis der Beratungen des Reichs haus⸗ haltsausschusses für rnährungsfragen führte der Berichterstatter Graf Westarp u. a. aus: Es sind ausreichend Vorräte vorhanden, um die Bevölkerun während des Krieges zu ernähren, solangedieser au dauert. Besonders wird an den notwendi mitteln, Brot, Kartoffeln und Fleisch, ein wirklicher Mangel ihnen bewundern müssen, 73 sie finden vieles bei uns, was tiesen Eindruck macht. Wir sind in ihrer Achtung sehr gelliegen. 8 nicht eintreten. Andererseits können wir mit Sicherheit nicht darauf rechnen, daß wir mehr haben, als wir brauchen. sten Lebens⸗ Eine Einschränkung, besonders an Fett und Bt nicht zu umgehen sein; Voraussetzung dafür, daß n kommen, ist auf allen Gebieten Sparsamkeit. Dank der e Maßnahmen ist es trotz der 57 ren vierig⸗ eiten, die für Deutschland infolge der Absperrung beste erreicht, daß bej uns die Teuerung und Einschrän 0 hinter denjenigen in den neutralen und feindlichen Län 0 besonders auch in England, zurückbleiben. Auf allen Seiten, bei den verbündeten Regierungen und den einzelnen Par⸗ teien und Berufsständen, ist der gute ehrliche Wille vor handen, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in gemeinsamer Arbeit und pflichtbewußter Haden zu bekämpfen. Um der wirtschaftlichen Lage Deutschlands willen 1 5 5 der Krieg nicht einen Tag früher beendet zu werden, 1. und politische Lage einen vollen Sieg verbürg 5 — Aus Stadt und and. Gießen, 30. Dezember 1915. Neujahr als Glückstag. 5 1 Weihnachten still, verinnerlicht, feierlich— Neujahr laut, tn lustiger Gesellschaft und ausgelassen: das ist alter deutscher, das ist alter Völkerbrauch. Kein Zufall, keine Willkür ist es, daß die Feier des ersten Tages des neuen Jahres gerade diesen empfangen hat. Auch auf Bräuche und Gewohnheiten bestimmt und geprägt hat; und dieser Volksglaube geht vor allem dahin, daß der Neujahrstag ein Glücks⸗ tag allerersten Ranges ist und als solcher wohl beobachtet sein Sl. Wie der erste Tag, so das ganze Jahr; und so ist es keineswegs etwa bloß die Lust am breiten, reichen Festefeiern, die den Neujahrs⸗ tag beherrscht, sondern es ist die geheime Meinung, daß das ganze 1 Jahr fröhlich und N sich gestalten werde, wenn sein erster Tag in dieser Weise begangen wird. Durch so manche Neujahrs⸗ 0 ele und Natur sonst kaum durchsichtig sst, zieht ich als tieferer Sinn dieser alte Glaube, daß der Neujahrstag das ganze Jahresleben bedingt und nach sich zieht. Dahin ört die alte, schon aus dem römischen Altertume bekannte Gewohnhe daß man des Jahres ersten Tag nicht ganz feiert, sondern das ge⸗ wohnte Geschäft, wenn auch nur für wenige Augenblicke, zun Hand immt. Wie alt die Sitte im deutschen Volksleben ist, geht daraus 7 1 daß bereits Burchard von Worms die schalt, die in der 72 eiligen Neufahrsnacht nähten und häkelten, webten und sonst allerlei Arbeit, verrichteten, ihm galt das als Teufelswerk, aber der Maun aus dem Volke war überzeugt, daß er diesen Brauch der Altvordern nicht übertreten dürfe, wollte er nicht Unheil fürs ganze Jahr auf sich laden. Ueberall gilt die Regel: wie am Neu⸗ jahrstage, so im ganzen Jahre. Wer am Neujahrsmorgen spät aufsteht, der tut es ganzen Jahres so leine Warnung, die sich alle Silvesterschwärmer wohl einprägen mögen!); wo es am Neujahrs⸗ tage unsauber oder unordentlich ist, wo Reste und Ueberstände A Arbeit aller Art zurückbleiben, da wird das— 55 Jahr auf Ord⸗ nung und Sauberkeit nicht zu rechnen sein. wegen die kundige Hausfrau zum Neujahrstage allen Staub besonders. 1 sammenfegt, die Wüsche e von der Leine nimmt, den Rocken abspinnt und was dergleichen mehr ist. 6 5 1 Sehr natürlich, daß im Lichte dieses Glaubens die erste Be⸗ gegnung im neuen Jahre von großer W ist. Freilich, 8 Charakter 0 ihm ruht uralter Volksglaube, der seine 1 185 5 was da als glückbringend, was als unheilverhei zu beurteilen sei, darüber gehen die Vollssiberlieferungen weit auseinander. Hier gilt ein Rothaariger als Glücksbote, dort als Unglücksbote; 4 wiegend aber ist der Volksglaube ungalant genug, es als ungünsti⸗ ges Vorzeichen anzusehen, wenn es ein weibliches Wesen ist, dem man im neuen Jahre zuerst begegnet. Und auch darin sind die Volksüberlieferungen in der Hauptsache einig, daß es eine gli k⸗ liche Vorbedeutung ist, wenn der erste Besu im neuen Jahre freudige Botschaft oder gute Gabe bringt. Beispiel: der Geld⸗ briefträger, den wohl noch heute am Neujahrstage lieber jeder⸗ mann zuerst empfängt, als den Schwarm jener Glückwünscher, die Gaben heischen. Die Freude am reichlichen Gelage, ja selbst an Ueberschwang in Speise und Trauß, die zu den alten Gebräuchen des Neujahrstages zählt, geht gleichfalls darauf zurück, daß Reichlich⸗ 5 keit in dieser a am ersten Jahrestage Ueberfluß fürs ganze Jahr prophezeit. Dabei gelten von altersher eso sen, wie quellende Gerichte oder Süßspeisen, noch als besonders glück“ bringend und gelbe Rüben bringen Gold, aber Weißkraut bedeutet Silber. Wogegen dies und das Gericht, wie z. B. Aepfel i Hessischen oder Klöße in Schmalkalden, wieder als Unglücks⸗ N gelten: wunderlich genug nehmen viele Chinesen am Wüsten von dem Genusfe ihrer hrung, dem Reis, and. a ö Ist es so am Neufahrstage alte Sitte, sich auf jede mögli Weise guter Vorbedeutung fürs neue Jahr zu versichern, so g es von je auch für geboten, an diesem wichtigen Tage die Unholde 1 und üblen Geister tüchtig zu verscheuchen; denn 115 man diesen Tag sie von Haus und Hof sern, so jagt man ihnen fürs ganze Jahr Kesbekt ein; läßt man sie aber am Neujahrstage zu e Un⸗ fuge zu, so hat man sich das ganze Jahr ihrer n 77 versehen. Daher der erste des Jahres von je a weidlichem Lärme gefeiert worden ist. Lärmhafte Umzüge, Peit⸗ schenknallen, Schießen Scheibenwerfen; all das soll den üblen Geistern die Lust verschlagen, sich zu nähern und ihre Wirksamkeit auszuüben. Auch hält man die Neujahrsnacht das N lebendig. die Lichter brennend, die Oefen in starker Glut. Die Obstbäume werden ae und geschlagen, die Pumpenschwengel werden festgebunden— kurz, überall, wo die Unholde 11155 cke etwa ausüben könnten, werden sie auf Vorsichts⸗ oder Ahwehrmaßregelr stoßen. Mit ihrer Hilfe kommt man gut durch die gefähtlt Stunden, und wenn man dann den Neujahrstag noch recht lustig und reichlich lebt, sich vor bedenklichen Begegnungen hütet, darf man mit guter Zuversicht ins neue Jahr hineinge! * 5 Bessere Ausnutzung des Milchfettes. 1 mung er gesamten zu Butter verarbeiteten Milchmenge zu erreichen, so unterliegt es doch keinem Zweifel, daß sich bei richtigem Verfahren noch ganz bedeutende, jetzt mit der Magermilch meist zur Verfütterung gelangende Butterfett⸗ mengen gewinnen ließen. Dies 9 aus volkswirtschaft lichen Gründen— wegen der Butterknappheit— wie ies ni dure ie Geraresteller des Bllllbes der bands der deutschen landwirtschaftlichen Genossen⸗ N ten und besonders auch der Deutschen Landwirtschafts⸗ ene, auf Grund ihrer alljährlichen Geräteprüfungen Auskunft geben können. Die Beseitigung des Topf⸗ und Satten verfahrens sollte mit allen Mit⸗ teln erstrebt werden. Während bei guter Separatoren⸗ entrahmung etwa 0,10 Prozent Fett(von durchschnittlich etwa 3,36 n in der Magermilch verbleiben, sind es bei schlechtem Separatorenbetrieb 0,36 Prozent und mehr, bei der Topf⸗ und Sattenentrahmung aber oft 0,80 Prozent d mehr. Außerdem ist die Haltbarkeit und Güte der im letztgedachten Verfahren hergestellten Butter sehr viel schlech⸗ ter, der Preis daher um etwa 0,40 Mk. je ½ Kilogramm niedriger. Dem ganzen unzeitgemäßen Aufrahmverfahren sowie den schlechten Separatoren muß der Krieg erklärt werden. Das Butterfett gehört den Menschen, nicht den Tieren. Jeder Landwirt und Milchwirt helfe mit, di Ziele soweit und sobald als möglich nahe zu kommen. * a Verleihnng von Ehren⸗ Urkunden durch die Handwerkskammer zu Darmstadt. Nachdem die Handwerkskammer zu Darmstadt beschlossen hat, an unselbständige Personen des Handwerkerstandes, welche fünf⸗ undzwanzig Jahre in ein und demselben Betriebe ununterbrochen tätig gewesen sind, als Anerkennung für die treue Arbeit, Ehren⸗ Arkaden zu verleihen, haben auf eingereichte Anträge und nach Erfüllung der satzungsgemäßen Verleihungsbestimmungen nach⸗ stehende 35 gelernte Handwerker Ehren⸗Urkunden erhalten. Hertie de Neigenheach und Hesßckger, Verengte Zünd gelt ei un sunger, nigte Zündholz⸗ iken in Nieder⸗Ramstadt; Weißbinder Andreas Bohn in See⸗ und Weißbinder Friedrich Büttner in Arheilgen bei Hofweißbinder G. Hillgärtner in Darmstadt! Fuhrmann Ludwig Debus in Darmstadt bei Maurermeister H. Sames in Darmstadt: Werkmeister Heinrich Essinger III. in Reichenbach i. O. bei der Deutschen Steinindustrie A.⸗G. in Reichenbach i. O.; Zimmerer Karl Sie ler in Offenbach und Zimmerer Friedrich Schnei⸗ der in Offenbach a. M., beide bei H. Korb, Zimmergeschäft in Offenbach a. M.: Küfer Valentin Wetzel in Groß-Gerau bei der Unionbrauerei in Groß⸗Gerau; Küfer Philipp Gunst in Bens⸗ heim und Küfer Fritz Bernet in Bensheim, beide bei Wein⸗ a L. Guntrum in Bensheim; Heizer Johann chrimpf in Darmstadt bei H. Keller Sohn in Darmstadt; Werkführer Heinrich Dieter in Darmstadt bei Baudekorations⸗ geschäft Warnecke und Hahn in Darmstadt; Maurer Karl Poth in Spachbrücken bei Baugeschäft J. Müller in Darmstadt: Maurer 1— Keßler in Steinbuch bei Maurermeister L. Sattler in Provinz Rheinhessen. Tüncher Johann Grosch⸗ witz in Mainz bei Maler⸗ und Tünchermeister G. K. Klingel⸗ schmitt in Mainz: Tüncher Philipp Rath in Mainz bei Maler⸗ und Tüncher äft J. IJ in Mainz; Tüncherpolier Joseph olf If i Melee bei lonsgeschäft W. Maurer Er⸗ ben in Mainz; Werkmeister Stephan Spangenmacher in Mainz bei der Armaturenfabrik P Hilge in Mainz; Asphalteur Nikolaus Böhm in Mainz bei A. Müller, Asphalt⸗, Zement⸗ nund Betongeschäft in Mainz; Maschinenmeister Hermann Elsner in Mainz⸗Kostheim bei der Cellulose⸗ und Papierfabrik A. G. in Mainz⸗Kostheim; Maschinenschlosser Moritz Plugge in Rhein⸗ dDitrkheim, Maschinenschlosser Anton Muth in Rheindürkheim und Spengler und Installateur Karl Strack in Rheindürkheim, alle bei den Vereinigten Strohstoffabriken in Rheindürkheim; Werk⸗ meister Josef Mal sch in Worms bei der Rhein. Schiefertafel⸗ fabrik G. m. b. H. in Worms; Werkführer Peter Klingel in Dalsheim, Werkführer Karl Steinbach in Dalsheim, Schreiner 5 Seyb in Dalsheim, Schreiner Friedrich Hand schu in lsheim, Schreiner Rudolf Schäfer in Dalsheim und Schrei⸗ ner Heinrich Stüber in Dalsheim, alle ber der Möbelsabrik Mer⸗ kel in Dalsheim; Metallsormer Donatus Schuhmann in Mainz bei der Armaturenfabrik und Metallgießerei Gebr. Krieghoff in Mainz; Heizer Anton May in Osthosen bei der Fabrik diät. Malz⸗ präparate Dr. Wander, G. m. b. H. in Osthofen. Provinz Oberhessen. Schriftsetzer Wolf Hensel in Gießen bei der Brühl'schen Universitätsdruckerei in Gießen; Weißbinder ee Brückel XII. in Watzenborn bei dem Bau⸗ und Weißbindergeschäft W. Seipp III. in Gießen. Buch⸗ binder Wilhelm Keiper in Gießen bei Buchbindermeister A. Bourgeois in Gießen. g Anträge auf Verleihung an Weihnachten 1916 sind von der 1 Korporation, der der Arbeitgeber angehört, bei der Handwerkskammer zu Darmstadt bis spätestens 1. November 1916 einzureichen. Den Anträgen ist ein ausführlicher Lebenslauf des zur Auszeichnung Vorgeschlagenen, sowie ein von dem Betriebs⸗ inhaber ausgestelltes, ortspolizeilich beglaubigtes Arbeitszeugnis, das gleichzeitig den Nachweis der 25jährigen ununterbrochenen Tätigkeit in ein und demselben Betriebe enthalten muß, sowie N 8210 lieg der Polizeibehörde ausgestelltes Leumundszeugnis bei⸗ zuschließen. g 1 * n Wandkalender 1916 des Gießener An⸗ 5 Auch in diesem zweiten Kriegsjahre läßt es sich er Gießener Anzeiger nicht nehmen, seine Leser mit einem Arbeit wurden nicht gescheut, diesem Kalender eine künst⸗ lerisch wertvolle Gestaltung zu verleihen, die ein Schmuck sedes Zimmers sein muß. Der Entwurf wurde, wie bereits frü einmal, unserm heimatlichen Künst⸗ ler Ubbelohde übertragen. Eine vornehme 1 5 1 gediegene Ausstattung und die ym g leiste mit der das Land schützenden Ger⸗ mania über pflügenden Bauern, pochenden Fabriken und 1'oldaten sind zu einer so ruhigen und aus⸗ geglichenen Gesamtwirkung zusammengefügt, daß man vom nblick dieses Kalenders nicht, wie dies bei pielen anderen der Fall ist, ermüdet wird, bevor er sein Dienstjahr vollendet hat. Der Kalender gelangt heute mit unserer Landauflage, morgen, Freitag, in der Stadt und am Montag an die Postbegieher zur Verteilung. 5 5 * Auszeichnung. Karl Hergenröther erhielt am 24. Dezember 1914 das Eiserne Kreuz. Er wurde am 22. August 1914 bei New Chatau verwundet und ist seit März 1915 aus dem Heer ausgeschieden.. 1 Amtliche Personalnachrichten. In den Ruhe- stand versetzt wurde am 22. Dezember der Hauptlehrer an der Veolksschule zu Mörfelden im Kreise Groß⸗Gerau Wilhelm Reeg auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, vom 1. Januar 1916 an.— Verliehen wurde am 22. De⸗ zember dem Hauptlehrer an der Volksschule zu Mörfelden, Kreis Groß-Gerau, Wiihelm Reeg, anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand der Charakter als„Rektor“.— Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des Innern wurde der Lehramts⸗ referendar Georg Schachner zu Alsfeld mir Wirkung vom 1m. Januar 1916 ab zum Lehramtsassessor ernannt. Das Abbrennen und der Verkauf von Feuer⸗ werkskörpern jeglicher Art ist laut Verordnung des Stell⸗ vertretenden Generalkommandos des 18. Armeekorps verboten. Der Freitrunk in der Silvesternacht. Der Verein der Gastwirte von Gießen und Umgebung veröffentlicht in vorliegender Nummer unseres Blattes eine Bekanntmachung, wonach die Wirte in Anbetracht der gegenwärtigen schweren Lage des Gastwirtegewerbes gezwungen sind, von den üblichen Neu⸗ jabrsgeschenken, Freitrunk in der Silvesternacht usw., abzusehen. Man wird diesem durch den Ernst der Zeit herbeigeführten Beschluß wohlwollendes Verständnis entgegenbringen. anowirte, des] Kalender für das kommende Jahr zu bedenken. Kosten und Wahl der Hoftrunstler Slrack⸗Bellachini gibt am 1. und 2. Januar, abends 8 Uhr, im Cafe Leib Abschiedsvorstellungen. Am 1. Januar, nachmittags 4 Uhr, findet eine Fremden- und Familienvorstellung statt. 5 5 5 * Silberne Hochzeit feiern morgen die Eheleute Philipp Schmidt und dessen Ehefrau Henriette geborene Schermuly. »Stenographie. Der Gabelsberger Stenographen⸗ Verein 1861 und Damen-Verein Gabelsberger eröffnen, wie aus der Anzeige in vorliegender Nummer ersichtlich, am 5. Januar einen Anfänger⸗Lehrgang. Die Kenntnis der Steno⸗ graphie wird jetzt so allgemein gefordert, daß allen Angestellten usw., die die Kurzschrift noch nicht erlernt haben, die Teilnahme an dem Unterricht nicht dringend genug empfohlen werden kann. Landkreis Gießen. » Wieseck, 30. Dez. Dem Kriegsfreiwilligen Kurt Blecken, Vizeseldwebel im Res.⸗Inf.⸗Regt. 254, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Vizeseldwebel Blecken, der mit den 222ern ins Feld zog, kämpfte bereits auf drei Kriegs- schauplätzen. e. Hattenrod, 30. Dez. Seit dem 28. Dezember ist der Sohn Heinrich des Rechners Albach, der zurzeit im Felde steht, versch wunden. Der Junge ist 13 Jahre alt, 1,45 Meter groß und blond. Kreis Alsfeld. E. Flensungen, 30. Dez. Auf dem Felde der Ehre starben bisher den Heldentod August Reitz, Sohn des Land⸗ und Gast⸗ wirts Karl Reitz; Heinrich Seim, Sohn des Schuhmachers Hein⸗ rich Seim; Georg Theiß, Sohn des Bergmanns Johannes Theiß: Gustav Kahl, Sohn des Schneidermeisters Georg Kahl; Heinrich Theiß, Stiefsohn des vermißten Philipp Schumann zu Mücke; Konrad Deucker, Sohn des verstorbenen Gemeindehirten Heinrich Deucker; Ernst Schumann, Schwiegersohn des Gast⸗ wirts Karl Reitz, aus Herborn; Wilhelm Reitz, Sohn des Unter⸗ erhebers Ludwig Reitz; Unteroffizier Götz, Schwiegersohn des Landwirts Georg Bott. Als vermißt ist gemeldet: Philipp Schu⸗ mann, Sohn des Bergverwalters Karl Schumann zu Mücke. „Aus dem Vogelsberg, 30. Dez. Nach altem Gebrauch 19 5 hier der Gefindewechsel am dritten Weihnachtsfeiertage tatt. Dieser Wechsel vollzog sich früher unter gleitung der Altersgenossen und fröhlichem Gesange. Entsprechend dem Ernst und der Bedeutung unserer gegenwärtigen Zeit geschah der Wechsel jetzt in aller Ruhe, ohne jede laute Kundgebung. Auf die Höhe der Gesindelöhne hat der Weltkrieg keinen Einfluß gehabt. Sie stehen noch auf derselben hohen Preisstufe wie vor dem ege. Ruppertenrod, 30. Dez. Wieder erhielten drei hiesige] d Wehrmänner zur Weihnachtszeit Auszeichnungen. Der Kanonier Karl Tröller wurde in Serbien mit dem Eisernen Kreuz aus⸗ gezeichnet. Der Fahrer bei der Munitionskolonne Karl Otten⸗ bein erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille und der Sanitäts⸗ unterofftzier Heinrich Fuchs erhielt das Hessische Sanitätskreuz. Kreis Schotten. qu. Ober⸗Lais, 30. Dez. Unteroffizier Heinrich Böck von hier, der in Frankreich verwundet wurde, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. qu. Glashütten, 30. Dez. Der vor kurzem als tot ge⸗ meldete. Musketier Mourdier im Infanterie-Regiment 224 hat sich wiedergefunden. Vor einigen Tagen hat er seiner Mutter mit- geteilt, daß er sich in russischer Gefangenschaft befindet. qu. Aus dem südlichen Vogelsberg, 29. Dez. Eine milde Witterung, wie sie um diese Jahreszeit seit langem nicht da war, herrscht zur Zeit. Heute war der schönste Frühlings- tag. Die Folgen dieser milden Witterung zeigen sich in der Natur gar nicht vereinzelt. In vielen Gärten sieht man grüne Knospen an den Bäumen; die Schlüsselblumen fangen an zu blühen. In den Tälern findet man die schönsten Gänseblümchen in Blüte. Ruppertsburg, 30. Dez. Die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille erhielt Gefreiter Horst im Bonner Husaren⸗ Regiment Nr. 7. Kreis Friedberg. d. Bad⸗Nauheim, 30. Dez. Gewissermaßen als Weih- nachtsbescherung erhielten die Bediensteten und Arbeiter der Großh. Bade- und Kurverwaltung eine Teuerungszulage von 30 Mark für jeden Haushaltungsvorstand(auch Witwen), während die verheirateten Frauen je 20 Mk. erhielten. Das hiesige Ver- kehrsbureau stiftete für die Weihnachtsbescherung der hier an⸗ wesenden Kriegsteilnehmer 900 Exemplare des Hessischen Verkehrsbuches.* Starkenburg und Rheinhessen. 5. Mainz, 30. Dez. In der gestrigen Stadtver⸗ ordnetenversammlung teilte der Oberbürgermeister mit, daß zur Herstellung einer Parkanlage im eingemeindeten Kastel die Frau des in Amerika verstorbenen Bierbrauereibesitzers Adolfus Busch, ein geborener Kasteler, eine Stiftung von 25 000 Dollar gemacht hat. Die Anlage soll den Namen Adolfus Busch⸗Park erhalten.— Nach Erstattung des Jahresberichtes durch den Ober⸗ bürgermeister fand eine Abschiedsfeier für den ausscheidenden Bür⸗ e Kuhn, der in Pension geht, statt. ef einstimmigen eschluß der Stadtverordneten wurde dem Ausscheidenden die Würde eines Ehrenbürgers verliehen. 5 Hessen⸗Nassau. N Wm. Kirchhain, 30. Dez. In der letzten Sitzung des Kreistages des Kreises Kirchhain wurden die Ergän⸗ zungswahlen geprüft und für gültig erklärt. Zum Schiedsmann für den Bezirk Wolferode und Gutsbezirk Mengsberg wurde Bütr⸗ germeister Henkel⸗Wolferode gewählt. Ferner wurden die Ab⸗ schätzungskommissionen nach dem Kriegsleistungsgesetz sowie die bürgerlichen Mitglieder der verstärkten Ersatzkommission und deren Stellvertreter gewählt. Zu den Wegebauarbeiten für das nächste Etatsjahr wurden 33 000 Mark der Wegebauver⸗ waltung zu den dringlichsten Arbeiten bewilligt. Der Ausbau des Landweges von Neustadt nach Wasenberg wurde für dringlich ge⸗ halten und der Bezirksverband soll ersucht werden, die Hälfte der Baukosten zu bewilligen, die weitere Hälfte soll von der Stadt Neustadt und dem Kreis getragen werden. Eine an der Wohratal⸗ bahn gelegene Fläche soll an den Eisenbahnfiskus verkauft werden. Für den Zentralarbeitsnachweis in Marburg wurde ein Beitrag bewilligt. Zur Deckung der Unterstützung von Familien für in den Kriegsdienst eingezogenen Mannschaften wird der Kreisausschuß ermächtigt, Darlehen aufzunehmen. Die Rechnung der Kreiskommunalkasse für 1913 wurde auf eine Einnahme von 155 471,76 Mark und eine Ausgabe von 134 596,43 Mark, mithin auf einen Bestand von 20 875,3 Mark festgestellt. ra. Biedenkopf, 30. Dez. Nachstehende hilfsbedürftige Ge⸗ meinden wurden durch Zuwendungen der Bezirkssynode be⸗ dacht: Bromskirchen, Eckelshausen, Frohnhausen, Hatzfeld und Bottenhorn. — Frankfurt a. M., 30. Dez. In einem Uebernachtungs⸗ raum des Postamts 19 wurde gestern früh der Oberpostschaffner Höhlein mit einer schweren Kohlengasvergiftung bewußtlos aufgefunden. Der Verunglückte wurde dem städtischen Kranken⸗ hause zugeführt.— Im Hause Saalburgstraße 40 erhängte sich eine 30jährige Frau. ra. Usingen, 29. Dez. Ann 1. Januar tritt Bürgermeister Saltenberger im nahen Hundstadt in den Ruhestand. Er hat volle 34 Jahre seiner Gemeinde vorgestanden, Wasserleitung, Obst⸗ anlagen u. s. f. werden ihm ein bleibendes Denkmal sichern. Land— wirt W. Erle wurde als Nachfolger gewählt und bestätigt. ra. Aus Nassau, 27. Dez. Im Alter von 70 Jahren ist Amtsanwalt Schneider in Wehen gestorben. ra. Von der Dill, 27. Dez. Wie durch Viehzählung am 1. Dezember festgestellt wurde, nimmt die einst blühende Schaf⸗ zucht im Dilltal merklich ab. Die wirtschaftliche Zusammen- legung der Felder verdrängt immer mehr die Schafe, auch will niemand mehr Hirte sein. ch. Vom Mittelrhein, 20. Dez. Der Regen hat auf⸗ ehört, und damit geht auch das Hochwasser wieder zurück, 0 daß wir bald wieder ganz normale Verhältnisse haben. In. Mannheim ist der Rhein bereits gefallen, in Mainz und Bingen waren seit gestern noch Steigerungen en doch kommt die Flut sicher morgen zum Stillstand und dann geht sie auch talwärts bald zurück. Der Neckar und der Main fallen schon wieder, auch die Mosel die zum zweiten Male innerhalb kurzer Zeit die Keller überschwemmt hat, gehr im oberen Lause zurück, wenn sie auch in Trier heute noch eine steigende Ziffer aufweis. Vermischtes. a * Das Gespenst der Meere. Das folgende, für die Herrschaft der deutschen U-Boote und die peinliche Lage der meer⸗ beherrschenden Alliierten bezeichnende Stimmungsbild aus einem französischen Hafen findet sich im Journal:„Zwei Arten von. Handelsschiffen befahren jetzt nachts die Meere: strahlend erleuchtete und gespensterhaft verhüllte. In der einsetzenden Dunkelheit des Winterabends, an der Einfahrtbucht eines französischen Hafens sehen wir täglich das gleiche Schauspiel. Das Dunkel senkt sich herab, der Regen schlägt auf das Steinpflaster Plötzlich ertönt vom Meere aus ein langgezogenes, gellendes Signal. Es ist eine Sirene: das Zeichen, daß ein Schiff einfährt. Doch vergebens sperrt man die Augen auf, um den ankommenden Dampfer zu erblicken. Man sieht nichts. Alle Lichter— mit Ausnahme der roten und blauen Laterne an Back- und Steuerbord— sind verlöscht. Kein Licht⸗ schimmer zeichnet den Schiffskörper über den dunklen Wellen an. Der Name des Schiffes ist sorgsam abgekratzt, die Bezeichnung des Heimathafens ist mit schwarzer Farbe überdeckt. Es ist ein Stück schwarzer Nacht, das mit Dampfkraft das nächtliche Meer be⸗ fährt. Es ist ein Handelsdampfer der Alliierten... Kurze Zeit darauf ertönt wieder der heulende Schrei der Sirene. Ein Schiff fährt aus, dem offenen Meere entgegen. Aber diesmal strahlt der Schiffsrumpf in hellem Lichterglanz. Alle Lampen leuchten, vom Heck bis zum Bug feiert der elektrische Lichtstrom ein Fest der Leuchtkraft. An den Bordwänden und an der Brustwehr der Kommandobrücke sind weithin sichtbare farbige Transparente an⸗ gebracht, die in Riesenbuchstaben den Namen des Schiffes, die Nationalität und den Heimathafen verkünden: Lofote, Norwegen, Malmö. Das ist ein neutraler Dampfer. Die einen leuchten, um sich zu schützen, die anderen tauchen in Dunkel, verhüllen ihre Herkunft zu demselben Zwecke. Draußen aber, irgendwo unter den Schaumkämmen der See, kreuzt ein unsichtbares Unterseeboot.“ Die Kanone in der Musik. In diesen kriegerischen Zeiten dürfte die Feststellung interessieren, daß der Kanonendonner von den Tondichtern wiederholt musikalisch verwertet worden ist. Den Anfang damit gemacht hat ein Italiener, der Maestro Giu⸗ 1. 55 Sarti aus Faenza, der auf seinen Wanderfahrten Ende des 18. Jahrhunderts nach Petersburg gelangte und am Hofe der großen Katharina einen Kapellmeisterposten erhielt. Als 1788 die Feng Otschakoff am Schwarzen Meer fiel, wurde Sartt mit starken Orchestern und zahlreichen Sängern im Winterpalaste auf⸗ geführt wurde. Um die Wirkung seiner Tondichtung zu heben, verfiel der Maestro darauf, im Hofe des Palais zahlreiche Geschütze verschiedenen Kalibers aufstellen zu lassen, die zu ganz bestimmter 1 5 gelöst wurden und die Baßbegleitung des Tedeums abgaben. ie Neuerung wurde in Fachkreisen natürlich lebhaft erörtert, sie fand eine ganze Reihe von Gegnern, daneben aber auch viele An⸗ hänger, zu denen z. B. der Violinist Kamnitz gehörte. Kamnitz brachte in Nürnberg eine eigene Komposition für Instrumental⸗ und Vokalmusik zur Aufführung, die mit Kanonenschlägen begleitet wurde. Sarti selber war von seiner Idee so entzückt, daß er immer wieder darauf zurückgriff, und als er einmal zum Abschlusse großer Manöver in Krasnoje⸗Ssele bei Petersburg ein riesiges 1 zu dirigieren hatte, bei dem ganze Regimenter von Militärmusi⸗ kern und neben zwei Trompeterkorps 160 Trommler mitwirkten, so ließ er zur Begleitung während des Konzerts in regelmäßigen Abständen 120 Kanonenschüsse lösen. In England hat die Kanone sogar ihren Weg in den Konzertsaal gefunden. Lord Burghersh schrieb eine große Symphonie, die den Titel„Der Held von Lan⸗ caster“ führte und bei der Schilderung einer Schlacht die Trommeln und Pauken durch Kanonenschüsse ersetzte. —— Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. eraussichten in Hessen am Freitag, den 31. Dez. 1915 Wechselnd bewölkt, trocken, vielfach Nebel, etwas kälter. Letzte Nachrichten. Die Flucht aus Saloniki. Budapest, 30. Dez.„Az Est“ berichtet aus Saloniki: Auf Wagen oder zu Fuß 5 lüchten die wohlhabenden Einwohner aus Saloniki nach Konstantinopel. Hab und Gut haben sie in den Tresors der Salonikier Banken verborgen, die wahre Schatzkammern geworden sind. Die Einwohnerschaft rechnet damit, daß die Stadt verwüstet wird, denn wenn ein etwaiger Angriff die Stadt nicht zerstören würde, so würden sie sicherlich die flüchten⸗ den Truppen der Entente in Brandstecken. Italien und die Serben. Lugano, 39. Dez. Zu den Konferenzen Sonninos mit dem Kriegsminister erfährt die„Stampa“, daß Italiens alba⸗ nische Hilfsaktion zugunsten der Serben in voller Entwicklung begriffen sei. Gleichzeitig halte sich Italien bereit, der österreichischen Balkanoffensive entgegenzutreten. Die Oesterxeicher schicken sich dem genannten Blatte zufolge zurzeit an, gleichzeitig nach Santi Quaranta, San Giovanni di Medua und nach Cetinje zu marschieren, wozu Oesterreich freilich des griechischen Wohl⸗ wollens bedürfe. Die Haltung Rumäniens lasse aber die Balkan⸗ revanche für die Entente erhoffen.— Die„Provincia di Como“ schildert die Ankunft der serbischen fendt tlinge in Rom, die die Umgebung der serbischen Gesandtschaft in ein kleines Belgrad verwandelt habe. Der Korrespondent hebt namentlich den Englandhaß hervor, der aus den Reden jedes einzelnen Serben spreche. In Athen kamen die aus Konstantinopel aus⸗ gewiesenen Mitglieder der serbischen Gesandtschaft und der italieni⸗ schen Botschaft an. Die Diplomaten erklärten, daß die Angehö⸗ rigen der Ententestaaten seitens der Türken keinerlei Schikanen ausgesetzt gewesen seien, besonders die Italiener seien gut behandelt worden.(Berl. Tagebl.) Die Winterverpflegung Rußlands. Kopenhagen, 30. Dez. Als erstes Schiff der neuen Route nach Alexandrowsk an der Murmanküste, die nach russischen Hoffnungen die Winterverpflegung Rußlands sichern soll, verließ der norwegische Dampfer„Tong Helge“ jetzt Tromsö. Da aber nach zuverlässigen Nachrichten die Eisen⸗ bahn Alexandrowsk⸗Kola⸗Petersburg selbst im günstigsten Falle erst in einem Monat fertiggestellt und außerdem auch die Hafen⸗ bauten in Alexandrowsk noch im ersten Anfangsstadium sind, dürfte die Verpflegung von Tromsö immerhin verfrüht erscheinen. Archangelsk ist bereits seit Mitte Dezember fest zuge⸗ froren. g 15 Zur englischen Heereskrisis. Köln, 30. Dez.„Corriere della Sera“ berichtet aus Lon⸗ don: Die Zahl der von Lord Derby Angeworbenen ser vollständig illusorisch, da sich größtenteils diejenigen eingeschrieben ha⸗ ben, die schon vorher wußten, daß sie als Eisenbahner oder Staatsbeamte nicht genommen werden konnten. Oberst Re⸗ pington, der Militärkritiker der„Times“, ist der Ansicht, daß selbst die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht nicht genüge, die unumgängliche nötige Zahl Soldaten heranzu⸗ schaffen, um 70 Divisionen auf Kriegsfuß zu halten, oder um neue für den Frühjahrsfeldzug aufzustellen.(Köln. Volksztg.) Eine Carnegiespende. Kopenhagen, 30. Dez. Carnegie hat dem belgischen Hilfskomitee in Brüssel 12 Millionen Dollar über⸗ wiesen. Nach Londoner Nachrichten hat er weitere Beträge für die belgischen Kriegsgefangenen in Deutschland zur Ver⸗ fügung gestellt.(Berl. Tagebl.) 0 Odol a Shs, 77) er Komposition eines großen Tedeums beauftragt, das von zwei * Todes-Anzeige. Gestern abend entschlief sanft nach langem, in Geduld getragenem Leiden ganz unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel August Albold, Gastwirt im Alter von 63 Jahren. Statt Karten. Heute früh entschlief sanft unsere liebe, herzensgute Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Minna Möh! in fast vollendetem 41. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharina Albold, geb. Ullmann, und Kinder. J 10015 Gießen(Kirchstraße 11), den 30. Dezember 1915. Die Hinterbliebenen: Familie Heinz Schäfer, Darmstadt Familie Emil Möhl, Reinbek . Familie Waldemar Denninghoff. Giessen(West-Anlage 30), den 29. Dezember 1915. Die Beerdigung findet Samstag, I. Januar 1016, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Die Einäscherung und Beisetzung finden in aller Stille statt. Beileidsbesuche und Blumenspenden dankend abgelehnt. Berein der Gaslwirte vun Gießen und Amgeg. (E. B.) 9992 „ Für die uns überaus zahlreich dargebrachten Glückwünsche anläßlich unserer Silbernen Hochzeit, sowie zur Hochzeit unseres Sohnes sagen vielen herzlichen Dank Christoph Völk, Bahnsteigschaffner, und Frau. Groß en-Buseck, den 2. Dezember 1915. 1 5 Algeneine Nentenansaltzn Stuttgart; Lebens- 8 V Grtenmeffsicherungsverein. Bekanntma Un auf Gegenseitigkeit. ö Die mit Ablauf des 31. Dezember l. J. fällig wer⸗ 5 denden Renten können von da an geg. Ueber abe der mit Lebens bestätigung des Mitglieds und mil Quittung versehenen Remenscheine Coupons) ohne jeglichen Ab⸗ zug bei dem unterzeichneten Vertreter der Anstall er⸗ In Anbetracht der gegenwärtigen schweren Lage des Gastwirte⸗ beben weren 59 gewerbes sind die Wirte gezwungen, von den bisher üblichen Neu⸗ g e, genommen bei der unterzeichneten Zahlstelle Bank chten die Bitte an die sehr werten Gäste, diesem durch den Ernst der Zeit notwendigen Beschluß wohlwollendes Verständnis* entgegenzubringen und auch kein diesbezügliches Verlangen an die Otto Schaaf's * 1 1 2 Safe Leib:: Giessen Am I. und 2. Januar abends 8 Uhr: Abschieds- Vorstellungen schmeckt 1 und bekommt. Hofkängll„ Arrak, Kognak, Rum Ps aszes Strack-Bel achini—5 reine Destillatel 058 Wed emden il alen Joe Adler Drogerie, Seltersweg39 5 . Verlag von Emil Roth in Gießen. Feldmützen 1 2 für Handel und Indufrie. Niederlasfung Gießen, 5 Jobannesstr. 1, als Inkaffo⸗ und Auszahlungsstelle. Wirte stellen zu wollen. Der Vorftand. a Fritz Nowack Viele Neuheiten in 100023 4 in Baumwolle, Halbwolle und reiner Wolle eingetroffen. ee 47 . 2 Bunsche 1805 in grofser Auswahl A doglandische Bollberinge Stüc 18 Pia Rum, feinste Oualitaten. Soeben erschien eine bochwichtige Schrift re Vismarckberinae. Arrak unter dem Titel: leder Jom don Ti r an EA 1 Kognak, Deutscher Weinbrand K 5 hä f 0 Ager gung ven Felde 4— Feine Tafelliköre Kriegs beschad igten Unt 1 Sugaß des ee 8 3 2. 2 1 1 N 22 f f 15 e N ese. bet im Inga Mann!] Hinterbliebenen Fursorge Might e 5 Dose 70 Pfg. S%ο,,mceοοοοοοοοο ο˖ꝓõ,ãe e in gemeinverständlicher, erschöpfender Darstellung 1 3 8 II. geschlosen. 19550 1 N 155 wo ee ane e f Apfelsinen laufen? Im Hinblick auf das zurzeit gewiß jede Famille Sedltbealer Tieben a 8 0 0 2 3 Gehen Sie mal in den 3 interessierenden Thema wird diese mit großer Sach⸗ blra Hermann Stolngoetten. 3 Halb erstäbdter Würstchen in Dosen, enthal⸗ tend 2 Paar Würstchen und entprechende Menge Sauerkraut. 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General⸗Anzeiger für Oberhessen 5 Dionnerstag, 30. dezember 10¹⁵ Notationsdruck und Verlag der Br äblischen Universitäts Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul ⸗ straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: 5, Schrift ⸗ leitung: 12. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Triumphe deutscher Anpassungsfähigkeit. Berlin, 29. Dez.(Privattelegramm.) Der„Lokalanz.“ berichtet über die Rede, die der Präsident der Handelskam⸗ mer Bremen, Alfred Lohmann, in der gestrigen Sitzung des Bremer Kaufmannskonvents gehalten hat und in der er die Absperrung Deutschlands von der 1 5 stoffeinfuhr beleuchtete: Die Erklärung der Baumwolle zur Bannware berühre Bremens Interessen sehr stark. Die Munitionserzeugung werde dadurch aber nicht gehindert, denn Deutschlands Wälder lieferten Zellstoff, welcher zur Herstellung von Pulver viel geeigneter sei, als Baumwoll⸗ Linters. Auch nach dem Kriege würden die Munitionsfabri⸗ ken keine Baumwolle mehr aus Amerika kaufen. Der bisher“ aus Chile bezogene Salpeter werde jetzt in Deutschland aus⸗ schließlich aus Luft hergestellt. Im Frühjahr würden alle Bedürfnisse der Landwirtschaft gedeckt, und wenn der Krie noch länger dauerte, würden unsere Fabriken Luftstickstoff exportieren können. Die chilenischen Freunde verlören somit ein wichtiges Absatzgebiet für ihr Haupterzeugnis und könn⸗ ten sich bei unseren Feinden bedanken. Kampfer, der zur Herstellung von Sprengstoffen früher ausschließlich aus Japan eingeführt und sodann auf Grund der starken Ein⸗ fuhr von amerikanischem Terpentinöl synthetisch hergestellt wurde, wird jetzt von der deutschen chemischen Industrie billiger und besser als jene beiden Erzeugnisse hergestellt; weder Kampfer aus Japan, noch Terpentinöl aus Amerika würden weiter beschafft. So erschloß die Seesperre durch England uns neue Fabrikationsgebiete, die uns im Frieden viele Millionen ersparen würden. Nur das neutrale Ausland, das noch immer unter der Hypnose der scheinbaren englischen Seeübermacht stehe, sei geschädigt. * Nach dem ganzen Verlauf, den der Weltkrieg genommen 1 eht man wohl in der Annahme nicht fehl, daß Eng⸗ and sicherlich nicht so intensiv gearbeitet hätte, ihn herauf⸗ zubeschwören, wenn es sich die Sache nicht wesentlich leichter gedacht hätte. War man vielleicht auch auf ein großes militärisches Ringen vorbereitet, so hatte man aber doch gehofft, dieses abzukürzen, indem man Deutschland die Zu⸗ fuhr von Rohstoffen, wie sie für das Kriegsmaterial er⸗ forderlich sind, abschnitt und dadurch zwingen konnte, zu Kreuze zu kriechen. Wie in so vielen Spekulationen hat sich Albion auch darin geirrt. Gewiß ist uns die Zufuhr vom Auslande so gut wie unmöglich gemacht, zumal auch die britischen Kriegsschiffe den Ueberseehandel der Neutralen auf jegliche Art schikanieren, aber doch hat man nicht vermocht, uns der Möglichkeit der Erzeugung von Kriegsmitteln zu berauben— man hatte nicht gerechnet mit der deutschen Organisation und der Anpassungsfähigkeit unserer 1 ten, denen hierbei deutscher Erfindungs⸗ 1 151 wissenschaftlichem und technis Gebiete zu e kam.. Dieser Tage hat der Präsident der Bremer Kaufmann⸗ schaft in deren Sitzung sehr bemerkenswerte Mitteilungen emacht, ausgehend von der Absperrung Deutschlands, von ihrer Rohstoffzufuhr, und aus seinem Munde haben wir manches gehört, was von weittragender Bedeutung sein dürfte. Wie die Isolierung unserem inneren Markte zugute Die Zerstörung von Kunstdenkmälern auf dem p8stlichen Kriegsschauplatz. In dem amtlichen Bericht, den Geh. Rat Clemens nach einer zweimonatlichen Bereisung über den Zustand der Kunst⸗ denkmäler auf dem östlichen Kriegsschauplatz erstattet hat und den die Kunstchronik im Auszug wiedergibt, findet sich die erste umfassende Zusammenstellung der Zerstörungen künstlerisch wich⸗ tiger Bauten, die der Krieg im Osten verursacht hat. Trotz der langen Dauer der kriegerischen Operationen ist von den wichtigen nationalen Kunstdenkmälern in Polen, Litauen und Kurland nicht entfernt so viel beschädigt worden, als man zuerst befürchtete. So sind alle bedeutenden Denkmäler in dem Gebiet des von uns besetzten Kongreßpolen unversehrt erhalten, vor allem die wunder⸗ vollen gotischen Bauten in Plock und Czenstochau. Immerhin hat es an Opfern nicht gesehlt. Von Kirchenbauten der spätgotischen Periode hat die hoch⸗ bedeutsame Kirche von Brochow schwer zu leiden gehabt, das kunstgeschichtlich wichtigste Monument, das in Polen den Einfluß des preußischen Ordensstiles zeigt, eins der Hauptdenkmäler der polnischen Backsteingotik. Der schmale Westturm ist in der oberen Hälfte völlig zerstört, von den beiden runden Flankierungstürmen der nördliche fast ganz, der südliche zur Hälfte eingeschossen; das Mauerwerk ist so von Granaten zerlöchert, daß es kaum noch wiederhergestellt werden kann. In ähnlich traurigem Zu⸗ stand befindet sich die Kirche von Prasnysz, deren Wieder⸗ aufbau ohne Aufwendung großer Mittel nicht möglich ist. Am stärksten sind die Zerstörungen dort gewesen, wo der Stellungskrieg die deutschen und russischen Truppen viele Monate einander gegenüber festhielt, vor allem an dem Bzura⸗Rawka⸗ Abschnitt, in dem 1 der ostpreußischen Grenze und dem Nare w, sowie dem Gelände, das östlich von Augustow und Suwalli sich parallel der ostpreußischen Grenzlinie hinzieht. Die Kirche von Sochatzew ist mit dem Ort völlig zusammen⸗ geschossen worden. In Lowicz ist die große zweitürmige Haupt⸗ kirche, ein prächtiger Barockbau, an der West⸗ und Südseite von Granaten verletzt, das Dach von Schrapnells zerschossen und der malerische Torbau zur Hälfte zerstört. Die völlige Zerstörung einer ganzen Anzahl von Orten in der Umgebung von Lodz hat auch mehrere interessante Kirchen zum Opfer gefordert. In Kow no hat die malerische Altstadt ziemlich gelitten: die gotische Georgskirche und die Trinitatis⸗Pfarrkirche aus dem 17. Jahrhundert sind stark beschädigt, Unter den großartigen Werken des polnischen Barocks ist verhältnismäßig weniger Un⸗ heil angerichtet worden. Bei der kindischen dreitägigen Beschießung von Warschau durch die Russen hat keins der Bauwerke der Stadt wesentlich gelitten. Ebenso sind die alten berühmten Lust⸗ schlösser der polnischen Könige in der Nähe von Warschau un⸗ berührt erhalten. Doch haben die Russen, wie aus dem könig⸗ lichen Schlosse in Warschau, so auch hier fast die gesamte Aus⸗ stattung aller beweglichen Kunstwerke weggeschleppt. Furchtbar haben die Russen bei ihrem Rückzuge östlich der Weichsel und östlich vom Niemen und Narew gehaust. In dem großen Landstrich kann man Hunderte von Kilometern fahren, ohne nur ein unversehrtes Gehöft zu erblicken; dieser Anblick war 119 Clemens im ganzen Kriegsgebiet im Osten und Westen der fürchterlichste Eindruck. Hier sind östlich von Grodno die ausgedehnten Be⸗ sitzungen der Fürsten Czetwertynski und der Grafen Krasinsli zerstört worden. Dieser wüste Vernichtungskrieg richtete sich nur gegen die volnischen Großgrundbesiter, gerade so wie in Ga⸗ gekommen ist, so hat sie uns auch gezwungen, da wir auf die Zufuhr von Rohstoffen verzichten mußten, für Ersatz zu sorgen, und dies ist uns in der trefflichsten Weise ge⸗ lungen, indem es erreicht wurde, daß wir die Rohstoffe nicht mehr aus fremden Ländern zu beziehen brauchen, sondern daß wir solche nunmehr selbst herstellen und dadurch viele Millionen von Mark im Lande lafsen, anstatt daß andere dadurch bereithert werden. Wie Präsident Lohmann in der erwähnten Sitzung mitteilt, wird seit 8 Monaten nicht ein Kilo Baumwolle mehr für die Pulverfabrikation verarbeitet! In England wird man den Mund weit aufmachen vor Erstaunen, wenn man das hört, denn gerade aus dem Grunde war Baum⸗ wolle für Banngut erklärt worden, weil sie von englischen Gelehrten als unbedingt notwendig für die deutsche Muni⸗ tionsherstellung begutachtet worden war. Wir haben uns also in dieser Hinsicht vom Auslande völlig unabhängig 2 gemacht, denn deutscher Wissenschaft und Industrie ist es gelungen, aus Holz, woran wir ja übergenug haben, einen Zellstoff herzustellen, der für die Geschoßherstellung weit billiger und geeigneter ist als die uns bisher gelieferte Baumwolle. Im übrigen werden wir auch nach dem Kriege für diesen Zweck keine Baumwolle mehr von Amerika kaufen, dem dadurch viele Millionen verloren gehen werden. Jeden⸗ falls sind die Hoffnungen unserer Feinde auf Munitions⸗ schwund in Deutschland damit völlig zu Wasfer geworden, wir haben mehr wie wir brauchen, wie das ja auch aus der jüngsten Anordnung hervorgeht, wonach im Gegensatz zum Vorjahre die Munitionsherstellung während der Feiertage ruhen sollte. Aehnlich steht es mit dem Salpeter, der gleichfalls zur Munitionsherstellung bisher gebraucht wurde und aus Südamerika bezogen werden mußte. Wir haben uns aber auch hier zu helfen gewußt, an seine Stelle ist die Stickstoffabrikation getreten, durch die außer den Zwecken des Krieges auch die gesamten Bedürfnisse an künst⸗ lichen Düngemitteln für die Landwirtschaft gedeckt werden können. Wir werden künftig nicht nur mehr nötig haben, diese vom Auslande zu beziehen, wir werden sogar in der Lage sein, solche in großen Massen zu exportieren, was wiederum dem Nationalvermögen zugute kommen wird. Das gleiche gilt auch vom Hampfer, der bisher zu einem großen Teile aus Japan importiert und später unter Ver⸗ wendung von amerilanischem Terpentinöl sunthetisch her⸗ gestellt wurde. Infolge der Absperrung haben unsere Che⸗ miker auf einen Ausweg gesonnen und man stellt jetzt den Kampfer künstlich her und wird auch nach dem Kriege nicht mehr notwendig haben, ihn vom Auslande zu beziehen. Man hat uns eben im Lager der Gegner auf allen Ge⸗ bieten unterschätzt, und wo es den Anschein hatte, daß die Lage für uns bedrohlich werden könnte, haben wir noch immer einen Ausweg gefunden. Uns hat man treffen wollen, sich selbst dabei aber den größten Schaden zugefügt. Es sei bei dieser Gelegenheit nur daran erinnert, wie gerade die Erzeugnisse unserer chemischen Industrie vom feindlichen Auslande auf das empfindlichste vermißt werden. Ins⸗ besondere handelt es sich dabei um die sogenannten Teer⸗ produkte, die man uns trotz aller Bemühungen nicht nachmachen kann. In England und Amerika hat man zwar versucht, ähnliche Farbstoffe herzustellen, aber das Ergebnis ist ein geradezu klägliches gewesen, und ebenso fehlen un⸗ seren Gegnern wichtige pharmazeutische Mittel, die sie in lizien. Die Besitzungen von Russen wurden geschont. Glück⸗ licherweise ist die schönste Barockstadt Polens mit ihrer unvergleich⸗ lichen Fülle von Kirchen und Klöstern, Wilna, völlig unver⸗ sehrt geblieben. In der Nachbarschaft hat der Krieg ärger tobt. In dem wundervoll gelegenen Städtchen Troki ist die große zweitürmige Barockkirche arg zerschossen, die neue russische Kirche in ihrem Westbau so völlig vernichtet, daß eine Wiederherstellung unmöglich erscheint. Die schöne Kirche zu Wigry, ein Barock⸗ bau in unvergleichlich schöner Lage, hat während des langen Stellungskrieges schwer zu leiden gehabt. Von den großen Schlössern im südlichen Litauen ist das Schloß Czerwoonydwor bei Kowno schwer beschädigt worden, die Kirche völlig gesprengt, so daß nur noch Trümmerhaufen von kleinen Brocken die Stätte bezeichnen. Von den großen Schlössern und Herrensitzen des nördlichen Litauen und Kurlands haben eine 2 Reihe zu leiden gehabt; am meisten zu beklagen ist die Zer⸗ störung des fürstlichen Schloßbaues von Ellei südlich von Mitau. * Ein Weihnachtsspiel bei Reinhardt. Aus Berlin wird uns geschrieben: In diesen Festtagen zur Kriegszeit, die das Schenken zu größerer Pflicht und Freude machten, als je zuvor, hat auch Max Reinhardt den Berli⸗ nern seinen Weihnachtstribut entrichtet. Montag nachmittag fand in öffentlicher Generalprobe im Deutschen Theater die erste Reinhardtsche Wiedergabe des Krippenspiels„Der Stern von Bethlehem“ von Otto Falkenberg statt. Das Mär⸗ chen, das in Form einer einfach gehaltenen Bilderreihe die bib⸗ lischen Begebenheiten von der Offenbarung bis zur Anbetung der Heiligen drei Könige versinnbildlicht, war von Reinhardt in ein prächtiges Gewand gekleidet worden, das den großen wie den klei⸗ nen Kindern, die das festlich gestimmte Haus füllten, viel Freude bereitete. Reinhardt der Stilgewandte, der von Shakespeare zu Ibsen, von Strindberg zu Schiller, von Goethe zu den Ueber⸗ modernen eilt, um dann einen Augenblick in der naiv⸗legendären Einfachheit der biblischen Weihnacht zu verweilen, fand für die neue Aufgabe mit nachspürendem Instinkt die rechte Farbe und den rechten Ton. Die Zweiteilung der Bühne in einen gotisch auf⸗ gebauten kirchenartigen Vorraum und eine durch einen Vorhang abschließbare Hinterbühne, auf der die Schauplätze der Begeben⸗ heiten im bunten Wechsel erschienen, gab der Inszenierung eine Herbheit des Stiles, die das Spiel in seiner farbigen Gliederung mit einem einheitlich gefügten Rahmen umspannte. Der Dichter hat selbst sein Weihnachtsmärchen im Stile festgelegt, indem er alte Motive meist süddeutschen Ursprungs in loser Ungezwungenheit, aber sinngemäß aneinanderfügte. Die herbe Einfachheit der Dich⸗ tung Falkenbergs wurde durch bildhafte Wirkungen und eine dar⸗ stellerische Beweglichkeit verlebendigt, der Musik und Chor wirk⸗ sam zur Seite traten. Es wurde gesprochen, gegeigt und gesungen, um der Weihnachtsstimmung den rechten Ausdruck zu geben. Viel⸗ leicht wäre dieser Ausdruck noch gesteigert worden, besonders für den jugendlichen Teil der Zuschauer, wenn die im übrigen sehr schöne Stilisierung ein wenig zugunsten des naiven Weihnachts⸗ reichtums zurückgetreten wäre. Die Darsteller, deren Sprache Rein⸗ hardt durch eine leichte, österreichisch⸗süddeutsche Färbung etwas Volkstümliches verliehen hatte, wurde ihrer biblischen Aufgaben mit Verständnis gerecht. Die Maria gab Else Heims, bildhaft in der Erscheinung, mit einem stillen Glanz, der seine Wirkung tat. Vorzüglich war Wilhelm Diegelmann als ungeschlach⸗ ter Ritter, und Josef Danegger, der jugendliche Allerwelts⸗ künstler der Reinhardtbühne, ne im Hixtenkleide als opernhaft weißglänzenden Kreidefelsen umschlossenen Talkessel ge⸗[Stavenhagen schmiegte sich mit volkstümlichen Motiven sehr 9 großen Massen jetzt brauchen könnten, ohne in der Lage zu sein, ebenbürtigen Ersatz zu schaffen. 5 i Wir sind also auf diesen Gebieten Sieger, und alles trägt dazu bei, daß es den Feinden unmöglich wird, uns unterzukriegen. Die Oase Siwa. Durch den erfolgreichen Angriff der Senussi an der West⸗ grenze Aegyptens sind die Engländer genötigt worden, nicht allein Solum und Mersa Matruh, sondern auch die Oase Siwa zu räumen. Während Solum und Mersa Matruh kleine, interesse⸗ lose Küstenorte sind, ist die Oase Siwa eine geschichtlich und künstlerisch hochbedeutende Stätte: hatte doch hier einst jenes Orakel des Jupiter Ammon seinen Sitz, dessen Ruf die ganze Welt des Altertums beherrschte und Alexander den Großen sogar dazu bewog, eine Expedition zu dieser entlegenen Oasen⸗ insel in der libyschen Wüste zu unternehmen. Ammon, der König der Götter, der Nationalgott des ägyptischen Reiches um die Mitte des zweiten vorchristlichen Jahrtausends, hat in die Oase Siwa mit den ägyptischen Soldaten seinen Einzug gehalten, die sie damals für das Pharaonenreich eroberten. Aber während in Aegypten selbst Ammon, der widdergehörnte, seit dem siebenten Jahrhundert mehr und mehr eine herrschende Stellung verlor, stieg das Ansehen des Gottes in Nubien und auch in den Oasen fast noch höher als früher; er galt als der„einzige, ewige“ Gott, als der Sonnengott, von dem die andern Gottheiten nur besondere Gestalten sind. Hymnen auf ihn zeigen, daß der Ammonkult von tiefsinnigen Anschauungen erfüllt war, die auf die Eingeweihten großen Eindruck machen mußten, dazu aber besaß der Widdergott noch die Gabe der Prophetie und das An⸗ sehen seiner Orakel scheint etwa seit dem Jahre 1000 v. Chr. gewachsen zu sein und sich verbreitet zu haben. Je mehr der Ammonkult im Nillande selbst versickerte, um so höher stieg die Wirksamkeit und der Ruhm seines Orakels in der entlegenen Oase. König Krösus hat es befragt, als er sich zum Kampfe gegen das Perserreich anschickte; aus Griechenland sind mehr als einmal Gesandte zum Zeus Ammon nach Siwa geschickt 5 worden; und Alexanders berühmter Zug zu dieser Stätte hatte den politischen Zweck, daß der Zeus Ammon ihm durch sein Orakel die Gottessohnschaft bestätigen sollte, auf die er als der 1 neue Pharao Aegyptens Anspruch hatte.. soll später 1 auch Hannibal noch sich an das Ammon⸗Orakel gewandt haben. Im Mittelarter ist dann die Oase Siwa von den sieg⸗ reich vordringenden Anhängern Mohammeds erobert und unter⸗ worfen worden, um später lange sich tatsächlicher Unabhängigkeit zu erfreuen. Zum ägyptischen Staate gehörte sie erst wieder seit Anfang des 19. Jahrhunderts; der wirkliche Beherrscher den Oase ist aber der im Laufe des 18. Jahrhunderts zu Ansehen und Macht gelangte Orden der Senussen, der ja jetzt auch Siwa wieder in seine Gewalt gebracht hat. 3 Selten genug ist diese entlegene Stätte, so lockend auch ihr Reichtum an geschichtlichen und Kunstaltertümern ist, von Euro⸗ päern betreten worden, und zeitweilig war der Besuch der Oase Siwa durch Europäer infolge der Gesinnung ihrer Bewohner ge⸗ radezu unmöglich. Eine besonders ergebnisreiche Fahrt durch die libysche Wüste zur Ammon⸗Oase hat der ausgezeichnete deutsche Aegyptologe Georg Steindorff unternommen, und er hat von ihr in einer eigenen Monographie eine anschauliche und 12. selnde Schilderung gegeben. Wie eine Insel, von der Natur ab⸗ geschlossen, liegt die Oase im Meere der lybischen Wüste. Von Gara, der nächsten Oase im Osten, trennen sie drei volle Tage⸗ märsche, scheidet sie die hohe Küstenebene, die sich, einer gewaltigen Mauer gleich, zwischen beide Oasen schiebt. In Terrassen steigt allmählich dies Kreidegebirge an, um auf der höchsten Stufe zu einer Einöde sondergleichen, einer ungeheuren Felsebene zu wer⸗ den. Von hier aus tritt der Weg nach Siwa in einen e 8 herab, und geschulter Bariton. Licht⸗ und Massen wirkungen ergänzten das 4 Spiel, das reichen Beifall fand und wohl ein gutes Stück des kom⸗ menden Jahres mitleben dürfte. Die Musik von Bernhard 25 5 12* 3 n, 8 — Die Lebenstragödie eines lettischen Dich⸗ ters. Uns wird geschrieben: Der bedeutendste lettische Dichter, Fally, berühmt unter dem Pseudonym Konrad Bullan, ist soeben in dem Flüchtlingsheim der Letten in Mos kau gestorben. Himmel der Letten, dem außer ihm(noch Poruk und Rainus ange⸗ hören. Konrad Bullan war 1877 im Obern Kurland geboren und kam schon früh nach Petersburg, wo er das Gymnastum besuchte und hinterdrein die Unioersität, um Jura zu studieren. Neben seinen Studien beschäftigte er sich eifrigst mit der Dichtkunst, und 1901 erregte er zuerst die Aufmerksamkeit mit seinem sattrischen Liede„Frühlingstraum“. Schon seine ersten dichterischen Ver⸗ suche verrieten eigenartige Begabung, die best glücklich dem Spiele an. uche 9 sonders im Revolu⸗ tionsjahre 1906 sich voll entfaltete. Konrad Bullan widmete sich fortan ausschließlich der Literatur und vollendete vier Dramen, an denen er schon früher gearbeitet hatte. Um die Schwierigkeiten 1 aus dem Wege zu räumen, die der Darstellung lettischer ücka entgegentraten, siedelte er nach Riga über, brachte eine Schau⸗ spielertruppe zusammen und leitete selbst die Aufführungen seiner Bühnenwerke:„Arnold Nolle“, die Tragödie in Versen„Her⸗ kules“ und die Lustspiele„Im Stil“ und„Laura“. Der Gedanken⸗ reichtum und der dramatisch lebensvolle Zug der Stücke machte sich Konrad Bullan befand, wurde aber auch durch die literarischen Erfolge nicht behoben. Um sich eine Existenz zu schaffen, wirktdg er als Lehrer der russischen Sprache an einem Privatgymnastum, Dann aber zog es ihn unwiderstehlich nach dem Ausland. Er begab sich nach Erlangen, wo er Philosophie studierte und suchte dann später auch die Berliner Universität auf, um dort Volks⸗ wirtschaft zu hören. Seine Reisen führten ihn nach fast allen europäischen Hauptstädten, und zahlreiche Dramen, wie die„Nach⸗ tigall“ und die„Jungfrau von Orleans“ sowie ein Memoirenwerk, das stofflich und künstlerisch hoch eingeschätzt wird, entstanden im Auslande. Der Kampf ums Dasein wirkte aber allmählich auf⸗ reibend auf die Gefundheit des Dichters, und gerade dicht vor Ausbruch des Krieges trieb die wirtschaftliche Bedrängnis ihn i die Heimat zurück. Bald sollte er sich dem lettischen Flüchtlings⸗ . anschließen und vor der Zeit sein Lebensende in Moskau — Die unverwüstliche Sarah Bernhardt. Keine Weltberühmtheit kann sich rühmen, den Tod so erfolgreich in 99 den Dienst ihrer Reklame gestellt zu haben, wie Sarah Bernhardt. Nachdem die greise Schauspielerin bereits mehr als zehnmal von der Auslands presse totgesagt und hierauf wieder zum Leben erweckt worden war, berichteten die französischen Blätter vor einigen Tagen, daß Sarah Bernhardt diesmal allen Ernstes auf dem Sterbebette liege. Dem„Gaulois“ gebührt das Verdienst, dieses neueste Sterbenachricht wieder als unwahr zu entschleiern.„Sarah Bernhardt ist wohlauf,“ schreibt das Blatt, und zur Bekräftigung fügt es hinzu:„Sie wird in einigen Tagen ein Gastspiel in London beginnen!! 1 3 5 p NN 1 f n. 7 8 7 J S* 1 wenn man endlich den Westabfall der Hochebene hinter sich hat, dann kann man von den Gipfeln des Felstales den ersten Blick auf die, Oase Siwa genießen. Auf allen Seiten von Höhenzügen umschlossen, stellt sich da der uralt heilige Bezirk des Zeus AAmmon dem Auge dar, in dessen Mitte sich der Doppelgipfel des Ddschebel el Hemmedat, die Hügel von Siwa und der schön geformte a Burgberg von Aghurmi erleben. Auf einer breiten, von den Kamelen ausgetretenen Landstraße geht dann der Weg zur Oase weiter; es erscheint das erste Palmengestrüpp inmitten großer Weideplätze mit Wüstenkräutern, auf denen Hunderte von Ka⸗ . melen ihr Futter suchen, und nun endlich beginnt das Fruchtland deer eigentlichen Oase, die Palmen wachsen zu Gärten und Hainen ziusammen, die von fließenden Bächen bewässert werden, der malerische 5010 von Aghurmi rückt näher; endlich liegt Siwa, die Doppelhügelstadt mit ihren malerisch aufgebauten Hiäusern vor dem Auge des Reisenden. Der westliche ihrer beiden Hügel ist nur bis zu halber Höhe von Wohnungen besetzt, 8 1 auf dem Osthügel die festungsähnlichen Häuser in Ter⸗ rassen sich bis zum Gipfel aufbauen. Zwischen den Hügeln aber ragt das schornsteinförmige, nach oben etwas dünner werdende Minarett einer Moschee empor. Ostwärts und westwärts schweift der Blick über Palmenwälder zu Bergen und Höhenzügen; be⸗ sonders merkwürdig unter den letzteren ist der spitze, ganz von Grabhöhlen durchlöcherte Kegel des„Berges der Einbalsamierten“. Noch malerischer als die Hauptstadt Siwa selbst liegt das Dorf Aghurmi, das auf einem freistehenden, steil in die Ebene ab⸗ fallenden Kalksteinhügel erbaut ist; unmittelbar über den fast senkrechten Felswänden streben die aus Lehm erbauten Mauern der Häuser in die Höhe. Der alte Haupttempel des Ortes, dessen ägyptischer Stil sogleich zu erkennen ist, ist jetzt ganz und gar in moderne Gehöfte eingebaut; neben einem Hammelstall entdeckte Steindorf ein geräumiges altes Gemach, das ganz mit ägyptischen Reliefs und Hieroglyphen bedeckt war. Etwas jünger, als der Tempel von Aghurmi ist das ungefähr 10 Minuten vom Dorfe entfernte große ägyptische Heiligtum, das den Darstellungen zu⸗ folge dem widderköpfigen Ammon geweiht war. Es liegt heute arg in Trümmern, hat jedoch durch seine religiösen Texte und Bilderreihen noch immer Anspruch auf das größte Interesse. Neben diesen beiden Heiligtümern fesseln besonders die beiden, großen Gräberberge der Oase die Aufmerksamkeit; besonders der „Berg des Todes“, ein etwa einen Kilometer nördlich von Siwa in einer Höhe von ungefähr 70 Metern mitten aus der Ebene aufragender Kalksteinhügel, ist vom Fuße bis zum Gipfel so von * durchbohrt, daß er einer Honigwabe nicht unähnlich ie ö Bermischtes. * Das Begräbnis eines kleinen Helden. Uns wird geschrieben: Ein kleiner Carnegie⸗Held wurde jüngst n Kopenhagen begraben. Es war ein siebenjähriger Knabe aus em Armenviertel, der auf Kosten des Carnegiefonds beerdigt wurde. Er hatte vor wenigen Tagen zwei kleine Kinder vor dem Ueberfahren durch die elektrische Bahn gerettet, war aber selber dabei tödlich verletzt worden. Der König und die Königin, Prinz Waldemar, der Carnegiefonds u. a. m. hatten Kränze ge⸗ fsandt. Hinter dem Sarge gingen weinend die beiden Kinder, die der kleine Held gerettet hatte, und ein langes Gefolge von Menschen der verschiedensten Stände. Man will dem Kleinen einen Denk- stein auf dem Grabe errichten. Ein Taubstummenbataillon in England. Wie 55„Paris⸗Midi“ mitteilt, gebührt der rekrutenhungrigen Heeres itung Großbritanniens der Ruhm, die neueste Kriegserscheinung gezeitigt zu haben. In der Nähe von London wurde ein Bataillon gebildet, das ausschließlich aus taubstummen Männern besteht. Die taubstummen Rekruten werden— wie die anderen Soldaten E im Exerzieren und Schießen gaibt. Ihr Instruktionsoffizier ist enfalls taubstumm. Die einzelnen Kommandos werden durch eichen in der Taubstummensprache erteilt. Auf die Frage, ob das Taubstummenbataillon an die Front gesandt werden wird, ist bisher noch keine entscheidende Antwort erfolgt. Aber der„Paris- idi“ meint, daß den Engländern alles zuzukrauen sei. Auf alle Fälle jedoch empfehle es sich, bei Behandlung der schwierigen Pro⸗ bleme von Saloniki und Aegypten nicht allzu sehr auf das Ein- greifen dieses neuen Bataillons zu rechnen. g * Die Vielweiberei der französischen Kolonial⸗ soldaten. Die Einziehung der schwarzen Soldaten, zu der die französische Militärverwaltung sich entschließen mußte, um die größten Lücken in ihren Armeen wenigstens einigermaßen aus⸗ zufüllen, hat bereits zu zahlreichen Mißständen und Nöten geführt, die kaum zur allseitigen Zufriedenheit gelöst werden können, Das letzte ‚schwarze“ Problem, das die Behörden Frankreichs beschäf⸗ tigte, betraf— wie im„Journal des Débats“ ausgeführt wird— die Frage der Versorgung der Negerfrauen, deren dunkle Gatten zum Schutze des heiligen Frankreich im Felde stehen. Einerseits konnte man nicht umhin, den Angehörigen der Negersoldaten Kriegs⸗ unterstützungen zu gewähren wie den weißen Franzosen, anderer- seits aber schien die für diese Unterstützungen erforderliche Summe ins Unermeßliche zu wachsen, da man nicht die Vielweiberei der Neger in Betracht gezogen hatte. Denn die dunklen Bewohner Afrikas gehen in ihrem Familiensinn so weit, daß sie sich nicht mit einer einzigen Frau begnügen, sondern auf diesem Gebiete einen wahren Sammlerfleiß an den Tag legen. Sollte man nun jeder dieser— leider gesetzlichen— Frauen die vorgesehene Kriegs- unterstützung auszahlen? Der Generalsekretär von Guinea äußerte sich dahin, daß die Polygamie in Afrika gestattet sei und darum jeder Frau die Kriegsunterstützung ausgezahlt werden müsse. Doch der Generalgouverneur von Französisch-Afrika erbarmte sich der bedrohten Staatskasse, indem er im„Journal officiel du Dahomey“ das folgende salomonische Urteil fällte:„Da die Frauen eines Negers in jeder Beziehung gemeinsam die Rechte und Pflichten einer einzigen Frau haben, da ihr Mann ihnen z. B. bei seinem Tode zusammen nicht mehr hinterlassen kann als ein Weißer in denselben Vermögensverhältnissen seiner einzigen Frau, haben sie zusammen auch nur dieselbe Kriegsunterstützung zu erhalten, die einer einzigen weißen Frau zukommt.“ Man kann sich denken, mit welcher Freude die französische Verwaltung sich diesem Urteil anschloß * 5* 8 525 Leber- und Fleischwurst 1,30 Mk. das Pfund, r. das Pfund, Schweinefleisch 1,40 Mk. das Pfund. l 5 eh. Bingen, 29. Dez. Marktpreise. Kartoffeln das Pfund 4 Pfg.? Endivien das Stück 15—0 Pfg., Rotkraut das Stück 45—00 Pfg., Weißkraut das Stück 25—00 Pfg., Wirsing das Stück 20— 00 Pfg., Blumenkohl das Stück 6000 Pfg., Kohlrabi d. St. 5 Pfg., Karotten das Piund 12 Pfg., Lauch das Stück 5 Pfg., Sellerie das Stück 10-00 Pfg., Zwiebeln das Pfund 20 Pfg., Birnen das Pfund 12 Pfg., Aepfel das Pfund 12 Pfg., Butter das Pfund Mk. 2,11, Käse, weich, das Pfund 20 Pfg., Handkäse das Stück 18 Pfg., Eier das Stück 22 Pfg., Tomaten das Pfund 20 Pfg. fe. Wiesbaden, 29. Dezbr. Viehmarkt. Auftrieb: 210 Rinder(darunter 36 Ochsen, 13 Bullen, 161 Kühe), 288 Kälber, 48 Schafe, 170 Schweine. Die Preise, besonders für Großvieh, zogen gegen die vom letzten Hauptmarkt etwas an. Bei lebhaftem Handel fand der Auftrieb schnellen Absatz. ————— 2— 2 5— Wirchliche Nachrichten. Israelltische Religionsgemeinde. f Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗Anlage), Samstag, den 1. Januar 19186: Vorabend: 4.30 Uhr. Morgens: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbataus gang: 5.25 Uhr. — N Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. 5 Sabbatfeier am 1. Januar 19186: Freitag abend 4.10 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbatausgang 5.25 Uhr. Wochengottesd ienst morgens 7.05, abends 4.00 vryr. 3 Büchertisch. — Der kürkische Sieg auf Gallipoli hat die Augen der ganzen Welt wieder auf unsere osmanischen Verbündeten ge⸗ lenkt. Welche Ruhmestat das türkische Heer unter deutscher Füh⸗ rung an jener gefährdeten Stelle schon vollbracht hat, erkennen wir aus einem reich illustrierten Artikel„Im Kampf um die Dar⸗ danellen“, der in der Kriegsnummer 73(Nr. 3782) der Leip⸗ ziger„Illustrierten Zeitung“(Verlag J. J. Weber) enthalten ist. Der Verfasser, der bekannte Reiseschriftsteller Rudolf Zabel, hat 1915 die Kämpfe an den Dardanellen miterlebt. Im übrigen trägt die Nummer dem Weihnachtstage, an dem ihre Aus⸗ gabe erfolgt, entsprechend Rechnung. ö Märkte. Gießen, 30. Dez. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund 1,90—0,00 Mk.; Hühner- eier das Stück 25—26 Pfg.; Käse das Stck 8—10 Pfg., Käsematte 1 Stück 3 Pig.; Tauben das Paar 1,40- 0,00 Mk., Hühner das Stück 2,00—2,50 Mk., Hahnen 1,50— 2,50 Mk., Gänse d. Pfd. 1,60 1,70 Mk., Ochsenfleisch das Pfund 1,20— 1,24 Mk., Kuhfleisch 1.10 Mk. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 1,20 1,24 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,50- 0,0 Mk., Kalbfleisch das Pfund 1,20— 1,24 Mk., Hammelfleisch das Pfund 1,00—1,16 Mk.; Kartoffeln der Zentner 3,75 Mk.; Zwiebeln der Zentner 25—00 Mk.; Milch das Liter 26 Pfg.; Aepfel der Zentner 6—8 Mk., Birnen 7—15 Pfg. das Pfund; Nüsse 100 Stück 50—60 Pfg.: Spinat 20—25 Pfg. das Pfund, Wirsing 10-15 Pfg. das Stück, Gelberüben 10—12 Pig. das Pfund, Rotkraut 15—25 Pfg. das Stück, Rosenkohl 20 bis 25 Pfg. das Pfd., Kohlrabi 6—8 Pfg. das Stück, Weißkraut 15 bis 25 Pfg. das Stück, Roterüben 7—8 Pfg., Römischkohl 68 Pfg., Blumenkohl 20—50 Pfg.; Tomaten das Pfund 25- 30 Pfg.; Sellerie 6—10 Pfg. das Stück; Endivien 1012 Pfg. Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.— Fleischpreise auf dem Markte von answärtigen Händlern: Rindfleisch das Pfund 1,10 0,4 Mk., Rindfleisch⸗ Bratenstück das Pfund 1,10—0,00 Mk., Nierenfett das Pid 1,10 Mk., Vriefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberüasichtigt.) Franlfurt. Landsturmdienstfähigkeit. Erkrankung des Nerven⸗ systems(auch geistige Beschränktheit). 6 Offenbach. Landsturmdienstsähigkeit. Chronisches Nervenleiden. Meteorologische Beobachtungen der Station Gleßen. 2 33 2 —— 2 0— E Dez. 88.8 8 83 4——— 82 2 5 2 3 s SS SS Wetter 5 SS 3 3 8 S 8 58888 J 5 4 S 8 F P2 29. 2— 5,4 6,2 93— 10 Bed. Himmel 29.95— 3,9 5,7 94„ 3 0 60. 75— 5,8 65 87—— 10 7 1 Höchste Temperatur am 28. bis 29. Dez. 1915 5,7 0 Niedrigste„„..„ 1,6˙ C Niederschlag: 1,0 mm. ö ———— XVIII. Armeekorps f ö 15 Stellvertretendes Generalkommando Abt. III b. Tgb.⸗Nr. 27 160/12 642. Frankfurt a. M., den 23. Dezember 1915. Verordnung. i Auf Grund des§ 9b des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 verbiete ich den Verkauf und das Abbrennen jeglicher Art von Feuerwerkskörpern. Der kommandierende General: Freiherr von Gall, General der Infanterie. Landhaus b. Darmstadt b. z. April n. J. illig zu verm., evtl. zu verk. 50. Angebote unt. 9998 an ießener Anzeiger erb. (Bellevue) Gut möbl. Z. f. jede Zeitd. Elektr., Bad, Tel. gs 06030] Schön möbl. Zimmer zu verm. Kaiser⸗Allee 58 II. s Freundl. mübl. Zimmer m. Pens. z. verm. Boelkestr. 26 p. Zimmer Hoderne ö-Limmer-Monnung in best. Lage, el Licht, Zentral⸗ heizung, p. 1. April zu verm. Schriftl. Angebote unt. 06886 an d. Gießener Anzeiger erb. F Zimmer Keplerstraße 11 —Erdgeschoß— 5⸗Zimmer⸗ Wobnung mit Bad u. sonst. Zubehör zum 1. April 1916 au vermieten. 9970 Näheres Löberstraße 8. schönes⸗Zimmter⸗Wohng. 1. April zu verm. Goethe⸗ straße 68. Näh. Part. 9871 Zimmer g Zimmer wohn. im 1. Stock 1. April zu vermieten. Dammstr. 24. 06893 ner Wegzugsb. J. Zimmer wohn. Zug sofort oder später an nur ruhige Leute zu vermiet. Elerskr. 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