8 2„tern Der Sleßener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: giermal wöchentlich Gießener Familienblätter; zwennal wöchentl. Kreis⸗ 5 Rlatt für den Kreis teßen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Seitfragen Fernsprech- Anschlüsse: für die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleö l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. 75 Russische Durchbruc TB.) Großes Hauptquartier, 28. Dezember. (Amtlich.) 0 Westlicher Kriegsschauplatz. 5 Diurch das Feuer eines feindlichen Monitors wurden in Westende⸗Bad drei Einwohner, darunter zwei Frauen, getö tet. 3 0 An der Front entwickelten sich zeitweise lebhafte Ar⸗ tillerie⸗, Handgranaten⸗ und Minenkämpfe. 1 8 Am Hirzstein erfolgte heute früh ein franzö sischer Vorstoß; nähere Meldungen liegen noch nicht vor. Reger Zugverkehr auf dem Bahnhof Soissons wird von unserer Artillerie beschossen. Die Franzosen haben seit kurzem das in unmittelbarer Nähe de. Bahnhofs liegende Hospital, anscheinend zum Schutze des Bahnhofs, mit Rote⸗ Kreuz⸗Flaggen versehen. Zufallstreffer in das Hospital sind bei der Nähe desselben zum Bahnhof nicht ausgeschlossen. 5 Oestlicher Kriegsschauplatz. An der Beresing, sowie nordwestlich von Czartoryek und Berestianh wurden russische Erkundungsabteilungen abgewiesen. 5 Balkan⸗Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. 1 1*** W Zar Ferdinand hat, wohl in Erwägung des welt⸗ geschichtlichen Moments, selbst die e e ee enom⸗ men, die erwählten Vertreter seines Volkes zu ihrer Kriegs⸗ tagung willkommen zu heißen und in stolzen, markigen Worten eine Rückschau auf das bisher an der Seite der Zentralmächte Geleistete und einen Ausblick in die Zukunft zu tun. Bei dieser Gelegenheit sind ihm von dem nicht leicht aus sich herausgehenden Volke mit 7 5 7 7 der Opposition lebhafte Huldigungen bereitet worden, die denen, die ähn⸗ lich wie vom deutschen Reichstag nun auch von der bul⸗ arischen Volksvertretung des Schauspiel innerer Gegen⸗ fäßlichteiten erwarteten, böse in den Ohren klingen werden. Der Jubel, der dem Könige entgegen te, darf als Aus⸗ druck der einmütig gewordenen Heeren gung gewertet wer⸗ den, daß die feste Hand des Staatsoberhauptes das auf⸗ strebende Land den rechten Weg geführt hat, als es galt, bender den Einfküsteeungen und gelbenen verheifnsen Entente und dem Anschluß an deren Gegner zu wählen. Die zielstrebige, irrbare Politik des Königs und seines ersten Beraters, dem bei der Eröffnungsfeier von seinem Herrn der Ehrentitel„Vater des Vaterlandes“ gegönnt wurde, wird unter der Erfüllung der nationalen Wünsche das arbeitsame und kraftvolle Volk einem herrlichen Auf⸗ schwung entgegenführen. Wie klar man sich über die Aus⸗ sichten und Pflichten, die aus dem Bündnis mit Deutsch⸗ land und seinen erwachsen, ist, das gte nicht nur die vaterländische Begeisterung, die am ntag in Sofia den Zaren umbrauste, sondern auch die schon teil⸗ weise mitgeteilten Stimmen bulgarischer Blätter, die in ihrem Programm ein Wort f„das auch für uns so starken und stolzen Klang hat: Durchhalten! Solche Verbündete passen zu uns. 5 1 5 Es tut wohl, in solchen Augenblicken die Gegensätze festzuhalten, die aus der Vergleichung unserer eigenen Ver⸗ hälknisse mit denen des Gegners herausspringen. Während dort Volk und König dem ersten Staatsmann vertrauend die Hand reichen, kriselt es im englischen Kabinett stärker denn je. Diesmal geht es um Asquith selber.„Daily, Mail“ meldet, daß die Lage in der Regierung in höchstem Maße schwierig sei. Das Fiasko der Maßnahmen der eng⸗ lischen leitenden Persönlichkeiten ist eben gar zu offensichtlich, und die Gefahren, die an allen Ecken dem weiten Bau der englischen Weltherrschaft durch die schon zerschlagenen Fenster lauern, sind zu schwer, als daß sich die Oeffentlichkeit wie stets damit beruhigen könnte, es werde der jetzigen Regie⸗ ug schon noch gelingen. Daß es um Aegypten geht, wurde schon ausgeführt. Der Versuch, dies Land in Saloniki Ser an den Dardanellen zu schützen, kann mit Sicherheit schon heute als gescheitert bezeichnet werden. Die Lage im Orient spitzt sich immer weiter zu. Zu der Bedrohung Aegyp⸗ fens gefellt sich der siegreiche Vormarsch der Jrak⸗Armee, eren Erfolge sich bereits in Persien geltend zu machen be⸗ finnen. 1 0 Blätter betrachten bereits allen Ernstes die bei Kut⸗el⸗Amara stehenden türkischen Truppen, die offenbar große Verstärkungen erwarteten, als die Vorhut der deutschen Heere, die nach Indien unterwegs seien. Man sieht, was die Engländer den Deutschen alles zuzutrauen ge⸗ lernt haben. In Persien müsse, so schreibt„Morning Post“, den Deutschen das erste Hindernis entgegengestellt werden. Man bückt in England zitternd den Nacken, um dem „Stoß ins Genick“, der außer Gefecht setzen muß, zu entgehen; aber kommen wird der Stoß, die Faust ist an⸗ gesetzt, In dieser Lage ist die Volksstimmung begreiflich, die die Hüter ihres Wohls für 1 5 85 hält und die verant⸗ wortlichen Geister zum Hades schicken möchte Wie gesagt, solche und ähnliche Vergleiche sind erfris und zweck⸗ 8. Haben wir schon erreicht, daß im meerebeherrschen⸗ den England das Mehl teurer ist, als im„aus ungerten“ Deutschland, so werden wir die Gegensätze auch in anderen Punkten noch weiter zu unseren Gunsten verschieben können. Albion, dem Grey vor siebzehn Monaten in Aussicht stellte. eine Beteiligung am Kriege werde ihm nicht teurer als die Neutralität zu stehen kommen, bangt um den Suezkanal, zittert vor dem Verlust Indiens und mißtraut seinen Füh⸗ kern— wir und unsere Verbündeten die Sobranje erinnerte mit aufrechter Zuversicht daran) sehen überall da unsere Sonne aufgehen, wo der Stern der Gegner zu erblassen 0 Geleral⸗Anzeiger für b Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und Steind 22 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 28. Dez.(WT. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 28. Dezember 1915 Russischer Kriegsschauplaßtz. An der bessarabischen Front und an dem Dujestr nordöstlich von Zaleszezyki wurden gestern wieder⸗ holte Angriffe starker rufsischer Kräfteblutig abgewiesen. Befondere Anstrengungen richtete der Feind gegen den Abschnitt zwischen Pruth und Waldzone nörd⸗ lich Toporoutz. Nach Artillerievorbereitung, die den ganzen Vormittag anhielt und ssich stellenweise bis zum Trommelfeuer schwerer Kaliber steigerte, erfolgten in den ersten Nachmittagsstunden fünf In fanterieangriffe, die abgewiesen wurden. Ein anschließender Massen⸗ angriff, fünfzehn bis sechzehn dichte Reihen tief, brach im Artilleriefeuer unter schwersten Ver⸗ lusten zusamme ny. Das gleiche Schichsal hatten die feind⸗ lichen Angriffe nör lich des Du jest r. Unsere Verluste sind gering. Nachts über herrschte Ruhe. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Tiroler Süd⸗ und Südostfront dauern die Geschützkämpfe fort. Montenegrinischer Kriegsschauplatz. Von unseren Kräften verfolgt, zogen sich die Monte⸗ negriner von Godijewo nach Bisoca zurück. Nächst Kovren wurden dreimontenegrinische Geschütze 9 Konstruktion von unseren Truppen ausge⸗ graben. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * 5* Der russische Angriff an der bessarabischen Grenze. Czernowitz, 29. Dez. Der am Dienstag abend an⸗ gesetzte russische Angriff gegen unsere Stellungen an der bessarabischen Grenze dauert ungeschwächt fort. Bei ungeschwächt schwerem Geschützfeuer folgen Sturmangriff auf Sturmangriff, die unsere Truppen bisher mit beispiellosem Heldenmut abgewehrt haben. Seit 24 Stunden unterhält der Feind ein trommelfeuerähnliches Geschützfeuer, das in Czer⸗ nowitz sehr deutlich vernehmbar war. Trotz dem ungeheuren Aufwand an Munition und Menschenopfern ist dem Feinde bisher ein Durchbruch unserer Front nicht gelungen. Jedesmal, wenn die feindlichen Kolonnen stark geschwächt unsere Linien erreichen, werden sie bald wieder zum Rückzug gezwungen. Unsere Truppen wehrten bis Dienstag acht Sturmangriffe ab. Eröffnung der bulgarischen Sobranje. Sofia, 28. Dez. Die Sobranje wurde am Monta vormittag in dem überfüllten Saal vom Hönig feierlich eröffnet. Punkt ½11 Uhr betrat Ministerpräsident Rados⸗ lawow an der Spitze des Ministeriums den Saal, mit Hochrufen und Händeklatschen empfangen. Wenig später folgte 1 Ferdinand in Begleitung der Prinzen Boris und ministers. Stolz und aufrecht schritt der König durch den Saal, umbraust von dem Beifall der Anwese Rados⸗ lawow überreichte dann dem König den Text der Thron⸗ rede, die mit langanhaltendem Beifall aufgenommen wurde. Der König gedachte der vergeblichen Bemühungen seiner Regierung, die von Serbien den Bulgaren listig entrissenen Gebiete zurückzuerhalten. Weiter rühmt die Thronrede die glänzenden Taten der bulgarischen Armee, die im Verein mit den tapferen Verbündeten den Feind in wenigen als. Monaten aus jenen Gebieten gejagt habe, obwohl die Engländer und Franzosen sich dazu herab⸗ lassen haben, den serbischen Usurpatoren die Hände zu jeten. Die von der Türkei abgetretenen Gebiete bezeichnete der König als sicheres Pfand einer daueruden Freundschaft mit dem benachbarten Volk. Lautlose Stille herrschte im Saal, als der König aus den Händen Dobrowitschs das weiße Manuskript der Thron⸗ rede entgegennahm Klar und deutlich klangen die Worte des Königs. Begeistert stimmten die Abgeordneten in das Schlußwort des Zaren ein: Es lebe Bulgarien, es lebe die bulgarische Armee. Dann stieg der König von der Estrade herunter und ging auf jenen Mann zu, der sein treuester Mitarbeiter an der erfolgverheißenden Politik gewesen ist, auf den Ministerpräsidenten Rado s lawo w. Lange drückte der König dem Ministerpräsidenten die Hand. Dann verließ er mit den Prinzen und seinem Gefolge unter stürmischem Jubel den Saal. Das perfsönliche Erscheinen des Königs in der Sobranje ist auch für die Abgeordneten eine Ueber⸗ raschung gewesen, da der König sich erst im Laufe des gestrigen Abends entschlossen hatte, die Thronrede vor den versammelten Vertretern des bulgarischen Volkes selbst zu verlesen. Der König äußerte sich über den begeisterten Emp⸗ fang, der ihm bereitet wurde, und in dessen Jubel auch die 1 Mitglieder der Opposition einstimmten, sehr be⸗ friedigt. Er dankte dem Mimisterpräsidenten und dabei sprach er ihn mit jenem Worte an, mit dem Bulgarien seit Jahren seinen Staatsmann mennt: Diedo(Vater)! Zu dem Finanz⸗ 1 9 75 Tontschew und dem Vizepräsidenten der Kammer, mit denen er nach seiner Ane mit dem Minister⸗ präsidenten sprach, sagte der König: Der heutige Tag ist ein Festtag für mich! An die Parlamente Deutschlands, Oesterreich⸗Ungarns und der Türkei hat die Sobranje Be⸗ rüßungstelegramme geschickt. Die Sobranje tritt beute nachmittag zu ihrer küchtzen Sitzung zuusammen. 7 erhessen ruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstr. 7. Beck, sämtlich in Gießen. yrilk, des Hofmarschalls und des Kriegs- fehe dir Mittwoch, 20. Dezember 1015 Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel; jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal! Fr. R. Zenz; für den Anzeigenteil: H. s persuche vereitelt Die Sobranje. Die Thronrede. Sofia, 28. Dez.(WTB. Nichtamtli⸗ Die Thronrede des Zaren Ferdinand hat folgenden Wortlaut 1 „Meine Herren! Ich und meine Regierung haben nach Aus⸗ bruch des europäischen Krieges länger als ein Jahr unerhörte Anstrengungen gemacht, um eine Einigung mit, unserem serbischen Nachbar zu erzielen, damit er uns auf friedlichem Wege Gebiete, die er uns heimtückisch genommen, zurückerstatte. Diese Bemü⸗ hungen scheiterten an der unerschütterlichen Hart⸗ näckig keit Serbiens, das sich weigerte, uns Mazedonien zurückzugeben. Nachdem wir alle Mittel zur Erreichung dieses Zieles erschöpft hatten, war ich, um den Leiden unserer geknech⸗ teten Brüder ein Ende zu bereiten, gezwungen, unserer Armee den Befehl zu erteilen, in Serbien einzudringen, um unsere Brüder zu befreien und die Einheit unserer Nation herzustellen. Ich stelle mit Stolz fest, daß unsere Truppen sich mit unvergleich⸗ lichem Schwung und außerordentlicher Tapferkeit auf den Feind geworfen haben. Schulter an Schulter mit den braven ruhmgekrönten Truppen unserer Verbündeten, Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn, kämpfend, schlugen sie in weni⸗ ger als zwei Monaten den hinterlistigen Feind vollständig und warfen ihn aus seinen Gebieten heraus. Sie haben N etwas noch ruhmvolleres getan. Die Truppen, die zwei große Mächte, England und Frankreich, zur Schande der Zivilisation und ihrer eigenen Länder gegen die gemarterte bulgarische Nation gesandt hatten, um die serbische Tyrannei über sie aufrecht zu er⸗ halten, sind aus Mazedonien verjagt; heute steht lein einziger Soldat auf dem unseren Helden und Märtyrern der Vergangenheit und ruhmreichen Gegenwart so teuren Boden. Ruhm sei der siegreichan bulgarischen Armee, die durch ihre Tapferkeit, ihre Ausdauer und ihren Schwung unser Vaterland und unsere Waffen neuerdings berühmt gemacht hat. Sie hat sich die ewige Dankbarkeit ihrer befreiten Brüder erworben, und sie war glücklich, ihre Freude und Begeisterung zu teilen, als sich die unvergleichlich rührenden Szenen in den Städten abspielten, wohin sie die Freiheit gebracht, wo sie die Ketten der Sklaverei gesprengt hat. 3 Ich gedenke mit Ehrfurcht unferer auf dem N ge⸗ fallenen Helden, die mit ihrem Blute das nationale Ideal be⸗ siegelt haben. Meine Herren! Meine Regierung wird Ihnen bloß ein Bud⸗ getprovisorium für die erste Hälfte von 1916 umterhreiten, sowie Kreditforderung en, welche notwendig sind für die Erforder⸗ nisse des Krieges, für die Erhaltung der Familien der ärmeren Soldaten, für die Aufrechterhaltung von mung und Verwal⸗ sern der Ma⸗ die gemäß dem Uebereinkommen türki Reiche an Bulgarien als Unter⸗ pfand dauernder Freundschaft und glücklicher Zusammenarbeit und prechend 6 Interessen der beiden Staa⸗ wird Ihrer Genehmigung licks sofort ausgearbeitet und an⸗ gesichts der d Armee, der Verteidi des Vaterlandes und guten Notwendigkeiten in Kraft gesetzt hat. Meine Ueberzeugt, daß Sie, durchdrungen von der ö gen Augenblicks und vom Vertrauen des wahren Patrioten im Laufe ihrer Tätigkeit die Einigkeit beweisen werden, deren das Vaterland jetzt mehr als je bedarf, rufe ich den göttlichen Segen auf Ihre Arbeit herab und erkläre die zweite ordentliche Sesston der siebenten bulgarischen National versamm⸗ 1 ir eröffnet. Es lebe die bulgarische Nation! Es lebe die tapfere bulgarische Armee!“ Deutschlands angebliche Kriegsziele. Basel, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Neue Zürcher Zeitung“ veröffentlicht einen Artikel„Friedens⸗ gedanken“, der sich mit 0 in unterrichteten deutschen Kreisen bestehenden Friedenszielen des Deutschen Reiches befaßt. Der Artikel lautet in seinen wichtigsten Teilen: Man denkt sich in deutschen Kreisen die Grundzüge der jetzt einzuleitenden Friedensverhandlungen wie folgt: 1. Belgien solle seine Unabhängigkeit und Selbstän⸗ digkeit erhalten bleiben, sofern es durch Verträge, vielleicht auch durch Faustpfänder, eine. der Ereignisse vom Jahre 1914 unmöglich mache. Ein völliges Aufsaugen Belgiens würde sogar von der deutschen Großindustrie aufs heftigste bekämpft werden, weil das Fallen der Zollschranken zu unleidlichen Verhältnissen führen müßte, solange die Arbeiterverhältnisse Belgiens infolge des Mangels eines ausreichenden Fabrikgesetzes so weit hinter denjenigen Deutschfands zurückstehen. Selbst für eine Zollunion ver⸗ lange man ein Uebergangsstadium von mindestens fünf Jahren. Belgien würde aber an Deutschland eine jährliche Kriegskontribution zu zahlen haben in der Höhe seines früheren Militärbudgets, wogegen Deutschland bis zur end⸗ gültigen Auszahlung die Polizeigewalt ausüben würde. 2. Die okkupierten französischen Departe⸗ ments würden ohne weiteres an Frankreich zurückgegeben werden. Auch auf eine Kriegsentschädigung von seiten Frankreichs würde Deutschland verzichten, sofern Frankreich seine Forderungen an Rußland im Betrage von etwa 18 Milliarden Franken an Deutschland abtritt. Selbst⸗ verständliche Voraussetzung dieses Abkommens mit Frank⸗ reich wäre die Rück abe aller deutschen Kolonien durch England und die Räumung von C alais. 3. Russisch⸗Polen solle unter einem deutschen Für ⸗ sten als König von Polen vollkommen unabhängig und selb⸗ ständig werden. Dagegen hätte es an Deutschland eine Kriegskontribution auf gleicher Grundlage wie Belgien zu entrichten. Dem historischen Drange nach dem Meere, der Rußlands Politik seit Jahrhunderten beherrscht, soll in der Weise entsprochen werden, daß dem Zarenreiche der Aus⸗ gang nach dem Persischen olf zugestanden wird. 4 Italien müßte aui die orunierten Alrkichen Je 88* seln verzichten, wogegen der Zustand vor Ausbruch des Krieges aufrecht erhalten bleiben würde. 5. Bulgarien müßte selbstverständlich Mazedonien erhalten, ebenso einen von Nisch bis Semendria reichenden Korridor zur Donau. Das frühere Altserbien soll selbständig bleiben oder mit Montenegro zu einem Königreiche ver⸗ einigt werden. 6. Albanien müßte die früher zugestandene Selb⸗ 1 unter einem selbstgewählten Fürsten tatsächlich erhalten. 7. Die Ansprüche Rumäniens und Griechen⸗ lands scheinen in diesem Augenblicke noch nicht ganz festzustehen. Wir glauben, so fährt der Artikel fort, daß es die Pflicht der neutralen Presse ist, die Diskussion über die Grund⸗ bedingungen des künftigen Friedens zu eröffnen, denn es kann keinem Zweifel unterliegen, daß dieselben eine sehr empfindliche Verschärfung erfahren würden, wenn weitere größere kriegerische Ereignisse zugunsten der Zentral⸗ mächte entscheiden würden. Man darf sich darüber keiner Täuschung hingeben, daß Deutschland trotz seiner aufrich⸗ tigen und tief empfundenen Friedenssehnsucht mit neu ent⸗ fachtem Grimme zum Schwert greifen wird, wenn die dar⸗ . Hand in einer tragischen Verkennung der wirklichen age zurückgestoßen würde. Das Wolffsche Telegraphen⸗Bureau bemerkt dazu: In der Schweiz will man in diesem Artikel einen von deut⸗ scher Seite ausgehenden Friedensfühler sehen, Wir sind ermächtigt, zu erklären, daß diese Auffassung selbstverständlich unbegründet ist. 8* 2 1 Türkische Berichte. Ho nstantinopel, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Hauptquartiers. Auf der Jrak⸗Front wurde eine feindliche Abteilung mit zwei Maschinengewehren und einer stattlichen Zahl von Reitern, die, geschützt von zwei Monitoren vor Iman ali Guarbi, östlich Kut el Amara gelegen hatte und Kut el Amara zu Hilfe kommen wollte, in der Richtung auf Iman ali Guarbi zurückgeworfen. Auf der Haukasusfront zwangen einzelne unserer Patrouillen starke feindliche Patrouillen zur Flucht. An der Dardanellenfront warf ein Kreuzer einige Bomben auf die vom Feinde verlassenen Stellungen bei Anaforta und Ariburnu und zog sich darauf zurück. Bei Sedd ül Bahr warf die feindliche Artillerie eine große An⸗ zahl, Bomben gegen unseren rechten Flügel und richtete ein ununterbrochenes Feuer mit Maschinengewehren, Bomben und Lufttorpedos gegen unseren linken Flügel. Unsere Ar⸗ tillerie antwortete, brachte die feindliche Artillerie zum Schweigen und zerstörte einen Teil der feindlichen Grä⸗ ben. Am 25. Dezember bewarfen feindliche Flieger 7 8 los und ohne Schaden anzurichten die Umgegend von Gala Takoy mit Bomben. Von den am Ufer von Buys Kemikli] Bur gescheiterten feindlichen Transportschiffen nahmen wir die nützlichen Gegenstände fort. Konstantinopel, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanel⸗ lenfront wurde eines von drei feindlichen Flugzeu⸗ gen, die Ari Burnu 8 durch das Feuer unserer Artillerie beschädigt und fiel ins Meer. Zwei Schiffe schleppten seine Trümmer gegen Imbros. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr dauert der gewöhnliche Kampf mit allen Arten Bomben und Lufttorpedos an Ein Panzerschiff der Agamemnonklasse beschoß unter dem Schutze zweier Kreuzer, zweier Monitore und acht Torpedobooten eine Zeitlang mit Unterbrechungen unsere Stellungen. Unsere Artillerie erwiderte und traf mit zwei itzen das Panzerschiff und einen Kreuzer. Am 27. Dezember warf ein hinter der Insel Merkeb aufgestellter Monitor 80 Haubitzengranaten auf die anatolische Küste der Meerenge. Unsere anatolischen Meer⸗ engen⸗Batterien nahmen die Landungsstellen von Tekke Burun und Sedd⸗ül⸗Bahr verschiedene Male unter Feuer, verhinderten und störten den feindlichen Transport, ver⸗ sen bei Tekte Burun ein Boot und zerstörten einen 17 5 Schuppen durch zwei Treffer. Eines unserer Wasser⸗ lelghange warf nachts mit Erfolg vier Bomben auf ein Zeltlager. Sonst nichts Neues. Zum Türkensieg an den Dardanellen. Konstantinopel, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) In⸗ folge der Siege über die Engländer und der Räumung von Anaforta und Ari Burnu ließ der Sultan dem Ober⸗ befehlshaber der fünften Armee, Liman von Sanders Pascha, seine kaiserlichen Grüße übermitteln, wofür dieser durch Vermittlung des Kriegsministeriums dem Sultan danken ließ. Tonstantinopel, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Bei der vorgestrigen Uebergabe der Fahnen an die Truppen hielt der Sultan in Marschallsuniform an die Soldaten eine Ansprache, in der er seine hohe Befriedigung über die Fort⸗ schritte der Armee ausdrückte, dem Allmächtigen für den Sieg dankte und ihn anflehte, daß weitere folgen möchten. Der Feier wohnten der Kriegsminister Enver Pascha, alle übrigen Minister und der bulgarische Militärattache bei onstantinopel 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Pressebureau des Kriegsministeriums teilt mit: Die Engländer behaupten, daß der Rückzug von Anaforta und Ari Bur nu mit geringen Verlusten einen Erfolg darstelle. Wir sind über diese Behauptung der Engländer, die die von ihnen ausgeführten Rückzüge überall als einen Erfolg ansehen und gewöhnt sind, ein Vergnügen dabei zu empfinden, wenn sie Rückzüge ausführen, nicht erstaunt. Wenn wir, wie die Engländer, die Gesetze der Menschlich⸗ keit und Zivilisation mit Füßen getreten hätten, dann wäre dieser Rü den Engländern sehr teuer zu stehen ge⸗ kommen. Wir haben mehrere Male mitgeteilt, daß die Engländer. zum Transport gesunder Soldaten und von Kriegsmaterial mißbrauchten. Trotz⸗ dem respektierten wir das Zeichen des Roten Kreuzes und behinderten diese Transporte nicht durch unser Feuer. Das Henn Geheimnis des Erfolges des Rückzuges der Engländer eruht also im Schutze durch die Genfer Flagge. Sie wer⸗ den niemals vergessen, daß sie den Erfolg Diefer Flagge verdanken, deren rötlicher Abglanz stets auf ihren Gesich⸗ tern ruhen wird. Die Räumung von Solum. London, 28. Dez. Die change Telegraphenagentur meldet folgende Einzelheiten über den von Fecher und einem deutschen Tauchboot unternommenen Ueberfall auf den englischen Küstenposten von Sol um an der ägyptischen Mittelmeerküste: In Solum befand sich außer einer kleinen englischen küstenwache nur eine schwache Besatzung ägyptischer Infanterietruppen. Es stehen dort 60 bis 80 Mann, die von einem englischen Offizier befehligt wurden. 8 eine Meile von Solum entfernt befindet sich ein arabisches Lager, von wo aus eine Abteilung von Aufrührern den Angriff gegen Solum unternahm, während sich vom Meere her ein deutsches U⸗Boot der Küste näherte und die ägyptischen Truppen beschoß. Diese wurden so zwischen zwei Feuer genommen und mußten unter Hinterlassung von ungefähr 20 Toten zurückweichen. 5*** 8 Der wankende Asquith. Genf, 28. Dez. Die Pariser Regierungspresse will die aus englischen Oppositionsblättern übernommenen Nach⸗ richten von einer Erschütterung der Stellung von Asquith noch bezweifeln. Eine zur Beschwichtigung aus⸗ gegebene Havas⸗Note versichert, Asqufth werde nach den Parlamentsferien die Rekrutierungstätigkeit, vollkommen rechtfertigen. Aber mittlerweile erlitt Asquith, dessen poli⸗ tisch⸗militärische Voraussagen bezüglich des Balkan durch eine lange Reihe von Tatsachen widerlegt worden sind, eine neue Schlappe hinsichtlich der von ihm als durchaus britenfreundlich bezeichneten Haltung der Senussi. Das französische Marineamt erhielt über die Kämpfe bei So lu m und Mat ruh einen ausführlichen Bericht, beschränkte sich jedoch auf die knappe Meldung, daß in der Bucht von Solum ein französischer Kreuzer nach zweistündigem Gefechte gegen zwei feindliche U-Boote deren Spur verlor. Der englische Mehlpreis. Berlin, 20. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Der eng⸗ lische Mehlpreis steigt weite r. Nach dem Markt⸗ bericht der„Times“ vom 21. Dezember 1915 ist der Mehl⸗ preis in London wiederum um einen Schilling per englischen Sack erhöht worden. Er beträgt jetzt 49 Schilling; für erst⸗ klassige Ware werden drei bis vier Schilling extra bezahlt. Zu Anfang Dezember 1913 betrug der entsprechende Mehl⸗ preis in London 26 Schilling 6 P. Der englische Mehlpreis beträgt also heute e Prozent mehr als in Friedenszeiten. Der Preis von 49 Schilling per eng⸗ lischen Sack entspricht einem Preis von ca. 39,40 Mark per Doppelzentner. Der Berliner Mehlpreis beträgt für Weizen⸗ 12915 36,75 Mark, für Roggenmehl 33,50 Mark pro Doppel⸗ zentner. Englischer Bericht. London 28. Dez.(WTB. h Amtlicher Bericht: Gestern früh ließ der Feind gegenüber unserer Linie südöstlich der Hohenzollernschanze eine Mine springen. Wir verschanzten uns nächst dem Trichterrand. Unsere Artillerie beschoß erfolgreich die Schützengräben des Feindes südlich der Bahn Lille—Armen⸗ tieres. Der Feind antmortete kräftig, Schaden an. Sonst die übliche Artillerietätigkeit. Das Kriegsamt teilt zum türkischen Heeresbericht vom 27. Dezember mit, daß vom 14. Dezember bis 24. Dezember kein Gefecht zwischen britischen Truppen und Arabern an der Westfront Aegyptens stattfand. Am 25. Dezember wurde die arabische Streitmacht ungefähr 8 Meilen von Mersa Ma⸗ truh angetroffen, angegrissen und auseinandergetrieben. Die britischen Truppen hatten geringe Verluste. e Zurückziehung der Inder aus Frankreich. reau meldet: Daß die indischen Truppen aus Frank⸗ reich entfernt wurden, gehe aus der amtlichen Meldung hervor, daß der Prinz von Wales vor dem Abzug der indischen Armeekorps aus Frankreich den Truppen ein Telegramm des Königs überbracht hat, in welchem dieser den Indern, die jetzt an einem anderen Kriegsschauplatz benötigt würden, war⸗ men Dank für die geleisteten Dienste ausspricht. Allgemeiner Bußtag in England. London, 28. Dez. Der Lordmayor der City von London hat an alle Mayors und Pyvovosts im vereinigten Königreich ein Schreiben gerichtet und den dringenden Vorschlag gemacht, daß in jeder Stadt ein offizieller feierlicher Bittgottesl dienst für den 2. Januar veranstaltet werden sollte. In London werde die Stadtvertretung dem vom Erzbischof von Canter⸗ bury abzuhaltenden Gottesdienst in der St. Pauls⸗Kathedrale beiwohnen. Die Aufforderung hat überall Zustimmung gefunden und von über 250 Mayors und Provosts im Königreich sind be⸗ reits Ansagen offizieller kirchlicher Feierlichkeiten eingegangen. 15„ Die Lage bei Saloniki. Budapest, 29. Dez. Nach Sofia wird aus Athen gemeldet, daß die Lage zwischen der griechischen Regierung und der Entente sehrekritisch sei. Die Verbündeten beharren auf ihrem Wunsche, daß Griechenland größere Truppenmassen im Gebiete von Sa⸗ lonikt zurücklasse.— Die griechische Regierung ist jedoch der An⸗ sicht, daß sie mit dem Abtransport der Truppen nur einen öfters geäußerten Wunsch des Vierverbandes erfüllt. Sie ser nicht ge⸗ pe jeden Stimmungswechsel unter den Verbündeten zu re⸗ pektieren. Haag, 29. Dez.„Echo de Paris“ meint, daß man in artilleristischer Hinsicht in Saloniki für alle Fälle ge⸗ rüstet sei, aber die Zahl der Mannschaften lasse noch immer zu wünschen übrig. Die Verbündeten hätten bis jetzt 1100 Geschütze in Salonikr ausgeschifft, eine Anzahl weiterer allergrößten Ka⸗ libers sei noch unterwegs. Ferner seien 800 Kilometer Stachel⸗ 1 in Saloniki und an den äußeren Verschanzungen verwendet worden. Berlin, 29. Dez. Der„Corriere della Sera“ mel⸗ det laut verschiedenen Morgenblättern, der griechische Minister Rhallis habe auf die Frage, was die Regierung tun werde, wenn ein gemischtes Korps, aus Bulgaren und Deutschen bestehend, die griechische Grenze überschreiten würde, mit der Gegenfrage ge⸗ antwortet: Warum brachtet Ihr uns in diese Lage? Warum versteift Ihr Euch darauf, in Saloniki zu bleiben? Ihr kamt, um Serbien zu helfen, aber diese heldenmütige Nation ist vernichtet. Demnach besteht der Zweck Eurer Expeditton nicht mehr. Wir sind besorgt um Leben und Eigentum von vielen griechischen Untertanen in der Türkei und Kleinasien. Geht fort von Saloniki, dann wird kein Deutscher, kein Bulgare, kein Türke griechischen Boden betreten. 1 . Das Fiasko der französischen Anleihe. Haag, 28. Dez.„Nieuw Financier“ sagt: Das hol⸗ ländische Publikum warf sich in blinder Begeisterung auf die französische Kriegsanleihe, denn es ist kein alltägliches Ereignis, eine fünfprozentige. een zum Kurse von 72 er⸗ 5 zu können. Aber schon jetzt sinkt der Wert dieses apiers. Daher ist es fraglich, ob nicht durch das Sinken des Kurses dasjenige wieder verloren wird, was die hohe Verzinsung einträgt. Die New Porker französische Anleihe, die hier mit 91 notiert, müßte infolge des gesunkenen Dollarkurses in New Pork wenigstens 98,4 stehen. Da der Kurs aber dort viel niedriger ist, verlieren die holländischen Anleger jetzt schon er⸗ heblich. Das Blatt meint, Holland solle sich von allen fremden Kriegsanleihen fernhalten. Dagegen beständen leine Schwierig⸗ keiten bei der Anlage in freuden Papieren. Besonders seien 1 8 10 Hypotheken zu empfehlen, die konservativ verwaltet würden. Gegen die französischen Lügen meldungen. Bern, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das„Berner Tage⸗ blatt“ teilt mit, daß zurzeit aus Hunderten von deutschen Flugzeugen Flugschriften auf die Städte, Dörfer und Schützengräben in Frankreich herniederflattern; sie enthielten die wörtliche Wiedergabe der Rede des deutschen Reichskanz⸗ lers über den Frieden, die bekanntlich von Havas gänzlich entstellt, ja ins Gegenteil verkehrt den Franzosen Übermittelt worden sei! Das Blatt sagt weiter, weil man in Paris offenbar die Wirkung aul verhoischen. So bringen die Pariser er richtete nur wenig g London, 27 Dez.(WTB. Nichtamtlich) Das Reutersche Pfl. tler zah* aus Bern, Basel, Zürich und Lausanne über Hungersnot und Deutschland. Das französische Publikum hat 3 Meutereien in hat 1 nicht das rechte Vertrauen zu solchen Meldungen; so muß er N Schweizer denn herhalten. Die gesamte französische Presse brachte am 26. Dezember ein Telegramm, nach dem ein Parteiführer schweizerischen Sozialdenokratie über einen Aufruhr während de Reichstagsverhandlungen in Berlin, über das fürchterliche Elend n Deutschland usw. aufklärende Mitteilungen von Haase, Bernstein und Liebknecht erhalten hätte, die jetzt wüßten, wie das deulsche 5 Volk betrogen wird. Das„Berner Tageblatt“ kritisiert scharf diese Pressemache und schließt mit der Bemerkung: Am besten wäre es, man ließe uns Schweizer überhaupt aus dem Spiel und datierte seine Meldungen aus Paris, wo sie entstanden sind. * 1* Das Zahlen verhältnis der Kriegführenden. Bern, 27. Dez. In der„Züricher Post“ wird von de⸗ sonderer militärischer Seite eine sehr gründliche Unter⸗ suchung über das Zahlenverhältnis der kriegführenden Mächte angestellt und das Ergebnis wie folgt zusammen⸗ gefaßt:„So lange Rußland und Italien durch das öster⸗ reichisch⸗ungarische Heer, den dritten Teil des deutschen und die türkische Kaukasusarmee in Schach gehalten werden, bedeutet das Zahlenverhältnis auf den übrigen Fronten, selbst nach den Einwohnerzahlen berechnet, kein leber gewicht für die Entente Die bisher noch weni zur, Geltung gebrachte, durch Verluste nur unerheblich ge⸗ schwächte Wehrkraft der Türkei kann im weiteren Verlauf des Krieges immer größere Bedeutung er⸗ langen. Was im 2 das Verhältnis 2 85 Frank⸗ reich und Deutschland betrifft, so kann das deutsche Deer, selbst wenn die Verluste in der bisherigen Höhe an⸗ dauern, noch auf lange Zeit in un verminderter Stärke erhalten werden. Die Kopfzahl des ben ae f Heeres aber muß im Laufe des zweiten Kriegsjahres finken, beim Eintritt größerer Verluste sogar bedeutend. Ein immer F Teil der französischen Front wird von eng⸗ ischen Truppen eingenommen werden müssen; die Mög⸗ lichkeit eines ausreichenden Ersatzes der 3 5 osen durch die Engländer ist auf das unsichere Ergebnis illigen Werbung gegründet.“ 5 0 Die türkischen Finanzen. Konstantinopel, 28. Dez.(WTB. 1 1 egierung hat in der Kammer einen Gesetzentwur gebracht, in dem sie ermächtigt wird, in Deutschland Vorschuß von 20 Millionen Pfund aufzunehmen. 72 Holländische Ambulanzen für die Zentralmächte. 06. Amsterdam, 28. Dez. Heute früh sind von hier die zwei Ambulanzen, die Holland nach Deutschland und Ungarn versendet, abgegangen. Diese Tat ist die beste Antwort, die Holland auf all das deutschfeindliche Geschwätz und die Hetzereien im„Telegraaf“ geben konnte. Noch kurz vor der Abreise, als schon alles fertig war, meldeten sich Aerzte und egerinnen zur Teilnahme an der Fahrt. ö 1255 Die beiden Ambulanzen sollen bestehen aus zusammen 74 Mit⸗ gliedern. Sie werden nach Gleiwitz in Schlesien und nach Buda⸗ pest weitergesandt werden, um dort ihre 9 aufzunehmen. Jede der beiden Ambulanzen wird von 6 zten und einem Zahnarzt begleitet sein und über 200 Betten und 4 Material verfügen. Ein Sonderzug mit allem Nötigen 5 nächste Woche von Amsterdam abgehen. N 3 Die Ford⸗Expedition unter Polizeiaufsicht. Kopenhagen, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Wie„Extra⸗ bladet“ erfährt, wird der amerikanischen Friedenserpe⸗ dition in Kopenhagen verboten werden, Versammkun⸗ gen abzuhalten. Keinem Amerikaner wird es gestattet, weder öffentlich noch in geschlossenen Versammlungen zu sprechen. Das Verbot gründet sich auf einen Beschluß, den die Regierung nach dem Björnson⸗Skandal gefaßt hat und nach dem keinem Ausländer mehr in Kopenhagen erlaubt ist, Vorträge über Fragen zu halten, 3 5 mit dem Kriege in Verbindung stehen. Das Verbot wird unzweife haft zur 195 haben, daß die Expedition schnellstens Kopenhagen wieder verlä Der Seekrieg. Opfer unserer Unterseeboote. 9 0 5 London, 27. Dez. 1 Nichtamtl.) Lloyds Agentur meldet, daß von den Passagieren und der Besatzung des ver⸗ senkten französischen Dampfers„Ville de la Ciotat“ 80 umgekommen sind.— Der britische Dampfer„Peddo“ aus Glasgow(4552 Bruttotonnengehalt) ist versenkt worden. Die Besatzung wurde gerettet.— Der britische Dampfer „Cottingham“(513 Tonnengehalt) ist versenkt worden; sieben Mann wurden gerettet.— Der belgische Dampfer „Ministre Beernaert“(4215 Bruttotonnengehalt) ist versenkt worden; sieben Mann wurden gerettet. 105 London, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet? Der britische Dampfer„van Stirum“ ist versenkt worden; die Besatzung ist gerettet. ö * Ymuiden, 28. Dez(WTB. Nichtamtlich.) Der Dmuider Dampftrawler„Erin N 88“ stieß gestern früh beim en in der Nordsee auf eine Mine; drei Mann der Besatzung wur⸗ den getötet, drei audere schwer verwundet. Acht Ueberlebende wur⸗ 995 1 durch einen anderen Pmuider Dampftrawler hier gelandet. einen f 9 4 5 1„ 755 Aus Stadt und Cand. Gießen, 29. Dezember 1915. Gegen die Brotgetreide⸗Verfütterung. 5 Leider mehren sich die Fälle, in welchen ungesetzlicher⸗ weise Brotgetreide von Landwirten verfüttert wird, in erschreckender Weise. Aus allen Gebieten des Deut⸗ schen Reiches kehren, so schreibt eine halbamtliche Korre⸗ spondenz, täglich Zeugnisse hierfür wieder, sei es, daß die Zeitungen über Bestrafungen von Landwirten berichten, die sich dieses Vergehens schuldig gemacht haben, sei es, daß Landräte A erlassen müssen, die nochmals und immer wieder mit Nachdruck darauf verweisen, daß die Verfütterung von Brotgetreide verboten ist und daß Ueber⸗ tretungen streng bestraft werden. Um ein Beispiel aus vielen herauszugreifen, sei eine Mitteilung des Osna⸗ brücker Tageblattes vom 9. November 1915 genannt, in der eine Reihe dieser Vergehungen für einen lokalen irk zusammengestellt worden sind. Dort hatten Landwirte Roggen verfüttert, weil sie gemeint hatten, daß derselbe nicht als Brotgetreide angesehen werden könne, da es sich um minderwertige Körner oder um mit anderen Getreide⸗ körnern vermischten Roggen handele. Ein Landwirt hatte Roggengarben verhäckselt, ein anderer behauptete, das Ver⸗ bot, Hinterkorn zu verfüttern, nicht gekannt zu haben, wieder ein anderer hatte die beim Dreschen abgerissenen Aehren zusammengeharkt und zu Häcksel verschnitten, wieder ein anderer wurde von dem Gendarmeriewachtmeister dabei 8 betroffen, als er auf seiner Schrotmühle ein Gemisch von 1 Hafer und Roggen zusammen mit Mais verschroten wollte, usw.— Dieser unsere Ernährung im Kriege geradezu be⸗ 8 8 1 dieser Aufklärungsarbeit bereits spüre, arbeite das Pressebureau am Quai d'Orsah mit Hochdruck, um diesen Eindruck schnellstens drohende Zustand muß eine Aenderung und zwar ei sehr schleunige Aenderung erfah' 1 l 8 15 denkende Mann im Deutschen Reich wei tttermittelnot auf der Landwirtschaft und auf den virten lastet. Aber ein jeder weiß auch, daß uns diese rge nicht davon abbringen darf, jedes einzelne Korn, das Brotkonsum zur Verfügung gestellt werden kann, tat⸗ sächlich für die Versorgung unseres Volkes nutzbar zu machen. In Friedenszeiken sind wir gewohnt, minder⸗ wertiges Brotgetreide, insbesondere das überfeuchte Brot⸗ getreide, zu Futterzwecken zu verwenden. In Kriegszeiten, in Zeiten, in denen wir vom Auslande abgesperrt sind, muß auch das minderwertige Getreide durch Bearbeitung dem Brotkonsum nutzbar gemacht werden. Darum sind Verstöße gegen das Verfütterungsverbot nicht als bloße Ueberschrei⸗ tungen irgendwelcher polizeilichen Bestimmungen anzu⸗ sehen, sondern sie sind ein Verbrechen, das an nserm Vaterland im Kriege begangen wird, nd der vaterlandslose Sinn, der diesen Vergehen zugrunde liegt, kann durch keine Geldstrase geahndet werden. Was acht es auch schließlich für den Landwirt aus, wenn er einige Hundert Mark Strafe bezahlen muß, aber dafür an dem verfütterten Brotgetreide einen tüchtigen Gewinn ge⸗ acht hat? Es muß die Einsicht durchdringen, daß derjenige, welcher Brotgetreide verfüttert, für alle Zeiten den Stempel einer Verfündigung an den wichtigsten Interessen unseres Vaterlandes trägt. In allen ländlichen Kreisen, in allen Versammlungen, in den Schulen und wo es sonst möglich ist, sollte immer wieder mit Nachdruck darauf hingewiesen werden:. „Wer Brotgetreide verfüttert, macht sich straf bar und versündigt sich an dem Vaterland!“ 9* Spenden zugunsten des Türkischen Roten Halbmonds und der Dardanellenkämpfer werden nach wie vor gerne bei dem Kaiserlich Türkischen Generalkonsulat, Frankfurt a. M., Kaiserstr. 18/20, entgegengenommen. Der tapferen Dardanellenkämpfer möge gerade zur Jahreswende besonders gedacht werden. Welche Bücher schicke ich ins Feld? Der mit Recht immer wieder erschallende Ruf: Schickt Bücher ins Feld! verhallt oft wirkungslos, weil viele nicht wissen, welche Bücher sie hinausschicken sollen. Ein kurzer Wegweiser für sosche wird will⸗ kommen sein. In erster Linie 1 natürlich Unterhaltungs⸗ bücher ins Feld geschickt werden; Was den Inhalt betrifft, so empfiehlt es sich, möglichst wenig Kriegsgeschichten zu nehmen. Man wähle nicht zu ernste Bücher, sondern heitere, spannende Romane und Erzählungen. Auf feine Ausstattung der Bücher kommt es nicht an. Man braucht draußen keine gebundenen Bücher; was hinaus geht, kann alles geheftet sein. Von den vielen Sammlungen billiger Bücher seien einige wenige hervorgehoben. Die N aller sind wohl die Hefte des„Hinkenden Boten“ Verlag M. Schauenburg in Lahr i. B.), die von 2 Pfg. an in jeder Preislage zu haben sind Dann wären zu nennen die überall erhältlichen Reclambände, Meyers Volksbücher usw. Guten Druck haben die Hefte von„Hesses Volksbücherei“(Verlag Hesse u. Becker, Leipzig), jede Nummer 20 Pfg. Eine gute Auswahl von Erzählungen und Romanen bieten die„Wiesbadener Volksbücher“ (Verlag Volksbildungsverein zu Wiesbaden) zum Preise von 10 is 50 Pfg. Es seien davon erwähnt: O. Müller, Münchhausen ee 30 Pfg., O. Ludwig, Zwischen Himmel und Erde, 50 Pfg., weiterhin Erzählungen von Raabe, Rosegger, Stern u. a. f Alle diese Sammlungen werden, was Druck, Papier, Ausstattung anlangt, übertroffen von den Volksbüchern der Deutschen Dichter⸗ 5 3 Gedächtnis⸗Stiftung(Verlag der D. D.⸗Ged.⸗St. Hamburg⸗Groß⸗ borstel), die zudem zum größten Teil illustriert sind. Von den bisher erschienenen Nummern seien genannt E. J. Groth, Die 1 ut(Militär⸗Humoreske), 15 Pfg.: Schmitthemaer, Die locke, 20 Pfg. War oben davon abgeraten, Kriegsgeschichten s Feld zu senden, so sind davon auszunehmen Schilderungen wie e des Kap.⸗Lts, von Mücke(Emden, Ayesha), sowie wertvolle Erzählungen aus früheren Kriegen, die in den beiden zuletzt ge⸗ annten mmlungen zu haben sind. Gern gelesene Bücher ietet auch die Insel⸗Bücherei(jede Nummer 50 Pfg.). Darin ist besonders zu empfehlen: Datterich, der im Feld wie im Lazarett gern gelesen und viel belacht wird. Es sind in dieser wenig erschöpfenden Aufzählung in der Hauptsache die Bücher erwähnt, die für wenig Geld viel bieten und deshalb für die meisten, die Bücher ins Feld oder ins Lazarett schicken wollen, in Betracht kommen. Die Stenographengesellschaft„Ga⸗ 5. Jamu * Stenographie. belsberger“ und Damenabteilung eröffnen Mittwoch, 5. ar 1916, wieder einen Anfängerlehrgang in der Gabelsbergerschen Stenographie. Da überall eine starke Nachfrage nach tüchtigen Stenographen herrscht, so kann die rechtzeitige Erlernung der Kurzschrift nur empfohlen werden.(Siehe Anzeige in heutiger Nr.) 5 Kreis Büdingen. c. Ober⸗Widdersheim, 29. Dez. Gestern wurde in unserer Kirche unter allgemeiner Teilnahme der Gemeinde die oldne Hochzeit zweier Paare gefeiert, die am 28. und 29. Dezember 1865 getraut worden waren, nämlich der Eheleute Lud⸗ wig Frank und Friedrich Karl Eiser. Nach der Ansprache des Dekan Brill wurde jedem der Paare als Geschenk der hiesigen Kirche eine schöne Ausgabe des Neuen Testaments überreicht, und er Großherzog ehrte beide durch Glückwunsch und das Geschenk seines Bildes. Die alten Leute konnten den Tag in erfreulicher Rüstigkeit begehen. i Kreis Lauterbach. g. Herbstein, 29. Dez. Am vorigen Donnerstag fand hier bie Beerdigung des bisherigen Bürgermeisters, des Fabrikanten Engelbert Schneider statt. Schon in verhältnismäßig jungen Jahren wurde der Verstorbene von seinen Mitbürgern in die Stadtverwaltung gewählt, der er vom Jahre 1883 an ununter⸗ brochen angehörte. Seit dem Jahre 1889 bekleidete er das Amt des Beigeordneten und vom Jahre 1902 ab das des Bürgermeisters. Seine unbeugsame Schaffenskraft und Pflichttreue verschafften ihm dauernd das Vertrauen der vorgesetzten Behörden und Mit⸗ bürger, die dieses Vertrauen noch besonders vor fünf Jahren durch seine einstimmige Wiederwahl zum Bürgermeister be— zeugten. Seit einigen Jahren war Bürgermeister Schneider uch Direktor der Bezirkssparkasse Herbstein und bis kurz or seinem Tode Mitglied des Kreis-, zeitweilig auch Provinzialtages. Drei Monate nach Kriegsausbruch mußte er seiner angegriffenen Gesundheit wegen Urlaub nehmen. Ueber eein Jahr lang rang er mit einem inneren Leiden, bis er, noch schwer getroffen durch den Verlust eines im Felde gefallenen Sohnes, der Krankheit erlag. Treffend kennzeichnete Pfarrer Winter den Verstarbenen in der Gedächtnisrede mit den Bibel⸗ vorten:„Seinem Nächsten lebte er zum Guten und zur Erbauung.“ N Kreis Friedberg. v. Bad⸗ Nauheim, 29. Dez. Bis zum 23. Dezember 1915 waren hier 23 227 Kurgäste angekommen. Bäder wurden bis dahin 317 653 abgegeben. a 12 Kreis Wetzlar. * ra. Krofdorf, 29. Dez. Ein militärpflichtiger Bursche, der zur Abschiedsfeier mit Kameraden zusammengekommen, stürzte unglücklich eine Treppe hinunter, daß er insolge einer Gehirn— chütterung gestorben ist. ra. Kinzenbach, 29. Dez. Am Montag fand inchiesiger Feldmark ein größeres Treibjagen statt, das mit einem Unfall endete. Von einem Geschwisterpaar, das auf dem Wege nach Heuchelheim war, wurde die ältere Schwester durch einen Fehlschuß an der linken Kopfseite getroffen. Trotz sofortiger ärzt⸗ licher Hilfeleistung konnten die beiden Schrotkörner bis jetzt noch nicht aus der Schläse entfernt werden. f Hessen⸗Nassau. Marburg, 29. Dez. Für das Jahr 1916 sind die te in Marburg wie folgt festgesetzt: 2. Februar, 27. März, . 1. Mai, 3. Juli, 27. September, 20. November und 29. Vezem⸗ ber Krammärkte.— 17. Februar, 13. April, 15. Junt, 13. Juli, 10. August, 5. Oktober und 23. November Schweinemärkte.— 9. März, 18. Mai und 7. September Vieh⸗ und Schweinemärkte. — 16. März und 12. September Pferdemärkte. Wm. Kirchhain, 29. Dez. Vorgestern abend fand hier im Bahnhofshotel die feierliche Nagelung 255 Kriegswahrzei⸗ chens der Stadt Kirchhain, eines dem Eisernen Kreuz nachge⸗ bildeten, fast einen Meter im Quadrat großen Kreuzes statt. Nach einigen einleitenden Musikstücken hielt Bürgermeister Grün die Ansprache und sprach herzliche Grüße unseres im Felde stehenden Landrats v. Gilsa aus. Die von Schülern und Schülerinnen zum Vortrag gebrachten Deklamationen fanden reichen Beifall, desgleichen die von den beiden hiesigen Gesangvereinen gemeinsam vorgetragenen Lieder. Den Weihespruch sprach Frl. L. Henze. Bürgermeister Grün schlug im Namen der Stadt den ersten Nagel 15 das e dem bald von den zahlreichen Anwesenden fast alle folgten. ch. Bon der Lahn, 29. Dez. Die Lahn brachte in der letzten Zeit regelrechtes Hochwasser. In Diez stieg sie auf 4.40 Meter. Der Fluß hat große Strecken unter Wasser gesegt. Die Keller der tieser gelegenen Orte mußten geräumt werden. ch. Braubach, 29. Dez. In den Waldungen naserer Gegend treibk eine ganze Anzahl Wildschweine ihr Wesen. Es wird Zeit, diese abzuschießen, da die Tiere sonst im kommenden Frühjahre großen Schaden anrichten. Vermischtes. Ein Urlauberzug entgleist. Posen, 28. Dez.(W. T. B. Amtlich.) Heute morgen um 3 Uhr 40 Minuten ist ein von Berlin kommender Militärurlauberzug auf der Durchfahrt auf dem Bahnhof Bentschen entgleist. Von den Urlaubern und dem Begleitpersonal sind achtzehn getötet und 47 ver⸗ wundet worden. Der Sachschaden ist bedeutend. Berlin, 29. Dez. Zu dem Eisenbahnunglück ig Bentschen wird noch mitgeteilt: Hilfe war sofort zur Stelle. Die Landsturmkompagnie Bentschen eilte im Laufschritt nach der Unfallstelle. Die Aerzte der Umgegend wurden alarmiert. Die Bevölkerung strömte herbei und leistete hilfreiche Hand. Der Korpsarzt traf mit einem Lazarett⸗ zug aus Posen ein. Den Verwundeten wurden alle mög— lichen Erleichterungen zuteil. Sie wurden nach dem Bentschener Krankenhaus gebracht und in einer schnell hergerichteten Unter— kunftsstelle untergebracht. Orkan über England. London, 28. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ein gewaltiger Sturm, wie er seit Jahren nicht vorgekommen ist, hat England heimgesucht und großen Schaden angerichtet. Die telegraphischen und telephonischen Ver— bindungen sind unterbrochen. Im ganzen Lande wurden von vielen Hunderten von Häusern die Dächer weggefegt. Berichte zahlreicher Schiffbrüche sind eingelaufen. Die Küste ist mit Wrackholz übersät. Archaugelsk eingefraren. Kopenhagen, 28. Dez.(WT. Nichtamtlich.)„National Tidende“ berichtet aus Kristiania: Ueber hundert Schiffe, zu⸗ meist amerikanische, englische und französische, sowie einige nor⸗ wegische sind im Weißen Meere vom Eise überrascht worden, so daß sie gezwungen sind, dort zu überwintern. Das letzte Schiff, das rechtzeitig Archangelsk verlassen hat und damit der Eisumklammerung im Weißen Meere entgangen ist, war der norwegische Dampfer„Modig“, der jetzt in Tromsoe eingetroffen ist. Das Schiff hatte einen furchtbaren Orkan zu überstehen. Die Vesatzung hatte schrecklich unter der strengen Kälte gelitten. * * Italienische Rekrutierungs⸗Psychologie. Es hat im Kreise der Alliierten nicht an Stimmen gefehlt, die ihre große Enttäuschung über die bisher so erfolglosen Rekru⸗ tierungsversuche in England recht eindringlich zum Ausdruck gebracht haben. Die in Turin erscheinende„Stampa“ sucht nun für dies nicht mehr gut wegzuleugnende Phänomen einige psycho⸗ logische Erklärungsgründe beizubringen, die freilich der Opfer⸗ willigkeit des englischen Patrioten auch kein sehr rühmliches Zeugnis ausstellen:„Die Langsamkeit der Rekrutierung in Eng⸗ land ist etwa kein böser Wille, sondern hängt mit einer besonderen Eigenschaft der Engländer zusammen. Ein Engländer tut niemals eine Sache, bevor er sich davon überzeugt hat, daß sie gemacht werden muß und daß der günstige Zeitpunkt, der letzte geeignete Augenblick, gekommen ist.. Die englischen Rekruten sind größten⸗ teils verheiratet oder verlobt,“ so heißt es weiter,„was wieder ist 5 eine Seite der englischen e enthüllt. In England steckt in der Frau ein kampfbereiterer Geist als im Mann. Die meisten. großen Bewegungen in England gingen von Frauen aus. Heut haben die Frauen ihren Kampfessinn in den Dienst des Vaterlandes gestellt; sie haben ihre Männer und Verlobten zum Rekru⸗ tierungsbureau geschleppt; manche Verlobung wurde durch den Rekrutierungs⸗Vertrag geschlossen. Der Ruf Lord Derby's an die Frauen„Ihr könnt nicht die Braut eines schlechten Bürgers, eines Faulen, eines Feiglings sein,“ machte Eindruck. Die Frauen sehen die noch nicht Khaki⸗Gekleideten mit Verachtung an..“ Mürkte. te. Frankfurt a. M., 29. Dez. Schweinemarkt. Auf⸗ getrieben waren 431 Schweine. Es kosteten: Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kiiogramm Lebendgewicht 108,00 00, Mk., Schlachtgew. 138,00 Mk.; Vollfleischige Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht 00,00 000 Mk., Schlachtgew. 00,00 Mk.; Voll⸗ fleischige Schweine von 100 bis 120 Kg. Lebendgewicht 118,00 bis 118,00 Mk., Schlachtgew. 148,00 Mk.; Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 Kg. Lebendgewicht 129,00- 129,50 Mk., Schlachtgewicht 161,00 Mk., unreine Sauen und gesehnittene Eber Lebeudgewicht 103.00 Mk, Schlachtgewicht 129.00 Mk. Geschäft flott; wird fast geräumt. fe. Fraukfurt a. M., 29. Dez. Frucht⸗ und Futter ⸗ mittelmarkt. Wie nicht anders zu erwarten, war der heutige Fruchtmarkt nur schwach besucht. Abschlüsse nur vereinzelt, Ge⸗ treide ohne Handel. Futtermittel, soweit im freien Verkehr, knapp und sest im Preis. Man notierte: Malzkeime 5860 Mk., Frucht⸗ treber 53 Mk., Leinkuchen 76 78 Mk., Kokoskuchen 68—70 Mark. Alles für 100 Kilo. fe, Frankfurt a. M., 29. Dez. Kartoffeln per 100 Kilogramm 6,10 Mk. fe. Frankfurt a. M., 28. Dez. Heu⸗ und Strohmarkt. Auf dem heutigen Heu- und Strohmarkt war nichts augefahren. — Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Kartoffelmarkt. EEC De. ES 5 5 3 2 5= 3„ 1015 E 8 8 8 8 S 1 e 2 5 8 228 28. 25— 9,4 6,1 69—— 5 Sonnenschein 28.9— 4,5 5,6 88—— 10 Bed. Himmel 29. 7— 23% 0 10 1 5 Höchste Temperatur am 27. bis 28. Dez, 1915= + 10,1 C. Niedrigste„„ 27.„ 28, 1915% C. Niederschlag: 0,0 mm. ——-— PPVVVVVVV)V%VV%))VVCòłò“ 8 Amtlicher Wetterbericht. 8 Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 30. Dez. 1915: Meist trüb, leichte Niederschläge, etwas wärmer, Letzte Nachrichten. 5 Die englische Munitionsfrage. Rotterdam, 29. Dez. Das englische Blatt„Nation“ bezeichnet Lloyd Georges Mitteilungen im englischen Unterhaust über die englischen Geschütze als beunruhigend. Die schweren Belagerungsgeschütze, die bei Beginn des Krieges im Heere ge⸗ braucht wurden, gehören jetzt nach den Angaben Lloyd Georges zu den„leichtesten Feldgeschützen“, Obgleich die Lieferung der mittleren Geschütze und Haubitzen befriedigend sei, seien die Ge⸗ schütze doch erst bestellt worden. Wenn diese Tatsache an und für sich schon entmutigend sei, schreibt das Blatt, was müssen wir dann erst von Lloyd Georges Mitteilungen sagen, daß der Mangel an Maschinengewehren und die Wichtigkeit dieser Tatsache erf durch einen Besuch des Premierministers bekannt wurde, den dieser im Juni an der Front machte. Daß es möglich war, daß die Ent⸗ deckung eines solchen Mangels dem Zufall eines Besuches an der Front zehn Monate nach Kriegsausbruch zu verdanken ist, läßt ernste Bedenken über die Tätigkeit unserer Offiziere oder des obersten Kommandanten aufkommen. 0. Amsterdam, 29. Dez. Aus London wird berichtet, in England herrsche augenblicklich großer Munftionsman⸗ gel, so daß man sogar Truppen, die für die Front bestimmt waren, für die Arbeit in den Munitionsfabriken zurückgelassen hat. Für normale Verhältnisse genügt die bisherige Produktion, aber da die ägyptische Gefahr plötzlich unverhüllt auftaucht, müß⸗ ten alle Munitionsvorräte für Aegypten requiriert werden und die meisten Munitionsfabrilen arbeiten jetzt für Aegypten. Deutschlands„wirtschaftliche Erdrosselung“. Genf, 28. Dez. Das„Journal des Débats“ be⸗ spricht den Mißerfolg der von den Verbündeten gegen Deutsch⸗ land verhängten Seesperre. Deutschland leide nicht an Hungersnot. Die deutsche Artillerie sei hinreichend mit Ge⸗ schossen versehen, mit denen Deutschland außerdem noch die Hälfte Europas versorge. Die Blockade gegen die Zentralmächte sei unvollständig, aber der Hauptgrund ihres Scheiterns sei der Widerstand, den ihr die Neutralen entgegensetzten. Das Blatt erinnert an bie Noten Amerikas, das formellen Einspruch gegen die indirekte Blockade neutraler Häfen und gegen die Beschlag⸗ nahme der nach neutralen Lindern gesandten Waren erhob. Selbst die Ausfuhr Deutschlands leide nur wenig unter der Blockade der Verbündeten. Deshalb fordert das Blatt eine Ver⸗ schärfung der Blockade und der Bestimmungen über Bannware, unter welcher Flagge sie auch segle. Mehr noch als eine mili⸗ tärische und diplomatische Entscheidung müßten die Verbündeten eine wirtschaftliche Entscheidung suchen, die in einer vollständiger Unterbindung der deutschen Ein⸗ und Ausfuhr in einer wirt⸗ schaftlichen Erdrosselung Deutschlands bestehen müsse. Millionendefizit der römischen Jubiläumsausstellung. Lugano, 29. Dez. Die italienische Regierung legte gestern dem Parlament einen Gesetzentwurf zur Bewilli⸗ gung von 17 Millionen Lire zur Deckung des De⸗ fizits der unglücklichen Jubiläums ausstellung von 1911 vor. Solange— schreibt der„Avanti“— hat die Regierung gezögert, ehe sie sich mit der skandalösen Angelegenheit an die Kammer zu wenden wagte. Aber jetzt hofft sie, werde im tragischen Wirrwarr des Krieges und im Tanze der Millionen auch dieser Posten in Bausch und Bogen bewilligt werden, ohne daß die Kammer der uner hör⸗ ten Mißwirtschaft und der gewissenlosen Ver⸗ schwendung seitens der herrschenden Romklique auf den Grund gehe. Aber die Sozialisten werden nicht dulden, daß diese Schlamperei vertuscht wird. Insbesondere ist es die Schuld des Ausstellungspräsidenten Senators San Mar⸗ tino gewesen, wenn dank seiner sträflichen Schwäche die Nationalausstellung zum Tummelplatz beutegieriger Para⸗ siten würde.(Berl. Tagebl.) 5 Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Feierabendstunde. 5. Für die ee wird für die Wirtschaften in den Landgemeinden die Feierabendstunde auf 1 Uhr festgesetzt. Gießen, den 28. Dezember 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Langermann. Bekanntmachung. Betr.: Ausführung des Reichsgesetzes vom 28. Mai 1894 über den s d Brieftauben und Brieftaubenverkehr im Kriege. Gemäß 8 3 Abs. 2 und unter Bezugnahme auf die nachstehend abgedruckten weiteren Bestimmungen des genannten Reichsgesetzes bringen wir hiermit die Namen der Mitglieder des Brieftauben⸗ Klubs Gießen, welcher dem Verbande deutscher Brieftaubenlieb⸗ haber⸗Vereine angehört und seine Tauben der Militärverwaltung zur Verfügung gestellt hat, zur öffentlichen Kenntnis.. 1. Altensen, Johannes, Bruchstraße 12 Debus, in Garbenteich. g Balser, August, Braugasse 6. Hainer, Willy, Kaiserallee 40. Hambach, Georg, Walltorstraße 44. Henkel, Heinrich, Walltorstr 27. Schmidt, Hugo, Bleichstraße 9. Ulrich, Ernst, Walltorstr. 44. Wallbott, Heinrich, in Garbenteich. „Bohling, Karl, Kaplausgasse 14. „Reuling, Karl, Steinstraße 72. Reusch, Karl, Wiesecker Weg 3. Rosenbaum, Fritz, Löwengasse 20. 14. Trautmann, Karl, Wieseck, Ludwigstraße 20. Gießen, den 22. Dezember 1915. n Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hemmerde. Auszug aus dem Gesetz. 8 betr. den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubotberkeht vom 28. Mai 1894. 8 1. Die Vorschriften der Landesgesetze, nach welchen das Recht, Brieftauben zu halten, beschränkt ist, und nach welchen im Freien betroffene Tauben der freien Zueignung oder der Tötung unterliegen, finden auf Militärbrieftauben keine Anwendung. Dasselbe gilt von landesgesetzlichen Vorschriften, nach welchen Tauben, die in ein fremdes Taubenhaus übergehen, dem Eigen⸗ tümer des letzteren gehören. 5 0 § 2. Insoweit auf Grund landesgesetzlicher Bestimmungen Sperrzeiten für den Taubenflug bestehen, finden dieselben auf die Reiseflüge der Militärbrieftauben keine Anwendung. Die Sperrzeiten dürfen für Militärbrieftauben nur einen zusammen⸗ hängenden Zeitraum von höchstens je 10 Tagen im Frühjahr und Herbst umfassen. Sind längere als zehntägige Sperrzeiten ein⸗ geführt, so für Militärbrieftauben immer nur die ersten zehn Tage. § 3. Als Militärbrieftauben im Sinne dieses Gesetzes gelten Brieftauben, welche der Militär⸗Marine⸗Verwaltung gehören und von derselben gemäß den von ihr erlassenen Vorschriften zur Ver⸗ fügung gestellt und welche mit dem vorgeschriebenen Stempel ver⸗ ehen sind. 8 2 5 Privatpersonen gehörige Militärbrieftauben genießen den Schutz dieses Gesetzes erst dann, wenn in ortsüblicher Weise belannt⸗ gemacht worden ist, daß der Züchter seine Tauben der Militär⸗ verwaltung zur Verfügung gestellt hat. e n Elif ⸗Kleinkiuderschule 5 ch 3 e 1 und Bekanntma ung. 1 Glückwünschen nehmen die unserzeichneten Vorstands⸗ Der Voranschlag nebst Beilagen und Protokoll 9 1 auch in diesem Jahre Gaben für diese Schule der Gemeinde Inheiden für 1916 Ri. liegt auf Die da mgeeß der Ger me ge 8 125 Schluß des] unserer Amtsstube vom 1. 1 eine 5 Jahres im Gießener Anzeiger bekann gegeben. lan e Einsicht offen. nner ieser 5 f Gießen, am 28. Dezember 1015. 8 99680 57 9 dur 1 155 auf i 91 ha 15 e ö Für den Vorstand der Elisabeth⸗Kleinkinderschule: egungsfris önnen Ei dungen geg einen Bechtolsheimer, Pfarrer. Haas, Sparkassenkontrolleur. Inhalt bei uns schriftlich oder zu Protokoll vor⸗ gebracht werden. Hanlacheisseldle zun Frl. Lantnau. 8 4.8 ge nage eee wee, Es ist bestimmt in Gottes Rat, Naß man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden. Wiewobl doch nichts im Lauf der Welt om Herzen, ach, so sauer fällt, als Scheiden. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 2. Dezember, vormittags 8 ½ Uhr, infolge eines Herzschusses, unser lieber, treuer und braver Sohn, Bruder, Schwager, Neffe und Onkel 5 92 5 5 der die Ausmärker herangezogen werden. 5 0 ütze 4 bump 3 1„ 3 N Inheiden, den 28. Dezember 1915. 1 i u allen weibliche. 1. N 5 arpeften, 2Geffudlhen, Stickereien jed. Art, sow. Kunst⸗ Großh. Bürgermeisterei Inheiden. 2. Maschinengewehr- Kompagnie, 8. Infanterie Regiment arbeiten, Brandmalerei, Tiefbrand, Schnitzerei, Leder⸗ 5 Reitz. 3984 D Tebens an plastik usw. Montag, den 3. Jauuar 1916. 8868800 e 2 96860 Für Auswärtige ganze oder teilweise Pension im Hause. Feine 2 0 In tiefem Schmerz: 88 85 090 111 1 1 A.. 2 2 2 8 2 2 Familie Heinrich Stumpf.———— 1„ 2 f i 155 7 2 1 Gruen Albach, Garbenteich, Grüningen, Reiskirchen, Licht- Spiel 2 Haus. 8 2 den 29. Dezember 1915. 2 5 8 Bahnhofstr. 34. Giessen. Bahnhofstr. 34 Kostüme werden nach Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung! eee, erer Anch del 8 Pronramm vom 28. bis laklusivo 31. Dezember 1915: Stoffen) oss 9 LL 1 1 EL 8 9 Markus Bauer]; 15 Glegen, Bahnhofstraße 60 8 90 Tad an I 9 Ul Fernsprecher 209. 915 en g. 2 Allen denen, die meinem unvergesslichen, guten Gatten 4. 7 7 40 5 Großes Lustspiel in 4 Akten Zur Saif on Veicler — Eine Perle des Humors)— ikan., iri 8 1 i aden. e eg 1. nur bewähr. Vom Schliersee zur Hochalp Setze, eh ee 2 1 1 Preisen. 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Dezember 1915. 06853 Haak mne Sehneiderei Militär- Uniformen nach Mass 1 Marius Dauer 60 Bahnhofstrasse 60 Giessen Fernsprecher Hr. 23 Tae s lden ü babliaud mne ae daten nd vile, n beben b IIbll-Nribelz Georg Wallenfels] annlah 9 Marktplatz 21. Tel. 46, gegenüber der Engelapotheke. mit Einschluss der Kriegsgefahr, ohne Extraprämie beim Eintritt, bei voller Auszahlung der Versicherungssumme. deneralagent A. Fröhlich, Giessen Telefon 244. Pere] Nord-Anlage 31. empfiehlt J. Happel Mühlstrasse 18. — K J 0 ch A I 180 1 1210. Zu 1 S ai son 73 N 1 Geschüftsstunden: 7 ˖. pr.— ö 5 7 lll 10 l l 2— empfehle mein Lager in 9915 Qbst⸗ 1. Trauben-„ ss agen, Schlittschuhen Weine? g und Rodlelschlittensqu Reformhaus luft u. Scefsche 1 in bester Ausführung Kreugplatz 5. 5 5 C 6 zu bekannt billigen Preise Hänge⸗ U. Stehlicht⸗——— 1 2 Edgar Borrmann strümpfe Ea J. M. Schulhof ö 0 55[Neustadt 11— Eisenhandlung Tel. 165 sowie Telephon 119.— Prompler Viehfutterdämpfer a N Versand nach auswarls. 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