Ur. 504 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Gießener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Areisblatt für den Kreis Sießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. 165. Jahrgang 5 Kriegsbriefe aus dem Westen. Von unferm Kriegsberichterstatter. eußerechtigter Nachdruck, auch aus zugsweife, verbuken) Eisenbahnerweihnachten im Großen Hauptquartier. Großes Hauptquartier, am 21. Dez. Gestern abend, als ich heimgehen wollte, hörte ich vom Boulevard her helle Festmusik. Eine französische Taverne, die sonst schon längst geschlossen ist, war s end erleuch⸗ tet. Ich trat ein und fand mich herzlich willkommen unter den Männern vom Flügelrad. Bayerische, sächsische, preußi⸗ sche, elsaß⸗lothringische und andere Eisenbahner, von denen wir viele auf unseren Fahrten im feindlichen Lande kennen ue sich hier vereinigt, um in treuer chaft das liebe Fest gemeinsam zu begehen. Die Feier war so früh angesetzt worden, damit sich möglichst viele daran beteiligen konnten. Denn die Tage um Weih⸗ nachten sind für den Eisenbahner wie für die Männer der Post die schwersten, und am heiligen Abend sind sie alle draußen, irgendwo auf der Strecke. 5 8 Saal 7 mit 1 eisig 950 1 975 525 Farben ausgeschlagen. In der Mitte stand ernst ein nur mit Lichtern hesteckder, sonst schmuckloser Baum. 55 uns 11 r lle, die uns ier 0 ier verschö at,„Unterm Flügelrad“, die Ouvertüre von Flotows„Martha“, den Pilgerchor aus dem„Tannhäuser“. Bald war die vechte Stimmung da. Eine frohwehmütige. Man war der Heimat in dieser Stunde näher als sonst und fühlte doch niemals mehr, wie weit man von ihr war. Alle redeten in einer fröhlichen, aber gedämpften Sprache. Man hörte kein lautes hartes Wort. Und alle sprachen von ihren Lieben daheim, erzählten von Frau und Kindern und waren glück⸗ f daß ihnen der andere zuhörte und von seiner Familie f 85 1 15 chli. des eee 1625 il in seiner ichten, die Herzen packenden Art fol⸗ gende Gedanken aus: 5 ö 5 5 80 ö—.— N eilt 17 ja der 1 91 ⸗Zug, Schnellzug, Eilzug en voran zu eilen 5 Also feiern h anders als in anderen e e insofern anders, als es die Familien in diesem Jahre nicht zusammenführt, sondern trennt. Wir denken aber der Un⸗ seren und sie denken au uns. Anders ist dies Jahr das Fest auch, als es nicht ein Fest des Friedens ist, wie es sein soll, sondern ein Fest, das mitten hineinfällt in den furchtbarsten aller Kriege. Also kein Friede auf Erden? Wenn die Welt ihn nicht haben will, dann wollen wir ihn halten. Wir unter uns, aus Wir sind ja von Natur Männer des Friedens „ einer Einrich fu es Instrument des Krieges 5 stolz darauf, daß wir mit ihm arbeiten und durch dasselbe unser Volk in Waffen h zum Siege führen können. Wo eine Lücke war, da führten wir die Strei⸗ ter in die Bresche, wo Not war, führten wir die Hilfe herbei. Und doch liegt uns die Arbeit des Friedens im Blute. Mit herzlicher Freude werden wir inne, daß wir die Grüße zwis der Heimat und dem Heere vermitteln. Unser Stahlroß 1 Weihnachtskarren von den Unferen zu unseren gern. 15 e 7 ben Freude sein, wenn 19270 großen Friedensdienst dem Heere erweisen un unsere siegreichen Truppen zurückbefördern werden in die Heimat. Und dann, wenn die letzte, mit Kränzen geschmückte des furter Zeitung“ über die Uraufführung in Wien gebracht General⸗Anzeiger für Oberhesse Montag, 27. Dezember 1915 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts Buch- und Steindruckerei. 1 R. Lange, Gießen. 1 Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: 51, Schrift leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. n Maschine hineinrasselt in die hohen Hallen eines deutschen Bahnhofes, dann hat der Eisenbahner sein Werk getan. Dann ist Friede auf Erden.“ Nach einer Pause der stillen Einkehr sang ein Männer⸗ quartett„Stille Nacht“. Dann spielte die Musik eine 155 sammenstellung deutscher Volkslieder. Ach, wie ist's möglich dann, die Lore, das Herz am Rhein, Lang, lang ist's her, Auf den Bergen die Burgen, Aennchen von Tharau. Es war wie eine Reise durch das herrliche Land des deutschen Ge⸗ mütes und mancher mag es wohl in dieser Stunde besonders stark empfunden haben, wie anders liebe deutsche Art ist als altes Fremdtum. Wie verschieden, wie weihnachtsfremd würde hier in dem französischen Saale eine Zusammen⸗ stellung französischer Lieblingslieder geklungen haben. Es gibt Brücken des Verstehens, aber die Art ist umvereinbar mit unserer. Und darum klang es hoch und heilig wie ein Schwur und Treuebekenntnis:„Deutschland, Deutschland über alles“, als gemeinsames Lied, mit dem die Feier zu. früher Stunde schloß. Denn die Eisenbahner können nicht lange feiern, und die ganze Nacht hindurch rollte wieder Zug um Zug durch das besetzte feindliche Land, meist lange Lastzüge mit Weihnachtskisten. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Aus dem Reiche. J Graf v. Kalnein f. Potsdam, 26. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Graf v. Kalnein, Obermarschall im Königreich Preußen, König⸗ licher Kammerherr und Mitglied des Herrenhauses, ist am 24. Dezember abends hier gestor ben. Verpflegungsgelder für Militärurlauber. Berlin, 24. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Kriegs⸗ ministerium hat vor einigen Tagen verfügt, daß die mit Frei⸗ fahrt beurlaubten Unteroffiziere und Mannschaf⸗ ten ab 21. Dezember täglich 1,50 Mk. Verpflegungs⸗ gebührnisse erhalten. Die Auszahlung für die ganze Ur⸗ laubsdauer sollte vor Antritt des Urlaubs erfolgen. Aus Stadt und Cand. Gießen, 27. Dezember 1915. * Auszeichnung. Der Unteroffizier d. Res. Philipp Pauly bei der Ctappen⸗Hilfskomp. 10 erhielt die Hessische Ver⸗ dienstmedaille.— Der Musketier Ludwig Haubach aus Gießen, Inf.⸗Regiment 116, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.— Dem Oberheizer Ludwig Bellof aus Gießen, seit inn des Krieges auf S. M. S.„Gveben“, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. . Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Nochmals sei darauf hingewiesen, daß die neunte Dienstag⸗Abonnements⸗Vorstellung ausnahmsweise auf einem an⸗ deren Wochentag und zwar auf Mittwoch, den 29. 8 verlegt werden nrußte. Ueber dies an diesem Abend zur Erst⸗ aufführung 0 neue Werk„Armut“ von Anton Wild⸗ gans eine Bespvechung interessieren, die die 1 5 K. heißt da: Der große Erfolg der Woche war die Erstaufführung von Anton Wildgans' lyrisch⸗dramatischer Dichtung„Ar⸗ mut“ im Deutschen Volkstheater. Eine Armeleut⸗ geschichte aus der Schicht zwischen Proletariat und Kleinbürgertum, die schon Ansprüche au Bildung, Kleidung und äußere Form stellt, aber aus dem kärglichen Beamtengehalt die Mittel nicht dafür aufbringen kann. so unscheinbarster, verschlissenster Stoff. Aber wenn ein Dichter drüber kommt, glänzt er wie ein Königs⸗ mantel. Was aus diefer engen luftlosen Welt, die noch stickiger wird durch die Misere eines Kranken⸗ und Totenbetts, an Nüancen der Empfindung herausgeholt wird, ist gradezu er⸗ staunlich. Verschämte Liebe, sich selbst parodierende Scham, weib⸗ liches Ehrgefühl, Stolz, seelischer Aufschwung, Idealismus der Entsagung üllen die Szene unausgesetzt mit stärkstem emo⸗ tionellem Gehalt. Der Uebergang von der naturalistischen Sprache des Alltags in den höchsten lyrischen Schwung wird in dieser seelischen Hochspannung kaum als stilwidrig, die Unzulänglichkeit der Form fast als dichterischer Vorzug empfunden. J * Feuerwerkskörper verboten. Der stellb. Kommandierende General des 18. Armeekorps hat folgende Verordnung erlassen: Auf Grund des 8 9 bp des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 verbiete ich den Verkauf und das Abbrennen jeglicher Art von Feuer⸗ werks körpern. Kreis Büdingen. Büdingen, 27. Dez. Das Kreisamt verbot für den a ganzen Kreisbereich in der Neujahrsnacht das Abbrennen von Feuerwerkskör pern. Außerdem setzte es zur Vera meidung übermäßiger Lustbarkeiten die Polizeistunde in der gleichen Nacht auf 12.30 Uhr fest. ö O Hirzenhain, 24. Dez. Das Hüttenwerk in Hirzenhain hat Weihnachten unter seine Arbeiter und Beamten Mk. 15000 verteilt. Außerdem sind die Frauen, deren Männer zum Heere eingezogen sind, anläßlich des Weihnachtsfestes mit Geldunter⸗ stützungen bedacht worden.— Bei der am Donnerstag in der Speiseanstalt des Werks stattgefundenen Weihnachtsfeier wurde von dem Direktor in seiner Ansprache u. a. bekanntgegeben, daß bis jetzt für Mk. 6000 Lebensmittel unentgeltlich an die Familien, deren Ernährer im Felde stehen, verabfolgt wurden, und daß von den eiugezogenen Arbeitern bis heute 17 ge⸗ fallen sind. Kreis Friedberg. „Friedberg, 26. Dez Unter dem Vorsitz des Kreisrats Freiherrn Schenck trat der Kreistag des Kreises Friedberg zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Nach der Wahl des Vorstands beriet man zunächst über die Inständsezung der Kreisstraßen im Geschäftsjahr 1916. Der Voranschlag für die Unterhaltung wurde in Höhe von 160 000 Mk. einstimmig ge⸗ nehmigt. Bei dem Titel„Walzarbeiten“ wurde die außerordent liche Höhe des Voranschlags von verschiedenen Seiten beanstandet und beantragt, die Arbeiten wegen des Krieges ganz ruhen zu lassen. Bei der Abstimmung wird dieser Antrag gegen den Kreis⸗ ausschuß angenommen. Dagegen sollen etwaige Ersparnisse zu Walzarbeiten verwendet werden. Für den Umbau der Se 2 von Nieder⸗Ros bach nach Rodheim v. d. H. bewilligte man 25 800 Mk., ferner für den Straßenneubau von Berkers⸗ heim nach Harheim 34 500 Mk. und endlich für Obstbaum⸗ pflanzungen 5300 Mk. Dem durch den Bahnhofsumbau Vilbel erforderlich gewordenen Geländeerwerb seitens des preußischen Fiskus stimmte man zu. Der beim Verkehr mit Brotgetreide 9192 1 Mehl während des Wirtschaftsjahres 1914 erzielte Gewin beläuft sich auf 53 000 Mk. Die Verteilung dieser Summe soll nach den Vorschlägen des Kreisausschusses und des Mehl⸗ versorgungsausschusses geschehen. Die Kreise Friedberg und Offen⸗ bach, ersterer als Ueberschuß⸗, letzterer als starker Bedarfskreis, wurden für das laufende Wirtschaftsjahr zu einem Kommunal⸗ verbande vereinigt. Der hiesigen Mehlverteilungsstelle eröffnete der Verbandsausschuß einen Kredit bis zu 1600 000 Mk., für den die beiden Kreise je zur Hälfte die Haftung zu übernehmen haben Ebenso soll ein etwaiger Gewinn und Verlust geteilt werden. Der Kreistag gab hierzu seine Zustimmung. Von der Errichtung einer gemei Preisprüfungsstelle der oberhessischen Kreise in Gießen nahm man Kenntnis und überwies die entstehenden 1 Kosten zu Lasten der Kreiskasse. Zu Schluß der Sitzung gab der Kreisrat bekannt, daß die im Kreise Friedberg bis 1. Norember 1915 vercusgabten Kriegsunterstützungen die Höhe von 1 500 000 Mk. erreicht hätten, ungerechnet die von den Gemeinden aufgebrachten Gelder. 8 Butzbach, 24. Dez. Zwei von hier entwichene franzö⸗; sische Kriegsgefangene wurden im Württembergischen a uf. gegriffen und verhaftet. Sie hatten sich drei Wochen lang umhergetrieben. 8 8 Starkenburg und Rheinhessen. 1 5 8 esigen anleihen Ra lungen entgegennahm, aber Aberhaußk. Paptere 0 8 Ibsen über seine Stücke. Aus neuen Briefen des Dichters. In der nordischen Literatur⸗Zeitschrift„Edda“ werden einige, bisher unbekannte Briefe veröffentlicht, die Ibsen in den Jahren 1879 bis 99 an den Theaterchef Schröder, den damaligen Leiter des Nationaltheaters in Christiania, gerichtet hat, und die darum ein besonderes Intresse erwecken, weil der Dichter sich darin über verschiedene seiner Stücke ausspricht. So macht er in einem dieser Briefe Mitteilungen über die Art, wie er die Personen der„Wildente“ aufgefaßt wissen will. Ueber Hjalmar Ekdal schreibt er folgendermaßen:„Diese Rolle darf auf keinen Fall mit irgend etwas Parodistischem im Ausdrucke gegeben werden; nicht mit einer Spur von Bewußtheit beim Schauspieler davon, daß in den Aeußerungen irgend etwas von komischem Anstriche liegt. Er hat, so sagt Relling, dies Herzgewinnende in der Stimme, und das muß vor allem festgehalten werden. Seine Sentimen⸗ talität ist ehrlich, seine Schwermut in ihrer Form schön; keine Faser von Geziertheit.“ Zur näheren Erläuterung dieser Be⸗ merkungen beruft sich Ibsen dem Theaterchef gegenüber„im Vertrauen“ auf eine bestimmte Person,„die in der gleichen Weise herrlich sein kann, gerade wenn sie am allerschlimmsten faselt,“ und er fügt hinzu:„Das ist für den betreffenden Schauspieler ein Fingerzeig. In der Veröffentlichung des Brieses in der„Edda“ ist der Name dieser Persönlichkeit ausgelassen. Vielleicht ist sie noch am Leben. Jedenfalls ist die Frage, auf wen Ibsen hier hin⸗ gedeutet hat, für den Vergleich seiner Gestalten mit ihren Ur⸗ bildern von nicht geringem Interesse, und es ist ein Trost für die Forschung, daß die Originale dieser Briefe sich in der Ver⸗ wahrung der Universitätsbibliothek zu Christiania befinden. Ueber Frau Sörby in demselben Stücke heißt es, daß sie„schmuck, le⸗ bendig und keineswegs simpel sein soll“ Sehr bezeichnend sind die Winke, die der Dichter schließlich über die Inszenierung der „Wildente“ im ganzen gibt.„Im Zusammenspiel und in der Inszenierung verlangt dies Schauspiel Naturwahrheit und Wirk⸗ lichkeitsgepräge in jeder Hinsicht. Auch die Beleuchtung hat ihre Bedeutung; sie ist für jeden Akt verschieden und ist darauf be⸗ rechnet, der Grundstimmung zu entsprechen, die jedem der fünf Akte einen besonderen Charakter aufprägt.“ Man empfängt aus diesen Bemerkungen den vollen Eindruck davon, wie genau Ibsen seine Arbeiten bis auf die kleinsten Kleinigkeiten erwogen und durchdacht hat. Ueber die„Frau vom Meere“ macht Ibsen keine ein⸗ läßlichere Angaben, weil er sich für das Verständnis dieses Stückes auf eine Aufsatzreihe im„Morgenbladet“ beziehen konnte, worin e Personen des Stückes, wie er sagt, ganz vortrefflich und korrekt, zeint habe, gelennzeichuet seien. Der Verlaiser dieser inzwischen auch in Buchform erschienenen Aufsätze war Alfred Sindin rsen. Ein recht beachtenswerter Beitrag zum Verständnisse der materiellen 1 enthält sein Brief über„Hedda Gabler“. Als Ibsen dies Stück schrieb, war er ja bereits ein Dichter von Weltruf. Er machte nun den Vorschlag, daß das Nationaltheater ihm für das Aufführungsrecht des Stückes ein für alle Mal 2500 Kronen (also etwa 2450 Mark) zahlen solle; von Aufführungsprozenten ist nicht die Rede. Ob diefer Vorschlag angenommen, oder ob Ibsens Forderung noch etwas herabgedrückt wurde, geht aus der Veröffentlichung nicht hervor, muß sich aber aus den Büchern des Theaters zu Christiania ja leicht feststellen lassen. Da nun „Hedda Gabler“ damals 29 mal zur Aufführung gelangt ist, so würde Ibsen für jeden Aufführungsabend etwa 100 Kronen er⸗ halten haben; sollte das Stück später wieder aufgenommen wor⸗ den sein, so wäre der Ertrag noch bescheidener anzusetzen. Das ist erheblich weniger, als heut geringere Verfasser erhalten, wenn seattat d Einnahmen ihrer Stücke mit 8 bis 10 v. H. be⸗ teiligt sind. 1 Beethoven und heinrich Anschütz. Am 29. Dezember 1865, also vor einem halben Jahr⸗ ber dez Pinerheete bega, Er wer 1765 f Kalter n der fiber. r besaß. 9 c⸗ lausitz geboren, 17 in Grimma das S befucht und er in 9 nach verblieb große Erfolge Hoch⸗ des Künstlers Autobiographie, da Anschütz be⸗ iflicherweise mit zahlreichen Persönlichbeiten der Kunst und iteratur zusammenkam. Für allezeit berühmt wurde er auch da⸗ durch, daß er dazu ausersehen war, die von Grillparzer verfaßte Grabrede auf Beethoven vorzutragen. Mit dem letzteren war er auch bekannt gewesen, und wie er es wurde, ist für beide, Anschütz und Beethoven, charakteristisch Es war im Sommer 1822, An⸗ schütz hatte in Dölling Aufenthalt genommen; die gute Witterung interessant ift dieses als Weinjahr berühmten Sommers lockte den Künstler oft ins Freie.„Ich hätte,“ so erzählt er,„eines Tages ganz in der Nähe Heiligenstadts eine ng betreten, die von zwei Hügelreihen gebildet wurde neben einem Fußstrig nur noch Raum für eine geschwätziges Bächlein gewährte. In Gedanken zwis⸗ Gebüschen und uppen dahinschleudernd, weckt mich plötzlich ein unerwarteter Anblick. Auf dem Wiesengrunde des Hügelabhangs zwischen Bäumen und dem Bache sehe ich einen Mann in etwas meter Kleidung, den gedanken⸗ schweren, geistreichen, wildschönen Kopf in die linke Hand gestützt, und den Blick auf ein Notenblatt geheftet, in das er mit der Rech⸗ ten mystische Runenzüge eingrub: während er in den Zwischen⸗ pausen mit den Fingern trommelte. Ah, Beethoven! rief ich in Gedanken aus. Ich hatte ihn eine Weile mit dem höchsten Inter esse beobachtet und wollte mich soeben, um ihn in seinen Künstler⸗ träumen nicht zu stören, wieder zurückziehen, als er plötzlich das Haupt erhob und unsere Blicke sich begegneten. Ich grüßte, was er kurz erwiderte. Unwillkürlich gefesselt, trat ich näher und ent⸗ schuldigte, daß ich ihn gestört hätte.„Der Weg ist für jedermann“ —„Darf ich wissen, was da gerade iim Eutstehen ist?“—„Du mes Zeug! Ein Orchesterstück, das ich hier aufführen will, 1 die Mücken und Ameisen zu vertreiben.“ Hiermit war die Unter haltung aus. Er starrte in das Notenblatt, trommelte, schrie 8 und vergaß ganz und gar auf den Nachbar. Anschütz entfernte 1 sich dann, ohne daß Beethoven, in seine Arbeit versunken, es merkte. Sie begegneten sich aber nun öfter und wurden n 1 bekannt. Eines Tages sprachen sie über Kunst, Musik und endlich, über Lear und Macbeth.„Wie zufällig warf ich,“ so Gedare. Anschütz,„die Bemerkung hin, daß mich schon öfter der Gedauke beschäftigt habe, ob er nicht als Seitenstück zur Egmont⸗Musik den; Macbeth musilalisch illustrieren sollte? Der Gedanke schien ihn zu elektrisieren. r blieb wie angewurzelt stehen, sah mae 5 mit einem durchdringenden, fast dämonischen Blicke an 8 erwiderte heftig:„Ich habe mich auch schon damit be⸗ schäftigt. Die Hexen, die szene, das Geistermahl, die Nachtwandlerszene, Macbeths Todes raserei!“ Es war im höchsten Grade interessant, seinem Minenspiele zu folgen, in dem sich die blitzschnellen Gedanken jagten. In wenigen Minuten hatte seinn Genius das ganze Trauerspiel durchgearbeitet. Bei der nächsten Frage, die ich an ihn richtete, drehte er sich um und rannte nach emer flüchtigen Begrüß davon.“ Indessen hatte die Anregung des Bühmenkümsrtlers gar keine Folge als er das Thema später noch einmal berührte, war Beethoven verdrießlich, und Anschüz 5 O. K Kriegsgewinne. f Man schreibt uns aus Wien: Der Krieg hat die Fünszehn⸗ů Sechzehn⸗ und Siebzehnjährigen für den Frieden, seine Erwerbs⸗ und Wirtschaftsarbeit im Hinterland mobil gemacht. Sie springen direkt von der Schulbank mit beiden Beinen in Arbeit und Ver⸗ dienst. Sie werden Banldiener, Briefboten,„Laternenanzünder“, und vor allen, vor allem— Paradies auf Erden!— werden sie Schaffner; wie gut geht es den Jungen dieser Zeit! Welcher Knabe hätte micht beim Stillesitzen auf der Schulbank vom be⸗ 4 weglichsten aller Berufe, dem des Kutschers oder 1 träumt! Nun wischt er sich eines Morgens Len aud ale, befinden sich Offiziere mit Summen bis zu 60 000 Mk., sowie stattgefunden, und als er abends hierher zurückkam, erfolgte schaffte. Die Firma erfreute sich eines sehr guten Rufs, hatte sich aber seit langer Zeit mit Häuferankäufen beschäftigt und bedeutende Gelder festgelegt. Viele kleinere Geschäftsleute, aber auch Offiziersfamilien und Beamte, hatten dem Haufe ihre Ersparnisse anvertraut, und es steht leider zu befürch⸗ ten, daß diese sämtlich verloren sind. Die Passiven dürften sich auf etwa eine Million belaufen, denen nur Aktiva von ca. 50000 Mk. und zurzeit unrealisierbare Häuserwerte gegenüberstehen. Der Firmeninhaber war noch gestern ver⸗ mutlich in der Absicht in Frankfurt, einen Ausweg zu finden, inzwischen hatte aber am Nachmittag eine Haussuchung auf dem Bahnhof seine Verhaftung. Unter den Geschädigten Stiftungen verschiedener Art und zahlreiche kleinere Fa⸗ Hamburgs empfohlen. Die Beratungsstellen wollen niemals in die Behandlung der Krankheiten selbst eingreifen, sondern lediglich überwachend und belehrend wirken, dann aber in erster Linie die Erkrankten zu ärztlicher Behandlung veranlassen. Die Ver⸗ sammlung erklärte zu den Vorschlägen ihr volles Einverständnis und gab ihre Zustimmung, die Vorarbeiten zur Errichtung der von den Versicherungsanstalten geplanten Beratungsstellen in die Wege zu leiten. 5 5 —Gelnhausen, 27. Dez. Der Rentner König zu Eis⸗ feld hat seiner im hiesigen Kreise belegenen Heimatgemeinde Mern 5 für wohltätige und gemeinnützige Zwecke 60 000 Mk. vermacht. — Höchst a. M., 27. Dez. Die städtischen Körperschaften er⸗ nannten den bisherigen Stadtverordneten Dr. Blank aus Anlaß seines Fortzuges von hier zum Ehrenbürger der Stadt. Dr. Blank hat sich um das Finanzwesen der Stadt hervorragende Verdienste erworben. vor, jeder sucht an den Wagen heranzukommen. Und von allen Seiten e beschwörende Rufe nach dem Kutscher. Doch der Kutscher weigert sich, Gäste aufzunehmen; er will selbst aus dem Dunkel nach Hause gelangen. Wieder taucht eine Droschke auf, aber sie ist besetzt und rollt rücksichtslos vorüber. So geht es fort und fort, bis man sich entschließt, zu Fuß weiter zu wandern. Das ist mühsam, aber keineswegs langweilig. Man ist genugsam da⸗ mit beschäftigt, den Weg innezuhalten und auf die Tritte der un⸗ sichtbaren Leidensgenossen aufzupassen. Beim kleinsten Geräusch bleibt man stehen, aber nirgends ist ein gastlicher, rettender W aufzutreiben. Und weiter geht es durch die Nacht des modernen, des lichtlosen, droschkenlosen Rom.“ 5 3 Ein elektrischer Schneesturm. Ein merkwürdiges Erlebnis hatte kürzlich der amerikanische Meteorologe Fariley u bestehen, der den Pike's Peak bestieg. Er geriet nämlich dabei in einen Schneesturm, dessen Flocken beim Auftreffen auf den Boden Funken schlugen und einen kurzen Knack hören ließen. Offenbar milien. Der Firmeninhaber und seine Verwandten, darunter sein fast 90jähriger Schwiegervater, hatten rund 400 000 Mark in das Bankgeschäft eingebracht. g * ch. Bingen, 27. Dez. Ueber die Feiertage hat der Rheinwasserstand eine ganz bedeutende Erhöhung erfahren, Bad Homburg v. d. H., 27. Dez. Der Kreistag des Obertaunuskreises bewilligte eine weitere Million Mark zur Unterstützung von Angehörigen der Kriegsteilnehmer aus dem Obertaunuskreise Ferner stellte er für den Wiederaufbau des Kreises Lötzen in Ostpreußen 10000 Mk. zur Verfügung. war er in eine starke elektrische Wolke hineingeraten, die sich in einen Schneesturm auflöste. Die interessante Erscheinung verstärkte sich allmählich dermaßen, daß A schließlich in einem wahren Funkenregen zu marschieren schlen. An seinen Haaren, an seinem Bart, an den Ohren, an der Nase, am ganzen Fell des ihn be⸗ nd bei Fortd der herrschenden regnerischen Witterung ist] Außerdem bewilligte er die Mittel zum Bau einer Ffolier⸗ gleitenden Maultiers sprühten elektrische Entladungen auf, ohne 8 e 1 5 Ami atze baracke für Lungenkranke auf dem Gelände der Frank⸗ daß diese freilich imstande waren, das Tier aus der Ruhe zu furter Lungenheilstätten. Der Kreisausschuß wurde zum Vertrags⸗ bringen. f abschluß mit der Stadt Frankfurt bezüglich der Krankenbaracke Zigarettenasche gegen Nasenbluten. Die ermächtigt. folgende absonderliche Notiz findet sich in der medizinischen Rubrik ch. Ober heim bach, 27. Dez. Der hiesige katholische Pfar⸗ des„Journals“:„Unter den zahlreichen Unbilden, denen die Sol⸗ rer, Pastor Tillmann, kann im kommenden Jahre sein gol⸗ daten im Jelde ausgesetzt sind, spielt das häufig vorkommende denes Priester jubiläum feiern. Er war früher als Geist⸗ Nasenbluten eine zwar gesahrlose, aber sehr lästige Rolle. Darum licher der Gemeinde Oberhausen an der Nabe unweit Kirn tätig, ist es nicht unwichtig, auch in diesen Fällen ein wirksames Gegen⸗ dann in Sobernheim am der Nahe, um 1896 die hiesige Pfarrei mittel zur Hand zu haben. Die glücklichen Sterblichen, die im der Rhein am hiesigen Pegel einen Stand von 2,80 Meter und ist seit vorgestern um 80 Zentimeter gestiegen. Vom Oberrhein wird weiteres Steigen gemeldet. Auch die Nahe ist gewaltig gestiegen. Sie ist an de Eisenbahnbrücke etwa 4 Meter hoch und Fein in reißender Strömung mit gelben, schmutzigen Fluten ahin. . Kreis Wetzlar. 15 ra. Aus dem Hohensolmser Land, 26. Dez. Der 1; ü en. Schi ben über eine Hausapotheke verfügen, vermögen sich dritte Weihnachtstag, ehemals Wandertag der Dienstboten, hat diese zu übernehmen Schützengral 8 i en sic Bedeutung Wnlich verloren. Selbst im Hohensolmser Land, das— Rule gem in 9915 bun A den 93 HA 5 a vermischtes. aber, die keinerlei Medikamente bei sich haben, sei die folgende ebenso einfache wie erfolgreiche Kur empfohlen: Man nehme eine Paise möglichst weißer Zigarettenasche, stopfe ein Stückchen Watte oder Papier hinterdrein, atme mit weit geöffnetem Munde, und zeit, 67 Jahre alt, gestorben ist, zeichnete sich von Anbeginn seinerf nach einer Minute wird das Nasenbluten endgültig aufgehört militärischen Laufbahn durch sein außerordentliches Draufgänger⸗ haben.“: tum aus, das jede strategische Bewegung in eine schnelle, möglichst 2 überraschende Offensive umzuwandeln suchte. Darum war er der Büchertisch. geeignete Mann für den in rasender Eile vollzogenen Einmarsch— Die Wacht im fernen Osten. Roman von Richard in Belgien im Herbst 1914. Wenige Tage nach Kriegsausbruch]. Küas. Preis geheftet 3 Mk., in künstlerischem Geschenkeinband stand General von Emmich bereits an der Spitze seiner Truppen 4 Mk. Verlag August Scherl, G. m. b. H, Berlin.— Der Ver⸗ vor dem machtvoll befestigten Lüttich. Ein Handstreich von seltenem, sasser führt den Leser nach Tsingtau, der Stätte deutscher Kultur für Emmichs Sturmlust bezeichnenden Wagemut brachte ihn persön-⸗ und aufblühenden deutschen Wirtschaftslebens. Er schildert die lich am 6. August mit einem verhältnismäßig kleinen Teil seiner Schicksale zweier jungen Menschenkinder, deren Lebensziele in Soldaten in das Bereich der Mauern von Lüttich, und bereits am krassem Widerspruch stehen zu den Anschauungen ihres Vaters, des darauf folgenden Tage war die Festung von dem General, der großen Schanghaier Handelsherrn und Reeders, der trotz seiner keine langwierige Belagerung kannte, im Sturm überrannt worden. realen kaufmännischen Veranlagung in politischer Beziehung eir Träumer, ein Weltbürger und begeisterter Weltfriedensfreun ist, bis ihn der ausbrechende Krieg zur rauhen Wirklichkeit zurückruft. Die droheude Kriegsgefahr, die ihre Schatten vorauswirft, erhöh/ die Spannung. Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. 1 Opernhaus. f 0 Dienstag, den 28. Dezember, nachmittags 3½ Uhr:„Peterchens Mondfahrt.“ Abends 7 Uhr:„Die Fledermaus.“ Mittwoch, den 29. Dezember, nachmittags 3 Uhr:„Peterchens Mond⸗ fahrt.“ Abends 7 Uhr: Gasispiel des Herrn Kammersängers Ejnar Forchhammer:„Tannhäuser.“ Donnerstag, den 30. Dezember, abends 7 Uhr:„Martha.“ Freitag, den 31. Dezember, abends 7 Uhr:„Der Bettelstudent.“ Samstag, den 1. Januar 1916, nach⸗ mittags 3% Uhr:„Peterchens Mondfahrt.“ Abends 7 Uhr:„Tiefland.“ Sonntag, den 2. Januar, nachmittags 3¼ Uhr:„Peterchens Mond⸗ fahrt.“ Abends 7 Uhr:„Mona Lisa.“ Montag, den 3. uar, abends 7½ Uhr:„Der Vogelhändler.“ Dienstag, den 4. anuar, abends 7 Uhr:„Mona Lisa.“ Mittwoch, den 5. Januar, nach⸗ mittags 3½ Uhr:„Peterchens Mondfahrt.“ Abends 7 Uhr: Unter musikalischer Leitung des Herrn Generalmusikdirektors Fel von * Emmich, der Sturmgeneral. General Albert Theodor von Emmich, der tollkühne Eroberer von Lüttich, der am Schlusse einer mehrwöchigen, in Hannover verbrachten Ruhe⸗ dieser Wanderung zu sehen. Seitdem in Erda, Mudersbach, Offen- bach u. s. f. Zigarrenfabriken bestehen, hält es schwer, Knechte und Mägde zu gewinnen. Die Nachfrage nach gutem Dienstpersonal it auch in diesen Kriegsjahren fortgesetzt sehr rege gewesen. 135 1 Hessen⸗Nassau. Il Marburg, 27. Dez. Im hohen Alter von 82 Jahren starb vorvergangene Nacht ein in weiten Kreisen bekannter Mann, Kaufmann Ludwig Bücking. Der Verblichene war lange Jahre Mitglied der städtischen Körperschaften, Ausschußvorsteher, Vize⸗ bürgermeister und schied erst kürzlich aus dem Kreistage aus, dem er über 40 Jahre angehörte. Nach ihm wird hier eine Promenade im Südviertel benannt. 8 ll Marburg, 26. Dez. Die Lahn und ihre Nebenflüsse führen seit gestern wieder Ho ch w N ] Marburg, 26. Dez. An der Trauerfeier des Generals v. Emmich in Hannover nahm auch eine Offi⸗ ziers⸗Abordnung des hiesigen Jägerbataillons, dessen Kom⸗ 5 a der Verblichene einst war, teil. 5 Frankenberg, 25. Dez. Im nahen Altenlotheim lim hiesigen Kreise kam der 50jährige Landwirt Bau⸗ mann unter seinen Wagen und erlitt Verletzungen, die seinen Dod zur Folge hatten. J Aus dem Kreise Kirchhain, 23. Dez. In der gestern im Kreishause zu Kirchhain abgehaltenen Kreis⸗ be gssitzung wurden zunächst die Ergänzungswahlen zum Kreistag für gültig erklärt. Ferner erledigte man eine ganze Reihe Kommissionswahlen und stellte der Wegebau⸗ 50 für die dringend auszuführenden Arbeiten 383000 Mk. zur Verfügung. Für den Arbeitsnachweis in Marburg wurden 200 Mk. bewilligt, für die Kriegsunter⸗ stützungen soll der Kreisausschuß ein Darlehen aufnehmen. Für das Jahr 1913 schließt die Kreiskommunalkasse mit 155471 Mk. Einnahmen und 134 596 Mk. Ausgaben ab. Bestand 20875 Mk.— Die diesjährige Gemeinde⸗ obsternte des Kreises brachte insgesamt 33 341 Mk. ein 8 f 2. 3 Der schnellen Tat folgte die schnelle Anerkennung;— der Sturm- general war der erste Empfänger des Ordens Pour le merite in diesem Kriege. Ueber das heiße militärische Temperament, das dem General Emmich zu eigen war und den markantesten Zug seiner Persönlichkeit bildete, berichtete Emmichs erster militärischer Lehrmeister, der jetzt in Hannover lebende Unteroffizier Budden— berg, der im Kriegsjahre 1866 den Fahnenjunker Emmich beim Infanterie⸗Regiment Nr. 55 in Minden in die praktischen Grund- züge seines militärischen Berufes einführte. Seit jener Zeit blieb das freundschaftliche Verhältnis zwischen dem späteren General Emmich, dem der Kaiser am 7. Januar 1912 den erblichen Adel verlieh, und seinem ersten Lehrmeister auf dem Kasernenhofe be- stehen. Als die Nachricht von der Eroberung Lüttichs bekannt wurde, sandte der alte Militär seinem einstigen Zögling als einer der ersten ein langes Glückwunschtelegramm. Die Sturmtaktik des Generals von Emmich trat im Frieden während der Kaisermanöver in auffallender Weise hervor. So hatte von Emmich bei einem vor mehreren Jahren abgehaltenen Kaisermanöver einen über— raschenden, von allen beteiligten Militärs bewunderten Handstreich ausgeführt, der in allen wesentlichen Zügen dem späteren Sturm auf 5 1 5 1 7 as dunkle Rom. Die Alliierten, die durch. rungs⸗ und andere Maß. Sach 1 1 a 5 d an regeln das öffentliche Leben in Deutsch⸗ Me tner. Gastspiel d Weingartner-⸗Marcell: da.“ d ne N r der Shiße sseht die Stadt fand auf hie fete Se der Arras mi fende herabgndenen Ne: Donnkseng, den. Jene, een N l ten, mußten nebst anderen peinlichen Ueberra chungen ie für g 2 Frankfurt a M. 27. Dez. Trotzdem in der Kaiser⸗ sie wenig erfreuliche Erfahrung machen, daß 2 e e 8 straße auch nachts der Verkehr stets flutet, bekam es ein Mensch erscheinungen des Krieges in ihren eigenen Städten viel stärker fertig, in das Schaufenster der Duftwarenhandlung von Dr. und allgemeiner auftreten, als bei uns. Die einst so strahlenden Alber ein mächtiges Loch zu schneiden und dann von den] Hauptstädte Englands und Frankreichs sind längst nicht mehr, Auslagen Waren im Werte von rund 1500 Mk. zu stehlen. was sie im Frieden waren. Und zu all dem Mißvergnügen kam Frankfurt a. M. 27. Dez(WTB. Nichtamtlich.) In der die Dunkelheit, die man aus Angst vor der deutschen Luftflotte Nacht vom 24. auf den 25. ds. Mts. glaubten zwei Insassens über London und Paris herabsinken lassen mußte. Nunmehr ist des Offisiersgefangenenlagers Mainz Weihnachten Italien auch in dieser von den Bürgern laut beklagten Beziehung auf ihre eigene Weise feiern zur können. Es gelang ihnen, aus dem Beispiel seiner Bundesgenossen nachgebommen: wie auf das Mainz zu entweichen. Selbstverständlich kamen sie nicht weit lichtlose Paris das lichtlose London folgte, so folgt dem dunklen rden am 28, morgens im hiesigen Haupt London jetzt das dunkle Nom. Auch die braven Römer müssen jetzt t für Nacht am eigenen Leibe verspitven, was es bedeutet, wenn das Licht erlischt. Ein anschauliches Bild der gegenwärtigen römischen Kriegsnacht läßt sich einer Schilderung der„Italia“ entnehmen:„Unsicher und richtungslos irrt man durch die Stra⸗ fleet Gasl N Pflaf er Jr cken 5 de 2 Hahner. 5 as la aster ist schlüpfrig in dieser Jahres⸗ zeit, halb naß, halb kalt. In den Straßen, in denen die Theater liegen, drängt sich die Menge in Gestalt ungewisser, unkenntlicher Schatten. Es sind die bedauernswerten römischen Theaterbesucher, die wie Gespenster nach Hause eilen. Alles stürmt nach dem im tiefen, düster verschwimmenden Corso Vittorinoh Eine Droschke taucht aus dem Dunkel auf. Alles bleibt stehen; man beugt sich ö schauspielhaus. 1 Dienstag. den 28. Dezember, abends 7½᷑ lUhr:„Antonius und Cleopatra.“ Mittwoch, den 29. Dezember, abends 7¼ Uhr: Deutscher Komödienabend:„Der Fremde.“ Hierauf:„Fritzchen.“ Dann:„Sittliche Forderung.“ Ferner:„Unter blonden Bestien.“ Zum Schluß:„Die Hasenpfote.“ Donnerstag, den 30. Dezember, abends 7 Uhr:„Die Jungfrau von Orleans.“ Freitag, den 31. De ⸗ zember, abends 7 Uhr: Zum ersten Male:„Halbe Dichter.“ Schwank in 4 Aufzügen von Jul. Rosen, neu bearbeitet von Oskar Blumenthal. Samstag, den 1. Januar 1916, nachmittags 3¼ Uhr: „Wie einst im Mai.“ Abends 7½ Uhr:„Halbe Dichter.“ Sonn⸗ tag, den 2. Januar, nachmittags 3½ Uhr:„Zwei glückliche Tage.“ Abends 7¼½ Uhr: Deutscher Komödienabend:„Der Fremde.“ Hierauf:„Fritzchen.“ Dann: Sittliche Forderung.“ erner: „Unter blonden Bestien.“ Zum Schluß:„Die Hasenpfote.“ Mon⸗ tag, den 3. Januar, abends 7½ Uhr:„Halbe Dichter.“ Dienstag, den 4. Januar, abends 7¼ Uhr: Deutscher Komödienabend:„Det Fremde.“ Hierauf:„Fritzchen.“ Dann:„Sittliche Forderung.“ Ferner:„Unter blonden Bestien.“ Zum Schluß:„Die Hasenpsole.⸗ Mittwoch, den 5. Januar, abends 7 Uhr:„Antonius und Cleopatra.“ Wöchentl. Ueborsicht der Todesfälle i. d. Stadt Gießen. 51. Woche. Vom 12. bis 18. Dezember 1915. Einwohnerzahl: angenommen zu 32 900(inkl. 1600 Mann Militär). f Sterblichkeitsziffer: 19,00%, g Nach Abzug von 5 Ortsfremden: 11,06%, . best die Errichtung von der T stand. In der w trde betont, da ee der Agen und fager su hechtgrauen, rotausges. 1 wirklich und wahrhaftig in der genen Uniform auf der Plattform der Straßenbahn, in der k. k. Reichs⸗ Schaffner⸗ oder Motorführer⸗ im Gegensatz zu Deutschland und in Oesterreich und in Wien . ö 5 5 7[galt die Gesetztheit, dort, in Deutschland und Berlin Unterneh⸗ Haupt⸗ und Residenzstadt Wien. Amtspersonen, bitte sehr! Die mu gslust und Fixigkeit, und wenn i 5 f g 1 Kinder Agenten des Laternenzünders, der— in dem gasbeleuchteten die ebensjahre der Männer an e A ee Es starben an Zus. 1 1 fr 1.* 25 299210 1 A egen von Gaslaterne a Gastaterne eilt 5 7 0 wese Des gelt für pte N Angeborener Lebensschwäche 1— 1 8 r d sein„Es werde Licht“ spricht, sind von dem etwas schwerblü⸗ antwortungsvollsten, wie für die keinsten ee 1 100 80 10 tigen und gesetzten Alter der vierziger Jahre auf die srischeste und losesten Posten und Beruse. 3. B.: für jedes Handwerk schreibt 9705 1 5 20 1 geschwindeste Jugend Ubergegangen. Während also die Londoner unser Gewerberecht eine mehrjährige Lehrzeit vor Berufsver⸗ A e 200 a 2 . en kauf ne fenen ale, fe bar de berg gang geben ade ee ee 2 8 7 früher Licht'' riefbofe,' f ume en un he eg ganz gewaltig anderen Krankheiten des früher Licht. Der dicke asthmatische Briefbote, der sich vor jedem] in die vergilbten Akten geblasen. Es ist freilich bt 11 anderen a 0 iche a feht 8 der Seen e. e 9 1 0 die 1 aber sehr eee 103 100 25— 774 1 1 5 mit⸗„sehr i i i 85 8 macht, hat seinen Wirkungskreis dem immer schon jugendlichen macht. Aber di 85 Aang 0 055 5 fixe Hifen ein r eh Adee bone 10 1 1—— e ur Mere fenger ens Jem Tic, Ie Saber. 5 ursachen„ 1 un en fru!. en⸗ i a bahn mit dem j Motorführer saust nur so hin! Unser gan⸗— Eine Weihnachts⸗ Uraufführung tu Bre⸗ Summa: 12(5) 9(80 2(1) 1017 zes Leben ist veriüngt, ist flinker, fröhlicher, frischer geworden und sozusagen in eine höhere Geschwindigkeitsziffer eingesprungen. Time is moneh, sagen Sie nicht so, verehrter Sir Edward Grey. Bitte, rechnen Sie aus, was wir da täglich an geit, Nicht⸗Warten⸗ mitssen und Aerger sparen, und wie groß unser Kriegsgewinn an men. Aus Bremen wird uns gesf Him mels⸗ schneider“, ein Weihnachtsmärchen in 6 Bildern von Jungnickel, gelangte am hiesigen Schauspielhaus am Ostertor unter dem hellen Jubel der kleinen Zuhörerschaft zur Uraufführung. Man kann diesem Erfolge auch als Erwachsener Anm Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfärle in der betreffenden Krankheit auf von auswärtg 9 Gießen e ene 5 3 5 — r— Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. „ Der Arbeits⸗ und Nervenenergie sein muß!. kur zustimmen, denn das Stück ist in seinem Wesen dem kindlichen f Unseren Jungen aber geht es am allerbesten. Sie haben ein⸗ ganz ausgezeichnet angeßaßt, und Spiel und Aus⸗ 3 2 352 89 71 Hochkonjunktur. Sonst waren sie in diesem Alter von 15, stattung erhöhten diese Wirkung Ein paar sehr drollig ausge⸗ Dez. 38. 8 8 33 3 28 855 16 ober 17 Jahren unnütze, aber— in dieser Entwickelungs⸗ und stattete Märchenfiguren sind es, dieser vom Herrgott zum Himmels⸗ 5 5 5 3 i S S Wetter WMachstumszeit doppelt kostspielige Mitesser. Jetzt sind sie wohl⸗ lieferanten ernannte Schneider, der glückselige Märchenkönig 1915 8 88 5 8 2 2 83 8 S bestellte Privat⸗, Stadt⸗ und Staatsangestellte und haben ein] Kleinsorge und seine grimmig kratzbürstige Base und Hofhexe Ra⸗ 5 2 8 8585 78 9825 Einkommen, das für den Straßenbahnschaffner mit Trinkgeld] punzel, die der Dichter da im Weihnachtstraum des Musikanten⸗—.— und Drum und Dran bis zu 140 Kronen im Monat steigt. Einst] töchterleins Brigitte deren Bilderbuch verlassen läßt, um sie mit 15 die Last, sind sie nun die Erhalter der Familie, aber sie wissen ihre sich auf Abenteuer im Märchenland und schließlich zum lieben 26. 275— 8,4 6,7 81— 7[Bew. Himmel neue Stellung auch recht nachdrücklich zur Geltung zu bringen: ein Gott zu nehmen. Aber es geht nach allen putzigen und schnurrigen 26. 9 6,8 6,284 0 boses Port gegenüber solch einem Kondukteur⸗Baby ist keine ein⸗ und spannenden Erlebnissen, bei denen besonders die böse Hexe 27.7 6,0 6,4 92—d 10 Regen fache, sondern eine Amtsehrenbeleidigung, für die der frühere eine beträchtliche Rolle spielt, doch auch wieder so lieblich und Vorgeseßte des Jungen eine empfindliche Strafe bekommen könnte. andüchtig her mit Kinderlust und Engelsgesang, daß man sich wirklich ins Zauberland der Kindheit zurückversetzt fühlt. Und daß ist pei eimer Meiucher, du) ür Theter, duch cl lich lie größte Hauptsache. 0 f W. K. ö Unseren Straßenbahnjungen gehts gut! Aber— wir fahren nicht schlecht dabei. Dieser Kriegsgewinn an Verjün ng kommt dem alten Oesterreich ehr zugute. Ein bißchen Mufpuwerung unseres ganzen öffentlichen, gewerblichen und wirtschaftlichen Le⸗ Höchste Temperatur am 25. bis 26. Dez, 1915—. 9% 4 1915— 6,2 6. Niedrigste„ 1 Niederschlag: 2,7 mm. 1 3