nr. 503 Der Stetzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich Gleßzener Familienblätter; 1 wöchentl. Kreis⸗ latt für den kreis Gießen (Dienstag und Freitag); Aae che el Land⸗ wirtschaftliche deitfragen Fernsprech⸗ Anschlasße: e ee 1 erlag, Geschäftsstelles 1 — 5— es e. richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. General⸗An Rotationsöruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindrudkerei R. Lange. Schriftleitung, 105. Jahrgang i er zeiger für Oberhessen Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Freitag, 24. dezember 1015 Bezugsvre monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. 4 75 Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; sür Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Fr. R. Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen, der Hartmannsweilerkopf zurückerobert. Enthüllungen des griechischen Ministerpräfidenten Skuludis. Weihnachten! 5 Gießen, 24. Dezember. Passen denn die süßen Himmelslieder, die uns jetzt wieder im Staube suchen, mit unseren Kriegszielen, mit unseren Kämpfen in Not und Gefahr zusammen? Einstmals durchleuchtete der Schimmer heiligen Christnachtzaubers alle Gassen und Winkel der deutschen Städte und Dörfer und allen Wandel, alles Sinnen der darin Wohnenden und Schaffenden. Sie erhoben ihre Geister über die Mühsal des Werktags, vergaßen ihre Feindschaften, ihre Streitigkeiten, und wurden inne, daß das Gebot„Friede auf Erden“ das allermildeste und trostvollste Willenswort des Schöpfers sei. Da war, als noch das schnaubende Dampfroß, der Tele⸗ graph, die schnellen Schiffe fehlten, die Weltabgeschiedenheit des Heimatsitzes eine sorgende Pflegerin friedvollen Weih⸗ nachtsglaubens und ⸗träumens. Und während die Kinder in Mutters frommen Kämmerlein saßen und sich an wunderfeinen Märchen labten, da wogte wohl draußen, wie es in jenem Gedicht Heines heißt, Nacht und Wind, denn in der Natur kennen Kampf und Zerstörung keinen Waffenstillstand. Der Gegensatz der beiden Welten, in die der Mensch hineingestellt ist, bestand auch schon da⸗ mals. Beide Welten haben ihre eignen Gesetze, und des Menschen Wille sollte es sein, diese Verschiedenheiten immer klarer kennen und unterscheiden zu lernen. Was uns heute als Kriegsgebraus umschallt, entspringt vielleicht jenem ehernen Naturgesetze, das wir nicht fälschen dürfen, wenn es auch mit den Grundsätzen des freundlicheren Reiches sittlicher Ordnung gar oft sich nicht decken mag. Die eine Welt der Gegenwart mit ihren harten Natur⸗ gesetzen, mit ihrer Unterwerfung mancher sittlichen Be⸗ griffe aus jenem andern Reich unseres Geistesstrebens unter ein stärkeres Machtgebot, erfüllt heute die Erde mit Iautestem Schall. Der Krieg durchschreitet majestätischen Schrittes die Lande, sein schreckliches Horn weckt die Träu⸗ mer, und was von jenen frü Zeiten her unter dem verheerenden Einfluß des zunehmenden Verkehrs, der ge⸗ räuschvolleren Mittel neueren Kulturlebens, noch übrig 8 war an Beschaulichkeit und stiller Einkehr in die besseren Regionen persönlicher sittlicher Verantwortung, das ist vielfach weiterhin niedergewalzt worden. Die friedliche, stille Hütte mit dem Kerzenschein des Weihnachtsbaums scheint gar nicht mehr am Wege zu liegen. Und die innige Stimme aus lichten Höhen, die uns an Frieden auf Erden gemahnt, wird erstickt durch vielfältige Rufe, die uns gegen die Feinde aneifern. Während der Gedanke an im Weltkriege vorläufig an unüberwindlichen Schwierig⸗ keiten scheitert, behält das Weihnachtswort„Friede auf Erden“, in einem andern Sinne freilich, hehrste Bedeutung. Es war nie die göttliche Lofung, daß auf nis nicht etwa kapitulieren. Wie in den Zeiten des Friedens der kommende Krieg nicht vergessen werden durfte, so sollen t„ daß unsere jetzigen Kämpfe nur eine wetterreinigende Wirkung haben werden, daß wir uns für den kommenden Frieden rüsten müssen. Wie könnten wir es besser tun als durch treues Festhalten au alter deutscher Innigkeit, die eine stete Begleiterin deutscher Tapferkeit e ist! Aeußerlich scheinen die Vorbedingungen einer trauten Weihnachtsstimmung dahingeschwunden zu sein; innerlich findet die fromme Botschaft das deutsche Volk auch diesmal für ihre Segenskräfte wohl vorbereitet. 5 Noch eifriger, erwartungsvoller und sehnlicher suchen wir heute den milden Tag, der uns einst beglückte und uns auch im Kriegswetter aufrichten und erquicken soll. Da wird ein schier überirdisches Wunderwerk getan. Neben den großen Heerstraßen, die von Mars völlig beherrscht werden, erstehen die weichen Luft⸗ und Phantasiegebilde verschneiter Einsam⸗ beiten, wo nur einmal am Festtage der Schall der Glocken die gewohnte Stille unterbricht. Wie nahe beieinander woh⸗ nen die rauhe Gegenwart und das Reich gestaltender Seelen⸗ kraft des Menschen! Sogar draußen im Kampfe selber er⸗ beinen neben Gefahr, Jammer und Leid am heiligen Abend die sanften Boten des Himmels. Wer hat nicht ohne Er⸗ schütterung den Bericht jenes franzöfischen Kriegers der drüben vom feindlichen Schützengraben aus das Wunder der deutschen Weihnacht mit angesehen hat und uns die frommen Schauer enthüllte, die dabei sein und seiner Waffen⸗ gefährten Herz erzittern ließ? Dunkle n wurden durch einen seltenen Lichtstrahl wunderbar erhellt und durchwärmt. In Not und Tod werden die Menschen sich deutlicher be⸗ wußt, daß irdisches Schaffen und Mühen nur Leben und Wirklichleit zweiten Grades sind und der Hauch des Ewigen uns nur 5 7 1 5 wenn wir in Andacht über der Schwere des Daseins den Blick erheben. Wir entbehren heute gerne alles überladene Schaugepränge, das uns in anderen Zeiten auch am Weihnachtsfeste vielleicht ergötzt und erbaut hat. Dafür halten die 1 Gedanken der . ing und Liebe Einkehr in Palast und Hütte. Wenn 4 gelesen, da uns der Himmel nicht weit offen steht und die lauten Jubel⸗ chöre heute nicht an unser Ohr dringen, so lassen wir es uns dankbar genügen an dem schlichten, warmen Lichtstrahl, der durch die Spalte der nur wenig geöffneten Pforte zu uns dringt. Unsere Gebete wandern hinaus zu den Brüdern in Feindesland, für deren fortschreitende Waffenerfolge wir ihnen das Weihnachtswort des kommenden Reiches zutragen wollen: Friede auf Erden! ö ** 8 (TB.) Großes Hauptquartier, 23. Dezember. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Im heißen Ringen nahmen gestern die tapferen Regi⸗ menter der 82. Landwehr⸗Brigade die Kuppe des Hart⸗ mannsweilerkopfes zurück. Der Feind erlitt außer⸗ ordentlich schwere blutige Verluste und ließ 23 O Ffizie re 1530 Mann als Gefangene in unseren Händen. Mit der Ausräumung einiger Grabenstücke am Nord⸗ 15575 in denen die Franzosen noch sitzen, sind wir be⸗ äftigt. Die Angaben im französischen Tagesbericht von gestern abend, es seien bei den Kämpfen um den Kopf am 21. De⸗ zember dreizehnhundert Deutsche gefangen worden, ist um mindestens die Hälfte übertrieben. Unsere Gesamt⸗ verluste einschließlich aller Toten, Verwundeten und Ver⸗ mißten betragen, soweit es sich bisher übersehen läßt, etwa elfhundert Mann. Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Bedeutung. Oberste Heeres leitung. *** Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 23. Dez.(WTB. Nichtamtli) Amtlich wird verlautbart: 23. Dezember 1915. 5 1 Russischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Die allgemeine Lage ist unverändert. In Judikarien lam es auch gestern zu heftigeren Ge⸗ schützkümpfen. An der küstenländischen Front wurde auf der Podgora der Angriff eines-italienischen Bataillons zurückgeschlagen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Eine in der Gegend von Tepca noch in den Felsen des nördlichen Tara⸗Ufers verborgene kleinere montenegrinische Abteilung wurde nach kurzem Kampf gefangen genommen. Sonst nichts Neues. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs fer, n *** Der griechische Ministerpräsident über Unverschämtheiten des feindlichen Vierverbandes. London, 23. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Korrespon⸗ dent des„Daily Chronicle“ Donohoe hatte eine Unterredung mit dem griechischen Ministerpräsidenten Skulu⸗ bis, der sich in besonders bitteren Worten über die Alliierten be⸗ llagte. Wenn Griechenland jetzt nicht an der Seite der Entente kämpfe, sei das die Schuld der Staatsmänner und Diplomaten des Vier verbandes. Man habe von Griechenland Opfer verlangt, anstatt ihm eine Belohnung zu bersprechen. Der Vierverband habe gewollt, daß Griechenland ihm zu den Dardanellen helfe, habe dem Lande aber ausdrücklich bedeutet, daß es na ch Kon⸗ stantinopel nicht werde mitgehen dürfen. Griechen⸗ land— sagte Skuludis— schuldet der französtschen und englischen Kultur viel mehr, als der deutschen. Es hat der Entente ehrlich helfen wollen, aber seine Hilfe wurde abgelehnt. Es warnte, als die Dardanellenexpedition beginnen sollte, vor den Schwierigkeiten, wenn nach den Plänen der Entente vorgegangen würde. In der letzten Zeit— fuhr der Ministerpräsident fort— sind wir behandelt worden wie ein unterworfeé⸗ nes Volk. Die griechische Regierung ist bis zur äußersten Grenze der Freundschaft, die noch mit Neu⸗ tralität vereinbar war, gegangen. und troßdem ist dieser Tage einer der Ententegesandten eier e kommen und hat mir in un verschämten Worten erklärt, die Regierung die Versprechungen, welche unser König gab, habe. Das ist unwahr. Ich faßte seine Worte als Be⸗ leidigung auf, sagte ihm das und warf ihm den schrif 4 lichen Protest vor die Füße. Meine Entrüstung ging so weit, daß ich mich amtlich mit Grey und Briand in Verbindung setzte und ihnen ganz offen in undiplomatischen Worten meine Meinung ber den Protest sagte. Jetzt stehen wir einer noch schreck⸗ licheren Frage gegenüber. Wie sollen wir verhindern, daß unser Land mit Blut überströmt wird? Eine Partei der Kriegführenden ist schon da, die andere wird dazu kommen. Die Deutschen und Oesterreicher können jeden Tag einrücken. Streng genommen, haben sie das volle Recht, das zutun, da den Alli⸗ ierten der Zugang zum Lande gestattet worden ist. Die Mittelmächte können ihre Verbündeten, die Bu[garen, mitbringen. Was können wir dagegen tun, wie den Einfall des Feindes aufhalten? Ich sehe es kommen, daß Griechenland durch den wilden mitleidslosen Krieg verwüstet wird, nur weil die Alliierten grobe diplomatische und militärische Fehler begangen haben. Skulidis sprach sodann die Hoffnung aus, daß Griechenland ein Einfall der Bulgaren erspart bleiben möge. Der„Daily Chronicle“ bemerkt zu dem Interview, daß es nicht angehe, alle Schuld an Griechenlands Haltung den Diplo⸗ maten der Alliierten in die Schuhe zu schieben. Die plötzliche Wendung in der griechischen Politik hätte es den Alliierten ge⸗ radezu unmöglich gemacht, mit Griechenland zu verhandeln. Ein bedeutsamer Ministerrat in Athen. „Bern, 23. Dez(WTB. Nichtamtlich.) Der Sonder⸗ berichterstatter des„Corriere della Sera“ drahtet aus Athen: In einem gestern nachmittag abgehaltenen, beinahe fünf⸗ stündigen Ministerrat wurden die durch die Wah⸗ len neugeschaffene Lage des Ministeriums und die Creignisse in Mazedonien besprochen. Wegen der starken f 1 Mehrheit, die Gunaris erhalten hat, erschien eine Neu⸗ bildung des Kabinetts natürlich. Gunaris selbst aber erkennt an, daß dies für den Augenblick nicht angebracht ist. Der König, der gestern Gunaris darin überein, daß keine Aenderung im gegenwärtigen Kabi⸗ nett eintreten darf. Man glaubt, daß der Ministerrat dahin⸗ gehende Beschlüsse gefaßt hat. würden unter Berücksichtigung der bis jetzt eingegangenen Nachrichten bezüglich der Absichten der Zentralmächte, die Alliierten auf griechisches Gebiet zu verfolgen, verschiedene e geprüft. Ein Beschluß ist noch nicht gefaßt worden. Athen, 23. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die Zeitungen versichern, daß die Regierung das Eindringen der Gegner der Alliierten in das griechische Ge⸗ biet nur duldet, wenn vorher die Erklärung abgegeben werde, wonach daraus keine Gefahr für die Neutralität und Unverletzlichkeit Griechenlands sich ergibt. Die Lage an der. Front ist ruhig. 2 1 2 8 5 l Di.iͤe serbischen Flüchtlinge. Bern; Dez.(WTB. Nichtamtlich) Die„Sera“ meldet aus Rom: Die Frage der serbischen Flüchtlinge be⸗ ginnt in Italien ernstliche Besorgnis zu erregen. Viele Flüchtlinge befinden sich bereits in verschiedenen Städten Süditaliens. Man nimmt an, daß ein Konzentra⸗ tions lager für alle bedürftigen Flüchtlinge geschaffen wird. Dieses soll nahe bei einer Kütstenstadt Süditaliens ge⸗ legen sein, damit die Verproviantierung vom Meere möglich ist. Die italienische Regierung und das serbische Volk werden sich darüber verständigen. Man erwartet noch viele Tausend von Flüchtlingen in Italien. 5 Aus dem rumänischen Senat. Bukarest, 23. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Senat setzte die Adreßdebatte fort. Senator Zenopol(An⸗ hänger Take Jonescus) ist der Meinung, daß Rumänien nur eine Politik verfolgen kann, abzielt. Die für Bessarabien aus der öffentlichen Meinung, verdanken.(Zwischenruf des Senators Isworanu: Schlecht ge⸗ nug, daß wir uns um Bessarabien nicht gekümmert haben!) Als der letzte Redner, Senator Palteneanu, das Wort ergreift, ruft To ma Jonescu: Ich möchte wissen welchen Preis der Redner für den Wechsel seiner politischen Gesinnung erhalten hat? Es entsteht ein großer Tumult, in dessen Verlauf Senato Palteneanu Toma Jonescu einen Unverschämten nenn und ihn daran erinnert, t 6 beschuldigte, daß er sich für ärztliche Hilfe bezahlen ließ, die er verpflichtet war, umsonst zu leisten. neanu fragt weiter, ob sein Bruder solche Unverschämtheit hier fallen zu lassen. Toma Jonescu verläßt darauf mit seinem Bruder, Take Jonescu, der während des Zwischenfalles gleichfalls anwesend war, seinen Sitz. Palteneanu erklärt, daß er für die Adresse stimmen werde. Die Anhänger der nationalen Aktion müßten wissen, daß nur eine einzige Akton miöglich sei und sollten die öffentliche Meinung hierauf vorbereiten. Warum! sollen wir gerade immer nur nach Westen oder Norden marschieren können, wo es doch viel leichter arbeitende Strömung komme nicht sondern sei fremden Geldern zu ihn boauftragt habe, eine ist, Bessarabien zu erhalten? Man möge die Lage logisch be⸗ Augen⸗ 5 urteilen und den Umständen Rechnung tragen. Der blick für Rumänien sei nicht verloren und die Regierung werde sprechen, wenn er gekommen sein werde. General Rußki. Petersburg, 23. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Nach der„Nowoje Wremja“ hat General Ru, ß ki vor einiger Zeit an Brustfellentzündung gelitten. Kaum geheilt sei er wieder zur Front gegangen und hat sich von neuem eine Erkältung zugezogen. Jetzt sei er wiederhergestellt, aber so geschwächt, daß er sich auf ärztlichen Rat für etwa sechs Wochen nach dem Kaukasus begeben werde. Nach Ablauf dieser Zeit werde er wieder an den militärischen Operationen teilnehmen. ** 8 Der türkische Bericht. Konstantinopel, 23. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Das Hann ta nartier teilt mit: An der Irakfront ist die zage unverändert. An der Kaukasusfront versuchten im Abschnitt von Milvo russische Abteilungen an uns heranzukommen; ihre Vorhut wurde nach zweistündigem Kampfe verjagt. An anderen Teilen der Front dauern die Patrouillenkämpfe an. An der Dardanellenfront versuchten fünf Torpedo⸗ boote und ein Kreuzer des Feindes, sich Saros zu nähern, mußten aber, nachdem eines unserer Geschosse den Kreuzer traf, sich wieder entfernen. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr richtete der Feind am 22. Dezember ein anhaltendes Artilleriefeuer gegen unseren empfing, stimmte mit diesem Hinsichtlich der äußeren Politik die auf die Einigung aller Rumänen daß Gregor Catacuzene im Senat ihn (Beifall) Senator Palte⸗- echten Flugel. Unsere Artillerie zerstörte mehrere Schützengräben und Bomcenlager des Feindes und brachte durch zwei Treffer eine feindliche Haubitzenbatterie zum Schweigen. Unter der noch nicht aufgezählten Beute von Ari Bur nu wurden auch mehrere Minenwerfer, Pontone und Derauvillewagen gefunden. Ein feind⸗ liches Flugzeug, das am 22. Dezember Birscha überflog, wurde von uns heruntergeschossen. Einer der Insassen wurde gefangen, der andere ist tot. Türkischer Besuch in Deutschland. Konstantinopel, 23. Dez.(W. Nichtamtlich) Der Generaldirektor der Politischen Angelegenheiten im Ministerium des Aeußern, Reschid Bey, der Rechtsbeistand der Pforte, Heran Bey und der Direktor der Strafangelegenheiten im 8 Tashin Bey, sind heute nach Deutschland abgereist. 5 93 ö** * Die Note Amerikas an Oesterreich-Ungarn. 5 Köln, 23. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Kölnische Zei⸗ kung“ meldet aus Berlin: Die sachliche und ruhige Darlegung der FPsterreichisch⸗ungarischen Regierung in Sachen des„Ancona“ ⸗ falles hat durchaus nicht die Regierung in Washington veran⸗ laßt, den Ton ihrer Erwiderung so zu wählen, daß, wie sich das Reutersche Bureau in einer Meldung vom 19. Dezember ausge⸗ drückt hat, Oesterreich⸗Ungarn sich prompt entscheiden müßte, ob die Beziehungen abgebrochen werden wollen oder nicht. Im Gegen⸗ teil, die zweite Note der Regierung der Vereinigten Staaten an Oesterreich⸗Ungarn ist so gehalten, daß sie jedenfalls einen freundschaftlichen Erörterung der Angelegenheit die Tür offen läßt. Sie ist entgegenkommend gehalten und man wird sich daraufhin weiter ruhig und sachlich über die Tatsachen⸗ frage und die Rechtsfrage besprechen können. Aus der Art, wie Reuter von vornherein auch diese Angelegenheit behandelt hat, können die Leser in Deutschland, Oesterreich⸗Ungarn, Amerika wie auch in den neutralen Ländern wieder einmal sehen, wie not⸗ wendig das tiefste Mißtrauen gegen alle Reutermeldungen ist. Es ist das unveränderliche Bestreben der Hintermänner des Reuter⸗ schen Bureaus, durch geschickte Fassung der Meldungen die Be⸗ ziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn einerseits und den Vereinigten Staaten andererseits zu vergiften und die öffentliche Meinung aufzupeitschen, damit eine scharfe Stimmung zwischen Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn und den Ver⸗ kinigten Staaten entsteht, um so den für englische Zwecke höchst willkommenen Bruch herbeizuführen. Da ein solcher Druck weder von Deutschland, Oesterreich⸗Ungarn noch auch von den Vereinigten Staaten gewünscht wird, sondern die wichtigsten In⸗ teressen beider Teile eine freundschaftliche Erledigung etwaiger einungsverschiedenheiten und Aufrechterhaltung der guten Be⸗ SSoßenhagen, 23. Dez.(WBB. Nichtamtlich.) Das 5* Marineministerium hat von dem Kommandieren⸗ Den General in Karlskrona die telegraphische Meldung er⸗ halten, daß der schwedische Dampfer„Argo“ am 21. De⸗ zember durch deutsche Torpedojäger gekapert wurde. Aus der Meldung geht hervor, daß der Admiral, als er die Nachricht erhielt, sofort ein Torpedoboot nach der Kaperungsstelle entsandt hat. Die Kaperung wurde vom Lotsenpersonal des Utlängan⸗Leuchtfeuers beobachtet. Sie fand 1 b in zwei Minuten Abstand in der Richtung Nordost bis Ost vom Leuchtfeuer statt. 5 Die„Nationaltidende“ meldet, der dänische Dampfer „Heini“ sei auf der Reise von einem schwedischen Hafen 9 Haume mit Eisenerz von einem deutschen Tor⸗ pedoboot aufgebracht worden.„Heini“ hielt zunächst so nahe als möglich der Küste, wurde aber später von den Stürmen gezwungen, in See zu gehen. Bei Sanfhammer wurde er von einem deutschen Torpedoboot aufgebracht, das den Dampfer für gute Prise erklärte und nach Stettin über⸗ führte. Die danische Reederei erhob Einspruch, doch scheint es, daß„Heini“ in ein internationales Gebiet gekommen ist. Berlin, 23. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Schwedische Blätter bringen die Nachricht, daß am 21. ds. Mts. der schwedische Dampfer„Argo“, mit Bannware von Kopen⸗ hagen nach Raumo unterwegs, unweit Utlängen⸗Leucht⸗ turm innerhalb schwedischer Hoheitsgewässer aufgebracht und nach einem deutschen Hafen geführt worden sei. Wir erfahren hierzu von zuständiger Stelle: 0 5 Der Dampfer ist allerdings innerhalb schwedischer Ge⸗ wässer angehalten und dann nach Swinemünde geführt wor⸗ den. Dies war ein bedauerlicher Mißgriff. Der Dampfer ist daher unmittelbar nach dem Einbringen in Swinemünde auf Anweisung des Chefs des Admiralstabs der Marine mit freiem Geleit nach dem Ort, wo er angehalten worden war, wieder entlassen worden. 5 Der Mißgriff ist begangen im Anschluß an einen Vor⸗ fall, der sich mit demselben Dampfer in der Nacht vorher in der Nähe von Simrimshamm abgespielt hatte. Da dieser Vorfall von schwedischen Blättern in nicht zutreffender Weise besprochen wurde, wird hiermit folgendes festgestellt: Der Dampfer„Argo“ wurde in dieser Nacht von zwei deutschen Torpedobooten außerhalb der schwedischen Ho⸗ heitsgewässer aufgefordert, zu stoppen, damit er auf Bann⸗ ware untersucht würde. Er stoppte zunächst, dvehte dann aber mit Hartruder und äußerster Kraft auf das 20 Meter quer ab von ihm liegende deutsche Torpedoboot zu, um es u rammen. Nur durch ein sofortiges Gegenmanöver ge⸗ ang es diesem, den Rammstoß so abzuschwächen, daß keine ernstlichere Schädigung eintrat. Während dieses Manövers gelang es dem Dampfer, in die nahen schwedischen Ge⸗ wässer zu entkommen Der deutsche Kommandant hat dar⸗ auf in Achtung der schwedischen Hoheitsgewässer von der Verfolgung abgelassen, obgleich der Dampfer mit unbeding⸗ ter Bannware für Rußland, nämlich Geschoßdrehbänlen, woll beladen war. Es sei noch hinzugefügt, daß, wie fest⸗ stellt worden ist, der Kapitän, der Steuermann und der tse des Dampfers betrunken waren. *. 5 Tortosa, 23. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Ein französischer Dampfer, der vor einem Unterseeboot, 8 ihn zu torpedieren versuchte, flüchtete, strandete bei der Ebromündung. Man hofft, die aus Zucker bestehende Ladung retten zu Lönnen. Vlissingen, 33. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Heute ist kein Postdampfer aus England angekom⸗ men. Die Ursache ist unbelannt. f Malta, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Ag. Havas. Der japanische Dampfer„Yasaka Maru“ ist am 21. Dezember im östlichen Mittelmeer durch ein feindliches Unterseeboot versenkt worden. Die Hafenbehörde von Alexandria wurde durch Funkspruch benachrichtigt und sanbte Hilfe.(Notiz: In Lloyds Register ist der Dampfer „Sado Maru“— 6227 Bruttoregistertonnen— aufgeführt. Vielleicht handelt es sich um diesen) . nen, wurde 1914 gebaut und gehörte der Nipon Jusen Kaishar. 2 ondon, 23. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Den Zeitun⸗ gen zufolge ist die Vernichtung des Postdampfers„Hasaka Marux“ der größte Verlust, den die Versicherer seit Kriegs⸗ beginn zu verzeichnen hatten. Der Schaden dürfte etwa 25 Millionen Franken betragen. 85 Aus dem Reiche. Von der Waffen- und Munitionsherstellung in Deutschland. Berlin, 23. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Eine erfreu⸗ liche Weihnachtsüberraschung wurde den in den Staatswerkstätten mit der Herstellung von Waffen, Ge⸗ schützen und Munition beschäftigten Arbeitern und Ar⸗ beiterinnen zuteil, die zugleich die bisher erzielten Leistungen auf diesem Gebiete erkennen läßt. Während nämlich im vorigen Jahre an den Weihnachts⸗ und Neu⸗ jahrsfesttagen in diesen Werkstätten zur Deckung des über⸗ aus großen Heeresbedarfs gearbeitet werden mußte, ist, wie wir hören, es der Heeresverwaltung in diesem Jahre möglich gewesen, die Staatswerkstätten während der Feier⸗ tage stillzulegen und die Arbeit ruhen zu lassen. * Berlin, 23. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Kriegsaus⸗ zeichnung. Der König von Bayern hat in Anerkennung der Entwicklung der deutschen Feldpost dem Staats- sekretär des Reichspostamtes Dr. Hrätke das Großkreuz des Königlich bayerischen Militärverdienst⸗ ordens mit Schwertern am Bande für Kriegsverdienst, dem Direktor im Reichspostamt Kobelt die zweite Klasse mit Stern und Schwertern, dem Präsidenten der deutschen Post⸗ und Telegraphenverwaltung in Belgien, Ronge und dem Geheimen Oberpostrat und vortragenden Rat im Reichs⸗ postamt Jacobs die zweite Klasse mit Schwertern, sowie dem Oberpostinspektor im Reichspostamt, Weidmann die vierte Klasse mit Schwertern desselben Ordens am Bande für Kriegsverdienst verliehen. Im feide erwarten unsere Angehörigen den regelmäßigen eingang des heimat⸗ blattes. Um eine Unterbrechung in der Zustellung zu vermeiden, wolle man len feldupost/Beꝛug des Gießener Anzeigers für das nächste vierteljayr(Jan. febr.⸗larz) schon jetzt erneuern Alle Postamter nehmen die Bestellung entgegen. der vierteljahrs⸗ Bezug be⸗ trägt Mk. 3.50 einschließlich der Um⸗ schlag⸗ocbühr. Außerdem vermittelt dic Bestellungen wie bisher auch die Celchäftsstelle des Gicßener Anzeigers Aus Stadt und Cand. Gießen, 24. Dezember 1915. Weihnachtsgedanken. Kurz und düster sind jetzt die Tage und lang die Nächte. Aber die Sonne hat sich schon gewendet und wird zurück⸗ lehren, und Licht und Wärme wird wiederkommen. Aber das Vergängliche ist nur ein Gleichnis. Ewiges Licht und ewige Finsternis führen auch einen Kampf gegeneinander. Ewig wenigstens erscheint uns die Nacht und Finsternis des Leides. Das Leid ist unendlich groß, und immer tiefer bohrt es sich ein und hört nicht auf. Wenn ein Geschlecht ins Grab gesunken ist, so ist wieder ein neues Geschlecht da. Aber je mehr sie aufeinander folgen, desto tiefer müssen sie es empfinden: alle Qual und aller Schmerz wird immer ößer. Unsere Zeit muß es ja jedem zeigen, ein so furcht⸗ es Sterben, einsame Trauer und, was noch am schmerz⸗ lichsten ist: so viel Menschenblut nur durch Menschenhaß und Menschenhand vergossen. Die Seelen der Menschen. werden von einem Geschlecht zum anderen müde gequält und finden keine Ruhe. Aber dennoch, oder vielmehr: deshalb Weihnach⸗ ten! Der Krieg hat uns auch ihren Sinn noch klarer ge⸗ macht. Wo man den Unterschied zwischen Tag und Nacht kaum merkt, vergißt man, was das Licht bedeutet. Aber ein Licht, das aus der dunklen Nacht hervorbricht, das uns aus dem Dunkel und aus der Irre zur Sicherheit führt, das begrüßen wir voll Freude. Friede den Menschen, an denen Gott Wohlgefallen hat! Wenn das etwas für uns wäre?! Wir, die wir in Unruhe und Krieg leben, die wir durch diese äußere Unruhe auch die innere Ruhe verlieren müssen. Dann könnten wir in unserem Innern Frieden haben, wenn auch in der Welt Unfrieden wäre, ja selbst wenn wir mitten im Kampfestoben stehen würden. Und es ist für uns. Gerade deshalb, weil wir im Unfrieden sind, sollen wir Frieden erhalten; weil wir geschlagen sind, sollen wir geheilt werden; weil wir dürsten, sollen wir getränkt werden; weil wir Leid tragen, sollen wir getröstet werden. Nicht für eine faule, gedan e, üppige Zeit ist die Weih⸗ nachtsbotschaft, sondern für die Zeit des Kriegs und der Not: Dem höchsten Vater Ehre 17 und Frieden seinen Kindern! ck. * Kartoffelspeisen als Fettersatz. Zur Lösung der heute so brennenden Frage, auf welche Weise wir der Knappheit an Fetten ohne Schädigung der menschlichen Ernährung abhelfen können, müssen wir immer Amsterdam, 23. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Einer RNeutermeldun apc heißt der versenkte japa⸗ . Her„ nische Da asala Maru“, Er faßt 12500 Ton⸗ wieder von dem so oft erörterten Grundsatz der Ernährungs⸗ lehre ausgehen. daß für die Leistungsfähigkeit des menldch⸗ . 1 lichen Körpers der Genuß von Fetten in sehr weitem Umfange durch die Zufuhr kohlehydratreicher Nahrung in den richtigen Mengen ersetzt werden kann. Für die Zufuhr von Kohlehydraten 9 75 uns neben dem Zucker vor allem die stärkehaltigen Lebensmittel zur Verfügung und unter diesen spielen die weitaus überragende Rolle die Samen unserer Getreidefrüchte(Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Hirse) und die stärkehaltigen Tartoffeln. Ein Ersatz der mangelnden Fette durch die Stärke der Samen ist in den jetzigen Zeiten nur in geringem Umfange durchzuführen, da deren Verwendung sowohl zum Brot, wie in Form von Grütze und Mehl usw. reguliert ist und kaum wesentliche Erweiterungen gestattet. Es folgt daraus, daß das wichtigste Hilfsmittel zur Ergänzung unserer Ernährung die Kartoffel sein muß. Wir haben glücklicherweise in diesem Jahre eine recht gute Kartoffelernte, etwa 7000 000 Tonnen mehr als im Vorjahr. Um sich von der Größe dieser Summe einen Begriff zu machen, müssen wir in Betracht ziehen, daß das deutsche Volk durchschnittlich in den letzten Jahren etwa 12 000 000 Tonnen Kartoffeln für die menschliche Ernährung verbraucht hat. Wir können also in diesem Jahre unseren Kartoffelverbrauch erheblich vergrößern, ohne befürchten zu müssen, die Grenzen unserer Vorräte zu überschreiten. Das Material für eine reichlichere Ernährung mit Kartoffeln ist also vorhanden, und es fragt sich nur, wie man dem deutschen Volke einen erhöhten Verbrauch im wahrsten Sinne des Wortes mundgerecht macht. 8 Dieses Problem ist nicht gar so einfach; denn da die Kartoffeln etwa 75 Prozent Wasser enthalten, so muß man recht erhebliche Quantitäten zu sich nehmen, um dem Körper wirklich große Nährwerte zuzuführen. Die Aufnahme solcher großen Mengen stößt aber ganz naturgemäß auf Schwierig⸗ keiten, wenn nicht die Hausfrau durch sorgsame und wechsel⸗ volle Zubereitung dahin bestrebt ist, aus dem einen einfachen Material der Kartoffel sozusagen ein Viel an wohlschmecken⸗ den Speisen zu bereiten. 1 Dies ist nun ohne weiteres möglich. Gerade wegen ihres neutralen Geschmackes eignen sich die Kartoffeln vorzüglich dazu, in Verbindung mit anderen Nahrungsmitteln aus⸗ gesprochen wechselvollen Geschmackes zubereitet zu werden. Die Kartoffel nimmt dann geradezu den Geschmack der ihn in verhältnismäßig geringer Menge zugeführten Nahrungs⸗ mittel an und gibt ihnen dafür das, was ihnen fehlt, nämlich reichlichen Nährwert. Es ist ein ganz außerordentlich großes Programm, dass sich auf diese Weise der Hausfrau darstellt. Man kann einer⸗ seits alle möglichen Gemüse in verschiedenster Mischung mit viel Kartoffeln und etwas fettem Fleisch oder auch ganz ohne Fleisch zusammen kochen. Man kann Kartoffeln mit frischem oder getrocknetem Obst, man kann sie auch mit billigen Fischen wie Klippfisch oder Hering zu wohl⸗ schmeckenden Speisen verarbeiten Endlich kann man aus ihnen allerlei Speisen, Puddings, Klöße, Nudeln usw. machen, die auch der einfacheren Kost eine durchaus genügende Ab⸗ wechslung verleihen. 8 7 Es ist dringend zu wünschen, daß die Hausfrau sich von dem Gedanken frei macht, man könnte Kartoffeln nur kochen, braten oder als Salat anrichten. e ö * 5 * Amtliche Personalnachrichten. Der Groß⸗ herzog hat am 6. Dezember ds. Is. der Berufskrankenpflegerin des Alice⸗Frauenvereins Schwester Lina Hoffmeister, Ober⸗ schwester in der Medizinischen Klinik der Landesuniversität Gießen, aus Anlaß ihrer Versetzung in den Ruhestand das Goldene Dienst⸗ auszeichnungskreuz 5 Krank ge verliehen.— Der Groß⸗ herzog hat am 22 Dezember Amtsrichter bei dem Amts⸗ gericht Gießen, Amtsgerichtsrat Hermann Müller, zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt II, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ulrichstein, Dr. Otto Lemser, zurzeit im Felde, zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Fürth mit Wirkung vom 24. Januar 1916, den Gerichtsassessor Alfred Tum pf in Oppenheim zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Wöllstein er⸗ nannt. 5 Großherzog hat am 18. Dezember dem Handelsrichter bei der Kammer für Handelssachen in Darmstadt, Kommerzienrat Ferdinand Jacobi in Darmstadt, das Ritter⸗ kreuz 1. Klasse mit der Krone des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.— Der Großherzog hat am 18. De⸗ zember den Kommerzienrat Ludwig Frölich, den Buchdruckerei⸗ besitzer Rudolf L. Wittich, beide in Darmstadt, den Braxuerei⸗ besitzer Justus Hildebrand in Pfungstadt, den Kommerzienrat Jean Göbel, den Kaufmann Wilhelm Köl b, den Ingenieur Emil Schenck, sämtlich in Darmstadt, zu Handelsrichtern, den Bankdirektor Hugo Brink und den Kommerzienrat Ludwig Jo⸗ seph, beide in Darmstadt, zu Ergänzungsrichtern bei der Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Darmstadt; den Fabrikanten Philipp Heim, den Fabrikanten Robert Weintraud, den Fabrikanten Eugen Feistmann, den Kommerzienrat Jakob Hinte 1 8 in Offenbach, zu Handelsrichtern: den Fabri⸗ kanten Wilhelm Klingspor in Offenbach, den Fabrikanten Jakob Erckrath in Klein⸗Krotzenburg, den Fabrikanten Georg Heinrich 40 1„ 8 ee Karl 1 5 5 120 155 50 „zu Ergänzungsrichtern bei der Kammer für Handels⸗ N 85 15 dem Sitz in Offenbach; terzien rat den Geheimen rat Sigmund Heichelheim, den Kommerzienrat Gustav Muel⸗ ler, den Kommerzienrat Heinrich Schirmer, den Fabrikanten Hermann Eichen auer, sämtlich in Gießen, zu Handels⸗ richtern, den Kommerzienrat Adolf Klingspor und den Kauf⸗ mann Johann Josef Sauer, beide in Gießen, zu Ergän⸗ zungsrichtern bei der Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Gießen; den Kommerzienrat August Feine, den Kom⸗ merzienrat Dr. Otto Jung, den Geheimen Kommerzienrat Josef Harth, den Kommerzienrat Bernhard Albert Mayer, den Kommerzienrat Josef Stenz, den Kaufmann Karl August Bar⸗ thel, sämtlich in Mainz, zu Handelsrichtern, den Bankdirektor Kommerzienrat Felir Goldschmidt, den Kommerzienrat Flo⸗ rian Kupferberg, den Kaufmann Karl Ihm, sämtlich in Mainz, den Kaufmann Jakob Albrecht in Bodenheim den Kaufmann Konrad Jung und den Kaufmann Lorenz Eis⸗ maher, beide in Mainz, zu Ergänzungsrichtern bei der Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Mainz; den Geheimen Kom⸗ merzienrat Wilhelm Kölsch, den Kaufmann Heinrich Rudolf Hütten bach, den Bankdirektor Kommerzienrat Christian Lott, den Fabrikanten August Eller, sämtlich in Worms, zu Handels richtern, den rikanten Jakob Heckel und den Brauereidirektor Ludwig Mill, beide in Worms, zu Erhänzungsberichtern del der Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Worms, sämtlich mit Wirkung vom 1. Januar 1916 bis 31. Dezember 1918, ernannt.— Der Großherzog hat am 22. Dezember den ständigen Hilfs- arbeiter bei der Abteilung für Steuerwesen des Ministeriums dern den f Finanzrat Otto Müller, und den ständigen juristi⸗ schen Hilfsarbeiter bei der Abteilung für Steuerwesen des Mini⸗ steriums der Finanzen, Finanzrat Julius Kuhl, beide zu Darm⸗ stadt, zu vortragenden Räten in der genannten Abteilung mit dem Amtstitel Bberfumgvat ernannt. 2 Stadttheater. Es sei darauf hingewiesen, daß dit Kasse an den Feiertagen jeweils von 11—1 Uhr vormittags geöffnet i 5 5 ** Oberhessischer Kunstvere in. Die! and⸗ lungen, die bisher mit Künstlervereinigungen und Künstlern e haben zu dem e gebnis geführt, daß ie Reihenfolge der Ausstellungen schon bis Juli 1916 fest⸗ elegt werden konnte. Am 9. Januar wird die Berliner bünstler⸗Gilde, das Ausstellungsunternehmen der 9 i deutschen Kunst ears Wer Eng ba zug e le wen Dauer mit zweimaligem Wechsel wird eine Reihe hochinteressanter Kunstwerke der bekanntesten Künstler aufzuweisen haben. Dann folgt die Ausstellung deutsch⸗österreichischer Künstler, die zuvor in den Städten Nürnberg, Stuttgart und Mannheim t wird. Nach dieser gelangen zwei Sammlungen des orträt⸗ und Landschaftmalers Jung, des Tiermalers Weczerzick und Werke des Bildhauers Scheiber zur Ausstellung. Sodann wird die ebenfalls neu zusammen⸗ 925 55 mmlung e 1 e ier zum ersten Male ausgestellt. Juni⸗Juli stellt wieder einen Teil der Ausstellung die Berliner Kümstler⸗ 5 der Rest auf kunstgewerbliche Arbeiten en Vom Vogelschutzverein wird uns geschrieben: Ge⸗ denket der Vögel im Winter! Auch in der Kriegszeit sollen die Vögel nicht vergessen werden! Das beste Winterfutter, der Hanf, ist zwar mur zu sehr hohen Preisen und in begrenzter „Menge erhältlich; es gibt aber Futter, das als Notbehelf l Denn die Körnerfresser werden auch ohne Winter⸗ fütterung auf Misthaufen und in der Nähe von Scheunen und Ställen ihr Dasein fristen können. Für die Fütterung der Meisen aber empfehlen sich Tierkadaver. Daß wir, wie die Franzosen 1870/71 in Paris, uns später noch von Braten von Füchsen, Katzen, Sperlingen, oder gar Ratten und Mäusen nähren müssen, ist gewiß nicht zu befürchten; und so biete man den Meisen derartige Genüsse als Notbehelf in der schweren Kriegs⸗ zeit dar. Man hünge abgebalgte Füchse und Katzen oder Ratten zeit dar. Man hänge abgebalgte Füchse und Katzen oder Ratten, Hamster und Mäuse in reichlich weiter Entfernung von menschlichen Wohnstätten, an wettergeschützten Stellen, im dichten Nadelwald auf! Den Meisen in den l aber lasse man die Schweine⸗ näbel zukommen, die ber den Hausschlachtereten gewonnen werden, und die Kerne von Aepfeln und Birnen, die Alt und Jung in, großer Menge verzehren.. * Buchführung. Der zweite Buchführungs⸗ Kur sus für Handwerkerfrauen und„Töchter, veran staltet vom Allgemeinen deutschen Frauenverein(Ortsgruppe Gießen), beginnt am 28. Dezember(siehe Anzeige). 5 5 * Wertvolle Sammlungen. In der Hinter⸗ lassenschaft des dieser Tage verstorbenen Landge ichtsrates a. D. Müller befinden sich, wie man uns schreibt, zwei wunderschöne und kostbare Sammlungen, die ihres⸗ glei weit und breit suchen. Die eine enthält fast alle Schmetterlingsarten der ganzen Walt, die andere die Eier fast aller bekannten Vögel, vornehmlich aber die⸗ jeni der engeren Heimat, die Müller mit unendlicher ühe, Geduld und Sorgfalt gesammelt und geordnet hat. Interessant ist die Tatsache, daß eine ganze Reihe Vögel, die noch vor einem Menschenalter in Oberhessen nisteten und brüteten, heute nicht mehr anzutreffen sind. Sie haben sich infolge der modernen Flurbereinigungen(der Geradelegung von Bächen, der Trockenlegung von Sumpfland, des Aus⸗ rodens von Hecken, der Entfernung des dornjgen Unter⸗ holzes in den Wäldern) verzogen. Es wäre freudig zu be⸗ grüßen, wenn die erwähnten Sammlungen in den Besitz der Landesuniversität oder des Museums in Gießen als wertvolle Beiträge zur Heimatkunde übergehen könnten. * Bastfasern und Basterzeugnisse. Eine Be⸗ kanntmachung vom 23. Dezember 1915, die am 27. Dezember 1915 in Kraft tritt, betrifft die Beschlagnahme, Verwendung und Ver⸗ äußerung von Bastfasern(Jute, Flachs, Ramie, europäischer und überfeeischer Hanf) und von Er zeugnissen aus falls beschlagnahmt und ihre Auslieferung ist F Vastfas agnahme bleibt die äußerung und Lieferung von aser⸗ rohstoffen an Bastfaserspi ien und Seilereien oder an andere Personen zulässig, die einen schriftlichen 1 Bastfaser⸗ spinnerei Seilerei zur Beschaffung von Bastfaserrohstoffen besitzen.— Auch die fadenartigen Halb⸗ und Fertigerzeugnisse aus Bastfasern, wie Garne, Zwirne, Seilfäden, sind beschlagnahmt. Jedoch ist ihre Veräußerung und Lieferung trotz der Beschlagnahme unbeschränkt erlaubt, sodaß die Beschlagnahme nur eine weitere Verarbeitung dieser Garne, Zwirne oder Seilfäden verhindern soll. Die Bekanntmachung enthält, eine ganze Anzahl wichtiger Einzelbestimmungen. Sie ist am Bürgermeistereigebäude in Gießen angeschlagen und im heutigen Kreisblatt veröffentlicht. ** Die Auszahlung der Familienunterstütz⸗ ungen für die Zeit vom 1.—15. Januar an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt: Reichs⸗ und Kreisunterstützung: An diejenigen, deren Namen begin⸗ nen mit: A— 9 Mittwoch, den 29. Dezember 1915, J— R Don⸗ nerstag, den 30. Dezember 1915, S—3 Freitag, den 31. Dezember 1915. Städtische Unterstützung(Mietszuschuß): A— 9 Montag, den 3. Januar 1916, J— R Dienstag, den 4 Ja⸗ nuar 1916, S— 8 Mittwoch, den 5. Januar 1916. An Ver⸗ mieter, die Mietbeträge abholen: Donnerstag, den 6. Januar 1916.— Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vor⸗ mittags im Stadthaus, Zimmer 7, statt. Die Unterstützungen dür⸗ fen nur an den vorgenannten Tagen abgeholt werden. u Postanweisungen an Kriegsgefangene in England usw. werden jetzt im Haag nach dem tze von 11,20 Gulden 1 Pfund, umgeschrieben. * Rückgang der Maul⸗ und Klauenseuche. Die Maul⸗ und Klauenseuche hat in den letzten vier Wochen in Hessen⸗ Nassau sowohl wie im Großherzogtum Hessen einen erfreulichen Rückgang genommen. Während am 15. November im Reg.⸗Bezirk Cassel noch in 348 Gehöften, welche sich auf 62 Gemeinden in 15 Kreisen verteilten, diese Seuche festgestellt wurde, waren es am 15. Dezember nur noch 119 Gehöfte, die sich auf 40 Gemeinden in 10 Kreisen verteilen. Im Reg.⸗Bezirk Wiesbaden ging die Zahl der verseuchten Gehöfte von 328 in 24 Gemeinden und 10 Kreisen auf 156 Gehöfte in 27 Gemeinden und ebenfalls 10 Kreisen zu⸗ rück. Im Großherzogtum Hessen verminderte sich die Zahl der verseuchten Gehöfte von 201 auf 169. 6 Landkreis Gießen. Großen⸗Buseck, 24. Dez. Ihre Silberne D 5 1 5 feiern am 26. Dezember die Eheleute Christoph Volk, Bahnsteigschaffner, und seine Ehefrau geb. Schwalb. : 8 Kreis Büdingen. r. Nidda, 23. Dez. Gestern abend fand im hiesigen Lazarett eine erhebende Weihnachtsfeier mit Ge⸗ sangsvorträgen und Weihnachtsliedern statt. Sanitätsrat Dr. Koch hielt die eee, Pfarrer Wer⸗ ner die Festrede, Feuerwehrinspektor Vetzberger und Feldwebel Wenzel zollten den Veranstaltern den ge⸗ bührenden Dank. Eine reiche Bescherung der Lazarett⸗ Insassen schloß sich an. Kreis Alsfeld. Photographien von Großh. Bauinspektor Kuhlmann herausgezogenen Zeichnungen, welche die Rekonstruktion er⸗ möglichen. Die aus dem 16. Jahrhundert stammende alte Kanzel mit ihrem reichen konstruktiven Aufbau in Re⸗ naissanceformen, und den prachtvollen Einlagen und Bild⸗ hauerarbeiten ist vor einiger Zeit bei dem Brande der Beckertschen Schreinerei in Alsfeld vom Feuer zerstört wor⸗ den. Sie wird nun wieder(die Walpurgiskirche steht unter Denkmalschutz), wie sie ursprünglich war, hergestellt werden. Die Ausführung wurde der Hofmöbelfabrik Th. Brück in Gießen übertragen. Zu den Bildschnitzereien und Intarsien, ebenfalls nach den Entwürfen des Bauinspektors Huhl⸗ mann⸗Gießen, wurde Bildhauer Friese in Friedberg zugezogen. Kreis Wetzlar. ra. Wiß mar, 23. Dez. Feldwebel H. Bechthold(Garde— Fuß⸗Artillerie-Regiment Nr. 1) wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. ra. Braunfels, 23. Dez. Herr Muschenheimer in New Pork, Ehrenmitglied des hiesigen Turnvereins, hat aus Holland Kafsee überweisen und Mittel zur Beschaffung von Fett und Oel als Weihnachtsgabe an bedürstige Kriegerfamilien ver⸗ teilen lassen. Hessen⸗Nassau. [Marburg, 22. Dez. Dem hier wohnenden Rentner Dr. phil. Koch wurde aus Anlaß seines 50jährigen Doktor ⸗ jubiläums von der philosophischen Fakultät der hiesigen Uni⸗ versität das Diplom erneuert. —Gelnhausen, 33. Dez. Auf dem Bahnhofsplatz wurde heute mittag im Beisein der Behörden ein eiserner Hindenburg ⸗Schild aufgestellt und der Benagelung freigegeben. Der Entwurf zu dem Schilde entstammt vom hiesigen Landrat, Grafen v. Wartensleben. Fulda, 23. Dez. Inmitten des Krieges sind die umfangreichen Arbeiten am Bau des Kreiswasser⸗ werkes so flott gefördert worden, daß die Eröffnung in kurzer Zeit erfolgen kann. An dem Bau werden gegenwärtig zahlreiche gefangene Russen beschäftigt. Dem großen Werk ist auch der Bahnhof Fulda angeschlossen. Dieser entnimmt der Leitung jetzt schon täglich 6— 700 Kubik⸗ meter Wasser. 5 ul. Limburg, 23. Dez. Gleichwie die Bürgerschaft des Landsturm⸗Bataillons Limburg gedacht hat, hat sich auch das Landsturmbataillon der heimatlichen Kriegsfürsorge erinnert und für den„Stock in Eisen“ einen goldenen Nagel gespendet. Oberstleutnant Hein⸗ richsen hat ihn heute für und im Namen des Bataillons eingeschlagen. f Vermischtes. »» Strenge Kälte in Schweden. Wie die„Natio⸗ naltidende“ aus Stockholm meldet, herrscht in Schweden außer— ordentliche Kälte. In der Umgegend von Stockholm ging gestern das Thermometer auf 25 Grad Celsius unter Null zurück, in Jütland auf 53 Grad. Außerdem weht noch ein heftiger Nord- sturm, der bereits vielfach Verkehrsstörungen zur Folge hatte. So erleiden die Expreßzüge von Stockholm südwärts und nordwärts mehrstündige Verspͤtungen. Die bisher in Schweden gemessene niedrigste Temperatur betrug im Jahre 1881 49 Grad unter Null. * Krähen in der Bratpfanne. So viele Vögel dienen den Menschen zur Nahrung, manche sogar als gesuchte und teuer bezahlte Leckerbissen. Aber die Krähe wird fast überall als Nahrungsmittel verschmäht. In einer Gegend unseres Vaterlandes jedoch schätzt man sie hoch ein. In den großen Moorbrüchen des Kurischen Haffs und der Nehrung findet in der Zeit vom Oktober bis Mitte Dezember ein bedeutender Krähenzug statt. Der dort dann betriebene Fang mit Schlagnetzen ergibt solche Massenbeute, daß man die Krähen auf die Märkte von Labiau, Nemonien, Gilge, Mehlauken und andere bringt, wo sie mit 15—25 Pfennig für das Stück bezahlt werden. Gerupft und bratsertig liegen sie da zu Hunderten zum Kaufe aus, und die Litauerin, die ein solches Tier ersteht, spricht von ihm beschönigend als von einer„junge Duwe“(Taube). Die Vogelsteller heißen„Krägebieter“(Krähen⸗ beißer), weil sie kurzerhand mit ihren Vorderzähnen den gefangenen Tieren die Hirnschale einbeißen, was ohne Erzeugung von Blut vor sich geht. Wie wir der Jagdzeitschrift„St. Hubertus“ ent⸗ nehmen, versorgen sich die am Haff wohnenden Fischer zu allererst selbst mit Krähen, die sie, gerupft und ausgeweidet, in Fässern mit Salz einpöckeln, um für den Winter, wo sie oft wochenlang von jedem Verkehr abgeschnitten sind, weniastens etwas Fleischkost zu haben. Diese Leit nennt der Litauer auch den„Schacktar“, den er sehr fürchtet. Er versteht darunter sonst jene Zeit, wo das plötz⸗ lich eintretende Frostwetter nur solches Eis brachte, das nicht trägt, so daß der Verkehr mit dem Kahn oder über das Eis verhindert ift. Der meist dabei einsetzende Nordweststurm wird auch oftmals dem Menschen und dem Wild zum Verhängnis, weil er die Haff⸗ brandung weit in die Niederungen hineindrüickt. Schweizer Kriegshumor. In dem vom General- stabschef Theodor Sprecher von Bernegg eingeleiteten Schweizer Buch„Unser Volk in Waffen? findet sich folgende Probe schweize— rischen Kriegshumors: Ein Fremder fragt, ob er sich rechts oder links halten müsse, um nach Großaffoltern zu gelangen.„Ja“, antwortet ihm ein Einheimischer.„das darf ich Ihnen nicht sagen, ich bin neutral.“— Schwer von Begriff. Soldat:„Houpme, dr Binggeli mäidet sech ä“(Hauptmann, der Binggeli meldet sich an.) Hauptmann:„Chout er nih säge: Herr?“(könnt Ihr nicht „Herr“ sagen?) Soldat:„Houpme, der Herr Binggeli mäldet sich a!“(Hauptmann, der Herr Binggeli meldet sich an).— Das Merkzeichen. Es war auf einem angestrengten Marsche der Zürcher Landwehrtruppen im sonnigen Tessin. Der Hauptmann. der die Zeit gern nützt, prüst die Leute auf ihren Orientierungs- sinn hin.„Säget, Meyer, nach welcher Himmelsrichtung marschiert jetzt das Bataillon?“„Nach Süde, Herr Haupme.“„So, so, nach Süde, woraus schließt er das?“„Wiel i immer mehr schwitze mueß!“ Büchertisch. — Heinz Herald: Max Reinhardt. Ein Versuch über das Wesen der modernen Regie. Mit 11 ganzseitigen Szenen⸗ Bildern nach Entwürfen der Maler des Deutschen Theaters und einem Reinhardt-Porträt. 238 Seiten Groß-⸗Oktav. Kartoniert Mk. 3,80, in Halbpergament gebunden Mk. 5,50. Felix as lere Verlag, Berlin.— Der Verfasser, der lange Zeit selbst künstlerisch am Berliner Deutschen Theater arbeitete, hat seine Studien aus allernächster Nähe machen können. Hauptteile des Buches be— sprechen die soziale, dramaturgische, szenische und musikalische Seite des modernen Theaterproblems, andere erzählen von Reinhardts Schreibtisch- und Probenarbeit und von den Formen seiner Theater, in denen er sich neue Ausdrucksmöglichkeiten geschaffen hat. Ab- bildungen begleiten den Text. —— —— — Gießener Hausfrauen⸗Verein. Sonntag: Gerstensuppe, Ochsenfleisch mit Gurkensauce und Salzkartoffeln. Montag: Tomatensuppe, Sauerkraut und Leberklöße. Dienstag: Suppe von Leberklößebrühe mit geriebenen Kartoffeln, Reisauflauf. f 5 Mittwoch: Hammelfleisch mit Kümmelkohl und Kartoffeln. Donnerstag: Falsche Mockturtelsuppe, Kalbsragout und Kartoffelnudeln. Hafersuppe mit gebackener Kartoffelspeise“ und Alsfeld, 24. Dez Die Vergebung der Neuaus⸗ Dürrobst führung von Kanzel, Schalldeckel und Treppenbrüstung für die Walpurgiskirche in Alsfeld ist unter Mitver⸗ wendung der alten Treppe in engerem Wettbewerbe erfolgt. sführung geschieht nach den aus vorhandenen kleinen Freitag: Samstag(Neujahr): Apfelsuppe mit Sago, Rotkraut. Kartoffelbrei, Hasenbraten.. 0 8 4 Siehe Kochanweisung. Rot 5 f Gebackene Kartoffelspeise für 6 Personen): 6 rohe Kartoffeln werden geschält und gerieben, 100 Gramm Fett hinein geschabt, eine Hand voll Salz. In einen Topf mit heißen Fett oder Oel getan und im Backofen 2 Stunden gebacken. 5 Muschelragout: Die gereinigten Muscheln werden mit nur zwei Eßlöffel Wasser auf ein scharfes Feuer gebracht, m die Schalen sich geöffnet haben, aus dem Topf genommen und der Bart entfernt. Hierauf schwitzt man mit Butter feingehackte Zwie⸗ beln und etwas Petersilie, 1—2 Löffel Mehl und läßt alles gar, aber nicht braun werden, rührt die Tunke mit Bouillon⸗Würfel und dem Muschelwasser klar, würzt sie mit Pfeffer und etwas Salz. Alsdann läßt man die Tunke nochmals aufkochen, legt die ge⸗ säuberten Muscheln hinein und läßt sie darin ziehen. ——— Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. —— 2 2 2 8 3 8 a 8 de. e e e e eee etler SS i S e e 1915 ß 8 53„ 5 f 5 A 8 22 23. 25— 43 5,9 94—— 10 Regen 23.9— 3,3 5,4 94—— 10 24.7— 4,2 5,6 91—— 10 Regen Höchste Temperatur am 22. bis 28. Dez. 1915= + 4½ 0. Niedrigste„„ 22.„ 28.„ 1915— 0,8 C. Niederschlag: 4,4 mm. Letzte Nachrichten. Kriegsweihnachten. Berlin, 24. Dez. Friedliche Weihnachts stimmung herrschte gestern unter den Verwundeten im Orangerie⸗Lazarett zu Potsdam, wo die Kaiserin zur Christfeier erschien und nach einer tief zu Herzen gehenden Ansprache des Geistlichen jedem Verwundeten außer einem Kaiserbild einen Notizblock sowie ein Sträußchen blühender Veilchen und Maiglöckchen aus den König⸗ lichen Gewächshäusern überreichte. Die Kaiserin unterhielt sich mit allen Anwesenden, besonders auch mit den Aerzten und Schwestern, die eine Tasse aus der Königlichen Porzellanmanu⸗ faktur erhielten. a Berlin, 24. Dez. An der Weihnachksseier der deutschen Flüchtlinge aus Frankreich nahmen etwa 800 Flüchtlinge teil. a b 5 Berlin, 24 Dez. Ueber die Vorbereitungen von Weih⸗ nachts feiern auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen liegen bereits zahlreiche Berichte in den Blättern vor. Aus dem Großen Hauptquartier teilen die Kriegsberichterstatter als besonders würdig die eindringliche Ansprache des Feldoberpfarrers des Westens bei einer Feier mit, die von der Bahnhofskommandanturt dem Feldeisenbahnpersonal bereitet wurde. Der Prediger sagte darin: Wie man aus Sensenstahl Schwerter und aus Pflugscharen Spieße hämmern kann, so hat diese Zeit aus unseren Eisenbahnen, eine Einrichtung des Friedens, ein furchtbares Instrument des Krieges gemacht. Wo eine Lücke war, führten, wir die Streiter in die Bresche, wo Not war, führten wir die Hilfe herbei. Und doch liegt uns die Arbeit des Friedens im Blut. Wir vermitteln die Grüße zwischen der Heimat und dem Feldheere. Unser Stahlroß zieht die Weihnachtskarren von den Unseren her zu unseren Kriegern. Und wie groß wird erst unsere Freude sein, wenn wir den letzten großen Friedensdienst dem Heer er⸗ weisen und unsere siegreichen Truppen in die Heimat zurück⸗ befördern können und dann, wenn die letzte kranzgeschückte Loko⸗ motive hereinrasselt in die hohen Hallen eines deutschen Bahn⸗ hofes. Dann hat der Eisenbahner sein Werk getan; dann it Friede auf Erden. 99 9 f Französische Sorgen N 18 über das Anwachsen des Panislamismus. 3 Genf, 24. Dez. Briand ließ die Pariser Redaktionen er⸗ suchen, den italienischen Berichten über die erschreckende Aus⸗ dehnung der panislamitischen Bewegung in Asien und Afrika die Versicherung entgegenzuhalten, daß für den Schuz der französischen Kolonialinteressen, besonders der mit der wach⸗ senden Gefährdung des Suezkanals zusammenhängenden ernste Vorsorge getroffen wird. Im französischen Kolonialministerium herrscht die kürzlich in einer Senatskommissionssitzung ausge⸗ sprochene Anschauung vor, daß die französischen Interessen in Afrika von den englischen und italienischen grundverschieden sind, diesen sogar teilweise widerstreiten. Dabei sei bei jener für Frankreichs Zukunft bedeutsamen Angelegenheit im militäri⸗ schen Vierverbandsrat Vorsicht geboten. 1 Das Ende von Fords Friedens mission. Kopenhagen, 24. Dez. Wie die„National Tidende aus Kristiania meldet, verließ der Friedensapostel Ford am Donnerstag in aller Stille Kristiania und reiste nach Bergen, wo er heute abend an Bord des norwegischen Ozeandampfers„Bergenshuus“ die Rückreise na Amerika antreten will. Als Grund der plötzlichen Ab⸗ reise Fords wird angegeben, die Aerzte hätten Ford emp⸗ fohlen, sich zu schonen und ein milderes Klima aufzusuchen Alle übrigen Mitglieder der Expedition, die von der Ab⸗ reise nichts ahnen, reisten vormittags nach Stockho weiter. Den Miesmachern ins Stammbuch. tungen die in den —— — O d ol 2 Ja de Dberhessischer Kunstverein Gießen. Am dritten Weihnachtsfeiertag, vormittags 11 Uhr findet in der Ausstellung im Turmbaus gemäß 82 der Satzung öffentlich die Verlosung von Anrechtöscheinen auf Kunstwerke unter den Mitgliedern des Vereins statt. Zur Beiwohnung an dieser Verlosung wird ergehenst eingeladen. Der Vorstand des i Kunstverein eller 8. 8 er, 90108 Oberbürgermeister. 8 en Gestern morgen verschied sanft und unerwartet nach kurzem Kranksein unsere innigstgeliebte Tochter, Schwester, und Braut Emilie Wagner im Alter von 21 Jahren. Giessen(Schützenstrasse 17), den 24. Dezember 1915. Die Beerdigung findet am 2. Feiertag, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Statt besonderer Anzeige. In tiefer Trauer: Schwägerin, Tante Familie Andreas Wagner Ernst Nicolai, Bräutigam. 06816 JJ Eisen ach Die Verlobung unserer einzigen Tochter Alma Meine Verlobung mit mit Herrn Dr. med. vet. Ludwig Cost, prakt. Veterinärarzt in Bad- Homburg, beehren sich anzuzeigen Gutsbesitzer d. Trunk Dr. Ludwig Cost Und Prau. 0 Fräulein Bad-Homburg Weihnachten 1915 Alma Trunk zeige ich hiermit an zurzeit im Feld 03815 Die Geburt eines gesunden Töchterchens beehren sich anzuzeigen Professor Dr. Feist 2. Zt. Liebau und Frau geb. Schmalz 1 Emma Tränkner Otto Strasser 08814 85 Verlobte Giessen Kaiserslautern Weihnachten 1915 Anna Lotz Walter Compter Verlobte Friedberg(Hess.) Weihnachten 1915 Giessen 03811 5 Wieseck Statt Karten Eleonore Doringer Albert Seipp Verlobte Weihnachten 1915 Heuchelheim 9016 Grossen-Buseck Statt Karten Frida Rau Heinrich Kimmel Lehrer Verlobte Weihnachten 1915 Theater-Verein. Samstag, den 25. Dezember(l. Feiertag): egamgastzpiel der Oper Irocherzuglchen Holdbegters Die Gärtnerin aus Liebe (La finta giardiniera). Komische Oper in 2 Akten G Bildern) von W. A. Mozart. Neue Bearbeitung von Oscar Bie. Im 2. Akt: Nymphentanz. Anfang 5½ũ 6Uhr. Ende nach 8 Uhr. handlung von E. Challier, Neuenweg, Tel. 671, am 1 Uhr und von 3 Uhr an. 9787 Safé Ernst Ludwigs Am 2. und 3. Feiertag KUNSTLER KONZERT Militärkonzert 2. Feiertag im Philosophenwald ausgeführt von der 9 des II. ez „Kaiser Wilbelm“ 116. Leitung: B. Herrmann. Aufang 4 Uhr. Eintritt 40 Pfg. Wetzlar. nischer fügte. I. Felertag: Militär- Konzert 98 2⁰ ausgeführt von Mitgliedern der Kapelle des Infanterie-Ersatz-Bataillons „Kaiser Wilhelm“ Nr. 116. Eintritt 40 Pig. — 9927 Anfang 4 Uhr. Bauerscher Gesangverein = Am 1. Welhnachts-Felertag, abends 3 Uhr: Zusammenkunft mit Familie * im Franklurler-Hol. Der vorstand. 50er Vereinigung 1863/1913. Die diesjährige Jahresversammlung unserer Mit glieder findet in 19771 geselliger SAusammenkunft am 3. Weihnachtsfeiertage, abends 8 Uhr, vei Alters⸗ kollege Rahnefeld statt. Der Vorstand. 7 D Y 7 5 7 . Uns Wurde zu Weihnachten ein Hessischer Fechtvertin Waisenschut . gesundes TOCHTERCHEN beschert(Zweigverein Gießen.) Der Verein beabsichtigt eine Anzahl Halb⸗ Dr. Georg Heußel 2. Zt. im Heere Sie, 17 Kleidung als Weihnachtsgabe zu bedeuken. Elisabetn Heußel geb. Goebel„Meldungen nimmt am 28. Dezember, nachmittags Darmstadt(Martinspfad 72), 24. Dezember 1018. Faster 0 e e 1 — 20 Der Vorstand. Eintrittskarten von Mk. 6 bis Mk. 2 in der Musikalien Aufführungstag nur an der Theaterkasse von 11 bis Ach, viel hast du gelitten bei deiner ersten Dann zogst du zum zweitenmal hinaus, Aber bald kam die Trauerkund' nach Haus. Wer bätte das von dir gedacht, Dass du so früh zur Ruh gebracht. Teurer Karl, schlafe wohll Bräutigam den 24. Dezember 1915. Teilnahme bei dem wir herzlichsten Dank. von Liebig u. Fehling empfohlen, ist ein besonders 2 wirksames GA. und 2 2 9 Arristigungsmitiel für Kinder und Erwachsene. und Bonbons als beste Husten- Bonbons seit 50 Jahren bewährt. aun af Leib Giessen. An den Weihnachtsfeiertagen und am 1. und 2. Januar abends 8 Uhr: brosse Vorstellungen Hofkünstlers Bellachini Wunderbare Programme Preise der Plätze im Vor- kauf nur im Cafè Leib. Man verlange stets in den Apotheken u. Drogerien die Original- Packungen von An der Abendkasse. Sperrsitzu... 1. 75 Mk. Spgfreitz... 1.50 Mk. f. Plata. 20„ VVV Galenle—.50„ Galerie—. 50, Nachmittags-Vorstellungen inden statt am 2. Weihnachtstag und am 1. Januar 4 Uhr. 4 Daß von meiner Seite nur vorzügliches geboten Wird, ist wohl in Gießen bekannt. 06760 Hochachtungsvoll Strack-Bellachini. Cüĩͤĩõĩ8ö7E.. ¾ ¾ ͤ“ ̃̃⁵] 1 4 1 Den Heldentod fürs Vaterland bist Bester du gestorben, Mit deiner tapferen Hand hast du dir e erworben. und'. Poch Gott war immer mit dir und machte dich wieder gesund. Penn kaum 7 Wochen warst du in Feindesland, Da starbst du schon zu früh den Tod fürs Vaterland. Du warst der Mutter Stolz, des Vaters grösstes Glück, Nun kehrst du nimmermehr ins Elternhaus zurück. Wie magst du dich in letzter Stunde nach uns gesehnt im Elternheim, Nun ruhst du schon in fremder Erde, von uns sollst du nie vergessen sein. Am 9. Dezember, vormittags 6½ Uhr, starb infolge eines Herzschusses der treue Vater seines Kindes, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Enkel, Neffe, Onkel und Jäger Karl Wissner Kriegsfreiwilliger i. Kurh. Jägerbataillon Nr. 11, 3. Komp. Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille im noch nicht vollendeten 21. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Peter Wissner und Familie. Wieseck, Londorf, Heusenstamm, Bierstedt und Nied a. M., Wiedersehen war seine Hoffnung. Danksagung. Für den Beweis aufrichtiger schweren Verluste, der uns betroffen, sagen Familie Ed. Lutz Elpenrod, 23. Dezember 19015. a Milithr?- 00921 Konzer Weihnachtsfeiertage olel- Restaurant Happen. Haddhealer uieben Oir.: Hermann Stelngoetter. Samstag, 25. Desbr. 1915, 1. Feiertag) Anfang 5½ Uhr. Gesamtgastspiel der Oper des Großberzogl. Hoftheaters in armstadt. lie kirk us Liebe. Komische Oper in 2 Akten von W. A. Mozart. Ende nach 8 Uhr. Sonntag, 26. Dezbr. 1915, (. Feiertag) nachm. 3½ Uhr: Kleine Preise Kleine Preise Herrschaftlicher Diener gesucht. Schwank in Akten v. Eugen Burg und Louis Tauffstein. Ende 5½ Uhr. Abends 7½ Uhr; Gewöbnl. Preise(ermäßlgt) Neuheit! Neuheit: Der Juxbaron Posse mit Gesang und Tanz in Hellen von Pordes⸗Milo und Hermann Haller. Musik von Walter Kollo. Ende gegen 10% Uhr. Montag, 27. Dezbr. 1915 3. Feiertag nachm. 3½ Uhr. Volkspreise! FVolkspreisel Kinder-Vorstellung Hänsel und Gretel. Ein Märchenspiel in 4 Bildern v. Siegfried Stutz. Ende 5 Uhr. Abends 7½ Uhr: Kleine Preise] Kleine Preise Neuheit! Neuheit! Jie Aae Uuaelen Lustspiel in Akten v. Rudolf Presberu. Leo Walter Stein. Ende 10¼ Uhr. Soldaten vom Feldwebel abwärts zahlen bei allen Vorstellungen(außer Voltsvorstellungen aufe. 3.Sperrsitz nur b e Pre bet U