Nr. 302 Der Sleßener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; swermal wöchentlKreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag) zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche eitfragen Ferusprech Anschlusse: für die Schristlestung! 12 Verlag, Geschäftsstelledl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. 105. Jahrgang n General-Anzeiger für Oberhe Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Heschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Beck, amchen Gee f Donnerstag, 25. Dezember 1915 Ben gsvrei monatl. 85 Pf., viertel⸗ A jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Berantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; sur Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssagl! Fr. R. Zenz; für den Anzeigenteil: H. sel Die Schweiz lehnt zurzeit ab, einen Friedensvermittlungsversuch zu machen. Englische heerespermehrung. (TB.) Großes Hauptauartier, 22. Dezember. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Franzosen griffen am Nachmittag unsere Stellun⸗ gen am Hartmannsweilerkopf und am Hirzstein (nördlich von Wattweiler) unter Einsatz erheblicher Kräfte an. Es gelang ihnen, die Kuppe des Hartmanns⸗ wellerkopfes, die nach den offiziellen französischen Be⸗ richten allerdings schon seit Ende April in französischem Besitz gewesen sein soll, und ein kleines Grabenstück am Hilsenfirst zu nehmen. Ein Teil der verlorenen Stellungen am Hartmannsweilerkopf ist heute vormittag bereits zu⸗ rückerobert. Ein Angriff bei Metzeral brach vor un⸗ serer Stellung zusammen. 1 Auf der übrigen Front bei unsichtigem Wetter und Schneetreiben nur geringe Gefechtstätigkeit. Oestlicher und Balkan⸗Kriegsschauplaß. Keine wesentlichen Ereignisse. 5 Oberste Heeresleitung. Wie die Friedensaussichten stehen und welch geringe Hoffnungen sich zurzeit an etwaige Vermittlungsversuche neutraler Mächte knüpfen, das hat der verantwortliche schwei⸗ zerische Staatsmann für auswärtige Angelegenheiten gestern im schweizerischen Bundesrat ausführlich dargetan. Die so⸗ zialdemokratische Fraktion hatte eine Anfrage an die Re⸗ gierung gerichtet, ob nicht ein Waffenstillstand oder gar der Beginn von Friedensverhandlungen angebahnt werden könne. Trotz ihres ablehnenden Standpunktes und des ent⸗ sagungsvollen Inhaltes der Regierungserklärung kann man die Ausführungen des Bundesrats Hoffmann nur lebhaft billigen. Denn sie sind so durchaus sachlich, so ohne jeden Eigendünkel und ohne Effekthascherkünste. Der Antragsteller erklärte sich denn auch von der Antwort des Bundesrats befriedigt, und mit ihm werden die schweizerischen Sozia⸗ listen es sich an dieser schlichten und ausreichenden Klärung genügen lassen. Anders als die sozialdemokratische Minder⸗ heit imdeutschen Reichstag, die der Regierung die Kriegs- kredite nicht glaubte bewilligen zu sollen. Ist die Antwort des Bundesrats Hoffmann nicht zugleich eine Erwiderung und Widerlegung auf die Rede des Genossen Geyer, der be⸗ kanntlich unter Preisgabe aller Vorteile unserer gegen⸗ wärtigen Lage den Feinden den Friedenszweig aufdrängen möchte? Die schweizerische Regierung hält dafür, daß der Friedenswille gegenwärtig noch nicht kräftig genug eingesetzt hat, das heißt, er bestätigt, daß unsere Feinde durch⸗ aus nicht bereit sind, auf Grund und mit Anrechnung der jetzigen Kriegsergebnisse Frieden zu machen. Wenn eine neutrale Macht wie die Schweiz sich sorgsam davor hüten will, durch vorzeitige Schritte zur Anbahnung des Frie⸗ dens sich einen Mißerfolg, eine Abweisung zu holen, wieviel mehr Bedenken muß Deutschland, der Angegriffene, tragen, sich einer Ablehnung auszusetzen! Glauben die Herren Geyer und Konsorten etwa, die englische Stimmungsmache würde uns für einen solchen Beweis unserer Friedfertigkeit etwa ein Zeugnis kultureller Reife ausstellen? Oder sie würde davon ablassen, uns als Hunnen und Barbaren in der Welt anzuschwärzen? Nein, sie würde im Gegenteil vermutlich laut ausposaunen, daß Deutschland am Ende seiner Kraft angelangt sei. Hat doch auch ohne ein deutsches Friedensangebot gestern Herr Asquith im Unterhause die vermessene Erklärung abgegeben, die Kriegslage schreite immer mehr zugunsten Englands und seiner Verbündeten fort. Der einstimmige Beschluß des englischen Parlaments, das Heer um eine Million zu vermehren, zeigt uns überaus klar, wie unzeitgemäß heute Friedensbesprechungen sind. Wir dürfen den Feinden nicht den Willen zeigen, die Arbeit unserer erfolgreichen Heere bald einzustellem, sondern wir müssen mit Hindenburg nachdrücklichst erklären, daß wir nicht nur bereit sind, durchzuhalten, sondern auch den siegreichen Frieden zu erkämpfen. Der englische Ministerpräsident hat ferner kundgetan, England und seine Freunde seien entschlossen, den Krieg zu gewin⸗ nen, sie wollten von einem Sonderfrieden nichts wissen. Wir sind weit entfernt, diese Aussprüche allzu ernst zu nehmen. Asquith als Großsprecher und Flunkerer ist ja kein neues Kapitel. Aber wir dürfen an diesen Mann keine Worte, sondern nur Taten richten. Das Maß muß voll werden. Heute werden in London z. B. die Niederlagen an den Dardanellen noch aus vollem Munde beschönigt. Wir wissen nicht, ob der letzte amtliche türkische Bericht, der außerordentliche Beute im einzelnen aufführt, in der krampfhaft lächelnden Miene Englands eine Veränderun, . wird. Aber wir wissen, daß unsere Mittel, n 1 1 durch neue Schläge zuzusetzen, an Zahl und Stärke außerordentlich gewachsen sind. Und wir wollen den „Vorwärts“— der seinen Namen sehr zu Unrecht trägt— ruhig seine Fahnen zusammenrollen lassen, wenn er die neueste Entschließung seines Parteivorstandes höhnt und ab⸗ weist;— die neuen Straßen, die wir uns nach dem Orient aufgeschlossen haben, wollen wir nutzen, und das Kabinett Asquith soll recht bald aus seiner gemachten Ruhe aufs neue aufgestört werden. 0 Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht. Wien, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird 22. Dezember 1915. 25 5 5 1 ö Russischer Kriegsschauplatz. Stellenweise Artilleriekämpfe und Geplänkel. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Tätigkeit der italienischen Artillerie gegen die Tiroler Südfront hält an. Auch an den übrigen Fronten stellenweise vereinzelte Geschütkümpfe. Der Angriff einer feindlichen Kompagnie bei Dolje am Tolmeiner Brückenkopf brach in unserem Feuer zusammen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei Ipek wurden neuerlich 69 von den Serben ver⸗ grabene Geschütze erbeutet. Diese Zahl dürfte sich noch erheb⸗ lich steigern. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die Schweiz und die Anbahnung des Friedens. Bern, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Im Natio⸗ nalrat legte Greulich⸗Zürich namens der sozialdemo⸗ kratischen Fraktion folgende Interpellation vor: Gedenkt der Bundesrat allein oder mit den Regierun⸗ gen anderer Länder den Kriegführenden seine gute Dienste anzubieten zur baldigen Herbeiführung eines Waffen⸗ stillstands und Einleitung von Friedensverhandlungen? Als Chef des politischen Departements antwortete Bun⸗ desrat Hoffmann mit folgender Erklärung: „Wir perstehen das tiefe Friedensbedürfnis, das in unserem Volle 1 wird, und teilen die Sehnsucht nach einer bal⸗ digen Beendigung des schvecklichen Krieges, welchen die Geschichte kennt. Unser Land, wenn auch vom Kriege selbst verschont, leidet M gewaltig unter seinen Folgen. Es ist indessen nicht allein oder auch nur an erster Stelle unser eigenes Interesse, welches den heißen Wunsch nach Frieden hervorruft, wir sehnen ihn aus rein menschlichem Empfinden herbei, im Hinblick auf das unsag⸗ bare Elend, das der Krieg verursacht, auf die geschlagenen Wunden und das unbarmherzige Zerstörungswerk, das es an der Kultur vollbrachte, auf welche wir bis vor kurzem so stolz waren. Wir achten also die Gefühle, aus denen die Anfrage der Interpellanten hervorgegangen ist. Soweit sie jedoch darauf zielt, eine direkte Friedensaktion herbeizuführen, müssen wir unsere Vor⸗ behalte machen. Ein solcher Schritt ist zum Voraus dem Miß⸗ erfolg geweiht und der Mußdeukung ausgesetzt, so⸗ lange nicht auf beiden Seiten der kriegführenden Parteien die ihm entgegenstehenden im Gange der Ereignisse begründeten Wider⸗ stände durch eine im eigenen Lande vollzogene Wandlung der öffentlichen Meinung ohne fremdes Zutun überwunden sind. Ist diese Wandlung noch nicht vollzogen, so müssen nicht nur alle fremden Interventionsbewegungen auf dürres Erdreich fallen, sondern werden geradezu als lästige, wenig freundschaftliche Ein⸗ mischung empfunden und können sowohl der Sache des Friedens, als auch den zwischenstaatlichen Beziehungen zum Schaden gerei⸗ chen. Es ist Sache der individuellen Auffassung, ob der Friedens⸗ wille kräftig eingesetzt und zu einem ausreichenden Ergebnis ge⸗ führt hat. Der Bundesrat hält dafür, daß das heute noch nicht der 851 ist. Man wird es verstehen, wenn er in eine Darlegung der Gründe, die ihn zu dieser Auffassung der Sachlage führen, an diesem Ort nicht eintreten kann. Dessen aber dürfen wir Sie ver⸗ sichern, daß wir mit gespannter Aufmerksamkeit die Entwicklung der Dinge verfolgen und uns glücklich schätzen würden, wenn unser kleines Land, getragen von den Sympathien, die es mit den kriegführenden Nationen verbinden, getreu seiner traditionellen neutralen Stellung und in völliger Uneigennützigkeit auch nur in bescheidenem Maße dazu beizutragen vermöchte, den ersehnten dauerhaften Frieden herbeizuführen.“. 5 5 Ueber die Antwort des Bundesrats fand keine Erörte⸗ rung statt. Greulich erklärte sich von der Antwort des Bundesrats befriedigt. g Aus dem englischen Unterhaus. London, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) In der gestrigen Unterhaussitzung fragte Byles, ob die Regierung aus neuerlichen Reichstagsverhandlungen und den Reden des Reichs⸗ kanzlers Anzeichen entnehme, daß bei dem Hauptgegner Stim⸗ mung dafür sei, die Austragung der Fragen, die den Krieg ver⸗ anlaßt haben, vom Schlachtfeld in das Konferenzzimmer zu verlegen und ob die Regierung ein Eingehen auf solche Stimmung angebracht inde. Asquith erwiderte, der Fragesteller sei ebenso gut wie die zeiter der Regierung imstande, seine Schlüsse aus den Reichstags⸗ verhandlungen zu ziehen. Er habe der Erklärung vom 8. Dezember nichts hinzuzufügen. Thorne(Arbeiterpartei) fragte, ob die Beleuchtungsbeschränkungen in London vom 21. bis 27. Dezember aufgehoben werden könnten. Simon lehnte das wegen der Zeppelingefahr ab. Am Schlusse seiner schon gemeldeten Rede sagte Lloyd George: Wir brauchen Arbeiter für die neuen Fabriken. Die wundervollen Maschinen neuester Beschaffenheit zur Herstellung von Maschinengewehren bleiben unbenutzt, weil es uns an Ar⸗ beitern fehlt. Wir brauchen für die neuen Fabriken 80 000 gelernte und 200 000 bis 300 000 ungelernte Arbeiter. Davon hängt unser Erfolg im Kriege ab. Es ist töricht, von einer Ueberproduktion zu reden. Dieses Gerede dürfte aus deutsch⸗ 5 Kreisen stammen. Wir erreichen trotz unserer An⸗ trengungen noch nicht die Produktion Deutschlands oder Frank⸗ reichs. Und die Franzosen selbst halten ihre Pro⸗ duktion für ungenügend. Die Generale, die die Schlacht bei Loos mitgemacht haben, sagen, daß sie mit einer dreifachen Menge an Munition ein zwanzigfaches Ergebnis erreicht hätten. Lloyd George fuhr fort: Nur acht Prozent der Maschinen, die Drehbänke erstellen, arbeiten nachts. An gelernten Ar⸗ beitern fehlt es. 1 alles getan, um gelernte Ar⸗ beiter von der Armee beurl. 5 5 sen, sind dabei aber auf den größten Widerstand gestoßen. ir können nicht viel erreichen, wenn die Gewerkschaften nicht zulassen, daß ungelernte Arbeiter und Frauen die Stellen von gelernten Arbeitern einnehmen. Die parlamentarischen Führer der Gewerkschaften haben dem zuge⸗ stimmt, aber die örtlichen Gewerkschaften weigern sich. Wir müssen diesen Kampf in jedem Bezirke und jeder Stadt und Fabrik aus⸗ sechten. Wir können das Munitionsgesetz nicht zur Anwendung bringen, wenn nicht die Arbeitgeber selbst ungelernte Arbeiter und Frauen an die Drehbänke stellen. Lloyd George int der Sieg ab. Es ist die Frage, ob wir 885 Krieg binnen einem Jahre siegreich beenden können, oder ob er sich jahrelang hinziehen wird. Alles hängt von den Arbeitern ab. Es kann ge⸗ macht werden. Aber ich weiß nicht, ob es nicht zu spät ist. Dies ist ein verhängnisvolles Wort. Dort sind wir zu spät hingegangen; hier sind wir zu spät angekommen; wir haben diesen Entschluß zu spät gefaßt; wir haben unsere Unternehmungen zu spät begonnen, und wir kommen zu spät mit unseren Vorbereitungen. Die Heere der Alliierten sind beständig von dem höhnenden Gespenst des„zu spät“ verfolgt worden. Wenn wir uns nicht beeilen, wird Verdammnis auf unsere heilige Sache fallen, wofür so viel tapferes Blut ge⸗ flossen ist. Ich bitte die Arbeitgeber und Arbeiter, das„zu spät“ nicht als Aufschrift über den Portalen der Munitionsfabriken zu wählen. Alles hängt von den allernächsten Monaten ab. Auf der letzten Konferenz der Alliierten in Paris sind Beschlüsse gefaßt wor⸗ den, die den ganzen Verlauf des Krieges beeinflussen werden. Thomas(Arbeiterpartei) erklärte: Es sei Pflicht der Re⸗ gierung, alsbald in systematischer und geschäftsmäßiger Weise dem Arbeitermangel abzuhelfen. Das geschehe nicht dadurch, daß jedermann aufgefordert werde, nicht Munition herzustellen, sondern in die Armee einzutreten. Die Regierung trage eine große Verant⸗ wortung, denn jeder Arbeiter, der in die Armee eintrete, vermehre die Schwierigkeiten Lloyd Georges. Es sei Pflicht der Regierung, zu erklären daß die Kriegsleistungen Englands in der Herstellung von Munition und Verstärkung der Finanzlage bestehen müßten. Das sei die Moral der Rede Lloyd Georges. Die Nation solle sie sich zu Herzen nehmen. London, 22. Dez.(Wr. Nichtamtlich) As quith hat im Unterhause den Antrag eingebracht, die Re⸗ ann zu vermehren. Er teilte bei dieser Gelegenheit mit, daß Sir William Robertson, bisher Chef des Stabes in Frankreich, anstelle Sir wichtiges Kommando erhielt, des britischen Stabes wurde. Die kürzlich in Paris abgehaltene militärische Kon⸗ fere e zu einigen wichtigen Beschlüssen geführt. Die Verbündeten hofften von diesen Kouferenzen eine engere Zusammenarbeit und eine kräftigere Durchführung i 25 5 Die Verbündeten seienentschlossen, den rieg zu gewinnen. Sie wollten von einem Sonder⸗ frieden nichts wissen. Der Krieg nehme für fie einen immer günstigeren Verlauf. London, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Das Unter⸗ haus hat die Gesetzesvorlage, die die Vermehrung des Heeres um eine Million Mann vorsieht, einstim⸗ mig angenommen. 1 2 2 2 Große Beute der Türken an den dardanellen⸗ Der türkische Bericht. Konstautinopel, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Das Hauptquartier teilt mit: An der IJrakfront, bei Kut⸗el« Amara, versenkte unsere Artillerie zwei feindliche Monitore und verursachte durch einen Volltreffer eine Ex⸗ plosion bei einem anderen Monitor. Unsere Truppen näherten sich auf der Nordfront dem Stacheldrahtver hau der befestigten feindlichen Stellungen. An dar Kaukasusfront bbsteten die feindlichen Angriffe in der Gegend von Id am 20. Dezember dem Feinde einen Verlust von 8 Offizieren und 300 Mann, während unsere Verluste nur ein Drittel dieser Zahl betragen. 0 An der Dardanellenfront, bei Sedd⸗ül⸗ Bahr zeitweiliger Artillerie-, Bomben⸗ und Lufttorpedokampf. Unsert Batterien auf der anatolischen Küste der Meerengen beschossen erfolgreich Mortoliman und die Landungsstellen von Tekke Burnu. Sie versenkten bei Mortoliman zwei kleine Bvote, sowie bel Tekke⸗Burnu ein kleines Munmitionsschiff und trafen ferner ein Lastboot. In einem einzigen vom Feinde gesäuberten Abschnitte fanden wir Lebensmittel aller Art, die für die Ver provi⸗ antierung eines ganzen Armeekorps für lange Zeit ausreichen, sowie 1 Million Sandsäcke, ungefähr 1000 Zelte, 500 Wolldecken, 400 Tragbahren, 1000 Konservekisten, 50 Benzinfässer, einen Mörser bei Aghinedere, sowie eine Menge in die Erde vergrabener Mörsergeschosse, ferner 300 Kilometer Telephondrähte und 180 Meter Stacheldraht. Wir konnten die Munition, Kleidungsgegenstände und sonstiges erbentetes Material noch nicht zählen. Zum Rückzug der Engländer und Franzosen von den Dardanellen. London, 22. Dez. B. Nichtamtlich.)„Daily Mail“ sagt in einem Leitartikel: Der Rückzug der britischen Truppen von der Suvla⸗Bai darf als ein Zeichen dafür gelten, daß die Regierung endlich den ungeheuren Fehler erkannt hat, den sie mit dieser Expedition machte. Das Blatt bezeichnet die Rede Lloyd Georges als die schärfste Anklage, die bisher gegen die Regierung erhoben worden sei. Die„Morning Post“ sagt in einem Leitartikel: Die Preisgabe der Dardanellenfront wirft die ernste Frage über den Ursprung dieser Expedition auf. Die Nation wünscht zu wissen, ob dieselben Methoden, nach denen diese unternommen worden ist, noch wirksam sind. 5 Die„Times“ schreibt: Die Ankündigung der Zurückziehung eines Teiles der britischen Truppen von Gallipoli wird im Pu⸗ blibum peinlich überraschen. Das Blatt sagt, daß die Abrechmm g Verantwortung wegen der fihr das Unternehmen noch folgen müsse. schloß: Davon gierung zu N das Heer um eine Million 3 wald Murrays, der ein n . Kaonstantin bei Warna den Wachtdienst versieht. Die russi⸗ 7 2 den Kronprinzen sehr, Einzelheiten über die Stimmung in der Heimat zu hören, und er versicherte, daß bei allen seinen 555 dcona“⸗Note ist kurz. Es wird in ihr erklärt, daß die Riegie⸗ 58 da arn zugebe, daß das Schiff torpediert wurde, nachdem die 1885 5 1 5 0 5 beiter und Arbeiterfrauen sind wegen die Staatsgewalt vor das Kriegsgericht gestellt worden. Die Kriegsgesetze sehen für diese Vergehen Todesstrafe oder seien alle notwendigen Einschränkungen und Opfer, die wir Das sollten sich alle Kleinmütigen und Kriegsverdrossenen des weißen und farbigen Erfolg der Siegesanleihe und sagt, die verfügbaren Mittel des Staates eine bedeutende Ver⸗ der e eingetroffen. Sie ist von dem ameri⸗ überreicht worden. a N 0 die österreichi d pannover, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Seine Erzellenz, General der Infanterie v. Emmich, komman⸗ 8 dierender General des 10. Armeekorps, ist hier heute morgen Auflage wiederholt. Emmich findet am ersten Weihnachtsfeiertag auf dem Ehrenfried⸗ 5 50 in Stöcken bei Hannover inmitten anderer Heldengräber die Ein neuer Gesandter Griechenlands in Konstantinopel. 0 Athen, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Das Amtsblatt veröffentlicht die Ernennung des früheren Ministers des 3 Kallorghis, zum Gesandten in Konstanti⸗ nopel. 2 Ein russischer Angriff vor Warna. Sofia, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Telegraphenagentur. Wie die Blätter melden, näherten sich gestern vier russische Torpedoboots⸗ zerstörer, die die rumänischen Häfen überwachen, dem bulgarischen Torpedoboot, das vor dem Kloster des heiligen schen Einheiten feuerten auf das bulgarische Torpedoboot, das das Feuer erwiderte; auch die Küstenbatterien beteiligten sich am Kampfe. Kurz darauf dampften die Torpedoboots⸗ zerstörer davon. Das bulgarische Torpedoboot ist unversehrt geblieben. König Peter in Italien. Bern, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich)„Idea Natio⸗ nale“ meldet aus Neapel: König Peter ist in Be⸗ gleitung Paschitschs und anderer Mitglieder der Regie⸗ rung in Caserta eingetroffen. Er wurde von der Prin⸗ zessin Natalie von Montenegro r Der König machte einen völlig gebrochenen Eindruck. Aus Moskau. Moskau, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich)„Rußkoje Slowo“ meldet: In Moskau sind sechs Personen wegen Teilnahme an der Deutschenhetze und Plünde⸗ rungen fremden Eigentums zu zwei bis acht Monaten Ge⸗ fängnis verurteilt worden. Eine der Anzahl Ar⸗ iderstandes gegen vor. ** Ein Besuch beim bayrischen Kronprinzen. Berlin, 23. Dez. Aus einem Sonderbericht der„Ber⸗ iner Morgenpost“ von Fritz Soetz über einen Besuch auf dem westlichen Kriegsschauplatz verdient eine Schilderung eines Besuchs bei dem Kronprinzen von Bayern hervorgehoben zu werden, in der es heißt: Es interessierte schwere Zuchthausstrafe b ** Soldaten nur eine Meinung herrsche: durchhalten. Draußen Feindesland könne man erst so recht das unsagbare Glück messen, das unsere unvergleichlichen tapferen Truppen den eind aaf seiner erdrückenden Uebermacht nicht in das Land gelassen hätten. Gegenüber diesem unendlich Großen zu Hause bringen müßten, unendlich klein und unbedeutend. täglich immer wieder vor Augen halten, bis sie die Größe chehenen wirklich sehen lernen. Der Berichterstatter hrt fort: Des Kronprinzen besondere„Freunde“ sind die Engländer. Seine Stimme hob sich kräftig, als er seiner Genugtuung Ausdruck gab, daß ihnen ihr Aus⸗ hungerungsplan wie alle ihre strategischen Pläne auf dem ganzen Kriegstheater gründlich mißlungen seien. Seine timme wurde stahlhart, als er die bestimmte Hoffnun aussprach, daß seine Armee den Kitchener⸗„Millionen“ 1975 einen gehörigen Denkzettel geben würde. Die Verluste der eißen 1 waren schon bisher unver⸗ tnismäßig hoch, besonders unter den Offizieren, aber der große Schlag käme hoffentlich noch. Die französische„Siegesanleihe“. WTB. Nichtamtlich.) Der„petit serigen Verlautbarungen über den etwas größer werden durch die beträchtliche Zahl der zur Konvertierung eingereichten Bons, die dann bei Verfall nicht mehr eingelöst zu werden brauchten, so daß dadurch mehrung erführen. Das Blatt läßt sich von zuständiger Seite versichern, daß das Ergebnis einen sehr guten Erfolg dar⸗ Meldung des Reuterschen Burcaus. Die zweite amerikanische„An⸗ Washington, 22. Dez.(WTB. 1 5 keine Ursache sehe, auf eine Besprechung der Einzelheiten der 1 5 des Dampfers„Ancona“ einzugehen, e Maschinen gestoppt hatten und während noch Passagiere an Bord waren, was eine Verletzung des Völkerrechts und ber Gesetze der Menschlichkeit 71 0 Deshalb macht die amerikanische Re⸗ ch⸗ungarische Regierung für das Vorgehen es Kommandanten des U- Booies verantwortlich und wiederholt ihre Forderung vom 6. Dezember. Sie betont, daß die weiteren guten Beziehungen zwischen Amerika und Oesterreich⸗Ungarn von er Antwort Oesterreich⸗Ungarns abhängen werden. 5 2 — General v. Emmich 1. —— gegen 8 Uhr 1275 entschlafen.(In einem Teil der Berlin, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Vossischen eitung“ wird aus Hannover zum Tode des enerals mmich noch berichtet: Im Trauerhause erschienen mittags die Spitzen der Militär⸗ und Zivilbehörden zur F e etzte Ruhe. 5 Die Nachricht vom Tode des Generals von Emmich wird im anzen Deutschen Reiche schmerzliche Teilnahme erwecken. Ist — 5 mit seinem Namen die erste stolze Waffentat dieses Krieges, die Eroberung von Lüttich, verknüpft. Im weiteren Verlaufe des Krieges wurde der Name des Generals von Emmich während des galizischen Feldzuges nach dem Mai⸗Durchbruch am Du⸗ tajec genannt. Auch hier zeichnete er sich aus und erhielt als An⸗ erlenmma seiner Verdienste noch im Mai 1915 das Eichenlaub zum Four be mérite. Das Eiserne Kreuz 1. Kl. hatte er schon 8 Otto v Emmich wurde am 4. 8. 1848 geboren. Sein Vater starb als Oberst a. D. im Jahre 1872 Er besuchte das Gym⸗ nasium zu Minden und trat am Tage von Königgrätz, am 3. 7. 1866 in das 55. Infanterie⸗Regiment in Detmold als Junker ein. Im Jahre 1868 wurde er Sekondeleutnant, erwarb sich im Feld⸗ zug 1870/71 das Eiserne Kreuz 2. Kl. und war dann Bataillons⸗ und Regiments⸗Adjutant; 1874 wurde er Premierleutnant. Un⸗ ter Versetzung zum Inf.⸗Regt. Nr. 52 wurde er dann 1875 Ad⸗ jutant bei der 29. Infanterie⸗Brigade und verblieb in dieser Stel⸗ lung. bis er 1880 in das Inf.⸗Regt. Nr. 69 in Trier versetzt wurde; 1881 wurde er Hauptmann und verblieb nunmehr, ein Ausnahmefall, im normalen Frontdienst, bis er kommandierender General wurde. Die Kompagnie im Regiment 69 vertauschte er 1882 mit einer solchen des neu gebildeten Regiments 131 in Paderborn. 1886 wurde er in das Füsilier⸗Regiment 86(Flens⸗ burg) versetzt und stand dort auch als aggregierter Major(1890), bis er 1891 ein Bataillon des 1 Nr. 116 in Gießen erhielt. Kommandeur des Kurhess. Jägerbataillons Nr. 11 in Marburg wurde er 1894. In dieser Stellung wurde er 1895 Oberstleutnant. Als Oberst erhielt er im Juni 1897 8 0 Regt. Nr. 114 in Konstanz, als Generalmajor im Jahre 1901 die 31. Inf.⸗Brig, in Trier. Am 14. 2. 1905 erfolgte seine Er⸗ nennung zum Generalleutnant und Kommandeur der 10. Division in Posen. Dann wurde er am 29. 5. 1909 General der Infan⸗ terie und kommandierender General des 10. Armeekorps in Han⸗ nover. Im Jahre 1912 wurde er in den erblichen Adelstand erho⸗ ben. Seit 1880 war er mit Elise v. Graberg verheiratet. Der Ehe ist eine Tochter entsprossen. 125 f Nach dem„Berl. Lok.⸗Anz.“ hielt sich der General seit Mitte Oktober zur Erholung in Hannover auf, wo er jetzt im 67. Lebens⸗ jahre verstorben ist. Der Tod wurde durch Arterien verkal⸗ kung herbeigeführt. Oft hat der Generalarzt dem Korpsführer während des Feldzuges im letzten Sommer Schonung auferlegt. Emmich erwiderte aber stets: Es ist Krieg, da darf sich der Soldat nicht schonen. Der Kaiser hat General Emmich noch vor einiger Zeit in huldvollster Weise ermahnt, sich körperlich erst vollständig zu erholen, ehe er wieder zur Front ginge. a Der Stellvertretende Kommandierende General des 10. Ar⸗ meekorps widmet dem Dahingeschiedenen folgenden Nachruf: Heute morgen 8 Uhr verschied nach längerem im Kriege ent⸗ standenen Leiden der Kommandierende Gensral des 10. Armee⸗ korps, General der Infanterie à la suite des Flilsilierregiments Generalfeldmarschall Prinz Albrecht von Preußen(Hannoversches Nr. 73), Ritter des Ordens Pour le mérite mit Eichenlaub und anderer höchster Orden, Otto von Emmich. Seit 2. Juni 1909 an der Spitze des 10. Armeekorps stehend, bereitete er in fünfjähriger rastloser Friedensarbeit sein Korps für die hohe Aufgabe des Krieges vor. Mit ihm ist ein treuer Diener seines kaiserlichen Herrn und Vaterlandes, ein edler Mensch und tapferer Soldat, ist einer der Besten von uns geschieden. Der Name des Siegers von Lüttich, des tapferen Führers des 10. Armeekorps in ungezählten Schlachten und Gefechten, bleibt für alle Zeiten mit der Geschichte unseres Vaterlandes und Heeres eng verbunden. Er lebt aber auch unauslöschlich im Herzen seiner Soldaten fort, die mit Vertrauen und Liebe dem Führer folgten, der jede Gefahr und jede Entbehrung mit ihnen teilte und der durch sein persönliches Beispiel allen voranleuchtete. So wird die Persönlichkeit dieses hervorragenden Mannes fortwirken im 10. Armeekorps als das Vorbild eines preußischen Soldaten, wie er sein soll. Hannover, den 22. Dezember 1915. Namen der Be⸗ satzungstruppen des 10. Armeekorps: Der Stellvertretende Kom⸗ mandierende General v. Linde⸗Süden, General der In⸗ fanterie, à la suite des Füsilierregiments General feldmarschall Graf Blumenthal(Magdeburgisches Nr. 36). Das Telegramm des Kaisers. N Das Telegramm des Kaisers an Frau v. Emmich lautet: „Ich bin tief ergriffen durch die Nachricht von dem Heim⸗ gang Ihres Gemah's. Es ist uns dadurch ein Offizier ent⸗ rissen worden, den ich ob seiner vorbildlichen Treue und Hin⸗ gabe als Soldat und als Menschen hoch geschätzt habe. Wenn die Geschichte die schönsten Ruhmestaten dieses Krieges schildern wird— Lüttich, St. Quentin, Galizien, Polen — so wird sein Name mit an erster Stelle teen Das Korps verliert seinen allverehrten kommandi Ge⸗ neral, dem es als ersten Kameraden wie als Führer in gleichem Vertrauen, zugetan war. Gott tröste Sie in Ihrem tiefen Schmerze.“ Aus dem Reiche. Der Kaiser leicht erkrankt. f Berlin, 22. Dez.(WTB. Amtlich.) Seine Majestät haben die beabsichtigte Weiterreise zur Westfront wegen einer leichten Zellgewebe-Entzündung, welche Aller⸗ höchstdenselben zwingt, einige Tage das Zimmer zu hüten, verschieben müssen. * Berlin, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) In der heuti⸗ gen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme: Eine Vorlage betreffend die Ausprägung eiserner Zehnpfennigstücke, ein 1 betreffend die Ver⸗ längerung der Zuckerungsfrist für die diesjährige Weinernte, eine Vorlage betreffend die Anrechnung von Militärdienst⸗ zeiten und die Erhaltung von Anwartschaften in der In⸗ validen⸗ und Hinterbliebenenversicherung, eine Vorlage be⸗ treffend den Verkehr mit Kraftfahrzeugen, eine Vorlage be⸗ treffend das Verfahren bei Zustellungen. Zu dem vom Reichstag angenommenen Gesetzentwürfen betreffend vor⸗ bereitende Maßnahmen zur Besteuerung der Kriegsgewinne, betreffend die Kriegsabgaben der Reichsbank und betreffs des zweiten Nachtrags zum Reichshaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1915 wurde Beschluß gefaßt. Berlin, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Heute um ein Uhr erschien am Eisernen Hindenburg der königlich bul⸗ garische Militärbevollmächtigte Oberst Gantschew und schlug, im Auftrage des Königs Ferdinand fünfzig goldene Nägel(5000 Mark) im Namenszug des Generalfeldmarschalls ein. Dem König der Bulgaren 2 auf telegraphischem Wege für die erwiesene Gnade gedankt. Berlin, 23. Dez. Zur Versorgung Ostpreu⸗ ßens mit Elektrizität sollen nach dem Kriege Ueber⸗ landzentralen angelegt werden. Wie verschiedene Blätter aus Königsberg melden, beantragt die Provinz eine Staats⸗ beihilfe von 50 Millionen Mark als zinsfreies Darlehen. Aus Stadt und Cand. Gießen, 23. Dezember 1915. r Ehrentage der 222er. 16. Dezbr. 1914. Bei Baby wurden die Russen trotz starken Flankenfeuers gegen unsere Linien aus ihrer stark befestigten Stellung am Bahn⸗ damm vertrieben und verfolgt. Es wurden drei Maschinen⸗ gewehre erbeutet und 200 Gefangene gemacht. 19. und 20. De⸗ zember 1914. Bei Wale stößt das Regiment bei der Ver⸗ folgung auf einen 5 Gegner, hält aber seine Stelle. Am 20. Dezember wird der Feind von unserer Artillerie im 110 15 mit Infanterie heftig beschossen und ergreift die ucht.. Die zweite Genesungskompagnie Gießen, neue Kaserne, ist im Begriffe, sich eine kleine Bücherei einzurichten und läßt gütige Spender um Zuwendung ge⸗ eigneter Bücher bitten Die 5 können an die zweite Genesungskompagnie selbst gerichtet werden, oder werden i Oktober 1914 gleichzeitig mit einem gnädigen kaiserli Dandschreiben erhalten. f 5 auf telephonische oder Postkartennachricht hin abgeholt. Auch das Soldatenheim und die Kanzlei der Universitäts. Bibliothek sind bereit, Bücher entgegenzunehmen 5 * Die Ortskrankenkasse Gießen⸗Stabt hielt diese Woche im Postkeller ihre S Ausschuß⸗ litzung ab. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Vor⸗ sitzenden des Vorstandes Adam Volz wurde anstelle des zu den Waffen einberufenen Fabrikanten Horst Kaufmann Strauß als Vorsitzender des Ausschusses gewählt. Aus dem vom Geschäftsführer Fourier erstatteten Jahres⸗ bericht 1914 zu entnehmen, daß die Mitglieder⸗ zahl im Berichtsjahre durchschnittlich 8583 betrug gegen 5600 Mitglieder in 1913. Die Einnahmen der Kasse betrugen im Jahre 1914 347 783 Mk. gegen 245 656 Mk. im Jahre 1913. Ausgegeben wurden für ärztliche Behand⸗ lung 62692 Mk. gegen 48 582 Mk. im Jahre 1913, für Arznei und Heilmittel 34251 Mk. gegen 26816 Mk. im Jahre 1913, an Krankengeld 101675 W. gegen 81 091 Mk. im Jahre 1913, Wochengeld„ 6823 Mk. gegen 2383 Mk. im Jahre 1913, an Sterbege 5493 Mk. gegen 3165 Mk. im Jahre 1913, Krankenhaus⸗ pflege 27 162 Mk. gegen 22 205 Mk. im Jahre 1913. Die Verwaltungskosten betrugen im Jahre 1914 41 269 Mk. gegen 29009 Mark im Jahre 1913. Die erhöhten Aus⸗ gaben, denen eine entsprechend höhere Mehreinnahme gegen⸗ übersteht, sind auf die durch die neue Reichsversiche⸗ rungsordnung eingetretene wesentliche Erhöhung des Mit⸗ gliederbestandes usw. zurückzuführen. das Vermögen der Kasse betrug Ende 1914 leinschl. der Rücklage) 189 084 Mark; es hat sich gegen 1913 vermehrt um 23 138 Mark. In⸗ folge des Krieges 15 die Mitgliederzahl wesentlich zurück⸗ gegangen, trotzdem wurden seit Kriegsausbruch wesentliche Anforderungen an die 50 e gestellt. Nach den Ausführungen des Geschäftsführers wurden bis jetzt bereits 33 000 Mk. für Kranken- und Sterbegeld an Kriegsteilnehmer ausgezahlt; außerdem verursachte die Kriegswochenhilfe eine 1 15 der Kasse. Die Jahresrechnung 1914 wurde von der Versammlung genehmigt und der Verwaltung Ent⸗ lastung erteilt. In die Rechnungsprüfungskommission wur⸗ den die Herren Laudenbach, Nau und Kirchner ge⸗ wählt. i Ein Kuchenbacktag vor Weihnachten und Silvester. Wie wir im Anzeigenteile unseres Blattes bekannt geben, hat der Kreisausschuß das Kuchenbacken am Freitag, den 24. und 31. Dezember gestattet unter der Be⸗ schränkung der Bundesratsverordnung vom 16. Dezember 1915. Wir verweisen gleichzeitig auf die Bekanntmachung der e betr. das Ausbacken in Privathaushaltungen hergestellter Backwaren. a ** Stadttheater Gießen. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: Viel Abwechslung bringt der Spielplan der Feiertage. Am 1. Feiertag gelangt als Gesamtgastspiel der Darm⸗ städter Hofoper und Hofmusik die Mozartsche Oper„Die Gärt⸗ nerin aus Liebe“ zur Aufführung. Diese Vorstellung beginnt um 5½ Uhr. Der zweite Feiertag bringt für den Nachmittag eine Wiederholung des beliebten Schwankes„Herrschaftlicher Diener gesucht“, für den Abend die erste Wiederholung der so außerordentlich erfolgreichen Gesangsposse„Der Jupbaron“ mit Musik von Walter Kollo(Komponist von„Wie einst im Mai“). Am 27. Dezember wird 1 das Kindermärchen„Hänsel und Gretel“ gegeben. Am 27. Dezember abends findet eine Wiederholung des neuen liebenswürdigen Lustspiels von Presber⸗ Stein 17 7995 151 pe daun e die jüngst bei der Erstaufführung hier so vorzüg angesprochen hat. 1„irc rern aus Liebe“ von W. A. Mozart. Zur Einführung in die Oper, die am ersten Feiertag durch das Darmstädter Hoftheater auf. Theatervereins auf⸗ geführt wird, schreibt man uns: Diese rtsche Oper, in deren Mittelpunkt die holde Gärtnerin mit dem echt Mozartschen e steht, hat in den 140 Jahren, seit sie der 18jährige Komponist schrieb, die geistreichsten musikalischen Leute beschäftigt; eine Menge von Bearbeitungen, die sämtlich auf einer Breitkopfschen Partitur und einem Kleinmichels Klavierauszug fußen, sind erschienen, so auch in jüngster Zeit wieder zwei von den Berger und eine andere von dem bekannten feinsinnigen Musikschrift steller Professor Bie. Die erste kam in Mainz, die zweite in Darmstadt zur ersten Aufführung, einstudiert und geleitet von Generalmusikdirektor v. Weingartner. Bie übersetzt den ihm von Mozart gebotenen schäferlichen Entwurf in die Phantastik; das Uebersinnliche, das im Rokoko viel sach eine große Rolle spielt, nimmt bei ihm einen breiten Raum ein, Eine nüchterne Motioie⸗ rung des Geschehens wäre deshalb stilwidrig gewesen, und so führt Bie die damals obligatorischen Prologe ein, einen am Anfang und einen vor einer Verwandlung. Die Handlung wird von Solisten geführt, unter ihnen Gertrud Geyers bach, die seit 175 Zeit 1 band des 1 5 0 1 eren herrli timme r viele einen lan behrten Genuß bedeuten wird. De baden Prologe spricht die 5 7 75 Frieda Auf 0 11 des Balletts werden einen ymphentanz zur Aufführung bringen. f a Der musikalische Abend von Fräulein Elisabeth Felchner zum besten erblindeter Krieger, brachte einen Rein⸗ ertrag von 100 Mark, welcher der Zentralsammelstelle in Berlin überwiesen wurde. 5. 1 9 95* i Alice⸗Frauenveretn. Die Geschäftszimmer, Ab⸗ teilung für Kriegsgefangenenfürsorge, Liebesgabenabteilung, Aus⸗ kunftstelle, Kasse bleiben vom 24. bis 27. Dezember einschließlich, die Nähstunden vom 20. Dezember bis 3. Januar geschlossen. F x ren wird für die Einstellung 19 eine gro a iwilliger angenommen. Wer in eine Unteroffizier⸗Schule aufgenommen zu werden wünscht, kann beim Bezirkskommando— Zimmer 22— die Aufnahme⸗ bedingungen anfordern. Näheres im Anzeigenteil. * Entwichene Kriegsgefangene. In der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember 1915 sind aus dem Kriegs⸗ gefangenenlager Gießen die nachstehenden Engländer entwichen: 1. Soldat Candy Lenead, 2 Soldat Cooler Arthur 3. Kor⸗ poral Dawedon Georg es. Kleidung: Vermutlich englische Uni⸗ form oder Zivil. Die Uniform und gegebenenfalls auch die Zivil⸗ kleider sind mit roten Oelfarbenstreifen versehen. Es wird gebeten, die notwendigen Nachforschungen anzustellen und im Falle der Ergreifung dem Kriegsgefangenenlager Gießen sofortige tele⸗ graphische Nachricht zu geben.. 8 Pferde versteigerung. Montag, den 27. Dezember, vormittags 10 Uhr kommen auf dem Pferdemarktplatz in Darm⸗ stadt etwa 40 Stück Bunen un zum Verkauf. An der Versteigerung können nur hessische Landwirte teil⸗ nehmen. 5 Landkreis Gießen. u. Heuchelheim, 23 Dez. Auf dem Windhof, dessen Räume, wie bekannt, als Hilfslazarett Verwendung fand estern abend eine schlichte Feier statt. Diejenigen Frauen und ungfrauen Heuchelheims, die auch schon bisher als Helferinnen in genanntem Lazarett tätig waren, hatten es sich nicht nehmen lassen, den dort untergebrachten Ve oder sonstwie Er⸗ holungsbedürftigen eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Gegen 6 Uhr abends begann die Feier, die angesichts der drei kerzenschimmern⸗ den Weihnachtsbäume mit dem Liede„Stille Nacht, heilige Nacht“ eingeleitet wurde, worauf Pfarrer Dörr unter der Worte„Siehe, Zugrundelegung t n bei euch alle Tage bis an der Wels Ende“ eine der age entsprechende und zu Herzen gehende Weihnachtsansprache hielt. Nachdem noch mehrere musikalische Einzelvorträge und die von dem aus Verwundeten gebildeten Sängerchor unter Leitung seines Dirigenten, einem verwundeten Kameraden, eingeübten und schön vorgetragenen Weihnachtslieder verklungen waren, nahmen unsere Fel t. ihre Gaben, bestehend aus Weihna rinnen selbst angefertigten Brieftasche und gebenen aller Art, entgegen. An die Bescherung schloß sich ein en Kinzenbach. dessen an, an dem außer den Verwundeten auch die erschie⸗ nenen Gäste teilnahmen. Hernach entwickelte sich ein zwanglose⸗ Beisammensein. Die verschiedenen musskalischen und deklamato⸗ rischen Vorträge, meistens heiteren Inhalts, sowie ein guter Trunk boten die nötige Abwechselung und erzeugten eine recht gehobene Stimmung. Wohl jeder der Erschienenen mag aus den unteren Sälen des Windhofs mit dem Gedanken geschieden sein, einen schönen Abend verlebt zu haben.. l » Garbenteich, 22. Dez. Dem Reservisten Ludwig Bopp von hier im aktiven Inf.-Regt. 116, der seit Beginn des Krieges im Jelde steht, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Kreis Büdingen. i 4 Effolderbach, 23. Dez. Für hervorragende Tapferkeit erhielt das Eiserne Kreuz und ein namhaftes Geldgeschenk der Wehrmann Auqust Kraft im Res.-Inf.⸗Rat. 68. Stockheim, 22. Dez. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt der Unteroffizier Schmidt im Landsturm— Kreis Alsfeld. up. Von der Ohm, 23. Dez. Die Holzversterge⸗ rungen werden wohl im kommenden Jahre nicht so frühe statt⸗ finden können wie seither. Die Rotten der Holzmacher sind sehr zusammengeschrumpft. Die Leute brauchen also eine längere Ar⸗ beitszeit, um die Arbeit zu erledigen.— Im oberen Ohmtal fällt Infanterie-Regiment 10. man zurzeit an den Straßen eine größere Anzahl von Eschen. Das Eschenholz ist gegenwärtig sehr begehrt und steht hoch im Preise. Dazu erfüllt man mit dem Fällen der Eschen einen Wunsch unserer Landwirte, deren Aecker gerade die Eschen großen Schal zufügen. Auch als Straßenbaum hat die Esche abge⸗ wirtschaftet. Kreis Schotten. up. Unter⸗Seibertenrod, 22. Dez. Auch unsere Ge⸗ meinde bereitete ihren Feldgrauen ein besonderes Weihn acht s⸗ geschenk. Sie kaufte ein Schwein von einem Schlachtgewicht von 160 Pfund. Das wurde zu lauter Blut⸗ und Leberwurst ver⸗ arbeitet. Die Würste wurden geräuchert und den Soldaten zuge⸗ sandt. Da Wurst bei unseren Feldgrauen ein sehr begehrter Gegenstand ist, erhalten also unsere heimatlichen Krieger ein Christ⸗ kindchen, das ihnen schmecken wird. Kreis Friedberg. e, Friedberg, 23. Dez. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt Obargefreiterr Adolf Ruppel, Fußartillerie-Regiment Nr. 14. Starkenburg und Rheinhessen. 5 ch. Bingen, 22. Dez. Als der Schleppdampfer, in dessen Anhang der Schleppkahn„Karl Schroers“ Nr. 30 zur Talfahrt ausdrehen sollte, riß das Seil, das beide Fahr⸗ zeuge miteinander verband, ab und der Kahn trieb quer gegen die Landebrücke der Trajektboote, die zwischen Bingen und Rüdesheim verkehren. Es gelang, den Kahn, noch ehe er die Landebrücke wegdrängen und abreißen konnte, mit Draht⸗ seilen am Lande zu befestigen. Der Schleppdampfer nahm den Schleppkahn am hinteren Teile ins Schlepptau und zog ihn frei. Schaden an dem Kahn ist nicht entstanden. Kreis Wetzlar. f ra. Wetzlar, 23. Dez. Auf eine 25jährige Dienst⸗ zeit bei den Buderusschen Eisenwerken Lollar⸗Wetzlar konn⸗ ten in diesen Tagen zurückblicken die Arbeiter: Friedrich Felde⸗ Mainzlar, Heinrich Bittendorf⸗ Wißmar, Wil⸗ helm Jahnes⸗Daubringen, Gottfried Henkel⸗Salz⸗ böden und Heinrich Mandler⸗Dorlar. Die Hauptverwal⸗ tung hat jedem derselben ein Geschenk von 75 Mark ein⸗ gehändigt.. 5 ra. Launs bach, 23. Dez. In tiefes Leid wurden in diesen Tagen zwei hiesige Familien versetzt. Aus dem Felde kam die er schütternde Kunde, daß Hermann Rolls hausen, Familienvater von sieben unmündigen Kindern, durch eine Granate tödlich ge— troffen wurde. Rollshausen war früher in Lollar auf dem Hütten⸗ werk beschäftigt.— Am Montag starb in der Klinik zu Gießen das jüngste und einzige Töchterchen des Polizeidieners van der Stern, der vor Jahresfrist eine erwachsene Tochter und seine Frau durch den Tod verloren hat. Die Teilnahme mit den beiden schwer— geprüften Familien ist allgemein. Hessen⸗Nassau. Wm. Kirchhain, 23. Dez. In der letzten Schöffen⸗ gerichtssitzung wurde ein Kaufmann aus einem be⸗ nachbarten Orte, der den Höchstpreis für Petroleum um 2 Pfg. für den Liter beim Verkauf überschritten hatte, zu 5 Mark Geldstrafs verurteilt.— Ein Heuhändler hatte ent⸗ n dem Verbot des Kommandierenden Generals aus dem is Kirchhain Heu ausgeführt und wurde deshalb eben⸗ falls mit einer Geldstrafe von 5 Mark belegt. ra, Biedenkopf, 23. Dez. Kaufmann Hahn wurde in der Stichwahl zum Stadtverordneten gewählt. Frankfurt a. M., 23. Dez. Die Stadtverordneten⸗ versammlung bewilligte in ihrer letzten diesjährigen Sitz⸗ ung weitere acht Millionen Mark für Zwecke der tädtischen Kriegsfürsorge. Damit sind bisher von er Stadt nahezu 20 Millionen für Kriegsunterstützungen zur Verfügung gestellt worden. Zur Deckung dieser Aus⸗ gaben beantragte 125 Magistrat die Aufnahme einer 20-Millionen⸗ Anleihe. Das Haus konnte sich je⸗ doch über die Bewilligung nicht ohne weiteres schlug werden, sondern übertrug die Angelegenheit dem Finanz⸗ ausschuß.— Die seit Jahren übliche Vorlage des nächst⸗ jährigen Haushaltungsplanes am. der letzten Sitzung mußte wegen der durch den Krieg bedingten Nichtfertig⸗ stellung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Frankfurt a M., 23. Mit sofortiger Wirkung 10 der Magistrat den Kleinverkaufspreis für Auslands⸗ utter von 2,55 Mark auf 2,76 Mark das Pfund erhöht. Inlandsbutter wird nun wohl nicht mehr auf den Markt kommen.— Der frühere Oberarzt der hiesigen Irrenanstalt, Prof. Dr. Alzheimer, ist im 52. Lebensjahr zu Breslau gestorben. Die Bestattung findet auf dem hiesigen Haupt⸗ friedhofe statt. 4 —Idstein, 23. Dez. Ein in Amerika lebender Idsteiner, Fritz Weber, stellte der Stadtverwaltung für die Kriegsfürsorge 500 Mark zur Verfügung. Vom Main, 23. Dez. Während der Bergfahrt sank bei Klein⸗Wallstadt ein mit 7000 Zentnern Zement beladener La st⸗ kahn aus Offenbach. Die gesamte Ladung ist verloren. Der Schaden ist erheblich.. Wiesbaden, 28. Dez. Das Vertrauensamt eines Mitgliedes des Ausschusses für Festsetzung der Lebensmittel- höchstpreise in Wiesbaden hinderte den Butter⸗ und Eier⸗ ändler Johann Rathgeber nicht im mindesten, die Höchstpreise für Butter im eigenen. 1 erheblich zu überschreiten! Rathgeber wurde für diesen groben Ver⸗ trauensbruch und das Ueberschreiten der Höchstpreise vom Schöffengericht zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt. Das Alter des Mannes schützte ihn vor dem Gefängnis. ra. Roth bei Herborn, 23. Dez. Das Eiserne Kreuz Erster Klasse ist dem Unteroffizier Th. Pfeiffer von hier verliehen worden, Bei seiner letzten Anwesenheit in Strypa hal der Kaiser dem Tapferen die Auszeichnung persönlich überreicht. Das Zwillingsbrüderpaar Pfeiffer(aktiv im 11. Jägerbataillon), stand bei Ausbruch des Krieges bei dem Kommando auf Bahnhof —— Vermischtes. f Eine deutsche Weihnachtsfeier in Sibirien. Etwa 359 jener Unglücklichen, die die russischen Barbaren wider alles Kriegsrecht und alle Menschlichkeit aus Ostpreußen ver⸗ schleppt hatten, waren im September 1914 in Tobolsk an⸗ gekommen, wo man ihnen eine verlassene Brennerei, ein altes, hölzernes Gebäude, drei Stockwerke hoch, als Wohnung ange⸗ wiesen hatte. Die Räume waren zugig und kalt. In ihrer leichten Sommerkleidung, ohne Wäsche, außer der, die sie auf dem Leibe trugen, wären wohl die meisten dem Typhus erlegen, der schon in ihren Reihen zu wüten begann und viele Opfer forderte, wenn nicht der deutsche Konsul aus Omsk, Herr Oskar Nolte, der ebenfalls nach Tobolsk verbannt worden war, sich ihrer tat⸗ kräftig angenommen hätte. Er kaufte ihnen Stiefel, warme Jacken, Mützen und Wäsche, und erreichte es bei den maß⸗ gebenden Behörden, daß das im Verfall begriffene Gebäude einigermaßen hergerichtet und gegen die Kälte besser gesichert wurde. Das Essen bekamen die Leute von der Regierung geliefert; es war kraftlos, wie die Gefangenenkost in Rußland überhaupt. Am schmerzlichsten entbehrten sie alle Tee und Zucker, da das Bedürfnis nach einem warmen Getränk in der kalten Jahres⸗ zeit besonders groß ist Im Buchhändler⸗Börsenblatte gibt ein Schicksalsgenosse jener Verschleppten eine schlicht⸗ergreifende Schil⸗ derung ihres Ergehens und ihres Weihnachtsfestes. Der Winter ist die gesündeste Jahreszeit in Sibirien; am Firmamente ein märchenhaftes Funkeln und Flimmern; von Mitte Oktober bis Ende März nicht einen einzigen Tag Tauwetter. Als das Weih⸗ nachtsfest herannahte, bemächtigte sich der Verbannten in Tobolsk eine sehnsuchtsvolle Stimmung unruhiger Erwartung, als müsse das Fest eine besondere Freude bringen. Eine Bitte beim Gou⸗ verneur, eine allgemeine Feier zu veranstalten, wurde allerdings abgeschlagen, dagegen wurde erlaubt, für die armen Ostpreußen in der Brennerei einen Christbaum anzuzünden und kleine Geschenke zu verteilen. Diese Erlaubnis wurde jedoch so spät verfügt, daß nur wenige davon erfuhren— die Feierlichkeit wurde deshalb auch nicht durch neugierige Zuschauer beeinträchtigt. Gleich nach Dunkel⸗ werden versammelten sich die Ostpreußen in dem unteren Raume der Brennerei, und als der bescheidene Christbaum ange⸗ zündet war, erfaßte alle Herzen eine weihevolle Stimmung, Die schönen deutschen Christlieder erklangen, und dann hielt ein aus Semipalatinsk hierher verschickter Reichsdeutscher, ein ein⸗ facher Handwerksmeister, eine kurze, lernige Rede. Ohne Phrasen, in schlichten, aber packenden Worten, erzählte er von den wunder⸗ vollen Erfolgen der deutschen Waffen, die in nicht allzuferner Zeit allen die ersehnte Freiheit und die Rückkehr in die Heimat gewährleisten. Ein Hoch auf Vaterland und Kaiser schloß die eindrucksvolle Rede, und über manche Männerwange rannen Trä⸗ nen, die man nicht zu verbergen suchte. Aber dann brach die vaterländische Begeisterung durch;„Es braust ein Ruf wie Donner⸗ hall“ und zum Schlusse das eherne„Ein feste Burg ist unser Gott“ erklangen wie Verheißungen in die nordische Winternacht. Zucker, Tee, Weißbrot und Tabak wurden an alle verteilt. Die bescheidenen Gaben erregten wohl große Freude, aber die Haupt⸗ sache war doch für die armen Verschleppten die Heimatsstimmung dieses Abends und die frisch erweckte Hoffnung. Die brennenden Kerzen am grünen Tannenbaum, der deutschen Weihnacht Wahr⸗ zeichen, erstrahllen zu Tobolsk in der Christnacht 1914 aus allen Wohnungen, in denen die von ihren Heimstätten vertriebenen Reichsdeutschen eine Unterkunft gefunden hatten. * Der Präsident auf dem Kopfe. Die jüngsten Ver⸗ wickelungen in Haiti erinnern an einen kuriosen Vorfall, der sich dort nach dem Sturz des Präsidenten Salomon zutrug. Die kleine Republik hatte damals gerade eine ganze Menge neuer Brief— marken erhalten, die das Bild ihres Lenkers zeigten. Da dieser inzwischen abgesetzt worden war, schien es wenig an⸗ gebracht, die Marken in den Verkehr zu bringen. Unglücklicher— weise war die Lieferung aber bezahlt und bei den Einnahmen des Operettenstaates war es unmöglich, den ganzen Posten einfach zu vernichten und damit eine bedeutende Summe zu verlieren. Wie sollte man sich aus diesem Dilemma herausfinden? Die Not war groß, bis ein findiger Haitianer auf den probaten Gedanken ver⸗ siel, die fatalen Marken zwar in Gebrauch zu nehmen, sie aber nur unter der Bedingung zu verkaufen, daß sie umgekehrt auf— geklebt werden müßten. Der Sinn dieser Forderung war der, daß es nun so schien, als sei der gestürzte Präsident mit dem Kopfe nach unten hängend abgebildet, die schändlichste Strafe, die es in Haiti gibt. Die Lösung wurde an maßgebender Stelle mit Jubel aufgenommen und tatsächlich durchgeführt. 'Ein Krückstock des Alten Fritzen. Von den Krück⸗ stöcken Friedrichs des Großen, von denen vier Stück sich erhalten haben und un Hohenzollern-Museum in Berlin aufbewahrt werden, hat einer eine merkwürdige Wanderung durchgemacht. Es war ein Stock mit goldener emaillierter Krücke, der nach dem Tode des großen Königs im Stadtschlosse zu Potsdam auf einem Tische des Speisesaals vorgefunden wurde. Als Napoleon 1803 in Potsdam räuberte, ließ er den Stock ebenso wie den Degen des großen Königs als Andenken mitgehen. Später schenkte er den Stock dem Marschall Ney Dieser überließ ihn seinem Sekretär Bayot. Auf verschiedenen Umwegen kam er dann in die Hände des Lord Willoughby of Eresby. Als im Jahre 1870 die glorreichen Siege der deutschen Armee über die Franzosen alle Welt in Erstaunen setzten, war dieser englische Lord, wie viele seiner Nation, von den Erfolgen der deutschen Heere so begeistert, daß er den Stock 1 1 Kaiser als Geschenk„für die deutsche Nation“ zu⸗ tellen ließ. »Eine gute Ausrede für italienische Trinker. In der„Stampa“ wird folgende Anekdote erzählt, die den wein⸗ lustigen Italienern sehr willkommen sein wird: Als es Napoleon J. auffiel, daß einer seiner Offiziere dem Alkohol etwas zu lebhaft zusprach, ließ er ihn zu sich kommen und sprach:„Hauptmann, ich glaube, Sie trinken zu viel!“„Es ist wahr, Majestät“, antwortete dieser,„aber immer auf Euer Wohl!“ Wenn die Italiener, was ja nicht zu selten vorkommt, etwas zu viel von ihren Lieblings- getränken zu sich nehmen, wird man ihnen keinen Vorwurf machen können, denn stets werden sie patriotisch sagen:„Es stimmt, es war zu viel, aber ich trank auf das Wohl von Cadorna und Viktor Emanuel. Weihnachtsgruß. Weihnacht ist wieder im Land! Und wenn auch draußen noch blutig und rot Des Kriegs verheerende Fackel loht— Weihnacht ist wieder im Land! Ich grüß' euch, ihr Helden, aus deutschen Gau'n, Die fern ihrer Heimat das Christfest schau'n, Im Schützengraben, auf einsamer Wacht, Wir denken eurer zur Heiligen Nacht! Mit Kerzenflimmer aus stillstrautem Heim Grüßt euch die Heimat, ihr seid nicht allein! Auch eurer denk ich, die nimmer zurück Uns kehren zu Weihnachts- und Friedensglück.. Eure Seelen küßte himmlisches Licht, Doch Erde und Menschenleid läßt euch nicht. Ihr Toten, tot um des Vaterlands Ruhm, Unvergessen bleibt ihr im Herzen uns ruh'n! Doch froh nun den Blick zu denen gewandt, Die Weihnachten leben in deutschem Land! Wenn die Christnachtsglocken mit eh'rnem Mund Verkünden die heilige Heilandsstund', Dann dankt dir All-Deutschland, du feldgraue Schar, Und bringet dir Gaben und Lieder dar. Ihr, die von Wunden und Krankheit gequält, Immer mutig aufs Neu' den Arm gestählt! Ihr kämpft für Frieden und Sieg! Und wenn auch draußen so blutig und rot Noch immer Tod und Verderben droht— Frieden wird wieder der Welt! Ulrike Pfältzer. Mürkte. 1 Gießeu, 23. Dez. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund 1,90 0,00 Mk.: Hühner- eier das Stück 26—00 Pfg.; Käse das Stück 8—10 Pfg., Käsematte 1 Stück 3 Pig.; Tauben das Paar 1,40— 0,00 Mk., Hühner das Stlick 2,00—2,50 Mk., Hahnen 1,50 2,50 Mk., Gänse d. Pfd. 1,40—1,50 Mk., Ochsenfleisch das Pfund 1,20— 1,24 Mk., Kuhfleisch 1,10 Mk. das Pfund, Rindfleisceh das Pfund 1,20—1,24 Mk., Schweinefleisch das Pfund 150- 0/00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 1,20— 1,24 Mk. Hammelfleisch das Pfund 1,00—1,16 Mk.; Kartoffeln der Zentner 3,75 Mk.; Zwiebeln der Zentner 25—00 Mk.; Milch das Liter 26 Pfg.; Aepfel der Zentner 6—8 Mk., Birnen 7—15 Pfg. das Pfund; Nisse 100 Stück 50—60 Pfg.; Spinat 20—25 Pfg. das Pfund, Wirsing 1015 Pfg. das Stück, Gelberüben 10—12 Pfg. das Pfund, Rotkraut 15—25 Pfg. das Stück, Rosenkohl 20 bis 25 Pfg. das Pid., Kohlrabi 6—8 Pig. das Stück, Weißkraut 15 bis 25 Pfg. das Stück, Roterüben 7—8 Pfg., Römischkohl 6—8 Pfg., Blumenkohl 2050 Pfg.; Tomaten das Pfund 25— 30 Pfg.; Sellerie 6-10 Pfg. das Stück; Endivien 10—12 Pfg.— Marktzeit von 8 bis 2 uhr.— Fleischpreise auf dem Markte von answärtigen Händlern: Rindfleisch das Pfund 1,10 0,0 Mk., Rindfleisch⸗ Bratenstück das Pfund 1,10—0,00 Mk., Nierenfett das Pid 1,10 Mk., Leber- und Fleischwurst 1,30 Mk. das Pfund, Mettwurst 1,80 Mk. das Pfund, Schweinefleisch 1,40 Mk. das Pfund. ch. Bingen, 22. Dez. Marktpreise. Kartoffeln das Pfund 4 Pfg., Endivien das Stück 5 10 Pfg., Rotkraut das Stück 40—60 Pfg., Weißkraut das Stück 30—40 Pfg., Wirsing das Stück 1020 Pfg., Blumenkohl das Stück 3060 Pfg., Kohlrabi d. St. 5 Pfg., Karotten das Pfund 12 Pfg., Lauch das Stück 6 Pfg., Sellerie das Stück 1012 Pfg., Zwiebeln das Pfund 20 Pfg., Birnen das Pfund 12 Pig, Aepfel das Pfund 10 Pfg., Butter das Pfund Mk. 2,11, Käse, weich, das Pfund 30 Pfg., Handkäse das Stück 14 Pfg., Eier das Stück 25 Pig. fe. Wiesbaden, 22. Dezbr. Viehmarkt. Auftrieb: 395 Rinder(darunter 70 Oechsen, 25 Bullen, 300 Kühe), 267 Kälber, 30 Schafe, 200 Schweine. Bei lebhastem Geschäft und gleichen Preisen wie am 20. des Monats wurde bis auf Großvieh alles geräumt. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. 1 Sabbatfeier am 25. Dezember 19155: Freitag abend 4.05 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbatausgang 5.20 Uhr. Wochengottesdienst morgens 7.10, abends 4.00 Uhr. — g— meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 8 23 2 2 823 2 8 e Dez. S 38 8 g A S Ss ss Wees 1915 ĩ 1 r 7 8 4e 8 725 2 22. 2—[( 0,5 3,9 87—— 10 22,% 0%„% 10 23. 7%— 414 4,9 97—— 10 ö Höchste Temperatur am 21. bis 22. Dez. 1915 + 0,3“ C. Niedrigste„„, ie,, eee Niederschlag: 2,2 mm. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 24. Dez. 1913; Bedeckt, zeitweise Niederschläge, mild. Letzte Nachrichten. Die Entwaffnung der Serben in Griechenland. Budapest, 23. Dez. Wie„A Vilag“ aus Athen meldet, veröffentlichen dortige Blätter eine amtliche Note, wonach die griechischen Truppen die auf griechisches Gebiet ge serbischen Truppen entwaffnen. Der englische Ge⸗ sandte Elliot habe Skuludis eine englische Note überreicht, in der unbedingt daran festgehalten wird, daß die auf griechisches Gebiet geflüchteten und dort entwaffneten serbischen Truppen ihre Waffen zurückerhalten müssen. Skuludis erklärte, er werde die Note dem Ministerrat unterbreiten. Die Haftentlassung des Deutschenhetzers Schröder. Rotterdam, 23. Dez. Der„Rotterdamsche Courant“ teilt mit, daß die Haftentlassung des Chefredakteurs des Amster⸗ damer„Telegraaf“, Schröder, damit begründet wird, daß Schröder für den Inhalt des Blattes nicht als verantwort⸗ lüch zu betrachten sei, da kurz vor dem Erscheinen des inkrimi⸗ nierten Artikels ein anderer verantwortlich gezeichnet habe. Noch immer die Hoffnung auf die Aushungerung. Kopenhagen, 23. Die„Times“ f i Artikel, der die Regierung in schärssten Worten wegen abkommens mit Dänemark angreift: Gerade gegen Dänemark, einen unserer ältesten und vertrautesten Freunde, liegt uns gere jede Animosität vollständig fern. Aber gerade das wohl Interesse der Neutralen fordert die möglichst schnelle Beendigung des Krieges und das stärkste Mittel zur Beschleunigung dieses Abschlusses ist nun einmal die Absperrung Deutschlands. Die freundlichen Gefühle Englands werden von dänischer Seite minde⸗ stens mit gleicher Wärme erwidert, aber in der Frage des Handels steht Dänemark wie alle anderen neutralen Staaten gegen Eng⸗ land. Das Abkommen, das dem dänischen Handel emige Erleichte⸗ rungen brachte, ist bekanntlich in ganz Dänemark mit größter Ge⸗ mugtuung aufgenommen worden. Die Handelstonnage Englands. London, 23. Dez. Das Reutersche Bureau meldet: In einem Artikel über die Frachttarife schreibt die„Times“ daß durch den Rückzug von der Suvla⸗Bay wieder eine Anzahl Schiffe für den gewöhnlichen Verkehr frei wird, wodurch der Zustand in den Schiffahrtskreisen eine Verbesserung erfahre. Die„Times“ schätzt die Tonnage, die jetzt von der Regierung gechartert ist, auf nicht weniger als die gesamte Tonnage der deutschen Handelsflotte vor dem Kriege. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Die Bereitung von Backwaren; hier von Kuchen. Der Kreisausschuß hat durch Beschluß von heute das Kuchen, backen am Freitag, den 24. und 31. lf. Mts. gestattet unter den Beschränkung der Bundesratsverordnung vom 16. Dezember 1915 (Reichs⸗Gesetzbl. Nr. 182). Gießen, den 22. Dezember 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Langermann. Bekanntmachung. Betr.: Maul⸗ und Klauenseuche im Kreise Schotten. 2 Betzenrod und Ulrichstein ist die Maul⸗ und Klauenseuch⸗ erloschen. Gießen, den 20. Dezember 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. . J. V.: Hemmerde⸗ 1 in einem Handels⸗ 8 R a Die an uns Kommandeurs, des Büning, Theater-Verein. Samstag, den 25. Dezember(l. Feiertag): Leutnant und Kompagnie-Führer. Nachruf. gelangte Nachricht von dem Hinscheiden unseres Herrn Rittmeisters und Grossh. Hess. Landtagsabgeorüneten Eduard Lutz dus Elpenrod in Hessen Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Grossh. Hess. Tapferkeitsmedaille hat uns alle mit tiefer Trauer erfüllt. Seit Kriegsbeginn an der 8 bat er sich durch sein gütiges, bedachtes Wesen im Herzen all Wir werden ihm ein treues Gedenken bewahren. Im Auftrage der Reserve-Sanitäts-Kompagnie Nr. 18 In diesen Tagen verschied sanft Landgerichtsrat a. D. Wilhelm Müller. Die Einäscherung erfolgt in der Stille. Im Namen der Hinterbliebenen: Dr. Robert Müller. Legamgasköpiel der Oper Crobberzoglieten hoslberz. Die Gärtnerin aus Lieb (Ca finta giardiniera). Komische eue Bearbeitung von Oscar Bie. Im 2. Akt: Nymphentanz. Anfang 5½ Uhr. Ende nach 8 Uhr. Eintrittskarten von Mk. 6 bis Mk. 2 in der handlung von E Challier, Neuen weg, Tel. 671. Stag nur an der Theaterkasse von 11 Uhr und von 3 Uhr an. b er in 2 Akten 6 Bildern) von 85 A. Mozart. Musik alien- am bis 9787 . f ee DDr Unsere Geschäftszimmer, Abteilung f. 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Für die Unteroffizjer⸗Schulen wird für die Einstellung noch eine groß Zahl Freiwilliger angenommen. er in eine Unteroffizier⸗Schule aufgenommen zu werden wünscht, kann beim Bezirkskommando— Zimmer Nr. 3 75 bobene Webrösitcle en anfordern. egebobene Wehrpflichtige— 18, 10. a — bleiben außer Belrgcht. 5 1 e Für Unteroffizier⸗Vorschulen ndet. kanntmachung keine Anwendung. N A Gießen, den 17. Dezember 1015. Gr. Bezirkskommando: aumann, Oberstleutnant und Bezirkskommandeur. 9905 B Unserer verehrlichen Kundschaft zur Nachricht, daß wir Kuchen, die zuhause hergerichtet werden, in unseren Betrieben nicht 2 backen dürfen. 1655 Bäcker⸗Innung Gießen. Honiglebkuche sind wieder frisch zu haben bei 5 9872 H. Hettler, Grossh. Hoflieferant. 1916 Michaelsen, Müller, Lothar, Mannes- mann, Schmall, Hahn, Zacharias- Langhaus, Egert, Scheit, Oemler,. a daucke, Gottwald, Eæows ki Philipps, 5 cbriftsmaßiger Form von 3M ü Helden allezeit gedenken. * 5 Auf dem Felde der Ehre starben neben tapferen Unteroffizieren und Mannschaften die nachstehenden 0 Otfiziere des Regiments in treuer Erfullung ihrer Pflicht. Major Freiherr von Bernewitz Hauptleute Ouade, Fromm, Hersing Oberleutnants 15 Mootz, Mittermeier(d. R.), Sieger Leutnants d. R. Müller Emil, Morell, Hoehn, Martius, Angenete, Hein, Gengnagel Leutnant d. L. Adelberger Feldwebel-Leutnant Pfänder. Mit Stolz wird das Regiment seiner 9901 D Kuschel Major und Regimentskommandeur des Reserve-Infant. Regiments 118. Oelegenheitsposten Die Partieposten sind schnell vergriffen Backfisch Kostümröcke 18⁵ Au Reenßn Kinder-Samthütchen 195 mit Tuch, Wert MM Gestr. Seidenhauben 125 prachtvolle Neuheit, Wert 4 Mark. 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