4 227 Nr. 501 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich 8 Gießener Familienblätter; zweimal wöchentl. Kreis⸗ blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag), zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelled! Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. (TB.) Großes Hauptquartier, 21. Dezember. (Amtlich.) 5 Westlicher Kriegsschauplatz. Westlich von Hulluch nahm eine deutsche Abteilung eine e Sappe und wehrte einen nächtlichen Gegen⸗ angriff ab. Auf vielen Stellen der Front lebhafte Artilleriekämpfe. Keine Ereignisse von Bedeutung. Oestlicher Kriegsschauplatz. In der Nacht vom 19. zum 20. Dezember hatte eine vor⸗ geschobene russische Abteilung das nahe vor unserer Front liegende Gehöft Dekschi(südöstlich von Widsy) besetzt; sie wurde gestern wieder vertrieben. Südlich des W hgonows⸗ koje ⸗Sees und bei Kosziuchnowka, nordwestlich von Czartorysk, wurden feindliche Erkundigungsabteilungen ab⸗ gewiesen. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unveründert. Oberste Heeresleitung. 7 E** Wie nach der im Anschluß an die Rede des Reichs⸗ kanzlers vorausgegangenen gemeinsamen Erklärung der bürgerlichen Fraktionen nicht anders zu erwarten war, hat der Reichstag gestern den neuen Kriegskredit von zehn Milliarden Mark mit erdrückender Mehrheit bewilligt. Es war eine Selbstverständlichkeit, über die nicht viel Worte zu machen ist. Wenn wir sehen, wie die Welt unserer Feinde in ihrer Verblendung noch immer an die Niederringung Deutschlands, an die Zerstörung seiner Einrichtungen glaubt, gibt es nur einen Weg: so lange weiter zu kämpfen, bis den Gegnern jede Hoffnung schwindet. Es mußte dabei aus⸗ gesprochen werden, daß der Friede, für den wir so viel Blut und Gut aufwenden müssen, auch ein starker und sieg⸗ reicher Friede sein muß, der uns die Gewähr zu bieten hat, daß das Feuer von Haß und Neid gegen das Deutschtum nicht noch einmal das Weltgebäude in Flammen setzen wird. Nachdem die Fraktionen der bürgerlichen Parteien sich ausgesprochen hatten, wartete man mit einiger Span⸗ nung, wie die Sozialdemokratie bei der Abstim⸗ mung über die finanziellen Bedürfnisse sich verhalten würde. Es war mit Bestimmtheit verlautet und nach der bekannten Rede Scheidemanns auch anzunehmen, daß e die sozialdemokratische Fraktion in ihrer großen Mehr⸗ heit die Kriegskredite bewilligen würde. Diese Erwartung ist denn gestern auch erfüllt worden und zwar unter Verhält⸗ nissen, die wir als erfreulich bezeichnen können. Was der Ab⸗ geordnete Ebert in einer ausführlichen, unzweideutig klaren Rede dabei zum Ausdruck brachte, ist im Grunde nichts als eine nachträgliche Zustimmung zu der Erklärung, die Herr Spahn im Namen der übrigen Fraktionen Neresen hatte. Nur in der Verwerfung von Eroberungsplänen und Gebiets⸗ erwerbungen unterscheidet sich die Stellungnahme der so⸗ zialdemokratischen Vertreter von derjenigen der anderen Vertreter des Volks.„Wir erheben Einspruch gegen Erobe— rungspläne, die darauf hinausgehen, andere Völker zu ver⸗ gewaltigen“, so lautet die betr. Stelle in den Ausführungen Eberts. Daß damit die Forderung verknüpft sei, al les be⸗ setzte feindliche Gebiet wieder zurückzugeben, darf man wohl schwerlich folgern. Es liegt eine Freude und Genugtuung auch der Mehrheit der Sozialdemokratie in den Worten ihres Sprechers, das deutsche Volk und seine Verbündeten hätten„unvergleichlich Großes voll br acht“. Auch dem Standpunkte des Reichskanzlers(der auch der Standpunkt aller verständigen Deutschen ist) hat der Abg. Ebert volles Verständnis entgegengebracht, indem er darauf hinwies, daß Herr v. Bethmann Hollweg mit Recht die Verantwortung abgelehnt habe für die Fortsetzung des ent⸗ setzlichen Kriegselends. Die Mehrheit der Sozialdemokratie bekennt mit Ebert die Enttäuschung über das Ver⸗ halten des gegnerischen Auslandes, in dem alle maßgeben⸗ den und wirklich einflußreichen Faktoren noch immer an die mögliche Zerschmetterung des Zentralbundes glauben. Aus dieser Erkenntnis der Lage haben nur 20 sozialdemo⸗ lratische Abgeordnete, die ihre Grundsätze für wichtiger halten als die Macht der Tatsachen und das Gebot der Stunde, nicht die erforderlichen Folgerungen ziehen wol⸗ len. Was ihr Wortführer Geher dabei geltend machte, läuft darauf hinaus, daß wir trotz allem dem gegnerischen Aus⸗ lande zu einem Bittgang entgegenrücken sollten, sozusagen barfüßig, da wir auf alle ernstlichen Bedingungen eines dauernden künftigen Friedens von vornherein durch feier⸗ liche Erklärung verzichten sollten. Damit suchen diese Herren ihr friedliches Gemüt zuberuhigen. Was sie aber politisch erreichen, was die Folge sein würde, wenn der ganze Reichstag dieses törichte Verhalten sich zu eigen machen würde, das bedenken die Eigenbrödler nicht bis zum Ende. Ein Hohngelächter der Feinde draußen wäre die Folge, eine Stärkung all derjenigen kräfte und Bestrebungen, die darauf hinauslaufen, den Krieg bis zur Erschöpfung Euro⸗ pas zu verlängern! Ein Kongreß der„Federation Socialiste de la Seine“, der am 20. Dezember in Paris über die Frie⸗ densfrage beriet, hat, wie wir soeben aus der„Guerre Socialiste“ erfahren, mit großer Mehrheit einen Beschluß gefaßt, wonach die Fortsetzung des Krieges bis zur Nieder⸗ werfung des deutschen Imperialismus nötig sei und Beziehungen erst wieder angeknüpft werden ollten, wenn sich die deutsche Minderheit voll⸗ indig von der Scheidemannschen Mehrheit ge⸗ 25 wonach die Herstellung des alten Rechks⸗ . 3 5 1 Senenal ungegr fr Oberhesel Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. zustandes Elsaß⸗Lothrin gens eine Bedingung für den Frieden sei. Die sozialdemokratische Partei hat allen Anlaß, mit den Brechern der Parteidisziplin ein ernstes Wort zu sprechen. Ob eine Spaltung sich aus den Meinungsver⸗ schiedenheiten innerhalb der Sozialdemokratie ergeben wird, steht noch dahin. Wir erhalten über eine vorläufige Ent⸗ scheidung der Fraktion folgende Meldung: Berlin, 22. Dez. Die sozialdemokratische Frak⸗ tion trat sofort nach der gestrigen Vollsitzung des Reichstages zusammen, um Stellung zu der nunmehr vollzogenen Tatsache des Disziplinbruches zu nehmen. Die Aussprache endete, wie der„Vorwärts“ mitteilt, mit der Annahme folgender Ent⸗ schließungmit 63 gegen 15 Stimmen: Die Fraktion er⸗ blickt in der Sonderaktion einen Disziplinbru ch bedauer⸗ lichster Art. Die Sonderaktion zerstört die Einheit der parla⸗ mentarischen Aktionen in der schwierigsten politischen Lage und ist darum aufs schärfste zu verurteilen. Die Fraktion lehnt die Verantwortung für jede Sonderaktion und für alle sich daraus ergebenden politischen Wirkungen ab. 0 0 85* * Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 21. Dez.(WT. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 21. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Gegennder Rafalomka am Styr wurde eine russische e zersprengt. Sonst stellenweise Geschütz⸗ ämpfe. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Artilleriekämpfe an der Tiroler Südfront dauern fort. Zwei italienische Kompagnien, die nachts gegen den Monte San Michele vorzudringen versuchten, wurden aufgerieben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Verfolgungskämpfe gegen die Montenegriner führ⸗ ten gestern neuerlich zur Erstürmung einer feindlichen Stel⸗ lung nördlich von Berane. 5 Unsere Truppen haben in den letzten zwei Tagen etwa sechshundert Gefangene eingebracht. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * 85 Der türkische Sieg an den Dardanellen. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 20. Dez., 8 Uhr abends.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront begannen unsere Truppen in der Nacht vom 18. zum 19. und am Morgen des 19. Dezember bei Anaforta und Ari Bur nu nach heftiger artilleristischer Vorbereitung mit Angriffsbewegungen gegen die feind⸗ lichen Stellungen. Um diese Bewegung aufzuhalten, unternahm der Feind nachmittags bei Sedd⸗ül⸗Bahr mit allen Kräften einen Angriff, der vollkommen scheiterte. Der Feind mußte einsehen, daß der Erfolg unserer gegen Norden vordringenden Angriffe un⸗ ver neidlich war. Er schiffte in der Nacht vom 19. zum 20. Dezember in aller Gileeinen Teilseiner Trup⸗ pen ein. Nichtsdestoweniger konnte der Feind trotz dichten Nebels die Verfolgung durch unsere Truppen während seiner Rück⸗ zugsbewegung nicht hindern. Die letzten Berichte von heute sagen, daß unsere Truppen Anaforta und Ari Burnu vom Feinde so gründlich gesäubert haben, daß dort auch nicht ein feind⸗ licher Soldat zurückblieb. Unsere Truppen drangen bis zur Küste vor und machten sehr große Beute an Mu⸗ nition, Zelten und Kanonen. Nußerdem schossen wir ein feindliches Wasserflugzeug ab, das ins Meer fiel, und machten den Führer und Beobachter zu Gefangenen. 5 Der feindliche Angriff bei Sedd⸗ül⸗Bahr am 19. De⸗ zember nachmittags nahm folgenden Verlauf: Der Feind unter⸗ hielt eine Zeitlang ein heftiges Feuer aus seinen Landgeschützen aller Art und von seinen Monitoren und Kreuzern aus gegen unfere Stellungen. Dann griff er mit allen Kräften nacheinander unseren rechten Flügel, das Zentrum und den linken Flügel an; aber unsere Truppen brachten seine Angriffe zum scheitern und trieben die Angreifer mit ungeheueren Ver lusten in ihre Stellungen zurück.— An den anderen Fronten keine Verände⸗ rungen. Konstantinopel, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Irakfront bei Kut⸗el⸗ Amara dauern die örtlichen Kämpfe mit Unterbrechungen fort. An der Kaukasusfront wurde in unserem Zentrum, im Abschnitt von Id, ein von ungefähr einem Regiment unter⸗ nommener feindlicher Angriff gegen unsere durch zwei Kompagnien verteidigte Vorpostenstellung leicht angehalten. An der Dardanellenfront ist die Zählung des bei Ari Burnu und Anaforta vom Feinde zurückgelassenen Kriegsmaterials und von Militärausrüstungsgegenständen aller Art noch nicht abgeschlossen. Unter der bei Ari Burnu gemachten Beute befinden sich zwei schwere Geschütze und ein Schneider⸗Feldgeschütz, große Mengen von Muni⸗ tion, namentlich Gewehr und Maschinengewehr⸗Munition, eine große Zahl Maultiere, sowie Munitionswagen, Zelte voll Lebens⸗ mittel, Telephon- und Pioniermaterial. Die feindlichen Schiffe beschossen gestern bis zum Abend mit Heftigkeit ihre verschiedenen Lagerstellungen, um die von ihnen preisgegebene Beute zu ver⸗ nichten, was ihnen aber nicht gelang. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr auf dem rechten und linken Flügel nichts von Bedeutung. Das feindliche Zentrum unternimmt hin und wieder Angriffe, die jedesmal zurückgeschlagen werden. Eine Aeßerung der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung.“ Berlin, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nordd. Allg. Zeitung“ schreibt: Der glänzende Erfolg der türkischen Truppen an der Dardanellenfront wird in ganz Deutsch⸗ land freudig begrüßt. Dieser letzte Schlag gegen die Feinde auf Bezu asvre jährl. Mk. 2.59, du Abhole- u. Zweigstel monatl. 75 Pf.; jährl. ausschl. Beste ausw. 20 Pf.— Hau fur Stadt und La Vermischtes für den Anzeigenteil: Mittwoch, 22. Dezember 1015 monatl. 85 Pf., viertel⸗ rch len durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ g. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., pt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; nd, und Ge⸗ richtssaal: Fr. R. Zenz; H. Beck, sämtlich in Gießen. der neue zehnmilliarden⸗Aredit vom Reichstag bewilligt. Abe Hemel, Js es, Gol, ul. f gesungsbine am LE, Km S e e, schluß der ruhmreicher Meerengen. Damit ist der gegnerische Plan endgült bei den Dardanellen der Türkei den Todesstoß zu ver Mißerfolg der englisch⸗französischen Flottenangriffe dem Zusammenbruch der Operationen zu Lande an. Die Abf der Feinde der Türkei sind in ihr Gegenteil verkehrt wor sind darauf ausgegangen, die Türlei zu vernichten. Ergebnis aber ist eine neue Stärkung der Türkei. Au mütigen Kämpfen um seine Unabhängigkeit wird Volk ungeahnte Kräfte ziehen. Das Bewußtsein, auc lichsten Gegners sich erwehrt zu haben, wird ihm d geben, auf der nun beschrittenen Bahn zu größerer öherem Gedeihen emporsteigen zu können. S * fortgeführt wird. Das Unheil, das dem türkisch Feinden zugedacht worden war, wird ihm zun . folg zu Erfolg schreiten. Wir beglückwünschen ihn von Herzen dem abermals bewiesenen Heldenmut seiner tapferen Krieger. gescheitert, D 1 1 2 5 1 1 5 5 f rieg eine sichere moralische und materielle G ge gewonnen, auf der der begonnene Aufbau des erneuerten ot ischen Reiches Volke von seinen 1 0 Mit freu; digem Stolze sehen wir Deutschen unseren Bundesgenossen von Er⸗ zu 8 Die Meldungen der Feinde. 120 5 9 8 das Kabinett vor einiger Jeit gefaßt habe.“ 5 hat nähere Einzelheiten über die Räumung von Ari . in Berührung mit dem Feinde kam. Infolge dieser Konzentration Aunserer Linie mit größe aft geführt werden. General Mon⸗ oe rühmt die kommand den Generäle und die Flotte sehr, die mit außerordentlicher Geschicklichbeit die Truppen nach anderen Stellen verbracht habe.“ Paris, 21. Dez.(Zens. Frkft.) Amtlicher Bericht über das Expeditionskorps an den Dardanellen: Am 19. Dezember lieh unsere Artillerie einem von den eng⸗ lischen Truppen mit Erfolg geführten Augriff gegen die türkischen Schützengräben am Westrande der Halbinsel Gallipoli ihre Beihilfe. Gemäß dem zwischen den verbündeten Generalstäben verabredeten Plane entschloß sich das englische Kommando, die Truppen, die es 5 am Suvla⸗Kap gelandet hatte, auf einem anderen Kriegsschauplatz zu verwenden. Diese Truppen hielten auf dem Nordteil der Halb⸗ insel Gallipoli Stellungen besetzt, deren strategischer Wert durch die neue Entwickelung der Operationen im Orient vermindert wor⸗ den war. Die Einschiffungen der Truppen mit ihrem Material fand unter den besten Bedingungen statt, ohne daß die Truppen von den Türken beunruhigt worden wären. ö Freude in Konstautinopel. Honstantinopel, 21. Dez.(Wen Nichtamtlich) Die Nachricht von der vollständigen Niederlage der Engländer und der Räumung der Abschnitte von Anaforta und Ari Bur nu ist hier spät abends be⸗ kannt geworden; sie verbreitete sich allmählich in der ganzen Stadt und rief ungeheure Freude hervor. Alle Tür⸗ ken beglückwünschen einander und sprechen den Wunsch aus, daß auch der Abschnitt von Sedd⸗ül⸗Bahr bald ge⸗ säubert werden möge. Rumänisch⸗bulgarische Verhandlungen. Die rumänische Getreideausfuhr. Bukarest, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Das Ge⸗ kreidelieferungsgeschäft auf 50 000 Waggons kann als abgeschlossen betrachtet werden. Finanzminister stines cu hat eingewilligt, daß die Hälfte des Ausfuhr⸗ olles in Gold hier bezahlt wird, während die andere Hälfte Gold bei der Reichsbank zu erlegen ist und bei Friedens⸗ 5 zum Parikurs ee werden kann. Die Be⸗ ung der Ware findet an der Grenze statt. Bereits ge⸗ ste Vorräte sind in das Geschäft einbezogen. Die griechischen Wahlen. Genf, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Athen wird gemeldet, daß die Parteiverhältnisse inder Kam⸗ mer sich wahrscheinlich erst in zwei bis drei Tagen feststellen lassen. Es werde lich, da infolge der Wahlenthaltung der Venizelos⸗Partei die ganze Kammer mit verschwindenden Ausnahmen der Regierung folge, nur um die Anhängerschaft Der Minister Gunaris, Rhallis und Thetokis handeln. Man glaube, daß die Gefolgschaft Gunaris' sich auf 220 is 250 beziffern werde. Ein Ministerwechsel sei jedoch un⸗ wahrscheinlich. Gunaris gab die Versicherung des unbeding⸗ Zusammenwirkens mit allen gegenwärtigen Kabinetts⸗ N* die somit die Kammermehrheit hinter sich haben 5 3 N Eine Rede Tiszas über die Kriegsdauer. Budapest, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Ministerprä⸗ 5 t Tisza führte im Magnatenhaufe bei der Beratung des Budgetprovisoriums über Krieg und Frieden aus: Hohes Haus! Diesen Krieg haben wir nicht hervorgerufen, nicht wir es, die gegen die in Frieden lebenden Nationen, Staaten und iche Angriffe richteten. Nicht wir waren es, die lebende Stücke s dem Körper friedfertiger Nachbarn mit räuberischer Hand her⸗ sreißen wollten. Aber wenn der Krieg nun einmal heraufbe⸗ wurde, werden wir ihn bis zum Ende durchlämp⸗ u. mit jener Entschlossenheit, die der Sieg bereits an unsere ihnen geheftet hat. Lebhafte Eljenrufe.) Und wenn man fragt, ie lange der Krieg dauert, kann ich nur erwidern, daß zie Antwort jene zu erteilen haben, die ihn heraufbeschworen. Lebhafte Zustimmung.) Diesen Krieg kämpfen wir zu Ende, bis hre gegen unsere Sicherheit, Unabhängigkeit und nationale Größe ichteten Angriffe aufhören. Wir führen den Krieg fort, bis sere Feinde einsehen, daß jede weitere Fortsetzung desselben nur der Menschheit überflüssige Leiden verursacht, ohne unsere Feinde auch nur um Haaresbreite ihren Zielen näher zu bringen. Die Ereignisse, die sich auf den Kriegsschauplätzen abgespielt haben, richten die Situation zur Reife. Heute können bereits unsere de damit im reinen sein, daß sie das Ziel ihres An⸗ üffes nicht erreichen können, und auch darüber im en sein, daß unser Sieg Bürsschaften unserer Sicherheit schaffen d und keineswegs Angriffe gegen die Existenz der übrigen oßmächte in sich schließt, wie ihr Sieg sie gegen unsere Existenz sich geschlossen hätte. Lebhafte Zustimmung.) H euterst jede weitere Fortsegung des Krieges von ihrer Seite ein ganz zweckloses Blutvergießen und eine ganz ecklose Kraftvergeudung. Wenn die Fortsetzung leider auch von uns den Vexlust werlvollen Blutes erheischt, so ist es doch zweifellos, daß diese Fortsetzung viel größere Opfer dem verlieren⸗ den Teile auferlegt, der wenigstens teilweise auch die Verluste des egenden Teiles zu tragen haben wird. Heute wird jeder Tropfen tes, der in diesem schrecklichen Ringen der Nationen noch ver⸗ ssen wird, vergeblich vergossen und schreit zum Himmel. Die antwortung haben jene zu tragen, die diesen für die ganze gelt so schrecklichen Krieg aus egoistischen Absichten und durch euchlerische Schlagworte verdeckten Eroberungsgelüsten herauf⸗ chworen haben und ihn nicht einstellen wollen.(Lebhafter Bei⸗ fall, Händeklatschen.). Die Einberufung des österreichischen Landsturms. Wien, 20. Dez(Zens. Frkft.) Amtlich wird für die nächsten Tage eine Kundmachung angekündigt, wonach die Landsturmjahr gänge 1871 und 1870 für den 17. Ja⸗ nuar 1916, dann die Jahrgänge 1865, 1866 und 1867 für wart sschwore den 21. Januar 1916 zur Einberufung gelangen. Es wird Jahrgänge bis auf weiteres im Hinterlande und in den Etappenräumen zu verwenden, während allerdings die jüngsten Jahrgänge des zweiten Aufgebots voraussichtlich noch als Ersatz für die Front in Betracht kommen dürften. N 1 Die Kämpfe in Flandern. London, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Presse⸗ bureau meldet aus dem britischen Hauptquartier: Beiderseits heftige Beschieß ung bei Ypern. Ein feind⸗ licher Angriff mit Handbomben bei den Steinbrüchen von Hulluch wurde heute abgeschlagen. Gestern fanden 44 Luft⸗ kämpfe statt. Zwei feindliche Flugzeuge wurden gezwun⸗ gen, hinter den eigenen Linien zu landen. Eines unserer Flugzeuge wird vermißt. Die englischeu Verluste in Mesopotamien. Konstantinopel, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die Agentur Milli meldet: Die amtlichen englischen Mitteilungen vom 9. Dezember über unsere großen Verlustein Mesopota⸗ mien sowie die Einzelheiten über die vollständige Vernichtung einer unserer Divisionen sind vollständig erlogen. Nicht eine türkische Division, nicht einmal ein türkisches Bataillon ist während dieser Kämpfe vernichtet worden. Unsere Einheiten, die zu Beginn der Schlacht bei Ktesiphon in den Kampf verwickelt waren, bestehen noch ganz vollzählig. Die Engländer verheim⸗ lichen die Hälfte ihrer Verluste. Tausende von Leichen, die sie auf dem Schlachtfelde ließen, wurden mit großer Mühe auf⸗ gelesen. Abgesehen davon ist die Zahl ihrer Verwundeten ungeheuer. Die Engländer vermochten nur von einem der drei Schiffe, die wir erbeuteten, die Waffen zu entfernen; zwei dieser Schiffe werden jetzt gegen sie verwendet. Einige der sechs den Engländern abgenommenen Flugzeuge führen Flüge über den feindlichen Stel⸗ lungen aus. Die Beute, die wir an Waffen, Munition, Ausrüstungs⸗ gegenständen und Lebensmittelvorräten gemacht haben, ist un⸗ geheuer. Wechsel im Oberbefehl der russischen Nordarmee. Petersburg, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Ein kaiserlicher Ulas enthebt 75 General Rußki von seiner Tätigkeit als Oberbefehlshaber der Nord⸗ armeen unter Belassung seiner Stellungen im Reichsrat und obersten Kriegsrat.— Der Kaiser hat an General Rußki ein Handschreiben gerichtet, in dem gesagt wird, daß die große militärische Arbeit, die der General geleistet hat, um die schwere Aufgabe der Verteidigung der Landeshaupt⸗ stadt zu erfüllen, seine Gesundheit ernstlich ange⸗ griffen habe und ihm die Erholung und Pflege dringend notwendig mache Der Kaiser dankt Rußki für die erzielten glänzenden Ergebnisse und spricht die Hoffnung aus, ihn bald wieder an der Spitze der Truppen zu sehen. Die Erfolge des englischen Munitionsamtes. London, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Munitionsminister Lloyd George machte im Unterhause wichtige Mitteilungen über die Ar⸗ beiten des Munitionsamtes. Im Mai erzeugte England täglich 2500 Stück Granaten und 13000 Schrapnells. Lloyd George gab Einzelheiten über Maßregeln, die getroffen worden seien, um die Erzeugung von Munition zu beschleunigen, und über den Ankauf von Maschinen zur Einrichtung von 33 nationalen Granatenfabriken, ferner über den Anfauf von Maschinen und Rohstossen in Amerika, die ausreichend gewesen seien, um den Bedarf der Engländer auf Monate hinaus zu decken und noch eine beträchtliche Menge den Verbündeten zu überlassen. Er sprach weiter von den Erfolgen, die sein Mini⸗ sterium dank der Unterstützung durch Redmond in Irland aufzuweisen hatte. Nach Ablauf weniger Monate hätten die pri⸗ vaten britischen Firmen allein dreimal soviel Geschoßmäntel für hochexplosiwe Granaten erzeugt als im Mai fämtliche Arsenale und Fabriken in Großbritannien zusammengenommen. Außerdem hätten sie noch außerordentlich große Mengen anderer Bestand⸗ teile geliefert; die Ergebnisse seien außerordentlich befriedigend gewesen. Ueber die MWunitionseinfuhr aus Amerika sagte Lloyd George, das Munitionsministerium habe mehrere Millionen Pfund erspart, indem es erreichte, daß die Preise herab⸗ gesetzt wurden. Zum Beweis für die Geschwindigkeit, mit der die Munition hergestellt wurde, erklärt Lloyd George die monatliche Menge, welche bei den Operationen im September abgeschossen wurde, sei außerordentlich hoch gewesen. Trotzdem sei kein Mangel eingetreten. Der Generalstabschef habe im Gegenteil erklärt, daß er mit der gelieferten Menge sehr zufrieden war. Das sei der Erfolg viermonatiger genauester Sparsamkeit. Eine große Menge der verschossenen Granaten sei binnen Monatsfrist wieder ersetzt worden. Großbritannien werde bald imstande sein, eine gleich große Mengen in einer einzigen Woche zu liefern. Lloyd 0 deutete sodann auch auf die Erzeugung einer beträchtlichen Zahl Kanonen größten Kalibers hin. Seit Juni sei die Er⸗ zeugung von Maschinengewehren verfünffacht, nach Neu⸗ jahr werde sie noch bedeutender sein. Die Zeit liege nicht mehr fern, wo England imstande sein werde, seinen ganzen Kriegs⸗ bedarf selbst zu decken. Die Erzeugung von Handgranaten sei, vervierzigfacht. In vierzehn Tagen wurden so viel Lauf⸗ gräbenmörser hergestellt, wie im ganzen 1. Kriegsjahre Es sei eine Schule errichtet worden, wo die Arbeiter die Herstellung von Laufgräbenmunition lernen. Noch andere Maßregeln seien er⸗ griffen worden, über die er aber nicht sprechen dürfe. Sehr nütz⸗ liche experimentelle Arbeiten seien im Gange. Ueber die Erzeu⸗ gung von hocheyplosiven Stoffen sagte Lloyd George, sie seien nicht nur u„um den Bedarf der Engländer zu decken, sondern auch unt den Verbündeten eine ansehnliche Menge davon abzutreten. Der Minister schloß: Es wäre falsch, auf diesem Gebiete zu sparen. Man könne für 200 Mill. Pfund schon riesige Munitionsmengen herstellen; das seien doch nur die Kosten von 40 Tagen Kriegsführung. Von einer Ueber⸗ 1 9 5 1 855 e die 17 17 5 1 8 er⸗ mahnte dann die Gew haften, sich nicht 0 ie Einstellun ungelernter Arbeitskräfte zur Wehr 700„ 25. General Dewet freigelasseu. Johannesburg, 20. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. General De wet un 118 andere Gefangene, die wegen Hochverrates ver⸗ urteilt worden waren, wurden freigelassen. e Die zweite Note Amerikas an Desterreich⸗ungarn. Köln a. Rh., 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Köln. 3 berichtet aus Washington: Die zweite Note der hiesigen an die Wiener Regierung gibt einige Tatsachen an, die von Wien gewünscht worden waren, verweigert aber die Erörterung von Einzelheiten. Die amtliche Mitteilung des österreichisch⸗ uungarischen Flottenkommandos wird als genügende sachliche Unter⸗ lage für die amerikanischen gen angesehen. Demnach steht fest, daß die Wiener Regierung zugebe, daß die„Ancona“ torpediert worden ist, während sich noch Fahrgäste an Bord befan⸗ den, Dieses Zugeständnis genüge, weitere Bestätigungen durch Offiziere oder Ueberlebende der„Ancona“ seien unnötig. Hier herrscht der Eindruck vor, daß ein Bruch mit den Zentral⸗ mächten beabsichtigt ist. Eine große Ueberraschung ist jetzt das Verhalten von Roose pelt, der sich wiederholt wegen der Angriffe auf Deutschland entschuldigt und die Notwendigkeit für sie Wilson in die Schuhe schiebt. Das japanische Marineprogramm. 1 Do kio, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der das Bestreben der Militärverwaltung betont, die ältesten Petersburger Telegraphen-Agentur. Im Haushaltsausschuß George am Mittwoch, den 29. Dezember, statt und erklärte der Marineminister, daß das neue Marinepro⸗ gramm, das von dem Landesausschuß bewilligt worden sei, den Bau zweier Geschwader vorsehe, von denen jedes vier Ueberdreadnoughts und vier Panzer⸗ kreuzer zählen wird. Die Kosten des Programms, dessen Erledigung die Zeit von 1917 bis 1920 beanspruchen wird, betragen 254 Millionen Hen, abgesehen von den Kosten für f die Vorbereitungsarbeiten im Jahre 1916. 1 J Der Seekrieg. London, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Lloyds mel⸗ det: Der britische Dampfer„Huntly“, wel N der deutsche Dampfer„Ophelia“ war, ist versenkt worden. Der britische Dampfer„Belford“ aus Glasgow wurde versenkt; die Vesatzung ist gerettet. ö 1 Aus Stadt und Cand. Gießen, 22. Dezember 1915. * Amtliche Personalnachrichten. In den Ruhe⸗ stand versetzt 1 15 30. November ds. 85 der 5 Christoph Bill an der Volksschule zu Klein⸗Umstadt, Kreis Dieburg, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, vom 1. Dezember 1915 an.— Der i hat zum 1. Dezember ds. Is dem Lehrer Christoph Bill zu Klein⸗ Umstadt anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand das Ritter⸗ kreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.— Der Großherzog hat am J. Dezember ds. Is. folgenden Beamten der Hessͤsch⸗Preußischen Eisenbahngemeinschaft aus Anlaß ihrer am 1. Dezember ds. Is. erfolgten Versetzung in den Ruhestand die nachbenannten Auszeichnungen verliehen: dem . Philiyp Keller zu Frankfurt a. M. das Silberne Kreuz des Verdinstordens Philipps des Großmittigen, dem Weichen⸗ steller L Klasse Georg Dinges zu Hofheim 8 dem Rotten⸗ führer Peter Schnellbacher zu Höchst i. O., dem Bahnsteig⸗ schaffner Peter Hefermehl zu Nierstein und dem Bahnwärter Jakob Lang zu Wolfskehlen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift„Für treue Dienste“, ferner aus Anlaß seines am 1. Dezember ds. Is. erfolgten Ausscheidens aus dem Staats⸗ eisenbahndienst dem Schrankenwärter Georg Feigk zu Darm⸗ stadt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift„Für treue Arbeit.— Am 15. Dezember ds. Is. wurde Adam Stadler 8 Nidda vom 1. Januar 1916 an zum Schreibgehilfen bei der Ober⸗ försterei Nidda ernannt.— Der Großherzo g. hat am 18. De⸗ zember ds. Is. die evangelische Pfarrstelle zu Nieder⸗Wiesen dem Pfarrverwalter Gustav Klingel übertragen.— Der Groß ⸗ herzog hat am 18. Dezember ds. Js. den Lehramtsassessor August Lambinet zum Oberlehrer an der Oberrealschule zu Mainz und den Lehramtsassessor Karl emmer mit Wirkung vom 1. Januar 1916 an zum Oberlehrer an dem Gymnasium Fridericianum zu Laubach ernannt. 5 l Annahme zivilversorgungsberechtig⸗ ter Kriegsteilnehmer bei den Staats⸗ und Kommunalbehörden. Es ist mit Sicherheit zu er⸗ warten, daß sich die zivilversorgungsberechtigten Kriegs⸗ teilnehmer in großer Zahl um e der den Militär⸗ anwärtern und Inhabern des Anstel ungsscheins vorbehal⸗ tenen Stellen bemühen werden. Hierbei wird ihnen nach den schon im Frieden gemachten Erfahrungen ihr Versor⸗ gungsleiden in vielen Fällen hindernd im Wege stehen. Wenn auch ohne weiteres zugegeben ist, daß für eine Reihe von Stellen eine ganz bestimmte körperliche Leistungs⸗ fähigkeit der Anwärter im Interesse des Dienstes verlangt werden muß, so wird sich doch in den meisten anderen Fällen eine Herabsetzung der Anforderung mit diesen Interessen vereinigen und so erreichen lassen, daß Kriegsteilnehmer nur ganz ausnahmsweise eine Abweisung wegen ihres Ver⸗ sorgungsleidens erfahren. Der Kriegs minister hat deshalb den Wunsch ausgesprochen, daß Bewerbungsgesuchen vor⸗ genannter Kriegsteilnehmer bei Besetzung der den Militär⸗ anwärtern und Inhabern des Anste i vorbehal⸗ tenen Stellen nach Möglichkeit wohlwollende Berü ichti⸗ gung zuteil werden 18 und daß die Anstellungsbehörden, wenn nötig, dabei auch die in den Anstellungsgrundsätzen gegebene Mindestgrenze zugunsten der Bewerber überschrei⸗ ten möchten. Dies würde wesentlich da beitragen, die zivil⸗ versorgungsberechtigten Kriegsteilnehmer möglichst bald „ was nicht nur in ihrem eigenen, sondern auch im politischen Interesse a erwünscht ist. * Stadttheater. Aus dem dttheaterbureau wird uns geschrieben: Es sei schon beute darauf hingewiesen, daß die nächste Dienstag⸗Abonnementsvorstellung ausnahmsweise auf einen Mitt⸗ woch verlegt werden muß, da wegen der fünf aufeinanderfolgenden Vorstellungen an den Feiertagen aus verschiedenen Gründen, nicht zuletzt technischer Natur, unbedingt ein spielfreser Tag eingelegt werden muß. Die 9. Dienstag⸗Abonnementsvorstellung findet also bringt das Trauersprel von Anton Wildgans„Armut“. Das Werk ist sicherlich eins der bedeutendsten dramatischen Erscheinungen der letzten Jahre und es sei bemerkt, daß unsere Bühne eine der ersten ist, die die ergreifende Neuheit, die in Wien bei der Erstaufführung einen tiefen Eindruck gemacht hat, zur Aufführung bringt. 5 Reis un d Bezugnehmend auf eine Notiz in Nr. 239 unseres Blattes wird uns aus Detaillistenkreisen mitgeteilt, daß Reis im freien Verkehr nur noch in ganz kleinen Quantitäten vorhanden ist und zwar zu Preisen, die es ganz unmöglich machen, diesen Artikel unter einer Mark das Pfund im Laden verkaufen zu können, wodurch viele Kleinhändler gezwungen wurden, den Artikel eingehen zu lassen, Grieß ist von der Grießzentrale, in Anbetracht des für Gießen festgesetzten großen Versorgungsbezirkes, nur in ganz unzulänglichen Quantitäten geliefert wor⸗ den, wodurch es öfter vorkam, titäten schon am Tage der Ankunft geräumt wurden und Groß- und Kleinhandel nicht in der Lage waren, den Ansprüchen des Konsums gerecht zu werden. * Die Amts räume des Hauptsteueramts sind am ersten Weihnachtsfeiertage, 25. Dezember, von 1 bis 12 Uhr vormittags zur Abfertigung von aus dem Ausland eintreffenden Postpaketen geöffnet. 5 1 8 i ins Feld. Zur glat⸗ en Abwickelung des wichtigen ee nach dem Felde während der Neujahrszeit ist es und ingt 8 forderlich, daß der Austausch von Neujahrsglückwünschen zwischen Heimat und Heer mit der Feldpost unterbleibt. Das Publikum wird daher dringend gebeten, zum bevorstehenden Jahreswechsel von der Versen solcher Glückwünsche an Angehörige, gute Freunde und Bekannte im Felde Ab⸗ stand zu nehmen. ehr. Das städtische Tiefbauamt Vonder Feuer w teilt uns mit, daß morgen früh um 10 Uhr die Sirene der Feuerwehr ausgeprobt wird. Grund zur Besorgnis irgend welcher Art ist daher beim Ertönen dieses Siguntg nicht vorhanden. tretens allgemein Gültigke liche Wolff⸗Nachricht vom 17. Deze Bundesrat am 16. Dezember b daß die ankommenden Quan⸗ Nee n über die Bereitung von Kuchen tritt Samstag, 8 den 18. Dezember, in Kraft. Der unwirtschaftlichen Verwendung von Fett und Eiern anläßlich des bevorstehen⸗ den Weihnachtsfestes ist damit insoweit vorgebeugt, als dies unter den gegenwärtigen Umständen geboten erscheint. An⸗ dererseits wird unter der unerheblichen Einschränkung des Genußbedürfnisses, die unsere Bevölkerung im Interesse der Gesamtheit gewiß willig auf sich nimmt, die Festes⸗ freude unserer Truppen im Felde nicht zu leiden haben. Jede Familie hat bisher ausreichende Zeit gehabt, in gewohnter Weise zubereiteten nahrhaften und wohlschmeckenden Kuchen an die Angehörigen im Felde zur Absendung zu bringen. Spätere Zusendungen würden ohne⸗ hin nicht mehr rechtzeitig zum Fest eintreffen. 5 322 Ersatz für Petroleum. Auf Anregung der Direk⸗ tion der Eisenwerke Hugo Buderus in Hirzenhain hat einer der dortigen Ingenieure eine ganz einfache, handliche und billige Azetylenlampe konstruiert. Sie besteht aus einem etwa fußhohen Blechzylinder und kann überall hin getragen und gestellt werden. Der Spenglermeister Schmidt in Hirzenhain ist mit der Herstellung der Lampe betraut worden Die Lampe ist praktisch, ungefährlich und gibt mit einigen Bröckchen Karbid gefüllt ein elwa 2 Stunden brennendes schönes Licht, das die Stärke einer Stearinkerze erster Qualität besitzt. Zu beachten ist, daß das im Zylinder befind⸗ liche Sägemehl nicht zu naß, sondern nur feucht gemacht werden darf. Näheres ist aus einer Anzeige in unserer heutigen Nummer zu ersehen. 5 Landkreis Gießen.. e. Großen⸗Buseck, 22. Dez. Dem Sanitäts⸗Unteroffizier Karl Klinkler von hier, der kürzlich im Felde zum Unteroffizier befördert wurde und hier in Erholungsurlaub weilt, wurde das Militär⸗Sanitätskreuß für hervorragende Leistungen verliehen. e. Allendorf a. d. Lahn, 21. Dez. Auf dem Felde der Ehre gefallen sind aus unserem Orte sechs, und einer ist am Typhus gestorben, zwei gelten als vermißt, vier sind in franzö⸗ sische Gefangenschaft geraten, sechs sind mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und fünf mit der Tapferkeitsmedaille, einer mit dem Sächsischen Verdienstorden. Wachtmeister Lenz hat das Eiserne Kreuz, die Tapferkeitsmedaille und den Preußischen Verdienstorden erhalten. Lehrer Ulm, der als Kriegsfreiwilliger eintrat, wurde um Offizierstellvertreter ernannt und mit dem Eisernen Kreuz und der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. e. Reis kirchen, 22. Dez. Sonntag, den 19. Dezember, sand unter starker Beteiligung die Weihnachtsfeier im Kriegs kindergarten statt. Der Vorsitzende. Spamer er⸗ öffnete die Feier mit einer Ansprache, in der er der Geber aus Stadt und Land gedachte, die in so hochherziger Weise die Anstalt unterstützt hatten, daß die Eltern nur ein geringes Schulgeld zu zahlen brauchen. Er betonte, daß die Anstalt, die wegen des Krieges errichtet worden sei, eine für die Zukunft bleibende sein solle. Diese Worte sanden lebhaften Beifall, denn die Mütter der Reis⸗ kirchener Kleinkinder würden den Kindergarten schwer vermissen, wenn er nach dem Kriege wieder eingehen würde. Fräulein Tinkernagel, eine frühere Schülerin des Gießener Fröbel— Seminars, spielté einige Spiele mit den Kindern, die allgemein freudig aufgenommen wurden. Zum Schlusse erhielten die Kleinen eine kleine Weihnachtsgabe. 8 Kreis Büdingen. Büdingen, 22. Dez. Seit längerer Zeit wurde die hiesige Bürgerschaft durch grobe nächtliche Ruhestörun⸗ gen in arger Weise belästigt. Es wurden Fensterscheiben eingeworfen, Titren ausgehängt, Zäune eingerissen und dergleichen mehr Unfug getrieben. Nach vielfachen Be⸗ mühungen gelang es nun in der letzten Nacht, die Rohlinge auf frischer Tat zu ertappen und nach längerer Verfolgung festzunehmen. Es handelt sich um drei junge Burschen. Sie gestanden ihre Vergehen bereits völlig ein. e Büdingen, 22. Dez. Daß noch viel Gold im Lande steckt, bewies wieder ein Bauer eines Nachbardorfes, der dieser Tage auf einer hiesigen Kasse 1000 Mk. in Gold⸗ stücken ablieferte. Kreis Lauterbach. M. Frischborn, 22. Dez. Auf dem Stammschlosse der Freiherren Riedesel zu Eisenbach fand 1 die stille Beisetzung des vor einigen Monaten in Rußland ge⸗ fallenen Oberleutnants Freiherrn Riedesel zu Eisenbach zu Ludwigseck statt. Da der jetzige Besitzer des Stamm⸗ schlosses, Erbmarschall Ludwig Riedesel Freiherr zu Eisen⸗ bach unvermählt geblieben ist, fiel der Besitz an die zunächst . Linie„Ludwigseck“, und der Gefallene sollte einst das e antreten. Dieses fällt jetzt dem noch ein⸗ zigen Bruder des Gefallenen, der ebenfalls als Offizier im 18 5 128 zu. 3 1 955 S005 den Tod fürs Vater⸗ and erleiden, so gel er itz oß Eisenbach auf die Linie Altenburg über. 0 1 l 5 Kreis Friedberg. — Friedberg, 22. Dez. Im Alter von 79 Jahren verstarb gestern der Beigeordnete der Stadt Friedberg Georg Hieronymus Der Verstorbene bekleidete neben seinem städtischen langjährigen Posten noch zahlreiche Ehrenämter in dem Vorstand der Gewerbeschule, des Mathildenstifts und anderer gemeinnütziger Körperschaften. Namentlich dem Handwerkerstande war er eine hervorragende Stütze. 7 1 55 Aa en. . Bingen, 22. 95 asserstand geht ge⸗ wärtig stark zurück. Am Oberrhein ist ein täglicher Nüschen 1 5 2030 Zentimeter zu verzeichnen. Am Binger Pegel stand das Wasser gestern auf 2,24 Meter, nachdem vorgestern noch der Pegel 2,40 Meter verzeichnet hatte. So rasch das Wasser kürzlich ge⸗ stiegen ist, so verläuft es sich jetzt auch wieder. Auch der Main, der Neckar, die Nahe, die Lahn und Weosel, die ganz Fe hosttand 1er bis 150 Kg. Lebendgewicht 129,00- 129,50 Mk., Schlachmgewicht angeschwollen waren, fallen jetzt wieder zusehends und fligen sich wieder der durch Dämme und Mauern geschasfenen Ordnung. Bingen, 22. Dez. In der Gemarkung Dietersheim wurde eine Wildsau erlegt. Zwei weitere Wildschweine sollen im gleichen Treiben gewesen, aber unbeschossen entkommen sein. ch. Aus dem Kreise Bingen, 22. Dez. Zurzeit wird in Büdesheim ein Rebschnittkursus für Frauen und Mädchen abgehalten. Der nächste derartige Kursus beginnt am Montag, den 27. Dezember, vormittags 9 Uhr, auf dem Rathaus in Gensingen und können sich daran auch Teilnehmerinnen aus den Orten des Nahetales beteiligen. Kreis Wetzlar. ra. Waldgirmes, 22. Dez. Die Pächter der hiesigen Ge⸗ meindejagd zahlen für die Jagdnutzung der Gemeinde Atzbach 1600 Mk. im Jahr. 5 Hessen⸗Nassau. „Wm. Kirchhain, 22. Dez. Gestern nachmittag fand im Saale des Gasthofs Zipfel am Bahnhof eine Sitzung des Land⸗ wirtschaftlichen Kreisvereins Kirchhain statt. Die Versammlung, die gut besucht war, wurde von dem 2. Vorsitzenden, Gutsbesitzer Bopp⸗Kleinseelheim, eröffnet. Nach Aufnahme von zwei neuen Mitgliedern gedachte der Vorsitzende des kürzlich verstorbenen Mitgliedes Veterinärrats Stamm; zur Ehrung erhoben sich die Anwesenden von ihren Sitzen. Hierauf erhielt Oekonomierat Dr. Staehly⸗-Kassel das Wort zum Vortrag über:„Die neueren Bundesratsverordnungen der Lebensmittel⸗ versorgung“. Die interessanten Ausführungen fanden den Beifall der Zuhörer und eine sehr angeregte Aussprache entspann sich. Weiter verlas der Vorsitzende eine Eingabe des Vereins an die Königliche Regierung in Kassel um alsbaldige Besetzung der Kreis⸗ tierarztstelle durch den hier schon etliche Jahre ansässigen Tier⸗ arzt Wenderhold, zurzeit im Pferdedepot in Kassel. Die Ver⸗ sammlung erklärte sich mi der Eingabe einverstanden. Wm. Neustadt, 22. Dez. Der einzige Sohn des Frucht⸗ händlers A. Stern von hier, ein begabter Mensch von 19 Jahren, der erst vor 6 Wochen bei dem Kürassierregiment in Pasewalk ein⸗ gezogen, ist plötzlich infolge schwerer Erkrankung im Garnisonlaza⸗ rett Pasewalk gestorben. Die Ueberführung der Leiche zum Bahnhof fand am Freitag in Pasewalk unter großen militärischen Ehren statt. 120 Regimentskameraden, sämtlich aus dem Hessenlande, gaben dem Heimgegangenen das letzte Ehrengeleite zum Bahnhof. Eine herrliche Blumenspende hatte das Regiment auch seinem Kameraden gestiftet. Die Beisetzung fand heute nachmittag hier in seiner Heimat in feierlichster Weise statt. Noch nie hat unsere Stadt ein solches Begräbnis aufzuweisen gehabt. Die Spitzen der Behörden, sämtliche Vereine mit umflorten Fahnen waren in dem langen Leichenzug vertreten; von nah und fern waren die Leute herbeigeströmt, um dem Verstorbenen, der sich großer Beliebtheit und Achtung erfreute, die letzte Ehre zu erweisen. Der Lehrer Wertheim hielt eine ergreifende Trauerrede Mit dem Ab⸗ geben einer Ehrensalve über das Grab des Dahingeschiedenen hatte die erhebende Trauerfeier ihr Ende erreicht. 5 Frankfurt a. M. 22. Dez. Als Dieb des Spitzweg'⸗ schen Gemäldes im Städel'schen Museum kommen polizeilichen Mitteilungen zufolge ein 45—48jähriger Mann, der am Freitag den 10. Dezember mittags von 12½ bis 1¼ Uhr das Museum besucht hat, und ein 38jähriger Mann in Frage. Letzterer war recht gut gekleidet, 1,70 Meter groß und machte den Eindruck eines besseren Herrn. Auch dieser besuchte das Museum in der frag⸗ lichen Zeit.— Der fünfzigjährige Orgelbauer Wilhelm Stein⸗ meyer erlitt bei der Herstellung der Orgel in der Nikolaikirche einen Schlaganfall, dem er nach kurzer Zeit in der Wohnung des Pfarrers erlag. 5 5 — Königstein, 22. Dez. Im Höchster Frühzuge fand heute ein Arbeiter in einem Abteil dritter Klasse 100 Mark in Gold. Er lieferte den Fund dem hiesigen Stationsvorsteher ab. Der Verlierer hat sich noch nicht 8 5 Aus der Rhön, 22. Dez. gen mangelnder Arbeits⸗ kräfte verzögert sich die Fertigstellung der neuen Rhönbahn von Hilders nach Wüstensachsen, so daß die Eröffnung der Strecke noch nicht am 15. Dezember, wie vorgesehen war, erfolgen konnte. Die Eisenbahnverwaltung setzte den Zeitpunkt der Eröffnung nun⸗ mehr auf den 16. Februar 1916 fest.. 5 ch. Gemünden(Hunsrück, 22. Dez. Als ein Arbeitszug auf dem Bahnhofsgebiete von Gemünden rangierte, geriet der Vorarbeiter Lippert aus Mengerschied zwischen die Puf⸗ fer zweier Wagen. Dem Unglücklichen wurde der Brustkorb ein⸗ gedrückt. Nach kurzer Frist erlag er seinen Verletzungen. ch. Oestrich(Rheingau), 22. Dez. Der hiesige Winzer⸗ verein hat sein gesamtes Wachstum an 1915er Weinen, zu⸗ sammen etwa 130 Halbstück, verkauft. Für das Stück wurden 1300 Mark bezahlt, so daß also der gesamte Erlös sich auf etwa 84 500 Mark beläuft.— Weitere 1915er Weine wurden hier abgesetzt, wobei für das Stück bis zu 2025 Mark erlöst wurden. Vermischtes. Feuersbrünste in England. London, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Zwei große Schadenfeuer vernichteten gestern in Leith und Port Etundas bei Glasgow Vorräte von Tee, Kaffee, Tabak und Whisky im Werte von 400 000 Pfund Sterling. * New Pork, 20. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die White Star⸗Linie willigte ein, den Hinterbliebenen der Opfer der„Titanic“ 664000 Dollars Schadenersatz zu zahlen; nur ein Zehntel des Betrages geht nach England. e ele„„ Mürkte. n ue a. M., 22. Dez. Schweinemarkt. Auf⸗ getrieben waren 430 Schweine. Es kosteten: Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kiiogramm Lebendgewicht 108,00 00,0 Mk., Schlachtgew. 138,00 Mk.; Vollfleischige Schweine unter 80 Kg. 118,50 Mk., Schlachtgew. 148,00 Mk.; Lebendgewicht 93,00 00,00 Mk., Schlachtgew. 119,00 Mk.; Voll⸗ fleischige Schweine von 100 bis 120 Kg. Lebendgewicht 118,00 bis Vollfleischige Schweine von 161,00 Mk. Geschäft flott; der Markt wird fast geräumt. fe. Frankfurt a. M., 22. Dez. Frucht⸗ und Futter⸗ mittelmarkt. Infolge der bevorstehenden Feiertage besucht. Abschlüsse kamen uur vereinzelt zustande. Das Angebot ist wegen der geringen noch im freien Verkehr befindlichen Waren ebenfalls sehr knapp. Bei Geschäftsschluß war das Angebot in Futtermitteln etwas besser. Man notierte: Leinkuchen 75-77 Mk., Biertreber und Malzkeime 18 Mk., Futtermehl 45—47.50 Mk., Spelzspreu 13 bis 14 Mk., gemahlene Spelzspreu 23— 24,50 Mk. Alles für 100 Kilo. 1e. Frankfurt a. M., 22. Dez. Kartosfelmarkt. Kar⸗ toffeln ab Verladestelle für 100 Kilo vom Verbraucher 6,10 Mk. fe. Frankfurt a. M., 22. Dez. Heu⸗ und Strohmarkt. Auf dem heutigen Heu- und Strohmarkt war nichts augefahren. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 23. Dez. 1915 Wechselnd bewölkt, meist trocken, zunächst etwas wärmer, dann Letzte Nachrichten. General von Emmich. 1 Hannover, 22. Dez.(WTB. Nichtantlich.) Seine Exzellenz General der Jufanterie von Emmich, kommandieren der General des 10. Armeekorps, ist hier heute morgen gegen 8 Uhr sanft eutschlafen. N N 1 J Die Türken im Anmarsch nach dem Suezkanal. i. Köln, 22. Dez. Die„Köln. Volksztg.“ meldet über die englischen Vorbereitungen in Aegypten aus Kairo: Eng lische Militärs versichern dem Gewährsmanne der„Kölnischen Volkszeitung“, daß die Türken mit starker Macht im Anmarsche nach dem Suezkanal seien. Es sollen sich täglich mit den zahlreichen arabisch⸗türkischen Erkundungsabteilungen Scharmützel entspinnen, während im ägyptischen Sudan und im westlichen Aegypten die vorgeschobenen englischen Truppen mit feindlichen Eingeborenenstämmen, die vorzüglich bewaffnet und ausgerüstet und sogar mit modernen Geschützen bewaffnet sind, in heftigem 1 Die englischen Militärbehörden wachen streng dar⸗ weiter Kampfe über, daß keine Nachrichten hierüber ins Ausland gelangen. Ein englischer Kreuzer beschädigt? 5 5 Amsterdam, 22. Dez. Aus sicherer Quelle wird mitgeteilt daß in Dover ein englischer Kreuzer im havarierten Zustande eingeschleppt worden ist. 5 Die Fordsche Friedensexpedition vorläufig gungen 5 Kopenhagen, 22. Dez. Der amerikanische Millionär 1 Henry Ford, der mit 170 Amerikanern in Kristiania eingetrof⸗ fen ist, um seine bekannten, vorläufig etwas unklaren Friedens⸗ pläne zu verwirklichen und in der norwegischen Hauptstadt schwer erkrankt ist, hat die geplante Weiterreise nach Schweden, Dänemark und Holland endgültig aufgegeben. Ford scheint auf dem europäischen Boden sich der Schwierigkeiten seines Unternehmens bewußt geworden zu sein. 15 Zur Haltung der sozialdemokratischen Minderheit. . Köln, 22. Dez. Die„Rheinische Zeitung“, das Or⸗ gan der Kölner Sozialdemokratie, schreibt zu der Haltung der sozialdemokratischen Minderheit: 7 „Der mahnende und beschwörende Ruf aus dem Parteivorstande ist vergeblich gewesen. Eine Minderheit der Fraktion macht die Disziplinlosigkeit zur Parole ihres Handelns und durchbricht die Parteieinheit in einer Stunde, wo die Zusammen⸗ fassung der Kräfte nach innen und nach außen uns bitter Not tu 15 und schwere geschichtliche Verantwortung auf uns lastet. Der be⸗ trübende Vorgang kann für die Partei unabsehbare Folgen haben. Wir sind überzeugt, daß die Masse unserer Partei, ganz unbe⸗ schadet der Stellungnahme des Einzelnen, zu der Frage d Kriegskredite die Mißachtung dex Fraktionsbeschlüsse durch eine Minderheit scharf verurteilen wird. 9 Der Vertreter der Stadt im Reichstage, Hofrichter, bekanntlich der Minderheit beigetreten. Steuererhöhung in Baden. g Karlsruhe, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die Zwei Kammer erledigte in drei Sitzungen die Budgetberatung und b willigte die 20 prozentige Steuererhöhung unter Frei lassung der Einkommen unter 2400 Mark. Der Finanzminister äußerte seine Befriedigung über das zustimmende Echo seiner Aus⸗ führungen über die große Gefahr, die ein Eingriff des Reiches auf das direkte Steuergebiet und eine Erhöhung der Matrikular⸗ beiträge für Einzelstaat und Kommunen im Gefolge haben müßte. Eine Verständigung zwischen Reich und Bundesstaaten über die ausschlaggebenden Wege sei wohl möglich. Der gestrige Hinweis des Reichsschatzsekretärs auf die Bedürfnisse der Bundesstaaten und Selbstverwaltungskörper gebe uns eine beruhigende Zuver⸗ sicht über die Absichten der Reichsfinanzverwaltung. Der Präsident schloß die heutige Sitzung mit dem Wunsche, daß der Geist der Einmütigkeit und Entschlossenheit auch die kommende neue Zeit herrschen möge.— 1 Unruhe in England. 1 Amsterdam, 22. Dez. Im Gegensatz zu der offiziellen Reutermeldung erfährt der Korrespondent der„Vossischen Zeitung“ aus London, daß die Einberufung der ersten vier Re⸗ krutenklassen überall Beunruhigung hervorgerufen hat, zu⸗ mal man vernimmt, daß weitere Einberufungen bevorstehen. All⸗ gemein war erwartet worden, daß man erst das Ergebnis der Werbung bekannt machen und dann die einzelnen Klassen nach Bedarf einberufen werde, wie das auch vorher besprochen worden war. Diese plötzliche Einberufung gleich von vier Jahresklassen läßt allerlei Vermutungen aufkommen. Man spricht von schweren Niederlagen im Westen, von der großen Gefahr in Aegypten und man ist selbst in politischen Kreisen beunruhigt und wartet dort mit Ungeduld auf die ausländischen Blätter. Bestimmt ver⸗ lautet, daß große Unsicherheit in Aegypten herrscht und daß die Lage große Anstrengungen erfordere. 3 1 Café Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: Familien Konzert Azetylen⸗Lampen zu Mark 1.90 das Stück empfiehlt Typenglermeister Schmidt, Hirzenhain(Iberh.). SSessaeessessegees Forigesetzte Ersparnisse im Haushalt! Meine Nass- und Pfund-Wäsche ist zirka 50%ë billiger als jede im Haus gereinigte Wäsche Ohne Anwendung scharfer Mittel zu jeder Jahreszeit blendend weiss eee Lieferzeit zirka 2 Tage eee CROSSW/ASCHEREI EDELWEISS Schützenstrasse 2 GIESSEN f ernsprecher 487 Zigaretten e S 3 cf 100(3 Pf). 1.89. 28 100 6% 8.80 5 ee 0 5 U Ell 2 2 100(5 1 51 5 2 1 20 8 6. 1 3 Zigarren 0 C Pf 7.68 und Garant. erstlcl. Ware. Bei Bestellung von 20 Mark an franko Lieferung. 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Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Herrmann Bender, Gießen. Familie Karl Bender, Hungen. 9888 Giessen(Buddestrasse 6), den 21. Dezember 1915. Die Beerdigung findet Freitag, den 24. Dez., nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Nach langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden entschlief heute nacht 12¼ Uhr sanft unsere liebe, gute Mutter, Grossmutter, Schwieger- mutter, Schwägerin und Tante, Frau Katharina Kümmel geh. Bierau im Alter von 80 Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Heinrich Kümmel, Grossh. Zugführer. Giessen(West-Anlage 38), Beckenheim(Kr. Alzey), Darmstadt, den 21. Dezember 1915. 9873 Die Beerdigung findet am Freitag, den 24. d. Mts., 12 Uhr mittags, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme bei dem Heimgange unserer herzensguten, braven Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Susanne Bert sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Bert I. und Familie. Londorf, den 20. Dezember 1915. . f Große Auswahl Möbel 1 Posten Liegestühle. 2.40 Staunendd billig: Kinderwagen Elelderschr. 21.-, 28. 3.. Kinderstühle Belistellen 15., 28.-, 38. Wetter-CVanes.. 7.50 Uberz., MHänt. 10 Anz. Normal-Wasche Wasckkemm. 18.-, 21.-, 36. Nacktschränke 6.50, 9.-, 15. Scklafzimmer und Küchen- Einrichtungen 15% Nachlaß Auf Wunsch Teilzahlung. J. Ittmann, Bahnkotst. 23 Versand nach auswärts. Kinderbetten Auf Wanseh 7 Teilzahlung. 5 Billige Preise! Tepplche: Vorhänge Bahnhofstr. 29 2 Bahnhofstr. 29. A 2 5 f. Männer, Frauen. Kinder 2 J. Ittmann Heute abend entschlief sanft nach langem, schwerem, in Geduld getragenem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Andreas Becker II. Beigeordneter und Kaufmann in Londorf im Alter von 70 Jahren. JTodes-Anzeige. Londorf und Bellersheim, den 20. Dezember 1915. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Becker, z. Zt. im Felde Katharine Beckel, geb. Elisabeth Bopp, geb. Becker Heinrich Becker, z. Zt. im Felde Elisabeth Becker, geb. August Beckel, z. Zt. im Felde Ludwig Bopp, 2. Zt. verwundet und 6 Enkel. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 23, nachm. 3½ Uhr, statt. Becker Vogel 9877D TRUSTEREU 2 Sarg-Lager Halte stets ein 5 Särgen in allen Preislagen Lal l. Maler Sehllersrabe brand⸗, Zur Saison Amerikan., irische Dauer⸗ Regulier⸗, Koch⸗ 516 Oefen ꝛc. nur bewährte fab⸗ en. rikate empfiehlt zu billigsten Preis Edgar Borrmann Ernst Balser Eisenhandlung. 8059 N agzrller Mahnarhlsgeschet bietet Ihnen eine 9863 a Photographische Camera Grosses Lager sinden Sie in der Medizinal-Drogerie zum Kreuzplatz Spezial-Photo-Haus Packpapiere aller Arten. Rollen für Abrollapparate, 20 bis 50 Zentimeter breit, B zu billigsten Preisen Papierhandlung. Kreuzplatz 9 velkspreisel Lustspiel in 0. 0 0 8 2 0 0 0 „ 0 0 2 8 0 0 9 8 8* 0 Guteweiße aßseife 25⸗Pfd.⸗Eimer od. 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