Nr. 200 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; weinal wöchentl. Kreis- latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech- Anschlüsse: für die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleö 1 Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. General⸗Anzeiger Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Unio.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Heschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. ür Oberhessen Montag, 20. Dezember 1915 Bezugsvrei; monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; fur Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssagl: Fr. R. Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. dauernde Erfolge der Türken. Eine japanische Intervention in China? (TB.) Großes Hauptquartier, 18. Dezember. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. 5 5 Auf Metz wurde ein feindlicher Flieger⸗ angriff ausgeführt, bei dem das städtische Museum schwer beschädigt, sonst aber kein Schaden angerichtet wurde. Oestlicher Kriegsschauplatz. 5 Die Zahl der zwischen Narosz⸗ und Miadziol⸗ See eingebrachten Gefangenen hat sich auf zwei Offiziere und zweihundertfünfunddreißig Mann erhöht. Die Lage ist an der ganzen Front unverändert. Es fanden nur kleine Patrouillengefechte statt. g Balkan⸗Kriegsschauplaß. Beim Kampf um Bijelopolje wurden im ganzen eintausendneunhundertfünfzig Mann, darunter eine geringe Zahl Montenegriner, gefangen genommen. Das Gebiet nordöstlich der Tara, abwärts von Moj⸗ kovac ist vom Feinde gescabert. Den österreichisch⸗unga⸗ rischen Truppen sind bei den erfolgreichen Kämpfen der letzten fünf Tage in diefer Gegend dreizehn⸗ — Gefangene in die Hände ge⸗ allen. 0 . 5 Oberste Heeresleitung. (TB.) Großes Hauptauartier, 19. Dezember. Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Von der Front sind keine Ereignisse von Bedeutung zu berichten. 5 Metz wurde nachts von feindlichen Fliegern abermals angegriffen. Es ist nur Sachschaden angerichtet. Oestlicher Kriegsschauplatz. Kleinere russische Abteilungen, die an verschiedenen Stellen gegen unsere Linien vorfühlten, wurden abgewiesen. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Bei Mojkovac und Bijelopolje sind erneut etwa 750 Serben und Montenegriner gefangen genommen worden. 5 Oberste Heeresleitung. U 2 0 Ein Bericht unserer Marineleitung. 8 Berlin, 19. Dez.(WTB. Amtlich.) Teile unserer Flotte suchten in der letzten Woche die Nordsee nach dem Feinde ab und kreuzten dann zur Ueberwachung des Handels am 17. und 18. Dezember im Skager⸗Rack; hierbei wurden 52 Schiffe untersucht, ein Dampfer mit Bannware aufgebracht. 5 Während der ganzen Zeit ließen sich englische Seestreitkräfte nirgends sehen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Der kleine Kreuzer„Bremen“ und ein Begleit⸗ torpedoboot zum Sinken gebracht. Berlin, 18. Dez.(WTB. Amtlich.) Am 17. Dezember nachmittags wurde S. Mekleiner Kreuzer„Bremen“ und eines seiner Begleittorpedoboote in der öst⸗ lichen Ostsee durch Unterseebootsangriff z um Sinken gebracht. Ein erheblicher Teil der Besatzung wurde gerettet. 5 . 1 Der Chef des Admiralstabs der Marine. Der kleine geschützte Kreuzer„Bremen“ ist 1903 auf Stapel gelegt worden. hatte eine Wasserverdrängung von 2700 Tonnen und lief 21,5 Seemeilen in der Stunde. Die Armierung bestand aus zehn 10,5 Zentimeter⸗Geschützen. Die Besatzung betrug 303 0 2 1 Während unsere und unserer Verbündeten Truppen Sieg um Sieg sich erkämpfen, scheint in der Stille auch die Arbeit um die innere Festigung des Zentral- bundes eingesetzt zu haben. Der Abg. Frhr. h und Neukirch begrüßt im„Tag“ die Vorbereitungen zum Abschluß eines langfristi ollbundes mit Oester⸗ reich⸗Ungarn und betont dabei, daß das Ziel keine Zoll⸗ union, sondern ein Zollbund sei, der beiden Mächten die volle staatliche Selbständigkeit lasse. Daneben befür⸗ wortet Frhr. v. Zedlitz ein„festes, lang dauerndes Schutz⸗ und Trutzbündnis unter Gewährleistung des Besitzstandes“, sowie als Voraussetzung dafür gleichmäßige Heranziehung der Bevölkerung zum Heeresdienst. Das künftige Verhältnis zwischen Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn ist in der letzten Zeit auch in der Oeffent⸗ lichkeit viel erörtert worden. Dabei wird es gut sein, wenn wir vornehmlich auch die Stimmen und Stimmungen ins Auge fassen, die in den verbündeten sarländern sich äußern. Ein schwungvoll geschriebenes Buch Friedrich Nau⸗ manns„Mitteleuropa“, worin der Gedanke eines engen Zusammenschlusses der verbündeten Reiche mit allen seinen Schwierigkeiten erörtert und als Leitstern emporgehoben wird, hat, wie gestern der„Frkft. Ztg.“ aus Wien geschrieben wurde, auch in den Habsburger Landen starten Widerhall und Anklang gefunden. Aber es wird sich nicht nur um das Bürndnis zwischen uns und Oesterreich⸗Ungarn handeln, son⸗ in allererster Linie auch um eine erträgliche, ersprieß⸗ . liche und dem Zukunftsziele nützliche Gestaltung des Ver⸗ hältuisses zwischen Oesterreich und Ungarn. Und da scheinen die Vorbereitungen leider noch nicht sehr vorangekommen zu sein. Vor uns liegt die hier schon früher erwähnte un⸗ garische Zeitschrift„Das junge Europa“, die auch in deut⸗ scher Sprache erscheint und in ihrer neuen Weihnachts⸗ nummer eine Fülle interessanten Materials enthält, dar⸗ unter auch solches zur Beurteilung des gegenwärtigen Stan⸗ des der„Ausgleichsverhandlungen“, wenn man sich heute noch so ausdrücken darf. Die Zeitschrift vertritt mit starkem Temperament die Notwendigkeit völliger Selbständigkeit des ungarischen Staates, gibt dahei aber auch Stimmen aus dem anderen Lager Raum, die für ein„verschmolzenes, untrenn⸗ bares Oesterreich-Ungarn für alle Zeit“ eintreten. Dabei interessiert uns in hohem Maße der wuchtige Appell eines „alten Jungösterreichers“, dessen Name freilich nicht genannt wird, dessen Ausführungen aber, wie die Redaktion der ge⸗ nannten Zeitschrift hinzufügt,„der Ausdruck ernstgeltender österreichischer Kreise“ ist. Dieser Verfechter des„geeinten osteuropäischen Reiches“ verrät uns, daß noch manche Bemühungen gemacht werden müssen, um dieses hohe Ziel zu erreichen:„Es sind nur wenige Monate her, als ich in Wien im Kabinett eines hohen aktiven Staats⸗ mannes saß und mich auch mit ihm über den Krieg und die Zukunft unterhielt. Da sagte er mir, etwas scheu, halb flüsternd und mit einem argwöhnischen Blick auf die wohl⸗ verwahrte dickgepolsterte Tür, ob etwa kein Lauscher in der Nähe sei:„Wir werden uns gründlich wandeln müssen, die Oesterreicher, die Ungarn und die Oesterreicher-Ungarn. Ganz besonders muß im Verhältnis zwischen Cis und Trans eine radikale Aenderung zum Guten eintreten, denn sonst fürchte ich sehr, ist die Wiederkehr der Friedenszeit der Anfang vom Ende des deutsch⸗österreichisch-ungarischen Bündnisses.“ Ich darf verraten, daß die prominente Persönlichkeit, die einer solchen, heute uns unfaßbaren Befürchtung Ausdruck gab, weder ein Schwarzseher noch ein Mießmacher ist, sondern zu den positiven Kräften Oesterreichs zählt.“ Dieser„alte Jungösterreicher“ bespricht auch das neueste Buch Naumanns, wobei uns noch andere Stimmungen ver⸗ raten werden als die triumphierenden Aeußerungen in der „Frankfurter Zeitung“ sie enthalten: „Friedrich Naumanns jüngstes Buch heißt„Mitteleuropa“. Breit und ausführlich behandelt er darin das kommende Verhält⸗ nis Deutschlands zu Oesterreich⸗Ungarn, und er hat für uns nichts wie Worte des Wohlwollens, nichts wie herzliche, freundschaftliche Mahnungen und Ratschläge. Wie ein gütiger Lehrer behandelt er den zarten, schwächlich geratenen Schüler und väterlich milde, bekümmerten Auges das schmächtige Körperchen umfassend, sagt er ihm:„Turne, werde stark! Sonst kann dich dein Kamerad zum Genossen und Gefährten nicht brauchen.“ Solche Güte muß uns das Gesicht erglühen machen, sie heischt gebie⸗ terisch, uns an uns selbst zu erinnern, der mächtigen Einheit auf jener die mächtige Einheit auf dieser Seite gegen⸗ überzustellen und aus dem Gleichgewicht der Wage das Gleichgewicht der Stellung und des Ansehens herzuleiten. Um so dringender muß das geschehen, als auch Naumann nicht frei von Furcht ist, daß zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn beim Friedensabschluß nicht alles klappen könnte; für ihn bleibt „unter allen Umständen die Frage bestehen, ob die Gesandten aus Berlin, Wien und Budapest den Saal des Weltfriedenskongresses als klare, treue Freunde verlassen oder als heimliche Gegner.“ Ueber das große, weltpolitische Zukunftsziel sind sich auch die Oesterreicher und Ungarn ziemlich einig. Der frühere Minister Graf Albert Apponyi kennzeichnet es in der vorliegenden Nummer des„Jungen Europa“ mit folgen⸗ den Worten:. Wir stehen vor großen Perspektiven, von denen wir, um mich so auszudrücken, jetzt nur die allerersten Kapitel sehen. Wir sehen das Eutstehen eines starken mitteleuropär⸗ schen Blockes, der die Balkanhalbinsel für sich gewinnt, auf dem Balkan das Erbe des russisches Einflusses antritt und, nach Kleinasien und Zentralasien hinübergreifend, einen ungeheuren weltmächtigen Block bildet, der notwendig ist, um nach menschlicher Vovaussicht eine Wiederkehr der jetzigen furchtbaren Zeiten un⸗ möglich zu machen. 0 Nur fordert Apponyi mit starken Ausdrücken im Gegen⸗ satz zu dem angeführten Oesterreicher die volle staatliche Selbständigkeit nicht nur, sondern auch die Kräftigung und nationale Ausgestaltung des ungarischen Staats- wesens. Welche Aufgaben erwachsen Deutschland bei dieser Sachlage? Das ist eine schwerwiegende Frage, die sich unsere verantwortlichen Staatsmänner in Berlin schon heute vorlegen müssen. Wir dürfen keine Kriegsziele er⸗ örtern, aber wohl auf die Winke verweisen, die uns von außen her, von unseren Verbündeten selber, gegeben wer⸗ den.„Das junge Europa“ enthält in einem besonderen Kapitel auch einen„ungarischen Wunsch“ im Anschluß an die Ueberschrift„Deutschlands weltpolitische Aufgaben“. Der Autor ist nach einem Zusatz der Redaktion„eine im Reiche der theoretischen und praktischen Politik und der Welt⸗ wissenschaft bekannte und mit Recht gewürdigte ungarische Persönlichkeit“ Nun höre man seinen„Wunsch“: Der russische Impertalismus muß restlos nreder⸗ gerungen werden! Die deutschen Waffen haben den Russen das Königreich Polen und einen Teil von Litauen genommen, sie müssen aber auch noch Kurland, Livland, Esthland und Ingermanland samt Petrograd erobern, um russischer Willkür zu beweisen, daß sie machtvoller deutscher Gerechtigkeit unterliegt. Die Erkenntnis der Pflicht der Sicherung deutscher Lande wird die Lenker des Staats⸗ schiffes stets daran erinnern, daß das östliche Becken der Ostsee ein 8 Meer und dessen Beherrscher der Deutsche Kaiser allein sein müsse. g Der Deutsche Kaiser soll und wird auch das Schwarze Meer beherrschen müssen. Die Verwirklichung diefer For⸗ — derung würde die Erfüllung eines dreifachen Zweckes bedeuten: Die dauernde Niederwerfung des zarischen Imperialismus, die ungefährdete, direkte Verbindung mit der mohammedanischen Welt 1 endgültigen Sturz der absolutistischen Seeherrschaft Eng⸗ ands. Noch deutlicher spricht der Verfasser seine Meinung in den am Schluß von ihm aufgestellten Leitsätzen au: In dieser neudeutschen Weltpolitik scheinen nun die Glie⸗ der der Kette in folgender Reihe ersichtlich: 1. Deutschland bekämpft die absolutistische Seeherrschaft Eng⸗ lands; da sie nun in der Nordsee nicht niedergerungen werden kann, sollte England im Mittelmeere angegriffen werden; 2. der Weg zum Mittelmeer ist durch Gibraltar versperrt, so daß man auf Umwegen dahin gelangen muß. Diese führen über das Schwarze Meer, dessen Ausgang, der Bosporus und die Darda⸗ nellenstraße, sich im festen Besitze unserer Verbündeten befinden; 3. zum Schwarzen Meere kommt man über die Ukraine, und deher muß diese dem Zaren entrissen und das alte Kiewez Reich wieder errichtet werden. a Dieser Weg wird durch die Logik vorgeschrieben: Befrei⸗ ung der Ukraine, freier Zugang zum Schwarzen Meer und zum Mittelmeer. Von diesem aus wird den Briten der Weg nach Aegypten und Indien abgeschnitten, so daß ihre Seeherrschaft ohn⸗ mächtig wird. Wir teilen diese Aeußerung als ein Stimmungsmerk⸗ mal von draußen mit. Inwieweit sie brauchbare Gesichts⸗ punkte für das deutsche Vorgehen enthält, dies zu beurteilen müssen wir unseren deutschen verantwortlichen Staatsmän⸗ nern überlassen. Die österreichisch⸗ungarischen Tagesberichte. Wien, 18. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 18. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Unverändert Ruhe. Die Russen behaupten in ihrem Tagesbericht vom 14. d. M., ihre Kavallerie wäre bei Uscieczko am Dufestr auf österreichisch⸗ungarische Aufklärer in russischer Uniform gestoßen. An dieser Mitteilung ist kein wahres Wort. Wir verwenden derartige verwerfliche Mittel nicht. Italienischer Kriegsschauplatz. In Tirol wiesen unsere Truppen nördlich des Su⸗ ganatales mehrere feindliche Angriffe auf den Collo ab. Im Flitscher Becken wurden die Italiener in einen ihrer vordersten Stellungen überfallen. Görz ftand vorüber⸗ gehend unter schwerem Feuer. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Der Raum südöstlich von Bijelopolje wurde vom Feinde gesäubert. Die Zahl der bei der Einnahme dieser Stadt in unfere Hand gefallenen Gefangenen wuchs auf 1950. Eine unserer Divisionen brachte in Nordost⸗ montenegro in den letzten vier Tagen insgesamt 13 500 Ge⸗ fangene ein. v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 19. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 19. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Stellenweise Geschützkampf. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ift unverändert. Am Nordhange des Monte San Michele wurden vereinzelte Vorstöße italien ischer In⸗ fanterie abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Verfolgungskämpfe in Montenegro nehmen montenegrinische und serbische Gefangene ein. Bei den Kämpfen gegen die Montenegriner ist es vor⸗ gekommen, daß uns der Feind— Ergebung vortäuschend— mit aufgehobenen Armen und mit Tücherschwenken entgegen⸗ lief und so zu vorübergehendem Einstellen des Feuers bewog, daß er dann aber unsere Linien plötzlich aus nächster Nähe mit Handgranaten zu bewerfen anfing. Es ist selbstverständ⸗ weiter finden werden. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * N 8** China und Japan. Berlin, 20. Dez. Nach einer Bukarester Nachricht der„Deutschen Tageszeitung“ hätte nach einer Londoner Meldung der chinesische Staatsstreich und Chinas Stre⸗ ben zum Kaisertum Japan zu einer größeren Aktion veranlaßt. Die japanische Regierung habe von China Aufklärungen verlangt. Eine Abteilung der japa⸗ nischen Kriegsflotte sei nach dem Hafen von Pekelier ab⸗ gegangen, um die Antwort auf eine diesbezügliche Note ab⸗ zuwarten. Eine stürmische Parlamentssitzung in Tokio. Reuterschen Bureaus. Im Landtage beantragte die Oppo⸗ Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabks einen günstigen Verlauf. Wir brachten gestern etwa 800 lich, daß so schmähliche Kriegslisten eine entsprechend scharfe Ahndung gefunden haben und im Wiederholungsfalle aucß Tokio, 19. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des sition, die Regierung in den Anklagezustand zu versetze nn. Wa der Pre inister sprach, versetzt ihm 3 ied des b 85 a 75 Ar m. Die Polizei schritt ein. Der Premierminister schloß seine Rede unter Beifallskundgebungen. Der Antrag, die Regierung in den Anklagezustand versetzen, wurde mit überwiegender Mehrheit ab gele 5 55 e 7* 4 ll i Der türkische Bericht. Honstantinopel, 18. Dez. Das Hauptquartier teilt mit: An der JIrakfront fahren E unsere Truppen fort, Verteidigungswerke aller Art vor der feindlichen Hauptstellung bei Kut El Amara zu zerstören. Unsere schwere Artillerie beschießt wirksam die Schützen⸗ gräben und andere Einrichtungen des Feindes bei Kut El Amara. Der Feind benutzt von neuem Dumdum⸗Geschosse. An der Kaukasusfront hat sich außer Scharmützeln zwischen Patrouillen nichts ereignet. An der Dardanellen front bei Anaforta beider⸗ seitiges, zeitweise unterbrochenes Geschützfeuer. Von zwei vom Feinde entzündeten Minen zerstörte eine durch den Rückschlag seine Schützengräben, die zweite verursachte keinen Schaden bei uns. Unsere Patrouillen erbeuteten in den feind⸗ 9 lichen Schützengräben eine Menge von Bajonetten, Geschossen und verschiedenes Kriegsmaterial. Bei Ari Burnu schleu⸗ derte der Feind gegen unseren rechten Flügel eine große Menge von Bomben. Ein Kreuzer, drei gepanzerte Monitore di und die Landgeschütze schossen eine Zeitlang in verschiedenen Richtungen. Unsere Artillerie antwortete in wirksamer Weise. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr versenkte unsere Artillerie aan den Meerengen am 17. Dezember nachmittags einen dier beiden Schlepper, die Material und Man n⸗ schaften landeten. Die Landung wurde unterbrochen. unsere Landartillerie richtete auf dem rechten und linken Flügel Verwüstungen in den feindlichen Schützengräben an. Ihre Bombeneinschläge brachten die feindlichen Batte⸗ rien zum Schweigen. Ein Kreuzer und ein Monitor, die die Umgebung von Altschi Tepe beschossen, richteten keinen 955 Konstantinopel, 19. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Ein Telegramm aus Bagdad meldet: Von zwei eng ⸗ lischen Monitoren, welche die türkische Belagerungs⸗ linie um Kut⸗el⸗Amara zu durchbrechen versuchten, wurde einer durch das Feuer der türkischen Artillerie v ersenkt, der andere zur Rückkehr gezwungen. Die Verluste der Eng⸗ länder während der letzten türkischen Angriffe werden auf zie sie Kr na we⸗ 8 . au Aus Persien. 3 arbeiten, sowie ungevechtfertigterweise Der Redner betonte, (W Nichtamtlich.) f man sage, ver Karol widerse erwiderte Ich habe schon gesagt, daß ich, so lange ich auf diesem tor Dobrescu bemerkte, die Regierung in der auswärtigen Po der Kammer mi sein, daß ihm niemand Opposition machen werde. dee e der Regierung angegriffen hatte, 8 Schaden an. lotti behauptet, er wäre einig mit brauch mache. 1 Barzellotti he . 1000 Mann geschätzt 1 ht die Neutralität in wa damit nicht fremde Kanzleien ingreifen Ru le Verantwortung trage. Sena⸗ 70 ig habe einen festen Plan litik, sie solle ihn in geheimer Sitzung Ministerpräsident sicher ** * Aus dem italienischen Senat. Rom, 18. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der„Agenzia H Stefani“: Der Se. mat besprach gestern die von Son nino am Dezember namens der Regierung abgegebenen Erklärungen In g der Rede Barzellottis, welcher die Politik erklärte Salandra: Barzel⸗ der Regierung in dem Kriegs⸗ le, aber nicht in den Mitteln, er kritisiert die Regierung, weil von den außerordentlichen Machtbefugnissen keinen guten Ge⸗ Barzellotti kritisiert, fügt Salandra hinzu, die iegsziele, erklärt aber doch, dem zuzustimmen, was ein Führer der sozialistischen Partei in der Kammer erklärte Dieser aber be⸗ kämpft nicht die Mittel, sondern den Krieg selbst. 5 Es ist also türlich, daß Barzellotti, der ihm zustimmte. nicht die An⸗ dung der Mittel zur Kriegsführung billigt. Salandra erklärte rvorgehoben habe, die Regierung hielt 1 1 hrem und gerechtem Sinne aufrecht. ie Neutralität sei loyal aufrecht erhalten und ebenso loyal fgegeben worden. Er lege Wert darauf, das zu versichern, sich zunutze machten, was Barzellotti . Berlin, 18. Dez.(Priv.⸗Tel.) Die„B. 3. a. M.“ be⸗ sagen zu müssen geglaubt habe. Salandra wies die Beschuldi⸗ 1 richtet aus Budapest: Aus Teheran ist in Konstantinopel gungen Barzellottis zurück, daß das Parlament von 45 be⸗ die Nachricht eingetroffen, daß der Schah den Prinzen deutendsten Entscheidungen der Regierung in der auswärtigen Ain⸗ed⸗Daule zum Präsidenten des Staatsrates er⸗ nannt hat Die russenfreundliche Partei hat ihren Einspruch gegen die Ernennung angemeldet, da bei der jetzigen Orga⸗ nisation der Staatsverwaltung diese Stellung einen Wir⸗ Zu gleicher 0 ist Prinz Ferman Ferma zum Mi⸗ nister des Aeußern ernannt worden. ö Ausfuhrverbote für türkischen und bulgarischen Tabak. Berlin, 15. Dez.(WB. Nichtamtlich.) Wie die„Ver⸗ einigten Tabakszeitungen von unterrichteter Seite erfahren, 15 ichtigt die kñürkische Regierung ein Aus fuhr⸗ verbot einheimischen Tabaks zu erlassen. Auch Bulgarien will sich solchem Vorgehen anschließen, das in erster Linie bezweckt, den eigenen Bedarf und den der Ver⸗ bündeten sicherzustellen. 8 1 8 a e e 2* Aus Saloniki. 5 Haag, 18. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Nieuwe Courant“ erfährt aus Saloniki, daß die Alliierten die Ankunft von 40 000 Mann indischer Tr up pen er⸗ warten. Eine große Zahl von Zugtieren ist bereits an⸗ gekommen. Die Alliierten scheinen fest entschlossen zu sein, in der Umgebung der Stadt Befestigungen anzulegen. Aus Mitylene wird demfelben Blatte gemeldet, daß die Eng⸗ länder dort Kasernen zur Unterbringung von 40 600 Mann bauen. Ein griechischer Protest gegen die Befestigung Salonitis. London, 19. Dez.(WTB. Nichtamtl⸗) Meldung des Neuterschen Bureaus. Die griechische e prote⸗ d stierte bei den Ententemä formell gegen die Be⸗ festigung Salonikis durch die Truppen der Alliierten. 3 Die Wahlen in Griechenland. N 1 Politik fern gehalten worden mii; in Italsen das System auss Annahme der Tagesordnung M sei. Er halte es der Ernennung üsse des Senats und der kungskreis erhielte, der einer Alleinherrschaft nahekommt. 5 teklartd weiter, es wäre unmöglich in das Ministertum Diese besagte, daß der Senat die Politik der sie wurde einstimmig angenommen. gegen Angriffe ara antwortete, kein Angriff sei klärungen nichts hinzufügen. Der Attorney⸗General teilte mit, daß die Gehälter es Attorne Pfund S etwa um 10 000 enant sagte, die Verluste or ps betrügen in den sechs 20 Tote, 33 Verwundete, 10 g 5 5 Vermißte und 44 internierte Gefangene. Asquith kündigte an, „ Amsterdam, 18. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Einem daß das Parlament vom 23. Dezember bis 4. Januar 1 hiesigen Blatt zufolge meldet die„Times“ aus Athen: Für werde ac Kenna teilte mit, die Regierung beabsichtige die die bevorstehenden Wahlen sind nur 450 Kandidaten auf⸗ gestellt, die sich fast alle für die Neutralität aus⸗ sprechen. Die meisten sind Anhänger des Ministeriums, 40 Anhänger des früheren Finanzministers Dimitrakopulos, ungefähr zwei Drittel Parteigenossen des Ministers des Innern Gunaris. Angesichts der Wahlenthaltung der Partei der Venizelisten sind keine Wahlüberraschungen zu erwarten. b Eine Sitzung des rumänischen Senats. Eo gann die Beratung der Adresse in Beantwortung der Thronrede. Argetoianu bedauerte, daß die Opposition der Reg de⸗ rung nicht das Vertrauen ausspreche n könne. Der edner zitierte einen Artikel der„Nationalul“, in welchem die Regierung beschuldigt wird, bisher das ganze Parlament über die auswärtige Politik nicht auf dem Laufenden gehalten zu haben. Die stegierung habe bei Beginn des Krieges mit der einen oder anderen T ei gehen können. Sie habe keines von beiden getan und eine fl un un P. ng von Handel und Industrie. Im besonderen bedauerte ko 1 in Teil der Opposition nichts tue, als die Regierung an⸗ . ru, für das Wohl des Landes zu haussitzung vom 16. meldet: Lord Ports mo des Abkommens, kuits, Makkaroni, 5 0 5 Stahl, Eisen, Bu karest, 18 Dez(WTB. Nichtamtlich) Der Senat be⸗ No 0 5 fragte, ob man die Bedingun bevor sie auf den Tisch des erklärte, die Mitteilun umfassen Streichhölzer, Ausgabe 5 prozentiger Excheque⸗Bonds mit fünfjähriger Laufzeit. Englands Handelsabkommen mit Dänemark vor dem englischen Oberhaus. London, 18. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber die Ober⸗ Dezember wird noch ausführlicher ge⸗ N f das Handelsab⸗ mmen mit Däne Maschen N 9 5 aschinen un eu. Sch rwegen exportieren dürfe. Lord M1 e en des gelegen. Ports m begrenzte M chung würde vom Feinde ausgenutzt, N ausüben könne. Die Veröffentlichung würde auch die Bekanntmachung des Abbommens mit dem hollän⸗ Der Inhalt dieser Abkom⸗ Rechte als kriegführende Macht. den gerettet. und 150 Gra der Stätte unheimlich, * Neutralen die Unbequemlichkeit der gäbe kein größeres Unglück, Sugrand wünsche aber den Blockade möglichst zu erleichtern. Es glück, land in dem Augenblick, wo alle Kräfte des Feindes als wenn Eng! dagegen gerichtet ind, alle Neutralen gegen sich hätte. Wenn keine polen 9 beständen, wäre England außerstande, zu verhindern, daß der Feind durch Neutrale unbegrenzte Mengen Vorräte erhalte. Wilsons Vermählung. Washington, 19. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Mel⸗ dung des Reuterschen Bureaus: Die Verma hlung Wil⸗ sons mit Frau Galt fand ohne Festlichkeit statt. Das Paar begab sich auf eine vierzehntägige Hochzeitsreise nach dem Süden. N 8 J Der London, 19. Dez.(WB. Nichtamtlich) Lloyds mel⸗ det: Der nor we 9 Dampfer„Nico“ ist ver⸗ senkt worden. 11 Mann der Besatzung und der Lotse wur⸗ Berlin, 19. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Wie wir der Zeitung„Hestia“ in Athen vom 27. November entnehmen, ist nach einem Telegramm der griechischen Behörden auf Kreta an die griechische Regierung bei der Insel Ganta (Bezirk Lassithi auf Kreta) ein en glischer Hilfskreu⸗ zer, der zur Verfolgung von U-Booten verwendet wurde, auf eine Klippe gevaten. Das 5 wurde seinem Schick⸗ sal überlassen, nachdem englische euzer sich vergeblich bemühten, es flott zu machen. Aus Stadt und Cand. Gießen, 20. Dezember 1915. ** Auszeichnung. Unterzahlmeister Ludwig Kolb aus Gießen, früher Kassierer g Kreditbank, Filiale Gießen, zuletzt deren Vorstand in Marburg, wurde das iserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Kolb dient bei der Pionierkompagnie 213 Personal nachrichten. Der Groß⸗ ezember d. J. den bisherigen stellvertre⸗ Bundesrat, außerordent ichen Ge⸗ Minister am Königlich Preußischen Dr.⸗Ing. Maximilian Freiherrn in mit Wirkung vom 1. Januar 1916 Bundesrat des Deutschen Reichs er⸗ 3 og hat am 27. November d. J. Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamten Groß⸗Rohrheim das Silberne Kreuz des des Großmütigen verliehen.— Der 8. Dezember d. J. den Amtsrichter bei t l Josef Gehm zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Reichelsheim mit Wirkung vom 24. Januar 1916 ernannt. 0 Der städtische Nahrungsmittel⸗Aus⸗ schuß hat sich mit der zwangsweisen Einführung der Butterverteilung in unserer Stadt beschäftigt. Es ist beab⸗ sichtigt, Anfang Januar Butter karten auszugeben und auf den Kopf der Bevölkerung für die Woche 125 Gramm von diesem viel begehrten Fett zu verteilen. Vernünftig wäre es ja, dem Unwesen im Buttereinlauf auf den märkten zu steuern, denn es ist ja bekannt, daß vielfach von den Frauen größere Buttermengen gebauft werden, die im eigenen Haushalt nicht verwendet werden, sondern an be⸗ freundete Familien nach außerhalb mit der Post weggehen. In der Waren ausgabe der Stadt ist in der letzten Woche von den Frauen mehrfach geklagt worden, daß sie bei unseren Kaufleuten Grieß nicht erhalten können. Es ist darauf hinzuweisen, daß unsere Kolonialwaren⸗Gros⸗ geschäfte Hunderte von Zentnern Grieß von der Getreide⸗ zentrale zugeteilt erhielten, die in Mengen von 25—50 Pfd. an die Kleinverkäufer abgegeben werden unter der Bedin⸗ gung, den Grieß im einzelnen Pfund zum Höchstpreis von 45 Pfg. abzugeben. Wenn also der Kleinhandel den Verkauf von Hauc Funk folche ag Wicht Pech ff f* nicht und könne solche a icht en, so ist dies unwahr. Die Hausfrauen sollten solche Geschäftsleute meiden, aber auch der Preisnotierungskommission im Rat⸗ hause den Namen des Kaufmanns unter Angabe des Sach⸗ perhalts mitteilen. Allerdings kann keine Hausfrau ver⸗ langen, daß der Kaufmann mehr wie ein oder höchstens zwei Pfund Grieß an einen Kunden verab olgt —— Seelrieg. „solange diese Ware von den e selbst noch nicht in sränkter Menge geliefert wird. Ebenso ist es ein Märchen, wenn ein⸗ zelne Kaufleute erklären, es gäbe vorläufig keinen Reis. Die Torten⸗ und Huchen bäckerei der Kon⸗ ditoren und Feinbäckereien fällt vom 1. Januar k. 7595 Infolge der Bestimmungen des Bundesrats dürfen die oge⸗ nannten Zuckerbäcker nur noch auf 1 Pfund Mehl 3 Eier im Butter verbacken. Die angestellten Versuche in einer unserer ersten Konditoreien mit dem in dieser Weise zusammengesetzten Teig haben ergeben, daß damit nichts weiter zu erreichen ist, als ein Mübr teig für Obstkuchen, auf dessen alleinige Herstellung sich die Feinbäcker und Kondi⸗ toren beschränken müssen. Der goldene Sonntag hat unserer Stadt einen riesigen Verkehr gebracht, der sich in der sache in der Neustadt, Bahnhofstraße und Marktstraße in den mittagstunden zu einem förmlichen Gedränge von Menschen gestaltete. Die Läde n in diesen Straßenzügen, in denen mit Artikeln des Weihnachtsbedarfs Handel getrieben wird, waren mit Kauflustigen überfüllt und das Bedienungs⸗ . hatte in den Geschäften alle Hände voll zu tun, um ie Kundschaft zu bedienen. Es war die Landbevölkerung, bei der ja heuer die Mittel nicht knapp sind, die den gestrigen Hauptgeschäftstag des Jahres zu einem glänzenden goldenen Sonntag gestaltete. Es gab in den Geschäf⸗ ten, wo die Landkundschaft ihren Bedarf hauptsächlich zu decken pflegt, reichlich gefüllte Kassen, so daß II vom silbernen Sonntag teilweise wettgemacht wurde. Das Leben und Treiben am Seltersweg, der ja mehr die ele⸗ 1 Geschäftsstraße bildet, war zwar nicht minder be⸗ ebt, aber es bewegten sich in der Mehrheit dort nur Läufer und keine Käufer. Zwar staute sich auch hier ab und zu der Verkehr vor den hell erleuchteten Auslagen, aber in den Läden war der Verkehr nur mäßig. Die Inhaber der Ge⸗ schäfte dieses Straßenzuges rechnen mehr mit dem Zu⸗ spruch der Stadt undschaft und rechnen stark da⸗ mit, daß in den wenigen Dagen, die uns noch von dem rohen Gabenfeste trennen, besonders aber am heiligen Abend, ihnen noch ein gutes Geschäst beschert werden wird. Der gewaltige Geschä ftsverkehr, der sich 1 in unserer Stadt abspielte, gab auch unseren Gast⸗ und besonders den e ueichen Kaffeehäusern von Mittag ab sein Gepräge. Die äglichen Stammgäste fühlten sich an ihrer gewohnten . überall waren die Plätze von fremden Gästen besetzt, die die günstige Gelegenheit benutzten, was darauf gehen zu lassen. In den Wiener Cafés unserer Stadt merkte man an den Gästen gestern den Nachmittag weni von Kriegsnöten, denn der besonders von der Frauenwpel stark begehrte Artikel„Kuchen und Torte“ wurde in großen Mengen verzehrt. Es We häufig den Gi als 3 5 gewisse Gäste, durch den Bundesratsbeschluß über Ein⸗ schränkung des Kuchen⸗ und Tartenhersiclens veranlaßt, sich mit diesen Süßigkeiten noch einmal ordentlich vollessen wollten und manche der Schlemmerinnen wird in dieser Absicht des Guten zu viel geleistet haben. i Die städtischen Kolonialwaren⸗Verkaufs⸗ stellen(Neustadt Nr. 61 und Asterweg Nr. 2 5 sind von Mitt⸗ woch, den 22. bis einschließlich Montag, den 27. ds. Mts. ge⸗ schlossen, ebenso wegen des Jahresabschlusses das Geschäftszimmer des Kommunalverbandes Gießen— Mehlverteilungsstelle— in der Zeit vom 22.—31. Dezember.— Die Geschäftszimmer des Alice⸗Frauen⸗Vereins, Abteilung für Kriegsfürsorge, Liebesgaben⸗ abteilung, Auskunftsstelle bleiben vom 24.—27. Dezember ein⸗ flo die Nähstuben vom 20. Dezember bis 2. Januar ge⸗ en.. werden.— Die kaufmännische Fachschule wird von 216 Schülern, darunter 30 Schülerinnen, besucht. Die Zahl der Lehr⸗ kräfte beträgt 8. Dienstag, 21. Dezember, L— 3 Mittwoch, 22. Dezember jedesmal von 8—12 Uhr vormittags und 2—5 Uhr nachmittags. Näheres im Anzeigenteile. 5 5. u Stehen geblieben ist am vorigen Samstag ein Eimer * Eigentümer kann solche auf der Polizeiwache in Emp⸗ fang nehmen. r Kondensierte Milch. Etwa 3000 Pfund⸗Dosen kondensierte Milch sind im städtischen Lager eingetroffen. Die Ware ist bestellt worden für den Fall, daß es im Januar⸗Februar mit der Lieferung fris cher Milch für unsere Stadt Schwierigkeiten haben sollte. Die unter Zusatz von Zucker eingedickte Milch ist ein Schweizer Produkt, das wegen seiner vorzüglichen Beschaffenheit besonders für die Er⸗ nmährung von Ki und Kranken nur bestens zu emp⸗ fehlen ist. . e 1 1 ö 0 ein Gie mgegen! ingetr. Verein) hat vom Kreisamt unter gewissen Bedingungen die Erlaubnis erhalten, für seine Mitglieder Körnerfutter im Kreise Gießen von Produ⸗ enten anzukaufen. Die Mitglieder des Vereins, soweit sie Ge⸗ kigelzüchter sind, hatten auf eine Umfrage ihren Bedarf an Körnern auf 240 Zentner im Jahre angegeben. Es war dem Vereinsvorstand bisher möglich, 6 Zentner nicht mahlfähigen i von der Zentrale in Darmstadt und 37 Zentner Gerste, re im Kreise Gießen selbst, anzukaufen. Das so gewonnene Futter wurde am Samstag an die Mitglieder verteilt und diesen eine Freude gemacht, weil damit verhindert ist, daß die schon zahlrei Abschlachtungen recht wertvoller Nutztiere wegen Futter⸗ mangel weiter fortgesetzt werden. Der Verein hofft, im Januar noch einmal eine Futterverteilung an die Mitglieder bewirken zu können. Die Körner werden zum Höchstpreis abgegeben, der 1 5 erheblich hinter dem Preise für ausländische Gerste zurück⸗ * Privatpakete für Angehörige des deut⸗ schen Heeres in der Türkei und Bulgarien werden bis zum 31. Dezember d. J. beim Zentral⸗Depot für Liebes⸗ gaben, Berlin W. 50, Hardenbergstraße 29a bis e, Zur Weiterbeförderung an die Empfänger angenommen. Die Pakete wolle man als gewöhnliche Pakete porto⸗ und bestell⸗ eldfrei bis Berlin aufgeben. Die Sendungen sind mit olgenden Aufschriften zu versehen: 1. mit vollständiger wut Adresse des Empfängers, 2. mit dem Zusatz: durch ittlung des Zentral⸗Depots für Liebesgaben, Berlin W. 50, Hardenbergstraße 29 a bis e, 3. mit Bestim⸗ mungsland(Türkei oder Bulgarien). Im übrigen gelten die für den Privatpaketverkehr bestehenden Bestimmungen. So⸗ weit bisher Pakete an das Militär⸗Paket⸗Depot Leipzig gesandt sind, wird von dort ihre Weiterleitung veranlaßt. Landkreis Gießen. l Lang⸗Göns, 19. Dez. Musketier Wilhelm Brückel eim Reserve⸗Infanterie-Regiment 83, Sohn des Landwirts Konrad Brückel, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. e. euern, 20. Dez. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde der Sohn des Gemeinderechners Sei Insp.⸗Stellv. in Auerbach, früher Offizier⸗Stellv. 2/22. nach⸗ träglich ausgezeichnet. Sein Bruder, Feldwebel im Landw.⸗Inf.- Regt. 116, erhielt vor kurzem ebenfalls das Eiserne Kreuz 2. Klasse und die Hessische Tapferkeitsmedaille. Kreis Büdingen. Michelau, 19. Dez. In Serbien fiel infolge eines Kopf⸗ der Musketier Sinner. 3 1719 2 eee 1 0 eshausen, 20. Dez. ie Königlich Sächsische Friedrich⸗-August⸗Medaille erhielt am b dag 5e Großherzogs von Oldenburg der Lehrer Otto Keitzer. Kreis Friedberg. Friedberg, 20. Dez. Semmarlehrer Leuchtgens, bisher Feldwebel, wurde zum Offizier⸗Stellvertreter ernannt. Des. gleichen der Vizefeldwebel Lehrer Stau ba ch aus Bad⸗Nauheim. — Zum Kompagniefeldwebel befördert wurde der Seminarlehrer Thierolf. Die Hessische Tapferkeits⸗ Ab Fauerbach, 20. Dez. medaille erhielt der Gefreite Holler im Feldartillerie-Rgt. 25. Starkenburg und Rheinhessen. — Dieburg, 20. Dez. Durch ein Großfeuer wurden die Wirtschastsgebäude von Kunigunde Lohrum völlig ein⸗ eäschert und die Wohnhäuser der Lohrum und des P. Thomas 1 9 5 beschädigt. Der Schaden ist erheblich, da die Gebäude nur gering versichert sind. 5 ch. e 20. Dez. Bei dem herrschenden kalten Wetter geht der Wasserstand des Rheines ständig zurück. Vor einigen Tagen wurden am hiesigen Pegel 3,33 Meter festgestellt, während am 18. Dezember der Pegelstand nur 3,03 Meter„ am Oberrhein geht das Wasser ständig zurück, ebenso fällt das Wasser der Neben⸗ flüsse ganz erheblich. 5 i Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 20. Dez. In der abgelaufenen Woche tagte die Hauptversammlung der Lokalabteilung des landwirt⸗ schaftlichen Vereins. Der für 1916 aufgestellte Haus⸗ haltungsplan, der in Einnahme und Ausgabe mit 3390 Mk. ne fand Zustimmung. Im Mittelpunkte der Tages⸗ ordnung standen zwei interessante Vorträge. Ueber Ver or⸗ ung Kriegsbeschädigter vom Lande und aus der Landwirt⸗ f. 95 sprach e Linden von der Provinzial⸗ abteilung Bonn. Kreisobstbaulehrer Kilp hielt den zweiten Vortrag über gewinnbringende Obst⸗ und Gemüsekulturen. ra. Krofdorf, 20 Dez. Zur Beschaffung von Wei hnachts⸗ gaben für unsere Feldtruppen im 18. Armeekorps wurden in der vereinigten Bürgermeisterei Atzbach ⸗Launsbach insgesamt 1930,60 Mark gesammelt, die sich wie solgt verteilen: Atzbach 152,0 Mk. Dorlar 191,50 Mk., Dutenhofen 93,00 Mk., Garben⸗ eim 160,90 Mk. Kinzenbach 247,50 Mk., Krofdorf 378,50 Mk., leiberg 46,50 Mk., Vetzberg 87,10 Mk., Launsbach 52 Mk., Oden“ sausen 89 Mk., Salzböden 85,50 Mk. und Wißmar 377,55 Mark. 9 5 f 8. schusses Hessen⸗Nassau. Marburg, 20. Dez Im Institut für Hygiene und experimentelle Therapie wurde heute mittag eine Marmor⸗ büste des Wirklichen Geheimrat Exzellenz Prof. Dr. Emil von Behring, die laut ministerieller Verfügung anläßlich des 25jährigen Jubiläums der Entdeckung des Heilserums seitens des Gelehrten dort zur Aufstellung kam, enthüllt. ll Marburg, 20. Dez. Der Direktor der chirurgischen Klinik, Prof. Dr. König, der als beratender Chirurg des Generalstabs eines Armeekorps in Frankreich, Polen und Galizien weilte, hielt gestern abend im Physikalischen In⸗ stitut einen Vortrag über Kriegsbeschädigtenfür⸗ or ge und die modernen Errungenschaften auf dem Ge⸗ biete der Wiederherstellung Verwundeter. Lichtbilder zeigten, wie die Verwundeten durch turnerische Uebungen körperlich und geistig gekräftigt und wie sie in der Einarmigenschule und in den Werkstätten zu Berufen vorbereitet werden. „ Wm. Kirchhain, 20. Dez. Nachdem die Maul- und Klauen⸗ feuche in allen Stallungen hier erloschen, ist die Gemarku ungs⸗ sperre behördlicherseits aufgehoben. Das gleiche gilt sür die Gemeinde M ardorf, in welcher die Seuche ebenfalls aus- gebrochen war.— Der Heuverkauf und das Verladen an der Bahn ist im flotten Gange, täglich werden mehrere Waggons ab⸗ gesandt. Der Preis beträgt 5,50 Mk. für den Zentner.— Die überschwemmten Wiesenflächen bilden jetzt eine schöne Ensfläsch e, worauf sich die Jugend fleißig tummelt.— Für die in der Kampf- sront stehenden Feldgrauen aus der Stadt Kirchhain ist gestern eine Paketsendun g abgesandt worden. Wm. Neustadt, 20. Dez. Ein schwerer Unglücks⸗ fal lereignete sich vorgestern abend in unserem Nachbarorte Speckswinkel. Der Ehefrau des Landwirts Lose kamm, der zurzeit an den Kämpfen in Serbien teilnimmt, explo⸗ dierte der Petroleumbehälter der Lampe. Im Nu standen die Kleider und das Haar der Frau in hellen Flammem. Das jährige Töchterchen seneng fen Hilfe und wurde auch von den Flammen ergriffen. Erst den schnell zur Hilfe herbeigeeilten Nachbarsleuten gelang es mit großer An⸗ strengung, die Flammen zu ersticken. Mutter und Kind erlitten jedoch solch schwere Brandwunden, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Frankfurt a. M., 20. Dez. Die städtische Jahres⸗ rechnung für 1914 schließt mit einem Fehlbetrag von von 2 540 890 Mark ab. Die Mindereinnahmen und Mehrausgaben betragen 5 405 523 Mk., die Ersparnisse 2 864.633 Mk, so daß sich ein Fehlbetrag von 2 540 890 Mk. ergibt. Zur Deckung dieser Summe sollen die im Haushalts- plan vorgesehenen Einlagen in die Erneuerungsfonds der Straßenbahn und des Elektrizitätswerkes in Fortfall kom⸗ 0 men, ferner werden nur die tatsächlichen Aufwendungen für die Witwen- und Ruhestandslassen im Haushaltsplan in Anrechnung gebracht, und schließlich soll eine erhebliche Kürzung der Baufonds vorgenommen werden. Auf diese Weise wird der Ausfall auf 227460 Mk. verringert. Die voraussichtlichen Ausfälle an Steuern und Gebühren sind in vorsichtiger Schätzung auf 1 100 000 Mk. veranschlagt.— Zur Deckung der gewaltigen Ausgaben an Kriegsunter⸗ tützungen— monatlich 2 Millionen Mark— beantragt er Magistrat die Genehmigung für eine später aufzu⸗ nehmende Anleihe bis zu 20 Millionen Mark.— Da die Aufstellung des Haushaltsplans wegen der Kriegs⸗ ausgaben auf große Schwierigleiten stößt, kann er, wie es sonst üblich ist, nicht zu Weihnachten der Stadtverordneten⸗ versammlung vorgelegt werden. Der Plan kommt deshalb erst in den ersten Monaten des nächsten Jahres zur Vorlage. X. Gelnhausen, 20. Dez. Mit Rücksicht auf das Weihnachtsfest hat die Kreisverwaltung ein halbes Pfund Weizenmehl pro Kopf der Bevölkerung brotmarkenfrei f zur Verfügung gestellt. Die Verwendung des Weizenmehls zur Herstellung von Kuchen für das Weihnachtsfest bis zum 27. d. M. ausnahmsweise. worden. ch. Vom Hunsrück, 20. Dez. Aus dem Westen war in den letzten Tagen auf dem Hunsrück deutlich schwerer Donner der Geschütze zu hören.— Die Kälte ist in den letzten Nächten wieder sehr stark gewesen. Im Anfange der Woche wurden 3 Grad, dann 7 Grad, dann 8 Grad und schließ⸗ lich 10 Grad Celsius gemessen.— Der Jagdpächter Immich hat auf der Enkircher Jagd einen gewaltigen Keiler auf dem Pirschgang erlegt. Das Tier wog fast drei Zentner. Aus der Rhön, 20. Dez. Im Salzschacht der Gewerk— schaft Kaiseroda wurden durch einen vorzeitig losgehenden S pr eng⸗ schuß zwei Bergleute lebensgefährlich verletzt. ul. Diez, 18. Dez. Die für den Unterlahnkreis fest⸗ gesetzten Höchstpreise für Land⸗ und Süßrahmbutter sind auf Verfügung des Kreisausschusses aufgehoben worden. 10. Aus Nassau, 20. Dez. Nach den amtlichen Fest⸗ stellungen ist Fleisch am billigsten in Hachenburg und Montabaur Ende November gewesen. Es kostete in Hachenburg das Pfund Kalbfleisch(Keule und Bug) 1.00 Mk., in Montabaur sämtliche Stücke Rind⸗ und Kalbfleisch nur 1 Mk. 10 Pfg., 1 Mk. 20 Pig. jedes Stück Hammelfleisch und jedes Stlick Schweinefleisch 1 Mk. 60 Pfg. In Dillenburg, Bad⸗Homburg, Limburg und St. Goars⸗ hausen ist Schweinefleisch am billigsten mit 1 Mk. 50 Pig. X. Kassel, 20 Dez. Die erste Gabenliste der Land⸗ wirtschaftskammer Kassel ffür den ostpreußischen Kreis Pillkallen, dem Patenkinde der Landwirtschaftskam⸗ mer, weist 8935.20 Mk. auf. Gießener Strafkammer. th. Gießen, den 19. Dezember. Am Freitag verhandelte die Strafkammer das letzte Mal vor den Ferien, die über Weihnachten und Neujahr andauern, so daß die nächste Sitzung erst wieder am 7. Januar stattfindet. Einer Ur kundenfälschung und Betrug hat sich der Dienstknecht Josef B. von Heimertshausen, schuldig gemacht, indem er sich durch Fälschung einer Postkarte in Besitz eines Flobertgewehrs nebst Patronen und eines Rucksackes setzte. Der Gerichtshof hielt eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten und 2 Wochen für ausreichend. 5. Als rückfälliger Dieb hatte sich der Arbeiter Karl Richard St. von Friedberg zu ver⸗ antworten. Er soll einem Zechgenossen in einer Wirtschaft 2— paar Mark abgenommen haben. Der 5 bestritt seine Schuld mit aller Entschiedenheit. In der weisaufnahme über⸗ führt, wurde er, da er wiederholt vorbestraft ist, zu einer Ge⸗ fängnisstrafe von 6 Monaten verurteilt. f 0 e e e ee Nen ist die geständige Anna H. aus Gießen. Sie sollte eine nung bezahlen. Weil sie angeblich den Geldberrag unterwegs verloren hat, fälschte sie die Quittung unter der Rechnung. Der Gerichts⸗ hof glaubte der Angeklagten die Angabe, daß sie den Rechnungs⸗ betrag verloren hat und erkannte gegen sie auf die Strafe des gerichtlichen Verweises.. 0 Die Spargroschen der Gro mutter. Die 22 Jahre alte Amelie F. von Gi das Sparkassen⸗ buch der eigenen Großmutter benutzt, um sich Gerd zu verschaffen. Die Angeklagte hat sich zu dem Zweck eine Vollmacht ausgestellt. Außer dieser Sache fiel der Angeklagten noch ein kleiner Diebstahl zur Last. Da die F. geständig war, kam sie verhältnismäßig billig mit einer Gefängnisstrafe von 1 Monat davon. Handel. Wetzlar, 20. Dez. Wie der„Wetzlarer Anzeiger“ er⸗ fährt, hat die Mitteldentsche Gerberei und Riemen⸗ fabrik G. m. b. H. hierselbst durch, Gesellschaftsbeschluß ihr Gesell⸗ schaftskapital auf 500 000 Mark erhöht. — Amtlicher Wetterbericht. 0 Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. 9 Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 21. Dez. 19150 Meist heiter, trocken, kalt. Nachtfrost. 15 Meteorologssche Beobachtungen der Stasson Gießen. 8. F 8 2 2 22 Dez. 28.8 85 S 5 8 38 SS SS SS 3E Wetter 1915 C 88 S 3 2 5 S8 85 2 252 88 2 2 283 4* 5 8 88 19.„%—[429 3,7 6—- 0 19.9—— 1,1 3,6 85— 4 20. 78%— 38 86 6—— 0 Höchste Temperatur am Niedrigste„ 5 Niederschlag: 00 mm. Letzte Nachrichten. 18. bis 19. Dez. 1915. 3,0 0. 18,, ,,, e 8 5 Rücktritt des japanischen Kriegsministers. Basel, 20. Dez. Aus Tokio wird den„Basler Nachrichten“ gemeldet, daß der Hriegsminister General Oka zurück⸗ getreten sei, angeblich im Zusammenhang mit einer Verminde⸗ rung des Heeresbudgets. Zu seinem Nachfolger ser General Assan ernannt worden, ein Offizier, in Deutschland ausgebildet. . Der serbische Zusammenbruch. Sofia, 20. Dez. Von maßgebender militärischer Seite er⸗ 73 fährt der Vertreter des„Berliner Tageblattes“ über die Lage an der albanischen und montenegrinischen Grenze folgendes: Von der serbischen Armee haben sich höchstens 50 000 Mann ohne jeden Train und ohne jede Artillerie nach Montenegro und Albanien gerettet. Allerhöchstens sech; Batterien Gebirgsgeschütze, die sie auf Saumtieren mitführen konnten, haben die Serben auf ihrer Flucht mitnehmen können. Der Befehl, den der Rest der ser⸗ bischen Armee bei Beginn der heillosen Flucht erhielt, ging da⸗ hin, sich in Skutart zu konzentrieren. Es haben aber höchstens 30000 Mann den Weg nach Montenegro genommen, von denen 9 wohl kaum zwei Drittel Skutari wirklich erreicht haben. Auch sie sind in einem Zustande, der es den Montenegrinern kaum ermöglicht, sie als Kombattanten zu verwenden. Der Rest von etwa 20 000 Mann hat sich nach Albanien gerettet. Das Schicksal dieses Teiles der serbischen Armee ist noch kläglicher. Tausende müssen verhungern, Tausende werden von Albanern, die die Serben bitter hassen und die trotz aller Entwaffnungs⸗ versuche noch immer teilweise über Gewehre verfügen, von den 4 Höhen der Berge herab erschossen. Auch die Verpflegung der Montenegriner und der zahllosen serbischen Flüchtlinge auf dem Wege zur Scee wird durch die wachsamen österreichisch-ungarischen Unterseeboote sehr erschwert. Die ite ist Hunderte von Mil⸗ lionen wert. Nicht weniger als 4500 Eisenbahnwagen mit zahs⸗ reichen, z. D neuen, noch nicht einmal angeheizten Lokomotiven sind in die Hände der verbündeten Truppen gefallen. Sehr viel Waggons waren beladen. Alles, was die Serben während eines Jahres der Entente abgepreßt haben, Munition, Geschütze, Leder, Gummireifen, Benzin, fiel in unsere Hände. Wenn jetzt im Laufe der jüngsten Woche die Eisenbahnbrücken wiederhergestellt 9220 n es 88 8 We sein, 8 Gee lr chobenen Waggonparks wieder abzufahren, um die Geleise ür 7 den normalen Verkehr freizubekommen. 2 Ein englisches U-Boot unter deutscher Flagge. Kristiania, 20. Dez. Aus Arendal wird berichtet: Der dänische Dampfer„Riberhus“ wurde auf der Reise von Arendal nach Kopenhagen von dem U⸗ Boot„D 7“ angehalten. Das U-Boot führte die deutsche Flagge. Nach Vorzeigung der Schiffs ⸗ piere wurde dem Kapitän gestattet, die Neise fortzufetzen. Aus ristiania wird weiter gemeldet, daß das U⸗Boot am 17. Dezember 1 außerhalb Oksö beobachtef wurde. Es fuhr in westlicher Richtung davon nachdem es mehrere norwegische Schiffe gestellt hatte. Berkertenswert ist, daß„D“ ein englisches Kennzeichen in 0 Die Beerdigung des Herrn Landtags- abgeordneten und Rittmeisters Eduard Lutz findet am Dienstag, den 21. ds. Mts., nachmittags 2½% Uhr, in EI penro d (Station Nieder- Gemünden) statt. Gestern erhielten wir die amtliche Mitteilung, dass unser herzensguter, treuer Sohn, Bruder, Neffe, Schwager und Bräutigam Willy Müller, Kaufmann Kriegsfreiw. im Res.-Inf.-Regt. 222, 4. Komp., im Alter von 22 Jahren infolge eines Kopfschusses im K. K. R.-Spital den Ehrentod fürs Vaterland gestorben ist. innigstgeliebter, Die trauernden Hinterbliebenen: Kath. Müller, geb. Leidner Wilh. Stephan und Frau, geb. Müller Anna Leidner Emma Leidner Ida Philipp. Giessen, den 20. Dezember 1915. 9823 D hoffnungsvoller, Wilhelm Otto V. Heinrich Otto, 2. Zt. i. Felde Marg. Otto, geb. Keil Wilh. Otto, 2. Zt. im Felde. Den Heldentod starb am 8 Mai mein lieber Sohn, unser guter Bruder und Schwager Philipp Otto Infanterist im 23. Bayrischen Infanterie-Reglment, 1. Temnagunle im Alter von 21 Jahren, und am 21. September infolge eines Bauch- und Rückenmarkschusses sein treuer Freund, unser guter Sohn und Bruder Wilhelm Sommerlad Huskefler im Inlanterle- Regiment Hr. 174, 4. Tempagnle im Alter von 21 Jahren. Die tilefbetrübten Hinterbliebenen: Familie Karl August Sommerlad Karl Sommerlad, 2. Zt. verw. in Oiessen Beuern, den 17. Dezember 1915. Wiedersehen war ihre und unsere Hoffnung! Heinr. Sommerlad, 2. Zt. i. Felde. 8 N 85 2 5 106752 im 67. Lebensjahr. Gießen(Stephanstr. 15), den 18. Dezember 1915. Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 21. Dezember, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus. Wir bitten, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute abend entschlief sanft nach kurzem Leiden unsere gute Mutter, Großmutter und Schwiegermutter Frau Elisabeth Schäfer geb. Kolbe Witwe des Großherzoglichen Rentamtmanns Georg Schäfer Tilla Kramer geb. Schäfer Richard Schäfer, Großh. Forstassessor, 2. Zt. Hauptmann im E. L. I. R. 116, Vilbel Trude Schäfer Professor Philipp Kramer, Leutnant d. L. z. Zt. im Felde Johanna Schäfer geb. Schuchard und vier Enkelkinder 983⁰ . Größte Auswabl! Billigste Preise! Verkauf am Café Ernst Ludwig. W. Hankel, Neuen Bäue 7. Telef. 612. S Christbaume trifft morgen wieder frische Sendung ein. * ackpapiere aller Arten. Rollen für Abrollapparate, 106756] 20 bis 50 Zentimeter breit, zu billigsten Preisen Ernst Balser Papierhandlung. ns Theater-Verein. Samstag, den 25. Dezember(I. Feiertag): Lesdmigastspiel der Oper brobkerzöog leben Holtbeaters Die Gärtnerin aus Liebe (La finta giardiniera). Komische Oper in 2 Akten 6 Bildern von W. A. Mozart. Neue Bearbeitung von Oscar Bie. — ˖ zm 2. Akt: Nymphentanz. Anfang 5½%½, Uhr. Ende nach 8 Uhr. Eintrittskarten von Mk. 6 bis Mk. 2 in der Mus kalien- handlung von E Challier, Neuenweg, Tel. 671, am Aufführuugstag nur an der Theaterkaàsse von 11 bis 1 Uär und von 3 Uhr an. 978 Wegendes Jahresabschlusses bleibt das Geschäftszimmer des Kommu⸗ nalverbands Gießen— Mehlver⸗ teilungsstelle— in der Zeit vom 22.31. Dezenbrr 1015 für das Publikum geschlossen. 983500 Unsere Geschäftszimmer, Abteilung f. Kriegsgefangenenfürsorge, Liebes gabenabteilung, Aushunftsstelle bleiben v. 24. bis 27. Dezbr. einschl. unsere Nähstuben vom 20. Dezember bis 3. Januar = geschlossen! Alice-⸗Frauen⸗Verein, Gießen 52 [Zweigverein Gießen vom Roten Kreuz. 7 2 Passendes Weibnachtsgeschenk bietet Ihnen für die Jugend und unsere Soldaten im Felde eine Photographische Kamera Habe enorme Auswahl in Schülerkameras in verschiedenen Größen, sehr preiswert und leistungsfähig Feld kameras in den Größen 4.5: 6, 4: 6,5, 6: 6. 6:9 für Roll- und Packfilms in jeder Preislage. * Aediainal-Progerie zum un Spezial- Photo-Haus. 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Die städtischen Koloniglwaren-Verkaufsstellen Neu stadt Nr. 61 und Asterweg Nr. 25) sind von Mittwoch, den 2. bis einschließlich Montag, den 27. d. M. geschlossen. Gießen, den 20. Dezember 1915. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. In unser Genossenschaftsregister wurde heute bezüglich des landwirtschaftlichen Konsumvereins, eingetragenen Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht zu Wieseck, eingetragen: Philipp Roden⸗ hausen IV. ist aus dem Vorstande ausgeschieden und an seine Stelle Christian Reuter II. in Wieseck gewählt. 98³² B Gießen, den 17. Dezember 1915. Großherzogliches Amtsgericht. l Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt.& wurde heute bezüglich der Firma Emil Roth in Gießen ein⸗ getragen: Der Otto Roth Ehefrau, Margarethe geb. Quaas zu Gießen, ist Prokura erteilt. 9838 B Gießen, den 17. Dezember 1915. Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Genossenschaftsregister wurde heute bei dem Vorschuß⸗ und Ereditverein, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht zu Langsdorf, eingetragen: Heinrich Roth V. ist aus dem Vorstand ausgeschieden und an seine Stelle der Verbandsrevisor a. D. Philipp Pauli in Langs⸗ 98²0 B 989 Lich, den 17. Dezember 1915. 5 Großherzogliches Amtsgericht. F„ u Teldpos. endung bl empfiehlt billigst Versanddosen und für die Feiertage empfiehlt 2. billigsten Preise Pappschachteln Edgar Borrmann Eisenbandlung. Gute weiße Zaßseife J. M. Babnbofstr. 51— Jernr. 2082 Eidweine— Epirituosen Ohne Brotnarken al td-or daber geeignet fürs Feld. 2-Nld.-Ei„Kübel 9.50 Spanische 1 Zentner⸗ Faß 37. Weinhandlung Nachn; VBabnstag angeb. 9815 P. Fehling, Düsseldorfi11. Bahnhofstraße. c= Feldmützen in großer Auswah. für Mannschaften in vor⸗ schriftsmaßiger Form von 3 Mk. an, für Offiziere in jeder Form von 4—5 Mk, an. 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