. Nr. 295 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Gießener Familienblätter“ werden dem „Anzetger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Felt⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. R 9 für Oberhessen Mittwoch, 18. Dezember 1915 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: 51, Schrist⸗ leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. — 2 Mb. Deutscher Reichstag. 23. Sitzung, Dienstag, den 14. Dezember. Am Tische des Bundesrats: v. Jagow, Helfferich, b. Lisco, Delbrück, Dr. Solf. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 15 Minuten. Kleine Anfragen. Als erster Punkt stehen auf der Tagesordnung die fünf keinen Anfragen des Abgeordneten Dr. Liebknecht: Die erste fragt nach der Bereitschaft der Regierung zu sofortigen Friedensberhandlungen unter Verzicht auf Annexionen. Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Jagow: Nach den Verhandlungen vom 9. d. M. muß ich es ablehnen, auf die Frage zu antworten. 1 Die zweite Anfrage verlangt Vorlegung von amtlichem und halbamtlichem Material über die unmittelbare Ent⸗ stehung des Weltkrieges und über die Vorgeschichte des Bruchs der luxemburgischen und belgischen Neutralität und Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission zur Prüfung der Verantwortlichkeiten. Staatssekretär von Jagow: Das für die Beurteilung der Entstehung des Weltkrieges und der Neutralitätsfrage erforder⸗ liche Material ist bereits veröffentlicht worden.(Sehr richtig!) Die Regierung wird aber auch fernerhin über wichtige diplomatische Verhandlungen Veröffentlichun⸗ gen vornehmen, soweit ihr dies für die Aufklärung der Oeffent⸗ lichkeit erforderlich erscheint. Für die Einsetzung einer parlamen⸗ tarischen Kommission einzutreten, lehnt die Regierung ab.(Zu⸗ stimmung.) Die Verantwortlichkeit für den Weltkrieg eifft nur unsere Gegner. Die dritte Anfrage heischt Auskunft, ob dien deen während des jetzigen Tagungsabschnitts einen Gesetzenswurf vor⸗ legen will, der die Ersetzung der Geheimdiplomatie durch eine unter öffentlicher Kontrolle ende demokratisierte auswärtige Politik bezweckt. Staatssekretär non Jagow: Die Regierung ist nicht bereit, den Wünschen des Abgeordneten Liebknecht zu entsprechen und eine hierfür erforderliche Verfassungsänderung vorzuschlagen. Die vierte 9 befaßt sich mit Schritten zur Versor⸗ gung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Erzeugungs⸗ regelung, Beschlagnahme und Verteilung. Ministerialdirektor im Reichsamt des Innern Dr. Lewald: Der Herr Reichskanzler lehnt die Beantwortung dieser Frage ab. Die fünfte Frage fordert Erklärungen über das Programm der Regierung für eine FF der inneren Politik und den Zeitpunkt seiner Verwirklichung, insbeson⸗ dere über rere von Verfassung, Gesetzgebung und 1 der Wehrverfassung und der Reform des Wahl⸗ rechts. Ministerialdirektor Dr. Lewald: Der Reichskanzler lehnt die Beantwortung auch dieser Frage ab. Faft zu jeder Anfrage versuchte der Fragesteller noch unter Berufung auf 8 81b der Geschäftsordnung 1 0 Ergänzung an⸗ ubringen, zur zweiten Anfrage sogar drei hintereinander. Der räsident mußte ihm jedoch unter jedesmaliger schallender Heiter⸗ keit des Hauses erklären, daß seine„Ergänzungen“ neue Anfragen darstellten und, daher unzulässig seien. „Zu seiner letzten Anfrage brachte der Abg. Liebknecht die Er⸗ gänzungsfrage vor: Wie stellt sich die Regierung besonders zur Frage der preußischen Wahlrefor m? Auch diesmal wurde ihm bedeutet, daß das eine untulässige neue Anfrage sei. der neue 10 Milliardenkredil. 8 Ein zweiter Nachtrag zum Reichshaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1975 fordert die Bewilligung eines wei⸗ teren Kriegskredits von 10 Milliarden. Staatssekretär des Reichsschatzamts Dr. Helfferich: Ich lege Wert darauf, auch dieses Mal vor dem Hause und der Oeffentlichkeit die Anforderung des neuen Nachtragskredits von 10 Milliarden Mark 65 die Zwecke der Kriegführung mit einigen Worten zu begründen. Unsere Feinde phanta⸗ sieren nach den 16 Monaten dieses Krieges immer noch von einer Zerschmetterung und Zertrümmerung Deutschlands. Wir sind alle überzeugt, der Krieg muß durchgeführt werden, bis eine dauernde Sicherheit für das Reich gewährleistet ist.(Beifall.) Ihre Zustimmung zu dieser Vorlage wird der Welt aufs neue beweisen, daß unser Entschluß zur sieg⸗ reichen Durchführung des Krieges Anerschütterlich ist und daß jede andere Rechnung falsch ist und bleibt.(Beifall.) Die bisherigen Kredite für den Krieg belaufen sich auf 30 Milliarden Mark. Im August habe ich die monatlichen Kriegsausgaben auf ungefähr 2 Milliarden Mark beziffert. Wir haben Monate gehabt, in denen die Summe von 2 Milliarden Mark sogar noch übertroffen worden ist. Alles in allem aber ist die Steigerung gegenüber den Kriegs⸗ ausgaben im Frühjahr nicht allzu erheblich. Sie sehen also: trotz der Erweiterung des Kriegsschauplatzes, trotz der Aufstellung immer neuer Formationen, trotz der Preissteigerung aller Lebensmittel und Rohstoffe, trotz der noch immer sich steigernden Anstrengungen zur Ergänzung unseres Kriegsmaterials ist es uns gelungen, das Anschwellen der monatlichen Kriegsausgaben in verhältnismäßig engen Grenzen zu halten. Sie dürfen daraus entnehmen, daß alle bei der Durch⸗ führung der kriegerischen Maßnahmen beteiligten Stellen sich von der Notwendigkeit der sparsamsten Wirtschaft haben durch⸗ dringen lassen. Aber auch die strengste Sparsamkeit hat ihre Grenzen bei der Rücksicht auf unsere braven Truppen draußen im Felde.(Zustimmung.) Kaum jemals hat ein Krieg an den Feldsoldaten so fast über alles Menschliche hinausgehende An⸗ forderungen gestellt wie dieser Krieg.(Sehr richtig!) Da ist es unsere elementare Pflicht, die Verhältnisse für unsere Sol⸗ daten draußen so erträglich wie möglich zu gestalten. Deshalb müssen wir mit steigenden Unkosten rechnen. Seit der letzten Kreditbewilligung sind etwa 4 Monale ver⸗ flossen. Der größte Teil der bewilligten Milliarden ist daher schon in Anspruch genommen, daher ist eine weitere Bewilligung erforderlich, um die finanzielle Sicherung des Krieges nicht in unerwünschter Weise zu stören. Die letzte Anleihe hakte nicht nur die bisher beanspruchten Kredite zu tilgen gestattet, sondern auch noch weitere Mittel ergeben. Die Höhe des neuen Aredites schlagen wir abermals mit 10 Milliarden Mark vor. Die ge⸗ samten bewilligten Kredite würden damit 40 Milliarden erreichen. Es ist schwer, einen Maßstab zu finden, der eine so gewaltige Summe dem allgemeinen Verstandnis näher bringt. Zum Ver⸗ gleich möge dienen: Alle deutschen Eisenbahnen mit ihren gesamten Anlagen und Material sind mit etwa 20 Milliarden einzuschätzen; das ist also die Hälfte dieser Kriegskredite.(Hört, hört!) An der erschütternden Größe dieser Opfer für die Allgemeinheit mag der einzelne ermessen, welche Opfer er im Interesse des Vater⸗ landes auf sich zu nehmen hat. Für das Pflichtbewußtsein, welches den deutschen Mann und die deulsche Frau auch in schweren Zeiten stets ausgezeichnet hat, bietet das bisher auf diesem Gebiete Ge⸗ leistete den besten Beweis, so daß wir keinen Grund haben, am guten Ende zu zweifeln. Wir haben unsern Wohlstand früher in einer verhängnisvollen Weise unterschätzt, das liegt klar vor aller Augen. Der kategorische Imperativ der Staatsbürgerpflicht und Vaterlandsliebe ist es, der in diesen Milliarden seine Friumphe feiert.(Beifall.) Mehr als vier Millionen einzelne Personen-baben die bisherige Anleihe gezeichnet. Dabei muß man bedenten daß es in Preußen überhaupt nur 8 Millionen selbständige Spisienzen mit einem Einkommen von mehr als 900 Mart und nur etwa 800 000 mit einem Einkommen über 3000 Mark gibt, also mehr als 3½ Millionen mit einem Einkommen von noch nicht 3000 Mark haben ihre schwer erworbenen Groschen auf dem Altar des Vaterlandes geopfert.(Beifall.) Ihnen allen will ich heute unseren wärmsten Dank aussprechen.(Lebhafte Zustimmung.) Was er⸗ reicht wurde, ist in der Tat eine Volksan leihe, wie sie Eng⸗ land haben wollte, aber nicht haben konnte. Im englischen Unter⸗ haus ist offen zugegeben, daß die viele Monate offengehaltene Volkszeichnung auf die zweite Kriegsanleihe ein glatter Fehlschlag gewesen ist. In den vielen Monaten sind nicht soviel Hunderte von Millionen gezeichnet worden, wie bei uns in ebensoviel Wochen Milliarden.(Hört, hört!) a Am ersten Kriegszahlungstage, dem 18. Oktober, waren auf die dritte Kriegsanleihe schon mehr als 8½ Millionen eingezahlt, das sind mehr als 70 Prozent gegenüber einer Pflichtzahlung von 30 Prozent. Heute sind schon mehr als 10% Mil⸗ liarden eingezahlt.(Hört, hört!) Dieser günstige Ein⸗ druck wird dadurch verstärkt, daß die Darlehnskassen nur in ganz bescheidenem Umfange für die Zwecke der dritten Kriegs⸗ anleihe in Anspruch genommen worden sind. Sie sind gegenwär⸗ tig nur mit 5,4 Prozent der eingezohlten Beträge belastet. Die Sparkassen zeigen ebenfalls ein sehr erfreuliches Bild. Die Ein⸗ zahlungen sind bei ihnen höher als je in Friedenszeit. Auch die Banken und namentlich die Reichsbank bieten ein außerordent⸗ liches günstiges Bild. Aber unsere Feinde wollen dies alles nicht gelten lassen. Ihre Presse verurteilt uns täglich zum Bankerott, wie sie uns aus unseren Waffenerfolgen täglich nur unsere sichere Niederlage vorauszusagen weiß. Eine englische Broschüre, die von Holland aus über Deutschland verbreitet worden ist, be⸗ hauptet, daß wir unsere Bankdirektoren durch die Drohung mit dem Kriegsrecht gezwungen hätten, uns die Mittel der Banken auszuliefern.(Heiterkeit.) Der Verfasser meint, er habe das 810 Nene nicht glauben wollen, sich aber doch von der Richtig⸗ eit überzeugen müssen.(Erneute Heiterkeit.) Ich habe selbstver⸗ ständlich die Störung der Verbreitung dieser Schrift durch die Zensur verhindert.(Sehr gut.) Wie sehr man in England bemüht ist, die Wahrheit über unsere Finanzlage der Welt vorzuenthalten, geht auch daraus hervor, daß der englische Kabel im Juli die Verbreitung des Interbiews eines amerikanischen Journalisten mit mir glatt unterschlagen hat.(Hört, hört!) Die gesamte gegnerische Presse wiederholt dauernd das Märchen, daß unsere Anleihen nur ein großer Bluff seien, daß sie ausschließlich durch unsere Darlehns⸗ kassen finanziert werden. Im„Temps“ wurde noch kürzlich be⸗ hauptet, daß nicht ein einziger Deutscher auf die deutsche Kriegs⸗ anleihe Geld gezahlt habe, der nicht dieses Geld vorher der Dar⸗ lehnsfasse entnommen hätte.(Heiterkeit) Für die 25 Milliar⸗ den Kriegsanleihe sind auch nicht einmal 5 Prozent durch Dar⸗ lehen der Darlehnskassen aufgebracht worden. Die feindlichen Staatsmänner handhaben ihre Presse zu einer raffinierten und gewissenlosen Selbsttäuschung ihrer Völker in der unverantwort⸗ lichsten Weise. Wenn man diese Preßäußerung liest, muß man sich selbst oft fragen, ob wir unsererseits vielleicht uns bei Beurteilung die Verhältnisse unserer Gegner ebenso täuschen wie die Gegner über uns. Der Deutsche ist jedoch zu objektiv und gewissenhaft. Er überschätzt eher die Schwierigkeiten bei sich und leitet damit Wasser auf die feindlichen Mühlen. Im August habe ich die gesamten Kriegskosten auf nahezu 300 Millionen pro Tag geschätzt. Das reicht heute nicht mehr aus. Meine Ziffern kommen heute auf 320 bis 830 Millio- nen pro Tag, die monatlichen auf 8 bis 10 Milliarden, die jähr⸗ lichen Kriegskosten auf nahezu 120 bis 130 Milliarden. Davon entfällt auch heute noch etwas weniger als 76 auf unsere Gegner, etwas mehr als 1 auf uns und unsere Verbündeten. In den laufenden Kriegskosten hat uns England überholt, und sein Vor⸗ sprung wird sich rasch vergrößern. Auch auf dem Gebiete des Geldes entscheiden noch andere Faktoren als die bloße Zahl. Wir geben mit unseren Bundesgenossen nicht viel mehr als halb so viel aus als der Verband unserer Feinde. Mit dieser geringeren Summe erreichen wir aber wesentlich mehr.(Sehr richtig!) Wir und unsere österreichisch⸗ungarischen Bundesgenossen haben den ersten Teil unseres Kriegsgeldbedarfs durch langfristige Anleihen decken und konsolidieren können. Von den Gegnern ist dies bisher nur England gelungen, aber nicht entfernt in dem Maße wie bei uns. Bei ungefähr gleichen Gesamtausgaben für den Krieg hat England 18% Milliarden, wir dagegen haben 25½% Milliarden durch langfristige Anleihen gedeckt. Frankreich, das bisher nur einen ganz minimalen Betrag seiner Kriegskosten durch zehn⸗ jährige Obligationen aufgebracht hat, macht jetzt verzweifelte An⸗ strengungen mit einer zu sehr niedrigem Kurs ausgegebenen „Siegesanleihe“. Unsere Feinde waren genötigt, auf die Geld⸗ quellen des Auslandes, insbesondere der Vereinigten Staaten zurückzugreifen, wir haben unsere Geldbeschaffung nach einem einheitlichen großen Plan durchgeführt, die Bedingungen von Schritt zu Schritt verbessert, den Erfolg vergrößert. Bei unseren Gegnern sehen wir ein Tasten und Suchen, Verlegenheitsmaßnah⸗ men und fortgesetzte Verschlechterung der Bedingungen der Geld⸗ beschaffung. 945 Seulschland im September mit einer fünfprozentigen Anleihe zu 979 herauskam, sprachen die französischen Zeitungen vom bevorstehenden deutschen Staatsbankerott. Die Anleihe, die u Beginn des Jahres 1915 herauskam, war ein Mißerfolg ür die Franzosen. Den Erfolg ihrer jetzigen Anleihe suchen sie dadurch zu sichern, daß sie einen Ausgabekurs von offiziell 8s festsetzen, der sich durch Zinsvergütungen auf 86 beläuft. (Hört, hört!) Das ist das Land der dreiprozentigen Rente! Der Finanzminister Ribot hat die neue Anleihe als das alte französische Papier gepriesen, das man in jedem Hause und jeder Hütte fand, das die Väter liebten, weil es ein Stück von Frank⸗ reich war. Ueber den niedrigen Ausgabekurs spr ht er wie Till Eulenspiegel: Gerade ein niedriger Kurs habe die Möglichkeit zu steigen!(Große Heiterkeit.) Auf die Anleihe können alle Bons der Obligation de la France national in Zahlung gegeben werden. Auch die Sparkassen sind zum Entgegenkommen an⸗ gehalten worden, um zur Zeichnung aufzumuntern. England hat sich von Anfang an in den Kriegs⸗ kosten verrechnet. Der englische nzler beziffert die Kosten bis Ende des laufenden Anschlagjahres, also 31. 1916, auf etwa 1,133 Milliarden Pfund, neuerdings gibt den Bedarf bis zu diesem Zeitpunkt auf 1,68 Milliarden erst hat man mit dem Gedanken gerechnet, man könne entspr der alten britischen Tradition einen erheblichen Teil der 5 kosten durch Steuern aufbringen. Die vom November beschlosser Steuern brachten indes nur wenige Bruchteile ein, eine 0 Steuervorlage kam überhaupt nicht über die Schwelle des ments, eine dritte, deren Ertrag auf 130 Millionen veran wird, wird jetzt im Parlament sehr schleppend beraten die Kriegskosten durch Steuern aufzubringen, ist gesch 0 England kämpft jetzt einen sehr schweren Kampf um die Auf⸗ rechterhaltung seines Haushalts. Seine Lage erregt seit Monaten die größten Vesorgnisse in ernsthaften englischen Fin teisen. Vor Monaten glaubte man, mit 3½ Prozent für Kriegsanleihen auszukommen, jetzt ist England genötigt, zu dem heroischen Mittel von 4½ Prozent, die in Wirklichkeit höher als 5 Prozent sind, zu schreiten. Die ausgegebenen Anleihen sind nach dem ersten Zeichnungstag slark unter den Ausgabekurs herunterge⸗ gangen. England hat sich zuletzt mit der Begebung von Schatz⸗ scheinen geholfen. Schatzscheine und Bons müssen jetzt die Höhe bon 350 Millionen Pfund erreicht haben. Wie die kurzfristigen Kredite konsolidiert werden sollen, läßt sich noch nicht ersehen. Zu der Verschlechterung der Verhältnisse auf dem englischen Kapital⸗ markt kommt die für England besonders gefährliche Verschlechte⸗ rung der Valuta. England stand vor der Gefahr einer schweren Erschütterung seines Prestiges auf dem internationalen Geld⸗ markt. Die im September nach New Jork geschickte englisch⸗fran⸗ zösische Kommission hatte nicht den erwarteten Erfolg. Statt einer Milliarde erhielt sie nur die Hälfte, und zwar zu Bedingun⸗ gen, die eine tatsächliche Verzinfung von mehr als 5 Prozent dar⸗ stellten, außerdem nur eine kurzfristige Anleihe. Der gegenwärtige Sland der Staatspapiere der drei Alliferken stellt sich wie forgk notierte französische dreiprozentige Rente 87, heute steht sie auf 64, das macht einen Rückgang von 22½, 27% prozentige englische Konsols sind um 15% gefallen, die dreiprozentige deutsche Reichsanleihe stand auf 77,7 und ist auf 70, also um 777, zurück⸗ gegangen. Der Rückgang der englischen Konsols ist doppelt so groß, der französischen dreimal so groß wie der unserer Konsols. Landwirtschaft und Industrie schaffen bei uns auf heimischem Boden alles, was wir zum Leben und zur Kriegsführung brauchen. (Beifall.) Wir zahlen an uns selbst, während die Gegner Milliarden über Milliarden an das Ausland entrichten müssen. Darin liegt eine Gewähr, daß wir den i behaupten werden, den wir auf dem Felde der Kriegsfinangen unseren Feinden abgezwungen haben. 0 g In England sind Weltmacht und Geldmacht unzertrennbare Begriffe. Das britische Weltreich ist zum guten Teil auf dem Geldmarkt aufgebaut und wird von ihm zusammengehalten. Seine Allianzen hat England zumeist mit Geld begründet, seine Kriege zumeist mit Geld geführt. In den Augen der Engländer ist Friedrich der Große nicht der Mann, der das neue Preußen begründet und den Kern für das Deutsche Reich geschaffen hat, sondern lediglich der, der die Franzosen festhielt, bis die Eng⸗ länder ihnen Aegypten und Kauada abgenommen hatten. Und unser Daseinskampf gegen Napoleon war für England nur eine Gelegenheit, seine Seeherrschaft zu befestigen und seinen über⸗ seeischen Besitz zu erweitern und zu verstärken. Auch jetzt hofft es mit seinen bewährten Methoden arbeiten zu können, und es hat sich von Anfang an seine Hauptrolle als Geld⸗ geber und industrieller Teilhaber gedacht. Zum Teil hat es sie schon aufgeben müssen. Für den Krieg, der uns erdrosseln sollte, hat England seinen Verbündeten und solchen, die es werden sollten, viel größere Mittel geben müssen, als englische Staatsmänner jemals dachten. Unsere braven Truppen haben England gezwungen, sich nicht nur mit Geld, sondern auch mit Blut einzusetzen. Der Zwang, eine starke Armee zu stellen, hat die Wirkung gehabt, die englischen 5 und dadurch die englischen Finanzen in eine Lage zu bringen, die von englischen Staatsmännern fortgesetzt als sehr ernst bezeichnet ö wird. Das leichte Wort von der letzten Milliarde, die für Eng⸗⸗ land den Krieg entscheiden werde, ist zu Anfang des Krieges ge⸗ fallen. Jetzt spricht Ministerpräsident Asquith von dem letzten Penny.(Gr. Heiterkeit.) Minister Bonar Law hat im Unter⸗ haus sogar vom Staatsbankerott gesprochen, den man im äußersten Falle riskieren müsse, um den Krieg zu gewinnen.(Hört, hört!) In aller Ruhe und Nüchternheit wollen, wir uns davon Rechenschaft geben, daß die Grundlagen des englischen Weltreiches ins Wanken kommen. Das britische Weltreich ist mit einem großen Sonnensystem vergleichbar, darin der zentrale Stern durch die Wucht seiner Masse die anderen in Bewegung erhält. So ist Englands gewaltige finanzielle Ueberlegenheit das wesentliche Stuck, das das Weltreich zusammenhält. Verliert die Sonne einen wesentlichen Teil ihrer Substanz, dann zerstiebt das ganze Planetensystem in dem Weltenraum. Deutschland kanu es ertragen, ärmer zu werden, wir bleiben doch, was wir sind.(Sehr richtig!) Ein verarmtes Eng⸗ land ist bedeutungslos. Wir sind oft ausgesogen und ausgeplündert worden und haben uns immer wieder mit un⸗ verwüstlicher Lebenskraft erhoben; man hat uns zerschlagen und zerstückelt, aber wir sind wieder zusammengewachsen; wenn aber das britische Weltreich erst einmal in die Brüche gegangen ist, wird es auch in Jahrtausenden nicht wieder auferstehen.(Sehr richtig!), Dieses England, das mit einem solchen Risiko und einer solchen Gefahr behaftet ist, spricht das frevelhafte Worf bom Erschöpfungskrieg. Es will von den Waffen, mil denen es sich nur Mißerfolge geholt hat, an den Hunger und Bankerott appellieren. Wir sind mit allem Nötigen zum Leben und Kämpfen versehen und haben trotz aller Absperrung Brot und Kartoffeln genug, und die Preise sind bei uns niedrigen als in England und Frankreich. Der Feind soll wissen, daß wir auf jeden Ueberfluß verzichten, wenn es nötig ist. Lieber jede Not ertragen, als des Feindes Gebot.(Stürmischer Beifall.) Der Feind soll wissen, daß wir einen ungebrochenen Kampfes⸗ mut haben und eine ungebrochene Siegeszuversicht.(Stürm. Bei⸗ Kriegskosten ansteigen zu lassen. 3 Die deulsche Eisenfaust, die jetzt mit wuchtigem Schlage as eiserne Tor gespreugt und über den serbischen Vasallen und Torwächter hinaus eine breite Bahn nach dem Osten geschaffen hat, diese eiserne Faust holt zu neuen Schlägen aus, wenn unsere Feinde es durchaus haben wollen.(Stürm. Beifall.) Die Verant⸗ wortung allerdings für das Blut, das dann weiterhin fließt für all die Not, die weiter über die Welt kommt, für die schwere Ge⸗ fahr, die der ganzen europäischen Kultur droht, diese Verantwor⸗ tung fällt nicht auf Deutschland, sie fällt auf die Gegner, die sich nicht entschließen können, aus unseren Waffenerfolgen, die uns keine Welt wieder streitig machen kann, die Folgerung zu ziehen, uns das Recht auf die Sicherung unserer Zukunft zuzugestehen. 8(Lebhafter Beifall) Sie fällt auf jene, die in törichtem und ver⸗ 5 brecherischem Wahn heute noch von unserer Zerschmetterung und ZBerrstückelung reden, bon dem Erschöpfungskrieg, der sie ans Ziel * bringen soll Wir stehen fest in der heimischen Erde, an den goldenen Pfeilern des britischen Weltreiches aber leuchtet in Flammenschrift wie an Belsazars Palast, das Mene tekell uqharsim!(Stürm. anhaltender Beifall.) Abg. Scheidemann(Soz.):. Wir behalten uns die endgültige Entscheidung bis zur dritten Lesung vor. Eine gründliche Aussprache allgemein politischer und 5 finanzpolitischer Dinge auch im Anschluß an diese Vorlage erfolgt . zunächst am zweckmäßigsten im Haushaltsausschuß. Wir sind deshalb mit der Ueberweisung an ihn einverstanden. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Abg. Dr. Liebknecht: Nach meiner Kenntnis der Rednerliste stand ich als erster Redner bor dem Abg. Scheidemann auf dem Verzeichnis, zu dem agusgesprochenen Zwecke zu protestieren.(Glocke des Präsidenten. N Redner will weitersprechen, wird aber durch allgemeines Gelächter 1 daran verhindert.) 8 Die Vorlage geht auf Antrag des Abg. Bassermann Matl.) an den Haushaltsausschuß. 5 5 Abg. Ledebour(Soz.): 8 1 Ich muß Verwahrung dagegen einlegen, daß das Haus, ohne 5 abzuwarten, 0b der Präsident es für nötig hält, einem zur Ge⸗ schäftsordnung sprechenden Redner das Wort zu entziehen, seiner⸗ eits durch fortwährendes Schreien am Weitersprechen gehindert hat.(Lebhafter Widerspruch.) i Abg. Dr. Neumann⸗Hofer: Ich stelle fest, daß das gange Haus den Abg. Dr. Liebknecht so lange angehört hat, bis der Präsident die Glocke schwang. Erst 5 11 hat das Haus durchaus richtig den Abg. Dr. Liebknecht ver⸗ 0 indert, weiterzureden.(Zustimmung.) 5 Die Vorlage über die weitere Zulassung von 5 Hilfsmitgliedern im Patentamt wird in erster Lesung bHhne Aussprache erledigt. Nächste Sitzung: Montag, den 20. Dezember, 11 uhr: Kriegsgewinnvorlagen, Bericht des Ausschusses über die Er⸗ nährungsfragen. 5 Schluß 384 Uhr. Organisationen. Heute schon während des Krieges haben sich sogenannte Schlagwörter herausgebildet, deren häufige Anwendung, in rift und Rede, die Ueberzeugung von der Unbesiegbarkeit Deutsch⸗ ands klarlegen soll. Zu diesen Schlagwörtern gehört auch das der Deutschen Organisation“. Zweifellos ist aber auch, daß ohne en Weltkrieg dieser Begriff niemals zu solch hohem Ansehen gelangt wäre. Dieser stieg jedoch zu einer derartigen Höhe, daß es zurzeit nicht leicht ist, etwas gegen die„Organisation“ zu sagen, ohne befürchten zu müssen, den Widerspruch vieler zu er⸗ wecken. Und wenn ich es trotzdem unternehme, etwas zu den Organisationen“ zu sagen, so geschieht es lediglich, darzutun, daß nicht alles durch die Organisationen erlangt werden kann. Zur Erreichung des Organisationszweckes gehört nicht nur die Aufstellung eines Organisationsplanes,— nach welchem eine 5 chte ie Unterst Au des Organisationsplanes wungen sein, au allen Fehlern und Schwächen des Menschen 0 5 5 855 der Mehrheit der Fälle geschieht dieses jedoch gewöhnlich nicht in dem Maße, wie es notwendig erschiene. Einer Organisation liegt 5 ein wirtschaftlicher Zweck zugrunde, in der Mehrzahl der e ich; und aus diesem Grunde müßte man bei die direkte Erreichung eines wirtschaftlichen Zieles. Weil aber Mensch— willkürlich oder unwillkürlich— versucht, sich 1 große Vorteile— hier wirtschaftliche Vorteile— zu sichern, so versagt dort der Organisationszweck bezw. die durch Organisation gewollte Zweckerreichung, je mehr die„Organi⸗ n“ der Unterstützung eben der einzelnen Menschen entbehrt. aktischen Beispielen können wir in beliebiger Zahl diesen gssatz herunterzählen. Treffendere Beispiele aber, ung verschiedener Bundesratsverordnungen, zur Regu⸗ des Lebensmittelmarktes sind hierfür kaum zu finden. alb sah man sich von staatswegen genötigt, die Brotkarten, in verschiedenen Städten Milch⸗, Fleisch⸗ und Fettkarten ein⸗ ren! Ein Organisationsplan kann wohl nach mathematischen in aufgestellt werden; der Wirtschaftszweck wird aber durch rganisationsplan allein nicht erreicht. Die Erfahrung lehrt immer wieder, daß nur die Ausübung des Zwanges auf Giesßzener Stadttheater. . Arthur⸗Schnitzler⸗Abend. astspiel des neuen Theaters Frankfurt a. M. Komödie der Worte. Mit diesem Sammeltitel der Ein⸗ ersolge„Stunde des Erkennens“,„Große Szene“ as Bacchus fest“ nimmt Schnitzle jeder Kritik die „ 8 5 3 ktierung un e von en aufgebauten logi⸗ schem Gefüge der drei Einakter die innere Schwäche. be. Da Schnitzler selbst, statt der Psychologie der Beteiligten, die Pfgchologie des Dialoges in den Vordergrund rückt und damit seine Stärke— und auch seine Schwäche— freimütig eingesteht, o könnte man sich mit der erneuten Feststellung begnügen, daß er ie Dialogführung wie kaum ein zweiter meistert und mit halben Vorten und verschleierten Andeutungen über die zugrunde liegen⸗ den Probleme hinwegzugleiten versteht, ohne daß aber auch nur en Augenblick lang das Unausgesprochene— ungesagt bliebe. itzler ist aber ein so feiner Kenner der verwickelsten seelischen — 5 erklügelt sind, verlieren damit an allgemeiner symptomatischer Bedeutung.. Tae drei Einakter sind nicht gleichwertig. Am stärksten ist„Die Stunde des Erkennens“, dramatisch am wirkungsvollsten die„Große Szene“ Das„Bacchusfest“ fällt in jeder Beziehung stark ab. Dreimal bildet der Austrag eines ehelichen Treubruches, der Kampf egen Lüge und Betrug, den dramatischen Vorwurf. In der„Stunde des Erkennens hat der betrogene Gatte jahrelan, Wissen verborgen, um die gemeinsame Pflicht der Kinder llen zu können. Da dies geschehen ist, den Aussprache. Sein Verdacht trifft enschen, dem alles mühelos zufiel, aber begibt sie sich zu dem schuldlosen ert hatte, um den Frieden ihres Heims 2 Dritten, dem sie sich zu wahren. die Gesamtheit— und damit auf den einzelnen Menschar— zum Ziele führen kann. Von der Einsicht des Menschen selbst ist daher nicht alles zu erhoffen, weil eben mit wenigen Ausn die menschliche Natur durch den Eigennutz im Menschen heherrscht wird. Daraus ergibt sich, daß bei um so größerer Zurückdrängung diese⸗ Eigennutzes die Aufgabe einer Organisation umso näher ihr Ziel erreicht. Der Organisationserfolg hängt daher mit in erster Linie von der Erziehung und der sittlichen Kraft der Einzelperson ab. Und weil diese bei uns Deutschen am ausgeprägtesten unter allen Nationen hervortritt, deshalb wird der Erfolg der deutschen Organisation auch in aller Welt bewundert. Und so wirft sich die Frage auf, bis zu welchem Grade der Vollkommenheit die vielseitigen Organisationsvorschläge— einerlei ob auf rein wirtschaftlichem oder auf rein sozialpolitischem Ge⸗ biete— durchgeführt werden können. Eine bestimmte Antwort läßt sich nur mit Bezug auf den Vordersatz geben. Anders ist dagegen die Wirkung der Organisationen, die lediglich privat⸗ wirtschaftlicher Natur sind. un in der Privatwirtschaft ist nur ein Wille vorhanden, dem sich die Einzelwillen unterzuordnen haben; dadurch wird in hohem Maße das sittliche und erziehe⸗ rische Moment ausgeschaltet. Die„Einsicht“, welche man vom einzelnen Menschen bei den öffentlichen Organisationen mitunter so sehr vermißt, spielt hier in der Privatwirtschaft eine nicht so bedeutende Rolle. 8 1 1 Man kann behaupten, daß wir noch niemals in einer Zeit lebten, die so von Organisationsvorschlägen förmlich durchschwirrt wurde wie heute, und man kann sagen: Wir leben in einer„Ueber⸗ organisationszeit“. Es gibt kaum ein Gebiet, das nicht in Beziehung zum Kriege gebracht wurde und für das man nicht Vorschläge zur Neuorganisierung oder zur Umorganisierung ersann. Neben der Anzahl der Organisationsvorschläge ist— abgesehen von ihrer Art— auffällig, woher diese Vorschläge überall kommen. Gewiß ist das Wirtschaftsgebiet bis zu einem gewissen Grade All⸗ gemeingut geworden; dieses läßt aber noch nicht den Schluß zu, daß jeder, der sich zu Vorschlägen berufen fühlt, auch glaubt, diese müßten angenommen werden. Wir verfügen gerade auf sozialem Gebiete über eine solche Unsumme von Organisationsvorschlägen, die vielfach dem Berufenen das Gefühl der Beängstigung aufnßtigen. Wenn ich oben schon andeutete, daß das Wirtschaftsgebiet sich nicht in mathematische Regeln zwängen läßt, so erfordert doch gerade die Beherrschung dieses Gebietes eine umso größere Er⸗ fahrung, neben gründlichen theoretischen Kenntnissen. Und nur der⸗ jenige sollte sich zu Vorschlägen wirklich berufen fühlen, der auch imstande ist, die volkswirtschaftlichen Ursachen und Wirkungen übersehen zu können. Mit Recht schrieb kürzlich eine große Zeitung in den letzten Tagen zum Beispiel in Fragen der Kriegerheim⸗ stätten:„Es kann wirklich nicht schaden, wenn in der reichlich dilettantenhaften Erörterung des guten Gedanbens der Förderung der Siedlungstätigkeit sich auch kritische Stimmen hören lassen. Denn die Art, wie jetzt in Wort und Schrift von einseitigen Richtungen für Kriegerheimstätten Propaganda gemacht wird, fängt an, ge⸗ radezu gefährlich zu werden. Es ist jedenfalls für die Förderung der Arbeit unerwünscht, daß sich vielfach Laien die Führung an⸗ maßen und ganz kritiklos niegelernte Gemeinplätze vertreten, wo⸗ bei sie alle tatsächlichen Schwierigkeiten dadurch zu beheben glauben, daß sie diese ihren Hörern oder Lesern einfach verschweigen.“ Und was hier zum Ausdruck gebracht wurde, ließe sich auch reich⸗ lich auf viele andere Gebiete anwenden. Was kann nun die Folge der heute so ausgedehnten, in Wort und Schrift geführten Werbetätigkeit einzelner Organisations⸗ pläne sein? Hierzu kann ganz allgemein bemerkt werden, daß das gewollte volkswirtschaftlich Gute in seinen späteren, jetzt noch nicht zu messenden Wirkungen sich ganz anders als beabsichtigt darstellen kann. Man suggeriert z. B. in steigendem Maße Per⸗ sonen, denen man helfen möchte, in den Gedanken hinein, daß ihnen unbedingt Hilfe zukommen soll, zukommen wird und mu Die Folge davon ist, daß man sich in den Gedanken hineinlebt, daß die Hilfe auch für wirklich unbedingt notwendig erachtet wird. Gewiß ist man in gewissem Rahmen verpflichtet,— ganz allgemein gesprochen— dem wirtschaftlich Schwächeren Hilfe zu gewähren, sollte sich dabei aber immer ein k sein, daß ber zunehmender Hilse unter Umständen die Selbständigkeit einer Person im wirt⸗ schaftlichen Leben abnehmen kann. Dadurch, daß die Hilfe für tat⸗ sächlich notwendig angesehen wird, zögert man selbst, sich aus eigenem Können die Hilse zu verschaffen, deren man bedarf. Vom Kampf zum Sieg im kriegerischen sowie im friedlichen Existenz⸗ kampfe. Und gleiches Recht für alle. So begehen selbst viele meist mehr theoretisch arbeitenden Sozialpolitiker den Fehler, allen und jeden helfen zu wollen, ohne Erwägung der Folgen— die für andere Berufsklassen ausgelöst werden— alles in rein wirt⸗ schaftlicher Betrachtung. Man will mitunter durch ins Leben zu rufende Organisationen Menschen eine Hilfe aufdrängen, welche dies gar nicht notwendig haben und überhaupt gar nicht nach einer solchen Verlangen tragen. Die von einer Seite zufällig er⸗ kannte Notlage einzelner, in wirtschaftlicher Hinsicht, wird bis⸗ weilen dazu benutzt, eine Organisationstätigkeit zu entfalten, deren man gar nicht bedürfte. Jede einseitige Hilfstätigkeit in den Organisationen ist bei dem Versagen eines wirklichen Bedürfnisses von Uebel. Die per⸗ sönliche Ueberzeugung des Einzelnen, sich aus eigener Kraft weiter helfen zu können, sollte unter allen Umständen wach erhalten wer⸗ den. Ob wir es mit einem Kaufmann, einem Handwerker, einem Arbeiter oder einem sonstigen Berufsangehörigen zu tun haben, ist hierbei ganz ohne Einfluß. Gerade unsere Zeit braucht ganze Arbeit, und nur dort ist eine organisierte Hilfe am Platze, wo die unbedingte Notwendigkeit hierzu auch wirklich vorliegt. Nicht überorganisieren soll man, sondern da organisieren, wo es not⸗ In der„Großen Szene“ hat die Frau eines genialen Schauspielers sich von diesem wegen seines Umganges mit der Ver⸗ lobten seines Freundes getrennt. Sie ist auf dem Wege, zu ihm zurückzukehren, als sie eine Unterredung ihres Gatten mit dem betrogenen Bräutigam belauscht, in der sich der Verführer, aller⸗ dings ziemlich plump, mit Hilfe eines im Datum gefälschten Briefes herauslügt. Angesichts dieser selbstsicheren Lügenhaftigkeit ihres Gatten will sie ihn zum zweiten Male verlassen, wird aber doch— auf wie lange?— zurückgehalten, da sie sehen muß, wie der geniale Künstler ohne sie zum hilflosen Kinde wird. Im„Bacchus fest“ gewinnt der Gatte, schon im Wartesaale, kurz vor Abfahrt des Zuges, seine 1 150 zurück, indem er vor ihr und dem geistig zu beschränkt gezeichneten Liebhaber, aus seinem, 05 vollendeten Drama„Das Bacchusfest“, die Nutzanwendung zieht. 5 In allen drei Stücken lag die Hauptrolle, die des betrogenen, oder betrügenden Ehemammes in der Hand von Bruno Harprecht vom Hoftheater in Darmstadt. Die vielseitigen Aufgaben des drei⸗ fachen Rollenwechsels löste der Künstler mit einem so sicher ab⸗ gewogenen Können, daß man nichts, auch nicht die kleinste Göeste, sich hätte anders denken können. Gerade auf der scheinbaren Neben⸗ sächlichkeit von tausenderlei Kleinigkeiten, dem Abziehen der Brille, einer Handbewegung, einer sekundenlangen Pause, beruhte die zwingende Ueberzeugungskraft seines Charakterisierungsvermögens und in dem feinen Takt, wie er von diesen kleinen Mitteln Gebrauch machte, erwies sich seine hohe, künstlerische Kultur. Das wohltuend Gebändigte seines Spieles unterstrich jeden Durchbruch der ver⸗ haltenen Leidenschaft umso nachdrücklicher und bedeutsamer. Marija Leike war ihm in der„Stunde des Erkennens“ in dem Spiel unter der Oberfläche vollkommen ebenbürtig. Ihr Spiel wirkte nicht wie Bühnendarstellung, sondern wie ein ursprüngliches, persönliches Erlebnis. Lebhafter und farbiger gab sich Poldi Sangora als Ehegattin in den beiden nächsten Einaktern, die auch einer solchen Behandlung weit mehr entgegenkamen. Die ungebundene Frische ihres Temperamentes trug wesentlich zur Wirksamkeit der dramatischen Aufgipfelung in der„Großen Szene“ bei. Paul Ge⸗ winner als Freund in der„Stunde des Erkennens“ und als Theaterdircktor in der„Großen Szene“ bot zwei sehr von ein⸗ ander abweichende, aber in ihrer jeweiligen Auffassung künstlerisch geschlossene Leistungen. Kurt v. Möllendorf hätte seiner unglücklichen Rolle im„Bacchusfeste“ dadurch nachhelfen können, daß er ihr einen etwas weniger trottelhaften Anstrich gegeben (hätte. Die übrigen Kräfte, die nur in äußerliche Beziehung wendig ist, und Hilfe dort bringen, wo ein tatsächliche Bedürfn! nach Hilfe vorliegt. Die Hilfstätigfeit sollte nur soweit ausgedehnt werden, als hiernach ein Mangel an Selbständigkeit nicht auf⸗ tritt. Die Hilfe sollte aber auch in vielen Fällen von vielen Personen nicht als etwas absolut Notwendiges, nicht als etwas absolut Selbstverständliches erwartet werden. 1 5 Es ist aber gerade der Mangel vieler und gewisser Organi⸗ sationen, besonders jener, welche nur aus dem persönlichen Be⸗ dürfnisse heraus entstanden sind, anderen ohne zwingende Not⸗ wendigkeit helfen zu wollen. Dieses an und für sich löbliche Vor⸗ haben sollte man aber im volkswirtschaftlichen Interesse besser unterlassen und seine Kräfte zweckmäßigerweife da einsetzen, wo eine Bedürfnisfrage besteht.—— Dipl.⸗Ing. Dr. Gustav Stöckle. Rumänien soll marschieren. Aus Bukarest ist die Nachricht eingetroffen, daß der Führer der konservativen Partei Rumäniens, Marghilo⸗ man, vom König Ferdinand in besonderer Audienz emp⸗ fangen worden sei und ihm ein Massengesuch in Denkschrift⸗ sorm überreicht habe, worin der sofortige Los marsch Ru⸗ mäniens an der Seite der Zentralmächte und die Besetzung Bessarabiens verlangt wird. Diese Nachricht erregt große Ueberraschung in den politischen und diplomatischen Kreisen Deutschlands, die mit einiger Sorge auf die sog. zweite rumänische Spannung blicken, die der⸗ zeit noch herrschen soll. Gleichzeitig treffen auch Mittei⸗ lungen über außerordentliche Maßnahmen Rußlands zum Angriff oder zur Verteidigung gegen Rumänien ein. Wir haben über diese auffallenden Nachrichten eine in Ber⸗ lin lebende Persönlichkeit befragt, deren Beurteilung maß⸗ gebend und aufklärend sein dürfte. Unser Gewährsmann äußert: Das Memorandum Marghilomans ist die unmittel⸗ bare Folge der Rede, die Ministerpräsident Graf Tisz a kürzlich im ungarischen Abgeordnetenhaus gehalten hat und worin Rumänien ernsthaft gemahnt wurde, daß es die Bürg⸗ schaften seiner Sicherheit nun endlich im Bündnis mit der 9* Donaumonarchie und Deutschland suchen müsse, Tisza hat den Geist König Carols heraufbeschworen und nicht vergeb⸗ lich. Seine Mahnung hat in dem Teil der rumänischen Presse, der nicht an Rußland rettungslos verraten und ver⸗ kauft ist, ein starkes Echo gefunden. Es ist schade, daß man in deutschen Blättern so wenig rumänische Preßstimmen zu lesen bekommt. Mau könnte sich auf allgemeinpolitischem Gebiete noch schneller verstän⸗ digen, als dies auf dem des Getreidehandels nun geschehen ist. Man gestatte also eine journalistische Probe. Das offi⸗ zielle Paxteiorgan der rumänischen Politiker, die sich mit Marghiloman zusammengefunden haben, ist der„Stea⸗ ul“. In diesem Blatte hat neulich Prinz Georges Stir⸗ ey, der Enkel des letzten Wallachenfürsten, ein Federduell mit Clemenceau ausgefochten und den Pariser„Tiger“ brillant abgestochen. Clemenceau hatte an die„Lateiner des Balkans“ appelliert und vom„Orientalismus“ Rumä⸗ niens gesprochen. Darauf erwidert Prinz Stirbey:„Wir lennen schon seit langer Zeit diesen verächtlichen Ton, den Ihr gegen uns anschlagt. Lateinische Schwestern sind wir nur dann und solange, wie Ihr uns braucht, aber Orien⸗ talen, sobald wir Euch nicht zuwillen sind. Bei uns herrscht 5. eine Ansicht vor, die viel verbreiteter ist, als Ihr glauben möchtet, und zwar ist es die Ansicht von Staatsmännern, deren Bedeutung nicht zu unterschätzen ist. Wir betrachten nämlich unsere Aufgabe als Lateiner, die sich auf dem Bal⸗ kan niedergelassen haben, wesentlich darin, uns der slawi⸗ schen Flutentgegenzustemmen, welche gegen Kon⸗ stantinopel anstürmt und die Ufer der Donau bedroht. An diese Aufgabe hätte wohl Napoleon III. gedacht. Ihr dürft uns daher aus unserem lateinischen Blut, das durch orienta⸗ lische Probleme so stark beeinflußt wird, keine verletzenden Vorwürfe machen. Nach unserer Auffassung haben wir eben⸗ falls unser Elsaß-Lothringen wiederzugewinnen, und dieses heißt Bessarabien. Wir haben ebenfalls eine Revanche zu nehmen, und es wäre daher, wie ich be⸗ kennen muß, natürlicher, daß wir uns für unsere Revanche opfern, als für die Eurige.“ 2 5 Das ist nicht die Ansicht eines Einzelnen, sondern hinter solchen Erklärungen stehen Kreise, die den vornehmsten und einflußreichsten Typus des rumänischen Volkes darstellen. Hinzu kommen die neuen Anhänger des alten Peter Carp, von dem die Russenfreunde immer noch zu spötteln suchen, er schreibe nur für sich und habe nur einen Abonnenten, den toten König Carol. In Wahrheit ist die seit Frühjahr 1915 erscheinende neue Zeitung Peter Carps„Moldava“ ein führendes Blatt geworden, dessen Leser in die Zehn⸗ tausende gehen und das im Straßenverkauf Bukarests neuer⸗ dings bessere Geschäfte macht wie alle anderen Druck⸗ schriften. Eine Probe daraus:„Rumänien hat mit allen Balkanvölkern ein gemeinsames Interesse an der Erhaltung zur Handlung traten, zeigten sich unter der Regieleitung Arthur Hellmers gut eingespielt.. Alles in allem war der gestrige Abend ein Bühnenereignis, für dessen Zustandekommen man der Direktion des Stadttheaters nicht genug danken kann.. 25. * — Ein Weihnachtsgedicht Friedrichs des Gro⸗ ßen. Spärliche Kunde ist uns über die Feier des Weihnachts⸗ festes in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhalten und jede 3 daher interessant, zumal wenn sie mit dem über⸗ ragenden Verbindung steht. Ist doch die uns heute so liebvertraute Stim⸗ mung dieses„Festes der Feste“ mit dem Tannenbaum und den Christgeschenken im Lichterglanz erst gegen Ende des Jahrhunderts rein ausgebildet und verbreitet ihren gemütvollen Glanz in dem Heim Schillers und Jean Pauls. Von den Fürstenhöfen war die lieblich stille Verklärung der„heiligen Nacht“ noch lange von der kalten Pracht des Zeremoniells verbannt; Karl August hat sie in Weimar eingeführt; die Königin Luise am preußischen Hof den schönen Brauch eifrig gepflegt. Geschenke wurden freilich schon viel früher am Christfest im Berliner Schloß verteilt und Fried⸗ rich der Große, dessen teure vorbildliche Heldengestalt uns gerade Helden jener Zeit, mit Friedrich dem Großen, in „ in diesen Kriegsweihnachten so nahe ist, vergaß nie an allerlei Aufmerksamkeiten und Uleberraschungen für seine Lieben. Be⸗ sonders seine Mutter hat er zu Weihnachten immer reich beschenkt und sogar den Pegasus bestiegen, um seine Gefühle in der ihm so vertrauten Form des französischen Verses zum Ausdruck zu bringen. In der bei Reimar Hobbing in Berlin erschienenen zehn⸗ bändigen Ausgabe der Werke Friedrichs des Großen findet sich in der Uebersetzung des Herausgebers Prof. Gustav Volz ein schönes Gedicht des Königs zum Christfest, Weihnachten 1744 als Erläuterung seiner Geschenke seiner Mutter gewidmet. Es lautet: „Drei Könige brachten einst, o Königin, Dem Christuskind mit andachtsvollem Sinn Als Gaben Weihrauch, Myrthe, lautres Gold. O, daß Ihr gnädig mir gestatten wollt, Wenn ich Euch ebenso zum gleichen Tage „Die gleichen Gaben darzubieten wage. Die Myrthe stellt die zarte Liebe dar, Die Ehrfurcht, die ich allzeit Euch bewahr'g Der Weihrauch ist mein inniges Gebet, Der Ener Leben zu verlängern fleht. And dient Euch das Metall in diesem Schrein Zum Zeitvertreib, wird's überglücklich sein.“ der 3 Le, Neutralität der noch sechs gen Schulden von einer Milliarde noch um 200 Millionen vermehven. Ein besiegtes Deutsch können und wollen. Der Vierverba seines Sieges wegen seiner finanzie 5 Tritt Rumänien aber in Bessarabien, so wird es einen Machtzuwachs erhalten, Armee und Budget in ihrer normalen und das dankbare Deutschland wird Ru⸗ mänien die Liquidierung seiner finanziellen Lage erleich⸗ nüchtern und durchaus rumänisch⸗ iche Mei⸗ Memo⸗ können. der ihm gestattet, Lage zu erhalten, tern.“ Diese Gedanken, egoistisch erwogen, sind mung in Bukare randum wiederfinden, wird. Dardanellen. Jind den rumänischen entgegenge heute die wirkliche öffentl. st. Man wird sie in Marghiloman wenn dessen Inhalt bekanntgegeben Rußlands Interessen setzt. Wenn der Krieg Monate dauerk, wird Rumänien feine bisheri⸗ land wird ihm nicht helfen band wird selbst im Falle llen Ueberlastung nicht Aktion und gewinnt 33j%%ͤͤ᷑ P nach sind rechtigten ist mitht : 4212 Preußen, darunter 3521 aus serner 216 übrige Reichsdeutsche und 48 Ausländer, Luxemburger. Dazu kommen 151 Hörez. Die Gesamtzahl der Be⸗ n 4627. der Rheinprovinz, darunter ell ö se. Frankfurt Auf dem heutigen Märtte. a. M., 14, Dez. Heu⸗ und Strohmarkt. Heu- und Strohmarkt war nichts augefahren. 3 Universitäts⸗Nachrichten. RK. Besuch der Universität Friedrich⸗Wilhelms⸗Universität zu Bonn zä halbjahr 4476 immatrikulierte Studierende, davon gelten als beur⸗ kultäten verteilen sie sich wie Fakultät 148, in der katho⸗ ristischen Fakultät 743, h. 32 Studierende der Zahn⸗ chen Fakultät 2014, darunter Der Staatsangehörigkeit laubt 3184. der e cher Ja Auf die einzelnen Ja jolgt: In der evangelisch⸗theologischen lisch⸗theologischen Fakultät 512, in der ju [tät 1059(darunter heilkunde), schließlich in der philosophif 264 Landwirte und 138 Pharmazeuten. Bonn. Die Rheinische hlt in diesem Winter⸗ Beim Zusa gaben für unf f daran, was dieselben bei draußen im Feld auszuhalten haben, und schickt gegen Husten, Heiserkeit und Verschleimung 1—2 Schachteln Fay's ächte Sodener Mineral⸗Pastillen mit. Achten Sie beim Einkauf stren den Namen„Fay“. g au mmenstellen der Weihnachts. ere braven Truppen denkt Kälte und Nässe Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Nachdem mit Bekanntmachung vom 30. September ds. die Hegezeit des weiblichen Rehwilds bis 1. Kraft gesetzt ist, wird nunmehr für den herzogtums auch die Hegezeit des Rehbocks für den Kalenderjahres aufgehoben. DTarmstadt, den 7. Js. Januar 1916 außer ganzen Umfang des Groß⸗ Rest de⸗ Dezember 1915. Großherzogliches Ministerium des Innern. v. Hombergk. Salomon. 8 meisten Gemeinden 1 Wir sehen uns daher veranlaßt, S vom 28. Oktober(Kreisblatt Nr. 95 vom erneut hinzuweisen und erwarten inn führliche Berichte. Angaben wie z. ähnlich sind durchaus unzulässig. Besteller für den laufenden geben. Fehlberichte, ebenfalls erwartet. Gießen, den 14. Dezember 1 das Hinterkorn An das Großh. Polizeiam Bürgermeistereien der Lan Die bei uns eingegangenen B. Der Gesamtbeda Winter ist in einer Zahl genau anzu⸗ Betr.: Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl; hier: t Gießen und an die Großh. dgemeinden des Kreises. Berichte über den Bedarf an Hinterkornschrot sind sehr unvollständig und ungenau. Von den sind überhaupt keine Anmel Sie auf unsere Anmeldungen eingetroffen. Bekanntmachung 29. Oktober 1915 Seite 3) erhalb 8 Tagen aus⸗ B. 50 Pfd. monatlich oder der einzelnen innerhalb 8 Tagen, werden 915. Großherzoglsches Kreisamt Gießen. J. V.: Langer 2 mann. Wermistisgen HAL zum Allein⸗ bewohnen (Wilbelmstr. 7) zu verm. 8710 Näheres Wilbelmstraße 5. .—— 4 Roonstraße 22 II I B Zimmer⸗ Wohnung mit Zubehör per sofort zu veym. Näh. Frankfurter Str. 29. 21 sosort oder H⸗Zim.⸗Wohn. später zu v. see Näh. Kaiser⸗Allee 20. Bleichstraße 11, mitt. lerer Stock 5 Zimmer und alles Zubehör, per sofort zu vermieten. Näheres Liebig⸗ straße 61. 69³7 6661] Geräum 5⸗3. Wohn. m. Gas u. elektr. Licht 2. St. Ludwiastr. 8 wegzugsh. 3. v. 6851J Gabelsbergerstr. 1 II, in Nähe der Babn, neu her⸗ gerichtete 5⸗Zimmerwohn. mit Gartenanteil zu verm. Näheres Ost⸗Anlage 12. 875 Zimmer Wohnung mit allem Zubehör zu ver⸗ mieten. Babuposstraße 65, Hoch- und Tiefbaugesellschaft. Sch. 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