Nr. 294 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; zwennal wöchentl. Kreis⸗ blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech- Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleß l Adresse für Drahmnach⸗ richten: Anzeiger Gleßen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnununer bis zum Abend vorher. General⸗Anzeiger für Oberhessen notationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch- und steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Beck, sämilich i Gießen. 5 1 1 Dienstag, 14. Dezember 1915 Bezugsvrei⸗ monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch 0 Abhole- u. Zweigstellen monatl 75 Pf.: durch die Post Mk. 2.30 viertel jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. 5 e 5 Die bulgarischen Siege. der Wortlaut der Note Amerikas an Gesterreich⸗Angarn. WTB.) Großes Hauptquartier, 13. Dezember. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Es ist nichts von Bedeutung zu berichten. Oestlicher Kriegsschauplah. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. An verschiedenen Stellen fanden kleine Gefechte vor⸗ geschobener Posticrungen mit feindlichen Aufklärungsabtei⸗ lungen statt. Dabei gelang es den Russen, einen schwachen deutschen Posten aufzuheben. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Ein vergeblicher Angriff gegen unsere Stellung bei Wulka(südlich des Wygonowskose⸗Sees) kostete den Russen 5 hundert Mann an blutigen Verlusten und an Ge⸗ angenen. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Nichts Neues. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Die Lage ist nicht wesentlich veründert. Bei der Armee des Generals v. Köveß wurden gestern über neunhundert fangene eingebracht. Bei Ipek sind zwölf moderne eschütze erbeutet, die die Serben dort vergraben hatten. Hinter unserer Front wurden in den letzten Tagen über tausend versprengte Serben festgenom⸗ men. In Mazedonien hat die Armee des Generals Todo⸗ row die Orte Doiran und Gewgheli genommen. Kein Engländer und Franzose befindet sich in Freiheit auf mazedonischem Boden. Nahezu zwei senglische Divisionen sind in diesen Kämpfen aufgerieben worden. Oberste Heeresleitung. *** 0 Die Wage an der griechisch⸗mazedonischen Grenze hält noch die ganze Welt in Spannung. Die bulgarischen Sieger haben auf ihre Schale noch weitere Verfolgungssiege gelegt, wogegen die Engländer und Franzosen alle ihre Gewichte bereits vergeben haben. Es heißt jetzt zwar sehr stolz, Sa⸗ loniki werde unter allen Umständen gehalten werden, da neue englische Truppen gelandet worden seien, aber Sa⸗ loniki ist doch eben nicht Mazedonien. Mazedonien aber ist für immer vom Feinde frei! Nun ist és möglich, daß Griechenland das Zünglein an der Wage mit dem Finger beeinflussen wird, nach welcher Richtung dies geschehen könnte, ist aus den ängstlichen Mel⸗ dungen zu ersehen, die neuerdings von 1 Seite der Oeffentlichkeit e werden. Danach soll ein ver⸗ antwortlicher griechischer Offizier gesagt haben, Griechen⸗ land werde bei einem Uebertritt des bulgarischen Heeres über die Grenze seine eigenen Truppen zurückziehen, um jedem Zusammenstoß vorzubeugen. Auf der andern Seite sollen die Besprechungen des Vierverbandes mit der Regierung in Athen wieder einmal„fortgeschritten“ sein. Wir vermuten aber, die griechische Sphinx wird nicht eher sich zur Tat er⸗ heben, bis die Entscheidung auch über die Grenze gerollt ist. Und dann wird vermutlich der Bund der Zentralmächte am wenigsten von der Entscheidung überrascht sein. Die Rede unseres Reichskanzlers hat in der Welt ein sehr respektvolles Echo gefunden. Die neutralen Staaten messen daran die Kriegslage ab und wissen nun, daß wir den Vorsprung als Sieger gebührend in Anschlag zu bringen gesonnen sind. Dabei wird von schweizerischen, holländischen und nordischen Blättern den Aussichten des Vierverbandes auf erhebliche Verbesserung seiner Lage zumeist ein sehr melancholisches Lied gesungen. Am entschiedensten und ein⸗ drucksvollsten hat sich wohl s Luzerner„Vaterland“ ge⸗ äußert, indem es schrieb: Man hat allenthalben die Ueberzeugung gewonnen, daß in so ernster verhängnisvoller Zeit in Berlin der rechte Mann auf dem rechten Posten steht. Die Geradheit im Denken, die Offenheit und Verläßlichkeit in Wort und Tat, die Kunst, die militärische, politische und wirtschaftliche Lage und ihre Zusammenhänge dem Volke und seinen Vertretern. im Parlament in so einfachen, schlichten, jedem Gepränge abholden Worten darzustellen, offenbaren uns einen deut⸗ schen Staatsmann, an dem sein Volk selbst seine staats⸗ männischen Fähigkeiten wahrnimmt. Mit aller Aufrichtigkeit sprach der Kanzler von der notwendigen Beschaffenheit des zukünftigen Friedens, ohne Phrasen, aufrichtig gegen das Land und aufrichtig gegen den Feind. Trotz den großen Waffenerfolgen sei von jeder Selbstüberhebung, von jeder ruhmredigen Ueberspannung der Friedensziele in seiner Rede nichts zu merken. Wie ganz an⸗ ders hätte man nach solchen Erfolgen in Rom, Paris und London gesprochen! Die Sitzung des deut⸗ schen Reichstages vom 9. Dezember hat eine geschichtliche Bedeu⸗ tung für alle Zeiten. 1 5 Aber auch in den Ländern unserer eigenen Freunde haben die Worte des Reichsbanzlers froheste Zustimmung gefunden. Die Türkei und Bulgarien, die beide von deutscher Waffenbrüderschaft nun schon ziemliche Erfahrungen ge⸗ sammelt haben, fühlen trotz der großen Feindesmacht an unserer Seite vollauf„den t, sich in die Welt zu wagen, der Erde Weh, der Erde Glück zu tragen“. Die Kriegsminister Deutschlands und Bulgakiens haben sich auf direktem, telephonischem Wege Glück ge⸗ wilnscht zu der neuen Verkehrsannäherun beider Länder, und der Finanzminister Tonts w hat einem Vertreter des Wolff⸗Bureaus gesagt, die aufrichtige ersönlichkeit des Kanzlers habe die Sympathie und das 4 Vertrauen des bulgarischen Volkes gewonnen. Das geeinte Bulgarien werde während des Krieges und noch mehr nach dem Kriege politisch und wirtschaftlich nicht nur ein Binde⸗ glied zwischen den Mittelmächten und der Türkei, sondern ein wichtiger Bestandteil des neuen Vierbundes sein. Unsere Feinde aber in London und Paris versuchen, den Erklärungen unseres Kanzlers nach alter Gepflogenheit den Mantel ihrer eigenen Verdrehung umzulegen. Nur einige englische Blätter bekennen offenherzig, daß etwas Wahres an der Darstellung des deutschen Staatsmannes sei und daß noch viel Anstrengung nötig sei, um die Lage und die Kriegs- aussichten zu bessern. Die französische Presse hilft sich mit den fadesten Mitteln. Nach ihr ist die Einigkeit, die im Reichstag sich so wundervoll geltend gemacht hat, nichts als ein„abgekartetes Spiel“ Die kapitalistisch⸗sozialistische Ver⸗ schwörung habe, so ruft der„Figaro“, Deutschland geeinigt. „Humanité“ hält es für unmöglich, daß der Kanzler, der sich mit einem bescheidenen Frieden begnügen würde, weil er die wahre Lage Deutschlands kenne, einen solchen Frieden bei der öffentlichen Stimmung in Deutschland zu schließen wagen würde. Selbstverständlich drängt in Paris alles vor wie nach darauf, den Krieg„bis zum Siege“ fortzuführen. Wir haben nichts anderes erwartet. Die Umwälzung der Anschauungen bei unseren Feinden wird langsam kom⸗ men, aber eines Tages wird sie da sein. Dann wird viel⸗ leicht auch Präsident Wilson seine gefärbte Brille ab⸗ legen, mit der er jetzt wieder die Vorgänge bei der Ver⸗ senkung der„Ancona“ angeschaut hat. Oesterreich-Ungarn wird sich nicht verblüffen lassen und ihm erwidern, daß der Vorgang sich umgekehrt abgespielt hat, daß die Ancona zuerst, flüchtet und das U-Boot dann erst geschossen habe. * 5* Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 13. Dez.(TB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 13. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. In Tirol beschießt italienische Artillerie den befestig⸗ ten Raum von Lard iro, sowie unsere Stellungen bei Riva, Rovereto und am Col di Lana. In Judicarien arbeitet sich die feindliche Infan⸗ terie näher heran; auf den Berghöhen östlich des Tales griff sie an und wurde abgeschlagen. Am Görzer Brückenkopf fanden Geschütz⸗ und Minenwerferkämpfe statt. Ein feindlicher Angriffsversuch auf die Kuppe nordöstlich von Oslavija war bald zum Stehen gebracht. f Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Verfolgung kämpfe in Nordost⸗ Montenegro nehmen ihren Fortgang. Bei Korito wurden 800 Gefangene bei Ipek neuer⸗ lich zwölf serbische Geschütze eingebracht. Unsere Flieger bewarfen das Lager bei Berane er⸗ folgreich mit Bomben. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs 0 v. Höfer, Feldmarschalleutnant. ** Von der Balkanfront. Der bulgarische Bericht. Sofia, 13. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Bulgarischer Heeresbericht vom 13. Dezem zer. Wir setzten heute die Ver⸗ folgung der englisch-französischen Truppen auf beiden Ufern des Vardar in der Richtung auf Gewgheli und Doiran fort. Diejenigen Teile unserer Streitkräfte, welche auf dem rechten Vardar⸗Ufer vorrücken, griffendie Fran⸗ zosen auf der ganzen Front an und nahmen deren Stellungen bei den Dörfern Miletkowo und Smoka⸗ witza bei der Höhe 720 westlich Kowanetz im Sturm. Die 122. französische Division, die aus den Regimentern 45, 34, 148 und 284 zusammengesetzt ist und an diesem Abschnitt operierte, erlitt große Verluste an Verwundeten, Toten und Gefangenen. Ineinemeinzigen Schützen⸗ graben bei Miletkowo wurden 100 Leichen gefunden. Die Kavallerie, die die Flanke unserer Armee deckte, griff bei dem Dorfe Negortzki ein französisches Bataillon an, das 2 wobei sie dessen Kommandanten gefangen nahm. 15 Unsere auf dem linken Ufer des Vardar operie⸗ renden Abteilungen warfen mittels eines kräftigen Angriffes die englisch⸗französischen Truppen auf der von ihnen auf der Linie Baba⸗Berg, Cote 51, Dorf Dedeli, Cote 670 und Cote 610 ausgebauten Stellung, die sie be⸗ setzten. Die Engländer zogen sich nach Südosten in der Rich⸗ tung des Dorfes Koranglarlar, die Franzosen nach Süd⸗ westen in der Richtung des Dorfes Bogdantzi zurück. Die englisch⸗französische Stellung bei dem Dorfe Furka wurde mittels eines Basonettangriffes erobert. Eine mazedonische Division, welche dem Feind in diesem Abschnitt nachsetzte. durchbrach im Laufe der Verfolgung die Front der englisch⸗ französischen Trunpen und nahm das Dorf Bogdantzi und schnitt auf diese Weise die französischen Abteilungen, welche zwischen dem Kozludere⸗Fluß und dem Vardar operierten, von den Engländern ab, die sich südlich von Furka an den Doiran⸗See zurückzogen. Wir machten zahlreiche Gefangene, darunter fünf Offiziere. Die genaue Anzahl der Siegesbeute ehren zumeistderenglischen Armee und der Divi⸗ 25 des Generals Baillond an, welche die französischen Ju⸗ fanterie-Regimenter 175 und 176 sowie zwei Zuaven⸗Regit menter umfaßt. Gegen 2 Uhr nachmittags stand Gewgheli in Flammen. Die Verfolgung dauert fort und bezweckt die Einnahme der Städte Gewgheli und Doiran. * Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau diplomatischer Quelle, daß die Ver, bündeten fest entschlossen sind, Saloniki nicht zu. räumen.. i Saloniki, 13. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Bericht vom Samstag: Die Bulgaren behinderten gestern den Rückzug nach der neuen Front nicht. Ge⸗ neral Mahon beratschlagte gestern mit General Barllod. Es herrschte vollständige Uebereinstimmung unter den Generalen der 5 Verbündeten Über die bezüglich des Rückzuges zu ergreifenden Maßregeln. Heute war wieder eine Konferenz zwischen den Vertretern des griechischen Generalstabs und dem General Sarrail; 8 die Besprechungen werden geheim gehalten. 155 N Reuters Sonderberichterstatter ber den französischen Truppen m Mazedonien meldet vom Freitag aus Salonik, daß sich die s Franzosen in völliger Ordnung auf Gradetz zurückzogen, sie zerstörten dabei die Tunnels und Brücken, um den Aufmarsch der Bulgaren aufzuhalten. In Gradetz wurde ein neuer Brücken⸗ kopf angelegt. So war die Lage der französischen Armee vor zwei Tagen. Griechische Stabsoffiziere verhandelten mit Sarrail über den Zustand in Mazedonien. Nach einer Mitteilung aus französi⸗ scher Quelle soll Oberst Pallis gestern dem General Sar rail namens der griechischen Regierung erklärt haben, daß, wenn die bulgarische Armee bei der Verfolgung der Truppen der Verbün⸗ deten die griechische Grenze überschreiten sollte, Griechenland seine Truppen vor den Bulgaren zurückzrehen würde, um jeden Zusammenstoß zu vermeiden. Athen, 13. Dez. WTB Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas:„Wie aus amtlichen Kreisen verlautet, stößt die endgültige Regelung der zwischen Griechenland und dem Vierver⸗ 85 5 band schwebenden Fragen nicht mehr auf ernste Schwierigkeiten. 3 Im Laufe der Zusammenkunft zwischen Skuludis und den Ge⸗ sandten der Entente am Freitag wurde die Gemeinsamkeit der Auf⸗ fassungen in den Hauptzügen festgestellt.— General Pal lis telegraphierte aus Salonik, daß die Besprechungen fortschr„ und rasch einer befriedigenden Lösung entgegengehen.“. Saloniki, 13. Dez(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agende Hapas. Auf der Front der Alliierten, wo die Bulgaren in tiefen Massen angreifen, dauert die lebhafte Tätigkeit an. Der Rückzug der Alliierten wird methodisch fortgesetzt. Die Lage der Engländer nördlich von Doiran hat sich dank der Ankunft von Verstärkungen aus Saloniki merklich gebessert. Ne ue englische Truppen landen täglich. Die Alliierten bringen zahlreiche Serben, die aus der Gegend von Gewgheli geflüchtet sind, in der Umgegend von Saloniki unter. 5 London, 13. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Kriegs⸗ ministerium berichtet: Nach heftigen Angriffen durch den sehr 1 überlegenen Feind gelang es der zehnten Division, mit Hilfe von Verstärkungen vom Doiran-See in westlicher Richtung nach dem Mardar⸗Tal zurückzugehen und im An⸗ schluß an die Verbündeten eine starke Stellung zu besetzen. Da die Strecke sehr gebirgig ist, wurde es notwendig, acht Ge⸗ schütze an einer Stelle aufzustellen, von der sie beim Rückzuge nicht wieder geholt werden konnten. Unsere Verluste betragen ungefähr 1500 Mann. London, 13. Reuter erfährt aus 1 N 55 „* 0 Eine neue Vertrauenskundgebung der italienischen präsident Salandra erklärte, daß die außergewöhnlichen Voll⸗ Kammer für die Regierung. Rom, 13. Dez.(Zens. Frkft.) Agenzia Stefani meldet: Die Kammer besprach die provisorischen Budgetzwölf⸗ tel. Mehrere Tagesordnungen wurden eingebracht. Der Minister⸗ 5 70 machten der Regierung durch die Notwendigkeiten des Krieges be⸗ schränkt seien. Er könne die Reduktion des Provisoriums auf drei Monate nicht annehmen, um Ferri, der sie vorschlug, nicht den Schmerz zu bereiten, für die Regierung stimmen zu müssen. 1 Rom 13. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) In seiner Rede in den Kammer erklärte Salandra weiter: Der Justizminister habe schon auf die Beschuldigung geantwortet, daß der italienische Staa auf der vatikanischen Front seine Fahnen zusammen⸗ gefaltet habe. Der Ministerpräsident fuhr dann fort: Bei seinen pflichtgemäßen Reisen durch das Land habe er die Eintracht der Italiener feststellen können.(Sehr lebhafter Beifall) Das Herz der Nation schlage mit dem Herzen ihres Heeres und Königs zu⸗ sammen.(Sehr lebhafter Beifall. Rufe: Es lebe der König und die Königin!) Salandra betonte dann, welche hohe Bedeutung die Er⸗ nennung des Ministers Barzilai für Italien habe.(Sehr lebhafte Beifall. Rufe: Es lebe Triest!) Ja, sagte Salandra, das ist der Ruf der italienischen Seele, der Ruf, der von Mailand bis Palermo widerhallt.(Sehr lebhafter Beifall. Wiederholte Rufe: Es lebe Triest!) Der Redner ssellte fest, daß die Notwendigkeit des Krieges außerhalb jeder Frage sei, ebenso wie die nationale Eintracht. Er erkannte an, daß das Ministerium nicht das Vaterland sei; die Minister vergingen, das Vaterland allein sei unsterblich. Die Pflicht der Kammer sei, für eine bestmögliche Regierung zu im- men. Diejenigen, die glauben, daß die gegenwärtige Regierung 3 nicht die beste sei, die Italien haben könnte, hätten die Pflicht, 1 gegen sie zu stimmen. Um von den ihr übertragenen Vollmachten f den besten Gebrauch machen zu können, müßte die Regierung von dem klaren, unzweideutigen und bedingungslosen Vertrauen des Parlaments gestützt sein.(Beifall.) Er bitte demnach die Kammer, die Tagesordnung Rava anzunehmen. Wenn die Abstimmung eine Minderung des Vertrauens anzeigen sollte, würden wir mit reinem Herzen und mit ruhigem Gewissen auf unsere Plätze als Depu⸗ tierte zurückkehren und ergebene Anhänger eines in, der den Ruhm haben wird, das heilige Unternehmen zu lücklichen Ende zu führen, das durch den Akt des Glaubens— der im Heer und im Lande nicht Lügen gestraft werden wird— begonnen zu haben, unser Stolz bleiben wird.(Sehr lebhafte Zustimmung. Beifall. Wiederholte Rufe: Es lebe das Heer!) Die Kammer stimmte darauf über das Vertrauensvotum ab. ist noch nicht festgestellt. Die Gefangenen und Toten Sie nahm unter Namensaufruf mit 391 gegen 40 Stimmen dis 1 Tagesordnung Napa an, die lautet:„Die Kammer geht im Ver⸗ Ministerium zur artikelweisen Diskussion der euerzwölftel über. Die Kammer nahm schließlich die ganze Vorlage der Budget⸗ zwölftel in geheimer Abstimmung mit 313 gegen 56 Stimmen an. Die Brotversorgung in der Schweiz. 5 Bern, 13. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bundesrat hat heute verschärfte Bestimmungen über die Siche⸗ rung der Brotversorgung und den Verkauf von Ge⸗ tretde erlassen.— Sämtliche Mühlen dürfen nur noch so⸗ genanntes Vollmehl herstellen. Die Herstellung von Weiß⸗ mehl und Grießmehl ist vollständig verboten, mit Ausnahme der Erzeugung und Abgabe an Kranke und Kinder. Die englische Zensur. London, 13. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Pressebureau teilt eine wichtige Aenderung der Zensurvorschriften mit. Die Zensur des Auswärtigen Amtes wird aufgehoben. Die Verantwortung für die Veröffentlichung von Nachrichten aus dem Gebiet der Auswärtigen Angelegenheiten liegt zukünftig bei den Direktoren der Zeitungen und den Nachrichtenagenturen. „ Die Auseinandersetzung wegen der Versenkung der„Ancona“. Washington, 13. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Mel⸗ dung des Reuterschen Bureaus. Der Text der Note der Vereinigten Staaten an Oesterreich⸗Ungarn tber die Versenkung der„Ancona“ lautet wie folgt: „Es liegen verläßliche Informationen von amerikanischen und anderen überlebenden Passagieren der„Ancona“ vor, die zeigen, daß das U-Boot, welches die österreichisch-ungarische Flagge führte, auf den Dampfer scharf geschossen hat, und daß der Dampfer deshalb zuentkommentrachtete, ferner, daß nach einem kurzen Zeitraum, ehe noch die Besatzung und die Passagiere alle imstande waren, die Boote zu besteigen, das U-Boot eine Anzahl von Geschossen auf das Schiff abge⸗ feuert hat und es schließlich torpedierte und versenkte, während noch Passagiere an Bord waren. Durch das Geschlszeuer und den Untergang des Schiffes haben viele Personen ihr Leben verloren oder wurden ernstlich verletzt. Darunter be⸗ fanden sich Bürger der Vereinigten Staaten. Die Erklärung des österreichisch⸗ungarischen Marinestabes über den Vorfall bestätigt im großen und ganzen die hauptsächlichsten Erklärungen der Ueberlebenden, da sie zugibt, daß die„Ancona“, nachdem sie be⸗ schossen worden war, torpediert wurde, während sich noch Personen an Bord befanden. Die österreichisch⸗ungarische Regterung kennt aus der Korrespondenz zwischen den Vereinigten Staaten und Deutsch⸗ and die Haltung der Regierung der Vereinigten Staaten bezüglich des Gebrauchs von Unterseebboten zum Angriff auf Handelsschiffe und weiß, daß Deutschland dieser Auffassung Rechnung getragen hat. Trotzdem brachte der Kommandant des Unterseebootes, das die „Ancona“ angriff, die Besatzung und die Passagiere eines Schiffes, das zu zerstören beabsichtigt war, nicht in Sicherheit, offenbar, weil man es nicht als Prise in einen Hafen brin⸗ gen konnte. Die Regierung der Vereinigten Staaten ist der Meinung, daß der Kommandant des U-Bootes die Grundsätze des Völkerrechtes und der Menschlichkeit ver⸗ letzt hat, indem er die„Ancona“ beschoß und torpedierte, die Personen an Bord in Sicherheit gebracht waren, oder ihnen genügend Zeit gegeben war, das Schiff zu verlassen. Das Vorgehen des Kommandanten kann als eine mutwillige Tötung schutzloser Nichtkämpfer aufgefaßt werden, denn das Schiff leistete, ls es beschossen und torpediert wurde, anscheinend keinen Wider⸗ stand und versuchte auch nicht zu entkommen. Keine andere Ur⸗ ache wäre eine genügende Entschuldigung für einen solchen An⸗ griff, selbst nicht das Bestehen der Möglichkeit einer Rettung. Die Regierung der Vereinigten Staaten nimmt deshalb an, daß der Kommandant des U⸗Bootes entweder gegen seine Instruktionen gehandelt hat, oder daß die österreichisch⸗ garische Regierung den Kommandanten der U-Boote nicht [che Instruktionen gegeben habe, die mit dem Völker⸗ recht und den Grundsätzen der Menschlichkeit übereinstimmen. Die Regierung der Vereinigten Staaten will nicht letzteres an⸗ nehmen und der österreichisch⸗ungarischen Regierung die Absicht uschreiben, hilflose Leben zu zerstören. Sie glaubt eher, daß der K andant des U-Bootes ohne Auftrag, gegen die In⸗ struktionen, die er erhielt, gehandelt hat. Da die guten, gegenseitigen Beziehungen der beiden Länder auf der Beobachtung des Ge⸗ setzes und der Menschlichkeit beruhen müssen, kann man von den einigten Staaten nichts anderes erwarten, als daß sie verlangen, daß die Kaiserlich 7 8 Regierung die Versenkung der„An⸗ ona“ als eine ungesetzliche, unverantwortliche Tat bezeichne, daß der Offizier, der sie begangen hat, bestraft und daß ein Scha⸗ 8 nersatz für die getöteten und verwundeten amerikanischen irger durch Zahlung einer Vergütungssumme geleistet werde. allen Wünschen prompt nachkommen wird. Sie glaubt das deshalb, weil sie nicht annimmt, daß die österreichisch⸗ungarische Regierung eine Handlung gutheißt und verteidigt, die von der Welt als un⸗ menschlich und barbarisch verurteilt wird, allen zivilisierten Völkern schrecklich erscheint und den Tod unschuldiger amerikanischer Bürger 4 18 8 0 ashington, 13. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Mel⸗ dung des Reuterschen Bureaus. Wie verlautet, wird die Antwort Oesterveich⸗Ungarns auf die„Ancona“ ⸗Note in längstens einer Woche erwartet. a Vom Kongreß der„echt russischen Leute“. Petersburg, 13. Dez.(WTB. Nichtamtlich.)„Rjetsch“ ingt eine weitere Entschlleßung des Aung res 7 7 t russischen Leute. Sie wünscht die völlige Enteignung allen deutschen Eigentums, die Beschlagnahme allen Eigentums er Sektierer, die Besetzung der Stellen in der Verwaltung nur durch echt russische Leute, die Einziehung des Kredits bei allen ae Banken. Monopolisierung sämtlicher Versiche⸗ ngsgesellschaften, da sie alle in deutschen Händen seien, Samm⸗ lung von Material gegen Personen mit deutschen Familiennamen, absolute Macht des Zaren beschneiden wolle. Das Verlangen nach mnestie sei direkt zum Schaden des russischen Volkes. Das Ver⸗ ngen nach Toleranz gegenüber Andersgläubigen set Eine Unzu⸗ lässigkeit gegenüber dem Sektierertum Die bereits gewährte Er⸗ leichlerung der Lage der russischen Juden bedrohe direkt die russi⸗ sche Existenz, da diese jetzt offensichtlich Deutschland im Kriege be⸗ günstigten. Die jetzige Politik gegenüber Finnland sei eine direkte Uebertretung des Gesetzes zugunsten der Finnländer. Die vom Block verlangte Einstellung des Kampfes gegen die Ukrainer ent⸗ alte die Gefahr einer Zerstückelung Rußlands. Der Kongreß be⸗ grüßt die Hinausschiebung der Einberufung der Duma freudigst und betont, die Semstwos und die Stände beabsichtigten offen⸗ sichtlich die Staatsgewalt an sich zu reißen. 6 ä— Der Seelrieg. London, 13. Dez(WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel⸗ det: Der britische Dampfer„Pinegrova“(2847 Brutto⸗ Aus dem Reiche. Die Lebensmittelfürsorge im Reichstag. 5 Berlin, 13. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Im Hauptausschuß des Reichstages wurden u. a. folgende Anträge angenom⸗ men: Erstens ein Antrag der Fortschrittler auf Festsetzung einheitlicher Mehl⸗, Brot⸗ und Butterhöchstpreise für größere Be⸗ zirke und die Einführung von Fettlarten zur Regelung der Ver⸗ sorgung der Bevölkerung von Städten und Industriebezirken mit Butter und Speisefett, sobald die Versorgung gesichert ist; zwei⸗ tens ein Antrag der KFonservativen auf Regelung der Ver⸗ wendung der unentbehrlichen Lebensmittel dahin, daß für die minderbemittelten Volkskreise eine bestimmte Menge unter Ein⸗ stellung des Verbrauchs der Wohlhabenden sichergestellt wird, in Verbindung mit einem Zentrums ⸗Antrag auf Ausgabe von Bezugskarten für alle Haushaltungen mit einem Jahresein⸗ kommen unter 2000 Mark für Fleisch, Fett oder Gemüse bei den Gemeindeverwaltungen usw. zu ermäßigten Preisen; drittens ein Antrag der Sozialdemokraten auf Verleihung des Ein⸗ fuhrmonopols für Lebensmittel an die Zentral⸗Einkaufs⸗Gesell⸗ schaft und Abgabe der eingeführten Lebensmittel durch sie nur an Behörden oder an behördlich bestimmte Verteilungsstellen. Berlin, 13. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung des Hauptausschusses des Reichstages erklärte der Unterstaatssekretär Frhr. v. Stein, Einschränkung des Butter⸗ verbrauches sei geboten. Wenn wohlhabende Kreise die [leischlosen Tage nicht einhielten, so sei dies verwerflich. Die fleischlosen Tage hätten aber gut gewirkt. In Wilmersdorf sei ein Rückgang im Fleischkonsum um 26 bis 27 ent eingetreten. Bei der Frage der Reichszuschüsse zur Produktion und Ernährung drückte Staatssekretär Helfferich seine Bedenken aus, ob die Ver⸗ billigung von Nahrungsmitteln für die Minderbemittelten durch direkte Reichszuschüsse erreicht werden könne. In Bezug auf die Familienunterstützung sei er gern bereit, wenn auch nicht allgemein, weiter entgegen zu kommen. Hinsichtlich der Futtermittel lasse sich das Reich erhöhte Zufuhr angelegen sein. Die Gemeinden sollten in den Stand gesetzt werden, Natural⸗ zuschüsse zu gewähren. Die nächsten Reichstagssitzungen. Berlin, 13. Dez. Am Dienstag wird die nächste Sitz⸗ ung des Reichstags stattfinden. Auf der Tagung stehen die Anfragen des Abgeordneten Liebknecht, die neue Kreditvorlage und der Gesetzentwurf über Hilfsmitglieder im Patentamt. Voraus⸗ sichtlich wird eine weitere Sitzung des Plenums vor Weihnachten nicht stattfinden, und die Beratung des Reichshaushalts⸗Aus⸗ schusses soll am 18. Dezember vorläufig beendet werden. Nach Neujahr wird dann der Reichshaushalts⸗Ausschuß seine Arbeiten wieder aufnehmen. Die nächste Plenarsitzung wird voraussichtlich am 9. Januar stattfinden. Berlin, 14. Dez. Im Reichstag wird der Abgeordnete Bassermann eine kleine Anfrage stellen, ob der Reichskanzler bereit und in der Lage sei, über folgende englischerseitsver⸗ breitete Behauptungen Auskunft zu erteilen: 1. Deutschland habe seit langem Vorbereitungen getroffen für einen Angriff auf Britisch⸗Südafrika, insbesondere durch Anhäufung von Munition und Aufstellung einer außerordentlich starken Truppenmacht in Deutsch⸗Südwestafrika. 2. Der Gouverneuer von Deutsch⸗Südwestafrika hahe vor Be⸗ ginn des Krieges mit dem burischen Kommandanten Maritz ein Abkommen zwecks Angriffes auf Südwestafrika getroffen. 3. Nach Ausbruch des Krieges in Europa habe die bewaffnete Macht Deutsch⸗Südwestafrikas an zwei Stellen, angeblich bei Scuit⸗ drift und Nakab⸗Süd einen Angriff auf englisches Gebiet gemat. Berlin, 14. Dez. Bei der ersten Lesung der Kreditvorlage wird laut„Vorwärts“ die sozialdemokratische Frak⸗ tion nach einem gestern mit 60 gegen 31 Stimmen gefaßten Beschluß, wie in früheren Fällen für die Ueberweisung der Vor⸗ lage an die Budgetkommission ohne Debatte stimmen. Zu der Kreditvorlage wird die Fraktion erst in einer späteren Sitzung Stellung nehmen. * Minden(Westfalen), 13. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die deutsche Zentrale für Kriegslieferungen von Tabakfabrikaten, Sitz Minden(Westfalen), hat in dankbarer Würdigung der Verdienste des Kriegsministers Enver Pascha und der gemeinsamen deutsch⸗türkischen Krieg⸗ führung dem deutschen Komitee zugunsten des Roten Halb⸗ mondes einen Betrag von 100 000 Mark überwiesen. Den gleichen Betrag von 100 000 Mark hat die genannte Zen⸗ trale aus Anlaß der großen bulgarischen Waffenerfolge dem eee für das Rote Kreuz in Bulgarien überreicht. Aus Stadt und Cand. Gießen, 14. Dezember 1915. Die Brücke zum Orient. Bis auf den letzten Stuhl war gestern abend der Klubsaal von einer aufmerksamen Zuhörerschaft aller Parteirichtungen ge⸗ füllt, die sich zum Vortrage von Lic. Dr. Paul Rohrbach ein⸗ gefunden hatte. Unter den Anwesenden befanden sich auch viele Offiziere und Feldgraue, ein Zeichen dafür, daß das Thema„Die Brücke zum Orient“ in seiner Bedeutsamkeit vollauf er⸗ faßt war. Der Vorsitzende der Fortschrittlichen Volkspartei, auf deren Anregung hin der Vortrag zustande kam, Geh. Justizrat Metz, sprach einleitende Worte, in denen er seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß Vertreter aller Parteien sich eingefun⸗ den hätten, in dem Bewußtsein, daß die einzelnen Parteien wohl verschiedener Meinung sein könnten, daß aber alle nur das Wohl von Volk und Reich im Auge hätten und in diesem Bewußtsein zusammenständen. 4 5 Hierauf ergriff Lic. Dr. Paul Rohrbach das Wort und erläuterte vorerst den Begriff des nahen Orientes, der sich von Konstantinopel bis zum Suezkanal erstrecke. Die Brücke, die zu ihm hinüberführe, habe zwei Bögen, mit einem Strompfeiler in Sofia und zwei Landpfeilern in Belgrad und Konstantinopel. Rußlands politisches Programm habe schon seit dem Testa⸗ mente Peters des Großen auf den Besitz von Konstantinopel hin⸗ gezielt. Anfangs sei dies nur ein machtpolitisches Ideal gewesen, keine Lebensnot. Da bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Ostseehäfen Reval, Riga, Libau, genügt hätten, seine land⸗ wirtschaftlichen Erzeugnisse auszuführen. Das Bild habe sich mit dem Bau von Eisenbahnen in der Ukraine verschoben, denn diese Bahnbauten hätten ein fruchtbares Getreideland erschlossen und Rußland zu einem Exportlande für Weizen gemacht. Das Ausfuhrgetreide habe aber nun seinen Weg zum Schwarzen Meere nehmen müssen und von diesem Augenblicke an sei der Besitz von Konstantinopel für Rußland zur Lebens⸗ frage geworden. Den Beweis dafür habe dieser Krieg erbracht, da Rußland eine zweijährige Getreideernte in den Schwarze⸗Meer⸗ Häfen liegen habe und da ihm auch die Osssie versperrt sei, seinen Bedarf an Munition und kriegstechnischen Materialien nicht decken könne. Um sich den Besitz von Konstantinopel nach jeder Richtung hin sicher zu stellen, hätte Rußland die Balkanstaaten voll⸗ kommen von sich abhängig machen müssen und ein derartiges Vorgehen hätte nichts anderes bedeutet, als das Ende von Oesterreich⸗Ungarn und nicht viel später die Erdrosse⸗ lung Deutschlands. 8 Bismarck habe zwar erklärt, der ganze Balkan ser nicht die Knochen eines pommerschen Grenadiers wert, und England habe unsere weltpolitische Interesselosigkeit in dem Tausch zwischen Helgoland und Sansibar bestätigt. Die Verhält⸗ nisse hätten sich aber geändert und der erste Gegenzug gegen Englands Seemachtstellung sei das Kaiserwort an die drei Mil⸗ lionen Mohammedaner gewesen. England habe ja scheinbar seine Weltmachtstellung besiegelt, als es den 1869 erbauten Suezkanal schon 1882 an sich riß, tonnen) ist versenkt worden; 22 Mann der Besatzung wurden gerettet. 5 gebe es eine Stelle, wo sein Reich zu Lande angegriffe werden könne. 0 7 Englands Interessen seien mit dem Suezkanale eng verknüp denn dieser bilde das Tor zu 300 Millionen Menschen deren Landbesitz England als sein Interessengebiet ansehe. Werde dieser Weg bedroht, so sei auch Englands Lebensader gefährdet. Deshalb habe es schon mit Unwillen gesehen, daß Deutschland den Türken in der Organisation seiner Armee Hilfe leistete und an⸗ fing, in Kleinasien Ersenbahnen zu bauen. Besonders feind⸗ selig habe es sich zum Bau der Bagdadbahn gestellt, die bei Aleppo den Anschluß an die Syrischen Bahnen erreichen sollte, womit Truppen bis auf 300 Kilometer Entfernung an den Suezkanal herangebracht werden konnten. Merkwürdigerweise sei es kurz vor dem Kriege zu einem Abkommen zwischen Deutschland und der Türkei gekommen, in England sich verpflichtet habe, seine Hinderungspolitik gegen den Bagdadbahnbau einzustellen und auch sonst noch weitgehende Zugeständnisse machte. Vielleicht sei das eine Falle gewesen, vielleicht auch eine neue politische Strömung Englands, Deutschland auf dem Gebiete der Weltpolitik als gleichberechtigt anzuerkennen. Später, beim Ausbruch des Krieges, habe England nur die Wahl gehabt zwischen einer Verhinderung eines Krieges oder der Mitwirkung auf seiten unserer Gegner. England habe den Krieg verhindern kön⸗ neu, denn eine, im Weißbuche wiedergegebene Mitteilung des englischen Gesandten in Petersburg habe die bedrohliche Lage, die durch Rußlands Probemobilmachung hervorgerufen wurde, klar erkannt. Es habe aber die Niederwerfung Deutschlands gewollt und sei in seiner Annahme, durch seinen Beitritt zu unsern Gegnern unsern Zusammenbruch unvermeidlich zu machen, bitter enttäuscht worden. Auf die Dauer des Krieges habe es sich nun ergeben, daß man die Lage im nahen Oriente nicht sich selbst überlassen konnte. Es drohte dort die Gefahr, daß England den Entschluß fassen könne, ohne Rücksicht auf Blutopfer die Dardanellen⸗ 0 durchfahrt zu erzwingen und Rußland auf diese Weise Luft zu schaffen. Darum mußte der Brückenschlag nach dem Orient versucht werden, der dank dem Eingreifen der Bulgaren sich so glänzend vollzogen hat. 0 Durch diesen Brückenbau sei die Katastropheüber Eng⸗ land schon hereingebrochen; denn nehme man an, es käme auch nur zu einem Frieden, der England keinerlei Opfer auferlege, so hätten sich doch die Mittelmächte einen Landweg zu 900 Mil⸗ lionen Menschen gebahnt, den England nicht mehr behindern könne. Damit sei der Druck Englands, der seit mehr als einem Jahrhundert auf der Welt gelastet habe, zu Ende Man könne heute schon sagen, die Macht des englischen Weltreiches ist ge⸗ brochen. Denn nun hätten wir eine empfindliche Druckstelle auf Aegypten, durch die England zwangsweise zur Nach⸗ giebigkeit gezwungen werden könne. Wenn uns der Brückenbau aber nicht gelungen wäre, so würden die beiden Mächtegruppen auf sich allein angewiesen geblieben sein, nun aber seien sie zu einer politisch undwirtschaftlichunüberwindlichen Einheit zusammengeschlossen. Deutschland und Oesterreich⸗ Ungarn als wirtschaftlich gleichgeartete Länder hatten sich nicht so ergänzen können, wie es jetzt im Anschsuß an die Türkei ge⸗ schehe, da wir gegen unsere Industrieerzeugnisse aus dem kulturell wieder erschlossenen Mesopotamien, Baumwolle, Weizen, Fleisch und Petroleum auf dem Landwege ungehindert von Eng⸗ land einführen könnten. Die Erschließung dieses Weges bilde die Einleitung zu einer neuen Epoche der Weltpolitik. Ebenso wie man England durch einen Druck auf Aegypten gefügig machen könne, so werde auch Rußland, das ohne Konstantinopel nicht lebensfähig sei, zur Nachgiebigkeit gezwungen. Der Vortrag, der mit klarer Darstellung die vielfach sich kreuzenden Probleme herauskristallisierte, wurde mit lang an⸗ haltendem Beifalle aufgenommen. Ein Teil der Einnahmen fließt dem Roten Kreuz Bulgariens zu. 22. *. Vom Appetit der Russen. Welches ist der Unterschied zwischen Russen, Deutschen und Franzosen? Diese Scherzfrage wurde schon vor hundert Jahren gestellt und man bekam folgende Antwort: Setzt man den dreien ein Glas Milch vor, in das etliche Fliegen gefallen sind, so 1 der Franzose die Milch, der Deutsche entfernt erst die Fliege und trinkt sie, der Russe aber schlürft schmunzelnd Fliegen und Milch zusammen, er ist eben nicht niedlich. Das letztere kann man auch jetzt nach 100 Jahren noch mit gutem Gewissen sagen und hinzu⸗ fügen, daß die Kerle auch den besten Appetit haben. Sie sind, wie der Oberhesse sagt,„keine schlechten Esser, sondern bloß gute Trinker“. Wie sehr sie im Essen ihren Mann stellen, zeigt folgendes: 70 Russen kamen neulich auf ein Werk in Arbeit. Bei der ersten 1 verzehrte jeder ungelogen 5 Pfund Quellkartoffeln und ein 2⸗Pfund⸗Laib⸗ chen Brot.„Wo sind denn die Kartoffeln geblieben“, fragte der Direktor. Die ganz verstört darein blickende Kochfrau, die vor Schrecken über die Leistungsfähigkeit der fremden Gesellen einer Ohnmacht nahe war, konnte keine Antwort geben. Sie kocht jetzt jeden Tag 2 Malter ungeschälte Kar⸗ toffeln. Dazu gibt's mehrmals in der Woche pro Kopf und Mann einen Hering. Man schält aber weder die Kartoffeln noch die Heringe, die Russen zeigen vielmehr eine ganz be⸗ sondere Vorliebe für Kopf, Schwanz und Gräten der Fische. Auf einem andern Werk waren 30 Russen eee Der Verwalter meinte, man könne nun von den Tischabfällen ganz gut ein Säuchen mästen und schaffte sich zwei Schwein⸗ chen an. Abfälle aber gab es nicht und es fehlte nicht viel, so hätten die Kerle auch die Schweinchen mitverzehrt. Hier fällt einem unwillkürlich folgendes Geschicht aus dem Vogelsberg ein Da hatte ein Bauer ein tnerschweres Wutzchen geschlachtet. Er lud ein Dutzend Freunde 1— 11 ein. Es ging hoch her, man ließ es sich schmecken und als die Gäste sich verabschiedeten, rief unser Bauer ein über das andere Mal„Gute Nacht Säuchen!“„Warum,“ so fragte neulich ein Lehrer die Kinder,„warum essen die Russen nichts Gewärmtes?“ und er bekam von einem kleinen Rangen die prompte Antwort:„Ei Herr Lehrer, sie lassen nie was übrig.“ a Den beispiellosen Appetit der Russen zeigt aber auch folgende Wette. Ein Fischpächter der Wetterau hatte unter seiner Beute einen fünf Pfund schweren Fisch gefangen. Er sitzt mit seinen Kameraden beim Glas Bier, man spricht von dem und jenem und schließlich auch von den Russen.„Ich wette,“ sagt der Pächter,„daß der eine bei mir beschäftigte deutsch⸗ sprechende Russe den Fisch auf einen Sitz verzehrt.“ Die Wette wird sofort ausgeführt, der Russe geholt und der Pächter sagt ihm, daß er einen ganzen Fisch von fünf Pfund Schwere essen soll. Der Russe nickt vergnügt und wartet der Dinge, die da kommen sollen. Um den Fisch aber schmack⸗ hafter zu machen, ward er zerlegt, zum Teil gekocht, ein Teil gehackt und zum Teil gebraten und so stückweise dem Russen vorgesetzt. Dieser aß fest drauf los, guckte aber häufig scheu nach der Tür, und als es dem Ende zuging, rief er den Pächter beiseite und meinte ernsthaft:„Wenn aber jetzt der Fisch nicht bald kommt, dann packe ich ihn nicht mehr.“ z. * * Auszeichnungen. Dem Korpsführer der Kapelle des 116. Iufanterie-Regiments, Hoboist W. Girod, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.— Der Hoboist; W. Müller II. wurde mit dem Eisernen Kreuz aus⸗ gezeichnet. a a i. 5 L. U. Eine Uebersicht über die Studieren⸗ in Wirklichkeit habe es aber damit die Grun bedingung zum Zusammenbruch seiner Weltmachtstellung gegeben, denn nun den unserer Universität zeigt folgendes Ergebnis: Im vorigen Halbjahr waken aufgeführt 158 Hessen, 418 Nicht⸗ 0 9 5 ö 9 g . f 1 N . ö findenden musikalisch⸗deklamatorischen 3 1 N nachmittags 3 Uhr, wird im Soldatenheim hen, un ganzen 11%, darunter 35 Studentinnen. Nach⸗ äglich wurden noch immatrikuliert 3 Hessen, 4 Nichthessen. iervon gingen ab: 43 Hessen, 41 Nichthessen, somit ver⸗ ieben 718 Hessen, 381 d im ganzen 1099 Studie⸗ rende. Im gegenwärtigen Halbjahre sind hinzugekommen 39 Hessen, 41 Nichthessen, im ganzen 80, so daß sich wieder als Summe für dieses Jahr ergibt: 757 Hessen, 422 Nicht⸗ hessen, im ganzen 1179 Studierende. Dann wurde eine Hospi⸗ tantin aufgenommen. Außerdem besuchten Vorlesungen: 59 Hörer, 67 Hörerinnen. Die Gesamtzahl aller Universitäts⸗ besucher beträgt demnach 1306. Dem Studium der Theologie widmeten sich 114 Studierende, 103 davon sind Hessen. Von 112 Studierenden der Rechtswissenschaft waren 81 Hessen, Medizin 312 Studierende(173 Hessen), Tierheilkunde 128 Studierende(33 Hessen), Philosophie 35 Studierende(11 Hessen), Pädagogik 4 Studierende(3 Hessen), Mathematik 46 Studierende(38 Hessen), Naturwissenschaften 54 Studie⸗ rende(47 Hessen), Chemie 31 Studierende, 16 Hessen)), Phar⸗ mazie 18 Studierende(8 Hessen), Forstwissenschaft 32(24 Hessen), Landwirtschaft 113 Studierende(93 Hessen), Ge⸗ schichte 12(8 Hessen), Klassische Philologie 36(26 Hessen), Neuere Philologie 132(93 Hessen). Das Reifezeugnis eines 3 hatten 645, eines Realgymnasiums 213, einer Oberrealschule 257 Studierende. * Keine Verteuerung des frischen See⸗ fisches durch Verbrauch in deutschen Kriegsgefangenen⸗ lagern. Da der frische Seefisch längeren Transport nicht verträgt, wird er in den deutschen Mannschaftsgefangenen⸗ lagern nicht mehr verbraucht. Vollgültigen Ersatz für frischen Seefisch bietet der zur Dauer⸗ und Halbdauerware ver⸗ arbeitete Seefisch, nämlich Klippfisch und Salzfisch. Die Berichte aus den Lagern stimmen darin überein, daß Klippfisch und Salzfisch von den Gefangenen gern gegessen werden. Der frische Seefisch bleibt daher dem brauch der deutschen Bevölkerung durchaus vorbehalten. * Vom städtischen Kolonialwarenhandel erfahren wir, daß Grieß, Käse und Rosinen ausverkauft sind. Es wird uns übrigens von beteiligter Seite mitgeteilt, daß durch die Kriegsgetreide⸗Gesellschaft in der vergangenen Woche ein großes Quantum Grieß für den Gießener Klein⸗ handel geliefert wurde, der ihn zum vorgeschriebenen Höchst⸗ preis von 45 Pfg. verkauft. Grieß ist also wieder in unserer Stadt zu einem annehmbaren Preise überall zu kaufen. Durch die Zweiteilung der städtischen Warenabgabe ist übrigens der Andrang in der Neustadt nicht mehr erheb⸗ lich. Wer von unseren Frauen dort noch Einkäufe machen will, muß nur nicht um 2 Uhr sich einstellen, wo natürlich der Andrang noch stark ist. Nach einer halben Stunde aber hat sich der Strom verlaufen, es tropft dann nur noch stark, und von einem stundenlangen Warten bei der Abfertigun gungspersonal in der Warenausgabe übrigens den Hinweis in der Presse empfunden, daß die Einkäuferinnen kleines Geld bereit halten sollten. Dem Wunsche ist gestern von unseren Hausfrauen willfahrt worden und so machte sich die Sache jetzt recht schön und glatt. In der Neustadt betrug die Einnahme gestern 800 Mk., am Asterweg 600 Mk.; dabei wurden im Inen gestern nur kleinere Posten ver⸗ langt. Allerdings vereinfacht schon der Fortfall von drei Artikeln, die ausverkauft sind, den ganzen Betrieb, der zweifellos wieder gesteigert werden wird, wenn die von der Stadt bestellten 200 Zentner Speck einlaufen und zum Ver⸗ kauf kommen. n Konsumverein Gießen. Am Sonntag nachmittag fand im Gewerkschaftshause eine außerordentliche Hauptversamm⸗ lung des Gießener Konsumvereins statt, deren Einberufung durch den Weggang des bisherigen Geschäftsführers Michael Keßler, bezw. die Neubesetzung dieses Postens veranlaßt war. Weiter stand ein Vortrag über die Schwierigkeit der Lebensmittel⸗ beschaffung auf der Tagesordnung, den an Stelle des ver⸗ hinderten Geschäftsführers des Frankfurter Konsumvereins der Ge⸗ schäftsführer des Mannheimer Konsumvereins, Meißner, über⸗ nommen hatte. Der Redner führte eine Reihe von Wahrnehmungen aus seiner Geschäftsführung vor, die sich auf Grund allgemeiner, auch in Privatgeschäften gemachten Erfahrungen ohne weiteres ver⸗ allgemeinern lassen. In der Frage der Warenbeschaffung spielt der Warenmangel bei weitem nicht die Rolle, die ihm im allge⸗ meinen zugeschoben werde, sondern hauptsächlich die Sucht nach Gewinn, sei es durch unerhörte Preistreiberei oder durch betrüge⸗ rische e und Verfälschungen. Redner führte an, daß 3. B. ife geliefert werde, die nur 17 Prozent Fettgehalt habe, ferner daß der Inhalt eines Fasses Margarine zu einem erheblichen Teile aus Nägeln und sonstigen„ins Gewicht“ fallenden Gegen⸗ ständen bestanden habe, ohne daß es möglich gewesen sei, sich an den Verkäufern schadlos zu halten. In Bezug auf die Haupt⸗ nahrungsmittel, Mehl und Kartoffeln, legte Redner dar, daß deren Bezug infolge mange r Organisation in der Verteilung er⸗ schwert werde, daß 3. B. in zwei verschiedenen, räumlich oft gar nicht getrennten Gebieten in dem einen Ueberfluß, in dem andrn Mangel herrsche. Die Käufer hätten in ihrer Mehrzahl keinen Begriff von den! ierigkeiten, die sich dem Bezug guter Bedarfs⸗ artikel entgegenstellten und seien zu Unrecht mit Beschwerden und Drohungen zur Hand, während gerade die Konsumgenossenschaften, oft unter materiellem Verlust, alles aufböten, um ihre Mitglieder zufrieden zu stellen. Es sei erfreulich, daß den Konsumgenossen⸗ schaften wiederholt von amtlicher Stelle Anerkennung ge⸗ zollt worden sei Redner schloß seine interessanten Ausführungen mit der Aufforderung, an dem weiteren Ausbau der Genossen⸗ schaften, die sich noch weitere Ziele gesteckt hätten, tatkräftig mit⸗ Zuarbeiten und durch Zuführung weiterer Mitglieder deren Ausbau fördern zu helfen. An den Vortrag schloß sich eine kurze Be⸗ sprechung, worauf zur Wahl des Geschäftsführers geschritten wurde. Als solcher wurde der bereits vom Aufsichtsrat gewählte frühere Geschäftsführer des Konsumvereins Mittweida, Röpke, einstimmig bestätigt. Der Gewählte stattete hierauf den Anwesenden den Dank für seine Wahl ab und versprach, das in ihn gesetzte Vertrauen durch gewissenhafte Geschäftsführung zu rechtfertigen. Die Versammlung wurde darauf vom Vorsitzenden des Aufsichts⸗ rates, Stadtverordneten Vetters, geschlossen. ** Oberhessischer Hunstverein. Die erst seit einigen Tagen ausgestellte kleine Sammlung graphischer Arbeiten von Daniel Greiner ist um eine Anzahl von klünstlerischen interessanten Werken bereichert worden. Außerdem haben einige reizvolle Batikarbeiten von Minna Weber⸗Lich Aufstellung gefunden.— Morgen Mittwoch ist die Ausstellung außer von 11—1 Uhr auch nachmittags von 3—5 Uhr geöffnet. ** Musikalisch⸗deklamatorischer Abend. Zu dem am Donnerstag abend im Saale des Gesellschaftsvereins statt⸗ dekle ischen Abend hat auch Oberregis⸗ seur Dworkowski seine Mitwirkung als Rezitator zugesagt. — Frau Käte Schrötter⸗Dworkowski wird außerdem von bereits an dieser Stelle bekannt gegebenen Autoren auch Dichtun⸗ gen von Karl Wolfskehl(geboren in Darmstadt) und Karl Neurath(geboren in Mainz) zum Vortrag bringen. Die Kritik in Düsseldo lerin, die ohne der f zu Uebermaß verfällt und hebt die Beherrschtheit ihres Organs hervor, das ihr immer den Ausdruck echten Empfindens gestattet.— rühmt die einfache, natürliche Sprachweise der Künst⸗ dramatischen Akzente zu entbehren nie dem * Konzert im Soldatenheim. Morgen, den 15. De⸗ 1 meine musi⸗ lische Unterhaltung stattsinden, die von der Ersatz⸗ apelle des Infanterie⸗Regiments 116(Ersatz⸗Bataillon) unter itung des Musikleiters B. Herrmann ausgeführt wird. Alle Soldaten der Garnison, namentlich die Verwundeten, sind herz⸗ lich eingeladen. 1 Eintritt ist frei. Zu der Eröffnungsfitzung der Waffen⸗ brü derlichen Vereinigung in Berlin, über die wir ausführlich unterrichtet haben, ist für unsere Leser sicher bon Interesse, daß Geheimrat Prof. Sommer aus Gießen der Sitzung beigewohnt hat, um die Grüße der Ortsaus⸗ schüsse, besonders aus Süddeutschland, zu überbringen. *Der Kriegsmittagstisch im Hessischen Hof erfreut sich steigender Beliebtheit bei den Teilnehmerinnen. Mütter mit Kindern und einzelne, zum Teil im Berufe stehende Frauen machen gerne von dem Vorteil Gebrauch, den eine gemeinsame Küche gewährt. Bei den hohen Lebensmittelpreisen ist es nicht möglich für Alleinstehende oder kleine Haushaltungen zu dem billigen Preise des Kriegsmittagstisches ein Mittagessen in gler⸗ cher Güte herzustellen. Es sei auf die Anzeige in diesem Blatte hingewiesen. n Die Hauptversammlung der Mathilden⸗ stiftung für die Provinz Oberhessen findet Dienstag, den 21. Dezember 1915, vormittags 11¼ Uhr, im Regierungsgebäude zu Gießen statt. Auf der Tagesordnung steht: Prüfung der Rech⸗ nung pro 1914. Verteilung der Ueberschüsse an unterstützungs⸗ bedürftige gemeinnützige Anstalten. Festsetzung des Voranschlags. Ergänzungswahl des Vorstandes. ** Die Auszahlung der Quartierservisbe⸗ träge für November 1915 für die nicht in der Stadtknaben⸗ schule untergebrachten Unteroffiziere und Mannschaften des Land⸗ sturm⸗Infanterie⸗Ersatz⸗Bataillons II Gießen findet Mittwoch, den 15. Dezember 1915 im Stadthaus, Zimmer Nr. 4, von 8 bis 12 Uhr vormittags statt. Die Arbeitszentrale Darmstadt benötigt grö⸗ ßere Mengen Unterhosenstoffe für Militär. Näheres ist aus dem Anzeigenteil dieses Blattes ersichtlich. * Weihnachtssendungen. Die Reichs⸗Postverwaltung richtet auch in diesem Jahr an jedermann das Ersuchen, mit den Weihnachtssendungen bald zu beginnen, damit die Paketmassen sich nicht in den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr zusammendrängen. Bei dem außerordentlichen Anschwellen des Verkehrs ist es nicht möglich, die gewöhnlichen Beförderungsfristen einzuhalten und namentlich auf weite Entfernungen eine Gewähr für rechtzeitige Zustellung vor dem Weihnachtsfeste zu über⸗ nehmen, wenn die Pakete so spät eingeliefert werden. Die Pakete sind dauerhaft zu verpacken. Auf dem Verpackungsstoff vorhandene alte Aufschriften und Beklebezettel müssen beseitigt oder unkenntlich gemacht werden. Die Benutzung von dünnen Pappkasten, schwachen Schachteln, Zigarrenkisten usw. ist zu ver⸗ meiden. Die Aufschrift der Pakete muß deutlich, voll⸗ ständig und haltbar hergestellt sein. Kann die Ausschrift nicht in deutlicher Weise auf das Paket selbst gesetzt werden, so empfiehlt sich die Verwendung eines Blattes weißen Papiers, das der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt werden muß. Am zweckmäßigsten sind gedruckte Aufschriften auf weißem Papier, dagegen sind Paketkartenvordrucke ungeeignet für Paketaufschriften. Bei in Leinwand verpackten Sendungen mit 8 g Fleisch und anderen Gegenständen, die Feuthtigkeit, Fett, Blut usw. war gestern keine Rede mehr. Dankbar hat das Abferti⸗ absetzen, darf die Aufschrift nicht auf die Umhüllung geklebt werden. Der Name des Bestimmungsorts muß recht groß und kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Die Paket⸗ aufschrift muß sämtliche Angaben der Paketkarte ent⸗ halten, also auch den Freivermerk, bei Paketen mit Postnach⸗ nahme den Betrag der Nachnahme sowie den Namen und die Wohnung des Absenders, bei Eilpaketen den Vermerk„durch Eilboten“ usw., damit bei einem Verluste der Paketkarte das Paket doch dem Empfänger in gewünschter Weise ausgehändigt werden kann. Auf Paketen nach großen Orten ist die Wohnung des Empfängers, auf Paketen nach Berlin auch der Postbezirk(C, W, SO usw.) anzugeben. Empfehlenswert ist die Anbringung einer zweiten Aufschrift innerhalb der Ver⸗ packung. Zur Beschleunigung des Betriebs trägt es wesentlich bei, wenn schon der Absender die erforderlichen Marken auf die Paketkarte klebt. Die Versendung mehrerer Pakete mit einer Paketkarte ist für die Zeit vom 12. bis ein⸗ schließlich 24. Dezember weder im inneren deut⸗ schen Verkehr noch im Verkehr mit dem Auslande gestattet. Gemeinschaftliche Einlieferungsbescheinigungen über meh⸗ rere gewöhnliche Pakete werden in der bezeichneten Zeit nicht ausgestellt. l Hundesteuer im Großherzogtum Hessen. Es dürfte vielen Hundebesitzern nicht unwillkommen sein, wenn wir an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, daß die im Laufe dieses Jahres abgeschafflen Hunde bis spätestens zum 31. Dezem⸗ ber bei der zuständigen Bürgermeisterei abzumelden sind.— Wird die Abmeldung erst nach dem 31. Dezember bewirkt, so ist die Hundesteuer für das folgende Jahr weiterzuentrichten.— Wer fer⸗ ner am 1. Januar selbst gezüchtete junge Hunde im Alter von unter drei Monaten besitzt, wird entweder gleich oder nachträglich zur Hundesteuer für das kommende Jahr zugezogen. Nur wenn nachgewiesen wird, daß ein junger Hund vor Erreichung des Al⸗ ters von drei Monaten zugrunde gegangen oder nach Orten außerhalb des Großherzogtums veräußert worden ist, tritt Steuer⸗ befreiung ein. ** Gießener Strafkammer. In unserm gestrigen Strafkammerberichte ist ein Irrtum unterlaufen. Im ersten Straf⸗ falle wurde Stadt und Kreis Friedberg geschädigt, nicht wie irr⸗ tümlich angegeben war, Stadt und Kreis Gießen. Landkreis Gießen. tt. Treis a. d. L., 14. Dez. Seinen ersten Familien⸗ abend seit der Kriegszeit hielt gestern abend in der hiesigen Kirche der hiesige Zweigverein des Evangelischen Bundes ab. Der Vorsitzende, Pfarrer Böchner, hielt einen von passenden Deklamationen der Konfirmanden und gemeinsam gesungenen Liedern umrahmten Vortrag über„Luther und der Krieg“, worin zur Anfeuerung, Stärkung und Trost Luthers Ansicht über das Recht des Krieges dargelegt wurde. Ueber den Stand der Kasse gab Lehrer Hedrich Aussehluß.— Dieser Tage ist hier ein Kom⸗ mando von 20 russischen Gefangenen angekommen, die unter Anleitung von Waldarbeitern im fiskalischen Walde dahier zu Holzarbeiten verwendet werden. Die Wohnung und Verköstigung stellt der Wirt Amend hier. Starkenburg und Rheinhessen. e. Darmstadt, 14. Dez. Eine von den Unterbeamten der Reichs⸗Post⸗ und Telegraphenverwaltung des Bezirks Darmstadt veranstaltete Sammlung von alten Uniformknöpfen hat das erfreuliche Ergebnis gehabt, daß nahezu zwei Zentner Metall an die hiesige Sammelstelle für Kriegsmetalle abgeführt werden konnten. 6 m. Dietzenbach, 14. Dez. Kindesmord. Unter dem Verdacht, ihr eigenes Kind getötet zu haben, wurde die 19jährige Elisabeth Lehr von hier verhastet. Die Staatsanwaltschaft ließ eine Haussuchung vornehmen, bei der die Leiche eines weiblichen Kindes zutage gefördert wurde, das die Mutter in einer Schachtel im Garten vergraben hatte. ch. Bingen, 14. Dez. Das Hochwasser hat gestern morgen mit 3.70 Meter seinen Höchststand erreicht, nachmittags ist der Wasserstand am hiesigen Pegel bereits auf 3,07 Meter zurück- gegangen. Auf weite Strecken war und ist noch im Rheingau und auch auf der rheinhessischen Seite das Land von den hoch⸗ gehenden Fluten überschwemmt. Ebenso hoch ist auch die Ueberschwemmung im Gebirge, wo das Wasser oft genug in den Kellern der am Rheinuser stehenden Häuser steht. Nunmehr ist aber die Hochwassergesahr beseitigt.— Die Stadt Bingen hat bekanntlich für alle im Felde oder in Garnison sich befindenden Binger je zwei Flaschen edlen Binger Weines gestiftet. Diese Weihnachtsspende ist jetzt voll⸗ ständig zum Versand gekommen und die Binger können sich am Weihnachtsfeste am edlen Gewächs der heimatlichen Weinberge ergötzen. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 14. Dez. Für das Jahr 1916 sind die Märkte der Stadt Wetzlar wie folgt sestgesetzt: 12. Januar, 23. Februar, f N 12. Jult, April, 24. Mat, 14. Jun, 4. Oktober, 15. und 29. November und am 13. Dezember. ra. Krofdorf, 14. Dez. Regierungs- und 7 Röhricht aus Coblenz besuchte in der abgelausenen bete Schulen zu Dutenhofen, Wißmar, Vetzberg und Krofdorf, beg von dem Herrn Kreisschulinspektor. Hessen-Nassau. 5 iet ra. Aus Nassau, 14. Dez. In Altendiez gehe Frau Elisabethe Diehl am Wurstkessel dem Feuer 3¹ 1175 75 so daß die Unglückliche sofort in eine Feuersäule gehüllt war. Als man Hilfe bringen konnte, bereits derart, daß sie am folgenden Tag läßt drei kleine Kinder und den im 5 ra. Biedenkopf, 18. Dez. Hier 9 ungeheure Holzm 8 gen zu sealagen 8 Hauungs plan schloß mit einem Einschlagssoll von 6600 Festmetern ab. Zur Bewältigung der Holzhauerei hat die Stadt sich Kriegsgefangene überweisen lassen. 5 Hanau, 14. Dez. Das vierjährige Töchterchen der Ehe⸗ frau Hartwig geriet beim Spielen dem Ofenfeuer zu nahe, 5 1 5 wurden in Brand ü 99 l 4 5 derart were Verletzungen, daß es nach kurzer Zeit verstar b.. 5. e e 9 44. Dez. In Schmitten, dem Hauptorte des altnaffaulschen Schmiedehandwerkes, wird zur Er⸗ innerung an den Weltkrieg ein„eiserner Ambos“ aufgestellt und benagelt. 5 1 ra. Dillenburg, 12. Dez. Buchbindergeselle Heinrich . anderbach erhielt in den Kämpfen bei Ypern das Eiserne reuz. 5 ra. Limburg, 14. Dez. Die Domapotheke ist von 15 Regierung in vorläufiger Personalkonzession an den e apotheker Dr. Drews vergeben worden, der bisher im Felde stand, 22. März, 5. und 26. 23. August, 20. September, sta v b. Sie hinter⸗ stehenden Gatten. es in diesem Winker Vermischtes. Raub in einem Pfarrhaus. ö Berlin, 13. Dez.(Priv.⸗Tel) Das„Berliner Tage⸗ blatt“ meldet aus Dambrau(Kreis Falkenberg, Ober⸗ schlesien): Nachts drangen fünf Männer in das Pfarr⸗ haus. Ein Räuber setzte dem 67jährigen Erzpriester einen Revolver auf die Brust, während ein zweiter die im Hause befindlichen Personen im Schlafzimmer in Schach hielt; die übrigen erbrachen den Geldschrauk und raubten daraus die Summe von 1200 Mark. Als der Nachtwächter aufmerksam wurde und Lärm schlug, entkamen die Räuber unerkannt. * ht. Frankfurt a. M., 14. Dez. Vor völlig ausverkauf⸗ tem Hause erlebte Schönherrs„Weibsteufel“ gestern abend im„Neuen Theater“ seine Erstaufführung. Das von Direktor Arthur Hellmer bis auf die geringsten Einzelheiten sorgfältig vorbereitete Drama errang einen sich von Akt zu Akt steigernden Beifall, der sich nach dem Schlußakt in war⸗ men Kundgebungen für die Darsteller auslöste. Alois Groß⸗ mann bot in dem alternden gebrechlichen Manne eine Prachtleistung; seine Beherrschung des Dialekts war meister⸗ llich. Olga Fuchs, die den Weibsteufel verkörperte, ließ zwar in einzelnen großen Szenen die erforderliche dramatische Wucht und Steigerung manchmal vermissen, zeigte jedoch sonst ein gut abgerundetes Spiel. Der Grenzjäger war von Eugen Klöpfer in psychologisch feiner Weise aufgefaßt und wurde mit Leidenschaft und Wärme gespielt. Die von jeder Effekthascherei freie Aufführung hinterließ bei den Zuhörern einen unverkennbar tiefen Eindruck. 5 Mmeteorologische Beobachtungen der Station Gleßen. 2 2 3 2 25 3— 2— 2 De- 8, 3 8 2 3 S„ 8 e e e er 1915 5 SS„„ 5 55 6 5 3 13. 2— 3,1 4,3 75— 7 Sonnenschein 55 55— 1,% 80—— 8 Bew. Himme! 14% 10 40 81„ e 1 Höchste Temperatur am 12. bis 13. Dez. 1915 + 5,10 0. Niedrigste„ 12.„ 18. did Niederschlag: 0,7 mm. 0 Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. „Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 15. Dez. 1915: Meist heiter, trocken, kalt, Nachtfrost. Letzte Nachrichten. Die Kritik an der Kammerrede Salandras. i. Köln, 14. Dez. Nach der„Köln. Ztg.“ greift der „Avanti“ auf Grund der letzten Ranzrerbehan die Nea und Salandra scharf an und erklärt, Salandra habe trotz der Abstimmung merken müssen, daß er nicht mehr das Vertrauen der Kammer besitze. Es ist beachtenswert, daß die Jensur diesen Angriff durchläßt. Der sozialistische Abgeordnete Prampolini habe Salandra wegen der Beschränkung der verfassungsmäßigen Freiheit zur Rede gestellt und Salandra gewarnt, daß er den Bogen nicht zu straff spanne. Dagegen äußern die nationalen Blätter, wobei der„Secolo“ und„Corriere“ ihre Zufriedenheit über die Ab⸗ stimmung in der Kammer, die alle Hoffnungen der Feinde Ita⸗ liens zerstört habe und wesentlich dazu beitrage, alle nationalen Kräfte zu sammeln, um sie zum Siege zu führen. Die angeblichen Aeußerungen des Kardinals v. Hartmann. i. Töln, 14. Dez. Zu dem angeblichen Gespräch des Kar⸗ dinals v. Hartmann mit einem italienischen. klärt der Kölner Kardinal einem Vertreter der„Köln. Volksztg.“ daß jenes angebliche Gespräch frei erfunden fei. Der Kardinal habe auf seiner ganzen Romreise überhaupt keinen Journalisten empfangen. Die„Volkszeitung“ bemerkt, man stehe vor der be⸗ trüblichen Tatsache, daß ein italienisches Blatt von keineswegs katholikenfeindlicher Richtung— gemeint ist La Vera— einen Bericht über Aeußerungen eines höheren Kirchenfürsten bringe, welcher von höherer politischer Tragweite hätte sein können, wenn er zutreffe. Man erkenne daraus, mit welchen Mitteln gearbeitet werde, um die Bemühungen des Papstes zu hintertreiben. Hochwasser im Rheingebiet. i Köln, 14. Dez. Das im gesamten Rheinstrom. herrschende Hochwaf ser hat in den ober⸗ 115. Niederungen starke Störungen zur Folge gehabt. In zahlreichen Ortschaften mußten die Häuser geräumt werden. An der M osel sind die Bewohner des rechten Moselufers auf weite Strecken ge⸗ zwungen worden, ihre Häuser zu verlassen. Die Moseltalbahn mußte stellenweise ihren Verkehr einstellen. In Köln dringt das Wasser in tiefer gelegene Straßen ein. Nachrichten vom Ober⸗ rhein lassen aber erkennen, daß das Hochwasser im Nachlassen be⸗ griffen ist. waren ihre Verletzungen 8 . 55 Frau Dworkowskl, Frau Rechtsanwalt Spohr, Frduleln Polzapfel, Giessen Dahubolstr. 34 1 — G 4 W 2 Spi le 1. haus dz Grösstes und modernstes Vergnügungs-⸗ Etablissement am Platze Ab heute! Mur bis einschl. Freitag, den 17. Dezember 1915: Ah heute! n 2 5 1 8 in ihrem neuesten und erfolgreichsten Lustspiel in 3 AK Heiteres aus Hennys Brausejahren) Unter anderem Auge um Auge Offiziers- Drama in J spannenden Akten Frauentücke Nur nicht heiraten Dazu 6 weitere unbedingt sehenswerte, erstklassige Filmdarbietungen Unter anderem ten Modernes Sittenbild in 2 Teilen jeden Dienstag und Samstag vollständig neuer Glanz-Spielplan Militär vom Feldwebel abwärts auf allen Plätzen halbe Preise gememer. 55 Ortsgruppe Sießen. Zum Beiten der hiesigen Kriegerfrauen und-Kinder veranstaltet der Verein am 16. Dezember, abends 8 Uhr pünktlich, im Saale des Selelllchafts⸗ vereins(Sonnenstraße) einen 9643 Portrags-Hbend mit mulikallscken und deklamatorischen Darbietungen. Illitwirkende: Fräulein Ingrid LBeufert, err Dworkowski. Eintrittskarten zu 2 IIlark, 1.50 Ilark, 75 Pfg. und 50 Pfg. lind in der Inlulikalienhandlung von Ernit Ehallier und abends an der Kasse zu haben. 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