ff Nr. 293 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; wermal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Seitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleß l Adresse sür Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. 165. Jahrgang General-Anzeiger für Obe Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Beck, sämtlich in Gießen, Montag, 15. Dezember 1915 Bezugsprei? monatl. 85 Pf., viertel⸗ A ährl. Mt. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen 44 monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf. ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Der Rückzug der Entente auf dem Balkan. (WTB.) Großes Hauptquartier, 11. Dezember. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf vielen Stellen der Front lebhafte Tätigkeit der beiderseitigen Artillerien. Nach starker Feuervorbereitung griffen die Franzosen abends unsere Stellung auf und östlich der Höhe! 93(nord⸗ östlich von Souain) erneut an. Der Angriff ist abgeschla⸗ gen. Die Stellung ist genau so fest in unserer Hand, wie sie uns auch durch die kühnsten gegenteiligen Behauptungen in den französischen Tagesberichten der letzten Zeit nicht hat ent⸗ rissen werden können. Oestlicher Kriegsschauplaß. Die Lage bei den Heeresgruppen der Generalfeldmarschälle v. Hindenburg und Prinz Leopold von Bayern ist unverändert. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Ein russischer Angriff brach nördlich der Eisenbahn Kowel— Sar ny verlustreich vor der österreichisch-unga⸗ rischen Linie zusammen. Nördlich von Czartorysk wurden auf das west⸗ liche Strijꝓ⸗Ufer vorgegangene Aufklärungsabteilungen des Feindes wieder vertrieben. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Ueber die bulgarischen Armeen liegen neue Nachrichten noch nicht vor. Odberste Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 12. Dezember. (Amtlich.) 25 Westlicher Kriegsschauplatz. Oestlich von Neufchatel(südwestlich von Lille) schei“ terte vor unserem Hindernis der Versuch einer kleinen eng⸗ lischen Abteilung, überraschend in unsere Stellung ein⸗ zudringen. In den Vogesen kam es zu vereinzelten Patrouillen⸗ Gefechten ohne Bedeutung. Oestlicher Kriegsschauplatz. Schwächere russische Kräfte, die in Gegend des War⸗ sung⸗Sees(südlich von Jakobstadt und südlich von Pinsk) gegen unsere Stellungen vorfühlten, wurden zurückgewiesen. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Den in den albanischen Grenzgebirgen ver⸗ folgenden österreichisch⸗ungarischen Kolonnen fielen in den beiden letzten Tagen über sechstausend fünfhundert Gefangene und Versprengte in die Hände. Zwischen Rozaj, das gestern genommen wurde, und Ipek hat der Feind vierzig Ge⸗ schütze zurücklassen müssen. l Nach entschei denden Niederlagen, die die Armee des Generals Todorow in einer Reihe kühner und krüftiger Schläge während der letzten Tage den Fran⸗ zosen und Engländern beibrachte, befinden sich diese in kläglichem Zustande auf dem Rückzuge nach der griechischen Grenze undüber dieselbe. Die Ver⸗ luste der Feinde an Menschen, Waffen und Material aller Art sind nach dem Berichte unseres Verbündeten außer⸗ ordentlich schwer. 5 1 Oberste Heeres leitung. 8 2 e 5 5* Die Siege der Bulgaren haben nach den letzten über⸗ einstimmenden Berichten der deutschen und bulgarischen Heeresleitung die Teilniederlagen der Franzosen und Eng⸗ länder in den vollständigen Zusammenbruch der Orientarmee verwandelt. Nachdem in dreitägigen Kämpfen der linke Flügel von den Bulgaren schwer aufs Haupt geschlagen worden war, begann der bereits von den Feinden eingestandene Rückzug gegen die griechische Grenze. Inzwischen hat auch den rechten Flügel der Franzosen und Engländer das Schicksal ereilt. Auch hier konnten die Alliierten dem bulgarischen Bajonettsturm, der aus den Balkankriegen her noch einen besonderen Ruf hat, nicht standhalten. Aus den Berichten der Gegner über die Lage am Balkan weht die ganze Hoffnungslosigkeit, die nach solchen Schlägen zu erwarten ist. General Sarrail, der noch vor wenigen Tagen die zuversichtlichste Haltung zur Schau getragen hat, ist nach Magrinis Bericht nicht mehr „hoffnungsvoll, sondern verbittert, wenn auch ent⸗ schlossen““ Gegen den dem griechischen Gebiete zu⸗ nächstliegenden Flügel der Ententestellungen am Doiran⸗ See richten sich nach 9 Londoner Meldungen umfassende Angriffe der nachsetzenden Bulgaren. Der Rest der Alliierten befindet sich nach dem deutschen Bericht in kläglichem Zu⸗ stande auf dem Rückzuge nach Griechenland. Das läßt es verstehen, wenn die Londoner Blätter in den letzten Tagen besonders eifrig das griechische Problem diskutieren und die Schwierigkeiten besprechen, die in der ungewissen Haltung Griechenlands liegen. Soll doch Prinz Andreas die Truppen der Entente öffentlich als Geisel bezeichnet haben. Das mag Sarrail wenig ermutigend in die Ohren klingen. Griechische Offiziere sollen gar davon gesprochen haben, daß der Angriff auf die Alliierten vor der Tür stehe. Dazu stimmt einigermaßen die Meldung, wonach die Engländer über Saloniki, das nunmehr vom Hauptkampfplatz nur knapp 50 Kilometer entfernt liegt, den Belagerungszustand ver⸗ hängt haben. Ueber die Haltung der Bulgaren gegenüber den griechischen Grenzpfählen liegt eine neue Nachricht nicht vor. Das einstweilige Ergebnis dieses neuesten Fiaskos der Entente ist der nie zu löschende Eindruck, daß es sich um eine politisch und militärisch nicht wieder gut zu machende Kata- strophe handelt, die sich zwei Großmächte bei einem Klein- staat holten, den zu bestrafen sie ausgezogen waren. Wollen es die Engländer und Franzosen nun wirklich darauf ankommen lassen, wollen sie die Balkanblamage zur Bal⸗ kankatastrophe werden lassen? Man weiß, daß sowohl Kitchener wie Sarrail für die Aufgabe dieses Abenteuers sind, während die englische und französische Regierung sich aus Gründen des Prestiges nicht entschließen können, 985 die Liquidierung des Saloniki⸗ Unternehmens die Balkan⸗ pleite offen einzugestehen. Ihre letzte Hoffnung ist, Grie⸗ chenland durch Drohung mit offener Gewalt zur Deckung und Rettung ihrer Aktion zu zwingen. Aber die Drohungen verfangen nicht mehr, denn die Griechen haben als Faust⸗ pfand die französisch-englischen Truppen, und die Stimmung ist im Lande so umgeschlagen, daß die Hoffnung auf die Neu⸗ wahlen und Veniselos schon jetzt als eitel bezeichnet werden kann. So steht die Entente, während die vorsichtig fernge— bliebenen Italiener sich ins Fäustchen lachen, vor der schwe⸗ ren Wahl: Balkanblamage oder Balkankatastrophe? * 2 * Die österreichisch⸗ungarischen Tagesberichte. Wien, 11. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Bei Czartorysk haben wir russische Aufklärungs⸗ abteilungen vertrieben. Sonst Ruhe an der ganzen Front. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Geschübkämpfe in Judicarjen dehnen sich nun auch auf den Raum westlich des Chiese-Tales aus. Im Abschnitte zwischen diesem und dem Concei⸗Tal wurden unsere vorgeschobenen Posten auf dem Monte Vies vor über⸗ legenen feindlichen Kräften zurückgenommen. Schwache An⸗ griffe der Italiener in den Dolomiten gegen den Sief⸗ Sattel, im Gör:ischen gegen den Nordhang des Monte San Michele wurden abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In den Nachhutkämpfen auf montenegrinischem Gebiet wurden neuerlich über 400 Gefangene ein⸗ gebracht. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Am 10. Dezember nachmittags hat ein Geschwader unserer Seeflugzeuge in Ancona Bahnhof, Elek⸗ trizitätswerk, Gasometer und militärische Objekte sehr erfolg⸗ reich mit Bomben belegt. Trotz des Schrapnellfeuers aus mehreren Geschützen und der sehr ungünstigen Witterung sind alle Flugzeuge unversehrt eingerückt. Flottenkommando. Wien, 12. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 12. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Stellenweise Geschützfeuer. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Abschnitte der Hochfläche von Doberdo griff eine italienische Infanteriebrigade unsere Stellungen südwestlich von San Martino an. Sie wurde zurückgeschlagen und erlitt große Verluste. Sonst herrschte an der ganzen Südwest⸗ front, von vereinzelten Geschützkämpfen abgesehen, Ruhe. Auch in den Judicarien hat die Tätigkeit des Feindes nachgelassen. Südöstlicher Kriegsschauplaßz. Unfere Offensive gegen Nordost⸗Monte⸗ negro führte gestern zur Besetzung von Korita und Rozaj und zu Nachhutgefechten zwölf Kilometer westlich von Ipek. Wir brachten in diesen erfolgreichen Kämpfen 6100 Gefangene ein und erbeuteten im Gelünde zwischen Ipek und Rozaj 40 serbische Geschütze. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. ** 3 Der bulgarische Sieg über die Entente⸗Truppen. Sofia, 11. Dez. Amtlicher Generalstabs⸗ bericht vom 9. Dezember. Unsere Verfolgung zu beiden Seiten des Vardar und südlich von Kosturino dauert fort. Die Engländer und Franzosen leisten mit starker Ar⸗ tillerie und zahlreichen Maschinengewehren auf jeder Stel⸗ lung verzweifelten Widerstand. Da sie jedoch den starken Druck unserer Truppen nicht gushalten können, verlassen sie rasch ihre Stellungen und gehen zurück. Unsere an beiden Ufern des Vardar verfolgenden Kolonnen haben bereits den Südausgang des Engpasses bei Demirkapu verlassen und sind südlich von der Bahnstation Mirooce angelangt. Am rechten Vardarufer machten wir Gefangene von den fran⸗ zöͤsischen Regimentern 421, 148, 48 und 84. Unsere südlich von Kosturino vorrückenden Truppen erreichten den sozlu⸗ dare⸗Fluß und besetzten die Dörfer Calkali, Tartarei, Ra⸗ brovo, Valandovo und Hudovo, woselbst der Standort des Hauptquartiers von General Sarrail war. Die Franzosen haben die Bahnhöfe von Hudovo und von Mirooce in Brand gesteckt. Wir erbeuteten von den Franzosen beim Bahnhof Hudovo 500 Kisten Patronen, viel Proviant und Sanitätsmaterial sowie viel anderes Material, beim Bahn⸗ hof Mirooce 30 000 Kilogramm Weizen, Fässer mit Kokos⸗ butter. Wein und vieles andere, ferner von den Englündern fünf Maschinengewehre und viele Gewehre. In den feind⸗ lichen Stellungen sind zahlreiche Gewehre, Telegraphen⸗ material und Kriegsmaterial verstreut liegen geblieben, in den englischen Stellungen eine Menge Bettdecken. Unsere Verluste sind unbedeutend, die des Gegners un⸗ geheuer. Das Kampffeld ist besät mit englischen und fran⸗ zösischen Leichen und zurückgelassenen Verwundeten, von denen viele seit drei bis vier Tagen nicht verbunden sind. Sie erzählen, daß ihre Aerzte schon bei Beginn der Kämpfe davongelaufen seien. Bei ihrem Rückzuge nahmen die Engländer und Franzosen die ganze Bevölkerung mit sich. An der serbischen Front rücken unfere Truppen nach der Einnahme von Ochrida am Nordufer des Ochrida-Sees gegen Struga vor. Die östliche Hälfte der Stadt am rechten Ufer des Drin ist bereits in unseren Händen. Der Gegner hat die Brücke in der Stadt zerstört und leistet auf dem linken Fluß⸗ ufer Widerstand. Sofia, 12. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Nachtrag zum amtlichen Bericht vom 9. Dezember. In Ochrida sanden unsere Truppen eine unbeschreibliche Aufnahme. ch Die ganze Bevölkerung der Gladt war unter Führung ihrer Priester unseren Truppen entgegengegangen, die sie mit Blumen und grünen Kränzen überschütteten. Die Ein⸗ wohner vergossen Freudentränen bei dem Anblick unserer 21 Soldaten. Der Rückzug der Verbündeten. Genf, 13. Dez. In Sarrails heutigen 72 Depeschen fehlt abermals jede Ortsangabe, doch vermutet die Fachkritik, daß sich die Franzosen südöstlich Mirvvae gegen Ischiklur zurück⸗ ziehen, um mit den von Dorian gegen Süden sich zurück⸗ konzentrierenden Engländern zusammenzutreffen. Wien, 13. Dez Aus Athen wird gemeldet: Nach einem zuverlässigen Bericht haben die englisch-französischen Tru ppen⸗ transporte von Saloniki nach dem Norden an die Front vollständig aufgehört. Es wird hier viel bemerkt und als Gaarekler er Beweis für den Mangel an Männern bei den Engländern angesehen, das sie Abgesandte nach Albanien geschickt haben, die Albaner für den englischen Dienst anwerben sollen. Die bulgarische Offensive. Rotterdam, 13. Dez. Der„Nieuwe Rotterdamsche Cou⸗ rant“ meldet aus Sofia: Nach der Eroberung von Gradecz ist der südliche Zipfel des Demir Kapu⸗Passes ganz im Besitze der Bul⸗ garen. Dadurch wird ein neuerlicher Versuch der Entente⸗ truppen, in Serbisch⸗Mazedonien einzurücken, unmöglich. Die ausländischen Offiziere bei dem bulgarischen Heere loben einstim⸗ mig die vom Oberbefehlshaber Iskow selbst geleiteten Operationen 3 und rühmen diese als ein strategisches Meisterstück, und eine großartige Leistung der Truppen, die mit Schneidigkeit und Mut ohnegleichen ausgeführt wurde. Saloniki im Verteidigungszustand. Rotterdam, 13. Dez. Einer Athener Meldung aus französischen Blättern zufolge, soll Saloniki von den Ententetruppen in Verteidigungszustand versetzt werden. Ueber die bisher noch schwebenden Verhandlungen der Entente mit Griechenland sollen die Verhandlungen in günstigem Sinne fortschreiten. Gefangenen⸗Verluste der Entente. Wien, 13. Dez. Aus Sofic wird gemeldet: Die von den Bulgaren bisher gemachten englisch⸗französischen Ge⸗ fangenen im Gerna⸗Vardar⸗Gebiet nähern sich jetzt 20 000 Mann. E K 8 1 Das Echo der Kanzlerrede. London, 12. Dez.(WTB. e Daily Tele⸗ graph“ sagt in einem Leitartikel: Die Lage ist voller Ge⸗ fahren und in mancher Hinsicht ernst. Die triumphierende Note in der Rede des deutschen Reichskanzlers über die mili⸗ tärischen und diplomatischen Erfolge der Zentralmächte war nicht ohne Berechtigung. Die Zentralmächte haben die Schran⸗ ken durchbrochen, die sie einengten. Die Offensive befindet sich in ihren Händen. Die Operationen auf Gallipoli stehen still. Die Frage der Sicherheit Aegyptens taucht von neuem auf. Auf keinem Kriegsschauplatz des Orients ist unsere militärische Lage befrie⸗ digend. Nirgends wurde ein Erfolg erreicht. Das Blatt fährt fort: Die Balkanexpedition muß entweder aufgegeben oder nach einem klaren bestimmten strategischen Plan fortgeführt werden. London, 12. Dez.(WTB Nichtamtlich.)„Daily News““ erklärt in einem Leitartikel, daß die Reichstagsdebatte eine große Enttäuschung bilde. Die deutsche Friedens⸗ debatte biete wenig, was Hoffnung erwecken könne. Die Reden der Sozialdemokraten seien nicht ermutigender als die Reden des Reichskanzlers. a 1 f London, 12. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Times“ mel⸗ det aus New York: Die„New Porker Staatszeitung“ und andere deutsch⸗amerikanische Blätter erklären, daß die Rede des Reichs⸗ kanzlers dem Präsidenten Wilson Gelegenheit gebe, seine Vermittlung anzubieten. Sie dringen in den Präsi⸗ denten, die Gefühle der Verbündeten zu ignorieren und alle Krieg⸗ . 4 0 9 5 Jen Demirkapu bs See 5 88 mn, 4— und dal o Struma 18 EN. ee. = E 3 * bonchroro; argon fene, oO ge ¶ Aon,&„ 2 mu, anuere 1 dunouhe. feindlichen Schützengräben bei Kanlisirt. mackte unsere Artillerie das feindliche los, zerstörte einen Teil der feindlichen e Zwei Kreuzer bes Bei Sedd⸗ül⸗Bahr Bombenwerfen wirkungs⸗ jützengräben und einige schossen erfolglos Altscht Friedensverhandlungen] Bo er sagt, Deutschland sei 3 Feindliche Berichte. (WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Auf der ganzen Front ist die Lage un ver⸗ suchte der Feind in der ilometer südwestlich sen und auf seine zen Meer bei der Insel Kirpe(100 Kilometer rus) vernichteten am 10. Zerstörer nach Kampf zwei türkische Segler. Wir hatten keine Verluste. Ro m, 12. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von ganzen Front Artillerietätigkeit. Einem er Infanterie auf dem Karst verdanken wir die chanzwerkes und die Erbeutung von wie eines Minenwerfers. (gez.) Cadorna. Petersburg, 12. Dez. Bericht vom 11. Dezember 1915 ändert. Am Tage Gegend von Kupczy Tarnopol) einen Gräben zurückge des 10. Dezember ve⸗ nce an der Strypa(2 Angriff. Er wurde abgewie Der„Temps“ Se enen, Frie ge en, urch die Parter da demokraten geltend ma bhekannt. Mit seiner Billi Redner davon, daß die Hof 5 Elsaß⸗Lothrin, „Temps“ sieht in der ganzen tetes Schauspiel. Bukarest, Wiener K. K. Tele von allen Blättern sehr a politischen Kreis sagt: Die Regierung hat sich mit der sozia⸗ erständ igt. Der Kanzler hat zwar von sich jedoch den Anschein gegeben, als sei er gen. Die Gründe, die die Sozial⸗ würden, waren ihm von vornherein gung sprach ein zweiter sozialistischer fnungen für die Möglichkeit der Wieder⸗ zerstört werden müßten. Der Reichstagssitzung ein abgekar⸗ 12. Dez.(WTB Nichtamtlich.) Meldung des „Bur. Die Rede des Reichskanzlers, die usführlich wiedergegeben ist, machte in. starken Eindruck. Während ß zieht, daß bis jetzt nur eden zu schließen, was damit militärischen Erfolge, teils sen habe, bemerkt nerseits, weil die s en beharren, anderer⸗ n an die kommende Die Rede des Reichskanzlers hören, der höre und wer Augen Dezember drei unserer Kanonenboote und einen Angriff unser berung eines kleinen S Gewehren und Munition so Große Explosio WTB. Havre, Havas.) Eine hefti den pyrotechni en unverkennbar einen „Minerva“ aus der Rede den Schlu Deutschland Bereitwilligkeit zeigte, Fri zusammenhänge, daß es die meisten allein, teils mit seinen Verbündeten daß der Feind noch nicht nahe sei, ei ächte auf unverweigerlichen Forderun seits, weil der Verband künstlich den Glau, 5 äächung der Mittelmächte nährt. fsuage im Grunde: Wer Ohren hat zu 5 hat zu sehen, der sehe. 5 nskatastrophe in le Havre. 11. Dez.(Drahtber. Meldung der Agence Explosion erfolgte heute früh in en Werkstätten der belgi elheiten fehlen. Der Schaden der Opfer eine ziemlich große. ich in einer Entfernung von drei auf dem Gebiete der Gemeinde Die Explosion erfolgte um 3J10 dung von Granaten bestimmten Arbeiter waren zu dieser Zeit bei der schosse explodierten gleich⸗ daß die Türen und Fenster rt wurden. Ge chen Regierung. Ein erheblich sein und die Za Die Werkstätten befinden 0 Kilometer von der Stadt, Graville-Saini Honorine. Uhr in einem für die La Pulverlager. Die Arbeit. Die schon falls mit einer solchen Gewalt, der benachbarten Häuser zerstö war es noch unmöglich, sich der Stelle der Ka nähern. Der Schaden ist zurzeit ni meisten Arbeiter waren Belgier. WTB. Havre, meldungen soll die verletzten Per Zahl der Toten so nungen in der Na zogen; die Arbeiterwohnungen 24 Zentimeter Dicke flogen in Garnison begannen, „ WTB. Havre, zählte man bei dem E 107 Belgier. Die Zah Die türkischen Berichte. seladenen Ge 12. Dez(WTB Nichtamtlich.) Amt⸗ uartiers: An der Frakfront bemäch⸗ n durch einen energischen Angriff der vor⸗ indes bei Kut⸗el⸗Amara. Der ellung zurückgeworfen. Die Verluste n betrugen mehr als 700 Mann, die undeten noch nicht 200. front im Abschnitte von Milo warfen Feind einen Angriff gegen unsere vor⸗ zwei Stunden dauerte, zurück. [lenfront bei Anaforta hielt das üb⸗ Unsere Artillerie traf zweimal ein feind⸗ mal ein Panzerschiff bei Kemillili⸗ Bei Ari Burnu heftiger Bombenkampf. ein gepanzerter Ponton und die Landbatterien eröffn das ohne Unterbrechung eine Stunde währte, den Schaden verursachte. und traf zweimal einen Kreuzer, der entfernen, und zerstörte feindliche Bombe ferst Bei Sedd⸗ül⸗Bahr brachte unsere Artillerie das Schleudern von Minen zum Stillstand und zerstörte einige feindliche werferstellungen. Am 10. Dezember Minenwer gegen alle unsere Stellungen, Wir eröffneten r und brachten die feindli gegenüber zum Schweigen. Konstantinopel, 12. Dez. icht des Hauptquartiers. An der Ir Ort Cheikh Said östlich Kut⸗el⸗Amar, straße. Unsere Artillerie brachte ber iche Pontons und Konstantinopel, licher Bericht des Hauptg tigten sich unsere Truppe geschobenen Stellungen Feind wurde in seine Haupt des Feindes in diesen Kämpfe unseren an Toten und Verw M!MaAn der Faukasus wir mit Verlusten für dersten Stellungen, der An der Dar dane liche Artillerieduell an. liches Schiff und drei gen Mittag tastrophe zu cht zu übersehen. Die ) Nach Blätter⸗ rplosionsunglücck hr 1000 betragen. Die ge gering sein. Die Woh⸗ eidenschaft ge⸗ sind zerstört, Mauern von t. Die Truppen der die Aufräumungs⸗ 12. Dez.(Drahtber. Zahl der bei dem E onenungefä verhältnismäßi chbarschaft sind in Mitl, Drei Kreuzer, eten ein Feuer, aber nur unbedeuten⸗ Unsere Artillerie erwiderte das soweit möglich, 12. Dez.(Drahtber.) plosionsunglück 110 der Verwundeten ste Bis Mitternacht Tote, darunter ht noch nicht fest. gezwungen wurde, sich zu nwerferstellungen bel Kan⸗ Einberufung der 18jährigen in Rußland. g;, 11. Dez.(WTB. Nichtamtl.) s des Zaren ordnet an, en Rekruten zu Be uberufen sind. Da Rußlan jährigen zum Heeresdienst s die Einberufung der Jahres Ein Nachspiel für Kowno. (WTB. Nichtamtlich.) Der ng Kowno wurde von dem er Annahme mildernder Um⸗ itärischen Ehren und persön⸗ dels und zu 15jähriger eilt, weil er die t aufrecht erhalten und die Fe fen und Beschießung ein lebhaftes Gegen⸗ chen Batterien unserem linken Flügel (WTB. Nichtamtlich.) Be⸗ akfront besetzten wir den a an der feindlichen Rück⸗ Kut⸗el⸗Amara einige feind⸗ einen Kriegsmonitor zum Sinken.— An der susfront nur Scharmützel zwischen Patrouillen und nellenfront beschossen ein edobvot nördlich Adieliman einige Panzer⸗ „unterstützt durch Beobachtungen von Luft⸗ . Hospital von Torssunloeij, uer sieben Soldaten getötet und einer auf dem rechten Flüc mber ein Kampf mit ml 12. Dezember einen Teil der Petersbur berichtet: Ein Uka daß die im Jahre 1897 geboren 6 1 ginn des Jahres d ordnungsgemäß seranzieht, so be⸗ Petersbur Kommandant Dünaburger Kriegsgericht unt stände zum Verlust aller mil lichen Rechte sowie des A Zwangsarbeit verurt in der Festung nich früh verlassen habe. — An der Dar da Monitor und ein Torp schiffe bei Kemiklilimen ballons, unsere Stellu wo durch das feindliche Feu verwundet wurden. Bei Ari Burnu in der Nacht vom 10, zum 11. Deze statt. Unsere Artillerie zerstörte am ngen und das 85 Telephon verbindung Berli Sofia 13. Dez. Kriegsminister Naidenof hat am Samstag als erster auf dem neuen Wege über Serbien seine Stimme nach Berlin gelangen lassen. Bei der Arbeit über dem Schreibtisch rief ihn das Telephon. Nacheinander mel⸗ deten sich Nisch, Orsowa, Budapest und dann Berlin und es wurde ihm mitgeteilt, daß der Kriegsminister ihn zu sprechen wünsche. Beide äußerten ihre lebhafte Genug⸗ tuung über die hergestellte Verbindung. Wieder ist ein großer Schritt vorwärts gemacht. Die große Linie von der Nordsee nach Bagdad wird immer una hängiger von jeder Störung und von jeder Mißgunst. * ** Die Ententeanleihe in Amerika. London, 12. Dez.(WTB. Nichtamtlich.)„Daily Tele⸗ graph“ meldet aus New Pork: Die französisch⸗eng⸗ lische Anleihe, die am Dienstag auf den offenen Markt kommt, sank auf 94, also einen Punkt unter den Emis⸗ sionspreis. Die jüngsten Militärberichte waren dem Ver⸗ kauf ungünstig. Italiens Schulden an England.. Zürich, 12. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Laut„Zürcher Post“ meldet der„Avanti“ nach einer Mitteilung des Radi⸗ kalen 1 1 daß England Italien 3 Milliar⸗ den Lire geliehen habe, die nicht in die gemeldeten 5 Milliarden Kriegskosten einbegriffen seien. 5 Muanschikai Kaiser? New Pork, 11. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Asso⸗ ciated Preß wird aus Peking gemeldet, daß Yuanschikai die Kaiserwürde angenommen hat.. Der neue französische Generalstabschef. Paris, 12. Dez.(WTB Nichtamtlich.) General Joffre bestimmte für das Amt des Chefs des Gen eralstabes General Castelnau, den den Rang als Kommandant einer Armeegruppe beibehält. ö Zur Abberufung der deutschen Attachés in Amerika. New Pork, 11. Dez.(WB. Ni tamtlich.) Durch Funkspruch von dem Vertreter des Wolffschen Bureaus: Die Associated Preß meldet aus 1 Staatssekretär Lansing hat amtlich erklärt, das Ersuchen um Abbe⸗ rufung der deutschen Attaches Boy⸗Ed und von Papen gründe sich lediglich auf deren militärische Betätigung. Der Präfsident billige vollständig Lan⸗ sings Eutscheidung.— Die„Tribune“ meldet aus Washin⸗ ton, das Staatsdepartement habe wiederholt erklärt, daß Einzelheiten und die Nachri tenquellen in der Angelegen⸗ 3 Boy⸗Ed und v. Papen eineswegs mitgeteilt würden. s würde keine Beschuldigung wegen Teilnahme an einer Verschwörung gegen die beiden Attachés er⸗ hoben werden. Der Umstand, daß Lansing der deutschen Forderung nach Mitteilung der Gründe teilweise ent⸗ sprechen werde, wird in Washington als ein Zugeständnis im Hinblick auf die freundschaftlichen Beziehungen an⸗ gesehen. Andere Blätter äußern sich in ähnlichem Sinne. . Der Seekrieg. Athen, 12. Dez.(WTB Nichtamf ich.) Meldung des Reu⸗ terschen Bureaus. Nach amtlichen Berichten wurde der griechische Dampfer„Dimitrios Goulandris“(3744 Bruttotonnen), bon Alexandrien mit einer gemischten Ladung nach England unter⸗ wegs, 150 Meilen von Alexandrien durch ein deutsches Un⸗ tersee boot torpediert. Die Besatzung verließ das Schiff in den Booten, die vom Unterseeboot einige Zeit ins Schlepptau genommen wurden. Ein britischer Dampfer, der sich auf dem Wege nach Alexandrien befand, nahm die Schiffbrüchigen auf, wurde aber am selben Tage von demselben Unterseeboot, 25 Meilen von Alexandrien torpediert. Die Griechen und Engländer retteten sich in Booten; sie wurden von einem anderen britischen Dampfer drer Meilen von Alexandrien aufgenommen und an Land gebracht. 5 5 ö Aus Stadt und Cand. Gießen, 13. Dezember 1915. Auszeichnungen. Dem Unteroffizirr Richard Glag ow aus Gießen wurde das Eiserne Kreuz, dem Wehrmann Wil⸗ helm Hof aus Alten-Buseck die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Beide sind im Landwehr-Inf.-Rgt. 116.— Den Offizier⸗ Stellvertreter Ernst Glänzer, bis zur Mobilmachung Schutz⸗ mann in Gießen, wurde das Eiserne Kreu J. verliehen. Teber die Mietsbeihilfen. Die städtische Ver⸗ waltung hat bekanntlich unmittelbar nach Ausbruch des Krieges öffentlich erklärt, daß sie es als Ehrensache be⸗ trachtet, dafür zu sorgen, daß die Familien derjenigen Männer, die zur Verteidigung des Landes zu den Fahnen einberufen werden, nicht in Not geraten sollen. Das här⸗ teste aber, wovon eine solche Familie betroffen werden kann, ist Obdachlosigkeit. Aus diesem Grunde setzte von allem Anfang die städtische Kriegsfürsorge für die Krieger⸗ familien damit ein, da, wo es notwendig war, Miets⸗ beihilfen zu bewilligen. Anfänglich waren es nur ver⸗ einzelte Fälle, wo die Stadt einzutreten sich verpflichtet fühlte, die Zahl wuchs aber mit der Zeit ganz erheblich und hat sich im laufenden Jahre ganz gewaltig gesteigert, so daß der Durchschnitt während der ganzen Kriegsdauer bisher 6 monatlich rund 600 Familien die Mietsbeihilfen gewährt werden mußten. Im ganzen sind in den ersten 12 Monaten des Krieges für diesen Zweck von der Stadt 110000 Mark aufgewendet. Die Stadt hat die ganz erhebliche Arbeit nicht gescheut, in all den zahlreichen Fällen, wo eine Mietsunterstützung gewährt werden sollte, mit den Ver⸗ mietern der Wohnungen wegen eines Mietsn achlasses zugunsten der Beteiligten zu verhandeln und hat bei den Hausbesitzern im allgemeinen verständnisvolles Entgegen⸗ kommen gefunden. Die gewährten Mietsnachlässe bewegen sich pro Jahr zwischen 24 und 120 Mark Man mußte aber, wenn ein Hausbesitzer schroff jedes Entgegenkommen abwies, was vereinzelt vorgekommen ist, auch wohl schweres Geschütz auffahren, um solche Leute umzustimmen. Die von der Stadt gewährten Mietsbeihilfen bewegen sich, je wie die 15 Verhältnisse der betreffenden Familien dies erheischen, von 30—100 Prozent der zu entrichtenden Wohnungsmieten. Die Regelung der ganz eigenartigen Angelegenheit er⸗ forderte erstens viel Takt und zweitens viel Geschick, sie war in der Hauptsache in die Hände des Stadtsekretärs Kolb elegt, der durch seine 20jährige Tätigkeit im Dienste der tadt die im einzelnen zu berücksichtigenden Verhältnisse der Hauseigentümer, aber auch in der Mehrheit die Ver⸗ hältnisse der Kriegerfamilien genau kennt! Eine Anord⸗ mung, die sich sehr gut bewährt hat, wurde getroffen, daß nämlich die Mietsbeihilfen erst dann an die Kriegerfrauen bezahlt wurden, wenn diese eine Quittung beibringen, daß die letzte Monatsmiete auch wirklich bezahlt ist. Im andern Fall wird die Mietsbeihilfe direkt an den Ver⸗ mieter der Wohnung gezahlt, so daß der Hauseigentümer wegen des Eingangs seiner Miete nicht vom guten Willen setner Mieter abhängt. Anfänglich stellte es sich in häufi⸗ e Fällen heraus, daß ilien mit 1—2 Monaten der iete im Rückstande waren. Auch hier hat die Krieger⸗ fürsorge der Stadt eingegriffen. Man hat mit den Betei⸗ ligten verhandelt und ein Einverständnis erzielt, daß diese Mietsschuldreste in kleineren Monatsraten getilgt worden 1 85 so daß diese Familien in der Mehrheit jetzt schon glatt astehen, wofür manche der betreffenden Frauen N Krieger der Stadt dankbar sind. Man schätzt, wenn der Krieg wirklich noch bis Winter übers Jahr nicht beendet 500 sollte, den Betrag, den unsere Stadt im Interesse der Familien der Kriegsteilnehmer, aber auch im Interesse der Hausbesitzer in Gießen, die ihre Hypothekenzinsen auch bezahlen müssen, in Form von Mietsbeihilfen opfern wird, auf höchstens 300 000 Mark. Hoffentlich aber kehrt der Friede früher bei uns ein. ** Der silberne Sonntag hat für unsere Ge⸗ schäftswelt leider nicht gehalten, was man von ihm erwartet hatte, er ist, wie man uns sagt, im allgemeinen nicht einmal kupfern, sondern höchstens bleiern ausgefallen. Das schlechte, für den Verkehr denkbar ungünstige Wetter hat zweifellos den größeren Teil der Kund chaft vom Lande, ganz besonders aber aus den kleineren Städten der Provinz, abgehalten, nach Gießen zu kommen und so hat der Tag 1 echt abgeschnitten. Wieder waren es die Schuhgeschäfte, ie sich gestern eines recht starken gels if zu erfreuen e die Umsätze dieses Artikels ist das jetzt vor⸗ herrsche nasse Wetter eben günstig.— Ein ebenfalls kark begehrter Artikel wird heuer allerdings nicht auf den Weihnachtstisch kommen, nämlich der Nikolausmann aus Pfefferkuchen. Abgesehen davon, daß es an Arbeits⸗ kräften fehlt, um die viel begehrten Herzerchen und Nikels⸗ männer mit der schönen Spritzarbeit zu machen, fehlt es auch an Mehl, um die vielbegehrten Weihnachtsartilel her⸗ zustellen. Das vorhandene Mehl langt kaum, um den Bedarf an 8 herzustellen. Ueberhaupt wird es heuer mit den Süßigkeiten für den gemeinen Mann sauer aus⸗ sehen, denn erstens knappt es an allen dazu nötigen Zutaten und zweitens sind solche sehr im Preise gestiegen. In den meisten Familien wird man der Makronen und der Plätz⸗ chen zu Weihnachten wohl entsagen müssen. Es ist eben Krieg und da muß sich der Arme und eigentlich erst recht der Reiche, wenn es sich um Schleckereien handelt, einschränken. Ja das Einschränken ist eine schöne Sache, aber dies sollte am richtigen Ort geschehen. Unsere Geschäftsleute klagen besonders, daß auffälligerweise unsere besser gestellte Bevölkerung jetzt zu Weihnachten furchtbar spare und sich selbst mit dem Einkauf nützlicher Geschenke sehr einschränke. Diese 5 ist aber falsch angebracht. Wer es machen kann, soll heute bei den wirtschaftlich schweren Zeiten sein Geld mit vollen Hän⸗ den ausgeben und dabei bedenken, daß es lobenswert und sogar patriotisch ist, den Kaufleuten und Gewerbetreibenden, die stark zu den Lasten von Staat, Provinz, Kreis und Ge⸗ meinde beitragen müssen, einen Verdienst zuzuwenden. Man klagt auch wieder in unserer Stadt, daß vielfach gewisse Leute sich ihren Weihnachtsbedarf von außerhalb aus den Groß⸗ städten schicken lassen, statt die heimische Kaufmannschaft damit zu unterstützen, die jede Unterstützung in der Kriegszeit doppelt 1 0 hat. Noch trennt uns über eine Woche von dem frohen Gabenfeste, es gilt, zum Christfest trotz der schwe⸗ ren Kriegszeit frohe und fröhliche Menschen zu schaffen. Es prüfe daher jeder einzelne, was er in dieser Richtung noch tun kann, um auch der schwer ringenden Geschäftswelt zu einem guten Weihnachtsgeschäft zu verhelfen. Die Lager sind heuer noch stark gefüllt. Die Auswahl in Geschenkartikeln ist in allen unseren Läden außerordentlich reich. Gießen steht darin keiner Großstadt nach und die Gelegenheit zum Einkauf ist 6 2 Weihnachtsfest nur einmal im Jahre so günstig gegeben. Seeiserne Fünfer sind Münde, keine Kriegsandenken. Bekanntlich ist eine steigende Knapp⸗ heit an kleinen Zahlungsmitteln, insbesondere an Nickel⸗ münzen, hervorgetreten. Die zum Ersatz der Nickelmünzen eingeleiteten Prägungen von eisernen Fünfpfennigstücken werden zwar von der Reichsleitung nach allen Kräften gefördert; es besteht jedoch anscheinend in weiten Kreisen die Neigung, die eisernen Fünfpfennigstücke als sogenannte Kriegsandenken zurückzubehalten. Hierdurch wird aber er⸗ reicht, daß die eisernen Fünfpfennigstücke ihrem eigent⸗ lichen Zweck, dem mit schwerer Schädigung der Volkswirt⸗ schaft verknüpften Mangel an Zahlungsmitteln ab helfen, entzogen werden. Es darf hiernach von der Einf des Publikums erwartet werden, daß W ungen von Fünfpfennigstücken als Kriegsanden auf eine spä⸗ tere Zeit verschoben werden, in der ein Mangel an kleine⸗ ren Zahlungsmitteln nicht mehr besteht. Vonder Feuerwehr. Am Samstag abend wurde die erwache nach der Licher Straße gerufen, wo bei der 4. Schneise eine. durch den rm gefällte Tanne quer über die Straße lag und diese vollständig sperrte. Ein leeres Bierfuhrwerk, beiten Kutscher versucht hatte, über den Baum wegzusahren, hing mit dem einen Rad fest. Kurz entschlossen 606 die Feuerwehr den Baum durch, beseitigte die Stücke und zog den Bierwagen mit der Motorspritze auf die Mitte der Straße. Binnen 10 Minuten war die gert Störung beseitigt und der mit den Pferden noch in Nähe weilende Kutscher konnte einspannen und den unterbrochenen Heimweg antreten. Wie praktisch die Ein⸗ richtung einer ständigen mit allerlei Hilfsmitteln aus⸗ E Wache ist, zeigt sich et so recht, wo es überall an Arbeitskräften mangelt. gilt es ein 1 7 5 5 Pferd zu heben oder gar beiseite zu schaffen, bald verun⸗ 1 Fuhrwerken zu helfen und was dergleichen Hilfe⸗ leistungen mehr sind, immer ist die Feuerwehr schnell zur Stelle und erledigt ihre Aufgabe in kurzer Zeit. Leider wird die ordnungsgemäße Besetzung der Wache durch die fort⸗ 8 inztehung von Leuten immer mehr in Frage ge. Kupfer, Messing⸗ und Nickelbestandsan⸗ meldungen sind ber der Bürgermeisterer 1800 Stück eingegan⸗ en. Es befanden sich bei den angemeldeten Gegenständen aus Kupfer mehr wie 1800 Waschkessel. Enthielt doch eine einzige An⸗ meldung aus rund 40 Häusern, die in einer Hand sich befinden, 39 solcher Kessel. Anmeldungen mit 3—12 Waschkesseln kommen zahlreich vor, so daß, wenn hier und da auf einer Anmeldung auch mal kein kupferner Waschkessel egeben ist, der Ausfall doch reichlich durch die vielfachen Hausbesitzer gedeckt wird. Die hessische Lazarett⸗ Zeitung Nr. g ist so⸗ eben erschienen. In ihrem Inhalte bringt sie Hebels köstliche Geschichte von den merkwürdigen Schicksalen eines jungen Eng⸗ länders, Einhards Lebensbild Kaiser Karls des Großen, eine Abhandlung über vor- und frühgeschichtliche Ansiedlungen in Umgebung von Gießen, von Major Kramer, Weihnachten auf dem Lande, von O. Schulte, einen Mahnruf an Kriegs⸗ beschädigte, sowie den Arbeitsmarkt und die Unterhaltungsbeilage. Der Kopf der Lazarettzeitung wird demnä ünstleris Entwurse 1 9 7 zeitung wird demnächst nach 1 „Die Brücke zum Orient, so lantet das hoch al⸗ tuelle Thema, über das Herr Oit. Dr. Paul Rohrbach heute Montag, den 13. Dezember, abends 8½ Uhr im Saale des Ge⸗ sellschaftsvereins(Kinbsaal), Sonmenstraße, auf Veraulassung der Fortschrittlichen Volkspartei sprechen wird. Der Vortrag ist rein vaterländiscker Natur, unter Ausschaltung jeder parteipolitischen oder lonfessionellen Tendenz. Der Vortragende wird die ungeheure Bedeutung unseres Vorgehens auf dem Balkan beleuchten. Der Sieg unserer Truppen macht ja nicht nur den Weg zu unseren Ver⸗ bündeten Bulgarien und der Türkei frer, was schon in wirtschaft⸗ licher und militärisch⸗taltischer Beziehung von nicht zu unter⸗ schätzender Bedeutung ist, sondern bedroht durch die Möglichkeit eines weiteren Vorgehens gar in der Richtung auf Persien und Aegypten die Quellen der englischen Macht aufs allerempfind⸗ lichste. In der Grade, wie diese Gefahr für England wächst, in demselben Maße wird die Friedensstimmung Englands, wohl unseres nächst Rußland gefährlichsten und hartnäckigsten Feindes, zunehmen und uns so dem Ende dieses gewaltigen aller Weltkriege näher bringen. Der Vortrag ist demnach wohl geeig⸗ net, weiteren Kreisen einen Einblick in die ungeheuren Entschei⸗ dungen zu gewähren, die durch die jetzige Phase des Weltkrieges vorbereitet werden. Die Person des Vortragenden, der durch seine schriftstellerische Tätigkeit in den weitesten Kreisen als hervorragender Auslands⸗ und Kolonialpolitiker bekannt ist, gibt eine Gewähr für eine vornehme und kenntnisreiche Behandlung des Stoffes. Die Eintrittspreise sind angesichts der nam⸗ haften Kosten der Veranstaltung mit 1.50 Mk. für reservierte und numerierte Plätze erster Reihen, 1.— Mk. für reservierte und nu⸗ merierte Plätze weiterer Reihen und mit 50 Pfg. und 20 Pfg. für alle anderen Plätze vorgesehen. Karten im Vorverkauf sind zu haben in der Ferber'schen Universitäts⸗Buchhandlung, Seltersweg und in der Zigarrenhandlung von Richard Buchacker, Neuen Bäue. * Der Buchführungskursus für Handwerker⸗ frauen und Töchter, veranstaltet vom Allgemeinen Deut⸗ schen Frauen⸗Verein, hat eine so starke Beteiligung gefunden, daß er in drei Abteilungen abgehalten werden muß. Der Beginn des Unterrichts für die zweite und dritte Abteilung wird im Anzeigen⸗ teil des Gießener Anzeigers rechtzeitig bekannt gegeben werden. ** Die Generalversammlung des Konsumver⸗ eins Gießen fand gestern abend statt. Aus Raummangel sind wir genötigt, den Bericht auf morgen zu verschieben. 5 Landkreis Gießen. e. Rüddingshausen, 13. Dez. Die anläßlich des all- gemeinen Opfertages durch Vorstandsmitglieder des Kriegervereins in hiesiger Gemeinde vorgenommene Haussammlung ergab 167 Mk. 10 Pfg. Kreis Büdingen. g Büdingen, 13. Dez. Bei dem Abbruch einer Licht⸗ leitung stürzte ein morscher Mast um und riß einen Arbeiter mit in die Tiefe. Der Mann erlitt schwere Verletzungen und mußte dem Krankenhause zugeführt werden. Kreis Friedberg. —.— Butzbach, 13. Dez. In der letzten Gemeinderats⸗ sitzung wurde auf Antrag des Finanzausschusses die Rechnung des Armenfonds für 1914 für richtig befunden und dem Rechner Ent⸗ lastung erteilt.— Der Voranschlag des Armenfonds für 1916, der mit einer Einnahme und Ausgabe von 19 200 Mark abschließt, wurde genehmigt.— Die Rechnung des städtischen Elektrizitäts⸗ werks für 1914 schloß mit einer Gesamteinnahme von 69793.57 Mark und einer Gesamtausgabe von 66 955.84 Mk. ab, so daß ein Kassenvorrat von 2837.73 Mk. verblieb. Infolge der Minder⸗ einnahmen für Stromverbrauch durch den Krieg ergab sich ber der Abschreibung des Werkes ein Defizit von 5202.31 Mk., das durch, Betriebsüberschüsse vorhergehender Jahre gedeckt werden konnte, so daß eine Erhöhung des Strompreises für das Rechnungsjahr 1916 nicht erforderlich ist. Bei Beratung des Voranschlags für 1916, der mit einer Einnahme und Ausgabe im Betrage von 74000 Mk. abschließt, wurde vorgeschlagen, die Zählermiete von 40 Pfg. auf 20 Pfg. herabzusetzen. Da sich hiergegen Bedenken erhoben, wurde der Antrag zurückgezogen. Auf Antrag des Finanz⸗ ausschusses wurde die Rechnung für 1914 gutgeheißen und der Voranschlag für 1916 genehmigt.— Dr. Vogt erstattete noch in längeren Ausführungen Bericht über die Verhandlungen in der n der Butzbach—Licher⸗Eisenbahn⸗Aktiengesell⸗ aft. 0 Butzbach, 12. Dez. Am 9. Dezember, abends zwischen acht und neun Uhr, haben sich 2 französische Kriegsgefangene, die hier beschäftigt waren, aus ihrer Stube entfernt. Ihr Aufenthaltsort konnte bis heute noch nicht ermittelt werden.— Gestern fand eine vaterländische Feierstunde in der Stadtkirche statt, die gut besucht war; die verwundeten Krieger hatten sich zahlreich beteiligt. Starkenburg und Rheinhessen. l ch. Bingen, 12. Dez. Die Anschwellungdes Rhein⸗ wasserstandes ist ganz bedeutend. Heftige Regengüsse am oberen Laufe bewirkten eine weitere gewaltige Erhöhung des Wasserstandes. Auch die Nebenflüsse steigen schnell, so ist die Mosel im oberen Laufe auf fast sechs Meter gestiegen, doch fällt sie jetzt langsam ab. Am mittleren und unteren Laufe steigt sie aber noch stark. Auch die Nahe wächst beträchtlich und hat eine ansehnliche Höhe erreicht. Allenthalben ist das Wasser über die Ufer getreten. Der Rhein hat sein Vorflutgelände überschwemmt. Die tiefer gelegenen Straßen der am Rheine liegenden Orte sind im Gebirge und weiter talwärts teilweise oder auch ganz über⸗ schwemmt. Besonders heftig steigt auch der Neckar. Hessen⸗Nassau. l] Marburg, 12. Dez. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr zog ein schwerer Sturm mit starkem Regen und elektrischen Ent⸗ ladungen über das Lahntal. Auch letzte Nacht und heute ging unaufhörlich Regen, mehrere Stunden auch Schnee, nieder. Das Ohmtal bei Kirchhain und das Lahntal südlich Marburg ist überflutet. 2. ] Laasphe, 12. Dez. In Allenbach stürzte ein 83jähriger Greis namens Wilhelm Haberkamm insolge eines Fehltrittes eine Treppe hinunter und starb bald darauf. Wm. Kirchhain, 13. Dez. Die Maul⸗ und Klauen⸗ seuche ist hier ũerloschen.— Die Stadt Kirchhain hat Speise⸗ bohnen beschafft. Der Verkaufspreis ist auf 55 Pfg. für das Pfund festgesetzt.— In der letzten Sitzung des Landwirtschaftlichen Kreisvereins wurde beschlossen, dem Reichsverband zur Unter- stützung deutscher Veteranen 50 Mark zu überweisen. Kornhaus⸗ verwalter Riebeling hielt einen Vortrag über die Maßnahmen, die zur Sicherung der Volksernährung getroffen sind, und kam zuletzt auf die Abgabepflicht von Kartoffeln zu sprechen, deren Befolgung Redner als eine vaterländische Pflicht erachtete. Frankfurt a. M., 13. Dez. Am letzten Freitag oder Samstag wurde im Städtischen Museum das Gemälde von Spitzweg,„Forellenbach“, von unbekannter Hand aus dem Rahmen geschnitten und gestohlen. Das gestohlene Bild 55 eine Größe von 37:29 Zentimeter und stellt einen Wild⸗ aach in einer Talschlucht mit fischendem Franziskanerpater und daneben stehendem Knaben dar. ist eine Schenkung von Leopold Sonnemann und hat einen Wert von 56000 Mk. Frankfurt a. M., 13. Dez. Der Mitteldeutschen Gummi⸗ warenfabrik von Louis Peter(Gummipeter) gelang es jetzt künst⸗ lichen Kautschuk nach den Angaben des Erfinders Professor Memmler(Berlin) technisch zu verwerten und den ersten Auto⸗ reifen aus ausschließlich künstlichem Kautschuk herzustellen. Der Reifen ist von hervorragender Güte und ausgezeichneter Dauer⸗ ftigkeit. Der Reichskanzler, der erst am Donnerstag in seiner eichstagsrede das stolze Wort sprach, daß er aus Mangel an Gummi 1 0 18 K. ee r 1 8 91 1 be⸗ deutsamen ofort telegraphisch in Kenntnis gesetzt. 5 1 a. M., 13. Dez. Auf der Verbindungsbahn zwischen dem West⸗ und Osthafen nahe der Wilhelmsbrücke wurde Samstagabend der Steuermann Philipp Previseni, als er die Gleise überschreiten wollte, von einem Güterzuge überfahren und getötet.— Bei Oberrad wurde am Samstag die Leiche eines etwa 50 jährigen Arbeiters aus dem Main geborgen. — Frankfurt a. M. 12 Dez. Im Hotel Monopol⸗Metro⸗ pol hielt der Deutsche Schriftstellerverband, Landesgruppe Hessen⸗Nassau und Großherzogtum Hessen, unter dem itz des Rektors Georg Lang seme diesjährige Jahtes⸗ 5 ab. Dem Jahresbericht zufolge hat die Gruppe troßz des Krieges rührig gearbeitet und gute Erfolge erzielt. 1 1 8 Lang, der nach 20 jähriger verdienstooller Tätigkeit sein Vorstands amt niederlegte, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. An 1 7 Stelle trat Haupkmann Dr. Gantter⸗Frankfurt a. M. 5 den geschäftlichen Teil schlossen sich Vorträge von Dichtungen und unveröffentlichten Aufsätzen verschiedener Mitglieder. Griesheim, 3. Dez. Im hiesigen Elektron⸗Werte at⸗ mete der in der Nitro-Abteilung beschäftigte Arbeiter Josef Rie⸗ derer giftige Gase ein. Er verstarb nach wenigen Stunden. 85 Ferner erlitt der Arbeiter Gaul beim Anblasen einer 3 flasche schwere Verbrennungen im Munde und Halse.— Durch Brandwunden verletzte sich der Arbeiter Link am ganzen Körper derart schwer, daß er nackend vom Platze getragen werden mußte. Er wurde dem Höchster Krankenhause zugeführt. X Hanau, 12. Dez. Eine Ehefrau Raue, deren Mann im Felde steht, wollte sich und ihre Kinder durch Einatmen von Gas töten. Als die Kinder schliefen, drehte sie den Gas⸗ hahn auf. Auf unaufgeklärte Weise explodierte das ausströmende Gas und richtete starke Verwüstungen in der Wohnung an. Eines der schlafenden Kinder war bereits an den Folgen der Gasvergiftung gestorben, ein zweites Kind ist später gestorben. Die Frau selbst befindet sich außer Lebensgefahr. 7 5 AKassel, 13. Dez. Bei der Anwesenheit der Kaiserin gab es während des Freitags nur steischlose Kost. Die Kaiserin er- klärte, daß sie sich mit dem ganzen kaiserlichen Haushalt streng an die Vorschriften der Behörden zu halten pflege und daß sie auch auf ihren Reisen hiervon nicht abzuweichen gedächte. ul. Limburg, 19. Dez. Der Kreisausschuß hat auf An⸗ frage betont, daß das Verbot des Kuchenbackens auch während der Weihnachtstage besteht.— Die Lahn ist infolge der hestigen Regenfälle derart gestiegen, daß bereits ein Teil der unterer Au der Ueberschwemmungsgefahr ausgesetzt ist. Gießener Strafkammer. th. Gießen, 11. Dezbr. Am Freitag verhandelte unsere Strafkammer unter Vorsitz des Landgerichtsrat Schudt. Wegen Unterschlagung. 2 von 677 Mk. amtlich empfangener Beträge zum Nachteil der Stadt und des Kreises Gießen wurde der geständige stellvertretende Pfandmeister Friedrich B. zu einer Gefängnisstrafe von 3 Mo⸗ naten verurteilt. Wegen Diebstahls im Rückfall wurde der noch nicht 18 Jahre alte Arbeiter Karl K. von Gießen zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Der noch junge Mensch hatte mehrere Messingkranen abgeschraubt und sich angeeignet. Mit dem Messer gearbeitet hat Heinrich D. von Garbenteich, er ist der ihm zur Last gelegten schweren Körperverletzung geständig und erhielt für die Tat 2 Mo⸗ nate Gefängnis zuerkannt; weil er die Tat in angetrunkenem Zustand begangen hat, ist die Strafe verhältnismäßig milde be⸗ messen. Dieb und Wilderer. i Der 18 Jahre alte Arbeiter Karl K. von Gießen hatte sich wegen mehrerer Diebstähle und wegen Wilderei, und dessen Mut⸗ ter wegen Hehlerei zu verantworten. K. ist geständig, im Schützen⸗ hause und in der Kaserne an der Kaiser⸗Allee mehrere Gewehre und die dazu nötige Munition gestohlen zu haben, lediglich zu dem Zwecke, um im Schiffenberger Wald damit die Jagd auszuüben. Er will nur ein Häslein erlegt haben, es wird ihm aber in der Verhandlung nachgewiesen, daß er auch Rehwild in die elterliche Wohnung geschafft hat. Die Strafkammer verurteilte den jungen Menschen wegen 6 Fällen von Diebstahl, unter denen sich ein Ein⸗ bruchsdiebstahl befindet, den K. begangen hat, ehe er das 18. Le⸗ bensjahr erreichte, und wegen gewerbsmäßigen Jagens zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 1 Jahr 2 Monaten, wovon 1 Monat der erlittenen Untersuchung als verbüßt anzusehen ist. Die Mutter des jungen Menschen bekam wegen Hehlerei 14 Tage Gefängnis. Mildernd für die Ehefrau K. fiel bel der Strafzumessung ins Ge⸗ wicht, daß es der eigene Sohn gewesen ist, dessen verbotenes Trei⸗ ben sie durch ihre Tat verheimlichen wollte. 5 Eine jugendliche Sünder in ist die noch nicht 17jährige Magd Elisabeth E. von Gießen. Sie wurde wegen versuchten Verbrechens gegen das keimende Leben zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt, wobei die Jugend und die Lage, in der sich die Angeklagte befand, mildernd bei der Straf⸗ zumessung berücksichtigt wurden. 5 Eines schweren Diebstahls und eines einfachen Diebstahls hat sich die Dienstmagd Ida H. von Gießen schuldig gemacht, die in Butzbach einen Koffer erbrochen und sich vom Inhalte Gegenstände angeeignet hat. Als ausreichende Strafe wurde gegen die Angeklagte auf 3 nate und 1 Tag Gefängnis erkannt. 5 Urkundenfälschung hat die Ehefrau Marie D. von Gießen begangen indem sie eine Vollmacht angefertigt hat, auf Grund deren sie auf ein ihr nicht gehörendes Sparkassenbuch sich von der Sparkasse 15 Mark ver⸗ schaffen wollte. Die Strafkammer erkannte auf eine Gefängnis⸗ strafe von 15 Tagen. Amtlicher Wetterbericht. DOeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 14. Dez. 1915: Ziemlich heiter, trocken, kalt. Letzte Nachrichten. Ein französischer Sendbote zum Papst. Berlin, 13. Dez. Die„Voss. Ztg.“ meldet: Aus i erfährt unser Amsterdamer Berichterstatter, daß eine sranzosische hohe diplomatische Persönlichkeit vor einigen Tagen über Le Havre nach Rom abgereist ist. spricht in Pariser diplomatischen 5 7 5 besonderen Mission dieses Diplomaten, eim a. Russische Truppenverschiebungen. Stockholm, 13. Dez.„Stockholms Tidningen“ ärt, sie glaube bestimmt, daß die nunmehr seit 10 See ae russische Sperre für Privatdepeschen nach und über Schweden wahrscheinlich auf bedeutende russische Truppen verschiebun⸗ gen zurückzuführen sei. Eine Anzahl von Bahnlinien beförderten nur Truppentransporte. Auch die gegenwärtige Reise des Generals Pau nach Rußland stehe möglicherweise in Jusammenhang dan Das alte Spiel. Sofia, 12. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die Bulgarisch Telegraphen⸗Agentur meldet: Der römische e „Daily Telegraph“ will glauben machen, daß zwischen Bulgarien und seinen Verbündeten Mißverständnisse bestehen, die ihren Grund in der erdichteten Ueberlassung Monastirs an Un⸗ garn und in der Anwesenheit türkischer Truppen in Bulgarisch⸗ Thrazien hätten. Das Mißverständnis sei derart tief, daß man auf ernste Ereignisse gefaßt sei und sogar ein Anschlag auf das Leben des Königs nicht ausgeschlossen sei. Wir wif i woher der oben angeführte Berichterstatter seine. schöpft hat, aber wir sind in der 1 Rind allemal erklären a sind. zu können, daß sie vollkommen 5 5 6 Wer 8 2 Axen II 9 Damen-, Herren- und Vorhän misch reinigen oder umfärben. Ebenfalls e, Decken, Handschuhe, Federn etc. Kinder- Kleider che- Färber Gebr. Sued baden in Giessen Marne 18 ver n Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unserer lieben Mutter und Schwester, sowie für die zahl- reichen Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hart- mann sagen wir hiermit auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Die Kinder Margarete und Marie Becker und Geschwister Einhäuser. Alten-Buseck, den 12. Dezember 1915. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil⸗ nahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Kindes, insbesondere für die zahlreichen Kranz⸗ und Blumenspenden und die trost⸗ reichen Worte des Herrn Dekan Gußmann, sprechen wir unseren innigsten Dank aus. Die trauernden Hinterbliebenen. J. d. N.: H. Geißler Ww. Dr. J. P. Valeton u. Frau Anna geb. Hoos zeigen die glückliche Geburt eines gesunden Knaben an Leipzig-Gohlis(Kirchweg Nr. 4) den 10. Dezember 1915 8564 5 We fl Hetert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein u. preiswert Glatte Kissen, gute Stoffe Gebogte Kissen, alte bewährte Qualitäten Festonierte Kissen Kissen mit Klöppel- Ecken Kissen mit soliden breiten Stickerel-Einsatzen Auf Weiss waren, Lei Bettwaren und sämtli- en waren, Taschentücher, e Ausstattungs- Artikel Sonder-Angebote in Bettwäsche Mk. 2.75, 3.00, mit Klöppel Einsätzen Mk. 3.25 3.50 Zu den meisten Kissen sind passende Koltertücher vorrätig. 10 Prozent Weihnachts-Rabattl dis Brühl'sche Univ.- Druskertl Mk. 1.35, 1. 65 CVVT Mk. 1.45, 1.65, 2.00 „ Mk. 1.65, 2. 25, mit Lochstickerei Mk. 2.70 Mk. 3. 15, 3.35, 3.50 Mk. 3.40, 3.75 Die unterzeichneten Vereine machen biermit ihre Mitglieder darauf aufmerksam, daß Vorzugskarten zum Besuch d Rohr ach'schen Vortrages ie Brücke zum Orient“ bei Herrn Wilbelm Homberger, Seltersweg 52, in Empfang genommen werden können. Frauenbund der deutschen Kolonial⸗Gesellschaft. 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