Drittes Blatt Erichen e dann wit Ausnahme des Sonntags. De ebener Famifleublxtter- werben dem Arzeiger“ vtermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt sar den Ureis Sießen“ zweimal wöchenich Die„Land wirtschaftlichen zelt agen“ erlchemen monatlich zweimal. Sitzung der Stadtverordneten. „Gießen, 10. Dez. Kommerzienrat Emmelius und Justizrat wald, Geh. erzienrat Orbig, Petri, Plank, rzienrat Schaffstaedt, Simon, Dr. Urstadt, Vetters, Geh Rat Wimmenauer, Wim 125 . seinen Dank ausgesprochen habe für die Ueberweisung von 600 Mk. Fur militärischen Ausbildung der Jugend und der Vorstand der Kleinkinderbewahranstalt fitr die zugefagte städtische Unterstittzung. Ferner sprach die Versammlung ihren Dank aus für die Stiftung von 4000 Mk. des Ehepaars Albert Heichelheim, über die wir schon berichtet haben. 5 Punkt 2 betraf das Gesuch der Firma J. B. Noll um Er⸗ strechung der Frist zur Errichtung eines Gebäudes an der Wiesen⸗ straße. Die Genehmigung wurde im Jahre 1908 erteilt unter der ingung, daß der Bau innerhalb dret Jahren ausgeführt werde. Die Firma ersucht um eine Fristverlängerung auf drei Jahre. Das wurde genehmigt. 1 5 f Punkt 3, Belegungsplan für den israelrtischen Teil des neuen Friedhofs, wurde 1 genehmigt, da sich die Notwendigkeit herausgestellt hat, die Erbbegräbnisplätze zu er⸗ vneitern. Zur Erweiterung ist der Platz vor der Kapelle vorgesehen, eeinze 2991 Seren sollen zum Preife von 150 Mark ab⸗ Punkt 4 betraf die Festsetzung der Musnahmetage für den Ladenschluß in offenen Verlaufsstellen im Jahre 1916. Stadtv. 5„Kommerzienrat Heichelheim schlug vor, in dieser Frage erst die Ansicht der Handelskammer und des Kaufmännischen Ver⸗ eins zu hören. Da die Ausnahmetage nach dem Vorschlag des sozialpolitischen Ausschusses von den bisher üblichen nicht ab⸗ weichen, so wurde dieser Vorschlag als überflüssig angesehen und im Sinne des Ausschusses beschlossen. . Zu Punkt 5, Vergitustigungen bei Benutzung Straßen⸗ bahn, führte Oberbürgermeister Keller aus, daß die Fahr⸗ preisermäßigung für Militärpersonen in anderen Städten, z. B. in 12 seit dem 20. August 1914 die Abänderung erfahren phabe, da 1 0 Wddlrbe enen nur bis zum Offizierstellvertreter auf⸗ wärts von ihr Gebrauch ma können. In Hinblick auf die Finanzlage der Straßenbahn sei diese Abänderung auch für Gießen erwünscht. Es wurde demnach der Beschluß gefaßt, daß vom 1. Jun 1916 an die ir auf 5 Pfg. nur mehr für Militär per sonen bis zum Offizierstell⸗ r r a 5 un J iligung kadt an der Einkaufsgesellschaft fldwestdeutscher Städte in Mannheim wurde wegen Mangels an Anterlagen ausgesetzt. . Mit Punkt 8, der Bewilligung eines weiteren Kredits von 5000 Mk. zur Beschaffung von Elektrizitätszählern, Die erforderlich sind, um Neuanschlüsse durchführen zu können, erklärte sich die Persammlaumg einverstanden. Zu Punkt 9, ligung eines weiteren Kredits für Kriegs kosten, führte der Oberbürgermeister aus, daß der She: Kredit von 557 500 Mk. schon bei weitem überschritten ei und der Finanzausschuß eine Krediterweiterung von einer Million Mark beantrage, der bis März oder April nächsten Jahres ausreichen werde. Der Antrag wurde ohne Debatte ge⸗ nehmi igt. Punkt 10 bekraf den Vor einen Beitrag für das R willigen, da den 80 „ lich . 7 5 1 1 Grundstücke innerhalb des igt werde. faßten sich mit Erlaubnisgesuchen e und 2 Kaffeewirtschaftsbetriebe, Die Ariegs⸗ Weihnachtskrippe. e Uns wird geschrieben: Zum zweiten Male erleben wir das Weihnachtsfest im Zeichen des Krieges. Zum zweiten Male stehen 0 e Söhne, Brüder und Väter im heiligen Monat Dezember im N de gegen unsere Feinde Zum zweiten Male wird der dumpfe er der Geschütze über die Erde rolsen, die auch des heiligsten, menschlichsten, allen Völkern der zipilisierten Länder sonst stets gemeinsamen Friedens beraubt ist. Auch diefes Weihnachtssfest geht . ber, ohne daß der Streit beendet, der furchtbarste aller Kämpfe durch einen endgültigen Abschluß der Vergangenheit zugewiesen ist. gerade darum wird dieses zweite Kriegsweihnachtsfest überall Deutschland, noch tiefer als sonst, als eine Zeit des Gebens und der Eintracht empfunden. Als eine Zeit, in der das Zu⸗ sammenhalten im Reiche und in der Familie noch notwendiger und pflichtgemäßer ist, als ehedem in friedlichen Jahren. Und als eine Gelegenheit, all denen, die Gesundheit, Besitz und Wohl⸗ er freudig aufs Spiel setzen, um uns das Erworbene zu See wenigstens einigermaßen zu vergelten, was ste für alle Ewigkeit für uns vollbracht haben und auch weiterhin vollbringen. Darum ist es nur natürlich, daß in diesen Wochen die Liebes⸗ ätigkeit sich zu stärkstem Maße entfaltet, daß jeder gerne doppelt d dreifach gibt, unt die für seine eigene Ruhe und Sicherheit schlagenen Wunden wentgstens einigermaßen zu lindern So hält denn das öffentliche Leben dieser Tage sein ganz beson⸗ 2 N . — 5 es Bild durch die Veranstaltungen und Einrichtungen, die aus de 8 * Mitte des Volkes hervorgehen, um dem ot dieser blutigen eihnachtszeit gerecht zu werden. Und durch die Bestrebungen, öglichst alle Zweige der Industrie, der Organisatson und der Kunst hohen Zweck dienstbar zu machen, sind zahlreiche Weih⸗ g achtsveranstaltungen geschassen worden, die uns bislang un⸗ sewohnt waren. Auf diese Weise ist auch ein seltener Gast nach in gekommen, der der Belehrung, dem Kunstinteresse und der ewinnung von Geldmitteln für die Kriegswohlfahrt gleichzeitig lich ist. Es ist eine Weihnachtskrippe. Eine echte . 7 deutscher Art und Kunst, wie sie bisher in Preußen noch niemals a gel ehen war. . b und die Anfertigungskunst der Weihnachts⸗ krippen stammen noch aus der Zeit der Einführung der sog. ichen Spiele, die im 11. Jahrhundert besonders im süd⸗ 715 Deutschland zur Eutfaltung gelangten. Und in dem Maße, in dem diese religiös⸗wölkischen Spiele volkstümlicher ausgestaltet wurden, geschah auch die Entwicklung der eigenartigen Krippen⸗ kunst. Die Krippen, die, ursprünglich gauz primitiv geschnitzt und gezimmert, sich anfänglich darauf beschränkten, die Geburtsstätte Christusknäbleins zu symbolisieren, wurden verschönert und ausgebaut, bis es so weit kam, daß man von einer tatsächlichen 3 33 1 Fltr gestern 5 Uhr war eine Stadtverord⸗ n anberaumt, zu der erschienen waren üne⸗ ie die Stadtverordneten; Dr. Ebel, Eichenauer, Faber, im, Helferich, Huhn, Krumm, ch of. Die Stadtverordneten Orbig und Plank wurden als Ur⸗ kundspersonen gewählt. Sodann setzte der Oberbürgermeister die lung davon in Kenntnis, daß der„Jungdeutschlandbund“ 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Freitag, 10. Dezember Schriftleitung, Geschästsstelle u. Druckerei: Schul ⸗ straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: Ss, Schrist⸗ leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. worüber Stadtv. Löber Bericht erstattete. Die Gesuche von Robert Möhring um Erlaubnis eines Schankwirtschaftsbetrie⸗ bes im Hause Ludwigstraße 55, desgleichen von Johannes Carle im Haus Kirchstraße 20 wurden für die Dauer der Kriegszeit ge⸗ nehmigt, Gegen die Gesuche des Bäckermeisters Hermann Kuhn um Erlaubnis zum Betriebe einer Kaffeewirtschaft im Haus Neuen Bäue 6 und der Ehefrau Karl Paul im Haus Bahn⸗ hofstraße 62 erhebt der Ausschuß Bedenken und war für ab⸗ schlägigen Bescheid, da durch die Errichtung neuer Kaffeewirt⸗ schaften der Verkauf von Feinbackwerk noch mehr gefördert werde. Oberbürgermeister eller hält die Stellungnahme für richtig; ein Bedürfnis für Vermehrung der Kaffeewirtschaften liege nicht vor, da die Bevölkerung kleiner geworden sei. Die Neuerrichtung von Kaffeewirtschaft en diene nur der Förderung von Feinbackwarenverkauf, dem entgegengewirkt werden solle. Die städtische Mehlverteilungsstelle habe die Tatsache festgestellt, daß die Feinbäckereien am wenigsten haushälterisch mit dem Mehl um⸗ gingen.— Stadtv. Simon führt dagegen aus, die betreffen⸗ den Leute seien durch den Krieg in eine mißliche Lage geraten, man solle ihnen die Möglichkeit einer Verbesserung nicht nehmen. — Stadtv. Dr. Ebel hält die Sache für schwierig. Ueber das Brot in Gießen werde geklagt, da der Weizenmehlzusatz zum Brote zugunsten der Feinbäckerei gekürzt werde. Der Handel mit Feinbäckerei hrauche außerordentlich viel Weizenmehl. Leute, die der Kriegsfürsorge unterständen, sehe man öfters aus Fein⸗ bäckereien kommen, auch Kinder machten einen star en Gebrauch von ihnen. Er wolle den Leuten das Vergnügen nicht miß⸗ gönnen, sehe aber eine Gefahr in der wefteren Errichtung von Kaffeewirtschaften, da dadurch die Herstellung von Feinbückerei noch weiter vermehrt werde. Andererseits sei er dafür, Leute, die ihre Erwerbsmöglichkeit erweitern wollten, darin nicht zu be⸗ hindern. Er schlug daher vor, den Ausschank von Kaffee zu genehmigen unter der Bedingung, daß kein Feingebäck dabei ver⸗ trieben werde.— Beig. Grünewald hält die Trennung nicht für M und weist nach, daß Einwände nur erhoben werden können, wenn die baupolizeilichen Anforderungen nicht erfüllt sind und der Betrieb der Völlerei oder der Unstttlichkeit Vorschub leistet. Da diese Einwände für die beiden Kaffee⸗ wirtschaften nicht in Frage kommen, wird nach kurzer Beratung beschlossen, die beiden Gesuche zu befürworten. Außerhalb der Tagesordnung erkundigt sich Stadtv. Vetters, ob eine Bestimmung bestehe, die ausländischen Studenten den Be⸗ such des Theaters verbiete. Wenn dies der Fall sei, werde dadurch das Theater und indirekt die Stadt geschädigt.— Der Ober⸗ bürgermeister erwiderte, daß die Stadlwerordnetenversamm⸗ lung in dieser Sache nicht zuständig sei, da es sich hier um eine Sicherheitsmaßregel handle, über welche die militärischen bezw. Polizeibehörden allein zu entscheiden hätten.— Beig, Grüne⸗ wald erklärt, wie er gehört habe, handle es sich im angegebenen Falle nur um drei russische Studenten, denen diese Ein⸗ schränkung mit Recht auferlegt sei, um keine Mißstimmung unter der Bevölkerung zu erregen. Außerdem brachte er die Klage vor, von den Lazarettverwaltungen werde von der Möglichkeit des Theaterbesuches der Verwundeten nicht so sehr Gebrauch gemacht, wie es wünschenswert sei. Die Versammlung drückte den Wunsch aus, daß die Lazarettverwaltungen möglichst weitgehend von den Vergünstigungen für die Verwundeten Gebrauch mache. Stadtv. Krumm wies darauf hin, die billigen Presse der städtischen Verkaufsstelle ließen in manchen Bevölkerungsschichten den Vorwurf aufkommen, daß die Händler Wucherpreise nähmen. Er stellte fest, daß dieser Vorwurf ungerechtfertigt sei, da es sich bei der städt. Verkaufsstelle um außergewöhnlich günstige Be⸗ dingungen handle. Die Händler könnten zu solchen Ausnahme⸗ preisen weder einkaufen noch verkaufen. Stadtv. Heichelheim sprach sich gegen den Zwang aus, beim städtischen Verkaufe den Steuerzettel vorlegen zu müssen. Man solle der anständigen Gesinnung der Bevölkerung vertrauen. — Stadtv. Orbig schlug die Einführung von Ausweiskarten vor.— Stadtv. Krumm meinte, Mißbräuche seien erwiesen. Die Vergünstigung solle nur für Minderbemittelte Geltung haben und man müsse daher auf eine genaue Durchführung der Bestimmun⸗ gen halten. Wenn derartige unnoble Vorgänge sich ereigneten, so müsse dagegen eingeschritten werden.— Stadtv. Dr. Ebel hielt dagegen, jede neue Maßnahme bedeute für den Verkauf eine weitere Belastung. Es gebe auch Leute, die keine Steuern zahlten und die daher nichts bekommen könnten. Im übrigen set die Grenze willfürlich gezogen, und es gehe jenseits dieser Grenze genug Familien, die auf diese städtische Vergünstigung ein Anrecht geltend machen könnten.— Insolgedessen wurde von neuen Maß⸗ nahmen abgesehen und die öffentliche Sitzung geschlossen. Aniversitäts⸗ Nachrichten. Ausländer an deutschen Universitäten während des Krieges. In den letzten Jahren betrug die Zahl der an den deut⸗ schen Universitäten studierenden Ausländer 10 v. H. aller Studierenden. Der Weltkrieg schuf hier blitzschnell Wandel— hoffentlich auch für die Zukunft. Unsere Feinde schmiedeten ihre Waffen bei uns, indem ihre Söhne vorzugsweise die Berufe studierten, denen im Kriege besondere Bedeutung 555 kommt, nämlich Medizin und Naturwissenschaften. Vor Kriegsausbruch studierte e die Hälfte aller 15 1 985— 2130— Medizin; 489 waren Naturwissen⸗ aftler. n Während vor dem Kriege die Gesamtzahl der ausländi⸗ schen Studenten 4750 betrug, ging sie im eben abgelaufenen Sommerhalbjahr auf 1302 zurück oder von 7,7 v. H. auf 2% v. H. Von Angehörigen des feindlichen Auslandes— 1914 waren es 2669— gab es jetzt nur noch 62 Russen, fünf Italiener, zwei Engländer und einen Belgier an deut⸗ schen Hochschulen. Es waren dies entweder Angehörige unter⸗ drückter russischer Volksteile oder Persönlichkeiten deutscher Abstammung. Aus neutralen oder verbündeten Ländern weilten hier aus Oesterreich⸗Ungarn 525(1914: 814), Schweiz 157 9185 Bulgarien 87(131), Schweden 70 15 Türkei 48(69), Spanien 6(32), Amerika 128(300), Afrika 15(29), Asien 49(182). Dieser geringere Besuch der ausländischen Studenten zeigt sich in den Besuchsziffern der einzelnen Universitäten wie folgt: In Berlin waren im letzten Semester 457 Aus⸗ länder gegen 1361, in Leipzig 200 gegen 627, in München 163 gegen 614, in Gießen 7, in Frankfurt 33, in Mar⸗ burg 26, in Göttingen 35, in Würzburg 10 und in Heidel⸗ berg 52. Interessant ist folgender Vergleich: Während im Frieden in Berlin 16 v. H. der Ausländer studierten, be⸗ fanden sich diesen Sommer 35 v. H. dort, in * stieg ihr Prozentsatz von 9 auf 12,5 v. H., in Lei 11,7 auf 15,3, während er in Heidelberg von 13 auf 3, in Halle von 10,2 auf 8,8 und in Breslau von 5 auf 3 v. H. sank. 5 5 [Marburg, 10. Dez. Zur bleibenden Ehrung des Wirkl. Geh. Rats Erz. Prof. Dr. Emil von Behring, der am 4. Dezember das 25jährige Jubiläum der Entdeckung des Heil⸗ serums feiern konnte, verfügte der Minister, daß an der Stätte seines hauptsächlichen Wirkens, im hiesigen Institut für Hygiene und experimentelle Therapie, seine Büst ee zur Aufstellung kommt. — Im laufenden Wintersemester wird die hiesige Universität von 1942 Studierenden besucht, hiervon sind jedoch 1423 ins Feld be⸗ urlaubt, so daß die wirkliche Zahl 517 beträgt, mit den Hörern erhöht sich diese Zahl auf 539. Märkte. le. Frankfurt a. M. Viehhofm arktbericht vom 9. Dez. Auftrieb: Rinder 996(darunter Ochsen 24, Bullen 2, Kühe und Färsen 970), Kälber 663, Schafe 317, Schweine 395. Marktverlauf: Kälber werden bei gedrücktem, Schafe und Schweine bei lebhaftem Handel ausverkauft. Preise für 100 Pfd. Lebend⸗ Schlacht- gewicht. Mk Mk. 4 Kälber. Feinste Mastkälber. 23 c Mittlere Mast⸗ und beste Saugkälber.. 70-72 117-120 Geringere Masts und gute Saugkälber... 65—68 110-115 Geringe n 4. 60-64 102—108 . Schafe. Weidemastschase. Mastlämmer und jüngere Masthammel.. 58—59 125—128 Geringere Masthammel und Schafe... 48-00 11500 Schweine. 5 Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebend gewicht 108.00 00.00—.— Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendge wicht. 900 00.00—.— Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht.„ 118.0011860 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 3 129.00 00,00 Kunst eigener Art zu sprechen vermochte, die heute in Bayern in großem Maße ausgebildet und verbreitet ist. Aus den einfach aus Holz geschnittenen und roh bemalten Krippen wurden funstvoll geschnitzte und komplizierte Darstellungen der Geburt Christi. Die Krippe wurde erweitert, und allmählich fand auch die Anbetung der Hirten und die Verehrung der hei⸗ ligen drei Könige Gestaltung, Im selben Maße, in dem das Gegenständliche fortschritt, wurde auch die Verwendung der Ma⸗ lerialien vermehrt und verfeinert, so daß die Krippen, die man heute in Bayern zu sehen bekommt, gewissermaßen eine berühmte Volkskunst geworden sind, wie etwa die bekannten Passionsspiele von Oberammergau. Nun hat auch Berlin eine Weihnachtskrippe erhalten. Die gegenwärtig in der Reichshauptstadt zur Schau gestellte Krippe, deren Ausstellungserlös dem Frauenhilfsverein des Roten Kreuzes zufließt, stammt aus dem alten Kloster Ettal und wurde von einem Partenkirchener Kunstschnitzer und Goldschmied Anton Simon, in zehnjähriger mühseliger Arbeit ausgestaltet und aus⸗ geschmückt. Die Krippe, wohl die größte und schönste in ganz Deutschland, ist in Gestalt eines Panoramas aufgebaut, das von den Städten Bethlehem und Jerufalem begrenzt wird, Hunderte geschnitzte Figuren, die heiligen drei Könige, die Hirten, Hof⸗ gesinde, Priester, Volk darstellend, scharen sich anbetend um das Jesuskind. Alle Figuren, auch die zahllosen Tiere— wie Ele⸗ fanten, Kantele, Pferde, Esel, Schafe—, die Gerätschaften, Sänften, Kostharkeften sind mit unendlichem Fleiß und beachtenswerter Kunstfertigkeit in Holz, Metall, Stoffen und Halbedelsteinen aus⸗ geführt. Es ist ein Volkskunstwerk eigenster Art, dessen Er⸗ scheinen bei uns es zum ersten Male den weitesten Kreisen mög⸗ lich macht, die Krippenkunst in ihrem Meisterstück zu betrachten und zu würdigen. In unserer Zeit des auf den verschiedensten Gebieten so Über⸗ aus tätigen Kunsthandwerks ist die Berührung mit dieser naiven, in Empfinden und Gestaltung so echten deutschen Bauernkunst von besonderem Interesse und besonderer Bedeutung. Auch hier sind — wie in so Vielem, was uns durch die Kriegsweihnachtszeit aus den Händen des einfachen Volkes beschert wird,— die Tiefe und Reinheit des Gemüts, die gesunde Kraft, der Fleiß und der Ge⸗ schmack der breiten Volksschichten in ihrer ursprünglichen Einfach⸗ heit zu erkennen. Darum ist auch das Erscheinen dieser Weih⸗ nachtskrippe ein kleines, zu würdigendes Ereignis, das, aus dem reichen Hilfsbedürfnis der Gegenwart entsprungen, eine Kunst veranschaulicht, die Vielen unbekannt war und gewiß eine beson⸗ dere Beachtung verdient. So wird die Weihnachtszeit durch den 1 8 nicht ärmer, sondern reicher, nach innen und nach außen W* c — Die Kriegführung in Indien im 17, Jahr⸗ hundert Der, gegenwärtige Krieg hat naturgemäß das histo⸗ rische, künstlerische und kulturelle Interesse des Publikums für die Kriegführung der Völker in vergangenen Zeiten in hohem Maße angeregt. Die Ikonographie— die Erforschung und Nachwelfung der Geschichte an Bildern, Münzen und Kunstwerken aller Art— ist auf diese Weise zu stärkerer und indirekt aktueller Bedeutun, gelangt. Einen interessanten Beitrag zur e Kriegs funst stellt eine von dem englischen Oberst P. H. Hendley im 1 0 of Indian Art and Industry veröffentlichte, der Kriegs⸗ unst. Vorderindiens gewidmete Zusammenstellung, auf die im neuesten Heft der„Kunstchronik“ aufmerksam gemacht wird. Das in der Veröffentlichung zusammengetragene Material, das sich auf die vorderindische Kriegskunst fast ausschließlich der ersten Zeit des 17. Jahrhunderts bezieht, ist außerordentlich belehrend und reichhaltig. Eine Kunst Reihe von Schlachten⸗ und Belagerungs⸗ bildern indischer Kunst werden guf T7 Foliotafeln wiedergegeben, Ein Teil dieser Bilder sind Illustratlonen zu der berühmter Nazmanama, der ins Persische übersetzten Ausgabe der indischen Heldengesänge Ramayana und Mahabharatha. Ein anderer Teil stammt aus dem Werke Akbarnama, das das Leben und die Taten des Mogulkaisers Akbar, der im 16. Jahrhundert regierte, ver⸗ berrlicht Die Arbeten stammen von den namhaftesten Künstlern jener Epoche, wie Basawan, Lal, Bhora, Paras, Kirimkaran und Madhu. Das Originalexemblar der Razmanama, das zur Vorlage für die gesammelten Aufnahmen diente, 1115 188 9185 chen e Zusammenste verwandte Akharnama befindet sich im Victoria⸗ und Albert⸗ Museum in London. Die Sammlung bildet ein ziemlich 1 reitwagen der indssche Herrscher Maharaja von Maipur. Die filr nes Bild der indischen Kriegführung zu Beginn des 17. hunderts. Man sieht die zweirädrigen St Heerführer. Der Pfeil⸗ und Nahkampf, die der eigen⸗ artigen Schwerter und Lanzen, die reiter und die Fügung der Schlachtordnungen sind anschaulich dargestellt Nähere Aus⸗ kunft über die damals verwendeten Waffemgeben die der Akbarnama entnommenen Miniaturen, die neben Bogen, Se und Lanze bereits ungefüge Musketen und einfache Feldgeschü ausweisen. Die Kanonen werden durch Büffelgespanne fortbewegt. Ein inter⸗ essantes Bild der damaligen indischen Artillerie bietet ein Blatt, das die Belagerung der Felsenfestung Chitor darstellt. Man sieht darauf auch einen Festungsturm, der durch Pulvet in die Luft den ele wird. Weiker sieht man auf anderen Blättern, wie von den Belagerungstruppen Palisadenwälle angelegt werden, die in ihrer mathematischen Berechnung und Sorgfalt der Ausführung an die modernen Schanzgräben gemahnen. 25 25 mata de Bübunng bes hy 5 gründenden Kreisverbandes e weitere Vorschläge über Heranziehung anderer Persönlichleiten für den Vorstand gemacht, worüber die ächst zusammentretende Kreisvertretung endgültig beschließen hat. Es ist nach diesen Vorarbeiten sichere icht vorhanden, daß auch im Kreise Gießen die gute des Alice⸗Frcuenvereins wie anderwärts einen kräf⸗ tigen e nimmt. 8 * Kindergartenverein, Weihnachtsauffüh⸗ rung. Unter den sozialen Aufgaben, die immer dringender an das . Geschlecht herantreten, steht die Fürforge für die Jugend in erster Linie Für die Kleinen, die noch nicht sch . Kleinkinderschulen und Kindergärten. 8 915 in Gießen nur Einrichtungen für die bemittelteren eise, den Bürger⸗ und den Seminar ⸗findergarten. Aber die Not der jetzigen Kriegszeit hat zur Begründung eines Kriegs⸗ kindergartens geführt, der den Müttern aus unbemittelten Kreisen die Sorge um die Kleinen 4 9 des Tages abzunehmen be⸗ stimmt ist. Was sich in der egszeit als segensreiche soziale Einrichtung bewährt hat, kann man auch in den künftigen Friedenszeiten nur erhalten zu fehen wünschen; denn gerade die Pflege der Jugend wird in den kommenden. Jahren in höherem Maße als je zuvor eine der wichtigsten Aufgaben sein. Der Kindergartenverein will darum all⸗ mählich dem Gedanken näher treten, einen Volkskinder⸗ garten in Gießen zu begründen. Ein Bürger unsorer Stadt, der sich schon öfter als großer Kinderfreund erwiesen hat, stiftete dem Verein bereits ein kleines Anfangskapital für diesen 755 Eine Weihnachtsaufführung des hiesigen Fröbelseminars im ub am nächsten Samstag und Sonntag, über die Näheres im Anzeigenteil zu finden ist, soll mit ihrem Ertrage dem gleichen Zweck dienen. Freunde des Gedankens finden so Gelegenheit, ihn zu unterstützen und stellen sich hoffentlich recht zahlreich ein. * Die Auszahlung der Reichs⸗ und KHreis⸗ unterstützung für 16. bis Ende Dezember 1915 an die Fa⸗ milien der zum Heeresdienst Einberufenen findet, wie wir im Anzeigenteile bekannt geben, vom 15. bis 17. Dez. im Stadt⸗ haus, Zimmer Nr. 7, statt. Näheres ist aus der Anzeige zu er⸗ sehen * Heber Mehlabgabe 121 eine amtliche Beknnntmachurng 2 Zir der Stadt Gießen im Anzeigen⸗ . f Landkreis Gießen. „ Lang⸗Göns, 10. Dez. be fördert. Kreis Alsfeld. Dez. Am r abgeha standen, fiel er am 30. einer Granate zum Opfer. Er ruht auf dem 9 sein Oberst drücken sich in den aner sten Worten aus Über die Tüchtigkeit und Tapferkeit, Hingabe und Treue des braven Offiziers. f dh. 1 8. E 5 8 Brepdte äge der letzten Tage haben zum enmal in diesem die Bäche und Gräben gefüllt und über ihre Ufer treten lassen. Dadurch haben die Wiesen die gründliche Bewässerung erfahren, die grundbedingende Ursache einer guten Heuernte bleibt. Zum ersten Male konnte der Landwirt auf die Bewässerung gehen. Den Müllern an den kleinen Gräben, denen es in diesem Herbste an Wasser fehlte, ist nun auch geholfen. N Kreis Schotten. 8 Aus dem oberen Vogelsberg, 7. Wetter umgeartet und hat blümchen wieder in aller sei Pracht. Herchenhain, dessen Ausgang eine ergab. ö l Kreis Friedberg. teilung des für unsere Stadt verfügbaren Petroleums zu ermöglichen . Haushalt entfällt, ist noch sollen vor allem die Familien berücksichti vorigen E ihrem Kartoffelvorrat nicht bis zum 15. Juli des nächsten Jahres reichen. Die Anmeldungen erreichten 6000 Zentner. Die Stadt hofft diese Menge aus unserem Kreis (Friedberg) beziehen zu können.— Vorgestern fand im Kur⸗ haus unter Mitwirkung von Mitgliedern des Gießener Stadttheaters ein„Bunter Abend“ statt, dessen Er⸗ trägnis zum Besten der Weihnachtsbescherung für in Bad⸗ Nauheim anwesende Kriegsteilnehmer verwandt werden soll. an Bäckereien veröffentlichen Der Vizewachtmeister im Feld⸗ Art.⸗Regt. 63, Albert Brückel von hier wurde zum Leutnant . vergangenen Sonntage Tvauerfeier für den auf dem Felde „an der Krieger⸗ 0 September r Friedhose zu Cenay. Sein Kompagnieführer sowie N 1 1 Dez. Der Winter, der schon scharf bei uns eingesetzt hatte, ist mim wieder in mildes 1 l auch wieder manch Schönes und An⸗ schauliche gebracht. Eine seltene Schönheit, die das Auge des Ge⸗ birgsbewohners um diese Zeit wenig zu sehen bekommt, zeigt sich ihm jetzt— es ist das kleine, bescheidene Gänseblümchen. Jetzt, nachdem das Wetter eher an den kommenden Frühling, als an den bevorstehenden Winter erinnert, prangt quch das Gänse⸗ 5 12 5 Dez. Vorigen Mittwoch Abend fand im hiesigen Gotteshause ein Lichtbildervortrag statt, bei Sammlung den Betrag von 16,50 Mark D. Bad⸗Nauheim, 10. Dez. Um eine gerechte Ver⸗ „führt die Büärgermeisterei von Mitte dieses Monats ab Petroleumkarten ein. Wieviel Leuchtöl auf den nicht bekannt, doch t werden, die kein künstliches Licht in ihren Wohnungen haben.— Einer Auf⸗ forderung des Bürgermeisters entsprechend mußten sich bis Stag diejenigen Haushaltungen melden, die mit Der Besuch war vorzüglich. Große Erfolge errangen Fräu⸗ lein Zondervan und Herr Eugens mit Lieder⸗ und Coupletvorträgen. Starkenburg und Rheinhessen. 10 Bingen, 9. Dez. Der Wasserstand geht stündlich zurück und ist hier seit gestern um etwa 30 Zentimeter gefallen. Auch am Oberrhein geht das Wasser sehr schnell zurück. Gegen⸗ wärtig fällt der Rhein überhaupt wieder auf der ganzen Linie. Der Neckar wie auch der Main steigen noch und auch die Mosel ist noch etwas im Steigen begriffen. ch. Bingen, 10. Dez. Der Bahnmeister⸗Aspirant Klin⸗ gelstein, der erst seit Montag in Bingerbrück den Dienst ange⸗ treten hat, sprang während der Fahrt von der Lokomotive und blieb mit dem Mantel hängen. Er geriet unter die Maschine, die ihm den Kopf und die Beine abfuhr. Der Verunglückte war erst 23 Jahre alt. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 9. Dez. Trotz genügender Anmeldung findet für diesmal an unserer landwirtschaftlichen Winterschule kein Lehrkursus statt, die Anstalt besteht nahezu 25 Jahre.— Die Prüfungen an dem hiesigen Lehrerseminar sind für das Jahr 1913 wie folgt festgesetzt: Abgangsprüfung am 3. Februar und die Aufnahmeprüfung am 21. März. dra. Waldgirmes, 9. Dez. Den Ehrentod starb im Alter von 20 Jahren der Garde⸗Jäger Heinrich Rau⸗ ber, der einzige Sohn der Eheleute Andreas Rauber. Hessen⸗Nassau. X Marburg, 9. Dez. Ueber die Irren⸗Heil⸗ und Pflegeanstalten des Bezirksverbandes Kassel ist in der letzten Sitzung des Landesausschusses eingehend berichtet worden. Es wurden im abgelaufenen Berichtsjahre verpflegt: in der Landesheilanstalt Marburg 792 Kranke mit 117284 Ver⸗ pflegungstagen gegen 754 Kranke mit 117372 Verpflegungs⸗ tagen im Jahre 1913; im Landeshospital Haina 926 Kranke mit 301747 Verpflegungstagen gegen 884 Kranke mit 209 168 Verpflegungstagen im Jahre 1913; im Landes⸗ hospital Merxhausen 998 Kranke mit 300 335 Verpfle⸗ gungstagen gegen 908 Kranke mit 294 640 Verpflegungs⸗ tagen im Jahre 1913. Ueber die Landesheilanstalt Marburg heißt es: Zu den aus dem Vorjahr übernommenen 169 Männern und 167 Frauen kamen im Berichtsjahr 141 Per⸗ sonen männlichen und 142 Personen weiblichen Geschlechts hinzu; die Zahl der Abgänge stellte sich auf 192 Männer und 173 Frauen, so daß am Schlusse des Berichtsjahres 118 männliche und 136 weibliche Geisteskranke als Bestand in der Anstalt vorhanden waren. Der Krieg brachte einen Rückgang der Aufnahmen an Geisteskranken zum Teil aus dem Grunde, weil bekannt gegeben war, daß die Anstalt in⸗ folge der vielen Einberufungen von Aerzten und Pflegern zum Kriegsdienst unter schwierigen Verhältnissen zu arbeiten habe und nur dringende Fälle aufnehmen könne. Marburg, 9. Dez. Im Alter von 65 Jahren starb in der hiesigen Klinik der Musiker Peter Damm, genannt „Schröcker Peter“, ein in weiten Kreisen, besonders auf dem Lande, bekannter Mann. Bei allen ländlichen Fest⸗ lichkeiten im Oberhessischen, in der Hinterländer, Alsfelder und Gießener Gegend war der„Schröcker Peter“ mit seiner Harmonika zu finden und bei gar mancher Bauernhochzeit hat er zum Tanze gespielt. Wenn er guter Stimmung war, 2 6 en er eee. 155 Wirkle r begleitete er 700 iel mit dem Gesang launiger Hessen⸗ der ersten Lehrerstelle. Er hatte es verstanden, sich die Liebe und lieder, deren Text er meist nur allein aus alten Ueberliefe⸗ 4 der ganzen Gemeinde und seiner Schüler zu erwer⸗ rungen du beherrschen behauptete. Wenns bei solchen Ge⸗ ben. Als Vizesesdwebel wurde Gorr beim Ausbruch des Krieges legenheiten zu doll oder zu spät wurde, spielte und sang zum Ersatzbataillon des Inf.⸗Regt. Nr. 116 berufen. Am 1. Ble er„Geht nach Haus sonst ein Rausch“ dann packte er tober rückte er ins Feld und schon am 3. desselben Monats fürsorglich sein Instrument, wie er es stolz nannte, in 1 Offiziersstellvertreter befördert. Am 21. Oktober wurde erf ein Tuch und verschwand stillschweigend. So schlug sich irh einen Schuß in den Rückenmusfel verwundet. Nachdem er der Mann, der früher in seinem Zimmermannsberuf ein⸗ von feiner Verwundung genesen, wurde er bei Roxanke Wyzina mal gestirrzt war, überall, wo er hinkam, wohlgelitten, ehr⸗ zum zweiten Male durch einen isschuß am verwundet. mal gesurrz; 8 10 Kraulhei Gorr genas auch von dieser Verwundung rasch und rückte zum lich durchs Leben, das er jetzt nach längerer. ankheit dritten Male ins Feld. N. er die Champagneschlacht heil über⸗ beschloß.— Der Brotpreis wurde hier für den Vierpfünder von 68 auf 62 Pfg. ermäßigt. a. Kirchhain, 10. Dez. Für den Kreis Kirchhain sind nachfolgende Preise festgesetzt worden(bis einschließlich Brot gelten dieselben als Höchstpreise) Landbutter 1,70 Mk., Mol- kereibutter 2,10 Mk., Milch, das Liter 22 Pfg., Roggenmehl, im Kleinhandel 17 Pfg., Weizenmehl 21 Pfg., Brot, das Pfund 15 Pfg., Schweinefleisch 145 Mk., Rindfleisch 1,10 Mark, Hammelfleisch 100 Mk., Kalbfleisch 90 Pfg., rohes Schweinefett 1,80 Mk., Wurstfett 1,30 Mk., fetter Speck, ge⸗ salzen 2,00 Mk., magerer Speck, gesalzen 2,00 Mk., Leber⸗ wurst 1,60 Mk., Fleischwurst 1,80 Mk. Zervelatwurst 2,20 Mark, Hasen, das Stück 3,50.—3,75 Mk., Schellfische, das Pfund 50—55 Pfg., Heringe, das Stück 15 Pfg., Eier, das Stück 15—18 Pfg., Kartoffeln, der Zentner 3,05 Mk., Kar⸗ toffeln, der Zentner frei Keller 3,25 Mk., Weißkraut, der Zentner 5,50 bis 6,00 Mk., Stiefelbesohlen 5,50—6,50 Mk. I] Kirchhain, 10. Dez. Im Alter von 75 Jahren starb hier der Kgl. Kreistierarzt Veterinärrat Stamm, ein den weitesten Kreisen bekannter Mann. Er war auch Ehrenmitglied des Kirchhainer und des Marburger landwirtschaftlichen Vereins. — Frankfurt a. M., 10. Dez. In dem bekannten Mil⸗ lionenkonkurs des Grundstückspekulanten Max Bauer in Firma Bauer und Wiesbader, bei dem es sich um 19 Millionen Passive gegenüber 15 Millionen Aktiven handelt, haben die be⸗ vorrechtigten Gläubiger jetzt volle Befriedigung erhalten. Die Höhe der verfügbaren Summe für die übrigen Gläubiger hängt von dem Ausgang der schwebenden Prozesse ab, namentlich mit der an dem Konkurs beteiligten früheren Thurgauischen Hypotheken⸗ bank. Es dürften jedoch nur 8—9 Prozent zur Verfügung 1 Hanau, 9. Dez. Die Synode der Diözese Hanau hat in Berücksichtigung der Tatsache, daß trotz der Kriegszeit auch jetzt noch vielfach in den Theatern und sonstigen Ver⸗ gnügungsstätten der Oeffentlichkeit Stücke geboten werden, die nicht erheben, sondern herunterziehen, folgende 5 schlossen:„Wir bedauern, daß in letzter Zeit so vielfache Kund⸗ gebungen notwendig werden gegen die beklagenswerte Tatsache, daß die Darbietungen der öffentlichen Schau⸗ und Lichtspiel⸗ bühnen vielfach dem Ernste der Gegenwart nicht entsprechen. Wir sehen uns genötigt, uns denselben anzuschließen und erheben Ein⸗ spruch gegen die Darbietung solcher Schaustellungen, welche leiden⸗ schaftliche Sinnlichkeit und zuchtlose Hingabe an die niederen Triebe in einer Weise zur Darstellung bringen, daß dadurch Wahr⸗ heit, Reinheit, Ehe und Familienleben herabgewürdigt werden. Wir bitten die Theaterleitungen und Theaterbesucher, hier Wandel zu schaffen und dadurch mitzuhelfen, daß die großen Opfer dieser Zeit nicht ens gebracht werden, und daß wir uns der gottgegebenen ickfalsstunde unseres Volkes würdig erweisen.“ X. Hanau, 10. Dez. Beim Spielen mit einem geladenen Flobertgewehr hat der 13jährige Schüler Löschgruber seinen vierjährigen Neffen Gustav Krick in den Hals getroffen und getötet. 1 5 ch. Vom Hunsrück, 10. Dez. In Mittelstrimmig hat die Frau eines Landwirtes, deren Mann als Soldat eingerückt ist, ihre beiden Kinder im Alter von drei Jahren und neun Monaten erwürgt. Das dritte Kind das etwa 6 Jahre alt ist, konnte sich losreißen und entkommen. Die Frau wurde festgenom⸗ men und im Gerichtsgefängnis zu Kastellaun untergebracht. Gerichtssaal. Königsberg gi. Pr., 9. Dez. Die Besitzerfrau Henriette Holstein aus Neu-Pustlauken(Kr. Labiau) ist wegen Mordes, begangen durch Arsenikvergiftung an ihrem ersten Ehemanne, ihrer eljjährigen Tochter aus erster Ehe und ihrem zehnjährigen Sties⸗ sohn, dreimal zum Tode verurteilt worden. Der Beweg⸗ grund zu der Tat war Habsuͤcht. Bermischtes. Berlin, 9. Dez. Das„Berliner Tageblatt“ meldet aus Unruhstadt: Der Bürgermeister Weihnacht ist seit zehn Tagen verschwunden. Der Grund dafür ist unerklärlich, weil n in Ordnung sind. Weihnacht ist seit achtzehn Jahren im Amt. Stuttgart, 9. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Hinter bliebenen des Fabrikanten Jakob Mauthe in Schwenningen haben 120000 Mark für eine Kindergrippe gestiftet. — Mieteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 2 2. 2 888 — 22 288— 1 1 2 D. 28 E 83 32 23 2 2 Dez.=S 8 S S Wetter 1915 8 88 823 28 2 8 S S8 15 SSS ASS— 8 3 6 e SN 5 9.. er 4,1 5,5 90—— 10 Regen 9.9—. 3„ 10.* VVUV'l 1 7 f Höchste Temperatur am 8. bis 9. Dez. 1915= + 8/1 C. Niedrigste 1 5 Niederschlag: 15,5 mm. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 11. Dez. 1915; Vorwiegend trüb, regnerisch, mild. Letzte Nachrichten. Bulgarischer Vorschlag an Griechenland. Sofia, 10. Dez. Während die Bulgaren in der Verfolgung der sich zurückziehenden Franzosen den Wardar entlang mar⸗ schieren und sich der griechischen Grenze nähern, tritt der ganze Balkanfeldzug in eine entscheidende Phase, und für Griechenland ist der Augenblick gekommen, seine Politik eindeutig aufzudecken. Die bulgarische Regierung 1915—. 0,8 C. * 3 der griechischen Regierung vorgeschlagen, längs der bisherigen serbisch⸗griechischen Grenze eine neutrale Zone zu schaffen, die für Griechenland und Bulga ien bindend wäre und zwar ähnlich wie bei Gewaheli und Doiran. Erklärt sich Griechen⸗ land einverstanden, so ist damit der beste Weg zur Vermeidung von Verwicklungen gegeben und für die Bulgaren und die Möglichkeit geschaffen, ein weiteres Umsichgreifen des Weltkrieges zu verhindern. N 5 Die russischen Truppenzusammenziehungen in Bessarabien. Sofia, 10. Dez. Die Zusammenziehungen der russischen Truppen an der rumänischen Grenze gehen, wie man aus Mel⸗ dungen auf dem Umwege über Bukarest erfährt, nur äußerst langsam vorwärts. Von Außenwelt ist Reni fast vollständig abgeschnitten. Nach Erzählungen von Reisenden sollen auch sonst an zahlreichen Orten an der f Mengen russischer Truppen liegen. Allerdings handelt es sich zum großen Teil um frisch eingezogene Rekruten, die erst ihre Ausbildung erhalten. Auf der Donau vor Reni liegt unter vielen Truppentransportschiffen auch der kleine Dampfer„Ruß“, der augenblicklich dem Kommandanten des Schwarz⸗Meer⸗Gebietes, Wyssokyn als Aufenthalt dient. Auf dem„Ruß“ hat auch Zar Nikolaus, begleitet von dem Thronfolger, während seines jüngsten Besuches in Reni, der unter den strengsten Absperrungs⸗ maßregeln verlief, im Kreise der Offiziere die traditionelle Sa⸗ kuska genommen. Nach Erzählungen von Personen, die den Zaren bei diesem Besuch gesehen haben, soll er sehr abgespannt aus⸗ sehen und stark gealtert sein. Radoslawow über die Kriegslage auf dem Balkan. Wien, 10. Dez. Dem Sonderberichterstatter des„Neuen Wiener Journal“ in Sofix erklärte Ministerpräsident Rados⸗ ka wow Unser Sieg ist gewiß, denn der Vierbund verfügt gegenwärtig auf dem Balkan über eine Million Mann, gegen die die Entente unmöglich aufkommen kann. Kalenderänderung für Warschau. Berlin, 10. Dez. Für das Gouvernement War⸗ schau führte der Generalgouverneur durch eine Verfügung den päische und deutsche Tageszeit ein. Hans Groß f. Graz, 10. Dez. Der Strafrechtslehrer und Vorstand des 68 Jahren gestorben. In der Genesungszeit wie nach Blutverlusten oder Operationen, auch in Zeiten besonderer Anstrengungen und Auf⸗ regungen ist Sanatogen das ideale Mittel den Kräfteverbrauch 80800 und sicher wettzumachen. Daher ist es auch ebenso für unsere in den Lazaretten liegenden Verwundeten und Kranken, wie für die Krieger draußen im Felde zur Kräftigung und Erhaltung ihrer Gefundheit und Widerstandskraft von gleich großer Bedeutung. hältlich. Es sei ausdrücklich auf den der heutigen Nummer bei⸗ liegenden Prospekt der Sanatogenwerke Bauer& Ci lin SW. 48, hingewiesen. hat, um abermals kund zu tun, daß sie keinerlei aggressive Absichten gegen Griechenland hat, Donau und in der Umgebung größere Gregorianischen Kalender und die mitteleuro⸗ Grazer kriminalistischen Instituts Hans Groß ist im Alter von 8 Feldpostbriefpackungen sind in allen Apotheken und Drogerien er⸗ Cie., Ber⸗ 9583 0 Kindergarten verein„ ee os te wages 8 55* Ußsitzung onen! Apfel., Reldefbeer-, Weihnachts-KAuffünrung Montag, den 29. Dezenber, abends 8 Uhr,] Shampoonleren 4e Natz f0 Pi 1 Ml eee eee im Postteller. Kopf waschen— mit neuestem Alkobeltreles Samstag, den 11. Dezember, nachm. 6 Uhr Tagesordnung: Warmluttstrom-Trockenapparat Punschextrakt Sonntag, den 12. Dezember, nachm. 4 Uhr 1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1914. Nazi 3 Kindermusik— Aussprache— Christkind und Knecht Ruprecht— Kinderreigen Weihnachtsmärchen Karten im Vorverkauf bei Herrn Challler: Num. Plätze 1.25 Mk. am Samstag, 075 Mk. am Sonntag, unnum. Plätze 1.00 Mk. am Samstag, 0.30 Mk. am Sonntag ist zur Gründung eines Volkskinger- timm 96315 2. Bericht der Rechnungsprüfungskommission. 3. Neuwahl der Kommisston. i Wir laden unsere Ausschußmitglieder zu dieser Sitzung ein. 9⁵09 D Der 1. Vorsitzende. A. Volz. Frau Bernh. Dosch Neuen Baue 12, Ecke Weillengasse Damen-Frisiersalon separat 0 l Ankauf von Wirrhaar. 90 Pfg.— Fürs Feld. vr 2K NNeforaehaes Sooo. Obstsaften ohne Farbe. Erfrischend und anre- gend für Gesunde und Kranke, Flasche 50 und 25 f, 9 . . 2 en 3 2 F E e E N. 1* 12 75* N I r n 3 5 N f... 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