0 Ar. 200 Sweites Vlatt Gchem täglich mit Ausnahme des Sonntags. e Die„Sießener Kamiltenblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Seit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. 165. Jahrgang A Ariegsbriefe aus dem Osten. Von unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Durch Kurland. III. Windau. Windau, Ende November. ö Der Schnee flog in großen Flocken, als ich von Goldingen näch Windau fuhr. Goldingen hat sein eigenes tatkräftiges Ge⸗ sicht, in Goldingen ist auch ein größerer Teil von baltischem Adel und Bürgerschaft geblieben, um Goldingen zieht sich eine Kolonie von deutschen Bauern. Es müssen in anderem Zu⸗ sammenhange die starken Eindrücke der Goldinger Tage zu⸗ sammengefaßt werden. Das kleine Städtchen, in dem so viel glühendes Deutschtum unter den niedrigen Dächern lebt, war unter dem weißen Flockenfallen bald wie versunken. Die leicht gefrorene Straße nach Liban zog sich an Winter⸗Wäldern, die hlitzernd über den niedrigen Hügeln stanben, in tausend Windungen weiter. Die gefrorene stahlgraue Fläche der Windau glänzte rechts herauf. Der Wald, das Stück Erde, das mit seinen Blicken, von Hügelkuppen über weißglänzende Waldwiesen und Felder wie ein Gebirgsland aumutet— 30 Meter über dem Meeres⸗ spiegel—, das Waldland war durchfahren, die Ebene von Windau, durch die der Sturm fegt, erreicht, und bald standen die ersten Holzhäuser der Hafenstadt zu beiden Seiten der Straße. Weit⸗ läufig liegen die Häuser und Holzbaracken in der Ebene ver⸗ streut. Das zerfallene Gerüst einer Radrennbahn hebt sich ab. Es sieht aus wie die Einfahrt in eine amerikanische Stadt im Westen draußen, sagen die einen, wie eine sibirische Stadt die andern. Es ist nicht einmal Widerspruch in dem Urteil, da man oft genug Sibirien auf die Formel gebracht hat: amerikanisiertes Rußland. Bis auf den ersten Eindruck ist von diesem ameri⸗ kanischen Einschlag dann später nichts mehr in Windau zu merken. Höchstens die mächtigen Elevatoren der Elevator⸗Gesellschaft spre⸗ chen von ziemlicher Großzügigkeit. Wie Teile der Mole, wie Speicher und Kräne sind sie bald nach Kriegsausbruch von dem russischen Gouverneur gesprengt worden.„In 6 Stunden können die Deutschen da sein!“ Als glücklich der Hafen mit allen An⸗ lagen verwüstet war— die vier Dampfer, die in Windau be⸗ eimatet sind, wurden versenkt, Schaluppen, Kutter, Hafenboote, ergnügungsdampfer, Segler dazu—, umarmte der Herr Gou⸗ verneur den Kommandanten. Der war sehr stolz auf seine Kriegs⸗ taten und beschloß, weiteren Ruhm zu sammeln. Als die Russen den unerhörten und tollen Plünderungszug nach Memel unter⸗ nahmen, hielt er an seine Drusnine von Reichswehrleuten eine zündende Ansprache, die in dem Satze ausklang:„Haltet Euch Een und plündert tüchtig, Ihr geht nicht ins Manöver. Es ist ernst!“ Mit dem Plündern hat es denn auch die Libauer und die Windauer Garnison in Memel ernst genug genommen. Der Kommandant von Windau bekam aber während des Marsches sein altes Magenleiden, so daß seine Rede der einzige kxiegerische Beitrag an dem Memeler Unternehmen war. Er ist nach Windau nicht mehr zurückgekehrt. Am 14. Juli verließen die Russen dann endgültig Stadt und Hafen nachdem sie die riesigen Holzvorräte am Üfer der Windau mit Petroleum übergossen und angezündet hatten. Es verbrann⸗ ten in diesen Tagen für mehrere Millionen Holz. Der Feuerschein war ungeheuer. Bis nach Gotland hinüber leuchtete der Brand, der die Nachricht hervorrief, ganz Windau sei von den Russen angezündet worden. Eine Nachricht, die sich beim Einrücken der deutschen Truppen am 18. Juli glücklich als falsch erwies. Die Stadt selbst ist kaum beschädigt, die Hafenanlagen sind ziemlich ohne Methode gesprengt worden. Bei den langgestreckten Außen⸗ molen sind in bestimmten Zwischenräumen Stücke der äußeren Kante vernichtet worden. Zu welchem Zweck, ist nicht recht er⸗ sichtlich. Große Mengen von lagernden, landwirtschaftlichen Ma⸗ schinen im Werte von ein paar Millionen Mark wurden damals von den einrückenden Truppen erbeutet. Die Bewohner der Stadt, die im Beginne einer freilich lang⸗ samen Entwicklung stand, haben allerdings in besonders großem Maßstabe Windau verlassen. Die Straßen machen einen toten Eindruck, der vielleicht besonders durch den dichten Schneefall und die Dunkelheit, die von 3 Uhr an alles umspinnt, ins Un⸗ heimliche gesteigert wird. Der Gegensatz der kleinen, winddurch⸗ heulten toten Stadt an der Windau und dem begünstigten, hellen, lebhaften Lihau ist auffallend genug. So kann Windau auch im Kriege der glücklichen Rivalin nicht Wettbewerb bieten, wie sie es im Frieden nicht konnte, trotzdem die natürlichen Hafenanlagen Windaus ausgezeichnet sind und die von Libau übertreffen. Aber die russische Regierung hat Libau mit allen Mitteln bevorzugt. Windau war zu sehr kurischer Hafen, sein Glück war in der Ver⸗ gangenheit. lands tatkräftigstem Herrscher. In den Jahren 1642—1659 wurde Windau kurländischer Kriegs⸗ und Handelshafen. Eine Schiffswerft wurde errichtet, der Hafen ausgebaut. Vierundvierzig Kriegsschiffe gingen in der Werft von Stapel und rund fünfundsiebzig Handels⸗ schiffe. Von hier aus sandte Herzog Jakob eine Flotte zur Be⸗ setzung von der Antillen-Insel Tabago, die er 1650 von dem Gra⸗ fen Warwick, der sie wiederum von den Spaniern hatte, kaufte. Dort auf der kurländischen, amerikanischen Kolonie entstand Jakob⸗ stadt. die Schwesterstadt des Düna⸗Städtchens, das jetzt in der Front liegt. Von Windau aus fuhr das herzogliche Kriegsschiff „Der Walfisch“, bestückt mit 20 Kanonen, im Juni 1651 nach enegambien und warf am 25. Oltober im Gambiastrom Anler. Der kurländische rote Löwe im silbernen Felde zeigte sich auf allen Meeren, und Windau war Ausgangspunkt aller Unter⸗ nehmungen eines weitgehenden Handels: Bis ins 19. Jahr⸗ hundert hinein waren noch Reste der alten herzoglichen Hasen⸗ bauten zu erkennen, die auf den ausgezeichneten Zustand und die verhältnismäßige Größe des Hafens schließen ließen. Der schwe⸗ disch⸗polnische und der große nordische Krieg machten dem Auf⸗ schwung Windaus ein Ende. Dazu kam 1710 die Pest, die alle Einwohner bis auf sieben Familien niedermähte. 5 Seit Herzog Jakobs Tagen ist dann bis in die allerneueste Zeit kaum etwas für Windau geschehen. Am Ende des 19. Jahr⸗ hunderts war der Rückgang Windaus, dem Stiefkund der russischen Regierung, mit jedem Jahr zu beobachten, nachdem Libau immer stärker in den Vordergrund trat. 1880 betrug der Seehandels⸗ umsatz noch 1757000 Rubel, 1890 nur noch 1033 000 Rubel und 1891 sogar nur 840 000 Rubel.. Erst seit der Fertigstellung der Bahnlinie Windau Rybinsk.— Moskau zur Wende des Jahrhunderts(die Libau—Romnyer Bahn war 1871 dem Verkehr übergeben worden) nahm Windau einen neuen Aufschwung, der von echt russischem Gepräge ist. Die Ele⸗ vator⸗Gesellschaft, die den Bahnbau ausführen ließ, mußte sich in ihren Frachttarifen nach dem allgemein festgesetzten russischen Tarif richten. Danach wäre für Windau gegen die Livländischen Häfen wenig Aussicht gewesen. Infolgedessen führte man das System der Elevator⸗Gelder ein. Das heißt: für jede Ware, die in dem großen Windauer Elevator lagerte, wurden dem Verfrachter Prozente gutgeschrieben. So kam es, daß der Elevator mit be⸗ sonders großen Spesen arbeitete, die Bahnfracht aber tatsächlich so niedrig war, daß sich die Verfrachtung für den sibirischen Eier⸗ großhändler etwa lohnte. Das Resultat für die Gesellschaft blieb immer noch erheblicher Gewinn, den zum größeren Teil die Kaiserin⸗ Witwe einnahm, da sie Hauptaktionärin des Unternehmens war. Durch diese echt russische Einrichtung, dem damit verknüpften Ausbau des Hafens und dem zunehmenden Wert des Holzhandels hob sich die Bedeutung Windaus wieder. Sibirische Butter, die hauptsächlich nach Dänemark ging sie wurde dort zur dänischen Butter zweiter Qualität), russische Eier, Flachs und kurländisches Holz waren die Hauptausfuhrartikel. Die gesamte jährliche Ausfuhr betrug ungefähr 100 Milli⸗ onen Rubel. Die Einfuhr 30 Millionen Rubel, wovon Amerika mit 20 Millionen Rubel in der Hauptsache für Maschinen, den größten Anteil hatte. Deutschland führte demgegenüber nur für 2 Milli⸗ onen Mark ein! Im Jahre 1913 liefen 1052 Schiffe mit einem Tonnengehalt von 555 702 Registertonnen aus dem Hafen von Windau aus. Nach Nationen geordnet folgen sich die einkommenden Schiffe in der Reihenfolge: Dänemark, Rußland, Deutschland, Schweden, England. Aus ging dieser neue Ausschwung wie geschildert von den An⸗ lagen der Elevator⸗Gesellschaft und dem in den Jahren 18971905 neu ausgebauten Hafen, der den großen Vorzug hat, während des ganzen Jahres eisfrei zu sein. In den letzten Jahren hat nur 1911 in den Monaten Dezember, Januar eine Unterbrechung des Schiffverkehrs stattzufinden brauchen.. Die natürlichen Vorzüge des Hafens sind groß. Die Windau ist fast bis auf 10 Kilometer von der Mündung an schiffbar. Nur 3 Kilometer des Stromes von des Mündung an sind mit Bollwerken versehen. Die großen Nord⸗ und Südmolen aber schaffen einen stattlichen Vorhafen, dem sich der Winterhafen und der Fischer⸗ hafen anschließen. Es ergibt sich eine nutzbare Wasserfläche von 1,45 Hektar bei einer durchschnittlichen Hafentiefe von 8,5 Metern. Es sind alle Vorbedingungen für einen günstigen Hafen geschaffen, der, ohne die Entwicklung Libaus zu stören, unter zweckmüßiger Leitung einen sehr starken und gesunden Aufschwung nehmen könnte. Diese Gesundung wäre mancherlei Windauer Einrichtungen zu wünschen: Die Windau ist für größere Schiffe bis kurz vor Gol⸗ dingen schiffbar, bis auf eine untiefe Stelle bei Schlock. Jahrelang standen 160 000 Rubel für Ausbaggerungszwecke im Haushaltungs⸗ plan, jahrelang wurden sie gezahlt— aber nicht verwandt. Die Stelle blieb. Humoristisch fast ist die Geschichte der Eisenbahnbrücke, die von den Bahnhofsanlagen am rechten Ufer des Flusses nach dem linken, auf dem die Stadt liegt, führen sollte. Dreimal wurde sie bezahlt. Für diese dreimalige Zahlung ist ein Pfeiler gebaut worden, der so töricht in das Flußbett gesetzt worden ist, daß er Rotationsdruck und Verlag der Brühleschen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: 51, Schrist leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten 0 Anzeiger Gießen. retlungslos die Entwikelung des Schifsverkehrz hemmen muß. Fast könnte man an Absicht glauben. Bei diner Fahrt 1255 Windau habe ich diese Anfänge einer russischen Eisenbahnbrücke selbst staunend gesehen.„ 5 N Ebenso merkwürdig sind die Gepflogenheiten . Holzhandels, n sollte. Schiffahrtsgesellschaften diese völ⸗ Da zahlte man ihnen . 192 Un⸗ glück eintreten sollte. 5 Und beide Teile ver⸗ dienten. Eine e Großzügigkeit ist dem Verfahren nicht abzu⸗ sprechen. Es ist die russische Kunst in der Unordnung und bei gegen⸗ seitigem goldenen Händedruck, Geschäfte zu machen, zu säen und zu ernten. Daß wir diese Art i finden, macht uns ja den ussen unsympathisch und unheimlich. 3 3 1 Die e Fianen, 1 Windau ansässig gewesen sind, haben zum größten Teil vor den russischen Eigentümlichkeiten zurückweichen müssen. Trotzdem ist die alte„Musse, das schöne Haus der ehemaligen deutschen Windauer Schiffahrtsgesellschaft, mit deutschem Geist erfüllt. Viel Seeluft wehte in den Untergal⸗ tungen an dem langen Tisch, auf dem schwere silberne Leuchter warmes Licht gaben. Draußen standen Kälte und Nacht. In ver⸗ einzelten großen Flocken taumelte es nieder. Am Vormittag, als ich in einer Barkasse durch den Hafen fuhr, hatte das weiße Treiben den großen Vorhafen fast unsichtig gemacht. Die Mastspitzen der versenkten Schiffe ragten aus dem Wasser, die zerfetzten Teile von Eisenwerk hoben sich vom Ufer. Die Schiffsleiber der vier versenkten Dampfer ruhten in dem stillen Hafenwasser. Draußen peitschte der Wind Wellenberge gegen die Molen, die weißen. Brecher sprangen schäumend an dem Holzwerk hoch, als wollten sie erkunden, was die deutschen Seeleute mit dem guten Hafen Windau täten. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Aus Stadt und Cand. Gießen, 9. Dezember 1915.„ * Auszeichnung. Der Reservist Heinrich Rühl aus Gießen, der in Frankreich, Rußland und Serbien mitgekämpft hate wurde zum Unteroffizier befördert und erhielt die Hessisch Tapferkeitsmedaille. Heinr. Rühl ist in Serbien zum zweitenmal verwundet worden. * Beförderung. Offizier⸗Stellvertreter Leo Bender aus Gießen, 10. Landst.⸗Inf.⸗Regt., wurde zum Leutnant der Landwehr befördert. N 5 5 e Der städtische Holonialwarenhandel wird in der nächsten Woche eine Zweigniederlassun 9 am Asterweg im alten Gewerbeschulhaus eröffnen, um dem Andrang in der Neustadt zu begegnen. Es wird mit dem Abfertigungspersonal zwar hapern, aber man hofft, sich schon helfen zu können. Der Raum, der für die Waren⸗ mit Eingang und Ausgang für die Käufer einrichten, wo⸗ durch die Erledigung der Abfertigung sehr erleichtert wird und das Drücken und Drängen der Kundschaft unmöglich gemacht wird. 855 ** Spinn verbot. Mit dem 7. Dezember 1915 tritt eine neue Bekanntmachung betreffend Verarbeitung, Veräuße⸗ rung und Beschlagnahme von Baumwolle, Baum⸗ wollabgängen, Baumwollabfällen und Baum⸗ wollgespinsten(abgekürzt: Spinnverbot) in Kraft. Durch diese Bekanntmachung erfahren die Anordnungen der bisher in Gel⸗ tung gewesenen Bekanntmachung betreffend Veräußerung, Ver⸗ arbeitung und Beschlagnahme von Baumwolle, Baumwollabgängen und Baumwollgespinsten— W. II. 2548/7. 15. K. R. A.— Aen⸗ derungen. Von der alten Bekanntmachung bleiben lediglich die Beschlagnahme von Baumwolle und Baumwollabgängen, welche sich im Besitz von Nichtverarbeitern befinden, sowie die Be⸗ schlagnahme, Verwahrung und Bezeichnung der in den Baum⸗ wollspinnereien in der Zeit vom 14. August 1915 bis 4. Sep⸗ tember 1915 aus Baumwolle und Baumwollabgängen her⸗ kanntmachung aufgehoben. Die neue Bekanntmachung beschlag⸗ nahmt Baumwolle, Baumwollabgänge, Baumwollabfälle und Kunstbaumwolle. Trotz der Beschlagnahme bleibt aber die Veräußerung und Verarbeitung von Baumwoll⸗ absällen(mit Ausnahme von Stripsen und Kämmlingen), sowie Ostpreußens Baudenkmäler und der Urieg. Aus Königsberg i. Pr. wird uns geschrieben:„Das Jahr 1914 ist für die Denkmalpflege in Ostpreußen so schwer gewesen, wie keins zuvor, solange in den Kulturländern überhaupt Denkmal⸗ pflege getrieben wird.“ Mit diesem vielsagenden Satz beginnt der Provinziallonservator für die Provinz Ostpreußen, Baurat Prof. Dr. Dethlefsen, seinen sveben erschienenen letzten Jahres⸗ bericht. Mit den wirtschaftlichen Werten, auf deren Zerstörung es der Russe in Ostpreußen abgesehen hatte, sind vielfach auch die Kulturwerk zugrunde gegangen, und das ist umso beklagens⸗ werter, als gerade in diesem e so monches frühere schöne Können, so manche Kunstweise, so manche Hantierung nur noch auf ganz schwachen Füßen stand, sodaß nun zu befürchten steht, daß auch ihre letzte Spur von der Menschenerde getilgt sein wird. Hierin gehört nach Dethlessen vor allem die alte Bauernkunst. Ihre Merkwürdigkeit, ihre bis dahin völlig unbekannte Viel⸗ gestaltigkeit und fast unbekannte Schönheit hat erst im letzten Jahrzehnt durchforscht und dank der tatkräftigen Hilfe der König⸗ lichen Staatsregierung und des Provinzial verbandes Ostpreußen wissenschaftlich festgelegt werden können. Nach dem Kriege wird insbesondere in den Grenzgebieten Masurens und Litauens kaum noch viel Altes davon erhalten sein. Um das Bürgerhaus in den. kleinen Städten und um das Gutshaus auf dem Lande steht es ebenso. Wenn man erwägt, daß etwa 34000 Gebäude zer⸗ stört sind, dann liegt auf der Hand, wieviel die ohnehin nicht ganz starke ostpreußische altüberlieferte Heimatkunst verloren hat. Glücklicherweise sind die Kirchen, diese wertvollsten im Lande vor⸗ handenen Baudenkmäler, sowie auch die sesten Häuser des Deut⸗ schen Ordens in der Hauptsache der Zerstörung entgangen. Die ersteren wohl aus Gründen der Gottesverehrung, die letzteren, weil sie besonders widerstandsfähig waren und nicht viel ent⸗ hielten, was die Feinde anreizen konnte. Und dennoch ind als niedergebrannt und zerschossen 22 Kirchen bekannt, darunter auch wertvoller Denkmalbesitz. Von den drei großen Holzkirchen, die im Lande überhaupt nur noch vorhanden waren, sind zwei als verloren gemeldet. Ferner sind mit so manchem Edelsitze, den der Feind heimgesucht hat, bewegliche Denkmalwerte von Bedeutung verloren gegangen. Erinnert sei nur an zwei der bekanntesten und am meisten besprochenen Verluste dieser Art, an die Zerstörung von Dwarischken, dem Gute der Familie von Plehwe, und des Schlosses Sorquitten des Grafen von Mirbach. Der von mehreren Seiten gegebenen Anregung, Denkmäler des russischen Einfalles stehen zu lassen, etwa so, daß ein Straßenzug, eine Hoflage, ein Gebäude in dem zerstörten Zustande belassen bleiben möge— ein Mal der russischen Schande im Osten in ähnlichem Sinne, wie das Schloß zu Heidelberg im Westen eines der französischen Schande ist—, dieser Anregung vermag der Provinzialkonservator nicht das Wort zu geben.„Der Ort ließe sich wohl finden, und ein Rathaus oder eine Kirche ließe sich wohl für ein solches Mal aussuchen. Nur, daß es eben ausgesucht, daß es absichtlich so gelassen wäre, ohne innere Notwendigkeit, während Heidelberg durch ungesuchte Be⸗ dingungen so werden mußte, wie es geworden ist.“ Wohl aber wird empfohlen, kleinere Andenken, allerlei Schriftsachen und Aehnliches den Museen zu übergeben und größere Stücke, die an ihren alten Orten ungern vermißt würden, und dort auch eine ein⸗ dringlichere Sprache reden als im Museum, etwa eine zerschossene Glocke oder ein zerschlitztes Bild, ein angebranntes Epitaph usw. aufzubewahren, um an diefen einzelnen, überall im Lande vor⸗ kommenden Dingen noch späten Enkeln eindringlich klar zu, machen, was die heimatliche Scholle in den Kriegsjahren 1914/15 er⸗ litten hat. 1 — Eine Vereinfachung der Bluttransfusion. Die Ueberführung von Blut eines Individuums auf ein anderes, die sogen. Bluttransfusion, ist in jüngster Zeit von den Chirurgen wieder häufiger unternommen worden, nachdem ihre technische Durchführung gegen früher gesichert war und keine Mißerfolge mehr zeitigte, wie man sie bei den älteren Methoden beobachten konnte. Die neuesten chirurgischen Fortschritte zeigten den Weg, wie solche Transfusionen vorzunehmen seien. Vermittelst der Gefäßnaht, d. h. der Zusammenfügung der Gefäßwände durch eine Naht, vereinigte man ein Blutgefäß aus dem Körper des Gebers mit einem Gefäß aus dem Körper des Empfängers, nach⸗ dem man beide bloßgelegt hatte. Man nahm das Blut aus der Pulsschlagader des Ellenbogens(Venia cubiti mediana). Eine andere Methode schaltete zwischen beide Gefäße noch eine, dem Halbe unternommene gehärtete Schlagader als Zwischenstück ein. Derartige Gefäßnähte anzulegen, so, daß sie allen Ansprüchen ent⸗ sprechen, dazu gehört die Hand eines geschulten Chirurgen. Es war Saher gerade in Kriegszeiten, wo jeder Arzt in die Lage kommen kann, eine Bluttransfusion unternehmen zu müssen, not⸗ wendig, eine leichter zu handhabende Methode ausfindig zu machen. Der Greifswalder Kliniker Prof. Sauerbruch hat, wie er in * der Feldärztlichen Beilage der Münchener Medizinischen Wochen⸗ schrift mitteilt, solch ein einfaches Verfahren ausgearbeitet. Es ab, das obere läßt man offen. Unterdessen ist auch der Empfänger des Blutes vorbereitet worden. Er legt seinen Arm so auf einen Tisch, daß der Blutspender bequem sein Handgelenk auf die frei liegende Beugeseite des Armes des Empfängers legen kann. In. der Ellenbeuge wird die Ellenbogenvene freigelegt. des anderen Individuums wie eine Kanüle geschoben. In 10 bis 12 Minuten fließen etwa 120 bis 200 com Blut über. Hat man genug Blut überlaufen lassen, so zieht man die Pulsader wieder heraus und bindet sie ab. Auch die Wunde in der Vene wird durch eine Ligatur geschlossen. Gerinselbildung des Blutes und. der Gefäße ist auf diese Weise erheblich seltener geworden. Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. Interesse. Schau mir nur einer den Allerweltsnaseweis „Interesse“! Es ist wirklich nicht ohne Interesse(verlockend), ihn einmal im Interesse(vom Standpunkt) der durch den Weltkampf entstandenen deutschen Sprachbewegung näher zu betrachten. Der Kerl interessiert(fesselt) auf den ersten Blick! Wie interessant (wie anziehend) ist sein Gesicht! Lavater hätte zweifellos voll In⸗ gesprochen, die sich darin finden, vielleicht uns auch ein interes⸗ santes(lehrreiches) Buch über welsche Gesichts⸗ und Seelenkunde hinterlassen. Es wäre uns bitter not gewesen! Doch weiter! Wen es interessiert, d. h. wem es Spaß macht, dem kann ich ja noch mehr verraten: Unser Interessent, der sehr verehrte Herr Teil- haber der Handlung Fremdwort und Genossen, besitzt nämlich eine ungemein große Interessensphäre(einen ausgedehnten Macht⸗ bereich). Denn allen, die ohne tieferes Interesse(ohne inneren Anteil) ihre Muttersprache gebrauchen, borgt er seinen Allerwelts⸗ onkelsrock gern und interesselos— Verzeihung! ich wollte sagen: (Verwendung) dafür. Seine Arbeit verinteressiert sich(macht sich bezahlt), weil eine Uninteressiertheit leine Gleichgültigkeit) gegen⸗ über dem billigen Interessengeschäft nicht mehr vorkommt. O alle Interessierten und Interessenten! Interessiert's euch nicht, das interessante Interesse? Habt ihr den Lumpenkerl nicht bald satt. Donnerstag, 9. Dezember 1015 gestellten Gespinste bestehen. Im übrigen ist die bisherige Be⸗ wird nämlich die Pulsschlagader des Gebers freigelegt und mög⸗ lichst tief unten abgeschnitten. Das untere Stück bindet man 5 5 1 Sie wird durch einen Schnitt eröffnet und dann in sie hinein die Pulsader teresse(voll Begeisterung) über die römisch⸗französischen Züge kostenlos. Sie haben Interesse(Gefallen) daran und Interesse 3 abgabe am Asterweg genommen werden 1 läßt sich auch von Kunstbaumwolle gestattet, jedoch ist ihre Verarbeitung an eine Betriebseinschränkung geknüpft. Die Veräußerung von Baumwolle, Baumwollabgängen, Stripsen und Kämmlingen ist nur von Selbstverarbeitern an Selbstverarbeiter zulässig. Bezüglich Baumwolle, Baumwollabgängen, Stripsen und Kämmlingen ver⸗ bleibt es bei dem bisherigen Verarbeitungs verbot, das in der Bekanntmachung näher geregelt ist. Eine wesentliche Aen⸗ derung tritt aber dadurch ein, daß den Baumwollspinnereien ge⸗ stattet wird, Baumwolle, Baumwollabgänge, Stripse und Kämm⸗ linge zu bestimmten Gespinsten in der Zeit vom 7. Dezember bis 29. Februar 1916 auch ohne Belegschein zu verarbeiten. Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Frist für diese den Baumwollspinnereien gewährte Ausnahme vom Ver⸗ arbeitungsverbot durch Verfügung der Kriegs⸗Rohstoff⸗ Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums abge⸗ kürzt werden kann. Die in dieser Zeit ohne Belegschein her⸗ gestellten Gespinste sind beschlagnahmt und dürfen nur gegen ord⸗ nungsmäßigen Belegschein ausgeliefert werden. Außerdem ist über Menge, Art und Nummer der mit oder ohne Belegschein erzeugten Gespinste eine monatliche Anzeige(zum ersten Mal am 31. De⸗ ember 1915) an das Webstoffmeldoamt des Königlich Preußischen iegsministertums zu erstatten. In jedem Falle dürfen aber die Baumwollspinnereien, soweit ihnen das Verarbeiten von Baum⸗ wolle, Baumwollabgängen, Baumwollabfällen jeder Art und Kunst⸗ baumwolle gestattet ist, monatlich nicht mehr als 30 v. H. der⸗ jenigen Rohstoffmenge verspinnen, welche die Betriebe in der Zeit vom 1. April 1914 bis 30. Juni 1914 im monatlichen Durch⸗ schnitt verarbeitet haben. Nur bei denjenigen Baumwollspinnereien, welche ausschließlich Baumwollabfälle(ohne Stripse oder Kämm⸗ linge) oder Kunstbaumwolle verarbeiten, beträgt die zur Verarbei⸗ tung zugelassene Rohstoffmenge 60 v. H. Der Wortlaut der Be⸗ kanntmachung, die noch eine ganze Reihe Einzelbestimmungen ent⸗ hält, ist am Bürgermeistereigebäude Gießen öffentlich angeschlagen und bei unserer Geschäftsstelle einzusehen. Kreis Büdingen. A Effolderbach, 8. Dez. Fürs Vaterland starben bis jetzt sechs Soldaten aus unserer Gemeinde.— Großh. Förster Simon⸗Konradsdorf, der bei Beginn des Krieges als Kriegs- freiwilliger ins Heer eintrat, wurde zum Offizier⸗Stellvertreter ernannt. I Altenstadt, 8. Dez. Reallehrer Kahl-Darmstadt hielt auf Veranlassung des hiesigen Gewerbevereins einen Vortrag über das Thema:„Erfolge und Hoffnungen im großen Weltkriege“. i Mittel⸗ Gründau, 8. Dez. Die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille erhielt der Gefreite Hecht im Landsturm⸗ bataillon Friedberg. Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach a. M., 9. Dez. Die Stadt Offenbach wird, wie in dem Rechts⸗ und Finanzausschuß mitgeteilt wurde, einem in der letzten Stadtverordnetensitzung vom Stadtv. Bruhns geäußerten Wunsche entsprechen und zu Weihnachten aus den 5 vorhandenen Mehlvorräten eine Ertragabe Mehl freigeben. Es wird für jede auf der Brrotkarte verzeichnete Person ein Pfund Weizenmehl zur Anweisung kommen. 5 Kreis Wetzlar. 1 e. Wißmar, 9. Dez. Auf der Schafweide in hiesiger Gemarkung, die bisher brach gelegen und den Wollträgern Nr. W. II 1726/11. 15. K. R. A. Bekanntmachung, betreffend verarbeitung, beräußerung und Beschlag⸗ nahme von Baumwolle, Baumwollabgängen, Baum⸗ wollabfällen und Baumwollgespinsten(abgekürzt: 5 Spinnverbot). Dom 7. Dezember 1015. Nachstehende Bekanntmachung wird hiermit auf Ersuchen des Königlichen Kriegsministeriums mit dem Bemerken zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß jede Zuwiderhandlung gegen die Be⸗ schlagnahmebestimmungen auf Grund der Bekanntmachung über Sicherstellung von Kriegsbedarf vom 24. Juni 1915(Reichs⸗Gesetz⸗ blatt S. 357) und jede Zuwiderhandlung gegen diese Vorschriften, betreffend Meldung und Lagerbuchführung auf Grund der Be⸗ kanntmachung über Vorratserhebungen vom 2. Februar 1915 (Reichs⸗Gesetzbl. S. 54), in Verbindung mit der Bekanntmachung vom 21. Oktober 1915(Reichs⸗Gesetzbl. S. 684), bestraft wird, soweit nicht nach allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen ver⸗ wirkt sind.) 5 31 Inkrafttreten der Anordnungen. Die Anordnungen dieser Bekanntmachung treten mit Beginn des 7. Dezember 1915 in Kraft. 8 2. Von der Bekanntmachung betroffene Gegenstände. Von dieser Bekanntmachung betroffen sind: Baumwolle, Baum⸗ wollabgänge, von den Baumwollabfällen Stripse und Kämmlinge (Peigneuses und Combers) und Baumwollgespinste; andere Baum⸗ wollabfälle sowie Kunstbaumwolle nur gemäß 8 6. Unter Baumwollabgängen im Sinne dieser Bekanntmachung werden nur die im Spinnverfahren anfallenden sogenannten Spinnwickel, die Abgänge von den Cardenbändern und Vorgarn⸗ flüden verstanden. Unberührt durch die Anordnungen dieser Bekanntmachung, abgesehen von der Bestimmung des 5 6, bleiben diejenigen Men⸗ * von Baumwolle, Baumwollabgängen, Baumwollabfällen und 9 ustbaumwolle, welche nach dem 15. Juni 1915 aus dem Aus⸗ land(nicht Zollausland) nach Deutschland eingeführt worden sind, und die aus ihnen hergestellten Baumwollgespinste. Die von der deutschen Heeresmacht besetzten Gebiete gelten nicht als Ausland im Sinne dieser Anordnung. 9 3. Beschlagnahme von Rohstoffen. * Die im 8 2 bezeichneten Gegenstände werden hiermit be⸗ schlagnahmt. g 1 5 f Trotz der Beschlagnahme ist die Veräußerung und Verarbeitung von Baumwollabfällen(mit Ausnahme von Stripsen und Kämm⸗ * 8 1 15 ) Mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zehntausend Mark wird bestraft: 5 1. wer unbefugt einen beschlagnahmten Gegenstand beiseite⸗ schafft, beschädigt oder zerstört, verwendet, verkauft oder kauft oder ein anderes Veräußerungs- oder Erwerbsgeschäft über ihn abschließt; 5 8 5 2, wer der Verpflichtung, die beschlagnahmten Gegenstände zu verwahren und pfleglich zu behandeln, zuwiderhandelt; wer den erlassenen Ausführungsbestimmungen zuwider⸗ handelt. 1 N Wer vorsätzlich die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist erteilt oder unrichtige oder unvollständige gaben macht, wird mit Gefüngnis bis zu sechs Monaten oder mit Geld⸗ strafe bis zu zehntausend Mark bestraft. Auch können Vor⸗ räte, die verschwiegen sind, im Urteil für dem Staat ver⸗ fallen erklärt werden Ebenso wird bestraft, wer vorsätzlich die vorgeschriebenen Lagerbücher einzurichten und zu führen unterläßt. 4 Wer fahrlässig die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Ver⸗ ordnung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist erteilt oder unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark oder im Unver⸗ mögensfalle mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft. vn 5 ... nur spärliches Futter gab, sieht man zurzeit mit vier Pferden an großem Pfluge Arbeit verrichten. Etwa fünf Morgen sollen probeweise bebaut werden. Die ganze Fläche der Weide beträgt 90, bis 100 Morgen. Möge ein fruchtbares Jahr des Landwirts Mühe lohnen. Hessen⸗Nassau. Wm. Kirchhain, 9. Dez. Das KHriegswahr⸗ seichen, das zugunsten der Nationalstiftung le die eee der im Kriege Gefallenen am 2. ihnachts⸗ feiertage hier genagelt werden soll, besteht aus einem Schilde mit eisernem Kreuze. Der Schild bietet Raum für 1000 Nägel. Es ist zu erwarten, daß alle Nägel eingeschla⸗ gen werden, 9 dem wohltätigen Zweck eine Einnahme von 500 Mark überwiesen werden könnte. Aniversitäts⸗ Nachrichten. Marburg, 9. Dez. Wie aus Dresden gemeldet wird, hat der frühere langjährige Direktor der Universitäts⸗Frauenklinik Zeitliche gesegnet. Der Verblichene gehörte von 18631883 dem hiesigen Lehrkörper an. Märkte. i fe. Wiesbaden, 8. Dezbr. Viehmarkt. Austrieb: 304 Rinder(darunter 46 Ochsen, 24 Bullen, 234 Kühe), 164 Kälber 44 Schafe, 165 Schweine. Der in letzter Zeit ungewohnt hohe Auftrieb von 304 Stück Rindern fand bei lebhastem Handel schnellen Absatz. Die Preise bewegten sich in der gleichen Höhe wie am 6. des Monats. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗Anlage). Samstag, den 11. Dezember 1915. Vorabend: 4.30 Uhr. Morgens: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbataus gang: 5.15 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatseier am 11. Dezember 1915: Freitag abend 4.00 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbatausgang 5.15 Uhr. Wochengottesd ienst morgens 7.05, abends 4.00 Uhr. — Geh. Rat Prof. Dr. Rud. Dohrn, im Alter von 80 Jahren das] der N 7 5 8 5 4 7 5 1 5 80 75 8 Letzte Nachrichten. Der feindliche Rückzug 15 Wardar. 9 Sofia, 9. Dez. Das Fortdauern des Rückzuges der Fran⸗ zosen und Engländer im Gebiet der Cerna⸗Recka und des Wardar bestärkt den Eindruck, daß Frankreich und England be⸗ schlossen haben, ihre Truppen unter Vermeidung von Kämpfen mit dem nachrückenden Feind auf griechisches Gebiet zurückzu⸗ ziehen. Selbst jene Truppenteile des englisch⸗französischen Ex⸗ peditionskorps, die noch am weitesten auf serbischem Gebiet stehen, sind heute nur noch 40 Kilometer von der griechischen Grenze entfernt. Das gesamte Expeditionskorps dürfte sich also in we⸗ nigen Tagen ausschließlich auf griechischem Gebiet befinden. Selbst Doiran und Gewgheli scheinen die Engländer und Fran⸗ zosen ohne großen Widerstand räumen zu wollen. Offenbar spielen bei dem Rückzug der französischen und'englischen Truppen, die nach Möglichkeit die Fühlungnahme mit dem Feinde zu verlieren statt aufrecht zu erhalten suchen, neben dem strategischen Druck, den die siegreich vorrückenden Bulgaren und ihre Verbündeten auf die Front des Expeditionskorps im Cerna⸗Wardar⸗Dreieck aus⸗ geübt haben, auch politische Erwägungen mit. Die Zahl bisher in Saloniki gelandeten Truppen beträgt nach den neuesten Meldungen bisher 172000 Mann, von denen etwa 110 000 Franzosen, der Rest Engländer sind. Etwa 50 000 Mann von der Gesamtzahl entfallen jedoch auf den Train und die anderen ungewöhnlich vielen nichttombattanten Formationen. Da die vor acht Tagen gemeldete Ziffer etwa 150 000 betrug, sind in⸗ zwischen 22 000 Mann neuer Truppen gelandet worden. Die Lan⸗ dungen dauern fort; sie erfolgen meist auf alten flachen Küsten⸗ kanonenbooten, die den sie auflauernden deutschen U-Booten ein möglichst geringes Ziel bieten sollen. Zum Mißlingen der russischen Anleihe. Stockholm, 9. Dez. Der Mißerfolg der gegen⸗ wärtigen russischen Anleihe hat sich als derartig gewaltig herausgestellt, daß der Finanzminister sich genötigt sieht, den bereits am vorigen Freitag abgelaufenen letzten Zeichnungstermin durch öffentliche Ankündigung für weitere fünf Tage auszudehnen. Die bis Freitag erfolgten Zeichnungen ergaben insgesamt nur 263 Millionen, trotz der geradezu marktschreierischen Reklame. Es ist somit nur etwas über ein Viertel des aufge⸗ legten Betrages subseribiert worden. Es ist kaum anzunehmen, daß die Verlängerung des Zeichnungstermins das oben genannte Ergebnis merklich verändern wird, denn schon in den letzten beiden Tagen war eine bedenkliche Abnahme der Zeich⸗ nungen festzustellen, trotz eines Angebots bis zu ¼ Prozent nie⸗ drigerem Kurs. Kuropatkin Gouverneur von Petersburg. Basel, 9. Dez. Wie schweizerische Blätter aus Petersburg melden, übernimmt der Gouverneur von Petersburg, Fürst Obo⸗ linsky, ein Korpskommando. An seine Stelle tritt General Kuropatkin. Der frühere Ackerbauminister Kriwoschein hat den Posten des Präsidenten der Wolga⸗Kama Bank angenommen. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 10. Dez. 1915: Wechselnd bewölkt, zeitweise Niederschläge, Zunahme der Temperaturen. — lingen) sowie von Kunstbaumwolle gestattet; jedoch unterliegt ihre Verarbeitung der Arbeitseinschränkung des 8 6. Die Veräußerung von Baumwolle, Baumwollabgängen, Strip⸗ sen und Kämmlingen ist nur von Selbstverarbeitern an Selbst⸗ verarbeiter gestattet. 1 8 4. Verarbeitungsverbot. Das Mischen, Bleichen. Färben, Verspinnen und sonstiges Verarbeiten von Baumwolle, Baumwollabgängen, Stripsen und Kämmlingen ist verboten, soweit es nicht erforderlich ist zur Her⸗ stellung von Halb⸗ und Ganzerzeugnissen zwecks Erfüllung von unmittelbaren oder mittelbaren Aufträgen der Heeres⸗ oder Marineverwaltung oder zur Herstellung von Erzeugnissen, deren Anfertigung von der Heeresverwaltung durch besondere Anordnung senehmigt ist! Gestattet bleibt die Verarbeitung von Stripsen und ämmlingen zur Erfüllung solcher Verträge auf Lieferung von Abfallgarnen, welche in der Zeit vom 1. August bis zum Inkraft⸗ treten dieser Anordnungen abgeschlossen worden sind. Ferner bleibt gestattet die Herstellung von Baumwollseilen und Spindel⸗ schnüren für den Bedarf des eigenen Betriebes 5 Der Nachweis der Verwendung zur Erfüllung von Aufträgen der Heeres⸗ oder Marineverwaltung ist zu führen. Er gilt nur als geführt, wenn der Abnehmer der Halb⸗ und Ganzerzeugnisse dem Lieferer einen amtlichen Belegschein(Belegschein Nr. 3), ordnungs⸗ mäßig ausgefüllt und unterschrieben sowie von der militärischen Beschaffungsbehörde vollzogen und von der Kriegs⸗Rohstoff⸗Ab⸗ teilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums genehmigt. übergibt. Die amtlichen Belegscheine, die doppelt ausgefertigt werden müssen, sind erhältlich bei dem Webstoffmeldeamt des Königlich Preußischen Kriegsministertums, Berlin SW 48, Ver⸗ längerte Hedemannstraße 11. Der Lieferer hat die ihm über⸗ 1* des genehmigten Belegscheins als Beleg auf⸗ zubewahren. 8 5. Ausnahmen vom Verarbeitungsverbot. Den Baumwollspinnereien wird gestattet, in der Zeit vom 7. Dezember 1915 bis 29. Februar 1916 auch ohne Belegschein Baumwolle, Baumwollabgänge, Stripse und Kämmlinge zu fol⸗ genden Gespinsten zu verarbeiten: Garnnummern englisch: 6, 8, 10, 12, 16 und 18 Kette oder Schuß; 20, 24, 30 und 36 Kette: 40, 42 und 50 für Nähfadenfabrikation; 42 und 44 als Schußgarn; 60 und aufwärts. Zu den Nummern 6, 8, 10, 12, 16, 18 und 20 darf nur solche Baumwolle verarbeitet werden, welche nicht nord⸗ amerikanischer oder ägyptischer Herkunft ist, dagegen ist eine ge⸗ ringe Beimischung von amerikanischer Baumwolle gestattet. Die Beimischung von Baumwollabfällen aller Art ist zulässig. Als Baumwollspinnereien im Sinne dieser Bekanntmachung sind diejenigen Betriebe anzusehen, deren Spinnstoff im Spinn⸗ prozeß seit 1. Januar 1915 dem Gewichte nach zu mehr als 50 v. H. aus Baumwolle, Baumwollabgängen, Baumwollabfällen oder Kunstbaumwolle bestand. 0 Die im ersten Absatz festgesetzte Frist kann durch Verfügung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Kriegs⸗Rohstoff⸗ Abteilung abgekürzt werden. 8 6. Arbeitseinschränkung. Soweit den Baumwollspinnereien das Verarbeiten von Baum⸗ baumwolle gestattet ist, dürfen sie monatlich nicht mehr als 30 v. H. derjenigen Rohstoffmenge verspinnen, welche die Betriebe in der Zeit vom 1. April 1914 bis 30. Juni 1914 im monatlichen Durch⸗ e e eee ee eee i jenigen t ien, we ausschließli Baumwollabfälle— ohne Stripse oder Kämmlinge— oder Kunst⸗ baumwolle verarbeiten, beträgt die zur Verarbeitung zugelassene Rohstoffmenge 60 v. H. 55 Die durch besondere Ausnahmebewilligungen der Kriegs⸗Roh⸗ stoff-Abteilung freigegebene Baumwolle ist guf den nach vor⸗ stehenden Bedingungen zur Verspinnung gestatteten Hundertsatz von Rohstoffmenge anzurechnen. Die Bekanntmachung des Bundesrats vom 7. November 1915 (Reichs⸗Gesetzbl. S. 733), betreffend die Einschränkung der Arbeits⸗ zeit in Spinnereien, Webereien und Wirkereien usw., wird durch diese Bekanntmachung nicht berührt. 1 3 7 . Beschlagnahme von insten. Die in der Zeit vom 7. 8 bis 29. Februar 1916 Ebenso wird bestraft, wer fahrlässig die vorgeschriebenen —: hne Belegschein gesponn Garne find Di Garne dil ee eee ohnw—. wolle, Baumwollabgängen, Baumwollabfällen jeder Art und Kunst⸗ Bekanntmachung. Betr.: Ausbruch der Maul⸗ und Klauenseuche im Kreise Büdingen. 2 n Himbach ist die Maul⸗ und Klauenseuche ausgebrochen 5 ießen, den 8. Dezember 1915. 5 Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Hemmerde. —.— k..—.—...—.k.—..ꝶ.— Veredelulngsbetriebe, Händler und an andere Käufer nur gegen ordnungsmäßigen Belegschein(ogl 8 4 Abf. 2) ausgeliefert werden. Nicht beschlagnahmt sind Garne, die aus Kunstbaumwolle oder aus Baumwollabfällen mit Ausnahme von Stripsen und Kämmlingen, oder aus in der Flocke gebleichter oder gefärbter Baumwolle— mit Ausnahme der grauen, grau⸗melierten und mafoimitat⸗gefärbten— hergestellt sind; ihre Ablieferung ist ohne Belegschein zulässig. Das Gleiche gilt für Gespinste, die auf Grund 1 vor eee gegenwärtiger 833 er⸗ teilter Ausnahmebewilligungen, in denen eine agnahme nicht verfügt war, hergestellt worden sind. 8 8. Veredelungsverbot. In den Fällen des 8 5 ist das Bleichen und Färben von Baumwolle, Baumwollabgängen, Stripsen und Kämmlingen in der Flocke verboten, soweit es sich nicht um Herstellung von Ge⸗ spinsten handelt, für welche Belegschein Nr. 3 vorliegt. J Das Bleichen, Färben, Zwirnen und sonstige Veredeln der be⸗ schlagnahmten Garne im eigenen oder fremden Betriebe ist, solange nicht durch Belegschein Nr. 3 der Nachweis erbracht ist, daß die be⸗ treffenden Garne zur Erfüllung von Lieferungen an die Heeres⸗ oder Marineverwaltung bestimmt sind,* 8 9. 5 Meldung, Verwahrung und Aufzeichnung von Gespinsten. Am Ende eines jeden Monats ist über Menge, Art und Num⸗ mer der im Laufe des Monats mit oder ohne Belegschein erzeugten Gespinste Anzeige zu erstatten. Die hierzu erforderlichen Vordrucke — Belegschein Nr. 5— sind beim Webstoffmeldeamt durch Post⸗ karte anzufordern; die erste Meldung ist am 31. Dezember 915 an das Königlich Preußische Kriegsministerium, Kriegs⸗Rohstoff⸗ Abteilung, Sektion W II, Berlin SW' 48, Verlängerte Hedemann⸗ straße 10, abzusenden. Ueber Menge, Art und Nummer der be⸗ schlagnahmten Gespinste sind besondere Verzeichnisse zu führen. Ihre Packungen(Kisten usw.) sind mit der Aufschrift„Beschlag⸗ nahmte Gespinste“ zu 0 10 0 Bestehenbleiben früherer Beschlagnahmen. Die bisher in Geltung gewesene Bekanntmachung, betreffend Veräußerung, Verarbeitung und Beschlagnahme von Baumwolle, Baumwollabgängen und Baumwollgespinsten— WII 2548/7. 15. K. R. A.—, bleibt insoweit in Kraft, als sie betrifft: f a) die Beschlagnahme don Baumwolle und Baumwollabgängen, welche sich im Besitz von Nichtverarbeitern befinden und deren Veräußerung an Selbstverarbeiter nicht bis zum Ab⸗ Lauf des 28. August 1915 erfolgt war; ö b) die Beschlagnahme, Verwahrung und Aufzeichnung der in den Baumwollspinnereien in der Zeit vom 14. August 1915 bis 4. September 1915 aus Baumwolle und Baumwollab⸗ gängen hergestellten Gespinste, soweit ihre Herstellung nicht gegen Belegschein oder auf Grund besonderer Freigabe er⸗ folgt war.„ i Im übrigen wird die bisherige Bekanntmachung ere 0 81 Ausnahmebewilligung. Für die Bewilligung von Ausnahmen von den vorstehenden Vorschriften ist das Königlich Preußische Kriegsministerium, Kriegs⸗ Rohstoff⸗Abteilung, Sektion WII, Berlin SW 48, Verlängerte Hedemannstr. 10, zuständig. f Frankfurt(Main) den 7. Dezember 1915. 0 Stellv. Generalkommando 18. Armeekorps. * XVIII. Armeekorps. Stellvertretendes Generalkommando. Abt. IIe /B. Tgb.⸗Nr. 5339. f Frankfurt(Main), 3. Dezember 1915. Betr.: Höchstpreise für Benzolspiritus. 1 Gemäß K. M. 1614. 11. 15. 47 V sind die in der Verfügung vom 1. August 1915 Nr. 235/7. 15. A7 Vs 7 genannten Höchst⸗ preise für piritus 57 70 B 30 550 von be auf 61,60 Mk. für Benzolspiritus(Mischung 25 B 75 Sp) von 75 auf 60,50 Mk. für 100 Kilogramm gefallen. b Die Aenderung der Höchstpreise tritt als Folge des heutigen Der Kommandierende General: Spirituspreises ein. Freiherr von Gall, General der Infanterie. 1 C an Ohne Rücksicht auf den früheren Wert verkaufen wir unsere noch vorrätigen garnierten 58 98 an 9 Damen- Hätte zu folgenden Durchschnittspreisen: 4„ 828, B22„, IDs 6 aus unserer Posten Posten l. Posten lll Posten IV 5 4 f 1 4 Utz-Abteilung. A Salomon& Cie.. Giessen- Schulstr. U 1 0— 1 mmm Simmentaler Spezial- Angebot besonders preiswerter 95644 Bulle Ki G 125 15 i 558 e Don Diet 5 fähig, Elt a denen e Minder mäntelm-Nleid chen en aden für form, 3 5 Zell le röße 50 em 55 em em em= Bgster. Merschrod, Zeil⸗ Lenses n A schwarzer Plüschmantel mit W 55 0 N 0 50— bach(Station Mücke). nermieten. Näheres nna e Mark 9.75 10.50 11.25 12.00— bi in aller Ar- Breil. 8 Ghblisbänme e Wohnung von 3 Zimmern und Zubehör zu verm. Frankf. Str. 89. 1 [Verschiedene Parterre und II. Stock Frankfurter Strasie 25, für sosort oder später beziehbar, zu verm. Schöne Wohnungen m. allem Zubehör. Näher. im Hause und durch L. 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Dezember 1915. Die Beerdigung findet Freitag, den 10. d. Mts., nach- mittags 2½ Uhr, auf dem neuen israelit. Friedhof statt. Wir bitten, von Beileidsbesuchen und Blumenspenden absehen zu wollen. Statt besonderer Anzeige! Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerz- liche Nachricht, dass gestern morgen unsere liebe treu- sorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante, Katharina Becker Witwe geb. Einhäuser im Alter von 43 Jahren unerwartet nach langem, mit Geduld getragenem Leiden sanft entschlafen ist. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Margarete und Marie Becker Geschwister Einhäuser. Balerlandisch Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme, die uns in 80 reichem Masse bei dem Hinscheiden unserer lieben Mutter zu teil wurden, sagen wir unseren herzlichsten Dank. Giessen und Frankfurt am Main, 7. Dezember 1915. Danksagung. * 06570 Karl Noll und Frau Fritz Noll und Frau. er Vortrag Am Montag, den 13. Dezember, abends 8½ Uhr wird im Saale des Gesellschaftsvereins(Klubsaal), Sonnenstraße Herr Lic. Dr. Paul Rohrbach-Berlin Der Vortrag hat keine parteipolitische oder konfessionelle Tendenz. über das Thema sprechen Die Brücke zum Orient Eintritts⸗ karten zu 1.50 Mk. für reservierte und numerierte Plätze erster Reihen, für ß für reservierte und numerierte Plätze weiterer Reihen und für 50 Pfg. und 20 Pfg. für alle anderen Plätze sind im Vorverkauf zu haben in der Ferber'schen Universitäts-Buchhandlung, und in der Zigarrenhandlung von Richard Buchacker, Neuen Bäue Seltersweg, 9555 Der Vorstand der Fortschrittlichen Volkspartei Gießen Alten-Buseck, Mainz, Köln, z. Zt. im Felde und in Koblenz, den 9. Dezember 1915. Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 10. Dezember, nachm. 2½ Uhr statt. 9579 Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, mein einziges, liebes, braves Söhnchen, unser gutes, unvergessliches Brüderchen und Enkelchen Wasserdichte Westen mit Wollfutter Mk. 12 aubßerordentlich bewährt u. viel verlangt (1 Pfd.-Paket per Post). Westen in Leder, Polz, Wolle usw. Gummi- und Regen- hautmäüntel 18150 Ausrüstungsgegen- atände für OflHIzlere, Hannsehaften u. Pferde Anfertigung in eigner Werkstatt IE SSOHEN EI RKONZERT VEREIN Kirchenaufführung Freitag, den 10. Dezember, abends 7½ Uhr — in der Giessener Stadtkirche Beethovens Messe in C.dur— Opus 86. H. von Herzogenbergs weinnachts- Oratorium: „Die Geburt Christi“ Leitung: Professor G. Trautmann. Aus führende: Solisten: Das,, Stuttgarter Oratorien- 942 wie andere Gäste, und abzurufen. Ernst im nahezu vollendeten 5. Lebensjahr in die Ewigkeit In tiefer Trauer: Frau Helene Geissler, geb. Seipp, W., nebst sonstigen Angehörigen. Lollar, den 9. Dezember 1915. 1 Feldpost gendungen Edgar Borrmann Aug. Kilbinger Seltersweg 79. empsiehlt billigst Versanddosen und Pappschachteln Eisenbandlung. ua Die Beerdigung findet Freitag, den 10. Dezember, nach- mittags um 3 Uhr statt. 9562 Rheumatis- mus, Ischias, Gicht Chor: quartett“(Kammersänge- rinnen: E. Tester und M. Diestel. Konzertsänger: H. Ackermann u. L. Feuerlein) Der Akademische Gesang- verein, der Evangelische Kirchengesangverein, so- Orchester: Orgel: die evangelische Kknaben- und Madchenchorschule. Mitglieder der Kapelle des Ersatz-Bat. d. Inf. Regts. ,, Kaiser Wilhelm“. Herr Otto Görlach. Der Bechsteinlagel wurde von dem Hofpianolortelager von Viln. Rudolph, Sellersweg, gübgst A fertügung Jeslel) Eintrittskarten: 1. Platz 3 Mk., 2. Platz 2 Mk., 3. Platz 1 Mk.(für nicht im Offiziersrang stehende Militärpersonen 30 Pfg.). Studentenkarten 75 Pfg., unnumerlert bez. Stehplatz 50 Pfg. in der Musikalienhandlung von Ernst Challier, Telephon Nr. 671. Am Tage der Aufführung auch bei Herrn Kaufmann Hubert Heinz, gegenüber d. Stadtkirche. Der Leberschuss komm! Hriegswonllabrtszuechen zugule. bioellaung der Hirche 7 Uhr. Mehrfachen Wünschen entsprechend wird die heute Donnerstag, 7½ Uhr abends, Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste, sowie für die zahlreichen Blumenspenden und die trostreiche Grabrede des Herrn Pfarrer Schulte sagen innigsten Dank 9547 Familie Ludwig Lang II. Familie Johs. Schupp VII. Grossen-Linden, den 7. Dezember 1915. Danksagung. fla. Taschenlampen Für die vielen Beweise herzlicher Teil— für unsere Krieger nahme, sowie für die zahlreichen Blumen⸗ in allen Preislagen. spenden bei dem Heimgange meines lieben Ia. hellste Sparbirnen, eee wir auen Jg Dauer⸗Batterien Carl Schunck, langjäbrig, Militärlieferant, mit Kriegslieferungen für die Truppenteile betraut, loo 9528 Familie Louis Adam. Gießen(Sonnenstr. 1), den 8. Dez. 1915. können Sie selbst be- kämpfen. Ich will nichts verkaufen. Auskunft erteilt, Kostenlos 194940 Brandt, Miegsschulbeamter a 0. Halle a. S. 252, Jakobstr. 4. eine öffentliche sein. Kaufmann Hu in der Stadtkirche stattfindende Hauptprobe Zintrittskarten 50 Pfg. bei Ernst Challier und bert Heinz, gegenüber der Stadtkirche. Betr.: Belohnung von Dienstboten. Bekanntmachung. Wir beabsichtigen, auch diesmal wieder Beloh⸗ nungen an Dienstboten des Sparkassenbezirkes zu verteilen. Belohnungen können von 5 zu 5 Jahren solche Dienstboten im engeren Sinne erhalten, welche bei der Herrschaft Kost und Wohnung haben und sich darüber, sowie über gute Führung durch Zeugnisse ausweisen können. Von Vollendung der 5 Dienst⸗ jahre kann nur dann im letzten Dienstjahr abge⸗ sehen werden, wenn der Dienstaustritt durch Ein⸗ berufung zum Heeresdienst, durch Auflösung des Haushalts oder durch Gründung eines eigenen Haushalts erfolgt. Es werden hiernach alle diejenigen Dienstboten, welche nach diesen Bedingungen auf eine Belohnung glauben Anspruch erheben zu können, aufgefordert, sich unter Vorlage der Dienstbücher, eines Zeugnisses der Herrschaft über gute Führung, sowie eines etwaigen Sparkassenbuchs(die Angabe der Nummer des Buches genügt ebenfalls) bei unserer Kasse oder der Bürgermeisterei des Wohnorts bis zum 31. De⸗ zember l. Is. zu melden. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Bezirks werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung auf geeignete Weise zur Kenntnis der Ortseinwohner zu bringen. Gießen, den 2. Dezember 1915. Bezirkssparkasse Gießen. 92920e Zacheis. 9416 D In diesen Wintertagen kebren wieder so viele frierende Wanderer in der Herberge zur Heimat ein, denen Kleider, Strümpfe und Schuhe fehlen. Wenn diese an den Türen Faun werden, werden sie erfahrungsgemäß meist ver⸗ auft und in Schnaps umgesetzt. Darum bitten wir, ge⸗ tragene Sgchen an unseren Hausvater, Herrn Loh, Hinter der West⸗Anlage 11, senden zu wollen, der für zweckent⸗ sprechende Verwendung sorgen wird. Auch Gaben an Geld zur Ausrichtung einer Weihnachtsbescherung werden mit Dank entgegengenommen. Die Sachen werden auf Abe auf telephonische oder schriftliche Mitteilung bin, abgeholt. 5 Der Vorstand der Herberge zur Heimat. Professor Schian. ö empfehle: Kognak i. bruchsicherer Rum Holzpackung LIRKöRE d. Firmen Hart- [wigkantorowiez A.-G. Posen, KarlMampe, Berlin Bevorzugte Marken sind: Berliner Kümmel! Cherry Brandy Kurfürstl. Magenbitter Halb& Halh Podbipieta(Altpolnischei Reiterlikör) Arüne Pemeranzen Frakt. Feldkocher— Puübelt Güldenwasser ete. Sicher wirkende Ungeziefer- Mittel Mediz.-Drogerie z. Kreuzplatz Fernsprecher 706 9874 Kreupla