6 a ö ö Nr. 287 Der Slehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gleßener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis- latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wletschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleß1 Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. General⸗Anzeiger für Ob Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstr. 7. Montag, 6. Dezember 1915 Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel ⸗ A ährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Ein neuer bulgarischer Sieg südwestlich von Prizren. Große neue Erfolge der Türken. TB.) Großes Hauptquartier, 4. Dezember. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplaß. Die Kampftätigkeit wurde auf der ganzen Front durch unsichtiges, stürmisches Regenwetter behindert. Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Die bereits im deutschen Tagesbericht vom 2. Dezember zum Teil richtig gestellte russische Veröffentlichung vom 29. November entspricht auch in ihren übrigen Angaben nicht der Wahrheit. Bei dem russischen Ueber fall auf Newel (südwestlich von Pinsk), der nur unter einheimischen und mit bem Sumpf⸗ und Waldgelände ganz vertrauten Führern möglich war, fiel der Divisionskommandeur in Feindeshand, andere Offiziere werden nicht vermißt. Daß sich bei Koslince und Czartorysk deutsche oder österreichisch⸗ungarische Truppen hätten zurückziehen müssen, ist nicht wahr. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Die Kämpfe gegen versprengteserbische Abtei⸗ lungen im Gebirge werden fortgesetzt. Gestern wurden über zweitausend Gefangene und Ueberläufer ein⸗ gebracht. f Oberste Heeres leitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 5. Dezember. (Amtlich.) Westlicher und östlicher Kriegsschäuplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Balkan⸗Kriegsschauplatz. In erfolgreichen Kämpfen bei Plevlje und im Gebirge nordöstlich von Ipek wurden mehrere Hundert Gefangene ema f cht. Bulgarische Truppen haben südwestlich von Prizren den zurückgehenden Feindgestellt, ge⸗ schlagen und ihm über hundert Geschütze und große Mengen Kriegsgerät, darunter zweihun⸗ dert Kraftwagen, abgenommen. Im Jomas⸗Gebirge (östlich von Debra) und halbwegs Kreova⸗Ohrida wurden serbische Nachhuten geworfen. In Monastir sind deutsche und bulgarische Abteilungen eingerückt und von den Behörden wie der Bevölkerung freudig begrüßt worden. Oberste Heeresleitung. * EI „Der neueste bulgarische Kriegsbericht bestätigt die hoch⸗ erfreuliche Meldung, die wir gestern durch unsere deutsche Heeresleitung erfuhren, und liefert interessante Ergänzungen dazu: die Serben sind auft ihrem Rückzug südwestlich von Prizren noch einmal vernichtend geschlagen worden. So haben denn die Bulgaren als treue Befolger der besten deut⸗ schen Kriegsregeln dem geschlagenen Feinde keine Ruhe ge⸗ lassen und ihr Siegeswerk gekrönt. Es ist noch in frischer Er⸗ innerung, daß bei der Einnahme von Prizren, am 28. Nov., 16 000—17 000 Serben gefangen, 50 Feldgeschütze und Hau⸗ bitzen, 20 000 Gewehre, 148 Geschütze und sonstiges Kriegs⸗ material erbeutet wurden. Das wurde als das Ende des Feld⸗ zugs gegen Serbien betrachtet und war es auch. Der neue Sieg unserer Verbündeten bei der Verfolgung des geschlagenen Feindes ist wohl auf albanischem Boden erfochten wor⸗ den, und vielleicht hat die serbischen Flüchtlinge dieses schwere Geschick um so härter anfassen können, als sie nach vielfachen Berichten auch Kämpfe mit albanischen Freischaren hatten führen müssen. Die gewaltige Beute, die neuerdings wieder gemacht worden ist, zeigt uns, daß die Serben kein zu ver⸗ achtender Gegner gewesen sind und daß ihnen von ihren größeren Brüdern, Russen, Engländern und Franzosen, alle mögliche Hilfe bei der Ausstattung mit Kriegsmaterial zuteil geworden war— nur eben an der wirksamsten Unter⸗ stützung, an der erforderlichen Zahl von Hilfstruppen hatten sie es fehlen lassen und ihren Schützling damit völlig auf⸗ sitzen lassen. Jetzt soll es mit der Leitung der Hriegsoperationen auf der Seite unserer Feinde besser, einheitlicher werden. Joffre hat Kommandogewalt über die gesamten zösischen Streitkräfté erhalten. Aber es sind im Grunde doch nur vage Vermutungen, eitle W die von französischen Mitarbeitern italienischer Blätter geäußert werden, wonach Joffre jetzt an der Spitze des gemeinsamen Kriegsrats gegen die zögernden Engländer sich bemühen würde, es durchzusetzen, daß die Feldzüge in Mazedonien sowohl wie auf Gallipoli bis an ein gün 5 Ende durchgeführt werden. Dabei hatten französische Blätter selbst so häufig ge⸗ warnt und auf die gefährliche Lage gerade der Balkan⸗ Truppen hingewiesen! Freilich, der Zweck dieser Treibereien war auch nur immer, die Engländer für die Balkanfront heranzukriegen. Neuerdings haben englische und sranzösische Staatsmänner und Generäle in Calais wieder eine ihrer be⸗ liebten Konferenzen abgehalten. Wir zweifeln jedoch daran, daß solche Konferenzen überhaupt zur Beurteilung der Lage in Saloniki zuständig sind, denn die Haltung Griechen⸗ lands ist noch völlig ungeklärt, und neu auszurüstende Heeresteile der Entente können doch nicht ins Blaue hinein entsendet werden. Die Zentralmächte lönnen übrigens viel 55 3 geduldiger die Beschlußfassung Griechenlands und Rumä⸗ niens abwarten. Monastir ist von deutschen und bulgarischen Truppen besetzt worden und über der französisch-englischen Front zieht sich ein schweres Wetter zusammen. * In der italienischen Kammer hat der Minister⸗ präsident Salandra ausgesprochen, daß die Regierung sich vollständig Rechenschaft gebe von dem Ernste der inter⸗ nationalen Lage und von der Notwendigkeit, die Eintracht der Verbündeten aufrecht zu erhalten. Dann fuhr er fort, sein Vertrauen in den endlichen Sieg sei keineswegs erschüttert. Das sind merkwürdige Redewendungen, die denn auch einen Teil der römischen Presse schon zur Kritisierung der Salandraschen Leistung auf die Beine gebracht haben. Gleich⸗ wohl hat die Kammer dem Kabinett mit 405 gegen 48 Stim- men ihr Vertrauen ausgesprochen. Man fühlt es in Italien eben, daß die trüben Aussichten nun einmal nicht zu ändern sind und daß es jetzt, der allgemeinen Stimmung wegen, heißen muß, gute Mine zum bösen Spiele zu machen. Die Abrechnung wird später erfolgen. Wenn die Sonne über dem Balkan untergegangen sein wird und auch für den blauen Himmel Italiens drohende Zeichen bemerkbar werden. Hin⸗ denburg hat nach einer der vorliegenden Meldungen in dieser Beziehung der Zukunft wieder einmal den Weg gewiesen. * 8 Die österreichisch⸗ungarischen Tagesberichte. (WB.) Wien 4. Dezember Michtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 4. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Nichts Neues: Italienischer Kriegsschauplaß. Die Angriffstätigkeit des Feindes gegen den Görzer Brückenkopf und den Nordteil der Hochfläche von Do⸗ berdo hält an. Schwächliche Angriffe und Annäherungsversuche bei Oslavija und vor der Podgara wurden abgewiesen. Die Beschießung der Stadt Görz dauert fort. Gegen den Monte San Michele und bei San Martino griffen stärkere italienische Kräfte an. Unsere Truppen schlugen auch hier alle Vorstöße zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen haben gestern früh die Höhen füdlich von Pleplje im Sturm genommen. Auch bei Tresu⸗ jevica südwestlich von Sjenica wurden die Montenegriner geschlagen, BWestlich von Novipazar vertrieben bewaffnete Mos⸗ lims plündernde montenegrinische Banden. An Gefangenen wurden gestern bei Novipazar und Mitrovica insgesamt 2000 Mann eingebracht. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 5. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 5. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Stellenweise Geschützkampf. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern beschränkten sich die Italiener an der Isonzofront auf Geschützfeuer von wechseluder Stärke. Nur bei Oslavija versuchten sie bei Tag und Nacht ver⸗ einzelte Angriffe, die alle abgewiesen wurden. An der Tiroler Front entwickelte die feindliche Artillerie eine lebhafte Tätig⸗ keit gegen den befestigten Raum von Lardaro. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei Celebic kam es neuerlich zu einem größeren Ge— fecht. Die Montenegriner wurden durch eine von Foca aus eingreifende Gruppe an die Grenze zurückgewor⸗ fen. Südlich von Pleplje wiesen unsere Truppen heftige montenegrinische Gegenangriffe ab. Unter dem im Gebirge erbeuteten Kriegsmaterial befinden sich eine Million Infan⸗ teriepatronen und hundert Artillerie-Munitionsverschläge. Südlich von Novipazar wurden gestern abermals sechs⸗ hundert Gefangene eingebracht. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der bulgarische Bericht. Sofia, 5. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Bulgarischer General⸗ stabsbericht vom 3. Dezember: Nach der Zertrümmerung der Ser⸗ ben am 29. November bei Prizren zogen sich die Trümmer der serbischen Armee gegen Djakova und entlang der Beli Drini gegen Dibra und Skutari zurück. Unsere Truppen setzten die Verfolgung der Serben in beiden genannten Richtungen fort. Am 3. Dezember holten unsere entlang der Beli Drin i verfolgenden Kolonnen die Serben in der Stellung am linken Djumaufer ein, griffen sie energisch an, zersprengten sie und zwangen sie zum Rückzuge, welcher in pauikartige Flucht ausartete. Hier ließen die Serben 100 Feldkano⸗ nen und Haubitzen, 200 Automobile, eine ungeheure Menge Kriegsmaterial, 150 Trainfuhrwerke und derartige Mengen von Uniformen und Ausrüstungsgegenständen zurück, daß der Weg entlang der Beli Drini bis Kula Ljuma dadurch verlegt ist. In der Richtung auf Djako va zogen sich die serbisch⸗monte⸗ negrinischen Truppen beim Erscheinen unserer Truppen zurück und räumten Djakova, wobei sie sechs Haubitzen im Stiche ließen; unsere Kavallerie verfolgt sie gegen Djakova.— Nach Aussagen von Gefangenen mußte König Peter auf einer Tragbahre getragen werden, weil der Marsch entlang des Drini⸗Flusses west⸗ lich Kula Ljuma selbst für Pferde unmöglich ist. Die Eisenbahnverbindung Sofia—Nisch. Sofia, 5. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen⸗Agentur. Die Eisenbahnverbin⸗ dung zwischen Sofia und Nisch ist wieder herge⸗ stel lt. Der Zugverkehr hat heute begonnen. Grausamkeiten der Engländer und Franzosen gegen die bulgarische Bevölkerung. Sofia, 5. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Sonder. berichterstatter des Wolff-Bureaus meldet: Die En be länder und Franzosen jagten die bulgarische Bevölke⸗ rung aus vielen Dörfern im Gebiete von Tikwesch fort. 700 Greise, Weiber und Kinder, kamen in dem größten Elend in Radowitsch an. Die Verwendung der Aerzte. Berlin, 4. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Für die Ver⸗ wendung in Bulgarien kommen Zivilärzte vorläufig nicht in Frage. 2 Die neuen Befugnisse Joffres. Paris, 4. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Wie das„Jour⸗ nal“ berichtet, hat die Ernennung Joffres zum Ober⸗ befehlshaber der französischen Armeen gewisse Gruppen der Kammer veranlaßt, Aufklärungen über diese Ange⸗ legenheit zu verlangen. Infolgedessen hat der Heeresaus⸗ schuß bei Briand Schritte unternommen. Der Minister⸗ präsident erklärte, daß die dem Generalissimus zu⸗ erkannten neuen Befugnisse lediglich den Zweck haben, eine Einheit in der Leitung der militärischen Unternehmungen und ein engeres Zusammenwirken zwischen dem Oberbefehl der französischen Armeen und den im großen Hauptquartier stattfindenden fachmännischen Bera⸗ tungen der Verbündeten herzustellen. Briand fügt hinzu, daß die Regierung nicht die Absicht habe, General Joffre im Oberbefehl über die Armeen an der französischen Front einen i zu geben.„Petit Parisien“ will wissen, es sei ziemlich sicher, daß die unmittelbare Veran ich⸗ keit für die französische Front einer neuen, unter der Autorität des Generalissimus stehenden militärischen Per⸗ sönlichkeit werde anvertraut werden. Der General, der be⸗ rufen sei, diese Verantwortlichkeit zu übernehmen, und dessen Name baldigst bekanntgegeben werden dürfte, habe seit Beginn des Krieges glänzend bewährte Ausdauer und un⸗ übertrefflichen Mut sowie hervorragenden Scharfsinn bei der Lösung von Fragen bewiesen, welche durch die nicht vorgesehene Axt des Krieges hervorgerufen worden seien, Der„Temps“ kritistert die Engländer. Paris, 5. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) In einer Kritik der diplomatischen Lage sagt der„Temps“, es sei die feste Ueberzeugung der französischen Regierung, daß die Aufgabe Mazedoniens einen Fehler darstellen würde und weist darauf hin, daß zurzeit französische politische Per⸗ sönlichkeiten bei dem alliierten Großbritannien dieser Ueber⸗ zeugung Ausdruck zu geben und Geltung zu verschaffen am Werke seien. Es handele sich in der Tat darum, die Eng⸗ länder zu verpflichten, Verstärkungen zu ent⸗ senden, die eine Wendung in der Lage hervorrufen könnten, welche durch Unschlüssigkeit und Verschleppung allzusehr verschlimmert worden sei. Aus dem rumänischen Parlament. Bukarest, 4. Dez.(WTB. Nichtamtlich) In der Se⸗ natssitzung erklärte der Ministerpräsident Bratianu auf die Anfrage des Senators Argetojanu über die auswärtige Politik, daß er aus der durch die Umstände gebotenen Zurück⸗ haltung nicht heraustrete. Die Regierung könne nicht antworten. Ebensowenig antwortete sie auf die von Filipescu angekündigte Interpellation betreffend die Kriegsverwaltung, da es sich dabei um die Landesverteidigung handle. Soweit die Interpellation die Erwerbung einer Blaugasfabrik durch das Kriegsministerium be⸗ handle, erhalte Filipescu die gewünschten Unterlagen, ent⸗ gegen der ursprünglichen Entscheidung der Regierung. Fili⸗ 95 6 bestand auf der Forderung noch weiterer Unterlagen. ratianu erklärte jedoch, die Verantwortung für die Verweigerun aller Unterlagen zu übernehmen, deren Mitteilung er schädli für die Landesverteidigung halte. Er liefere gern Unterlagen aus, bei denen es sich um Anzweiflung seiner persönlichen Ehrer⸗ l handele. Filipescu erklärte: Ich verlange alle Unter⸗ agen, Bratianu antwortete: Sie bekommen sie nicht!(Leb⸗ hafter Beifall.) Argetojanu wunderte sich, daß Bratianu ihm nicht antworten wolle; habe dieser ihm doch wiederholt erklärt, er sei ein ebenso guter Rumäne wie Argetojanu. Bratianu bat den Interpellanten, ihm den Tag der Erklärung anzugeben.— In der Kammersitzung hat Delavrancea eine Anfrage an den Ministerpräsidenten gerichtet, die achtzehn Punkte enthielt, u. a. über die Rechte der Ausländer, über das Erscheinen verschiedenei Schriften zur Erregung volkstümlicher Strömungen, sowie die Einmischung von fremden Gesandten in die Politik des Landes und über die fremde Propaganda in der Presse. ————— Nees siepa)— Fer. Necla e un 9 e ge epo Olstiß rain. 5 Dee; „ ehe ese, N Ns 2 5 5 5 2 1 2 8 li 5 amen 2 N S 133 51 5 e 0 W 1 0 1 Gee Y broten, 0„nee Slfessge fel o Jueye dene*. 5 ov Mea, SN e f e glos due? fegen i Die 2 8 20 85 Tren ness Quemn o D 28 o gore 011 Strumicaꝰ 5 sole gin e tobe „ ssesss et! 8 J n , J Scan 2 D ebe , Seu 5 D NN u— e, Sen 9 W. oi * N 2 e 2 0 . gage 0 eee, 9 52 3 Senc, 32. 5 1 Seo 2 0 Se beuge munoiro 2 Dee 222 Eine neue Konferenz in Calais. London, 5. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau teilt amtlich mit: As quith, Kitchener und Balfour, begleitet von militärischen und maritimen Beratern, donferierten heute in Calais mit Briand, nach England zurück. * 8 555* 1 1 Der 66. Geburtstag Mackensens. 4 Berlin, 6. Dez. Feldmarschall von Hindenburg äu⸗ berte sich nach der Wiener„Neuen Freien Presse“ einem Tele⸗ gramm des„Berliner Lokalanzeigers“ zufolge Paul Goldmann 5 gegenüber dahin, daß sicher auch ferner die österreichisch-ungarische Armee gegen die Italiener siegreich bleiben werde. Ueber eine vernichtende Niederlage der Italiener würde er (Hindenburg) sich ganz besonders freuen. Dieser Krieg solle nicht seinen Abschluß finden, ohne daß die drei Hauptschuldigen, . England, Serbien und Italien, ihre gerechte Strafe erlitten. Daas seltsamste sei, daß die Völker der Alliierten Englands nicht merkten, wie sie nur für England sich aufopferten. Im Osten namentlich, sagte Hindenburg, habe das deutsche Heer die denkbar günstigste Linie erreicht. 0 Aus Warschau. Berlin, 6. Dez. Nach einer Grazer Meldung der„Deut⸗ schen Tageszeitung“ ist ein Schnellzugsverkehr War⸗ schau— Danzig über Mlawa eingeführt. Die Reise betrage acht Stunden.— Nach einer Meldung desselben Blattes haben sich an der War schauer Universität bereits gegen 900 Hörer einschreiben lassen. Der Chefredakteur des„Telegraaf“ verhaftet. g Amster dam, 4. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Chef⸗ redakteur Schröder von der Amsterdamer Zeitung „Telegraaf“ wurde heute nachmittag in seiner Wohnung von einem Geheimpolizisten verhaftet. Der Grund der Verhaftung ist vorläufig noch unbekannt. Cürtische Berichte über neue Kriegserfolge. Konstantinopel, 4. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Irakfront versucht der Feind, sich der Verfolgung durch unsere Truppen zu entziehen, indem er den Schutz seiner Kanonenboote aufsucht. Jedes derartige Halt⸗ 1 des Feindes verwandelt sich dank unserer energischen An⸗ griffe in Flucht. Am 1. Dezember kostete ein gleicher Versuch den gebe e große Verluste und brachte uns als Beute mehrere hundert Gefangene, zwei mit Lebensmittel beladene Transportschiffe, ein anderes Fahrzeug, sowie zwei Ka⸗ nonenbosote, zwei Munitionswagen und eine große Menge Kriegsmaterial. Unter den Gefangenen, die zum größten Teil Eng⸗ länder sind, befanden sich ein Major, ein Hauptmann und ein. Fliegerleutnant. Die beiden erbeuteten Kanonenboote sind sehr stark. Das Kanonenboot„Kemed“ führt zehn Geschütze, das Kanonen⸗ boot„Firikles“ vier Geschütze vom Kaliber 10,5 und 7,5 Zentimeter und drei Maschinengewehre. Der größte Teil der auf ihnen erbeuteten Geschütze befand sich in gutem Zustande. Das nonenboot„Firikles“ wird bereits gegen den Feind verwendet. Unsere vom Norden von Kut⸗el⸗Amara ausgesandten Streit⸗ kräfte greifen die sich zurückziehenden feindlichen Kolonnen in der Flanke an und fügen ihnen gleichfalls viele Verluste zu. N An der Kaukasusfront nichts von Bedeutung. An der Dardanellenfront zeitweilige, aber manchmal langanhaltende Feuergefechte mit allen Kalibern und mit Unter⸗ brechung. Bei Anaforta haben einige Kreuzer, bei Ari Bur⸗ nu ein Torpedoboot und ein Mpnitor und bei Sedd ül Bahr een Monitor und ein Panzerkreuzer an der Beschießung des Lan⸗ des teilgenommen, wobei sie unsere Stellungen wirkungslos be⸗ schossen. Unsere Artillerie zerstreute zwei feindliche Kompagnien Infanterie die sich auf dem Marsche nach Kutf uk⸗Kemikli be⸗ fanden, rief in dem feindlichen Lager bei Buyuk⸗Kemikli einen rand hervor und sprengte ein Munitionsdepot der feindlichen Bat⸗ texie in der Umgebung von Lalebaba⸗Tepe in die Luft. Unsere Ar⸗ tillerie brachte eine schwere feindliche Batterie südlich Azmakdere zum n Einer unsexer Flieger griff einen feindlichen Flie⸗ ger an, der das Feuer der 5 l leitete, und zwang ihn zum Landen. Bei Sedd ül Bahr auf dem rechten Flügel schleuderte der Feind während eines lebhaften e in reichlichem N . Maße Torpedos gegen Zentrum und linken Flügel. Unsere Artil⸗ lerie beschoß ferner feindliche Bataillone, die Uebungen ausführ⸗ ten, zerstreute den Feind und fügte ihm Verluste zu. Der Feind, der wie in unserem Bericht vom 2. Dezember gemeldet worden ist, durch seine 9— unser Hospitalschiff„Reschid Pascha“ trotz des Abzeichene des Roten Halbmondes, das durch internationale Verträge anerkannt ist, mit Bomben angreifen ließ, zögert anderer⸗ its nicht. alle seine militärischen Transporte unter der Genfer lagge vor unserem er zu schützen. So beförderte er nachts in zwei Hospitalschiffen Soldaten, die von ihm bei Tage auf diese Schiffe gebracht worden waren. Diese Handlungsweise zeigt die Machtlosigkeit des Feindes und den Grad seiner Achtung vor den einfachsten Gesetzen der Menschlichkeit. Gallieni und Admiral Lacasze und kehrten abends To pen, die am 2. Dezember 25 Kilometer zurücklegten, die Verfol⸗ folgung des Feindes, der sich in voller Auflösung zurückzieht, fort. Die Ortschaft Bagh Kale, dicht westlich Kut el Amara, wurde von unseren Truppen besetzt. Wir erbeuteten dort den feindlichen Schleppdampfer„Eleaven“, sowie einen mit Proviant, Mu⸗ nition und Kriegsmaterial aller Art beladenen Leichter von 250 nnen und machten einige Gefangene. Die Zahl der in einer ein⸗ zigen Woche gemachten Gefangenen beträgt acht Offiziere, 520 Mann. Das kürzlich erbeutete Kanonenboot„Firiklesse“ wurde in „Selman Pak“ umgetauft, weil die Engländer die sechs Diener des Grabes dieses Heiligen, das bei dem Orte desselben Namens liegt, getötet hatten. An der Kaukasusfront nichts Neues. An der Dardanellenfront war das gewöhnliche feind⸗ liche Feuer zu Lande und zu Wasser dank der kräftigen Antwort unserer Artillerie ergebnislos. Bei Kimikli Liman strandete ein von unseren Granaten getroffenes feindliches Drans⸗ bort schiff, während ein Torpedoboot die Flucht ergriff. Bei Ari Bur nu vernichteten wir vor Kaulisirt ein feindliches Ma⸗ schinengewehr. Bei Sedd ül Bahr fand in der Nacht zum 3. Dezember ein heftiger Bombenkampf statt. Der Feind schleu⸗ derte zahlreiche Lufttorpedos gegen unser Zentrum und den linken Flügel. Unsere Artillerie traf mit vier Granaten ein fernd⸗ liches Panzerschiff, welches aus der Bucht von Saros die Gegend von Kavak Köprü beschoß. Das Panzerschiff stellte sein Feuer ein und entfernte sich. Sie zwang auch ein Torpedoboot zur Flucht, welches versuchte, sich den Inseln in dieser Bucht zu nähern. Auf dieser Front wetteifern in den letzten Tagen unser o Flieger in glänzenden Leistungen. Ein von unserem Fliegerleutnant Hali Rizza geführtes Militärflugzeug schoß bei Sedd ül Vahr ein feindliches Flugzeug herunter und zwang durch Bombenwürfe ein feindliches Panzerschiff, sich zu entfernen. Ein Torpedoboot, das dem Panzerschiff zu Hilfe kommen wollte, lief auf Grund. Darauf eröffnete unser Flieger ein Ma⸗ schinengewehrfeuer gegen die auf Deck des Panzerschiffes befind⸗ liche Besatzung, sowie auf die des Torpedobootes und zwang durch sein Feuer ein feindliches Flugzeug, welches ihn angreifen wollte, sich zurückzuziehen. Am 2. Dezember griff derselbe Flieger einen feindlichen Monitor, der unsere Stellungen beschoß, an und traf ihn, wie man feststellen konnte, mit seinen Bomben. Der Monitor sah sich gezwungen, das Feuer einzustellen. Konstantinopel, 4. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Nach weiteren Meldungen aus Bagdad verfolgt die türkische Armer die Engländer. Der Befehlshaber derenglischen Trup⸗ pen floh nach Bassorah. Die Türken erbeuteten auch einen radiotelegraphischen Apparat. onstantinopel, 4. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die türkische Armee hat in Mesopotamien einen neuen Erfolg errungen. Sie erbeutete noch zwei englische mit 15 Zen⸗ timeter⸗Geschützen ausgerüstete Kanonenboote. Das englische Eingeständnis der Niederlage in Mesopotamien. London, 5. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) In einem amtlichen Bericht über die Gefechte in Mesopotamien wird mit⸗ geteilt: Wie bereits gemeldet, hielt General Townshend das Schlachtfeld bei Ktesiphon besetzt und wies alle Gegenangriffe zu⸗ rück, bis die Verwundeten und 1600 türkische Kriegsgefangene weggebracht waren. Hierauf trat er mit Rücksicht auf die erlittenen großen Verluste und auf die Ankunft türkischer Verstärkungen den Rückzug an. Die ge⸗ samten britischen Verluste betrugen 4567 Mann. In der Nacht vom 30. November lieferte Townshend gegen eine viel stärkere Abteilung ein Nachhutgefecht. Dabei verloren wir ungefähr 150 Mann und zwei Flußdampfer, die infolge des feindlichen Feuers aufgegeben werden mußten, nachdem die Kanonen und Maschinen unbrauchbar gemacht worden waren. Townshend machte in seinem Bericht Mitteilung von der Ent⸗ schlossenheit der Truppen und der guten Ordnung, in welcher sie den Rückzug ausführten. Nach den letzten Berichten befand sich der General einige Meilen von Kutelamara, wohin sich seine Truppen zurückzogen. Englische Verluste. London, 4. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) In der Unterhaussitzung vom 2. Dezember fragte der Natio⸗ nalist Lynth, wie groß die Verluste an der West⸗ front bei Loos in den letzten drei Monaten gewesen sind, und um wieviel die Front in den letzten drei Monaten vor⸗ gerückt ist, ferner, wie groß die Verluste der Australier seit der Landung auf Gallipoli sind und wie weit ihre Front vorrückte Tennant erwiderte, es wäre sehr unerwünscht, genaue Angabe über die Stellung der Fronten zu machen. Die Verluste der Engländer, Indier und Kanadier betrugen in den drei Monaten etwa 95 000 Mann, die der Australier etwa 25 000 Mann. London, 4. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die am 3. De⸗ zember veröffentlichte Verlustliste weist die Namen von 118 Offizieren, darunter 83 aus Mesopota⸗ tamien, und 689 Mann auf. Die kanadische Kriegsanleihe. Ottawa, 4. Dez.(WTB. Nichtamtlich. Reuterschen Bureaus. Der Finanzmini daß die Regierung beschlossen hat, anleihe von 50 Millionen. Dollars zu er hö Meldung des ber teilt mit, den Betrag der Hriegs⸗ auf 100 Millionen hen, so daß alle über die anfänglich angeforderte Summe hinausgehenden Zeichnungen bis auf 6 Millionen Dollar angenommen werden. 50 Millionen Konstantinopel, 5. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt init: An der Jrakfront setzten unsere Trup⸗ wurden verwendet, um die ursprünglich vorgesehenen kana⸗ dischen Streitkräfte aufzustellen 15 ee die rest⸗ lichen 50 Millionen, um einen Kredit für den Reichsschatz einzurichten, der zu Munitionseinkäufen und Sanierung des Wechselkurses dienen soll. — Der Seekrieg. London, 4. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der britische Dampfer„Widdleton“ ist versenkt worden. 19 Mann der Besatzung landeten in Malta, einer davon ist schwer verwundet, vier sind umgekommen.— Der britische Dampfer „Clan Mac Leod“ ist versenkt worden. Aus dem Reiche. Die Fortschrittliche Volkspartei und die Friedensziele. Der Zentralausschuß der Fortschrittlichen Volkspartei hat folgende Entschließung gefaßt: 5 Der Zentralausschuß blickt mit Stolz und Dankbarkeit auf die großen Erfolge, welche Deutschland und seine Bundesgenossen im Weltkriege errungen haben, und gibt im Bewußtsein der Kraft, Opferwilligkeit und Unermüd⸗ lichkeit des deutschen Volkes und Heeres dem festen Vertrauen Ausdruck, daß es in Bälde gelingen werde, der Welt den Frieden zu bringen, den sie ersehnt. Er verwehrt sich gegen den anmaßenden Anspruch seiner Feinde, daß trotz ihrer 1 auf allen Kriegsschauplätzen sie uns die Bedingungen dieses Friedens vorschreiben wollen. Er ist überzeugt, daß diese Bedingungen dem Deutschen Reiche nicht etwa, wie e Gegner heute noch träumen, besten⸗ falls Wiederherstellung des Zustandes vor dem Kriege, vielmehr dauernden Schutz gegen fremde An⸗ griffe und bleibende Mehrung seiner Macht, seines Wohlstandes und, soweit immer seine Sicherheit es — 5 erscheinen läßt, auch seines Gebietes bringen werde.. Der Zentralausschuß glaubt, daß im„ mit dem Abschluß des Friedens auch das Verhältnis zwi⸗ schen dem Deutschen Reiche und der österreichisch⸗ ungarischen Monarchie im Siane weitgehender und bleibender Annäherung der beiden Reiche auf politi⸗ schem, militärischem und wirtschaftlichem Gebiete 8 und damit die Möglichkeit eines, Anschlusses der lkan⸗ länder und des türkischen Reiches an die beiden Zentral⸗ mächte geschaffen werden soll, Berlin, 4. Dez.(WTB. Nichtamtlich,) In: Haupt⸗ ausschuß des Reichstages erklärte Staatssekrelär Dr. N daß mit seiner Zustimmung zweimal 200 Mill. Mark zur Bekämpfung der Lebensmittelteuerung zur Verfügung gestellt worden seien. Die erhöhte Familienunter⸗ 850 stützung solle den Minderbemittelten die Beschaffung ihres Lebens⸗ unterhaltes erleichtern. Demselben Zweck dienten die Ausgaben für die Arbeitslosen. Die Unterstützungen für die Textilarbeiter würden zur Hälfte vom Reiche getragen. Wenn der Slaat Sum⸗ men hergebe für die Aufzucht von Schweinen, so sei das im In⸗ teresse der Konsumenten zu begrüßen. Was von Reichs wegen in dieser Hinsicht geschehen könne, werde geschehen. Es müsse daran erinnert werden, daß die Verhältnisse bei uns besser seien, wie in anderen Ländern, die viel größere Preissteigerungen auf dem Lebensmittelmarkt hätten. Hier aufklärend zu wirken, halte er auch für eine wichtige Aufgabe der Presse, die dazu beitrage, die Einigkeit zu erhalten. Berlin, 4. Dez.(WTB Nichtamtlich.) Der„Reichs⸗ anzeiger“ meldet die Verleihung des Ritterkreuzes mit Schwertern des Königlichen Hausordens von Hohenzollern an den Leutnant Immelmann bei einer Feldflieger⸗ abteilung. Aus Stadt und Cand. Gießen, 6. Dezember 1915. Der Kinderbischof. Ciner der merkwürdigsten mittelalterlichen Kirchen⸗ bräuche knüpfte sich an den Nikolaustag. Im Mittelalter war die Kinderbes. ing am Tage des heiligen Nikolaus, des Schutzpatrons der Kinder, allgemein üblich. An diesem Tage fand in vielen christlichen Kirchen Deutschlands das Fest des Hinderbischofs statt. Dieses war beispiels⸗ weise in Hamburg im 13. Jahrhundert vollkommen ein⸗ ebürgert. Es wurde in der Kirche die Wahl des Kinder⸗ ischofs vorgenommen, die die Einleitung zu einer Zeit der Kinderherrschaft bildete. Der Kinderbischof blieb bis zum 25. Dezember, eine Zeitlang sogar bis zum Feste der unschul⸗ digen Kinder felt ber), in seiner Würde und ahmte in der Kirche selbst alle die kirchlichen Gebräuche nach. Er hatte einen Kinderklerus, eine ganze Hierarchie von Priestern unter sich. Bei den von Kindern ausgeführten geistlichen Funktionen spielte der prophetische Esel des Bileam aus der alten jüdischen. als Verkünder des Sterns der drei Könige eine große Rolle. Er wurde feierlich zum Altar geleitet und dort mit einem Liede begrüßt. In Ham⸗ burg durfte sich ferner die R schon am Andreas⸗ tage(30. November) einen Kinderabt wählen, der im Prä⸗ latenschmuck ihren Prozessionen voranging und in den Kirchen sowie bei sonstigen Feierlichkeiten alle Vorzüge genoß. Am Nikolaustage mußte er jedoch seine Würde 1 um dem Kinderbischof zu weichen. Im Jahre 1305 ordnete eine Vereinbarung zwischen Rat und Dom⸗ kapitel das Wahlverfahren dahin, daß das Recht der Wahl den Kirchendomherren(Scholares Canonici), d. h. einer Reihe von Domschülern zustehen sollte; bei Wah streitig⸗ keiten präsentierte das Kapitel einen Kandidaten, der dann gewählt werden mußte. Der erwählte Kinderbischof zog sofort im bischöflichen Ornat in den Dom, wo er am Altar einen Ehrenplatz e und dem Gottesdienste bei⸗ wohnte sowie nachher selbst eine geistliche Rede hielt. Darauf folgte der feierliche Umzug durch die Stadt, voran der Kinderbischof zu Pferde und hinterdrein die übrige Jugend, teils in priesterlicher Tracht, teils im Maskenkostüm, und ein Jestschmaus beschloß den e Das wiederholte sich dann jeden Sonn⸗ und desttag bis zum 25. oder 28. Dezember. Es war ein echt mittelalterliches Kinderfest. In Mainz wurde die Wahl des Kinderbischofs erst im Jahre 1779 abgeschafft; in Regensburg wählten die Kinder später erst am Tage der Unschuldigen Kinder einen Bischof und führten ihn im Pomp in der Stadt herum. Auch in der englischen Kirche wurde dieser Brauch geübt. Der Knabe, der den Bischof Nikvlaus darstellte, wurde in Prozession herumgetragen, segnete die lachende Menge und durfte auch die Kanzel besteigen. Der englische König Eduard 1. hörte auf seinem Kriegszuge nach Scholllend im Jahre 1299 bei New Castle die Vesper von einem sol Chorknaben. In Salisbury hatte der Knabenbischof sogar das Recht, alle Pfründen zu vergeben, die während dieses Tages erledigt wurden. Unter 75 VIII. wurde der Brauch zwar klb⸗ geschafft, aber sein Na folger führte ihn wieder ein. A Aus zei nungen. Wilhelm Rinn, Der Ge 1 n L pen 3, erhielt am apferkeitsmedaflle. die Hessische T 0 f wehrmann Heinrich Schmidt, der seit Kriegsbeginn im Land⸗ e Nr. 116 steht, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.— Dem Ersatz⸗Reservisten erdinand Paul vom Infanterie⸗Regiment Nr. 99 und dem Musketier Heinrich Paul vom Infanterie⸗Regiment Nr. 65, Söhne der Witwe Marie Paul, Asterweg 23, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.— Der Kriegsfreiwillige Otto Schäfer aus Leihgestern im Landwehr ⸗Infanterie⸗Regiment Nr. 116 wurde unter Verleihung der Hessischen TabferkeitsmedailleMess zum Gefreiten befördert. 5 e Amtliche Personal nachrichten. Der Groß⸗ herzog hat am 6. November dieses Jahres den Obergüter⸗ b in der Hessisch⸗Preußischen Eisenbahngemeinschaft Georg Berckigzu Mainz auf sein Nachsuchen vom 1. Dezember 1915 an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß den Cha⸗ rakter als„Rechnungsrat“ verliehen.— Am 5. November d. J. wurden der Zugführer Philipp Keller zu Frankfurt a. M. und der Weichensteller J. Klasse Georg Dinges zu Hofheim i. Ried, beide in der Hessisch⸗Preußischen Eisenbahngemeinschaft, auf ihr Nachsuchen vom 1. Dezember 1915 an in den Ruhestand versetzt. n Weihnachtsliehesgaben für unsere Marine. Für unsere tüchtigen Blaujacken sind die Spenden sehr reichlich eingegangen. Die Gießener Bevölkerung hat bewiesen, wie warm ihr Herz für unsere Seehelden schlägt, wie herzlich gerne sie darauf A. bedacht war, ihnen ein sinniges Weihnachtsfest zu bereiten. Mit inniger Dankbarkeit und aufrichtiger Freude erkennt Großadmiral bon Koester in folgendem Dankschreiben, das Prof. Völzing erhielt, diese rührende Opferwilligkeit an: 6 5 Kiel, den 30. Nov. 1915. Ew. Hochwohlgeboren bestätige ich den Eingang des gefl. Schreibens vom 25. d. M. Allen Spendern bitte ich meinen erzlichsten Dank auszusprechen. Ganz besonders aber möchte ich rer Hochwohlgeboren, als dem Leiter der Sammlungen für die unausgesetzte Fürsorge und Tätigkeit im Interesse unserer braven Blaujacken danken. Dieses Gedenken der Heimat wird unseren Kämpfern zu Wasser und zu Lande ein weiterer Ansporn sein, durchzuhalten, bis das Ziel erreicht ist. Mit vorzüglicher Hoch⸗ achtung v. Koester, Großadmiral⸗ In diesem und in zwei weiteren Schreiben bestätigt Groß⸗ admiral v. Koester den Empfang der Geldspenden und teilt mit, daß der Betrag zum Ankauf von Liebesgaben für Weihnachten e und dazu beitragen wird, unseren tapferen Blaujacken Weihnachtsfest zu verschönern. i Vom Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz wird uns geschrieben: Die Einzelwünsche unserer Soldaten im Felde haben 1 seit Winterbeginn stark ver⸗ mehrt, Taschenlampen mit Ersatz⸗Batterien, Messer, Pfeifen, Wämse, Socken und Kopfschützer, aber auch viele andere Sachen werden erbeten. Alle diese Einzelwünsche, bis jetzt etwa 3000, mit insgesamt etwa 15 000 Gegenständen, wurden und werden von der Materialien⸗Abteilung in Darmstadt alsbald erfüllt. Tausende von Postkarten bekunden den Dank der Empfänger, aber auch den festen Willen, durchzuhalten bis zum siegreichen Ende des Welt⸗ krieges. Daß die sogenannten„Einsamen“ und„Vergessenen“ be⸗ sondere Berücksicheigung erfahren, ist selbstverstänblich. Die Weih⸗ nachtsliebesgaben des Roten Kreuzes für die Feldgrauen, namentlich nach den entfernteren Kriegsschauplätzen, rollen bereits ihrer Bestimmung entgegen. Der andere Teil wird bald folgen. Die Militärbehörden haben es übernommen, dafür zu sorgen, daß keine Trupoe, Kolonne usw vergessen wird und daß— en— die Gaben rechtzeitig eintreffen. Die Liebesgaben für die Mannschaften sind in große, sogenannte Einheitskisten, bestimmt für je 100 Mann, die Gaben für Offi⸗ ziere in kleine Kistchen, bestimmt für je fünf Mann, verpackt. Die Geschenke für Mannschaften und Offiziere sind gleichartig zu⸗ sammengesetzt. An einer reichen Liebesgabensendung des Hessischen 5 für unsere Marine hat sich das Rote Kreuz eteiligt. Das ee eee in den Kriegslazaretten wird vom Zentralkomitee Roten Kreuzes in Berlin beschenkt wer⸗ den. Für Verwundete und Kranke in Feindesland fertigt zurzeit unsere Materialien⸗Abteilung 12 500 Einzel pakete. * Der kupferne Sonntag, der gestern von förm⸗ lichem Frühjahrswetter begünstigt war, hatte einen wahren Strom von Menschen nicht nur aus den nächsten Landorten, sondern selbst aus en Teilen der Provinz in unsere Stadt geführt, wo die bis 7 Uhr verlängerte Geschäftszeit inlänglich Gelegenheit gab, Einkäufe aller Art zu machen. einzelnen Geschäftszweigen war der Umsatz recht gut. Stark wurde Schuhwerk und besonders warme Sachen, die meistens für unsere Feldgrauen in Feindesland bestimmt waren, gekauft. Die Geschäfte mit Spielsachen klagen sehr, daß nur billige Artikel e werden, was bei den hohen Lebensmittelpreisen allerdings erklärlich erscheint. Besonders gut war der kupferne Sonntag in den Geschäften, wo die Landkundschaft einzukehren pflegt. Es ist ja eine alte und auch löbliche Gewohnheit, daß die Gießener Be⸗ völkerung die Sonntage nicht dazu benutzt, bei unseren Geschäftsleuten, außer bei denen der Lebensmittelbranche, einzukehren. Dieser alte Brauch ist besonders an den drei Sonntagen vor Weihnachten lobenswert, weil es den meisten Geschäftsleuten unmöglich sein würde, an den flotten Ge⸗ schäftstagen sich eingehend mit der Stadtkundschaft zu be⸗ 4 8 Es ist der Wunsch unserer Geschäftswelt, daß dafür im aufenden Monat die Wochentage möglichst frühzeitig vor dem Feste Veranlassung geben mögen, daß sich die Gießener Kundschaft recht zahlreich einstellt, um ihre Einkäufe zu machen. * Die Mehlverteilungsstelle des Kommunal- verbandes Gleßen teilt uns mit: In der letzten Zeit ist es häufig vorgekommen, daß sowohl hier in der Stadt, als auch draußen auf dem Lande von gewissen Leuten behauptet wurde, der Kommunalverband in Gießen habe„hartes“ verdorbenes Mehl der vorjährigen Ernte an größere Landwirte zu einem sehr billigen Preis zum Zwecke der Verfütterung abgegeben. Es wird hiermit ausdrücklich sestgestellt, daß der Kommunalverband in Gießen weder verdorbenes Mehl besessen, noch solches zu obigem Zwecke jemals abgegeben hat. Die Verbreiter solcher Gerüchte werden zur Rechen- schaft gezogen, falls dem Kommunalverband ihre Namen be— kannt werden. r Seife. Wir geben im folgenden eine Zuschrift aus Fabrikantenkreisen wieder: Durch die Preisperöffentlichung für ife, die durch die Kommungl⸗Verbände geliefert wird, ist viel⸗ 55 bei dem Publikum der Glaube erweckt worden, als set der reis von 75 Pfg. für das Pfund der allgemeine oder gar Höchstpreis für Kernseife. Den einschläglichen Geschäften sind durch diese Preisangaben viele Auseinandersetzungen und Weitläufig⸗ keiten mit dem Publikum entstanden. Es sei deshalb darauf hingewiesen, daß der Preis von 75 Pfg. sich nur auf die von r. d gelieferte Qualität und Menge bezieht. Der Zweck dieser Maßnahme soll lediglich der sein, der minderben ttelten Bevölkerung billige Seife zu beschaffen. Nachdem vom Bundesrat die Preise für Oele und Fette fest⸗ esetzt wurden, dürften auch Verkaufspreise für Seife staatlich sestgeseßt werden und solche kaum niedriger, sondern vielfach höher sein wie die bisherigen Kleinverkaufspreise. a * Stadttheater. Vom Stadttheater wird uns mit⸗ geteilt: Der hübsche und beliebte Schwank„Die Großstadt⸗ luft“ wird in der morgigen Abonnementsvporstellung neu ein— studiert in Szene gehen.— An Neuheiten stehen in Vorbereitung das Schauspiel„Armut“ von Anton Wildgans, das Lustspiel -Die selig e Exzellenz“ von Presber und Stein und die Komödie„Münchhausen“ von Friedrich Lienhard,— Schön⸗ herrs„Weibsteufel“ wird durch ein Gastspiel des Darm⸗ städter Hoftheaters zur Aufführung gelangen. * Konzertverein. Die am nächsten Freitag, den 10. De⸗ Zember in der Stadtkirche stattfindende geistliche Mu ⸗ sikaufführung ist ein Chorkonzert. Die Aufführun in der Kriegszeit, in der die Reihen der Gesangvereine 1 lichtet sind, könnt t, 6 stark— als ein Wagnis erscheinen, wenn der Alademische Ge⸗ sangverein, der sonst den 1 stellt, auf sich allein angewiesen wäre. Die gute Sache hat ssen bereitwillige und in ber voran⸗ Enn Kirchenaufführung schon bewährte Unterstützung durch n Evangelischen Kirchen verein und eine Reihe ande⸗ rer sangeskundiger Gäste gefunden, so daß der Chor hinreichend stark ist. Es ist ein besonderes Verdienst des Leiters des Konzertes, Professor Trautmann, daß er uns mit einem verhältnis⸗ mäßig selten gehörten Werke bekannt macht, nämlich mit der kleinen Messe von Beethoven, wie sie zur Unterscheidung von ihrem Schwesterwerke, der großen Missa solemnis, bezeichnet wird. Wäh⸗ rend diese schon dreimal in Gießen aufgeführt wurde, gelangt jene zum ersten Male hier zu Gehör. Mit der C⸗Dur⸗Messe schlug Beethoven ganz neue Bahnen ein und hob sie in Form und Ver⸗ tonung des Textes weit über den zur Zeit Haydns und Mozarts errschenden Typ hinaus. Er bringt in einer Weise, in der es bis thin nicht üblich war, die Solostimmen in engste Verbindung mit dem Chor, so daß eine polyphonische Wirkung erzielt wird und der Gesang stellenweise achtstimmig erscheint. Die Uraufführung des an musikalischen Schönheiten über⸗ reichen Werkes erfolgte im Jahre 1807 in der Ka⸗ pelle des Fürsten Esterhazy, zum Geburtstage der Fürstin. Das echt Beethovensche Werk ist leider noch nicht so bekannt, wie es nach Gehalt und Gestalt verdiente. Umso interessanter wird die Bekanntschaft für viele sein, denen es trotz seines ehrwürdigen lters eine Neuheit bedeutet. Das wundervolle Sanctus und der Schlußchor mit seinem in der jetzigen Kriegszeit besonders ein⸗ drucksvollen, inbrünstigen Verlangen nach Frieden— dona nobis pacem— werden noch lange nachklingen. Die andere, zur Auffüh⸗ rung kommende Chorkomposition ist H von Herzogenbergs Oratorim„Die Geburt Christi“. Es wurde schon einmal vom evangelischen Kirchengesangverein hier gesungen und hat großen Eindruck nterlassen. Der Komponist(1843 in Graz geboren und 1900 in Wiesbaden gestorben) hatte die Gabe in reicher Melodik und feiner Kontrapunktik zu schaffen und dem klangschönen Werke doch den streng kirchlichen Charakter zu wahren. Hervorragend ist seine Art der Verwendung bekannter geistlicher Lieder. So hat er uns vertraute, fromme Weisen(Es ist ein Ros' entsprungen: Kommt ihr Hirten u. g.) in das Gefüge der sehr erheblichen Solo⸗ partien und Chöre kunstvoll verwoben und mit Weihnachtsstimmung zu erfüllen verstanden. Sein Name als feinsinniger Komponist— er war u. a. Vorsteher einer Meisterschule an der Hochschule für Musik in Berlin— ist bekannt genug und gerade sein Weihnachts⸗ oratorium hat sich in musikalischen Kreisen Anerkennung und Freunde erworben. „Durch Pulverdampf und Kugelregen“ benennt ein gewisser Arno Waschke aus Liegnitz bei Breslau ein Buch, das 800 Seiten stark und mit Bildern versehen sein soll und das er gegen Voreinsendung von 0,75 Mk. zusenden werde. Arno Waschke ist allem Anscheine nach ein Betrüger, der von Stadt zlt Stadt zieht, seine Lockanzeige in den Zeitungen veröffentlicht und die Vorauszahlungen einsteckt, ohne das in Aussicht gestellte Buch zu liefern. Sollte der Aufenthalt des Waschke bekannt werden, so wolle man dies unverzüglich der Zentralstelle zur Be⸗ kämpfung der Schwindelfirmen in Lübeck mitteilen. Dort wollen auch von Waschke Geschädigte ihre Beschwerden vor— bringen. Landkreis Gießen. e. Lang⸗Göns, 6. Dez. Die Hessische Tapferkeits- Medaille wurde dem Reservisten Herm. Krausch von hier de he der schon seit Kriegsbeginn beim Juf.-Regt. 116 im elde steht. g A Langsdorff, 4. Dez. Zum Vizefeldwebel befördert wurde der Turnlehrer Karl Roth in Worms, gebürtig von hier. Kreis Büdingen. Büdingen, 6. Dez. Das Hessische Sanitätskrenz erhielt der Unterarzt Spengler, die Hessische Tapferkeits⸗ medaille der Gefreite Strauch im Reserve⸗Inf.⸗Rgt. 116. ib Mittel⸗ Gründau, 6. Dez. Durch einen Granatschuß starb bei Tahure der Lehrer Georg Christmann, Unteroffizier der Reserve. Er wirkte früher an hiesiger Schule, in Blofeld und Eckartshausen. Kreis Friedberg. FC. Friedberg, 6. Dez. Dem Kreise Friedberg sind von der Zentral⸗Einkaufs⸗Gesellschaft in Berlin 248 Sack Reis über⸗ wiesen, die in der nächsten Zeit eintreffen werden. Auf den Kopf der Bevölkerung entfallen etwa zweidrittel Pfund. Der Abgabe⸗ preis im Kleinhandel an die Verbraucher ist auf 0,50 Mk. für 1 Pfund festgesetzt und darf nicht überschritten werden. A Friedberg, 6. Dez. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt der Landsturmmann Rein heimer. „FC. Vilbel, 6. Dez. Infolge der Versetzung des Pfarr⸗ assistenten Fiedler von hier nach Michelstadt wurde die kirch⸗ liche Gemeinde Massenheim von hier getrennt und der Kirchen⸗ gemeinde Nieder⸗Erlenbach zugeteilt. I Beienheim, 6. Dez. Vorgestern wurde der an seiner schweren Verwundung im Reservelazarett zu Bielschowitz ver- storbene Musketier Frank auf dem hiesigen Friedhose unter zahl⸗ reicher Beteiligung beerdigt. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Aus Rheinhessen, 6. Dez. Wildschweine haben sich in Rheinhessen und in der Rheinpfalz häufig gezeigt, und sich sogar in den Bereich der Festung Mainz gewagt. Man braucht sich daher auch nicht zu wundern, wenn man hört, daß im Walde bei Ober-Olm zwei Sauen erlegt worden sind. Bei Nieder-Olm war ein Tier angeschossen worden, worauf sich das ganze Rudel nach dem Ober⸗Olmer Walde wandte, dort dann umstellt und gejagt wurde. Hessen⸗Nassau. fra. Vom Dünsberg, 5. Dez. Ueberall in den aus⸗ gedehnten Waldungen am Dünsberg ertönt wieder die Axt des Holzhauers. Da es vielfach an Arbeitskräften mangelt, so finden viele Kleinbauern in dem Königlichen Forst oder in den Gemeinde- waldungen eine lohnende Winterbeschäftigung. Schon vor Tages- anbruch ziehen die fleißigen Arbeiter hinaus in die Wälder, um ungeheure Holzvorräte zu schlagen, und da die Tage sehr kurz sind wird die Arbeit gewöhnlich nur einmal durch ein einfaches Mahl unterbrochen. Auch der Holzhauer sieht es gerne, wenn Frost— wetter eintritt, wodurch seine Arbeit sehr gefördert wird. — Frankfurt a. M., 6. Dez. Bei Dacharbeiten am Lager⸗ haus des Westhafens stürzte der Dachdecker Philipp Ochs aus großer Höhe ab. Er war 7 45 718 dem großen Baldaufschen Geschäftshause, Mainzer Landstraße 193, geriet der Kaufmanns⸗ lehrling Wilhelm Blank beim Einsteigen in einen Fahrstuhl mit dem Kopf zwischen Stuhl und Schachtwand, so daß der Tod auf der Stelle eintrat.— Eine schreckliche Todesart wählte der 60 jährige Invalide Westexrmann. Er trank in der chemi⸗ schen l von Zimmer in Sachsenhausen eine große Flasche Schwefelsäure vollständig leer. An den Folgen der dabei erlitte⸗ nen furchtbaren Verbrennungen starb Westermann nach wenigen Augenblicken. Die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft be⸗ schlagnahmt. 4 Fe. Wiesbaden, 5. Dez. Nachdem am 20. September d. Is. 18 Offiziere und 32 Mannschaften der Türkei von der Dardanellen-Front, in bekannter Weise als Gäste des„Deut⸗ schen Genesungsheims“ eingetroffen waren und in Wies⸗ baden Genesung ihrer Verwundungen suchen, traf gestern eine zweite Gruppe von 24 Offizieren unter Führung des Major Mehmed⸗Hamili Bey in Berlin ein. Die Herren stiegen im Kaiserhof und Savoyhotel ab und nahmen im Zoologischen Garten das Mittagsmahl ein, wobei sie von den maßgebenden Behörden herzlich begrüßt wurden. Am Abend traten 20 Offiziere, zwei blieben in Berlin, die Reise nach Wiesbaden an, wo sie heute früh 9 Uhr 5 Min. eintrafen und am Bahnhof von dem Geschäftsführenden Vorsitzenden des Deutschen Genesungsheims, Beigeordneten Borgmann, empfangen wurden. Unter den türkischen Gästen befindet sich so zu rd eine historische Persönlich⸗ keit, nämlich Hauptmann und Kommandeur der 9. Komp. türkischen Infanterie⸗Regiments 26, Bach ri, der als erster 4 1 0 Offizier und Soldat der türkischen Armer an den Darda⸗ nellen schwer verwundet wurde. ul. Limburg, 6. Dez. Vorgestern nachmittag 3 Uhr wurde auf dem Neumarkt unter außerordentlich zahlreicher Beleiligung der ganzen Bevölkerung das Ehrenmal„Stock in Eisen in feierlicher Weise eingeweiht. Die e hielt Landgerichts⸗ präsident de Niem, der auch den ersten Nagel eisschlug. Die Feierlichkeit wurde verschönt durch die Mitwirkung der Kapelle des Landsturmersatzbataillons 1 und des Buchdruckergesangvereins „Typographia“.— Bei der Schlußprüfung der Hilfsschwestern vom Roten Kreuz konnte sämtlichen 17 jungen Damen das Helferin⸗ nendiplom überreicht werden. Vermischtes. Einweihung des Leipziger Hauptbahnhofs. In Anwesenheit der Vertreter der preußischen und der sächsi⸗ schen Regierung und anderer staatlichen und kommunalen Behörden sowie geladener Gäste erfolgte am 4. Dezember in feierlicher Weise die Schlußsteinlegung zum Leipfiger Hauptbahnhof. Sie wurde durch eine Ausprache des Vorstandes des Sächsischen Eisen⸗ bahn⸗Neubau⸗Amtes für die Bahnhofsbauten in Leipzig, Bau⸗ rat Rohde, eingeleitet. Nachdem die Schlußstein⸗Urkunde ein⸗ gelegt worden war, leitete Staatsminister v. Seydewitz die üblichen Hammerschläge mit einer Ansprache ein. Er begrüßte die Vollen⸗ dung dieses mächtigen Bauwerkes als einen ragenden Markstein in der Geschichte des europäischen Eisenbahn⸗Bauwesens. Der Bau selbst sei ohne irgendwelchen Unfall zu Ende geführt worden. Der Minister gab die drei ersten Hammerschläge ab, es folgten Ansprache und Hammerschlag des Vertreters des preußischen Mi⸗ nisters der öffentlichen Arbeiten, des Ministerialdirektors Ober⸗ baudirektors Dorner, dem sich eine Reihe weiterer Hammer⸗ schläge anschloß. Mit einem Rundgang durch die Bahnhofsanlagen schloß die angesichts des Ernstes der gegenwärtigen Zeit in ein⸗ fachstem Rahmen gehaltene Schlußsteinfeier. —— 2— Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 7. Dez. 1915: Zunehmende Bewölkung, zeitweise Regenfälle, keine Temperatur- Letzte Nachrichten. Kein Durchzug russischer Truppen durch Rumänien. Sofia, 6. Dez. Der hiesige Korrespondent der„Köln. Ztg.“ erfährt vön unterrichteter Seite, daß die rumänische Re⸗ gierung am 28. November der russischen neuerdings erklärt habe, keinen Durchzug durch das rumänische Gebiet zu gestatten und sich jeder Gewalt zu widersetzen In Sofia herrscht all⸗ gemein die Meinung vor, daß Griechenland nicht mit dem Vier⸗ verband gehen könne, besonders wegen der letzten. Note, die mit ihrer Forderung, Saloniki für die Entente freizugeben, eine Ver⸗ gewaltigung Griechenlands bedeute.. König Peter geht nach Paris. ö Amsterdam, 6. Dez. Aus zuverlässiger Quelle erfährt der Korrespondent der„Voss. Ztg.“, daß König Peter zu dem bis⸗ herigen französischen Gesandten in Serbien vor einigen Tagen sagte, noch im Juli habe ihm Rußland fest versichert, daß für Serbien nichts zu fürchten sei. Es hätte damals nicht viel gefehlt, daß serbische Truppenabteilungen nach einem anderen Kriegsschauplatz abgegeben worden wären. Die serbische Regierung traute Rußland vollkommen. Gegenüber den anderen Verbündeten hatte Rußland keine Verpflichtungen und Frankreich war immer Serbiens Freund. Wäre Rußland mit der erwarteten Aufrichtigkeit seinen Versprechungen nachgekommen, dann hätte die Lage auf dem Balkan sich anders gestalten können, noch ehe die Heere Deutschlands daran denken konnten, eine Offensive gegen die serbische Front zu unternehmen.— König Peter denkt in aller Kürze nach Paris zu reisen, wo er einstweilen bleiben will. Der König ist sehr krank und sein Gemütszustand ist erschüttert. Der Schiffsverkehr nach Archangelsk. Kristiania, 6. Dez. Rußland macht die größten Anstreng⸗ ungen, den Schiffahrtsverkehr nach Archangelsk so lange wie mög⸗ lich aufrecht zu erhalten. Der Handelsattachs der Vereinigten Staaten hat seiner Regierung berichtet, es bestehe die Absicht, die gegenwärtige 14tägige Verbindung der großen Schiffahrtslinien Archangelsk New Pork während des Winters, wenigstens aber bis Ende Januar aufrecht zu erhalten. Zurzeit seien 15 Eisbrecher in Archangelsk stationiert. Japanische Schachzüge. Rotterdam, 6. Dez. Die japanischen eee schaften haben auf Veranlassung der Regierung in Tokio die Frachtraten für Edelmetalle bedeutend erhöht, um eine weitere Goldgusfuhr nach den Vereinigten Staaten zu ver⸗ hindern. Wie der„Commerce“ mitteilt, werden jetzt 5 Prozent gegen ¼8 bis 1 Prozent gefordert.. TT* rr 5 892985 . 1 5 irn N SS QUE 10 Pfd. P 5. 0 Heliesteste Veihnachtsge . Salem Mleikum 5 See 5 alem Gold 8 5 aun 5881 SA 6 S 10 Pfd. Sk. — 1 b 2 Fpang. Kirchengefangberein. Epang. Kirchengesangverein. — Zu der Kirchen⸗Aufführung des Konzertvereins in der Stadtkirche am 10. Dezember erhalten die inaktiven Mit⸗ salieder des Ev. K. G. V. je eine Eintrittskarte für einen numerierten Platz zu ermäßigtem Preis. Die Eintritts⸗ karten können in der Musikalienhandlg. C. Challier gegen [Vorzeigen der Mitgliedskarte in Empfang genommen werden. 9474 Der Vorstand. TTT 10 Stunden Lieht 6 Pfg. 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