„ — nt. 28“ Der Heßener A 9 erscheint läglich, er Sonntags.— Beilagen: 9 5 viermal wöchentlich* Sießener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗. latt für den Kreis Gießen 577 (Dienstag und 1 105 1 8 zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Feitfragen General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstr. 7. für die Schriftleitung 112 fangen. Erstes Blatt Fernsprech- Anschlüsse: Verlag, Geschäftsstelleß l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Samstag, 4. Dezember 1015 Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und 9 Bermischtes und Ge richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Der Fall von Monastir. Wichtige Verhandlungen (WT B.) Großes Hauptquartier, 3. Dezember. Westlicher Kriegsschauplatz. Zwei feindliche Monitore beschossen wirkungslos die Gegend westlich von Westende... Südlich von Lombartzy de(bei Nieuport) wurde ein französischer Posten überrascht. Einige Gefangene fielen in Amtlich.) unsere Hand. Im übrigen zeigte die Gefechtstätigkeit an der Front keine Veränderung gegen die vorhergehenden Tage. Südlich von Roye mußte ein französischer Doppeldecker im Feuer unserer Abwehrgeschütze landen. Die Insassen, zwei Offiziere, wurden defangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf dem größten Teil der Front hat sich nichts 75 Be⸗ deutung ereignet. 5 ö Bei der Heeresgruppe des Generals v. Linsingen überfielen unsere Truppen bei Podezerewice ze am Styr (nördlich der Eisenbahn Kowel—Sarnt) eine vorgeschobene russische Abteilung und nahmen sechsundsechzig Mann ge⸗ Balkan⸗Kriegsschauplatz. Im Gebirge südwestlich von Mitrovica spielten sich erfolgreiche Kämpfe mit vereinzelten feindlichen Abteilungen ab. Dabei wurden gestern über zwölfhundert Serben gefangen genommen.. Oberste Heeres leitung. 8 8 Unter dem Druck der vielen Hiobsbotschaften stürzen die ngländer sich umso eifriger auf die Hoffnung, durch Aus⸗ E hungerung uns zu besiegen. So sind gestern in beiden Häusern des englischen Parlaments öffentliche Verhand⸗ lungen gepflogen worden, die das Interesse und das Stau⸗ nen der ganzen Welt hervorrufen werden. Die Herren des englischen Unterhauses haben nicht nur ohne Scham das Faß der Haager Konvention geleert, sondern der Regie⸗ Tungsvertreter Lord Robert Cecil, der jüngst so epoche⸗ machende Erklärungen über die wachsende Barbarei in Deutschland abgegeben hat, enthüllte neue ungeheuerliche Anmaßungen, deren das Inselreich wiederum gegenüber einem kleinen neutralen Staate, nämlich Holland, sich schul⸗ dig gem; hat. England habe, so sagte er, im Haag ver⸗ schärfte Schutzmaßregeln gegen die Wiederausfuhr von Fetten und Oelen nach Deutschland durchgesetzt, und britische Bücherrevisoren seien damit betraut worden, von Zeit zu Zeit Einblick in die Bücher der holländischen Fabriken und Großhändler zu nehmen. Wir glauben kaum, daß die holländische Regierung freiwillig und aus eignem Herzens⸗ antrieb den unverschämten Weltbeherrschern in dieser Weise entgegengekommen ist. Holland befindet sich bezüglich seiner Handelsinteressen England gegenüber in einer Zwangslage. Es hat leinen Anlaß, es auf einen Konflikt dabei ankommen zu lassen, so lange die geforderten und zugestandenen Maß⸗ regeln praktisch nicht unbequem werden. In wieweit die englischen Bücherrevisoren mit ihrer Schnüffelei wirk⸗ lich ernst machen, wissen wir nicht; es bedürfte zur wirk⸗ samen Durchführung dieses eigentümlichen Kontrollsystems eines organisatorischen Talents, das den Engländern, ge⸗ rade jetzt in der Wirrnis des Krieges, nicht recht zuzu⸗ trauen ist. Holland wird, das ist unsere Ueberzeugung, eines Tages die englischen Uebergriffe von sich abschütteln. Auch im Oberhause gab es wichtige Auseinandersetzun⸗ gen, Lord Potts mouth verstieg sich zu dem geräusch⸗ vollen Ausruf, daß England„den ganzen Plunder der Londoner Erklärung, Haager Abmachung und ähnlicher juristischer Feinheiten los⸗ werden und die Interessen Englands allem andern voran⸗ stellen“ müsse. Lord Lansdowne erwiderte darauf im Namen der Regierung, und es ist bezeichnend, daß er auf diesen un⸗ geheuerlichen Ausspruch kein Wort der Abweisung fand. Im Gegenteil, er stimmte zu: die Londoner Er- klärung„besäße keinerlei internationale Rechtskraft“. Die Londoner Deklaration trug an ihrer Spitze den Satz:„Die Signatarmächte sind einig in der Feststellung, daß die in den folgenden Kapiteln enthaltenen Regeln im wesentlichen den allgemein anerkannten Grund⸗ sätzen des internationalen Rechts entsprechen“. Der Ver⸗ treter der englischen Regierung hatte die Deklaration unter⸗ 1 aber ihre parlamentarische Genehmigung war im Oberhause gescheitert, so daß sie infolgedessen nicht ratifi⸗ ziert und nicht rechtskräftig werden konnte. Die„Köln. Ztg.“ erinnert daran, daß am 26. August 1914 aber trotzdem die englische Regierung erklärt hat, sie werde während des Krieges, soweit durchführbar, in Uebereinstimmung mit den Vorschriften der Londoner Deklaration handeln. Wäh⸗ rend des Kriegs hat die englische Führung so willkürlich an der„Deklaration“ herumgedoktort, daß es jetzt eigent⸗ ge ede Ahe wie 1107 n Papier vom amt⸗ i 9 als nichtig zerrissen wird. Ein feines Stück 1 810 85 f 5 8 b ö 5 5 3 läßt sich erfreulicherweisef eststellen, daß die neu⸗ tralen Staaten die Bewunderung und Scheu 06 der eng⸗ lischen Macht allmählich mit Mißtrauen und stiller Ab. neigung vertauschen. Nach den neuesten Meldungen schweben gzwise then und Konstantinopel wichtige Verhandlungen, griechische Notenaustausch mit der Entente . vermindert hat. Herr Sonni i sich gründlich geirrt zu haben, als er in der italienischen Kammer wohlgefällig auf die Entspannung in den Ver⸗ handlungen mit Athen hinwies. Und täuschen nicht alle Anzeichen, so wird auch Rumänien vom Vierverband abrücken. Dieses Land läßt sich weniger von den grotesken englischen Sprüngen blenden als von der realen Macht des russischen Nachbars beeinflussen. Einer unserer Berliner Mitarbeiter beleuchtet die Lage in Rumänien mit folgen⸗ den Mitteilungen: 5 Die englische Presse und ihre Kabeltrabanten behaupten seit vierundzwanzig Stunden, daß der Uebertritt Rumäniens auf die Seite der Zentralmächte bevorstehe. Für die„habgierigen Augen, Bratianus“ lasse man„als Köder eine Gebietsausdehnung! hängen. Schon dieser liebevolle Ton verrät alles. Es ist der Schrei ohnmächtiger Wut darüber, daß die neueste Bukarester Straßenhetze gegen den König und die bezahlten Stö⸗ rungen im rumänischen Parlament nicht zu den gewünschten Ziele geführt haben und daß Rumänien nun in Befolgung wirk⸗ licher, unparteiischer Neutralität seine Geschäfte mit dem neuen Vierbund macht. Mit der bulgarischen Regierung verhandelt die rumänische über Mittel und Wege, wie man die für Rumänien in Saloniti liegenden tausend Waggons Waren über Adrianopel nach Bukarest gelangen lassen kann, und das rumänische Amts⸗ blatt verkündet stolz die Zahlen der neuen Getreideausfuhr an die Mittelmächte. Das muß die Alliierten allerdings mächtig wurmen, und daher das Geschimpfe auf Bratianu und der Schreckensruf, 15„sich demnächst ein neuer Feind der Entente gegenüberstellen jürfte“. * 8 2 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 3. Dezember. Russischer Kriegsschauplatz. Stellenweise Geschützkampf und Geplänkel. Italienischer Kriegsschauplatz Nach den wieder gänzlich mißlungenen feindlichen An⸗ griffen der letzten Tage auf dem Tolmeiner Brücken⸗ kopf und auf unsere Bergstellungen nördlich davon trat gestern dort Ruhe ein. Bei Oslawija wurde heute nacht abermals ein Vorstoß der Italiener abgewiesen; ebenso scheiterten Angriffe auf den Monte San Michele und den Nordhang dieses Berges. Bei San Martino wurde eine italienische Abteilung aufgerieben, die sich mit Sand⸗ sücken herangearbeitet hatte. Görz stand unter besonders lebhaftem Feuer, das namentlich im Stadtinnern neuen be⸗ deutenden Schaden verursachte. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Westlich und südlich von Novipazar nahmen öster⸗ reichisch⸗ungarische Abteilungen, denen sich viele bewaffnete Mohammedaner anschlossen, vorgestern und gestern 3500 Serben gefangen. Bei den Kämpfen im Grenzgebiet zwischen Mitrovica und Ipek griffen auf unserer Seite zahlreiche Arnauten ein. An der Gedenkfeier, die unsere Truppen am 2. Dezember im Sandschak Novipazar und in Mitrovica begingen, nahm die einheimische Bevölkerung begeistert teil. * Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs ier Feldmarschalleutnant. Türkisch⸗griechische Verhandlungen. Köln, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Köln. Ztg.“ erfährt aus Sofia vom 1. Dezember: Von gut unterrichteter Seite erfahre ich, daß die türkisch⸗griechischen Be⸗ ziehungen einen neuen Grad hoher Wichtigkeit erreicht haben. Ministerpräsident Skuludis und der Groß- wesir haben herzliche Telegramme gewechselt. Die grie⸗ chisch⸗türkischen Verhandlungen finden gleichzeitig in Kon⸗ stantinopel und Athen statt, und betreffen die Regelung wirtschaftlicher Fragen, sowie den Besitzstand griechischer und türkischer Untertanen in beiden Ländern. Das schnelle Vorschreiten der Verhandlungen erweckt die Hoffnung auf eine volle politische Verständigung. Paris, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Den Still⸗ stand der Athener Verhandlungen führen„Ma⸗ tin“ und andere Blätter auf den Erfolg der zähen Arbeit der deutschen Diplomatie zurück. Des Königs Wunsch sei der Abmarsch der Truppen des Ver⸗ bandes. Man dürfe sich nicht wundern, wenn der Einigkeit mit Deutschland in diesem Wunsche die Einigkeit im Handeln folge. Hierüber seien aber keinerlei Vorsichtsmaßregeln in Saloniki getroffen, so daß nach Ansicht des„Matin“ eine weitere abwartende Haltung bei dieser Sachlage als sträf⸗ lich anzusehen sei. Der Irrtum Sonninos. Rom, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Messagero“ teilt mit, daß in der gestrigen Kammersitzung nach der Rede des Abgeordneten Micheli die Minister Sonnino und Salan⸗ dra schleunigst den Sitzungssaal verließen. Die Sitzung wurde unterbrochen. Beide Minister blieben etwa 20 Minuten im Mi⸗ nisterzimmer zu einer Besprechung. Bald verbreitete sich das Ge⸗ rücht, die Konsulta habe schlimme Nachrichten erhalten; die griechische Regierung habe ablehnend auf die letzten kriegerischen Forderungen des Vierverbandes geantwortet sowohl auf das Verlangen des freien Gebrauches des Hafens und der Bahnlinien von Saloniki wie auf die Forderung, die griechi⸗ schen Küsten überwachen zu dürfen, um zu verhindern, daß öster⸗ reichisch⸗ungarische Unterseeboote sie als Basis benutzten. Eine Be⸗ stätigung dieser Meldung liegt bisher nicht vor. — Griechenlands mit der Türkei. Die englische Seekriegführung. Die Besetzung vou Monastir. Mailand, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die Zeitun⸗ gen melden aus Athen: Monastir ist Donnerstag nach⸗ mittag 3 Uhr besetzt worden.. 1 Mailand, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber Bern. Magrini drahtet dem„Secolo“ vom 2. Dezember mittags aus Florina: Das serbische Heer zog sich heute früh aus Monastir in der Richtung auf Resna zurück. Mailand, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Magrini drahtet dem„Secolo“ aus Florina: Nachmittags 3 Uhr(Angabe des Tages fehlt, vermutlich Donnerstag) näherte sich bulgarische Ka⸗ vallerie, von Mogila kommend, Monastir bis auf zwei Kilometer. Um 4 Uhr nachmittags fuhr ein Automobil mit zwei Kavalleristen in die Stadt ein. Die amerikanische Flagge, die auf den als Hospitäler benutzten Schulen wehte, wurde durch die öster⸗ reichische ersetzt. Berlin, 4. Dez. Zum Fall von Monastir schreibt Major Moraht im„Berliner Tageblatt“: Falls sich die Eroberung der Stadt Monastir bestätigen sollte, so wäre sie ein weiterer Erfolg der bulgarischen Südarmee. Für die gesamte Kriegslage hat der Fall nur nebensächliche Bedeu⸗ tung, für die Bulgaren besitzt er Wichtigkeit. Er macht sie zu unumschränkten Herren des südlichen Zipfels von Süd⸗ mazedonien und gestattet, erhebliche Kräfte gegen die französische linke Flanke zu schicken, die zur⸗ zeit wahrscheinlich sich im Rückmarsch im Vardar⸗Tale be⸗ findet. Der Widerstand der Serben im Gebiet von Monastir war geradezu bewundernswert. Trotz schwerer Entbehrungen und scharfer Kälte haben die Serben Widerstand geleistet, solange es ging. Die fortgeführte Offensive gegen Montenegro. Berlin, 4. Dez. Wie die Wiener„Reichspost“ meldet, wurden infolge Fortschreitens der österreichisch⸗-ungarischen Offensive gegen Montenegro die öffentlichen affen in Cetinje über Albanien nach Italien gebracht. Der Sultan und Generalfeldmarschal v. Mackensen. Konstantinopel, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Sultan hat dem Generalfeldmarschall von Mackensen den Großkordon des Osmanie⸗Ordens verliehen. Aus Bulgarien. Sofia, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht über die Operationen am 1. Dezember: Die Lage weist keine Veränderung auf. 5 Sofia, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Privatkorrespon⸗ dent des W. T. B. meldet: Dank der Förderung durch den Kö⸗ nig konnte sich ein Teil der deutschen Sanitätsmis⸗ sion von Sofia nach Uesküb begeben, um nachher an der bulgarischen Front für die Pflege der Verwundeten zu sorgen. Der Chefarzt, Stabsarzt oldammer, reiste voraus, um die Einrichtung der Lazarette zu leiten. Mit einer deutschen Kraft⸗ fahrkolonne folgten heute vier Aerzte, 53 Schwestern und zahl⸗ reiches Hilfspersonal. Vor der Abreise von Sofia, die bei 21 Grab Kälte erfolgte, besichtigte die Königin, welche lebhaftes Inter⸗ esse daran nimmt, die Ausrüstung der Expedition. Sofia, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich.)„Narodni Prava“ schreibt: Die serbische Armee ist vernichtet. Nun irren in Albanien kleine Truppenkörper ohne Nahrung, Artillerie und Munition um⸗ her. Das Nest des Verbrechens und der Streithähne auf dem Balkan ist ausgehoben. Serbien besteht nicht mehr. Heil den Helden, die sich dem Vaterlande geopfert haben, Heil den Führern der verbündeten Heere, die so klug die Truppen zum Siege führten. Der Bericht des deutschen Hauptquartiers erkennt das Heldentum der bulgarischen Armee an und erkennt weiter an, daß sie ihre Aufgabe stets mit besonderem Erfolg ausgeführt hat. Diese Anerkennung freut uns ungemein. Wir sind glücklich, die würdigen Verbündeten der Eroberer Polens, Nordfrankreichs und Galiziens zu sein. Die bisherigen Erfolge unserer Verbündeten und unserer Armee sind die Bürgschaft, daß wir gemeinsam alle anderen Feinde besiegen werden, wenn wir stets einträchtig zu⸗ sammenwirken, und daß wir die Welt von der unersättlichen Begehrlichkeit der Entente befreien werden. Nur vierzig Tage genügten, um Serbien von der Landkarte wegzuwischen. Der Balkan ist von dem Uebel befreit, das ihn viele Jahre gedrückt hat. Der Stützpunkt der Entente auf dem Balkan ist dahin; ein trau⸗ riges Werkzeug der Entente ist für immer zerbrochen. Nach dem Werkzeug kommt die Reihe an die Drahtzieher der Ententemächte. Der Kampf ist hart, aber wir werden siegen, denn uns vereinigt der Kampf für die Sache der Menschlichkeit, weil es in unseren Reihen keine Söldner gibt, sondern Soldaten, die Brüder sind in der Verteidigung der heimatlichen Scholle. 55 Der türkische Bericht. Konstantinopel, 3. Dez.(WTB. Nichtamklich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Kaukasusfront beschränkt sich die Tätigkeit, da der frische Schnee stellenweise drei Meter hoch liegt und auch heftige Wirbelstürme einsetzen, nur auf be⸗ deutungslose Zusammenstöße der Patrouillen. An der Darda⸗ nellenfront setzte der Artilleriekampf aus; es fand heftiger Bombenkampf an einigen Stellen statt. Bei Anaforta ließ der Feind zwei Panzerkreuzer, bei Ari Burnu und Seddeül Bahr zwei Kreuzer eine Zeitlang an dem Feuer der Landbatterien teilnehmen. Unsere Artillerie antwortete der feindlichen Artillerie wirksam und verursachte bedeutenden Schaden an Teilen der feindlichen Schützengräben und bei seinen Truppen, die außerhalb der Deckungen beobachtet wurden, vernichtete eine feindliche Ma⸗ schinengewehrabteilung bei Anaforta und einige Bombenwerferstel⸗ lungen bei Ari Burnu. Außerdem erzielten unsere Artilleristen Volltreffer mit zwei Geschossen auf dem Hinterteil und mit einem Geschoß auf dem Verdeck eines feindlichen Kreuzers, der von den Küstengewässern von Sedd ül Bahr her das Feuer eröffnete, und zwangen diese Kreuzer, das Ferteer einzustelle: und sich zurückzuziehen. Eines unserer Flugzeuge warf Boml nungen im Betrage von 7000 Pfund, für Bagdad eine an⸗ 2500 rokko abhängigen Kriegsschauplätzen— wird einem Divi⸗ Joffre, Oberbefehlshaber der Nordostarmeen, wird zum dringende Geschäfte in Europa haben, Pässe auszustellen. Man Pazifischen Ozean mit Vorräten und Kohlen, die amerikanischen bout sehr england⸗Areundliche Ne der Versenkung des Dampfers„Ancona“ einen für die britische Dunch Deutch die britische Flotte allein es gewesen sei, die Deutschland ge⸗ meldet: Der griechische Dampfer„Zarifis“ ist ver⸗ lands sind in der ö 2155 gewaltige geit, die wir durchl Stadthaus stattfindenden Versammlung von Vertretern der Bürgerschaft, Behörden, Vereinen usw. zu erörtern.“ richt in einem Teile der Bürgerschafl mil Zustimmung be⸗ RI auf ein feindliches Dorpedoboot, das am Nordufer der Bucht von Saros, drei Kilometer westlich von Kap Iridsche strandete. Am 1. Dezember warf der Feind, ohne Schaden anzurichten, Bomben auf das Spitalschiff„Reschid Pascha“, das durch seine Gestalt und Farbe, sowie durch sichtbare Zeichen auch dem Feinde als Spitalschiff kenntlich ist. An den anderen Fronten leine Veränderung. Siegesfreude in Konstantinopel. Nonstantinopel, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die Nachricht von dem Siege der Türken über die Engländer in Mesopotamien, die gestern um die Mittagsstunde bekannt wurde, rief in der ganzen Stadt großen Jubel hervor. „Die Häuser legten sofort Flaggenschmuck an.— Die Bevölke⸗ rung von Bagdad hat unverweilt eine Sammlung zugunsten der Verwundeten eingeleitet. Die erste Liste enthält Zeich⸗ sehnliche Summe.— Ergänzenden Nachrichten zufolge sind drei englische Motorboote beschädigt worden; ein Motorboot sank.— Unter der Beute befinden sich auch Fahnen. Die„Times“ über die englische Niederlage bei Bagdad. London, 3. Dez.(WTB Nichtamtlich,) Die„Times“ sagt in einem Leitartiel: Die letzten Nachrichten über die Schlacht bei Ktesiphon ermutigen nicht zu der Hoff⸗ nung auf einen baldigen Vormarsch auf Bagdad. Die briti⸗ schen Verluste waren stark. Die Verwundeten wurden auf geschätzt; die Zahl der Gefangenen wird nicht ver⸗ öffentlicht. 8 Das Oberkommando der französischen Armee. Paris, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Infolge eines Berichtes des Kriegsministers Gallien i unterzeichnete der Präsident der Republik folgende zwei Erlasse: Erstens, Artikel eins: Der Oberbefehl über die nationalen Armeen— mit Ausnahme der Streitkräfte auf den vom Kolonialminister, dem Oberbefehlshaber der Land⸗ und See⸗ streitkräfte Nordafrikas und dem Generalresidenten in Ma⸗ sionsgeneral anvertraut, der den Titel: Oberbefehlshaber der französischen Armeen führt. Artikel zwei: Weitere Erlasse und Weisungen werden die Durchführungsbestimmungen des gegenwärtigen Erlasses regeln. Zweiter Erlaß: General Oberbefehlshaber der französischen Armeen ernannt. Die Friedens vermittlungsversuche von Amerikanern. Washington, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Staatssekretür Lansing hat bekannt gegeben, daß das Staatsdepartement beschloß, den Mitgliedern der sogenannten amerikanischen Friedensexpedition keine Pässe zu geben. Lansing begründete dies damit, daß es allge⸗ meiner Grundsatz des Departements sei, nur solchen Leuten, die betrachtet diesen Schritt als ein Anzeichen, daß die Regierung der Vereinigten Staaten die Friedensversuche von amerilanischen Pri⸗ vaten verurteile. In einem späteren Telegramm aus Washington wird mitge⸗ teilt, die Bekanntmachung Lansings beziehe sich nur auf Pässe nach den kriegsführenden Ländern. Bereits 75 Pässe seien nach neutra⸗ len Staaten ausgegeben worden; mehrere Pässe wurden aus tech⸗ nischen Gründen verweigert. 5 Der Prozeß gegen die„Hapag“ ⸗ Beamten in New York. New Mork, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Jury erklärte die vier Beamten der Hamburg ⸗Amerika⸗Linie, Karl Bunz, Joseph Hoch⸗ meister, Joseph Poppentans und Georg Kaster für schuldig, bei der Versorgung der deutschen Kriegsschiffe im Atlantischen und Neutralitätsgesetze übertreten zu haben. Das Urteil wird heute bekannt gegeben werden. ö Der Seekrieg. „Was macht die britische Flotte?“ Amsterdam, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Unter dem Titel„Was macht die britische Flotte?“ schreibt die Vork World“ aus Anlaß Flotte wenig schmeichelhaften Artikel, in dem es heißt: Wenn die „Ancona“ wirklich zu entkommen suchte, wie die Berichte der Fahrgäste bestätigen, dann wurde kein den Vereinigten Staaten land gegebenes Versprechen verletzt. Was die Tat selbst betrifft, so sollten die Londoner Blätter nicht fragen, was Amerika zu machen gedenke, sondern wie sich die britische, die fran⸗ zösis und die italienische Flotte dazu verhalten wollen. Als Deutschland die Versenkung der„Arabic“ verurteilte und den Vereinigten Staaten volle Genugtuung anbot, machten sich die Londoner Zlätter über die Vorstellung, daß Wilson einen großen diplomatischen Sieg errungen habe, lustig. Sie behaupteten, daß zwungen habe, den U⸗Bootkrieg aufzugeben. Jetzt ist die Tätig⸗ keit der deutschen U-Boote wieder aufgenommen worden. Und was wird nun aus dem glorreichen Triumoh, den die britische Flotte errungen haben wollte? Man kann nicht von der amerikanischen Diplomatie verlangen, daß sie auch noch die Arbeit der britischen Flotte verrichtet. ö * Lo britische Dampfer„Langtonhal!l“ wurde versenkt; ein Teil der Besatzung wurde gerettet. London, 3. Dez(WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agentur senkt worden. Ein Teil der Besatzung wurde von dem französischen Dampfer„Mira“ aufgenommen, die übrigen von einem anderen Dampfer in Malta gelandet. Aus Stadt und Cand. Gießen, 4. Dezember 1915. Ein Kriegswahrzeichen für Gießen. Uns wird ef„In zahlreichen Städten Deutsch⸗ etzten Zeit Kriegswahrzeichen zur Benagelung aufgestellt worden zur Erinnerung an die eben. Nachdem aus der iesigen Bürgerschaft wiederholt der Wunsch geäußert wor⸗ den ist, es möchte auch in Gießen ein solches Krie* zeichen errichtet werden, hat der Oberbür ister di Absicht, in aller Kürze diese Angelegenheit in einer im ——— Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß diese Nach⸗ grüßt werden wird. Gleichwohl möchten wir unserseits sie nicht mit ganz ungemischten Gefühlen aufnehmen, Es lassen sich nämlich gegen die Durchführung des Gedankens einige erhebliche Vebenken ins Feld führen. unserer brausenden Zeit der Erinnerung kommender Tage in einem Werke zu überliefern, das er selber errichtet hat. Daraus ergeben sich zwei begleitende Forderungen für diese eisernen Male: Sie sollen einmal der Verschönerung eines Stadtbildes und zum zweiten Zwecken der Kriegsfürsorge Gesamteindruck miteinander verschmelzen, wo die Bedin⸗ gungen dafür günstig sind. Leider sind der eisernen Wahr⸗ zeichen, die den Ansprüchen einer ernsthaften ästhetischen Betrachtung standhalten, nicht gar viele, und wir haben es erleben müssen, daß gerade die Reichshauptstadt mit einem Beispiele vorangegangen ist für die Art, wie man es nicht machen soll. Keinesfalls aber darf gesagt werden, daß die Nagelung solcher Denkmale ein künstlerisches Unding ist. Als Beispiel fürs Gegenteil sei Köln genannt, dessen„Kölner Bauer“ in seiner historischen Umgebung ein historisch zu empfindendes Zeitdokument darstellen wird. Es fragt sich nun, ob bei uns in Gießen die Vorbedingungen für die Schaffung eines Kriegsmals in der gedachten Form gegeben sind. Maßgebend für die Frage ist die rein praktische Erwä⸗ gung, wie sich in einer Stadt von 32000 Einwohnern die tische Hammerschlag an größeren Plätzen, als es Gießen ist, leider zu einer recht banalen, geschäftsmäßigen Zeremonie herabgesunken ist. Dazu sollte der erhebende Gedanke, der in der Errichtung solcher Denkzeichen liegt, rufe, Ermunterungen, Vereinsbeschlüsse und Schulausflüge in die Tat umgesetzt werden kann. Eine solche Entwicklung müßte man aber für Gießen wohl kommen sehen, denn es muß fraglich erscheinen, ob unsere Bevölkerungsziffer an sich die Vollendung des zeitgemeinten Werkes sicherstellt, und ob die schließlich zusammengebrachten Mittel die nötige Propaganda lohnen werden. Diese Befürchtung darf allein 50 5 des guten Geschmacks nicht unberücksichtigt eiben. dann ist letzten Endes der springende Punkt in einer kleineren Stadt auch micht der, daß der Hriegsfürsorge einige zumal sie nur einen Tropfen auf den heißen Stein bedeuten würden. Es dürfte sich vielmehr in erster Linie um das Bedürfnis handeln, auch bei uns dem lebendigen Geist der schweren Tage ein mit Gegenwartsworten und Werten sprechendes Mal zu weihen, das spätere Geschlechter als den 5 im Zeitgeschehen stoffgewordenen Gedanken empfin⸗ en können. Aus den oben angeführten Bedenken scheint uns die Nagelung eines Kriegswahrzeichens nach Art der eiser⸗ nen Männer, Siegfriede, Hindenburgs, Götze von Berlichin⸗ gen usw. für Gießen nicht wohl durchführbar. Es müßte sich deshalb für unsere Verhältnisse wohl zunächst darum handeln, den Gedanken des Geldsam⸗ melns bei dieser Angelegenheit auszuschalten, weil darin eben die erste Unzulänglichkeit enthalten ist. Ein Mittelweg wäre noch die Befolgung eines— wenn wir ein Brunnen errichtet wird, an dem jedoch nur der Schaft, also ein kleiner Bestandteil des ganzen Werkes, genagelt wird. Hier läge vielleicht eine Lösung der Frage: An einem Brunnen mangelt es uns ohnedies; er ließe sich an gar nebenbei die Gelegenheit der Beteiligung der Bürgerschaft an seiner Errichtung. Aber lassen sich, wenn man auf den zweifelhaften Erfolg des zahlungspflichtigen Hammerschlags verzichtet, nicht an⸗ dere Wege finden, die dem Hauptziele näher führen? Ge⸗ wichtige Stimmen wenden sich dagegen, daß man nach dem Kriege die Flut der Denkmäler durch weitere Anhätufungen von Granit, Bronze und Buchsbaumhecken vermehre, und die für die Ehrung der Gefallenen und des Geistes der Nation die Anlehnung an die Natur fordern. Da drängt sich [der Gedanke an die Schaffung einer Gedächtnisstätte [draußen vor den Toren auf: Bäume sollen das Monument schaffen; die Schule wandert mit dem Lehrer hinaus und kt eine junge Eiche in den Boden; Vereine tun ei gleiches; Einzelpersonen stellen die Mittel für einen solchen Baum zur Verfügung; so wächst mitten aus dem Leben der Zeit und getragen von der Beteiligung weitester Kreise mit den Jahren ein Hain heran, dessen Rauschen mit K anderen Tönen gu Herzen spricht, als toter Stein, als Eisen. Ein einfacher Denkstein inmitten kundet von seiner Ent⸗ stehung, von der Entstehung einer Wallfahrtsstätte, wie sie ein eisernes ichen niemals sein kann, die dennoch schön ist. Oder: die Stadt, unter deren Vorantritt ja au der eingangs genannte 1 gedacht ist, ruft ihre Ein⸗ wohner zu einer großen und würdigen Bürgerfeier 1 der die Zeit selber ihre Weihe erteilen muß, zusammen; die Feier möge durch abgestufte Eintrittsgelder und eine Samm⸗ lung die Mittel erbringen, um an irgend einem Punkte der Stadt oder ihrer schönen Umgebung eine f chlichte, aber künstlerisch wertvolle Anlage zu schaffen, sei es in Form eines baumumhegten e e oder einer hübschen Brücken⸗ anlage— man denke an den Schoorgraben die am Philoso⸗ ammenhang gebracht werden, und sie würde als Zeichen verständnisvollen Bürgersinns von dem Dutzendcharakter eiserner W. ichen vorteilhaft abstechen.„ Vorschläge ähnlicher Art könnten werden. Unser Stadtbild könnte es 8 in 155 demnächst ersammlung seine Verschönerung und Adelung auf solche Weise beschbessen würde.* n moch manche g * Auszeichnung. Dem Gefreiten Heinrich Lvos iin Landwehr Infanterie eqent Nr, Is wurde die Heffiche Tapferkeitsmedaille verliehen. schule zu Gießen Adele Wel cker 8 Gesundheit mit Wirkung vom 1. 8 an. Erbach⸗Fürstenau auf die erledigte Lehrerstelle an der Volksschule zu Olfen, im Kreise Erbach, vorgeschlagene Schulamtsaspirant Theodor Zinser aus Schotten. des Roten Kreuzes am Bahnhof wurden im Monat No⸗ vember 1915 12791 durchreisende Soldaten, darunter 525 Verwundete, verpflegt. Die Sanitätskolonne hat 189 Ver⸗ wundetentransporte ausgeführt und in 133 Fällen sonstige Hilfe geleistet. * Liebesgaben an alleinstehende Manu⸗ schaften. Wie im vergangenen Jahre, so häufen sich auch jetzt vor Weihnachten wieder die Fälle, wo für alleinstehende Die Nagelung eiserner Wahrzeichen ist in erster Linie dem Bebürfnis entsprungen, den tätig schaffenden Geist 3 Mannschaften bestimmte Liebesgaben an die Feerführer gesandt werden. Abgesehen davon, daß hierdurch die Zu⸗ dienen. Alles das läßt sich fraglos zu einem harmonischen Nagelung gestalten soll. Wir haben— und wir brauchen nicht in die Ferne zu schweifen— Beispiele, wo der patrio⸗ zu würdig sein, daß er nur mit dem Aufgebot täglicher Auf⸗ Kriegs wahrzeichen! Ueberdenkt man das Wort, hundert oder vielleicht auch tausend Mark mehr zufließen, nicht irren, Wetzlarer— Vorbilds, wo als Kriegswahrzeichen manchen Stellen unserer Stadt mit künstlerischem Erfolg ins Straßenbild einfügen und bietet in der gedachten Form belebungsversuche blieben erfolglos. Es muß dieses Unglück den Stempel der Zeit, die sie schuf, trägt und vor allem— Wieseck phenwalde. Gar leicht könnte eine solche Anlage nbon, 3. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Lloyds meldet: Der une ästhetisch einwandfrei mit der Kriegszeit in Zu⸗ semacht gar wohl vertragen, zu erwartenden, oben erwähnten 85 00 steigerung werden nur hessische ** Vom Roten Kreuz. An der Erfrischungsstelle i * stellung! auch an einzelnen Stellen eine Anhäufung 3 die den Nostberries stören. Es empfiehlt sich, diese Päckchen und au einzelne Regimenter zu senden, die am schnellsten in der Lage W den bedürftigen Soldaten eine Freude zu machen * Kriegsmaßnahmen der Stadt. In den nächsten Tagen wird die Stadt im Hause Neustadt 61 Seife, Reis, Gries, Tapiokaflocken und Holländer Käse Ver⸗ kaufe bringen und zwar folgenden Preis gen: Seife 74, Gries 30, Reis 1. Sorte 50, Bruchreis 36, Tapioka⸗ flocken 54 Pfg., Holländer Käse 1.30 Mk. das 1 Die Waren werden nur an Einwohner abgegeben, Ein⸗ kommen 3000 Mk. nicht übersteigt, und zwar in 5 bis zu 2 Pfund, Seife bis 85 5 Pfund. Letztere und der Reis sind f 7 1 7 een*— gestellt worden. Die Stadt weiterhin f au 600 Pfund Butter täglich getroffen, die zu Produzenten⸗ höchstpreisen verkauft werden. 8 5 5 „ Zuweisung von Mehl. Im Arzeigenteile un⸗ seres heutigen Blattes veröffentlichen wir eine Bekannt⸗ machung, wonach Bezugsberechtigte, die das ihnen zu⸗ stehende Mehl noch nicht abgeholt haben, dies am nächsten Donnerstag nachträglich noch tun können.- * Oberhessischer Kunstverein. An Stelle der bisher ausgestellten Bilder gelangten neu zur Ausstellung Delgemälde, Aquarelle und Radierungen von Ernst Sime r⸗ Darmstadt, Graphische Arbeiten von Daniel Greiner⸗Ju⸗ genheim, Radierungen von Heinrich Haberl⸗München, Aquarelle von Franz Huth ⸗Heidelberg, Holzbildhauer⸗ arbeiten und Plastiken von Franz Scheiber⸗ München so⸗ wie zwei Aquarelle von Marie Felchner⸗Gießen.— Die Ausstellung ist täglich von 11 bis 1 Uhr, Mittwochs auch nachmittags von 3 bis 5 Uhr und an Sonntagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen geöffnet ** Anlagemusik. Bei günstiger Witterung kon zer⸗ tiert am Sonntag vormittag 11½ Uhr in der Süd⸗ b die — des e, e* Die olge bringt: Choral:„Wie schön leu 90 5 Ouverture:„Berlin, wie es weint und lacht“— „Das Herz am Rhein“, Lied von W. Hill;„Scheiden und Meiden“, Walzer von Fetras;„Waffenruf des Kaisers“(Air mil von Clarens und„Die deutsche Meereswacht“, Marsch von P. ke. . Militärkonzert im Philosophenwald. Auf das 1 Sonntag, den 5. d. Mts:, stattfindende Militär t sei besonders hingewiesen, da sein Erlös wohltäti Zwecken dient. Aus dem Programm seien hervorgehoben: Ouvertüre zu* mont von L. van Beethoven, Ouvertüre zu Oberon von C. M. v. Weber Ouvertüre zu Rosamunde von Schubert und eine un⸗ garische Rhapsodie für Cello⸗Solo. b * Zu dem Unfall bei der Friedberger Ueberlandzentrale teilt uns die Betriebs! der Provinz Oberhessen folgendes mit: Der bei uns als. tage⸗Inspektor angestellte Herr Wilhelm Hechler, Lich, hatte anläßlich einer Betriebsstörung am Oelschalter der Hoch⸗ spannungs⸗Fernleitung in der Umschalte⸗Transformatoren⸗ station des Wasserwerkes Inheiden zu arbeiten. In der Auf⸗ regung wurden von ihm die Trennschalter, mit wel der Oelschalter von den 20000 Volt Spannung fü f Sammelschienen abgeschaltet werden konnte, nicht genügend wett herausgezogen, so daß vom Hochspannung führenden Kontakt 2 em noch zu nahe befindlichen Tre er ein Ueberschlag der spannung aufgetreten sein wird, die den Montage⸗Inspektor Hechler sofort tötete. Wieder⸗ wieder als Warnung für jedermann dienen, sich von den Hochspannung führenden Teilen der bebezurnb Anlage fern zu halten. Zur raschen Behebung von Störun⸗ gen und Verhütung von Unglücksfällen ist bei irgendwelchen Beobachtungen an den Hochf g führenden Teilen (Lichtbögen, mit zischenden und brummenden f berg eder deren Mugeeilzen crete Wage 52 Per. deren Angestel ö chricht zu Die 1 5 77 5 werden belohnt. Alle Auslagen werden ver⸗ gütet. Auf alle Fälle ist jede i g mit heruntergefalle⸗ nen Leitungen sorgfältig zu vermeiden. Man gehe aus der Nähe solcher Leitungen und sorge für eine Bewachung bis zum Eintreffen der Beamten der Ueberland⸗ Zentrale. * Die Schneeabfuhr. In Nr. 282 des„Gieß. Anz.“ war einer Zuschrift aus Bürgerkreisen Raum gegeben, die dem Unwillen über die bei dem letzten Schneefall zu⸗ tage getretenen Mängel der Straßenreinigung Ausdruck gab. Hang Die Zuschrift entsprach, wie wir uns in den betreffenden Tagen überzeugen konnten, der Auffassung vieler, die nicht im trockenen Zimmer bleiben konnten. Wie wir uns gestern in einer Rücksprache mit der verantwortlichen Stelle über⸗ zeugen konnten, sind die Schwierigkeiten, die einer geregelten Straßenreinigung namentlich in solchen Ausnahmefällen ent⸗ chf gegenstehen, noch größer, als wohl der Einsender der betr. Zeilen und mit ihm ein großer Teil der Bürgerschaft an⸗ genommen haben. Wir wollen nicht verabsäumen, auch die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen. Dem Tiefbauamt stehen augenblicklich statt der in Friedenszeiten vorhandenen 26 nur 8 Gespanne zur Verfügung. Andere sind in der Stadt nicht aufzutreiben. Es würde daher auch wenig nützen, wenn Kriegsgefangene zur Fortschaffung der Schneemassen Verwendung gefunden haben würden. Es ist vielleicht in diesem Zusammenhang nicht unangebracht, noch einmal dar⸗ auf hinzuweisen, wie auch die städtischen Betriebe unter der fortschreitenden Einberufung des Personals zu leiden haben. Dafür wurde uns eine Reihe beweiskräftiger Beispiele ge⸗ ö 5 Wenn der Branddirektor selber auf die Feuerspritze steigen und der Leiter des Tiefbauamtes persönlich Repara⸗ turen vornehmen muß, kann man sich von dem Leute⸗ mangel ungefähr einen Begriff machen. Aus diesen Tatsachen geht hervor, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen ein nachdrücklicherer Kampf gegen solch außergewöhnliche Zufälle wie den letzten Schneefall nicht gut zu führen ist, und daß es sich bei der ganzen Sache um Begleiterscheinungen des Krieges handelt, die man, wie so viele andere, eben in Kauf ** Pferdeverkauf. Donnerstag, den 9. Dezember J. Is, Begrntgr Sind Mr gnmen af dem Pferdemarttplatz in Darm⸗ stadt 42 Stück kriegsunbrauchbare Pferde zum fe. Zur Ver⸗ 5 Landwirte zugelassen, die sich verpflichten, die Pferde in ihrem Betrieb zu verwenden und sie während der Kriegszeit nicht zu verkaufen. 5 Landkreis Gießen. 5 b. Großen ⸗Vuseck, 4. Dez. Bei der Parade auf Groß⸗ berzogs Geburtstag wurde der Landwehrmann Tambour Gefreiter Heinrich Frank im Laudwehr⸗Inf.⸗Regt. 116 mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. e Rodheim bei Hungen, 2. Dez. Wehrmann Gefreiter Nr. 116 erhielt nehmen muß. Karl Spies im Landwehr⸗Infanterie⸗Regiment am Tage der Geburtstagsfeier unseres Großherzogs die Hessische Tapferkeitsmedaille.— Am hessischen Opfertage gingen hier 81 Mk. ein.— Mit der Bestellungder Felder in unse⸗ rer Gemarkung ist man auch dieses 8 trotz der vielen Eingezo⸗ genen rechtzeitig fertig geworden. Wie groß der Eifer und Bestreben unserer Bauersleute ist, auch ih s für das halten unseres Volkes beizutragen, kaun 1 wihrend der letzten Frosttage mancher Bauer seinen mit Schnee bedeckten Acker pflügte, damit auch nicht ein einziger von seinen Aeckern bis zum liegen muß. em Dragoner Wilh. egt. Nr. 24, Leibschwadron, wurde 25 Zu Beginn ieges verwundet, kam er im Frühjahr dieses Jahres wieder sind 22745 Kurgäste angekommen. dahin 309 718 abgegeben. und Rotweine — Steinheim b. Hungen, 3. Dez. Dietz von hier, Leib⸗Drag. d — essische Tapferkeits medaille verliehen. ins Feld. 8 5 Kreis Büdingen. I Himbach, 3. Dez. Fürs Vaterland starb der Musketier lohn. RNinderbügen, 3. Dez. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt der Wehrmann Schäfer im Landwehr-In⸗ fanterie-Regiment 116. Kreis Friedberg. v. Bad⸗Nauheim, 4. Dez. Bis zum 2. Dezember 1915 Bäder wurden bis Ii Ockstadt, 3. Dez. Das Eiserne Kreuz erhielt der Landwehrmann Dienst im Landwehr⸗-Inf.Rgt. 116. Starkenburg und Rheinhessen. a rb. Darmstadt, 3. Dez. Der Opfertag am Ge⸗ burtstag unseres Großherzogs wird nach dem bis jetzt zusammengestellten Gesamtergebnis in Darmstadt rund etwa 40 000 Mark ergeben. Bisher sind nach Abzug der Ausgaben 37 300 Mark gezählt. Unter den gespendeten Geld⸗ beträgen befindet sich ein Betrag von 4000 Mk. vom Groß⸗ herzog und der Großherzogin; bei den hiesigen Banken gingen insgesamt 10 115 Mark ein. a, Darmstadt, 4. Dez. In der Städtischen Tanne wurde ein Unbekannter mit durchschnittener Kehle tot auf⸗ gefunden. Hessen⸗Nassa en⸗ 1 I Fronhausen a. d. Lahn, 3. Dez. Im Laufe der nächsten Woche begeht Lehrer Naumann im nahen Wenkbach sein 50 jähriges Dienstjubiläum. Frankfurt a. M., 3. Dez. Der Schaden, der durch den letzten Frost den städtischen Hartoffeln zugefügt wurde, ist weit erheblicher als es bisher den Anschein hatte. Es find von den Sendungen, die unterwegs waren, die Kar⸗ toffeln von 70 Eisenbahnwagen erfroven. Das sind etwa 12—14 000 Zentner. Die Stadt verkauft diese ver⸗ dorbene Ware mit 1.50 Mk. den Zentner zu Brenn⸗ und Futterzwecken. Sie verliert dabei 20—21 000 Mk. und hat den Schaden ganz allein zu tragen, da die gesamte Sendung auf ihre eigene Gefahr ging. —Oberursel, 4. Dez. In seinem Heim„Im Por⸗ tugal“ feiert am 6. Dezember der Schriftsteller Heinrich Strack seinen 75. Geburtstag. Stracks Dichten und Denken galt und gilt noch heute seinem geliebten Nassauer Heimatlande und dem Taunus. Beide hat er in einer Fülle stimmungsvoller Gedichte und Aufsätze verherrlicht. Eine seiner Dichtungen veröffentlichte er in der an⸗ bee Sammlung„Der Taunus in Liedern“. Auch ine„Sagen aus dem Taunus“ haben weitere Verbreitung 8 2150 ul. Limburg, 3. Dez. Zwei Beutegeschütze, um; deren Ueberlassung sich die Stadt schon einige Zeit bemühte, werden nunmehr auf dem Neumarkt Aufstellung finden. Universitäts⸗ Nachrichten. Münster i. W., 3. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Generalgouverneur von Belgien Freiherr v. Bissing ist von der Universität Münster zum Dr. rer. pol. h. c. ernannt worden. Gerichts saal. Berlin, 3. Dez. Nichtamklich.) In dem Ar⸗ meelieferungsprozeß gegen die Kaufleute Arthur Ja⸗ eoby und Genossen wegen Betrugs gegen den österreichisch⸗ ungarischen Staat und Nichterfüllung behördlicher Lieferungsauf⸗ träge für die Armee, der seit Wochen die vierte Straf⸗ Arthur Jacoby und den zweiten Mitangeklagten Warl Kohn⸗ München an das Reichsgericht in Leipzig zu verweisen, da der Ge⸗ richtshof wegen Vorliegens von Landesverrat nicht zuständig sei, wenn seinem Antrage nicht stattgegeben werde, gegen Arthur Jacoby 6 Jahre Gefängnis, 4000 Mark Geldstrafe und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Karl Kohn 5 Jahre Gefängnis, 3000 Maxk Geld⸗ strafe und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Ernst Schmidt 2 Jahre Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust, gegen den Bruder des ersten Angeklagten Josef Jacoby 6 Monate Gefängnis, gegen den Handlungsgehilfen Urler 6 Monate Gefängnis und gegen den Handlungsgehilfen Ettler 4 Monate Gefängnis zu erkennen.— Das Urteil ist Montag zu erwarten. — Berlin, 3. Dez. Das„Berliner Tageblatt“ meldet aus Oppeln: Hier wurde ein 53jähriger Stellmacher wegen Er⸗ mordung seiner Ehefrau zum Tode verurteilt. Börsen⸗ Wochenbericht. Frankfurt eu M. 3. Dez. Im freien Verkehr der Börse hat sich in dieser Woche ein starker Kursrückgang vollzogen. Ungeachtet der glatten Erledigung des Abbaus der Engagements herrschte ein sehr ge⸗ dämpfter Ton, da das fast völlige Fehlen der Außenkreise wäh⸗ rend des Abbaus die Geschäftstätigkeit schließlich soweit beengte daß fast alle Märkte der berufsmäßigen Spekulation allein über⸗ lassen blieben. Diese schritt nun vorwiegend zu Realisations⸗ verkäufen in Industriepapieren, da die Erörterungen über die Kriegsgewinnsteuer eine starke Verstimmung erzeugten. schaften für diese Steuer läßt allerdings voraussehen, daß die Besteuerung doch erheblicher sein wird, als man vielfach angenom⸗ men haben mochte. Die Aktien der besonders hart in Mitleiden⸗ schaft gezogenen Gesellschaften, die sogenannten Rüstungs⸗ werte, gelangten daher, wie schon in der Vorwoche, diesmal aber in noch größeren Beträgen, zum Verkauf und er⸗ fuhren neue, beträchtliche Kursrückgänge. Dies gilt in erster Linie von Daimler Motoren, Rheinische Metall⸗ waren, Deutsche Waffen, Adler u. Oppenheimer und Spicharz Leder. Aber auch Benz, Kleyer, Fahrzeug Eisenach, chemische und Elektrowerte waren angeboten und niedriger. Auf den übrigen Gebieten wurde die Haltung durch die günstigen militärischen diplomatischen Nachrichten gestützt. Die großen Ültimomärkte zeigten im Gegensatz zu der Schwäche der so⸗ genannten Kriegswerte viel Widerstandskraft; Montan⸗ papiere und Schiffahrtsaktien blieben ziemlich behauptet, ebenso Banken. In der Gruppe der Stahlwerke zeigte sich lebhafteres Interesse für Stahlwerk Becker Aktien. Ameri⸗ kanische Eisenbahnwerte blieben im Zusammenhang mit der festen Tendenz in New York gefragt. Am Rentenmarkt standen deutsche Anleihen, namentlich Aprozentige und Kriegsanleihe bei lebhafterem Geschäft in Nachfrage. Auch fremde Staatsanleihen konnten ihre Kurse durchweg gut behaupten. In ausländischen Zahlungsmitteln machte die steigende Bewegung weitere Fortschritte. Dies gilt namentlich wieder von Holland, den nor⸗ Am Geldmarkte hat nach Beendigung der Ultimoregulierung die Nachfrage nach täglichem Geld nachgelassen, so daß der Zins⸗ satz auf 4½ Proz. und darunter zurückgegangen ist. Der Privat⸗ diskont, der infolge der Knappheit von Geschäftswechseln nach unten neigt, ermäßigte sich auf 3/ bis 3 Proz. Daß der Moratoriums gelungen ist, ohne daß ein Stützungskonsor⸗ tium in Aktion zu treten brauchte, kann immerhin als ein Zeichen innerer Kraft unserer Bank⸗ und Börsenwelt bezeichnet werden. Der Markt ist nun konsolidiert, und man könnte, wenn die anderen Vorbedingungen, die politischen wie die finanziellen, gegeben wä⸗ ven, auf der nun bestehenden Basis mühelos den offiziellen Börsen⸗ verkehr aufbauen. Schon daß es möglich war, den Abbau in dieser Weise zu regeln, ohne daß man die Regierung um ein Sonder⸗ gesetz anzugehen brauchte, legt Zeugnis ab von der Leistungsfähig⸗ eit unserer Börsenkreise. Es zeigte sich jetzt aus Anlaß der glatten allmählichen Abbau der richtige war; wußte man doch in den maß⸗ gebenden Börsenkreisen sehr wohl, daß man mit einer gewallsamen Regulierung zu einem früheren Termin nicht zum Ziele ge⸗ kommen wäre. — Vietteraussichten in Hessen am Sonntag, den 5. Dez. 1915: mehreren kammer des Landgerichts Berlin unter Ausschluß der Oeffentlich⸗ keit beschäftigte, beantragte der Staatsanwalt die Anklage gegen Trüb und reanerisch, keine Temperaturänderung. 7 Die Vorlage über die 50prozentige Zurücklage der Aktiengesell⸗ dischen Plätzen, der Schweiz und New Pork. Wien blieb behauptet. gänzliche Abbau des seit dem 25. Juli 1914 bestehenden Abwicklung der Liquidation, daß der eingeschlagene Weg mit dem Letzte Nachrichten. Der Kaiser über die deutschen Frauen. Berlin, 4. Dez. Die Großherzogin Luise von Baden übersandte dem Kaiser, wie verschiedene Morgen⸗ blätter melden, eine Künstler⸗Steinzeichnung„Stilles Helden⸗ tum“ von K. A Brendel. Es sind darauf Frauen dargestellt, die den Acker bestellen, während ihre Männer ins Feld ziehen. Der Kaiser habe daraufhin folgendes Telegramm an die Groß⸗ herzogin gesandt:„Soeben ist Deine sinnige Gabe„Stilles Helden⸗ tum“ eingetroffen, für die ich von Herzen danke. Die deutsche Frau hat sich in dieser schweren Zeit auf der Höhe ihrer Aufgabe gezeigt und glaubensvoll, glaubenstärkend, in fester Zuversicht auf allen Gebieten zugegriffen und sich betätigt, den hohen Beispielen folgend, die Deutschlands treffliche Fürstinnen ihr gaben. Gott segne ihr Werk.“ Generalfeldmarschall von Mackensen an die Serben. Budapest, 4. Dez. Generalfeldmarschall v. Mackensen hat laut„Az Est“ folgenden Aufruf an die Bevölkerung Serbiens erlassen: Serben! Infolge der feindlichen Haltung eures Königs und seiner Regierung zogen die verbündeten Armeen Deutschlands, Oesterreich⸗Ungarns und Bulgariens in euer Land ein. Wir haben die serbische Armee geschlagen. Solange die letzten Reste der serbischen Armee kämpfen, werden wir gegen sie kämpfen. Wir kämpfen jedoch nur gegen die Armee und nicht gegen das serbische Volk. Wer den verbündeten Armeen nicht entgegentritt, dessen Leben und Eigentum bleiben in Sicher⸗ heit. Ich fordere daher die Bevölkerung Serbiens auf, in ihre Wohnorte zurückzukehren und ihrer Beschäftigung nachzugehen, sich freiwillig den Verfügungen der militärischen Kommandanten und ihren Anordnungen zu unterwerfen, damit auf diese Weise wieder Ruhe in euer Leben nach den vielen Leiden des Krieges einzieht. In diesem Falle wird es uns möglich sein, euch zu eurem früheren Wohlstand zu verhelfen. Wir werden dafür sorgen, daß die Schä⸗ den, die ihr ohne euer Verschulden erlitten habt, eee ackensen. Italienische Truppenlandungen in Valona. Kopenhagen, 4. Dez. Am Donnerstag wurde in Va⸗ lona eine größere italienische Truppenabteilung gelandet. Sie soll versuchen, sich mit den serbischen Truppen, die in den Bergen Albaniens und Montenegros versprengt sind, zu vereinigen.— Reuter meldet aus Saloniki, daß seit einigen Tagen die telegraphischen Verbindungen zwischen Athen und Saloniki wieder unterbrochen sind. Lugano, 4. Dez. Das römische Korrespondenzbureau teilt mit, die italienische Expedition nach Albanien sei bereits in Ausführung begriffen. 30 englische Friedensversammlungen. Amsterdam, 4. Dez. In den letzten 14 Tagen haben in England über 30 Versammlungen stattgefunden, in denen man sich mit den Friedensaussichten beschäftigte. Französischer Boykott Rumäniens. 5 Budapest, 4. Dez. Der„Pester Lloyd“ meldet aus Buka⸗ rest: Mehrere französische Handelshäuser verständigten ihre rumänische Kundschaft davon, daß sie keine Waren mehr nach Rumänien senden würden und zwar so lange nicht, als die politische Haltung Rumäniens nicht endgültig geklärt sei. viele 100 000 schon ins Feld gegangen. Kriegspackung, sehr geeignet zum Beipacken: 869785 Ems er Gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung, sowie in- folge des Zuckergehaltes e als Stärkungsmittel sehr beliebt bei den Feldtruppen. „Liebesgabe“ a 1 5 5 2 22 C. 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Dezember, abends 7½ Ur in der Giessener Stadtkirehge Beethovens Messe in C. dur— Opus 86. H. von Herzogenbergs weinnachts- Oratorium: „Die Geburt Christi“ 5 Aus führende: 94³⁴ 9153 Der Anfsichtsrat i. A.: Vetters. 7 8 9025 8 7 EA ba EtZasge 24 U 5 em 4. bis inlel. 7. Derbr. 1913. 8 Der lachende Dritte 5 Kinographische Kriegs be- 1 richte aus Ost und West und aus der feindlichen Front. 75 Das Kriegssofa Ein amüsantes Kriegsabenteuer des FgBentiers Schnirpel aus Pillkallen in 2 Akt. Sonntag, den 12. Dezember, Kindermusik— Ansprache e 4 * 5 0. ts P 2e 5 H 2 U 8 755 Ruprecht— Kinderreigen Karten im 0.75 Mk. Zartens bestimmt ber Tod! Sensationsdrama in 4 Akten. 60 NSTLE Lustiger Schwank. 9449 1 e. und Film-Aktualitãt. für Kinder und Erwachsene. Man verlange stets in den Apotheken u. Drogerien die Original- Packungen von Diverse Einlagen. Kindergarten Verein Weihnachts-Aufführung des Giessener Fröbelseminars im grossen Saale des Gesellschaftsvereins Samstag, den 11. Dezember, nachm. 6 nachm. 5 Uhr Christkind und Knecht — Weihnachtsmärchen Vorverkauf bei Herrn Challier: Num. Platze 1.5 Mk. am Samstag, amn Sonntag, unnum. Plätze 1.00 Mk. am Samstag, 0.50 Mk. am Sonntag Der Reinertrag ist zur Gründung eines Volkskinder- Café Ernst Ludwig Heute Samstag und morgen Sonntag 2 NRKONZERT Atrjfligunqs mite mund, Homboms 75 als beste Husten-Bonbons seit 50 Jahren bewährt. Lend ö wie andere Gäste, und die evangelischeknaben- und Mädchenchorschule. Mitglieder der Kapelle des Ersatz-Bat. d. In-. Regts., Kaiser Wilhelm“. Solisten: Das, Stuttgarter Oratorien. quartett“(Kammersänge- Tinnen: E. Tester und M. Diestel. Konzertsänger: H. Ackermann u. L. Feuerlein) Der Akademische Gesang- 1 verein, der Evangelische Orgel: Herr Otto Görlach. 3 Kirchengesangverein, so- Leitung: Professor G. Trautmann. 1 Der bechsteinlhägel wurde von dem otpianolortelager zon Milz. Budaiph, Setersyeg, güuggt Zur Verfügung gestell. Eintrittskarten: 1 Platz 3 Mk., 2. Platz 2 Mk., 3. Platz 1 Mk.(für nicht im Offiziersrang stehende Militärpersonen 30 Pfg.), Studentenkarten 75 Pfg., unnumeriert bez. Stehplatz 50 Pfg. in der Musikalienhandlung von Ernst Cnallier, Telephon Nr. 671. Am Tage der Aufführung auch bei Herrn Kaufmann Hubert Heinz, gegenüber d. Stadtkirche. Der Jeberschuss Kommt Kriegswonlfahrtezvecken Tuglle. Vellnung der Hirche 7 Uhr. Sonntag, den 5. Dezember 1918: UNION sdenburg. Militär-Konzertonzerf. i i Sonntag nachmit mPhilosophenwald 2 K Dolel-Nestauraut Happen fler e: Dir.: Hermann Stelngoetter.* Sonntag, 5. Dezbr. 1915, nachmittags 3½ Ubr: Volks und Schüler⸗Vorstell, Volkspreise! Folkspreise] Die Karlsschüler 1 1 Schauspiel in 5 Akten von 1 1 1 4 Orchester: Chor: Uhr 9431 Ausgeführt von der Ers.-Kapelle des Inf,-Ers.-Batl. 116 unter Leitung des Musikleiters Bruno Herrmann. Eintrittspreis 25 Pfg. Anfang 4 Unr. Der Ueberschuss wird zu wohltätigen Zwecken verwandt. 94041 Herrmann, Musikleiter. N ee Konsumperein Grußen⸗Busecke. G.. u. h. Generalversammlung Sonntag, den 12. dezember dg. Jö, nachmittags 2 Uhr bei Gastwirt Wagner Tagesordnung: 1. Wahl von Vorstand und Aufsichtsrat. 2. Verschiedenes. Heinrich Laube. Ende 6 Uhr. o Abends 7½ Uhr: Kleine Preise! Kleine Preisel ls ich noch in anne Ein frͤhliches Spiel in 1 n 4 ziigen pon Albert Kehm und Ende 10% 7 de 4 V. Für den Aufsichtsrat: Soldaten vom Jeb e Christoph Dörr, 8