Nr. 285 Der Sießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; weimal wöchentl. kreis- latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelled1 Adresse für Drahtnach-⸗ richten: Anzeiger hießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Rotationsdruck und verlag der Brühl' 2 General⸗Anzeiger für Oberh und Steindru chen Univ.⸗Buch⸗ . ckerei R. 2 Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Drucker e: 8 Freitag, 3. Dezember 1015 VBezugsprei; monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für den politischen Teil und da Feuilleton: Aug. Goetz für Stadt und Land Vermischtes und Ge⸗ 1 Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Schulstr. 7. Beck, sämtlich in Gießen. Die englische Niederlage südl Die Rede Sonninos in der ita (WTB.) Großes Hauptquartier, 2. Dezember 1915.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Außer Artillerie- und Minenkämpfen an verschiedenen Stellen der Front keine besonderen Ereignisse. Nordwestlich von St. Quentin fiel ein wegen Motor— schadens niedergegangener Doppeldecker mit zwei englischen Offizieren in unsere Hand. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Die Schilderung des ruffischen Tagesberichtes vom 20. Nobember über Kämpfe bei Illuxt⸗Kasimirski ist frei erfunden. * Bei der Armee des Generals Grafen von othmer wurden vorgehende schwache Abteilungen der Russen von den Vorposten abgewiesen. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Westlich des eim wurden Boljanic, Pleylje und Jabuka besetzt. Südwestlich von Mitrovica wurden viertausend Gefangene und zwei Geschütze eingebracht. Oberste Heeresleitung. * Wir dürfen uns heute darüber freuen, daß der gestern hier erwähnte türkische Sieg über die Engländer in Mesopotamien folgenschwer und weiktragend gewesen ist. Der ausführliche Konstantinopeler Bericht stellt fest, daß der Feind sich in der Richtung auf Kut el Amara, 170 Klm. südlich Bagdad, Zurückziehen mußte. Das bedeutet für die Engländer, die bis an die Mauern der uralten Kalifenstadt vorgedrungen waren, eine Katastrophe und die herbste Enttäuschung. Den größten Teil des von ihnen eroberten Weges mußten sie wieder räumen; Kut el Amara liegt an jenem Knie des Tigris, von wo es in der Luftlinie noch etwa 230 Klm. bis an den persischen Golf sind; beinahe 170 Klm. hat der Jeind vor den türkischen Angriffen. weichen müssen. Die türkische Siegesbotschaft spricht auch von einer für die dortigen Verhältnisse außerordentlich großen Beute. Die stol⸗ zen Engländer verloren nicht weniger als 5000 Mann; sogar einige Flußfahrzeuge fielen den Siegern in die Hände. Die deutsche Hilfe, das h ißt, die Versorgung unserer Bun⸗ desgenossen mit Kriegsmaterial, scheint sich also auch in der Iral-Front angenehm geltend zu machen. Hoffentlich gelingt es den Türken, ihren Sieg militärisch und politisch— die Bevöllerung am unteren Tigris könnte den Engländern eines Tages ebenso gefährlich werden, wie auf dem Balkan die griechischen Waffen— tüchtig auszunutzen! Die Rede Sonninos, des italienischen Ministers des Auswärtigen, liegt heute in einem ausführlichen Wortlaut vor, den wir vollständig wiedergeben, weil es interessant ist, wie die italienische Regierung angesichts der dauernden Miß⸗ erfolge des Heeres Cadornas vor dem Volke ihre Mißerfolge rechtfertigen will. In Ermangelung wirklicher Kriegsergeb⸗ nisse für das Land hat Sonnino viel von hoher Diplomatie, nationalem Elan, berechtigter Entrüstung gegen die barbari— schen Feinde und Einmütigkeit mit den Alliierten gesprochen. Während es den Zentralmächten gelungen ist, die Ernte der zurückliegenden Kriegszeit heimzuführen, hat der italienische Minister das massenweise herumliegende Stroh gedroschen. Wen interessieren heute noch die phrasenvollen Auskünfte über den italienischen Treubruch gegenüber dem Dreibund? Wir wissen ja genug von dem großen nationalen Rausch, dem sich die Kriegsmacher in Rom hingegeben hatten! Es gibt aber heute andere Fragen, die Sonnino nicht, oder nur halb beantwortet hat. Er wollte den Zentralverband erschüttern mit dem gewaltigen Geschehnis, das in der Unterschrift Italiens zu einem neuen Vertrage gipfelt. Mit solchen Sensationen, dem Versprechen, mit seinen Ver⸗ bündeten bis zu gemeinsamem Friedensschluß aushalten u wollen, wirkt diese„Großmacht“ im Kriege! Der Minister uuchte sich jedoch auch ein wenig mit dem Hinweis auf die KKriegserfolge der Truppen seines Landes zu brüsten. Nun, sie haben den Zentralverband doch wohl jedenfalls nicht daran gehindert, die Russen aus Galizien und aus Polen zu schlagen, und sie haben auch dem viel gepriesenen Jerbien keinen Beistand leisten können. Hier liegen die Fragen, die Sonnino 255 ser hätte beantworten müssen. Das sollen dem König Peter heute noch Versprechungen? Was soll die liebliche, aber billige Zukunftsmusit, wenn in dem gegenwärtigen Konzert der Ententemächte die ersten Geigen und Flöten versagen? Sonnino kündigte in verschwommenen Wendungen ein Einschreiten Italiens in Albanien an. Er läßt die Fahnen ruhmreieh flattern, sagt aber nichts über das Wie und Wann der neuen Unternehmung. Ist es denn noch nicht Zeit, den Franzosen und Engländern. zu helfen? Es ist schließlich 1 ien estr iten, daß von diesem in der heutigen Zeit die nach⸗ igsten Entwicklungen angebahnt werden. Denkt er lleicht daran, daß er uns später noch einmal brauchen 2 1 —f b. 1 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 2. Dezember 1915.(WTB. Nichtamtlich.) Amt⸗ lich wird verlautbart: 2. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplaßz. Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Italiener erneuerten ihre Angriffe auf den Brücken⸗ kopf von Tolmein und auf unsere Bergstellung nördlich davon. Vor dem Mrzli Brh brachen drei, vor dem Bergrücken nördlich non Dolje zwei Vorstöße des Feindes zusammen. Im Tolmeiner Becken zerstört die italienische Artillerie die Ortschaften hinter unserer Front. Der Brückenkopf stand stellenweise wieder unter Trommelseuer und wurde von sehr starken Kräften mehrmals vergeblich angegriffen. Bei Oslawija versuchte die feindliche Infanterie unter dem Schutze des Nebels durchzubrechen. Abteilungen unseres Infanterie-Regiments Nr. 57 schlugen hier drei Stürme ab. 0 Sonst kam es zu keinen größeren Infanteriekümpfen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Heute früh sind wir in Plevlje eingerückt. Die Ein⸗ nahme der Stadt war das Ergebnis hartnäckiger Kämpfe. Die über den Metalka⸗Sattel vordringende Kolonne hatte gestern den Feind bei Boljanic geworfen, die über Pri⸗ boj anrückende Gruppe die Höhen nördlich von Plevlje ge⸗ stürmt, eine dritte die Montenegriner bei Jabuka ver⸗ trieben. Unsere Truppen wurden von der mohammedanischen Bevölkerung mit Jubel begrüßt. Der Rückzug der Monte⸗ negriner ging zum Teil fluchtartig vor sich. Südwestlich von Mitrovica brachte ein österreichisch⸗ ungarisches Halbbataillon viertausend serbische Gefangene und zwei Geschütze und hundert erbeutete Pferde ein. Die Bulgaren setzten die Verfolgung auf Djahova fort. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amt⸗ licher Bericht des Hauptquartiers. An der FJrakfront verfolgen unsere Truppen den Feind energisch, um die Niederlage der Engländer zu vervollständigen. Wir stellten fest, daß die feindlichen Verluste vom 23. bis 26. November 5000 Mann übersteigen. Abgesehen davon verlassen eine Reihe demoralisierter Offiziere die Soldaten und die Truppenteile, um sich in die Umgegend zu retten. Der Feind schaffte an einem einzigen Tage mit Dampfschiffen etwa 2900 Verwundete fort. Der politische Agent im englischen Hauptquartier, Sir Komei befindet sich unter den Verwundeten! Da der Feind seinen Rückzug auch in dem stark befestigten Azizie nicht zum Stillstand bringen konnte, so versuchte er sich mit einer Nachhut unter dem Schutze seiner Monitore 15 Kilometer südwestlich dieser Oertlichkeit zu halten, aber durch einen in der Nacht vom 30. November zum 1. Dezember von uns unternommenen überraschenden Angriff wurde der Feind gezwungen, sich weiter in der Richtung auf Kuk al Ammara 170 Kilometer südlich von Bagdad zurückzu⸗ ziehen. Wir fanden in Azizie und seiner Nachbarschaft viel Mund⸗ vorrat, Munition und verschiedenes Kriegsgerät. Unsere in die Umgebung entsandte Krieger erbeuteten etwa 100 Ka⸗ mele des Feindes. Die Tatsache, daß es dem Feinde nicht mehr gelang, auch nur einen kleinen Teil der Gegenstände und des Kriegsmaterials, das er im Stich ließ, anzuzünden und daß er eine Menge von Gegenständen, die Offizieren gehörten und die tech⸗ nischen Ausrüstungsgegenstände nicht mehr mitführen konnte, ist ein Beweis für die große Niederlage. Außerdem erbeu⸗ teten wir ein Kriegsmotorboot und einen eisernen sowie ein Flugschiff. Wir stellten fest, daß der Feind auf seinem fluchtartigen Rückzuge mehrere Kisten mit Munition in den Tigris warf. Die Engländer teilten, um die Niederlage zu verheimlichen, der Bevölkerung in der Umgegend mit, daß sie einen Waffen⸗ stillstand mit uns geschlossen hätten, aber die schnelle Ver⸗ bezeichnend, daß der Redegewaltige das Deutsche Reich i Worte erwähnt hat, und er kann doch nicht folgung durch unsere Truppen kennzeichnet dies als eine bloße Ausflucht. Von vier Flugzeugen, die wir dem Feinde abnahmen, Leichter, der mit Mundvorrat und Munition angefüllt war, k. ch von Bagdad. chen Kammer. wurden drei wiederhergestellt und fliegen jetzt über den feindlichen Reihen. An der Kaukasusfront ließ der Feind in der Gegend von Wan bei einem Gefecht am 30. November mit unseren fliegenden Abteilungen 250 Tote auf dem Kampfplatze zurück. Der Feind flüchtete in östlicher Richtung. An der Dardanellenfront bei Anaforta nahmen unsere Patrouillen einen Teil der feindlichen Drahthindernisse und Gräben und machten einige Gefangene.— Am 30. No⸗ vember eröffnete der Feind mit seinen Batterien zu Lande und zu Wasser ein Feuer nach verschiedenen Richtungen, das eine gewisse Zeit hindurch andauerte, aber wirkungslos blieb. Unsere Artillerie trat ebenfalls in Tätigkeit und nahm feindliche Soldaten, die ohne Deckung im Lager bemerkt wurden, sowie Munitionswagen des Feindes aufs Korn. Die Munitionswagen wurden zerstört. Bei Ari Bur nu dauerte der Kampf der Artillerie, Bomben⸗ werfer und Maschinengewehr-Abteilungen an. Der Feind ver⸗ suchte, die Schützengräben bei Kanlisirt, die in der letzten Zeit von uns zerstört wurden, wieder herzustellen, wurde aber durch un⸗ ser Feuer daran verhindert. Nachmittags eröffnete ein feind⸗ licher Kreuzer das Feuer auf die Stellungen unseres linken Flügels, wurde aber durch das Gegenfeuer unserer Torpedoboote gezwungen, sich zu entfernen. Bei Sedd ül Bahr fand eben⸗ falls eine gegenseitige Beschießung statt, die von Zeit zu Zeit nach⸗ ließ. Unsere Artillerie brachte eine feindliche Batterie zum Schwei⸗ gen, die die anatolische Küste und Meerenge zu beschießen ver⸗ suchte. Nachmittags fielen Geschosse, die von einem feindlichen Panzer vom Typ des„Agamemnon“ in der Richtung auf Kilid Bahr abgefeuert wurden, auf ein dort gelegenes Hospital und töteten vier und verwundeten 20 Soldaten. Eines unserer Kampf⸗ flugzeuge nötigte ein feindliches Flugzeug, das Kapa Tepe über⸗ flog, zur Flucht. Aus der türkischen Kammer. Konstantinopel, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Ver⸗ spätet eingetroffen. Bei Beginn der Kammersitzung ge⸗ langte ein Telegramm des Kommandanten der 5. Armee(Dar⸗ danellen) Liman Pascha, zur Verlesung, in dem er der Kammer seinen Dank ausspricht für die Entsendung einer Ab⸗ ordnung von Deputierten, die die Dardanellenfront besichtigte. Ein Mitglied der Abordnung ergriff das Wort, schil⸗ derte die Eindrücke derselben, und rühmte die Tapferkeit der tür⸗ kischen Truppen, die siegreich seit Monaten gegen einen Feind kämpfen, der, an Zahl überlegen, mit allen Vervollkommnungen jeder Erfindung ausgerüstet ist, und einen Ueberfluß an Munition besitzt. Jeder, der die Front besichtigte, habe erkannt, wie wich⸗ tig das Terrain ist, an das sich der Feind noch anklammern kann, und konnte es sich nicht versagen, die ottomanischen Soldaten 3 umarmen. Die Abordnung konnte feststellen, daß alle beherrschen⸗ den Punkte fest in der Hand der türkischen Armee sind, und sich von der Vollkommenheit aller Dienstzweige der Armee, über⸗ zeugen, namentlich der Approvisionierung, die so beschaffen ist, daß selbst die Soldaten der äußersten Schützengräben Tee und warme Suppe erhalten. Die Abordnung gewann die Ueberzeu⸗ gung, daß der Feind nicht nur nicht um einen Zoll wird vor⸗ dringen können, sondern daß er demnächst ins Meer gewo werden wird. Der Redner versicherte, daß dies bald gesch⸗. würde; er rühmte sodann Liman Pascha, namentlich seine Pflichi treue und Ritterlichkeit, und schlug schließlich vor, an Liman Pascha und die anderen Kommandanten im Namen der Kammer ein Danktelegramm zu senden. Die Kammer stimmte dem Vorschlag einstimmig zu. * 8 * Sonninos Rede. Rom, 2 Dez(WTB. Nichtamtlich.)(Ftalienische Kam⸗ mer.) Der Minister des Aeußern Sonnino gab Erklärun, ab, in denen es u. a. heißt: Der wirksame Beistand der italienis Waffen ist der ganzen Welt bekannt. Seit Beginn unseres Krieges verspürte man in dem feindlichen Lager den furchtbaren Druck der italienischen Armee, die sich zur Eroberung der natürlichen Grenzen Italiens anschickte. Die Wirksamkeit un⸗ seres militärischen Beistandes erwies sich aufs klarste, als im letz⸗ ten September Oesterreich⸗Ungarn gezwungen war, eiligst be⸗ trächtliche Truppenkörper von Galizien nach den Alpen zu führen und als dieser Umstand die siegreiche Gegenoffen⸗ sive Rußlands in jenem Abschnikte ermöglichte. Dieses ge⸗ meinsame Vorgehen, das während mehrerer Monate sowohl im Kriege als auch in den diplomatischen Verhandlungen befolgt wurde, überzeugte uns von der Notwendigleit, öffentlich und feier⸗ lich Zeugnis abzulegen von der Solidarität, die zwischen den Alli⸗ ierten besteht und die durch das Mittel einer gemeinsamen Er lärung der fünf Mächte, durch welches das zwischen Frankreich. Großbritannien und Rußland am 5. September 1914 getroffene Abkommen, dem sich Japan anschloß, erneuert wurde. Unsere for⸗ melle Beitrittserklärung erfolgte schließlich in London. Dies möge ein Zeugnis sein, das jedermann die Augen öffne. Der formelle Akt unserer Zustimmung wurde schon in London. unterzeichnet.— Die Haltung Griechenlands gab Grund zu Besorgnissen und Meinungsverschiedenheiten, die im Augenblick eine gewisse Spannung erreichten. Allein die Lage klärte sich. glücklicherweife sehr bald durch einen Notenaustausch. Da Griechenland ohne Schwierigkeiten darein willigte, entsprechend seinen beiden früheren Erklärungen einer wohlwollenden Neutralität, die verlangten Zu⸗ ificherungen zu geben, verschwanden nunmehr Argwohn und Miß⸗ trauen. Die Alliierten werden mit dem griechischen Königreiche wieder die besten Beziehungen in vertrauensvoller Herzlichkeit auf⸗ nehmen, auf Grund deren es leicht sein wird, im einzelnen die Un⸗ verletzlichkeit und die Bewegungsfreiheit der die Truppen der Alli⸗ ierten betreffenden Fragen befriedigend zu lösen, sowohl was Salo⸗ niki, als auch was die Zugangsstraßen und die Sicherheit der Seewege zur Verproviantierung anbelangt. 5 Die politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit Serbiens hat immer einen springenden Punkt in der Politik Italiens auf dem Balkan gebildet.(Hochrufe auf Ser⸗ bien.) Diese Politik entspringt einer vitalen Notwendig⸗ keit und der Existenz Italiens selbst als Großmacht. Eine politische und wirtschaftliche Aufsaugung Serbiens 3 durch Oesterreich⸗-Ungarn würde für Italien eine schwere und 20 ständige Gefahr bedeuten und gleichzeitig unserer wirtschaft⸗ 5 lichen Ausdehnung auf der jenseitigen Küste des Adriatischen Meeres eine unüberwindliche Mauer errichten.(Zustimmung.] Das Grünbuch, das ich vergangenen Mai die Ehre hatte, dem Parla⸗ ment vorzulegen, hat unsere Aktion zur Verteidigung Serbiens noch vor unserem Eintritte in den Krieg bekannt gemacht. Im Einvernehmen mit unseren Alliierten wollen wir als unumgäng⸗ liches notwendiges Ziel dieses großen Krieges die Wiederherstellung des serbischen Volkes in seiner vollen Unabhängigkeit!(Lebhafter Beifall. Die Abgeordneten erheben sich unter Hochrufen auf Serbien.) Die friedliche Zuteilung Mazedoniens an Bulgarien durch den Vertrag der Balkanstaaten vom Jahre 1912 mit den großen Zugeständnissen, die Serbien erhalten hat, bildete die Grundlage des politischen Abkommens, das von dem Vier⸗ verband in die Wege geleitet wurde. Aber wenn die Politik des Vierverbandes auf eine Einigung der Balkanstgaten gerichtet war, so schürte diejenige der Zentralmächte im Gegensatz dazu Streitigkeiten und Nebenbuhlerschaften. Unglücklicherweise fanden sie einen günstigen Boden. Die Gefühle des Hasses und der Rache, die als eine Folge des zweiten Balkankrieges zurückgelas⸗ sen waren, bildeten für unsere Feinde naturgemäß wirksame Hand⸗ haben für eine Aktion, über die der Vierverband für den Zweck, den er im Auge hatte, nicht verfügte. Andererseits konnte die diplomatische Tätigkeit sehr wenig tun gegenüber dem Geistes⸗ zustand, der sich in der öffentlichen Meinung und bei dieser Re⸗ gierung infolge der militärischen Ereignisse bildete. Ihre Geistes⸗ verfassung blieb unbeeinflußt von jdem Ereignis, während sie insbesondere eine Würdigung der Gesamtlage. aus der sich das Vertrauen auf einen schließlichen Sieg der Alliierten ergeben mußte, außer Acht ließen. Die Regierenden in diesem Lande waren einzig von dem Gedanken an eine unmittelbare Wieder⸗ vergeltung beherrscht und verloren die größeren und wichtigeren Gesichtspunkte der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Völker aus dem Auge. Bulgarien verschmähte die vor⸗ teilhaften Angebote des Vierverbandes und kehrte die Waffen gegen, Serbien, als es sah, daß dieses tapfere kleine Volk von den ver⸗ einten Armeen der beiden Zentralmächte nach großen kriegerischen Vorbereitungen angegriffen war. Unter diesen Umständen war der Weg für Italien klar vorgezeichnet. Wir erklärten Bul⸗ garien den Krieg zugleich mit unseren Verbündeten, mit denen wir auch in den Ausgleichsversuchen ständig einmütig vorgegangen sind. So hat sich der Entwicklung der Ereignisse, in der vollen Eintracht bei den diplomatischen Bemühungen und Verhandlungen, sowie in dem hartnäckig fortgeführten Kampfe der Waffen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen, die volle und herzliche Gemeinbürg'schaft der Alliierten bewährt. Rom, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Nachträgliche Mel⸗ dung. Ueber die italienische Hilfeleistung für Ser⸗ 8 bien äußerte sich Sonnino in seiner Kammerrede wie folgt: Heute sucht die serbische Armee unter dem Druck eines doppelten Angriffes einen Rettungsweg nach dem Meere. Trotz der lobens⸗ werten Anstrengungen der in. englischen und französischen Korps kann Italien nicht unempfindlich bleiben gegen den Ruf, der über die Adria zu ihm gelangt. Wir werden also so bald wie möglich tun, was von uns abhängt, um der serbischen Armee Hilfe zu bringen, indem wir im Einvernehmen mit un⸗ seren Verbündeten ihre Versorgung mit Lebensmit⸗ teln und Munition sichern und ihre Konzentration erleich⸗ tern. und indem wir ferner den Augenblick erwarten, da die Anwesenheit unserer Fahne auf dem anderen Adria⸗ Ufer auch die traditionelle Politik Italiens hinsichtlich Albaniens wieder bekräftigen wird, welche jetzt wie in der Vergangenheit ein Interesse ersten Ranges für uns bildet, da unser Schicksal eng mit dem Gleichgewicht auf der Adria verknüpft ist. 5 Sonnino sagte noch, die eifersüchtige Wahrung unserer Le⸗ bensinteressen im Mittelmeer ist eine der ersten Sorgen der Re⸗ gierung. Als vor vier Jahren das Gleichgewicht im westlichen Mittelmeer bedroht war, war Italien gezwungen, zur Eroberung Libyens Krieg zu führen; unser Volk hat die hohe politische Bedeutung dieses Ereignisses ganz begriffen. Und als die Sicher⸗ heit des Gleichgewichts im östlichen Mittelmeer wieder in Frage gestellt war, diesem Mittelmeer, wo die ruhm⸗ reiche Geschichte unserer Seerepubliken unauslöschliche Spuren zurückgelassen hat, wo blühende Kolonien erwarten, daß das Vater⸗ land seine Stellung und sein Ansehen gegen den Wettkampf der anderen Mächte stets hoch und unerschütterlich aufrecht erhalte, konnte Italien sich nicht furchtsam auf die Seite stellen, durch seine Interesselosigkeit von allem ausgeschlossen werden und seinen Verzicht auf alles erklären. Sonnino schloß, indem er nochmals verkündete, daß Italien fest entschlossen sei, den Krieg mit allen Kräften fortzusetzen, daß es zu allen Opfern bereit sei, bis seine heiligen Ansprüche, sowie die allgemeinen Bedingungen der Unabhängigkeit, Sicherheit und gegenseitigen Achtung der Völker verwirklicht seien, die die einzige Grundlage für das Bündnis Italiens mit den Alliierten bildeten. Die Anwesenheit unserer Flagge auf dem jenseiti⸗ gen Ufer des Adriatischen Meeres wird auch dazu beitragen, die traditionelle Politik bezüglich Albaniens zu bekräftigen, das jetzt wie in der Vergangenheit ein Interesse ersten Ranges für uns darstellt insofern, als sein mit der Gestaltung der Besitzverhältnisse am Adriatischen Meere eng verbundenes Schicksal, sowie die Auf⸗ rechterhaltung der Unabhängigkeit des albanischen Volkes, dessen ausgesprochene und altehrwürdige Nationalität aus selbstsüchtigen Gründen verleugnet worden ist, für Italien von der größten Be⸗ deutung ist.(Lebhafte Zustimmung.) Für die Wiedererwerbung unserer natürlichen Grenzen und die Eroberung der Pfor⸗ ten Italiens sorgt mit ebenso großer Zähigkeit wie Selbst⸗ verleugnung und Elan die Tapferkeit der italienischen Truppen. Die strategische Verteidi gung des Adriatischen Mee⸗ res bildet einen anderen springenden Punkt in unserer politi⸗ schen Aktion. Für Italien ist die Schaffung einer Lage am Adria⸗ tischen Meere, die die ungünstige Lage unserer Küste wettmacht, eine Lebensnotwendigkeit. Sonnino entbot schließlich den Alliierten 88 19 zur Erreichung ihrer Ziele und eines dauernden Friedens. r Die Sitzung der Kammer wurde kurz vor 6 Uhr geschlossen. Die Diskussion über die Regierxungserklärung beginnt am Donners⸗ tag. Man erwartet, daß die Kammer mit einem Vertrauensvotum für das Kabinett am Sonnabend schließen wird. Rom, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Im 8 an die Bemerkung über das Verhältnis Italiens zu Oester⸗ reich⸗Ungarn erwähnte Sonnino auch Deutschland und zwar mit folgendem Satze: Nach unserer. an Oesterreich⸗Ungarn notifizierte uns Deutschland, daß es seine Beziehungen zu Italien als abgebrochen betrachte. Bern, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mailän⸗ der Meldung des„Matin“ unterzeichnete Italien erst am 30. November das Londoner Abkommen. Der Kammerpräsident Marcora sagte, Italien beschreibe derzeit vielleicht das schönste und strah⸗ lendste Blatt seiner Geschichte seit der Wiedererweckung. Die Na⸗ tion bestätige auf diese Weise die Voraussetzung Gladstones, daß Italien bestimmt sei, eines der bedeutendsten Werkzeuge des menschlichen Fortschritts und der Zivilisation zu sein,(Zustimmung.) Der Redner bringt den Aufruf des Königs bei der Uebernahme des Oberbefehls in Erinnerung, in dem gesagt 1. 1 wird, daß die Stunde der nationalen Wiedervergeltung geschlagen habe. Das einfache und besckeidene, aber würdige Wort des Kö⸗ nigs und sein erhabener und großzügiger Geist, der, frei von Ueberhebung die Achtung auch dem Gegner nicht versagt, der seiner⸗ seits so voll beleidigender Anmaßung sei(lebhafteste Zustimmung), dieses ehrenhafte und entschlossene Wort habe die Herzen aller Ita⸗ liener entflammt.(Beifall.). In bewegten Worten erwähnt der Präsident, daß die Italiener aus allen Gegenden und den entferntesten fremden Ländern unter die Fahnen herbeigeeilt seien und sagt: Unsere Soldaten über⸗ winden als Volk(sehr lebhafter, anhaltender Beifall) unter Füh⸗ rung ihres weisen Befehlshabers, von einem auch bei den Feinden schon anerkannten Mut beseelt und von kühnen Führern aller Grade befehligt, mit Unerschrockenheit alle Schwierigkeiten des Krieges, der noch härter wird durch die Natur der Gegend und alle möglichen Hinterhalte, die der Verbündete von gestern im Hinblick auf den gegen uns geplanten Augriff seit langen Jahren vorbe⸗ reitet und mit Hilfsmitteln unerhörter Grausamkeit ausgerüstet hat. (Anhaltender Beifall.) Marcora rühmte den König mit den Wor⸗ ten: Er ist unser Stolz und ist uns ein Vorbild der Tapferkeit. Er ist in der Schlacht immer zur Stelle, verachtet jede Gefahr und ist voll Hingebung für den schlichten Mann, der ihn anbetet.(An⸗ haltender Beifall, Rufe: Es lebe der König!) Unsere Watrosen sind die wachsamen Hüter unserer Küsten und erwarten ungeduldig die ersehnte Stunde der Vergeltung. 8 92 Der Redner sagt weiter? Das Volk hat die barbarischen An⸗ griffe gegen wehrlose Städte, un bewaffnete Schiffe, Menschen und künstlerische Kostbarkeiten mit unerschüt⸗ terlicher Ruhe hingenommen. Ueberall von den niedrigsten Küsten bis zum Palast des Königs wird unter Führung der beiden Köni⸗ ginnen gearbeitet, die Kämpfer auf jede mögliche Weise zu unter⸗ stützen.(Lebhafter Beifall.) Der Präsident grüßte mit Ehrerbie⸗ tung die uihmreichen Gräber der auf dem Felde der Ehre Ge⸗ fallenen(lebhafter Beifall), entbietet einen Gruß dem König, den Prinzen, der Armee und Flotte, dem ganzen Volk und Parlament. In der sicheren Erwartung, daß die Eintracht und Standhaftig⸗ keit des ganzen Landes unverweilt jeder Forderung Rechnung tra⸗ gen, die durch den Krieg notwendig werden kann, selbst wenn der Weg, den wir schreiten müssen, lang und schwierig ist. In unerschütterlichem Vertrauen, fest an unsere Verbündeten geschlossen, durchschreiten wir ihn mit Seelenruhe und im Vertrauen auf den endgültigen Sieg.(Langanhaltender Beifall.) Der Präsident schloß: Italien hat sich erhoben, um die Grundsätze der Nationalität, Freiheit, Zivilisation und Gerech⸗ tigkeit zu verteidigen, nicht nur um seiner selbst willen, sondern auch für die ganze Welt.(Langanhaltender Beifall.) Gehen wir an die Arbeit mit dem Rufe: Es lebe der König, die Armee und Flotte, das Volk und Italien!(Stürmischer Beifall.) Italienische Pressestimmen. 1 Rom, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Tribuna“ schreibt zu der Rede Sonninos, die Mitteilung von der Zustimmung Italiens zum Londoner Vertrag setze endlich den unsicheren Erörterungen über die Lage Italiens gegenüber den, Verbün⸗ deten ein Ziel. Durch gegenseitige Verpflichtung sei Italien zur Erreichung der Ziele des gemeinsamen Krieges an die Ver⸗ bündeten gebunden, ebenso die Alliierten an Italien, zur Durch⸗ setzung seiner Sonderziele.—„Giornale d'Italia“ meint, Son⸗ ninos Erklärungen lieferten einen neuen Beweis für unbedingte Loyalität, Redlichkeit und diamantartige Reinheit der italienischen Politik.— Die„Idea Nazionale“ mißt der Rede einen hohen politischen und geschichtlichen Wert bei. Nur von einem habe Sonnino nicht gesprochen. Dies sei in dem, was er sagte, offenbar stillschweigend enthalten, da es eine Be⸗ dingung für die Verwirklichung der Absichten Italiens sei, nämlich der Krieg gegen Deutschland.— Auch der„Corriere d. Italia“ weist versteckt auf die Kriegserklärung an Deutschland hin, über die aus militärischen und diplomatischen Gründen noch nichts ge⸗ sagt werde. 5 5 Mailand, 2. Dez. WTB Nichtamtlich.) Der„Corriere della Sera“ lobt die Rede Sonninos, die klar und bestimmt war. Die Nachricht von der Zustimmung Italiens zu dem Vertrage von London habe dem Fortbestehen von Zweifeln und Mut⸗ maßungen ein Ende gemacht. An das Unterbleiben der Kriegserklärung gegen Deutschland hätte man sonst in Verbindung mit jenen Zweifeln übertriebenen Pessimismus auf der einen Seite und zweideutigen Optimismus auf der anderen Seite knüpfen können. Nun hat aber Italiens Eintreten in den Vertrag von London jede verdächtige Auslegung dieser Art für uns und unsere Verbündeten beseitigt.— Der„Secolo“ bemerkt, die Nachricht von einer vollständigen Gemein hürgschaft Italiens mit den Verbündeten treffe nicht allein Oesterreich, mit dem Italien schon im Kriege stehe, sondern unmittelbar auch Deutsch⸗ land, dem es jetzt offenbar obliege, eine der Würde und Logik entsprechende Antwort zu geben. 5 * * Die Lage von Monastir. 0 Berlin, 3. Dez. Die Lage von Monastir schildert der Berichterstatter Magrini dem Mailänder„Secolo“, verschiedenen Morgenblättern zufolge, als trostlos. Die Kaufläden seien an hellen lichten Tagen geplündert wor⸗ den. Der italienische Konsul sei nach Saloniki abgereist, während der russische, der englische und der französische Kon⸗ sul in Florina verblieben, um dort den Schluß der Tragödie abzuwarten. Die Kapitulation von Monastir sei in Gegenwart des griechischen Konsuls, des serbischen Metro- politen, des Bürgermeisters von Monastir und der bulgari— schen und deutschen Delegierten unterzeichnet worden.— Mehrere Morgenblätter bemerken ausdrücklich, daß die Uebergabe von Monastir von anderer Seite bisher noch nicht bestätigt worden sei. 0 Der bulgarische Bericht. Sofia, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 400 November. Unsere Truppen führen die Offen⸗ sive über Prizren hinaus fort. Seit KHriegs⸗ anfang gegen Serbien(14. Oktober) 1. nahme von Prizren(29. November) haben wir den Serben folgende Beute abgenommen: 50000 Gefangene, 265 Geschütze, 136 Artilleriemunitionswagen, ungefähr 100 000 Gewehre, 36000 Granaten, drei Millionen Gewehrpatronen, 2950 Eisenbahnwagen und 63 Lokomotiven.— Nach der Ein⸗ nahme von Kichewo und Krusewac besetzten wir Brodi auf der Straße Kichewo Prilep.— Auf der Front der englisch⸗ französischen Truppen keine Veränderung. 5 Landungen an der albanischen Küste. Berlin, 3. Dez. Von einem in Sofia eingetroffenen Führer der Albanier will der Berichterstatter der„Vossischen Zeitung“, Mario Passarge, erfahren haben, daß die Entente längs der albanischen Küste kleinere Ab⸗ teilungen gelandet habe, die zur Begleitung von Proviant und Munition für die Serben bestimmt waren, deren Vormarsch aber durch die feindselige Haltung der Albanier aufgehalten wurde, so daß ihre Aufgabe nunmehr hinfällig geworden sei. Die Albanier hätten den Bulgaren vielfach große Dienste geleistet.. Eine wichtige Regierungsberatung in Griechenland. Athen, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Skuludis hatte eine lange Unterredung mit dem König, der, wie die Zeitungen sagen, die Ansicht der Regierung vollkommen teilt. In einem dringlich ein⸗ berufenen Ministerrat berichtete der Ministerpräsident über den Meinungsaustausch mit den Gesandten des Vier⸗ verbandes. Der Ministerrat erörterte alle Möglichkeiten der Lage. Es entspann sich eine lange Auseinandersetzung über die Haltung, die Griechenland unter den vorliegenden Um⸗ ständen einzunehmen hat. Der Chef des Generalstabs wohnte der Beratung bei. a 8 * 1* 0 Aus Deutsch⸗Belgien. Brüssel, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Eine Verord⸗ nung des Generalgouverneurs gibt bekannt: Nach⸗ dem die Provinzen Hennegau, Limburg, Lüttich, Luxemburg, Namur und Ost- und West-Flandern über die Finanzierung der ihnen auferlegten Kriegskontribution Beschluß gefaßt haben, die Provinzen Antwerpen und Braban! zu einer endgültigen Entschließung aber nicht gelangt sind, und da ferner die erste Rate der Kriegskontribution bereits am 10. Dezember fällig ist, werden die Provinzialräte der Provinzen Antwerpen und Brabant zu einer weiteren außer⸗ ordentlichen Tagung am 4. Dezember in die Provinzial⸗ Hauptstadt zusammenberufen. Die Tagesordnung ist dieselbe wie in der letzten Tagung am 30. November. Ein Ehrentag des Kaisers Franz Jofef. Wien, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Jahres⸗ tag der Thronbesteigung des Kaisers ist in der ganzen Monarchie durch Festgottesdienste, patriotische Schul⸗ feiern und Veranstaltungen für Kriegsfürsorgezwecke be⸗ gangen worden. Blätter aller Nationalitäten und aller Parteirichtungen widmen dem Festtage Artikel, in denen sie darauf hinweisen, daß die 67jährige Herrschertätigkeit des Kaisers stets dem Wohl und der friedlichen Entwickelung seiner Völker gewidmet gewesen ist, die in dem Augenblick, da der Monarchie der Krieg aufgezwungen wurde, sich ein⸗ mütig um den Thron scharten zur Verteidigung des Be⸗ standes und der Rechte der Monarchie. Die englischen Gesamtverluste: eine halbe Million. London, 2. Dez.(Zens. Frkft.) Reuter meldet offiziell: Die Gesamtzahl der britischen Verluste bis zum 19. November beträgt: Getötet oder gestorben: 4620 Offiziere, 69 227 Mann, verwundet: 9754 Offiziere, 240 283 Mann, vermißt: 1583 Offiziere, 24446 Mann. Im Gebiete des Mittelmeeres getötet oder gestorben: 1501 Offiziere, 21531 Mann, verwundet 2860 Offiziere, 70 148 Mann, ver⸗ mißt 350 Offiziere, 10 211 Mann; auf den anderen Kriegs⸗ schauplätzen getötet oder gestorben: 227 Offiziere, 2052 Mann, verwundet 337 Offiziere, 5587 Mann, vermißt 76 Offiziere, 3223 Mann. Flotte: getötet oder gestorben 589 Offiziere, 9928 Mann, verwundet 161 Offiziere, 1120 Mann, vermißt 52 Offiziere, 310 Mann. Insgesamt betragen die Verluste 510 230 Mann. a der Seelrieg. Malta, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der britische Dampfer„Malinche“(1155 Bruttotonnen) ist versenkt worden. Die Besatzung ist 1 1 8 London, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Dampfer„Calenso“ ist ver⸗ senkt worden; die Besatzung wurde gerettet. Der Dampfer „Drange Prince“ ist versenkt worden n, * 160 2 2 2 e, e, eee ee, —— Horefan- Sec 4. Hero me e „Die Beratung über die Ernährungsfragen. . Berlin, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Haupt⸗ agausschuß des Reichstages setzte heute, nachdem er die erste Lesung des Gesetzentwurfes über die Kriegsgewinnsteuer beendet hatte, seine Beratungen mit einer Besprechung der Ernährungsfragen fort. Dabei gab einleitend der Bericht— erstatter einen Ueberblick über den Stand unserer Vorräte zur Beurteilung der gesamten Lage auf dem Lebensmittel⸗ markt unter Angabe von Zahlen. Er kam dabei zu dem Schlusse: Wir haben Lebensmittel genug auf allen Gebieten, um die Not von unserem Volke fernzuhalten. In Rücksicht auf unsere Lebensmittel braucht der Krieg um keinen Tag früher zu Ende zu gehen, als es die Sicherheit des Reiches und die Interessen des ganzen Volkes erfordern, Gewisse Einschränkungen des Verbrauches allerdings sind als unvermeidliche Kriegswirkungen anzusehen und müssen in Kauf genommen werden. * Berlin, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Am 3. Januar findet eine Aufnahme der Vorräte an Kaffee, Bohnenkaffee, Bohnenkaffeemischungen(roh, gebrannt oder geröstet), Tee, Kakao(roh, gebrannt oder geröstet) statt. 5 3 c fer 5 dem Reichsanzeiger w. dem Reichsgesetzblatt zu ersehen. 4 Berlin, 2. Dez.(Prww. Tel) Das„Berl. Tagebl.“ meldet aus Wilhelmshaven: In den nächsten Tagen wird hier eine überlebensgroße Figur des Großadmi⸗ rals von Tirpitz, von dem Berliner Bildhauer Os⸗ wald Schimmelpfennig aus Holz und Eisen gefertigt, zur Benagelung aufgestellt. 4— Aus Stadt und Cand. Gießen, 3. Dezember 1915. » Auszeichnungen. Wachtmeister d. L. Volp, Feld⸗ Artillerie⸗Regiment Nr. 111, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Kl. im Westen, die Hessische Tapferkeitsmedaille wurde ihm in Galizien verliehen.— Dem Unteroffizier Heinrich Hellmold, Sohn des Privatmannes Louis Hellmold, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Amtliche Personalnachrichten. In den Ruhe⸗ stand. wurde am 1. Dezember ds. Js. der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Mainz Jakob Nikolaus Hemer auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 10. Dezember 1915. Der Großherzog hat Hemer die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdieustordens Philipps des Großmiütigen verliehen. 8 aüniversitätsangehörigeim Kriege. Unter oben Schwierigkeiten ist es Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Sommer und eifrigen Mitarbeitern gelungen, eine vor⸗ läufig abschließende Uebersicht über die Teilnahme von An⸗ gehörigen der Universität Gießen am Kriege zusammenzu⸗ tellen, auf die wir schon vor einigen Tagen hingewiesen haben. Das Ergebnis, das uns in einem handlichen Heftchen vorliegt, gewährt überraschende Einblicke in die Kriegs⸗ icksale der einzelnen Universitätsangehörigen. Wir be⸗ ränken uns auf einige, zahlenmäßige Angaben, die ein ehrendes gnis für unsere Hochschule ablegen. 117 Do⸗ zenten, Assistenten, Beamte und Angestellte, rund 1100 Studierende stehen unter der Fahne. Den Heldentod fürs Vaterland starben 5 Dozenten und Assistenten und 96 Stu⸗ dierende. Das Eiserne Kreuz wurde 33 Dozenten, Assistenten und Angestellten, 145 Studierenden verliehen. 4 Ein Studierender erhielt das Eiserne Kreuz 2. und 1. Klasse. Die Hessische Tapferkeitsmedaille verdienten sich 3 ten, Assiz oder Angestellte, 40 Studierende, Dozenten, das e Sanitätskreuz am Bande der Tapfer⸗ keeitsmedai 5 Dozenten, Assistenten und Angestellte, 9 Studierende. Andere Auszeichnungen wurden im ganzen elfmal erworben. * Weihnachtspakete fürs Feld. Vielfach besteht die Ansicht, daß sämtliche Weihnachtspakete, die bis zu dem in der Presse bekanntgegebenen äußersten Zeitpunkt vom 10. Dezember aufgeliefert werden, unter allen Umständen noch in den Besitz der im Felde stehenden Heeresangehörigen gelangen. Demgegenüber muß ausdrücklich darauf hinge⸗ wiesen werden, daß naturgemäß keinerlei Gewähr über⸗ nommen werden kann. Es ist vielmehr dringend zu emp⸗ fehlen, Pakete nicht etwa bis zum angegebenen Zeitpunkt n Besonders Pakete für Truppen auf dem alkankriegsschauplatz werden zweckmäßig sofort aufgeliefert. g * Geh. Schulrat Prof. Dr. Buchhold 5. In der Frühe des 1. Dezember verschied nach längerem Herz—⸗ leiden der langjährige Oberlehrer an der Höheren und Erweiterten Mädchenschule zu Gießen, Geh. Schulrat Prof. Dr. August Buchhold. Der Verstorbene entstammte einer weit verzweigten hessischen Pfarrersfamilie, deren Ange⸗ hörige noch gegenwärtig angesehene Stellungen im hessi⸗ schen Schul-, Pfarr⸗ und Sanitätsdienst bekleiden. Im April 1875 kam er nach vorübergehender Beschäftigung im Pfarr⸗ amt zu Nieder⸗Florstadt und als Religionslehrer am Gym⸗ nasium zu Darmstadt an die hiesige Höhere Mädchenschule, der er bis April 1915, also 40 Jahre, als Lehrer angehörte. Er hat die äußere und innere Entwicklung dieser An⸗ stalt mit ihrem kleinen Anfangsbestand von nur wenigen Klassen, die zeitweise getrennt auf dem„Oswaldsberg“, in der jetzigen Polizei und der Bürgermeisterei e waren, bis zum Ausbau zu einer vollberechtigten höheren Lehranstalt miterlebt. Zwei Generationen Gießener Bürgers⸗ und Beamtentöchter sind seine Schülerinnen ge⸗ wesen. 1894 wurde Dr. Buchhold der Titel Professor ver⸗ liehen, 1903 wurde er durch die Verleihung des Ritter⸗ kreuzes 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß⸗ mütigen ausgezeichnet. Im April 1915 trat er in den Ruhe⸗ stand, wobei 5 Verdienste durch Erteilung des Cha⸗ ralters als Geh. Schulrat gewürdigt wurden. Leider war es dem pflichtgetreuen Lehrer und wohlwollenden Berater der Jugend nach seinem Ausscheiden aus dem Amt nur kurze Zeit vergönnt, den wohl verdienten Ruhestand zu genießen. * Togo. Auf Einladung des Vereins für Erd⸗ und Völkerkunde hielt gestern abend in der Aula des Universi⸗ tätsgebäudes Dr. Saame einen, auf eigene Anschauungen be⸗ gründeten Vortrag über unsere Kolonie Togo. Der Redner, der über eine Fülle sesselnden Materials gebot, ging sehr eingehend auf die geographische Lage des Landes ein, das mit einem Küsten⸗ strich von nur 45 Kilometern und einem sehr tiefen Hinterlande nur durch deutsche Tatkraft und zielbewußte Arbeit zu einer Musterkolonie eingerichtet werden konnte, die den Neid der Eng⸗ länder herausfordern mußte. Eigentlich erschlossen wurde das Land erst durch den Bau einer 400 Meter langen Landungsbrücke bei Lome, die über die ungestüme Brandungszone hinausführte und die Stadt Lome zu ungeahnter Blüte gedeihen ließ, daß ihre Bewohner mit Stolz von ihr behaupten, sie sei ein Vorort Berlins. Wie. aus den weiteren Ausführungen hervorging, hat Togo in den einzelnen Gebietsstrichen vollkommen von einander abweichende klimatische Verhältnisse, die wiederum in den verschiede⸗ nen Jahren großen Schwankungen unterworfen sind. Die Re⸗ enzeit, die vielfach in zwei von einander abgegrenzte Perio⸗ 2 r/ N.. 2* zuführen. Am gefährlichsten ist das gelbe Fieber und die Malaria, die aber während der ditrren Jahreszeit fast vollkommen zurück⸗ tritt. Unter den Eingeborenen herrschen stellenweise die Schlaf⸗ krankheit und die Pocken, die durch besondere ärztliche Kommissio⸗ nen und Schutzimpfungen stark an Verbreitung verloren haben. Die Vegetation ist sehr mannigfaltig, wenn auch die Regenwälder, die einst als geschlossene Einheit das Land überzogen, infolge jähr⸗ licher Brände mehr und mehr einer Steppenformation Platz mach⸗ ten. An der Küste herrschen die Mangrovenbäume mit ihren Luftwurzeln vor, in der Steppe finden sich mannigfaltige Palm⸗ arten, der Affenbrotbaum und Baumwolle, die ebenso wie die Banane gedeihliche Plantagen ins Leben gerufen hatte. An wil⸗ den Tieren sind vom Löwen ab, der nur mehr in seltenen Exem⸗ plaren auftritt, Leoparden und andere Katzenarten nicht selten, an Raubvögeln sind ähnliche Arten vertreten wie in Europa, die sonstige gefiederte Welt ist sehr reichlich und mannigfaltig ver⸗ streten. Jagdbare Tiere sind der Elefant und die Antilope, die in etwa 20 Abarten vorkommt. Sehr interessant waren die Dar⸗ legungen über die veligiösem Vorstellungen der Neger⸗ stämme, denen in der Hauptsache der Glauben au eine Seelen⸗ wanderung zugrunde liegt und der einen fatalistischen Einschlag trägt durch die Annahme eines bestimmenden Prinzipes im Men⸗ schen, das auf sehr bequeme Art für alle schlechten Charakter- eigenschaften verantwortlich gemacht wird, Die größte Macht über den Neger, selbst über den Häuptling, haben die Fetischpriester, die in geheimer Organisation miteinander verbunden sind. Men⸗ schenopfer kamen unter deutscher Herrschaft nicht mehr vor. Auch die Togoneger haben die schlechten Eigenschaften der Lügenhaftig⸗ keit, Feigheit und Arbeitsunlust. Sie nähren sich von Ackerbau, Viehzucht, Jagd und Fischsang und wohnen in Dörfern, die je nach der Stammesart andersgestaltete Formen tragen. Der am weitest⸗ verbreitete Stamm, dessen Sprache auch zum Unterricht in den Missionsschulen dient, ist ziemlich bild ähig. In der Töpferei und Weberei hat er es zu einiger Kunstfertigkeit gebracht Beson⸗ dere Beachtung verdient eine Art primitiver Hochofenanlage. Gegen Schluß des Vortrages skizzierte der Redner in knappen Umrissen den heldenmütigen Kampf der kleinen Kolonie, die nur über vier Maschinengewehre verfügte, gegen die vielfache, mit Kanonen ausgerüstete Uebermacht der Engländer und Franzosen, die in umfassender Bewegung gegen die Großfunkenstation Ka⸗ mina vorgingen. Wie die Engländer selbst in offiziellen Berich⸗ ten zugeben mußten, hatten sie harte Kämpfe zu bestehen bis sie die Deutschen, die von ihren schwarzen Truppen größtenteils verlassen waren, zur Uebergabe zwangen und die aufs sorgfüktigste zerstörte Funkenstation Kamina, ein Kulturwerk, das in vierjähri⸗ ger Arbeit errichtet worden war, besetzen konnten. Wie die Eng⸗ länder ihr Versprechen hielten, Privateigentum zu schonen, konnte der Redner als Kriegsgefangener mit eigenen Augen sehen. Aus seinen Worten sprach die Liebe zu diesem neuen Vaterlande und die sichere Hoffnung, daß die deutsche Flagge bald wieder stolz dort wehen möge, wo sie Nachtigal im Jahre 1884 zum ersten Male entfaltet habe. An diesen Vortrag schloß sich eine Reihe von Lichtbildervorführungen, die Land und Leute in typischen Aufnahmen nahe brachten. Am Schlusse der Vorführungen wurde dem Redner reichlicher Beifall zuteil. do der hr Gestern vormittag 1½10 Uhr wurde die Feuerwache durch einen Melder an der Liebigstraße zu Hilfe gerufen. Am Melder wurde der Feuerwehr mitgeteilt, daß im Hause Leihgesterner Weg 23 ein Zimmerbrand ausgebrochen sei und daß sich in dem brennenden Zimmer ein kleines Kind befinde. Die Wache fand im Erdgeschoß des betreffenden Hauses ein vollständig verqualmtes Zimmer vor, dessen Türe geschlossen war. Ein Mann drang durch ein rasch geöffnetes Fenster ein, mußte des Qualmes wegen aber wieder zurück. Erst nach Oeffnung eines zweiten Fensters konnte das Kind aus dem Zimmer geholt und geborgen werden. Das etwa 27 jährige Mädchen war etwas verstört, schien aber keinen Schaden gelitten zu haben. Der kleine Brand, der durch Wäschestücke, die am Ofen zum Trocknen hingen, entstanden war, wurde nun rasch gelöscht und um 10 Uhr konnte die Wache wieder einrücken. * Pserdeversteigerung. Dienstag, den 7. Dezember J. Is., vormittags 10 Uhr, werden auf dem Schlachthof in Darm- stadt 50 Stück Beutefohlen im Alter bis zu 3 Jahren gegen Bar⸗ zahlung und ohne Rückvergütung versteigert. 100 Stück Beutefohlen in gleicher Qualität sind noch unterwegs. Der Versteigerungs- termin wird in unserem Blatte noch mitgeteilt werden. Landkreis Gießen. 8 Alten⸗Buseck, 1. Dez. Dem Schützen Heinrich Elias Wagenbach von hier, der 1 ¼ Jahr im Feld im Westen bei einer Feld⸗Maschinengewehr-Abteilung steht, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Lich, 2. Dez. Die am Opfertag zugunsten des Roten Kreuzes abgehaltene Geldsammlung ergab in unserer Stadt den ansehnlichen Betrag von 977.11 Mk. Ferner wurde aus Verkauf von Postkarten, Losbriefen und Abzeichen eine Gesamteinnahme von 73.60 Mk. erzielt. ( Dorf⸗Gill, 2. Dez. Gestern mittag verunglückte der allgemein beliebte und geschätzte Maurer Heinrich Müller IV. Trotz seines Alters von 60 Jahren ging er in den sogenannten Klosterwald Holz machen. Mitten in der Arbeit traf den etwas schwerhörigen Mann ein stürzen⸗ der Baum so unglücklich, daß er auf der Stelle tot blieb. e. Holzheim, 2. Dez. Das Eiserne Kreuz erhielten Landwehrmann Heinrich Buß und Landwehrmann Wilhelm Höfer bei einer Munitions-Kolonne. Höfer hat den Krieg von Ansang an bis heute mitgemacht; auch war er Kämpfer in Südwestafrika. — Inheiden, 2. Dez. In der hiesigen Umschalte⸗ station der elektrischen Ueberland⸗Anlage der Provinz Ober⸗ hessen wurde der Inspektor Wilhelm Hechler bei der Prüfung einer Betriebsstörung vom elektrischen Strom ge⸗ tötet. 0 e. Odenhausen, 3. Dez. Als 11. Kriegsopfer aus unserem Dörschen starb in einem Feldlazarett in Rußland der Vorsitzende des hiesigen Turnvereins Weißbindermeister Chr. Henkel. Er war ein eifriger Förderer der Turnsache. e Queckborn, 2. Dez. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt auf Großherzogs Geburtstag der Unter⸗ offizier August Junker im Infanterie⸗Regiment Nr. 116. Kreis Büdingen. b Büdingen, 2. Dez. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt der Gefreite Appel im Landsturm-Bataillon Friedberg. Ortenberg, Dez. Am Opfertage fürs Rote Kreuz wurden bei der Haussammlung 750 Mk. und beim Verkauf von Posttarten usw. 70 Mk. vereinnahmt. z Effolderbach, 2. Dez. Auf dem serbischen Kriegs- schauplatze starb den Heldentod der Musketier Lenz. Kreis Schotten. E Rudingshain, 2. Dez. Fürs Vaterland starb der Ersatzreservist Gebhardt im Res.⸗Inf.⸗Rgt. 221. Kreis Friedberg. M. Butzbach, 3. Dez. Gestern rückte eine Abteilung von 600 Mann vom Ersatzbataillon Nr. 81 Homburg v. d. H., als Genesungskompagnie, mit ihrer eigenen Musikkapelle in un⸗ serer Stadt ein. Bis auf weiteres bleibt die Abteilung in der hiesigen Kaserne.— Der seitherige Offizier⸗Stellvertreter Amtsrichter Plitt ist zum Leutnant der Landwehr beför⸗ dert worden. 8 N — Kirchgöns, 2. Dez. Für die in den Lazaretten der Nachbarorte untergebrachten verwundeten Krieger sammelte die hiesige Einwohnerschaft 36 Körbe Obst. Vermischtes. * Berlin, 2. Dez.(Priv.⸗Telegr.) Die„B. Z. a. M.“ 2 den zerfällt, weist weder in der Dauer, noch in der Niederschlags⸗ e inheitliche Gestaltung auf. Trotzdem ist das Klima an e den Europäer nicht ungünstig und Krankheiten lig en direkt auf klimatische Einflüsse zurück⸗ 1 5 5 2 meldet aus Hattingen: Gestern abend kurz nach 8 Uhr entgleiste auf der Linie Blankenstein—Hüttenau in einer % 4 5 bahn und schlug um. Der Führer und acht Personen wur⸗ den angeblich schwer verletzt. Eingesandt. Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) a Mehlempfang in Heuchelheim. g 5 Bei dem gestrigen Mehlempsang mußten wieder einmal die Leute 3% bis 4 Stunden warten, ehe sie abgefertigt wurden. Meist betraf es Kinder, die ihre geschlagenen 4 Stunden ausharren mußten, weil Erwachsene sich immer wieder vorzudrängen ver⸗ standen. 1 Die berufenen Behörden werden gebeten, diesen Zuständen abzuhelsen. Die Einsender. . Märkte. i 8 ke. Frauksurt a. M. Viehhofm arktbericht vom 2. Dez. Auffrieb: Rinder 710(darunter Ochsen 5, Bullen 1, Kühe und Färsen 704), Kälber 602, Schafe 1. Marktverlauf: Bei lebhaftem Handel ausverkauft. 5 a 5 Preise für 100 Pfd. Kälber. Mk. Mk. Feniste Mastkälbe r 3690 143189 Mittlere Mast⸗ und beste Saugkälber. 76—80 127-123 Geringere Mast⸗ und gute Saugkälber.. 70—75 119—127 Geringe Saugkä lber. 60-65 102—110 Schafe. Weidemastschase. 5 3 Mastlämmer und jüngere Masthammel. 57—58 124125 Geringere Masthammel und Scharee 46—48 110—114 Sch weine. Vollflefschige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 108.00 00.00—.— Vollfleischige Schweine unter 80 kg 9 wicht 3 93.00 00.00—.— chige Schweine von 100 bis 120 g Lebendgewicht. Vollfleischige Schweine von 150 kg Lebendgewicht 1 Unreine Sauen und geschnittene Eber Meteorologische Be . 1I18.00 118.50 120 bis 119.00- 129.00—.— 103.00 00.0% 7 8 8 2 De. 85 8 Wetter 2 S8 191 e 75 2 8 225 2.2. 5 Sonnenschein 2. 9 0 3. 7% 10 Regen A4. Höchste Temperatur am 1. bis 2. Dez. 1915= + 7,7 C. Niedrigste% 1%, Niederschlag: 9,2 mm. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 4. Dez. 1915: Trüb und reoneziseh, milb, Letzte Nachrichten. Die Uebergabe von Monastir. i. Köln, 3. Dez. Die„Köln. Ztg.“ meldet zur Uebergabe gramme aus Saloniki und Florina, daß am Mittwoch die Serben die Uebergabe Monastirs beschlossen. Eine gemischte Vertretung, bestehend aus dem griechischen Konsul, dem serbischen Metropoliten und dem Bürgermeister von Mo⸗ nastir, sei mit Vertretern Deutschlands, Oesterreich⸗Ungarns und Bulgariens zusammengekommen, um die Uebergabe⸗ bedingungen zu unterzeichnen. 5 Ein Spezialberichterstatter schildert den Rückzug der Serben, wonach die wenigen Serben, die sich in der Um⸗ gebung der Stadt befanden, den Rückzug decken. Auch die zuletzt angekommenen 6000 serbischen Rekruten befinden sich auf dem Marsch nach Albanien. In Monastir flüchten große Mengen von durch Kälte und Hunger entkräfteten Bewoh⸗ 275 Grenze zu. Monastir bietet den Anblick des größten Elends. Italiens unannehmbare Forderungen. Sofia, 3. Dez. hat Lord Kitchener dem englischen Gesandten in Athen über seine Sendung in Rom mitgeteilt, daß Italien geradezu un⸗ anehmbare Forderungen, bezw. Bedingungen für seine Teilnahme an der Balkanaktion gestellt habe. Italien forderte u. a. die Ueberlassung von ganz Albanien und wolle sich dafür bloß mit einem relativ geringen Truppenkontingent an der Balkan⸗ mit allen Mitteln Griechenland zum Anschluß zu zwingen trachte. Die Weihnachtsfeier in den Gefangenenlagern. i. Köln, 3. Dez. Wie Pariser Blätter melden, wird auf schen Kriegsgefangenen in Frankreich, wie den französischen Kriegsgefangenen in Deutsch⸗ land gestattet wird, Weihnachtsbäume in ihren Lagern zu errichten. Weihnachtssendungen sollen in unbeschränkter Freiheit zugelassen werden. Alkoholische Getränke sind verboten. Beim Zusammenstellen der Weihnachts gaben für unsere braven Truppen denkt daran, was dieselben bei Kälte und Nässe draußen im Feld auszuhalten haben, und schickt gegen 881886 1—2 Schachteln Fay's üchte Sodener Mineral⸗Pastillen mit. Achten Sie beim Einkauf streng auf den Namen„Fay“. Heute Freitag frische Leberwurst M. Aeßzler Frisch eingetroffen: Speise-Nougat mit ganzen Nüssen INA Pfd. 468 Pfg. e Roßischlächter. e,. Gänse, lag, 092 2 täglich abzugeben. Schmall, Marburger Str. 60. steilen Kurve ein Wagen der elektrischen Straßen⸗ Soeeeere, Daa von Monastir: Italienische Berichte bestätigen durch Tele⸗ Während seiner Anwesenheit in Saloniki Grund der Verhandlungen des Ministeriums des Aeußern ein wech? selseitiges Uebereinkommen geschlossen, das sowohl den deut⸗ Husten, Heiserkeit und Verschleimung R e 5 7 8 1 1 5 5 — 755 3 aktion beteiligen. Es bleibe daher nur übrig, daß die Ententg a * 777d AA Ä 8 1 2 3 bar gedenken. Giessen, 3. In der Frühe am 1. Dezember verschied Geheimer Schulrat Prof. Dr. A. Buchhold Oberlehrer im Ruhestand. Am J. April d. J. war er nach vierzigjähriger Zu- gehörigkeit aus dem Verband unserer Schule ausgeschieden und in den Ruhestand getreten. Die Krankheit, die ihm schon die letzten Jahre die schwert hatte, hat dem Feierabend, den er zu geniessen gedachte und den er wohl verdient hatte, ein schnelles Ende bereitet. Die Schule, der seine ganze Lebensarbeit gehörte, und seine Mitarbeiter werden seiner stets dank- Das Kollegium d. Höh. u. Er. Mädchenschule. Dezember 1915. Arbeit ausserordentlich er- 941¹ Halbsch Schuh- haus Warme interschuße Filz- und Kamelhaarschuhe Dauerhafte 5* 0 Strapazierstiefel 5 5 für Damen und Herren 8 Mädchen und Knaben Gummischuhe Für unsere Krieger: S Militärstiefel Gamaschen Dazarettschuhe Fersenhalter Armee Einlegsohlen W. Herbert Marktplatz 2, neben der Engel-Apotheke uhe O 9303 in Feldpost- packung e stunden ab u. nimmt drei Kinder Was uns All unser Rußland, unser einziger Sohn, mein innigst— geliebter Gatte, der liebevolle Vater seiner * chudemmestr büristau Henkel im Alter von 35 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Henkel. Odenhausen a. L., den 3. November 1915. Mit dir ist alles hingegangen, Sinkt hin mit deinem frühen Tod. Nicht kennen wir die stille Stätte Die deinen letzten Schlummer sah Dem Aug der Deinen sern für immer, Bleibst du dem Herzen ewig nah. Auf Wiedersehn! das Leben liebes bot, Glück, all unsex Hoffen 9105 abberufen zum Kriegssanitätsdienst, Vertreter hält in der Wohnung Sprech- dort Bestellungen an 94¹2² Sonntag, den 3. Militär- Dezember 1915: Konzert ä Philosophenwald— D—U—ë—ͤ Ausgeführt von der Ers.-Kapelle des Iik.-E unter Leitung des Musikleiters Bruno Herrmann. Eintrittspreis 25 Pfg. Der Ueberschuss wird zu wohltätigen Zwecken verwandt. 94040 Batl. 116 Anfang 1 Uhr. Herrmann„Musilkl eiter. ö ee 7 8 2 — Prakt. Feldkocher Sicher wirkende Fernsprecher 706 Mediz.-Drogerie 2. empfehle: Kognak i. bruchsicherer Rum Holzpackung LIKöURE d. Firmen Hart- Wig Kantorowviez A.-G. Posen, KarlMampe, Berlin Bevorzugte Marken sind: Berliner Kümmel Cherry Erandy Kurfürst. Hagenbitter Halb& Lalb Fodbipieta(Altpolnischer Reiterlikör) Grüne Fomeranzen Düpelt Güldenwasser etc. Ungeziefer-Mittel Kreuzplatz 9409a Kreuzplatz 9 LS Zinmer 1 Schöne Parterre⸗Woh⸗ nung(66 Zimmer m. Zubehör) wegzugshalber z. 1. Januar zu vermieten. 92¹9 Bismarckstraße 40. 0 3 Zimmer 3-Eimmer- Wohnung mit Gartenanteil, per Monat 23 Mk, an ruh. Leute zu verm. 221 Schöne Aussicht. Lob Zimmer. Pension Brandl gans 22 it mõibl. Z. f. jede ., Bad, Tel. gal es Mekl. Zimmer m. gut. Pens. zu verm. Kanlausgasse 14 p. 06471] Hänlierte Zimmer zu vermiet. Sonnenstraße 18 II. 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Die Karlsschüler Schauspiel in 5 Akten von Heinrich Laube. Ende 6 Uhr. Abends 7½ Uhr: Kleine Preise! Kleine Preisel As ieh noch im Püägelkleide. Ein fröhliches Spiel in 4Auf⸗ zügen von Albert Kehm und Martin Frehsee. Ende 10 Uhr. Soldaten vom Feldwebel abwärts zahlen bei allen Parstellungen auf 2. und 3. Sperrsitz nur halbe Preise. Samstags-Markt Großer Wurstverkauf 0109 Wilh. Schermuly. Betr.: Skrophulöse Kinder. Bekanntmachung. Wir beabsichtigen, im nächsten Sommer wieder eine Anzahl armer strophulöser Kinder, deren Eltern im Sparkassenbezirk wohnen, auf Kosten unserer Kasse zwecks Gebrauches einer Badekur in einer der Kinderheilstätten des Großherzogtums (Bad⸗Nauheim oder Wimpfen a. N.) unterzubringen. Anmeldungen, welche durch die Pfarrämter oder Bürgermeistereien bis spätestens Ende Ja⸗ nuar k. Is. einzureichen sind, müssen mit ärzt⸗ lichem Zeugnis belegt sein, aus welchem hervor⸗ geht, daß die Kur notwendig ist, und mit einer amtlichen Bescheinigung, daß die Eltern nicht in der Lage sind, die Kosten selbst bestreiten zu können. Gießen, den 2. Dezember 1915. g Bezirkssparkasse Gießen. Zacheis. 9403 D Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. „Bei dem Oberbürgermeister der Stadt Gießen find seit der letzten Veröffentlichung weiter eingegangen: . n) für die allgemeine Kriegsfürsorge(Liebesgaben⸗ fonds): vom Wohltätigkeitsfonds der Landesuniversität 200. Mk., Professor Dr. Poppert 200 Mk. Mebgermeister Ludwig Klein 10, Mk, Photograph Thuran 50 Mk, Frau Lommerzienrat Emmellus 0 Mk., Kt. 10 Me, aus der Sammelhüchse bei der Stadtkasse 11.50 Mk, Frau Oberst⸗ leutnant Naumann Kupfer) 10.08 Mk. Städtischer Schlacht⸗ hof(Kupfer) 115 Mk, Frau Professor Pr. Versluys 170 Mk., (geh Kommerzienrat Heichesheim(Kupfer) 61.86 Mk., Kt. 10 Mk., Justizrat Grünewald 6. Rate 200 Mk., Friedrich Leonh. Bender sen. 5 Mk, Stadfverordueter Krumm für Juli, August und September 300 Mk., Dienstags⸗Kegel⸗ gesollschast im Pfau 43.5 Mk. Sammelbüchse bei der Stadtkasse 23.11 Mk. Städtischer Schlachthof für Gold⸗ schlägehäute) 23.05 Mk., aus der Sammelbüchse bei der Stadtkasse 29.21 Ml. Konsumverein Gießen und Umgegend 150 Mt., Beamtenperein 30 Mk., Geh. Kommerzienrat Heichelheim 2000 Mk., Zahnarzt Haubach 24.10 Mk., Kt. 10 Ut. Justisrat Grünewald 7. Rate 200 Mk, Ehristian Inderthal 50, Mk. L. Süß 5 Mk. Regierungsrat Hem⸗ merde 100 Mk. zusammen 4051.44 Mk. b) für die Sammlung für Kriegsbeschädigte: Geh. Kommerzienrat Heichelheim 1000 Mk. 5 5 ze) für die Sammlung für erblindete Krieger: Bau⸗ afsistent Böhmer 5 Mk., Familie Hefneck 10 Uk. Damen⸗ Skatklub 20 Mk., Damenkranz 18 Mk., Damen⸗Spielklub 20 Mk., E. Meuer 3 k. M. und(6. Schliephake(Erlös aus Metall) 20 Me. Gießener Freilichthühne(durch Prof, Dr. Beruhect) 50 Mt., Obst⸗ und Gartenbauverein Heuchel⸗ heim 2 Mt. aus der Sühnesache B. H. 10 Mk. von einem Kriegskaffeekranz 10 Mk., Kommerzienrat Noll 60 Mk., Dr, Faye Mk, Beamtenverein 40 Mk, Reallehrer Jann 5 Mk., Donnerstagskränzchen auf der Liebigshöhe 10 Mk, zusammen 315 Mk. 5 5 d) für die Hinterbliebenen der im Felde gefallenen Giessener Krieger: Professor Dr. Poppert 100 Mk., Gießener Freilichtbühne durch Prof Dr. Bernbeck 2 Nate 200 Mk. Prof Dr. Friedr. Engel(Kupfer) 10.70 Mk., zu⸗ sammen 310.70 Mk.. 5 e) für die Nationalstistung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen: Photograph Thuran 50 Mk., Carl Nowack 400 Mk., Wilb. Mosler Ww. 10 Mk. Eduard Silbereisen 20) Mk., M. u. G. Schliephake(Erlös aus Metall) 20 k, Gießener Freilichtbühne durch Prof. Dr. Bernbeck 00 Mk. Reallehrer Salomon 5 Mk, Gießener Anzeiger Ueberschuß für Sonderblätter 500 Mk., Christian Inderthal 50 Mk, zusammen 985 Mk. 9⁴0² B Für alle diese Gaben sei hiermit herzlich gedankt. Die Auszahlung der Famsssen⸗Unterstützungen für 1. bis 15. Desbr. 1915 an die Angehörigen der zum Heeres; dienst Einberufenen findet statt⸗ 9 za) Reichs⸗ und Kreisunterstützung. An diejenigen, deren Namen beginnen mit Ahl Dienstag, den 30. November 1915 u Mittwoch, den 1. Dezember 1915 S4, Donnerstag, den 2 Dezember 1915. b) Städtische Unterstützung(Mietszuschuß). AI Freitag, den 3. Dezember 1915 Ack Samstag, den 4. Dezember 1915 5 Montag, den 6. Dezember 1915. 1 e) An Vermieter, die Mietbeträge abbolen. Dienstag, den 7. Dezember 1915. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im Stadthaus, Zimmer Nr. 7, statt. Die Uanterstützungen dürfen nur an den vorgenannten Tagen abgeholt werden. 9270 B Das am 17 November 1915 fällig gewesene Holz⸗ und Heugrasgeld für das Ri. 1915 kann in den nächsten Tagen noch ohne Mahnkosten e bezahlt werden. Aus der Stistung der Kinder und Erben des Kom⸗ merszienrxates Georg Karl Gail sind für das Fahr 1916 an vier bedürftige in Gietzen wohnende Familien oder a nee Personen Unterstützungen von je 300 Mk. zu vergeben. 5 8. Meldungen nimmt das Städtische Armenamt, Aster⸗ weg 9, bis 15. Dezember 1915 entgegen. 9391 B Die Friedhöfe sind in der Zeit vom 16. November 1915 bis 15. Februar 1016 von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr abends geöffnet. 9392 Städt. Wohnungs nachweis Gießen, Asterweg 9. Es sind zu vermieten: 9400 1 Haus zum Alleinbewohnen(10 Zimmer, Bad, Küche und Zubehör) 1herrschaftliche Wohnung von? Zimmern mit, Zentralheizung. 4 berrschaftliche Wohnungen von Zimmern, 6 Wohnungen von 5 Zimmern, 12 Woh⸗ nungen v. 4—5 Zimmern, 3 Wohnungen v. 3 Zimmern, 1 Wohnung von 3 Zimmern, mit oder ohne Laden. Wohnungen von 2 Zimmern, 3 Wohnungen von 1 Zimmer, 2 Ladenräume mit je 1 Zimmer, 3 Lager⸗ väume mit 1 Arbeitsraum, 11 möblierte Zimmer, davon 2 nebeneinanderliegende, 1 Zimmer, möbliert oder unmöbliert, 2 leere Zimmer, 2 Stallräume mit Buxschenstube. Zu mieten gesucht: 15 Wohnungen von 1—7 Zimmern. ad. Arbeilangesibeis Hessen, Asterweg 9. 9401 Es können eingestellt werden: A. bei biesigen Arbeitgebern: 1 Knecht, 5 Dreher, 3 Installgteure, 2 Bauschlosser, 1 Fchmied, J Elektromonfeure 4 Gerber, 3 Schuhmacher 3 Arbeiter, 1 Auslaufer, 5 jugendliche Arbefter, 1 Heizer, 2 Haus burschen. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: J Knecht, 1 Viehfützerer, 1 Dreher als Meister, 2 Dienstmädchen für Landwirtschaft, 1 Dienstmädchen oder Schweizer, 7 Schlosser, 2 Schmiede, 3 Maschinen⸗ 0 2 b 9 10 cen 710 Heil⸗ Iflegeanstalt, rbeiter für chem. Fab 5 ee 17 1 Scree 3 artenarbeiter, ristsetzer, 2 Lehrlinge für Fein ⸗ mechanik, 1 Schreiner, 1 Tapezierer, 1 eee 2 Kellner, 10 Putz und Lauffrauen, 3 Arbester, 1 Haus- hälterin, 3 Dien und Zimmermädchen, 1 Verkäuferin, 1 Lehrling für Schlosserei oder Schreinerei