8 N 84 Der Sleßener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; zweimal wöchentl. Kreis⸗ blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech⸗Anschlüsse: für die Schriftleitung l12 Verlag, Geschäftsstelle51 Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt Gieß General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Donnerstag, 2. Dezember 1015 Bezugspreis: 7 monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch N 2 Abhole- u. Zweigstellen 0 72 monatl. 75 Pf.; durch a* 2 die Post Mk. 2.30 viertel⸗ 5 jährl. ausschl. Bestellg. 5 Zeilenpreis: lokal 15 Pf., „ ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ 85 schriftleiter: Aug. Goetz. i Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Zieht die Entente ich vom Vallan zurück? Große Beute der Bulgaren in Prizren. (TB.) Großes Hauptquartier, 1. Dezember. (Amtlich.) ö N Westlicher Kriegsschauplatz. Westlich non La Basséc richtete eine umfangreiche Sprengung unserer Truppen erheblichen Schaden in der eng⸗ lischen Stellung an. 1925 Ein englisches und ein französisches Flugzeug wurden abgeschossen, die Insassen sind gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine wefentlichen Ereignisse. Balkan⸗Kriegsschauplatz. An einzelnen Stellen der Front fanden erfolgreiche Kümpfe mit feindlichen Nachhuten statt. Bei Prizren nahmen die bulgarischen Truppen fünfzehntausend Serben gefangen und erbeute⸗ ten viele Gebirgsgeschütze und fonstiges Kriegsgerät. * Oberste Heeresleitung. . 0 . Der gestern in einem Teil der Auflage schon gemeldete bulgarische Erfolg in Prizren hat Serbien den Todesstoß versetzt. Es ist unseren tapferen Verbündeten gelungen, den im Becken von Ipek⸗Djakowa geschlagenen und von den deutschen und österreichisch⸗ungarischen Truppen verfolgten Ser den Abzug durch das Drintal nach Süden abzu⸗ schneiden. Die große Zahl der serbischen Gefangenen, die außerordentliche Beute insbesondere auch an Transport⸗ mitteln, zeigt, daß die flüchtenden, zersprengten serbischen Heeresteile bei ihrem Bemühen, nach Monastir zu ent⸗ kommen, von der bulgarischen Armee Todorow überholt und überrascht worden sind. Um Monastix selbst sind noch verzweifelte Kämpfe im Gange, über deren baldiges Er⸗ gebnis aber kaum noch Zweifel herrschen kann. Diese Geschehnisse sind zweifellos wichtiger und auch für den englischen Kriegsrat bedeutungsvoller als die Er⸗ gebnisse der Reisestudien Lord Kitcheners. Dieser ist jetzt wieder in London angekommen, und man munkelt, daß er von weiteren Balkanunternehmungen abraten wolle. Es war für ihn eine Reise voll Schrecken und Enttäuschungen. In Aegypten hat er die Lage so angetroffen, wie sie drastisch in einem unserer lustigen Blätker zeichnerisch dargestellt wurde: die Sphinx hat unter einer deutschen Pickelhaube drohend die Augen geöffnet und ihre Krallen ausgestreckt, so daß der sie anstarrende Held von Omdurman höchlich be⸗ stürzt ist. Selbst in Mesopotamien haben die Engländer, die den unteren Tigris besetzt hatten, vor Bagdad einen empfindlichen Rückschlag erlitten, der den Beu ihrer dor⸗ tigen bisher erfolgreichen Bemühungen wieder zusammen⸗ zustürzen droht. Und auf den Dardanellen haben die Türken zu beweisen begonnen, daß sich mit den neu einge⸗ troffenen schweren deutschen Geschützen viel besser die feind⸗ lichen Schiffe und Landungsplätze erreichen lassen. Und jetzt will England von beiden Schauplätzen, den Dardanellen und dem Balkan, zurücktreten? Ein italienisches, von London gewiß nicht schlecht unterrichtetes Blatt, der„Secolo“, gibt eine sehr interessante Schilderung der Zweifel, in denen das britische Weltreich sich jetzt befindet. Wir geben dieses Stim⸗ mungsbild nachstehend wieder, glauben aber einige Ergän⸗ die Be hinzufügen de dürfen. Für den Balkan könnte man ie Betrachtungen des„Secolo“ ebenso gut anwenden, wie für die Lage an den Dardanellen. Hat sich John Bull in Saloniki nicht schon zu fest gebissen? Ueber die neuesten Ver⸗ handlungen mit Griechenland erhalten wir nur durch die Zensur stark verwässerte Nachrichten, soviel ist aber sicher, daß der Himmel über Hellas sich wieder bewölkt hat, daß Aussicht besteht, König Konstantin werde die neuesten Zu⸗ mutungen der Entente zukückweisen. Soll nun, ohne daß das Ergebnis dieser Verhandlungen abgewartet wird, der Lon⸗ doner Kriegsrat eine Entscheidung treffen, die der diplomati⸗ schen Spannung und all der Quälerei ein schnelles Ende be⸗ reitet? Wie wäre es dann aber um das Ansehen Eng⸗ lands bestellt? Oh, es hat breite Schultern, so hat der lei⸗ tende Minister Asquith in einer Londoner Arbeiterkonferenz gesagt, freilich nur mit Hinblick auf die wirtschaftlichen und finanziellen Lasten, die das Reich zu tragen haben werde Aber auf den breiten Schultern Großbritanniens hängt be⸗ reits ein Tornister, der auch mit Enttäuschungen und De⸗ mütigungen schwer bepackt ist. Daher melden sich die eng⸗ lischen Stimmen, die zwar den Frieden noch nicht verwirk⸗ llichen, ihn aber besprechen wollen. Die„Morning Post“ er⸗ 5 klärt es für zeitgemäß, die Friedensbedingungen zu erörtern, leistet sich dann aber selbst den spaßhaften Einwand, allerdings, Vorbedingung sei, daß Deutschland besiegt sei. Ob also solches Gerede bei der jetzigen Kriegs⸗ lage, die Lord Kitchener so verzweifelt gefunden hat, wirk⸗ lich zeitgemäß ist, müssen die Landsleute der„Morning Post“ selbst beantworten. Wir Deutsche müssen Friedens⸗ verhandlungen nicht für zeitgemäß erklären, solange Eng⸗ land aus den Kriegsereignissen nicht die richtigen, unverblümten Folgerungen zieht. Wir wollen uns war nicht mit breiten Schultern brüsten, sind aber folg auf unsere Beweglichkeit, auf unser Schwert und unsere gediegene Organisation. Zweifellos wird der Reichskanzler auf die neue sozialdemokratische An⸗ frage im Reichstag eine ähnliche Antwort geben, wie sie von amtlicher Stelle schon früher erteilt worden ist. Die bekannte nglische Zeitschrift„National Rewiew“ hat in einem von . der„Nordd. Allg. Ztg.“ besprochenen Heft die englischen Voraussetzungen für den Frieden in nicht weniger als 20 Punkten zusammengestellt. Darunter heißt es unter Nr. 19:„Militärische Besetzung von Berlin bis zur Er⸗ füllung des Vertrages“. Man kann sich danach denken, wie die sonstigen Forderungen lauten. Wäre es der deutschen Volksvertretung würdig, den englischen Weltverteilern gegenüber vorzeitig von Frieden zu sprechen? Lassen wir sie noch ein wenig zappeln und unterstreichen wir die herzhaften, vom Reichstagspräsidenten Dr. Kämpf hervor⸗ gehobenen Tatsachen! Dann wird Albion allm'' lich ganz von selbst sich seines Heldenrockes entledigen! F*** Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 1. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Bei den dem österreichisch⸗ungarischen Oberbefehl unter⸗ stehenden verbündeten Streitkräften der Nordostfront wurden im Monat November an Gefangenen und Beute 78 Offiziere, 12 000 Mann und 32 Maschinengewehre eingebracht. 5 Italienischer Kriegsschauplatz. Der gestrige Tag verlief an der Isonzofront im all⸗ gemeinen ruhiger. Nur der Brückenkopf von Tolmein wurde wiederholt heftig angegriffen. Diese Vorstöße des Feindes brachen in unserem Feuer zusammen. Heute nacht setzte starkes Artilleriefeuer gegen den Nordhang des Monte San Michele ein. Gleichzeitig griffen die Italiener den Gipfel dieses Berges an; sie wurden zurückgeschlagen. Auch feindliche Angriffsversuche im Raume von San Martino wurden abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen dringen umfassend gegen Pleolje vor. Eine Gruppe greift die Gradina⸗ Höhe südöstlich des Metalka⸗Sattels an. Eine andere erstürmte in den Nach⸗ mittagsstunden und nach Einbruch der Dunkelheit den von Montenegrinern zäh verteidigten Hochflächenrand zehn Kilo⸗ meter nördlich von Plevlje. Prizren wurde am 29. mittags von den Bulgaren genommen. Die Armee des Generals von Köveß hat im No⸗ vember 4080 serbische Soldaten und 26 600 Wehrfähige gefangen genommen und 179 Geschütze und zwölf Maschinengewehre erbeutet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * Prizren genommen. Sofia, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Bulgarischer Generalstabs⸗Bericht vom 29. November: Mittags haben unsere Truppen nach kurzem Kampf von entscheidender Be⸗ deutung die Stadt Prizren genommen. 16 000 bis 17000 Gefangene wurden gemacht, 50 Feldgeschütze und Haubitzen, 20 000 Gewehre, 148 Automobile und eine Menge Kriegs materia erbeutet. Die Zahl der Gefangenen wächst un⸗ aufhörlich. König Peter und der russische Gesandte Fürst Trubetzkoi sind am 28. November nachmittags ohne Beglei⸗ tung mit unbekanntem Ziel davongeritten. Aller Wahrschein⸗ lichkeit nach wird die Schlacht von Prizren, wo wir die Reste der serbischen Armee gefangen nahmen, das Ende des Feld⸗ zuges gegen Serbien bedeuten.(In einem Teil der Auflage wiederholt.) 5 Der Kampf um Monastir. Berlin, 2. Dez. Zum Kampf um Monastir heißt es in einem Bericht der„Vossischen Zeitung“: Flüchtlinge aus Monastir berichten von äußerstschweren Kämpfen auf den Höhen vor Monastir. Oberst Vassitsch hält noch die letzten Verteidigungswerke der Stadt und ist entschlossen, es bis zum Straßenkampf kommen zu lassen. Die 3000 Mann starke Verteidigungstruppe beabsichtigt, sich nach Reza zurückzuziehen. Gegen 40 serbische Abgeordnete sind in Saloniki eingetroffen.— Die nationale französische Waisenfürsorge beschloß, die serbischen Kinder in Städten Südfrankreichs unterzubringen. König Peter. Berlin, 1. Dez.(Privattelegramm.) Der„Berliner Lokalanzeiger“ berichtet aus Stockholm: Einzelheiten über die Erkrankung des Königs Peter von Ser⸗ bien besagen, daß der König auf der Reise nach Skutari, die er mit Pasitsch zu Pferde zurückgelegt hat, ungeheure Entbehrungen ausstand. Er ist oft 36 Stunden ohne Nah⸗ rung geblieben. Die diplomatischen Missionen am serbischen Hofe haben sich nach Montenegro begeben und werden von dort über Italien nach Salonikt reisen. Ein Teil der Missio⸗ nen wird in die Heimat zurückkehren. Ein montenegrinischer Bericht. Cetin je, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Bericht vom 29. Nov. In der Gegend von Foca griffen wir die Oester⸗ reicher an und schlugen sie. Sie ziehen sich in Unordnung in Rich⸗ tung Gorazda zurück. Saloniki, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Infolge der Räumung des Engpasses von Kat⸗ schanik durch die Serben ist die Vereinigung der französischen und serbischen Streitkräfte nutzlos und unmöglich geworden. Auch der Marsch der Franzosen auf Veles ist nutzlos geworden, da die Zurückziehung der Truppen aus der Gegend von Krivo⸗ lac begonnen hat. Krivolac, welches der Mittelpunkt der Unter⸗ nehmungen war, wird bald zu einem vorgeschobenen Posten wer⸗ den, der zur Grundlage Demirka pu hat, wo die Franzosen große Streitkräfte zusammenziehen. Entgegen den Nachrichten aus bulgarischer Quelle halten die Franzosen alle auf dem linken Wardarufer bis Krivolac eroberten Stellungen besetzt. g Mailand, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Eine Korre⸗ 1 des„Corriere“ aus Rom enthält folgende Stelle: ine hohe fremde Persönlichkeit, die dieser Tage in Rom anwesend war, drückte die Meinung aus, daß die Eng⸗ länder und Franzosen gut täten, sich vom Balkan zurückzuziehen, um sich in Salonik zu verschanzen. (Anmerkung: Gemeint ist offenbar Kitchener.) 5 Enver Pascha in Sosia.. Berlin, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die„B. 3. a. M.“ meldet aus Sofia: Der 1 Kriegsminister Enver Pascha ist hier eingetroffen. Am Bahnhof hatte er mit dem Kriegsminister Naidenow und General Sa⸗ woff eine längere Unterredung. Zum Besuch des Kaisers in Wien. Wien, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) e des Besuchs in Wien hat der deutsche Kaiser den on folger Erzherzog Karl Franz Josef a la suite der deutschen Marine gestellt. Der Erzherzog tritt damit an die Stelle, die sein verewigter Oheim Erzherzog Fran Ferdinand viele Jahre hindurch inne hatte. Das ö schreiben des Deutschen Kaisers erinnert auch an diest sache. 5 5 Die Haltung Griechenlauds. Athen, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) 8 Agence Havas. Wie gut unterrichtete ömlichkeiten richten, werden die Bemühungen des Vierverbandes darauf abzielen, die gestern den Vertretern des Vierver⸗ bandes übergebene Antwort klarer und eingehender zu ge⸗ stalten. Es wird versichert, daß die aus Paris eingetroffene Nachricht, daß Gerüchte über eine Aufgabe Salonikis durch die Engländer und Franzosen in Frankreich verbreitet seien, den Widerstand des Königs Konstantin verursache, der über diese angebliche Absicht sich freue, die ihm gestatte, die Erfüllung der Forderungen der Alliierten zu verzögern. London, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau Reuter meldet aus Athen: Die von Skuludis am 29. No⸗ vember den Gesandten des Vierverbandes abgegebene Er⸗ klärung stellt tatsächlich Griechenlands Antwort auf den letzten gemeinsamen Schritt dar. Die Grundlage der Ant⸗ wort Griechenlands bildet die Neutralität, die solange für den Vierverband einen wohlwollenden Charakter hat, als die Souveränitätsrechte nicht angetastet und keine militärischen Beschränkungen auferlegt werden. Es besteht keine Ursache, anzunehmen, daß der Vierverband beabsichtigt, seine ur⸗ sprünglichen Forderungen abzuändern. Man hofft in diplo⸗ matischen Kreisen auf eine günstige Lösung. Rom, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Tribuna“ bringt ein Telegramm aus Athen, nach welchem dort die Lane plötzlich ernster geworden ist. Gestern überreichte Skuludis den Gesandten des Vierverbandes die griechische Antwort auf die letzte Note und hatte mit ihnen über die Fragen, die den Inhalt der augenblick⸗ lichen Unterhandlungen bilden, eine Besprechung. Es scheine, daß Skuludis sich über die guten Absichten Griechenlands nicht sehr entgegenkommend ausgesprochen habe. Er erklärt, daß die Zurückziehung der griechischen Truppen von Saloniki und die vom Vierverband verlangte Ueberwachung der Küstenzone Bedingungen wären, die die griechische Neu⸗ tralität in Frage stellen und verletzen würden. „Giornale d'Italia“ erfährt aus Athen, daß die grie⸗ chische Regierung bereit sei, den Forderungen des Vierver⸗ bandes entgegenzukommen, soweit es mit der Souveränität und der Unabhängigkeit des Staates vereinbar sei. Im Falle, daß die Forderungen gebieterisch geäußert würden, würde die griechische Regierung einen modus vivendi er⸗ wägen, der ihre Pflichten als Nation und die durch die 1 Umstände aufgezwungene Lage in Einklang rächte. Die Haltung Rumäniens. Berlin, 2. Dez. Zur Haltung Rumäniens läßt sich das„Berliner Tageblatt“ aus Sofia melden: In Petersburg eintreffende Nachrichten, wonach zwischen Oester⸗ reich⸗-Ungarn und Rumänien vereinbart worden ist, daß 500 000 Waggons Getreide und Futtermittel, vor allem Mais und Weizen, zu fest bestimmtem Preis aus Rumänien nach Oesterreich-Ungarn ausgeführt werden sollen, habe in russischen Regierungskreisen eine sehr niederschla⸗ gende Wirkung hervorgerufen.— Dem„Berliner Lokalanz.“ zufolge meldet der„Pester Lloyd“ zuversichtlich, daß die rumänische Regierung in Petersburg zur Kenntnis gebracht hat, daß Rumänien eine Verletzung seiner Neutralität in keiner Weise dulden werde. Die italienische Auffassung der Lage. Turin, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Stampa“ bringt zwei militärische Artikel, von denen der eine nach⸗ weist, daß Italien wohl daran getan habe, sich nicht an erfolg sei. Der zweite Artikel sagt, daß die jetzt von einigen Blättern verlangte Truppenentsendung nach Sy⸗ rien, die den Suezkanal retten sollten, ein großer Irrtum wäre. Kitchener werde in London dafür eintreten, daß sowohl der Ballanfeldzug als auch das Dardanellenunter⸗ nehmen rückgängig gemacht werden. Auch werde er dafür sorgen, daß nicht ein dritter Fehler mit einer unglücklichen Expedition nach Syrien begangen werde. Kitchener sei der Meinung, dem Vierverbande bliebe, wenn er siegen wolle, nur ein Weg, nämlich die deutschen Linien in der Champagne und im Artvis zu durchbrechen. Nur auf diese Weise könne Aegypten gerettet werden. Papiermangel in Italien. Rom, 1. Dez.(WTB Nichtamtlich.)„Giornale d'Italia“ schreibt, wenn die italienische Regierung nicht bald Abhilfe schaffe, würden in etwa 25 Tagen wegen des Papier⸗ mangels keine italienischen Zeitungen mehr erscheinen. Die italienischen Papierfabriken erhielten wegen des Waggonmangels keine Rohstoffe mehr, so daß die Papierfabrikation unmöglich werde. Als Beispiel wird an⸗ geführt, daß eine Papierfabrik 200 Waggons für die Zufuhr von Rohstoffen benötigte, aber erst nach 20 Tagen ganze 15 Waggons zugestanden erhielt. Das Blatt fragt die Re⸗ gierung, was sie sagen würde, wenn die Zeitungen nicht mehr erscheinen könnten. N ö Das„Gallipoli⸗Problem“. Mailand, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Der Londoner Mitarbeiter des„Secolo“ sandte seinem Blatte einen ausführ⸗ lichen Artikel„Zu dem Gallipoli⸗ Problem“. In dem Artikel heißt es, Kitchener werde bei seiner Rückkehr nach London sich in die Notwendigkeit versetzt sehen, einen der schwersten Ent⸗ schlüsse im Verlauf des gegenwärtigen Krieges zu fassen, denn das Ministerium werde über das Schicksal des vor acht Monaten eingeleiteten Unternehmens auf Gallipoli entscheiden müssen, nämlich ob es möglich sei, und ob eine weitere beinahe übermenschliche Anstrengung ver⸗ sucht werden solle, um den Widerstand der Türken zu brechen, oder ob es vielmehr ratsamer wäre, die Zelte und Fahnen wieder einzupacken und das Schlachtfeld zu räumen, wober be⸗ rücksichtigt werden müsse, daß von diesem letzteren Entschluß das Prestige Englands im ganzen muselmanischen Orient ab⸗ hängig sei. Nachdem der Korrespondent von neuem bestätigt, daß der Gallipolifeldzug nur auf dringendes Bitten Rußlands ein⸗ geleitet worden sei, gibt er zu, daß 200 000 Mann lange Monate vergebens gegen die Halbinsel ange⸗ rannt sind. Die Türken, die noch im März mit 30000 oder 40 000 Mann hätten überrannt werden können, hätten im Verlauf des Feldzuges die Halbinsel Gallipoli in ein gewaltiges System von Schützengräben verwandelt, wodurch die anfänglich seitens der Alliierten begangenen Fehler in der Abschätzung der Schwierig⸗ eiten unheilbar und verderblich geworden seien. Der Korrespon⸗ dent drückt dann die Befürchtung aus, daß die Türken gegen die Truppen der Alliierten beim Verlassen der Halbinsel die heftigsten Angriffe richten werden, so daß die Ausführung des Rück⸗ zuges überhaupt fraglich werde. Der Ministerrat müsse darüber entscheiden. Die Verantwortung aber, die dieser kleine Kreis von Männern gegenüber der Geschichte und der Zukunft des britischen Weltreiches auf sich nehme, sei eine von jenen, die ohne weiteres erzittern machen. 5 Unwürdige Schüler Kitcheners. Konstantinopel, 1. Dez.(WTB Nichtamtlich.) Das Kriegspressequartier teilt mit: Die englischen Befehlshaber ind Soldaten an der Frakfront handeln als unwür⸗ ige Schüler Kitcheners, des berüchtigten Schläch⸗ ters von Ondurmam. Die Engländer, die infolge des Ge⸗ echtes vom 22. November in unsere Stellungen in der Um⸗ er so * e 3 P nen, die mit dem inneren Dienst in dem M leum eines Heiligen in der Nähe von 8 be⸗ auftragt waren. Als wir nach drei Tagen die Stellungen st ü m me eichen jener Diener nicht weit von dem Mausoleum. Wir überlassen der öffentlichen Meinung Europas das Urteil über diese barbarischen Handlungen. N 1 2* E 8 Die Eröffnung der italienischen Kammer. 5 Rom, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agenzia Stefani“. Die Sitzung der Kammer fand bei dichtbesetzten Tribünen statt. Sämtliche Minister und über 9 Abgeordnete waren erschienen. Auch mehrere Botschaf⸗ ter und Gesandte, ebenso Denys Cochin, wohnten der Sitzung bei. Nach einer patriotischen Ansprache des Präsi⸗ — ergriff der Minister des Aeußern, Sonnino, das 8 Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Son nino schil 7 1 2 am 1 1. derte in seiner Rede in der italienischen Kammer die Gründe, Rom, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht: Gestern ruhte Sie alia der Infentere, um 5 eroberten Stellungen zu befestigen. Die Artillerie entwickelte eine lebhafte Tätigkeit, um die neuen feindlichen Linien zu zerstören. Das ge⸗ wohnte feindliche Feuer auf bewohnte Städte rief im Krankenhaus von Mon falcone eine Feuersbrunst hervor, die schnell gelöscht wurde. Feindliche Flieger warfen einige Bomben die Weiler Maularo und Misincinis in Karnien, ohn einer ad zu verursachen. In kleinen Gefechten wurden dem Feind einige 30 Gefangene und ein Maschinengewehr abgenommen. Die Einstellung der Jahrestlasse 1917 in Frankreich. 1 Paris, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Die Kammer beriet gestern einen Gesetzesantrag über die Einstellung der Jahresklasse 1917. Kriegsminister Gallie ni er⸗ klärte, er befinde sich darin in vollständiger Uebereinstimmung mit Joffre, daß es sich bei der Forderung nach der Einberufung der Jahresklasse 1917 nur um eine Vorsichtsmaßregel handele, der man zustimmen müsse. Die Einberufung bedeute nicht, ß die 2 ien daß dee 75 an 1 1 5 3 aber es sei nötig, iese Jahresklasse lange sorgfältig ausge⸗ bildet werde, damit sie für jeden möglichen Fall bereit sei. ögli iner Verfügung tellen, damit sie im Frühjahr Nr Alliierten die Verstärkungen und Rüstungen Frankreichs ihm er⸗ Darauf gab der Minister Erklärungen ab über die große landwirtschaftliche Mobilisierung, die er in Uebereinstimmung mit dem Landwirtschaftsminister für das nächste ühjahr vorbereite. Gallieni schloß mit der Bitte, dem Lande die dem Balrkanunternehmen zu beteiligen, das mili⸗ tärisch ein Irrtum und eine Gefahr und politisch ein Miß. von Ktesiphon eindrangen, töteten sechs— wieder b 5* wir mit großer Empörung die ver⸗ demnächf . en Gallieni forderte die Kammer auf, diese Jahresklasse sobald als Regi 0 Paris, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Laut einer Meldung des„Matin“ begründete in der französischen Kammer Turmel einen radikalsozialistischen Gegenantrag zu der Vorlage be⸗ treffend die Einberufung der Jahresklasse 1917, Auriel einen ebensolchen der Sozialisten, welche beide Vertagung der Vor⸗ lage fordern. Beide Redner verlangten, daß, wenn man neue Mannschaften brauche, man sie aus den zahllosen Drück e⸗ bergern nehmen sollte, deren Existenz eine Schande wäre. Die Radikalsozialisten zogen ihren Antrag unter Anschluß an den sozia⸗ listischen Antrag zurück. Trotz wiederholter Erklärungen von den Bänken der Antragsteller und der dringenden Aufforderung an den Kriegsminister, man wolle nur bestimmte Erklärungen von der Regierung bezüglich der Anwendung der Lex Dalbiez, gab Gal⸗ lieni keine Antwort. Der sozialistische Antrag wurde mit 405 gegen 115 Stimmen abgelehnt. Die bevorstehende Einberufung der Jahresklasse 1917 in Frankreich legt einen deutlichen Beweis für den Mangel an Mannschaften ab, unter dem Frankreich zu leiden beginnt. Noch mehr beweist dies aber ein im„Matin“ mitgeteilter Vorschlag des Senators Bernard, der die Zustimmung der Heereskommission erlangt hat. Danach sollen, wie es bereits auf Grund eines Ge⸗ setzes vom 19. Oktober für Westafrika angeordnet ist, freiwillige Werbungen für die französische Armee unter den Eingeborenen der gesamten französischen Kolonien vorgenommen werden. Für die Freiwilligen, für ihre Familienangehörigen, ja selbst für die Stammeshäuptlinge sind zur Erzeugung einer Begeisterung für die Sache Frankreichs große Geldprämien vorgesehen. Ein Bericht des Feldmarschalls Freuch. London, 1. Dez.(WTB. Nicktamtlich) Das Reutersche Bureau meldet unterm 29. November: Feldmarschall French meldet: In der Nacht zum 25. November drang bei Gommecourt eine Abteilung in die deutschen Laufgräben ein und warf Hand⸗ . in verschiedene tiefe Unterstände, die voll von deutschen (daten waren. Bei Givenchy sprengten wir eine Mine, wodurch zwei Galerien zerstört und zahlreiche deutsche Bombenwerfer getötet wurden. Die Flieger des Feindes waren am 28. November sehr tatig— 15 Luftgesechte fanden statt. Eine deutsche Maschtne ist heruntergeholt worden. Auf das deutsche Fliegerlager in Gits und auf die Munitionsfabrik in La Chapelette wurden Bomben abgeworfen. Der Angriff auf Gits wurde durch 14, auf La Chape⸗ lette durch 19 4 5 ausgeführt. Hier ist belangreicher Schaden angerichtet worden. Ein britischer Flieger, der an dem Angriff auf La Chapelette teilnahm, bekämpfte in einem einzigen Luft⸗ gefecht fünf feindliche Flugzeuge. Alle unsere Flugzeuge kamen wohlbehalten zurück.— Am 28. November warf ein deutscher Flieger Bomben an die Küste. Dabei zwang ein französischer Flieger den deutschen, zu landen; ebenso ein englisches Wasser⸗ flugzeug ein deutsches. Bei Middelkerke zerstörte ein britischer Flieger ein deutsches U-Boot, das, wie man wahrnahm, in zwei Stücke brach. In den letzten Tagen beschossen wir verschiedene Teile der feindlichen Laufgräben. Die feindliche Artillerie war östlich Aveluy, nordöstlich Loos, östlich Neuve Chapelle, östlich Ar⸗ mentieres und östlich bon Ypern tätig.(Notiz: Wie wir von zu⸗ ständiger Stelle erfahren, ist die Nachricht betreffend die Zer⸗ störung eines deutschen Unterseebootes durch einen britischen Flieger vollständig aus der Lust gegriffen.) London, 30. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) General French erschien gestern auf dem auswärtigen Amt.. Die neuen Minister in Oesterreich. Wirtschaftsleben die bevorstehenden Verhandlungen über den Ausgleich mit Un⸗ 5 bestand. In diesem Wirkungskreise ei daß das gegenwärtige Ministerium bleibt, was es war, als es ins Leben getreten ist: Wohl geleitete, objektiv und gerecht verwaltende Bea 1 1 8** Der türkische Bericht. Konstankinopel, 1. Dez.(WTB. Nichtamklich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Haukasugs front nichts wefentliches. Es fanden mtenregierung. 1 5 1 nur einzelne Erkundungskämpfe statt.— An der Dardauellen⸗ front Artillerie⸗, Maschinengewehr⸗ und H. nit Unterbrechungen. Sonst nichts Wichtigers England und die Erörterung der Friedensbedingungen. London, 1. Dez(WI Nichtamtlich.) Die„Mornin Po st“ erklärt es in einem Lestartikel für zeitgemäß, die 10 dens bedingungen zu erörtern und schreibt: schrecklich darunter, daß feine Regierung. in der Zeit des Friedens nicht für den Krieg vorsorgte. Es wird schlimmer zu leiden haben, sich nicht auf den Frieden vorbe⸗ minions und greift die Regierung wegen der ossenheit, di sie besaß, den Krieg so zu dren, mig fe Fah in i 8 ganzem Herzen für den Sieg kämpfen und dem Feinde von. 12 ö i — t machen, oder 5 di Der Tervell befitrwortet in einer Zuschrift an die„Morning Post“ die Bildung einer offiziellen Hoalition später kommen. Das Unterhaus den gegenwärtigen Umständen genötigt, alle Friedens bedingungen, die die Regierung vorschlagen würde, anzunehmen. Es sei daher wichtig, eine offizielle 7 55 zu haben, die darauf bestände, daß es ein wirklicher Friede und kein Kompromiß würde, der durch deutschfreundliche Einflütsse zustande käme. a Eine Arbeiterkonferenz in London. London, 1. Dez.(WTB Nichtamtlich.) Heute wurde hier eine große Arbeiterkonferenz, an der 1000 — 1917 zu geben. Durch Handaufheben nahm darauf die zammer bi Gesetzes vorlage an. 1 Delegierte teilnahmen, die vier Millionen gewerkschaftlich organisierte Arbeiter vertraten, abgehalten. Die Konferenz befaßte sich mit den Hriegs finanzen. Asquft! Me Kenna sprachen.. 5 London, 1.(WDB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen. In der 1 N Konferenz der Ar⸗ beiterdelegierten wies Asquith, der mit lautem Beifall begrüßt wurde, auf die enormen finanziellen und wirtschaftlichen Lasten hin, die der Krieg dem Lande auf⸗ erlege. Aber Englands Schultern seien breit genug, um sie zu tragen. Die Regierung vertraue darauf, daß alle Klassen, besonders die Arbeiter, weiterhin den Geist der Selbstaufopferung entwickeln würden, wie in der Vergangenheit. Der Präsident des Handelsamtes, Run⸗ cim an, berichtete, was die Regierung bisher getan habe, um eine ungerechtfertigte Steigerung der Lebens⸗ mittelpreise zu verhindern. Die Regierung habe dem Lande Zuckervorräte zum Preise von 40 Millionen P Sterling gesichert, sie habe 25 Millionen Pfund für isch⸗ transporte ausgegeben, wodurch sie eine größere sichergestellt habe, als sie das Land jemals aufweisen konnte. Der Schatzkanzler Me Kenna sprach ebenfalls wie Asquith von der Notwendigkeit, im gegenwärtigen Augenblick nicht mit neuen Lohnforderungen zu kommen. Die Löhne seien in den meisten Arbeitszweigen gestiegen. Weitere Lohnforderungen würden gegen die eigenen Interessen der Arbeiter verstoßen. Die Hauptsache sei, das Land mit Sol⸗ daten, Matrosen und Kriegsbedarf zu versorgen. Das Land müsse Kanonen und Munition haben, selbst wenn der letzte Schilling dafür ausgegeben werden sollte. Aus China. London, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die „Morning Post“ aus Schanghai meldet, berichten chinesische Blätter, daß sich der frühere Kaiser von China mit einer Tochter Muanschikais verlobt habe. *— — Der Seekrieg. London, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der britische Dampfer. ist versenkt wor⸗ den. Der Kapitän und 21 un der Besatzung sind ge⸗ landet. Ein anderes Boot mit fünf Personen wird Bergen Aus Stadt und Cand. Gießen, 2. Dezember 1915. Hessischer Zentralwohnungsverein. Der Vorstand des Vereins hielt am 27. v. Mts. unter dem Vorsitze des Freiherrn von Hehl zu Herrnsheim⸗Worms eine Vorstandssitzung ab. Zur Beratung standen u. a. zwei wichtige Fragen, nämlich die Ansiedelung von Kriegsin va⸗ liden und die Regelung des Hypothekenkredits in Hessen. Mit Bezug auf die erstere Frage herrschte Einmütigkeit darüber, daß es wünschenswert sei, sie baldmöglichst ihrer prak⸗ Lösung näher zu führen. Es könne sich in Hessen bei seinem ie Schaffung von Bauern⸗ „ Klein⸗ Garten⸗ eee, 9 ste wire Inva we verbessern und sie wi i sowohl als auch sozial heben, wenn sie mit i i ein eigenes Heim erwerben können. Selbstverständlich soll die orge nicht nur Kriegsbeschädigten zugute kommen, sondern 4 Kriegsteilnehmern, die krank zurückkehren, ebenso Krie⸗ gerwitwen. Die Aufgabe ist vi ig und erfordert eine nde Prüfung der zu ihrer Löf erforderlichen Schritte. Namentlich wird die Beschaffung der e Mittel mancher⸗ lei Schwi iten machen. Es wurde deshalb angeregt, die in Aussicht stehende Kriegsgewinnsteuer für den in Rede stehenden Zweck zum Teil in Anspruch zu nehmen. Zur Weiter⸗ bearbeitung der Fragen wurde ein Ausschuß gewählt mit dem Auf⸗ trage, zu prüfen, in welcher Form die Ansiedlung von Kriegs⸗ invaliden in Hessen am zweckmäßigsten stattfinden kann und ob etwaige Zuschüsse des Reichs zu diesem Zwecke nicht aus der Kriegsgewinnsteuer entnommen werden könnten 5 Der Frage der Regelung des Hy pothekenkredits in Hessen lag eine Denkschrift z„ die von dem vom Vorstande schon früher ernannten Ausschusse ausgearbeitet worden war. Die Denkschrift soll nach dem Beschlusse des Vorstandes die lage zu weiterer Bearbeitung der Frage und zur Formu⸗ lierung bestimmter Anträge bilden. Es wurde auch zu diesem Zwecke ein Ausschuß gewählt, dem das Recht zusteht, weitere Sach⸗ verständige zu seinen gen hinzuzuziehen. * 5 1 Beförderung. Schutzmann Adam Hahn ⸗ Gießen wurde zum Bre e e und mit der hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. a * Amtliche Personal nachrichten. Der Groß⸗ herzog hat am. 27. November den ordentlichen Professor in der theologischen Fakultät der Landesuniversität, Geheimen Kirchen⸗ rat D. Wilhelm Baldensperger, in Gießen auf sein Nach⸗ suchen, unter Anerkennung seiner langjährigen und er⸗ sprießlichen Dienste, mit Wirkung vom 1. Dezember 1915 an in den stand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.— Das Ehrenzeichen für die Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen an Adolf Bougeois, Franz Buchberger, Julius Dickor és, Georg K i Rudolf Rödiger sämtlich setzt wurde am 3. ember ds. mann zu e seiner langjährigen treuen ste, mit Wirkung vom 16. Nodember 1915 an.— Der Großherzog hat am 3. November ds. Is dem Lehrer Georg Schuchmann zu Nieder⸗Modau, Kreis g, anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. D In den Ruhestand versetzt wurde am 13. November ds. Js. der Lehrer an der Volksschule zu Breungeshain, Kreis Schotten, Max Gärtner wegen geschwächter Gefundheit mit Wirkung vom 16. Dezember 1915.— Am 1. Dezember ds. Js. wurde der Großh. Pfandmeister Heinrich Schneider zu Bingen vom Tage seines Dienstantritts an in gleicher Diensteigenschaft in den Bel, treibungsbezik Mainz IV versetzt. N 15 e Rotes Kreuz und riegshilfe. Wir wer gebeten, darauf aufmerkfam zu machen, daß vom 1. bis 7. d. Mts. im ster der Firma Wilhelm Horn, Kreuzplatz, Ga der Inhalt einer der 20 Einheitskisten ausgestellt ist, die das Kreis⸗ komitee als Weihnachts gabe an unsere im Feld stehen⸗ den 1 755 1 975 17 ocheine Mehlausgabe. Für diejenigen Brot⸗ verbraucher in unserer Stadt, die ihre Mehlkarten bisher noch nicht vorgezeigt haben, soll noch ein Tag zur Empfang⸗ nahme von Weizenmehl, das Pfund zu 20 Pfg., bestimmt werden. Später sind die Mehlkarten verfallen. Der Tag der 8 wird von der Bürgermeisterei noch bekannt gegeben erden. * Für die Familien der Kriegsteilneh⸗ mer werden neuerdings Dieustags, Donnerstags und Samstags, vormittags von 8—12 Uhr, im Stadthaus Anwei⸗ ausgege!— Seit längerer Zeit ist die Krieger 8 sungen zum Empfang von e und Kohlen 0„eine Treppe, Zimmer Nr 13, Dienstags, Donnerstags und Samstags, nachmittags von 4—5 Uhr, eine Sprechstunde eingerichtet, in der Anliegen wegen Unterstittzung vorgetragen werden können; besonders wird es sich dabei um Gewährung von Schu hzeug und Milch ssche die Kinder handeln. Die Einrichtung der Sprechstunden scheint einem Bedürfnis zu entsprechen, denn es finden sich an den betreffenden Nachmittagen häufig mehr Krieger⸗ frauen ein, als in einer Stunde abzufertigen sind. * Beschlagnahme von Strickwarenlumpen. Eine Bekanntmachung ist erschienen, die sich mit der Beschlagnahme, Veräußerung und Verarbeitung von wollenen und halbwol⸗ lenen Wirk⸗ und Strickwarenlumpen und von wolle⸗ nen und halbwollenen Abfällen der Wirk⸗ und Strickwaren⸗ herstellung befaßt. Nach dieser Bekanntmachung sind alle wollenen und halbwollenen Lumpen und Abfälle in jeder Mischung und Farbe beschlagnahmt, die im Besitz von Personen sind, die sich mit dem Handel oder der ng von wollenen und halb⸗ wollenen Lumpen und Abfällen gewerbsmäßig befassen. Der Ver⸗ kauf der beschlagnahmten Lumpen und Abfälle bleibt aber weiter zulässig zu Heeres⸗ oder Marinezwecken. Als ein derartiger erlaub⸗ ter Verkauf ist die unmittelbare oder mittelbare Veräußerung an Lellimmte Sortierbetriobe anzusehen, die von der Kriegswollbedarf⸗ Atktiengesellschaft in Berlin mit dem Ankauf für die Zwecke der Heeres⸗ und Marineverwaltung beauftragt sind und deren Liste von der Kriegs⸗Rohstoff⸗Abteilung des Preußischen Kriegsmini⸗ steriums veröffentlicht wird und auch von dort anfordert werden kann, Ohne Rücksicht auf die Beschlagnahme ist das Sortieren von Lumpen erlaubt und durchaus erwünscht. Lumpen und Abfälle, die vor Inkrafttreten der Bekanntmachung bereits gewolft waren, dürfen weiter verarbeitet werden. Ebenso ist die Verwendung und Verarbeitung zur Herstellung solcher Ganz⸗ und Halberzeugnisse zulässig, deren Anfertigung unmittelbar von dem Preußischen Kriegsministerium, dem Reichs⸗Marine⸗Amt, dem Bekleidungs⸗Be⸗ schaffungsamt, durch Vermittelung der Kriegswollbedarf⸗Aktien⸗ gesellschaft oder des Kriegs⸗Garn⸗ und Tuch⸗Verbandes in Berlin veranlaßt ist. Der genaue Wortlaut der Bekanntmachung, die mit Beginn des 1. Dezember 1915 in Kraft tritt, kann in der heutigen Nummer des Gießener Anzeigers eingesehen werden, und ist an dem Bürgermeistereigebände hier ausgehängt. das Ergebnis der hessischen Opfertage in der vorigen Woche betrug in Gießen die Summe von 6021,40 Mk., die durch Sammlung in den Häusern und auf den i und durch Postkartenverkauf aufgebracht wurde. Die beiden Opfertage zum Besten der Gefangenen in Rußland hatten fast 10 Mk. erbracht. Das Wetter war der zweiten Veranstaltung allerdings so ungünstig wie möglich. f 0 Geh. Schulrat Prof. Dr. Buch hold ist gestern vormittag nach längerer Krankheit verschiede 7 N 6 11— 7 7 e 94 für 11 4. Quartal, f en 6. ds. angesetzt war, findet mangels ifer Anlagen nicht ia. 5 e 4 2 Ammer! Wohnung mit Laden re Gemüsegeschäft geeignet per 1. November oder später u vermieten. Näheres(6s Nord⸗Anlage 3, Bureau. 1 8 imme be] g- Zimmer wohn. m. Küche D ern Kirchenplatz 3. 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Dezember, während Süd- und Ost⸗Anlage nach manchem Anlauf endlich wieder am Ziel der Reeinlichkeit angelangt sind, liegen die„kläglichen Reste“ von Schnee und Eis immer noch unberührt von Spaten und Schaufel an der Bürgermeisterei. Am Vormittag war die Umgebung des alten Schlosses(Provinzialmuseum) noch ebenso ungesäubert wie die des Schlößchens. Deutlich hob sich die Grenze ab, als man bei Annäherung an die alte Kaserne auf militär⸗fiskalische nBoden kam. Möchte beim nächsten Schneefall die Stadt sich darauf besinnen, daß sie den Bürgern vorangehen soll, nicht ihnen nachhinken.“ Ohne auf die Einzelheiten dieser Ausführungen eingehen zu wollen, kann man dem Einsender vor allem die stellenweise unglaub⸗ liche Langsamkeit bestätigen, mit der vielfach der Pflicht, die Bürgersteige zu säubern, nachgekommen wurde. Auch den oft gehörten Wunsch, daß Gefangene zur Straßenreini⸗ gung in solchen Ausnahmefällen herangezogen werden, kann man nur verständlich finden. Freilich ist der dafür einzuhal⸗ tende Weg unseres Wissens einigermaßen zeitraubend und führt für Fälle sofortigen Bedarfs nicht zum Ziele; aber eine Lösung dürfte immerhin zu finden sein. Jedenfalls bot und bietet Gießen in diesen Schneetagen einen Anblick, der einer Provinzialhauptstadt nicht würdig ist. k Pakete an Angehörige der österreichisch⸗ ungarischen Feldarmee und ihr zugeteilte Personen kön⸗ nen bei den deutschen Postanstalten fortan nicht mehr unbe⸗ schränkt, sondern nur für gewisse, von der österreichisch-ungarischen Verwaltung bezeichneten Feldpostämter zur Beförderung ange⸗ nommen werden. Es ist Sache der Absender, sich über die Zu⸗ lässigkeit der Versendung und über die Feldpostämter, von denen Pakete angenommen werden, zu vergewissern. Zu Unrecht auf⸗ gelieferte Pakete werden von den österreichischen Grenzstellen zu⸗ rückgeleitet. Näheres über die Versendungsangelezenheiten wird bel den Postanstalten durch Aushang in den Schalterräumen bekannt gegeben. cal Märkte. fe. Wiesbaden, 1. Dezöor. Viehmarkt. Auftrieb: 208 Rinder(darunter 22 Ochsen, 10 Bullen, 176 Kühe), 165 Kälber, 21 Schafe, 267 Schweine. Ber lebhaftem Handel und gleichen Preisen wie am 29. November wurde schnell der Auftrieb ab— gesetzt. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Weihnachts- Preisrätsel! Aufg epasst, ihr Jungen und Mädel! Ihe sollt dieses Jahr ganz was Feines zu Letzte Nachrichten. Die Isonzo⸗Offensive von den Italienern aufgegeben? Wien, 2. Dez. Das„Neue Wiener Journal“ meldet aus Lugano: Die italienische Presse scheint die öffentliche Meinung auf das Aufgeben der Offensive am Isonzo vorzu⸗ bereiten, denn seit gestern veröffentlicht sie Artikel über die Schwierigkeiten dieser Offensive und über die Vorteile, die der Feind durch seine Stellungen hat, an denen sich alle Kräfte brechen müßten. Die bisherigen Erfolge seien trotz aller Kraft⸗ anstrengung ganz bedeutungslos. Weitere Truppenlandungen auf dem Balkan. 6 i. Sofia, 2. Dez. Die Engländer beabsichtigen auch in Kavalla Truppen zu landen. Innerhalb 4 Tagen trafen in Saloniki 6 französische und 2 englische Regimenter sowie wei⸗ tere große Positionsgeschütze ein. Die Transporte nach Serbien werden beschleunigt. In Gewgheli befinden sich an 20 000 serbische Flüchtlinge. Das englisch⸗französische Oberkommando hat gestattet, an sie 3 Waggon Mehl auszufolgen. In Florin a treffen gleichfalls zahlreiche serbische Flüchlinge ein und berichten, im serbischen Heere herrsche großer Mangel an Lebensmitteln. Der Schnellzug Berlin—Konstantinopel. München, 2. Dez. Die bayerische Staatscisenbahnverwal⸗ tung wird zu der Konferenz über die direkte Eisenbahnver⸗ bindung Berlin—Konstantinopel nach Temesvar(Ungarn) Ver⸗ treter abordnen. Von den süddeutschen Eisenbahnver⸗ waltungen soll die Führung direkter Züge nach dem Orient oder wenigstens der Anschluß dieser Züge in Wien oder Budapest an die direkte Verbindung Berlin—Konstantinopel angestrebt werden. So werden demnächst sowohl die großen bayerischen Städte wie die größeren Orte des besetzten Gebietes und des Rheinlandes in den neueingerichteten Verkehr nach Serbien, Bul⸗ garien und der Türkei eingeschlossen werden können. Sonninos Parlamentsrede.. Lugano, 2. Dez. Wie vorauszusehen war, wurde die Kammersitzung durch mehrfache nationalistische Kundgebungen N eingeleitet und begleitet.— Zunächst sprach der Kammerpräsident Marcora. Er feierte den König mit pathetischen Worten. Während die große Mehrheit der Kammer sich erhob und Beifall llatschte, blieben die Sozialisten, aus deren Reihen der Ruf „Hoch die Republik“ erscholl, sitzen. Die Mehrheit protestierte unter den Rusen„Nieder mit Euch Oesterreichern, Euch Vater⸗ landsfeinden!“ i l 5 1 Alsdann sprach Sonnino, indem er zunächst die diplo⸗ matische Lage darlegte und dann mitteilte, daß auch Italien den Londoner 25 unterschrieben habe. Lärmender Beifall, der vermutlich die Regierung dafür trösten sollte, daß sie nicht ein⸗ mal kurz der Ergebnis der halbjährigen Kriegszeit vor der Kammer darzulegen vermochte. Verschiedene Zwischenrufe und Proteste der Sozialisten wurden stets von der Mehr⸗ heit niedergeschrien, die die Sozialisten durchaus nicht zu Worte kommen ließen. Sonninos Rede wurde mit großem Beifall auf⸗ genommen.— Die Absicht der revolutionären Klubs, die einzuschüchtern, scheint ergebnislos geworden zu sein. Nur eine ge⸗ ringe Anzahl von Menschen hatte sich auf der Piazza Monte Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 3. Dez. 1915: Cittorio versammelt. Die Besorgnis vor Gewaltkätigkeiten des Wechselnd bewölkt, zeitweise Niederschläge, mild. Pöbels war diesmal unbegründet, ein Beweis, daß der künstlich „ entfachte Fanatismus der Maitage verflogen ist. 1 L aefeee ear rocker daa er dre dad dba dbb dd brd Hmmm mmm— Uüristbäumeben fürs Feld 9384 In Feldpostpackungen verschiedene Größen. 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Gestern mittag um 3 Uhr verschied sanft nach kurzer Krankheit unsere liebe Mutter, Louise Haas im Alter von 73 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Steinbach, den 2. Dezember 1915. Die Beerdigung findet Samstag, den 4. Dezbr., nachm. 3 Uhr, statt. Heute früh ist mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe a Herr Geheime Schulrat Professor Dr. Friedrich August Buchhold Ritter des Ordens Phil. d. Grossm. nach längerem, schwerem, mit grosser Geduld getragenem Leiden sanft entschlafen. Giessen, Il. Dezember 1015. Todes-Anzeige. Elektrische Leberland-Anlage der Provinz Oberhessen. 9376 Todes-Anzeige. Schwiegermutter und Die trauernd Hinterbliebenen: Karl Haas und Frau. 9388 Georg ——— 21. 15 55 billigst Eden dgar Borrmann Eisenhandlung. 0 dus Hegenhuui. Masser. ä 4 g e dies le 72 7. ö Anf, i. Gelullerschuss Nsolinge Die besten Gaben ins Feld. Schirm Fabrik f Seltersweg 52. Y 2 5 3 u. Neuüber ziehen 0 schnell u. billig. 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Dezember, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt.— Beileidsbesuche dankend verbeten. ftneumatismus-, Ischias- und Gichtleidende nehmen al glänzend bewährten An die Front Tetrin- Tabletten anerkannt bestes Mittel, da vollständig unschäd- ien, ohne jegliche Nebenerscheinungen und sicher wirkend.— Zu haben in allen Apotheken. NB. Rat und Hilfe wird noch erteilt Moltkestr. 7. . 5 Ei 5 F deß Kommunal⸗ Ich empfehle: 5 lex ex au verbandes Gießen Normalhemden 5 Heute nee 5 frische Eier eue 18 pn. i. d. Verkaufsstell. der Dampfmolkerei Gießen(Gebr. Grieb) Egamenfraße 4, Plackraße 2, Bamartstrahe II. Prima feinste holländische Scheftfsche u. Kabliau in tadellos frischester Ware soeben eingetroffen u. billigst bei f August Wallenfels 3 eren Ae Delikatessen und Weinhandlung 5316 Telephon 25 Gießen Marktplatz 17. 8 1 nur 1 ERITZ NOWASCE Auf smtliche Militär-Aetikel, Unter- zeuge, Westen, Strümpfe, Handschuhe 10 Prozent Rabatt. 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