„ Der Sleßener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Bießener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche eitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäfts stellebl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. e 7 5 2 2 7 General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Dienstag, 30. November 1015 9 ö Bezngevreis monatl. 85 Pf., viertel⸗ 0 4 jährl. Mk. 2.50; durch 9* N Abhole- u. Zweigstellen 75„ monatl. 75 Pf.; durch N 25 die Post Mk. 2.30 piertel⸗ 75 f jährl. ausschl. Bestellg. N 8 Zeilenpreis: lokal 15 Pf., N n ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ f 50 schristleiter: Aug. Goetz. N Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. 8 Uaiser Wilhelm in Wien. TB.) Großes Hauptquartier, 29. November. Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf der ganzen Front herrschte bei klarem Frostwetter lebhafte Artillerie- und Fliegertätigkeit. Nördlich von St. Mihiel wurde ein feindliches Flugzeug vor unserer Front zur Landung gezwungen und durch unser Artilleriefeuer zer⸗ stört. In Comines sind in den letzten zwei Wochen durch feindliches Feuer 22 Einwohner getötet und acht verwundet worden. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Balkan⸗Kriegsschauplatz⸗ Die Verfolgung ist im weiteren Fortschreiten. Ueber fünfzehnhundert Serben wurden gefangen genommen. * Zum gestrigen Bericht über den bisherigen Verlauf des serbischen Feldzuges ist noch zu ergänzen, daß die Ge⸗ samtzahl der bisher den Serben abgenommenen Ge⸗ 4 fünfhundertundzwei beträgt, darunter viele schwere.. Oberste Heeresleitung. *** Auch die Kriegszeit, in der vielerlei Unternehmungen durch fremde Gesetze des Handelns durcheinandergewirbelt werden, hat ihre Abschnitte und Abstufungen. Besonders der Sieger ist in der Lage, dies zu betonen und in seine An⸗ gelegenheiten und Pläne ein höheres Maß von Ordnung zu bringen. Wie eindrucksvoll war's immer, wenn unsere Heeresleitung nach Erledigung größerer kriegerischer„Ope⸗ rationen“ zuletzt mit einem für uns angenehmen Rück⸗ blick aufwarten konnte! Das geschah nun auch wieder nach Beendigung der großen Unternehmungen gegen das serbische Heer. Die kleine Atempause des Kriegsgottes hat auch der Kaiser wahrgenommen und hat, seinem Herzens⸗ drange folgend, dem greisen Beherrscher der Donaulande in Wien einen kurzen Besuch abgestattet, dem wohl keine be⸗ sondere politische Bedeutung zulommt, der aber immerhin er⸗ hebende Ausblicke in die neue Zeit eröffnet, da der Erzherzog⸗ Thronfolger, der zu den intimen Unterhaltungen überall zu- gezogen worden ist und unseren Kaiser auf seinen Ausfahrten begleitete, diese Stunden gewiß nie vergessen wird, wenn später beide Reiche wieder zu gemeinsamem Handeln auf⸗ erufen werden. Im Feuer des Krieges werden Freund⸗ schaftsbande geschmiedet, und das Gemüt des jungen Fürsten, der einst den Thron der Habsburger einnehmen wird, fand im Besuche unseres Kaisers einen neuen Nährboden der Pflege freundschaftlicher Beziehungen. Wie das Volk in Wien dem Ereignis zugejubelt hat, wie freudig und rück⸗ haltlos es dem hohen Gaste seine Sympathien ausgedrückt hat, das unterstreichen die Wiener Blätter in großen stim⸗ mungsvollen Festartikeln. Auch in der deutschen Reichshauptstadt setzt heute ein stimmungsvoller Tag des Gedenkens und des Zurück⸗ chauens ein. Der Reichstag hat. wieder ver⸗ sammelt. Was ihm zur Begutachtung und Beschlußfassung vorgesetzt wird, muß ihm in der Hauptsache Bewunderung und freudiges Vertrauen zur Zukunft des Reiches ab⸗ nötigen, denn es sind die Siege unserer Tapferen draußen in Feindesland! Die Sehnsucht nach Frieden ist in allen deutschen Herzen wach, gewiß, aber nur die Sehnsucht nach dem siegreichen Frieden. Die Federn der Diplomaten und die Mundwerke der Parlamentarier dürfen nicht wieder verderben, was die deutschen Heere vollbracht haben. Wir sind überzeugt, daß diesom moralischen Gebot der Stunde alle Erwählten des Volkes ohne Parteiunterschied ge⸗ horchen werden; die sozialdemokratische Fraktion hat dem Abg. Dr. Liebknecht, der sich wieder einmal als Eigenbrödler u gefallen scheint, bereits vor der Wiedereröffnung der erhandlungen eine öffentliche Lektion erteilt. Was an sonstigem Stoff dem Reichstag zugegangen ist, ist nicht allzu viel. Zugegangen ist den Mitgliedern bisher, wie wir einer Zu⸗ sammenstellung in der Presse entnehmen, nur die Denkschrift über die etwaige Herabsetzung der Altersgrenze für die Altersversicherung vom 70. auf das 65. Jahr, sie wird, wie man hört, eingehend besprochen werden, auch die Berechnung wird man nachprüfen und die Meinungen werden zweifellos dar⸗ über auseinandergehen, ob das Reich und der Versicherungsträger diese Erhöhung zurzeit ertragen können. Dann ist die Vorlage über die 50 v. H. Zurücklage der Aktiengesellschaften für die Hriegsgewinnsteuer eingegangen. Die Kriegsgewinn⸗ steuer selbst kommt noch nicht. Das Reichsschatzamt hat noch keine Zeit gehabt, eine solche Steuer, die sehr umfassende Vor⸗ arbeiten und schwierige Verhandlungen mit den Bundes⸗ staaten notwendig macht, fertig zu stellen. Das Gesetz über die iegssteuer wird im nächsten Jahre eingebracht werden. Weiterhin wird dem Reichstag eine Denlschrift vorgelegt werden über die Frage der Versorgung des Volkes mit Le⸗ bens mitteln. Diese Denkschrift wird zunächst im erweiterten Budget⸗Ausschuß einer gründlichen Beratung unterzogen werden. Das Haus wird wohl auch Veranlassung nehmen, über die Er⸗ scheinungen des Belagerungszustandes und zutage getretene Miß⸗ stände sowie über die Zensur sich zu äußern. Die Zeit wird vor⸗ aussichtlich in der Weise eingeteilt werden, daß nach dem 30. No⸗ vember, der wahrscheinlich nur eine ganz kurze Beratung auf⸗ weisen wird, eine etwa achttägige Ausschußberatung erfolgt. Gegen den 17. Dezember werden die Sitzungen wohl beendet sein, und das Haus wird sich bis zum März vertagen. 5 In einigen Blättern verschiedener Richtungen ist in der letzten Zeit Stimmung dafür gemacht worden, daß in der öffentlichen Besprechung der Kriegsziele das Zensurver⸗ bot gemildert werden könnte, denn einige Fragen Zuk heute schon zur Erörterung reif. Einem da⸗ 1 . . hingehenden Wunsch würde die Reichsregierung sich vielleicht nicht verschließen. Ob eine solche Aenderung des bisherigen Zustandes möglich und wünschenswert ist, kann freilich der Außenstehende nur unzureichend ermessen; vielleicht ist die Regierung in der Lage, durch vertrauliche Mittei⸗ lungen die Parlamentarier anders zu überzeugen. Auch dann wird das Volk es an Vertrauen und Geduld nicht fehlen lassen. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 29. November 1915. Nussischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. 5 Die Isonzoschlacht dauert fort. Auch die gestrigen harten Kämpfe endeten für unsere Truppen wieder mit der vollen Behaugtung aller ihrer Stellungen. Gegen den Görzer Brückenkopf führten die Italiener abermals neue Regimenter heran. Ungeachtet ihrer nutzlosen Verluste folgte Sturm auf Sturm. Nur bei Oslavija und auf der Podgora gelang es dem Feind, in unsere Stellungen einzudringen; er wurde aber wieder hinausgeworfen. An⸗ sonsten scheiterten alle Vorstöße schon in unserem Feuer. Der Raum beiderseits des Monte San Michele wurde gleichfalls von sehr bedeutenden italienischen Kräften ver⸗ geblich angegriffen. Bei San Martino war das Infanterie⸗ Regiment Nr. 39 und das egerländische Landsturm⸗Infan⸗ terie-Regiment Nr. 6 an den Kämpfen hervorragend beteiligt. Im nördlichen Isonzo⸗Abschnitt wurden heftige Angriffe gegen unsere Bergstellungen nördlich Tolmein abge⸗ schlagen. 5 Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Offensive gegen das nördliche und nordöstliche Montenegro nimmt ihren Fortgang. Die k. und k. Truppen sind im Vordringen über den Metalka⸗Sattel und südlich von Pribaj. 5 Die Bulgaren verfolgen in der Richtung gegen Prizrend. 3 8 3 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * 0* Kaiser Wilhelm in Wien. Wien, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Kaiser Wil⸗ helm ist heute um 11 Uhr vormittags zu einem intimen Besuch des Kaisers Franz Josef hier eingetroffen. Er wurde im Bahnhof vom Erzherzog-Thronfolger Karl Franz Josef und den Erzherzögen Franz Salvator und Karl Stephan empfangen. Unter unbeschreiblichem Enthusiasmus des massenhaft herbeigeströmten Publikums fuhr Kaiser Wil⸗ helm in das Schönbrunner Schloß, wo er als Gast des Kaisers Franz Josef abstieg. Die Begegnung der beiden Kaiser, die einander seit Ausbruch des Weltkrieges nicht ge⸗ sehen hatten, trug überaus herzlichen Charakter. Die Monarchen konnten ihre Bewegung kaum meistern. Kaiser Franz l geleitete seinen erlauchten Gast in die Fremden⸗ räume. Bald nach der Ankunft fand ein intimes Frühstück statt, an dem nur die beiden Kaiser und der Erzherzog⸗ Thronfolger teilnahmen. In der ganzen Stadt, die erst seit den frühen Morgenstunden Kenntnis von dem Besuche des Deutschen Kaisers bekam, herrscht großer Jubel und Be⸗ geisterung. Die Stadt ist reich beflaggt. Wien, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Kaiser Wil⸗ helm empfing um ½3 Uhr nachmittags den Minister des Aeußern Baron Burian und die Ministerpräsidenten Graf Stürgkh und Graf Tisza in besonderen Audienzen. Kaiser Wilhelm nahm den Tee auf der deutschen Bot⸗ schaft, wohin er sich mit dem Erzherzog Thronfolger Kar! Franz Josef inkognito begab. Kaiser Wilhelm überreichte dem Botschafter v. Tschirschky, der ihm entgegengefahren war, persönlich das Eiserne Kreuz, außerdem verlieh er das Eiserne Kreuz dem stellvertretenden Militärattachs Prin⸗ zen zu Erbach⸗Schönberg und dem zur deutschen Bot⸗ schaft kommandierten Korvettenkapitän Goetting. Die Rückreise. Wien, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der deutsche Kaiser reiste nach herzlichster Verabschiedung vom Kaiser Franz Josef im Schönbrunner Schlosse abends vom Pen⸗ zinger Bahnhof ab. Kaiser Wilhelm, der österreichische Feld⸗ uniform trug, war vom Thronfolger zum Bahnhof be⸗ gleitet worden, wo sie sich herzlich verabschiedeten. Zur Abschiedsaufwartung war u. a. Botschafter Tschirschky am Bahnhof erschienen. Als der Zug schon in Bewegung war, grüßte der Thronfolger den Deutschen Kaiser, der am Fenster des Salonwagens stand, durch Salutieren. Der deutsche Kaiser hat auch den gemeinsamen Finanz⸗ minister Körber und Bürgermeister Weiskirchner in Au⸗ dienz empfangen. Veränderungen im österreichischen Ministerium. Wien, 29. Nov.(WTB Nichtamtlich.) Von unserem Privatkorrespondenten. Hier laufen Gerüchte um von einer Umbildung des Kabinetts. In unterrichteten Kreisen wird angenommen, daß in der Leitung einzelner Ressorts Veränderungen unmittelbar bevorstehen. ** „ Vom serbischen Kriegsschauplatz. Saloniki, 29 Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die Agence Havas meldet vom 27. November: Man meldet keine Ver⸗ änderung von der Front der Alliierten, da die Schneemassen in den letzten zwei Tagen die Operationen für den Augenblick unterbrochen haben. Gestern fanden einige Scharmützel zwischen französischen und bulgari⸗ schen Vorposten statt. Ueber die Bewegung der serbi⸗ schen, österreichisch-ungarischen und deutschen Armeen ist leine andere Nachricht eingegangen, als über ihr Eindringen. in den alten Sandschak. Die Serben erlitten auf ihrem Rückzug unbedeutende Verluste. Die Bulgaren greifen die Serben südlich Prilep an. Sie zwangen sie, sich zurück⸗ zuziehen, ohne sie indessen zu verfolgen. Es ist sehr zweifeln? haft, daß die Bulgaren die Serben verfolgen können wegen des schlechten Zustandes der Straßen und der Bergüber⸗ gange die infolge des vorzeitigen Winters unbenutzbar ge⸗ worden sind. Der Winter ist auf dem Balkan viel früher als sonst eingetreten. Es wäre nicht zu verwundern, wenn der Feldzug während einer langen Zeitspanne unterbrochen 5 würde. Samstag fiel Schnee in Saloniki. Dies ist beinahe ein Phänomen, weil dort seit acht Jahren kein Schnee ge⸗ fallen ist. Englische Truppen und Lebensmittel kommen; dauernd an. Das Verhalten der deutschen Truppen in Serbien. Bern, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Magrini drahtet dem„Secolo“ unter dem 23. Nov. aus Monastir: Eine hohe serbische Persönlichkeit habe ihm mitgeteilt, daß die Deut⸗ schen in den besetzten serbischen Gebieten sich korrekt be⸗. nehmen und Requirierungen bar bezahlen. In Belgrad wür⸗ den an die Armen der Bevölkerung Militärrationen gratis verteilt. Die Gemeindeverwaltungen seien unverändert ge⸗ blieben. Die unerwartete und aufdringliche Höf⸗ lichkeit der Deutschen bereite eine politische Falle vor, die darauf hinziele, sich die Sympathien der Serben zu sichern. Aber Pasitsch und die übrigen Regierungsmänner e 1 f 8 1 88 seien wie die Mehrheit der Abgeordneten entschlossen, dem Verband bis zuletzt treu zu bleiben. Andere serbische Per⸗ sönlichkeiten sprachen jedoch ihre tiefe Erbitterung und Ent⸗ täuschung gegen den Verband aus. 2 Peter und Nikita in Skutari. Berlin, 29. Nov.(Priv.⸗Tel.) Der„Berliner Lokal⸗An⸗ zeiger“ meldet aus Lugano: Nach römischen Meldungen ist der 55 König von Montenegro nach Skutari abgereist, um do den König Peter und die serbische Regierung zu emp⸗ fangen. Der bulgarische Bericht. 6 Sofia, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Bulgarischer Generalstabsbericht vom 27. November. An der serbischen Front verfolgen wir den Gegner energisch, trotz der schwie⸗ rigen klimatischen Verhältnisse. Bei der Vorrückung gegen 55 Prizrend machten wir von den Trümmern der Donau- Drina—Sumadija⸗Division 3000 Gefangene und er⸗ beuteten acht Kanonen. Bei ihrem Rückzuge gegen Monte⸗ f negro vernichteten die Serben alle noch vorhandenen Feld⸗ und schweren Geschütze. Die Reste der serbischen Armee gehen bloß mit Gebirgskanonen zurück. Unsere Vorrückung gegen Prizrend dauert fort. l 5 An der südmazebonischen Front besetzten unsere Truppen am 26. November die letzte serbische Stellung an 1 der Crne Rjeka. An der Straße von Prilep nach Mo⸗ nastir bei Alince, 11 Kilometer südwestlich Prilep, zogen sich die Serben gegen Mon ast ir zurück. Infolge energischer Verfolgung durch unsere Truppen konnten die Serben die 8 Brücke über die Crna Rjeka nicht zerstören. An der erwähn⸗ ten Straße haben die Franzosen bei ihrem Rückzuge 1 auf das rechte Ernaufer die Bahnbrücke beim Vardar, die Brücke bei Vozeroi, 9 Kilometer westlich Kavadar, und die Brücke bei dem Defilé über die Balastica(2) verbrannt und zerstört. Schnellzug Berlin—Konstantinopel. 33 Konstantinopel, 29. Nov.(Zens. Frkft.) Am 2. De⸗ zember tritt in Temes var eine Konferenz der beteiligten Eisenbahnen zusammen, um über Einführung einer direkten Schnellzugverbindung Berlin—Konstantinopel zu beraten. *** Aus Rumänien. Bukgrest, 29. Nop.(WTB. Nichtamtlich) Filipes en hat eine Schrift veröffentlicht, in der er in bekannter Weise aus⸗ einandersetzt, daß, als die Russen in den Karpathen standen, für Rumänien der Augenblick war, einzugreifen. Die heutige„Vit⸗ torul“ bemerkt zu der Schrift: Wenn diese Schrift nicht zu den gefährlichen Kundgebungen käme, die auf die Rechnung Filipes⸗ cus zu setzen sind, gäbe sie einen vollen Beweis für den vollstän⸗ digen Mangel an Gewissenhaftigkeit und Verantwortlichkeit des ge⸗ wesenen Kriegsministers. In der Schrift wird von den Zeiten der Mobilisierung und von verschiedenen militärischen Handlungen der rumänischen Armee gesprochen. Jeder Militär würde Rechenschaft fordern über die schlechte Haltung, die auch diesmal Filipescu ber⸗ sucht, wenn er nicht die volle Verantwortungslosigkeit aus den Kundgebungen dieses Mannes ersehen hätte. Zum Glück hat die Schrift weder in ihren Angaben, noch in ihren strategischen Urteilen irgend einen Wert. Sie wurde ins Werk gesetzt, um die Regierung anzugreifen. Das Inland und Ausland wissen, welche Bedeu⸗ tung den Handlungen und Kundgebungen Filipescus beizumessen ist. Die Schrift kann nur als ein neuer Ausbruch seines unglück⸗ lichen Tem peraments angesehen werden. Bukarest, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Zur Eröff⸗ nung des Parlaments wird noch gemeldet: Eine zahlreiche Volksmenge begrüßte den Könsg und den Kronprinzen, als sie durch die Straßen der Stadt zur Metropolice fuhren, von wo sie sich nach dem Hochamt in die Kammer begaben. Hier hatten sich inzwischen die Abgeordneten und Senatoren eingefunden. Auf den Tribünen sah man ein gewähltes, nicht sehr zahlreiches Publikum. Knapp nach 12 Uhr erschien der König, gefolgt von dem Kronprinzen und sämtlichen Mimistern, stürmisch von dem anzen Hause begrüßt. Nachdem der König die Thronrede mit den 5—„Meine Herren Senatoren und Deputierten“ eingeleitet hatte, ertönte aus einer Ecke, in der auch der Abgeordnete Mille, der Herausgeber der russisch gesinnten Zeitungen„Dimineatza“ und„Adeverul“ stand, ein nicht sehr weit vernehmbarer Ruf „Nieder mit der Regierung!“, dem indessen von dem ganzen Hause mit stürmischen Hochrufen auf den König erwidert wurde. Nach wenigen Minuten fuhr der König in der Verlesung der Thronrede fort. Noch ein zweitesmal wurde aus derselben Ecke eine örung durch einen Ruf gegen die Regierung versucht. Er wurde wieder beantwortet von demonstrativem Beifall des ganzen Hauses. Während der Verlesung der Thronrede wurden die Stellen, die von den Interessen sprechen, deren Wahrung die Aufgabe des Heeres sei, ferner die Stellen, die zur Einigkeit im Innern mahnen, mit starkem Beifall auf⸗ genommen, an dem das ganze Haus mit wenigen Ausnahmen, zu denen Filipescu zählte, sich beteiligte. Nach der Verlesung der Thronrede folgte minutenlanger Beifall, der sich immer wieder erneuerte und deutlich zeigte, daß die anwesenden Parlamentarier jede Deutung, als ob es sich bei dem Störungsversuch um etwas anderes als um das Auftreten eines Einzelnen handelte, beseiti⸗ gen wollten. Es ist bezeichnend, daß sich an dem Beifall das ganze Haus beteiligte. Die Störung war von Mille verursacht worden, der dafür von einem neben ihm stehenden Abgeordneten eine Ohrfeige erhielt und nach der Sitzung von mehreren Ab⸗ geordneten verprügelt wurde. . Aus Griechenland. Athen, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Die Antwort der griechischen Re⸗ . auf die letzte Note des Vierverbandes ist gestern en Vierverbandsmächten übergeben worden. Athen, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Presseburegau teilt mit: Die Vertreter der Mächte des Verbandes haben sich gestern zum Minister des Aeußeren begeben und unter⸗ breiteten ihm im freundschaftlichen Geiste gewisse Forderungen, wobei sie zugleich den Wunsch ausdrückten, daß diese angenommen würden. Die Forderungen beziehen sich auf Ex⸗ leichterungen für die Truppen des Vierverbandes in Salo⸗ niki. Der Minister nahm die Forderungen der vier Mächte zur Kenntnis und behielt sich vor, zu gelegener Zeit darauf zu ant⸗ 1 Berlin, 29. Nov.(Priv.⸗Tel.) Die„B. Z a. M.“ meldet aus Budapest: In Griechenland haben die Wahlkämpfe begonnen. Gunaris wird auf seiner Agitationsreise, Kreta und Inseln und die mazedonischen Gebiete auffuchen. In Salonik kandidiert Skuludis, Veniselos zog seine Gegenkandi⸗ datur zurück. Er wolle nirgends auftreten. 3 5 Der türkische Bericht. Honstankinopel, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) An der Jrakfront konnten die Engländer unter dem Drucke unserer Verfolgung ihren Rückzug noch nicht einstel⸗ len. Der Bericht über die auf diesem Kriegsschauplatz aus⸗ gefochtene Schlacht gibt folgende Einzelheiten: Am 24. No⸗ vember verhinderten unsere fortwährenden Gegenangriffe bis zum Abend die feindlichen Abteilungen, sich in unseren vorgeschobenen Stellungen einzurichten, in die sie eingedrungen waren. Am 25. November verjagten wir durch kräftige Angriffe, die bis zum Abend währten, den Feind aus diesen Stellungen. In derselben Nacht wurde eine andere Abteilung, die den feindlichen Rückzug bedrohte, gleichfalls an die Front geworfen. Die Engländer mußten sich eilends zurückziehen. Der Feind ließ eine große Zahl Ver⸗ wundeter und Toter, sowie Tiere und Kriegsmittel aller Art auf dem Schlachtfelde zurück. Wir zählten über tausend Leichen des Feindes, darunter den Befehlshaber der englischen Reiterei. Wir erbeuteten drei Maschinengewehre, eine Fahne, Waffen, Ge⸗ schosse, Telegraphenapparate und Kriegsgerät. Freiwillige un⸗ serer Verfolgungsabteilungen erbeuteten Kriegsgerät und sonstige Gegenstände, die der Feind bei seinem Rückzug zurückgelassen hatte. An der Kaukasusfront nichts wesentliches. Ein Teil unserer Flotte versenkte im nordöstlichen Teile des Schwar⸗ zen Meeres vier russische Segelschiffe und zwang ein teidigungsarbeiten in den an dieser Küste gelegenen Häfen wurden durch die Beschießung gestört. An der Dardanellenfront beschoß unsere Artillerie wirksam die feindlichen Stellungen bei Anasorta. Die feindliche Ar⸗ ttillerie antwortete mit Unterstützung zweier Panzerkreuzer. Ein . feindlicher Monitor eröffnete ein unwirksames Feuer nach verschie⸗ denen Richtungen. Nachmittags beschossen zwei Panzerschiffe Ka⸗ mikli Liman und ein Kreuzer Ari Burnu, vermochten aber eben⸗ sowenig wie die Artillerie einen wesentlichen Schaden anzurichten. Bei Ari Burnu zerstörte unsere Artillerie in der Nähe von Kanli⸗ sirt einen feindlichen Schützengraben, der mit Stahlschutzschildern versehen war, und zwei Stellungen für Handgranatenwerfer. Ein Kreuzer und feindliche Haubitzen erwiderten wirkungslos. Ber Sedd⸗ül⸗Bahr Handgranatenwerfen mit Unterbrechungen. Im Ar⸗ tilleriezweikampf vor unserem linken Flügel traf eine von uns zur Sprengung gebrachte Mine auf eine feindliche Mine. Dort auch Kampf mit Handgranaten und Gewehrfeuer. Wir zerstörten eine feindliche Mine. Späterhin zerstörte unsere Artillerie auf diesem Flügel eine feindliche Minenwerferstellung. Die Lage in Persien. Konstantinopel, 29. Nop.(WTB. Nichtamtlich.) Hier Regt folgender zuperlässiger Drahtbericht über die Lage in Per⸗ sien vor: Seit mehreren Jahren stehen bekanntlich russische Trup⸗ pen in Nordpersien, angeblich zum Schutz gegen Unruhen, in Wahrheit aber, um ohne jeden Rechtsgrund die Okkupation des Landes vorzubereiten und in Teheran die russischen Kreaturen zu stützen. Die neuerdings erfolgte Berufung angesehener Pa⸗ trioten in das persische Ministerium hat den Generalgouverneur im Kaukasus, den Großfürsten Nicolai Nicolajewitsch, veranlaßt, ohne weiteres den Vormarsch russischer Truppen von Kaswin auf die Hauptstadt Teheran zu befehlen, um den Sturz des Kabinetts zu erzwingen und den Russenfreund Ferma wieder ans Ruder zu bringen. Geplant war gleichzeitig die Gefangen⸗ nahme aller nationalistischer Parlamentarier und die Beseitigung der an der Spitze der persischen Gendarmerie stehenden und dem Schah treu ergebenen schwedischen Offiziere. Die völlig über⸗ bpvaschte 1 mit dem Schah an der Spitze entschloß sich, der russischen Vergewaltigung auszuweichen und provisorisch den Sitz des Gouvernements nach der etwas südlicher gelegenen Stadt Kum zu verlegen. Auf das im letzten Moment feierlich gegebene Ver⸗ ssprechen, die Truppen wieder zurückzuziehen, entschloß sich der Schah, in der Stadt zu verbleiben. Die Gesandten der Zentral⸗ mächte haben sich auf schriftliche Aufforderung der Regierung be⸗ reits nach Kum begeben, wo das Parlament und die Führer der Patriotenpartei schon versammelt sind. Der zum Frieden nei⸗ gende Schah scheint den Russen noch einmal Konzessionen machen zu wollen, um dem neutralen Lande einen Krieg zu er⸗ sparen. Er verlangt aber die Zurückziehung aller russischen und englischen Truppen. In Persien herrscht große Erregung. Zahl⸗ reiche Stämme und freiwillige Scharen haben sich in Richtung auf die Hauptstadt in Bewegung gesetzt, um den Schah gegen das bru⸗ tale und rücksichtslose Vorgehen der Russen zu schützen. russisches Petroleumschiff, auf Grund zu laufen. Feindliche Ver⸗ o durch den die Militärdienstpflicht auf alle Stämme ausgedehnt wird. Danach werden diese im ersten Jahre 75000 Mann In⸗ fanterie und 5000 Reiter ins Feld stellen können. Eine Verschwörung in Kairo. Rom, 29. Nov.(WB Nichtamtlich.) Nach der„Tri⸗ buna“ wurde in Kairo eine Verschwörung entdeckt, die bezweckt, den neuen ägyptischen Sultan zu entthronen, die Minister zu stürzen, sowie der englischen Herrschaft ein Ende zu bereiten. Bisher seien 40 Personen verhaftet und 25 erschossen worden. Kitchener auf Reisen. Paris, 29. Nor(WTB. Nichtamtlich.) Kikchener ist auf der Rückreise von Rom hier eingetroffen. Poincar s hat den russischen General Dschilinski empfangen. der Seekrieg. Berlin, 29. Nov.(Priv.⸗Tel.) Das„Berliner Tageblatt“ meldet aus Lugano: Unweit des Kaps Sandalo auf Sardinien ist der französische Dampfer„Algérien“ von einem U-Boot ver⸗ senkt worden. Aus dem Reiche. Wirtschaftliche Maßnahmen des Bundesrats. Berlin, 29. Nov(WTB. Amtlich.) Der Bundes⸗ rat beschloß in seiner heutigen Sitzung eine Verordnung, in der bestimmt wird, daß die Verordnung zur Regelung der Preise für Schlachtschweine und Schweinefleisch vom 4. No⸗ vember 1915 auf aus dem Auslande eingeführte Schweine und frisches Schweinefleisch und Fett, das aus dem Auslande ein⸗ geführt wird, keine Anwendung findet. Den Landeszentralbehör⸗ den ist es überlassen, Bestimmungen über den Vertrieb dieser Waren zu treffen. i Berlin, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) In der heu⸗ tigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme die Aenderung der Verordnung zur Regelung der Preise für Schlachtschweine und Schweinefleisch vom 4. No⸗ vember 1915 und eine weitere Aenderung der Bekanntmachung über die Regelung der Nartoffelpreise vom 28. Okt. 1915. Die Bekanntmachung über die Kartoffelhöchstpreise vom 26. Ok⸗ tober 1915 gab die Möglichkeit, Kartoffeln bei Landwirten zu enteignen. Es 1 die Einschränkung vorgesehen, daß die * Enteignung sich auf höchstens 20 vom Hundert der gesamten Kartoffelernte eines Kartoffelerzeugers erstrecken dürfe. Der Bundes⸗ rat hat nunmehr in der Sitzung vom 29. November den Landes⸗ zentralbehörden oder den von ihnen bezeichneten Behörden die Berechtigung gegeben, zu bestimmen, daß auch über mehr als 20 vom Hundert verfügt werden könne. Diese Behörden können also die in der Zwanzigprozentgrenze liegende Einschränkung teilweise oder ganz und gar aufheben. Ferner hat der Bundes⸗ rat verlangt, daß auf die Mengen, die enteignet werden können, nur die Mengen anzurechnen sind, die die Landwirte bereits nachweislich nach dem 10. Oktober 1915 als Speisekartoffeln verkauft und geliefert haben. Die Voraussetzung der Lieferung ist hierbei neu. 5 5 1 Berlin, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Reichs⸗ anzeiger“ veröffentlicht eine Bekanntmachung, wonach die Grenz⸗ und Höchstpreise für Stroh erhöht werden für 1000 Kilogramm um je 15 Mk. für Stroh, das im De⸗ zember, um je 10 Mk. für Stroh, das im Januar und je 5 Mk. für Stroh, das im Februar geliefert wird. Der Höchst⸗ preis für Häcksel wird erhöht um 5 Mk. für 1000 Kilo⸗ gramm. Dieser Höchstpreis erhöht sich um 15 Mk. für Häcksel, der im Dezember, um 10 Mk. für Häcksel, der im Januar und um 5 Mk. für Häcksel, der im Februar geliefert wird. Diese Bestimmungen treten am 29. Nov. in Kraft. Die Königin von Schweden in Karlsruhe. Karlsruhe, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Die Königin von Schweden ist heute abend 6 Uhr 21 Min. hier eingetroffen. Der Großherzog und die Großherzogin sowie die Großherzogin Luise waren zum Empfang am Schieß, und geleiteten die Königin zum Großherzoglichen Schlo 5 Liebknecht. Berlin, 30. Nov. Die sozialdemokratische Reichstags fraktion hat laut„Vorwärts“ folgenden Beschluß gefaßt: Unter Umgehung und Ausschaltung der Fraktion geht Liebknecht durch Einbringung kurzer An⸗ fragen fortgesetzt seine e Wege, obwohl gerade diesmal weder zeitliche noch Hindernisse anderer Art vorlagen, die von ihm selbst mit aufgestellten Fraktionsbeschlüsse zu re⸗ spektieren. Die Reichstagsfraktion weist diese fortgesetzte Herausforderung durch Liebknecht aufs schärfste zurück und lehnt jede Verantwortung ab. 1 ö Berlin, 30. Nov. Nach einer dem 5 den Denkschrift über wirtschaftliche Maßnah⸗ men aus Anlaß des Krieges beliefen sich die gezahlten Mindestsätze an Familienunterstützungen im August 1914 auf beinahe 27 Millionen, im September 1915 auf 94 Millionen Mark. Die fortgesetzte Steigerung der Be⸗ träge ist zum Teil auf die 10 Heranziehung zum Kriegs⸗ dienst zurückzuführen. Zum nicht. Teil beruht sie aber auch darauf, daß der Kreis der Unterstützungsberech⸗ tigten ständig erweitert worden ist. München, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die Korre⸗ spondenz Hoffmann meldet: Der Minister des Aeußern Graf 175 tling begibt sich heute abend in Begleitung des Ministerial⸗ rates Dr. v. Müller und des Legationsrates Frhrn. v. Stengel für einige Tage nach Berlin. Aus Stadt und Cand. Gießen, 30. November 1915. Die Eisenbahn vom Siegerland zum Westerwald. Am 1. Dezember wird die neue Eisenbahnlinie Siegen—Siegen⸗Ost— Haiger—(Dillenburg) dem Verkehr übergeben und die bisher über Siegen—Betz⸗ dorf nach Gießen und zurück fahrenden Schnellzüge nehmen vom genannten Tage ab diesen Weg, der die Fahrt von Siegen nach Frankfurt a. M. um rund 22 Kilometer ver⸗ kürzt. Durch die neue 9 deren durchgehender Güterverkehr bereits am 23. d. M. in Benutz genommen wurde, wird lang gehegten Wünschen Rechnung getragen. Trägt sie doch viel dazu bei, den bedeutenden Verkehr 9215 dem Ruhrkohlenrevier und den großen süddeutschen andelsplätzen, insbesondere mit Frankfurt a. M., gan bedeutend zu beschleunigen, indem sie die Spitz⸗ kehreüber Betzdorf umgeht. Die durch ihren Berg⸗ bau bekannten Gebiete des Sauerlandes werden durch die Bahn mit der Dill⸗ und oberen Lahngegend, wo eine in fortwährendem Aufschwung befindliche Industrie blüht, in eine beiden Teilen günstige unmittelbare Verbindung ge⸗ bracht. Die Bahn ist von ausschlaggebender Wichtigkeit für die Erzbeförderung aus dem Lahn⸗ nach dem rheinisch⸗ westfälischen Industriegebiet einerseits und die Kohlen⸗ beförderung von Norden nach Süden andererseits. Sie hat Konstantinopel, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die Blätter aus Teheran melden, hat der persische Kriegsminister 3 insgesamt eine Länge von etwa 36 Kilometern, die sich etwa zur Hälfte auf die Kreise Siegen und Dillenburg v dürften. Der Bau der 5 Bahnstrecke machte wegen dem gebirgigen Gelände große Schwierigkeiten. i sei be⸗ sonders der 2645 Meter lange Durchstich zwischen den Dör⸗ fern Rodenbach und Rudersdorf an der nassauisch⸗west⸗ 8 Grenze. Es ist dieses der viertlängste Tunnel in eutschland. In der ganzen Gegend sieht man der Eröff⸗ nung des Hauptverkehrs auf dieser neuen Bahnstrecke, mit der auch das umfangreiche romantische Gebiet des Schelder⸗ waldes, die oberen Seitentäler der Lahn, der Sieg und Dill dem Verkehr näher rückt, mit großer Freude und reichen Hoffnungen entgegen. * Auszeichnungen. Leutnank d. R. Fritz Sauet aus Gießen, Führer einer Minenwerfer⸗Batterie im„ In⸗ haber des Eisernen Kreuzes, wurde mit der hessischen Tapfer⸗ keitsmedaille ausgezeichnet.— Dem Vize ens⸗ heimer im Inf.⸗Regt. 116, Maschinengewehr⸗Kompagnie, wurde die hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Er ist be⸗ reits Ritter des Eisernen Kreuzes.— Domänenpächter Lyncker vom Schiffenberg wurde auf dem westlichen Kriegsschauplatz mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. L. U. Ernennung. Der Privatdozent für Geologit Dr. Hermann Meyer wurde am 27. November zum außer, etatsmäßigen außerordentlichen Professor ernannt. „die Großherzogs⸗ Geburtstagsfeier, die in Brüssel von den dort weilenden Hessen veranstaltet wurde und über die wir schon am Freitag berichteten, nahm einen glänzenden Verlauf. Eine bei der Feier in Umlauf ge⸗ setzte Zeichnungsliste ergab einen so rei Ertrag, daß der Großherzogin die Summe von 1000 Mark für Zwecke der Fürsorge für die Hinterbliebenen gefallener, für ver⸗ wundete oder im Felde stehende Krieger hessischer Truppen zur Verfügung gestellt werden konnte. Auf ein dieserhalb an die Großherzogin gerichtetes Telegramm, 1 auf das an den Großherzog gerichtete Glückwunschtelegramm sind die folgenden Danktelegramme eingegangen: a Bitte den He 1 me itte den Herren, welche meiner so freundli ch⸗ ten, aufrichtigsten Dank zu— 15 5 Ernst Ludwig. 5 5 Darmstadt, 26. 11. 15. Tief gerührt über das treue Gedenken spreche ich Ihnen allen meinen herzlichsten Dank für die große Spende für unsere Krieger und Hinterbliebenen der ge⸗ fallenen Krieger aus. Eleonore. 1 Kriegsteilnehmer und Hinterbliebene sind oft im Unklaren darüber, welche Ansprüche ihnen aus Militärversorgungsgesetzen, reichsgesetz⸗ licher Arbe lterdersiche rung Kriegswochen⸗ hilfe usw. zustehen und in welcher Weise sie diese Ansprüche geltend machen müssen. Der Leiter der gemeinnützigen Rechtsberatungsstelle des Evang. Arbeitervereins H. Hir ner, der bereits in früheren Jahren durch Herausga kleiner Broschüren auf dem Gebiete der Arbeiterver⸗ sicherung aufklärend gewirkt hat, hat die 1 500 die Ver⸗ sorgung der Kriegsteilnehmer und Hinterbliebenen wich⸗ tigsten Bestimmungen in einer kleinen Schrift zu⸗ sammengestellt, die zum Preise von 20 Pfg. in den hiesigen Buchhandlungen zu haben ist. Groß⸗ os 1 In ungefähr zweistündiger Darbietung verstand es der Vortragende, ein an liches Bild zu geben von den ungeheuren Schwierigkeiten, die un⸗ sere braven Truppen im Verein mit unseren Verbündeten zu Uber⸗ winden hatten, um die genannten Länder wieder zurückzuerobern. 7 1 1 i 1 1 atenkranze unseres Heeres, dessen ge un Herzen schlat 0 lassen id ne 2 17— 5 N Die Gr. eignisse jagen rängen es ist schwer, das Wichtigste von dem weniger Großen zu sondern, ja man übersieht manchmal die größten Ereignisse. Als solche nennt der Vortragende: Die Er⸗ stürmung von Lüttich, die Schlacht bei Tannenberg und den Durch⸗ bruch am Dunajec. Um aber die kriegerischen Ereignisse verstehen und in ihrer ganzen Größe würdigen zu können, ist es nötig, die geographischen, ethnischen und volkswirtschaftlichen Verhält⸗ nisse eines Landes zu kennen, von deren richtiger Einschätzung alle Erfolge bedingt 185 Was Galizien betrifft, so nimmt es eine eigenartige Stellung ein. Durch die Karpathen von Oester⸗ reich⸗Ungarn getrennt nur ein kleines Stück durch den Weichsel⸗ lauf geschützt, entbehrt es aller natürlichen Grenzen, die sich dem Einfall des Russenheeres hätten hindernd in den Weg stellen kön⸗ nen. Es ist infolge seiner Lage ein richtiges Brückenland zwischen dem Osten und Westen Europas. Kaufleute und Krieger sind hien . dem Lande ihre Spuren aufdrückend. Ein eigen artiges Völkergemisch: Ruthenen, Polen, Russen, Juden und Deutsche war die notwendige Folge. In dem aus Kalk und Kreid! bestehenden Boden der podolischen chebene haben die Auen tiefe Scharten eingegraben, die von Norden nach Süden verlauf und von den Russen zu hinter einander liegenden natürlichen Festungen umgeschaffen wurden. Mit Beginn des Krieges haben die Russen von einer raschen Offensive in Galizien abgestanden. Ihr Plan offenbar darauf hinaus, zunächst nach Ostpreußen stoßen, vielleicht waren sie auch hier trotz ihrer fahre igen We. bilisierung noch nicht 1 715 fertig. Da setzten unsere Bundesgenossen unter der Führung Konrads von Hölzendorf mit einer hervor ragend taktischen Offensive ein, nahmen unter Dankl und Auffen⸗ berg Krasnik und Lublin und brachten es so fertig, indem sie all Assschen Kräfte auf sich nahmen, uns zu entlasten. Dem ungehen, ren Drucke, den aber die Russen auf den rechten Flügel unserer Verbündeten ausübten, konnten sie auf die Dauer nicht stand⸗ halten und so erfolgte die Defensive, deren Gründe in der schon im Mai begonnenen russischen Mobilisierung, der schwächeren österreichischen Artillerie und der weiteren Tatsache bestanden daß man mit den Hindenburgschen Truppen in stetem Einklang bleiben mußte. Lemberg ging verloren, Przemysl wurde de den Hunger bezwungen. Durch die Schlacht bei Tannenberg und die Winterschlacht in Masuren aus Ostpreußen herausgeworfen, bo⸗ drohten die Russen Krakau und Oberschlesien, durch das der Weg nach Berlin führen sollte. Schon prahlte man in der russischen Duma und in französischen Blättern damit, daß die russischen Sol⸗ daten in die ungarische Ebene niederschauten, da erfolgte am 2. Mai nach den dafür getroffenen gründlichsten Vorbereitungen der Durchbruch der russischen Linien am Dunajec. Mackensens überlegenem Feldherrntalent im Verein mit den unüb⸗ ichen Leistungen unserer schweren Artillerie und dem Offensivgeist un⸗ serer Fußtruppen gelang es, di eWiderstandskraft der russischen Massen derart zu brechen, daß die ganze Front ins Wanken kam 3 und die Säuberung der Karpathen und Galiziens nur eine Frag der Zeit wurde. Aber mit welchen Anstrengungen, Mühen und Opfern wurden die steilen, mit Schnee und Eis bedeckten Berge, die zum größten Teil zu starken Festungen hergerichtel waren, im Sturmeslauf genommen! Die Karpathen⸗ höhen stehen bekanntlich, was Wildheit ihver Formen und Steil⸗ heit der Abhänge anbetrifft, keinem anderen Gebirge nach, wie schon v. Humboldt bemerkt, der die Kordilleren Süd⸗Amerikas bereiste Was unsere Soldaten hier in unwirtlicher Gebirgsregion geseistet, was sie erduldet, das spottet jeder Beschreibung, und sie verdienen voll und ganz was Mackensen von ihnen sagt:„Das sind Soldaten. wie sie die Welt nicht gesehen hat.“ Infolge dieser gewaltigen Ereignisse waren die Rufen genötigt, auch die Bu ko wi des Verrats wird Kolomea bezeichnet. Nicht unerwähnt bleiben dürfen die infolge der Naphtaquellen und des Kohlenreichtums zu Industriegebieten ersten Ranges herausgewachsenen Teile Ga⸗ liziens wie Drobisch, Borislaw mit echt amerikanischen Verhält⸗ nissen. Neben ungeheurem Reichtum herrscht hier die größte Armut mit allen ihren Begleiterscheinungen.— Die in Betracht kommenden Gebiete, Landschaften, Städte, Völkertypen, die Bau⸗ art der Häuser und Beschäftigung der Bewohner wurden durch einwandfreie Lichtbilder vorgeführt und veranschaulicht. Mit einem hoffnungsvollen Ausblick auf die Zukunft und einem Hoch auf 7 5 Feldgrauen, die der ersehnte Friede bald in die Heimat und zu den 1 führen möge, schloß der Vortragende seine ge⸗ diegenen Ausführungen, die von den zahlreich erschienenen Zu⸗ hörern sehr beifällig aufgenommen wurden. i Gießener Hausfrauen⸗ Verein. Die nächste Mitgliederversammlung des Vereins findet am 9. De⸗ 1 8 abends 8 ¼ Uhr, in der großen Aula der Universität statt. äheres besagt die Anzeige in heutiger Nummer. Die Hessische Lazarettzeitung bringt in ihrer soeben erschienenen Nummer 8 einen Leitaufsatz zum Geburtstage des Landesherrn, eine Reihe aufklärender Ab⸗ handlungen über die Rechte der Kriegsbeschädigten, ein Zeit⸗ gedicht hon Otto v. Pfister, Darmstadt, einen Arbeits⸗ markt, den Schluß der Uebersetzung aus Tacitus' Germania, Briefkasten und allerlei Kurzweil. Die Gießener Bei⸗ lage bringt u. a. einen interessanten Aufsatz über den Vetz⸗ berg und allerhand Mitteilungen über die in Gießen für die Verwundeten geschaffenen Bildungs- und Unterhaltungs⸗ möglichkeiten. * Eierverkauf des Kommunalverbandes. Der Kommunalverband hat wieder einen—* frischer ungarischer Eier(ca. 80 000 Stück) bestellt. Die Eier sind heute in Gießen eingetroffen. Das Vorgehen des Kom⸗ munalverbandes ist um so mehr zu begrüßen, als gerade auf dem letzten Wochenmarkt am Samstag eine gewisse Knapp⸗ heit in Eiern eingetreten war, die sofort von den Verkäufern dazu benutzt wurde, für die Eier 25 und sogar 26 Pfg. für das Stück 51 verlangen, ein Preis, der als geradezu un⸗ geheuerlich zu bezeichnen ist.— Die Eier des Kommu⸗ nalverbands werden nur an Private und nur in Mengen von höchstens 10 Stück in den bekannten Verkaufsstellen zu 18 Pfg. das Stück verkauft. äute. Mit dem 1. Dezember 1915 * Höchstpreise für tritt eine Bekann. ung in Kraft, die für alle der Beschlagnahme unterliegenden Großviehhäute und Kalbfelle Höchst⸗ preise festsetzt. Die Bekanntmachung bestimmt nur den Höchst⸗ preis, den die Verteilungsstelle des beschlagnahmten Ge⸗ fälles, die Kriegsleder⸗Aktiengesellschaft, an 12 Lieferanten zahlen darf. Im übrigen wird es dem Verkehr überlassen, bei den er⸗ laubten Veräußerungsgeschäften über Häute und Felle entsprechend niedrigere Preise zur Anwendung zu bringen, so daß eine Lie⸗ ferung an die Kriegsleder⸗Aktiengesellschaft noch möglich bleibt. Der Höchstpreis filr die einzelnen Häute und Felle ist je nach Herkunft, Gewichtsklasse, Gattung, Schlachtung und Beschaffen⸗ heit verschieden. Er t aus dem für die einzelnen Klassen der Häute und Felle bestimmten Grundpreis, von dem fest⸗ gesetzte Abzüge zu machen sind, je nachdem das Gefälle Fehler hat oder in einer besonderen Weise geschlachtet ist. Die Bekannt⸗ machung, die die Preise und eine ganze Reihe von Einzelbestim⸗ mungen enthält, ist an dem Bürgermeistereigebäude angeschlagen und im„Gieß. Anz.“ von heute enthalten. 8** Tauwetter. Kaum gedacht, ist der Lust ein End' gemacht. Der Wettersturz in der vorigen Woche war auch gar zu plötzlich gewesen. In den starken Schneefall der Freitagnacht fror es am Samstag und namentlich in der Nacht zum Sonntag zweistellige Zahlen, d. h. das Thermo⸗ meter verzeichnete am Sonntag früh 17 Grad Celsius, an Stellen, die dem Nordwind ausgesetzt sind, gar noch mehr, unter dem Nullpunkt. Wintertage von einer so eindring⸗ lichen Beschaffenheit kamen, daß man dem Frost kaum den Eintritt in die Häuser wehren konnte, daß die Kartoffeln in schlecht verwahrten Kellern erfroren und die Wasser⸗ leitungen vereisten. Dem Rodel⸗ und Schneeschuhsport frei⸗ lich waren die paar Tage umso besser gesinnt, und trotz dem 1 ah man am Sonntag manche Schlitten und Skier am hof. Gestern nachmittag kam es sogar schon zu einem recht belebten Treiben auf der Eisbahn an der Moltkestraße, wo allerdings die Jugend unbeschränkte Herr⸗ schaft ausübte. Auch hier war das Vergnügen nur kurz. Um 5 Uhr wurde abgeläutet, weil die elektrische Lichtanlage noch N Zudem begann um diese 8 wieder Schnee vom grauen Himmel zu fallen. Immer dichter tanzten in den Abendstunden die Flocken; aber auch immer schneller und senkrechter fielen sie zur Erde, ein Zeichen, daß die weiße Herrlichkeit bald zu Wasser werden sollte. So bedrohlich gestern abend dieser zweite Schneefall sich anließ, so enttäuscht mag man⸗ ches Kinderherz heute morgen gewesen sein. Der Regen klatschte vom Südwind getrieben gegen die Fenster, es troff von allen Dächern, und die weiße Decke auf Straßen und Plätzen wandelte sich allgemach in jene mißfarbene Brühe, die der Schrecken aller Mütter ist, die für mehrere Paar trockene Schuhe sorgen müssen. Vor allen Haustüren nahm man die Unterstützung des aufweichenden Regens mit Kratz⸗ eisen, Schaufel und Besen auf— und nun ist Tauwetter von einer Klebrigkeit und Nässe, die den Aufenthalt im Hause doppelt empfehlenswert machen. Schlittschuhgeklapper und Schellengeklingel sind vorläufig mal wieder von den Straßen verschwunden; und es bleibt nur die Feststellung, die man sogar von recht erfahrenen Leuten bestätigt hören konnte, daß man einen so frühen und ungeberdigen Winter noch 1 erlebt habe. Aber— strenge Herren regieren nicht ange. * Frostfreie Versendung von Kartoffeln. Die Reichskartoffelstelle empfiehlt auf vielfach an sie gerich⸗ tete Anfragen wegen Beschaffung von Stroh zum Schutze gegen Frost beim Verladen von Kartoffeln dort, wo kein Stroh aufzutreiben ist, Schilf, n Laubstreu, Kartoffelkraut, Torfmull, Strohersa tz zu verwenden. Moos, Tannenzweige, 2179 als Papier oder härtnisse natürlich noch viel mehr des Aus- h flugsverkehrs verschoben. Immerhin wollen wir, be⸗ sonders weil jetzt keine klaren Verhältnisse vorliegen, noch keine endgültige Entscheidung treffen, sondern nach Wiederkehr ruhigerer Zeiten, also einige Zeit nach dem Friedens⸗ schlusse, die Angelegenheit erneut und wohl⸗ wollend prüfen. Bei der jetzigen Zeit und Geschäfts⸗ lage müssen wir sie als minder dringlich zurückstellen. Eng mit der Frage der Sonntagskarten zur Edertalsperre hängt auch die Weiterführung des Personenzuges 486 Kassel— Marburg bis Gießen 1 e Wir wollen hierbei nicht unerwähnt lassen, daß selbst zur Friedenszeit, und sogar im Sommer, der Zug auf der Strecke Niederwalgern Gießen nur eine recht geringe Besetzung hatte.“ * Pferdeversleigerung. Freitag, den 3. Dezember 1915 vormittags 10 Uhr, findet im Hofe des Jagdschlosses Kranichstein eine Versteigerung von 18 aus Belgien bezogenen Arbeits- pferden schwersten Schlages im Alter von ca. 4—10 Jahren statt. Die Versteigerung erfolgt nur gegen Barzahlung. An der⸗ selben können nur Hessen teilnehmen. Landkreis Gießen. Z, Geilshausen, 28. Nov. Die bisher noch nicht der elektrischen Zentrale angeschlossenenen Wohnungen unseres Dorfes haben in den letzten Wochen ebenfalls Anschluß an die Leitung erhalten, so daß jetzt das ganze Dorf außer dem Bahnhof mit elektrischem Licht versehen ist.— Die Sammlung vom 25. November, vom hessischen Opfertag, ergab 102 Mark. Auch wurden von der Ortsgruppe des Flottenvereins 200 Mark dem Landesausschuß für Weihnachtsliebesgaben an die Marine überwiesen. b. Ober⸗Hörgern, 29. Nov. Am 1. Dezember begeht die hiesige Hebamme, Frau Seipp, ihr 40jähriges Dienst⸗ jubiläum. Die 61jährige Jubilarin hat ohne Unterbrechung stets ihr schwieriges Amt selbst verwaltet. 283mal war sie ge⸗ zwungen, für ihr kleines Heimatsdörschen bei Freund Adebar an⸗ zuklopfen. Der Großherzog hat im November 1913 ihr Verdienst durch Verleihung der Silbernen Verdienstmedaille des Ludwigs⸗ ordens anerkannt. 8 r. Holzheim, 29. Nov. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt auf Großherzogs Geburtstag der Schütze Wil⸗ helm Reitz in der Maschinengewehr-Kompagnie des Infanterie Regiments Nr. 116. t. Obbornhofen, 29. Nov. Für den in Serbien gefallenen Hermann Weil wurde gestern nachmittag die Gedächtnis- feier gehalten. Der Kriegerverein und fast die ganze Gemeinde nahmen teil daran. „ Nieder⸗Bessingen, 29. Nov. Die beiden Landwehr⸗ leute Johannes Heil und Karl Roth, die seit Beginn des Krieges ununterbrochen in der 11. Komp. L.⸗J.⸗Regt. 116 in Frankreich kämpfen, wurden mit der Hessischen Tapfer⸗ keitsmedaille ausgezeichnet.— Die Sammlung am hes⸗ sischen Opfertag fürs Rote Kreuz ergab in unserer kleinen Ge⸗ meinde 70,25 Mark. g. E. Stockhausen, 29. Nov. Das Ergebnis des allgemeinen Opfertages am Geburtstage des Großherzogs betrug 65 Mk., ein Zeugnis von der Opferwilligkeit unserer kleinen Gemeinde mit ihren 150 Einwohnern.. 5 w. Langd, 29. Nov. Gefreiter Rudolf Nagel von hier, seit Anfang des Krieges in der 3. Komp. des Pionier⸗Battl. 21, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Kreis Schotten. Laubach, 29. Nov, Gestern nachmittag 4 Uhr fand auf hiesigem Friedhose die feierliche Beisetzung des Grafen Her- mann zu Solms⸗Laubach statt. Eine kirchliche Feier in der Friedhofskapelle, wo die Leiche am Tage vorher aufgebahrt worden war, ging der N voraus. Pfarrer Nebel hielt eine An- sprache und segnete sodann die Leiche ein. Dann wurde der Sarg unter Vorantritt von zwei Trauermarschällen von den Gräflichen Forstbeamten nach dem Friedhofe getragen. Ihm folgten die Leid⸗ tragenden, Mitglieder des Gräflichen Hauses, Vertreter des Groß- herzoglichen und der Standesherrlichen Häuser, die Pächter, die Gräflichen Beamten, sowie die Bürgermeister, Gemeinderäte und Lehrer aus der Standesherrschaft und das übrige Trauergefolge. Mit einem kurzen Gebet, gesprochen von Pfarrer Nebel, wurde die Leiche der Erde übergeben. Zahlreiche Kranzspenden wurden dem Verstorbenen gewidmet. In der Friedrichsburg fanden anschließend Kondolenzbesuche statt. Gießener Strafkammer. 5 th. Gießen, 26. Nov. Gestern verhandelte die Straflammer nur drei Anklagen, so daß die Sitzung sich nur kurz gestaltete. Wegen Diebstahls im Rückfall wurde der Arbeiter Georg R. von Frankfurt a. M. zu 4 Mo⸗ naten Gefängnis verurteilt, worauf 6 Wochen der verbüßten Untersuchungshaft angerechnet wurden. R. hatte in der Wetterau bei einer Dreschmaschine gearbeitet und beim Verlassen der Stelle einen vollständigen Anzug nebst Hut, die einem Dritten gehörten, mitgehen heißen. 5 egen Viehseuchenvergehens wurde Lina H. von Dortelweil zu einer Geldstrafe von 60 Mark, hilfsweise 12 Tagen Gefängnis verurteilt, weil sie die Erkran⸗ kung ihres Viehs an der Maul⸗ und Klauenseuche nicht angemeldet und außerdem mit den Tieren noch Dünger aufs Feld ge⸗ fahren hat.. 5 Ein verbotener Mehlhandel. Der Kaufmann Ad. G. in Gießen hatte einen Strafbefehl in Höhe von 58 Mark erhalten, weil er ca. 6 Zentner Weizenmehl, die durch Bundesratsverordnung vom 1. 2. 15 beschlagnahmt und auch von der Stadt Gießen in Anspruch genommen waren, veräußert hatte G. erhob gegen seine Bestrafung Ei ch und erzielte beim Schöffengericht den Erfolg, daß er von Strafe und Kosten freigesprochen wurde Hiermit war der Staatsanwalt ni zufrieden: er brachte die Sache an die Strafkammer. Der Kauf⸗ mann ärte, er habe sich, bevor das Mehl von der Stadt in Anspruch genommen wurde, der Militärbehörde gegenüber vertrag⸗ lich zur Lieferung von Weizenmehl für die Mannschaftsküche ver⸗ pflichtet und auch tatsächlich seinen Vorrat dahin geliefert. Er wies au daß das von diesem in Anspruch genommene Mehl der Militär⸗ behörde zur Speisung der Vaterlandsverteidiger gewissermaßen schon verkauft sei. Der Oberbürgermeister hat diese Mitteilung war erhalten, hat aber laut Brief vom 13. März darauf be⸗ enden daß das beschlagnahmte Mehl nicht an die Mannschafts⸗ küche, sondern nur gegen Brotmarken an die Einwohnerschaft von Gießen veräußert werden dürfe. Trotzdem hat die Militärbehörde das Mehl geliefert bekommen. Die Strafkammer war der Ansicht, daß der Kaufmann G. gewußt habe, daß sein Mehlvorrat be⸗ schlagnahmt war. Der Angeklagte habe trotzdem den verbotenen Mehlverkauf vorgenommen und müsse deshalb bestraft werden. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß für die Verfehlung eine Geldstrafe von 20 Mark, hilfsweise 4 Tage Gefängnis, eine ausreichende Sühne bilden. Berichtigung. In dem letzten Strafkammerbericht hatte unser Bericht⸗ erstatter mitgeteilt, daß der Lehrer Ad. L. von Oberwöllstadt wegen Ueberschreitung des Züchtigungsrechts 7 50 Mark Geld⸗ strafe verurteilt wurde. Dazu ist berichtigend festzustellen, daß es sich dabei nicht um einen Lehrer, sondern um den Pfarrer L. gehandelt hat.* Aniversitäts⸗ Nachrichten. 5 — Berlin, 29 Nov. Das„Berl. Tagebl.“ meldet aus München: Das bayerische Kultusministerium hat verfügt, daß sich alle unter den Waffen stehenden bulgarischen Stu- dierenden an den drei Landesuniversitäten und an der Hoch⸗ schule in München schristlich oder durch einen Vertreter zur Im- matrikulation anmelden können; auch sind sie von der Ent⸗ richtung der semesterweise laufenden Gebühren befreit. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 1. Dez. 1915: Trüb und regnerisch, wärmer. ch nach, daß er dem Oberbürgermeister mitgeteilt hat, Tode Dermischtes. Berlin, 29. Nov. Das„Berl. Tagebl.“ meldet aus La- redo(Texas); Mexikanische Banditen sprengten am 23. No- vember emen Eisenbahnzug der mexikanischen Nationalbahn zwischen Monterey und Tampico in die Luft. 80 Passagiere wurden getötet. 5 Berlin, 30, Nov. Auf der sächsischen Elbstrecke ist bis zur Grenze der Personenverkehr wegen starken Eisganges gestern eingestellt worden. Auch die Schiffahrt auf der Mosel mußte eingestellt werden. Der Fluß führt bei 13 Grad Kälte starkes Treibeis. 5 Märkte. e. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 29. Nov. Auffrieb: Rinder 2437(darunter Ochsen 267, Bullen 39, Kühe und Färsen 2131), Kälber 359, Schafe 157, Schweine 538. Marktverlauf: Rinder und Schweine lebhaft, Kälbern gedrückt, Schafe ruhig, geräumt. Preise für 100 Pfd. Lebend⸗ Schlacht- . Ochsen. gewicht r ausgemästete, höchsten Schlacht⸗ Mk. Mk. wertes, Jar alltt:t::!:::: Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere e 69—73 126—132 5 Bullen. Vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtw. 68—70 120-125 Vollfleischige, jüngere. 6266 112120 5 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 68873 126— 135 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht- wertes bis zu 7 Jahren„6899 120188 Wenig gut entwickelte Färsen. 5863 116—126 Aeltere ausgemästete Kühe.. 54—60 108—120 Mäßg genährte Kühe und Färsen. 46—52 92—104 Gering genährte Kühe und Färsen.. 38-45 87 102 Kälber. Feinste Master. d Mittlere Mast- und beste Saugkälber. 70—75 117125 Geringere Mast⸗ und gute Saugkälber.. 66—70 116—119 Geringe gte 98—108 Schafe. Weidemastschafe. Mastlämmer und jüngere Masthammel. 55—60 120—130 Geringere Masthammel und Schafe... 46-00 110-00 Schweine. 0 Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebend gewicht 108.00 00.00—.— Vollfleischige Schweine unter 80 kg ebend, 78.00- 93.00—.— e Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht... 118.00 118.80—.— Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebend gewicht... 129.00- 129.50 5 io. Frankfurt a. M., 29. Nov. Frucht⸗ und Futter⸗ mittelmarkt. Bei schwachem Besuch ist die Lage am Frucht⸗ markt unverändert fest. Das Angebot knapp. Getreide geschäfts⸗ los; Futtermittel Nachfrage groß. Leinkuchen 7879.50 Mk., Kleie 5153.50 Mk. Andere Futtermittel sind nicht angefahren. fe. Frankfurt a. M., 29. Nov. Kartoffelmarkt. Angebot knapp, da das Hauptangebot aus Oberhessen noch immer fehlt. Die Käufer sind sehr zurückhaltend, es kamen nur einzelne Abschlüsse zustande. Letzte Nachrichten. Der Kampf um Monastir. 2 Amsterdam, 30. Nov. Der„Daily Telegraph“ läßt— aus Athen berichten: Oberst Wassitsch hat dem serbischen sandten telegraphiert, alle Hoffnung, Monastir zu retten, hahe er aufgegeben. Der Feind verfüge über eine Streitkraft, die fünf⸗ mal größer als die seine sei Er sagt dann weiter: Bis morgen werde ich noch Widerstand leisten, morgen wird der Feind in Mo⸗ nastir sein. Die Stadt ist bereits voll ständig geräumt und sogar die englischen Konsuln, die sich vorige Woche noch weigerten, weg⸗ zugehen, haben die Stadt verlassen und sind in Florina angekom⸗ men. Eine bulgarische Bande hat die Brücke über die Cerna, vier Meilen westlich von Monastir, besetzt. Man erwartet, daß sie heute in Kenali erscheinen wird, wodurch sie die Eisenbahn und die Wege nach der griechischen Grenze abschneiden wird. Ich mit meiner Heldenschar werde mich in westlicher Richtung nach Resna zurück⸗ JJjJJJCCVVVVCVVVGGCGCC en. 1 Aeußerungen des griechischen Ministerpräsidenten. Rotterdam, 30. Nov. Der griechische Wee e Skuludis hatte eine Unterredung mit dem Athener Ver⸗ treter des„Temps“, in der er geäußert hat, daß er keiner Partei angehöre. Er lasse sich ausschließlich durch Griechenlands Interessen leiten. Nur um seinem Lande zu dienen, habe er die schwere Aufgabe der Regierung auf sich genommen. Skuludis wünschte zu betonen, daß die jüngsten Meinungsverschiedenheiten auf ein Mißverständnis zurückzuführen seien, welches dadurch entstanden sei, daß man rein theoretischen Erklärungen zu Un⸗ recht einen politischen Charakter beilegte. Griechenland befindet sich, so äußerte Skuludis, zwischen Hammer und Ambos und die Aufgabe der Regierung ist heikel und gefährlich. Skuludis sagte 5 Wir versuchen die Neutralität aufrechtzuerhalten, wenn auch unter Beobachtung wohlwollender Neutralität der Entente segenüber, deren Aufgaben wir in jeder Hinsicht erleichtern wollen Ich abe gute Hoffnung, daß eine baldige Lösung sämtlicher Fragen möglich sein wird und daß die nunmehr begonnenen Verhandlungen zeigen werden, daß Griechenland des Vertrauens der Verbands⸗ mächte würdig ist und bleibt. König Nikita an sein Volk. Basel, 30. Nov. Der König von Montenegro richtete ein Manifest an sein Volk, in dem es heißt, die serbische Ar⸗ mee habe sich gegen die Gebirge zurückziehen müssen, nichtsdesto⸗ weni würden aber die Serben und Montenegriner gegen den gemeinsamen Feind tapferen Widerstand leisten. Treu seinen Ueber⸗ lieferungen werde Montenegro den Kampf fortsetzen bis zum e Eine Reise Kitcheners nach Petersburg. Von der russischen Grenze, 30. Nov. Die Peters⸗ burger Zeitung„Djen“ will aus erster Quelle erfahren haben, daß Lord Kitchener demnächst in Petersburg eintreffen wird, wo wichtige Unterredungen zwischen ihm und dem Kriegs⸗ minister Poliwanow und dem Minister des Aecußern Sasonow stattfinden sollen. Darauf wird sich Kitchener in das Große Haupt⸗ quartier zum Zaren begeben. Kitcheners Anwesenheit in Petersburg soll dem zu erwartenden Feldzug im Orient dienen und ein ein⸗ 15 Handeln der Alliierten im Orient herbeiführen. Zur e * it befindet sich in Rußland eine englische Militärmission, be⸗ stehend aus einem General, einem Oberst und einem Major. Auch diese Militärmission e bereits mehrere Besprechungen mit dem Kriegsminister, Die Kommission wird sich dieser Tage ins Haupt⸗ quartier des Zaren begeben und von hier aus die Reise nach Odessa fortsetzen. Diese Mission soll Rußland zum Eingreifen auf dem Balkan zu bewegen suchen. Erregung über die Einberufung des Jahrgangs 1917 in Frankreich. Genf, 30. Nov. In der französischen Presse rufen die Maß⸗ nahmen des französischen Kriegsministers Gallieni große Miß⸗ stimmung hervor. Die Erregung bezieht sich namentlich auf die Einberufung eines neuen Landsturmjahrganges. Tie Verwendung von schleimlösenden, den Hustenrei; mildern⸗ den Mitteln ist eine sehr verbreitete. Als eines der herborragend⸗ sten Heilmittel bei Erkrankungen der Luftwege kann die echten Emser⸗Pastillen,— kenntlich durch den Aufdruck„Königl. Ems“— bezeichnen. Sie enthalten keine künstlichen, sondern nur die natürlichen, in dem weltberühmten Emser Mineral⸗ wasser vorhandenen löslichen Quellsalze. Von der zurzeit im Handel befindlichen Kriegspackung sind schon viele 100000 als willlommene Liebesgabe ins Feld gegangen. S CVI ß ̃— VVV 1 ITA NMOWA O Ausstattungsgeschäft und Wäschefabrik In fremder Erde ruhet nun mein Glück, Du teurer Gatte kehrst nie mehr zurück. Auf Wiedersehn! sprachst du und zogst hinaus, Zu schützen unser Vaterland und Haus. Auf Wiedersehn! schriebst du in jedem Brief voll 1 Freud, Nun hat die Freude sich gekehrt für uns in tiesstes Leid. Auf Wledersehn! So rufen wir dir zu, in 1 5 Höben, Und tragen still den Schmerz, denn Gottes Wille ist geschehen. 1 Am 23. September starb den Heldentod fürs Vaterland mein innigstgeliebter, herzensguter, unvergeßlicher Gatte, der liebevolle Vater seiner 3 Kinder, mein treuer Sobn und 1 Schwieger⸗ sohn Metzger Heinrich Bach Landwebrmann, Gefreiter im Inf.⸗Regiment Nr. 14, 11. Kompagnie im Alter von 38 Jahren. In tiefem Schmerz: Trau Margarete Bach, geb. Hinkel und Kinder Katb, Elsb. Bach Ww. Ga. Peter Hinkel und Frau. Nebst allen trauernden Angehörigen. Ulfa, 28. November 1915. 9296 Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung! Danksagung. Fir die vielen Beweise von Teilnahme bei dem uns betroffenen schmerzlichen Verluste meines lieben, guten Mannes, meines guten Vaters sagen wir allen herzlichen Dank. Fran Philipp Müller und Cohn. Gießen, 30. November 1915. 0641 W 4 Konsumverein Gießen und Umg. Auf Beschluß der letzten Generalversammlung sollen unter diejenigen Familien unserer eingezogenen Mit⸗ glieder insgesamt 500 Mark au Waren verteilt werden, die im letzten Jahre mindestens ö 15 Scheine abgegeben und nicht unter 2 Kinder haben. Meldungen werden unter Vorlegung des Anteilscheines oder der Anteilkerte bis spätestens Montag, den 6. Dezember im Kontor, Schanzenstraße 16, entgegen⸗ genommen. 929310 Der Vorstand. Gießener Hausfrauen⸗Verein Mitglieder⸗ Versammlung Donnerstag, den 9. Dezbr. 1015 abends 8/ Uhr i. d. großen Aula d. Aniversität Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. Der Vorstand. Bekanntmachung. Nächsten Samstag, den 4. Dezember, abends 8 UÜhr, findet Generalversammlung des Kreditvereins zu Heuchelhein(E. G. m. 1. H.) im Lokale des Wirts Philipp Rinn XV. dahier statt. Tagesordnung: 1. Ergänzungswahl des Vorstandes u. Aufsichtsrates. 2. Bekanntgebung des Revisionsberichtes. Heuchelheim, den 30. November 1915. Für den Aufsichtsrat: Schleenbecker. 4322 D 9810 Dee D 2 Der jährliche Verkauf von vielen Millionen beweist die hervorragende Heilkrait der echten Ense A Altbewährt gegen: Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Influenza Man achte auf den Aufdruck„Königl. Ems“ und weise Nachahmungen zurück. N 2 Vom l. Dezember an bis Weihnachten gewähre ich 95 „Liebesgabe“ büstillen Astrachan Krimmer Plüsch zur Selbstanfertisungs von Garni turen, Muffs, Kragen, für Jacketts. Kindermöntel, als Besatz; in vielen a 0“ 2 J0 5 0 85% Lödomon d bie Guelitästen 8857 Taschenlampen mit und obne Blende Taschenlampen mit drehbarem Scheinwerfer Neue Taschenlampe, Perla, als besondere Signallamve auch ars Tisch⸗ oder Wand⸗ lampe zu gebrauchen. 8572a i. Batterien, Jlähb'nen gte empfiehlt in großer Auswabl Edgar Borrmann Eisenwaren⸗, Haus und Küchengeräte⸗Handlung. 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Kilbinger Seltersweg 79. Die beliebte Mona- Jehobolade Tafel 40 Pig. wieder eingetroffen. 7777 Dee Bekanntmachung. In dem Konkurse über das Vermögen des Kaufmanns Carl Nöding in Gießen (Aktenz. Nr. 16/13) soll die Naß eri erfolgen. Nach Berücksichtigung der be⸗ vorrechtigten Ansprüche und der Masseschulden sind Mark 3184.09 verfügbar. Die nicht bevorrechtigten Forderungen betragen Mark 51375.30 oder 6,20%.“ Das Schlußverzeich⸗ nis liegt auf der Gerichts⸗ schreiberei d. biesigen Großh. Amtsgerichtszurcinsicht aus. Gießen, den 30. Nopbr. 1915. L. Althoff, Konkursverwalter. lz Die Polize A 71347 über Mark 2000 Versicherungs⸗ Summe, auf das Leben des Herrn Kreisamtsdiener Ge⸗ org Schröbel in Giesen lautend, ist angeblich ab⸗ handen gekommen. Alle Personen, welche An⸗ sprüche aus dieser Versiche⸗ rung zu haben glauben, werden hierdurch aufgefor⸗ dert, sie innerhalb 3 Monate von heute ab bei Vermei⸗ dung ihres Verlustes bei uns geltend zu machen. Magdeburg, d. 18 Nov. 1915. Magdeburger Lebens⸗ Versicherungs⸗Gesellschast. 9298) 7 92298 aadlthealer aieben Oir.: Hermann Stelngoetter. Dienstag, 30. Novbr. 1915 abends 8 Ubr:( Volks- und Garnison- Vorstellung Volkspreise! Volkspreise! Doktor Klaus Lustspiel in 5 Akten von Adolph L'Arronge. Ende 10⅜ Uhr. Soldaten vom Feldwebel abwärts zahlen bei allen Vorstellungen auf 2. und 3. Sperrsitz nur halbe Preise. 92222 Neihnagtobesgernngdergleinlinder Bevasransalt Wie alljährlich so wird auch in diesem Jahre für unsere Kinder die Weihngchtsbescherung vorbereitet. Wir haben 300 Kinder im Alter von 2½ bis 6 Jahren, deren Väter zumeist im Jelde stehen, zu bedenken. Wer füllt uns 15 Hände? Gaben an Geld, Kleidungsstücken und Spieksachen sind willkommen. en Vorstandsmitglieder, sowie die Lehrerinnen der höheren und erweiterten Mädchenschule und die Anstaltsschwestern sind bereit, solche Gaben entgegenzunehmen. Sonst ist niemand berechtigt, für unsere Anstalt zu samme ln. Der Vorstand der Kleinkinder⸗Bewabranstalt. Schwabe, Pfarrer, Vorsitzender. 5 5 Justizrat Grünewald, Liebigstraße 21. Frau Anna eorgi, Weserstraße 2. Frau Johanna Haas, Ost⸗Anlage 31. Frau Rechnungsrgt Kalbfleisch, Ludwigstraße 7. Frau Geheimergt Leist, Moltkestraße 32. Frau Professor Martin, Johannesstraße 15. Frau Marie Schwan, Seltersweg 64. Frau Apotheker Schwieder, Schulstraße. Frau Karola Die unterzeichnet Walther, Neuen Bäue 2). Schwester Lenchen Welsch, Diezstraße 15. Pfarrer Ausseld. Avothekenbesltzer Bauer. Reallehrer Jann. 9315 D Spar⸗u. Vor schußverein Wieseck Generalversammlung Donnerstag, d. 9. Dezember d. J., abends 8/ uhr bei Wirt Wacker. Tagesordnung: 1. Bericht über den Verbandstag. 2. Wahl von Vorstand und Aufsichtsrat. 3. Verschiedenes. Für den Aufsichtsrat: Schäfer. 1 Die Gemeinde Steinbach beabsichtigt, einen fetten Bullen zu verkaufen. Angebote sind schriftlich pro Zentner Lebend⸗ gewicht bei unterzeichneter Stelle bis zum 2. De⸗ zember l. Is., nachmittags 3 Uhr, einzureichen. Steinbach, am 24 November 1915. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. J. V. Haas, Beigeordneter. Eberankauf. Die Gemeinde Stangenrod will ein sprung⸗ und körfähiges, reinrassiges, veredeltes Land⸗ schwein(Eber) anschaffen. Schriftliche Angebote sind zu richten an die Bürgermeisterei. 9 Amkliche Velenutnacungen der Stadt Gießen. Das 3. Ziel Schulgeld des Realgymnastums, der Ober- Realschule der Gymnasialvorschule und der Höheren und Exweiterten Mädchenschule für das Rl. 1915 kann in den nächsten 8 Tagen noch ohne Mahnkosten an die Stadt⸗ kasse bezahlt werden. 9292 B Die Auszahlung der Familsen⸗Umterstützungen für 1. bis 15. Dezbr. 1915 an die Angehörigen der zum Heeres⸗ dienst Einberufenen findet statt: 0 zu) Reichs⸗ und Kreisunterstützung. An die jenigen, deren Namen beginnen mit Dienstag, den 30. November 1015 A—k Mittwoch, den 1. Dezember 1915 82, Donnerstag, den 2 Dezember 1915. 5) Städtische Unterstützung(Mietszuschuß). —H Freitag, den 3. Dezember 1915 Az Samstag, den 4. Dezember 1915 S Montag, den 6. Dezember 1915. e) An Vermieter, die Mietbeträge abbolen. Dienstag, den 7. Dezember 1915. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im Stadthaus, Zimmer Nr. 7 statt. Die Unterstützungen dürfen nur an den vorgenannten Tagen abgeholt werden. 9276 Lieferungsvergebung. Zur Bekleidung armer Konfirmanden zu Ostern 1916 sind folgende Lieferungen zu vergeben: etwa 20 fertige Knabenanzüge aus schwarzem Stoff, 2. schwarzer Stoff zu Mädchenkleidern 5 3. farbiger Baumwollflanell zu Unterröcken. Angebote sind unser Beifügung von Mustern, guch zu dem Futter für die Anabenanzüge und die Mädchen⸗ kleider, und mit entsprechender Aufschrift verschlossen bis spötestens 20. Dezember 1915 beim städt. Armen⸗ amt, Asterweg 9, einzureichen. 93 Eisverkauf. Die Benutzung des Schweinemarktplatzes und einiger anderer Plätze zur Förderung des su der Lahn gewonnenen Eises soll für den laufenden Winter Mittwoch, den J. Dezember 1915, vormittags Lühr, an Ort und Stelle versteigert werden. Zusammenkunft auf der Lahnbrücke.. 9299 B Dezember 1915, vormittags Samstag, den 4. 8 N werden auf dem Lindenplatz die für den sogen. 9319 1229 11½ Ubr, a 5 Weihnachtsmarkt gewünschten Plätze öffentlich meist⸗ bletend versteigert. N Zusammenkunft Lindenplatz. 9301 B Samstag, den 4. Dezember 1915, vormittags 11 Ubr, werden im Stadthaus, Zimmer 0 dene städlische Plätze zum Verkauf von Cbristbäumen meistbietend verpachtet. 5 5 8 Nr. 12 verschle⸗ .