8 Ur. 280 Der Sießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sleßener amilienblätter; ed latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); imal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech⸗Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleßö! Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Das Amselfeld völlig im Besitz der Verbündeten. (WTB.) Großes Hauptquartier, 26. November 1915.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. An vielen Stellen der Front Artillerickampf. Sonst nichts Wesentliches. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Ein Versuch der Russen, die Misse bei Pulbpe zu über⸗ schreiten, wurde vereitelt. Feindliche Angriffe bei Bersemünde und auf der Westfront von Dünaburg sind abgeschlagen, Heeresgruppen des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern und des„ Generals v. Linsingen. Nichts Neues. Balkan⸗Kriegsschauplaß. Südwestlich von Sjenica und von Mitrovica wurden feindliche Nachtuten, die sich an diesen Stellen noch vor der Front der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen hielten, geworfen. Oberste Heeres leitung. 1*** Die Sprache Griechenlands gegenüber dem feindlichen Vierverband klingt, ganz abgesehen von den positiven Schrit⸗ ten, die daraus abgeleitet werden können und das englisch⸗ französische Heer nicht aufhören zu beunruhigen, ganz im allgemeinen sehr niederdrückend für unsere Feinde. In Athen erklärt man, besonders an die Adresse Frankreichs, mit dem Verbindlichkeiten von früher her noch nachklingen, die griechi⸗ sche Haltung bewahre den gelandeten Truppen gegenüber Wohlwollen. Daraus müssen Engländer und Franzosen, wenn sie dies wörtlich nehmen wollen, folgende Folgerung ableiten: Wie traurig und finster muß es um unsere Kriegsaussichten stehen, wenn ein Staat, der uns ursprüng⸗ lich gewogen war, nur noch so etwas wie Mit leid für uns aufzubringen vermag! Und ist es nur„des Mitleids fromme Stimme“, die jetzt aus den Erklärungen und Handlungen der griechischen Regierung spricht? Ein englischer Berichterstatter hat, wie wir schon erwähnten, ausgesprochen, daß die griechi⸗ schen Offiziere sich von dem strammen, entschlossenen Vor⸗ gehen der Deutschen angezogen fühlen. Und heute sind wir in der Lage, die Stimme des Obersten Repington zu zitie⸗ ren, der in der„Times“ den englisch-französischen Bankerott auf dem Balkan erklärt und offen rät, England möge diesen Kriegsschauplatz ganz aufgeben. Ja, die Stimmen des Pessi⸗ mismus und der Einsicht mehren sich in Großbritannien. Bernhard Shaw, der den Regierenden in London schon so manche bittere Pille zu schlucken gegeben hat, hat am Don⸗ nerstag in London, wie der„Manchester Guardian“ be⸗ richtet, einen Vortrag gehalten, in dem er dem verlegenen Kabinett Asquith, mit phantastisch klingenden Worten frei⸗ lich, eine goldene Brücke zur Vernunft zu zeigen sich bemühte. Bekanntlich hat Sir Edward Grey vor Ausbruch des Krieges dem deutschen Botschafter„großmütig“ in Aussicht gestellt, er gedenke zur gegebenen Zeit trotz allem Deutschland noch eine Stütze sein zu können. An diese Worte schien Bernhard Shaw anzuknüpfen, als er u. a. sagte: Ueber Friedensbedingungen sollten eigentlich schon Unterhandlungen im Gange sein,— und wer weiß, ob sie es nicht schon seien? Es müsse jeder intelligenten Person klar sein, daß die Friedensbedingungen sehr ernsthaft während mehrerer Monate, vielleicht sogar länger, besprochen werden müssen, bevor der wirk⸗ liche Friede geschlossen würde. Und wenn die Engländer den Krieg nicht für eine sehr lange Zeit weiterführen wollten— was sie in eine sehr ernsthafte Lage bringen könnte, ganz gleich, ob sie siegreich wären oder nicht—, so müßte man alle Kraft an⸗ wenden, um schon jetzt mit einer unmittelbaren Diskussion der Friedensbedingungen zu rechnen.„Haben wir uns über⸗ haupt klar gemacht, warum wir kämpfen? Wünschen wir z. B. nach dem Kriege ein starkes oder ein zerschmettertes Deutschland? Es ist ganz leicht möglich, daß wir ein starkes Deutschland nach dem Kriege brauchen. Es kann möglich 5 sein, daß wir Deutschland stark haben müssen wegen einer anderen Macht, gegen die sie uns als Bollwerk dienen soll. Wollen wir eine russische Hegemonie nach dem Kriege? Wir sollten, dies sehr Jorgfältig bedenken, wie stark wir Deutschland zu haben. Natürlich, Shaw kennt seinen Grey. Diesem aber rinnen über die wächserne Maske der Scheinheiligkeit infolge der durch den Krieg erzeugten Hitze so dicke Tränen, daß er die ihm vorgesagten schönen Worte Shaws doch vielleicht nicht e vermag. Als die Herren Asquith, Grey, Balfour und Lloyd George vor einigen Tagen als Gäste in Fvankreich weilten, hat ihnen der„Radical“, das Partei⸗ organ der dortigen Radikalen, zum Empfang herzhafte Worte ins Stammbuch geschrieben: Das Foreign Office hat keine genügend ins Auge sprin⸗ genden Beweise seines Genies gegeben, als daß der Quai d'Orsay sich von ihm ins Schlepptau nehmen zu lassen hätte Die Langsam⸗ keit unseres Gedankenaustausches ist eine Waffe, die wir unsern Feinden, die nur ein Haupt, einen Befehl, eine Ausführung kennen, umsonst liefern. Bei aller Achtung des persönlichen Spiels der Politik der Verbündeten müßte man sich indes, im allgemeinen Interesse, vor der Gewalt der Dinge beugen und einen diplomatischen Sitz in Paris einrichten, michl das zugleich am meisten heimgesuchte und den Operationen liegende Vendeszertrum ist. Es wäre vielleicht auch not⸗ wendig, die alte englische Dame einmal gründlich aufzurütteln, sonst möchte sie ernstlich Gefahr laufen, ihr Witwengut zu verlieren. An diesem Gut ist ihr doch gelegen? würden mit ihr denn doch zu sehr die mißlichen Folgen 0 5 3 N 1 Ganz richtig, heute steht England nicht mehr so ganz mur als Schieber im Hintergrunde, als es im Anfang des Krieges der Fall war. Es kann sein Witwengut nicht retten, indem es einfach die Perlenketten und Armspangen seiner Ver⸗ bündeten verschenkt. In der Tat, die alte englische Dame wird gründlich aufgerüttelt, nicht nur durch den gemein⸗ samen Kriegsrat, an dessen Spitze jetzt 8 General Joffre, also nicht ein Engländer, treten soll, sondern auch die Balkangeneräle verderben ihr die Frisur. Kitchener ist zu oft, zu lang und zu weit unterwegs, als daß er einen brauchbaren Kammerdiener abgeben könnte. So wird sich die Dame England, indem sie ihren Strickstrumpf aus der Hand legt, vielleicht doch am Ende mit einem starken und ungebrochenen Deutschland abfinden wollen? ** 85 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 26. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 26. November 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. „Die Lage im Görzischen hat sich nicht geändert. Die heftigen Kämpfe dauern fort. Wiederholte Angriffe des Feindes gegen den Abschnitt von Oslavißja scheiterten. Am Nordhang des Monte San Michele war das Gefecht nachts noch im Gange. Ein Angriff auf den Gipfel des Berges wurde durch unser Feuer erstickt. Vorstöße gegen den Raum von San Martino wurden abgeschlagen. Je deutlicher die Italiener die Nutzlosigkeit auch ihrer jüngsten Offensive erkennen müssen, desto häufiger fallen schwere Bomben und Brandgranaten in die Stadt Görz, die nun planmäßig in Trümmer geschossen wird. Täglich steigt die zahl der abgebrannten und zerstärten Häuser und Kirchen. er bisherige Schaden an Baulichkeiten ist mit 25 Millio⸗ nen Kronen zu bewerten, jener an Privateigentum, Kunst⸗ werken und Sammlungen überhaupt nicht abzuschätzen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die an der oberen Drina kämpfenden k. u. k. Truppen drängten den Feind über den Goles und den Kozara⸗Sattel zurück und nahmen Cajnice. Auch auf der Giljaeva Planina südwestlich von Sjenica wurden die Montene⸗ griner von unseren Bataillonen geworfen. Südlich von Novipazar ersteigen unsere Kolonnen die Mokra Pla⸗ nina. Südwestlich von Mitrovica vertrieben wir eine serbische Nachhut. Das Amselfeld ist völlig im Besitze der Verbündeten. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 1—*** Der montenegrinische Bericht. Cetinje, 26. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 25. Nov.: Am 23. und 24. Nov. nichts Neues. Ein österreichisches Flugzeug belegte San Giovanni di Medua, unsere Verpflegungsbasis, mit Bomben, ohne wesentlichen Schaden anzurichten. Die serbische Regierung in Skutari. Berlin, 26. Nov.(Priv.⸗Tel.) Wie die„B. Z. a. M.“ aus Mailand dem„Corriere della Sera“ zufolge meldet, hat die serbische Regierung amtlich ihr Eintreffen in Skutari angezeigt. „ 2 8 zurückgehen zu lassen und griechisches Gebiet zur . 3[pflegungsbasis und zum Gebiet militärischer Aktionen ma⸗ chen zu lassen, was von unserer Seite eine aktive Teilnahme am Kriege darstellen würde. Ich habe antworten müssen, daß, wennn „eine derartige Eventualität sich ereignen würde, die Anwendung der Haager Konvention eintreten könnte, die den Neutralen erlaubt, S 0 0 . 9— Gu F e , ine * n b See 95 e. g 2* sdb 2.. Surf ue Amsel jan frontline em 24. Novbr.) Französisch⸗bulgarische Kämpfe. Saloniki, 26. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Die Franzosen griffen die Bul⸗ garen westlich Krivolac an und bemächtigten sich des Dorfes Bruenik. Sie schlugen einen heftigen nächtlichen Gegenangriff zurück. Auf der übrigen Front herrscht voll⸗ General⸗ Anzeiger für eee notationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und Steindrnckerei n. Fange. Schriftleitung, Seschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Beck, sämtlich in Gießen. land auszuhungern drohte. i tegischen Punkte, die von unseren Truppen an der Grenze in der Samstag, 27. November 1015 Bezngsu reis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Poft Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. ständige Ruhe. Erhebliche französische und englische Ver⸗ stärkungen sind hier weiter eingetroffen. Der serbische Kriegsminister ist nach Gewgheli abgereist. Berlin, 27. Nov. Laut„Berliner Tagebl.“ besagt eine Depesche des„Petit Parisien“ aus Saloniki, daß die französische Heeresleitung am Mittwoch den allgemeinen Rückzug der französischen Truppen von Krivolac über Kawardar und Demirkapu angeordnet habe. Vor ihrem Abzug zerstörten die Franzosen alles, was sie nicht mit⸗ nehmen konnten. König Nikita siedelte nach Skutari über; seine Familie werde in Cetinje bleiben. Die russische Balkanexpedition. Mailand, 26. Nov.(WTB. Nichtamtlich.)„Secolo“ meldet aus Rom: Sonnino hatte gestern vormittag auf der Consulta mit dem russischen Botschafter eine lange Unterredung. Man bringt die Unterredung in Zusammen⸗ hang mit der bevorstehenden russischen Balkanexppe⸗ dition. Es werde bestätigt, daß das Epeditionsheer nun⸗ mehr vollzählig ist und daß die russischen Streitkräfte binnen kurzem die Türken und Bulgaren angreifen werden. General Kuropatkin, der Oberbefehlshaber des Expe⸗ ditivonskorps, befinde sich in Taschbunar, zwischen Is⸗ mail und Kilia mit etwa 150000 Mann; andere 100 000 Mann seien bei Odessa konzentriert. Italienische Landungen in Albanien. Bern, 26. Nov.(WTB. Nichtamtlich.)„Messaggero“ beschäftigt sich mit der italienischen Aktion auf dem Balkan und schreibt: Anscheinend werde sich Italien auf Albanien beschränken, weil die Bulgaren und Griechen darauf Absichten hätten. Da ein italienisches Expeditions⸗ korps nach Albanien ein Fünffaches an Anstrengungen ver⸗ lange, als ein gleiches Korps an der italienischen Grenze koste, vor allem aber einen e Troß erfordere, so könne der Truppenkörper für Al sein.— In einem anderen Artikel entwickelt der e Abgeordnete Ciraolo den gleichen Gedanken. Italien dürfe seine Kräfte nicht verzetteln. Es dürfe zwar nicht aus dem Orient wegbleiben, müsse aber die Ausdehnung seiner Orientexpedition auf Grund seiner Bedürfnisse an der Wen bestimmen. ern. 26. Nov.(W TB. Nichtamtlich) In einem Be⸗ richt des Mailänder„Secolo“ aus Paris wird erklärt, daß die Franzosen und Engländer gut tun werden, sich bei der erdrückenden Uebermacht der Gegner wieder einzu⸗ schiffen, falls Italien nicht bald auf dem Balkan eingreifen wolle. Dann werde jedoch auch Italien begreifen, daß es sich nicht mehr lange in Valona werde halten können. die Haltung Griechenlands. Paris, 26. Nov.(WTB. Nicktamtlich.)„Petit Parisien“ bringt eine Unterredung seines Athener Korrespondenten mit dem griechischen Ministerpräsidenten Skuludis. Danach ermächtigte Skuludis den Korrespondenten zu folgenden Mittei⸗ lungen: Die griechische Regierung wird alles daran setzen, um das. Mißverständnis, das zwischen den Alliierten und Griechenland entstanden ist, zu zerstreuen. Unter größter Wunsch ist, die Beziehungen des freundschastlichen Vertrauens aufrecktzuerhalten, die die Erinnerung an die Vergangenheit und die Sorgen um aktuelle Interessen uns auferlegen. Griechenland ist neutral und wird neutral bleiben, was auch kommen mag. Wir werden fortfahren, alle Vorschläge, daß wir uns aktiv am Kriege beteiligen sollten, von wo sie auch herkommen, zurückzu⸗ weisen, weil diese Politik die einzige zu sein scheint, die den Wün⸗ „schen des Landes, das nach zwei Kriegen friedensdurstig ist, sentspricht. Unsere freundschaftliche und wohlwollende Hal⸗ tung gegen die Alliierten nach der Landung ihrer Truppen in Salonik hat sich darin gezeigt, daß wir ihnen freien Durch⸗ gang durch unser Gebiet gesichert haben, was bereits eine Ab⸗ weichung von den strikten Regeln der Neutralität in sich schloß! Heute wollte man von uns die Verpflichtung erlangen, die alli⸗ ierten Armeen, die in Serbien operieren, über die griechische Grenze er⸗ durch Entwaffnung der kriegführenden Armeen, die auf ihrem Gebiet operieren, der Tatsache entgegenzutreten, daß ihr Land „zum Kriegsschauplatz werde. Ich fügte hinzu, daß ich diese Be⸗ merkung nur in theoretischer Form aufgestellt habe, um der Rechtslage willen und ohne tatsächlich der Zukunft voraus⸗ greifen zu wollen, da die Umstände oft zwingender als Rechts⸗ prinzipien sind. Die Bemerkung, die ich machen mußte, hat bei den Alliierten ungerechtfertigte Mißstimmung hervorgerufen. Man hat darauf durch eine Blockade geantwortet, die Griechen⸗ Man hat vorgeschützt, daß die stra⸗ Nähe des Landungskorps besetzt sind, für dieses eine wirkliche Ge⸗ fahr darstellen. Ich meinerseits würde dazu bemerken, daß die Kanonen Eurer Kreuzer auf der Reede von Saloniki sehr viel drohender für unsere Truppen sind, als unsere Feldgeschütze für die Eurigen sein können. Aber ich will alle diese Umstände ver⸗ gessen. Da Sie mich um genaue Angaben drängen, so autorisiere ich Sie, in folgende Worte unsere Unterredung zufammenzufassen: Erstens: Griechenland ist neutral und wird neutral bleiben, trotz aller Pressionen, woher sie auch kommen mögen. Zweitens: Diese Neutralität wird gegenüber den Alli⸗ ierten und im besonderen gegenüber Frankreich wohlwollen⸗ den Charakter bewahren. Trotz der gerechtfertigten Bemerkung, die zu machen ich verpflichtet gewesen bin, wird niemals in Griechenland ein Finger gegen die alliierten Truppen erhoben werden. London, 26. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Daily Telegraph“ schreibt in einem Leitartikel: Das amtliche Dementi der anien nicht sehr ae 5 malige Dlodade Griechenlands i natürlich Work für Worr richtig. Es bestreitet aber nicht, J iten unmöglich ist, 3 Entente⸗Mächte 2 55 42825 e So Griechenland verhängt haben. Mailand 26. Nov.(WDB. Nichtamtlich.) Der Sec olo“ teilt mit, daß Sonnino im Verlaufe des gestrigen Minister⸗ vates den amtlichen Tert der Antwortnote Griechenlands verlesen hat. Griechenland teilte darin mit, daß es mit der teilweisen Abrüstung in einigen Tagen beginnen werde. Der Bierverband verlange jedoch, daß die Abrüstung vol lstän⸗ dig und schnellstens geschehe. Paris, 27. Nov.(WTB. Nichtamtlich.)„Petit Parisien“ bemerkt, daß die Antwort Griechenlands auf die Note des Vierverbandes äußerst schnell erfolgt sei und daß Minister⸗ präsident Skuludis in fast allen Punkten Genugtuung ge⸗ währt habe. Das Blatt führt aus: Es hat sich zunächst darum ge⸗ handelt, einer eventuellen Entwaffnung der englischen, französischen und serbischen Truppen vorzubeugen; ferner darum, den Gebrauch der Eisenbahn des Salonikier Netzes wieder zu gewinnen, deren Benutzung durch die versam⸗ melten griechischen Streitkräfte um Saloniki teilweise ausgeschaltet war. Drittens handelt es sich darum, daß diese Versammlung griechischer Streitkräfte um Saloniki einer ver⸗ nünftigen Verteilung auf verschiedene Punkte der Grenze Platz machte. Inbetreff dieses dritten Punktes hat Skuludis günstige Antwort erteilt. In Bezug auf den letzten Punkt hat Skuludis mehr als Worte gegeben, zumal die Auseinanderziehung der Truppen bereits begonnen hat. Man braucht das erreichte Er⸗ gebnis nicht aufzubauschen, doch scheint es annehmbar. Berlin, 27. Nov. Die italienische Presse sieht laut„Vossischer Zeitung“ in der griechischen Antwort kei— nen Erfolg des Vierverbandes. Griechenland habe nur bewilligt, was es ohnedies zu bewilligen bereit gewesen wäre und was den Wünschen und Forderungen der Zentral⸗ mächte nicht widerspreche. Der Erfolg sei also auf seiten Griechenlands. Uebrigens wisse man bis jetzt nicht, welche Bürgschaft die griechische Regierung dafür gegeben habe, daß sie ihre Haltung in den Punkten, in denen sie nachgab, nicht . mehr ändern werde. a * * Der amtliche frauzösische Bericht. Paris, 26. Nob.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von gestern abend: Es ist kein wichtiges Ereignis zu verzeichnen. Belgischer Bericht: Mit Ausnahme einer kurzen Be⸗ schießung von Noordschoote herrscht fast völlige Ruhe an ganzen Front. Unsere Batterien zersprengten feindliche Grup⸗ pen westlich vom Schlosse Vicogne bei Drie Grachten und bei Luyghen. Orientarmee: Am 23. November hatten unsere Trup⸗ pen einen Zusammenstoß bei Bruzik östlich von Krivola mit bulgarischen Kräften. Diese wurden zurückgeschlagen. 5 Dardanellen⸗ Armee: Der Feind zeigt seit einigen Tagen wachsende Tätigkeit. Am 21. November machte er nach einer heftigen Beschießung hintereinander drei Angriffsber⸗ suche gegen die englische Front, um die am 15. Noobember verlorenen gräben zurückzugewinnen. Seine Anstrengungen sind überall gescheitert. wurde von englischem Infanterie⸗ und Artilleriefeuer, an das sich Artillerie und Maschinengewehre der Franzosen aus dem benachbarten Abschnitt schlossen, dezimiert und ließ zahlreiche Tote auf dem Gelände. Auf beiden Seiten wird der unterirdische Krieg mit derselben Lebhaftigkeit fortgesetzt. Am 21. November ließen wir mit Erfolg eine Quetschmine sprin⸗ gen. Am 22. November stießen unsers Sappeure auf einen türkischen Minengang und schlugen die feindlichen Minengräber in die Flucht. Wir legten sofort eine Gegenmine und ließen sie springen, wodurch das feindliche Werk vernichtet wurde. Am 23. November während des ganzen Tages heftiges Gewehrfeuer, 5 und Bombenkämpfe von türkischer Seite. Die Türken sind wohl mit Munition sehr gut versehen, zeigen sich aber dennoch aufgeregt und von unseren Fliegern beunruhigt, die den Schienen⸗ strang Konstantinopel— Dedeagatsch mit Bomben be⸗ worfen haben. Wir beschädigten auch feindliche Kunstbauten durch Monitore und leichte Kriegsschiffe, die häufig die asiatische Küste beschießen. Auf diese Weise sind die Türken unaufhörlich in Atem gehalten und genötigt, uns bedeutende Kräfte entgegenzustellen. Joffre tritt zurück? 4 Berlin, 26. Nov.(Priv.⸗Tel.) Der„Berl. Lokalanz.“ meldet aus Kopenhagen: Nach einer Pariser Meldung verlautet dort bestimmt, daß General Joffre zum Prä⸗ sidenten des gemeinsamen 9 ernannt wird. In⸗ folgedessen würde er von seiner tellung als Generalissimus zurücktreten. Als sein Nachfolger wird General Foch genannt. Die finanzielle Lage Frankreichs. „Paris, 26. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Finanzminister Ri bot legte in der Kammer einen Gesetzentwurf für die Eröffnung vorläufiger Kredite in Höhe von 8172817000 Franes für das erste Vierteljahr 1916 vor. In seiner Be⸗ gründung erklärt Ribot, daß die finanzielle Lage Frankreichs keineswegs beunruhigend sei, da es Frank⸗ reich gelungen sei, während der 16 Kriegsmonate alle Ausgaben, so erheblich sie auch gewesen sein mögen, zu decken, ohne die Kredite der Banque de France utasten und den Steuerzahlern neue Lasten aufzuerlegen. Ribot fuhr fort: Zum ersten Male haben wir Einzahlungen auf eine Rentenanleihe eröffnet, die die Mittel für die 8 sten Monate sichern wird. Wir können mit Zuversicht auf die Zukunft blicken, da wir sicher sind, daß das Land uner⸗ schütterlich gewillt ist, vor keiner Anstrengung und keinem Dpfer zurückzuscheuen, um den endgültigen Sieg zu er⸗ reichen. Höchstpreise für Lebensmittel in der Schweiz. 5 Bern, 26. Nov.(Zens. Frkft) Der Bundesrat hat grundsätzlich der vom Volkswirtschaftsdepartement bean⸗ tragten Festsetzung von Höchstpreisen 5 Zucker, Butter und Käse zugestimmt.(Frkft. Ztg. Kitchener auf Reisen. Lugano, 26. Nov.(Zens. Frkft.) Kitchener traf mit einem Gefolge von 18 Personen heute morgen von Brindisi kommend in Rom ein und stieg in der englischen Botschaft ab. Er spricht heute mit Sonnino und fährt in den nächsten . Tagen an die italienische Front zu dem König und Cadorna. Kr Der militärische Mitarbeiter der„Times“ über die Aussichteu auf dem Balkan. 3 London, 26. Nov.(WTB.* Der mili⸗ kärische Mitarbeiter der„‚Times“, Oberst Repington, pole⸗ misiert erneut gegen die Balkanunternehmungen der Alliier⸗ ten, wobei er schreibt: Die Stellung des Gegners ist der unsrigen überlegen, und es würde einen enormen Aufwand an Zeit, Truppen und Geld erfordern, um die Lage zu un⸗ serem Vorteil zu verändern. Wir haben unsere Ge⸗ legenheit auf dem Balkan verpaßt. 8450 lohnt es sich nicht mehr, die notwendigen Opfer aufzubringen. Der Balkan ist für uns ein Kriegstheater, von dem wir uns ergeben mußte. Aus dem englischen Parlament. London, 26. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Trail fragte, ob der Vertrag von 1863, durch welchen England, Frankreich und Rußland die Unabhängigkeit Griechenlands ewährleistet haben, bindende Kraft behalte, trotzdem die verfas⸗ fangsmäbigen Heftanisse des grlechischen Parlamente tatsachlich außer Kraft gesetzt seien. Lord Robert Cecil erwiderte, man könne schwerlich sagen, daß die Bedingungen des Vertrages ver⸗ letzt seien. Asqusith erklärte auf eine Frage, nach den ernsten Worten Bonar Laps sei es klar, daß die Regierung nicht zögere, geeignete Mittel anzuwenden, um alle Klassen zu strenger Spar⸗ samkeit anzuhalten. Auf die weitere Frage, ob alle englischen und französischen Landtruppen an der Westfront unter einen Oberstkommandierenden gestellt würden, antwortete Asquith, daß dies für unratsam befunden wurde. Cecil sagte auf eine Frage, die merikanische Regierung habe alles von den gegnerischen revo⸗ lutionären Parteien ausgegebene Papiergeld für ungültig erklärt. Die englische Regierung habe einen Bericht eingefordert. London, 26. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Oberhaus. (Fortsetzung und Schluß des gestern mitgeteilten Sitzungsberichts.) Lord Devon port sagte, wenn man einen anwenden und die Knaben aus der Schule nehmen würde, damit sie in der Landwirtschaft arbeiteten, so würde sich der Nation die stärkste Unruhe bemächtigen. Lord Landsdowne sagte, die landwirt⸗ schaftliche Frage sei nur ein Stück der Gesamtfrage. Man möchte manchmal zweifeln, ob wir, als wir in diesen großen Krieg hinein⸗ gingen, uns die gewaltige Wirkung auf die nationalen Industrien klar machten. Wir gingen unmerklich über von der Stellung eines Landes mit einem kleinen Expeditionskorps zu der Stellung eines Landes, das von einem illionenheere spricht. Es sei fraglich, ob alle, die sich diese Politik zu eigen machen, die ge⸗ waltige Veränderung in der Industrie voraussahen, die sich daraus .* 8 114 Der türkische Bericht. Konstantinopel, 26. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Irakfront ließ der Feind am 22. und 23. November nördlich Korna und am Tigris west⸗ lich Kputulamara unter dem Schutze der Kanonen von zehn Kriegsschiffen seine neue Verstärkungen gegen unsere vorgeschobe⸗ nen Stellungen in dieser Gegend vorgehen. Unsere Vortruppen fügten dem Feind sehr bedeutende Verluste an Toten zu und zogen sich dann auf ihre Hauptstellung zurück. Der Feind versuchte seinen Angriff weiter vorzutragen. Der Versuch schei⸗ terte aber. Unsere Truppen gingen zum Gegenangriff über und mahmen dem Feind ein Maschinengewehr, 2 Munitionswagen und einige Gefangene ab. Ferner erbeuteten wir dort ein viertes feindliches Flugzeug. An der kaukasischen Front hat sich nichts von Bedeu⸗ tung ereignet. An der Dardanellenfront Kampf mit Artillerie und Bombenwerfern. Unsere Artillerie zerstörte bei Anaforta und Ari Burnu einige feindliche Maschinengewehre und Bombenwerfer⸗ stellungen und tötete eine große Anzahl feindlicher Soldaten, die in der Umgegend des Landungsplatzes von Ari Burnu unter⸗ gebracht waren. Bei Anaforta nahmen wir mit gutem Erfolg eine großkalibrige Kanone samt Munitionswagen unter Feuer, die der Feind gegen Kiretchtepe in Stellung bringen wollte. Wir töteten alle Bedienungsmannschaften und Zugtiere. Aus dem Keiche. Der Nahrungsmittelverkehr. Berlin, 26. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der Beirat der Reichsprüfungsstelle für Lebensmittel ⸗ preise trat in seinem Ausschuß für Milch, Butter, Käse und Eier am Freitag unter dem bene des Ministerial⸗ direktors Lusensky 3 seiner dritten Sitzung zusammen. In einer eingehenden Aussprache über die Verbrauchsrege⸗ lung der Butter und sonstigen Fette wurde festgestellt, daß von einer allgemeinen Butternot keine Rede sein könne. Tür die Behebung der Schwierigkeiten, die sich an einzelnen Stellen in der Butterversorgung ergeben haben, wurden verschiedene wohl durchführbare Vorst läge gemacht. Auch über die Vorteile und Nachteile der Einführung von Butter⸗ und Fettkarten für das ganze Reich wurde eingehend ver⸗ handelt. Einige Zweifelsfragen über die Regelung der Butterpreise wurden aufgeklärt und eine zusammenfassende Veröffentlichung darüber in Aussicht gestellt. Uebereinstim⸗ mung herrschte in der folgenden Erörterung über die Grund⸗ sätze zur Regelung, Herstellung und Preisgestaltung von Käse. Bei der weiter zur Besprechung gestellten Frage der Regelung des Eierverbrauchs und einer etwaigen Fest⸗ setzung von Höchstpreisen für Eier bestand Uebereinstim⸗ mung dahin, daß weder eine Verbrauchsregelung noch eine Preisfestsetzung von Reichswegen zurzeit zweckmäßig sei. Es wurde empfohlen, die Weiterentwickelung der Verhält⸗ nisse zunächst abzuwarten. * München 26. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Kriegs⸗ minister Frhr. Kreß von Hressenstein ist seit einigen Tagen erkrankt und muß das Bett hüten. An seiner Stelle führt General der Kavallerie Frhr. v. Speidel die Ge⸗ schäfte des Kriegsministeriums. Der König hat Frhr. v. Spei⸗ del zum Staatsrat im ordentlichen Dienst ernannt. —B n t 2 Aus Stadt und Cand. Gießen, 27. November 1915. Sonntagsgedanken. „Seid brav, ihr Kinder! Das Christkind schaut jeden Abend durchs Fenster. Wenn ihr nicht brav seid.“ „Mutter, erzähl doch vom Christkind.“ Und die Mutter er⸗ zählt. Aber noch wunderbarer, als die Mutter es erzählt, spiegelt es sich in den Köpfen der Kleinen, und ihre Ge⸗ danken gehen in die Zukunft, wo der Tag und die Stunde sein wird. Wenn es nach ihnen ginge, es müßte schon mor⸗ gen, schon heute sein. Es ist eine erwartungsvolle Zeit. Wunderbar, heiß ersehnt ist das, was kommen soll. Mit einer ebenso großen Sehnsucht find auch die Ge⸗ danken der Großen in die Zukunft gerichtet. Derer, die da⸗ heim ihren Geschäften nachgehen und dabei gar manchmal mit schweren Gedanken kämpfen müssen, besonders aber derer, die der Haß, die Niedrigkeit und die Verblendung unserer Feinde so lange der Heimat entzieht. Mag der Krieg noch so viele Tugenden neu wecken. Er selbst macht uns keine Freude. Sondern schon vom ersten Tage an, als er begann, hofften wir auf den Frieden. Und auch von unseren„rauhen“ iegsleuten wird es uns immer wieder geschrieben, wie sie den Frieden und die Rückkehr in die Heimat herbeiwünschen. Dem besiegten Feinde den Fuß in den Nacken setzen, das war nicht unser Wille. Wir wollten nicht all das Entsetzliche und Grauenhafte, was der Krieg mit sich bringt. Auch nicht eine Gelegenheit, uns zu rächen für erlittene Unbill, suchten wir. Aber den Frieden sollten sie uns lassen. Um des Friedens willen kämpfen wir. So schnöd und E unsere Feinde gegen uns handelten, freuen über das Elend, das sie schon getroffen, und dem sie noch entgegengehen, werden wir uns nicht. Unsere Siegesfreude ist nicht Frohlocken über den Sturz des Gegners, sondern wir hören die Glockenschläge, die uns anzeigen, daß wieder eine Stunde der Nacht ver⸗ flossen ist. Da freuen wir uns, denn der Tag wird an⸗ am besten fern balton w n, 0 1 42 brechen. Der Friede ist der Tag. Krieg ist Nachtwerk. Friede kauf, gleichviel in wel 1 5 N ist Tagwerk. Krieg ist eine unabwendbare Krankheit, wi Lebenskraft bis aufs letzte erprobt wird; im Frieden ab kann sich die 1 0 ruhig und voll entfalten. Desha ist es uns nicht um den Krieg zu tun, sondern um de Frieden. Deshalb ist uns der Krieg eine Wartezeit. Doch nicht untätig und schwächlich sehnen wir uns nach dem 5 Mit allen Sehnen muß er e werden. 1 Das Butteraus fuhrverbot für den Kreis Gießen ist laut amtlicher Bekanntmachung in heutiger Nummer wieder 55 worden. 5 Höchstpreise für Margarine. Durch Bundes ratsverordnung vom 8. November 1915 ist dem Kriegs⸗ ausschuß für Oele und Fette die Aufgabe übertragen worden, sämtliche in Deutschland beschlagnahmten Oele und Fette zu verteilen und ebenso die Verteilung der aus ihnen hergestellten Fertigfabrikate zu regeln. In Erfüllung dieser Aufgabe werden in Zukunft den Mitgliedern der dem Kriegsausschuß angegliederten Kriegsabrechnungsstelle der Deutschen Margarine⸗ und Speisefetkfabriken nur unter der Bedingung Oele und Fette zur Verarbeitung geteilt, daß sie ihre gesamte Produktion, sowie die von ihr ein⸗ gekauften Margarine⸗ und Speisefe rikate beim Ein⸗ cher Packung, 1. Dezember 1915 nicht zu höheren Preisen als den folgenden liefern: Bei der Abgabe an Verbraucher: Margarine 1,40 Mk. das Pfund, Speisefette aller Art mit 100 Proz. Fettge t, wie Schmelzmargarine, Pflanzenfett, Rinderfett, Kunstspeisefett usw. 1,64 Mk. das Pfund. Bei der Abgabe an den Groß⸗ handel und an Wiederverkäufer: e 128 Mk. für 100 Pfund franko, Speisefette aller Art, soweit sie 100 Proz. Fett enthalten, wie S melzmargarine, Pflan⸗ zenfett, Rinderfett, Kunstspeisefett usw. 152 1 100 Pfd. franko. Damit die Gewähr gegeben ist, daß 1 diese Preise im Kleinverkauf nicht überschritten I haben sich die Mitglieder der dem Kriegsausschuß angeglie⸗ derten Kriegsabrechnungsstelle der Deutschen garine⸗ und Speisefettfabriken zu verpflichten, jede Art Mar⸗ garine⸗ und Speisefettfabrikate nur an solche Kleinhändlen und Wiederverkäufer abzugeben, die sich ihm gegenüber durch Unterzeichnung gegen Vertragsstrafe en haben, keine Margarine zu höheren Preisen als 1,40 Mk. in den Konsum gelangen zu lassen. Der Kriegsausschuß 1 daß diese Maßnahmen die Margarine verbrauchende Bevölke⸗ 3 Ueberpreisen N E 50 70 1 iehzählung. Dezember kannt. 95 ählung des ee d. h. des Rindviehs, der Pferde, weine, Schafe und Ziegen, stattfinden. Wir verweisen auf die im Anzeigenteil enthaltene Bekanntmachung des Oberbürgermeisters zu 9 65 Gegenstand. 5 8 5 e Für eine Mark Patriotismus! Eine An⸗ zahl hiesiger Bürger erhielt dieser Tage durch die Post ein Auskunftsbuch über Krieg, Heer und Flotte mit einem Prospekt und einer Zahlkarte. Die Firma„Deutsche Volksbuchhandlung G. m. b. H. in Berlin“ hat dem Ganzen durch Hinzufügen von patriotischen Sprüchen einen Rahmen gegeben, als wenn es sich um eine Wohltätigkeits⸗ veranstaltung handelt, wie in letzter Zeit verschiedene auf die gleiche Art in Umlauf gesetzt wurden. Es kann hier⸗ durch, wie auch Anfragen beweisen, eine Irreführung des Publikums herbeigeführt werden. Wir weisen deshalb darauf hin, daß der Kaufpreis von 1 Mk. nicht zu wohltätigen oder gemeinnützigen Zwecken verwendet wird. 5 1 * Neue Bahnstrecke e Am 1. Dezember wird die neue Bahnstrecke Haiger— Siegen er⸗ öffnet und in Betrieb genommen werden. Von diesem Tage ab werden die bisher von Gießen über verkehren⸗ den Schnellzüge D 81/82 und D 175/176 Gießen—Ha⸗ en Duisburg und zurück über die neue Strecke eite. Die nach und von Köln fahrenden Teile der 3. D 8/82 werden statt wie bisher in Betzdorf, in Siegen Hbf. von dem Hagener Teil getrennt und mit diesem wieder zu⸗ sammengesetzt. Zug 175 hat in Siegen Anschluß von Betz⸗ dorf durch 10 1274 Betzdorf ab 6.29 abends, Siegen an 7.10 abends. Zug 176 hat in Siegen Anschluß nach Betzdorf durch Schnellzug D 81 Siegen ab 10.07, Betz⸗ dorf an 10.25. 5 Warnung vor feindlichen Anschlägen! In letzter Zeit sind trotz 1 Vorsichtsmaßregeln immer noch hie und da Brän! chern, — 1 e in Fabriken, Spei nen usw. ausgebrochen, deren Entstehungsursache tem Tel nicht zu ermitteln war. Es liegt bei diesen unaufgeklärt ge⸗ bliebenen Bränden die Befürchtung sehr nahe, daß von feindlicher Seite den durch die Eisenbahn oder die Binnen⸗ schiffahrt beförderten N zuweilen verborgene Zündkörper beigepackt werden, oder W auch durch 1 Agenten in den Gebäuden 1 rrats⸗ räumen der Landwirte in irgend einem unbewachten Augenblick angebracht werden und dann durch ihre Selbst⸗ entzündung Brände hervorrufen. Daher ist in allen 21 55 Betrieben größte Aufmerksamkeit geboten. Eisenbahn⸗ oder Schiffssendungen, bei denen nach Art der Verpackung und Hekünst irgendwie die Möglichkeit vorhanden ist, daß in ihnen Zündkörper versteckt sein könnten, müssen tunlichst vor der Einspeicherung daraufhin untersucht wer⸗ den. Ebenso möchten die Landwirte mit verdoppelter Auf⸗ merksamkeit auf verdächtige Personen, die sich unbefu in der Nähe ihrer Vorratsräume zu schaffen machen, 0 geben, und auch öfters, soweit es eben irgend möglich ist, die Scheunen usw. daraufhin nachprüfen, ob etwa außen oder innen Zündkörper angebracht sind. Die genaue Be⸗ folgung dieser Vorsichtsmaßregeln wird voraussichtlich Brandstiftung verhindern oder wenigstens auf ein Mindest⸗ maß einschränken können. e e i die voraussich uffn g der beliebten ang „ einst im Mai“ statt. Am Abend wird Björnsons n Fee rallissem 75 1 dessen Neueinstudierung bei Publikum wie* Arte aufgenommen worden ist. Die deen Vorstellungen werden bei kleinen Preisen gegeben. * Oberhessischer Kunstverein. Wegen verspäteten 1 1 5 fende 8 en noch 4 oder vier ge ossen. Die alljährliche Verlosung von Anrecht⸗ scheinen unter die Mitglieder des Kanter findet im Laufe des Monats Dezember statt. * Feuerwehr. Das vom Großherzog gestiftete Ehren⸗ eichen für 25jährige Dienstzeit bei der hr erhielten die 889. der Gieß 3 5 N ießener w. Feuerwehr Buchberger, J. Dickor é II., G. Kraus, H. Lehr⸗ g mund und R. Rödiger. 0 5 ein Stall und ein kleiner Lagerraum die Feuerwehr aus dem brennenden Rau „ 1 * 3 Auton der Gesellschaft dort lagernde Fässer Benzin r hatte, war de Gefahr beseitigt, und das Feuer wurde mit zwei Rohren von der Automobilspritze aus 7 Die Anfahrt an die Brandstelle erlitt einige kurze Unterbrechungen, da auf der mstraße die Fuhrleute dem gerät trotz des lauten Signals gar keinen oder nur zögernd Platz zur Vorüberfahrt machten. Sehr oft geschieht, wie man uns sagt, das Aus⸗ weichen der werke nach der verkehrten Seite, so daß es großer Geschicklichkeit des Motorfahrers bedarf, um Unfälle u vermei Die Fuhrleute sollten sich klar darüber sein, aß jede auch nur nach Minuten zählende Verspätung der Brandhilfe unter Umständen unberechenbare en ben kann, deshalb 19115 ten und in der richtigen Weise dem Feuerwehrfahr, Platz 0 Vorbeifahrt machen. Wintersport. Vom Hoherodskopf wird vor⸗ zügliche Skibahn bei 35 Zentimeter Schneehöhe gemeldet.— Der Skiklub Sauerland meldet 35 Zentimeter Schneehöhe, 1 Schneefall, sehr gute Skibahn und— 3 Grad Celsius. Postmerkblatt. Im Reichs-Postamt ist ein neues Merkblatt der Bestimmungen über den Postverkehr mit den Kriegs⸗ und Zivilgefangenen im Auslande aufgestellt worden. Das Merkblatt ist in den Schaltervorräumen der Post⸗ anstalten ausgehängt und wird Nachfragenden auf Wunsch auch von der Geheimen Kanzlei des Reichs-Postamts zugesandt. * Pferdeversteigerung. Dienstag, den 30. Nopbr., vormittags 10 Uhr, kommen auf dem städtischen Schlachthofe in Darmstadt 75 Stück Beutefohlen, französischen Typs, im Alter von ½—3 Jahren zur Versteigerung. An der Versteigerung können nur hessische Landwirte teilnehmen. Die Versteigerung er⸗ folgt gegen Barzahlung. Eine Rückvergütung auf die Steig⸗ preise wird für diese Fohlen nicht gewährt. Landkreis Gießen. , Watzenborn- Steinberg, 27. Nov. Gefreiter Karl Häuser aus Steinberg, Dragoner(23. Drag.⸗Regt.), und Ludwig Pett von Steinberg, Reservist(116. Inf.⸗Regt.), sind beide durch Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse ausgezeichnet worden. Sie waren beide schwer verwundet, mußten sich einer langwierigen Lazarettbehandlung unterziehen und sind nun soweit wieder hergestell., daß sie als Kriegsbeschädigte an- gemessene Verwendung finden, der eine bei der Oberhessischen Eisenbahn. 5 —Burkhardsfelden, 25. Nov. Die hier vom Ortsaus⸗ schuß des Roten Kreuzes veranstaltete Sammlung ergab den schönen Betrag von 93.80 Mk. . Grüningen, 25. Nov. Gegenwärtig werden in unserem Dorfe als Folge des Petroleummangels eine größere Anzahl Anschlüsse an die elektrische Ueberlandzentrale fertiggestellt. Diese Gelegenheit benutzte der Kirchenvorstand und meldete auch Kirche und Pfarrhaus zum Anschluß an. Die Lei⸗ tungsdrähte sind bereits gelegt, und in aller Kürze wird unsere erst vor zwei Jahren neu hergerichtete Kirche in elektrischem Glanze strahlen. Obwohl die Anlage ein ansehnliches Sümmchen lostet, wurde der Beschluß fast einstimmig gefaßt.—„Stillstand ist Rückschritt.“ So hat auch die Gemeindeverwaltung gedacht, als sie vor ungefähr zwei Jahren den Beschluß faßte, ein eigenes Wasserwerk zu bauen, da ein Anschluß an das Inheidener Wasserwerk 1515 möglich ra werden konnte. Das Wasser wird aus den Quellen in rgheim in den Hochbehälter an der Warte gepumpt. Mit der Wasserleitung wurde gleich die Kanali⸗ sation verbunden. 1908 verzeichnete man hier den Bau eines prächtigen Schul hauses, 1913 gab es elektrisches Licht, Wasserlei⸗ tung, e der 8 5 15 die 1 2 meindeumlagen„fortgeschritten“. Im genteil ist der Steuerkoeffizient um Prozent gegen das Vorjahr gesunken. Wenn mun noch die bereits begonnene Feldbereinig ung zu Ende geführt ist, kann sich unsere Gemeinde in Bezug auf wirt⸗ schaftliche Neuerungen jeder anderen Gemeinde an die Seite stellen. ? Beltershain, 26. Nov. Leider hat der Krieg aus unserem Dörfchen wieder einige Opfer gefordert. Es starben den Heldentod fürs Vaterland die Landsturmrekruten Johs. Hart⸗ mann und Wilh. Reitz, welche beide Frau und Kinder 9 88 lassen, sowie der Musketier Wilh. Röhrig, einziger Sohn des Landwirts und Gemeinderechners Heinr. Röhrig. Auch traf vor einigen Tagen die Nachricht ein, daß der seit November vorigen Jahres vermißte Ersatzreservist Heinr. Hornmann am 4. No⸗ vember vorigen Jahres den Heldentod erlitten habe; ein älterer Bruder von ihm wird schon seit 17. September vor. Is. vermißt. — Ehre dem Andenken unserer gesallenen Helden! 2 15 Kreis Büdingen. a Bergheim, 26. Nov. Infolge eines Unfalles st arb im Westen der Unteroffizier Emmri 8 Lorbach, 26. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der 8 Lenz. 8. erstadt, 27. Nov. bei der Post, der andere g ö 0 Unteroffizier W. Schmidt von 1 5 welcher seit Kriegsbeginn in einer Munitionskolonne im esten steht, wurde mit dem Eisernen Kreuz. Klasse aus- gezeichnet. 2 f 0 8 Kreis Lauterbach. A Hör genau, 26. Nov. Den Heldentod starb der Mus⸗ ketier Jost⸗ 5 Kreis Schotten. A Schotten, 26. Nov. Hier starb der Leutnant i. P. Ludwig Pfeiffer. a Bobenhausen, 26. Nov. Das Eiserne Kreuz er⸗ hielt Heinrich Zöckler von der benachbarten Heutzenmlihle. — Aus dem Vogelsberg, 26. Nov. In Einarts⸗ ee im hohen Alter von 97 Jahren der Förster arpf. Jahrzehntelang stand der im ganzen Gebirge hoch⸗ geschätzte Forst⸗ und Weidmann im Dienste der gräflich Solms⸗ Assenheim⸗Rödelheimer Forsten. Mit Karpf dürfte jedenfalls Hessens ältester Förster verstorben sein. 5 Kreis Friedberg. Bad⸗Nauheim, 27. Nov. Bis zum 25. November 1915 sind 22611 Kurgäste angekommen. Bäder wurden bis dahin 306 346 abgegeben. Q. Bad Nauheim, 26. Nov. Anläßlich von Großher⸗ zogs Geburtstag veranstaltete die Ernst Ludwig⸗ Schule eine öffentliche Schulfeier, die überaus zahlreich besucht war und einen vorzüglichen Verlauf nahm. Im Mittelpunkt der Feier standen die Festrede von Prof. Dr. Strecker und die Auf⸗ führung von Szenen aus„Prinz von Homburg“ durch Schüler der Anstalt.— In der heutigen Stadtverordneten ver⸗ sammlung wurde folgendes verhandelt: Bürgermeister Dr. Kayser widmete dem verstorbenen Ehrenbürger der Stadt, Ge⸗ heimrat Prof. Dr. Lepsius, einen längeren warmherzigen Nachruf.— Als Beitrag zum hessischen Opfertag stiftete die Versammlung 50 Mark. Die Versammlung gab ihre Zustim mung, daß der am Hause des ehemaligen Bü isters Wörne befindliche öffentliche Brunnen schüttet wird. Es ist in Aus sicht genommen, in den Marktlauben einen neuen Brunnen anzu legen.— Die Fortsetzung der städtischen Schäferei, die am 1. April 1916 eingehen sollte, bis 1. April 1917 wurde genehmigt.— Unter den früheren Bedingungen wurde ein Teil des in der Mitte der Stadt gelegenen Alicenplatzes an Konditor Franz Müller auf die Dauer von 6 Jahren verpachtet.— Dem Turnverein von 1860 wurde, da seine eigene Turnhalle mit Militär belegt ist, die Erlaubnis erteilt, an zwei Tagen in der Woche die Turnhalle in der Stadtschule zu benutzen. Mit der Spende der Stadt erbrachte der gestrige Opfertag 800,20 Mark. l * Okarben, 26. Nov. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt der Wehrmann Leonhardt im Infanterie⸗ Regiment 118. Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach a. M., 26. Nov. Am Geburtstage des Großherzogs traten die Stadtväter zu einer Sitzung zu⸗ sammen, in der vor Eintritt in die Tagesordnung der Vorsitzende Oberbürgermeister Dr. Dullo unseres Landesherrn gedachte.— Anfangs Dezember sollen Erhebungen über die vorhandenen Kar⸗ toffelvorräte angestellt werden. Den Ausschüssen für Volksvor⸗ lesungen in Offenbach und Stadtteil Bürgel wurden 1250 Mk. als Unterstützung gewährt. Für die Beschäftigung der Arbeits⸗ losen, für die im Hauptvoranschlag 30 000 Mk. vorgesehen sind, sollen zunächst 10 000 Mk. flüssig gemacht werden. Der Ein⸗ richtung von Jugendhorten für die schulpflichtige Jugend während der Wintermonate wurde zugestimmt und die erforder⸗ lichen Mittel für die notwendigen Ausgaben für die Beaussichti⸗ gung usw. sowie die Verabreichung je einer Tasse Kaffee im Betrage von wöchentlich 600 Mk. bewilligt. Auf ein Gesuch des Offenbacher aus⸗ und Grundbesitzer⸗Vereins wurde der neugegründeten reuhand⸗ und Hypothekenvermittelungs⸗Ge⸗ nossenschaft vorerst mit einem Geschäftsanteil(100 Mk. Anteil und 100 Mk. Haftsumme) beigetreten. Die weitere Beteiligung der Stadt wird von der allgemeinen Beteiligung abhängig gemacht. Zur Flüssigmachung von Mitteln für die Kriegsgelderbewilli⸗ gungen hat die hessische Regierung den einzelnen Kommunen aus den aufgenommenen rund 16 Millionen Mark Wechselkre⸗ dite eingeräumt. Die Stadtverordneten beschlossen, 1 Million Mark echselkredite aufzunehmen, von welcher Summe bereits 100 000 Mk. bei der Haupt⸗Staatskasse angefordert und angewiesen sind. Hessen⸗Nassau. N Marburg, 26. Nov. Hier und im ganzen kurhessischen Oberhessen ist rechtes und echtes Winterwetter eingetreten. Von gestern abend bis heute fiel ununterbrochen Schnee und im Laufe des Tages trat auch noch scharfe Kälte hinzu. Wm. Kirchhain, 26. Nov. In dem benachbarten Dorse Himmelsberg wurde vergangene Nacht ein Einbruch ver⸗ übt. Der Landwirt B. sollte für eine Getreidelieferung einen größeren Betrag erhalten, durch einen Zufall konnte jedoch die Zahlung nicht erfolgen. In der Nacht drangen nun Einbrecher, die jedenfalls annahmen, daß B. im Besitz des Geldes sei, in das 10 1 ein und durchsuchten das Schlaszimmer der Eheleute nach Geld. Als der Ehemann erwachte, wurde er am Halse gewürgt; seine Frau wurde ebenfalls mißhandelt. Eine auf das Geräusch und die Hilferufe hinzukommende Tochter und der Nachtwächter . die Einbrecher, die bei der Dunkelheit unerkannt ent- amen. — Frankfurt a. M., 26. Nov. Welcher gewaltige Apparat an künstlerischen und technischen Kräften zum Betriebe des Oper n⸗ und Schauspielhauses erforderlich ist, erhellt aus einer soeben erfolgten Zusammenstellung des Personals. Es sind an der O per beschäftigt in der Musikdirektion 13 Herren, bei der Regie 3, an Solisten 17 Herren und 13 Damen, im Orchester 92 Personen, 24 Tänzerinnen und im Chor 33 Herren und 39 Damen. Das technische Personal umfaßt mehr als 150 Köpfe. Insgesamt beschäftigt das Opernhaus rund 400 Personen. Das Schauspielhaus hat etwa 200 Kräfte. Hiervon ge⸗ hören dem Solopersonal 20 Herren und 17 Damen, dem Chor⸗ personal 8 Herren und 11 Damen an. ul. Limburg, 26. Nov. Bei den heutigen Stadtver⸗ ordneten wahlen, die im Zeichen des Burgfriedens ab⸗ gehalten wurden, sind in der dritten Abteilung gewählt worden: Glasermeister Franz Auer, Schuhmachermeister Josef Grimm, Justizrat Paul Rintelen, Landwirt Wilhelm Schmidt, Post⸗ sekretär Isidor Becker. * Bülchertisch. — Kriegspostkarten des„Kladderadatsch“. Wer kennte und würdigte nicht die köstlichen Kriegsbilder des„Kladde⸗ radatsch“? Auch derjenige, der mit unseren Durchschnittswitz— blättern nicht immer einverstanden ist, wird diesen von echt deutschem Humor durchströmten Blättern doch mit Freude gegen⸗ übertreten. Hier fehlt jeglicher Snobismus und jegliche Platt heit, dafür zeigt sich aber eine gehaltvolle und vor allem immer scharf ins Schwarze treffende Satire Die bekannte Kunstverlags⸗ anstalt Gerhard Stalling in Oldenburg i. Gr. gibt nach entsprechender Vereinbarung mit dem Verlage des„Kladderadatsch“ vorzüglich gedruckte Tiesdruckkarten nach dessen besten Kriegsbildern heraus. Es sind vorläufig 2 Serien zu je 10 Karten zu haben (Preis jeder Serie 1 Mark). Die Karten werden draußen im Felde Gelegenheit zu vielem befreienden Lachen geben. f Märkte. 10. Wiesbaden, 26. Nov. Am heutigen hiesigen Vieh- markt war der Austrieb in allen Viehgattungen sehr gering. Waren doch nur 59 Rinder(darunter 6 Ochsen, 3 Bullen und 50 Kühe), 69 Kälber, 60 Schafe und 49 Schweine angetrieben. Die Preise für Rinder, Kälber und Schafe hielten den bisherigen Preisstand und gingen glatt ab. Die Schweine waren ebenfalls im Handumdrehen zu den festgesetzten Höchstpreisen abgesetzt. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 28. Nov. 1915: Fortdauer der bestehenden Witterung. Letzte Nachrichten. Ein Friedensangebot Italiens? Zürich, 27. Nov. Von gut unterrichteter Seite wird der „Neuen Zürcher Zeitung“ geschrieben: Gegenwärtig zirkulieren in politischen Kreisen Roms Gerüchte von einem Friedensangebot Fkraliens an Oesterreich. Die Ank⸗ wort der deutsch⸗ ö sterreichischen Presse aber habe niederschmet⸗ ternd gewirkt. Die Sympathie für die Alliierten ist eiskalt ge⸗ worden nach der Zunuttimig an Italien, sich an der englisch⸗ französische Balkanexpedition zu beteiligen. Im Grunde genommen glaubt niemand ernstlich an einen Erfolg dieses Schrittes. Die römische Pressezensur hat an Schärfe verloren, namentlich in Bezug auf die Kundgebungen jener Partei, die vor dem italienischen Kriege den nationalen Standpunkt verteidigte. Diese Erscheinung geht parallel mit einem plötzlich ausgebrochenen Streit im Frei⸗ maurerlager. Der Großmeister besucht gegenwärtig die Logen von Verona, Mailand, Turin und Venedig, um den Zwist zu schlichten, der aus den Meimungsverschiedenheiten wegen der Beteiligung Italiens am Balkan entstanden ist. 0 Türkische Erfolge. Wer. Konstantinopel, 27. Nov. Nichkamklich. Das Hauptquartier teilt mit: An der IJrakfront wurden die starken feindlichen Kräfte, die, wie im gestrigen Bericht ge⸗ meldet, mit ungeheuren Verlusten unsere vorgeschobenen Stellungen bei Kutelamara besetzt hatten, durch unsere kräf⸗ tigen Gegenangriffe besiegt und mußten sich in Unordnung nach Süden zurückziehn. Unsere Truppen verfolgen den Feind. — An der Kaukasusfront warfen wir in der Gegend von Vou einen Teil der feindlichen Kräfte durch unseren Angriff zurück und brachten dem Feind Verluste bei. Weiter nörd⸗ lich nichts Wichtiges außer Scharmützeln zwischen Patrouillen. An der Dardanellenfront das gewöhnliche örtliche Feuergefecht. Insbesondere bei Sed⸗ül⸗Bahr dauerte der du ßerst leb⸗ hafte Kampf mit Artillerie und Bomben fort. Bei Anaforta beschos⸗ sen einige feindliche Linienschiffe und Monitore eine Zeit lang wirk⸗ kungslos unsere Stellungen. Unsere Artillerie erwiderte und traf einen Monitor, der sich vom Ufer entfernte. Bei Ari⸗Burnu besetzten wir am 25. November morgens durch Ueberfall den größten Teil der feindlichen Schützengräben. Un⸗ sere Artillerie traf ein feindliches Trans portschiff, das sich der Landungsstelle bei Ari⸗Burnu zu nähern de und zwang es, sich vom Ufer zurückzuziehen. Wir zersprengten liche Trup⸗ pen 85 der Nähe e ee 5 ließ der Feind vor unserem ten und linken ge i Minen spri f ohne eine Wirkung zu erzielen. Zwei davon trafen im Na chlag den Feind selbst. Die Enteute-Diplomaten auf der Wanderschaft. Rom, 27. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der A zia Stefani: Aus Andrijewica in egro wird gemeldet, daß die bei der serbischen Regierung beglaubigten Gesandten Italiens, Frankreichs, Rußlands und Englands dort eingetroffen sind. Bulgarische Rücksichtnahme auf Griechenland. Konstantinopel, 27. Nov. Von gut informierter Seite verlautet, daß die Bulgaren den Griechen gegenüber die weit⸗ gehendste Rücksicht zu nehmen gedenken und daher zur Ver⸗ meidung einer Verletzung der griechissten Gefühle entschlossen sind, bei der Verfolgung der Serben dem griechischen Gebiet nach Mög⸗ lichkeit fern zu bleiben. Ausspruch eines serbischen Politikers. Berlin, 27. Nov. Wie 1 Morgenblätter berichten, läßt sich„Az Est“ von seinem Kriegsberichterstatter Roda Roda auf dem serbischen Kriegsschauplatz drahten: Bei der Einnahme des Sandschaks in Serbien verblieb der. Rechtsanwalt Dr. Radulowic, ein bekannter serbischer Politiker, am Orte. Ich machte seine Bekanntschaft und er erklärte mir, daß er als Nationalliberaler gegen den Krieg war. Der Hanptanstifter des Krieges war Pasitsch, der wesentlich auch an der Mordtat in Serajewo beteiligt war.„Wenn Sie Beweise dafür haben wollen. finden Sie sie jetzt in den Belgrader Staatsarchiven.“ Enteignung deutschen Eigentums in Rußland. Kopenhagen, 27. Nov. Der russische Ministerrat hat verfügt, daß das gesamte deutsche Eigentum in Fin⸗ land und dem Kaukasus enteignet werde.— Wie„Rietsch“ meldet, erhält die russische Regierung damit die Verfügung über mehr als zwei Millionen Hektar deutschen Eigentums. Zur Lage in Indien. i. Höln, 27. Nov. Wie der„Peter, über Charbin aus Tolio meldet, hatten der Minister des Aeu. der Kriegsminister und der Marineminister sowie eine zahl höherer Würdenträger eine lange Beratung die Lage in Indien. Die Beratung wurde durch ausführliche Telegramme aus London und Washington veranlaßt. Brotkarten auf Reisen. Dresden, 27. Nov. Das sächsische Ministerium des Innern veröffentlicht eine Bekanntmachung, wonach von der bayerischen,„ und württember⸗ gischen sowie der badischen Regierung eine Verein⸗ barung getroffen worden ist über die gegenseitige Anerkennung der Reisebrotkarten der vier beteiligten Staaten. m 1. Dezem⸗ ber ab werden die über 40 Gramm lautenden Brotmarken der drei süddeutschen Staaten in Sachsen und sächsische in Süddeutschland angenommen.. 5 8 Der Danziger Nichtrauchertag. i Danzig, 27. Nov. Der Danziger Nichtrauchertag aus An⸗ laß des Geburtstages der Kaiserin hat einen Rein⸗ gewinn von 60 200 Mark ergeben. Der Reingewinn fließt dem vaterländischen Frauenverein und dem Roten Kreuz zu. Schneefälle. 5 Berlin, 27. Nov. Starte Schneefälle werden vom Taunus, vom Schwarzwald und vom Harz gemeldet. Der fährliche Verkauf von vielen Millionen beweist die hervorragende Heilkraft der echten 8697s Börsenkurier“ * 40 „Liebesgabe Altbewährt gegen: Husten, Heiserkeit, Pastillen Verschleimung, Influenza 25 Man achte auf den Aufdruck„Königl. Ems“ und weise Nachahmungen zurück. General⸗Versammlung des landwirshaftächen Kousumvereins zu Wieseck mn d. Samstag, den 4. Dezember 1915, abends 9 uhr, bei Wirt Daniel Erb II. Tagesordnung: 1. Vorstandswahl. 5 2. Bericht über den Verbandstag. 3. Verschiedenes. Wieseck, den 25. November 1915. Für den Aufsichtsrat: 5 Braunewell, Vorsitzender. 42 5 Große Auswahl in Meihnachtsgeschenken 0 Ne empfiehlt Schokoladen⸗ Aug. Seip haus Seltersweg 22. lass 3 Wasserdichte Westen mit Wollfutter Mk. 12 außerordentlich bewührt u. viel verlangt (1 Pfd.-Paket per Post). 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Musik von Walter Kollo und Willi Bredschneider. Ende nach 6 Uhr. abends 7½ Uhr: leine Preisel Kleine Preisel Ein Fallissement Schauspiel in 5 Aufzügen von Björnstjerne Björnson. Ende 10¼ Uhr. lea Soldaten vom Feldwebel abwärts zahlen bei allen Vorstellungen auf 2. und 3.Sperrsitz nur halbe Preise 3j ĩð i ð r * n n . a 1 5 Wäsche-, Zugelieferte Betten und Besãtze wie Steppdecken- 0 0 Spitzen, Fabrik Stickerei etc. 15. 2.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—...— 1 werden 9 Gardinen 1 5 bereitwilligst Dekorationen f 7 1 mitverarbeitet dere] Pernrufꝰs!] Weihnachten 1915 GIESSEN Preise n netto. 22. Preise 2 notto. Kinder- Taschentücher 365436 em groß, weiß mit bunt. Kante und gestiekten Buchstaben 1 Kasten mit/ Dtz. Tüchern Mk. 1.45 P Damen- und Herren- Als passende Weihnachtsgeschenke empfehle ich in gutensoliden Qualitäten (ch führe nur erstklassige Fabrikate und ist selbst das Billigste empfehlenswert.) Sehr vorteilhaftes Angebet! solange Vorrat reicht 2 Reinl. 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