Der Gießener Anzeiger Se täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Famllienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleöl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. zeige 8 General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Freitag, 20. November 1915 Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; sür Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. (WTB.) Großes Hauptquartter, 25. November 1915.(Amtlich.) N Westlicher Kriegsschauplatz. Es hat sich nichts von Bedeutung ereignet. 3 Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 5 v. Hindenburg. 5 Bersemünde ist fest in unserer Hand. Die Zahl der Gefangenen hat sich auf neun Offiziere, sieben⸗ hundertfünfzig Mann, die Beute auf 3 Maschinen⸗ gewehre erhöht. Bei den Heeresgruppen des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern und des Generals v. Linsingen ist die Lage unverändert. 5 . Balkan⸗Kriegsschauplatz. Bei Mitrovica wurden von Truppen der Armee Köveß etwa zehntausend Serben gefangen ge⸗ nommen, neunzehn Geschütze erbeutet. In den Kämpfen um Pristina und an der Sitnica fielen siebentausend vierhundert Gefangene und sechs Geschütze in unsere Hand. Die Beute an Kriegsgerät und Vorräten ist erheblich. 7 5 f Oberste Heeresleitung. 1 1 1 1 1*** Was sich auf dem Balkan vorbereitet, kann trotz der winterlichen Jahreszeit zu einer großen Entscheidung sich auswachsen, die das Kommen des Friedens beschleunigt. Im Lager der„Entente“ geht man mit wenig Zutrauen ans Werk. Besonders französische Blätter sprechen mit Besorg⸗ nissen und Mißtrauen von der weiteren Entwickelung in Griechenland. Auch auf die Stimmung des Militärs ber das in Saloniki die Lage des Vierverhandes retten soll, hal sich ein schwerer Druck gelegt. Die„Stampa“ veröffentlicht eine Unterredung mit General Sarrail. Dieser zeigt sich danach äußerst hoffnungslos. Sein ganzes Heer bestehe aus 80000 Mann auf 80 Kilometer Front. Wenn auch nur eine einzige bulgarische Division, etwa bei Strumitza, auf die Linie des Ententeheeres vorstoße und die Eisenbahnlinie er⸗ reiche, wäre das Ententeheer von Nachschub wie Rückzug ab⸗ geschnitten und verloren. Die Katastrophe wäre da, die un⸗ ahwendbare Katastrophe. Die englisch⸗französische Front sei wie eine große Blume auf dünnem Stiel, nämlich der Eisen⸗ bahnlinie, die aus Mangel an Truppen ganz ungenügend geschützt sei. Das serbische Heer bezeichnete Sarrail als er⸗ ledigt. Die Haltung Griechenlands aber sei trotz aller diplo⸗ matischen Erklärungen im höchsten Grade zweideutig. Nach den neuesten Meldungen hat die Regierung des Königs Konstantin die Note der Engländer und Franzosen in freundschaftlichem Tone beantwortet. Griechenland ist den Eindringlingen in einigen Wünschen entgegengekom⸗ men, und es gehorcht dabei augenscheinlich weniger dem eigenen Herzenstrieb als der politischen Klugheik. Wenn eine Regierung derart mit Expressungen, Drohungen, Ein⸗ schüchterungen und Eigenmächtigkeiten überhäuft wird, darf man wahrlich nicht verlangen, daß bei ihr noch eine Spur Freundschaftsempfindens für die lästigen Aufdringlichen übrig bleibt. Es ist ihr vielmehr durchaus erlaubt, ohne daß man sie unmoralischer Zwiespältigkeit beschuldigen dürfte, sich innerlich zu entscheiden und äußerlich eine abwartende und 8 Haltung an den Tag zu legen. Der Zeitpunkt der Katastrophe ist noch nicht gekommen, rückt indessen mit dem Vordringen der Heere n Oesterreich-Un⸗ garns und Bulgariens nach Süden immer näher. Und wird dann nicht für König Konstantin eines Tages vielleicht eine ganz ähnliche Lage eintreten, wie sie in Preußen stand, als das napoleonische Heer in Rußland gescheitert war? Vielleicht wird bei der Zuspitzung der militärischen Lage ein tapferer Oberbefehlshaber der griechischen Truppen zu einem weiten York werden, den Mut zur Tat haben und seinem Vaterlande einen unvergänglichen Dienst leisten. Einstweilen hat Griechenland von seinen zudringlichen Freiern erreicht, daß die Blockade des Landes aufgegeben wird und die eng⸗ lischen Kabel für es wieder benutzbar werden. Ob man in England sich dem Glauben hingibt, von Griechenland durch dieses Abkommen mit den Teufelsfüßchen freie Bahn für alle Zukunft zu bekommen? Eine aus angeblich zuverlässi⸗ ger Quelle über Budapest eintreffende Mitteilung weiß fol⸗ N zu 1 8 15 85 r wenigen Tagen fand ein nrat bei Köni ntin statt, wobei Generalstabschef Dusmanis das 1 75 fuhrte Dieser, jetzt in Griechenland mächtigste Mann— denn hinter ihm steht die schlagfertige Armee und das ganze Land in Belagerungs⸗ zustand— wies darauf hin, es sei nur eine Frage don wenigen Tagen, daß die serbischen, französischen und englischen Truppen genötigt sein würden, ihre Stellungen gegen die Bulgaren aufzu⸗ geben und sich auf griechisches Gebiet zurückzuziehen. Der Gene⸗ ralstabschef äußerte sich entschieden gegen die Lösung, daß den ser⸗ bischen und den Ententetruppen ein schmaler, nordwestlicher Strei⸗ fen zum Rückzug gegen Albanien belassen werde, weil die Aus⸗ führung heute bereits offenbar unmöglich sei und eine kriegerische Aktion, die auf griechisches Gebiet übergegriffen hätte, nicht mehr zu lokalisieren sein werde. Ter Kronrat hat sich den Standpunkt von Dusmanis in allen Einzelheiten zu eigen gemacht und in diesem Sinne Beschluß gefaßt. 5 Man darf wohl sagen, daß die kommenden Tage oder Wochen ein höchst interessantes und denkwürdiges Blatt der 5 tgeschichte zur Vollendung bringen werden! . Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 25. November 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplaß. Die erbitterten Kämpfe im Raume zwischen der Wip⸗ bach Mündung und San Martino dauerten Tag und Nacht fort. Nördlich des Monte San Michele griff der Feind unaufhörlich mit starken Kräften an. Mehrmals gelang es ihm, in unsere Gräben einzudringen. Immer jedoch, zuletzt in vielstündigem Nachtkampf, war⸗ fen ihn die braven Alpenländischen Infanterie⸗Regimenter Nr. 7 und 27 wieder hinaus. Ein Angriff der Italiener auf den Monte San Michele scheiterte gleich allen früheren. Auch bei San Martino wogte der Kampf den ganzen Tag hin und her, bis es schließlich spät abends den bewährten Honnved⸗Truppen gelang, auch hier unsere Stellung voll⸗ ständig zurückzugewinnen und zu behaupten. Der Brücken⸗ kopf von Görz, der Südteil der Stadt, dann die Ortschaf⸗ ten Savogna und Rupa standen unter heftigem Ar⸗ tilleriefeuer. Mehrere feindliche Bataillone griffen bei Oslavija an. Sie wurden zurückgeschlagen, zwei Kom⸗ bagnien vernichtet. Zwei unserer Flieger warfen Bomben auf Tolmezzo ab. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Montenegriner wurden auch östlich von Foca zurück⸗ geworfen. Südwestlich von Sjenica überschritten wir die montenegrinische Grenze. Bei der gestern mit⸗ geteilten Einnahme von Mitrovica haben die k. und k. Truppen 10 000 Serben gefangen genommen und sechs Mörser, 12 Feldgeschütze, zahlreiche Fuhrwerke, Munition aller Art, sieben Lokomotiven, 130 Waggons und viel an⸗ deres Kriegsgerät erbeutet. Eine österreichisch⸗ungarische Kolonne gewann über Mitrovica hinausrückend die Ge⸗ gend ron Vucittn E. Aich dauan sind deutsche und bul⸗ garische Kräfte im Begriff, die Sitnica zu überschreiten. In den Kämpfen um Pristina sind 6800 Gefangene ein⸗ gebracht und sechs serbische Geschütze erbeutet worden. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. ** E. Die Antwort Griechenlands an den Vierverband. Athen, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas: Die griechische Regierung hat gestern 5 Uhr nachmittags die Antwort auf die Note der Vierver⸗ bands mächte übergeben. Die Antwort ist in sehr freund⸗ schaftlichen Ausdrücken gehalten und gewährt die erwünsch⸗ ten Genugtuungen, sowie alle als notwendig betrachteten Bürgschaften. London, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reu⸗ tersche Bureau meldet aus Athen: Die Regierung hat die Note der Entente beantwortet. Wie verlautet, hat sie die Forderungen angenommen, daß die Truppen der Alliierten nicht entwaffnet werden sollen, sondern daß sie auf griechischem Gebiete Aktionsfreiheit haben sollen. Was deren Sicherheit und ferner die Erleichterung bezüg⸗ lich der Eisenbahnen und Telegraphen betrifft, behält sich die griechische Regierung eine genaue Erwägung aller Einzel⸗ heiten vor. Die Erklärung der Entente, daß die von den Alliierten besetzten Teile des Königreichs später zu⸗ rückgegeben werden und für den angerichteten Schaden angemessene Vergütungssummen gezahlt würden, haben die Regierung von den freundschaftlichen Absichten der Entente überzeugt. Die„Times“ meldet noch, daß die Verbündeten von 1 nicht verlangt haben, daß es seine Neutralität aufgebe. London, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau Reuter meldet: Die Gesandten des Vierverban⸗ des verlangten in Athen keine Demobilisierung, sondern schlugen vor, daß sich in der Zone, in der die Alliierten operierten, keine griechischen Trup⸗ pen befinden sollten. Mailand, 25. Nov.(WTB Nichtamtlich) Der„Secolo“ äußert in einem Leitartikel in heftiger Form seine Unzufrie⸗ denheit mit den optimistischen Mitteilungen aus Paris und London über die griechischen Besprechungen. Man müsse fragen, ob in Athen eine Regierung vorhanden sei, deren Versprechungen man ruhig glauben könne. Die Ententeregie⸗ rungen würden den letzten, lächerlichen und unverzeihlichen Feh⸗ ler der langen Reihe auf dem Balkan begangenen Unvorsichtig⸗ keiten und Schwachheiten hinzufügen, wenn sie den Versprechungen eines Herrschers naiven Glauben schenken würden, der außer⸗ halb des konstitutionellen Gesetzes stehe und sich der eigenen Freiheit des Handelns begab. Der Vierverband müsse eine teil⸗ weise Abrüstung Griechenlands erzwingen oder sich jetzt schon in den Gedanken finden, daß seine Soldaten eines Tages verräterisch überfallen würden. London, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Unterhaus Auf eine Frage, ob Grie⸗ chenland von den Alliierten seit Ausbruch des Krieges Geld vorgeschossen sei, oder ob es solches versprochen erhalten habe, antwortete Grey, dies sei eine naheliegende Frage. Es sei aber nicht wünschenswert, im gegenwärtigen Augenblick Einzel⸗ heiten über die Transaktionen zwischen Großbritannien und 1 Bundesgenossen sowie den Neutralen zu geben. Augenblicklich sei er nicht in der Lage, irgendeine Erklärung über die griechische Frage abzugeben. 1 a 14400 Serben bei Mitrovica und pristina gefangen. Der bulgarische Bericht. Sofia, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Be⸗ richt vom 23. November. Seit zehn Tagen waren erbitterte Kämpfe um Pristina im Gange. Nachdem unsere Armee heute endgültig die Serben im Norden, Osten und Süden umzingelte, unternahm der Gegner die äußersten Anstren⸗ ungen, um sich in Pristina zu halten. Er konnte jedoch un⸗ serem Druck nicht widerstehen und wurde aus seinen letzten Stellungen geworfen, wobei er gezwungen war, den Rück⸗ zug nach Westen anzutreten. Um 2½ Uhr nachm. rückte zuerst ein Reiterregiment in die Stadt ein, dem unsere Truppen von der Nordfront und Abteilungen einer benachbarten deutschen Kolonne folgten. Die Zahl der Gefangenen ist noch nicht ermittelt. 100 000 gefangene Serben. 5 Berlin, 25. Nov.(Priv.⸗Tel.) Die„B. Z. a. M.“ mel⸗ det aus dem Kriegspressequartier: Die Gesamtzahl der von den Verbündeten gefangenen Serben ist auf 100 000 Mann gestiegen. Bei dem beschleunigten Rück⸗ zuge der Serben aus Pristina wurden 2000 österreichisch⸗ ungarische Kriegsgefangene zurückgelassen, die von den Ver⸗ bündeten sofort in Obhut genommen worden sind. Eine Erklärung der bulgarischen Regierung. Sofia, 25. Nov. Die Bulgarische Telegraphen⸗Agentur meldet: Die Petersburger Agentur verbreitet fort⸗ esetzt Meldungen über die Lage in Bulgarien, von 2 die eine tendenziöser ist als die andere. Nach den Erfindungen dieser Agentur soll in Bulgarien finsterer Schrecken herrschen. Die Armee hätte keine Fühlung mit der Zivilbevölkerung. Jeder Verkehr der an die Front gesandten Soldaten mit ihren Familien soll verboten sein. Gewisse Regimenter sollen dreiviertel ihrer Bestände verloven haben. Die Zahl der Verwundeten erreiche eine außerordentliche Höhe und das Land wäre darüber in Schrecken geraten. König Ferdinand und Ministerpräsident Radoslawow be⸗ trachteten die Lage mit Beklemmung, da der Krieg lang⸗ wierig sein würde und die Nation einen langen Krieg nicht aushalten könnte. Die genannte Agentur geht in ihren Verleumdungen noch weiter. Sie beschuldigt die Mitglieder der Regierung, sowie ihr Haupt Radoslawow, den Krieg aus eigennütziger Bere 9 Geschäfte zu besorgen. Alle diese A manden in Bulgarien auf, wo jedermann, vom Gange der militärischen Operationen aufrichtig und innig befriedigt, mit festem Vertrauen in die Zukunft sieht, ohne sich um das unsinnige Geschwätz der feindlichen Presse zu bekümmern, die sich durch vollständige Unkenntnis der Dinge in Bul⸗ garien auszeichnet. 0 Ein Telegramm des bulgarischen Ministerpräsidenten. Berlin, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die reichs⸗ deutsche waffenbrüderliche Vereinigung— Präsidium Oberbürgermeister Wermuth, Generalfeldmar⸗ l hat den schall v. Mackensen und Generalkonsul v. Koch— Eintritt Bulgariens in den Kampf an Seite Deutsch⸗ lands, Oesterreich⸗Ungarns und der Türkei zum Anlaß einer lebhaften Sympathiekundgebung zu Händen des bulgarischen Ministerpräsidenten Radoslawow genom⸗ men. Hierauf ist das nachfolgende Telegramm bei Ober⸗ bürgermeister Wermuth eingegangen: Es drängt mich, Ihnen, Exzellenz, und der reichs⸗ deutschen waffenbrüderlichen Vereinigung meinen tief⸗ gefühlten Dank auszudrücken für die so warmen Worte der Anerkennung. An der Spitze der Regierung stehend, als das schwerverletzte Bulgarien seine schicksalsschwerste Entscheidung zu treffen hatte, verschafft mir Ihr Schrei⸗ ben, wenn ich auf die schwere Zeit des Wägens zurück⸗ 5 blicke, ein Gefühl freudvoller Genugtuung, daß wir alle, König und Volk, nun wie ein Mann ausrufen können: Ich habe es gewagt! Die Aufgabe der waffenbrüderlichen Ver⸗ einigung ist unseren Herzen sehr nahe. Am 14. Oktober begannen wir zusammen mit unseren tapferen Verbün⸗ deten die blutige Arbeit für eine hehre und gerechte Sache. Das gemeinsam vergossene Blut soll uns auch zu ge⸗ meinsamer Friedensarbeft zusammenkitten und anspornen. Das walte Gott! Ministerpräsident Radoslawow. Bratianu erkrankt. Berlin, 25. Nov.(Priv.⸗Tel.) Die„B. Z. a. M.“ mel⸗ det aus Bukarest: Ministerpräsident Bratianu ist er⸗ krankt und muß das Bett hüten. Jede Aktion zur Neu⸗ g begonnen 1 haben, um unreine bernheiten regen nie⸗ bildung des Kabinetts ist damit einstweilen zum Stillstand 9 gebracht. 3 Kämpfe bei Bagdad. London, 25. Nob.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das Indische Amt teilt mit: Die britischen Truppen haben nach einem heftigen Gefechte, das den ganzen Tag dauerte, am Montag die türkische Stellung bei Ktesiphon, 18 Meilen von Bagdad, erobert. Sie nahmen 800 Mann gefangen und erbeuteten viele Waffen und Ausrüstungsgegenstände. Die En glän⸗ der verloren 2000 Mann an Toten und Ver⸗ wundeten. In der Nacht vom 23. auf den 24. November wurden die Gegenangriffe der Türken erfolgreich zurück⸗ geschlagen. Die Engländer mußten sich jedoch haute wegen Wassermangels zum Flusse zurückziehen, der drei oder vier Meilen unterhalb der eroberten Stellung liegt. . N die Kriegsgewinnsteuergesetzentwürfe. Berlin, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die vom Bundesrat in seiner heutigen Sitzung angenommenen Kriegsgewinnsteuergesetzentwürfe betreffen Aktiengesell⸗ schaften, Gesellschaften m. b. H. und die sonstigen Erwerbs⸗ zwecke verfolgenden juristischen Personen, sowie die Reichs⸗ bank. Hinsichtlich der erstgenannten Erwerbsgesellschaften werden vorbereitende Maßnahmen getroffen, wodurch der während der n e e erzielte Mehrgewinn für die Zwecke der in dem endgültigen Kriegsgewinnsteuergesetz anzuordnenden Besteuerung sichergestellt werden soll. Den Erwerbsgesellschaften wird auferlegt, Sonderrückla⸗ gen in Höhe 50 v. H. in den Kriegsgeschäftsjahren erziel⸗ ten Mehrgewinne zu bilden, die getrennt von den Gesell⸗ schaftsvermögen anzulegen und zu verwalten sind. Hier⸗ durch wird verhindert, daß Mehrgewinne durch Verteilung an die Aktionäre und Gesellschafter der unmittelbaren Er⸗ fassung durch die geplante Steuer entzogen werden. Die Kriegsgewinnbesteuerung der Reichsbank wird angesichts der Sonderstellung dieses Instituts in einem eigenen Gesetz⸗ entwurf geregelt. Der Gesetzentwurf sieht vor: 1. Ausgleichs⸗ abgabe für die auf Grund des Gesetzes vom 4. August 1915 zeitweilig aufgehobene Notensteuer; 2. Kriegsgewinnsteuer in Höhe von 50 Prozent des in den Kriegsgeschäftsjahren gegenüber dem Durchschnitt der drei Jahre 1911 bis 1913 crzielten Mehrgewinns. Die Verteilung des nach Entrich⸗ tung dieser Kriegsabgabe verbleibenden Reingewinns er⸗ folgt wie bisher nach den Bestimmungen des 8 24 des Bankgesetzes. Berlin, 26. Nov. Zur WTB. Meldung aus dem Bundesrat über die Kriegsgewinnsteuergesetzent⸗ würfe bemerkt die„Vossische Zeitung“: Die Steuer soll erst nach dem Kriege, jedenfalls nicht vor Ablauf des Jahres 1916 erhoben werden. Die Aktiengesellschaften und ähnliche Unternehmungen haben sich in Erwartung der Kriegs⸗ gewinnsteuer teilweise bereits auf eine Bereitstellung ein⸗ gerichtet. Wir erinnern an den vorbildlichen Fall der Ge⸗ winnzurückhaltung bei Krupp. Zweifellos liegen nicht über⸗ all die Verhältnisse so klar. Eine ganze Reihe von Unter⸗ nehmungen hat Mehrgewinne aus Kriegslieferungen des Jahres 1914 bereits zur Ausschüttung gebracht. Das Gesetz wird für solche Fälle besonderen Verfügungen vorsehen müssen.— Der„Vorwärts“ bedauert, daß der Bundes⸗ rat sich nicht habe entschließen können, in Nachahmung des englischen Beispiels vom Reichstag schon jetzt eine Besteue⸗ rung der Kriegsgewinne ganz allgemein zu fordern und nicht nur sich auf vorbereitende Maßregeln zu beschränken. Neue Bundesratsbeschlüsse. Berlin, 25. Nov.(WDB. Nichtamtlich.) Der Bundes⸗ rat hat angenommen: Eine 1 der Bekanntmachung über die Sicherstellung von Kriegsbedarf vom 25. Juni 1915(die klarstellt, daß für Kriegsbedarfszwecke nicht nur die Inanspruchnahme von Rohstoffen und Halbzeugwaren, sondern auch von Fertigerzeugnissen zulässig ist), den Ent⸗ wurf eines Gesetzes über vorbereitende Maßnahmen zur Be⸗ steuerung der Kriegsgewinne, eine Abänderung der Verord⸗ nung über die Regelung des Absatzes von Erzeugnissen der Kartoffeltrocknerei usw. vom 16. September, den Entwurf eines Gesetzes über Kriegsabgaben der Reichsbank, den Ent⸗ wurf einer Verordnung betr. das Verbot der Durchfuhr von Tieren und tierischen Erzeugnissen, den Entwurf einer Ver⸗ ordnung wegen Anwendung der Vertragszollsätze auf russi⸗ sches Bau⸗ und Nutzholz, den Entwurf eines Gesetzes über eine weitere Zulassung von Hilfsmitgliedern im Kaiserlichen Patentamt, den Entwurf einer Bekanntmachung über eine Erneuerung vernichteter Standesregister. 0 Aus Stadt und Cand. Gießen, 26. November 1915. Der Geburtstag des Großherzogs. Trotz dem Ernste der Zeit und der wenig festlichen Witterung trug der 25. November ein Gepräge, das an die Bedeutung des Tages auf Schritt und Tritt erinnerte, ohne deshalb als Beeinträchtigung des gewollten Verzichts auf Aeußerlichkeiten empfunden zu werden. Stand doch der Geburtstag des Landesherrn, wie das auch Oberbürger⸗ meister Keller in seiner Ansprache im Stadttheater be⸗ tonte, im Zeichen der vaterländischen Opferfreude. Sammler und Sammlerinnen mit den wohlbekannten Rote⸗Kreuz⸗ Büchsen lagen trotz der wenig einladenden Witterung fleißig ihrem Geschäft ob; die Konzerte an den verschiedenen Stel⸗ len der Stadt übten eine verhältnismäßig große An⸗ ziehungskraft aus. Flaggenschmuck an vielen Häusern trug gleichfalls zur Belebung des Straßenbildes bei. In den Schulen war größtenteils schon Mittwoch eine Vorfeier ver⸗ anstaltet worden. Die offizielle Weihe erfuhr der Festtag durch die Bürgerschaft abends im Stadttheater. Wir ver⸗ weisen auf den Bericht über die Festvorstellung daselbst und verzeichnen im Folgenden weitere Feiern und Würdigungen des Tages. f Die Hessen in Brüssel versammelben ich gestern ebenfalls zu einer Feier des Geburtstags des e 0 wurde an denselben folgender drahtliche Glückwunsch gefsandt: An Seine Königliche Hoheit Großh Ernst Ludwi 5 von Hessen und bei Rhein 0 29 Darmstadt. Die heute in Brüssel zur Feier des Geburtstages Euer Königlichen Hoheit kameradschaftlich vereinten Hessen aus dem Gebiet des General-Gouvernements Belgien senden Eurer Königlichen Hoheit untertänigst die herzlich sten Glückwünsche. Sie erneuern das Gelübde unverbrüch⸗ licher Treue, sich eins wissend mit den draußen im Felde stehenden, einen Teil des großen unzerbrechbaren eisernen Schutzwalles Alldeutschlands bildenden hessischen Truppen im Streben auszuharren und mitzuarbeiten, auf daß nach siegreichem Ende dieses gewaltigsten, dem deutschen Volle von seinen Feinden und Neidern ringsum aufgedrängten 8* 5 ö mung und ungestörte Eigenentwicklung vollauf sichernder Friede wieder einziehe auch in unsere hessische Heimat und in ihr zu neuer Blüte gelange deutsches Wesen und deutsche Kunst, der Euer Königlichen Hoheit sich von jeher fördernd, Richtung und Ziel weisend, gewidmet haben, zum Heil unseres hessischen und unseres großen deutschen Vaterlandes. Im Auftrage: Kriegsgerichtsrat Dr. Reuter, Regierungs⸗ rat Emmerling, Karl Pfaffenberger, Oberarzt Dr. Ritterhaus, Justizrat Schauer, Dr. Schenck, Redakteur Wertheimer, Kriegsgerichtssekretär Zöller. * Auf ein an den Großherzog vom Friegervereins g wie ßen gerichtetes Glückwunschtelegramm ging Kampfes ein unsere völkische Zukunft, unsere Selbstbestim⸗ N. 2. folgendes Autworttelegramm ein:„Kriegerverein Gießen, Ich danke aufrichtigst für treues Gedenken. Ern st Ludwig. * rb. Darmstadt, 25. Nov. Die Feier des Geburts⸗ 85 unseres Großherzogs vollzog sich heute wieder in demselben engen Rahmen, wie im Mi war statt der früheren Parade und Paroleausgabe nur gemeinsamer Gottesdienst angeordnet und im Palais fand nur kleiner Empfang der drei Minister und der militärischen Spitzen statt. Die Bureaus der staatlicken und städtischen Behörden waren geschlossen. In den Schulen fanden, wie üblich, kurze Festakte statt. Die Stadt trug reichen Fahnenschmuck, und stand im übrigen ganz im Zeichen des Opfertages, zu dem seit Wochen die umfassendsten Vorberei⸗ tungen getroffen worden waren. Schon von früh 9 Uhr ab durch⸗ zogen hunderte von jungen Mädchen die Straßen der Stadt und boten kleine Erinnerungsgaben, Postkarten mit den Bildnissen der Großherzoglichen Familie, kleine Fähnchen und Eichenlaub⸗ blätter den Passanten zum Kaufe an. In den Mittags⸗ und Nach⸗ mittagsstunden wurden auf den öffentlichen Plätzen Konzerte der noch hier befindlichen Militärkapellen abgehalten, bei denen sich trotz des sehr zweifelhaften Wetters— Regenschauer wechselten häufig mit Sonnenschein— ein sehr zahlreiches Publikum einfand. Neben den allgemeinen Sammlungen des Opfertages waren in verschiedenen Bezirken Konzerte arrangiert, von denen das Künstler⸗ konzert im Mathildenhöhesaal und der„Bunte Abend“ im großen Turnhallensaal am Woogsplatz unter Mitwirkung der ersten Kräfte unseres Hoftheaters ganz besonders stark besucht waren. Im Hoftheater war am Abend eine Festvorstellung, der auch der Großherzog und die Großherzogin beiwohnten. Zur Auf⸗ führung kam unter Felix v. Weingartner's Leitung zum ersten herzogspaar in der Hofloge erschien, erhob sich das festlich geklei⸗ dete Publikum und der Oberbürgermeister brachte ein dreifaches Hoch auf den Großherzog und die Großherzogliche Familie aus, in das alle Anwesenden begeistert einstimmten; die Hofkapelle spielte im Anschluß daran die Nationalhymne. ha. Nidda, 25. Nov. Das Geburtsfest unseres allver⸗ ehrten Großherzogs wurde in den hiesigen Schulen festlich begangen. In der Höheren Bürgerschule hielt nach vaterländischen Gesängen und Deklamationen Pfarrer Werner die Festrede über das Thema: Unsere Hessen im Kriege. Er ging aus von den Kämpfen unserer Krieger vor 100 Jahren in Spanien und Ruß⸗ land, wobei besonders der hochverdiente Herrscher Prinz Emil von Hessen Berücksichtigung fand, ging dann über zu der Tätigkeit der Hessen im Kriege 1870/71. Hier wurde besonders ihre Anteil⸗ nahme an den Schlachten bei Gravelotte und Briare gewürdigt. Schließlich wurden die Kämpfe im jetzigen Kriege in Belgien, Frankreich, Rußland und Serbien ins Licht gestellt. Ein Hoch auf 175 3 Hoheit den Großherzog und die Nationalhymne schlos⸗ en die Feier. (Laubach, 25. Nov. Im festlich geschmückten Zeichensaal des Gymnasiums Fridericianum fand gestern mittag 3½¼ Uhr eine nichtöffentliche Vorfeier des Geburtstags des Großher⸗ 30 g 8 statt. Eingeleitet wurde die Feier durch den in mehrstimmi⸗ gem Chor von den Schülern gesungenen Psalm„Der Herr ist mein Hirte“. In abwechselnder Vortragsfolge reihten sich hessische Kriegs⸗ gedichte, in neuester Zeit entstanden, und Kriegslieder an. Die Festrede hielt Prof. Weüßbart Er gab darin einen Rückblick über den Verlauf des vergangenen Kriegsjahres und wußte dann auf die Erfolge hinzuweisen, die der Krieg auf wirtschaftlichem und in⸗ dustriellem Gebiete, sowie in geistiger und moralischer Beziehung für unser Volk und Vaterland gezeitigt habe. Die Rede klang aus in ein dreifaches Hoch und das Gelübde der Treue zu unserem Großherzog Ein allgemeiner Gesang„Heil Dir im Siegerkranz“ schloß die Feier. * Auszeichnungen und Ernennungen. Ter Großherzog hat verliehen: 0 Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der In⸗ schrift„Für treue Dienste“ am Bande des Ver⸗ dienstordens Philipps des Großmütigen: dem Großh. Gartenaufseher August Was nuth zu Seeheim. Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der In⸗ schrift„Für treue Arbeit“: den Gartenarbeitern Georg 9 57 3 Bessungen und Konrad Landzettel bei er Hofgärtnerei senhöhe. 5 Der Großherzog zum 25. November verliehen: Den Charakter als„Rechnungsrat“ dem Bu⸗ reauvorsteher bei dem Verwaltungsgerichtshof Jakob Petry in Darmstadt, dem Oberrechnungsrevisor Valentin Franz in Darm⸗ stadt, dem Oberrechnungsrevisor Heinrich Emmerich in Darmstadt. Den Charakter als„Hofrat“: dem Vorstand des stenographischen Landtagsbureaus Reinhold Zehl in Darmstadt. Ter Großherzog hat anläßlich seines Geburtsfestes erteilt: Den Charakter als„Staatsrat“ dem Ministerial⸗ rat und Vorsitzenden der Abteilung für öffentliche Gesundheits⸗ 55 des Ministeriums des Innern Franz Hölzinger zu Darm⸗ tadt. 5 Den Charakter als„Geheimerat“: dem Vorsitzen⸗ den des Vorstandes der Landesversicherungsanstalt Großherzogtum Hessen Geheimen Regierungsrat Dr. August Dietz zu Darmstadt, dem Provinzialdirektor der Provinz Starkenburg und Kreisrat des Kreises Darmstadt, Friedrich 72 Darmstadt, dem ordent⸗ lichen Profeffor in der phllosophif 1 e versität Geheimen Hofrat Dr. Hermann Siebeck zu Gießen. Den Charakter als„Geheimer Obermedizi⸗ nalrat“: dem vortragenden Rat in der Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege des Ministeriums des Innern Obermedizinalrat Dr. August Balser zu Darmstadt. 5. Den Charakter als„Geheimer Oberkonsisto⸗ rialrat“; dem Oberkonsistorialrat Dr. Wilhelm Darmstadt. 5 5 Den Charakter als„Geheimer Nene rat“: dem Kreisrat des Kreises Bensheim Curt Eckstein. Den Charakter als„Geheimer Justizrat“: dem ordentlichen Professor in der juristischen tät der Landesuni⸗ versität Dr. Wolfgang Mittermaier zu 5 Direktor des Neuen Gymnasiums zu Darmstadt Dr. Ludwig B. hold, dem Direktor der Oberrealschule am Stadthaus zu Offenbach Gustav Karg, dem Direktor des Lehrerseminars zu Friedberg Tr. Karl Karg, dem Direktor der Oberrealschule zu Alsfeld Dr. Heinrich Pitz, dem Direktor der Blindenanstalt zu Friedberg Franz Schwabe, dem Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Darm⸗ stadt Professor Ludwig Heddäus. 5 8 Den Charakter als„Geheimer Medizinalrat“: dem Medizinalrat Dr. Emanuel August Merck zu Darmstadt, lebenslängliches Mitglied der Ersten Kammer der Landstände, dem ordentlichen Professor der veterinürmedizinischen Fakultät der Laudesuniversität Dr. Wilhelm Pfeiffer zu Gießen, dem ordent⸗ lichen 8 in der medizinischen Fakultät der Landesuniversität Dr. Peter Poppert zu Gießen. Den Charakter als„Geheimer Sanitätsrat“: dem praktischen Arzt Sanitätsrat Dr. Karl Dikors zu Lollar, dem praktischen Arzt Sanitätsrat Dr. Heinrich Ludwig Müller zu Den Charakter als„Geheimer Kommerzien⸗ rat“: Dem Mitinhaber der Firma Dörr u. Reinhart zu Worms, Kommerzienrat Fritz Dörr daselbst, dem Weinhändler Kommerzien⸗ rat Josef Harth zu Mainz, dem Vorsitzenden der Handelskammer Worms, Kommerzienrat Wilhelm Kölsch zu Worms. „Den Charakter als„Regierungsrat“: dem Mi⸗ nisterialsekretär in dem Ministerium des Innern Konrad Löhlein 3 1 5 1 en Titel„Bürgermeister“: dem besoldeten Bei⸗ geordneten der Stadt Worms Georg Metzler, dem besoldeten Jakob Porth, dem besoldeten Beigeordneten der Stadt Offenbach Franz Rech dem Privat⸗ Beigeordneten der Stadt Offenbach Peeneg an der Tegnfsen och decker ne were ozenten an nischen Hochschule Regierungsbaumeister Dr.⸗ Victor Blaeß zu Darmstadt, dem Bibliothekar an der Mainz. Mal die Mozart sche Oper„Gärtnerin aus Liebe“. Als das Groß⸗ bo Fakultät der Landesuni⸗ 8 Bernbeck zu] de Den Charakter als„Geheimer Schulrat“; dem dem Hauptsteue uch⸗ kontrolleur bei Vorjahr. Für das Militär] M heim, Dr. Dr. Josef Höchstenb Ober⸗Ingelheim, Dr. Karl Koch u Offenbach dr. 5 Dr. zu. Darmstadt, etternich zu Mainz, Dr. Julius Metzges zu Mainz, Dr. Georg Nahm zu Darmstadt, Dr. Karl Nikolay zu Leidhelken, 7 Dr. Wilhelm Ruckelshausen 5 Mainz, Dr. Karl Schmitt zu Dieburg, Dr. Franz Leo Schwerdt zu Hechtsheim, Dr. Franz Soriba zu Södel, Dr. Karl Textor zu Eberstadt(Treis Darmstadt), Dr. Franz Vierling zu Mainz, Dr. Wilhelm Vogel zu Tarm⸗ stadt, Dr. Adolf Weber zu Alsfeld, Dr. Karl Weißgerber zu Offenbach, Dr. Peter Wisser zu Herrnsheim. 5 Den Charakter als„Veterinärrat“: dem Kreis⸗ veterinärarzt Johannes Nuß zu Rimbach i. O. Den Charakter als„Kommerzienrat: dem Bankdirektor Felix Goldschmidt zu Mainz, dem Ingenieur und 710 e Karl Ludwig Haas zu Mainz, dem Kaufmann Lud⸗ wig Joseph zu Darmstadt, dem Bankdirektor Christian Lott zu Worms, dem Weingroßhändler und Weingutsbesitzer Paul An⸗ Sen Ohler zu Bingen, dem Malzfabrikanten Karl Schill zu Ost⸗ fen. 5 155 5 8 len, e 279 50 esitzer Heinri st IV. zu Osthofen, Zbesitzer, tagsabgeordneten Karl Breidenbach zu Dorheim, dem Gutsbesitzer Otto Dettweiler zu Wintersheim, dem Guts pächter Friedrich Adolf 5 zu Hof Rheinfelden(Kreis Groß⸗Gerau), dem Gutsbesitzer arl Friedrich Graef zu Monsheim, dem Vorsteher der landwirt⸗ schaftlichen Winterschule zu Alzey, Landwirtschaftslehrer Georg Lintz, dem Gutsbesitzer Erwin Roemer zu Erbes⸗Büdes heim. 5 Den Charakter als Gewerberat“: dem Vorsitzen⸗ den des Ortsgewerbevereins Gi und Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Weißbindermeister Louis Petri II. zu Gießen. Den Charakter als„Musikdirektor“: J, Musiklehrer an dem Ernst⸗Ludwig⸗Seminar zu Bensheim Michael Dößbert... a 5 . Den Charakter als„Polizefrat“: dem Polizei⸗ inspektor Ludwig Bischoff zu Worms. 5 Den Charakter als„Rendant“: dem Rechner der Bezirkssparkasse Gießen Wilhelm Eisenhauer, dem Stadtrechner Theodor Vogel zu Mainz, dem Rechner der Bezirkssparkasse Mathildenstift in Butzbach Wilhelm Weickhardt. Den Charakter als„Förster“: den Kommunalfo warten Georg Bertsch zu Groß⸗Gumpen, Johannes Gölz zu Dorf Erbach(Kreis Erbach), Georg Wilhelm Hirsch zu Nieder⸗ Florstadt, Peter Jakob II. zu Birkenau, Adam Simon zu Bons⸗ weiher. Ter Großherzog hat zum 25. November erteilt: irchen rat“: dem evangeli⸗ R Den Charakter als„K schen Pfarrer und Dekan Wilhelm Wahl zu Beienheim, dem evan⸗ gelischen Pfarrer und Dekan Emil Münch zu Schotten und dem evangelischen Pfarrer August Dingeldey zu Darmstadt. N Der Großherzog hat zum 25. November erteilt: Den Charakter als„Geheimer Justrzrat“/: dem Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Georg Kolb, dem Notar Justizrat Otto Schwarz in Worms und 1 55 echtsanwalt und Notar Justizrat Otto Hallwachs in Darm⸗ Den Charakter als„Justizrat i dem Rechtsanwalt Dr. Mar Strauß in Worms. 1 Den Charakter als„Oberaktuar“: dem Aktuar bei dem Amtsgericht Darmstadt 1 Karl Bauer, dem Aktuar bei dem Amtsgericht Pfeddersheim Albert Ludwig Fritz und dem Aktuar bei dem Amtsgericht Offenbach Albrecht Lohnes. 5 Den Charakter als Registrator“: dem Schreib⸗ gehilfen bei dem Amtsgericht Mainz Cornelius Schaad. Der Großherzog hat zum 25. November verliehen: den Charakterals„Geheimer Oberfinanzra t“: den vor⸗ tragenden Räten bei der Abteilung für Steuerwesen des Mi⸗ nisteriums der Finanzen, Oberfinanzrat Dr. Georg Hellwig und Oberfinanzrat Christian Braun. Den Charater als Geheimer Oberforstra t: dem vortragenden Rat bei der Abteilung für Forst⸗ und Kameral⸗ P des Ministeriums der Finanzen, Oberforstrat Julius n. Den Charakter als„Geheimer Forstrat“: dem berförster der Oberförsterei Sber⸗ 5 Forstmeister August warz, dem Oberförster der Oberfö i Lengfeld Forstmeister Alfred Preuschen zu Lengfelder Forsthaus, dem Oberförster der Oberförsterei Langen Forstmeister Ernst Klump. Den Charakter als„Forstmeister“: dem Ober⸗ förster Dr. Alwin Schenck zu Darmstadt, zurzeit in Brüssel. Den Charakter als„Rechnungsrat“: dem Sekre⸗ tariatsassistenten bei dem Ministerium der Finanzen Johannes frank, dem Ministerialrevisor bei dem Ministerium der Finanzen eorg Dingeldein, ab e een bei dem Ministerium der Finanzen Konrad Schmitz, dem Sekretariatsassistenten bei dem Ministerium der Finanzen Martin Bormet, dem technischen Re⸗ visor bei e Bureau der Ministerialabteilung für Bauwesen Philipp Grünig, dem Buchhalter bei der Hauptstagts⸗ lkasse Georg 1 8 dem Hauptsteueramtsrendanten bei dem Hauptsteueramt en Franz Schenkelberg, dem Bezirkskassier 1. Bezirkskasse Alsseld Nendant Heinrich Spaar, dem Bezirks⸗ kassier der Bezirkskasse Vilbel Rendant Friedrich Rinner, dem Bezirkskassier der Bezirkskasse Mainz J Rendant Jakob Kissel, dem Bezirkskassier der Bezirkskasse Friedberg Rendant Heinrich Zimmermann, dem Bezirkskassier der Bezirkskasse Groß⸗Gerau Rendant Wilhelm Schöbel, dem Niederlageverwalter bei dem Hauptsteueramt Mainz Peter Karn, dem Revisionsinspektor bei ramt Mainz Eduard Obmann, dem Revisions⸗ ro dem Hauptsteueramt Gießen Heinrich Faust, dem Revisionskontrolleur bei dem Hauptsteneramt Worms Karl Weber, e im und dem Eise⸗ obersekretär bei der e 0 aur ee tree ere, eee Den argkter als„Förster“: dem For 0 Forstwartei Kleinhausen Peter Kauß zu Kleinbensen, 85 Lors is, Forstwart orstwartei Sprendlingen J Friedri Hörr zu Forsthaus bei Isenburg, dem Forstwart der S Otzberg Ludwig Stendal zu Otzberg, dem Forstwart der Forstwarter . Schott zu Schotten, dem Forstwart der. martei Sensfelder Tanne Philipp Köhres zu Forsthaus Apfelbach⸗ brücke, dem Forstwart der Forstwartei Bessungen Jakob Kolb zu Vegas ale ds d bacsen us Anlaß des diesjährigen Allerhö Geburts. den an hessische Beamte und Bedienstete der 5 waltung 31. Erinnerungszeichen für vferzigjährige. Dienstzeit und 225 Erin nerungszeichen für fünf⸗ und zwanzigjährige Dienstzeit verliehen. 3 0** e * Auf dem Felde der Ehre gefallen. 5. Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Offizier⸗Stellv. Haus Theis Res⸗Inf.⸗Rgt. 221, aus Butz bach.— Garde⸗Grenadier Karl Dern aus Butzbach.— Musk. Heinr, Müller, Inf.⸗Rgt. 221, aus Langenhain.— Gardist Johs. Faust aus Sandlofs— Musk. Karl Heinr. Frank, Res ⸗Inf.⸗ Ngt. 221, aus Grünberg.— Gardejäger Heinr. Rauber aus Waldgirmes.— Wehrmann Chr. Schweitzer, Landw.⸗Inf. Rat. 116, aus Greifenstein.— Musk. Haus Allendorf a Ing, Bibliothek der Landesuniversität Dr, Robert Frißs zu Gießen, Lauterbach.— Landsturm⸗Nekrut Jakob Ker 8 221, ans Berghausen.— Musk. Karl Uhl, Nen 1 1. r„ aus Garbenheim.— d N.. 221 aus Kirtorf.— Landsturmmann Johs. Hahn, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 118, aus Bieber.— Unteroff. Heinr. Otto Emmrich, Fahnenschmied, Fuß- Art.⸗Rgt. 240, aus Bergheim. . 1** W. a » Der Butterpreis. Das hessische Ministerium hat bekanntlich die Verordnung, durch welche der Grund— preis für Butter um 15 vom Hundert herabgesetzt wurde, aufgehoben. Es scheint die Meinung verbreitet zu sein, daß damit auch die für den Kleinhandel mit Butter vor⸗ geschriebenen Höchstpreise beseitigt seien. Das ist nicht der Fall. Für den Kleinhandel mit Molkereibutter bleibt der Höchstpreis von 2,20 Mk., für den Kleinhandel mit Land⸗ butter der Höchstpreis von 1,90 Mk. in der Stadt Gießen in Geltung. » Der Winter, der bisher nur mit schüchternem Finger angeklopft hat, änderte in der vergangenen Nacht seine Praxis und rüttelte mit grober Faust an der Tür. Die Nacht brachte einen wahrhaft sibirischen Schneefall von fast 15 Zentimeter Höhe und verwandelte das brave, gewohnte Stadtbild in eine phantastische Winterlandschaft, in der heute morgen jeder Ton des vertrauten Morgenverkehrs und fast auch dieser selbst erstarb. Allenthalben war man mit Schippe und Besen bemüht, Wege in die hohe Schneedecke zu bahnen. Wenn auch Menschenhände im Verein mit der Sonne— es könnte einem um die weiße Pracht fast leid tun— schon arge Verwüstungen darunter angerichtet haben, es bleibt immer noch so viel von den niedergegangenen Schneemassen, um zu be⸗ weisen, daß ein solcher Wintertag zu den Seltenheiten gehört. b Kreis Büdingen. Büdingen, 25. Nov. Der Fürstlich⸗Isenburg⸗ Büdinger Kammerdirektor Dr. Weimer wurde als Kreis ⸗ amtmann nach Linkowo bei Mitau berufen. Kreis Schotten. 24. Nov. Im Alter von 74 Jahren ist Graf Hermann zu Solms-Laubach in Straßburg, wo er lange Zeit an der Universität als Professor der Zoologie und Mineralo⸗ gie tätig war, gestor ben. Graf Hermann war der zweitjüngste des ve Grafen Otto zu Solms-Laubach, der vor als regierender Graf hier tätig war. Als letzter der Brüder wurde er durch den Tod abgerufen. Die Beisetzung findet nächsten Samstag hier auf dem Friedhof statt. ch. Bolkartshain, 25. Nov. Aus unserem friedlichen Dörfchen, das bei der Volkszählung 185 Einwohner zählte, wurden seit dem Ausbruch des Krieges 44 Militärpflichtige eingezogen. Den Heldentod haben gefunden: Friedrich Winter, Otto Schäfer, Heinrich Will, Heinrich Winnecker und Ludwig Langlitz. Auszeichnungen haben erhalten: Heinrich Winter das Eiserne Kreuz 2. Klasse, die Hessische Tapferkeitsmedaille Karl Will und Friedrich Langlitz. Vermißt ist seit September vorigen Jahres Otto Will, in französischer Gefangenschaft Otto Winker. 1 Kreis Friedberg. Das Friedberger Stadtarchiv nebst Stadtbibliothek 5 im Weltkrieg 1914/15. „Als die Stadt Friedberg im Ja ihr Stadtarchiv neu zu begründen, d. h. Bestände zu ordnen und die zahlreichen in fremde befindlichen Archivalien uerwerben, wurde gleich⸗ zeitig der Plan verfolgt, eine Bibliothek anzulegen, in der alle auf Friedberg und die Geschichte und Landeskunde der Wetterau bezüglichen Drucke Aufnahme finden sollten. 1913 ee siedel 1971. 2 5 5 8 ee n 7—* zer, eu bau Haagstraße 16 über, 2 ie. Stocwerte im süd⸗ lichen von Liebfrauen ni genügten. Stadt⸗ archiv und Stadtbibliothek wuchsen dank der weisen Für⸗ sorge der opferwilligen Stadtverwaltung und dank dem Gemeinsinn aller 9— der heimatstolzen Bürger⸗ [ Lauba schaft überraschend s. und noch jetzt vergeht kaum ein e e e eee ee ie die te von Fri ilun der Sladteibliosher 5 2 2 7 sich bereits 1913 auf bea werter Höhe, und die histori 1 755. waren damals s. Werke vertreten erfuhr die Stabtbbiecher r 5, Ueberlassung vieler Tausend Doppel stücke d die zogliche Hof bibliothek Darmstadt die Gro ogliche Universitäts⸗ bibliothek Gießen eine so wertvolle Bereicherung, daß sie dazu übergehen konnte, fortan bei Neuanschaffungen alle Wissensgebiete zu berücksichtigen. 1914, als der Krieg ausbrach, standen 77 geitschriften begnls per„arge müfgen Elagange bon gi schenfungs N 7 9 on ugs weise), ese 4 e ee(unentgeltlich). n jedoch der großen Zeit gerecht zu werden, wurde die Zahl der Tageszeitungen um 6 erhöht(davon 3 schenkungsweise) und außerdem wurden 16 Kriegszeitschriften⸗ und melwerke 925 545(davon 3 schenkungsweise). Hand in damit die Anschaffung hervor i tlichun⸗ gen, die als Kriegsdenkmäler bleibenden Wert besitzen. Und d kon lbstverständlich all ichbar oto⸗ e e; un 2* i betreffen, ferner Feldpostbriefe von Sen 5 Stadt und Friedberger Druckereien. Neben dem Friedberger Museum mit seinen vortzüg⸗ li Sammlun werden Sta und Stadt⸗ ice Aumerbar Ibn lüge Bergs d. von den⸗ Geist unserer Zeit. N Starkenburg und Rheinhessen. ch. Aus Rheinhessen, 26. Nov. Die Weinbergs⸗ besitzer haben die Winterarbeit in den Weinber⸗ gen aufgenommen. enwärtig sind sie allenthalben mit der Düngung der beschäftigt. Das Rebholz steht günstig und ist ausgereift. Der neue Wein entwickelt sich in den Kellern zur Zufriedenheit. Gefragt wird vor allem nach Rotwein, der 5 einen leichten und glatten Abgang zu hohen Preisen findet, während Weißweine durchaus nicht gesucht sind, doch kann man darauf rechnen, daß nach dem Umsätzen wurden für das Stück 1915er Weißweine in Sulz⸗ heim 535—550 Mi., in Wörrstadt 535550 Mk., in Spies⸗ heim 550—560 Mk., in Eichloch 530 Mk. in Partenheim 500550 Mk., in Jugenheim 530—540 Mk., in Schorns⸗ heim 535-570 Mk., in Üdenheim 535—580 Mk., in Gau⸗ Odernheim und Umgebung 550—560 Mk., in Vendersheim und Umgebung 540600 Mk., 1915er Rotwein in Dittels⸗ heim 685 Mk., in Stadecken 800 Mt., in Spiesheim 670 Mk, in Bechtheim 750 Mk., in der Wörrstadter Gegend 700 Mk., in Gau⸗Odernheim und Umgebung 750 Mk., in Venders⸗ 1 5 8 2 5 2 70 1 Weißwein in der Alsheimer nd 700— in en⸗ N! Slick 1913er 105 heim 780 Mk., für das in Gau⸗Odernheim 670 Mr. bezahlt. Tagebuchaufzeichnungen, sowie alle Kriegsliteratur aus ersten Abstich auch diese mehr gesucht werden. Bei den letzten] schaftliche Tatigkei N I Marburg,* heutigen letzten dies⸗ jährigen Schweinemarkte waren trotz des anhaltenden Schneegestöbers rund 385 Ferkel und Läufer zugefahren. Erstere wurden durchschnittlich mit 50—65 Mk. und letztere mit 90—110 Mk. das Paar, je nach Größe und Qualität, 2 775 Der Handel ging ziemlich flott. Diejenigen Kauf⸗ lustigen, die auf bald zu schlachtende Einlegschweine gerechnet hatten, mußten unverrichteter Sache abziehen, denn größere Ware fehlte gänzlich.— Eine vom Marburger Hausfrauen⸗ Verein vorgenommene Sammlung für die Kriegsspende „Deutscher Frauendank 1915“ ergab bis jetzt schon 4100 Mk. Frankfurt a. M., 25. Nov. Ein hübsches Beispiel zu dem Kapitel„Hunnen und Barbaren“ lieferte ein junger Lehrer von der Kaufunger Schule im Stadtteil Bockenheim. Der junge Mann steht seit Monaten auf dem westlichen Kriegsschauplatze, fand aber hierbei noch Zeit zur Vorbereitung auf die Mittelschullehrerprü⸗ fung. Mit Genehmigung der Heeresleitung reiste er dieser Tage nach Kassel, bestand hier die Prüfung für Fran⸗ zösisch und Englisch mit„Gut“ und tritt morgen wieder seinen Dienst als wackerer Vaterlandsverteidiger an.— Die hiesige Strafkammer verurteilte den Weinhändler Ju⸗ lius Gochsheimer von hier wegen Beleidigung des deutschen Heeres zu 500 Mk. Geldstrafe. Auf einer Reise von Berlin nach Frankfurt hatte der gute Mann im Speisewagen mehreren Mitreisenden gegenüber geäußert, daß die Verwüstungen Ostpreußens nicht auf die Russen, sondern auf das Danziger Korps zurückzuführen seien. Die Russen seien Elitesoldaten und hätten sich sehr fein in Ost⸗ preußen betragen. Der Staatsanwalt hatte drei Monate Gefängnis beantragt. Das Gericht hielt dem Angeklagten zugute, daß er nicht aus vaterlandsfeindlicher Gesinnung gehandelt, sondern nur den Wichtigtuer gespielt habe.— Der Rhein⸗Mainische Verband für Krieger⸗ heimstätten plant die Gründung einer Siedlungs⸗ esellschaft, die an geeigneten Plätzen in der Umgebung Hrankfurts auf der Grundlage der Erbpacht Siedlungs⸗ stätten schaffen und an geeignete Kriegsbeschädigte vergeben will. Die Gründungsversammlung findet bereits am 1. De⸗ zember statt. Gabriel v. Max 7. München, 25. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Maler 8 8 Gabriel v. Max ist gestern im Alter von 75 Jahren gestorben. Aus München kommt die Nachricht, daß daselbst Gabriel von Max gestern im Alter von 75 Jahren gestorben ist. Im August erst feierte er, einer der bekanntesten Maler der Gegen⸗ wart, seinen 75. Geburtstag, und es ist dabei seiner Bedeu⸗ tung als Mensch und Künstler im Feuilleton unseres Blattes aus⸗ führlich gedacht worden. In ruhigerer Zeit würde der Tod dieses Mannes in der Kunstwelt Deutschlands und weit darüber hinaus sssehen erregen; heute, mitten im Kriege, steht die zahlreiche Ge⸗ meinde seiner Freunde ruhiger an seiner Bahre, der mit seiner eigenartigen Persönlichkeit und seiner festgegründeten Weltanschau⸗ ung in unserem Kunstleben eine schwer zu ersetzende Stellung ein⸗ nahm. Die Lücke, die er hinterläßt, ist umso schmerzlicher, als unter dem jungen Nachwuchs der Tod auf dem Schlachtfelde so reiche Ernte hält. Handel. Berlin, 25. Nov.(WB) Der Goldbestand der Retchs⸗ bank hat in der am 23. November abgelaufenen Berichtswoche um 1,5 Millionen Mark zugenommen. Bei den Darlebenskassen haben die ausgeliehenen Beträge eine sehr erhebliche Abnahme er⸗ fahren, sie sind in der Woche unt 235,7 Millionen Mark zurück⸗ gen. Bei der Reichsbank beträgt die Gesamtabnahme des standes an Darlehens kassenscheinen in der Zeit vom 15. bis 23. November 238,2 Millionen Mark, ihr Vorrat hat sich auf 507,4 Millionen Mark ermäßigt. Der Bestand der Reichsbank an Reichskassenscheinen belief sich am 23. November auf 49,4 Millionen Mark und hat gegen den Bestand vom 15. November um 2,2 Millionen Mark zugenommen, was ungefähr dem Be⸗ trage entspricht, den die Reichsbank an Darlehnskassenscheinen dem Verkehr übergeben hat. Die Kapitalanlage der Reichsbank hat chtens⸗ einen Zuwachs um 341,2 Millionen Mark erfahren; die bank⸗ mäßige Deckung allein ist um 346,4 Millionen Mark gestiegen. Zieht man diese beträchtliche Belastung mit der Verminderung des Darlehensbestandes bei den Darlehenskassen in Berücksichtigung, so verringert sich die Belastung auf 105,5 Millionen Mark. Dieser Betrag wird mehr als ausgeglichen durch die Erhöhung der frem⸗ den Gelder um 173,5 Millionen Mark. In der gleichen Zeit des Jahres 1913 betrug die Erhöhung nur 74 Millionen Mark. An dem Zuwachs der fremden Gelder sind sowohl die öffentlichen wie auch die privaten Gut haben beteiligt Die Golddeckung der Noten stieg in Zusammenhang mit der Verringerung des Um⸗ laufs von 4%7 auf 42,2 Prozent. Dagegen weist die Deckung der sämtl täglich fälligen Verbindlichkeiten durch Gold eine Abnahme durch 33 auf 32,5 Prozent auf, die sich ohne weiteres aus der starken Erhöhung der fremden Gelder erklärt. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. 5 e in Hessen am Samstag, den 27. Nov. 1915: Wechselnd bewölkt, meist trocken, kälter.* Letzte Nachrichten. Kritik im englischen Oberhaufe. vor 5 sagt habe.— Der Herzog von K merksamkeit auf die wirtschaftlichen Jol einer starken bung von Landarbeitern. Die landwirtschaftliche Erzeugung würde um 10 Prozent sinken. Die Gewerbe litten unter Arbeitermangel. Dies sei eine Folge der Mobilisierung aller verfügbaren Männer. England habe seinen alten Standpunkt allmählich aufgege⸗ ben und habe sich in eine große Militärmacht im konti⸗ nentalen Sinne lt. Man habe sich in einen Zustand hineintreiben lassen, ohne daß jemals ein bestimmter Plan a digt worden sei. Der an von Lord Derby beruhe auf der er des A* äßigen Opferbringens. Wenn die wirt⸗ t vor der Ausdehn r Armee zurücktreten Anwer⸗ e g 55 3 0 so müßten alle Gewerbe gleichmäßig herangezogen Krieg zu gewinnen glaube England militärisch zur en rung möge den Alliierten erklären, was England tun könne und daß Geldmacht und Seemacht, aber nicht Geldmacht und Landmacht eee 8 ä 2 Der Redner 71275 die Hoffnung 1 er Kriegsrat entscheiden werde, we Form die Kriegsleistungen Englands annehmen sollten. Dann würde die Nation wissen, woran sie sei. Lord Selborne sagte: Das Haus sei gewi rin einig, daß England eine möglichst große Armee ins Feld stellen müsse. Die Landwirtschaft müsse teilweise mit der Arbeit von Frauen, Schulknaben, Soldaten und Renten⸗ empfängern auskommen. Der Redner sagte, die Klassifizierung der Arbeiter im nationalen ster sei mit unbeschreiblicher Nach⸗ lässiakeit geschehen. Die Nachlässigkeit sei in manchen Fallen 5 eine neue i vorgenom⸗ e e e e behrlichen fälschlich angeworbenen Landarbeiter zu beurlauben. Eine neue Regierung in Griechenland? Kopenhagen, 26. Nov. Nach Londoner Meldungen aus Athen soll die Stellung des Ministeriums Skulu⸗ dis stark erschüttert sein. Os wird angenommen, daß Rhallis eine neue Regierung bilden wird. Die Lage in Persien. Rotterdam, 26. Nov. Eine russische Meldung des„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ berichtet, man bewahre an amtlichen Stellen größte Zurückhaltung über die Lage in Per⸗ sien, so daß man Grund zu der Vermutung habe, daß sich dort Vorgänge abspielten, an deren Geheimhaltung sehr viel gelegen sei. Kitchener in Aegypten. Budapest, 26. Nov. Aus Athen wird gemeldet: Kitche⸗ ner ist nach Aegypten weitergereist, um die Verteidigung des Landes neu zu organisieren. Er ist der Ansicht, daß Aegyten der Schauplatz sehr ernster großer Ereignisse sein wird. Man habe den Eindruck, daß ein großer Angriff der Türken in Aegypten bevor⸗ stehe. Neue Verhaftungen in Aegypten. Budapest, 26. Nov. Wie das Konstantinopeler Blatt „Edassih“ berichtet, verhafteten die Engländer 20 vor⸗ nehme Aegypter aus der Umgegend des Khediven wegen an⸗ geblicher Verschwörung gegen die englische Herrschaft. Zur Eröffnung der italienischen Kammer. Lugano, 26. Nov. Ter russische Botschafter hatte nach dem„Corriere della Sera“ gestern in der Konsulta eine längere Unterredung mit dem Minister des Aeußern Sonnino. Auf heute nachmittag ist ein Ministerrat angesagt, in dem das Programm der Regierung für die bevorstehenden Kam⸗ merver handlungen und die vom Ministerpräsidenten im Parlament abzugebenden Erklärungen über den Gebrauch seitens der Regierung der ihr vom Parlament gewährten Vollmachten beraten werden soll. 5 Norwegen 10 Jahre selbständiges Königreich. Kristiania, 26. Nov. Norwegen feiert heute den Tag, wo vor zehn Jahren der neugewählte König in seine Hauptstadt einzog. Glückwünsche laufen von allen Seiten ein. Die Zeitungs⸗ stände bieten Festzeitungen feil. Die Zeitungen betonen in ihren Jubiläums⸗Aufsätzen die Bedeutung des Tages, an dem vor zehn Jahren die Verwaltung durch Errichtung einer neuen Dynastie gefestigt wurde nach der Auflösung der Union sowie durch Si 9 des innern und äußern Friedens und endlich die Zusammenarbeit der drei nordischen Königreiche, besonders nach der Einigung Amtlicher Teil. Betr.: Sicherung der Ernte 1916. An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden 3 des Kreises. Unter Hinweis auf die Verfügung vom 27. September 1915 Kreisblatt Nr. 87 sehen wir Ihrem Bericht binnen 1 Woche be⸗ stimmt entgegen. Gießen, den 23. November 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. Bekanntmachung. Das I. Ersatz⸗Bataillon des Inf.⸗Regts. 116 beabfichtigt Dienstag, den 30. November d. Js., östlich von Anne⸗ rod in der Richtung auf Burkhardsselden Gefechts schießen mit scharfer Munition abzuhalten. Das gefährdete Gelände darf von vormittags 9 bis nachmittags 3 Uhr nicht betreten werden. Als Gefahrzone kommt in Betracht das Gelände östlich Annerod mit der dahinterliegenden Waldfläche zwischen Annerod, Steinbach, Albach, Burkhardsfelden, Oppenrod und Ganseburg. Ter Verbindungsweg Annerod— Steinbach durch den„Ferne⸗ Wald“ ist für jeden Verkehr gesperrt. 5 5 Den Anweisungen der ausgestellten Posten ist Folge zu leisten. igen 2 1915. irh 10 r 8 Kreisamt 5 . : Hemmerde. ö An die Großh. Bürgermeisterien Albach, Annerod, Burk⸗ hardsfelden, Oppenrod und Steinbach. Auf die obige Bekanntmachung wird hiermit besonders mit dem Auftrage 8 entsprechende ortsübliche Bekannt⸗ machung in der Gemeinde zu erlassen. Gießen, den 24. November 1915. g Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Hemmerde. Samstags- Markt Großer Wurstverkauf. 06343) Wilh. Schermulvy. Frische Apfelsinen eingetroffen. 06347 B. Righi, Neustadt 15. Pralinés dilldbgaer Erben Pralinés ½ Ptund 28 Pie Dir Hermann Stelngoetter. 11- Sonntag, 28. Nov. 1915, Lukullus- Brot nachmittags 3½ Uhr: Leine Preise] Tleine Preisel Wie einst im Mai Posse mit Gesang und Tan in 4 Bildern von Rudol Bernauer und Rudolf Schan⸗ zer. Musik von Walter Kollo und Willi Bredschneider. Ende nach 6 Uhr. abends 7¼ Uhr: Kleine Preisel Kleine Preise! Ein Fallissement Schauspiel in 5 Aufzügen von Biörnstjerne Blörnson. Ende 10¼ Uhr. leuse Soldaten vom Feldwebel abwärts zablen bei allen Vorstellungen auf 2. und 2. 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Gießen, den 18. November 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. Entwurf zu einer Ortsbausatzung. Auf Grund der Bestimmungen in Artikel 2, 13, 29, 30, 31, 39, 44 und 59 der„Allgemeinen Bauordnung“ vom 30. April 1881 und in 88 3, 5, 6 usw. der Ver⸗ ordnung vom 1. Februar 1882 die Ausführung der„All⸗ gemeinen Bauordnung“ betreffend, wird auf Beschluß der Stadtverordneten⸗-Versammlung, nach Anhörung des Oberbürgermeisters und Begutachtung durch den Kreis⸗ ausschuß mit Genehmigung Großherzoglichen Mini⸗ steriums des Innern vom zu dem Bebauungsplan östlich der Marburger n Straße und oberhalb des Weges nach dem neuen Friedhof Gewann:„Auf die Chaus⸗ see“, folgende ung, erlassen. 0 Zu Art 13, 31 u 59 1 llgemeinen Bauordnung“. Für die vorgenannten Bauguartiere mit Ausnahme der beiden Eckplätze bei A— F wird offene Bauweise vorgeschrieben. Die Gebäude 5 1 1 0 5 5 1 5 zu D lhäusern vereinigt werden. Der Bauwich mu dan ee gemessen mindestens 5,00 Meter betragen. n n darf nicht unter 11,00 Meter bemessen sein. g 5 b Die Doppelhäuser müssen ein architektonisch Ganzes bilden, und die Gebäude dürfen in der Marburger Straße und in der Straße F.—G.— H. nicht weniger als zwei und nicht mehr als 2½ Stockwerke erhalten.. In den übrigen Straßenzügen dürfen nur Gebäude mit nicht weniger als 1½ und mit nicht mehr als zwei Stockwerken errichtet werden. 5 Bewohnbare Hinterhäuser dürfen nicht erbaut werden. Die Erbauung von Autogaragen, kleineren Pferde⸗ ställen usw. unterliegt besonderer Genehmigung. 5 Zu Art. 44 der eee Bauordnung“. 82 5 Die Umfassungswände der Gebäude können in den oberen Geschossen und Giebeln in architektonisch gefälli⸗ ger Holzkonstruktion hergestellt werden. Zu Art. 30 der ee Bauordnung“. 8 3. An Gebäuden, welche direkt an die Straße zu stehen kommen, können Balkone und Erker bis zu 60 Zentimeter Ausladung im I. Obergeschoß zugelassen werden. Loggien, Veranden und Erker können bis zur Grenze reichen, wenn gleichartige Anlagen des anstoßenden Ge⸗ bäudes durch eine Zwischenmauer getrennt werden. Bal⸗ kone müssen die Breite ihres Vorsprungs als Abstand von der Grenze erhalten. 5 Für die Gebäude mit Vorgärten können an den Straßenseiten Erker, Balkone und Veranden bis zu 1,00 Meter Ausladung zugelassen werden. Für beson⸗ dere Anlagen, Säulengänge, Treppen usw. vor der Straßenfluchtlinie muß besondere Genehmigung in jedem Einzelfalle erwirkt werden. f f Die Zurückstellung von Gebäuden hinter die Bau⸗ fluchtlinie kann die Stadtverordneten⸗Versammlung zu⸗ lassen. f Zu Art. 29 der F Bauordnung“. 8 4. Anlagen der in 5 16 der Gewerbeordnung erwähnten Art sind nicht zulässig. Die durch Ortspolizeiverordnung bestimmte Höhe der Einfriedigungen bleibt für die Marburger Straße und für die Straße F.— G.— H. unberührt. Die Einfriedigungen längs der Straßen B.—G. und D.— E. sollen dagegen nur eine Gesamthöhe von min⸗ destens 1,30 Meter erhalten.. b Die Einfriedigungen müssen aus einem massiven Sockel und aus Metall oder Holzgitter bestehen. Der Sockel, der entweder verputzt oder aus Hau⸗ oder Blendsteinen herzustellen ist, soll in den letztgenann⸗ ten Straßen in diner Höhe von mindestens 40 Zenti⸗ meter und nicht über 50 Zentimeter errichtet werden. f Gitter und Tore sind in gefälliger Weise auszu⸗ ühren. Mauern auf deren ganze Länge oder für einzelne Teile derselben zugelassen werden, insoweit dadurch das ge⸗ samte Straßenbild keine Beeinträchtigung erleidet. Ausführung des Reichsviehseuchengesetzes; hier: Aus⸗ schlag der Beiträge auf die Viehbefitzer. „ Für die Aufnahme der Viehbestände und die Ein⸗ ziehung der 5 ist für die Stadt Gießen der usiker und usikinstrumenten macher erdinand Bauer durch oßh. Kreisamt Gießen als Erheber bestellt worden. g 9204 B An Stelle solcher Einfriedigungen können auch volle ld Nachstehende Bekanntmachung bringe ich zur öffent⸗ lichen Kenntnis. Gießen, den 23. November 1915. Der Oberbürgermeister. 0 0 Keller. 10 B. Bekanntmachung. Betr.: Die Versorgungsregelung; hier: Die Kartoffeln. Auf Grund der 88 12 ff. der Bundesratsverordnung über die Errichtung von Preisprüfungsstellen und die Versorgungsregelung vom 25. September 1915 in der Fassung der Bekanntmachung vom 4. November 1915 (Reichs⸗Gesetzbl. S. 728), des§ 1 der Ministerial⸗ bekanntmachung über die Errichtung von„ stellen und die Versorgungsregelung vom 5. Oktober 1915(Kreisbl. Nr. 89 vom 12. Oktober 1915), sowie des 8 1 der Ministerialbekanntmachung über die Er⸗ gänzung der vorerwähnten Bekanntmachung vom 6. No⸗ vember 1915(Kreisbl. Nr. 100 vom 12. November 1915), wird mit Genehmigung Großh. Ministeriums des In⸗ nern zu Nr. d. J. III 17720 vom 15. November 1915 für den Bezirk des Kreises Gießen folgendes angeordnet: 5. L Landwirte, die Kartoffeln produziert haben, dürfen: 1. Kartoffeln nur nach Orten des Kreises Gießen verkaufen oder liefern oder absetzen; 2. Kartoffeln, außer unmittelbar an Verbraucher innerhalb des Kreises, nur an solche Händler oder gemeinnützige Anstalten oder Konsumvereine verkaufen oder absetzen oder liefern, die vom Kreisamt zugelassen 995 schriftlich ermächtigt sind. Händler dürfen 1. Kartoffeln nur in oder nach Orten des Kreises verkaufen, absetzen oder liefern;. 2. die Verbringung von Kartoffeln nur nach Orten innerhalb des Kreises für andere vermitteln und übernehmen, sowie bewerkstelligen; l 3. bei Landwirten Kartoffeln nur einkaufen mit aus⸗ 1 schriftlicher Ermächtigung des Kreis⸗ amts. 8 3. Ausnahmen von obigen Bestimmungen kann das Kreisamt bewilligen. N 8 4. Die von der Reichskartoffelstelle erteilten Bezugs⸗ scheine bleiben in Kraft. Ebenso werden nicht berührt die Vorschriften der Bekanntmachungen des Reichs⸗ kanzlers vom 9. Oktober 1915 und 28. Oktober 1915 über die Kartoffelversorgung; insbesondere bleiben die unter 8 7 der genannten Verordnung fallenden Kartoffel⸗ mengen zur Verfügung des Fumminalperbandes. 5 8.5. Die Landwirte und Händler sind verpflichtet, Ver⸗ zeichnisse nach nachstehendenn Muster zu führen. Die Verzeichnisse sind allwöchentlich abzuschließen. Sie sind der Bürgermeisterei sowie den vom Kreisamt mit der Prüfung beauftragten Personen auf Verlangen zur Ein⸗ sicht vorzulegen. 5 Wer diesen Bestimmungen zuwiderhandelt, insbeson⸗ dere auch in dem Verzeichnisse unrichtige Angaben macht, wird gemäß 8 17 der obengenannten Bundesratsverord⸗ nung mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 0 bestraft. Diese Verordnung tritt mit ihrer Veröffentlichung im Kreisblatt in Kraft. Gießen, den 18. November 1915. Der Großherzogliche Kreisrat des Kreises Gießen. Dr. Usinger. a) Geerntete Hiervon verkauft Noch Kartoffel- 7 90 vor dem 10. X. nach dem 10. X vorhan 8 1915 1915 dene b) Aufgekaufte Datum, Menge, Datum, Menge, Mengen Kartoffel- Käuser und deren Käufer und deren und wo menge Wohnort Wohnort lagernd U Die Richtigkeit bescheinigt. ir und d (Unterschrift) 0 f freiwilligen Metallablieferung sind eine Anzahl Gegenstände(Leuchter, Mörser usw.) wegen besonderen Kunstwertes von einer besonderen Sach⸗ verständigenkommission ausgewählt worden. Diese sollen, falls die Ablieferer damit einverstanden sind, dem hie⸗ e Museum gegen Ersatz des Metalls überwiesen wer⸗ n. Es steht jedoch den Ablieferern frei, diese Gegen⸗ stände gegen Zurückzahlung des Einkaufspreises zurück⸗ zuerwerben. Diejenigen, die von ihrem Rechte Gebrauch machen wollen, fordere ich auf, ihre Ansprüche an den beiden genannten Tagen bei der angegebenen Stelle geltend zu machen. Spätere Anmeldungen finden keine Berücksichtigung.. 8 Die betreffenden Gegenstände sind 5 Montag, den 29., und Dienstag, den 30. Non. 191 vormittags von 9 bis 12 Uhr auf Stadthar Zimmer Nr. 12, ausgestellt. bem 9209 P Bei der