278 Der Sießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche öeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelles1 Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Giehen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Inzei General⸗ Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Donnerstag, 25. November 1015 Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel ⸗ 5 K jährl. Mk. 2.50; durch 4 VAbhole- u. Zweigstellen 1 monatl 75 Pf.; durch 5 die Post Mk. 2. 30 viertel⸗ 9 jährl. ausschl. Bestellg. a Zeilenpreis: lokal 15 Pf., 1 ausw. 20 Pi.— Haupt- 5 schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstr. 7. Beck, sämtlich in Gießen. Mitrovica und Pristina genommen. Neue Wendungen in der Lage Griechenlands. Der Geburtstag des Landesherrn. Im Hessenlande wehen heute die Fahnen, ohne daß ein besonderer neuer Sieg erfochten worden ist, denn der Gewinn von Mitrovica und Pristina ist zwar ein glücklicher Fort⸗ schritt, bleibt aber im Rahmen dessen, was wir nach dem bisherigen Marschtempo erwarten durften; das festliche Ge— denken des hessischen Volkes gehört seinem angestammten Fürsten, der heute das 47. Lebensjahr vollendet hat. Mehr als einmal ist seit Ausbruch des Krieges das Wesen des deutschen Bundesstaates Betrachtungen unterzogen worden, und die glänzende Einheit des Reiches, an der alles lebt und schafft, hat uns immer wieder freudig erhoben. Die Un⸗ einigkeit der Stämme ist völlig erloschen, keine Eifersucht und kein Gegensatz trennt die deutschen Fürsten voneinander. Es gibt heute noch viel weniger als im Jahre 1870 eine Ent⸗ fremdung zwischen Süd und Nord, die Welfenfrage macht uns nicht mehr zu schaffen, und die Wunden, die unser Hessen vor nahezu 50 Jahren erleiden mußte, sind vernarbt. Jeder Deutsche fühlt sich als Glied eines großen Volkes. Wenn gestern ein englisches Blatt von der Stimmung in Griechen— land schrieb, daß die dortigen Offiziere sich von der Tatkraft und Tapferkeit der Deutschen angezogen fühlten, so wissen wir, daß dieses Lob für al le gilt, ob sie am Rhein, oder der Elbe oder anderswo innerhalb der schwarz-weiß-roten Grenz⸗ pfähle wohnen. Schon dies ist ein großer Triumph: der deut⸗ sche Name klingt dem Auslande, das ehedem unter uns zu trennen und zu wählen geneigt war, als etwas fest Be⸗ griffenes, stolz zur Geltung Gekommenes ans Ohr. Dabei besteht der Wetteifer in den Stammesunterschie⸗ den unter uns fort. Die deutsche Heeresleitung regt ihn an und freut sich seiner, wenn sie feststellt, daß hier die Branden⸗ burger, dort die Bayern, Sachsen oder Württemberger sich a Hie eslorheeren errungen haben, Auch unsere hessischen Truppen sind mehrfach im amtlichen Tagesbericht mit hohem Lobe erwähnt worden. Unser Ziel ist, zu siegen, auch die hessischen Landesfarben ruhmreich in diesem großen Kriege zu entfalten, und in diesem Ziele ist unser Landesherr mit seinem Volke einig; was braucht es heute mehr? Den Geist der Heimat zu hegen und zu pflegen bewahren wir als eine heilige Aufgabe, die dem großen nationalen Ge⸗ danken nicht widerstrebt, sondern ihn bereichert und ver⸗ innerlicht. Ernst Curtius, der klassische Schilderer Griechen⸗ lands, hat den Gedanken schon früher ausgesprochen, der in manchen Kriegsaufsätzen wiedergekehrt ist: Die Ver⸗ schiedenheit der Stämme nebeneinander, ihr Wetteifer in Glauben und Sitte, Kunst und Wissenschaft, gebiert uns erst die nationale Einheit als einen geistigen, innerlichen Besitz; und unsere deutsche Bildung, besonders unsere Lite⸗ ratur, hat durch diesen Wetteifer erst ihre Tiefe, ihren Reich⸗ tum gewonnen. Hier liegen auch die vornehmsten Aufgaben unserer deutschen Fürsten begründet. Großherzog Ernst Lud⸗ wig als Hüter hessischen Volkstums, das ein Bindeglied sein muß zwischen dem beweglichen Süden und dem gemesseneren Norden, erfüllt schöne und hehre Aufgaben, die den Krieg überdauern werden. Es liegt in den besten Ueberlieferungen des hessischen Fürstenhauses, Nöte zu lindern, die Stuben der Armen und Bedürftigen mit dem Lichte frommen Menschen⸗ tums zu durchhellen. Wie innig berührt es uns, daß un⸗ seres Fürsten größter Vorfahr, Philipp der Großmütige, in der Zeit persönlichen Mißgeschicks, in der Haft des Kaisers, noch mit liebender Fürsorge seines Hundes gedachte und seines Reittiers, womit er hessische Sinnigkeit entfaltete. Daß dabei sein Denken und Sorgen von den allergrößten Fragen einer schicksalsschweren Zeit durchdrungen war, daß er als hochgesinnter Förderer echt deutscher Frömmigkeit von dauerndem Ruhme bestrahlt ist, wissen wir alle. Freuen wir uns darüber, daß die politischen Gefahren und Klippen, die in früheren Tagen oftmals am Wege der deutschen Fürsten lagen, verschwunden sind! Unter dem Schutze des Reiches, in voller Einmütigkeit zwischen Fürst und Volk, wird auch das sagenumwobene Hessenland einer glanz⸗ vollen Zukunft entgegenarbeiten. und Großherzog Ernst Ludwig bietet uns eine Gewähr dafür, daß unsere Zustände nach dem Kriege nimmer sich so gestalten werden, wie einst Moritz v. Schwindt bei der Neugründung des Reiches in irriger Annahme es hinstellte, das Reich gleiche mehr einer Kaserne als einem Kulturhort. Im Lärm der Waffen bringen wir heute am Fürstenthron die Gelübde alter Hessentreue dar. Es umstrahle das Wappen von Hessen und Brabant das Licht neuen Segens! ** 2 Die amtlichen Berichte. (WTB.) Großes Hauptquartier, 24. Novembe 1915.(Amtlich.) e Westlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. * ee Der englische Oberbefehlshaber hat versucht, die amtliche deutsche Richtigstellung, daß alle bei den Kämp⸗ fen um Loos am 8. Oktober beteiligten deutschen Truppen nicht, wie von englischer Seite behauptet, 78000, sondern 763 Mann verloren haben, anzuzweifeln. Wir haben auf ein solches Unterfangen nichts zu erwidern. g i Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Südlich von Riga fielen bei einem Vorstoß auf Berse⸗ münde, der die Russen vorübergehend aus dem Orte vertrieb, sechs Offiziere, siebenhundert Mann gefangen in unsere Hand Zwei Maschinengewehre wurden erbeutet. Ein vorgeschobener Posten in Janopol(nördlich von Illuxt) mußte sich vor einem russischen Angriff zurückziehen; durch Gegenangriff wurde das Gehöft wieder genommen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Vorstöße russischer Abteilungen nordöstlich von Czar⸗ torysk und bei Dubiszeze(üördlich der Eisenbahn Kowel—Rowno) wurden abgewiesen; fünfzig Gefangene und drei Maschinengewehre wurden eingebracht. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Mitrovica ist von österreichisch-ungarischen, Pri⸗ stinn von deutschen Truppen genommen. 3 Die Serben sind westlich von Pristina über die Sitnica zurückgeworfen. 5 5 Oberste Heeresleitung. * Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 24. November 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Der Görzer Brückenkopf stand zwar auch gestern unter lebhaftem Geschütz⸗ und Minenwerferfeuer. In den Infanteriekämpfen trat jedoch eine Pause ein, da die Italie⸗ ner nicht angriffen. Um so erbitterter wurde beiderseits des Monte San Michele gerungen. Nördlich des Berges drangen starke italienische Kräfte nachmittags in unsere Stel⸗ lung ein. Steierische Infanterie und Honveds schritten zum Gegenangriff und warfen den Feind nach wechselvollen wü⸗ tenden Nahkämpfen vollständig zurück. Mehrere Angriffe auf den Monte San Michele selbst und im Raume von San Mar⸗ tino wurden unter schwersten Verlusten der Italiener abge⸗ wiesen, Angriffsversuche gegen unsere Stellungen auf dem Monte dei sei Busi sofort durch Feuer erstickt. Gegen die Straßensperre bei Zagora warf der Gegner schwere Mi⸗ nenwerferbomben, die giftige Gase entwickelten. An der Tiroler Südfront wurden der Bahnhof und der alte Stadtteil von Riva wieder beschossen. Einer unserer Flieger belegte Baracken und Maga⸗ zine von Ala mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der oberen Drina verlief der Tag ruhig. B= Pri⸗ bo j haben sich unsere Truppen den Uebergang auf das Süd⸗ ufer des Lim erkämpft. Südwärts von Novipazar dringen k. und k. Streitkräfte gegen die montenegrinische Grenze vor. Die durch das Ihax⸗Tal vorgehenden öster⸗ reichisch⸗ungarischen Truppen warfen unter heftigen Kämp⸗ fen den Feind aus seinen Stellungen nordöstlich von Mi⸗ trovica und rückten in diese Stadt ein. Sie nahmen 700 Mann, unter ihnen vier Offiziere, gefangen. Auch Pristina ist den Serben entrissen worden. Eine deutsche 1 drang von Norden her ein, eine bulgarische folgte von Osten. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 2 . 8 Der druck auf Griechenland. London, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) In einer(bereits kurz erwähnten) Unterredung mit dem Vertreter der„Daily Mail“ am 18. November sagte der griechische Minister Rhallis, wie ergänzend gemeldet wird:„Wir werden 24 Stunden, nachdem die Alliierten Salonik verlassen haben, demobilisieren.“ In zornigem Tone sagte der Minister:„Die britische Regrerung und die britische Presse haben eine schändliche Haltung gegen uns eingenommen. Ihr seid infam!(Wörtlich: Vous stes des infames!) Das einzige, was wir wollen, ist Frieden. Ihr wollt uns in den Krieg hineinzwingen, wollt uns verhungern lassen.“ — Der Minister zeigte dem Vertreter der„Daily Mail“ eine Ab⸗ bildung in der Zeitschrift„L'Illustration“ aus dem griechisch⸗ bulgaeischen Bandenkriege und sagte:„Ihr wollt, daß wir das⸗ selbe wieder aushalten und wollt, daß wir zu Hilfe kommen, wäh⸗ rend kein englischer Soldat in Serbien sein Blut vergossen hat und kaum ein englisches Gewehr abgefeuert ist. Die englische Regierung will, nachdem sie Fehler auf Fehler, Ver⸗ zug auf Verzug gehäuft hat, daß wir eintreten und sterben, wäh⸗ rend Ihr nur ein paar tausend Mann Truppen habt, um uns zu 1 9 Wir wollen lein zweites Belgien oder Serbien werden.“ Athen, 24. Nov.(WTB Nichtamtlich.) Verspätet ein⸗ getroffen. Wie der Berichterstatter des Wolff-Bureaus er⸗ fährt, ist die griechische Regierung gewillt, dem Vierverbande soweit entgegenzukommen, wie es mit der Würde und der Neutralität des Landes vereinbar ist. Berlin, 25. Nov. Zur neuen Note an Grie⸗ chenland meint die„Voss. Ztg.“, die am Dienstag über⸗ reichte Note sei eine Abschwächung der in der vorigen Woche an Griechenland ergangenen und durch Kitcheners Drohun⸗ gen unterstützte Note. Sie habe alle weitgehenden Forde⸗ rungen zurückgezogen, um Griechenland die Möglichkeit zur Zustimmung zu geben und sich eine schwere diplomatische Niederlage zu ersparen. London, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.)„Daily Chro⸗ nicle“ erfährt aus Athen, daß, wie von zuverlässiger Seite ver⸗ lautet, der König und die Minister die Zusicherung gegeben hätten, daß den serbischen und den Truppen der Alli⸗ ierten von seiten Griechenlands keine Gefahr Regierung werde ohne Zögern ihre drohe. Die griechische Truppen in Ostmazedonien und Prräus zurück⸗ ziehen, um jeden Verdacht niederzuhalten. Jetzt werde die Frage erwogen, welche Haltung Griechenland gegen⸗ über den Deutschen, Oesterreichern und Bulgaren einnehmen müßte, wenn die Truppen der Alliierten sich auf griechisches Gebiet zurückziehen müßten. Athen, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der Agende Havas. Die gemeinsame Note des Vierverbandes an Griechenland ist gestern mittag überreicht worden. Sie wurde während des Frühstücks, das der König zu Ehren Denys Cochins gab, be⸗ sprochen. Der König ließ bei Cochim eine gülnstige Aufnahme dieser Note durchblicken. Die Note, die in freundschaftlichem Geiste abgefaßt ist und ganz allgemein gehalten ist, verlangt von Griechenland eine Bestätigung der schon früher gegebenen Zu⸗ sicherungen betreffend die Lage der Truppen der Alliierten in Griechenland. Die Note enthält keine Frist, bittet 5 aber um möglichst rasche Antwort. Man glaubt hier an eine völlige Zustimmung der griechischen Regierung gegen⸗ über der Forderung der Alliierten. 1. 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer amt⸗ lichen Mitteilung haben die Gesandten des Vierverbandes heute einen gemeinsamen Schritt unternommen, der die Frage der alliierten Truppen in Mazedonien zum . hatte. Der Schritt trug einen freundschaftlichen Cha⸗ rakter. Neue Landungen in Saloniki. Saloniki, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Vier Transportdampfer voll Truppen sind gestern hier angekommen, fünf andere voll Munition, Flugzeugen und Kraftwagen werden folgen. Die Beförderung großer Mengen Munition und Ge⸗ schütze nach Monastir für die serbische Armee hat gestern begonnen. Ein Teil der serbischen Streitkräfte in Albanien ist zur Verstärkung der den Katschanikpaß halten⸗ den serbischen Truppen geschickt, wo die Bulgaren große Umgehungsbewegungen versuchen. Auf der nordöstlichen Front wurden vorgestern die Bulgaren zum dritten Male zurückgeworfen. Die Lage des serbischen Heeres bei Monastir. Saloniki, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Eine ser⸗ bische Depesche vom 22. November meldet über die Lage der serbischen Armee bei Monastir: Neue Ver⸗ stärkungen kommen aus Gostivar, Kitschewo, Dibra und Ochrida an, Geschütze und Munition aus Saloniki. Die Serben halten den Südwesten von Prilep und die Stellun⸗ gen bei Prilipek, Brotschewo und Brod. Kriegsminister Bojowitsch organisiert in Saloniki die Entsendung zahl⸗ reicher dort angehäufter Proviantmengen, die über Mo⸗ nastir nach Serbien gesandt werden sollen. Der serbische Verkehrsminister befindet sich in Monastir, um ihn bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Ein englisches Dementi. London, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Aus- wärtige Amt teilt mit: Keine griechischen Schiffe werden beschlagnahmt oder in den Häfen des Vereinigten Königreichs zurückgehalten. Feine Blokade ist eingeleitet worden, oder ist in Kraft. Der bulgarische Bericht. Sofia, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Be⸗ richt über die Operationen vom 22. November. Die Kämpfe in der Ebene von Kossowo dauern an. Wir erbeuteten sechs Schnellfeuerhaubitzen, zwei Schnellfeuerseldgeschütze, eine Menge Munition und Kriegsmaterial und machten außerdem eine große Anzahl Gefangene. Auf den übrigen Fronten keine Veränderung. Französische Gefangene erzählen, ihre Offiziere hätten ihnen ver⸗ sichert, daß sich in der bulgarischen Armee aus Menschenfressern zusammengesetzte Truppen befänden. Am 19. November brachten unsere Truppen von drei Feredschik überfliegenden feindlichen 5 2 ö 3 0 2 . 8 8 8 1 Wasserflugzeugen eins zum Absturz, das zwischen den Armen der unteren Maritza niederfiel, wo es verbrannte. Der Weihnachtsverkehr nach den Kriegsschauplätzen. Berlin, 24. Nov.(WTB. Amtlich.) Der Verkehr bei den Militärpaketdepots läßt bereits erkennen, daß unsere Truppen auch in diesem Jahre mit Weihnachts pake⸗ ten reich bedacht werden sollen. Die Heeresverwaltung und die Reichspost haben alle Vorbereitungen zur Ueberwälti⸗ gung dieses Verkehrs getroffen. Von ihnen wird angestrebt, alle bis 1 1 5 10. Dezember aufgelieferten Sendungen(Pa⸗ kete, Päckchen und Frachtgüter) den Empfängern im Felde möglichst bis Weihnachten zuzustellen. Bei den besonderen Verhältnissen auf dem russischen und Balkankriegs⸗ schauplatz kann aber nur dringend empfohlen werden, die dorthin bestimmten Sendungen schon früher und zwar so zeitig wie möglich aufzugeben. Die Zuführung nach Serbien kann nur allmählich stattfinden; die Versandbedingungen sind die gleichen wie bisher. Auf deutliche Angabe des Emp⸗ fängers und Absenders— auch im Innern des Pakets— so⸗ wie feste Verpackung ist zu achten. Zur Vermeidung von Umwegen sind besondere innerdienstliche Anordnungen ge⸗ troffen worden. Aus diesem Grund kann nur dringend emp⸗ fohlen werden, wegen der für die Sendung zuständigen Paketdepots bei dem nächsten Militärpaketdepot anzufra⸗ gen. Die bei jeder Postanstalt erhältlichen grünen Doppel⸗ karten werden von der Post unentgeltlich befördert. Englands Geldbedarf. London, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) In der gestrigen Unterhaussitzung erklärte Mac Kenna: Bei der letzten Kriegsanleihe haben die Einzahlungen der kleinen Sparer, die bis zum 1. Dezember fortdauern sollten, einen Gesamtbetrag von nur fünf Millionen Pfund Sterling erreicht. Das sei angesichts der hohen Löhne, von denen viel gespart werden könnte, keineswegs soviel, als man erwartet habe. Die Erfahrung lehre, daß die Arbeiterklasse Wertpapiere, deren Bewertung Schwankungen unterworfen sei, abweise und ihr Geld lieber auf die Spar⸗ kassen trage, daß es aber auch an einer organisierten Be⸗ einflussung des Volkes, die gebotenen Vorteile auszunützen, gefehlt habe. Mac Kenna teilte mit, es sei die Aus gabe fünfprozentiger Einpfundbonds geplant. London, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Im Unter⸗ hause erklärte der Schatzkanzler Mace Kenna bei Be⸗ antwortung einer Anfrage des Mitgliedes der Arbeiter⸗ partei, Thorne, das Nationalvermögen Englands werde auf zwanzig Milliarden und das jährliche Einkommen auf vier Milliarden Pfund Sterling geschätzt. Churchill. Amsterdam, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Einem hiesigen Blatte zufolge teilt der Korrespondent der„Times“ bei dem englischen Hauptquartier mit, daß Churchill den Garde-Grenadieren als Major zugeteilt worden ist und bereits Dienst im Schützengraben getan hat. Ein russischer Armeebefehl. ben, daß sich immer noch Individuen finden, die 1135 mit Taten brandmarken, welche ein Fleck für die ganze russische Armee sind. Zu solchen Taten neigen vor allem annschaften der im Rücken der Armee stehenden Formationen oder solche, die sich von ihrem Truppenkörper losge⸗ treunt haben, selbständig Kommandierte oder aus verschiede⸗ nen Gründen Beurlaubte. Se. Majestät ordnet an, keine Mit⸗ tel zu unterlassen, um die strengste Disziplin einzuführen, die strengsten Strafen bei er⸗ sprengten, Marodeuren, Räubern und Brand⸗ stiftern anzuwenden. Das von Sr. Majestät ge⸗ zeigte Ziel soll um jeden Preis erreicht werden; auf den Eisenbahnen und öffentlichen Straßen, die von der Front 5 führen, sollen Offiziere mit genügend starken Abteilungen Wache halten, um alle von ihren Truppenkörpern Entlaufenen festzu⸗ Diese sollen als abschreckendes Beispiel strengstens bestraft „Se. Majestät befiehlt allen Höhergestellten, besonders aber Truppenkommandanten, ihre volle Aufmerksamkeit auf die⸗ ses Uebel zu lenken, das sich in der Armee so einge⸗ bürgert hat. Nur der größte Eifer und Ausdauer, die größte Strenge der Vorgesetzten und die strengsten Strafen bei den Schul⸗ digen können diesen Umtrieben, die die völlig begründeten. Klagen über das Militär hervorrufen, ein machen. Je mehr das Uebel um sich gegriffen hat, um so strengere Disziplin muß in der Truppe gehalten rden, umso unerbittlicher die Strenge des Kommandanten; nur die Erhaltung der inneren Ord⸗ nung kann uns dem Ziel näher bringen. Se. Majestät der Kaiser hat angeordnet, den Stand des Offizierkorps durch Abkommandie⸗ rung nicht mehr zu schwächen. Die Stäbe, Kommandanten und mili⸗ tärischen Verwaltungen sollen die bereits Abkommandierten in ihre Truppenteile rückversetzen. Se. Maj. hat den festen Glauben, daß die Kommandanten aller Grade ihren Untergebenen ans Herz legen werden, welche Bedeutung die Ordnung für das Heer besitzt, daß sie den Ausschreitungen gegen die Bevölkerung ein Ende macken werden, unnütze Brandstiftereien, Vernichten von Fabriken, Werkstätten und Raubanfällen strengstens verfolgen, sowie alle Art Marodeure und Verbrecher, die sich von ihrer Truppe los⸗ getrennt und ihre Soldatenpflicht vergessen haben, rücksichtslos strafen werden. nehmen. . 4 N Alexejew.“ Iwanow. 3 Der türkische Bericht. Konstantinopel, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich. Amt⸗ licher Bericht des Großen Hauptquartiers: An der Irakfront nichts Wichtiges, abgesehen von bedeutungslosen Plänkeleien zwischen unseren Vorposten und feindlichen Truppen in der Gegend nördlich Torna und am Tigris. Am 21. No⸗ vember erbeuteten wir ein englisches Flugzeug, das von uns her⸗ untergeschossen wurde. Der Führer, der Majorsrang hatte, wurde leicht verwundet und wurde gefangen genommen. An der Kau⸗ kasusfront Patrouillengefechte. g 585 An der Dardanellenfront bei Anaforta und Ari Burn gegenseitiges Artilleriefeuer mit zeitweiligen Unter⸗ brechungen und Bombenkämpfe Bei Sedd ül Bahr versuchte das Zentrum des Feindes am 21. November an unsexe vorgescho⸗ benen Gräben heranzukommen und sich in ihnen festzusetzen. Wir 0 diesen Gräben und schlugen einen Gegenangriff, den der Feind durchzuführen versuchte, vollständig ab. Am 22. November starker Artilleriekampf auf dem rechten Flügel. Unsere Artillerie zerstörte einen Teil der feindlichen Gräben. Im Zentrum heftiger Bomben⸗ kampf. Eine Mine, die der Feind auf dem linken Flügel zur Entzündung brachte, richtete keinen Schaden an. Der Seekrieg. Berlin, 24. Nov.(Priv.⸗Tel.) Die„Voss. Ztg.“ be⸗ richtet aus Amsterdam: Dem Londoner„Daily Expreß“ zu⸗ folge ist ein Teil der Besatzung des im Mittelmeer ver⸗ senkten Dampfers„Woodfield“ bei der Landung an der nordafrikanischen Küste in die Hände arabischer Räu⸗ berbanden gefallen, die in einem Schreiben für jeden Gefangenen 4000 Mark Lösegeld verlangen. Aus dem Reiche. Die badische Finanzpolitik. 5 Karlsruhe, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer legte Finanz⸗ minister Dr. Rheinboldt den Staatsvoranschlag für 1916/17 vor, der mit einem Fehlbetrag von rund 17½ Millionen Mark abschließt. Zu dessen teilweiser Deckung wird eine 20prozentige Erhöhung der Ein⸗ kommensteuer vorgeschlagen, wodurch die Einnahmen um 8 Millionen gesteigert werden. Die kleinen Einkommen bis zu 1600 Mark bleiben von der Steuererhöhung frei. Zur Bestreitung außerordentlicher Kriegsausgaben wird ein Kredit von 50 Millionen Mark erbeten. Für den Fall, daß die vorgesehenen Mittel nicht ausreichen, ersucht die Regie⸗ rung um die Ermächtigung, weitere Mittel bis-zum Betrage von 75 Millionen Mark im Wege des Kredits zu beschaffen— Der seit Kriegsbeginn für Familienunterstützun⸗ gen aufgewendete Betrag dürfte bis Jahresschluß 43 Millio⸗ nen Mark erreichen. Der Minister betonte, wie dringend not⸗ wendig es sei, daß vom Reiche seinerzeit mit seinen Finanz⸗ plänen nicht Wege eingeschlagen würden, die in das einzig den Einzelstaaten noch verbliebene Steuergebiet, das der direkten Steuern, hineinführen. Für das Reich bestünden genug Möglichkeiten, seinen Geldbedarf, mag er auch noch so hoch sein, ohne Beschränkung der bundesstaatlichen Steuer⸗ hoheit und ohne Erhöhung der Matrikularbeitragslasten zu befriedigen.— Die Zweite Kammer hat das bisherige Präsidium per Akklamation wiedergewählt. Aus dem Hause ist eine große Reihe von Anträgen eingelaufen, die sich hauptsächlich auf den Lebensmittelmarkt beziehen. Der Abg. Südekum über deutsche Ziele. Berlin, 25. Nov. Der sozialdemokratische Abgeord⸗ nete Dr. Südekum tritt im„Hamburger Echo“ den Ver⸗ suchen unserer Feinde entgegen, jede Aeußerung der Hoff- nung auf Frieden, die aus Deutschland kommt, als ein Zeichen deutschen Niederbruches anzusehen und zu neuer Aufstachelung ihrer Massen zu mißbrauchen. Südekum sagt: Wir wollen ganz gewiß die Leiden, die uns drücken, nicht verkleinern, aber es ist ein frevelhaftes Spiel, das die ver⸗ antwortlichen Männer in Frankreich mit der aus tausend Wunden blutenden Bevölkerung ihres Landes treiben. Deutschland ist nicht das Opfer einer Hungersnot, nicht der Furcht vor dem blanken Mangel r sondern sein gerechter Zorn und der Unmut weiter ise macht sich manchmal in drastischen Worten gegenüber den Sünden mancher Interessenten Luft. Es gibt keinen vernünftigen Menschen bei uns, der nicht aus den bisherigen Leistungen unseres Heeres die feste Ueberzeugung schöpfte, der Wall aus Stahl werde jedem neuen Ansturm der Feinde wider⸗ stehen. Die Hoffnung auf innere Unruhen kön⸗ nen unsere Feinde ruhig begraben. Auch die Opposition, die sich gegen angeblich zu weit gesteckte Kriegs⸗ ziele in Deutschland bemerkbar t,. mit ganz bedeutungslosen Maßnahmen nicht die Pflicht der Vater⸗ landsverteidigung. Die Spekulation auf den Hungertod des deutschen Volkes ist töricht. Nachdem auch noch der Zugang m nahen Orient erlämpft und die Abschnürung der Mittelmächte von den Vorratsgebieten verhindert worden ist, darf jede Gefahr ökonomischer Vernichtung als von uns abgewendeterachtet werden. Die von der Regierung immer erklärte Friedensliebe des deuts Volkes ist nicht der Ausdruck der Schwäche, sondern der menschlichen Gesinnung einer starken Nation. Wehe, wenn unsere Feinde mit dieser edlen Selbstbescheidung unseres Volkes weiter ihr frivoles Spiel treiben wollen. Auf sie kommt das Blut, das dann dort fließen muß. 8 * Berlin, 24. Nov.(WTB. Amtlich.) Nachdem es ge⸗ lungen ist, die Erzeugung von Benzol zu steigern, kann es mehr als bisher für solche Zwecke freigegeben werden, für die bestimmungsgemäß Benzol nicht verfügbar ist. Dabei kommen namentlich die Gewerbezweige in Be⸗ tracht, denen Ersatzstoffe nicht zur Verfü tehen, und die deshalb beim Fehlen von Benzol stilliegen müßten. Ein⸗ gehend begründete 1 wolle man an die Inspektion des Kraftfahrwesens Berlin 5 2 510 richten. Berlin, 24. Nov.(WTB. Amtlich.) Von amtlicher Seite wird mitgeteilt, daß Mitte Dezember eine Bekannt⸗ machung der Heeresverwaltung über eine Einschrän⸗ kung der Neujahrswünsche zu erwarten sei, daß der ae von Neujahrskarten zwischen der Heimat und dem Felde unterbleiben müsse. Berlin, 25. Nov. Bei der gestrigen Feier des fünfzig⸗ jährigen Geburtstages Adolf Damaschkes, des Begrün⸗ ders und ersten Vorsitzenden des Bundes deutscher Boden⸗ reformer, haben die Freunde der Bodenreform eine Spende von 33 000 Mark süberreicht, die für die Weiterausbrei⸗ tung und Durchsetzung des Bodenreformgedankens verwen⸗ det werden soll. — Aus Stadt und Cand. Gießen, 25. November 1915. Des Großherzogs Geburtsfest, dem im vergangenen Jahre als schömstes Angebinde der Wunsch geweiht wurde, es möge für alle Zukunft nur mehr in Tage des Friedens und Glückes fallen, wird zum zweiten Male vom Donner der Kanonen begleitet. Ernst und schlicht tritt das Land vor seinen Fürsten, um ihm als bestes Ge⸗ schenk abermals das Treugelöbnis mitten in Not und Tod darzubringen. f Dennoch verstreicht der Tag nicht ganz ohne kleine äußere Zeichen, daß die Gedanken der Bevölkerung heute zu der Residenz hineilen. Sind es auch nur die Fahnen an den öffentlichen Gebäuden oder die Kinder, die sich des schulfreien Tages freuen— mehr verlangt auch der vater⸗ gingen zum Gegenangriff über und vertrieben den Feind aus ländische Sinn nicht, um seinem Gefühl gegenüber dem Herrscherhaus in dieser schweren Zeit Ausdruck zu geben. Die Bürgerschaft wird heute abend im Stadttheater im Rahmen einer Festvorstellung Gelegenheit haben, in schlich⸗ tester Form ihrer Anteilnahme an dem Ehrentag des Groß: herzogs Ausdruck zu geben. Jedes Mehr müßte den Ein⸗ druck, den die gehaltene Ruhe des Festtages machen soll, nur abschwächen. i Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Musk. Karl Gerlach, Inf.⸗Regt. 252, und Musk. Heinr. Gerlach, Inf ⸗Regt. 250, aus Niederdieten.— Musk. Phi⸗ lippus, Inf.⸗Regt. 365, aus Dillenburg.— Musk. Hieronym. Duseberg aus Lauterbach.— Ersatz-Res. Ernst Hartmann, Res.⸗Inf.⸗Regt. 353, aus Groß⸗Felda.— Ers.⸗Res. Karl Weg⸗ fahrt, Landw. ⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Eulersdorf.— Gefr. Walter Spaar, Res.⸗Inf.⸗Regt. 253, aus Alsfeld.— Landwehrm. Heinr. Eckstein, Landw.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Eifa.— Musk. Otto Fink, Landw. ⸗Inf.⸗Regt. 349, aus Nieder⸗Breidenbach. — Ersatz⸗Res. Phil. Mandler, Inf.⸗Regt. 149, aus Kinzen⸗ bach.— Musk. Karl Uhl, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Bonbaden. — Musk. Franz Feuerbach aus Friedberg.— Musk. Karl Schmidt, Juf.⸗Regt. 17, aus Eifa.— Landsturmm. Wilhelm Robert, Inf.⸗Regt 186, aus Liederbach.— Hauptm. Franz Schulz, Res.⸗Inf.⸗Regt. 219, aus Offenthal(Off.— Landsturmm. Heinr. Bocklet, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Offen⸗ bach a. M.— Ers.⸗Res. Aug. Müller, Inf.⸗Regt. 99, aus Mandeln.— Ers.⸗Res. Fritz Groos, Inf.⸗Regt. 90, aus Man⸗ deln.— Musk. Karl Förder aus Friedberg.— Landsturmm. Chr. Henkel IV. aus Landenhausen.— Unteroff. Conr. Eich⸗ mann, Inf.⸗Regt. 167, aus Buchenau.— Vizefeldwebel Orch. Wolf aus Cölbe.— Landsturm⸗Rekrut Isidor Löb, Res.⸗Inf.⸗ Regt. 221, aus Wetzlar.— Erf.⸗Res. Friedrich Heis, Inf.⸗ Regt. 116 und Wehrm Wilh. Kinzenbach, Inf.⸗Regt. 81 aus Münchholzhausen.— Musk. Wilh. Sehrt, Infant. ⸗ 53 aus Bernsfeld.— Füs. Gg. Franz, Füs.⸗Regt. 35 aus ber⸗Ros⸗ bach.— Musk. Hugo Schnell, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221 aus Rei⸗ chelsheim.— Res. Heinrich Rabe aus Schlitz.— Musk. Johs. Loos, Inf.⸗Regt. 254 aus Willofs.— Res. Hein. Schmidt aus Fraurombach.— Musk. Ludw. Jakob aus Inheiden.— Unteroff. Christ. Hofmann Res.⸗Inf.⸗Regt. 221 aus Worms. Gefr. Wilh. Schmidt aus Borsdorf. 0 * L.⸗Ul. Der Großherzog hat anläßlich seines Ge⸗ burtstages der Landesuniversität folgende Gnadenbeweise gegeben: Charakterisiert wurden als Geheimerat der Geh. Hofrat Prof. Dr. Siebeck, als Geh. Medizinalrat die Pro⸗ fessoren Dr. Pfeiffer und Dr. Poppert, als Geh. Justizrat Professor Dr. Mittermaier, als Professor der Bibliothekar an der Universitätsbibliothek Dr. Fritzsche. Berufung. Der Professor der neutestamentlichen Theologie und Religionsgeschichte D. Wilhelm Bousset, der erst kürzlich zum Mitgliede der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen erwählt war, hat einen Ruf nach Gießen als Ordinarius der Theologischen Fakultät erhalten und zum Sommersemester 1916 angenommen. Er veröffentlichte soeben als Nachtrag zu seinem größeren Werke„Kyrios Christos“ eine Schrift u. d. T.„Jesus der Herr“(Göttingen, Vandenhoeck& Ruprecht. Preis 2.80 Mk.), welche durch ihre Fülle neu aufgefundenen religionsgeschicht⸗ lichen Stoffes besondere Bedeutung hat.. Kirchliche Nachrichten. Der Großherzog hat dem Pfarrer Hermann Schmidt zu Sprendlingen in St. die evangelische Pfarrstelle zu Roßdorf übertragen und den von dem ürsten zu Ysenburg und Büdingen in Büdingen auf die evang. farrstelle zu Rohrbach präsentierten Pfarrer Adolf Ströher zu Haingründau für diese Stelle bestätigt. l * Sammlung für kriegsgefangene Deut⸗ sche in Rußland. Wie uns das Hreiskomitee für Rotes Kreuz und Kriegshilfe mitteilt, sind aus Anlaß der vorgenannten Sammlung noch weiter aus fol⸗ enden Landgemeinden die beigesetzten Geldbeträge bei dem eiskassenrechner eingegangen: Burkhardsfelden 2 Mk., Dorf⸗Gill 15 Mk., Göbelnrod 81 Mk., Holzheim 25 Mk., Lauter 40,15 Mk., Queckborn 107,73 Mk., Watzenborn⸗Stein⸗ berg 83 Mk., Hauptlehrer Schneider, Heuchelheim 3 Mk., zu⸗ sammen 356,88 Mk. Mit den früher bereits eingegangenen und in unserer Nr. 255 vom 29. Oktober l. Is. bekannt ge⸗ gebenen Spenden ist hiernach eine aus sämtlichen Land⸗ gemeinden des Kreises Gießen eingegangene Gesamt⸗ spende von 13 447,2 0 Mk. zu verzeichnen, die, abzüg⸗ lich der für die Anschaffung von 150 Paketen erwachsenen Auslagen in Höhe von 4992 Mk., an den Hessischen Landes⸗ verein vom Roten Kreuz abgeführt worden ist. Dieser wird die Gelder zur Unterstützung notleidender Gefangenen in Rußland durch Zuweisung von Barmitteln so verwenden, wie dies in dem in unserer Nr. 277 vom 24. l. Mts. ab⸗ gedruckten,„Geldspenden des Roten Kreuzes für Gefangene in Rußland“ überschriebenen Artikel angedeutet wurde. ** Turnerisches aus dem Gau Hessen. Am nächsten Sonntag, nachmittags 2 Uhr, findet unter Leitung des Bezirksturnwarts P. Schüler eine Bezirksturn⸗ stunde in Wetzlar statt. Bei dieser Gelegenheit werden die noch rückständigen Diplome von dem Gauturnen auf dem Schiffenberg ausgegeben. * Die Gießener Freilichtbühne im zwei⸗ ten Kriegsjahr. Unsere Freilichtbühne hat sich von den Kriegsläuften in ihrem Beruf ebenso wenig irre 8 lassen, wie ihre größere Schwester an der Süd⸗Anl; ie hat ebenfalls während zweier Kriegsspielzeiten durchgehal⸗ ten und darf mit Fug und Recht auf das Lob Anspruch er⸗ heben, manch großes und kleines Gegengewicht auf die eine Wagschale gelegt zu haben, als die Zeit gar zu sehr die andere, in der sich die Last des Tages befand, niederdrückte. Mit einem Künstlerabend zum Besten vergessener Krieger und im Anschluß daran mit der Bereitstellung einer statt⸗ lichen Liebesgabensendung krönte die Bühne vor einigen Tagen ihr Werk, und es mögen aus diesem Anlaß der ver⸗ flossenen Spielzeit ein paar Worte nachgesagt sein, die sicher⸗ lich die e der Freunde der Waldbühne fin werden. Daß es nicht leicht gewesen ist, mitten im Wechsel der Zeit den Betrieb aufrecht zu erhalten, liegt auf der Hand; denn von seiten des Stadttheaters, mit dem die Waldbühne sonst wohl gemeinsam den Gang durch die Sommersonntage gemacht hat, war naturgemäß eine größere Unterstützung diesmal nicht zu gewärtigen, da dasselbe mit seinen eigenen Schwierigkeiten vollauf zu tun hatte. So sammelte sich denn unter der nimmermüden Führung Prof. Dr. Bernbecks eine kleine, frohe Schar von Dilettanten, die viel Zeit und Mühe darauf verwandten, droben im Walde für ein paar Sonntagsstunden Zivilisten und nicht zuletzt feldgraue Freunde den Krieg vergessen zu machen. In welch erfreulichem Maße ihnen das gelungen ist, ist ihnen f ern an dieser Stelle attestiert worden, und daß es wirklich Hübsches war, was sie boten, bewies von Fall zu Fall die zahlreiche Teilnahme der Bürgerschaft. Unter der eifrigen und sachkundigen Leitung von W. W. Goettig wirkten zusammen— die Namen seien voll 2 erkennung noch einmal genannt— die Damen Gre Thessa Mulch, Agnes Vetters und die zwar ein Preis, den dieses des vorigen 1 erfolgte und für viele Kreise ern Du, Loh, Eckhardt, Schäfer in Hauptrollen und in den N llen noch eine ganze Reihe jüngerer, spiel⸗ iger Kräfte. Abgesehen von den Tagen, da Lieder zur Laute und Rezitationen das Pro m ausfüllten, kam wohlerwogenermaßen nur e sumor zu Worte und zwar in sorgsam ausgewählten reizvollen Schöpfungen von ter und Kotzebue, in einem 9 N. oder einer bodenständigen Posse. Was u. a. der Bimbächer an dem Heiterkeitstribut seiner Nachfahren einheimste, ist noch in aller Erinnerung. Auch in den Lazaretten waren die Mit⸗ glieder der Freilichtbühne oft und erfolgreich froh begrüßte Gäste, sei es, daß sie mit der Laute oder dem Vortragsbuch oder gar, wie in der Chirurgischen Klinik, mit dem ganzen Apparat von drei Einaktern, zu den Soldaten kamen. Der Spielzeit blieb denn auch der materielle Erfolg nicht ver⸗ sagt. Vom Reingewinn konnte nach Abzug der nicht unerheb⸗ lichen Kosten und einer beträchtlichen Stärkung des Reserve⸗ fonds noch der Betrag von 300 Mk. dem Oberbürger⸗ meister die Kriegsfürsorgezwecken übergeben werden. Gern werden die Bes des Künstlerabends im vorigen Monat hören, daß auch dieser dem gedachten guten Zweck, nämlich einer Weihnachtsspende für die„Vergessenen“, einen an⸗ sehnlichen Betrag zugeführt hat. Davon sind vor einigen Tagen die Kosten für 1 stattliche Feldpostpakete be⸗ strikten worden, die alle folgenden, draußen stets willkomme⸗ nen Dinge enthielten: Mundharmonika, eine solide Wurst, Seife, Briefpapier und Schreibzeug, je ein Paket Lebkuchen und Keks, eine Flasche Rum und Taschentücher. Das Rote wird diese Spende der Freilichtbühne ihrer Bestim⸗ uführen.— Aus alledem ist zu ersehen, daß die Frei⸗ 9 5 e es gut verstanden hat, auch unter den ver⸗ a ten Zeitumständen ihre Daseinsberechtigung voll und ganz erweisen. Dennoch— so und eifrig sie auch im fee Gewand gearbeitet— die nächste Spiel⸗ i 2 **ͥ Kreuz mun 1 än sie im Frieden begi zu können. erein und Ortsgewerbe⸗ verein Gießen. Wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich, ist der für heute. Vortrag des Herrn W. Faelsch⸗ Rogewi über Karpathen, izien und Bukowina auf Sams ⸗ tag den 27. November, abends 81/ Uhr, verlegt worden. Der Vortrag findet in der neuen Aula statt. Wie N ich mein Stroh? Ueber diese Frage besteht bei wi und Händlern immer noch einige Unklarheit. Wer Stroh absetzen will, sch e der deutschen Landwirte, Stroh⸗Ab⸗ teilung, Berlin W. 10, Genthiner Straße 38:„Hiermit iete ich Ihnen ab Bahnstation, Name) folgende Mengen Stroh an:(genaue Angabe der Mengen in Zentnern sowie der Arten, ob Roggen, izen, Hafer, Gerste oder Dinkel, 75— ob Flegeldrusch, Pre sch oder ungepreßtes Ma⸗ e ersuche um Mitteilung, ob die Be⸗ . deutschen Landwirte das Stroh kaufen .“ Dann ersol gt in längstens 14 Tagen die Entschei⸗ dung. Verzichtet die Bezugsvereinigung auf die Ueber⸗ lassung des Strohs, so erteilt sie dem Anmeldenden eine B 5 auf Grund. 1 175 an einen ren u Beachtun etzli ůöchstpreise ab⸗ setzen kann. Wer sei Keen reer e r— an ein Proviantamt oder ein anderes A. 1 47 oder ee ee abfetzt, ist 9 an vereinigung nicht verpflichtet, eben⸗ hend uber Ausf f aufmännischer sowenig ein Kleinhändler, der u chluß von Eisen⸗ bahn und Wasserweg bei einem Tagesverlauf von ins⸗ gesamt höchstens 30 unmittelbar an Verbraucher 0 Landkreis Gießen. Alten⸗Buseck, 24. Nov. Dem Unteroffizier und Fahnen ⸗ mied Ludwig Meisel von hier, der im Dragoner⸗Regiment 24 ent, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. „ Hattenrod, 24. Nov. Dem Gefreiten Ludwig Petri von hier, im Landwehr-Infanterie-Regiment 116, 12. Kompagnie, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. 4 Ii Weitershain, 25. Nov. Unteroffizier Wilhelm Lerch von hier wurde zum Oberbeamten- Stellvertreter, nicht zum Offtzter⸗Stellvertreter, wie es in Nr. 272 des„Gieß. Anz.“ hieß, N 24. Nov. Der dahier stati 1. 122 1 er dahter stationierte Gendarmerie⸗ Wachtmeister Bender ist mit Wirkung vom 1. Dezember ds. Js. nach Darmstadt versetzt Herr Bender hat sich während seiner hiesigen Tätigkeit durch sein freundliches Wesen die Beliebtheit fast aller Bewohner seines Dienstbezirks erworben. Kreis Büdingen. Büdingen, 25. Nov. Der Fürstl. Kammerdirettor Haupt⸗ T mann d. L. Dr. Weimer wurde als Kreisamtmann nach Linkowo kruss. Polen) berufen. 18 Michelau, 24. Nov. Den Tod flürs Vaterland sta rb der. Tie Hesst 4 ainchen„Nov. e Hessische Ta E. medaille erhielt der Reservist 1. IF Calbach, 24. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gesreite Emmerich im Res.⸗FJeld⸗Art.⸗Regt. 56. Kreis Alsfeld. Pflege zu, 0 Aecker sondern ließ sie liegen, wo sie Dornen und Disteln trugen. Wegen eines tücks, das in den besten Lagen der Gemarkungen liegt, hatte er mit seinem Angrenzer wegen Wegberechtigung Streit. Da ließ er seinen Acker einfach wüst liegen. Von Behörden und Beamten wollte er nichts wissen. Als ihm einst ein Haufen Holz in seinem Hofe gepfändet werden mußte wegen fälliger Abgaben, da rührte er das Holz nicht wieder an, es verfaulte. Ganz allein, vor dem Tische liegend, ist er verstorben. Bei seinem Nachlaß fand man noch vier Zwanzigmarkstücke. Der Verstorbene war nicht ver⸗ mögenslos; es dürfte sein Nachlaß wohl nahe den Zehntausend Kreis Schotten. up. Aus dem Vogelsberg, 24. Nov. Die alten Nuß bäume, die Wahrzeichen mancher Hofreite, fallen. In allen unseren Dörfern herrscht zur Zeit Nachfrage nach den Nußbäumen. Obgleich gerade in diesem Herbste die Welschnüsse eine reiche Ernte gehabt, werden doch die Bäume gefällt und verkauft. Von den Händlern werden 50 Mk. für den Festmeter bezahlt. Das ist 0 Das auch in Friedenszeiten hatte, aber da fehlte die Nachfrage. Die Mahnung, junge Nußbäume zu pflanzen, erscheint unter diesen Umständen doppelt berechtigt. Kreis Friedberg. I Dorheim, 24. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Isfland im Inf.⸗Regt. 168. Starkenburg und Rheinhessen. Der Heusenstammer Sparkassenkrach. m. Heusenstamm, 25. Nov. Der Zusammenbruch Heusenstammer Spar⸗ und Darlehenskasse, der. te Folgen nach gezogen hat, macht neuerdings wieder von reibe an die sich reden. Der Zusammenbruch diefer Nasse, die eine Unter⸗ bilanz von rund 100 000 Mk. zeitigte, charakterisiert im hellsten Lichte die typische Bauernwirkschaft und völlige Un⸗ . der geschäftlichen Leitung der Kasse, auf Grund er nur die gemachten Schiebungen und übrigen Geld⸗ geschäfte möglich waren. Wie noch erinnerlich sein dürfte, ist die Hauptschuld des Zusammenbruchs auf die Mißwirt⸗ schaft des verstorbenen Bürgermeisters und einstigen Di⸗ rektors der Kasse Franz Winter zurückzuführen, der im Jahre 1888 der Kasse 27800 Mk. schuldete, in Konkurs geriet und trotzdem noch Operationen zuungunsten der Kasse, wie Ankäufe von Grundstücken und dergl. mehr, aus⸗ führte, die den Ruin der Kasse herbeiführen mußten. Mit ihm Hand in Hand ging der ebenfalls in Konkurs geratene andere Direktor, Nadelfabrikant Karl Wimmer, der eben⸗ falls der Kasse erhebliche Beträge schuldete. So häufte sich die uldenlast der Kasse, bei der auch unter der bestehen⸗ den Vetternwirtschaft viele Gefälligkeitsgeschäfte gemacht wurden, immer mehr, die noch durch den Ankauf von Aktien der verkrachten Landwirtschaftlichen Genossenschafts⸗ bank erhöht wurde, bis dann im Februar vorigen, Jahres die Krise eintrat. Der letzte Direktor der Kasse, Landwirt Georg Winter, hatte bald darnach freiwillig sein Amt als rsitzender niedergelegt und wurde durch Zahlung des Betrages von 155500 Mk. von allen Verpflichtungen der Kasse gegenüber entbunden, die er durch seine Un⸗ kenntnis und völlige Unerfahrenheit in der Führung der⸗ artiger Geschäfte eingebüßt hat. Er gab ohne jede weitere Prüfung seine Unterschrift her, nachdem man ihm ver⸗ sichert hatte, daß alles in bester Ordnung sei. Ein weiteres Nachspiel hat nunmehr dieser Kassenkrach insofern gezeitigt, als gegen diesen Winter und den ehemaligen Rechner der Kasse Friedrich Holzamer als Hauptangeklagten ein Strafverfahren wegen Vergehens gegen das Genossenschafts⸗ gesetz anhängig gemacht worden ist, das nächsten Montag vor der Strafkammer in Darmstadt zur Verhandlung ge⸗ langen wird. Zu diesem Prozeß, dessen Ausgang man in vielen Kreisen mit großer Spannung entgegensieht, sind zahlreiche Zeugen geladen, u. a. auch der Bürgermeister Kämmerer, der zurzeit an der Westfront im Felde steht. * m. Offenbach a. M., 25. Nov. Dem städtischen Beigeord⸗ neten Franz Rech wurde der Titel„Bürgermeister“ verliehen.— Der Landschaftsmaler Johannes Lippmann wurde zum Pro- fesfor ernannt.— In der Nähe der städtischen Anlagen wurde die Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden, die in eine Schürze eingewickelt und bereits stark in Verwesung übergegangen war. Nach dem Leichenbefund liegt offenbar ein Verbrechen vor. Hessen⸗Nassau. die 0 Marburg, 24. Nov. Die hiesige Fleischerinnung setzte reise für Fleischwaren von morgen ab wie folgt fest: Schweinefleisch einschließllch Braten- und Rippenstücken das Pfund 1,90 Mk., fetter und magerer Speck 2 Mk., rohes Schmalz 1,90 Mk., frische Leberwurst 1/50 Mk., geräucherte Leberwurst 1,60 Mk., Preßkopf und Bratwurst 1,80 Mk., Zervelatwurst 2,40 Mk ra. Biedenkopf, 24. Nov. Die Stadt Biedenkopf verlor bis dahin 27 Krieger auf dem Felde der Ehre; nach der jüngsten Feststellung stehen 365 Mann unter den Fahnen. hb. Frankfurt a. M., 24. Nov. Die von zahlreichen Brauereien des ankfurter Wirtschaftsgebietes beschlossene Er- höhung der Bierpreise findet in den Kreisen der Wirte den hestigsten Widerstand. Der Mitteldeutsche Gastwirteverband wandle sich bereits beschwerdeführend an das Generalkommando und hatte den Erfolg, daß dieses die hiesige Preisprüfungsstelle mit der Entscheidung beauftragte. Die Prüfungsstelle hat die Preiserhöhung nicht anerkannt, da die wirtschaftliche Lage nicht dazu zwingt. Insolgedessen dürste für Franksurt die Erhöhung der Bierpreise nicht eintreten. 5 h. Frankfurt a. M., 24. Nov. Seit heute hat die Straßen⸗ bahnverwaltung auf vier Linien die ersten Wagenführe⸗ rinnen eingestellt. Die Frauen mußten, ehe sie das verantwor⸗ tungsvolle Amt übernehmen, gestern eine Prüfung ablegen— Im westlichen Stadtteil wird die Bürgerschaft seit einigen Tagen durch eine Reihe verwegener Mansardeneinbrüche beun⸗ ruhigt. In fast allen Fällen gelang es den Dieben, reiche Beute e verschiedenemale wurden Dienstmädchen die gesamten Ersparnisse gestohlen. N h. Vom Feldberg, 24. Nov. Zur bleibenden Erinnerung an den Hauptgründer des Observatoriums auf dem Kleinen Feld⸗ berge, den neulich verstorbenen Professor Eu⸗ Hartmann, sichtigt der Physikalische Verein zu Fran a. M. die An⸗ bringung einer Bronzeplatte mit ene Inschrift an dem urme. 1e. Hachenburg, 24. Nov. Der Verband der frei⸗ willigen Feuerwehren des Regierungsbezirks Wiesbaden und des Kreises Wetzlar hält am 26. und 27. ds. Mts. hier seine Zentralvorstandssitzung ab. h. Dillenburg, 24. Nov. Die normalspurigen Eisen⸗ bahnstrecken Siegen—Siegen⸗Ost und Haiger— Weidenau als Hauptbahnen für den Personen⸗, Güter⸗ und Gepäckverkehr werden am 1. Dezember dem öffentlichen Verkehr übergeben. An der Fer⸗ tigstellung des 3. und 4. Gleises auf der Strecke Dillenburg— Haiger wird noch unablässig gearbeitet. Die Strecke zwischen Haiger und Sechshelden wird in wenigen Wochen vollendet sein; dagegen dürfte die Fertigstellung der Linie Dillenburg—Sechs⸗ helden erst in etlichen Monaten erfolgen. i ul. Limburg, 24. Nov. Auf dem Neumarkt wird dem⸗ nächst ein Ehrenstock zur Nagelung aufgestellt werden. Nach vollendeter Nagelung findet der Ehrenstock auf dem Ehrenfeld im Friedhof Aufstellung. Bllchertisch. —„Landwirt werde klug!“ Praktische Ratschläge für jeden Landmann von Th Hämmerer.(Verlag von Emil Roth in Gießen.) Preis 0.60 Mk. Der gegenwärtige Krieg ist nicht nur ein Kampf der Waffen, sondern auch ein Kampf gegen das deutsche Wirtschaftsleben. Gegen alle Regeln des Völkerrechts hat England Deutschlands Zufuhren über See abgeschnitten. Unserer Industrie fehlen die Rohstoffe und sonst fehlen dem deutschen Volke alle die Nahrungsmittel, mit denen im Frieden unsere einheimischen Erzeugnisse vermehrt und ergänzt werden konnten. der Plan der Aushungerung wird unserem Vetter jenseits des Kanals niemals gelingen. Wir haben gelernt, anders zu leben, um zu siegen. Wir haben auch gelernt— und müssen das noch immer mehr tun— anders zu schaffen und zu arbeiten auf unseren er als bisher. Besonders gilt das für unsere Landwirte. Freilich gefallen wir uns in der Behauptung, daß wir landwirtschaftlich den uns zu Gebote stehenden Boden„nach Möglichkeit“ aus⸗ nutzen. Und doch sind das vielfach nur Redensarten Es kann und muß gerade auf dem Gebiete der wirtschaftlichen Ausbeutung unseres Bodens noch viel mehr getan werden, als dies bis jetzt geschieht und geschehen ist Wir mitssen für jede Anregung, die nach dieser Seite hin gegeben wird, dankbar sein. Das sind wir auch dem Verfasser des vorliegenden Büchleins. Was hier der Verfasser über den Dünger, das Düngen, das Wetter und den Niederschlag, den pflanzlichen und den künstlichen Dünger sagt, ist so wahr und so klar, so natürlich und überzeugend, daß man kaum ver⸗ stehen kann, wie so mancher Düngestoff nutzlos verkommen konnte. Das Büchlein ist eine wahre Fundgrube von Anregungen für jeden Landwirt. Wer dieses Werkchen aufmerksam liest, wird finden, daß sich mit den vorhandenen Mitteln viel günstigere Ernten erzielen lassen. Es sind in dieser kleinen Schrift tatsächlich praktische Ratschläge enthalten, die, wenn sie befolgt werden, die besten und schönsten Ergebnisse zeitigen! Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Snnagoge(Süd⸗ Anlage) Samstag, den 27. November 19158: Vorabend: 4.30 Uhr. Morgens: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbataus gang: 5.20 Uhr. —ů— Israelitische Reli sonsgesellschaft. Sottesd Sabbdatfeier am 27. N 1918: Freitag abend 4.00 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbatausgang 5.15 Uhr. Wochengottesd ienst morgens 7.00, abends 4.00 Uhr. Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 26. November 1915: Veränderlich, leichte Niederschläge, etwas kälter. Letzte Nachrichten. Die bedrohten Ententetruppen. Genf, 25. Nov. Die Heeresleitung der Ententetruppen in Saloniki gibt, wie die Blätter berichten, bekannt, daß 1 arien seine gesamte Heeresmacht nun gegen die englisch⸗fran ssssche Front k i Die von den Bulgaren bisher innegehabten Stellungen würden von den Deutschen und Oesterreichern eingenommen werden. Rotterdam, 25. Nov. Der„Times“ wird vom 21. No⸗ vember aus Monastir berichtet: Bisher ist kein Zusammenstoß zwischen den einander südlich von Prilep stehenden serbischen und bulgarischen Truppen erfol er Grund der Einstellung der bulgarischen Offensive ist unbe⸗ kannt. Der serbische Generalstab beobachtet absolutes Schweigen. Vom 22. November wird berichtet, daß die Untätigkeit an der Front von Prilep andauere. Die Bedrohung von Monastir scheine vorläufig beseitigt. Sämtliche Meldungen stimmen darin Über⸗ ein, daß die nördliche Einbruchsarmee der Deutschen sich der Be⸗ völkerung gegenüber musterhaft beträgt. Die Deutschen beruhigten die Einwohner der Ortschaften und zahlten alles, was sie requi⸗ rierten, in barem Gelde. Prahlhans Kitchener. Genf, 25. Nov. Aus Athen berichten Lyoner Blätter, Kit⸗ chener habe dort gesagt, England werde kommenden März vier Millionen Soldaten unter den Waffen haben und außerdem noch 5 5 sein, sechs Millionen Russen zu bewaffnen und zu ver⸗ egen. Wahlenthaltung der Venizelisten. Athen, 25. Nov. In der gestrigen stürmischen Sitzung der Venizelistenpartei, auf deren Tagesordnung die Nicht⸗ beteiligung der Partei an den Wahlen und der Erlaß eines Mani⸗ festes an das Volk standen, ergriff der Venizelist Petriotis das Wort und erklärte, er sei der Ansicht, der König besitze das konstitutionelle Recht, die Kammer aufzulösen. Venizelos ant⸗ wortete: Ich freue mich, Petriotis unter meinen en zu sehen, doch glaube ich, daß, da eine so große Meinungsverschieden⸗ heit in einer wichtigen Frage uns trennt, daß kein Einvernehmen zwischen uns möglich ist.— Der Beschluß der Fernhaltung von den Wahlen war vorgesehen und ist getroffen, um die große Schwäche der Partei zu verbergen. Die Angriffe auf die Krone, in denen sich Venizelos gefiel, haben ihm in den Augen des Volkes bedeutend geschadet. Es kann jetzt bestimmt gesagt werden, daß dieser ebenso begabte wie gefährliche Mann für lange Zeit zum Heil des Landes aus der tik ausgeschaltet Heiben wird. Kardinal Hartmann auf der Reise nach Rom. Zürich, 25. Nov. Kardinal Hartmann aus Köln ist in Zürich eingetroffen. Er reist mit freiem Geleit nach Rom. Butterkarten in Dresden. Dresden, 25. Nov. Vom 30. November ab werden in Dresden Butter karten eingeführt. Jedermann erhält wöchent⸗ lich ½ Pfund Butter, oder Margarine, oder Speisefett, oder Kunstspeisefett. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. f Das I. Ersatz⸗Bataillon des Inf⸗Regts. 116 beabfichtigt Dienstag, den 30. November d. Js., östlich von Anne⸗ rod in der Richtung auf Burkhardsfelden Gefechts schießen mit scharfer Munition abzuhalten. Das gefährdete Gelände darf von vormittags 9 bis nachmittags 3 Uhr nicht betreten werden. Als Gefahrzone kommt in Betracht das Gelände östlich Annerod mit der dahinterliegenden Waldfläche zwischen Annerod, Steinbach, Albach, Burkhardsselden, Oppenrod und Ganseburg. Ter Verbindungsweg Annerod— Steinbach durch den„Ferne⸗ Wald“ ist für jeden Verkehr gesperrt. 5 5 Den Anweisungen der ausgestellten Posten ist Folge zu leisten Gießen, den 24. November 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Hemmerde. Au die Großh. Bürgermeisterien Albach, Annerod, Burk⸗ hardsfelden, Oppenrod und Steinbach. Auf die obige Bekanntmachung wird hiermit besonders mit dem Auftrage hingewiesen, entsprechende ortsübliche Bekannt⸗ machung in der Gemeinde zu erlassen. Gießen, den 24. November 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Hemmerde. Die glückliche Geburt eines Jungen zeigen hocherfreut an Prof. Dr. Aug. Brüning zurzeit im Felde und Frau Gustel, geb. Spengel Giessen, 2. November 1915 9¹83 Café Ernst Ludwig Heute aus Anlaß des Geburtstages Sr. Königlichen Hohest des Grossherzogs nochmals FE SI-KONZERIT CEE Dek le — 8. 1 OIHE NEN E 50% in Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigstgeliebte, . Frau, unsere herzensgute, treubesorgte Mutter, Tochter, chwester, Schwägerin und Tante, Frau Loni Staudt geb. Bausch nach langem, schwerem, in großer Geduld getragenem Leiden heute nachmittag 3 Uhr im Alter von 41 Jahren, gestärkt durch die heil. Sterbesakramente, in ein besseres Jenseits abzurufen. 1 5 a Festvorstellung 1 zur Feier des Geburtstages Seiner Königlich. Hoheit des Großherzogs Für die trauernden Hinterbliebenen: Alois Staudt und Kinder. statt. Gießen(Schulstr. 10), Homburg v. d. H., den 23. November 1915. 1. Vorspiel zu„Egmont“ von Ludwig van Beethoven, ausgeführt von 9 Die Beisetzung der Leiche findet in Homburg v. d. H. statt. der Kapelle des Ersatz⸗Bataillons des Jnfanterie⸗Regiments„Kaiser Von Blumenspenden und Beileidsbesuchen bitten wir dankend absehen zu wollen. 9177 Wilhelm“ Nr. 116 unter Leitung des Musikleiters Bruno Herrmann. 2. Die Karlsschüler Schauspiel in 5 Akten von Heinrich Laube. 9 Der Reinertrag wird zu einer Weihnachtsspende für unsere Krieger verwendet. Ich ersuche die Bürgerschaft, durch zahlreichen Besuch den vaterländischen Zwed Gatte, unser lieber Vater, Schwiegervater und Vermöge meiner 6 köpfigen Stickmaschine Grossvater liefere ich 2 gestickte Buchstaben zu 5 Pfg. N 3 0= Billigste Preisstellung wird zugesichert. 8 llerr Heinrich eusohling l. Fertige Monogramm-Stiekerei-Muster liegen in 5 Todes-Anzeige. in vollem Maße sicherzustellen. Heute vormittag 5½ Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, der tfreu- sorgende Vater seiner Kinder, unser guter Sohn, Bruder, Schwager und Schwiegersohn Ludwig Schmidt IV. Metzgermeister im 39. Lebensjahre. Grosser Posten halbleinene Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelmine Schmidt, geb. Germer. Heuchelheim, den 24. November 1915. Passende Servietten, 60460 em. 9202 Die Beerdigung findet statt Freitag, den 26. Novbr. 1915, nachmittags 1 Uhr, vom Sterbehause, Giessener Strasse. Die mir gütigs Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mitteilung, dass mein innigstgeliebter Fruchthändler gestern vormittag 8 Uhr nach kurzem Leiden im Alter von 80 Jahren sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. . Steinbach, Hannoverisch-Minden, Wetzlar, den 24. November 1915. Todes⸗Anzeige. Den Ehrentod fürs Vaterland starb infolge einer schweren Kopfverletzung in einem Feld⸗ mklazarett unser braves Mitglie Philipp Müller. Wir verlieren in dem Verstorbenen ein langjähriges, eifriges und treues Mitglied und werden wir seiner stets in Ehren gedenken. „Erster Kraft⸗ und Sport⸗Club 1893, Gießen. 9188 Die Beerdigung findet Samstag, den 27. November, nachmittags 3 Uhr, in Steinbach statt. 06321 Heute nacht starb nach längerem Krankenlager unser lieber Vater, Schwiegervater, Grossvater und Urgrossvater, Herr Georg Pausch Gemeinde- Vorsteher a. D. Veteran von 1866 und 70/71 Rheumatismus-, Ischias- und Gichtleidende nehmen die glänzend bewährten Petrin- Tabletten Name gesetzlich geschützt 8631 anerkannt bestes Mittel, da vollständig unschäd- Iich, ohne jegliche Nebenerscheinungen und sicher wirkend.— Zu haben in allen Apotheken. NB. Rat und Hilfe wir noch erteilt Moltkestr. 7. Carl A. Hartmann. [Kakao, Der Oberbürgermeister. Keller. FRITZ NWOWACE gGelegenheits- Angebot Jacgquard- Tischtücher in Stern- und Blumenmustern, Grösse 13054160 om, das Stück M. 3.80 ½ Dutzend M. 4.00 Weit unter heutigem Preise! 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Kreuzplatz ar chunck Nea e F. 06 1 Kriegslieserant. ge 1 7 4 findet nicht heute, sondern— 5 2 an Müssen Sie noch ins Felo? Dann schieben Sie den(auch wäbrend einer Beurlaubung) jetzt noch möglichen Abschluß einer Lebensversicherung mit Einschluß der Kriegsversicherung e 14 ra e i e 0 Ausza g der vollen Versi berung summe au Ortsgewerbeverein. bei Dod infolge von Kriegsereignissen. Näheres auf Anfr. unt. F. A. U. 7 an Rudel Mosse, Frankfurt a. MN. I9100hy Samstag, 27. November d. J. a abends 8% Uhr f in der neuen Aula statt. Kaufm. Verein. 19194 Bienenhonig Weg Einberufung z. Militär⸗ dienst empfehle ich meinen Bienenhonig zu billigen Preisen. Auch Fate ich einen Posten Bienenwachs abzugeb. Milnelm Leib, Arofdorf Ar. 184.? ese Nr. 116, unter Direktion des Musikleit. Bruno Herrmann Hie rauf: Die Karlsschüler Schauspiel in 5 Akten von Heinrich Laube. Ende gegen 10%½ Uhr. Soldaten vom Feldwebel abwärts zablen bei allen Vorstellungen auf 2. un 8. Sperrsitz nur halbe F 5 Tur färs l. Hagenhitter SBafferien ee ee ee 05 5 f Feigen al pelnt net as a Ter Nesneriteg wird u Relterntörbbelnischer] für unsere Krieger.— Bei ein Welbnachtsspende für