9 N Mr. 272 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beuagen: bdlermal, wöchentlich Gießener Familienblätter; wennalwöchentl.Krels⸗ lalt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freilga); zweimal monatl. Land⸗ wirischaftliche seitfragen Neriuprech e Anschlusse: für die Schriftlenung 112 Verlag, Geschältsstetleö! Adresse ür Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnunemer bis zum Abend vorher. General-Anzeiger Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Zuch⸗ und Steindruckerei R. Fange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. 165. Jahrgang 3 8 N 5 ür Oberhessen Donnerstag, 18. November 1915 Bezugspreis: 9 monatl. 85 Pf., viertel⸗ 9 jährl. Mk. 2.5): durch N Abhole- u. Zweigstellen 0 75 monatl 75 bi. durch 8 8 jährt. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Gi.— Haupt⸗ schritleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für dden Anzeigenteil: H. Beck, sämnilich in Gießen. Englische Ministerbesuche in Paris. Aus den englischen Parlamentsverhandlungen. (TB.) Großes Hauptquartier, 17. November. (Amtlich.) 8 Westlicher Kriegsschauplatz. Abgesehen von Artillerie- und Minenkämpfen an ein zelnen Stellen der Front ist nichts von Bedeutung zu be⸗ richten. Oestlicher Kriegsschauplaßz. Nussische Zerstörer beschossen gestern an der Nordspitze von Kurland Petragge und die Gegend südwestlich davon. Sonst ist die Lage unverändert. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Die Verfolgung im Gebirge machte weitere gute Fortschritte. Die Serben vermochten hier nirgends nennenswerten Aufenthalt zu bereiten. Ueber zwei⸗ tausend Gefangene, ein Maschinengewehr und zwei Geschütze blieben in unserer Hand. 5 Oberste Heeres leitung. .„„ Im Olymp der englischen Weltbeherrscher ist ein un⸗ ruhiges Kommen und Gehen zu beobachten. Wie die griechi⸗ schen Götter im trojanischen Krieg, so eilen die englischen Minister zu ihren Schützlingen an den Fronten, aber Herr Asquith ist kein Donnerer Zeus, und wenn er mit den anderen Mitgliedern seines Kabinetts jetzt die Reise nach Paris angetreten hat, so handelt sich's nur wieder um eine armselige Konferenz, durch die man die so nötige und immer noch mangelnde Einigkeit herstellen will. Schickt mir Soldaten und bleibt zu Hause!“ wird General Josfre unmutig ausrufen, wenn er schon wieder Kriegs⸗ rat halten soll. Die englischen Besorgni se mehren sich von Tag zu Tag Der englische Unterstaatssekretär des Krieges, Tennat, hat im Unterhause gesagt, daß die 2 Verluste an den Dardanellen vom 25. Mai bis 30. Oktober 127000 Mann betrugen, wovon 31 000 tot oder verwundet seien oder vermißt würden. Die übrigen seien krank ge⸗ worden, von diesen seien 80 Prozent nach der Front zurück⸗ ekehrt. Täglich kämen im Durchschnitt 750 Krankheits⸗ älle vor. Das ist eine Hiobspost ersten Ranges, und man int in London endlich die. aus diesen schweren Verlusten und begangenen Fehlern ziehen zu wollen. Churchills Rede, die heute in voller Ausführlich⸗ keit mitgeteilt wird, gibt uns Klarheit. Noch vor wenigen Wochen hatte er freilich einen geradezu übormütigen Opti⸗ mismus bekundet, als er in einer seiner Reden sagte, die englischen Truppen stünden unmittelbar vor ihrem Siege und hätten nur noch einige Landhügel zwischen sich und ihrem Ziele, die bald überstiegen sein würden. Die deutschen Nin lachten damals über dieses Geschwätz, und heute imt derselbe Churchill in seiner ganzen Einfalt und be⸗ weist uns durch eine große Verteidigungsrede, daß die Sache schief gegangen ist, weil seine Vorschläge nicht rechtzeitig beachtet worden 1506 Er will heute nicht mehr der Atlas sein, der auf Gallipoli das ganze erschütterte Weltengebäude balancieren zu können glaubte. Auch seine Teilnahme an der Verteidigung Antwerpens suchte Churchill von Schuld u reinigen, indem er festttellte, daß seine Vorschläge zu 15 ausgeführt worden seien. Doch halten wir uns an ie Dinge, die heute durch den Krieg noch nicht abgetan sind, an die Kämpfe um die Dardanellen. Churchill riet, wie er sagt, Konstantinopel durch die Flottenoperationen zu neh⸗ men und er tadelt es, daß die Angriffe vom 18. März ni. wiederholt worden seien. Für die militärische Unternehmung . will der ehemalige Lord der Admiralität keiner⸗ ei Verantwortung übernehmen. Er bezeichnet sie ziemlich unverhüllt als Pfuschwerk, denn, so erklärte er,„das Wesen des Angriffs auf der Gallipoli-Halbinsel mußte Schnellig⸗ keit und Energie sein“, Ja, wenn die Entente in ihren Hand⸗ lungen so schnell gewesen wäre, wie Herr Churchill mit seinem Munde voran ist!„Ich riet das ganze Jahr der Regierung, keine Operationen im Westen zu unternehmen, sondern Kon⸗ stantinopel zu erobern.“ Er ist erstaunlich, was sich der Kriegsrat in London und Paris von diesem eitlen Effekt⸗ macher alles bieten lassen muß! Um sich selbst ins rechte Licht za setzen, schwingt er das kritische Messer, unbeküm⸗ mert darum, ob die militärischen Operationen dadurch ge⸗ stört werden oder nicht. Denn gibt man ihm recht, so müßte folgerichtig auf Gallipoli sofort der 0 beginnen.„Jetzt ist“, so sagte Churchill,„die Lage völlig verändert, wir machen schlimme Zeiten durch, und es kann noch schlimmer kommen.“ Hätte der geschwätzige Eiferer aber nicht schon 1 reden können, bevor es zu spät war, statt mit bewußlem zug das Volk durch die Voraussagung baldigen Sieges auch im fernen Osten zu täuschen? Heute berichtet, auch ein Zeichen unabwendbaren Schicksals, die Agence Havas aus Athen, daß in Konstantinopel Vorbereitungen für die An⸗ kunft der Deutschen getroffen würden Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 17. Nov.(WTB. Nich tam lich.) Amtlich wird verlautbart: 17. November 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern fanden im Görzischen keine größeren In⸗ fanterickämpfe statt. Auch de Tätigkeit der italienischen Ar⸗ tillerie war im Vergleich zu den sräheren Tagen bedeutend geringer. Die Lage ist an der ganzen Südwestfront unver⸗ ändert. Vorgestern belegte eines unscrer Flugzeuggeschwader Brescia mit Bomben Die Flieger konnten starke Brände beobuchten. Alle Flugzeuge sind glatt gelandet. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die an der Sandschakgrenze kämpfenden k. und k. Trup⸗ ben warfen die letzten montenegrinischen Nachhuten über den Lin zurück. Die Verfolgung der Serben wird überall fortgesetzt. Die gigen Sjenlca vordrrigende öster⸗ reichisch-ungarische Kolonne warf den Feind aus seinen zäh verteidigten Eebirg stellungen nördlich von Javor. Die deutschen Truppen des Generals v. Kö veß standen gestern abend einen halben Tagemarsch von Raska entfernt. In Kursumlja ist es zu Ortskämpfen gekommen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. **** Englisch⸗französische Beratungen in Paris. London, 17. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus Das Auswärtige Amt tei et mit: Der Pre⸗ mierminister, der Staatssekretär des Acußern, der erste Lord der Admtralität und der Munitions⸗ minister sind, begleitet von militärischen, diplomatischen und Marine⸗Fachmännern, in Paris eingetroffen, um mit der fran⸗ zösischen Regierung zu beraten. a Die verfolgung der Serben. Berlin, 18. Nov. Die Verfolgung der Serben schreitet, wie dem„Berliner Tageblatt“ gemeldet wird, unter hef⸗ tigsten Kämpfen fort. Jeder Raumgewinn von Kilometern muß mit dem Bajonett erkämpft werden. Während die Flügelarmeen im Lin⸗Gebiet westlich von Lescovac Fortschritte machen, österreichisch⸗ ungarische Truppen südlich des Lin verfolgen und die Bulgaren in die Linie Brestovac—Lebane eingerückt sind, setzt das aus den Armeen Gallwitz⸗Köveß bestehende Zentrum der Verbündeten seinen Vormarsch fort und entreißt dem Feinde eine Höhe nach der anderen. Oesterreichisch-ungarische Truppen stehen bereits nörd⸗ lich von Javor; im Ibertale sind deutsche Kräfte bis Uschitze vor⸗ gedrungen und bei Babica ist die Straße Kursumlija—Raska von österreichisch-ungarischen Truppen bereits überschritten. Oest⸗ lich davon steigt die Armee Gallwitz die Höhen bei Barlatovac nörd⸗ lich Kursumlija hinan. Von allen Seiten nähern sich die Ver⸗ bündeten dem Raume Novibasar. Berlin, 18. Nov. Die Bulgaren sollen in Vranska Banja 13ehemaligeserbische Minister gefangen genommen haben, die sich dorthin geflüchtet hatten. Berlin, 18. Nov. Die unter Leitung von deutschen Inge⸗ nieuren in Angriff genommenen Arbeiten zur Herstellung der Bahnlinie zwischen Nisch⸗Pirot sollen, wie der „Vossischen Zeitung“ nus Budapest gemeldet wird, so gefördert wer⸗ den, daß die Linie schon vor Ende dieser Woche eröffnet werden kann. Die Drohungen gegen Griechenland. Paris, 17. Nop.(WTB. Nichtamtlich.) Die französi⸗ sche Presse vertritt Griechenland gegenüber noch immer den⸗ selben Standpunkt. Griechenland müsse sich entscheiden und die Entwaffnung der etwa auf griechischen Boden übertretenden Trup⸗ pen der Serben und der Alliierten dürfe vom Vierverband nicht geduldet werden. Die Verhandlungen des Vierverbandes mit Grie⸗ ckenland hätten schon zu lange gedauert. Das Geschwader, das in Malta versammelt sei, solle nach Griechenland geleitet wer⸗ den und mit der Beschießung beginnen, falls Griechenland sich nicht in allerkürzester Frist entscheide Es werde von Tag zu Tag klarer, daß die woh wel ende Neu ral tät, die Athei dem Vierver⸗ band versprochen habe, nicht mit den Interessen der Alliierten und nicht mit den Interessen Griechenlands vereinbar sei. Genf, 17. Nov.(Zens. Irkft.“ Laut einer hier vorliegenden Pariser Meldung hat England die Abfahrt aller in englischen Häfen befindlichen griechischen Dampfer verboten bis zum Eintreffen einer befriedigenden Antwort der Athener Regie⸗ rung auf die äußerst energischen Schritte des Vierverbandes, der sich für das in Salonik gelandete Expeditionskorps volle Aktions⸗ freiheit sichern, sowie gegen den Plan der Entwaffnung der serbi⸗ schen oder verbündeten Truppen bei einem Rückzug auf griechisches Gebiet Garantien erlangen will. London, 17. Nov.(WTB. Nichtamgich.) Die„Daily Mail“ meldet, daß die britischen Behörden in Liverpool und New⸗ castle 90 griechische Dampfer zurückhalten. Englische Truppentransportschisse verschwunden? Berlin 18. Nov. In Saloniki soll verscheedenen Mor⸗ genblättern zufolge im englischen Marinestabe große Aufregung in⸗ lolge Ausbleibens einiger englischer Transport- schisffe herrschen. i Hervé über die Lage auf dem serbischen Kriegsschauplatz. 5 Paris, 17. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Hervs for⸗ dert in der„Guerre Sociale“ dringende Hilfe für die Armee des Generals Sarrail. Man habe seit Kriegsausbruch so viele Fehler begehen sehen, daß die Oeffentlichkeit jetzt berechtigt sei, die i warnen. Man dürfe nicht glauben, daß die serbische Armee sich in guter Ordnung in die Berge zurückziehe, um einen plötzlichen Vorstoß gegen die Hesterr ier und Deutschen zu unternehmen. Das ser⸗ bische Heer, das auf beiden Flügeln von der Umklammerung bedroht sei, müsse sich gegen die albanische Küste oder Griechenland zurückziehen. Die letztere Rückzugslinie sei wahrscheinlich, da in Griechenland die Alliierten stünden, um zu helsen. Es sei ganz klar, daß die Oester⸗ reicher, Deutschen und Bulgaren gegen Salo⸗ niki marschierten. Wenn man nicht schleunigst große Verstärkungen nach Saloniki sende, wo nichts für den ren Katastrophe entgegen, als der ö b die Alliierten gewesen sei. Hervs schließt seinen Artikel mit der Frage: Was macht Italien, was Rußland? Aus Rumänien. Bukarest, 17. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Filipescu und seinem Sohne einerseits und keiten, die beide Filipescus dem Kriegsministerium zum Vorwurfe machten, zu einem Zeitungsstreit Raa men. Das Kriegsministerium hat mit der Veröffentlichung von Schriftstücken erwidert, die geeignet waren, den Sohn Filipescus bloßzustellen. Gestern hak der Sohn Filipescus den Chefredakteur des„Vittorxul“, Berlescu, auf offener Straße angegriffen. Es kam zu einer Schlägerei Das Publi⸗ lum mußte öffentlicht in seinem Blatte einen Brief, den er an Bra⸗ tianu in der Augelegenheit seines Sohnes geschrieben hat und in dem er mitteilt, daß er in der Kammer eine Interpellation einbringen werde. 8 Kitchener in Mudros. London, 17. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet aus Athen vom 15. Nov.: Kitchener ist in Mudros angekommen. Der britische Gesandte in Athen ist dorthin abgereist. Bisher liegt keine amtliche Be⸗ 5 stätigung vor. ** 2 Erfolg eines deutschen Fliegers an den Dardanellen. 5 New Pork, 18. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Hiesig⸗ Blätter melden, daß im September ein deutsches Flug⸗ 1 eug an den Dardanellen eine Bombe auf einen leichten englischen Kreuzer geworfen habe, 2 145 Offiziere und Mannschasten getötet u noch mehr verwundet worden seien. Die Alliierten hätten diesen Vorsall verschwiegen. Die Nachricht sei durch einen mit der„Adriatic“ zurückgekehrten Ingenieur namens Erie Wilson bekannt geworden. Der Aus bau des türkischen Eisenbahnnetzes. Konstantinopel, 17. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kammer hat in ihrer Sitzung vom 16. November das vor einigen Monaten im Verordnungswege erlassene provisorische Gesetz nehmigt, nach welchem dem Kriegsministerium als erste Rate auf fünf Jahre verteilten Ausnahmekredits 1½ Millionen Pfund als Auslagen des Baues und des Betriebes folgender Bahnlinien gewährt werden: Schwarzmeerküste, Muratli⸗Rodosto(Marmarame r), Zw ig inie vom Punkte Angora⸗Erserum⸗Linie nach der Schwarzemeertüste, sowie anderer Zweiglinien, außerdem für den Bau und Betrieb von Hafenanlagen an den Endpunkten dieser Bahnlinien. Nach der im Laufe der Debatte von der Regferung beantragten und von der Kammer genehmigten nachträglichen Abänderung wird dem Kriegsministerium auch der Bau und Betrieb der Bahnlinie von Samsun(Schwarzes Meer) nach Sivas und einer anderen Linie von Usunköprül(im türkischen Thrazien) nach Keschan und von dort nach einem Punkte an der Küste des Marmarameeres übertragen Nach den von einem Vertreter des Kriegsministeriums erteilten Aufklärungen wurde der Bau der Linie Angora⸗Exserum noch während des Krieges in Angriff genommen. Es sind bereits 36 Kilometer samt mehreren technischen Werken fertig g'baut. Das Kriegsministerium hoffe, den Bau des ganzen Netzes in weniger als zehn Jahren fertig zu stellen. Der Endpunkt der von Erserum abgehenden Bahnlinie am Schwarzen Meer werde erst nach dem Kriege bestimmt und bekannt gegeben. Bekanntlich sollte die Kon⸗ zession eines ähnlichen Netzes in Kleinasien einer französischen Gruppe erteilt werden, wogegen die französischen Banken der Türkei eine große Anleihe gewähren sollten. Diese Anleihe ist zwar flüssig gemacht worden, die auf die Bahnkonzession bezüg⸗ lichen Verträge waren jedoch bis zum Ausbruch des europäischen Krieges nicht unterzeichnet und sind nunmehr gegenstandslos ge⸗ worden. Auf den Antrag, dem Kriegsministerium auch Schurf⸗ konzessionen in einer Zone von 20 Kilometer zu beiden Seiten der Bahnstraße zu erteilen, ging die Kammer nicht ein Der Mi⸗ nister des Innern erklärte jedoch, es sei selbstverständlich, daß diese Konzession erst mit Zustimmung des Kriegsministexiums erteilt werden könnte. 8 Ein englisches Flugzeug abgeschossen. Honstantinopel, 16. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Ein Telegramm aus Bagdad meldet, daß Beduinen ein englisches Flugzeug heruntergeschossen und die Insassen gefangen genommen haben. Das Flugzeug die Vost Mk. 2.30 viertel ider⸗ stand vorbereitet werden könne, gehe man einer schlimme⸗ all von Antwerpen für ange gierungsblatte„Vittorul“ war es wegen Unregelmäßig⸗ 928 ie Gegner trennen. Der alte Filipescu ver⸗ Angora⸗Erserum, Erserum⸗ 0 5 „ 1 1 konnte ausgebessert und wieder in Dienst genommen werden. 5** Eine Massenhinrichtung in Italien. Hamburg, 17. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Dem„Fremden⸗ blatt“ wird aus Stockholm gedrahtet: Ter Redakteur der schwedischen sozialdemokratischen Zeitung„Arbetet“, der tagsabgeordnete Dr. Gunnar Löwegren, der kürzlich Italien besuchte, schildert folgende Szene aus Florenz: Bei meiner Ankunft am Bahnhof war dieser von einer neugierigen und schaulustigen Volksmasse überfüllt. Auf meine Fragen, warum so viel Volk zusammengeströmt sei, klärte man mich dahin auf, daß man gekommen sei, um die Sozialisten, die füsiliert werden sollten, zu sehen. In Haufen von je 20 Mann zogen die Verurteilten unter starker Bewachung vorüber. Sie hatten noch immer ihre Uniformen an. Man sah unter dem graugeklei- deten Landmilitär auch Gruppen blauer Seemannsjacken. Es waren ungefähr 200, die aus Ueberzeugung und Haß gegen den Krieg sich weigerten, dem Befehl zu gehorchen, gegen den Feind zu ziehen. Sie waren vom Kriegsgericht zum Tode verur⸗ teilt und sollten nach Arezzo geführt werden, um erschossen zu werden. Die meisten versuchten, eine freimütige Haltung zu be⸗ wahren, der eine oder der andere zeigte sogar Trotz. Wie Vieh wurden sie in die Wagen, die bereit standen und vor den Fensbern eiserne Gitter hatten, hineingetrieben. Die Zuschauer schienen im allgemeinen wenig Mitleid zu haben, aber für den Fremdling, der aus Zufall unfreiwilliger Zuschauer des Auftritts geworden war, war es ein letzter, kräftig sprechender Beweis gegen das Gerede vom Kriegsenthusiasmus in Italien. Der Postverkehr zwischen Amerika und Deutschland. London, 17. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die „Daily Mail“ aus New Nork meldet, habe die amerika⸗ nische Post den Versuch von Deutschamerikanern, kleine Pakete Nahrungsmittel nach Deutschland zu schicken, verhindert. Die 1 zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland sei infolge der Weigerung der Schiffahrtsgesellschaften, eingestellt worden. 5 Pakete anzunehmen, 8 Aus dem englischen Unterhause. London 17. Nov.(WTB Nichtamtlich.) Unterhaus⸗ sitzung, vom 15. November. Der Premierminister Asguith ankwortete auf eine Anfrage, der Kriegssekretär sei selbstverständ⸗ lich Mitglied des Kriegsrates und wohne ihm, wenn erforderlich, stets bei. Asquith lehnte es ab, den indischen Sekretär in den Kriegsrat einzuberufen, um die Körperschaft nicht zu vergrößern. Auf eine andere Anfrage antwortete er, es könne keinerlei Ein⸗ führung des Dienstzwanges ohne Zustimmung des Parla⸗ ments geschehen. Auf eine Anfrage Aldens(liberal) erklärte sich Asquith bereit, in der Wehrpflichtfrage eine Abordnung von Abgeordneten zu empfangen. Churchill sagte: Die Tatsache, daß ich nicht auf der Frontbank der Opposition Plaß nehme, bedeutet keine Kritik derer, die es tun. Ich hoffe ernstlich, daß Carson regelmäßig zu den Sitzungen erscheint. Churchill sagte über die Expedition nach Antwerpen: Der Plan stammte ursprünglich von Kitchener und der franzö⸗ sischen Regierung. Ich spielte bei Kitcheners Plane, Antwerpen I entsetzen, nur eine Nebenrolle. Am 2. Oktober hat ein Mi⸗ misterrat stattgefunden, worauf ich mich nach Antwerpen begab. Ich telegraphierte den Vorschlag, daß Belgien den Widerstand fort⸗ setzen solle, der englischen und französischen Regierung, die in drei Tagen endgültig telegraphieren sollten, ob und wieviele Ent⸗ satztruppen sie schicken würden. Beide Regierungen haben meinen Vorschlag angenommen und es wurde beschlossen, Entsatztruppen zu senden. Es ist natürlich richtig, daß die Operationen zu spät begonnen haben. Aber es ist nicht meine Schuld. Ich habe am 6. September die Aufmerksamkeit der Minister auf die ge⸗ jährliche Lage Antwerpens gelenkt, aber es geschah nichts bis zum 2. Oktober. Die Expedition nach den Dardanellen war me⸗ thodisch und fachmännisch gründlich erörtert worden. Sie war keine improvisierte Unternehmung von Dilettanten. Die Admira⸗ lität im Dezember mit der Erwägung eines kombinierten mili⸗ ktcrischen und maritimen Ueberraschungsangriffs begonnen. Kit⸗ chen er sagte, er könne keine Truppen abgeben. Der anfängliche Plan hatte keinen Angriff auf die Gallipoli⸗Halbinsel vorgesehen. Der Plan ist von dem französischen Minister 5 geprüft und gebilligt worden. Der erste Erfolg der Beschießung der Außen⸗ ßorts übte eine elektrisierende Wirkung auf dem Balkan aus und hatte eine sofortige Rückwirkung auf Italien. Anfang März be⸗ gann sich der Fortschritt der Operationen zu verlangsamen. Die beweglichen Batterien des Feindes begannen, sehr unbequem zu werden. Darauf wurde beschlossen, einen kombinierten maritimen und militärischen Angriff zu machen. Ich bedauerte die Entscheidung und wollte den Flottenangriff fortgesetzt haben, fand aber nicht die Zustimmung Lord Fishers. Ich habe von Lord Fisher weder eine klare Leitung vor den Operationen, noch eine feste Unterstützung nach⸗ her erhalten. Wenn er die Operationen nicht billigte, hätte er das im Kriegsrat aussprechen müssen, und ich hätte damals zurück⸗ treten können. Ich übernehme die volle Verantwortung für die Flottenoperationen; aber für die militärische Unternehmung und ihre Ausführung übernehme ich die Verantwortung nur, soweit ich Kabincttsminister war. Machten es aber die Flotten⸗ Operationen notwendig, daß man militärische Operationen fehlen ließ und dabei beharrte? Wir hätten unzweifelhaft nach dem Flottenangriff vom 18. März die Operationen abbrechen können.— Die militärischen Ope⸗ rationen begannen erst am 25. April. Wenn wir in diesem Zeit⸗ raum gewußt hätten, was wir heute über den Verlauf der mili⸗ tärischen Operationen wissen, so würde niemand gezögert haben, den Prestigeverlust in Kauf zu nehmen, den der A b⸗ bruch des Angriffs auf die Dardanellen verursacht hätte Der Be⸗ schluß, militärische Operationen folgen zu lassen, ist selbständig und unabhängig von dem Beschluß über den Flottenangriff gewesen. Ich habe diesen zweiten Entschluß unterstützt; aber das Wesen des Angriffs auf die Gallipoli⸗Halbinsel mußte Schnelligkeit und Energie sein. Es hätte eine große Gefahr bedeutet, langsam bvor⸗ zugehen und lange Pausen zwischen den Angriffen zu machen. Andererseits hat umsere Armee auf Gallipoli den ganzen Sommer nur wenige Meilen von dem endgültigen Siege entfernt gestanden. Angriffe wie bei Neuve Chapelle, Loos und Souchez hätten das Schicksal der türkischen Armee ee Ich riet das ganze Jahr der 10 eine Operationen im Westen zu unternehmen, sondern Konstantinopel zu erobern. Jetzt ist die Lage völlig ver⸗ ändert. Churchill sagte sodann:„Ich lasse dem Generalstaatsan⸗ walt Smith alle seine Dokumente zurück, damit er seine Inter⸗ essen im Unterhause oerteidigt.“. Carson polemisierte gegen die neulich von Grey abgegebene Erklärung über die Politik gegenüber Serbien und sagte: Greys Erklärung ist ungemein irreführend gewesen. Die Regierung hat 5 n beschlossen, Serbien keine Hilfe zu senden. Deshalb habe ich das Kabinett verlassen. Erst drei Wochen später beschloß die Regierung, Hilfe zu senden, nachdem sie durch Besuche Joffres und Millerands umgestimmt worden war. Asquith widerspricht Carson. Trevelyan sagte: Es wird jetzt bestätigt, daß der Krieg in Erschöpfungskrieg sein wird. Wer solchen Krieg unter eine sechs jährige Dauer schätze, wäre sehr sanguinisch. Wie wird es 2 8 solche Zeit hiadurch uns und der übrigen Welt gehen? Ein Erschöpfungskrieg bedeutet für uns ebenso wie für Dentschland einen völligen, unwiderbringlichen Ruin. Ich bin scharf getadelt en, 1 4 160 das Wort Frieden ausgespochen habe Aber ich habe nie von Frisden um jeden Preis gesprochen. Ich habe gesagt, wir haben gewiß Forderu igen, ohne die der Krieg nicht enden kann: aber es ist nichts Entehrendes und Demütigendes, die gewünschten Ziele durch Unterhandlungen zu erreichen. Wenn die Deutschen ohne Kampf aus Belgien herausgebracht werden kömmten, sollte es auf diese Weise geschehen. Ich hoffe, daß die Reichz⸗ h Regierung bereit ist, die nationalen Ziele durch Verhandlungen zu erreichen, wenn sich die Gelegenheit bieret Die Regierung sollte, falls sie gemachte Friedensvorschläge ablehnt, der Nation ihren Inhalt bekannt geben. Bonar Law erwiderte: Wir haben heute zum ersten Male eine Art Rede gehört, deren wir noch viele hören werden, bis der Krieg endet. Keine Rede konnte einen geringeren praktischen Wert aben. Der Vorredner nimmt an, daß die Rezierung nicht berei⸗ sei die Ziele, wofür wir kämpfen, ohne Kampf zu erreichen, wenn wir das auf diesem Wege können. Kann sich jemand das ein⸗ bilden? Der Vorredner selbst hat Bedingungen ausgesprochen, dit die 1 seiner Reden zeigen. Er hat derlangt, daß Deutschland Belgien räumt, Elsaß⸗Lothringen abtritt und zu⸗ stimmt, daß die Welt nach dem Nationalicätenprinzip regiert werde. Glaubt jemand, da; Deutschland El acd-vothringen heraus⸗ geben und Polen seine Nationalität wiedergeben wird, ohne besiegt zu sein? Jeder empfindet ebenso wie der Vorredner, was die Schrecken des Krieges sind. Jeder von uns würde begierig die früheste Gelegenheit ergreifen, den Krieg zu beenden, sofern es mit Ehren, und ohne die Sicherheit unseres Landes zu gefährden, geschehen könnte. Die Zeit wird kommen, wo diese Art Redner ausführlicher beantwortet werden müssen. Die Zeit ist noch ni cht gekommen. Das Parlament und die Nation sind ent⸗ sclossen, wie in den ersten Kriegstagen in unseren Anstrengungen nicht nachzulassen, bis die Ziele, wofllr wir das Schwert gezogen haben, als der Krieg uns aufgezwungen wurde, befriedigend er⸗ reicht sind. Am Ende der Debatte wies Boot(liberal) darauf hin, daß die Liberalen des Wahlkreises, den Trevel an verteitt, beschlossen 5 bei den nächsten Wahlen einen anderen Abgeordneten zu Wieder ein englischer Scheinheiliger! London, 17. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Unterhaus Bei der Erörte⸗ rung der armenischen Massakres sagte Lord Ro⸗ Derr ee es gebe in der Weltgeschichte kein schrecklicheres Verbrechen. Die Massakres seien ganz ohne Grund erfolgt. Die Behauptung, daß britische Agenten die Armenier zur Empörung aufstachelten, sei völlig falsch. Der größte Nutzen der Armenier würde ein britischer Sieg sein. In diesem Kriege müssen alle Hilfsquellen benutzt und die Feinde ge⸗ zwungen werden, unsere Friedensbedingungen anzunehmen. Deutschland allein sei imstande, den Massa⸗ kres Einhalt zutun. Seine mittelbare Schuld sei jedoch zweifellos festgestellt. Das Glaubensbekenntnis des deutschen Militarismus führe logischerweise zu sol⸗ chen Verbrechen, weil es den Staat an die Stelle setze, die in anderen Völkern von der Religion und der Moral eingenom⸗ men werden. Lord Cecil schloß: Wir stimmen mit Edith Cavells letzten Worten überein: Patriotismus allein genügt nicht. Das ist die tiefe Wahrheit, die von einer Patriotin ausgesprochen wurde. Wenn die Deutschen die Vergötterung des Staates nicht aufgeben, werden sie sogar noch tiefer sinken als jetzt.(Notiz: Lord Robert Cecil soll vor einiger Zeit die Aeußerun getan haben: Wenn mein verstorbener Vater noch lebte, 6 wäre dieser Krieg nicht ausgebrochen. Das möchten wir auch glauben. Wenn die Leitung der englischen auswärtigen Politik in den Händen eines Stgatsmannes von der Be⸗ deutung und der Energie Lord Salisburys geruht hätte, so wäre zweifellos die russische Regierung an der frivolen Entfesselung des Weltkrieges verhindert worden.“ Gelang das aber nicht, so hätte Lord Salisbury wenigstens Eng⸗ land die furchtbaren Wunden erspart, die ihm der gegen⸗ wärtige Krieg geschlagen hat. Was würde der streitbare Führer der Konservativen wohl sagen, wenn er die leicht⸗ sertige jeder tatsächlichen Wee entbehrende n⸗ 9 5 1 5 die Deutschen hören könnte, mit denen sein Sohn dem Unterhause aufgewartet hat!) Kriegsbriefe aus dem Osten. Von unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter Unberechtigter Nachdruck, auch aus zugsweise, verboten.) Die Kämpfe an der Dünafront. IV Vor Riga. ö Mitau, 10. November 1915. Bei dem großen Vormarsch im Juli ging die nördlichste Gruppe der Hindenburgschen Streitkräfte aus den Stellungen östlich von Goldingen vorwärts und erreichte unter kleinen Gefechten die Linie Tuconen, Mitau, Banske, Birschi. Nach kurzem Stillsta wurde der rechte Flügel dieser Kräfte mit Bansk als Drehpunk. gegen Lennewaden(an der Bahn Riga—Dünaburg) im Anschluß an die bisher geschilderten Vorstöße der anderen Gruppen westlich der Dünafront vorgenommen. Während bei Besetzung dieser Teile von Kurland die Russen keinen nachhaltigen Widerstand goleistet hatten, kam es vor Lennewaden zu heftigen Kämpfen. Die Russen fürchteten hier, daß unsere vorstoßenden Truppen nach Erzwin⸗ gung des Dünaüberganges Riga einschließen könnten. Die 3. sibi⸗ rische Division wurde deshalb neu angesetzt. In der Mitte Oktober wurde auch der linke Flügel nördlich von Banske von neuem zum Angriff angesetzt. In einem Tage wurde nach den Gefechten bei Groß⸗Ekau und Garrosen die Misse erreicht und darüber hinaus die Linie bis Olai und an das Sumpfgelände des mächtigen Tirul⸗Sumpfes vorgetragen. Der Ring vor Riga liegt jegt in etwa 15 Kilometer Entfer⸗ nung vor der Stadt und schiebt sich bei Keklau noch etwas näher ran. In wiederholten Vorstößen suchten die Russen den Ring 7 durchbrechen. Bei Keklau, bei Olai, bei Dünhof griffen sie an. ngriffe, die in der letzten und allerletzten Zeit durch sehr sorgsame Artillericvorbereitung unterstützt wurden. Das völlig versumpfte Gelände, das durch den schmelzenden Schnee in diesen Tagen ein⸗ fach unpassierbar geworden ist, ließ diesen Angriffen trotz der großen Menschenopfer von vornherein wenig Möglihkeiten. Die Mannschaften, die ein paar tausend Meter durch das Sumpfgelände vorgehen, können, wenn sie endlich an die Stellungen kommen, vor Erschöpfung kaum das Bajonett heben, wie viel weniger ener⸗ gisch durchstoßen. Im Gänsemarsch arbeiten sich die Angreifer durch den Sumpf und werden von unseren Maschinengewehren abgemäht. Es ist den Verwundeten, die hier eine Kugel in den Sumpf wirft, nicht mehr en helfen. Man hört das Jammern und Schreien in den langen Näch en vor unseren Linien, aber niemand kann in den Sumpf, die Sterbenden zu holen. Bei Wisman fand ein auf Pa⸗ trouille vorgehender Artilleriebepbachter eine Schützenreihe von 50 Mann im Anschlag liegen. Als er, da er kein Feuer erhielt, sich näher heranarbeitete, fand er dicht nebeneinander fünfzig Tote, meist mit Kop schuß. Erst Frost wird die Möglichkeit geben, auf diesem Gelände zu operieren, vom Wetter hängt es ab, inwieweit ein Vorgehen auf Riga an dieser Stelle möglich ist. Als ich heut in der Front bei Olai war, hatten die Russen schon das Ergebnis der Angriffe der letzten Tage gezogen: es herrschte völlige Ruhe. Nur um die Mittagszeit gingen ein paar Granaten in Richtung der Blenden, die wir auf der Chaussee Mi⸗ tau— Riga aufgestellt haben, um den Russen die Einsicht in die schnurgerade Straße zu nehmen. Sobald der Wald zu Ende ist, ind hüben und drüben solehe„Neuanpflanzungen“ von Tannen, die gegen Sicht decken sollen. Ein paar Ruinen von Schlössern ragen zwischen den Linien. Der Schnee schmilzt und das Sickwasser rinnt über den moorigen Boden. Auf den besten Stellen sinkt man bis zum Knöchel ein. Ein paar Reserveunterstände gleichen Badehallen. 5. Es ift selben gegen Mittag nebelig und Sicht auf höchstens ein paar hundert Meter. Rach 3 Uhr setzt schon die Dunkelheit ein. Oben, noch mehr gegen den Rigaer Busen zu, soll es noch schlimmer sein mit Nässe und Rebel. Von 3 Uhr in der grauen(astenden Stille und auf Wacht stehen.. Es ist nicht leicht für die Truppen an den Sümpfen vor Riga.„Wenn man sich dorten auf den Tornister sezt, beginnt er auch einzusinken nach einiger Zeit. Dabei wird es noch schlimmer, wenn der ganze Schnee erst schmilzt, erzählt mir ein Fe. dgrauer, 1 2 Ich sehe über Ebene und Sumpfwald, bis die schweren Schleier zunehmen. Ein puar Gewehrschüsse fallen. Man weiß nicht, woher 8 Es ist gut, daß die Wege markiert sind für die Essenempfänger Das Wshin wäre sonst nicht zu entscheiden. 1 Es ist eine schwere Frage um den Weg hier in Kurland, nicht nur an der Front, in dem Nebel der Sümpfe, sondern auch in Mitau und überall, wo kurländische Herzen schlagen. 5 Aber das liegt auf weitem Felde Milltärisch betrachtet ist die Ansicht der Nussen die, daß wir unsere Wege trotz gller Hinder⸗ nisse gehen. Sie haben daher auch im Osten um Riga Befestigungen errichtet, und hinter Riga mehrere Linien bis zum Peipus⸗ er vorbereitet. Sie fühlen alle diese Kämpfe an der Dünafront letzthin als Bedrohung Petersburgs. Sie haben ihnen daher die lar ler Bedeutung beigelegt, und sie solllen ihren„Napoleonschenko“, den draufgängerischen und abenteuerlichen Bulgaren Radko Dimie⸗ trieff an die Spitze der 12. Armee gestellt haben. Er wird den Sumpf nicht ändern können, und es ist bei einsegendem Frost leicht möglich, daß der angeblich russische„General Winter“ dies⸗ mal auf unserer Seite kämpft. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. * 1 8 „Ein neues Buch unseres Kriegsberichterstatters Rolf Brandt erscheint unter dem Titel„Der große Vormarsch 1915“. Neue Kriegsberichte von der Nordostfront, in diesen Tagen bei Egon Fleischel K Co., Berlin. Das Buch schließt unmittelbar an ein früheres„Fünf Monate an der Ostfront“ an und umspannt 5 15 Zeitraum von der Winterschlacht bis zur Einnahme von Ulna. 5 l 5 „„ Aus dem Reiche. Zur Abhilfe der Kleingeldnot. 5 5 Berlin, 18. Nov. Die„Norddeut che Aalgemeine Zeitung. e zur Abhilfe der Kleingeldnot die hauptsächlich arauf zurückzuführen sei, daß namentlich nicht unwesentliche Mengen in den bese ten sei dl.. Cech scte in umlauf gekommen scien: Fürs ersse wurden 60 Millionen Prägung von 5⸗Pfennig⸗ Stücken aus Eisen in Auftrag gegeben. Zu den 5 sollen von den Münzstätten auch Privaprägeanstalten nach Möglichkeit herangezogen werden. An die Ausntünzung der 60 Millionen 5⸗Pfennig⸗Stücke werden sich unmittelbar weitere Prägungen in eisernen 5-Pfennig⸗Stücken anschließen. Durch diese Maßnahmen wird der Kleingeldnot rascher abgehol en werden können, als durch die vielsach befürwortete Prägung auch von 2- und 1⸗Pfennig⸗ Stücken aus Eisen. 7 Aus Hessen. 25 Staatsrat Wilbrand. Dem Vorsitzenden der Abteilung für Forst⸗ und Kame⸗ ralverwaltung im Großh. Ministerium der Finanzen, Herrn 5 Staatsrat Wilbrand, ist, laut„Darmst. Ztg.“, nach⸗ stehendes Allerhöchstes Handschreiben zugegangen: Darmstadt, den 16. November 1915. Lieber Staatsrat Wilbrand! 7 Schon vor 1½ Jahren war Mir Ihr Gesuch wegen Uebertritts in den Ruhestand zugegangen Der Ausbruch des Krieges ver⸗ hinderte Mich daran, Ihrem Wunsche zu willfahren, den Ich bei der Länge Ihrer reichgesegneten Dienstzeit an sich nicht hätte ab⸗ lehnen können. Ich fand Mich vielmehr zu dem Exsuchen bewogen, Sie wissen zu lassen, Sie möchten von einem Bescheid auf die vorgetragene Bitte vorerst absehen. Wenn Ich neuerdings erfahre, daß Sie hierauf zurückkommen, so kann Ich Meinen damaligen Wunsch nur wiederholen. Mein Vertrauen auf Ihren durch mehr als 50 Jahre bew esenen treuen Dienstei er läßt Mich nicht zweifeln, daß Sie bei Ihrer trefflichen Gesundheit bereit sein werden, auch an Ihrem Teile die alseitige Pflicht zu erfüllen, in der gegen⸗ wärtigen Zeit nach Kräften und bis zum siegreichen Ende des Krieges durchzuhalten. Ihr wohlgeneigter Großherzog Win ab 0 —— Aus Stadt und Cand. . Gießen, 18. November 1915. * Das Eiserne Kreuz erhielt Unteroffizier Georg Krüger, Gießen, in der 10. Kompagnie des Res.-Inf.⸗Regts 224. ** Alice⸗Schulverein. Im botanischen Audito⸗ rium der Universität sprach am Samstag, den 13. d. M., die Hauswirtschaftslehrerin Fräulein Hof auf Veranlassung des Aliceschul⸗Verelns in n Vortrag über „Die Grundlagen unserer Ernährung und die Ueberwindung der gegenwärtigen Fleisch⸗ und Fett⸗ knappheit“. Der Vortrag war zwar von einer ziemlich roßen Be von Personen besucht, doch wäre eine noch flärkere teiligung unserer Hausfrauen erwünscht gewesen, für die der Vortrag viel Interessantes bot. Frl Hof Aung davon aus, daß wir unserem Körper, wenn er bestehen und außerdem Arbeit leisten soll, Eiweiß, Fette und Kohle⸗ hydrate 40, fee müssen, daß zwar eine Mindestmenge von Eiweiß, sei es von tierischem oder von pflanzlichem, unentbehrlich ist, daß wir aber vom tierischen in den letzten Jahr, bene im allgemeinen viel 1 viel zu uns genommen 7 n. Wir können also auch mit der geringeren uns jetzt zu Gebote stehenden Fleischmenge sehr gut aus⸗ kommen, ohne daß unsere Gesundheit Schaden leidet. bug von Fett haben wir früher zu viel verzehrt, derart, da sogar von ärztlicher Seite gegen unsere allzu fette Kost Ein⸗ sprache erhoben worden ist. Wir können deshalb den Ge⸗ brauch von Fett ohne Schaden erheblich einschränken, und dies um so eher, als uns in den Kohlehydraten ein voll⸗i wertiger Fettersatz zu Gebote steht. Wir können vor allem den Butter- oder Fettaufstrich auf das Brot durch einen doppelt so dick aufgelegten Marmeladeaufstrich vollkom⸗ men ersetzen.— Nach Frl Hof nahm noch Frl. Schmidt, die Leiterin des Handarbeitseminars der Aliceschule, das Wort zu einigen sehr interessanten de ae An⸗ knüpfend an eine in Köln stattgefundene Ausstellung be⸗ richtete sie über die Reformbestre ungen, die auf dem iet der Nadelarbeiten seit einiger Zeit eingesetzt und in Köln einen Mittelpunkt gefunden N a ** Unsere Kriegsgefangenen in Rußland konnten bisher in die Fürsorgetätigkeit des Roten euzes nicht in dem Maße einbezogen werden, wie ihre in Frank⸗ reich und England befindlichen Schicksalsgenossen. Als daher im Zzusammenhang mit dem Besuch der Schwestern vom deutschen und russischen Roten Kreuz in den beiderseitigen Gefangenenlagern auf Grund der Gegenseitigkeit sich die Möglichkeit zu umfassenderen don en bot, wandte sich das Zentralkomitee vom Roten Kreuz sofort an die Landes⸗ und Provinzialvereine mit der Anregung, eine besonders a der orgung der Gefangenen in Ruß⸗ land, namentlich im Hinblick auf den sibirischen Winter, vor⸗ zubereiten. Es sollen bekanntlich rund 100.000 Pakete zur erteilung gelangen von genau gleichem Inhalt, der auf Grund der vorliegenden Erfahrungen zusammengestellk I 4 5 5 ven it. Der Wert des einzelnen Patets belauft sich m Dur 0 auf 40 Mk., so daß der Gesamtwert bes vom Roten Kreuz unternommenen Liebeswerks auf vier Millionen Mark veranschlagt werden kann. Bei der Auf⸗ bringung der Mittel hat sich die Kaiserin mit einer nam⸗ 5 Spende beteiligt. Ferner haben neben dem Zentral- omitee und den deulschen Landes⸗ wie preußlschen Pro⸗ vinzialvereinen vom Roten Kreuz die beiden Nitterorben, * und Malteser, erhebliche Mengen der Sendung bernommen. Zusammen mit den Liebesgabenpaketen wer⸗ den ferner von der deutschen Militärverwaltung 50 000, von der österreichisch-ungarischen 100 0090 Decken und 90000 Paar Stiefel an die e in Rußland zum Versand e Die Ueberwachung des Transports in Rußland bis in die Gefangenenlager und die Verteilung der Liebesgaben, bei welchen auch die österreichisch-ungarischen Gefangenen 1 Fa e werden sollen, wie bei einer 8 Hilfsaktion des österreichischen und ungari⸗ 8 oten Kreuzes die deutschen Gefangenen, hat in dan⸗ enswerter Weise das schwedische Rote Kreuz übernommen. Der Versand erfolgt über Stockholm nach dem finnländischen Hafen Mänthyluoto und von dort in besonderen Zügen nach dem Innern Rußlands und nach Sibirien. Die erste Sen⸗ dung ist bereits in Finnland eingetroffen, weitere werden in Abständen von 14 Tagen folgen, und es steht zu hoffen, daß bis Weihnachten jeder bedürftige Deutsche ein Paket erhalten haben wird.— Zum gleichen Gegenstand schreibt uns der„Hessische Landesverein vom Roken Kreuz“:„Die kürzlich im 5 Hessenlande ver— anstaltete mmlung zugunsten der notleidenden gefan⸗ enen Deutschen in Rußland hat ein recht erfreullches Ergebnis gehabt. Sämtliche Bevölkerungskreise, nament⸗ lich auch die Minderbemittelten, haben sich durch reichliche und gern dargebrachte Geldspenden an der Sammlung beteiligt. Allen Gebern sei herzlichster Dank gesagt Genaue Angaben über die Höhe der eingegangenen Gelder lassen sich urzeit noch nicht machen, da das endgültige Ergebuis der ammlung in nicht wenigen Gemeinden jetzt noch nicht bekannt ist. Schon in Kürze soll jedoch ein genauer Bericht über die Höhe der gesammelten Gelder und über ihre Ver⸗ wendung erstattet werden. Vorerst sei nur mitgeteilt, daß ein erheblicher Teil der Gelder dazu verwendet worden ist, 1650 inzwischen auch bereits nach Rußland abgegangene Liebespakete für deutsche Gefangene in Rußland anzu⸗ 18 von denen 4 einzelne Paket einen ert von etwa 35 Mark hatte.“ 5 * Geh. Kommerzienrat Clemm Doktor⸗ Ingenieur ehrenhalber. Wie in Nr. 270 des „Gießener Anzeigers“ mitgeteilt wurde, feierte Geh. Kom⸗ merzienrat Adolf Clemm⸗ Mannheim am 16. November einen 70. Geburtstag. Die Technische Hochschule in Dar m⸗ stadt hat ihm zu diesem Tage in Anerkennung seiner erfolgreichen 515 455 für die Förderung der chemischen Großindustrie, insbesondere für die Entwicklung des Schwe⸗ felsäure⸗Kontaktverfahrens, die Würde eines Doktor⸗ Ingenieurs ehrenhalber zuerkannt. r Mehlzuweisung und Selbstversorger. Wie aus mehreren an uns gerichteten Anfragen hervorgeht, empfindet es ein Teil derjenigen Bevölkerung, die ihren Getreidebedarf aus eigener Ernte decken darf, als eine Zurücksetzung, daß ihr bei der im Gange befindlichen Weizen mehlverteilung des Kom⸗ munalverbandes kein Mehl zugewiesen wird. Dieser Unter⸗ schied zwischen Selbstversorger und versorgungsberechtigter Be⸗ völkerung hat in folgenden Umständen ihre durchaus wichtige Be⸗ gründung: Der Kommunalverband verfügt für die von ihm zu versorgenden 60000 Personen über eine Mehlmenge von 2250 ramm pro Kopf und Tag. Diese 225 Gramm werden nun nicht restlos verbraucht, da in Wirklichkeit jeder nur eine Mehlmenge von 200 Gramm erhält. Die überschüssigen 25 Gramm dienen nun dazu, um der schwerarbeitenden Bevölkerung, die einen solchen Antrag bekanntlich stellen darf, die Zusatzbrotmarken beschaffen zu können. Solcher Personen gibt es z. B. in Gießen 2000; es bleiben hier also dem Kommunalverband von der täglichen Mehlration. da Gießen 32 000 Einwohner zählt und die Zusatzbrotmarke 50 Gramm beträgt, noch 28 000* 25 Gramm zur freien Ver⸗ fügung. Auf dem Lande sind diese Ersparnisse naturgemäß ge⸗ ringer, da der überwiegende Teil der ländlichen Bevölkerung Zusatzbrotmarken erhält. Aus diesen mit der Zeit ersparten Vor⸗ räten erfolgt die Mehlzuweisung an die versorgungsberechtigte Bevölkerung, also aus Ersparnissen, die sie im Grunde sel⸗ ber gemacht hat. Die Selbstversorger sind an diesen Er⸗ sparnissen nicht beteiligt. Uebrigens sind sie zugegebener⸗ maßen hinsichtlich der Mehlversorgung gegenüber den Versorgungs⸗ berechtigten im Vorteil. Es ist also nicht im geringsten Grund vor⸗ handen, bei der Mehlverteilung eine Ungerechtigkeit anzunehmen; die Versorgungsberechtigten erhalten in Wirklichkeit nur, was ihnen vorher abgezogen wurde. g * Viehzählung am 1. Dezember d. J. Nach Bundesratsbeschluß vom 15. d. Mts. findet am 1. Dezem⸗ ber die alljährli⸗ e e statt. Gezählt werden das Ri Ne ie Schweine nach bestimmten Altersklassen, die Pferde(ausschließlich der Militärpferde), die Schafe und weine ohne Unterscheidung nach Alters⸗ klassen. Federvieh bleibt außer Betracht. Der gestrige dicke Mittwoch, wie man be⸗ kanntlich bei uns— wegen der vollen Kassen, die dieser Tag unsern Geschäftsleuten 3 bringen pflegt— den preußischen Buß⸗ und Bettag nennt, hat unserer Stadt zwar nennens⸗ werten Verkehr gebracht, aber der Strom von Menschen, der sonst in Friedenszeiten an diesem Tage aus den preußi⸗ 117 Gebietsteilen unserer Umgebung nach hier gekommen st, war doch größtenteils ausgeblieben. Die ländliche Be⸗ völkerung von nene der Lahn bis weit in das ehemalige hessische Hinterland hat sich mit den Jahren daran gewöhnt, diesen preußischen Feiertag zu benutzen, um in Gießen Ein⸗ käufe 15 machen. Man hatte zwar mehrere Jahre hindurch an diesem Tage den Krämermarkt in Gießen ausfallen lassen; 92 hat der gestrige Krämermarkt auf Oswalds Garten bewiesen, bei dem recht gute Umsätze in Artikeln des Verbrauchs Ranga wurden. Auch die zahlreichen Geschäfte im Zuge eustadt, Marktstraße, Marktplatz, die 900 die Landkund⸗ least angewiesen sind, hatten stark zu tun, wenn auch die AUmsätze gegen früher zurückgeblieben sind. Gasthäuser und Kaffees aer nachmittags 1 fremde Gäste. Im Stadttheater, wo die„Fünf Frankfurter“ gegeben wurden, waren die Plätze meistens von auswärtigen Be⸗ suchern besetzt. Aeußerlich ist der Tag allerdings in An⸗ betracht der Zeitverhältnisse weit ruhiger verlaufen als sonst, denn die auswärtigen Besucher waren begreiflicher⸗ weise nicht so zur Fröhlichkeit geneigt wie sonst am dicken Mittwoch. 5 e Eine Richtigstellung. Von zuständiger Seite wird der„Darmst. Ztg.“ a Hecht In einigen auswär⸗ tigen Blättern findet sich die Nachricht, daß in Hessen auf für Eier festgesetzt. Frische Eier dürfen im dieser Markt aber einem Bedürfnis entspricht, T 15 „Anregung der maßgebenden Schulbehörden“ des herrschen⸗ den Notstands w agen evangelische Lehrkräfte in unteren und mittleven Klassen den katholischen Re⸗ ligionsunterricht und umgelehrt erteilten. Eine solche Anregung hat nicht stattgefunden; sie würde auch gegen Art. 4 Abs. 4 des Volksschulgesetzes verstoßen. Landkreis Gießen. s. Cttingshausen, 17. Rov Nach bangen Wochen für seme Angehörigen hat der seit 8. September vermißte Wehrmann (volthard Stein heute aus frauzösischer Krregs gefangen schast geschrieben. Vielleicht dienen diese Zeilen zur Aufrecht- erhallung der Hoffnung bei Familien, die in ähnlicher Weise sich sorgen müssen. „ Weitershain, 18. Nov. Der Untero fiz'er Wilhelm Lerch von hier, der seit Beqinn des Krieges im Felde steht und schon vor langerer Zeit mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde, ist zum O fizier⸗Stellvertreter besördert worden. »Utphe, 16. Nov. Wieder hat der Krieg hier ein Opfer gesordert Der Lehrer Karl Philippi ist mfolge eines Kop' schusses den Heldentod gestorben. Philippi war bis zum Früh: jahre dieses Jahres Verwalter einer Lrhrerstelle in Gedeen. Kreis Alsfeld. up Ruppertenrod, 17. Nov. Draußen ist der Erdboden mit leichtem Schnee bedeckt Dazu sitehen in schroffem Gegensatz die völlig ausgereiften Erdbeeren, die hier in einen Garten ehen. Vor einigen Tagen konnte man im Garten der Bai tuchen Gastwirtschast auf Mücke einen Baum voll reifer, aus- gewachsener Kürschen sehen. „Aus Oberhessen, 17. Nov. Eine viel eit'ge Persön⸗ lichkeit besigt das Dors Zeilbach in dem 84 jährigen Kon ad Göbel. In treuer Pflichterfüllung hat der wackere Alte seiner Gemeinde gedient: 42 Jahre als Polizeidiener, 40 Jahre als Kirchendiener, 32 Jahre als Wiegemeister und 27 Jahre als Nachtwächter. Jetzt hat der Greis infolge eines Augenleidens seine Aemter in jüngere Hände gelegt. Kreis Schot en. s Herchenhain, 17. Nov. Einer hiesigen Frau, deren Mann in Mainz bei einem Pionier⸗Ersatz⸗Ba aillon steht, ging dieser Tage eine Karte von ihrem Manne zu aus einem Orte nahe der belgischen Grenze. Die Frau dachte nicht anders, als daß ihr Mann wieder ausgerückt sei. Sonntags darauf war sie ganz er⸗ staunt, als derselbe in Urlaub kam und— siehe da— der Mann erkannte seine Karte, die er am 11. August 1914 geschrieben hatte, und die nun erst zuhause angekommen war. Das Datum lautete vom 11. 8. 14, was die Frau in ihrer Aufregung ganz über⸗ sehen hatte. Die Karte hatte also/ Jahre gebraucht, um die Reise von der belgischen Grenze bis nach Herchenhain im Vogelsberg zu machen.— Ein schönes Zeugnis von Opfersinn legten die Be⸗ wohner unseres Kirchfpiels auch in diesem Jahre wieder ab. Für das Elisabethenstift zu Darmstadt wurden an Kartoffeln ge⸗ sammelt in Herchenhain 63,60 Ztr., in Hartmannshain 34,40 Ztr. und in Sichenhaufen 34 Ztr., zusammen also 132 Ztr. Im vorigen Jahre war die gleiche Sammlung den Verhältnissen nach nicht weniger günstig verlaufen. A Aus dem Vogelsberg, 17. Nov. Die Karbid⸗ lampe, die jetzt sast allgemein an Stelle der Petroleumlampe auf dem Lande getreten ist, vermag diese nicht völlig zu ersetzen. Wohl brennt das Karbidlicht heller, blendender als das Petroleum licht, aber ihm hlt die Gleichmäßiakeit und die Beständigkeit des letztereu. Oft übersiehr man die Pflege des Breyners bei der Karbidlampe. Die Flamme darf nie von selbst erlöschen, sondern muß ausgeblasen werden. Andernfalls verrußt der Brenner, und die Lampe leuchtet nicht. Zäht man noch die Behandlung der Karbi lampe hinzu, die tägliche Reinigung erheischt, so versteht wan das Urteil, das da lautet: Die Karbidlampe ist ein Not- behelf. Kreis Friedberg. F. C. Vilbel, 17. Nov. Der stellvertretende Forstwart Jo⸗ sef Fischer von hier trat als 53jähriger Kriegsfreiwilli⸗ ger beim hiesigen Rekrutendepot ein. Starkenburg und Rheinhessen. s. Darmstadt, 18. Nov. Am Dienstag nachmittag wurde am alten Bahnhof ein siebenjähriges Mädchen von einem Kraft- wagen überschren. Es starb auf dem Wege nach dem Kranken— haue.— Graf Zeppelin ist vorgessern zu einem kurzen Besuch in Darmstadt angekommen. Der Gastwirt Prestel hat vor- gestern nacht, anscheinend in einem Anfall von Geistesstörung, Selbstmord durch Erschießen verübt. a Hessen⸗Nassau. 5 -m. Rodheim a. d. Bieber, 16. Nov. Heute nacht ver ⸗ ung lückte der Bergmann Wilhelm Schmidt von Rodheim im Gießener Braunsteinberawerk. Er erlitt erhebliche Ver- letzungen an beiden Veinen, so daß er sofort in die Gießener Klinik gebracht werden mußte. 0 1 17. Nov. Bei den gestern nachmittag vorgenommenen Ergänzungs- und Ersatzwahlen zur Stadtverordneten ⸗Versammlung in der ersten und zweiten Wählerklasse war die Beteiligung stärker als in der dritten Abteilung. Gewählt Wurben in der zweiten Abteilung die e Stadtverordneten Justiz⸗ rat Rohde, Schreinermeister Rose, Kaufmann S. Haas, als neu kam hinzu e John, der Inhaber des Gasthofes„Zum Ritter“. In der ersten Abteilung wurden die 77 5 en Stadtverordneten Rechtsanwalt Bork, Dr. Schellenberg und Prof. Dr. Bredt wiedergewählt. Bei der Ersatzwahl fur den in den Magistrat ausgeschiedenen Prof. Dr. Maurmann erhielt der Direktor der Landes⸗ heilanstalt Prof. Dr. Jahrmärker die meisten Stim⸗ men.— Für den Kreis Marburg sind jetzt Höchstpreise einhandel fg. und eingelegte Eier nicht mehr als nicht mehr als 18 14 Pfg. kosten. F. C. Marburg, 17. Nov. Der Kurator der hiesigen Uni⸗ versität, Geheimer Oberregierungsrat Walter Hassenpflug, begeht am 19. d. Mis. seinen 60. Geburtstag. Der Jubilar ist als Sohn des kurhessischen Ministerpräsidenten Ludwig Hassen⸗ pflug zu Kassel geboren. Wm. Kirchharn, 17. Nov. Bei der gestrigen Wahl zur Ergänzung der Stadtverordneten ⸗Versammluna wurden in der ersten Klasse Ziegeletbesitzer Heinrich Lang s und Kaufmann Plaut und in der zweiten Klasse Landrentmetste! Köhler bei geringer Wahlbeteiligung und ohne Gegenkandidaten wiedergewählt. In der dritten Klasse wurde Oberpostassistent Franke neu gewählt. In dieser Wahlerabteilung war die Be— teiligung ziemlich lebhaft. ra. Gladenbach, 17. Nov. erhielt den Kronenorden 4. Klasse. Frankfurt a. M. 17. Nov. Auf Antrag des Finanz⸗ ausschusses bewilligte die Stadtverordneten versamm⸗ lung für die Theaterjahre 191516 und 1916,17 der Neuen heater⸗Aktiengesellschaft eine jährliche Beihilse von 502 500 Mk. Bei etwaigem Nich verbrauch soll der Rest der Beihilfe den gering besoldeten Angestellten des Opern- und Schau⸗ spielhauses zugewendet werden.— Dem Frankfurter Verband) für Säuglingsfürsorge bewilligte man nach längerem Mei⸗ nungsaustausch über die unzulängliche Lebensmitterversorgung Frankfurts eine Beihilfe von 7800 Mk. ra Herhorn, 17. Nov. Die großen Weiher bei Dreiselden 625 Morgen Wasserfläche) ergaben diesmal nahezu 1000 entner Fische. Diese Weiher werden alle drei Jahre aus- defischt.— Ficheretpächter J. W. Wisserbach hat vor einigen Tagen den 218. Fischotter gesaugen. * Hassel, 18. Nov. Eine Bierpreis erhöhung für die Stadt Kassel, die am 15. d. Mts. mit 5 Mark pro Hektoliter vor sich gehen sollte, ist vorerst unterblieben. Im letzten Augenblick hatten sich der Mitteldeutsche Gast⸗ wirtsverband und der Wirteverein Kassel mit Erfolg an Bahnhofsverwalter Even seins, das Generalkommando des 11. Armeekorps gewandt, welches anordnete, daß, bevor ein Bieraufschlag für Kassel in Wirksamkeit tritt, eine Preisprüfungsstelle, bestehend aus Mitgliedern des Generalkommandos, des Magistrats der Stadt Kassel, der Brauereivereinigung und des Wirtever⸗ verstärkt durch mehrere Sachverständige, zusammen⸗ trete, um die Frage eingehend zu prüfen, ob ein Preisauf⸗ aas von 5 Mark berechtigt sei oder nicht. Eine 9 selche ilitärbehörde versteht, wie der Fall zeigt, eine sol Frage richtig anzupacken. Vermischtes. » München, 17. Rov. München liegt seit heute mittag in tiefem Schnee. Der Schyeesall dauert in ausgiebiger Weise an. Auch aus den Gegenden des Oberlandes und aus anderen bayerischen S ädien wird Farker Schneefall gemeldet. „Ein osrpreußischer Russenfriedhof. Aus Heils⸗ berg i. Pr. wird uns geschrieben: Am Waldesrande auf einer Höhe, die das Heilsberger Russenlager beherrscht, lieat der Fried— gof für die in der Geiangenschast gestorbenen Russen Am Fuße des Hügels zieht sich die weite, täglich wachsende Barackenstadt hin. Tiefe Stille umfängt den Besucher. Gedämp't nur schallen aus der Geiangenenstadt vereinzelte Hammerschläge herauf zu den Toten, die hier schlummern. Ein Pefernbestand ist gelichtel worden. Sin und wieder hat mau einzelne brezlästige Kiefern ehen lassen, die in der Herbstsonne den„riedhof beschatten. Man alaubt, in emen eben an elegten Waldttriedhof einzutreten, wenn man den Ruheplatz der toten Feinde betritt Neben den Grab— hugeln ist ein weißer Streven vom letzten Schneefall liegen ge— blieben, den die Herbsisonne nicht erreichen konnte. Die Gräber der Orthodoxen tragen das charakterinische zussische Kreuz: An einem Längsbalken sind oben zwer parallele Querhölzer, von denen dus unte le länger ist, darunter ein noch längerer schräglausender Quer— balken, an dessen Kreuzung sein verblaßtes Heiligenbildchen aufgenagelt ist. Die Mitte des stimmung vollen Friedhoses krönt das Denkmal, das die russischen Gefangenen ihren toten Kameraden errichten, Noch ist es im Bau: Mächtige Grauwacken werden zu einer wuchtigen Uyramide mit doppeltem Sockel aufgetürmt und durch Mörtel verbunden Die Vorderseite des küns bis sechs Meter hohen Bauwerks wird eine Eri smerungstasel tragen. So wird der einsame Friedhof mit seinem Denkmal auch späteren Zeiten eine Erinnerung an die Kriegszeit sein, wenn die hölzerne Stadt der Russen, die sast über Nacht entstand, längst verschwunden sein wird. Auch die Mil tärbehörden fördern die Aulage des Friedhofs. * Vriefkasten der Redaktion. w. w. wir haben gerade in den letzten Wochen wiederholt an dieser Stelle gesagt, daß namenlose Zuschriften und Anfragen wicht berücksichttat werden können. Kirchliche Nachrichten. Israeutische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗Anlage). Samstag, den 20. November 1915: Vorabend: 4 30 Uhr Morgens: 9.00 Uhr. Feier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbatausgang: 5.20 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeier am 20. November 1915: Freitag abend 4.05 Uhr. Samstag vermutag 8.30 Uhr. Feier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs Samstag nachmitag 3.3) Uhr. Sabbatausgang 5.20 Uhr. Wochengottesd ienst morgens 7.00, abends 4.00 Uhr. — meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 2 8 3 2 22 Av. e 8 8„ 2 8 42 117 83 S o er 1915s C5 F S S3 8 5 3 7 60 7 8 858 125 5— 4.6 4,6 73—— 1 Sonnenschein 17.9%— 2,5 4, 75—— 10 Bed. Himmel 18.7—— 0,5] 3,9 838—— 8 ö Bew.„ Höchste Temperatur am 16. 17. Nov. 1915= + 5,8 C. Niedriqste„ b 16.17.„ 1310 7 8 0. Niederschlag: 0,0 mm. —— Amtlicher Wetterbericht. 2. Wetteraussichten in Hessen am Freuaa, den 19. Nov. 1915: Wechselnd bewoltt, in ist wocken, Temperatur wenig geändert. Letzte Nachrichten. Ein bulgarisch⸗griechischer Bündnisver trags? Genf, 18. Nov. Französische Blätter veröffentlichen eine aus angeblich sicherer Quelle stammende Athener Meldung, wonach man in dortigen Kreisen mit dem Abschluß eines bul⸗ garisch⸗griechischen Bündnis vertrages rechnet. Neue Vierverbandslockungen. 5 Amsterdam 18. Nov. Wie in London verlautet, haben die Ententemächte am Montag der griechischen Regierung ein Memo⸗ randum überreicht, das neue Vorschläge enthält. Es wird darauf hingewiesen, daß die griechische Regierung dem Volke augen⸗ blicklich keinen größeren Dienst erweisen könne, als das Land aus der finanziellen Not zu befreien. Fisher gegen Churchill.„ London, 18. Nov. Fisher sagte am Dienstag im Ober⸗ hause bezüglich einer Bemerkung Churchills über die Verant⸗ wortlichkeit für die Flottenoperationen vor den Dardanellen: Ich habe meinem Vaterlande 61 Jahre ge⸗ dient. Ich überlasse die Beurteilung meiner minidteriellen Tätig⸗ keit meinen Mitbürgern. Ich werde warten und halte es für un⸗ angebracht, eine persönliche Erklärung abzugeben, während das Vaterland in einen großen Krieg verwickelt ist. 5 Denys Cochin in Athen. 5 Rotterdam, 18. Nov. Der„Nieuwe Rotterdamsche Cou⸗ rant“ berichtet aus Athen: Die Stad'verordnetenversammlung be⸗ schloß, Denys Cochin bei seiner. Ankunft in Athen am Jahnhof als Hellenenfreund zu begrüpen, wobei ihm der der Stadt Athen überreichen Bürgermeister ein Ehrenbürgerdiplom wird. 5 Berlin, 18. Nov. Aus Bonn wird das Ableben des Vorstandes des Biologischen Instituts, des bekannten Professors Moritz Nußbaum, gemeldet. Feilises Haar mus mindestens einmal in der Weche mit Schwarzkon7- Schampoecn(Paket 20 Pf) gewaschen werden. Dle Kop faut Wird hle 14 55 von den auflagernden abgestsfenen Hautsc upp n, von Stau und Schmut befrest, schädliche Kel e, de Haarausfall herbelführen, werden in ihtet ntichl ng geh mmt und agel tt. Das Haar erhält seidenartigen Gunz und üppige Fülle. Gegen vorzeitige Egeaden zur Kcäfti- des Haarwuchs es guck zut Erleich erung der Frisur nac der Kopfwüsche bekande man fregelmd ig Kopf. haut und Has e mit„Peruyd-Emulsion“, Flasche M. 1.80 Probeflasche 50 Pl. Erhatuich in Apomeken Droge cen, Fazlümerle- u. Enseuz-Qeschilten. 5 Gestern abend 10 Uhr entschlief sanft nach kurzem Kranken- lager meine liebe Frau, unsere gute, treubesorgte Mutter, Seh wester, Schwägerin und Tante Susanne Reiber geb. Seibel im vollendeten 57. Lebensjahre. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Georg Reiber. Giessen(West-Anlage 62), den 17. November 1015.* Die Beerdigung findet statt: Freitag, den 19. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofs aus. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerz- liche Nachricht, dass mein lieber Mann unser gu er, treusorgender Vater Herr Zugiuhrer Wilhelm Häuser plötzlich durch einen Unglücksfall verschieden ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Leihgestern, den 17. November 1915. 9 5 Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 3½ Uhr stat Bekanntmachung Danksagung. Für die vielen wohltuenden Beweise inniger Teilnahme an dem uns unersetzlichen schweren Verluste sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die tiestrauernd Hinterbliebenen. I. d. N.: Grossh. Feldbereinigungsgeometer Hanauer. Giessen(Crednerstrasse 10), den 18 November 1915 9017 D A . Gon dem Allmächtigen hat es gesallen am Dienstag nachemtitag 2 Uhr meinen lieben Mann, unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Johann Heinrich Dapper] im 54 Lebens jahre nach kurzem, schwerem Leiden zu sich zu rufen. f Todes⸗Anzeige. f Gestern. 6 Uhr vormittag entschlief sanft K 25 nach langem, schwerem Leiden meine liebe, gute Tochter, unsere liebe Schwester Johanna im 13. Lebensjahre. Georg Müssing und Familie. 5 Gießen(Schiffenberg. Weg 7 1), 18. Nov. 1915. Die Beerdigung findet Samstag, den 20. d. M. um 3 Uhr, nachmittags von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 602 Die trauernden Hinterbliebenen. Wieseck, den 18 November 1915. 19034 Die Beerdigung sindet Freitag, den 19. Nonbr., nachmitiags 2 Uhr, in Wieseck. vom Sterdehaus, 5 Phtlosophenstraße, aus staft. ien, ohne jerliche Nabenerscheinungen und sieher wirkend.— Zu haben lu allen Apotheken. 5 MB. Rat und Hilfe wird noch erteilt Moltkestr. 7. Unsere neue diebes- und seuersichere Schrank àner anlage ist fertig gestellt und stehen noch Mietfãcher zur Aufbewahrung von Wertgegenständen, insbesondere aber auch der Kriegsanleihepapiere zur Verfügung. Auskunft über die Bedingungen wird während der Zahlstunden erteilt, auch werden Anmeldungen innerhalb derselben Zeit erbeten. Giessen, im November 1915. sfinfntagnan af n f ffn mee HA Bezirkssparkasse Giessen 8700 DIY II Tscasr HHH Tc TTT eren scunme 2 5. 5 2 Für die uns erwiesene Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Ent⸗ schlasenen sagen wir herzlichen Dank. Anna Scheld und Kinder. Gießen, den 17. November 1915. 8 5 5 goose 8 Nueumatismus-, Ischias- und Cichtleidende nehmen die glänzend bewührten Petrin- Tabletten—222 Name gesetzlich geschsitzt 8691 8 nerkannt besten Mittel, da volletkndlg unschnd- 895 5 o o ooοοοο S οοοοο A. 00 Todes⸗ Anzeige. Furz nach Vollendung ihres 70. Lebensjahres verschied gestern abend an einer Lungenentzün⸗ dung rasch und unerwartet unsere geliebte Schwester, Schwägerin und Tante Ffäulein Dorchen Buch liesbetrauert von allen, die sie kannten. Für die Hinterbliebenen: Louis Hirsch. Friedberg(Hessen), Berlin, Franksurt am Main, Vöhl, Bad⸗Nauhelm, Köln, 17. Novbr. 1915. Todes⸗Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Elisabetha Hildebrandt heute morgen plötzlich im 62. Lebens jahre sanft entschlasen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Jacob Hildebrandt Familie Johs. Sack Witwe Familie Ludw. Hildebrandt und Kinder. Heuchelheim, den 17. November 1915. Die W findet Freitag, den 19. November, nachmittags 3 Ubr, in Friedberg vom Sterbe⸗ baus, Kaiserstraße 6, aus statt. 9027 Die Beerdigung findet Freitag, den 19. d. M., mittags 121% Uhr, vom Trauerbause, Brau⸗ hausstraße 44, aus siatt. 90.5 Für die uns in so reichem Maße erwiesene herzliche Teilnahme bei dem schweren Verlust durch das Hinscheiden unseres lieben, unvergeßlichen Bruders Schwagers und Onkels, herrn L. Schadeck sagen wir hiermit unsern tiefgesühlten Dank „ Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer be⸗ troffenen Verluste sagen wir unseren innigsten Dank, Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Schadeck Familie Becker Jamilie Leib. Salzböden, den 14. November 1915 06218 Familie Schmidt. Großen⸗Buseck, den 18. Novbr. 1915. g 7 Marktplatz 21, Tel. 46. zegenũber der Engelapotheke. „ Bruchleidende ECigene! Fabrikat. Zahlreiche Zeugnsse! Vorsallbinden, Geradeha ter, Gummistrümpfe. A Schef tsch l. Cab a0 SchellfischzundCabiau lelinste. frische Nordsceware- Gule. sind eingetroffen und villigst zu haben bel Hausfrauen i probieren meinen Bananen Kakao, denn dieser ist in besonderer Weise nahrbaft leicht verdau⸗ lich, nicht stovse nd und rech — preiswert ½ Pfund 110 Mark. Reformhaus Kreuzplatz 5. ner . U. Con. El 52. Vortg.. 90140) 2. Gedlbeader been Olr.: Hermann Steingoetter. Freitag, 19. Nov. 1918, abends 8 Uhr: 4. Freitag⸗Abonn.⸗Vorsteslg. Gewöhnl. Preise(ermäßlat) Comtesse Guckerl Lustspiel in 3 Akten von Franz v. Schönthan und Franz Koppel⸗Ellseld. Ende 10 Uhr. Georg Wallenfels Die größte Erleichterung bei vollständiger Zurückhaltung bietet mein seit 18 4 sich glänzend bewährtes, Tua und Nacht tragbares Vruchband Extrabequem ohne Feder. Leibe und 0 8 Bestell⸗ ungen nach Muster werden angenommen in csen: Montag, 22. November. 10—3 Ubr. Gastbaus Kobel. Luchb Spa L. Bo is h Erb nStuttsart Sehwabstr. Nr. 38 l. Prima feinste holländische in tadellos frischester Ware soeben eingetroffen u. billigt bei August Wallenfels Jolonialwaren, Delikatessen und Weinhandlung 5316 Telephon 802 Gießen„ Marktplas 17. 8 Bestellungen erbitte nur frühzeitig. i. verschiedenen Preis- lagen sowie Medizinal- Lebertran empfehlt 9010a N ediz.Drogeri 2 zum Kreuzplatz nachm. 3½ Uhr: Achüler- Vorstellung Velksprelse! Fiolkspreisel an deep eV de Dramatische Dichtun z in fünf Aufzügen v. Ludwig Uhland. Ereuzplatz 9. Ende nav Uhr. wog Innen 8 e eee e füffnaantenteas& 8 re ts nur halbe Pre l Samstag, 20. Nov. 1918, 4