zweites N Erscheint täglich mit Ausnahme des Sountags. Die„Gießener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das »ureisblatt für den Ureis Eießen“ zuoermal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ tagen“ erscheimnen monatlich zwermal. Uriegsbriefe aus dem Osten. Von unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichter statter (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Die Kämpfe an der Dünafront. III. Zwischen Jakobstadt und Friedrichstadt. a Banske, 6. November. Als am 18. August Kowno dem wuchtigen und schnellen Zu⸗ sassen der 10. Armee und des Generals Litzmanns fiel, waren die Russen im Begriff, mit Anlehnung an Kowno ihre in Polen und Galizien geschlagenen Armeen neu zu gruppie en und grgen unsere Nord⸗Ost⸗Frout, wenn irgend möglich, offensiv vorzugehen. Die überraschende Einnahme der Njemen⸗ e lung, die sichtlich— wie die riesige Geschünbeute unter anderem bewies— langen Widerstand leisten sollte, brachte auch in die Kurländischen Operationen der Russen Unsicherheit Unsere Truppen, die durch zahlreiche Kavallerie besonders zu schnellem Operieren befähigt waren, drängten in täg⸗ 2 3 Kämpfen die Russen, die auswichen, gegen die obere Dünalinie zurück. Die Kämpfe der deutschen Gruppen, die sich Aber Dünaburg schoben, sind geschildert; in diesem mittleren Teil der vor der Düna westlich gelegenen Front, zogen sich die Russen nach den eft gen Kämpfen bei Banse(Bansk) zurück, erst b⸗i den befesligten ügeln um Wallhof stellten sie ich zu energischem Widerstand. Sie wurden geworfen, und ein Teil ihrer Kräfte wurde auf Lennewaden, der andere auf Friedrich adt zurückgenommen. Unsere vordringen⸗ den Truppen fanden das eroberte Gelände sorgfältig für cine groß⸗ angelegte russische Offensive vorbereitet: Alle Straßen waren ündlich ausgebessert, alle Wege im ande, Etappenorte, so in 1 waren eingerichtet, zwölf neue Brücken über die Düna geschlagen. Scharf wurde den nach Friedrich adt Abziehenden nachge⸗ drängt, da sicht ich unsere Offen sive schneller als die neuversuchte russische lief. Die er en Waldstellungen vor Friedrichstadt wurden überrannt, die zweite Linie nach sorgfältiger Artillerierorbereitung genommen, starke Kapalleriemassen deckten die Flanke gegen Düna⸗ burg. Nach dem Verlust der ausgezeichneten zweiten Stellung konnten die Russen Friedrich adt selbst nicht mehr halten; sehr starke russische Kräfte— die 12. russische Armee— waren im An⸗ transport, aber sie kamen zu spät. Aehnlich— wenn auch die Aus⸗ maße diesmal viel geringer waren— wie bei Tannenberg, spielte sich der Kampf um Friedrich adt insofern ab, als ein neuangekom⸗ menes russisches Armoelorps bei Steinort untätig zusah, wie die tapfere 3. russische Schützendivisson vor Friedrichftadt ver⸗ nichtend geschlagen wurde Ein ganzes russisches Schützenregiment fiel in unsere Hände, 5000 Mann und 25 Offiziere waren die Gesamtbeute dieses Tages, den vernichtendes Mörserfeuer eröffnet hatte. Nachts zog man in das ausgestorbene Friedrichstadt ein, nur Katzen flüchteten vor den Schritten unserer Marschkolonnen in der toten Stadt. Noch in der Nacht des 12. September wurden die Vor⸗ bereitungen 0 Rechtsschwenkung auf Jakob adt g⸗troffen. 9 Inzwisckhen war die Ausladung der 12. russischen Armee in Riga, Lennewaden, Friedrichstadt, Jakobstadt beendet. In schweren Gefochten kämpften sich unsere Truppen in Richtung Jakobstadt vorwärts, die Gefechte bei Dandsewas waren besonders blutig. Duvch Kavalleriebedrohung von Silden hir— unsene Kavallerie in Kurland ist genug herumgeworfen worden, und sie kann stolz auf diese kurländische Ehrenzeit sein— fühlten die Russen ihre Flanken so stark gefährdet, daß sie in Richtung Jakobstadt zurück⸗ fluteten. Ueberall waren jetzt entweder an der Düna oder in dem Bogen vor Jakobstadt günstige Linien für uns erreicht. Die Kämpfe gegen Dünaburg gingen inzwischen wei er bis zum Durchbruch der 15. Stellung und der Erstürmung des Schloßberges. Als ich von der Front vor Dünaburg fortfuhr, ging die Kano⸗ nade Tag und Nacht; Jedlowa, das kleine Nest, schien unter dem Dröhnen der schweren Geschütze zu zittern, aus dem Zwiegespräch, das ich auf dem Schloßberge hatte beginnen hören, war ein scharfer Wortwochsel e Die Russen meinten es bitter ernst mit hrem Durchbruchsversuch am Swentensee, und ebenso hart war ie deutsche Antwort. Die Russen hatten schließlich unter sehr schmeren Verlusten ein Stück Raum gewonnen, unter dem Häm⸗ mern der deutschen Artillerie mußten sie am Tage darauf wieder zurück. Das Dröhnen hinüber, herüber, hörte nicht auf in diesen Tagen, so daß die Stille des kleinen kurländischen Fleckens Subat, in dem ich diese Nacht auf der Fahrt an die Front bei Friedrichstadt zubrachte, fast drückend war. Drückend wie diese ganze Fahrt durch Kurland, in dem viel deulsches Leid aus den törten Schlössern, den leeren, so deutschen Wohnungen und Häusern spricht. Es war das Doktorhaus von Subat, in dem ich schlief, An der Zimmer⸗ wand hing das Wappen der Dorpater Burschenschaft„Curonia“, Curonia sei's Panier! Darunter der Burschenspruch: 165. Jahrgang NN 0 0 1 Walen den Scheitel auch silberne Haare, Böant der Bursche verjubelte Jahre!“ Der deutsche Glanz der Dorpater Universität ist längst von den Russen verdorben worden, nur in den alten Doktorwoh⸗ nungen und Pastoreten von Kurland und Livland und auf den Edelsitzen blühte die Erinnerung, jetzt frißt der Krieg auch die alten, freundlichen Dinge. 5 In einer Gärtnerwohnung nebenan lagen Flüchtlinge aus Illuxt. Eine alte Frau, die die Haushälterin des Illuxter Dok⸗ tors gewesen war, sorgte für die andern. Sie hatte selbst fast nichts, aber sie sprach kaum ron den Nöten, die ihr alter Kör⸗ per kennen lernen mußte, ihre Sorge galt den Kindern, die nebenan auf dem Stroh spielten, einer Greisin, die hilflos vor sich hin weinte. Ihr Brotherr war nach Dorpat geschickt worden, als unsere Truppen sich der Illuxt⸗Linie näherten, sie hatte ver⸗ sprochen, zu bleiben.„Wer konnte wissen, daß es dann so kam?“ Sie saßen beim Mittagessen, die Artillerie war stille geworden da kamen die ersten Mannschaften durch den Park in die Woh⸗ nung.„Wir konnten ihnen allen zu essen geben. Dann kamen Offiziere. Sie saßen um den runden Tisch, es war ja noch alles gut. Ich hatte Bettzeug für sie. Dafür dankten sie besonde Dann begann die ruffische Kanonade. Wir mußten hinaus. Es rpar Nacht und kalt, als wir fuhren. Sie waren alle so freund⸗ lich und sie sind wohl gut. Aber ich war dreißig Jahre dort Jetzt hat wahrscheinlich der Krieg das Haus in Illuxt ge⸗ fressen. Er sitzt auf den verwüsteten, faulenden Feldern Kur⸗ lands. Die Unseren können ihn nicht mild machen, so rührend sie sich oft darum mühen. Der Nebel quirlte am andern Morgen auf allen Wegen, über die Fekder, hüllte den Wuld in weiße Tücher. Matt und seltsam glänzten die Seen auf, die Nähe war geheimnisvoll, Kirchen und Bäume sahen wie fremde Wesen durch die matte. weiße Luft. So war es auch, als ich von Steinfeld, von dem hübschen Pfarrhaus, zur Front ging.„Man fann heute bequem bis zur Düna gehen, ihre 2 1 — rlillerfebeobachtung sieht nichts und ihre Scharsschützen am jenseitigen Dünarand mülssen still sein“, sagte der Gencralstäbler. Der Lehmboden war zähe, als wollte er einen festhalten. Ueber feuchte 1 auf denen der Schnee 1 ing es weiter. Da waren Stäbe in der Erde, die eine russis⸗ inie, die traciert war, anzeigten.„Sie haben sie dann nic ganz fertig bekommen“, meinte der Hauptmann. Eine schöne Sil⸗ houette wuchs aus den Schleiern. Fest und breit unten, schmal aufsteigend mit gewölbter Kappe stand eine Mühle auf niedrigem Hügel.„Wir wollten sie schen in Betrieb nehmen, aber es ist 05 zu nahe, vorgestern schoß der Russe hinein.“ Granaten hatten in die Haube gebissen und die steinerne Stirnwand zer⸗ trümmert. Wir kletterten in den Annäherungsgraben, kamen an hübschen, sauberen Unterständen vorbei, und dann ging es steil hoch. Die dichten Tannenzweige wurden lichter. Durch die Schießscharten sah ich den grau⸗schwarzen Spiegel der Düna. Sie mag hier 80 Meter breit sein. g Es fing an heller u werden. Immer leichter wurden die Schleier. Man erkannte sthen die russische Linie. l Die Ufer sind hier ungefähr etwa gleich hoch, die deutsche Seite mag die russische ein wenig überhöhen. Man sah die Gehöfte drüben deutlich.„Sie müßten uns jezt eigentlich auch sehen“, sagte der Oberleutnant. Da begann auch schon das Knallen. Hier, dort. Eine Antwort kam von unserer Seite. „Warum hast du geschossen?“, fragte der Hauptmann. „Es lief ein Kerl zum Fluß runter.“ 5 „Was machst du nun, wenn du drüben den Abhang größere Abteilungen herunterkommen siehst“, 0 Ad Lenachrichtige den Unteroffizier.“ n„ „Und inzwischen schieße ich.“ „Und wenn nun von links herunter welche kommen? Die kannst du doch schlecht sehen?“ 5 „Dann klettere ich auf die Lehne und schieße auch.“ „Die Hauptsache ist Schießen.“ „Wird besorgt! Zu Befehl!“ Die ruhigen Augen des jungen Soldaten gingen wieder auf den schwarzen Rand am jenseitigen Dünaufer. Die Dünalinie ist hier ausgezeichnet für uns. Ein vaar Kilo⸗ meter lang bin ich sie abgegangen. Das meiste, was ich dort sah, ist natürlich noch nicht zu beschreiben. Aber:„Die Hauptsache ist Schießen.“„Wird besorgt! 115 Befehl!“ Das schien mir das wesentlichste an dieser Dünastellung zwischen Jakobstadt und Fried⸗ richstadt. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Aus Hessen. Wechsel im hessischen Finanzministerium. Der Großherzog hat am 15. November den Minister der Finanzen Dr. Dr.⸗Ing. Ernst Braun auf sein Nachsuchen, unter dankbarer Anerkennung seiner langjährigen, treuen und ausgezeichneten Dienste, mit Wirkung vom 1. Januar Darmstädter Theaterbrief. Den Darmstädter Theaterfreunden sind am Schluß der Woche zwei höchst interessante Erscheinungen dargeboten worden: Eine Gastdarstellung der Münchener Kammerspiele im Ma⸗ thildenhöhe⸗Saal und im Hoftheater die Erstaufführung des neuen Schauspiels von Hermann Bahr„Der Queru⸗ lant“, mit der Gattin des Autors, Frau Bahr⸗Milden⸗ burg der berühmten Wagnersängerin, in der dramatischen Hanpt⸗ rolle des Stückes. Diesem ersten Versuch der Bayreuther„Kundri“⸗ Sängerin, sich auch einmal als Schauspielerin zu betätigen, sah man in weiten Kreisen mit dem lebhaftesten Interesse entgegen, auch ihr Gatte war zu dem eigenartigen Experiment herbeigekom⸗ men Der Querulant ist der Wegmacher Mathias Gunglbauer, dessen einziges auf der Welt sein treuer Hund bildet. Diesen hat der Forstmeister Oedlinger erschossen. Der alte Gunglbauer ist darüber zu Tode betrübt und verlangt Gerechtigkeit, die er nur darin erblickt, daß der„Mörder“ vom Gericht ins Zuchthaus gesteckt wird Alle Vorstellungen, daß hier nach der Rechtsanschau⸗ ung nicht Mord, sondern nur Sachbeschädigung vorliege und er sich mit einer Geldabfindung begnügen müsse, weist er schroff zurück, und weder der Richter, noch der Pfarrer oder die Tochter es Oedlinger vermögen ihn von seinem Verlangen abzubringen. Er verrennt sich vielmehr in seiner starrköpfigen Einfalt so weit, daß er Rache zu nehmen und die Tochter zu erwürgen beschließt. Erst bei Ausübung der mißglückten Tat, die nur einen schweren Nervenchock zur Folge hat kommt er zur Vernunft und nun geht er in seiner unerschütterlichen„Gerechtigkeit“ so weit, daß er sich selber dem Gericht denunziert und seine Bestrafung verlangt. Und der Richter kennzeichnet die Situation mit den Worten: Den kriegen wir schon los; die Geschworenen werden doch ein⸗ sehen, daß der unzurechnungsfähig ist. Diesem eigenartigen Hel⸗ den des Stückes sind in dem polternden, rechthaberischen Ober⸗ förster und seiner Tochter Marie Pendants gegenübergestellt, zwi⸗ schen denen sich die ganze, recht e Handlung entwickelt. Der Autor hat besonders die Figur der Marie mit scharfer, lebens⸗ woller Charakteristit ausgestattet und damit der Darstellerin eine ehr schwierige Aufgabe gestellt, die sie besonders in den großen Szenen mit dem Richter und dem Pfarrer vortrefflich löste. Die lebte, etwas 15 lang ausgesponnene Szene bildete den Höhepunkt hrer Darstellung und zeigte, daß die Sängerin auch ein hervor⸗ des dramatisches Talent besitzt und sie namentlich für Partien, 2 2— wie Sappho, geeignet macht. Hielt sie sich auch in den ersten Akten etwas zu reserviert und nüchtern, so fand sie doch bald auch in ihrem serlischen Konflikt innere Herzenstöne, und die sichere Be⸗ herrschung des österreichischen Dialekts, in dem das ganze Stück geschrieben ist, sicherten 1 vollends den Erfolg, über den das Publikum— auch das Gro b herzogspaar war zugegen— mit häufi⸗ gen Hervorrufen und Blumenspenden quittierte; der Verfasser wurde ebenfalls durch mehrere Hervorrufe ausgezeichnet. Von den heimischen Künstlern verdient in erster Linie Herr Wester⸗ mann für die sorgsamst ausgearbeitete Charakterfigur des Ma⸗ thias Anerkennung. Den Pfarrer 2 Herr Baumeister, der auch als Spielleiter für prächtige Bühnenbilder sorgte, sehr wir⸗ kungsvoll und auch die Herren Heinz(Forstmeister) und Ehrle 1 waren ausgezeichnet, während die Darstellerin der schrul⸗ enhaft überspannten Tante im Forsthause viel zu stark auftrug. Das Gastspiel der Münchener Kammerspiele vermit⸗ telte uns die Bühnenbekanntschaft mit Strindbergs beiden Einaktern„Die Stärkere“ und„Der Gläubiger“. Der erstere ist nur ein Zwiegespräch zwischen zwei auf einander eifer⸗ süchtigen Künstlerinnen, von denen die eine andauernd— schweigt. In den„Gläubigern“ dagegen wird gründliche Abrechnung zwischen zwei Männern gehalten, von denen der eine durch ein dämonisches Weib zugrunde gerichtet worden ist. Leider gestattet uns der Raum nicht, hier eine sehr naheliegende Parallele zwischen Strindberg und Ibsen zu ziehen, die sehr zugunsten des ersteren, ausfallen würde. Daß die Darsteller: Frau Unda(Tekla), Frau v. Jacoby(die stumme Künstlerin) und die Herren Kalser (Adolf) und Paul Marz(Gustav) in ihren Partien Ausgezeich⸗ netes leisteten, bedarf kaum der besonderen Erwähnung. fr. h. * — Die französischen und englischen Bücher werden teurer! Sowohl auf dem französischen wie auf dem englischen Büchermarkte macht sich der Druck des Krieges schwer fühlbar. In Frankreich ist die Genossenschaft der Verleger, um der Not des französischen Buchhandels einigermaßen abzuhelfen, mit dem Vorschlage hervorgetreten, den Preis sämtlicher Bücher um 10 v. H. zu erhöhen und in London hat eine Reihe führender Verleger, u. a. auch das große Haus Macmillan u. Co., eine Preiserhöhung bereits durchgeführt. In England will man jener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen 3— 5 85 5 5 in Verbindung damit überhaupt eine Umgestaltung des Bücher⸗ 2 5 Dienstag, 16. November 1915 3 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen l Uniwversitäts- Buch- und Steindruckerei. 5 R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschältsstelle u. Druckerei: Schul ⸗ straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: 51, Schrift⸗ leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichtem Anzeiger Gießen. —— 1916 an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Großkreuz des Ordens Stern von Brabant ver⸗ liehen, sowie ihn mit Wirkung vom gleichen Tage mit der Führung der Geschäfte des Präsidenten der Oberrechnungs⸗ kammer beauftragt,„ Der Oreßherzog hat am 15. November den Ministerial⸗ rat im Ministerium der Finanzen und Vorsitzenden der Abteilung für Steuerwesen, Staatsrat Dr. Johannes Becker, mit Wirkung vom 1. Januar 1916 an zum Präsi⸗ denten des Ministeriums der Finanzen ernannt. Der neue Finanzminister ist im Jahre 1869 zu Ludwigshöhe, Kpeis Oppenheim, als Sohn des Bauunternehmers Franz geboren. Er besuchte das Gymnasium zu Mainz und studierte in Gießen, Leipzig, München und Berlin. 1896 wurde er Amts⸗ anwalt in Offenbach und fand bald danach richterliche Verwendung am Amtsgericht Bingen. 1897 wurde er Hilfsarbeiter, 1900 vor⸗ tvagender Rat im Ministerium der Finanzen. Seit 1902 ist er Ministerialrat, seit 1908 Geh. Rat. 1912 wurde er zum Stell⸗ vertreter des Bevollmächtigten zum Bundesrat ernannt. Märkte. le. Tronturt a. M. Viehhofmarktbericht vom 15. Nov. Auftrieb: Rinder 2409(Ochsen 2, Bullen 0, Kühe und Järsen 224% Kälber„6, Schafe 590, Schweine 2786. Marltverlauf: Rinder gute Ware gesucht und lebhast, sonst ae⸗ 5 drückt, bleibt Ueberstand. Kälber, Schafe, Schweine lebhaft, wird 5 Preise für 100 Pfd. 3 geräumt. 5 Lebend- Schlacht- Ochsen. gewicht 2 Vollflesschige, aus dem ete, höchsten Schlacht- Mk. Mk. 11 wer es, 47 Jahle alt. 71 188 Jun e fleischige, nicht ausgemästete und ältere b ausarmästet tee ,Tsd ed, Mäßig genäßhrte junge 9 aut genährte ältere 58 62 110-115 2 Bullen. 1 Vollfleischige, jün arenen 6070 115120 Mäßig genährte junge und aut genährte ältere 58-62 108-1178 Färsen, Kühe.. 1 Vollfleischige ausgem. Farsen höchst. Schlachtw. 61—67 115 125 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht⸗ 1 N wertes bis zu 7 Jahren„6066 110-129 Wenig qut entwicke te Farsen.„„ 52 58 lo i- Aellere ausgemäslete Kühe 455? 90104 Manig genährte Kühe und Färsen.. 33-42 7 Gering genährte Kühe und Färsen. 30-38 68 80 Kälber. einste Mastkälber. 3178-80 1281838 Mittlere Mast- und beste Sauakälber. 70-74 117123 5 Geringere Mast⸗ und gute Saugkälber. 65—70 110-119 Geringe Saugkäl ber. 60-65 102—110 Schafe. 4 Mastlämmer und Masthammel 60-00 130-00 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht Vollfleischige Schweine Leben dgewi ht.. 8 108.00 00 00 00.00 00 80 kg a „„ 93.00 00.0) 00.00- 00.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kx Lebendgevicht.. 118.00—00.)0 00.00— 00.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 5 150 kz Lebend gewicht 123.0012900 00.00- 00.00 le. Frankfurt a. M., 15. Nov. Frucht⸗ und Futter mittelmartt. Ange ot in Getreide fehlt. Die Nachfrage nach Futtermittel ist weniger dringend, das Angebot ist größer ge worden, doch ist nur kleines eschä't. Leinkuchen 70-75 Mk., Kartofel-Futtermehl 424 Mk., Ripschrot 606 Mk., Biertreben 50 5 Mk., Srelesoreu 12—13 Mk. Spelzstreu gemahlen 28 bis 24 Mk. Alles für 109 kg.; se. Frautsurt a. M., 15. Nov. Kartosfelmartt. Man notierte 4.50 wit ver 100 kg in loser Ladung ab Versand⸗ station. Es sehlte an ge ügendem Angebot. unter — lebt men: * HN T ASR. SON ON S deshelb sendet sie ins Feld! Oderall zu haben wo Bekl. am fenster in Beuteln v. 15 Pfg. Aenslis lose fFssdhsckungegrsfis übERO preises durchführen, dem Publikum den bisher gewährten hohen Rabatt auf Bücher entziehen, und es an den vollen Ladenpreis gewöhnen, also, buchhändlerisch gesprochen, alle englischen Bücher in„net⸗bobks“ umwandeln. Allenfalls soll beim englischen Nor⸗ malroman, dessen Preis 6 Schilling beträgt, an der Behandlung festgehalten werden. Was die 6 sh.⸗novel für England, das ist bekanntlich der 3,50 Franken⸗Roman, die bekannten„gelben Bücher“ in Frankreich. französische Buchhandel hat von je 85 nach bestimmten Einheitssätzen gestrebt, wie denn z. B. der durch⸗ schnittliche Preis für ein wissenschaftliches Werk einfacherer Aus⸗ stattung in Frankreich 7,50 Franken beträgt. Uebrigens ist der wirkliche Preis, den man in Frankreich für die 3,50 Franken, Bände zahlt, noch geringer: er beträgt nur 2,80 Franken, und diese Ermäßigung ist in der eigentümlichen Organisation des französischen Buchhandels begründet. Der französische Durch⸗ schnittsverleger nimmt nämlich nur ungern das ganze Wagnis einer Neureröffentlichung auf sich, er pflegt sich daher meisten⸗ teils mit seinen Geschäftsfreunden auf bedeutende Kommissions⸗ bestellungen zu einigen, die er ihnen zu so niedrigen Preisen liefert, daß sie die Exemplaxe billiger zu verkaufen in der Lage sind als der Verleger selbst. Seine Rechnung findet diefer in dem erheblich 0 5 Absatz, der durch dieses Verfahren erzielt wird, oder in der Verminderung des Verlustes, falls sein neuer Verlags⸗ artikel nicht einschlägt. Natürlich pflegt der französische Verleger unter diesen Umständen dem Verfasser nur ein mäßiges Honorar zu zahlen, er gibt ihm meistens ein geringes Fixum und be⸗ teiligt ihn im übrigen mit einem bestimmten Gewinnsatze an jedem verkauften Buche. Da jedoch der Ladenpreis des Werkes aus den oben erwähnten Gründen nur selten voll bezahlt wird, so kommt der Verfasser nur in den seltensten Fällen auf seine Rechnung. Berühmte französische Dichter haben denn auch selber Verleger gespielt, wie z. B. Balzac, oder sie haben sich mit Buch händlern verbunden, die ihnen ganz ungewöhnliche Bedingungen einräumten, weil ihr Geschäft erst durch den Schritt des Dichters Bedeutung gewann; so haben z. B. Chateaubriand und Lamartine gehandelt. Daß die Gründung der Verlagsgesellschaft„Mercure de France“ eine ähnliche Befreiung der französischen Schrift⸗ steller vom Verleger bezweckte und den ersteren unter Ausschal⸗ tung der Risikospekulation größeren Gewinn gewährleistete, durfte nicht unbekannt sein. —— 8. Ziehung S. Kl. 6. Preuss.- Süddeutsche (232. Königlich Preuss.) Klassen- Lotterie Zlehung vom 15. November 1813 vormittags. Ast sede gesogene Namwer eind wel klelen dene 6e winne gefallen, and zwar se einer auf die Lve gleicher Nummer in den beiden Abtellenzen I and 11 Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.) Fachdruek verboten.) 5 59 101 82 300 78 489 800 oe 29 78 111 290 346 408 Loop] 17 20 43 57e 674 2228 811 4223 548 637 81 950 4703 70 400 23 64 029 88 878 88 8800] 903 13 8094 229(500! 311 20 88 88 000 443 584 13000] 67 92 227 53 83 821 67 8021 288 424 L500] 618 38 7244 858 87 801 80 924 80(1000 85 8001 180 342 f500] 77 428 524 63 911 p 89 9086 220 08 626 767 896 19168(soo! 69 608 82 778 01 846 900 1500] 1181 678 12010 18 131 203 52 208 5 602 1870 200 88 98 418 14103 274 82 339 Es 418 67 2 65 750 1520 829[1000 67 403 12 L800] 32 508 80 822 88 926 03 98 18044 167 285 73 468 627 soo! ect 26 47 901 17081 81 130 08 375 1500] 28 680 809[10 co] 42[1000] 911 L001 18094 147 24 863 555 636 869 928 19011 744 818 934 48 60 200 21140 847 804 384 768 644 809 22018 22 80 86 104 429 800 722 88 814 917 48 230258 271 301 72 724 68 78 84 245 70 24097(L500 163 212 2 0 829 405 880 702 9%½e 6001 250% 107(8000 210 00(soo 871 Lso0o1 878 79 955 82 28014 58 88 118(so] 241 451 888 99 27213 18 486 634 807 281 Ls 2880 134 289 827 52 419 20 48 23 782 29014 198 831 688 3004 119 29 817 L500] 423 870 740 838 31108 200 810 422 L500 88 00 Loo 679 840[i000 839 55 32178 286 488 542 eso 727 79 946 33028 86 100% 441 4d 821 84218 L600] 418 83 48 547(30000 88 sis 880833 244(8001 80 693 746[so] 07 024 3s[1000 40 842 82 844 Lic! 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Ziehung 3. Kl. 6. Preuss-Süddeutscire (232. Königlich Preuss.) Klassen- Lotterie Zlehung vom 18. November 1818 nachmittags. zuf sede gesogene Nammer sind zwe. gleiten hobe be- Winne gotallen, and zwar Je elner sat dle Lose cleleher hummer in den beiden Abteltangen I and 11 Fur die Cewhue Uger 24d Mark stud den betrelfenden Nummern mu Hlammern beigefügt. (ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 19 66 548 50 740 840 1086 176 L10000 20 884 432 569 888 708 88 878 2027 47 196 270 79 87 800 98 402 818 937 779 829 988 3070 230 90 5238 92 89 614 81 894 4898 239 304(1000 8 48 644 48 82 700 841 54 9. 5215 334 587 688 823 948 0 Ges 498 618 709 915 48 92 7042 72 l8000 I 212 890 18000 408 648 80 881 800 27 100 202 77 816 42 464 67 870 11000] 722 881 70 2469 520 48 836 922 88 100 208 449 34 624 10001 649 982 11057 78 246 400 701 14 12017 183 214 428 888 13117 3815 753 63(1000 81 824 50 927 1433 830 877/ 13045 104 257 430 61 86 eis 48 881 16032 267 328 61 418 888 711 852 79 17110 272 478 517 69 63 738 58 1820 L520 833 439 522 800 11000) 41(1000 48 56 20 19178 288 88s b 88 674 802 1s L800 904 20107 203 882 65 418 46 600 6 76e 8086 976 21024 37 86 267 319 416 588 739 18000] 70 939 93 22171 209 450 740 04 23038 46 49 159 241 80 443 562 630 852 06[so] 888 24147 98 251 326 87 410 59 828 84 657 787 91 881 25012 468 886[1000] 26010 3083(500 90 406 502 676 856 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Darum wenden wir uns heute wieder an die Opfer⸗ willigkeit unserer Mitbürger mit der Vitte: Offnet Herz und Hand zu einer Weihnachtsgabe für unsere Feldgrauen und Verwundeten. 1 Der allgemeine Hessische Opfertag zum Geburtstag Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs wird jedem * Gelegenheit geben, zu diesem Zweck etwas beizusteuern und zugleich damit auch seine Anhänglichkeit 1 an unser angestammtes Fürstenhaus zu bekunden. 90 5 i S8 Der Oberbürgermeister. ** Keller. 05 Die Vorsitzende des Alicefrauenvereins Der Vorsitzende des Zweigvereins 8 Zweigverein Gießen. Gießen vom Roten Kreuz. 1 Frau Gebhardt. Wiener. * 5 Naturalspenden werden jederzeit an der Liebesgabensammelstelle des Roten Kreuzes in der Alten Klinik, Liebigstraße, 8 ebenso auch Geldspenden an der Kasse daselbst und bei den hiesigen Banken und der Bezirkssparkasse entgegengenommen. 97 Am 25. und 26. November, dem allgemeinen Hessischen Opfertag, wird eine Büchsensammlung in den Häusern und auf 1 den Straßen, verbunden mit Postkartenverkauf, stattfinden. 86750 * a ** . ̃—.. r. ̃ r. ̃———————. Mein Pflanzen-Fleisch ist ein brauchbarer und gediegener Vergaßt nicht unsere Helden auf der See! 8 Herrlich hat sich der heldenhafte Geist unserer Flotte in dem schweren [Ringen der Völker bewiesen! Aber noch ist das Ende nicht abzusehen. Vom Finnischen Meerbusen bis zu den Dardanellen reicht das Kriegsgebiet unserer Flotte; unsere innigsten Wünsche gelten den unerschrockenen Vorkämpfern deutscher Tatkraft und unerschütterlichen Heldenmutes draußen auf der unend⸗ lichen Weite des stürmischen Meeres! Denkt an die Mannschaften der N f N Torpedo und Unterseeboote, der Minenleger und Minensucher, vor allem gane r Konto des 7. ee g eo mhaus, Kreuzplatz 5. aber der Minensperrenbrecher, die in eisernem Pflichtbewußtsein Stunde um deren Filiale Mainz. 870900 N 6 10 een Stunde ihr junges Leben dem sicheren Tode bi ten. Beweiset ihnen durch Frau Oberst Rott. Allgemeine Orlskraukenkasse Gießen. reichliche Spenden treusorgender Liebe, daß Deutschlands Frauen und Jungfrauen Die Beiträge zur Krankenkasse und Invaliden[derer in treuer Fürsorge gedenken, die fern vom Heimatstrande auf sturm⸗ versicherung für Septr. 1915 können noch bis zum] durchwühlten Wogen muͤ sicherem Auge und männlichem Wagemute den heim⸗ 25. 5 Mis, ohne Kosten bezahlt werden. tückischen und treulosen Feind, den schlimmsten aller unserer Gegner, von 7 ießen, den 15. November 1915. unseren Küsten fernhalten. Regenschirme 000 Der Vorfland: J J. All dent. Ven geßt nicht unsere Helden auf der See! Liebesgaben wie: Wollene in grögter Auswahl. a Strümpfe, Handschuhe, Handtücher, ee Seife, haltbare Eßwaren, 0 5. 0 bal, ifen, Bri 12. Farktstraße 19 Heinrich Sack dum f* Schokolade, Kakao Zigarren, Zigaretten, Tabak, Pfeifen, Briefpapier, Taschen Wein 00 file. f Ersatz la- Fleisch Wie im vorigen Jabre, so komme ich auch diesmal mit einer recht herzlichen Weihnachtsbiite für das Reserve⸗In⸗]! E 7 1515 1 M g estö, um all den Tapferen, die in Eis und Schnee die e werden durchaus zufrieden sem und dieses n 9 eine bescheidene Weihnachts⸗ PFabrikat auch geru hren Freunden empfehlen. f 5 se elne sie l lolsch. um de Sendung wog licht einheitlich zu gettalten ist Die Masse eignet sich auch als Zusatz zu Flolsch bares 1 zur n. 1 5 5 ½% Pfund 50 fennig erwünschtesten. Jede, au e kletuste Gabe wird mit 0 1 7 berzlichstem Dank entgegen genommen. reichend für 4-6 Personen. 8985 Zahlungen nimmt an bis zum 28 Novbr. die Gießener 8 Machen Sie damit einen Versuch und Sie messer, Taschenlampen, Bücher, Musikinstrumente, Zeitschriften usw. wie auch Geldspenden nimmt der Unterzeichnete im Auftrage des Großadmirals [oon Koester, des Leiters der Vermittelungsstelle für freiwillige Gaben an die Marine, gerne enigegen np Professor Völzing, Cocthestraße 19. 1 Astrechan S Kaffee— safaniert fein— Tee Krimmer 1 0 688 5 0⁰ 00 00 50 bas verwendbare der Naturprodukte in Pulverform. Tabletten und Würfel mit Zucker. 5 22 2 15 2 0 und 8 im Augenblick kristallklar löslich.— Ohne Rüchstand.— Kein Mahlen. Plüsch a 8 FIL 8 Keln Ziehenlassen.— Kein Durchseihen.— Sofort trinkfertig. 5— Slanzend bewährt u. unstreitig das vollkommenste u beste aller Tee- u. Kaflee- Praparate, die als 5 0 00 1 5 Liebesgaben a 8 d Sc en ereng deri bn fia gcbealgg im dungeggeglef.rh in Pets rante. 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