land überbringen, Nr. 2609 Der Gleßener Anzesger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: biermal wöchentlich Gießener Famillenblätter; weimal wöchentl. Kreis- lat für den Kreis Gleßen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche zeitfragen Fernsprech- Auschlusse: für die Schrütletung 12 Verlag, Geschäitsstelleö l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gleßen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnunnner bis zum Abend vorher. 165. Jahrgang General⸗Anzeiger ür Ober be 25 Rotationsdruck und verlag der Brühl schen Univ. Buch⸗ und steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Montag, 15. November 1915 Bein azvreis: monatl. 85 Pl., viertel⸗ seöhyrl. Mk. 2.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 75 U.; durch die Vost Mk. 2.30 viertel⸗ 75 5 jährl. ausschl. Bestellg. 8 85 Zeilenpreis: lokal 15 Pf., e ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ 2 schrkitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für deln politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Französische Drohungen gegen Griechenland. (T.) Großes Hauptquartier, 13. November. Amtlich.) g Westlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Vereinzelte russische Vorstöße wurden abgewiesen. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Die Verfolgung im Gebirge schreiket fort. Die Paßhöhen des Jastrebac(Berggruppe südöstlich von Kru⸗ sevac) sind von unseren Truppen genommen. 5 Ueber elfhundert Serben fielen gefangen in unsere Hand, ein Geschütz wurde erbeutet. Oberste Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 14. November. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei den. Heeresgruppen der Generalfeldmarschälle v. Hindenburg und Prinz Leopold von Bayern ist die Lage unverändert. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Bei- Podgacic(nordwestlich von Czartorys k) brachen deutsche Truppen in die russischen Stellungen ein, machten fünfzehnhundertfünfzehn Gefangene und erbeuteten vier Maschinengewehre. Nördlich der Eisen⸗ bahn Kowel— Sar ny scheiterten russische Angriffe vor den österreichischen Linien. . Die Armeen der Generale v. Köveß und v. Gall⸗ witz warfen auf der ganzen Front in teilweise hartnäckigen Kämpfen den Gegner erneut zurück. Dreizehn Offi⸗ ziere, siebzehnhundertsechzig Mann wurden ge⸗ fangen genommen und zwei Geschütze erbentet. „Die Armee des Generals v. Bojadjieff ist im An⸗ schluß an die deutschen Truppen von der süd lichen Mo⸗ ra va her im Vordringen. Oberste Heeresleitung. 5 88* Noch immer zieht sich die endgültige und sichtbare Ent⸗ scheidung Griechenlands hinaus. Welches sind die Gründe König Konstantins, vorerst tatenlos zu verharren? Man würde sehr sehl gehen, wenn man ihn der Aen stlichkeit oder Unentschlossenheit beschuldigen würde, denn 1515 die Ent⸗ scheidung im Lande der Hellenen nicht einfach und leicht ist, daß dort die Aecker umgepflügt und neue Saaten aus⸗ gestreut werden mußten, ist jedermann bekannt— und erst wenn ein griechischer Körner ausrufen darf:„Die Saat ist reif, ihr Schnitter zaudert nicht!“ wird man er⸗ kennen, daß König Konstantin die ganze Zeit zielbewußt am Werke war. Wir haben einige Anzeichen dafür, daß Griechen⸗ lands heutige Führer sich nicht den erloschenen Sternen Eng⸗ lands und Frankreichs anvertrauen werden. Als Venizelos zum zweite Male vom Amte fortgeschickt wurde, wußte der önig sicherlich genau, warum er eine so weittragende Maßregel traf. Die Auflösung der entente⸗freundlichen Kam⸗ mer bestärkt uns in dieser Auffassung. Dabei wird, nach äußerlichen Geschehnissen, in Athen vorläufig noch ein Auge zugedrückt, daß jeden Tag aufs neue die griechische Neu⸗ ralität verletzt wird. Heute ist wieder eine Meldung ein⸗ elaufen, wonach neue englische Truppen in Saloniki ge⸗ andet sind Aber den feindlichen Vierverbandsmächten ist es beim Hinblick auf diese Stille vor dem griechischen Sturm doch nicht wohl in ihrer Haut. Denn die griechisch⸗bulgari⸗ schen Beziehungen sind in den letzten Tagen und Wochen nicht nur mit Worten geschmückt und gebessert worden. Vielmehr fällt aus allen Deuteleien die schwerwiegende Tat⸗ sache heraus, daß Griechenland in Bulgarien Getreide⸗ ankäufe erfolgreich erledigt hat und daß es dabei in Sofia, sicherlich nicht gegen unbestimmte Versprechungen, ein volles Entgegenkommen gefunden hat. Die Besserung der Beziehungen zwischen Athen und Sofia soll auch daraus ersichtlich sein, daß dem aus Anlaß der Uebergabe von Di⸗ motika durch die Türkei an Bulgarien veranstalteten Gottes⸗ dienst auch der griechische Metropolit von Dimotika mit dem 11 118 Klerus beiwohnte. Da zwischen der bulgarischen und er griechischen Kirche ein Schisma besteht, so darf diesem Ereignisse politische Tragweite beigeme sen werden. So ist es verständlich, wenn der Berichterstatter des „Daily Telegraph“ in Rom vor zwei Tagen meldete:„All⸗ gemein ist man hier der Ansicht, daß das Abkommen zwischen Griechenland und Bulgarien schon geschlossen ist. Ich kann diese Meinung nicht teilen oder annehmen, daß Griechenland unter irgendwelchen Umständen die Verbündeten angreifen würde, allein ich rechne wohl mit einem unerwar⸗ teten Aufmarsch von König Konstantins Truppen nach Albanien oder Monastir, sobald die Umstände hierfür günstig sind.“ Die„Times“ erfährt aus Malland eine an⸗ dere Neuigkeit:„Nach der„Stampa“ sind in Saloniki vier Deutsche mit dem Auftrage angekommen, B eziehun⸗ en zwischen den Kabinetten von Konstantinopel, Sofia, ukarest und Athen zu knüpfen. Sie sollen deutliche Er⸗ klärungen König Ferdinands an König Konstantin über die freundschaftlichen Absichten Bulgariens gegenüber Griechen⸗ n Erklärungen, die Deucschland gewahr⸗ leistet. Auch bringen sie die Zulicherung von Rumäniens Ab⸗ sichten, neutral zu bleiben.“ 2 * Die„Morning Post“ entnimmt der„Stampa“ ferner, daß jene vier Deutsche Offiziere gewesen seien, die aus Sofia zureisten.„Drei Tage später schifften sie sich auf einem griechischen Torpedoboot nach dem Piräus ein. Wäh⸗ rend ihres Aufenthalts besuchten sie einen reichen Juden, der als ein eifriger deutscher Vertreter bekannt ist. Auch be⸗ suchten sie die französischen und englischen Lager. Zwei von ihnen waren Oberst v. Erdstner(2), früherer Adjutant von Feldmarschall v. d. Goltz, und Frhr. v. Falkenhausen, Mili⸗ tärattache in Athen. Der dritte war niedern Ranges, der vierte jedoch war anscheinend eine ansehnliche Persönlichkeit nach der ihm bekundeten Ehrfurcht.“ Der Berichterstatter vermutete dabei, daß es ein Blutsverwandter des Kaisers gewesen sei, vielleicht auch ein Sohn des„Feldmarschalls v. Bülow.“ Das scheinen aufgeblähte Phantastereien zu sein. In Rom herrscht, auch nach anderen Nachrichten, Be⸗ sorgnis und Bestürzung, und die französische Presse gibt, wie aus den nachstehend mitgeteilten Drohungen gegen Griechenland zu ersehen ist, darin nichts nach. Verschieden gefärbte Meldungen über neue Erklärungen und Besprechun⸗ en, die heute in den Blättern auftauchen, sind in ihrem Werte nicht zu hoch einzuschätzen. Skuludis soll allen Re⸗ gierungen die weitere Neutralität Griechenlands erklärt saben. Das ist so lange nötig, bis die Entscheidung fällt, da die Regierung in Athen von beiden Parteien dicghfich gedrängt wird. Der griechische Geschäftsträger in fia M. Raum, soll verlautbart haben, die bulgarische Regierung hätte in Athen ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht,„daß sie Griechenland in keiner Weise Carantie für die Weiterent⸗ wicklung der Dinge bieten könne, und daß Bulgarien die Verantwortung für alle kommenden Ereignisse von sich ab⸗ wälzen müsse. Eine Verletzung der griechischen Grenze oder auch nur der griechischen Interessen ei in keiner Weise von Bulgarien beabsichtigt, doch sei selbst⸗ verständlich Bulgarien durch die Operationen seiner Gegner in seiner freien Beschlußfähigkeit verhindert.“ Der Pariser „Matin“ tischt seinen Lesern die ziemlich offenkundige Lüge auf, die griechische Regierung habe Frankreich die für die Truppentransporte notwendigen Eisenbahnzüge zur Verfügung gestellt, was Frantreich dankend angenom⸗ men habe. Vielleicht hat Erie tenland das Angebot nur gemacht, um die geschlagenen Frauzosen zum gänzlichen Rück⸗ zug zu ermuntern. Die Voreiligen haben sich, nach dem neuesten bulgarischen Bericht, eine neue Schlappe ugezogen, und der Vierverband hat keinerlei Erfolge oder Geschehnisse aufzuweisen, die in Griechenlands wohlerwogener Politik ein Umschwenken verursachen könnten. Ein Blick auf England zeigt alles andere als ein Aufschwellen von neuen Hoffnungen für die Entente. Jene sehr ernste Nachricht“ aus dem Osten, die nach Asquith Veranlassung gegeben hat, Kitchener auf Reisen zu entsen⸗ den, ist uns noch nicht näher erhellt worden; vermutlich handelt es sich um die Hiobspost aus Indien. Churchills Rücktritt ist ein weiteres Symptom für brechende Balken im Weltengehäuse Englands. Zwar war er längst kein Grend⸗ pfeiler mehr der britischen Macht und Größe. Der ehemalige erste Lord der Admiralität, der Urheber des englischen Dar⸗ danellenfeldzugs, war in die bescheidene Stelle eines Kanz⸗ lers von Lancaster gebettet worden, und die Kritik seiner Landsleute hat ihm den Rest gegeben. Asquith konnte und durfte ihn in den Kriegsrat nicht aufnehmen. So ging der selbstgefällige Schwätzer endgültig vom Schaup atze ab nicht ohne einen letzten Beweis seiner Eitelkeit und seines Größenwahnes zu geben. Ob er wirklich an die Front in Frankreich eilen wird? Vielleicht ist auch dies nur eine Großsprecherei, die sich nicht erfüllen wird! Heute ist die noch unbestätigte Pressenachricht eingelaufen, England habe an Rußland mitgeteilt, daß es aus strategischen Gründen seine Truppen von den Dardanellen abgezogen habe. Das trifft sich für den waghalsigsten Propheten der Engländer gut und zeitgemäß„Der Lord läßt sich entschuldigen; er ist zu Schiff nach Frankreich“. 7 *** Die österreichisch⸗ungarischen Tages berichte. Wien, 13. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 13. November 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Nordmestlich von Czartorysk wurde wieder ein feindlicher Angriff abgewiesen. Sonst haben nur Artillerie⸗ kämpfe stattgefunden. Italienischer Kriegsschauplatz. Die großen Kämpfe im Görzischen, die neuerdings den Charakter einer Schlacht annahmen, dauerten auch gestern fort. Wieder folgte an der ganzen bisherigen Kampf⸗ front Angriff auf Angriff; die verzweifelten Anstrengungen des Feindes scheiterten jedoch an dem zähen Widerstand un⸗ serer mit unübertrefflichem Heldenmut fechtenden Truppen. Auch der Tolmeiner Brückenkopf stand tagsüber unter starkem Artilleriefeuer. Ein Angriff auf unsere Stel⸗ lung am Vrsic wurde abgeschlagen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Visegrader Gruppe hat die Vorfstellungen des Gegners im unteren Lim⸗Gebiet genommen. Die über Ivanjica vorg hend n österreich'sch⸗ungari⸗ schen Truppen haben die Höhen Bt Livada und Ervena Gora erkämpft, Eine andere Grupe hit nach Ueberwindung aller durch Schneefall, Kälte und hohes Gebirge gigebenen Schmie⸗ rigkeiten im Raume zwischen dem Ibar⸗ und Morawira⸗ Tale die wichtigen Höhen Smreak, Trigonometer 1649, und Kosutica, Trigonometer 1512, erstürmt und einige — Gegenangriffe abgewiesen. Die Armee des Generals v. Gallwitz erkämpfte die Paßhöhen im Jastrebac⸗Gebirge und machte 1100 Gefangene. Die bulgarische Armee hat den Morawa⸗Uebergang fortgesetzt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 14. November 1915. 5 Russischer Kriegsschauplatz. Nach einem Durchbruch in die feindliche Stellung nord⸗ westlich von Czartorysk wurden über 1500 Gefangene und vier Maschinengewehre eingebracht. Westlich von Ra⸗ falowka haben wir Angriffe abgewiesen. Sonst außer Handgranatenkämpfen bei Sapanow keine Infanterie⸗ tätigkeit an der ganzen Front. Italienischer Kriegsschauplatz. Schon zu Beginn der neuen Schlacht hatten italienische Gefangene ausgesagt, die Stadt Görz würde zusammen⸗ geschossen werden, wenn es nicht gelingen sollte, sie zu nehmen. Tatsächlich fielen schon an den ersten Tagen der großen Kämpfe zahlreiche Geschosse in die Stadt. Gestern unterhielt die feindliche schwere Artillerie über den unbe⸗ zwungenen Brückenkopf hinweg ein heftiges Feuer auf Görz. „Unterde sen war die erfolglose Angr ef estätigk eit der Italiener vornehmlich gegen den Nordteil der Hochfläche von Do⸗ berdo gerichtet. Nördlich des Monte San Michele ging ein Frontstück vorübergehend an den Feind verloren; abends wurde es durch Gegenangriff vollstaͤndig zurückerobert. Die übrigen Vorstöße der Italiener wurden sämtlich blutig ab⸗ geschlagen. Vor dem Abschnitte südlich des Monte dei sei Busi und vor dem Görzer Brückenkopf hielt schon unser Ge⸗ schützfeuer jeden Angriffsversuch nieder. Mehrere unserer Flugzeuge belegten Verona mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Armee v. Köveß hat in erfolgreichen Gebirgs⸗ kämpfen weitere Fortschritte gemacht. Die Visegrader Gruppe hat sich nach heftigen Kämpfen dem unteren Lin⸗Gebiet ge⸗ nähert. Auf der Straße nach avor wurden die Höhen Ka⸗ N 7 8 ragjorgjev sanac im Ibar⸗Tale, der Nordhang des Plani⸗ nica⸗Rückens erreicht. Im oberen Rasina⸗Gebiet hat sich der geworfene Gegner über Brus und Ploca zurückgezogen. Die Armee hat in diesen Kämpfen 13 Offiziere und 1200 Mann gefangen genommen. Die Armee v. Gall witz drängt den 15 in das Tovlica⸗Tal zurück. Im Anschluß sind die ulgarischen Streitkräfte überall im Vorgehen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. *** Französische Drohungen gegen Griechenland. Paris, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Zur Auflösung der griechischen Kammer erklärt die Presse, König Kon⸗ stantin habe sich durch die Auflösung über die Verfassung hinweg⸗ gesetzt. Er sei jetzt Diktator und habe das Schicksal Griechenlands in der Hand. Vor dem Zusammentritt der neuen Kammer, welche infolge der Regierungspropaganda wohl im Sinne des Königs usammengesetzt sein werde, könne der Vierverband keinesfalls auf ie Hilfe Griechenlands rechnen. Ganz im Gegenteil, müsse man fürchten, daß König Konstantin nachgeben und sich auf die Seite der Feinde stellen werde. Die Ueberredungs politik, welche der Vier⸗ verband gegenüber Griechenland angewandt habe, sei kaum mehr das geeignete Mittel. Man dürfe nicht vergessen, daß die Truppen der Alliierten auf dem Boden Griechenlands stehen. Man müsse be⸗ dacht seine, diese vor jeder Ueberraschung zu schützen und nöti⸗ genfalls Griechenland durch Gewaltmaßnahmen zwingen, sich dem Vierverband anzuschließen. Einige Blätter hoffen daß es Denys Cochin, welcher sehr ausgebreitete Beziehungen in Griechenland habe, gelingen werde, Einfluß auf die iechische Regierung 7 ewinnen.„Matin“ verlangt, daß die Alliierten Griechenland keine finanzielle und wirtschaftliche Unterstützung mehr gewähren. Man müsse die weitere Entwicklung der griechi⸗ schen Politik mit dem äußersten Mißtrauen betrachten.—„Fi⸗ garo“ hofft, daß der Vierverband diesmal nicht wie bei Bul⸗ garien warten werde, bis andere gefährlichere Ereignisse in Grie⸗ chenland eintreten.—„Humanits“ erklärt, König Konstantin habe passiven Verrat an Serbien begangen, indem er Serbien nich zu Hilfe geeilt sei. Jetzt sei er in der Lage, bis zum aktiven Verrat zu gehen. Diese Möglichkeit müsse ihm von den Verbündeten ge⸗ nommen werden. Hervs erklärt in der„Guerre So⸗ ziale“: König Könstantin setzt sein Spiel fort, ein Spiel, das Bulgarien dem Vierverband so gut gedankt hat. 5 Zu Churchills Rücktritt. London, 13. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Churchill! hat in einem Brief an Asquith seinen Rücktritt angeboten. Er erklärt darin u. a.: „Als ick die Admiralität verließ, nahm ich es auf Ihr Ersuchen auf mich, an der Arbeit des Kriegsrates teilzunehmen und den neuen Ministern mit den Kenntnissen beizustehen, die ich da⸗ mals in gewissem Maße besaß. Die Ralschläge, die ich erteilt habe, sind in dem Protokoll der Reichsverteidigungskommission und in der Denkschrift, die ich den Mitgliedern des Kabinetts vorgelegt habe, verzeichnet. Ich lenke Ihre Aufmerksamkeit darauf, daß ich augenblicklich vollständig mit der Bildung des kleinen Kriegsrates übereinstimme, und ich billigte Ihre vor sechs Wochen geüußerte Absicht, mich in diesen aufzunehmen. Ich habe damals nicht vor⸗ aussehen, mit wie großen persönlichen Schwierigkeiten Sie bei der Zusammenstellung des Kriegsrates zu kämpfen hätten und beklage mich durchaus nicht darüber, daß Ihr Plan geändert worden ist. Aber gleichzeitig mit der Aenderung ist meine Arbeit f gierung natürlich beendigt. Ich kann nicht als Mit kutivgewalt eine Stellung mit allgemeiner Verar eit fü die Kriegspolilik einnehmen, ohne daran mitzuarbeiten, sowie Einsicht in ihre Entschlüsse zu haben und eine Kontrolle auszu⸗ üben. In diesen Zeilen fühle ich mich außerstande, in gut beza ter Untätigkeit zu verharren und ersuche Sie deshalb, dem König meinen Rücktritt anzubieten.“ 4 9 8 N N 1 1 1 4 175 5 5 10 85 1 1 1 J 5 . London, 13. Nov.(WT. Nichtamtlich) Asqutth er⸗ klärte in der Antwort auf das Schreiben Churchills, er bedaure den Entschluß Churchills sehr und spreche ihm seine hohe Aner⸗ kennung für die von ihm geleisteten Dienste aus. 3 Amsterdam, 13. Nov.(WT. Nichtamtlich) Nach der Meldung cines hiesigen Blattes hat der plötzliche Rücktritt Churchills in London vorübergehende Aufregung hervor ge⸗ rufen, da er unerwartet kam. Dem Vernehmen nach beabsichtig! Clhurchill, nach der Front zu gehen. In emem Brief an As⸗ g ufth, in dem er seinen Nicktritt anzeigte, schrieb er u. a.: „Ich bin Offizier und stelle mich ohne Vorbehalt den Mili⸗ tärbehörden zur Verfügung. Ich mache Sie darauf auf⸗ merksam, daß sich mein Regiment in Frankreich befindet. London, 14. Nov.(WTB Nichtamtlich)„Weekly Dis⸗ patsch“ berichtet: Churchill reist am Mittwoch zu seinem Re⸗ gimente nach Frankreich ab. London, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der parlamen⸗ tarische Mitarbeiter der„Times“ schreibt: Das Unterhaus billige zweifellos Churchills Wunsch, zu seinem alten Regiment zu⸗ Kkrückzukehren, so sehr es auch das Verschwinden seiner glänzenden Peersönlichkeit bedauern werde. Sein Abtreten von der politischen Bühne dürfte übrigens nur vorübergehend sein.—„Daily Chro⸗ nicle“ überschreibt einen Artikel über Churchills Rücktritt mit den Worten:„Großer Verlust“. 0 Der neue Kriegsrat in England. London, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der neue Friegsrat hielt gestern seine erste Sitzung ab. As⸗ quith, Lloyd George, Bonar Law, Balfour und Mac Kenna nahmen daran teil. Grey und der Generalstabschef Murray wurden zugezogen. Die Kritik im englischen Parlament. London, 13. Noo.(WTB. Nichtamtlich) Das Unter ⸗ haus setzte in der Sitzung vom 11. November die Aussprache über die Kredite fort. Asquith bedauerte, daß 8 sämtliche Minister abwesend waren, und versprach Abhilfe. Joy nson Hicks(Untonist) sprach über das Luftwesen und forderte, daß die großen, neuen deutschen Aeroplane auch in England eingeführt würden. Im Flottenfliegerkerps herrsche große Unzufriedenheit, weil Balfour einen im Flugwesen unerfahrenen Admiral an die Spitze des Flugdienstes gestellt habe. Der Redner fragte: Weshalb bauten wir keine Luftschiffe? Weshalb ist der Bau der englischen Zeppeline im Januar eingestellt und erst acht Monate später wieder aufgenommen worden? Die Regierung hätte wenigstens ein großes Luftschiff bauen sollen, das die Ostküste bewachte. Jede Luft⸗ un an der ganzen englischen Küste sollte reichlich mit erstllassi⸗ gen Flugzeugen versehen sein. Wer die Geschätze gesehen hat, die die Londoner in den Glauben einhüllten, daß sie artilleristisch ver⸗ teidigt seien, wundere sich nicht, daß sie die Zeppeline in einer Höhe von 15.000 Fuß nicht treffen konnten. Der Redner for⸗ derte eine energische Verteidigung der Reichshauptstadt, sowie den Schutz der Ostküste durch schwere ue ütze und eine groß⸗ zügige Offenstve, um die deutschen Luftschiffhallen zu Lynch(Nationglist) sagte, England gewänne den Krieg nicht wegen der Unfähigkeit der Obersten Heeresleitung. Kitcheners Ruf sei wesentlich von den Zeitungen gemacht worden. Er hat vom ersten Auf lick an, wo er bie diltatorische Macht übernommen hat, seine Unfähigteit bewiesen. Kitcheners größter Fehler ist die Muni⸗ tionsfrage gewesen; er hat Monate gebraucht, um die elementare Wahrheit zu entdecken, daß der Kriegserfolg von der Munitions⸗ menge abhänge. Kitchener hat dies nicht einmal selber entdeckt. Die Fehler, die Belgien ruiniert haben, werden ber Serbien wieder⸗ Polt. England kann auf der Westfront nur siegen, wenn es die Deutschen über den Rhein treibt. Aber hat Kitchener Vorkeh⸗ rungen für die Eroberung des Rheins getroffen? Nein! Unter der gegenwärtigen Heeresführung treiben wir unvermeidlich dem nen Ende entgegen, nämlich einem unentschiedenen Krieg und einem unbefriedigenden Frieden. Die Unfähigkeit der Führer hat verursacht, daß Griechenland und Rumänien neutral geblieben ind.(Beifall.) Der Redner forderte, daß zunächst French verab⸗ schiedet würde. Mindestens 70 Prozent der höheren Offi⸗ exe müßten beseitigt werden. 0. 8 Balfour verteidigte die Regierung und sagte: Eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Luftfahrzeugen, die leichter als Luft d, befinden sich 1 im Bau und sind für die Auf⸗ klärung bestimmt. Ein besonderer Küstenschutz gegen Luftangriffe ist nötig. London braucht gußerdem eine lokale Verteidigung Alles geschieht, um den Luftdienst zu entwickeln. Wir waren zurückgeblie⸗ ben; wir waren immerfort während des Krieges zurückgeblieben. (Ironischer Beifall.) Das Haus muß die unglückliche Tatsache hinnehmen, daß es uns an Geschützen fehlt, die für die Verteidigung Londons notwendig sind. Aber wir tun alles, um die artilleristische i 1212 1 5 1 Londons zu verbessern. Eine aviatische Offensive ist unausführbar. . i Hogge(Liberal) kritisierte die Beschlagnahme des„Globe“, während die„Evening News“, die dasselbe 175 hat, frei aus⸗ 5 begen gen, ist. Hogge schloß: Asguith hat die Veröffentlichung „Globe“ für eine boshafte und böswillige Lüge erklärt. Aber ch selbst glaube mit Rücksicht auf gewisse Tatsachen, daß Kit⸗ chener seine Entlassung angeboten hat. Natürlich wird das dementiert werden, Die Mebrbeit der Nation wird As⸗ quith mehr glauben als mr.— As quith prote gierte nachdrück⸗ lich gegen die Unterstellung Hoge, solole gegen den neuerlichen Angriff Joynson Hicks in der„Morning Post“, daß er bewußt die Unwahrheit gesagt habe. Pringle(Liberal) bestritt die An⸗ Asquiths, daß der„Globe“ die Nachricht über den Rücktritt itcheners erfunden habe, und tadelte, daß der„Globe“ allein be⸗ straft worden ist, während andere Zeitungen unbohelligt geblieben sind. Er erinnerte daran, daß auch der Rücktritt Carsons amtlich dementiert worden ist, obwohl es sich bald darauf als richtig heraus⸗ gestellt hat. Der Staatssekretär des Innern, Sir John Simon verteidigte das Verfahren gegen den„Globe“. Law(Nationalist) warf die Frage nach der Unterstützung Serbiens auf. 15 Date (Unionist) sagte, eine gewaltige Woge der Aufregung werde Asien überfluten, wenn die Türken die Engländer zurücktreiben würden. Sir Edward Grey legte dann nochmals die von der Regierung zur. Serbiens unternommenen Schritte dar. London, 13. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Morning Post“ richtet in einem Leitartikel einen scharfen Angriff gegen saldane. Wenn die Regierung Haldane auf kurze oder lange Zeit zum Kriegssekretär machen würde, so würde das die ganze Nation von oben bis unten spalten. 1 Im Unterhause sagte Grey über Haldane, es läge im öffentlichen teresse, wenn die Verdienste Haldanes zu der 5 Tätigleit verwendet werden würden, zu der sie verwend⸗ a 1 zerstören. bar seien. As quith erklärte später mit großem Nachdruck, daß Haldane im Kriegsamte unschätzbare Dienste geleistet habe London, 13. Nov.(WTB Nichtamtlich.) Bei der Beratung über die Finanzfrage im Ober haus erklärte Middle⸗ ton, das Publikum habe volles Vertrauen zu Kitchener, besonders zu seiner neuen Aufgabe. Der Redner kritisierte sodann das System, unter dem Kitchener eine Zehnmännerarbeit tun müßte. Er war, so führte Middleton aus, Kriegssekretär, Generalinspektor und Oberst⸗Kommandierender in Großbritannien und Generalstabschef. Er leitete ferner die Munitionsbeschaffung, führte den Vorsitz im Finanzausschuß des Kriegsamtes und hatte wiederholte Beratungen mit den französischen Militärbehörden. Kitcheners Genie verhinderte einen militärischen Zusammenbruch, Troßdem wirtschaften die Deutschen aus 15 Schilling den Wert eines Pfund Sterling heraus, während England für jedes aus⸗ gegebene Pfund mir den Wert von 10 bis 15 Schilling erzielt. Der Redner kritisierte die Berworrenheit der Finanz ⸗ fage und sagte, er könne nachweisen, daß im Munitionsministe⸗ rium ein Chaos herrsche. e sagte, daß er sehr un⸗ erfreuliche Dinge über Munitionsaufträge in Amerika gehört habe. Es e der Regierung, namentlich As auith, an Energie und Entschlossenheit. Seine Reden über die Sparsamkeit seien prächtig, aber die Regierung gehe der Nation mit einem schlechten Beispiel voran. Die Finanzlage sei sehr ernst, wenn auch nicht beunruhigend. Selbor ne verteidigte die Regierung und die Schnelligkeit, mit der das Munitionsministerium geschaffen wurde. Sie verursachte notwendig einige Fehler, sowie viel Verwirrung und Geldvergeudung. Das brilische System ser jedoch besser als das deutsche, wobei die Kriegslasten absichtlich den Armen auf⸗ gebürdet würden. 5 5 . Englischer Landzuwachs. London, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich) England hat die Annektion der Gilbert⸗Inseln und Ellie⸗Inseln, vie 1892 zum Protektorat erklärt worden waren, vollzogen. ** Vom serbischen Uriegsschauplatz. Paris, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich.)„Petit Journal“ meldet aus Athen: Die serbische Regierung, welche dieser Tage in Raschka weilte, hat den Ort am 12. November verlassen und wird sich wahrscheinlich nach Prizrend begeben.— Man meldet, daß bedeutende bulgarische Streitkräfte von Petovo gegen Gostiwar marschieren die auf starsen Widerstand gestoßen sind, so daß der Vormarsch zum Stehen kam. In Monastir sind zahlreiche serbische Truppen zusammengezogen. Die Lage in Albanien scheint nicht beunruhigend. Die Straßen, welche dem Rückzug des serbischen Heeres dienen, sind von feind⸗ lichen Banden gesäubert. Petersburg, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich.)„Bir⸗ shewija Wjedemosti“ meint, die serbische Armee beabsichtigte auf der Front Prizrend—Hostivac—Babuna eine entscheidende Schlacht zu liefern. Die Lage der Serben sei aber sehr gefährlich, da sich im Rücken der serbi⸗ schen Armee nur Berge ohne Straßen befänden. Die einzige Hoffnung sei eine ausgiebige Unterstützung durch die Kräfte der Alliierten. Eine französische Niederlage gegen die Bulgaren. Sofia, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Heeresbericht vom 12. November. Die Operationen auf allen Fronten entwickeln sich zu unseren Gunsten. Wir warfen die Franzosen, die über das südliche Ufer der 18 r- nareka gegangen waren, in einem Gegenangriff über den Fluß zurück. Der Donau⸗Verkehr. Berlin, 15. Nov. Der regelmäßige Donauverkehr zwischen Orsova und Galatz soll am Dienstag auch, wie das „Berliner Tageblatt“ meldet, für Passagiere aufgenom⸗ men werden. s 9 *** Der Zar an der Nordostfront.. Petersburg, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der Zar und der ben ölgen sind am 10. November in Reval eingetroffen. Sie besichtigten die Befestigungswerke und hielten eine Parade über die Garnison ab. Nach dem Frühstück besuchten Zar und Zarewitsch den Hafen und begaben sich an Bord des i e„Europe“, wo die Bemannungen der russischen und englischen Unterseeboote versammelt waren. Zar Nikolaus übergab persönlich zwei Kommandanten englischer Unterseeboote das Georgskreuz 4. Klasse, worauf der Zar und der Thronfolger die russischen und englischen Untersee⸗ boote besichtigten. Sodann besuchten sie die Fabriken und Werften. Am folgenden Tage reiste der Zar mit dem Zarewitsch nach Riga, wo der kaiserliche Zug nach dem linken Dünaufer fuhr. Der Zar wurde von dem General Radko Dimitriew, dem Oberbefehlshaber der befestigten Gebiete von Riga, empfan⸗ gen. Von da begaben sich der Zar und der Thronfolger im Auto⸗ mobil nach der Stadt und hielten über die Truppenabteilungen der Riga verteidigenden Korps eine Parade ab. Am 12. November verließ der Zar mit dem Thronfolger Riga. Er hielt über die bei Witebsk lagernde Divpision eine Parade ab, besuchte das Militärgebiet von Dünaburg und nahm eine Parade Über die Truppen ab, denen er seinen warmen Dank aussprach und einen schließlichen Sieg wünschte. Die„Nowoje Wremja“ über das russische 5 Sanitatsweseu. Petersburg, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) In der „Nowoje Wremja“ stellt Menschikoff mit tiefem Be⸗ dauern fest, daß die Russen in der ärztlichen Wissen⸗ schaft aufs Kläglichste hinter Europa herhin⸗ ken und im besonderen von Deutschland übertroffen wer⸗ den, was dieser Krieg wiederum erwiesen habe. Im Deut⸗ schen Reiche kehrten 60 Prozent Verluste wieder an die Front zurück, während es Rußland nur auf 18 Prozent bringe. Demnach habe Deutschland bei jeder Million an der Front gewissermaßen einen Vorsprung von 420000 Mann oder 10½ Armeeborps; dadurch erklärt sich die Unerschöpflichkeit der deutschen Reservemannschaften. Nicht nur artilleristisch sei die deutsche Ueberlegenheit zu erklären, sondern auch aus den mehr als dreifachen Heilerfolgen. Dieses Verhältnis 60 zu 18 könne für Rußland schicksalsschwere Folgen haben. Nach dem Kriege 1870 war es sprichwörtlich, daß die deutsche Schule die Franzosen geschlagen habe, jetzt seien der deutsche Arzt und der deutsche Techniker der gefährlichste Feind der Alliierten. Ebenso wie Rußlands Waffenbestellungen im vorigen Kriege die deutsche Kriegsindustrie gestärkt hätten, ebenso habe der große Prozentsatz der russischen Kranken, die deutsche Badeorte besuchten, zur Verbesserung der deutschen Aerztewissenschaft beigetragen. Der russische Staatsvoranschlag für 1916. Petersburg, 14. Nov.(WTB Nichtamtlich.) Der Voranschlag des Staatsbudgets für 1916 sieht vor: Ordent⸗ nahmen 336 832 192, ordentliche Ausgaben 3174 124091, außerordentlichen Ausgaben 76 791 106 Rubel. Die gesam⸗ ten Einnahmen und Ausgaben balancieren mit 3 250 915 197 1 5 das sind ungefähr 48½ Millionen Rubel mehr als 5. In seiner Begründ 75 zu dem Voranschlag erklärt der Finanzminister, der Fehlbetrag von 260 Millio- nen Rubel in dem Ordinarium sei durch die Abschaffung des Branntwein⸗Monopols, durch die Kriegslage und durch das Wachsen der Zahlungen für die Staakskredite hervor⸗ gerufen worden. Zusammen mit dem Fehlbetrag und den außerordentlichen Ausgaben beträgt das Gesamtdefizit ungefähr 327 Millionen Rubel, deren Deckung durch Kreditoperationen geplant ist. Der Finanz⸗ minister erachtet es als notwendig, neue Einnahmequellen in erster Linie auf dem Gebiete der direkten Steuern zu schaffen. Obenan steht die Einführung einer allgemeinen progressiven Einkommensteuer, die zudem das beste Mittel für eine gerechte Verteilung der Steuerlast darstellt. Die Kriegsausgaben, die nach vorläufiger Be⸗ rechnung bei einer Dauer des Krieges bis Ende 1916 etwa 8 Milliarden Rubel erreichen, können keinesfalls aus den beständigen Budgeteinnahmen gedeckt werden, sondern er⸗ fordern Deckung durch Kreditoperationen. liche Einnahmen 2 914083 005 Rubel, außerordentliche Ein⸗ D Die Eröffnung des türkischen Parlaments. Konstantinopel, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die Eröffnung der Parlamentssession fand heute mittag unter Entfaltung des bei solchen Gelegenheiten üblichen orien⸗ talisch-alzidentalischen Gepränges statt. Außer den Deputterten waren der Scheich ül Ist am, der Groswesir die sämtlichen Minister, die Generalität, die Hofeeamten, die hohen geistlichen Würden⸗ träger und das diplomatische Korps anwesend. Nach dem Er⸗ scheinen des Sultans und des Thronfolgers verlas der erste Sekretär des Sultans die Thronrede, in der besonders unter dem Beifall des Hauses das Bündnis mit den Mittel mächten und die Eröffnung des direkten Weges Berlin— Wien— Konstantinopel betont wurden. Ferner wurde angekündigt ein Gesetzentwurf betr. den türkisch⸗bulgarischen Vertrag über Grenzregulierungen Die Feier wurde durch arabische Gebete eines hohen geistlichen Würdenträgers und eines Deput eren beschlos⸗ sen. Bei der Abfahrt des Sultans brachte die Menge dem Khalifen begeisterte Kundgebungen. N. 975 Die neue türtische Zollpolitit. Tonstantinopel, 13. Nov(WTB. Nichtamtlich.) Die Regierung hat der Kammer einen Gesetzentwurf betreffend die Einführung eines Zolltarifes unter⸗ breitet, der die gegenwärtigen 15prozentigen Wertzölle für die Dauer des Krieges durch 30prozentige ersetzen fell. Die Regierung verlangt eine dringliche Behandlung des Gesetz⸗ entwurfes, Der Präsident Hadschi Bey wies auf die Wichtigkeit des Entwurfes hin, der eine vollständige Aende⸗ rung und gewissermaßen eine Umwälzung in der bisher von der Türkei befolgten Finanz⸗ und Wirtschaftspolitik bedeute. Der Entwurf wurde den zuständigen Ausschüssen überwiesen.— Die Regierung unterbreitete 8 der Kam⸗ mer einen n Gesetzentwurf, in dem die Ermäch⸗ 11 515 zum Abschluß einer Anleihe in Höhe von 2112 000 Pfund mit Deutschland gefordert wird, die zur Voll⸗ endung der Bagdadbahn verwendet werden soll.— Der der e Kammer unterbreitete Entwukf be⸗ trifft die ain der vor dem Kriege von dem ehemaligen Finanzminister Dschavid Bey mit der französischen Are wurden den e träge. Die Entwürfe wurden den Ausschüssen überwiesen. *** 8 Eine fünfprozentige Anleihe in Frankreich. Paris, 13. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kammer hat einstimmig einen Antrag betreffend die fünfproze w⸗ tige Anleihe angenommen. Ri bot erklärte zuvor, daß der Antrag den Willen Frankrei zeige, den Krieg mit Waffen und mit Geld bis zum vollständigen Sieg fort⸗ zuführen. Die Regierung der Republik biete heute einen a al an, weil nach dem Kriege der Geld⸗ zins infolge des allgemeinen Kapitalbedarfs notwendiger⸗ weise steigen werde und Frankreich nicht wolle, daß 88 jenigen, die ihm während der Kriegstage Geld leihen, weni⸗ ger begünstigt seien, als die, die ihm nach dem Siege leihen werden. Ribot mahnte schließlich zur Mitwirkung aller, der Armen und Reichen, denn alle wüßten, daß das nationale und moralische Leben auf dem Spiele stehe. Die Rede Ribots ist mit großem Beifall aufgenommen und ihr öffent⸗ licher Anschlag einstimmig beschlossen worden. 5 Eine Kriegskontribution in Belgien. Brüssel, 13. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der Gene⸗ ralgouverneur hat folgenden Befehl erlassen: g In Gemäßheit des Artikels 49 des Haager Abkommens be⸗ treffend die Ordnung der Gebräuche und Gesetze des Landkrieges wird hierdurch der belgischen Bevölkerung bis auf weiteres zu den Kosten der Bedürfnisse des Heeres und der Verwaltung des besetzten Gebietes eine Kriegskonttibution in Höhe von monatlich 40 Millionen auferlegt. Der deutschen Ver⸗ waltung bleibt das Recht vorbehalten, die Aus zahlung der monat⸗ lichen Raten ganz oder teilweise in deutschem Geld zum Um⸗ rechnungskurse von 80 Mark für 100 Franken einzufordern. Die Verpflichtung zur Zahlung liegt den neun Provinzen Bel⸗ Noten ob, die für die geschuldeten Beträge als Gesamtschuldner aften. Die 1 1 der ersten Rate hat spätestens bis zum 10. D er 1915, die der folgenden jeweils bis zum 10, eines jeden Monats an die Feldkriegskasse des Kaiserlichen General⸗ gouvernements in Brüssel zu erfolgen. Werden zur Beschaffung 920 1 51 60 der 1 5 gestellt, so bestim ren Form u aiserli neralkommissar für Banken 11 Belgien. Aus China.. London, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich)„Daily Telegraph“ meldet aus Peking: Die Antwortnote der chinesischen Regierung an die Alliierten besagt, daß die Frage der Wiederherstel« lung der Monarchie bis auf weiteres hinaus ge cho⸗ ben ist. 5 Der Seekrieg. Die Versenkung der„Ancona“, Amtliche Darstellung des Flottenkommandos. Wien, 13. Nov(WTB. Nichtamtlich.) Nachtrag zum Com⸗ muniqué vom 13. November. 5 Ereignisse zur See. 5 Ueber die Versenkung des italienischen Dampfers„Ancona“ werden, wie nicht anders zu erwarten, von der feindlichen Presse ebenso verhetzende wie unwahre Darstellungen verbreitet. Sachverhalt ist kurz folgender: Das Unterseeboot gab einen Warnungsschuß vor dem Bug des Dampfers ab, worauf dieser in voller Fahrt floh Dabei befolgte er die bei Kriegsausbruch allen italienischen Dampfern auf amtlichem Wege erteilte Weisung, bei Anhaltung durch ein feindliches U⸗Boot je nach dessen Position entweder s0 fliehen oder das U⸗Boot an⸗ pie u Der fliehende Dampfer wurde von dem U-Boot ver⸗ folgt und beschossen und stoppte erst, nachdem er einige Treffer erhalten hatte. Zum Verlassen des Schiffes, auf dem die größte Panik herrschte. wurden 45 Minuten gewährt. ennoch wurde nur ein Teil der Boote herabgelassen und besetzt und zwar hauptsächlich von Personen der Schiffsbemannung, die mit den ersten Booten eiligst weitab ruderten. Ein großer Teil der Boote, die wahrscheinlich 1 1 Rettung aller ügt hätten, blieb unbesetzt. Nach zirka 50 Minuten mußte das hrzeug vor einem sich rasch nähernden Fahrzeug wegtauchen und korpedierte den Dampfer, der erst nach weiteren 45 Minuten sank Wenn dabei viele Passagiere das Leben verloren, so liegt die Schuld nur an der Besatzung, weil der Dampfer, anstatt auf den War⸗ nungsschuß zu stoppen floh und dadurch das U⸗Boot zum Schießen zwang, und weil die Besatzung nur an die eigene und nicht 8 0 Rettung der Passagiere dachte, wozu reichlich Zeit und Mittel vor⸗ 115 75 waren. Daß das U-Boot auf die Rettungs“ vote und die im asser Schwimmenden geschossen hätte, ist eine tendenziöse Erfin⸗ Mar schon weil für die U⸗Boote die Munition viel zu kostbar i Nachdem der Dampfer stillstand, wurde natürlich kein Schuß mehr abgefeuert. Flottenkommando. Rom, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Der„Messaggero“ meldet: Nach den von der Auswanderungsbehörde überprüf en An⸗ gaben wurden von den 507 Fahrgästen und Mannschaften der z Ancona“ 299 gerettet. Die Zahl der an Bord befindlichen Amerikaner betrug 10, wovon einer gerettet ist. ö *. Rom 13. Nov.(WT. Nichtamtlich) Meldung der Agenzia Stefani: Der Da 11 9 5 Sociein Marittima Italiana ist auf der 8 nach Port Said von einem Unterseeboot mit österreich⸗ungarischer F. 00 3 rsenkt worden. Den sofort estellten Nachforschun⸗ gen ebe wurden 96 Mann der Besatzung und 27 Reisende gerettet, während 15 Mann der Besatzung und 6 Passagiere vermißt werden. Rom, 14. Nov.(WTB. Nichtamtl.) Meldung der„Agenzia Stefani“. Nachrichten aus Kreta be agen, daß der Dampfer „Besnia“(2561 Tonnen) der Navigazione Generale Italiana bei der kleinen Insel Cande südlich Kreta 25 ein U-Boot mit . Flagge versenkt worden ist De Be satzu g und ie Insel erreicht haben. Das vierte Boot wird gesucht. London, 13. Nov.* Nichtamtlich.) Meldun des Reuterschen Bureaus. Der britische Dampfer„Den o Crombie“ ist versenkt worden. Die Besatzung wurde 175 Die Admiralität teilt mit, daß das britische „Boot„E 20“% das im Marmarameer Dienst getan hat, 05 dem 30. Oktober nichts von sich hören ließ Man fürchtet, aß es versenkt wurde. Der Feind meldet in einer drahtlosen Depesche, daß drei Offiziere und sechs Mann von der Besatzung gefangen sind. 0 London, 13. Nov. echte Nichtamtlich.) Lloyds meldet aus Grimsby: Man fürchtet, daß das Fischerfahrzeug „Rosedale“ auf eine Mine gelaufen, gesunken und die Besatzung von 10 Mann ertrunken ist.— Lloyds meldet weiter: Der britische Dampfer„Moorfide“(117 Tonnen) ist versenkt worden; ein Mann der Besatzung wurde gerettet. London, 14. Nov.(WTB Nichtamtlich.)„Lloyds“ be⸗ richtet: Der britische Dampfer„Sir Richard Awdry“ ist versenkt worden. a — 2 Aus Stadt und Cand. * Gießen, 15. November 1915. Sutherabend des Evangelischen Bundes. Am 1 November, abends, hatte sich die Stadtkirche auf Einladung des hiesigen Zweigvereins des Evangelischen Bundes mit einer zahlreichen Hörer⸗ schar gefüllt. Die Chorschule unter Leitung des Organisten Görlach eröffnete den Abend mit einer Jolie f ein⸗ studierten Darbietung, der nachher noch eine zweite folgte. Anstelle des von seiner Verwundung noch nicht hergestellten Vorsitzenden 11 D. Schmoll begrüßte Prof. D. Schian die Versammlung mit einer kurzen Ansprache, in der er die . eines Lutherabends in der Kriegszeit begrün⸗ Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag von Geh. Kirchenrat Prof. D. Eck über„Deutsche und englische Refor⸗ mation“. Wie gegenwärtig, so stand auch im 16. Jahrhundert Deutschland im Mittelpunkt der e hte: durch Luther. Die ganze Welt Europas hat 85 5 durch sein Wort in Bewegung gesetzt. Auch England! England ist im eichen des Protestantismus groß geworden; das beweist eine politische wie seine kulturelle Geschichte. England stand auf der Höhe zu einer Zeit, in der Deutschland in kiefer Not darniederlag. Zu verstehen ist das nicht bloß aus äußeren Zusammenhängen; das Wesen der deutschen Refor⸗ mation trug dazu bei. Luther wies es allezeit weit ab, das Wort, das Evangelium zu vermengen mit politischer Macht. Anders in England. Dort hat nicht ein Mann aus heißem seelischen Ringen heraus das Evangelium verkündet; ein König, der um einer anderen Frau willen seine Ehe gelöst haben will, führt die Reformation ein; sich selbst macht er zum obersten Haupt der neuen englischen Kirche. Das Evan⸗ lium steht in England auch zu Zeiten der Königin Elisa⸗ beth im Dienst der Politik; und in Oliver Cromwell sind Glaube und Politik engstens verbunden. So durchzieht denn auch die englische Kirche eine merkwürdige Art äußer⸗ licher Frömmigkeit; von oben herab ist vieles in der Kirche gemacht. Sollen wir also bloß klagen, weil Deutschland politisch an der Art Luthers schwer zu tragen hatte? Wir danken dennoch dafür, daß wir das Evangelium rein von solcher Vermengung erhalten haben. Und— das englische Volk 1 seiner Entwicklun nicht so erzogen worden wie das tsche. Von innen wachsen ist das deutsche Volk gelehrt worden; das danken wir der deutschen Refor⸗ mation. Die Versammlung sang nach dem Vortrag zwei Verse von„Ein feste Burg“, und Prof. D. Schian schloß mit einem kurzen Wort des Dankes den wohlgelungenen Abend. Deutsche Kriegsgefangenen⸗Fürsorge. — Frankfurt a. M., 14. Nov. Kürzlich fand hier im enen eine Sitzung des Ausschusses für Deutsche Kriegs⸗ efangene statt, an der etwa 100 Vertreter der sämtlichen mit der Frankfurter Zentrale in Arbeitsgemeinschaft stehenden Ausschüsse von Bayern, Württemberg, Baden, Hessen, der Rheinprovinz und Hes en⸗Nassau teilnahmen.. nahmen Vertreter der zu⸗ ständigen Kriegsministerien, des 18. Armeekorps und des Zentral⸗ vereins vom Roten Kreuz an den Verhandlungen teil. Den Vor⸗ sitz führte Finanzminister Dr. Braun(Darmstadt) Zunächst ttete Heinrich Lismann einen Bericht über die ihm unterstehende hiesige Zentrale Nunmehr ist für ganz Deutsch⸗ land bezüglich der Vermißtennachforschung eine einzige Arbeits⸗ emeinschaft unter Führung der 1 5 5 in Frankfurt und Ham⸗ 455 gebildet worden. Große Erfolge wurden durch die Kame⸗ raden⸗Nachforschung erzielt. Die hiesige Zentrale konnte bisher über 20 000 Fälle aufklären, darunter befanden. sich 2000 Feststellungen über den Tod des Vermißten, Der tägliche Eingang beträgt über 1000 Briefe, der tägliche Ausgang 600, außerdem werden 5—600 durch Rundschreiben erledigt. Die Na⸗ menskartothek enthält 110 000 Karten, die nach Regimentern ge⸗ ordnete Kartothek 100 000. In letzter Zeit werden täglich durch⸗ schnittlich in England 50, in Rußland und in Frankreich 300 Fälle aufgeklärt. Bei der Zentrale sind 160 Personen beschäftigt. Der Leiter der Hamburger Zentrale. richtete über die sehr schwierige Nachforschungsarbeit in Rußland. Hier versage die Organisation. Die Liebesgabensendungen dagegen gehen in Rußland jetzt regelmäßig ein. Ueber seine im allgemeinen guten Erfahrungen in Frankreich berichtete E. TCapitain(Stutt⸗ ha gart). Ueber die Weihnachtsversorgung unserer Gefangenen sprach Geheimrat Dr. Leo Gans(Frankfurt). Für die Sendungen nach Frankreich sind 500 000 Mark erforderlich. eber die Kassenverhältnisse verbreitete sich schließ⸗ lich noch Herr Lis mann. In die Kassen beider Zentralen flossen 900 000 Mark., an Unterstützungen gewährte man bisher 600 000 Mark. Der Wert der nach Rußland gesandten Liebesgaben beläuft sich auf 4½ Millionen Mark, eine durch besondere Sammlungen aufgebrachte Summe. 4 % Auszeichnung. Dem Ersatz⸗Reservisten Emil Wolff vom Infanterie ⸗Regiment 116, aus Gießen, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. * Weihnachtsfeier in den Lazaretten. Um unsere Verwundeten in den Lazaretten mit einer Weih⸗ nachtsgabe beschenken zu können, hat der Vorstand des Landesvereins beschlossen, für jeden während der Weihnachts⸗ tage in einem hessischen Lazarett befindlichen Ver⸗ wundeten einen bestimmten ansehnlichen Betrag zu bewil⸗ ligen. Für die in hiesigen Lazaretten befindlichen Ver⸗ wundeten wird das hiesige Rote Kreuz noch eine Beisteuer, berechnet nach der Bettenzahl, geben. Außerdem werden noch 1 Liebesgaben, die dem Roten Kreuz zu diesem Zweck gespendet 5 1 ahrgäste gingen in vier Booten, von denen drei bisher die Bo Rudolf Petersen, be⸗ werden, gleichmäßig auf die Lazarette verteilt. Es sou ba— durch eine ungleichmäßige Versorgung der einzelwen Laza⸗ rette vermieden werden, wie sie im vergangenen Jahre da⸗ durch eingetreten ist, daß viele Gaben direkt an die Lazarette gegeben wurden. Im Stadttheater hatte gestern abend die über drei Menschenalter sich erstreckende Posse„Hie einst im Mai“ trot ihrer Geläufigkeit wieder einmal starke, magnetische Wirkunge⸗ ausgeübt. Man schöpfte auf der Bühne ziemlich lebhaft aus den llen, was ja bei der Anhäufung von allem, was tanzend, 1 und lachend vorgebracht werden kann, nicht allzu schwer f ällt. Von den neuen Kräften bewährten sich recht gut Hertha Zondervan, Arthur 91 4, Ernst Theiling; den größten Lacherfolg hatte natürlich Rudolf Goll in seiner Roll beh. e busalen. Das Publikum unterhielt sich anscheinend aufs Oeffentliche Sammlungen. Immer wieder werden Klagen laut, daß Betrüger die Zeitlage und die Un⸗ erfahrenheit der Bevölkerung ausnützen und angeblich für wohltätige Zwecke, tatsächlich aber in ihre eigene Tasche sammeln. Erst vor kurzem hat das Polizeiamt eine Bekanntmachung erlassen und darauf hingewiesen, daß alle 1 55 Sammlungen polizei sich genehmigt sein müssen und daß alle Personen, welche öffentliche Samm⸗ lungen vornehmen, mit einem polizeilichen Aus⸗ weise versehen sein müssen. Die Vevö terung sei auch an dieser Stelle auf die bestehenden Bestimmungen hingewiesen. Es wird empfohlen, sich in allen Fällen sowohl die Ge⸗ nehmigung zur Veranstaltung der Sammlung als auch den Ausweis für die betr. Person zur Vornahme der Sammlung vorzeigen zu lassen. Wenn solche Bescheinigungen nicht vor⸗ gezeigt werden können, ist es zweckmäßig, die Polizei alsbald zu benachrichtigen, damit diese die sammeln⸗ den Personen sogleich revidieren kann. Türkische Sprache. Für das an der Landes⸗ Universität von Professor Dr. Paul Kahle gehaltene Kolleg für türkische Sprache haben sich bisher schon 70 Hörer angemeldet. Infolgedessen wuß die Vorlesung in 2 50 Ab⸗ teilungen stattfinden. Für jede Abteilung ist außerdem noch eine Uebungsstunde festgesetzt. Die Hörer setzen sich zusam⸗ men aus Medizinern, Universitäts⸗Professoren, Rechts⸗ anwälten, Lehramtsassessoren, Banlbeamten, Kaufleuten, Volksschullehrern usw. Auch Frauen haben sich beteiligt. An der Aliceschule wird, einem mehrfach aus⸗ gesprochenen Wunsche ol end, am Samstag, den 20. ds. Wts,, ein Kunstaewerblicher Kursus beginnen, eine Anleitung in Entwurf und Ausführung von Gegenständen auf dem Gebiete der Nadelarbeit, der sich auf 16 Samstaa-Nachmwittage von je zwei Stunden erstrecken soll. Schmidt, der Leiterin des Handarbeitsseminars die zur näheren Auskunft im Schulhause, Steinstraße 1, gerne bereit ist. „* Wechsel in der Leitung des Konsumper⸗ eins. Der Mitbegründer und bisherige Leiter des Gießener Konsumvereins, M. Keßler, hat diese seit dem Bestehen des Vereins innegehabte Stellung freiwillig auf⸗ des B Keßler war als Buchdrucker 15 Jahre hindurch in er Brühlschen Druckerei tätig. Er hat anfänglich den Kon⸗ sumverein mehrere Jahre im Nebenamt geleitet und trat 1907 aus der Brühlschen Druckerei aus, um seine ganze Kraft dem genossenschaftlichen Unternehmen zu widmen, das unter seiner 8. eine 5 steigende Entwicklun enommen hat. Keßler betrachtete den genossenschaftlichen ee von Verbrauchern nicht etwa als 158 um den Handel und das Gewerbe durch eine ungesunde Unterbietung zu ruinieren, sondern als den Faktor, der am besten imstande ist, eine gesunde. aller Ar⸗ tikel des Verbrauchs herbeizuführen. Keßler ill wieder in sein altes Fach, das Buchdruckergewerbe, zurückgekehrt; er hat eine Stellung am Niederrhein angenommen. In Gießen hat der Geschiedene viele Freunde unter den Mitgliedern des Konsumvereins sowohl wie unter der Geschäftswelt und der Bürgerschaft zurückgelassen. * Diebstähle. Der hiesigen Polizei gelang es, einen schon vielfach vorbestraften Menschen zu ermitteln, der in letzter 175 in hiesiger Stadt verschiedene Diebstähle ausgeführt hat. it Vorliebe hat er die Hasenbesitzer heimgesucht, auch Wäsche usw. 192 er mitgehen heißen. Von zweien solcher Stallhasen, die von arbe grau wie Feldhasen sind, sucht man noch den Eigentümer, duch wird noch der Eigentümer von einem weißen Frauen hemd mit Achselschluß gesucht, das offenbar aus einem größeren Wäsche⸗ diebstahl herrührt und aus einem Garten der Häuser in Klein⸗ Linden an dem Viadukt nach Gießen zu stammen soll. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei entgegen.— Aus den Hausgängen verschiedener hiesiger Wirtschaften wurden in den letzten Tagen Hemden, Strümpfe, Schürzen, Taschentücher, Hand⸗ tücher, Kragen, Manschetten, Herrenstiefel, Kinderstiefel, Schinken, Butter, Rehfleisch usw gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen nimmt ebenfalls die Polizei entgegen. 1* Pferdebversteigerung. Donnerstag, den 18. No⸗ vember, vormittags 10 Uhr kommen auf dem Pferdemarktplatz in Darmstadt 18 kriegsunbrauchbare Pferde, sowie 1 Maultier zur e e Zur Versteigerung werden nur hessische Landwirte zugelassen, die sich verpflichten, die Tiere in ihrem Betriebe u verwenden und sie während der Kriegszeit nicht zu verkaufen. ie Versteigerung erfolgt gegen Barzahlung. Anschließend an diese Versteigerung kommen 2 belgische Fohlen zum Verkauf. * Eintausendjähriges Dorf. Aus Marburg schreibt man uns: Es dürfte nicht viele Dörfer im deutschen Vaterlande geben, die auf ein geschichtlich nachweisbares Bestehen von tausend ahren zurückblicken können. Das Dorf Breidenbach im eise Biedenkopf, bekannt durch seine alten Volksbräuche und schönen, kleidsamen, farbenprächtigen Trachten, schaut auf ein über tausendjähriges Bestehen zurück. Gegründet wurde das Dorf durch den Herzog Eberhard von Franken, dem Bruder des Königs Konrad I., des Begründers der Stadt Kassel, der im oberen Lahntale seine Hausmacht hatte und in dessen Nach⸗ barschaft der Herzog Eberhard seinen Perfgau besaß. Die es Gau⸗ rafenamt ging an die Grafen von Wittgenstein, die später in assel eine große Rolle spielten, über, wurde im 17. Jahrhundert hessisch und kam 1866 zu Preußen. Juteressant ist, daß sich das Dorf in seinen Grundzügen noch so wie bei der Gründung erhalten at. Zur Zeit des dreißigjährigen Krieges hatte das damals sehr reiche Dorf schwer zu leiden, konnte trotzdem aber noch einige sehenswerte Frankenbauten aus der ganz alten Zeit ins 20. Jahr⸗ hundert hinüberretten. Landkreis Gießen. 8. Lollar, 15. Nov. Briesträger Dörrhofer blickt heute auf seine 25jährlge Tätigkeit im Dienste der Post zurück. Er hat sich durch sein freundliches und gesälliges Wesen im Publi— kum und in seinem Bekanntenkreise viele Freunde gemacht. m. Allendorf a. d. Lda., 15. Nov. Gestern abend fand hier in Ransts Saal ein zahlreich besuchter Gemeindeabend statt Dr. Kunz eröffnete und leitete die Versammlung. Lazarett-In⸗ pektor Pfarrer Stallmann aus Köntgsberg, der zurzeit hier bet seinen Eltern in Erholungsurlaub weilt, hielt einen fünsviertel- stündigen fesselnden Vortrag über seine Erlebnisse auf dem öst— lichen Kriegsschauplatze. Weitere Anspracheu hielten Dr. Kunz und Piarrer Mickel. O Grünberg, 14. Nov. Aehnlich wie im vorigen Jahre sollen auch dieses Jahr die im Felde stehenden Krieger aus Grün- berg mit einem Werhnachtspakete bedacht werden. Während nun letzte Weihnachten nur etwas über 100 Pakete zum Versand kamen, gilt es diesmal, ungefähr 250 Pakete abzusenden. Wenn nun durch diese erhöhte Zahl der Inhalt der einzelnen Pakete nicht so reichhaltig sein wird wie voriges Jahr, so sollen doch solche Patete, die an bedürstige Krieger gehen, besser aus⸗ Der Kursas wird gehalten von Fräulein. 9 As greisers zu erwehren. gestattet werden als die übrigen. Durch eine kürzlich abgehattene baussammlung sowie einen von der Stadt in Aussicht geslellten Beitrag hofft man, genügend Mittel zur Aus rüstung der Pakete eisammen zu haben. In Galizien starb fürs Vaterland Mus- kettier Karl Frank, Sohn des Landwirts Hermann Frank von her. Derselbe war erst im September dieses Jahres ins Feld ausgerückt, wurde kürzlich durch einen Bauchschuß verwundet und man den Folgen dieser Berletzung gestorben. . Climbach, 14. Nov. Das älteste der beiden Kinder, die sich kürzlich im Transformatorenhaus schwere Verletzungen zuzogen, ist in der Klinik zu Gießen seinen Verletzungen er⸗ egen. Bei dem jüngeren besteht die Hoffnung, daß es mit dem Leben davonkommt.— Der Krieg hat bis jetzt aus unserer Ge⸗ meinde vier Todesopfer gefordert. In russischer Gefangenschaft befindet sich ein Gemeindeangehöriger. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurden bis jetzt ausgezeichnet Ludwig Leyerer, Offi⸗ zierstellvertreter, Heinrich Konrad und Wilhelm Wißner. Kreis Büdingen. — Büdingen 14. Nov. Zur Linderung der wirtschaitlichen Notlage bedürstiger hissiser Familien übersandte Frau Emma ilches aus New Pork der Bürgermeistesen einen größeren Geldbetrag. Die Spenderin ist eine geborene Büdingerin. ho. Nidda, 14. Nov. Gestern waren 25 Jahre verflossen. seit Pfarrer Werner sein Amt hier antrat. Er war 11 Jahre zweiter Pfarrer und erster Pfarrer. Der Kirchenvorstand brachten ihre Glückwünsche dar. z Berstadt, 13. Nov. Den Heldentod starb im Westen der Ersatzre ervist Wertert im Inkanterie- Regiment 80. ib Usenborn, 13. Nov. Tie Hessische Tapferkelts⸗ medaille erhielt der Leutnant Werner Luzius im Pionier⸗ Bataillon 16. r Himbach, 13. Nov. Westen der Musketier Mayer. A Bergheim, 13. Nov. Im Kampfe fürs Vaterland sta vb der Wehrmann Franz. Kreis Alsfeld. it Ruhlkirchen, 13. ov. Das Eiserne Kreuz und die Hessische Tavferkeitsmedaille erhielt der Lehrer Erler, Sergeant im Landwehr-Infanterie-Regiment 11e. Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach a. M., 15. Nov. Zu einer Bluttat kam es in der Sonntagnacht kurz nach 12 Uhr in der Biebererstraße. Dort waren mehrere junge Burschen offenbar nach reichlichem Al⸗ koholgenuß aus geringfügigem Anlaß in Streit geraten, wobei das Messer eine große Rolle ⸗spielte. Daber wurde der 18jährige Josef Witzler durch Messerstiche in den Rücken schwer verletzt. Er wurde in bewußtlosem Zustande ins städtische Krankenhaus verbracht. Der Messerheld wurde verhaftet. Kreis Wetzlar. ra. Kinzenbach, 14. Nov. Der Unternehmer Philipp Mandler starb am 30. Oktober im Gefecht bei Tahure den Ehrentod. Der Verlust ist um so schwerer, als es sich um einen Familienvater mit vier Kindern handelt. Aus unserer Gemeinde 1 sind im Weltkriege bis jetzt schon 11 brave Söhne gefallen. und Stadtvorstand Insolge eines Unfalles starb im Hessen⸗Nassau. = Frankfurt a. M., 14. Nov. Im Biegwald wurde ein unbekannter Mann, wahrscheinlich ein russischer Kriegs- gefangener, von dem Feldsbützen Fuchs angehalten und sestgenommen. Auf dem Wege nach der Polizei riß der Fremde dem Schützen den Hirschfänger aus der Scheide und versuchte seinen Gegner zu ersechen. Doch gelang es Fuchs, sich des Dieser floh unter Zurücklassung eines großen Bündels Kleidungsstücke und konnte bisher nicht ergriffen werden. Büchertisch. — Napoleon. Erzählung von Karl Sternheim. drei Original⸗Lithographien von Ottomar Starke. Neunzehnter Band der Bücherei„Der jüngste Tag“, Leipzig, Kurt Wolff Ver⸗ laa.— Mk 0.80.— Sein dramatisches Werk ergänzt Sternheim mit einer Reihe von Erzählungen, deren zweite,„Napoleon“, mit drei Steindrucken von Oitomar Starke geschmückt, eben zur Ausgabe ge- langt. Der Namensbruder des Eroberers ist ein Genie der Koch- Mit kunst, das Welt und Leben vom Standpunkte des Magens wertet und mit seiner Philosophie einer gastronomischen Energetik Schiff- bruch erleidet, denn die großen Fresser sind nicht, wie er möchte, auch die großen g elster. Cine verdorbene Welt zwingt ihn, den großen Künstler der Küche, zu Fälschungen und Surrogaten. Ohne Verbitterung endet Napoleon als alter Kellner, dankt der Sonne. die ihn bescheint, wird ein Weiser. Tie meisterhaste Erzählung Sternheims wird seiner Kunst neue Freunde gewinnen. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 16. Nov. 1915: Vorwiegend heiter und trocken, kalt. Letzte Nachrichten. Die dritte Isonzoschlacht von den Oesterreichern gewonnen. Berlin, 15. Nov. Der 1 der„Berliner Mor⸗ enpost“ meldet aus dem K. K. egspressequartier, daß der Führer der Isonzoschlacht, General von Boröpic, den Kriegs⸗ be 5 1 1 erklärt habe, daß die dritte Isonzoschlacht ge⸗ wofnen sei. Die Front bei Dünaburg und Riga. Kristiania, 15. Nov. In einem Bericht aus Peters⸗ burg, der vom Hauptquartier er Nordarmee gedrahtet wird, heißt es, daß bereits starke Kälte herrscht und Schnee gefallen ist. Die Nordabteilung der Armee Ruß ku befindet sich inmitten von Schnee und Eis, während die Abteilungen vor Dünaburg und Riga abwechselnd Kälte und Tauwetter haben. Die allzufrühe Ankunft des Winters habe den russischen Kriegs⸗ plänen keinen Abbruch getan. Das Abschneiden der Eisenbahn Riga— Dünaburg habe die Zufuhr 12 7 verhindern können. Die Russen hätten die deutsche Front südlich Riga zurückgeworfen und trieben jetzt einen Keil in das Zentrum der Truppen, so daß die Russen auch die deutschen Linien westlich Dünaburg bedrohen. Der Eisenbahndienst hinter der russischen Front funktionierte gut. Alle Flüchtlinge würden weggeschafft und selbst der gewöhnliche Passagierverkehr sei keinen Verzögerungen ausgesetzt. Die Armee des 8 Iwanoff meldet, daß sie in den letzten 10 Wochen in Wolhynien 125 000 Gefangene gemacht habe.(Das sind Tröstun⸗ gen, wie wir sie von der russischen Stimmungsmache gewohnt sind.) Die Schiffbarmachung der Mosel. Metz, 15. Nov. Die„Metzer Zeitung“ meldet von zuver⸗ lässiger Seite, daß die Schiffbarmachung der Mosel be⸗ schlossene Sache sei. Metz werde einen großen Hafen erhalten. Beschießung griechischer Städte durch die Flotte der Alliierten. Athen, 15. Nov. Die Griechen sind sehr empört über das Bombardement der griechischen Stadt Aivali und der Ortschaft Montschali durch einige englische Kreu⸗ er und Wierer un und wodurch eine Anzahl griechi⸗ scher Personen getötet und erheblicher Sachschaden angerich⸗ tet wurde. Bei der Beschießung wurden mehrere, Griechen gehörende Gebäude in Brand geschossen. Brandbomben, die von den Fliegern geworfen wurden, zerstörten viele Häuser, daruner auch das Zollhaus. Das Beste O dol zur Zahnpflege ist jetzt 14 Jahre 8 Todes⸗Anzeige. d Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern nachmittag 4 Uhr meinen innigst⸗ geliebten Gatten, den treusorgenden Vater seiner Kinder, unseren lieben Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Noll Schneider im Alter von 48 Jahren nach langem, schwerem Leiden zu sich zu rufen. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Frau Anng Noll, geb. Ruppert, und Kinder. Gießen(Kreuzplatz 11), den 14 Nov. 1915. Die Beerdigung findet Mittwoch, nachm. 31 Uhr, von der Kapelle des neuen„riedhofs aus star. Am Mittwoch, den 10. November verschted nach kurzem, aber schwerem Leiden unser lieber Kamerad Fritz Urban. Wir werden ihm stets ein ebrendes Andenken bewahren. Marine⸗berein. Gießen, den 15. November 1915. 8945 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass mein lieber Gatte, unser guter, treu- sorgender Vater, Schwiegervater und Grossvater Wilhelm Schmidt Metzgermeister infolge Blutvergiftung nach schwerem Leiden sanft ent- schlalen ist. 8957 Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Schmidt Famille Gans Famille Scheld. Grossen-Buseck, den 13. November 1915. 5 Heute morgen 7 Uhr verschied sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere liebe Tochter und Schwester Else Judt im Alter von 16 Jahren. 0 8927 Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. November, nachmittags ½ 4 Uhr, in Grossen-Buseck statt. Gießen(Alicestr. 25), nachmittags 3 Uhr statt. In tiefer Trauer: Th. Judt und Frau. Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. 5 den 14. Nov. 1915. i 50 5 4 Anteilnahme bei schweren Verlust sagen herzlichsten Dank. M. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher dem uns betroffenen Gießen, 15. November 1915. wir hiermit unsern 8947 Urban Ww. 1831 IT. Eine größere Partie Damen-Wäsche wie Taghemden. Nachthemden- Beinkleider- Jacken tells trüb geworden 18924 a] Errichtet Sommerunterricht 2. pril. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: August Volk. Fronhausen, den 15. November 1915. N Hochbau ae Reifeprüfung. tells Rest-Bestände * im Preise zurückgesetzt! Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste sagt innigsten Dank 5 „ erzogl. Braunschw. Baugewerkscaust noten Lief bau Winterunterricht 15. Oktober. — idcichberechtigt mit den Königl. Preuß. Baugewerkschulen. 08178 e I Eff. Ulrektor C. haarmanmn 3 ll 5 n N 0 Marktstr. ur latile Neuheilen „ IV Velour- und Völpelformen sowie auf Formen und Hüte, sämtliche Putzzutaten 20 Prozent. — 2 nur gute Qual., Wert bi Mk. 1250 bett Mk. nur Ia. Qual., Wert bis Mk. 15.00„fetzt Mk. ganz weiche Qual., Wert bis Mk. 22.00.. jetzt Mk. in besten Qual., Wert bis Mk. 25.00 jetzt Mk. Aubergenöbnleg Bibges Dnterpreis- gebot Damen- Hüten. Es ist mir gelungen, Rest- zu erwerben und gebe ich dieselb bestände von Damenhüten ren nachstehend enorm billigen Preisen ab: Serie] Velour- und Völpelformen „ II Velour- und Völpelformen „ Ill Velour- und Völpelformen 5.75 8.75 12.75 1 1985 295 Vielefrtikel welche einen vielhöherenwertrepräsentieren, kommenz. Verkauf 4.75 Ganz besondere Vorteile bieten lhnen die augenblicklich stattfindenden Serien-Tage 85 JIu haber: bat am 11. Mai 1915 begonnen. RNäsdere Auskunf eröffnet am Montag, den 15. November, einen Gott schenke ihm seine selige Ruh. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen die Firma: Geschw. Student, Gießen. Betty Student und Jenny Student, beide zu Gießen. Die offene Handelsgesellschaft Gießen, den 12. November 1915. Großherzogliches Amtsgericht. Alsbaldige Lieferung von mehreren Hundert Wolldecken(Woilachs) und von Bezügen für Strohsacke zu vergeben. Schriftliche Angebote bis zum 18. d. Mts. unter 8936 D an den Gießener Anzeiger erbeten. 2— Aliee⸗Schule. Am 6. Dezember beginnen neue Viertellabrskurse in Kochen, Schneidern. Weißzeugnähen, Sticken, Bügeln. Letzter Anmeldesermin am 4. Dezember im Schulhaus Steinstraße 10. Prospekte gratis. Ein Kunstgewerblicher 8929 B Fursus(Anleitung in Emwurf und Ausführung von Gegenständen auf dem Gebiet der Nadelarbeit) findet an [1 Samstag⸗Nachmittagen statt. Anfang am 20. November. im Schulhaus. der Allgemeine Deutsche Frauenverein nahrhaften, ausreichenden Mittagstisch für Frauen, Mädchen und Kinder in„Hessiscen Hof“, Eingang Alitestraße. Anmeldungen werden am 12. und 13. November daselbst angenommen. Der Preis beträgt: Tageskarte 60 pfennig, Speisezeit von 12 bis 2 Uhr. 8824 D Das Essen wird auch über die Straße abgegeben 2 5 in tadellos frischester Ware soeben eingetroffen u. billigt bei August Wallenfels Lolonialwaxen, Delikatessen und Weinhandlung 5316 Telephon 262 Gießen Marktplatz 17. Bestellungen erbitte nur frühzeitig. 4 Kirschbäume auch nach Angabe geschnitten werden, sowie Qualttät. Zu haben bei Georg Schubecker, un game; Gießen. 8943 ö Kriegsmittagstisc Wochentarte 3 Mt. 50 Pfg. Prima feinste holländische 9 Schellfische u. Kabsiau; 3 Festmeter haltend, gesund, verkauft. Dieselben können zirka 7,00 ebm Kiefernholz trocken, 28, 35, 45, 50 Millimeter stark, geschnitten, prima 1 Gesichts. susschlaq, Pickel, Misesser, Flechten ver⸗ schwinden meist sehr schnell, wenn man den Schaum von Zucher's Patent-Medi- zinal- Seife in drei S är⸗ ken, à 60 Pf.. 1.— u. M. 1.50) abds. eintrockn, läßt. Schaum erst morgens abwaschen u. mit Zucooh- Creme(60 und 85 Pf.) nachstreichen. Groß⸗ artige Wirkung v. Tausenden bestäligt. In d. Universitts⸗ Apotheke, Hirsch⸗Avotheke, e „Kilbinger, O. aaf. C. Karn, Erust Noll. W. Shrader, Otto Winterhoff und Ed. Guth, Drogerien. BINDEADEN IN ALLEN STARKEN E. DOEMLING GIESSEN u Eine Erlösung für eden istuns. 8 gesetzlich gesch. Spranzband Konkurrenzlos 5 dastebend. Obne Feder, ohne Gummk⸗ band, obne Schenkelriemen. Verl. Sie aratis Prosp.(71 Die Erfinder: Gebr. Spranz, Unterkochen 62 Württemb.) Kriegsfürsorge i Pe- Lottes ur Dichter, Schriftsteller 0 und lournallsten. cekae Aaszadng ler einne in bar!“ 11651 Fear-Geldgewinne M. hievon werden sofort ausbezanit M. 5000 lerner 6 Prämlen, zus. M. 10000 F brdmienzlehung 2. Deib. 1917 Losbriefe 2 MI. 1.0 Porto u. Liste 30 Pig. extre bel der Generel- Agentur? Helnrich u. Hugo Marx, Munchen, Maffelstrape 4% u ellen Losverkaulsstellen. 85 8925880 f Pulver frisch eingetr. El- Adler-Drogerle, Sel- tersweg 39, Otto Schaal. s Fluß- u. Seefische 8— 7 ellerauer Jiabeln Ztr. 25 Mk. bat abzugeben, so lange Vorrat rescht 06176 Heinr. Räuber, Bleichenbach. See% J. M. Schulhof Giessener Telephon 110.— Prompier Musik-Schule Versand nach auswarls. von C. u. G. Kruse 3 J. N 11 Nen 1 175 Lehrfächer: 15 2 r empfiehlt billigst— 5 1 0* 2 8 Verf anddof en und] Mad quge utter . Giessen. Rittergaase 63.[ Pappschachteln tic instruments. 5 Edgar Borrmann t 4 ve — 9280 P. n a Abendkurse wider 8 2 85 3 Feueranz 2 er 8— Abends. ee Falldeer den Olr.: Hermann Stelngoetter. Dienstag, 16. Novbr. 1915 abends 8 Uhr: 5. Dienstag-Abonn.⸗Vorstell. Gewöhnl. Preise(ermäßigt) „Ein Fallissement“ Schauspiel in 5 Aufzügen von jörnstjerne Björnson. Ende 11 Uhr. Mittwoch, 17. Nopbr. 1915 ir abends 7 Eleine Preise! Kleine Prelsel 5 Die fünf Frankfurter. Lustfpiel in 3 Akten von Carl Rößler. Ende ½ Uhr. ls Soldaten vom Feldwebel abwärts zahlen bei allen Vorstellungen auf 2 und 8. Sperrsitz nur balbe