Ur. 265 Erscheint laglich mit Ausnahme des Sonntags. weites Blatt Die„Sießener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den reis Siehen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen deit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. General⸗Anzeiger für O U 165. Jahrgang Der Save⸗Uebergang am T. u. 8. 10. 15. Schon lange waren unseve Vorbereitungen für einen Uebergang über die Save getroffen, jede Einzelheit war wohl erkundet und jede Möglichkeit in Betracht gezogen. Unsere Brigade sollte im Abschnitt Kirche Bezanija— Zuckerfabrik und 115 südlich Zemun— Eisenbahnbrücke den Uebergang machen. Das Regiment sollte sich zunächst in den Besitz der kleinen Zigeunerinsel setzen, die auf einem Damm erreicht werden konnte, während wir die Große Zigeuner⸗ insel nehmen sollten. Letzteres war eine äußerst schwierige Aufgabe. Jeder Mann wußte, daß die Insel stark besetzt war, daß drüben im Buschwerk ein zäher und gut schießender Gegner lauerte und daß Minen und andere Ueberraschungen während des Ueberganges auf ihn warteten. Trotzdem gingen unsere braven Kerls heran wie immer! Am 6. 10. 12 Uhr mitternachts stand das Regiment hinter dem Save⸗Damm bereit. 8 5 5 Inzwischen belegte unsere Artillerie die Festungswerke Bel⸗ grads, die Ufer der Save und die Inseln mit stärkstem Feuer. Unaufhörlich flogen die Granaten gegen die Höhen Belgrads, zer⸗ sprangen in dem Buschwerk der Juseln und zischten gegen die Ufer der Save. Detonation folgte auf Detonation! Punkt 1 Uhr 15 Minuten vormittags begannen die Minen⸗ werfer ihr Feuer und schleuderten Minen aller Größen gegen die die Inseln. Jetzt steigerte sich auch das Artilleriefeuer zu größter 5 Dumpf grollte der Donner in den Tälern der Donau und Save, hell zeichneten die durch die Luft fliegenden Geschosse ihre Bahn im Dunkel der Nacht wi Meeteore, und grell leuchteten die einschlagenden Granaten. Es war ein schaurig⸗schöner Anblick! 0 Jetzt war es Zeit, die Pontons, die im Galovica⸗Kanal ver⸗ steckt lagen, in die Save zu bringen. Leise trugen die wackeren Pioniere die Fahrzeuge über den Damm hinunter ans Wasser, und Lautlos bestiegen sie unsere Leute. a Pünktlich 2 Uhr 10 Minuten vormittags stießen die Pontons vom Ufer ab. Bis dahin hatte der Feind sich völlig still verhalten, und weder auf unser Artillerie- noch Minenfeuer irgendeine Ant- wort gegeben. Beinahe hatte es den Anschein, als ob er überhaupt nichd mehr da wäre.. Kaum näherten sich jedoch unsere Pontons der Insel, als sie von einem rasenden Infanteriefeuer überschüttet wurden. Gleich⸗ zeitig setzte die serbische Artillerie mit heftigem Feuer ein. Schnel⸗ ler arbeiteten die wackeren Pioniere in den Booten, vorwärts ehran an das Ufer! Trotzdem viele Pontons von Schüssen durch- bohrt versackten oder auf Minen liefen, trotzdem die Strömung manches Fahrzeug mit sich fortriß, trotzdem die landenden Leute durch 8 und Maschinengewehrfeuer schwere Ver⸗ Urste erlitten, unsere Helden drangen vorwärts und arbeiteten sich am Ufer empor.. urück kehrten die leeren Pontons, die ersten Leute ihrem Schicksal überlassend, bald kehrten sie vollbeladen wieder. So gelang es dem unvergleichlichen Heldenmute der Pioniere, nach und nach 6 Kompagnien und 3 Maschinengewehre hinüber zu schaffen— mehr ging nicht, da sowohl Menschen, wie Material zu Ende waren. 1 5 0 Fast sämtliche Ruderer waren tot oder verwundet, von den Pontons nicht ein einziges mehr gebrauchsfähig. Die Kompagnien drangen nun trotz heftigen Widerstandes der Serben im Handgemenge Mann gegen Mann durch das dichte Ufergestrüpp weiter und setzten sich in den Besitz zweier feindlicher Stellungen. Hier hielten sie zunächst an, da es zu schwierig war, im Dunkeln weiter vorzudringen. 8 Der Spaten arbeitete, und er arbeitete gründlich! Denn manches blutige Spatenblatt legte Zeugnis ab von seiner Ver⸗ wendbarkeit als Waffe. 8 Die Serben setzten sofort zum Gegenangriff an, um sich wie⸗ der in den Besitz der Insel zu setzen. Hin und her wogte der Kampf, fünfmal mußten die Unsrigen vor der Uebermacht zurück, aber immer wieder drangen sie vor und behaupteten sich schließlich in der erstgenommenen Stellung. zeiger e Mittwoch, 10. November 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S851, Schrist⸗ leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Unterdessen belegten die Serben den Strom, das Ufergelände und die Unterstützungen hinter dem Save⸗Damm mit schwereln Granatfeuer. Als der Morgen graute und man den Schauplatz der nächt⸗ lichen Tätigkeit überblicken konnte, war von unseren Helden auf der Insel nichts zu sehen. Tote nur lagen am Ufer, und hier und dort bewegte sich ein Verwundeter im Grase. Das heftige Gewehr⸗ feuer jedoch ließ vermuten, daß unsere Leute tapfer bei der Arbeit waren, und so war es auch! 5 Unsere Kompagnien hatten trotz der serbischen Ueberlegenheit ihr Vordringen fortgesetzt und waren bis fast an den Südrand der Insel gelangt. Dicht am Wasser hielten sich die Serben noch. Leider fing jetzt die Munition an knapp zu werden, so daß nur äußerst sparsam geschossen werden durfte. Die Serben, die die Schwäche unserer Leute erkannt hatten, versuchten sie zu um⸗ zingeln,— es gelang ihnen nicht. Von allen diesen Vorgängen hatte das übrige Regiment keine Ahnung. Abgeschnitten von den Kämpfen auf der Insel darch den Verlust der Boote war es nicht möglich, Meldungen oder Nach⸗ richten zu erlangen, oder Munition oder Verstärkungen hinüber⸗ zuschicken. Nur das Infanteriefeuer zeigte, daß unsere Leute schwer zu kämpfen hatten. Da gelang es am Nachmittag einem mutigen Offizier, mit einigen Leuten die Save zu durchschwimmen und Meldung von dem Stand des Gefechtes zu bringen. Mittels eines Pontons, das von einer anderen Division, die oberhalb überzugehen versuchte, abgetrieben war und von zwei Schwimmern herangeholt wurde, brachte man schleunigst Munition hinüber. Natürlich brannte das ganze Regiment, nachdem es von den Ereignissen auf der Insel gehört hatte, darauf, an den Feind zu kommen, aber erst gegen Abend konnte man darangehen, auf den notdürftig geflickten Pontons Truppen überzusetzen. Das 3. Ba⸗ taillon ging zuerst über, dann der Rest der anderen Bataillone. Als alles herüber war,— reichlich Munition war mitge⸗ nommen— faßte ein Bataillonsführer die übergesetzten Teile zu⸗ sammen und warf den Feind aus seiner letzten Stellung heraus. 6 Uhr vormittags war das östliche Drittel der Großen Zigeu⸗ nerinsel in unserem Besitz.; e Wunderbarerweise hatten die Serben eine Floßbrücke von der Insel zum anderen Ufer unversehrt gelassen, so daß die Mög⸗ lichkeit gegeben war, das andere Ufer zu erreichen. 5 5 Nachdem die Artillerie die serbischen Stellungen, die Gebäude der Saveufer unter Feuer genommen hatte, nachdem die unter der Brücke vorgefundenen Sprengkörper von einer Offizterspa⸗ trouille beseitigt waren, griff das Regiment an und setzte sich um 5 Uhr nachmittags in den Besitz des südlichen Saveufers. Der Uebergang war gelungen! In noch nicht zwei Tagen hatte das Regiment den Uebergang erzwungen und eine herrliche Waffentat, eine neue Glanzleistung seinen früheren Erfolgen hinzugefügt.. 5 Für die Nacht besetzte das Regiment die Lederfabrik und Zuckerfabrik mit zwei Bataillonen, während ein Bataillon noch auf der Großen Zigeunerinsel verblieb. 5 0 5 Patrouillen stellten fest, daß sich der Gegner in südlicher Rich⸗ tung zurückzog. 5 Manch stummer Held ruht aus auf der Zigeunerinsel, man⸗ ches Auge ist noch trotz liebevoller Behandlung gebrochen, mancher brave Mann windet sich verwundet in Schmerzen— das Regi⸗ ment wird nie diese Männer vergessen, die Helden von der Zr⸗ geunerinsel! ö i Die alte Serbenfeste Krusevac. Starke natürliche Bergfestungen, schon in der Römerzeit von mächtigen Schanzen gekrönt, schirmen die Stadt Krusevac, die nächste Siegesbeute der deutschen Truppen in Serbien. Und die Romantik der Kosowoschlacht, des berühmten Riesenkampfes auf dem Amselfelde 1389, wirft ihre malerischen Schatten auf die Ruinen ringsum, auf die Kirchen und Gräber. Ein zerbröckelter Turm und ein verfallener Wall sind die einzigen Reste des alt⸗ serbischen Königsschlosses, in dem Zar Lazar residierte, der ebenso wie sein großer Besieger, Sultan Murad J., an jenem welthistori⸗ schen Schlachttage seinen Tod fand. Nahe bei dieser Schloßruine zeigt das Volk in zerborstenen Säulen und Mauern die Moschee, in der Lazars schöne Tochter dem Sohne Murads, Bajesid Ilderim, als Gattin folgen mußte. Nur des letzten selbständigen Serben⸗ fürsten„weiße Kirche“ hat die Wandlungen eines halben Jahr⸗ tausends überdauert und bildet heute trotz iher sonderbaren Re⸗ staurationen das bedeutendste Baudenkmal von Krusevac. In der alten Türkenstadt, nördlich von den modernen Vierteln, ist die Stätte, wo Vuk Brankowitsch ruht, der angebliche Verräter in der Amselfeldschlacht. Unter der türkischen Herrschaft brannten hier an jedem Freitag Kerzen als dankbare Erinnerung der Nachfahren an die„von Gott gewollte“ Hingabe des Serbenfürsten an die Sache der Streiter Allahs. Der erste serbische„Freiheitsheld“ Kara⸗ georg, der Ahnherr des jetzigen Königshauses, ließ die Lichter löschen und die Gebeine Vuks ausgraben und in alle Himmels⸗ richtungen verstreuen. In den Türkenkriegen hat die vielumkämpfte Stabt unsäglich zu leiden gehabt; Bajesid I., Ilderim, Murad II., Hunyadi von Ungarn, Mohammed II. und Suleiman der Prächtige haben im Wandel der Zeiten als Sieger in ihren Mauern geweilt. 1810 fanden bei Krusevac blutige Kämpfe statt, die der rufsische Oberbefehlshaber der aufständischen Serben, Graf Orurk, als eine Art Sieg über die numerisch schwächeren, sich tapfer perteidigenden Türken verzeichnen konnte. Zweiundzwanzig Jahre' später brachte eine Grenzregulierung die Festung dauernd an das neugegründete Fürstentum Serbien. Sie mag, soweit eine serbische Statistik zuverlässig ist, an 9000 Seelen ohne die auch im Frieden starke militärische Besatzung zählen. Ihre strategisch wichtige Lage haben schon die alten Römer erkannt, als sie die Feste an dem Knoten⸗ punkt der Straße nach den Minen von Kopavpnik, der Adria⸗ Donaustraße von Caeak und des Heerweges zum Donaulimes bauten. Und heute bedeutet die Eroberung der Stadt ein neues Ruhmeszeichen in dem unaufhaltsamen Siegeslauf unserer Truppen an der serbischen Morava. 5 a f Briefkasten der Redaktion. (Auduyme Aufragen bleiben unberücsichtigt.) J. 3. L. Die Zeichen bedeuten Landsturmtauglichkeit(Fehler an den Gliedmaßen) und zeitige Unbrauchbarkeit wegen Haut- krankheit. Märkte.. fe. Frankfurt a. M., 9. Nov. Auf dem heutigen He u— und Strohmarkt war nichts angefahren. Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 8. November 1915. Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. Fleischpreise in Gießen Ochsen 50 Kg. Schlachtgewicht ½ Kg. 120—124 Pfg. 110—136 Wit. Kälber ½¼ Kg. Schlachtgw. 105.127 Pf.“ ½„ 120124 Pfg. Schweine //„ 8 130-155, 2 10 00 Getreidepreise in Mann he im Weizen 100 Ng. 27.00 M. Roggen 100 Kg. 23.00 Mk. Brotpreise in Gießen: Weißbrot 2 Kg.— Ufg., Schwarzbrot 2 Kg. 68 Pfg. Mit eisernem Besen wird bei uns gegenwärtig allem Fremdenkult und fremden Erzeugnissen der Garaus gemacht. Dem deutschen Volke gehen— was viele Friedensjahre nicht ver⸗ mochten— endlich die Augen auf. In jedem deutschen Haushalte sind jetzt z. B. die früher so beliebten französischen Feinseisen mit Recht verpönt. Als eine gute Feinseife rein deutscher Herkunft ist besonders die echte Steckenpferd⸗Seife zu empfehln, da dieselbe den Vergleich mit den um vieles teureren französischen Mar⸗ ken nicht im geringsten zu scheuen hat. Di. /u. Ein neuer Fortschritt in der Technik der künstlichen Gliedmaßen. Wenn wir heute in der Lage sind, den im Kriege Verstümmelten die verlorenen Gliedmaßen durch künstliche von sehr hoher Voll⸗ kommenheit zu ersetzen, so wird dies dem erfolgreichen Zusammen⸗ wirken des Chirurgen mit dem Techniker gedankt. So Vorzügliches aber auf diesem Gebiete bisher auch schon erreicht worden ist, so scheint doch unmittelbar noch ein neuer, sehr bedeutsamer Schritt ur weiteren Vervollkommnung künstlicher Gliedmaßen bevorzu⸗ stehen, dessen Tragweite sich heute noch gar nicht übersehen läßt. Und zwar ist es in diesem Falle der Techniker gewesen, der dem Chirurgen einen neuen Weg gezeigt und den Blick auf ein äußerst wichtiges Stück chirurgischen Neulandes gelenkt hat. Die Muskeln, welche zur Bewegung der Hand dienen, sind in der Hauptsache im Unterarme gelagert, die zur Betätigung des Unterarmes erforder⸗ lichen Muskeln liegen im Oberarm usw. Beim Verluste einer Hand bleiben also in der großen Mehrzahl der Fälle die zu ihrer Be⸗ wegung erforderlichen Muskeln im Unterarm unversehrt, und diese Muskeln verlieren ihre Fähigkeit, sich unter dem Einflusse eines bewußten Willensantriebes zusammenzuziehen, erst im Laufe der eit, infolge des Nichtgebrauches. Da hat sich nun, wie es in einem erichte des bei Otto Spamer in Leipzig erscheinenden„Pro⸗ metheus“ heißt, der technische Pfadfinder auf diesem chirurgischen Gebiete, Professor A. Stodola in Zürich, gesagt, daß man, wenn man diese Handbewegungsmuskeln des Unterarmes in ge⸗ eigneter Weise mit den beweglichen Teilen einer künstlichen Hand, in »erster Linie mit den künstlichen Fingern in Bewegung bringen könnte, damit eine sehr ergiebige natürliche Kraftquelle für die Finger⸗ bewegung gefunden hätte, die den. der künstlichen Finger fast so einfach gestaltet, wie es der Gebrauch der natürlichen war: der Willensantrieb des Trägers der künstlichen Hand genügt zur Bewegung der Finger. Man kann nun— und da zeigt sich auch die Kunst des Chirurgen in hellem Lichte— tatsächlich durch einen chirurgischen Eingriff die Enden— Sehnen— der Hand⸗ bewegungsmuskeln des Unterarmes zusammenfassen, zu einer mit Haut umgebenen frei vorstehenden Schleife oder zu einer anderen für die zur Kraftübertragung geeignete Verbindung mit der Fkünstlichen Hand brauchbaren Form verheilen lassen, und so ein von Stodola recht glücklich benanntes„lebendes Maschinenelement“ schaffen, daß die bisher fehlende Brücke zwischen dem natürlichen Gliedrest und dem künstlichen Gliedteile herstellt. Professor Sauerbruch in Greifswald hat Stodolas Anregung nach der chirurgischen Seite hin weiter ausgearbeitet und hat schon meh⸗ rere Operationen vollzogen, die nach geschehener Ausheilung und Fertigstellung der zugehörigen. künstlichen Glieder beweisen wer⸗ den, in welchem Maße die Hoffnungen, die man an das neue Verfahren knüpft, in Erfüllung gehen werden. Bei der künstlichen Hand werden die an diese angeknüpften Muskeln das Beugen der a inger und das Schließen der Faust übernehmen, während das Strecken der Hand dann durch geeignet angebrachte Federn bewirkt werden soll. Dazu wäre nur ein einziges„lebendes Maschinen⸗ 1 eine einzige Schleife am Ende der zusammengefaßten rmmuskeln exforderlich. Man kann aber auch schon daran eenken, nur einen Teil dieser Muskeln zum Beugen der Finger 5 und der Faust zu benutzen und einem anderen, zu einer zweiten Schleife zusammengefaßten Teile dieser Muskeln das Beugen des Daumens zu übertragen. Weiter hofft man bei Verlust des Unter⸗ arms die im Oberarm liegenden Bizeps⸗ und Trizeps⸗Muskeln sowohl zur Beugung des Unterarms, wie außerdem für die Greif⸗ bewegung der Hand nutzbar machen zu können, und es eröffnet sich sogar der hoffnungsvolle Ausblick auf die Möglichkeit, nach der Amputation beider Arme die künstlichen Arme und Hände mit Hilfe der Brust- und Schultermuskeln wenigstens in einem ge⸗ wissen Grade beweglich machen zu können. Da, wie schon oben ge⸗ sagt, die Bewegungsmuskeln abgenommener Glieder erst nach längerer Zeit infolge des Nichtgebrauches ihre Arbeitsfähigkeit verlieren, erscheint es nicht ausgeschlossen, daß noch dem größten Teile, wenn nicht allen in diesem Kriege Verstümmelten die Wohltat des neuen Verfahrens zuteil werden kann. Ludwig Fuldas neues Stück in Frankfurt. Aus Frankfurt a. Main wird uns geschrieben: Ludwig Fuldas Spiel in drei Aufzügen„Die Rückkehr zur Na⸗ tur“ erfuhr bei seiner Uraufführung im Frankfurter Schau⸗ spielhause eine recht freundliche Aufnahme. In einem kleinen Rokokokönigreich bricht am Tage der Krönung und Trauung des neuen, sehr jugendlichen Fürstenpaares eine Revolution aus. Der alte König hat es ein wenig bunt getrieben! Die Mißstimmung des Volkes entlädt sich gegen den kaum dem Knabenalter ent⸗ wachsenen Nachfolger und seine kleine Braut. Der Hofnarr läßt die beiden entfliehen durch einen unterirdischen Gang. In einem deutschen Walde nimmt sich ein freundlicher Einsiedler der zwei Flüchtlinge an, gewährt ihnen Schutz und Schirm und öffnet ihnen die Augen für die Schönheit und Geheimnisse des Lebens von Pflanzen und Tier, von Quelle und Matte. Ein Jahr vergeht Mittlerweile hat des Rolokokönigreiches Völklein die Zeit der Volkstribunen satt. Die Republik wird gestürzt. Die Haupträdels⸗ führer müssen schleunigst das Feld räumen. Der Hofnarr weist ihnen den Weg. Durch des alten Königs verborgenen Gang unter der Erde verlassen auch sie deie Stadt. Im Walde stoßen sie auf das junge, in ländlicher Kleidung sich wohlfühlende berjagte Königspaar, das sie nicht erkennen, das sie aber zum einfachen Mahle lädt und ihnen die alten Krönungsmäntel zum Schutz gegen Wind und Wetter auf die Wanderung mitgibt. Da nun die Monarchie wieder zurückgeführt ist, geht man auf die Suche nach den vertriebenen Königsleutchen. Der Hofnarr weiß den Weg. Die Schranzen sind erstaunt über die Tracht des frohen Paares, das obendrein glückstrahlend den nun ganz und gar das Gleichgewicht verlierenden Herren Ministern und Mar⸗ schällen verkündet, daß ein gesunder Kronprinz mit in die wieder sichere Residenz einziehen werde. In die Handlung hinein hat der Dichter ein feines, leicht beschwingtes Märchenspiel gewoben. Luft⸗ geist und Nymphen treten auf, der alte Staubgeist breitet seine bittere Weisheit aus. Doch siegen die lichten Feen der Quelle und der Bäume und der übermütige Luftgeist. Das Herz des jungen Fürsten haben sie erobert, der nach dem Schlosse gerufen, von seinem Waldkönigreich, innig des genossenen Glüches gedenkend, Abschied nimmt: „Laßt, Geister, Duft und Glanz und Farbenglut Ins Dasein auch des Aermsten sich ergießen; Seid Helfer mir, seid Helfer meinem Volk!“ Ludwig Fulda hat den Märchenton in seinem Bühnenwerk aufs glücklichste getroffen. Weniger geschlossen und bildhaft sind die Geschehnisse der„Wirklichkeit“. Der Lobgesang auf die Natur, den der zweite Aufzug darstellt, leidet unter einem gewissen Ueber⸗ schwang. In diesem Akt stört ferner die allzu breit geratene Zeichnung. Das Märchenhafte des Stückes, in dem viel Fulda'sche Spruchweisheit steckt, und das durch des Dichters flüssige, klingende Verse einen feinen Glanz an sich trägt, wird durch eine musikalische Verbrämung wirksam erhöht. Die Musik stammt von Aladar Rado, der als österreichischer Reserveoffizier im Kampfe gegen die Serben im letzten Jahre gefallen ist. Des Werkes Aufführung ging unter der Regie des Intendanten Behrend vor sich, die mit Liebe und gutem Gelingen ihrer Aufgabe gerecht wurde. Die Königsleut⸗ chen spielten Herr Pröckl und Fräulein Ro min sehr frisch und in r und Spiel sicher Nach dem zweiten und letzten Aufzug rief man den anwesenden Dichter mit den Darstellern, unter denen 10 vor allem noch Herr Manz als Luftgeist und Herr Auer ba als Staubgeist auszeichneten, durch hellen, stürmischen Beifall. — * — Zwei musikalische Erstaufführungen in Dresden. Aus Dresden wi uns geschrieben: Max Regers neues sinfonisches Werk, die„Variationen über ein Thema von Mozart“(aus der Klaviersonate in A-Dur) brachte die Kgl. musikalische Kapelle in einem Sinfoniekonzert zum erstenmal zu Gehör. Das von grundmusikalischer, reichster, echt schöpferischer Phantasiekraft erfüllte Werk voll feiner und eigen⸗ artiger orchestraler Schönheiten machte tiefen Eindruck und wurde mit außerordentlichem Beifall bedacht.— Ein Synagogen⸗ Konzert unter Leitung von Dr. Leo Fantl brachte Franz Schuberts Psalm 92 im hebräischen Urtert zum Überhaupt erstenmal in Deutschland zur Aufführung. Das kleine Werk für Chor, Baritonsolo und Sologuartett ist voll inniger Musik, die die sorgfältig vorbereitete Aufführung schön zum Aus⸗ druck brachte. A. G. — Hamburger Uraufführung. Aus Hamburg wird uns geschrieben: Im zweiten Abend des sogenannten Urauffüh⸗ rungs⸗Zyklus ließ das Thalia⸗Theater mit dem Volksstück „Wo am Dach die Schwalben nisten“ ein paar Haus⸗ dichter, Leo Kaßner und Hans Lorenz, zu Worte kommen. Auf ein Vorspiel folgen vier Bilder. Die beiden Verfasser haben sich redlich bemüht, aus allen Winkeln ihrer Werkstatt einen ganz leidlichen Flickkram zusammen Das Publikum sieht mit Rührung, was auf diese Weise nett und artig zustande kommen kann. Und wenn am Schlusse der alte Vater seine Kinder, die er vor zwanzig Jahren in einer Stunde der Verzweiflung in fremde Hände fortgab, nun wieder sein eigen nennt und zärtlich an die Brust drückt, so ist die gerührte Stimmung auf ihrem Höhepunkt. Der Abend endete mit lauten Beifallsspenden. Das Ereignis hatte allerdings mehr lokalen Charakter. G. — 4 1 gesetzen 2. Die ausgehobenen Landsturmpflichtigen treten in die Kon⸗ Pflichtet, Kontroll Wohnort und der Wohnort, für den die Anmeldung erfolgt, genau Landsturmpflichtigen sind die Feldwebel des Hauptmeldeamts, des f Meldeamt oder der Bezirkskompagnie und der Bezirkskomman⸗ deur, sowie deren Stellvertreter. Die Mannschaften haben dienst⸗ Verkehr mit den Vorgesetzten sind sie der militärischen Disziplin kommandeur vorzutragen; richtet sich die Beschwerde gegen diesen, 3 Landsturmpflichtigen bis zur Auflösung Nr. Ch. II. 111/10. 15. K. R. A. Bekanntmachung, betreffend Beschlagnahme, Behandlung. verwendung und Meldepflicht von rohen Häuten und Fellen. Nachstehende Bekanntmachung wird auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 bezw. auf Grund des Bapyorischen Gesetzes über den Kriegszustand vom 5. November 1912 in Verbindung mit der Allerhöchsten Verordnung vom 31. Juli 1914 hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht mit dem Bemerken, daß jede Zuwiderhandlung, soweit nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen verwirkt find, nach 8 6% der Be⸗ kanntmachung über die Sicherstellung von Kriegsbedarf vom 24. Juni 1915(Reichs⸗Gesetzbl. S. 357) oder nach§ 5) der Bekanntmachung über Vorratserhebungen vom 2. Februar 1915 (Reichs⸗Gesetzbl. S. 54) bestraft 1 8 1 Von der Bekanntmachung betroffene Gegenstände. Von dieser Bekanntmachung werden betroffen: a) alle Großviehhäute und Kalbfelle, die als vollständige Haut mindestens folgendes Gewicht haben: d falzkpel„5 8„ 5 5 2 Aiken Sete een dumme We as ganze aus militäri a. gen stammende Ge⸗ fälle von Schlachttieren aller 8 c) das in den besetzten feindlichen Gebieten und den Etappen⸗ ind Operationsgebieten gewonnene Gefälle von Schlacht⸗ tieren aller Art und Pferden. —— Inländisches Gefälle. 8 2. Beschlagnahme des inländischen Gefälles. Alle im 8 1 unter a bezeichneten Häute und Felle aus dem Inlande werden hiermit e 1 Veräußerungserlaubnis.. Trotz der Beschlagnahme ist die Veräußerung und Lieferung inländischen Gefälles, soweit es nicht aus militärischen Schlachtun⸗ gen stammt, in folgenden Fällen erlaubt: a) von einem Schlächter*, der Mitglied einer Häuteverwer⸗ tungs⸗Vereinigung(Innung) ist, an die Häuteverwertungs⸗ Vereinigung(Innung) innerhalb einer Woche nach dem Fal⸗ len der Haut oder des Felles; 5 i b) von einem Schlächter, der nicht Mitglied einer Häutever⸗ wertungs⸗Vereinigung(Innung) ist, an einen Händler (Sammler) innerhalb 4 Wochen nach dem Fallen der Haut oder des Felles; ö c) von einem Händler(Sammler), dessen monatlicher Umsatz 100 der Beschlagnahme unterliegende Häute und Felle über⸗ steigt, an einen von der Kriegs⸗Rohstoff⸗Abteilung des *) Mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark wird, sofern nicht nach allgemeinen Straf⸗ höhere Strafen verwirkt sind, bestraft: 15 1. wer unbefugt einen beschlagnahmten Gegenstand beiseite⸗ schafft, beschädigt oder zerstört, verwendet, verkauft oder kauft oder ein anderes Veräußerungs- oder Erwerbsgeschäft über ihn abschließt; 5 5 2. wer der Verpflichtung, die beschlagnahmten Gegenstände zu verwahren oder pfleglich zu behandeln, zuwiderhandelt; 3. wer den nach 8 5 erlassenen Ausführungsbestimmungen zuwiderhandelt. 5 J Wer vorsätzlich die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist erteilt oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu 2 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark bestraft, auch können Vorräte, die ver⸗ iegen sind, im Urteil für dem Staate verfallen erklärt werden. er fahrlässig die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Ver⸗ ordnung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist erteilt oder unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Geld⸗ strafe bis zu dreitausend Mark oder im Unvermögensfalle mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft. 5 3 fängnis echs 9 80 g das Fallen w) Schlächter im Sinne dieser Bekanntmachun in dessen Eigentum die Haut durch die Schlachtung verbleibt oder übergeht. Bekanntmachung der für die ausgehobenen Landsturmpflichtigen geltenden 5 Bestimmungen. 1 die ausgehobenen Landsturmpflichti gelten vom 00. die für die e Eandtdehr (Seewehr) bestehenden Bestimmungen. trolle der Bezirksfeldwebel des Hauptmeldeamts Gießen, des Melde⸗ amts Alsfeld oder der Bezirkskompagnie Schotten. Sie sind ver⸗ jede Aufenthalts veränderung innerhalb 48 Stunden ihrer stelle anzuzeigen und sich beim Verziehen in einen anderen Kontrollbezirk bei der dortigen Kontrollstelle innerhalb 48 Stun⸗ den anzumelden. Die Meldungen können mündlich oder schriftlich durch den zur Meldung Verpflichteten selbst erfolgen. Bei schrift⸗ lichen Meldungen ist Geburtsdatum und»ort, sowie der frühere 5 Zuwiderhandlungen werden nach den Militärgesetzen bestraft. 50 Die nächsten militärischen Vorgesetzten der ausgehobenen li B en ihrer Vorgesetzten, öffentlichen Aufforderungen und ee ehen unbedingt Folge zu leisten. Im dienstlichen unterworfen.. 5 4. Bei Anbringung dienstlicher Gesuche und Beschwerden sind die ausgehobenen 8 verpflichtet, den vorge⸗ schriebenen Dienstweg einzuhalten Gesuche sind an den Bezirks⸗ feldwebel der Kontrollstelle zu richten, Beschwerden dem Bezirks⸗ so ist sie bei dem Bezirksadjutanten anzubringen. Die Be⸗ 1 erst am folgenden Tage oder nach Verbüßung einer e 5— erhoben und muß innerhalb einer Frist von 5 Tagen ange werden. 5. 1 5* stattfindende Kontroll versammlungen ergeht be⸗ onderer Befehl. 5 5 5 6. Ausgehobene Landsturmpflichtige können ungehindert ver⸗ reisen, haben jedoch der Kontrollstelle den Antritt der Reise und die Rückkehr zu melden, sobald die Reise länger als 48 Stunden dauert. Bei jeder Abmeldung zur Reise hat der Betreffende anzu⸗ geben, durch welche dritte Person während seiner Abwesenheit etwaige Befehle an ihn befördert werden können. Er bleibt jedoch der r allein dafür verantwortlich, daß ihm jeder Befehl richtig zugeht. 5 75 Ein Uebertritt vom ersten zum zweiten Aufgebot sowie ein Ausscheiden aus dem Landsturm findet bis zur Auflösung des Land⸗ sturms nicht statt. 8. Die vorstehenden Bestimmungen gelten für die ausgehobenen 8 Landsturms. Großherzogliches Bezirkskommando Gießen. Naumann, Oberstleutnant und Bezirkskommandeur. e ee b b. : Musteru. N g der Mi i und der ee een uad 8 usterung und Aushebung der beim Ersatzgeschäft im Maß 15 95 zurücgeftellten in den Jahren 1895, 1894 und früher geborenen Militärpflichtigen, sowie der im Jahre 1897 geborenen Landsturmpflichtigen findet in der Turn⸗ für die Militärpfli meinden Allerts! 1 mda, Odenhaus Lumda, en, Saasen, Stangenrod, Stock! 25 Albach, Bellers heim, Waben und Birklar. für die Militärpflichti meinden Nonnenroth, 5 Rabertshausen, Rodheim, Röthges, Steinheim, Steinbach, Trais⸗ Horloff, Utphe, Villingen, Watzenborn mit Steinberg, Allendorf (Lahn), Allendorf(Lumda), Alten⸗Buseck und Annerod. meinden für die Militär i i meinden Lang⸗Göus, Leihgestern, Lollar, Mainzlar, Oppenrod, Reiskirchen,. Trohe und Wieseck. ne, Kriegsministeriums zugelassenen Groß⸗ ändler f); von einem Händler(Sammler), dessen monatlicher Umsatz 100 der Beschlagnahme unterliegende Häute und Felle nicht übersteigt, an einen zugelassenen Großhändler oder einen anderen Händler(Sammler); 1. e) von einer Häuteverwertungs⸗Vereinigung(Innung), die einem Verband von Häuteverwertungs⸗Vereinigungen an⸗ gehört, an oder durch diesen Verband, andernfalls an einen zugelassenen Großhändler; 5 f) von einem Verband von Häuteverwertungs⸗Vereinigungen oder einem zugelassenen Großhändler an die Sammelstelle 68 07 f ) von der Sammelstelle an die Verteilungsstelle(8 4); 5 von der Verteilungsstelle an eine Gerberei. Diese Veräußerungen und Lieferungen sind nur erlaubt, wenn dem Abnehmer gleichzeitig eine Rechnung über die gelieferten Häute oder Felle übergeben wird. 5 Jede andere Art der Veräußerung oder Lieferung von be⸗ schlagnahmten Häuten oder Fellen ist verboten, insbesondere der Ankauf von Häuten oder Fellen durch die Gerbereien von einer anderen Stelle als der Verteilungsstelle. d) 5 Sammelstelle und Verteilungsstelle. 5 Sammelstelle für beschlagnahmte Häute und Felle isr die Deutsche Rohhaut⸗Aktiengesellschaft, Berlin W'e 8, Behrenstr. 28. Verteilungsstelle ist die Kriegsleder⸗Aktiengesellschaft, Berlin W'᷑ 8, Behrenstr. 46. 9 5. Behandlung der Häute und Felle. Verboten ist jede Verfügung über die beschlagnahmten Häute oder Felle, wenn nicht die folgenden Vorschriften beobachtet wer⸗ den oder worden sind: f 5 a) Die von der Beschlagnahme betroffenen Häute und' Felle sind bei der Schlachtung der Tiere sorgfältig zu behandeln. Nach der Entfernung der etwa noch anhaftenden Fett⸗ und Fleischteile ist unverzüglich nach dem Erkalten das Gewicht der Haut oder des Felles festzustellen. Diese Feststellung hat nach Möglichkeit durch einen vereidigten Wiegemeister zu er⸗ folgen. Das durch Wiegen ermittelte Gewicht ist in unver⸗ löschlicher Schrift(z. B. auf einer an der Haut oder dem Fell zu befestigenden Blechmarke oder durch Stempelauf⸗ druck) zu vermerken. Gleichzeitig ist das Gewicht etwa anhaf⸗ tenden Dungs fachmännisch zu schätzen. In dem Gewichtsver⸗ zeichnis ist sowohl das durch Wiegen ermittelte Gewicht als auch das nach Abzug des geschätzten Dunggewichts sich er⸗ gebende Reingewicht(Grüngewicht) aufzuführen. Sogleich nach dem Wiegen, spätestens aber innerhalb 24 Stunden nach dem Fallen ist jede Haut oder jedes Fell vom Ver⸗ wahrer sorgfältig zu salzen. Im übrigen hat jeder Ver⸗ wahrer die Haut oder das Fell pfleglich zu behandeln. Jeder Händler(Sammler) hat bis zum zweiten Tage eines jeden Monats ein Gewichtsverzeichnis des von ihm im vor⸗ hergehenden Monat gesammelten Gefälles nebst einer Rech⸗ nung darüber an den zugelassenen Großhändler einzureichen, an den er seine Ware liefern will. Jede Häuteverwertungs⸗Vereinigung(Innung), die einem Verbande angehört, hat bis zum zweiten Tage eines jeden Monats ein Gewichtsverzeichnis über das im vorhergehen⸗ den Monat von ihr gesammelte Gefälle nebst einer Rechnung darüber an den Verband einzureichen. Jede Häuteverwertungs⸗Vereinigung(Innung), die keinem Verbande angehört, hat bis zum zweiten Tage eines jeden Monats ein Gewichtsverzeichnis über das von ihr im vor⸗ hergehenden Monat gesammelte Gefälle nebst einer Rech⸗ mung darüber an einen zugelassenen Großhändler einzu⸗ b) reichen. e) Die Verbände von Häuteverwertungs⸗Vereinigungen und 1 die zugelassenen Großhändler haben bis zum zehnten Tage eines jeden Monats die Gewichtsverzeichnisse des im vor⸗ hergehenden Monat gemeldet erhaltenen Gefälles nebst Rechnungen darüber in der von Kriegs⸗Rohstoff⸗Ab⸗ 1). Die Liste der zugelassenen Großhändler ist bei der Kriegs⸗ Rohstoff⸗Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Selon Ch. II, Berlin S te 48, Verlängerte Hedemannstr. 9/10 erhältlich. Sie wird von Zeit zu Zeit durch die Fachpresse ver⸗ öffentlicht. halle der Stadtmädchenschule Schillerstraße 8) in Gießen wie folgt statt: 1. Freitag, den 12. November 1915, vormittags/ Uhr, igen und Landsturmpflichtigen aus den Ge⸗ en, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Gö⸗ Grünberg, Harbach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Lon⸗ en, Queckborn, Reinhardshain, Rüddings⸗ sen, Weickartshain, Weiters⸗ 2. Samstag, den 13. November 1915, vormittags 7% Uhr, ür die Militärpflichtigen und Landsturmpflichtigen aus den Ge⸗ —. e Etti ningen, Hausen, Holzheim, Hungen, Lich, Münster, Muschenheim und Nieder⸗Bessingen. hausen, Garbenteich, Grü⸗ heiden, Langd, Langsdorf, 3. Montag, den 15. November 1915, vormittags 7% Uhr. und Landsturmpflichtigen aus den Ge⸗ bbornhofen, Ober⸗Bessingen, Oberhörgern, 4. Dienstag, den 16. November 1915, die Militärpfli e ad e een 3 den Ge⸗ ichtigen au en Be 3 mit Winnerod, 1 59 Burkhardsfelden, Daub⸗ 5 5 Großen⸗Linden, Heuchelheim, Hattenrod ein⸗ 9. 5. Mittwoch, den 17. November 1915, vormittags 7¾ Uhr, ichtigen und Landsturmpflichtigen aus den Ge⸗ ödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Treis(Lumda), 6. Donnerstag, den 18. November 1915, vormittags 7% Uhr, für die Militärpflichtigen und Landsturmpflichtigen aus der Stadt Gießen und zwar von Buchstabe A bis J. 7. Freitag, den 19. November 1915, vormittags 7/ Uhr, für die Militärpflichtigen und Landsturmpflichtigen aus der Stadt Gießen und zwar von Buchstabe K bis R. 8. Samstag, den 20. November 1915, vormittags 7% Uhr, für die Militärpflichtigen und Landsturmpflichtigen aus der Stadt Gießen und zwar von Buchstabe S bis Z. Die Militärpflichtigen und unausgebildeten Landsturmpflich⸗ tigen werden hiermit aufgefordert, sich an den vorgenannten Tagen . im Musterungslokale einzufinden. 5 esondere Ladungen durch den Oberbürger⸗ und durch die Großher⸗ in Gießen ö ergehen nicht. meister 0 en Bürgermeistereien Jo glich Diese Bekanntmachung gilt vielmehr als Ladung. Wer sich der Gestellung entzieht, wird nach den Militärgesetzen bestraft, es kann auch im Falle der Tauglichkeit sofortige Einstel⸗ lung als unsicherer Heeres- oder Landsturmpflichtiger erfolgen. ihm des Königlich Preußischen Kriegsministeriums vor⸗ Gesc deen an de Seele einzureichen. 8 6. Meldepflicht. 5 Wer nach Maßgabe der§8 3 und 5 von der Veräußerungs⸗ erlaubnis keinen Gebrauch gemacht hat, hat über die in seinem Besitz befindlichen Häute und Felle der Meldestelle der 2 Rohstoff⸗Abteilung für Leder und Lederrohstofsfe, Berlin WS. Behrenstr. 46, Meldung zu erstatten. Die Meldungen haben auf den vorgeschriebenen Vordrucken zu erfolgen, welche. Fus auszufüllen sind. Die Vordrucke sind bei der Meldestelle der Kriegs⸗Rohstoff⸗Abteilung für Leder und Lederrohstoffe, Ber⸗ lin 8, Behrenstr. 46, anzufordern. Die Meldungen sind bis zum 20. Tage eines jeden Monats für den vergangenen 1 zu erstatten. 5 [Gefälle aus militärischen Schlachtungen usw.! 5 CV Gefälle aus militärischen Schlachtungen, den Operations-, Etappen⸗ oder besetzten feindlichen Gebieten. Das aus militärischen Schlachtungen(auch des Inlandes) so⸗ wie aus den Operations⸗, Etappen⸗ oder besetzten seindlichen Ge⸗ bieten stammende Gefälle ist beschlagnahmt. Seine Ablieferung und Verwendung ist durch besondere Vorschriften geregelt. Gestattet ist der Bezug derartigen Gefälles nur von der Ver⸗ teilungsstelle(8 4). l 1 — (Ausländisches Gefälle! 8 8. Ausländisches Gefälle. Für alle im 8 1 unter a bezeichneten Häute und Felle, die aus dem neutralen oder verbündeten Ausland eingeführt sinb, gelten folgende besonderen Anordnungen: a] Meldepflicht. Die eingeführten Häute oder Felle unterliegen einer Meldepflicht an die Meldestelle der N Abtei⸗ lung für Leder und Lederrohstoffe, Berlin W 8, Behren⸗ 5 von der Vordrucke für die Meldungen anzufor⸗ ind. Zur Meldung verpflichtet ist jede Gerberei innerhalb einer Woche nach Eingang von ausländischen Häuten oder Fellen bei ihr oder ihrem Lagerhalter. Andere handel⸗ oder gewerbetreibende Personen, Gesellschaften oder landwirt⸗ schaftliche Betriebe, Kommunen, öffentlich⸗rechtliche Körper⸗ schaften und Verbände, die ausländische Häute im Eigentum oder Gewahrsam haben, sind nur meldepflichtig, sofern der Vorrat mindestens 100 Häute oder Felle beträgt und diese einen Monat im Inland gelagert haben, ohne einer Ger⸗ berei zugeführt zu sein. Die Meldung hat innerhalb einer Woche nach Ablauf der Monatsfrist zu geschehen. Lagerbuchführung. 5 l Jeder Meldepflichtige von ausländischen Häuten hat ein Lagerbuch zu führen, aus dem jede Aenderung in dem Vorrat der meldepflichtigen Häute und ihre Verwendung er⸗ sichtlich sein muß. Behandlung des Gefälles. 5 Jeder Verwahrer, ausländischen Gefälles, welcher de Vorrat nicht pfleglich behandelt und übersichtlich lagert, hat die sofortige Enteignung zu gewärtigen. 8 9. Die, Kriegs- Nahstef.⸗Aöteang des gentglih Die riegs⸗Rohstoff⸗Abteilung des Königlich Preuß Kriegsministeriums, Berlin SW 48, Verlängerte e. straße 9/10, kann Ausnahmen von den Anordnungen dieser Be⸗ kanntmachung gestatten. Die Entscheidung muß schriftlich er⸗ folgen. Inkrasteeten. 8 10. 3 Bekanntmachung tritt mit dem 10. November 1915 in Kraft. Von diesem Zeitpunkt an sind die am 23. November 1914 im Deutschen Reichsanzeiger veröffentlichte Beschlagnahmeverfü⸗ 1 über Großviehhäute, sowie die Nachträge zu ihr auf⸗ gehoben.. 5 Frankfurt(Main), den 10. November 1915. Stellv. Generalkommando 18. Armeekorps. b) 0 Die Militär⸗ und Landsturmpflichtigen haben in ordentlichem Anzuge und reinlich an Körper zu erscheinen. Die den Mili⸗ tärpflichtigen von den Ersatzbehörden erteilten usterungsausweise sind mitzubringen.. Wer von den Militär⸗ und Landsturmpflichti⸗ gen Brille oder Kneifer trägt, hat diese im Ter⸗ min mitzubringen und beider Untersuchung vor⸗ zuzeigen. VWer durch Krankheit oder körperliche Gebrechen am Erscheinen im Musterungslokal verhindert ist, hat ein beglaubigtes ärztliches Zeugnis bei der Großh. Bürgermeisterei seines Wohnortes abzu⸗ geben. Die Zengnisse sind von den Bürgermeistern oder deren Ver⸗ tretern im Musterungstermine vorzulegen.. Gießen, den 8. November 1915. Der Zivilvorsitzende der Ersatz⸗Kommission des Kreises Gießen. J. V.: Hemmerde. Betr.: Wie oben.—— An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Obige Bekanntmachung wollen Sie mehrmals ortsüblich ver⸗ öffentlichen lassen und dafür sorgen, daß die Militär⸗ und Land⸗ sturmpfli tigen rechtzeitig im Musterungslokale eintreffen. Die Großh. Bürgermeister, in deren Verhinderung die Großh. Bei⸗ eordneten, haben ebenfalls anwesend zu sein, um über etwaige zerhältnisse Auskunft zu geben. Sie wollen auch dafür sorgen, daß die Pflichtigen ihre Musterungsausweise mitbringen. 5 Gießen, den 8. November 1915. Kreises Gießen. — Der Zivilvorsitzende der Ersatz⸗Hommission des J. V.: Hemmerde. Bekanntmachung. Bekr.: Höchstpreise für Kartoffelstärkemehl. Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung in obigem Bet vom 22. Juni 1915(Kreisblatt Nr. 54 991 n Höchstpreis für Kartoffelstärkemehl im Kleinverkauf mit Wirkung 595 9 e au c 5 15408 fg. für das und) gegen seither 0 as 5 5 Pfund herabgesezt e Gießen, den 9. November 1915. 5 Großh. Kreisamt Gießen. Der Oberbürgermeister. Dr. Usinger. Keller. Betr.: Herbstkontrollversammlungen 1915. 5 An den Oberhürgermeister zu Gießen und die Großh. . der Landgemeinden des Kreifes. ir empfehlen Ihnen, die Bekanntmachung Großh. Bezirks⸗ kommandos Gießen vom 8. ds. Mts. ressblact 955 997 über die diesjährigen Herbstkontrollversammlungen wiederholt in orts⸗ üblicher Weise zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Gießen, 555 80— 5 3 Gießen 1 0 li. eisamt. : Hemmerde. Bekanntmachung. Betr.: Maul⸗ und Klauenseuche im Kreise Schotten. In Schotten ist die Maul⸗ und Klauenseuche erloschen. Gießen, den 8. November 1915. z Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Hemmerde N Teng L. KI W Preuss.- Süddeutsche (232. NUnngch Preuss.) Klassen- Lotterie ebene von. Nevember 1916 vormittags. Auf. e Nemmer eind wel leich hohe Ge- J wn len, and zwar je einer auf die Loge teicher Nummer in dea belden Abtellangen I und II Nur dite Gewinne über 2% Mark sind den betreffenden 1 Mammern in Klammern belgefugt. Oune GewAhr.)(Nachdruck verboten.) 10 1 40 01 98 800 de 780 67 8s 1070 202 810 11000 800 920 2041 L500] 172 236 347% 444 609 30 3176 87 289 323 40 510 648 78% 4044 fo] 73 480 52 74 70 7e 81 808 88 986 5009 661 53 57 840 6198 276 409 541 46 608 761 7225 666(5000 600 778 Ls 0% ess 8120 10001 218(800) 382 4581 889 95 988 9006 4 11000] 80 281 82 42 679 710 70 94 10054 108 210 820 626 61 4 740 71 e 943 [10001 11252 331 676 698 840 1221 46 76 320 83 438[50 56 572 682 770 847 56 L500] 97 lsco] 13402 574 660 886 L17000 1405[so 166(30001 68 310 456 502 88 609 721 e 90 15008 260 400 [8000] 667 992 16010 192 288 303 418 74 678 71 87 830 928 28 17121 82 99 312 612 febo]l 787 848 98s 180865 60 405 86 550 790 849 1901 L800 22 93 371 411 87 683 80[1000] 802 26014[6001 167 L500] 60 287 760 21008 134(800 80 88 220 31 L100] 438 548 76 817 929 48 22068 210 27 88 867 82 86 402 774 23888 602 708[1000] 97 809 25 24220 91 420 613 890 962 25147 887 620 50[1000] 71 726 69 828 016 96 28058 208 380 437 587 96 668 704 869 27100[1000] 246 338 L500] 90 417 620 94 1000 8865 28375 468 70 897 L30001 998 29365 788 60 806 86 92 908 19 3037[1000] 600 49 840[1000 61 80 920(1000) 31133 200 4% 888 484[500] 621 24 L500 60 60 L500 61 739 84 90 962 32004 28[500] 223[500] 438 869 732 80 885 95 33072 98 218 78 411 16 710 L800 0] 086 L38000 80s L500] 9 34 369 407 15 624[S000 728 018 45 99 35287 75 76 86 L600] 380 482[S000 588 794 881 97s 38083 153 351 91 482 620 158 3705 128 254[50 388 419 L10001 664 786 38208 688 609 70⁰ 42 39 331 410 681 74 741 816 00. 4e 27e Is 36 86 68 401 L10001 7 811 883 756 66 d 4107 1086 L10000 806 4% 844 42167 20 e 8 54 440 62 921 1800] 82 43010 126 80 L500 88 874 40 ½8 863 08 441(1000 218 817 781 48039 252[sοͤ⁰ 43 L300 e 574 827 80 84 46 19 866 es 401% 2% 474 606 729 840 ra 47011 278 406 10[soo 899 602 14 76e 801 J 487 110 49 89 3884 89 488 645 50 5 040 00 Leco 7 871 67 92 40288 390 lLso0] 41 46 615 Leo! 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Königlich Preuss.) Klassen- Lotterie 71 148 54 220 969 684 790 843 917 52059 443 1000] 3. Neliung 5. Nl. 6. Preuss Süddeutsche Zlehung vom 9. Novernber 118 nachmittags. Aur jede gerogens Nummer sind wel Fletch hohe 6e Winne gefallen, und zwar je elner auf die Lose glelcher Nummer in den beiden Abteilungen I and II Nur dle Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 162 47/2 542[1000] 839 957 1661 89 98(800] 648 748 78 803 70 612(500 2004 256 368 657 768 73 67 L10001 3107 881 618 Jes L100] 10 858 88 944 L600] 4018 141 306 627 840 67 910 61 5202 69 9 503 79 608 819 911 6180 324 80 491 519 13000] 654 908 7074 Lsoo] 496 584 860 oss 8266 867 86 594 826 9171 78 308 447 52 67 92 648 93 635(10001 68 774 93 844 19081 91 177 282 806 74 644 838 L30001 41 81 982 1109[1000] 298 427 60[1000] 684 976 12024 36 267 71 394 418 89 524(10001 640 742 849 13080 201 368 428 575 601 12[5001 18 55 14080 189 76 L500] 98 394 L500] 986 89 15048 149 305 67 433 847 98 864 16022 218 24 314 408[1000 97 521 601 22 98 825 63 921 6s 17078 836 489 570 L10001 80s 18010 285 403 15 53 520 688 787 L001 870 77 94 19128 246 90 619 8 708 988[1000] 88 28077 98 811 48 484 836 93 797 816 6 881 21020 19% 412 691 661 22369 413 54 523 640 44 8e 23081 123 28 223 91 496 663 714 93 824 79 978 24030 47[SO] 87 484[sO0] 688 792 996 98 25005 51 11367 714 886 956 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In unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen die Firma: Amadeo Espada, Gießen. Inhaber: Amadeo Espada, Weinhändler zu Gießen. 8807 Gießen, den 9. November 1915. Großherzogliches Amtsgericht. „ KEKS / Pfd. 30, 35 und 40 Pfg. sowie KEKS in Packungen Trottoir-Reinigung von Schnee und Eis und Streuen bei Glatteis für nur 18 Pfg. pro Quadratmeter von jetzt bis 31. März 1916 übernimmt Trottoirreinigungs⸗Institut H. Schmidt, Telephon 880. Mäusburg 16. NB. Der sorgfältigen Bedienung wegen bitte 15 100 Aufträge schon jetzt erteilen zu wollen. durch Versicherung von Leibre Preussischen Renten-Versich Sofort beginnende gleichbleibende beim Eintrittsalt Gahre): 50 55 6 Erhöhung des Einkommens ute bei der 0 erungs-Anstalt. Rente für Männer: i075 0 o jährlich% der Einlage: höhere Sätze. 77248 8,44 ö 95115 11 14, 0 18, Bei längerem Aufschub der Rentenzahlung wesentlieh Für Frauen gelten besondere Tarife. Aktiva Ende 1914: 125 Millionen Mark. Prospekte und sonstige Auskunft durch Chr. 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