Ur. 264 Sweites Blatt Erscheint täglich itt Ausnahme des Sonntags. Die iechener Famflienblätter“ tperden dem „Arseiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Gietzen“ ztoenal macherulich. Die„Lanswirtschaftsichen Seit⸗ hagen“ exsdbemen monatlich zweumal. * Eine amtliche Darstellung über den Verlauf der Offensive gegen Serbien. Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: Als in der zweiten Hälfte des Monats September der Aufmarsch verbündeten Heere auf dem nördlichen Donauufer vollzog, dachte man in Serbien noch nicht an die von dort drohende Gefahr. 2 5 Der Feind hatte wohl Kenntnis von Truppenausladungen, er rechnete aber nur, wie spätere Gefangenen⸗Aussagen bestätigen, mit einer stärkeren Besetzung der Verteidigumgsstellung der ungari⸗ schen Donauseite. Wie konnte auch an eine Offenswe der Verbünde⸗ ten in einer ganz neuen Richtung cht werden, zu einer Zeit, in der die Entente Angriffe größeren Stils auf allen Kriegs⸗ schauplätzen vorbereitete. So vereinigte Serbien seine Hauptkraft gen den Erbfeind Bulgarien, dessen Haltung sich immer mehr 25 Entente zu entfreinden schien. Es galt für die Verbündeten, den Serben möglichst lange in seinem Glauben zu belassen, um dann überraschend mit sarker Kraft an verschiedenen Stellen gleich⸗ zeitig serbischen Boden betreten zu können. Welche Schwierigkeiten 8e macht, einen Fluß zu überwinden, dessen Breite durchschnittlich 700 Meter und mehr beträgt, dessen llen bei der herbstlichen Kossava denen der See gleichkommen, und der zumeist von Höhen überragt ist, die einer feindlichen Artillerie denkbar günstige Wir⸗ kung ermöglichen, wird auch jedem Fernstehenden klar sein. Hielten 23 nicht die Hauptkräfte der Serben das südliche Donauufer besetzt, so ergaben doch die angestellten Erkundungen, daß der Feind ebenfalls hier auf der Hut war und die Nordgrenze seines Reiches Ab mit fortlaufenden Verteidigungsanlagen versehen hatte, zu deren Besetzung nicht unerhebliche Truppen und Artillerie bereit standen. Den Hauptstützpunkt der Verteidigungsanlagen bildete die Festung Belgrad, jenes alte Bollwerk, das seinerzeit von den Türken an⸗ gelegt, der ruhmvolle Kriegsschauplatz Prinz 1 Truppen gewesen war, Hier follten 200 Jahre später die Nachtommen jener siegreichen Hoere, wiederum zum Bunde vereint, sich ihrer Vorfahren würdig erweisen. Unter dem Oberbefehl des General⸗ seldmarschalls v Mackensen hatte sich der Aufmarsch der Armeen Kveveß und Gallwitz planmäßig vollzogen. In den ersten Oktober⸗ tagen standen, die deutsch⸗österreichisch⸗ungarische Armee im Save— Donau⸗Dreieck, die deutsche Armee zwischen Temes⸗ und Karas⸗ Fluß. An der Savemündung und an dem Donaubogen bei Ram sollte zuerst der Uebergang erzwungen werden, dort war die Masse der Geschütze in Stellung gebracht, dort hatten die Pioniere in mühevoller nächtlicher Arbeit Brücken und Uebersetz⸗Material aller Art bereitgestellt“ Vom 7 war in den Zeiten der Vorbereitun⸗ gen wenig zu merken; hin und wieder feuerte serbische Artillerie vom füdlichen Ufer, doch ohne Erfolg, hier und dort mahnten serbische Flieger, noch nicht zu offen die Karten aufzudecken. Ihrem zu häufigen Erscheinen wurde indessen bald von den inzwischen 01 deutschen Fliegerabteilungen ein Ziel gesetzt; in breiter Front überflogen sie serbisches Gebiet, bekämpften im Luftkampf ihre Gegner, belegten die Arsenale und Militärlager ausgiebig mit Bomben und ergänzten durch ihre Aufklärung jenes Bild, das man sich an oberster Stelle über den serbischen Aufmarsch gemacht hatte. Am 6. Oktober begann an genannten Stellen das sich von Stunde zu Stunde steigernde Artillerie⸗Feuer und mit ihm die unmittelbare Vorbereitung zum Donauübergang Tas Oberkommando boabsichtigte zunächst auf den Höhen süͤdlich Belgrad und beiderseits der Anatema⸗Höhe, fpäter rechts und links der Morava, Brückenköpfe 85 schaffen unter deren Schutz die Truppe befähigt sein sollte. das ur Hffenstpe erforderliche Material auf das südliche Donauufer zu ziehen. Gleichzeitig aus⸗ General⸗Anzeiger für geführte kleinere Unternehmungen längs der Drina, an der mitt⸗ leren Save, sowie an der Donau zwischen Vk. Gradite und Orsowa sollten den Feind über die Absichten der Verbündeten im Unklaren lassen. Am späten Nachmittag des 6. Oktober stießen im Beisein des Generalfeldmarschalls von Mackensen die ersten Freiwilli⸗ gen bei Palank vom ungarischen Donauufer ab. In schneller Tahrt wurde der reißende e überwunden und in gespanntem Schweigen begleiteten die zurückgebliebenen Kameraden jene braven üringer, die als erste Deutsche serbischen Boden betraten. Noch immer hatte sich beim Feind nichts gerührt, zeit⸗ weise grüßte ein serbischer Kanonenschuß von der Anatema⸗Oöhe gus, sonst schien das feindliche Ufer wie ausgestorben. Direkter Widerstand war demnach hier nicht zu erwarten. Trotzdem entschied man sich, den Uebergang der Massen an dieser Stelle nicht in die Nacht hinein vorzunehmen. Die steil vom Ufer aus steigende Gorica⸗ Höhe konnte in ihren Schluchten feindliche Kräfte bergen, der en Vorstoß bei Dunkelheit den Unseren e werden konnte. Am frühen Morgen des 7, begann der llebe gang der Infanterie an drei verschiedenen Stellen. Komitatschis(Freischärler), die sich in dem Dorfe Ram und seinem hart am Fluß gelegenen malerischen Kastell zur Wehr setzen wollten, wurden überrannt. Was den deutschen Kolben nicht ke lernte, wanderte auf den zurück⸗ fahrenden Pontons in 10 Gewahrsam. Mit Bergstöcken aus⸗ 1 begleitet von zahllosen kleinen Pferden, deren Rücken unition und Maschinengewehre trugen, so erkletterte unser⸗ Infanterie das wegelose ungewohnte Höhengelände. Schwache, mit ungenügenden Kräften geführte Gegenstöße der Serben vermochten das Fortschreiten deutscher Truppen nicht aufzuhalten. Bis zum. end war die Gorica⸗Höhe in unbe treitbarem deutschen Besitz, starke Infanterie hatte sich eingegraben, Maschinengewehre waren eingebaut und Gebirgsgeschütze lauerten in Stellung auf den Versuch des Feindes, uns das besetzte Gebiet wieder zu entreißen. Anders stand es um den Uebergang bei Belgrad; dort verfügte der Feind schon zum Schutze seiner Hauptstadt über starke Artillerie. Englische und französische Geschütze krönten gemeinsam mit serbischen den Kalimegdan, jene der Hauptstadt vorgelegene weithin sichtbare Zitadelle, und mittlere und schwere Kaliber harrten auf den überragenden Höhen des Topeider und Barnovo ihrer Ziele. War die Wirkung von der Karas⸗Mündung ßer eine mehr moralische, so galt es hier im schweren Axtillerie⸗Duell erst seine Ueberlegenheit zu beweisen. Noch war es nicht geglückt, die zum Teil gut eingedeckten schwer auffindbaren Geschütze zum Schweigen zu bringen, als bereits die Zeit für den Uebergang gekommen war. Die gegen Sicht schützende Nacht mußte hier helfend beistehen. Als der Morgen graute, lagen vier österreichisch⸗unga⸗ rische Bataillone am Fuße der Belgrader Zitadelle. Not⸗ dürftig durch einen Bahndamm gedeckt, mußten jene Tapferen in schwerem Kampfe 12 Stunden ausharren, bis die Nacht er⸗ sehnte Verstärkungen brachte Deutsche waren unterdessen in fortlaufendem Uebersetzen auf die vom Feind besetzte südwestlich Belgrad gelegene Große Zigeuner ⸗Insel gewesen. Hier lauerte im dichten e ein gut bewaffneter, zäh sich verteidigender Gegnek. Trotzdem viele Pontons von Schüssen durchbohrk ken⸗ terten oder auf Minen liefen, trotzdem die Strömung manches Fahrzeug mit sich riß, trozdem durch Handgranaten und Ma⸗ schinengewehrfeuer große Lücken in die Reihen gerissen wurden, die braven Mannschaften ließen sich nicht aufhalten, sie drangen vorwärts und entrissen im Bajonettkampf dem Feinde Schritt für Schritt. Die Verbindung zum nördlichen Ufer war abgerissen, da sämtliche Uebersetzgelegenheiten zerstört, die sie bedienenden Pioniere außer Gefecht gesetzt waren. 6 Kompagnien aber Oderhessen hielten gogen starke Ueberlegen hit im heldenhaften Kampfe eine notdürftig mit dem Spaten geschaffene uneinnehmbare Stellung. Brabant und hessen. V. Ganz vergessen war Brabant freilich auch nach dem Aus⸗ sterben der herzoglichen Hauptlinie in Hessen mit nichten. Die brabantische Erbschaft hat zu verschiedenen Malen in der hessischen Geschichte eine wenn auch nur sehr bescheidene Rolle gespielt. Neuerdings ist das Andenken daran durch die Kriegs⸗ ereignisse, die Brabant und die Namen Brüssel, Antwerpen, Löwen, die alle enge mit der Geschichte unseres Herrscherhauses verknüpft sind, wieder in aller Munde gebracht hat, geweckt worden. hat Major a. D H. v. Pfister, der immer in der ersten Reihe zu finden ist, wenn es um Lebensfragen der hessischen Heimat gilt, in einem mit altgewohnter Frische ge⸗ schriebenen Aufsatz in der„Wormser Zeitung“ Hessens Ansprüche auf Brabant dargelegt und geschichtlich begründet.„Des Hauses 85 Ansprüche auf Brabant“ hat außerdem noch er sonderen lesenswerten Schristchen(Marburg, bei N. G. Elwert) behandelt. Hier findet man knapp zusammengefaßt eine zum Teil auf Akten des Marburger Archivs gegründete, vortreffliche Darstellung der verschiedenen Versuche, die von hessischer Seite zum Wiedergewinn der verlorenen Erbschaft gemacht wurden. Die nachstehenden Ausführungen gehen zum größten Teile auf diese Darstellungen zurück. In Einzelheiten können sie ernige Ergänzungen bieten. Die große Zahl handschriftlicher Ausarbei⸗ tungen, Tissertationen und Gutachten, von denen Dr. Knetsch eine rasche Uebersicht gibt, kann hier übergangen werden. ach Aussterben des Mannesstamms der Brabanter Herzogs⸗ familie hätte es für den hessischen Nebenzweig nahe gelegen, seine unbestreitbaren Ansprüche auf die Erbschaft sofort anzu⸗ melden und zu betreiben. Es fällt auf, daß der nächste und bestberechtigte Erbe, Landgraf Heinrich der Eiserne, der Enkel einrichs des Kinds und Urenkel Herzog Heinrichs II. und phiens, davon anscheinend ganz und gar absah. Allerdings hat er bei seinem Regierung santritt 15 den Brabanter Löwen H. als Beizeichen in sein Siegel aufgenommen, hat sein Neffe und Nachfolger Lan f Hermann der Gelehrte dieses Beizeichen weitergeführt. Zu einer ernsthaften Inanspruchnahme der Erb⸗ schaft ist es aber erst unter Hermanns Sohn, Ludwig I., dem Friedfertigen, gekoemmen. Die Gründe für den stillschweigenden Verzicht Heinrichs des Eisernen liegen nahe. Die junge Landgrafschaft stand damals in den heftigsten Kämpfen mit den Nachbarn, vor allem mit dem Erz⸗ bischof von Mainz. Das Land war arm. Die Streitkräfte, über die der Landgraf verfügte, waren ganz und gar unzuläng⸗ lich zu einem Kampf mit dem mächtigen Hause der Luxemburger, das Hand auf die Erbschaft gelegt hatte. Kaiser Karl IV., der Oberlehnsherr, bei dem er Schutz für seine Rechte hitte suchen müssen, war selbst ein Luxemburger und e die zugunsten der mit seinem Bruder Herzog Wenzel von uxemburg vermählten Tochter Johanns III. von Brabant unternommene Aenderung der Erbfolge gutgeheißen und begünstigt. Ein Auflehnen gegen Luxemburg und den Kaiser wäre für Heinrich Eisernen und seinen Neffen Wahnsinn gewesen. 2 ruhten Hessens Ansprüche, bis die Landgrafschaft unter dem tatkräftigen und unternehmungstustigen Landgraf Ludwig J. soweit erstarkt war, daß sie sich mit einiger Aussicht auf Erfolg in eine Heerfahrt nach Brabant einlassen konnte, und bis die politischen Verhältnisse dafür günstiger lagen. Nach dem kinderlosen Tode Johannas von Brabant(1404), der ter Johanns III., ging das Herzogtum, wiederum wider⸗ rechtlich, an deren Neffen Herzog Anton von Burgund aus dem i 218 der französischen Kapetin über. König Ruprecht von r Pfalz und sein Nachfol⸗ ismund, der als Lu; iht Aarechte auf die Keie rger zu haben glaubte, er ver⸗ arburger Archiwar Dr. Karl Knetsch in einem be⸗ i gebens Einspruch. Jahrzehntelang kämpften die deutschen Könige nur mit Protesten. Zum offenen Krieg mit dem mächtigen Hause der Herzöge von Burgund kam es erst 1437. Daß Sigismund dann mit der Wiedereroberung Brabants fürs Reich gerade den Vandgrafen Ludwig I. das Stammland auf eig gefaßt. 1431, als der Tod sicht stand, hatte er eine auf Hin⸗ Landgraf Ludwig, der an dem sich in Aachen der brabantischen Hoerscharen, die in einem raschen Gegenstoße Ver⸗ erwehren. Der Plan Kaiser Sigis⸗ Der Landgraf kehrte unverrichteter zu machen. Vergessen waren sie nicht. Von hessischen Geschichts⸗ schreibern wird ihrer gelegentlich gedacht. Von Philipp dem Groß⸗ mütigen hören wird, daß er von der Wiederherstellung der alten brabantischen Herrlichkeit geträumt hat. Erst der spanische Erb⸗ folgekricg gab den beiden regierenden Landgrafen, Ernst Ludwig und Denkschriften über die hessischen Erbrechte auf Brabant war das einzige Ergebnis. Brabant wurde österreichisch. 5 Als 1740 der letzte männliche Habsburger, Kaiser Karl VI. starb, als seine Tochter Maria Theresia von Preußen, Bayern ankreich in ihrem Erbe angefochten wurde, lebte in Hessen die rinnerung an Brabant wieder auf. Diesmal unter günstigeren Aussichten als 1700 und 1437 Hessen⸗Kassel, das damals schon über eine ansehnliche Militärmacht verfügte, stellte sich auf die Seite der Gegner Oesterreichs. Im Juni 1744 schloß Landgraf Wilhelm VIII.) mit Bayern, dessen Kurfürst Karl Albrecht inzwischen als aiser Karl VII. den deutschen Kaiserthron bestiegen hatte, Preußen und Frankreich ein Bündnis, in dem ihm Brabant Karl VII. wurde aber geschlagen. Hessen ging in dem Frieden in Kassel und Darmstadt doch nicht den Mut verlor und auf bessere Zeiten hoffte, geht aus in den nächsten Jahren er⸗ schienenen Literatur über die Erbfolgefrage hervor. Wieder vergingen Jahrzehnte, Ansprüche auf Brabant noch einmal, zum letztenmal Ende der 8er Jahre des 18. Die kirchlichen und po⸗ „ auflebte. oder eine ausreichende Entschädigung zugesichert wurde. Kaiser U wieder leer aus. Die Niederlande blieben österreichisch Daß man M die Frage der hessischen 3 Jahrhunderts entstanden in den V österxeichischen Niederlanden Unruhen. litischen Reformen Kaiser Jose⸗ II. fanden den erbittertsten Wiberstand bei Klerus, Wel und Volk. Unter dem Einfluß der Dienstag, 9. November 1915 Rotationsdrud und Verlag der Brühl'schen Universuäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul · straße 7. Geschästsstelle u. Verlagre 51, Schrift ⸗ leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Der Abend brachte Verstärkungen und bis zum frühen Morgen des 7. war das östliche Drittel der Großen Zigeunzr⸗Insel in deut⸗ schem Besitz. Unverzüglich wurde der Uebergang auf serbisches Festland jetzt sortgesetzt, das Säubern der Insel von dem noch haltenden Feind war nunmehr in zweite Linie gerückt, der Vor⸗ marsch zu den die Stadt beherrschenden Höhen war in den Vorder⸗ grund getreten. Aber auch dieser Weg mußte den sich zäh ver⸗ teidigenden Serben mit Blut entrissen werden. es wieder die schweren Kaliber, die der Infanterie den Weg 80 Siege ebneten. Ihre verheerende Wirkung war den Serben bis dahin nicht bekaunt. Am Abend des 8. stand die Infanterie eines deutschen Armeekorps auf den Topeider⸗Höhen und besiegelte damit den Fall der Stadt Belgrad. Dort kämpften österreichisch⸗ ungarische Truppen am Nordrand um die Zitadelle einen erbit⸗ terten Straßen⸗ und Häuser⸗Tampf. Eine von Topaider aus zur Verbindung mit den Verbündeten entfandte deutsche Ab ⸗/ teilung erreichte am frühen Morgen die Mitte der Stadt, Ihr Führer war jener Hauptmann, der in den August⸗ tagen in Südpolen als erster mit seiner Truppe eines der West⸗ werke von Brest⸗Litowsk erstiegen hatte. Er erstürmte am 9. Oktober bei Tagesanbruch das serbische Königsschloß, das noch vom Feinde besetzt gehalten wurde, und hißte auf ihm die deutsche Flagge. Gleichzeitig hatten sich die Verbündeten den Zugang zum Kalimegdan erkämpft und die Zitadelle mit der österreichischen Kaiserstandarte gekrönt. Um dem Druck der Um⸗ 2 zu weichen, hatten die Serben Hals über Kopf ihre Haupt⸗ t äumt. Von Belgrad und der Gorica⸗Höhe schritt die Offensive lang⸗ sam vorwärts. In der berechtigten Annahme, der Feind werde dorthin die Kräfte seiner Nordfront zusammenziehen, konnte zur schwierigsten Arbeit, dem Uebergang gegenüber der Mo⸗ rava⸗Mün dung geschritten werden. In einem deckungslosen, beiderseits des Stromez von Sümpfen durchsetzten Gelände, ohne ausreichende Artilleriestellungen von serbischen Höhen überragt, mußte hier der Strom überwunden werden. Branden bu 9 und Bayern sollten an jener Stelle Schulter an Schulter den Feind deutsche Ausdauer und Kraft lehren. Die einsetzende Kossavg exhöhte die Schwierigkeit. Nach mehrtägigem Ringen mit mensch⸗ licher und elementarer Kraft wurde auch bier die Arbeit vollbracht. Im Ansckluß an die Truppen, die mittlerweile in mehr oder weni⸗ ger leichten Kämpfen die Anatema⸗Höl⸗ überschritten hatten, ging es in fortschreitendem Angriff nach Süden weiter, während sich Teile nach dem stark bene dige Semendrig und dem nestlich ge⸗ legenen, vom Feinde besetzten Höhengelände wendeten. Es kam jetzt darauf an, möglichst schnell die Verbindung mit dem linken Flügel der Armee Koeveß herzustellen, um den Donauweg von Belgrad her frei zu machen und der Armee Gillwitz das stromauf⸗ wärts bereitgehaltene Brückenmaterial zuführen zu können. Tat⸗ kräftig konnte hier die Donauflottille, die sich schon bei Belgrad Lorbeeren erworben hatte, die Kämpfe auf dem Lande unterstützen. Am 18. Oktober räumte der Feind die hartnäckig verteidigten Höhen bei Grocka. Die Verbindung der beiden Armeeflügel war hergestellt, das Donauufer von Belgrad bis Bazias vom Feinde frei. Der Weg zur 11. Armee war offen. Nunmehr schien den Serben die Erkenntnis zu kommen, daß ein starkes Heer mehr von ihnen fordere als sie geahnt hatten. Aus allen Teilen des Reiches wurde herangeschafft, was irgend⸗ wie verfügbar war. Aber selbst bei den kurzen Entfernungen war es nicht möglich, mit den mangelhaften Beförderungsmitteln und den trostlosen Wegeverhältnissen Truppen schnell zu verschieben. Immerhin wuchs die Aussicht, einen starken Feind vor die Klinge zu bekommen und damit, ihm einen entscheidenden Schlag zu ver⸗ setzen. Von der Drina wurden Truppen herangezogen, die Macva Ideen, die im benachbarten Frankreich zur Revolution führten, kam der Gedanke an den Zusammenschluß der niederländischen Provinzen Oesterreichs. 5 unabhängigen Staate mit Brabant und Brüssel als Mittelpunkt, zu einem neuen Herzogtum Brabant in Aufnahme. Wo er entstand, wer zuerst einen 211 e Prinzen als künfti n Herzog vorschlug, müßte noch festgestellt werden. Die erste Nachricht davon bringt ein von Dr. Knetsch übersehener Brief des kaiserlichen Ministers in den österreichischen Nieder⸗ landen, des Grafen von Trauttmansdorff, an Kaiser Joseph II. Am 23. August 1789 berichtet der Minister über die Versuche der Rebellen, ein Heer zu bilden. Sie hofften dabei auf die Hilfe der Preußen, Holländer und Hessen. Es ginge das Gerücht von der Wahl eines hessischen Prinzen zum Herzog von Brabant. Er solle die Tochter des Herzogs von Arenberg, eines Führers der„Patrioten“ heiraten. Man habe dabei den Sohn des Landgrafen von Hessen im Auge, der freilich erst 10 bis 12 Jahre alt seß Der Kasser möge sich aber über diese Gerüchte nicht weiter e Die Sache sei solange ungefährlich, als den Patrioten“ ie ausländische Hilfe fehle, und es ihnen nicht gelinge, die niederländischen Provinzen unter einen Hut zu bringen. Beides sei aber vorerst durchaus unwahrscheinlich. Nach dieser Nachricht ist der Gedanke, einen Herzog von Brabant aus dem Hause Hessen zu wählen, im Kreise der Patrio⸗ Kei selbst aufgekommen und ihnen nicht etwa erst von preußischer oder hessischer Seite suggeriert worden. Jedenfalls ist Landgraf Wilhelm I. von Hessen⸗Kassel, der Vater des nach Trauttmann⸗ dorff für den brabantischen Herzogsstuhl in Aussicht genommenen Prinzen, erst Ende 1789 mit der Sache befaßt worden. Vielleicht hat sich der Minister aber auch in der Person des Prinzen geirrt, und i t ein hessen⸗kasselischer, sondern ein hessen⸗darm⸗ städtischer Prinz zum Herzog von Brabant und Gatten der damals 13 jährigen Prinzessin von Axenberg ausersehen gewesen. Der jüngste der Söhne Landgraf Ludwigs IX., Landgraf Christian. der 1789 26 Jahre alt war, war holländischer General und Gouverneur der an der Grenze Brabauts gelegenen 7 estung Grave. Er hatte sich in den holländischen Wirren durch Tapferkeit und Umsicht einen Namen gemacht und war der Schwager König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen und dem Erbstatthalter der Niederlande und dem Herzog von Arenberg befreundet. Daß man sich auch in Darmstadt in damaliger Zeit mit der Frage der brabantischen Erbschaft befaßt hat, 6155 aus dem Briefe des Erb⸗ prinzen Ludwig, des späteren Großherzogs Ludewig I. vom 5, März 1790 hervor, in dem er den Vetter von der älteren Linie, Landgraf Wilhelm IX. von Hessen⸗Kassel, zum gemeinsamen Vor⸗ gehen in der Brabanter Sache auffordert. Erst Ende 1789 hat der preußische Gouverneur von Wesel, der ehemalige hessische Minister, Generalleutnant von Schlieffen, Kasseler Landgrafen auf die Aussichten, die ihm der wichen andi he ndgraf Wilhelm ging mit starke, ausgerüstete Heer, fügte, stärkten seine Zuversicht England waren Die österreichischen Fahnen u einer Eroberung der alten Stammlande mit eigener Kraft war der Landgraf zu s 7 0 ersuch, in Brabant Fuß zu fassen, aufgeben. Wenige Jahre danach hen Trup⸗ 7) kamen Auch hier 0 3 22 9 1 5 5 15 . wurde geräumt, der Negotiner Kreis nach Möglichkeit fre ge⸗ macht und von der bulgarischen Front rollten Divisionen auf der Bahn über Cuprfie in das Moravatal. Von jener Front etwas Erhebliches wegzunehmen, dazu war es jetzt zu spät geworden. Am 14. Oktober hatte der Zar der Bulgaren dem Fönig Pete: den Krieg erklärt. rgeblich wandten sich die serbischen Blicke ngch dem ersehnten Vormarsch aus Saloniki, dem erhofften italie⸗ nischen Durchmarsch durch Montenegro, dem versprochenen russi⸗ schen Expeditionskorps. Der Serbe sollte auf sich selbst angewiesen bleiben. Selbst sein bester Bundesgenosse, der unaufhaltsam nieder⸗ strömende Regen, und das miserable Wegenetz seines Landes ver⸗ mochten den Vormarsch seiner Feinde nicht aufzuhalten. Im Timoktal Plang es allerdings starken serbischen Kräf⸗ ten, der bulgarischen Offensive 9 Zajecar und Knjazevac Einhalt zu gebieten. Dafür rückte aber ein starkes bulgarisches Heer von Südosten unaufhaltsam vorwärts. In den Tagen vom 20. bis 22. wurden die Bahnen bei Paljevo und Veles, der Lebens⸗ nerv für die serbische Armee vom Meer her, in Besitz genommen, am 23. Oktober zog ein bulgarischer Königssohn in Uesküb ein. Während so die Heere der Verbündeten schon tief im Innern der serbischen Monarchie standen, bereitete sich an der rumänisch⸗ österreichischen Grenze gegenüber dem Eisernen Tor die letzte 3 zur Herbeiführung des ersten großen Erfolges auf diesem egsschauplatz vor. Dort erzwangen Truppen der Verbündeten den Uebergang gegenüber der noch vom Feinde besetzten Donau⸗ strecke und säuberten den mit Minen und Ketten verlegten Donau⸗ weg. Am 30. Oktober fuhr das erste Munitionsschiff nach Lom, der Weg zum Reiche des Halbmondes war erzwungen. Drei ver⸗ bündete Mächte reichten sich auf serbischem Boden die Hand. Aus dem Reiche. Tagung der Nationalliberalen Reichstagsfraktion in Eisenach. f Die Nationalliberale Reichstagsfraktion, die am 6. und 7. No⸗ vember nahezu vollzählig in Eisenach versammelt war, hat fol⸗ 5 nde Entschließung gefaßt: Die Fraktion erblickt in der Be⸗ ämpfung der Lebensmitteltenerung die wichtigste der⸗ zeitige innerpolitische Aufgabe. Sie verkennt nicht, daß durch die in allerletzter Zeit getroffenen Maßnahmen ein wirksamer Anfang zur Beseitigung der schweren Notstände in der Lebens⸗ mittelversorgung gemacht wurde, erwartet jedoch den unver⸗ züglichen Ausbau dieser Verordnungen, namentlich in der Ri„daß die durch die Zeitwerhältnisse gebotene Sparsam⸗ keit mit Lebensmitteln von allen Kreisen beachtet werde. Zu 5 Zwecke hält sie die Einführung von Fleischkarten und eine auf derselben Grundlage beruhende Verteilung von Fett und Butter in größeren Städten für unbedingt erforderlich. Die Fraktion bedauert aufs lebhafteste, daß die Widerstände innerhalb und außerhalb der Reichsleitung, die sich einer Rege⸗ lung der Lebensmittelfrage entgegenstellen, erst dann überwunden werden konnten, als eine Notlage weiter Volkskreise infolge Unter⸗ lassung solcher Maßnahmen eingetreten war. Im Zusammen⸗ hang mit der Regelung der Lebensmittelfrage muß auch verlangt werden, daß die Versorgung der unter dem Mangel an Futter⸗ mitteln schwer leidenden Landwirte und kleinen Viehhalter als der Hauptträger der Viehzucht, vor allem der Schweinezucht, mit 175. zur erträglichen Preisen schleunigst sicherge⸗ N t wird. . Zur Aufrechlerhaltung der Produktion in Landwirtschaft, In⸗ daustrie und Gewerbe muß eine planmäßige Organisation der Be⸗ urlaubung von Mannschaften in die Wege geleitet werden, um die Versorgung des Volkes und Heeres mit allen benötigten Er⸗ FBebugnissen sicherzustellen. . Die Fraktion verurteilt den Lebensmittelwucher in jeder Form und in allen Kreisen, in denen er sich etwa geltend gemacht hat. Sie fordert deshalb die schärfste Handhabung der Be⸗ stimmungen gegen den Lebensmittelwucher wober sie auch für notwendig erachtet, daß ermöglicht wird, die Ausnützung der Not des Volkes durch Zurückhaltung notwendiger Lebens⸗ mittel zur Erzielung höherer Preise mit dem Verlust der bürger⸗ lichen Ehrenrechte zu bestrafen. Endlich hält die Fraktion die sofortige Einbringung der Vor⸗ lage einer Kriegsgewinnstener mit gestaffelten Steuer⸗ säßen, namentlich für den reinen Spekulationsgewinn, für drin⸗ gend geboten. 8 Die Beschlagnahme von Decken. Berlin, 8. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Im„Reichsanzei⸗ ger“ wird die Freigabebewilligung zu der Bekannt⸗ machung betreffend die Beschlagnahme von Schlafdecken, Haardecken, Pferdedecken(Woilachs) veröffentlicht. Da⸗ nach sind alle Decken und Deckenstoffe, die mindestens zu 25 Prozent aus Kamelhaar bestohen, freigegeben, gleichgültig, in welchen Men⸗ gen sie vorhanden find, jedoch nicht sogenannte Kamelhaarimitate. Ferner sind ue Ve die Vorräte eines und desselben Eigen⸗ tümers, die unter U R Decken: 50 Stück von eimer einzigen Qualstät, gleichmltig wie groß die Gesamtbestände sind, b) bei Deckenstoffen: 100 Meter Deckenstoff einer einzigen Qualität, gleichzültig, welche Breite die Stücke haben. Unterschiede in der Farbe, Größe und Gewicht be⸗ gründen filr 12 allein eine Verschiedenheit der Qualität. Jede Teilung der äte, durch welche sie der Beschlagnahme entzogen werden, ist verboten und strafbar. Der Verkehr mit Stroh und Häcksel. Berlin, 8. Nov. WTB. Amtlich.) J. der heutigen Bundes⸗ ratssitzung wurde die Verordnung über den Verkehr mit Stroh und Häcksel verabschiedet. Die Verordnung verfolgt den Zweck, dem Kriegsausschuß für Ersatzfutter durch Vermittlung der Be⸗ zugsvereinigung der deutschen Landwirte diejenigen Strohmengen zu angemessenen Preisen zu sichern, die er zur erstellung seiner Futtermittel braucht. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Me ⸗ lassefuttermittel und um ee Strohkraft⸗ futter. Demnach wird durch die Verordnung der Bezugsver⸗ einigung das Vorkaufsrecht für diejenigen Strohmengen ein⸗ geräumt, die jemand absetzen will, sofern diese Mengen 4 Tonnen bis zum 1. August 1916 übersteigen. Um die daraus herzustellenden Ersatzfutter den Landwirten und sonstigen Verbrauchern zu angemessenem Preise darbieten zu kön⸗ nen, werden Höchstpreise für Stroh festgesetzt und zwar 45 Mark für ungepreßtes Maschinendruschstroh, 47,50 Mark für gepreßtes Stroh und 50 Mark für Flegeldrusch⸗ stroh für die Tonne. Einbezogen in die Verordnung ist Stroh von Roggen, Weizen, Dinkel Hafer und Gerste, nicht aber Streu von diesen Getreidesorten. Das zum Absatz gestellte Stroh, das die Bezugsvereinigung für die oben angegebenen Zwecke sowie für gewisse besonders dringliche Ausnahmefälle(zum Beispiel zur Versorgung ungünstig gelegener städlischer oder industr el er Ver⸗ brauchszentren) nicht braucht, wird dem Verkehr wieder frei⸗ gegeben; es gelten dann die obigen Höchstpreise als Verkaufs⸗ preis für den Erzeuger. Beim Verkauf von Häcksel durch den Hersteller darf ein Preis von 60 Mark für die Tonne ohne Sack nicht überschritten werden. 5 Berlin, 8. Nov.(WTB. Nilhtamtlich.) Der Bundes ⸗ rat beschloß in der heutigen Sitzung eine Verordnung über Oele und Fette. Sie hat den Zweck, die tierischen und pflanzlichen Sele und Fette, die für die menschliche Ernäh⸗ rung verwendbar sind, für diese sicherzustellen und eine Grundlage für eine angemessene Preisgestaltung zu geben. Die 3 setzt die Anzeigepflicht fest, eine Absatz⸗ beschränkung und die Verpflichtung, Vorräte an Oelen und Fetten dem Kriegsausschuß für Pen und tierische Oele und Fette G. m. b. H., Berlin, auf Abruf zu bestimmt vorgeschriebenen Preisen zu überlassen. Dem Kriegsausschuß liegt die Verteilung der Rohstoffe und der von ihnen hergestellten e an die beteiligten Industrien ob. Der Reichskanzler erläßt die näheren Bestimmungen hier⸗ über. Er bestimmt insbesondere, an welchen Stellen und zu welchen Preisen die Waren abzugeben sind. Berlin, 8. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme: Der Entwurf einer Verordnung über Oele und Fette, der Entwurf einer Verordnung über den Verkehr mit Stroh, die Vorlage betreffend anderweitige Verteilung der Prägungen von Fünf⸗ Pfennig⸗Stücken aus Eisen auf die einzelnen Münzstätten. Berlin, 9. Nov. Als ein gutes Zeichen betrachten die Blätter, daß bei der Berliner Sparkasse seit Anfang dieses Jahres rund 102,6 Millionen Mark eingezahlt wur⸗ den, zurückgezahlt sind 77,2 Millionen, darunter 34,8 Mil⸗ lionen Mark von Sparern gezeichnete Kriegsanleihe.— Auch die Arbeitsnachweise, die steigenden Ver⸗ kehrsziffern und die erhöhte Abgabe von Gas und elektrischen Mengen bestätigen die Besserung der gesamten Geschäftslage in Berlin. Karlsruhe, 8. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Prinz Max von Baden macht in der„Karlsruher Zeitung“ die Mitteilung, daß die von ihm durch die Unterstützung von Vertrauensmännern veranstaltete Privatsammlung für die gefangenen Deutschen in Rußland den Betrag von 200 000 Mk. 5 hat. Der nach Deckung der ein⸗ maligen Ausgaben der Liebesgabensendung nach Rußland noch verbleibende Rest von 100 000 Mk. soll für Unterstützun⸗ gen deutscher 7 85 in Rußland und unsere in Frank⸗ reich gefangenen badischen Landsleute aufgebraucht werden. Dresden, 8. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der König von Sachsen stistete zur Anerkennung besonderer vaterländi⸗ cher Betätigung während des gegenwärtigen Krieges einen Orden, der den Namen Heer und Flotte. e Der kleine Kreuzer„Undine“ gesunken. Berlin, 8. Nov(WTB. Amtlich.) Am 7. No⸗ vember nachmittags wurde der kleine Kreuzer„Undine“ bei einer Patrouillenfahrt südwestlich der schwedischen Küste durch zwei Torpedoschüsse eines Unterseeb-otes zum Sinken gebracht. Fast die ganze Besatzung ist gerettet. i Der Chef des Admiralstabes der Marine. Der kleine, dreizehn Jahre alte Kreuzer, der eine Besatzung von 281 Mann trug, verdrängte 2100 Tonnen und war bei einer Armierung von zehn 10,5 Zentimeter-Kanonen nur leicht gepanzert. Die„Undine“ ist einer der ältesten und(mit 21 Seemeilen⸗Fahrt) langsamster unserer kleinen Kreuzer. Märkte. Gießen, 9. Nov. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pd. 2,00— 2,10, Hühnereier das Stück 17.—20 Pfg., Käse das Stück 7—9 Pig, Käsematte 1 Stück 3—0 Pig. Kartoffeln der Zentner 3,75 bis 0,00 Mark, Milch das Litec 26 Pfg.: Aepfel der Zentner 6 bis 8 Mk., Spinat 20 2 Pfg. das Pfund; Wirsing 10—15 Pig. das Stück, Gelbe⸗ rüben 10—12 Piennig das Pfund, Rotkraut 15—25 Pfennig das Stück, Rosenkohl 20- 25 Pig. das Pfund, Kohlrabi 6 bis 8 Pfa. das Stück, Weißkraut 15— 25 Pfg. das Stiick, Birnen 7 bis 15 Pfa., bessere(000 Pfennig das Vfund, rote Rüben 7—8 Vfg., röwisch Kohl 6—8 Pfennig. Zwiebeln der Zentner 27—23 Mk. Nüsse 100 Stück 40-50 Pig. Blumenkohl 20-5 eg Tomaten d. Pd. 25— 9 Pfa. Sellerie 6—10 Pig. d. St. Endivien 10— 12 Pig. Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. se. Franffurt a. M. Viehhofmarktberlcht vom 8. Nov. Auftrieb: Rinder 2869(Ochsen 297, Bullen 39, Kühe und Färsen 253%, Kälber 406, Schafe 14, Schweine 80. Marlktverlauf: In allen Viehgattungen langsamer Handel; — Rinder Uebersand. Preise für 100 Pfd. 0 Lebend Schlacht⸗ Ochsen. gewicht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mk. wertes, 4—7 Jahre alt.. 36974 132136 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäste tee Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 58—62 1101185 Bullen. f Vollfleischige, jün green„46670 115120 Mäßig genaährte junge und gut genährte ältere 60-64 110—115 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 61-67 115— 125 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht- 5 wertes bis zu 7 Jahren. 60-66 110 120 Wenig qut entwickelte Färsen.. 51-60 108120 Aellere ausgemäsiete Kühe.. 46—53 82— 106 Mäßig genährte Kühe und Färsen.. 33-44 76-88 Gering genährte i Färsen. 30-36 68— 80 ber. Mittlere Mast⸗ und beste Saugkälber.. 72-76 120127 Geringere Mast- und gute Saugkälber. 68—72 115-122 Geringe Saugkälber. 6266 105112 Schafe. 1 Weidemasischafe ö Mastlämmer und Masthammel 60-00 130-00 Geringere Masthammel und Schafe.. 50-00 120-00 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht... 12 00-125.00 140.00— 155.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebengewi ht.. 110.00 120.0) 130 140.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 k Lebendgewicht.. 2.00-125.00 140.00—1 55.00 Vollfleischige Schweme von 120 bis l 150 kg Lebendgewicht.... 12.00-12.00 140.00 155.00 10. Frautfurt a. M., 8. Nov. Frucht- und Futtermittel. markt. Da Käufer und Verkäufer sehr zurückhaltend, war überall ein äußerst ruhtaes Geschält. Das Angebot in Futtermitteln etwas besser bei behaupteten Preisen und kleinem Geschäst Kokosluchen 2 bis 75,00 Mk., Leinkuchen 8081 Mk., Rapskuchen 6062 Mk., Sesamkuchen 7074 Mt., Spelzspreu 1—13 Mk. Alles für 100 Kg. deen Sekreergrfeer sichtigung der am Tage der Beschlagnahme (1. Oktober 1915) vor Wert hen Alicestraße 11 eren Wobnung zu verm. 8570 Näberes daselbst 1. Stock. [Ds Zmmer- 8560 Wilbelmstraße 8 III. 6⸗Zimmerw. mit Bad, Loggia und allem Zubeh. zu verm. 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Der Oberbürgermeister. Keller. Alus der Echternach⸗Strob⸗ und der Loufs Labrossse⸗ Stistung kommen demnächst etwa 140 Ztr. Kohlen an Gießener Stadtarme zur Vexteilung. a Meldungen nimmt das Städtische Armenamt, Aster⸗ weg 9, bis 20. November d. Js, entgegen 186638 Aus der Friedrsch Bücking⸗Süftung sind um Wesh⸗ nachten d. J. 1500 Mk. in Gaben von se 150 Mk. an be⸗ dürftige und würdige Bewohner Gießens Famillenhäupter oder einzelstehende Personen, zu vergeben. 8766 Anmeldungen sind bis spätestens 30. November 1915 Asterweg 9, Erdgeschoß, Zimmer Nr. 3, einzureichen. Es sind drei lebenslängliche Pfründen aus der Plockischen Stiftung an geborene Gießenerinnen zu vergeben. Die Bedachten sind gehalten, Siechenanstalt hier einzutreten. Meldungen nimmt das städt. Armenamt, Asterwegg ptr. bis zum 30. November d. J. entgegen. 8767 Aus der Minna Keil-Vogt⸗ Sissung sind sssr das Fahr 1915 drei Gaben von se 70 Mk. an drei in Gießen wohn⸗ bafte, würdige und bedürftige Handwerksmeister oder Witwen von Handwerksmeistern, evangelischer Konsession, zu vergeben. f 5 5 Nur selbständige Handwerker oder Witwen selbst⸗ in die Provinzlal i nimmt das städtische Arme weg h, bis 30. November d. Js. entgegen. * 1 / ²ꝝ ꝙ ⁵ õõ f mmm N A2.* 18 7 2 e 8 85 881 eee eee A 4 e 5 0 In der Blüte wegge 8 N 1 frei i R 1 0 Lei in fremd I 1 1 5 Vir dor cb r bieten in uns 1 d nie vergessen f 1 5 Mit nich 10 rfreut er dich gekannt er! 1 g ge 1 Ru 8 du tre 3 Den Heldentod 8 4 Le . 1 1 12 9 im 21. Lebensjahre. E 0 Ir far—* 1 8 0 2 1 1 meme! 2 f 1 Wilhelm ö 5 8 5 4 355 1 Heuchelheim, den 9. November 1915. Frau 1 1 1 Frau Luft Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung! 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