Ur. 203 Der Slezener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; wermal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Ferisprech⸗ Anschlusße: für die Schriftleuung 12 Verlag, Geschälftsstelledl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Sleßen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. General⸗Anzeiger für Oberhessen 5 Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. cange. Schriftleitung, Heschüftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Montag, 8. November 1015 Beiügs brei: monatl. 85 Pf., viertel; N ährl. Mk. 2.50: durch Abbole- u. Zweigstellen monatl 75 Pf. durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Große Siege in Serbien. Griechenland behält seinen Kurs bei. Hitcheners neue Mission im Grient. (WTB.) Großes Hauptquartier, 6. Nov.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauhlaßz. Im Handgranatenkampf wurden die in den Ostteil unseres neuen Grabens nördlich von Massiges eingedrungenen Frau⸗ zosen wieder daraus vertrieben. 8 Soust verlief der Tag unter teilweise lebhaften Artillerie⸗ kämpfen ohne Ereignisse von Bedeutung. 0 Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. 5 Die Russen wiederholten ihre Durchbruchsversuche bei Dinaburg mit dem gleichen Mißersolge wie an den vorher⸗ gehenden Tagen. a Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Nordöstlich von Budka wurden weilete tussische Stellungen genommen. 2 Bei Siemikowee ist Ruhe eingetreten, der Gegner ist in seine alten Stellungen auf dem Ostuser der Strypa zurück⸗ geworfen. In den nun abgeschlossenen Kämpfen verloren die Russen an Gefangenen 50 Offiziere und etwa 6000 Mann. Balkan⸗Kriegsschauplaß. Im Tale der westlichen Morava wird südöstlich von Cacak gekämpft. Kraljevo ist genommen. Oestlich davon wird der Feind versolgt. Sdubal ist erreicht, der Z u⸗ pan jevacka⸗Abschnitt ist überschritten! Im Mo⸗ rava⸗Tale wurde bis über ar nachgedrängt; durch Handstreich setzten sich unsere Truppen noch nachts in Besitz von Varvarin. Ueber dreitansend Serben wurden gefangen genommen. Bei Krivirir ist die Gefechtsfühlung zwischen den Deutschen und bulgarischen Haupllräften gewonnen. Die Armee des Generals Bojadfjieff hat bei Lu⸗ kovo und bei Soko⸗Banja du Gegner geworfen, über fünfhundert Gefangene Aa und sechs Geschütze erbeutet. Nach dreitäggem Kampf ist gegen zähen Widerstand der Serben die befestigte Hauptstadt Nisch gestern nachmittag erobert. Bei den Kämpfen im Vorgelande sind drei⸗ hundertfünfzig Gefangene und zwei Geschütze in bul⸗ garische Hand gefallen. Oberste Heeres leitung. v) Großes Hauptquartier, 7. November. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 5 l Oestlicher Kriegsschauplaß. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Südwestlich und südlich von Riga wurden mehrfache russische Teilangriffe abgeschlagen. Vor Dünaburg schei⸗ terten feindliche Angriffe bei Illuxt und zwischen Swenten⸗ und Ilsen⸗ See. In der Nacht vom 5. zum 6. 11. waren die Russen nord⸗ westlich des Swenten⸗Sees durch nächtlichen Ueberfall in unsere Stellungen eingedrungen; sie sind gestern wieder hinausgeworfen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Nordwestlich von Czartorysk wurden bei einem ab⸗ geschlagenen feindlichen Angriff achtzig Gefangene gemacht und ein Maschinengewehr erbeutet. Valkan⸗Kriegsschauplatz. Oesterreichisch⸗ungarische Truppen haben den Feind von der Gracina⸗Höhe(12 Klm. nordweftlich von Jwan⸗ licch zurückgedrängt und sind im Tal der westlichen Morave über Slatina hinaus vorgedrungen. Beiderseits von Kraljevo ist der Flußübergang er zwungen. In Kraljevo, das nach heftigem Straßenkamp von brandenburgischen Truppen genommen wurde sind hundertunddreißig Geschütze erbeutet. Oestlich davon gingen österreichisch⸗ungarische Truppe vor und machten vierhunderteinundachtzig Gefangene. Unsere Truppen stehen dicht vor Krusevac. Din Armee des Generals v. Gallwitz nahm gestern über drei⸗ 5 Imter unserem tausend Serben gefangen, erbeutete ein neues englisches Feldgeschütz, viele bebzadene Munitionswagen, zwei Verpfle⸗ gungszüge und zahlreiches Kriegsmaterial. Oberste Heeresleitung. *** In Serbien sind glänzende Siege erfochten worden, und Bulgarien weiß sich der sicheren und dauernden Er⸗ füllung seiner nationalen Wünsche ganz nahe. Jener nach⸗ stehend mitgeteilte Depeschenwechsel zwischen dem bulgari schen Generalissimus 5 dem Ministerpräsidenten Rados lawow legt die englisch⸗russischen Pläne ein für allemal in Fesseln. Ihm steht gegenüber eine Kundgebung eitler französischer waar a die vom neuen Minister⸗ präsidenten Briand an Pasitsch gerichtet ist und worin den Serben immer noch Hilse versprochen wird. Dabei erfahren wir heute durch den amtlichen bulgarischen Bericht, daß bei Prilep, Kriwolok und Strumitza(Orte, die etwa 100 Kilo⸗ meter nördlich von Saloniki in einer ebenfalls 100 Kilometer langen Strecke liegen) die Franzosen und Engländer unter beträchtlichen Verlusten geschlagen worden sind.„Viele Ge⸗ fangene und unübersehbares Kriegsmaterial aller Art fiel,“ 0 fügt der Bericht hinzu,„in unsere Hände.“ Man kann ie Tragweite dieses Sieges nicht hoch genug anschlagen. Die „Entente“, die soeben ihren noch nicht mit Lorbeeren der neuen Kriegsgeschichte geschmückten Helden Kitchener in ge⸗ heimnisvoller Mission nach dem Osten entsendet, hat einen vernichtenden Schlag erlitten, von dem sie sich schwerlich wieder aufraffen wird. Der neue griechische Ministerwechsel, den König Konstantin vollzogen hat, bringt einen 80jährigen. Greis ans Ruder, und es ist klar, daß dieser nur den Namen für die Politik des Königs und seiner Generale hergibt. Jeder Tag bringt es neu ans Licht, daß für die neutralen Balkan⸗ staaten jetzt nicht Diplomatisieren im leeren Raum die Parole sein darf, sondern vor allem sachverständige Einschätzung der militärischen Lage und Möglichkeiten. Die Haupt⸗ und 1 des Serbenkönigs, Nisch, ist gefallen! Die letzte Feste des Serbenreiches, die den Vor⸗ marsch der Bulgaren an der Morawa aufhalten konnte, ist verloren, und unter dem unwiderstehlichen Druck der sieg⸗ reich einmarschierenden Truppen, von Norden und Süden umfaßt, weichen die Serbenheere nach Montenegro und ge⸗ gen die. Grenze zurück. Nisch war im Laufe des ganzen Krieges der Sammelpunkt der serbischen Regierung und das Hauptquartier des serbischen Heeres, und wenn die verantwortlichen Minister und Generäle des Serbenvolkes sich auch längst in Sicherheit gebracht haben, so ist der Fall von Nisch doch entscheidend für den serbischen Feldzug, und in England, Frankreich, Rußland und Italien wird man mit Schrecken und Erschütterung von der Einnahme Nischs durch die Bulgaren erfahren. Wenn der Zweck des 8 ist, die wich⸗ tige Bahn von Belgrad nach Sofia, d. h. die Zwischenstrecke der Bahn von Berlin nach Konstantinopel, in deutschen Besitz zu bringen, so ist dieser Zweck durch den siegreichen Vor⸗ marsch der Bulgaren nahezu erreicht. Nur noch wenige Kilometer der Bahn zwischen Nisch und Paracin können noch in den Händen der Serbez sein. Aber dieser Besitz wird kaum noch nach Tagen, sonde ur noch nach Stunden zu zählen sein. Schon bringt unser neuester Tagesbericht die Kunde, daß unsere Truppen dicht vor Krusevac stehen! Krusevac liegt zwischen Paracin und Nisch, an der westlichen Morava, nur 20 Kilometer von der Eisenbahnlinie Belgrad⸗ Nisch entfernt! Auch im weiten Westen Serbiens schiebt sich unsere Front unaufhaltsam vorwärts; in Kraljewo, das von brand gischen Truppen ge⸗ nommen worden ist, sind nicht weniger als 130 Geschütze erbeutet worden. Auf schwierigen Gebirgsstraßen muß die serbische Armee nach Süden flüchten. Zwischen der Armee von Gallwitz und der ersten bulgarischen Armee ist die Verbindung völlig e General Bojadjiew schützt nunmehr die östliche 5 anke der Verbündeten, mit deren Unterstützung er westlich der Binacka. Morawa weiter auf die Serben drücken kann, die vermutlich die Jastrebatz Planina, ein schwieriges Gebirgsgelände, das der Armee Gallwitz onst erhebliche Hindernisse bereiten würde, ohne Widerstand »äumen werden. ** 8 Die österreichisch⸗ungarischen Tagesberichte. Wien, 6. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 6. November 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Der Feind unternahm gestern südöstlich von Wis⸗ 11.0 wozyk gegen unsere Strypafront zwei starke Angriffe. Seine Angriffskolonnen brachen, schwere Verluste erleidend, euer zusammen. Die Russen zogen sich chließlich sowohl hier, als auch öftlich von Burkano w ind Bieniawa in ihre Hauptstellungen zurück. Die Zahl der in den Kämpfen von Siemikowee eingebrachten Ge⸗ angenen stellt sich auf fünfzig Offiziere und sechstausend Nann. Am unteren Styr gewinnen unsere Angriffe schritt⸗ weise Raum. a Italienischer Kriegsschauplatz. Die Ruhe an der Südwestfront hielt im großen und ganzen auch gestern an. Hierzu mögen die aus dem amb⸗ lichen Bericht der italienischen Heeresleitung bekannten un⸗ günstigen Witterungsverhältnisse beigetragen haben. Ver⸗ einzelte Angriffe des Feindes wurden abgewiesen. Im Ab⸗ schnitte von San Martino sind noch Nahkämpfe im Gange. Südöstlicher Kriegsschauplatz. „Die an der montenegrinischen Grenze kämpfenden öster⸗ reichisch⸗ungarischen Kräfte erstürmten vorgestern östlich von Trebinje den Ilino brdo und durchbrachen damit die montenegrinische Hauptstellung. Gestern wurde der Feind bei der Ruine Klobuk geworfen. Von der Armee des Generals v. Köveß gewann eine öster⸗ reichisch⸗ungarische Kolonne den Talpaß Klieura südlick non Arilje; eine andere drängte den Gegner über die. Jelica und südöstlich von Cacak zurück. Kraljevo wurde von deutschen Truppen besetzt. Weiter südöstlich überschritten deutsche und österreichisch⸗ungarische Abteilungen die westliche Morava. Die Armee des Generals v. Gallwitz nähert sich der Talenge nördlich von Kruse vac. Der serbische Haupt⸗ waffenplas Ni sch befindet sich in bulgarischen Händen. Auch Soko⸗Banfa und die Höhen westlich von Luko vo wur⸗ den non den Bulgaren genommen. Ueberall werden viele in Zivil gekleidete Deserteure der serbischen Armee aufgegriffen Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 7. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 7. November 1915. 8 Russischer Kriegsschauplatz. f Ssdöstlich von Wisniowic zyk an der Strypa und nordwestlich von Dubno schlugen unsere Truppen starke russische Angriffe ab. Bei Wisniowezyk war es der siebente Angriffsversuch, den die Russen in den letzten vier Tager gegen dieses Frontstück gerichtet haben. Sonst im Norden nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Alle Versuche des Feindes, unsere Stellungen im Ab⸗ cet von San Martino zu durchbrechen, sind ge⸗ eitert. Südöstlicher Kriegsschauplaß. Die Montenegriner versuchten, die ihnen in den letzten Tagen entrissenen Stellungen zurückzugewinnen. Ihre Angriffe scheiterten. f Die im Morapica⸗Tale vordringende österreichisch⸗ ungarische Kolonne befindet sich im Angriff gegen die Höhen nördlich von Iwanjica. Südöstlich von Cacak warfen wir den Feind über den Glogovacki Vrh zurück. 2 Bei der Einnahme von Kralje vo durch die Deutschen wurden 130 serbische Geschütze eingebracht. Die südöstlich der Gruza⸗ Mündung kämpfenden k. und k. Truppen haben gestern 500 Serben gefangen ge⸗ nommen. 0 Die Armee des Generals v. Gallwitz erreichte unter Kämpfen nördlich von Krusevac das Tal der westlichen Morava. f N Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. —— 5 K* Die Begeisterung in Sosia. Sofia, 7. Nov.(WTB. e Meldung der A Telegraphen⸗Agentur. Im Verlaufe der aus Anlaß Eroberung von Nisch veranstalteten öffent⸗ lichen Kund 1 bereitete die Menge dem König und Ministerpräsidenten Huldi⸗ bir Der König dankte für die Kundgebung und sagte, ie Huldigungen, die ihm bereitet würden, gelten sicherlich den ununterbro Erfolgen des tapferen bulgarischen. Heeres. Radoslawow hielt an die vor dem Ministerrats⸗ Palast versammelte Volksmenge eine Ansprache, in der er erklärte die bulgarische Nation habe endlich ihre geschicht⸗ lichen Wünsche verwirklicht und jene Städte in ihren Schoß zurückkehren lassen, die ihr vor 40 Jahren entrissen wurden. Die Staatsmänner würden das, was das Heer mit seinem Blute erobert habe, zu wahren wissen. Sofia, 6. Nov.(WTB. A e Meldung der Bulgarischen Telegraphen⸗Agentur. Aus laß der Ein⸗ nahme von Nisch ist die ganze Stadt festlich be⸗ flaggt. Die Schuljugend veranstaltete in den Straßen eine Freudenkundgebung durch Absingung patriotischer Lie⸗ 825 In der Kathedrale fand ein feierlicher Dankgottesdienst tatt. Berlin, 8. Nov. In seinem Berichte an den„Berliner Lokalanzeiger“ über den Jubel in Sofia wegen des Falles von Nisch meldet Kurt Aram u. a.: Vor der deutschen Gesandtschaft begrüßte in Abwesenheit des Gesandten sein Vertreter die fubelnden Scharen, dankte für die Kundgebung, gab der Freude über die Siege der verbündeten Völker Ausdruck und schloß mit einem Hoch auf die verbündeten Fürsten, Heere und Völker. Nachdem die Wacht am Rhein gespielt worden war, hielt ein Bulgare in deutscher Sprache eine Rede. Unter unzähligen Hochrufen und den Klängen der bulgarischen Hymne zerstreute sich alsdann die Menge. In den Bericht Kurt Krams heizt es weiter: Die wullwiörssche 3008. Mittel- Serbien 0 5 25 25 . f, ανεα e 8 ,, 4 1 8 Suns, 2 ore 2 22 9 outs Lego hoe 1 Der gen fue Strg 8 8 V. rde er N 72 8 5 5. 5 5„ ee is ele„ Safin. N 1 2 5 e 5 5 8 72 5 1 gere. 8 IN n, e e Gee Oe 1 Sagoln ge 0 Sg 2 N„„ ist 920 15 daß 17 Serben ungefähr so gro österreichische T vordrin unterne vom S operiere S zusammengedrän t sind in ein Gebiet, wie Albanien. Bei Paratschin haben sich deutsch ruppen mit den Bulgaren vereint und von Zaitschar 15 deutsche Truppen nahmen Osice und Pocasvac und men einen Umfassungsversuch nach Süden, um die Serben andschak abzudrängen. Oesterreichisch⸗ungarische Truppen n von Ardovac aus gegen die Montenegriner. Das größere Bulgarien. a Sofia, 7. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bul⸗ garischen Telegraphen⸗Agentur. Der Generalissimus Scheko w hat an den Ministerpräsidenten Radoslawow folgendes Tele⸗ gramm gerichtet: Es ist mir besonders angenehm, Ihnen zu mel⸗ den, daß nach hartnäckigen, blutigen Kämpfen, die drei Tage ge⸗ Dauert haben, heute nachmittag um 3 Uhr die Festung Nisch 1 von unseren tapferen, siegreichen Truppen erobert und dort die Flagge Bulgariens für immer gehißt worden ist. Dieser glänzende Erfolg, der die siegreichen Fahnen ⸗des bulgari⸗ schen Volkes in Waffen mit neuem Ruhm bedeckt, bahnt den Weg für Ihre patristische Politik zur Einigung der ganzen Nation unter der Majestät des Königs. a f Radoslawow erwiderte: Der glänzende Ausgang der dreitägigen Kämpfe unserer siegreichen Truppen gegen einen zähen Feind unter den Mauern von Nisch, dessen Eroberung durch Waf⸗ fengewalt ein historisches Ereignis ist und wo die nationale Flagge für immer zur Ehre des Königs und der Dynastie und zum Ruhme der tapferen bulgari⸗ schen Soldaten wehen wird, bereitet mir und meinen Kollegen große Freude. Der Ministerrat verneigt sich vor den siegreichen Fahnen, die eine vollkommene Stütze der Politik der nationalen Einheit sind. 5 i 3 Der bulgarische Bericht. Sofia, 7, Nov.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Bericht vom 5. November: Auf der ganzen Ausdehnung der Front ver⸗ folgen wir die geschlagene Armoe des Feindes, der sich auf über⸗ stürztem Rückzuge befindet. Unsere nördlich Nischawa operierenden Truppen näherten sich dem Moravatal und traten bei Paratcin in direkte Verbindung mit den deutschen Truppen, die von Norden vorrücken. Um 3 Uhr nachmittags nahmen wir die Festung Nisch. Wir verfolgen schnell den auf dem Rückzuge be⸗ findlichen Feind. Unsere im Tale der bulgarischen Morava vor⸗ gehenden Truppen drangen in die Ebene von Leskowatz vor. Unsere Offensive in der Ebene von Kossowo wird auf der ganzen Front fortgesetzt. Bei Prilep, Krivolac und Stru⸗ mitza hielten wir die Offensive der Engländer und Franzosen an und warfen den Feind unter beträcht⸗ lichen Verlusten für ihn zurück. Viele Gefangene und unübersehbares Kriegsmaterial aller Art fiel in unsere Hände. Die Bulgaren vor Monastir. Mailand, 6. Nov.(WTB. Nichtamtl.) Der Sonderbericht⸗ erstatter des„Secolo“, Magrini, drahtet seinem Blatte aus Saloniki, daß eine Divislon bulgarischer Truppen Monastir bedränge. 5 i ausgezeichnete l 5 — stark. Die Serben hätten sich schon mit vier Batterien 5 1 ent e zurückgezogen, wo bereits auch englische Kavallerie aufgeste N In einem anderen Bericht meldet Magrini von der Sonder⸗ mission des serbischen Obersten Leschianin an den Generalissi⸗ mus Sarrail in Saloniki, Leschsanin habe diesem die dringende Notlage Serbiens auseinandergesetzt: Sarrail habe erwidert, er könne im Augenblick nichts unternehmen, da er vorher die Zu⸗ sammenziehung seiner Truppen vollenden wolle. Auf wiederholte dringende Bitten Leschianis habe Sarrall schließlich wörtlich ge⸗ antwortet:„Ich muß nach meinen Weisungen handeln.“ Unter den zahlreichen fer ischen Flüchtlingen in Saloniki sei das Gefühl der Bitterkeit i sen. f 0 ö gegen die Entente im Wach 73 Das neue griechische Kabinett. Athen, 6. Nov.(WTB. Nichtamtlich,) Meldung der . g Agence Havas. 1 1 Aeg emini ers in der letzten Kammersitzung gut⸗ geheißen. Er bekundete ihm seine Zustimmung, indem er ihn zum Generalabjutanten ernannte. Diese Aus⸗ 5 bend hat in venizelistischen Kreisen einen peinlichen Eindruck hervorgerufen, die darin die bestimmte Absicht er⸗ blicken, den Einfluß ihres Führers zunichte zu machen. Nach der Kammersitzung am Donnerstag vormittag brachte, wie die Agence Havas 5— 95 die Bevölkerung Venizelos eine begeisterte Kundgebung. 1 Le pee e, 8. dor,( Nichtamtlich) Nach Blätter⸗ meldungen aus Athen hat König Konstantin die Demis⸗ sion des Kabinetts Zaimis endgültig ange⸗ en; g i f egen ben, e. Nov.(u. 117 Dag Pureau Reuter meldet aus Athen: Der König schlug Zatmis vor, Premierminister zu bleiben, dieser weigerte sich jedoch. Der König berief daraufhin einen Ministerrat. 5 Athen, 7, Nov.(WB. Nichtamtlich) Meldung der Agence Havas. Das neue Kabinett wurde unter dem r Vorsitz von Skuludis gebildet, der das Ministerium des 2 5 Joos 2 1 2 dss 8* 5 10 5. Aan de 1 7 2 1 N 0 e. Ae 2 6 5 1% 05 ee, F. e N e 8 22 5 N N e eee, ae 225 e, 0 eee NY N 7* Al Ne At Eee 10 50 Dix 8. 8 in, 1 e 0 gene,, el,, 1 1 8 Sog 55 0 8 N fam „Die serbischen Verteidigungs⸗ U Der König hat die Haltung des Zaimis werden beibehalten. Das Kabinett wird morgen den Eid leisten. g Berlin, 8. Nov, Ueber die Persönlichkeit des neuen Leiters der griechischen Politik sagt das„Berliner Tage- blatt“: Wenn der greise Skuludis dem Rufe des Königs zolgt, so geschieht das gewiß nur, weil er den festen Willen besitzt, die bisherige Politik des Königs gegen alle Ränke Venizelos und seiner Anhänger fortzusetzen. Der„Berliner Jokalanzeiger“ sagt: Man kann wohl annehmen, daß das jüngste politische Ereignis in Athen die bisherige Haltung Griechenlands unbeeinflußt lassen wird.. Skuludis ist ein Mann von etwa achtzig Jahren. Er entstammt der diplomatischen Laufbahn und hat sich in der inneren Politik bisher noch nicht betätigt. Er bekleidete verschiedene Ge⸗ sandtenposten und hat besonders im Fah 1897 nach dem unglück⸗ lichen Kriege gegen die Türkei als Minister des Aeußern die Verhandlungen mit dieser auf das Glücklichste geführt. 1913 war Skuludis griechischer Delegierter bei den Friedensverhandlungen in London. Er hat in der letzten Zeit von der Politik W geg gelebt, war niemals Mitglied des Parlaments und gehörte zhalb auch offiziell keiner Partei an Wie uns per⸗ ichert wird, soll nach seinem Eintritt in das Ministerium die Politit des Kabinetts Zaimis in der bisherigen Rich⸗ tung fortgesetzt werden. Russische Schiffe von Rumänien beschlagnahmt. Wien, 6. Nov.(WTB Nichtamtlich.) Die Südslavische Korrespondenz meldet aus Bularest. Auf Anordnung der Re⸗ gierung haben die rumänischen Behörden die in den rumä⸗ nischen Donauhäfsen liegenden e Kriegsschiffe beschlagnahmt und auf ihnen die rumänische Flagge gehißt. In Turn Severin wurden am ae liegenden russischen Fahrzeuge Ha Dienstag früh alle im enbehörde als beschlagnahmt er⸗ durch die rumänische e klärt, die russische Flagge heruntergeholt und die rumänische aufgezogen. Die russischen Mann⸗ schaften wurden an Land gebvacht und von Turn Severin abtransportiert. In Gruja wurden die russischen Dampfer „Tiraspol,„Turgenjeff“ und„Patriot“ mit fünf russischen Schleppschiffen von der Hafenbehörde beschlagnahmt und die russischen Mannschaften von den Schiffen entfernt. Die russischen Schiffe, auf denen die rumänische Flagge . werden von einem rumänischen Patrouillenboot bew 15 * 1 * Kitcheners neue Mission. WTB. London, 6. Noy.(Nichtamtlich,) Die amtliche Meldung über die Abwesenheit gord Kitcheners aus dem Amte lautet: In Kitcheners zeitweiliger Abwesenheit im . Dienste führt Asguith die Arbeiten im Kriegs⸗ amte fort. Die„Times“ schreibt dazu: Die amtliche Verlautbarung über Kitchener, die als wörtlich richtig anzunehmen ist, war die Folge einer Reihe von Gerüchten, die gestern in London um⸗ liefen und nachmittags in überraschenden Ankündigungen von Kit⸗ cheners Rücktritt Ausdruck fanden. Der Ursprung der Gerüchte ist deutlich genug. Kitchener hatte am Donnerskag eine lange uterredung mit dem König trotz dessen Krankheit. Geslern 1 5 arbeitete Asquith kurze geit im Kriegsamte. Asquith hatte au berorstehende Veränderungen in der Regierungs⸗Maschinerie hin⸗ gewiesen, und die am nachmittag in Downing Street abgehaltene erste Sitzung des neuen Kriegsrates, fand ohne Kitchener statt. Das Publikum zog daraus den Schluß! daß Kitchener an der Krieg⸗ führung nicht mehr teilnehme. Ter Schluß war unrichtig. Kit⸗ chener trat nicht zurück. Sein Besuch im Buckingham⸗Palast betraf anscheinend nicht die Beendigung seines setzigen Amtes, sondern die Uebernahme einer neuen Aufgabe, die feine zeitweilige Abwesenheit erfordert. Inzwischen fülle Asquith seinen Platz im Friegsamte aus. Terselbe Grund, der Kitchener von seinem Ressort abrief, verhinderte seine Anwesenheit im Kriegsxrate. Auf Grund guter Quellen darf man als sicher annehmen, daß der Charakter der neuen Aufgabe Kit cheners sich durch⸗ aus von dem Besuche in verschiedenen Teilen Englands und Frankreichs unterscheidet, die früher gelegentliche Abwesenheiten veranlaßten. Sonst wäre kein Ersatzmann im Kriegsamte not⸗ wendig. Dazu kommt, daß die Werbetätigkeit, die Kitchener im ersten Kriegsjahre besonders in Anspruch nahm, von Derby über⸗ nommen wurbe, so daß Kitcheners Anwesenheit im Kriegsamte ie nicht wesentlich fördern kann. Er kann daher seine Aufmerksam⸗ keit anderen Dingen zuwenden. Das Wichtig sle ist jetzt die neue Entwicklung des Krieges im nahen Osten, den Kitchener lauge genug kennt. Es wäre daher nicht unnatürlich, wenn er sich gegenwärtig in Beratung mit den Verblilndeten. gänzlichder Lösung dieses verwickelten Problems widmete. Das alte immer noch vorwiegende Gerücht, daß Kitchener das Kommando der Armee in Frankreich übernimmt, kann als gänzlich unbegründet abgelehnt werden. Die„Times“ schließen: Wenn die Absicht besleht, die Kriegsleitung in möglichst wenige Hände zu vereinigen, so kann nur der Premierminister 1 vertreten. Haldanes Rückkehr ins Kriegsamt ist ausge⸗ 'ossen. Der ersten Sitzung des Kriegsamtes wohnten Asquith, Bal⸗ pur, Lloyd George, Efrey sowie berschiedene militärische und seemäpnische Fachleute beit. Morning Post“ sagt: Tatsache ist, daß Kitchener mit einer wichtigen Mission im nahen en betraut wurde und Londvn bereits verlassen hat. Die i Vertrauen zum Ministerium stärken. Das Blatt kritistert die Ueber⸗ nahme des Keri Aeußern übernimmt. Die übrigen Mitglieder des Kabinetts liche genossen aus England abgereist, um dem Kriegs schau⸗ F Besuch abgustatten * 8 Der türkische Bericht. g 1. Konstantinopel, 7. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptguartler teilt mit:. An der Dardanellenfront dauerte der übliche gegenseitige Feuerkampf an. Zwei feindliche Kreuzer und ein Monikor bei Ari Burnu sowie ein Kreuzer bei Sedd⸗ül⸗ Bahr beschossen mit Unterbrechung unsere Stellungen. Un⸗ sere Artillerie zerstörte ein feindliches Munitionsdepot bei Kutschuk Temikli und ein Maschinengewehr in der Artilleriestellung des Feindes bei Ari Bur nu. An der Kaukasusfront im Abschnitt von Rarman und in der Umgebung von Milo wurden starke feindliche Pakrouillen durch unsere Gegenpatrouillen vertrieben. Sonst nichts zu melden. Konstantinopel, 7. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront be⸗ schoß unsere Artillerie bei Anaforta ein Torpedoboot und ein Transportschiff mit Feinden, die bei Kimikliltman lagen. Es wur⸗ den mehrere Treffer erzielt. Der Transport entfernte sich in Rauch gehüllt. Am 6. November beschädigte unfer Feuer ein feindliches Flugzeug, das in der Gegend von Kutschukkimikli ins Meer fiel, wo unsere Artillerie es weiter beschädigte. Seine Trümmer wurden dom Feinde in der Nähe von Lazaretten ans Ufer gezogen. In diesem Abschnitt 1 drei feindliche Panzer und ein Tor⸗ pedoboot, wie gewöhnlich erfolglos, an dem Feuergefecht teil. Bei Ari Burnu Feuergefecht und auf dem linken Flügel lebhaf⸗ teres Bombenwerfen. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr versuchte der Feind im Zentrum nach einem Feuerüberfall gegen unsere Stellungen vorzustoßen, indem seine Soldaten Bomben warfen. Der Ver⸗ such scheiterte unter unserem Feuer und der Feind wurde voll⸗ e In diesem Abschnitt fand wie gewöhnlich an⸗ haltendes Feuergefecht statt. Der Feind schleuderte innerhalb 4 Stunden gegen unseren linken 1 0 etwa 1300 Granaten, ohne irgendeinen Erfolg zu erzielen. An den anderen Fronten nichts von Bedeutung.„. Eine Reise Sasonows nach London. Berlin, 8. Nov. Nach Petersburger Meldungen des „Berliner Tageblattes“ ist Sasonow am Donnerstag nach London abgereist, um mit Grey zu beraten. Es könne jetzt als sicher gelten, daß die englische Meldung von dem Rücktritt Sasonows vollständig unbegründet war. Die Wiedereröffnung der italienischen Kammer. Mailand, 7. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Laut„Cor⸗ riere della Sera“ in Mailand ist bei einer Unterredung Salandras mit dem Kammerpräsidenten Marcora die Wiedereröffnung der italienischen Kammer endgültig auf den 1. Dezember angesetzt worden. Eine französische Anleihe in Japan. London, 7. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Die„Times“ erklärt, daß in Paris über eine französische Anleihe in Japan, vermutlich fünfprozentige Bonds, verhandelt. wird. Die vermehrte Finanzkraft Japans erhelle daraus, daß Japan in London seine eigenen Emissionen zurückkauft und 15 Bezahlung seiner ausständigen tzanweisungen eingeleitet habe. Verurteilte Spione in Belgien. N Brüssel, 7. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Durch felb⸗ gr en Urteil sind wegen Eisenbahnspionage rei Belgier zum Tode und ein Belgier zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Die Verurteilten haben seit Ansang Februar 1915 an zwei Eisenbahnlinien sämt⸗ 805 Front gehenden und von dort zurückkommenden Eisenbahntransporte für den feindlichen Nachrichtendienst notiert und diesem übermittelt. Das Urteil wurde bestätigt und vollstreckt. Zerstörung der ugandabahn. London, 7. Non(WTB. Nichtamtlich.) Einer Mel⸗ dung des Reuterschen Bureaus zufolge ist die Uganda⸗ bahn am 7. Oktober morgens bei dem Meilenstein 249 in die Luft gesprengt worden. Die Lokomotive stürzte um, der a7 e Teil des Zuges entgleiste. Menschenverluste sind nicht zu beklagen. Der Seekrieg. Neue Opfer unserer U-Boote. 0 Paris, 6. Nov.(WTB Nichtamtlich.) Eine Mitteilung des Marineministeriums besagt, daß aus dem Atlantischen Ozean kommende feindliche Unterseeboote die Meerenge von Gibraltar durchfahren haben, wahrscheinlich in der Nacht vom 2. zum 3. November. Sie versenkten am 4. November auf der Höhe von Arzen W Dampfer„Dahara“ und in der Nähe von Ivi den französischen Dampfer Calvados“ und den italienischen Dampfer„Jonio“. Die Besatzungen der„Dahara“ und des„Jonio“ wurden gerettet. Man ist ohne Nachricht von der Besatzung des„Calvados“. Algier 6, Nov.(WT. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Ein deutsches Unterseeboot hat am Freitag den französischen Dampfer„Sidi Ferruch“, 40 Meilen von Algier entfernt, beschossen und bersenkt. Die Besatzung von 28 Mann ist in Algier eingetroffen. 5 — Briese vom serbischen Kriegsschauplat. Telegramm unseres zum serbischen Kriegsschauplatz entsandten Berichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Der Kaiser an die Eroberer von Kragufevac. Kriegspressequartier der deutschen Sildostarmee, 6. Nov. Eine neue Phase des serbischen Feldzuges. f Wie ausschlaggebend auch der Verlust von Kragufevac filr daz weitere Schicksal der serbischen Armee war, für die Offensive der verbündeten Truppen bedeutete er nur eine kurze Episode. Ohne Rast wurde der Angriff weiter vorgetragen, denn es ging um die angeblich stärkste serbische Stellung, um die Höhenzuge des Riten Schon als die Serben die Stellungen bei Palanka, die esten, die wir in dem bisherigen Verlauf des serbischen Feldzuges vorgefunden„aufgegeben hatten, war die Parole der wei⸗ chenden Armee daß dieses Jurückgehen nichts bedeute, da die Serben planmäßig erst bei der 9 oravatalsperre Bagrdan sich den ein⸗ dringenden Heeren stellen und dort so lange aushaxren werden, bis die Ententetruppen sich mit ihnen vereinigen. Frontal diese Höhen, die von der kleinen Ortschaft Bagrdan bis südwestlich Kragujevac sich erstrecken, zu nehmen, wäre gewiß eine schwere Aufgabe gewesen Doch wurde durch einen weitausholenden um⸗ sassenden Angriff diese Schwierigkeit vermieden, und so ist es uns gelungen, ohne erhebliche Kämpfe die Serben von dieser Stellung zum Rückzuge zu zwingen. Unsere Angriffskolonnen schieben sich als ein Keil entlang den Tätern immer tiefer in das zerklüftete Gebirge, und ob zwar die Serben mit allen Mitteln des Gebirgskrieges versuchen, diese engen Defiles zu sperren, gelang es, in das slüdliche Tornic⸗Gebirge uns. eee und so an das vorl a Operationsziel Krusevac bezüglich das Tal der G iiska M 0 uns zu näber e n. Wenn wir dieses Tal erreicht . ö 0 5 7 die Verbindung der jetzt einzeln getrennt vordringenden An⸗ ffskolonnen wieder! t, sondern auch das räumliche Zu⸗ mumenwirken mit der Armee von Koeveß erreicht. Die Kämpfe tra. Charakter der Gebirgskämpfe und sind in Anbetracht des zerklüfteten Geländes und des Feindes, der diese Art Kriegführung von altersher bt hat, sehr schwierig und stellen au die 8 beteiligten Trußpen das Höchstmaß der An⸗ forderungen. Auf den Höhen zwischen den einzelnen in den Tälern vorheimarschierenden Truppen befinden sich noch immer kleine feindliche Abteilungen, deren Aufgabe es ist, durch Ueberfälle auf Truppen und Trains in den engen Defilss den Vormarsch zu ver⸗ e so dem Hauptzweck der serbischen Operationen, nämlich m Aufhalten unserer Offensive, dienlich zu sein. Die Haupt⸗ masse der serbischen Armee zieht sich langam zurück und deckt ihren Rückzug mit starken Nachhuten, die besonders in den letzten 7 Tagen sehr zäh kämpften. Die serbische Artillerie zeigte ich wenig aktiv, und besonders die schweren Einheiten wurden sehr bald aus den Gefechten gezogen. Für die blitzartigen Bewegungen unserer Truppen ist es bezeichnend, daß es uns bei dem erfolgreichen Angriff auf Jagodina auch gelungen ist, die Brücke von Mijatovac über das Ueberschwemmunasgebiet des Lugomirbaches zu retten, em die Serben so überrumpelt wurden, daß sie keine Zeit hatten, die Brücke im Rückzug zu zerstören. In Anerkennung der oßartigen Leistungen der in den letzten Kämpfen beteiligten ruppen, die wirklich Uebermenschliches geleistet haben, wurde mittels Korpsbefehls ein Telegramm des Kaisers den Truppen be⸗ kannt gegeben, der wie folgt lautet:. 5„Korpsbefehl: 0 8 S. M. der Kaiser hat die Gnade gehabt, mir nachstehendes Telegramm zu senden: Die Einnahme von Kragujevac durch bran⸗ denburgische, hessische und württembergische Truppen ist ein schöner Lohn der vortrefflichen Leistungen der unter ihrer werten Führung stehenden Verbände. Ich spreche ihnen hierzu meine volle Aner⸗ kennung aus. Wilhelm Rex. Ich spreche den Herren Divisions⸗ lommandeuren und den Offizieren des Generalstabes und sämt⸗ lichen fechtenden Truppen sowie den Kolonnen und Trains des Armeekorps meinen Glückwunsch zu der allerhöchsten Anerkennung aus. Sie soll uns ein neuer Ansporn sein, unter Anspannung aller Kräfte frisch vorwärts zu gehen, bis der Feind gänzlich nieder⸗ gerungen ist. Nun werden die Einleitungskämpfe, denn die bisherigen sind als solche zu betrachten, bald abgeschsossen sein, und mit der neuer⸗ lichen Vereinigung der nebenelnander kämpfenden Koeveß⸗ und Gallwitz⸗Armeen im Golijska⸗Morava⸗Tal tritt eine neue Phase des Feldzuges ein. Dr. Stephan Steiner, Kriegsberichterstatter. Aus Stadt und Cand. Gießen, 8. November 1915. * Militärische Ausbildung der Jugend. Am Samstag abend 8 Uhr traten beide Kompagnien an der Universitätsbibliothek zu einer kleinen Nachtübung an. Die 1. Kompagnie bildete die Nachhut einer nach Osten ab⸗ ziehenden Armee, während die 2. Kompagnie den Vortrupp einer verfolgenden Heeresgruppe darstellte, Gemäß der be⸗ onderen Aufgabe rückten beide Kompagnien auf verschie⸗ enen Wegen ab. Nach genügender Aufklärung durch Pa⸗ trouillen, deren Dienst bei der herrschenden Dunkelheit äußerst lehrreich und interessant war, entspann sich am Rande des„Nizza“ ein heftiges Nachhutgefecht, das den Schluß der Uebung bildete. Kurz nach 10. Uhr rückte die Jungmannschaft wieder in die Stadt ein. n Gedenktage des Re. ⸗Infanterie⸗Regi⸗ ments Nr. 222. 3—21. November 1914: Stellungskämpfe südwestlich Lille, bei Maisnil, Frommeles, Aubers. Größten⸗ teils Artilleriegefechte mit geringen Verlusten unsererseits. * Die Einnahme von Nisch durch unsere tapferen Verbündeten gab nach längerer Pause wieder einmal willkom⸗ mene Gelegenheit, die Fahnen wehen zu lassen. Die Gesellschaft für Erd⸗ und Völker⸗ kunde hat beschlossen, diesen Winter ihre Vorträge wieder au 0 unehmen. Sie erhebt für 3—1 Vorträge —ô im Hinblick auf die Teuerung für diesen Winter nur 1 Mk. für jedes Mitglied und dessen engere Familie. Die Vortrags⸗ tage sind: 11. November, 2. Dezember, 13. Januar, 10. Fe⸗ brüuar. Am 11. November wird Herr Prof. Dr. Kahle über „England in Aegypten“ sprechen, am 2. Dezember Herr Regierungsarzt Dr. med. et phil. Otto Saame (Gießen) über Togo vor und während des Krieges. 5 „Die fünf Frankfurter“. Was macht eigentlich dieses Lustspiel so aug Sist läßt es stets als gern gesehenes Stück immer wieder auf dem Spielplan erscheinen? Das e liegt wohl in dem Gefühl wohliger Behaglichkeit, das den Zuschauer durchströmt, dem durch keinerlei verzwickte und gewagte Scherze die Lust am Schauen und Zuhören verbittert wird. Darum sind die„fünf Frank⸗ furter“ das Stück geworden, das immer gern gesehen wird und dem man e Nachfolger wünschen möchte. Die gestrige Vorstellung fand wieder ein gut besetztes Haus, das beifallsfreudig der recht ansprechenden Aufführung folgte. Gegen früher waren einige Rollen neubesetzt, u. a. das„Lottchen“, das Frl. Bur g⸗ hoff frisch, nectisch und lieb spielte und damit den Sonnenschein in das Haus der rechnenden Finanzgrößen brachte. Herr Stein⸗ hofer als„Jacöble“ war ihr ein prächtiger Gegenspieler. Frau renzel spielte die„Gudula“ schlicht und herzlich, mit selbst⸗ ewußter Würde. Der„Salomon“ des Herrn Dworkowski, der auch für die Spielleitung tätig, war gleichfalls eine gute gur. Herr Goll, der als e en die nötige Stimmung orgte, hatte mit seinem Spiel mehrfach Sondererfolg. Die übrigen Darsteller mögen sich mit einem Gesamtlob begnügen, sie waren jeder am rechten Platze. Vielleicht wäre teilweise etwas deut⸗ licheres Sprechen erwünscht, Rücksicht auf die Akustik des Hauses und speziell Einhalten etwaiger Lachpausen! Der Erfolg der Auf⸗ führung war, wie gesagt, ein voller und wohlverdienter. Tb- *Die Dreschmaschinenbesitzer hatten dieses Jahr ihre liebe Not, die Maschinen rechtzeitig in Stand zu setzen, noch mehr aber das für die Dreschßeriode nok⸗ wendige Personal zusammenzubringen. Manche Dresch⸗ maschinen lamen gar nicht in Betrieb, weil die 3 oder die Besitzer fehlten. Nun geht aber die Dreschlampagne ihrem Ende zu, und die Dreschmaschinen stellt man meistens wieder in die Ecke. Man wartet bis zur nächsten Ernte. Dann aber besinnt man sich auf einmal, daß die Maschinen nachgesehen, kepariert werden müssen und macht eine Ein⸗ gabe nach der anderen um Beurlaubung für den oder jenen Haltet Haus mit den Schätzen des Kleiderschraukes! a Der Krieg zwingt zur Sparsamleit in allen Dingen, besonders auch in der Kleidung. Die Rohstoffe sind infolge verminderter oder völlig unterbundener Zufuhr aus dem Auslande knapp ge⸗ worden; was an ihnen verfügbar war oder ist, das hat die Heeres⸗ verwaltung für ihren Bedarf beschlagnahmt. Die Herstellung von Stofsen für die bürgerliche Kleidung ruht fast vollständig; die Soldaten. Das ist aber grundverkehrt. Man hat jetzt volle % Jahre zum Reparieren der Maschinen Zeit, und diese müssen und werden jetzt wohl alle verständigen Dresch⸗ maschinenbesiger nach Möglichkeit ausnützen, zumal sie auch, sollte der Krieg noch andauern, wahrscheinlich auf dieselben vielen Befreiungen wie in diesem Jahre nicht rechnen lön⸗ nen. Gerade so geht es den Bauern mit ihren Acker⸗ 3 Man sorge nur dafür, daß diese über Winter ei dem Schmied oder Wagner in Reparatur gegeben wer⸗ den und wenn 72700 Handwerker im Dorf fehlen, so können sicher die Nachbardörfer aushelfen. Es gilt, im kommenden Frühjahr gerüstet zu sein, damit man nicht wieder den Militärbehörden mit all den vielen unbegründeten und un⸗ berechtigten Reklamationen unnötige Arbeit zu machen braucht. * Städtischer Kartoffelverkauf. Von morgen ab wird die Stadt wieder mit dem Kleinverkauf von Kartoffeln beginnen. Der Verkaufspreis beträgt vier Pfennige fürs Pfund. Näheres ist aus der Anzeige in heutiger Nummer zu ersehen. In der Herberge zur Heimat kehrten im September im ganzen 563 Gäste benen 888 im gleichen Monat des Vorjahres) ein. Davon begehrten 21(127) ohne Sach leß gegen Arbeitsleistung Herberge. Im 3. Viertel⸗ jahr kehrten in der Herberge 1528 Gäste(gegen 2843 im gleichen Zeitraum 1914) ein, von denen 94(690) ohne Zah⸗ lung gegen Arbeitsleistung übernachteten. Im Arbeitsnach⸗ weis der Herberge waren im September 34 offene Stellen gemeldet, von denen 28, zur Hälfte außerhalb, besetzt wur⸗ den. Die untergekommenen Kräfte bestanden aus 16 Hand⸗ werkern und 12 ungelernten Arbeitern. * Das Verschieben von Briefen und Pyst⸗ karten in Drucksachensendungen bildet fortgesetzt die Ursache unliebsamer Briefverschleppungen und Brief⸗ verluste. Ungeachtet wiederholter Anmahnungen durch die Presse und trotz unmittelbarer Einwirkung der Postanstalten auf die Ab⸗ sender werden viele Drucksachensendungen leider immer noch in so mangelhafter Verpackung zur Post eingeliefert, daß sie leicht zu Fallen für kleine Sendungen werden. Als besonders gefährlich in dieser Beziehung exweisen sich, wie neue Feststellungen bestäti⸗ gen, die hauf zur Versendung von Drucksachen benußten offe⸗ nen Briesumschläge, bei denen die Absender die am oberen Rand oder an der Seite vorhandene Klappe nach innen einschlagen. In den dadurch entstehenden Spalt verschieben sich unbemerkt Briefe, Postkarten usw., die dann in der Drucksache oft weitere Irrfahrten machen. Im eigensten Interesse des Publikums muß eindringlich davor gewarnt werden, die Klappe sol⸗ f e nach innen seinzuschlagen; viel besser ist es, die Klappe über die Rückssiteloseüberhängen zu lafsen. Als recht zweckmäßig haben sich Umschläge bewährt, die an der Verschlußklappe einen zungenartigen Ansatz haben, der in einen äußeren Schlitz des Umschlags gesteckt wird. Sie sichern den Inhalt vor dem Herausfallen und verhindern das Einschieben anderer Sendungen, ihre möglichst ausgedehnte Verwendung ist im allgemeinen Interesse zu wünschen. Verhältnismäßig häufig verschieben sich auch Briefe usw. in Zeitungen, die unter Streif⸗ band verschickt werden. Es ist dringend zu raten, die Streif⸗ bänder so fest wie möglich um die Zeitungen zu legen, nachdem diese umschnürt worden sind. 5 Landkreis Gießen.. u. Heuchelheim, 7. Noob. Den Eltern des Gardisten Al⸗ bert Kreiling, Enkels des Altbürgermeisters Kreiling, ging dieser Tage die Trauernachricht zu, daß ihr Sohn seinen emp⸗ fangenen Wunden in einem Lazarett in der Ostfront er le in ist.— Kriegsfreiwilliger Unteroffizier Adolf Kreiling, Sohn von Bürgermeister Kreiling, bisher an der Westfront kämpfend, kehrte in die Heimat zurück, um an einem Offizierskursus teilzu⸗ nehmen.— Wehrmann Fritz Gorr, Gefreiter im Inf.⸗Regt. Nr. 14, wurde zum Unteroffizier beförde bt.— Fahnen⸗ schmied Phil. Reuschling erhielt die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille. N p. Lollar, 8. Nov. Leutnant Gilbert von bier, der z. Zt. schwer verwundet in Mainz im Lazarett liegt, wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Kreis Büdingen.. XN Büdingen, 7. Nov. In der verflossenen Woche wetlte der Großh. Turninspektor, Schulrat Seh mu ck aus Darenstadt, in un erem Kreise. Er besuchte in Begleitung des Kreisschulinspektors Schulrat Baldauf dahier eine Anzahl Volksschulen und hielt die Turnprü fungen ab. 5 + Nidda, 7. Nov. Dem Schüler der hiesigen Gewerbe- schule Eugen Weil aus Lanasdorf wurde auf Grund seiner Leistungen auf technischem Gebiet die Berechtigung zur er: leichterten Prüfung für den einjährig⸗ freiwilligen Mälitärdienst zuerkannt. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 7. Nov. Die Stadtverordneten haben in ihrer jüngsten Sitzung die Anlage eines Helden⸗ ban an der Frankfurter Straße einstimmig beschlossen. Bis 15 sind 140 Krieger als Ves 5 a arbeiten soll bald begonnen werden, dahingegen bedarf die Art der Ausführung eines Denkmals(Säulenhalle) noch reiflicher Erwägung einer zu wählenden Kommission. ra. Kro 275 7. Nob. Die Bürgermeisterei Atz bach⸗ Launs bach hat in diesen Tagen zwei verdienstvolle Männer durch den Tod verloren. In Aßbach starb der lang⸗ jährige Vorsteher Johannes Velte und im gegenüber⸗ liegenden Dutenhofen der Postagent, Schultheiß und frühere Vorsteher Ludwig Loh. Beide im Dienste ergraute Männer, die das hohe Alter von 79 Jahren erreichten, standen in unserer vereinigten Bürgermeisterei in großem Aue— Die Sammlung für den„Vaterlandsdank“ in hiesiger Bürgermeisterei ergab 548 Gegenstände aus Silber und Gold, dazu den schönen Barbetrag von 919,20 Mark. Hessen⸗Nassau. Frankfurt a. M.,“,. Nov. In Verbindung mit den evangelischen Pfarrern der Stadt hat eine große Anzahl Bürger aller Berufskreise an zuständiger Stelle Protest gegen die am Totensonntag, 21. Novbr. im„Neuen ter“ stattfindende Erst⸗ gefallen gemeldet, die in aufführung von Schönherrs„Weibsteufel“ eingelegt. In der Begründung heißt es, daß gerade die Aufführung am Toten⸗ sen wird. 7 a Zum wirklichen Chemisch⸗Reinigen gehört mehr wie das Reiben sichtbarer Flecken mit einem Fleckwasser unbekannter Zu⸗ sammensetzung. Es umfaßt eine ganze ssteihe von Arbeiten, wie z. B. das gründliche Entstauben der Gegenstände, ihr völliges Durchträn⸗ ken mit den aschflüssigkeiten, deren Wiederausschleudern die Herausarbeitung der verschiedenen Flecken, je na ihrem Urfprung mit ganz verschiedenen Mitteln, das Dämp⸗ sen, Bügeln, Pressen usw., wozu mancherlei Maschinen und Appa⸗ rate, über die ein Haushalt natürlich nicht verfügt, vor allem aber genaue Kenntnis der Stosse, der Farben und der Beschaffen⸗ heit der Flecken gehören, die ein Laie gewiß nur in den seltensten allen hesitzt— ganz zu geschweigen der unerläßlichen beruflichen Erfahrung und Uebung. b g Turch den chemischen Reinigungsprozeß gewinnt zudem der Stoff an gutem Aussehen sowohl— er wird tatsächlich wie neu heit. Jener äußere Erfolg ist — wie in sciner inneren Beschaffen! ar ihren Wohnsitz hatten. Mit den er orderlichen Erd⸗ sonntag für alle Volksgenossen, die an diesem Tage mit der gau⸗ n Volksgemeinschaft det ungezählten für das Vaterland ge⸗ torbenen Helden gedenlen möchten, einen Schlag ins Ange⸗ sicht bedeuten würde. Wenn manche Kreise unseres Volkes auch in dieser furchtbaren Zeit an derlei Dingen Gefallen hätten, so könne man es ihnen nicht wehren. Aber am Tage der Toten sollte man auf die Gefühle der Gesamtheit mehr Rücksicht nehmen. Fulda, 7. Nov. Auf der Cornberger Gemeindeweide wurde der Arbeiter Nlexander Simon von einem wild gewordenen Stier auf die Hörner genommen und so schwer versetzt, daß er nach kurzer Zeit verstarb. al Weilbura, 8. Nov. Die Großherzog in⸗ Mutter von Luxemburg hat der Stadt aus dem Crlös einer Gemälde⸗ ausstellung in Kömastein den Betrag von 300 Mark über- wiesen. Die Summe fließt der städtischen Kriegsfürsorge zu. ul. Limburg, 8. Nov. Wegen der ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche ift der für den 9. November fesigesetzte Vieh; markt auigehoben worden. vVermischtes. » Die verräterischen Postmarken. hat eine Enideckung gemacht Eine geradezu fabelhafte Entdeckung. Er hat herausgefunden, woran man unzweisel⸗ bat und unleugbar erkennen kann, daß Deutschland in diesem Kriege besiegt werden muß. Man böre die geniale Beweisführung des Pariser Blattes:„Wer eine deutsche Post⸗ marke durch ein Vergrößerungsglas betrachtet, wird eine sonder⸗ bare Entdeckung machen. Die deutsche Vostmarke zeigt, wie man wei, das Brusthild der Germania. Bild mittels einer Lupe, so findet man, daß die winzigen Schuppen des Panzerschildes auf der linken rust deutlich die Zahl 15 er- kennen lassen. Nun also. Kann die Zahl 15 ctwas anderes be— deuten als das Jahr 1915? Und auf der linken Brust, also auf der Seite des Herzens! als daß Teutschland im Jahre 1915 ins Herz getrossen wird?... Wahrhastig, das ist ein unwiderleglicher Beweis, wenn selbst unsere eigenen Postmarken sich gegen uns verschwören... Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 9. Nov. 1915: Trüb und regnertsch, etwas wärmer. Letzte Nachrichten. (WB.) Berlin, 8. Nov.(Amtlich.) Am 7. November nachmittags wurde der kleine Kreuzer„Undine“ bei einer Patrouilleufahrt südlich der schwedischen Küste durch zwei Torpedoschüsse eines Unterseebootes zum Sinken gebracht. Fast die ganze Besatzung ist gerettet. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Eine neue Offensive der Verbündeten auf der Westfront? Kopenhagen, 8. Nov Die„Central News“ berichten von einer neuen großen englisch⸗französischen Offensive an der Westfront. Im Artois würden alle Vorbereitungen für einen umfassenden französischen Angriff getroffen. Kitchener in Paris. g Kopenhagen, 8 Nov Lord Kitchener ist in Paris zu vorläufig einwöchigem Aufenthalt angekommen. Unstimmigkeiten zwischen König Georg und Asgquith. New Pork, 8. Nov. Von einem Reisenden, der am 8. Oktober von Liverpool zurückkam, erfährt die„New York Sun“, daß eine e stürmische Unter⸗ Der„Gaulois“ — redun hatte. Wie der Reisende erfahren haben will 5„un⸗ bedingt glaubwürdiger Londoner politischer Quelle“, hinter die wir immerhin einige Fragezeichen machen wollen), gab der König Asquith seine Absicht, abzudanken, kund, wenn der Krieg nicht zur günstigen Entscheidung für Eng⸗ land führen würde. Der König hätte sich bitter darüber beklagt, daß tellung als konsti⸗ tutioneller Monarch ihn so 101 handeln 561„ als ob er mit der Tätigkeit seiner krise einverstanden wäre, während er sie tatsächlich als schädlich für die Ehre des Vaterlandes betrachten müsse. Er seine quith erklärte dem König, kein Kabinettsmitglied nehme an, daß der Krieg anders enden könne, als mit einem voll⸗ ständigen Siege verschiedenheiten unter ihnen bestehen darin, wie das Ende am raschesten und besten erreicht werden könne. Mit dieser Erklärung habe sich der König nicht einverstanden erklärt. Ein König sollte in solcher Zeit ein Führer sein. Ich muß einen Strohmann abgeben, aber ich werde nicht gestatten. daß man von mir schreibt, ich war ein Strohmann in der kritischsten Stunde meines Lebens. Die Zensur und der„Vorwärts“. Berlin, 8. Nov. Der„Berliner Lokalanzeiger“ schreibt: An seine Abonnenten übermittelte die Redaktion des„Vor ⸗ wärts“ am Son gag folgende Mitteilung: Die heutige Nummer war von der Redaktion rechtzeitig fertiggestellt, es war aber nicht möglich, die Jensurerlaubnis dafür zu erlangen. Wir bringen dies unseren Lesern zur Kenntnis und bitten sie, angesichts der —— Im Schizengteben deshelb sendet sie ins Feld!“ Oderell zu haben wo BeH am Fenster in Beufeln v. 15 Pfg. an. Bakterien usw. den Nährboden entzieht, das Bligeln und Dämpfen diese Spaltpilze, die als Krankheitsübertrager und Erzeuger 27 meingefährlich sind, völlig vernichtet mit einer Sicherheit, die beim„häuslichen Retnemachen“ ausgeschlossen ist. So vermag die chemische Reinigung in vollendrtem Maße dem guten Geschmacke, der Ordnung und Reinlichleit, dem versönlichen Wohlbefinden des Einzelnen, der Volksgesundheit im weitesten Sinne und der Sparsamkeit zu dienen. Und wenn im Hinblick auf das notwendige Durchhalten in dieser hehren, schweren Zeit in übertragenem Sinne von einem Strecken unserer Kleidervorräte gesprochen werden darf— ja ge⸗ 1a— werden muß, so ist das Kunsthandnerk der Chemisch⸗ äscherei und Färberei berufen, eine große, vaterländische Auf⸗ gabe lösen zu helfen. daden in e Firberei Gebr. Röver Marktplatz 18.. Chem. Waschaustalt. 87400 Nachdruck ohne unsere Genehmigung nicht gestattet. Untersucht man nun dieses Kann das etwa etwas anderes bedeuten, zwischen König 25 und Asquith stattgefunden ahr wolle eine Botschaft an das britische Volk richten. As⸗ 8 Vierbundes, Die einzigen Meinungs⸗ Schwierigkeiten, denen ihr Blatt ausgesetzt ist, Nachsicht zu üben. — Aus dieser Erklärung geht hervor, 0 das Blatt für seinen gesamten Text der Zensurerlaubnis bedarf. 2— Statt jeder bes vater, Bruder und Schwager heute früh sanft verschieden ist. Im Namen vom Trauerhaus i Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Gross- Peter Müller, Fürstlich. Verwalter i.P. Lisette Müller, geb. Södler. Alsfeld, Lich, 7. November 1915. Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. November, nderen Anzeige. der trauernden Hinterbliebenen: nachmittags 3 Uhr, n Lich aus statt. 8753 D Hesclshaft für Eid und Villette I. Vortrag: Donnerktag, den 11. Nopenber 1915, 8 Uhr in der neuen Aula der Universität. Herr Dr. phil. lic. theol. Paul Kahle, Professor an der Universität Ligand in Aegypten (Mit Lichtbildern). Eintritt für alle Vortrage für Mitalieder Mk. 1.— Nichtmitalseder zablen für jeden Vortrag Mk. 1.— Studierende Mk. 0.50 Montag, den 8. November, abends 81 Uhr im großen Hörsaal der Universität Vortrag des Herrn Generalsekretär Nüppel über: de. 8751D r!!! ĩðͤ v anstatt im Gießener Anzeiger. Bekanntmachung. Der Klein verkauf von Kartoffeln seitens der Stadt beginnt Dienstag, den 9. November de. Js. Der Verkauf findet statt bis auf weneres Dienstag und Freitag, vormittags 8—12 Uhr in der Hofreite Asterweg Nr. 25(vorm Ge⸗ werbeschule) Der Verkaufspreis beträgt 4 Pfg. für das Pfund Die Abgabe erfolgt in Mengen bis zu 20 Pfund. Gießen, den 8. November 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. Bekanntmachung. In unser(kenossenschaftsregister wurde heute bezüglich der Spar⸗ und Leihkasse, eingetragenen Genossenschaft mit unbeschränkter Haftflicht zu Grü ningen eingetragen: Die Bekanntmachungen der Ge— nossenschaft erfolgen nunmehr im„Hessenland, 87438 87 9 E Gießen, den 5. November 1915. Großherzogliches Amtsgericht. Tcgerheiustiten eine Lebensfrage unseres Volles. Eintritt 30 Pfennig, Militär ohne Offiziersrang eine Flasche„Hampe's ö nittere Tropfen denn dieser ist der heste Magen- likör. Medizinal-Drogerie : Zum Kreuzplatz: Kreusplatz 9. 8757 a 15 Pfennig, Verwundete sind Gäste. Evangelischer Arbeiterverein. Ortsgruppe Gießen des Verbandes der unt. Post⸗ und Telegraphen⸗Beamten. Ortsgruppe Gießen des Deutschen VBortrupp⸗ Bundes. 8681 D Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Gutspächters Karl Brennemann auf Hofgut Heibertshausen bei Daubringen ist zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen Termin auf den 26. November 1915, vormittags 9 Uhr vor dem Großherzoglichen Amtsgericht in Gießen, Zim⸗ mer Nr. 11 anberaumt. 874 Gießen, den 3. November 1915. Der Gerichts schreiber Kräftiger vegetarischer Mittagstisch für Herren und Damen. Heformhaus Alg. Deutseh. Tpauenrerein Ortsgruppe Gießen. Auskunftstelle für Frauenberufe. rauen u. Mädchen er⸗ balten unentgeltlich Rat und Auskunft für alle 5. Beruse im alten Ratbaus, 2 5 Marktplatz 14, Dienstag 25 Halergl U. Tabbandung wer J. Lang, Lang⸗Göns (in der Nähe, am Bahnhof, empf. seine neuen u gebraucht. Fleisc u. Einnahäser, Wischbütten und Wasch⸗ Machine. On ela ger Spich, Aber Seeger abends von 7 bis 8 Uhr. nechtsschutzstelle. Frauen u. Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Auskunft in Rechtsangelegenheiten im alien Rathaus Markt ⸗ platz 14 Mittwoch abends von 7—9 Uhr. Seltersweg 80, Otto Schaaf. des Großherzoglichen Amtsgerichts. dieses Rebus Je. von uns gemüsse In jede Familie passende und packende Bild 350 eder Löser 2 umsonst das zeit. Mehr als 3000 la. Anerkennungsschreiben über dieses Bild wurden uns bisher —— es Kriegers Abschiede, ee Das Bild ist in Kupfertiefdruck ausgeführt, hat sehr schönen Wandschmuck für jedes Heim dar. Versandkosten nur in genügend frankiertem Kuvert un dle Löser des Rebhns umsonst. Sie können ohne jede Verpflichtung Ihre Lösung an uns einschicken; dieselbe muß uns sofort rt ter Angabe Ihrer vollsta! wird Ihnen alsdann unter Drucksache im Briefumsc hla porto für diese Auskunft ist der Lösung beizufügen. rip Sie Verlag für Wort und Bild, Dortmund r. 25ʃ, eingesandt. Fröbe von ca. 50 60 em und stellt einen Id erhalten unter Ersatz der geringen eine Blatt, Dieses ständigen Adresse zugesandt werden. Es m itgetellt, ob Ihre Lösung richtig ist. Rück- an den 4521 Industriehaus. FRI Unterkleidun Das Beste und Wärmste für unsere Soldaten ist g aus echten Kamelhaarstoffen Kamelflaar-Westen mit Aermel Kamelhaar- Unterhosen Kamelhaar-Leibbinden 2 Im vorigen Winter-Feldzuge vorzüglich bewährt und allseitig empfohlen Kamelhaar-Brust- u. Leibschützer Kamelhaar-Schuhe Kamelhaar- Socken 8754a und holen Sie mir sofort] Zu haben in der Wäsche * 1 Lich, 4. November 1915. Zeh viel zu fru Die jetzt zu Ha Den Heldentod fürs Vaterland starb am 16. Oktober mein innigstgeliebter Mann, der unermüdlich treusorgende Vater seiner zwei Kinder, unser lie er, unvergesslicher Sohn und Bruder, Schwiegersohn und Schwager Karl Haas steservist im Landsturm-Inf.-Regt. Mr. 10, 11. Kompagnie im vollendeten 26. Lebensjahre. Familie Karl Iluas Familie Johs. Balser. Burkhardsfelden, den 6. November 1915. Danksagung. Für die grosse Teilnahme an unserem herben Schmerz und für die zahlreichen Blumenspenden sage ich im Namen der trauernden Hinterbliebenen unseren tiefgefühlten Dank. Ludwig Schmidt, Kaulmann. Fortgesetzte Ersparnisse im Haushalt! Meine Nass- und Pfund-Wäsche ist zirka 50% billiger als jede im Haus gereinigte Ohne e 0 Mittel zu jeder dahreszeit blen jeserzeit zirka 2 Tage CRO SSWASCHEREI EDELWEISS 5 Schötzenstrasse 12 GlESSEN r erusprocher 487 Zul Feindes Erde ruht nun mein Glück, Du treuer Gatte kehrst nie mehr zuruck. erließest u g voch um dich weinen. Du wirst uns unvergaßlich sein. Dein Herz war liebreich, treu und rein. Rule sanft auf fernen Auen 1 Bis wir uns einst wiederschauen. In tiefem Schmerz: Frau Christine Hans, geb. Balser und Kinder die Deinen Scharfer nd weiss 8068088858888 „Ich war am Leibe mit einer Flechte behaftet, welche mich durch das emige Jucken Tag und Nacht peinigte. In 14 Tagen hat Luck er's Patent-Medi- inal-Seife das llebel be⸗ seitigt. Diese Seife ist nicht 1.50 MN. sondern 100 M. wert. Serg M.“(In drei Stärken, A 60 Pf., M. 1.— u. M. 1.50.) Dazu Zuckoch- Creme (60 und 85 Pf., In der Uni⸗ versitäts⸗Apotheke, Hirsch⸗ Apotheke, bei Aug. Noll, C. Seibel, W. Kilbinger, O. Schaaf, E, Karn, Ernst Noll, W. Schrader, Otto Wiuterhoffu. Cd. Guth,⸗Drg. Bei eintretender kälterer Jabreszeit halte ich meine Türschliesser bestens empfohlen. Langjäb⸗ rige Garantie für tadellosen Gang wird zugesichert.— Probezeti 4 Wochen.— Das Anbringen der Schließer wird durch mich selbfs besorgt. Schlosser Emil Muller Gelen(Hessen) Kalser⸗Allee& nn Eigene Reparatur werkstatte. Allerbeste Taschenlampen⸗ 5 SBafferiens für unsere Krieger.— Bel Uebernahme der 5 ig. Zusendung ins Feld 10 Pig. für Porto. 0 Carl Schunck Kriegslieserant. 8⁰⁰ 2 Für elcpost endung! Cubikulum empfeblt biniast& H. S. C) Versanddosen und! Mittwach 9 Uhr Pappschachteln Hindenburg. Edgar Borrmann Schützenverein Eisenbandlung. 4a El- ulver frisch eingelr. Adler-Drogerie, Sel⸗ tersweg 39, Otto Schaaf. bente abend 855 Geueral⸗Versammlung. Versteigerung. Dienstag, den 9, d. M., nachmittags 2 Übr, ver⸗ steigere ich, Neustadt 55, da⸗ bier, gegen Barzahlung: Etagere mit B Bänden verschied. klassischer Werke; 2. 1 Registrierkasse, 1 Sofa, 1 Spiegel mit Trumeau, 1 vollständ. Bett, 1 Kleider⸗ schrant, 1 gold. Taschenuhr und 1 desgl. Vorstecksnadel und 1 Kassenschrank Versteigerung zu 1 findet bestimmt statt. Born, Gerichtsvollzieber in Gießen. 87⁵²⸗ S οοοο D. H. V. Ortsgruppe Gießen. Mittwoch im Hotel Kobel, abends Y uhr. 815²ᷣ D Der Vorstand. SGG: Sealldheader blen Oir.: Hermann Steingoetter. Dienstag, b. Nopbr. 1915, abends 8 Uhr: 4. Dienstag⸗Abonn.⸗Vorstell. Gewöhnl. Preise(ermäßigt) Mein alter Herr. Lustspiel in 3 Akten v. Franz Arnold und Victor Arnold. Ende nach 10 Uhr. Mittwoch, 10. Nov. 1915, abends 8 br: 8 u Schillers Geburt tag Wolks⸗ und Schüler⸗Vorstell. Volksprelse! Folkspreisel Kabale und Liche. Ein bürgerliches Trauerspiel in 5 Akten von Friedrich von Schüller. Ende nach 1 uhr und eise.