Ur. 261 Der Slezener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Betlagen: diermal wöchentlich Sleßener Famillenblätter; veimal wöchentl. Hreis⸗ alt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Nerusprech⸗ Anschtusse: für die Schriftletung 112 Verlag, Geschäfts stelledl Adresse iir Drahtnach⸗ richten: Anzeiger letzen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. General-Anzeiger für Ob Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschästsstelle und Druckerei: Schulstr. 7. erhesse Freitag, 5. November 1015 Beiugsvreis: monatl. 85 Pi., viertel⸗ 1455 Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 75 Pf.: durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Bf.— Haupt⸗ schrtitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für een Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen 2 5 Der Sturz des Kabinetts Saimis. (T.) Großes Hauptauartier, 4. November. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Massiges stürmten unsere Truppen einen nahe vor unserer Front liegenden französischen Graben in einer Ausdehnung von achthundert Metern. Der größte Teil der Besatzung ist gefallen, nur zwei Offiziere(darunter ein Major) uno fünfundzwanzig Mann wurden gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Bor Dünaburg wird weiter gekämpft. An verschic⸗ denen Stellen wiederholten die Russen ihre Angriffe, überall wurden sie zurückgeschlagen. Besonders starke Kräfte setzten sie bei Garbunowka ein; dort waren ihre Verluste auch am schwersten. Das Dorf Mikulischki konnten sie im 12 5 unserer Artitlerie nicht halten, es ist wieder von uns esetzt. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Keine wesentlichen Ereignisse. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Die Russen versuchten gestern früh einen Ueberfall auf das Dorf Kuchocka⸗Wola. In das Dorf eingedrungene Abteilungen wurden sofort wieder hinausgeworfen. Ein abermaliger Versuch des Feindes, durch starke Gegenangriffe uns den Erfolg weftlich von Czartorysk streitig zu machen, scheiterte. Aus den vorgestrigen Kämpfen wurden insgesamt fünf Offiziere, eintausendein⸗ hundertundsiebzehn Mann als Gefangene und elf Maschinengewehre eingebracht. * Bei den Truppen des Generals Grafen Bothmer wurde auch gestern noch in und bei Siemikowee gekämpft, die Zahl der bei dem Dorfkampf gemachten Gefangenen hat sich auf dreitausend erhöht. Russische Angriffe süd⸗ lich des Ortes brachen zusammen. 3 Balkan⸗Kriegsschauplatz. Gegen zähen feindlichen Widerstand sind unsere Trup⸗ ben beiderseits des Koslenik⸗ Berglandes(wnördlich von Kraljevo) im Vordringen. Oestlich davon ist die all⸗ gemeine Linie Zakuta— Vk. Prelica— Jagodina überschritten. Oestlich der Morava weicht der Gegner, unsere Truppen folgen. Es wurden sechshundertfünfzig Ge⸗ fangene gemacht. Die Armee des Generals Bojadjieff hat Vala⸗ konje und Boljevac(an der Straße Zajecar—Paracin) genommen und im Vorgehen von Sorljig auf Nisch den Kalafat(zehn Kilometer nordöstlich von Nisch) erstürmt. Oberste Heeresleitung. * 2 * Wieder kommt aus Griechenland eine Aufsehen er⸗ regende Meldung: Venizelos, der alte Freund Frankreichs und Englands, hat in der Kammer eine neue Krisis herbei⸗ ührt, in deren Verlauf der jetzige Ministerpräsident almis seinen Rücktritt ankündigte. Es sind gerade vier Wochen her, daß Venizelos von König Konstantin verab⸗ schiedet worden ist mit der Begründung, er, der König, könne der Politik seines bisherigen Ministers nicht bis zum Ende folgen. Das war am 5. Oktober; die griechische Kam⸗ mer hatte am 4. Oktober Venizelos ein Vertrauensvotum erteilt, wobei ein Stimmverhältnis von 142: 102 sich er⸗ 5 hatte; 50 Abgeordnete waren abwesend, die Minister eteiligten sich nicht an der Abstimmung. Heute hat sich dieses Verhältnis der Parteien kaum geändert; Venizelos erhielt 147, Zaimis 114 Stimmen. Allzu überraschend kommt der neue Umschwung nicht Die unklaren Verhältnisse in Saloniki drängten nach einer Klärung und wirklichen Entscheidung. Es zeigt sich mit jedem Tage mehr, daß halbe Entschließungen auf dem Balkan auf die Dauer unhaltbar sind. Man hat sich gestern in der griechischen Kammer vermutlich darüber unterhalten, wie weit man gehen solle, um die Uebergriffe des Vier⸗ verbandes bei den Landungen in Saloniki abzuwehren, und es mag sein, daß dabei der Kriegsminister strengere Maß⸗ regeln zur Aufrechterhaltung der Neutralität gefordert hakte. Sicherlich aber hat am Vorabend der letzten, end⸗ gültigen Entscheidung die„Entente“ noch einmal alle Mittel wüster Verhetzung und Bestechung aufgewendet, um Veni⸗ los über den König triumphieren zu lassen. Darum ist es schon als ein Erfolg zu betrachten, daß das Kabinett Zaimis ich eine respektable Stimmenzahl erhalten hat, und es ist nach wie vor klar, daß Griechenland bei so geteilten Meinungen im Lande sich nicht wird ins Meer des Welt⸗ kriegs stürzen können. Alle Blicke wenden sich wie der auf König Konstantin. Die Entschlüsse, die er fassen muß, scheinen ihm sicher durch die Tatsachen vor⸗ eschrieben zu sein. Wie haben sich denn die Dinge verändert, seit er am 5. Oktober Venizelos den Abschied erteilte Zeitlich zusammentreffend mit dem griechischen Kabinetts⸗ wechsel war Bulgarien an der Seite der W in den Krieg eingetreten. Die gesamte Presse der Welt, ein⸗ schließlich derjenigen Englands und Frankreichs, hat der „Entente“ den Zusammenbruch ihrer Orientpolitik beschei⸗ 1 nigt. Es wurde infolge der vorläufigen Neutralität Griechen⸗ lands offenkundig, daß England und Frankreich ganz un⸗ vorbereitet auf eigene Taten auf dem Balkankriegs⸗ schauplatze waren. Noch heute ist es trotz großer Worte der Herren Asquith und Briand klar, daß die Hilfe für Serbien unheilbar und trostlos am Stecken hinkt. Serbien ist zum großen Teile von den Truppen der Zentralmächte und Bul⸗ garien erobert worden, sein Heer weicht geschlagen gegen Sildwesten zurück. Die strategische Lage auf dem Balkan⸗ kriegsschauplatze gestattet dem Vierverbande kaum noch Hoff— nungen. Die Verbindung mit der Türkei ist errungen wor⸗ den und kann schwerlich wieder unterbunden werden. Bald werden wohl an der Seite der Bulgaren die Gefolgschaften Enver Paschas eintreffen, wozu der heute veröffentlichte Tele— grammwechsel zwischen Enver und dem bulgarischen General Schekow vielleicht das Vorspiel ist. Wie kläglich die Aussichten der Engländer und Franzosen an den Dardanellen sind, er⸗ sieht man aus Lord Beresfords Kritik im englischen Unter⸗ hause, die wir in den folgenden Meldungen wiedergeben. Wo wären die Anhaltspunkte zu finden für die Auffassung, König Konstantin müßte infolge veränderter Verhältnisse seine wohlerwogene Politik ändern? Im Gegenteil, alle 1 0 zeige der Lage können ihm seinen Entschluß nur stärken, nichts zur Rettung Serbiens und des Vierverbandes zu unternehmen. In mänten haben zwar einige vermutlich in englischer und französischer Abhängigkeit stehende Hetzer neuerdings wieder den Krieg gegen die Zentralmächte ge⸗ sordert, aber an der Besonnenheit und Unerschütterlichkeit der gegenwärtigen rumänischen Regierung hat sich nichts geã t. Auch das persönliche 1 des Königs Kon⸗ stantin erfordert eine scharfe Zurückwetsung der anmaßenden Machenschasten des kretischen Staatsmannes. Mit Hilfe eines treuen Ofsizierkorps wird es dem König möglich sein, für seine Ziele endlich klare Bahn zu schaffen, denn wenn er auch nicht die Mehrheit des Parlaments gewonnen hat, so dürfte er bei der Auflösung der Kammer und Aus⸗ schreibung von Neuwahlen höchstwahrscheinlich auf die ge⸗ sunden Sinne des Volkes rechnen. Die„Bayerische Staats⸗ zeitung“ hatte gerade eben die Politik König Konstantins mit sehr zutreffenden Worten charakterisiert und ihm den Beinamen des„Erhalters“ zugelegt: „Sein kluger Sinn traf sich in dem Wunsche, die Balkan⸗ verhältnisse selbständig durch die Balkanstaaten zu ordnen, mit der erprobten Staatsweisheit des Zeren der Bulgaren. So verdankt Griechenland seinem König und ihm vor allem, daß es seine selbständige Stellung gewahrt hat, der Balkan aber, daß er nicht völlig in Abhängigkeit von dem Vierverbande geraten ist, und daß glücklicherweise die Aussicht besteht, die nationalen Hoffnungen der Griechen mie der Bulgaren im Einverständnis mit der Türkei und den Mittelmächten zu regeln. Daß der Weg dabei über die Leiche Serbiens führt, statt daß friedliche Vereinbarungen erzielt wur⸗ den, ist nicht die Schuld des unglücklichen serbischen Volkes, son⸗ dern der serbischen Regierung und des Verrats des Vierverbandes, in erster Linie Englands. Griechenlands Beispiel aber wird, so scheint es, auch Rumänien den Frieden erhalten, und dereinst können die Balkanvölker hoffentlich dem griechischen König ein Denkmal setzen als„Konstantin dem Erhalter“. Die neueste Wendung der Dinge wird es vielleicht noch mehr unterstreichen, daß der Lenker des griechischen Staates in der Geschichte einst den rühmlichen Namen „Konstantin der Erhalter“ führen könnte. ** 2 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 4. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 4. November 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Der Feind setzte seine Angriffe gegen die Strypa⸗ Front fort. Die gegen die Stellung bei Wisniowezyk und Burlanow gerichteten Angriffe brachen vor unseren Hinder⸗ nissen zusammen. Vor den Schützengräben zweier Bataillone würden 500 russische Leichen begraben. Im Dorf Siemi⸗ kowcee nördlich von Bieniawa wird nach wie vor heftig ge⸗ kämpft. Oesterreichisch⸗ungarische und deutsche Truppen ge⸗ wannen den Ort fast ganz zurück. Die Zahl der in diesem Raum eingebrachten Gefangenen beträgt 3000. Auch am un⸗ teren Styr wurden zahlreiche Vorstüße des Gegners ab⸗ geschlagen. Bei den vorgestrigen Kämpfen westlich von Czar⸗ torysk hat ein aus Truppen beider Heere zusammengesetztes Armeekorps insgesamt fünf russische Offiziere und 1117 Ban gefangen genommen und 11 Maschinengewehre er⸗ eutet. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Angriffe der Italiener auf den Görzer Brückenkobf und die Nachbarabschnitte dauern fort. Gestern waren die heftigsten Stürme gegen Zagora, die Pod⸗ gora⸗Höhen und den Monte San Michele gerichtet. Wieder wurde der Feind überall abgewiesen. Auf den Podgora⸗ Höhen wird um einzelne Gräben noch gekämpft. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Oestlich von Trebinje ist ein Angriff gegen die mon⸗ tenegrinischen Grenzstellungen im Gange. Oestlich von Bileca und südlich von Avtopac wurden in den dort erkämpften Positionen feindliche Vorstöße abgeschlagen. Auf dem Berg Zobija kam es zu Handgranatenkampf. Der serbische Piderstand im Raume von Kragujevac und bei Jago⸗ dina wurde gebrochen. Der Feind ist im Zurückweichen. Von der Armee des Generals v. Köveß rückten österreichisch⸗ ungarische Streitkräfte über Pozega hinaus. Die Verbindung zwischen Uzice und der östlich von Visegrad kämpfenden Gruppe ist hergestellt. Südwestlich von Cacak warfen wir den Feind von den das Tal beherrschenden Höhen. Andere österreichisch⸗ungarische Kolonnen nahmen die Höhen Stolica und Lipnica Glavica und drängen die Serben auf den Drobnja⸗Rücken zurück. Deutsche Truppen rückten in Jagodina ein. Von den bulgarischen Kräften drang eine Kolonne bis Bolje vac südwestlich von Zajecar vor. Eine andere nahm den Berg Lipnica nordöstlich von Nisch. Die An⸗ griffe der Bulgaren südwestlich von Pirot gewinnen Raum Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschallcutnant. Eine neue Ministerkrists in Griechenland. Athen, 4. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Da es bei Erörterung der militärischen Ge⸗ seßzanträge in der Kammer zu einem Zwischenfall zwi⸗ schen dem Kriegsminister und der venizelistischen Mehrheit kam, stellte Ministerpräsident Zaimis die Vertrauensfrage. Venizelos erklärte, es sei den Libe⸗ ralen unmöglich, die Regierung zu unterstützen, deren Politik den Interessen des Landes unheilvoll sei. Alle Parteiführer griffen sodann in die Debatte ein. Die Regierung kam mit 114 gegen 147 Stimmen in die Minder⸗ heit. Infolge dieses Mißtrauensvotums der Kammer er⸗ klärte Zaimis. 150 eine Ministerkrisis offen zutage liege. Er ersuchte die Kammer, sich bis zur Bildung eines neuen Kabinetts zu vertagen. Berlin, 5. Nov. Zur Nachricht, daß Venizelos das Kabinett Zaimis gestürzt habe, um sich selbst an dessen Stelle zu setzen, sagt der„Berl. Börsenkourier“: Jetzt heißt es für König Konstantin, entweder wieder einen Versuch mit Venizelos zu machen, oder noch einmal durch Auflösung der Kammer an das Volk zu appellieren. Venizelos hat kürzlich gesagt, daß er, wieder zur Macht gelangt, Bulgarien den Krieg erklären würde. Im„Berl. Lok.⸗Anz.“ heißt es: Nach den Vorgängen der letzten Wochen ist nicht anzunchmen, daß König Konstantin sich jetzt unter den Willen eines Staatsmannes beugen wird, der schon zweimal gehen mußte, weil er sich in offenem Gegen⸗ satz zu der Ansicht der Krone befand. König Konstantin hat sich in den großen Schwierigkeiten der letzten Monate als ruhiger, entschlossener Politiker erwiesen und er wird weiterhin in Ueber⸗ einstimmung mit dem Willen des Volkes die Interessen Griechen⸗ lands in gleich entschiedener Weise zu wahren wissen. Das„Berliner Tageblatt“ meint: Venizelos hat das Kabinett Zaimis gestürzt, um sich selbst an dessen Stelle zu setzen. Seit dem Tage vor vier Wochen, da sich König Konstantin von ihm trennte, war es klar, daß Venizelos in der Stille das Ziel, das er jetzt erreicht hat, verfolgen würde. Die Krise ist da, aber un⸗ mittelbare, praktische Folgen, einen sofortigen Umschwung der griechischen Politik von ihr zu erwarten dazu liegt kein Anlaß vor. Die griechische Armee wird, ohne einem anderen Befehl als dem ihres Königs zu gehorchen, Gewehr bei Fuß be⸗ harren. Sie trägt schon bitter genug an dem Groll über die Verletzung griechischen Gebietes durch die in Saloniki einge⸗ drungenen Truppen der Entente, ohne daß sie ihnen entgegen⸗ treten durfte. Sie wird kein Werkzeug einer gefährlichen Aben⸗ teuerpolitik sein, auch wenn der Abenteurer Venizelos heißt und wenn er, seinem hochgesteckten Ziele nachjagend— er strebt nach der Präsidentschaft der hellenischen Republik—, den Mut haben sollte, sein Abenteuer mit ausländischer Hilfe in das innere Le⸗ ben des Landes zu tragen. Ein Telegrammwechsel zwischen Enver Pascha und dem bulgarischen General Schetow. Sofia, 4. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bul⸗ garischen Telegraphen⸗Agentur. Das Armeeblatt veröffentlicht fol⸗ gende, zwischen dem türkischen Vizegeneralissimus Enver Pascha und dem bulgarischen General Sche⸗ kow gewechselte Depeschen: Enver Pascha telegraphierte: Ich bin überaus glücklich, meine aufrichtigsten und herzlichsten Glück⸗ wünsche dem heldenmütigen bulgarischen Oberkommandanten der tapferen bulgarischen Armee zu den großen, un unter⸗ brochenen Erfolgen auszusprechen, die sie von dem ersten Tage an, mit Heldenmut und Geschicklichkeit, die schwierigsten Hindernisse auf ihrem Wege überwindend, errungen hat, und ich wünsche, daß die ummterbrochenen Erfolge ohne Unterlaß ihre Fortsetzung finden, um den endlichen Triumph zu erreichen. Schekow erwiderte: Mit wahrer Genugtuung habe ich das Telegramm Eurer Exzellenz gelesen. Die bulgarische Armee wird fortfahren, sich durch Siege auf dem Schlachtfelde den Armeen unserer unbesiegbaren Verbündeten Dentschland, Oesterreich⸗Ungarn und Türkei anzuschließen, die unzählige Bei⸗ spiele von Tapferkeit, Selbstverleugnung und militärischer Kunst gegeben haben, und zum endlichen Siege über unsere gemein⸗ samen Feinde beitragen. Ich wage Eurer Exzellenz zu versichern, daß das Bewußtsein des großen geschichtlichen Augenblicks die Seele aller bulgarischen Bürger erfüllt, die heute die Armee bilden, und dieses Bewußtsein wird uns einen vollständigen Sieg bringen und zum Triumph unserer gemeinsamen Bestrebungen führen. Serbien schreiht der„Temps“: Die Alliierten haben sich im kätsprofessoren mit dem Rektor Tom a Jonescu an fessor Paul Negulescu, Suftan dem K 5 ene e Der Schwarze Adlerorden für den türkischen Großwesir. Konstantinopel, g. Nov.(WTB Nichtamtlich.) Ter Taiser hat dem Großwefsir den Schwarzen Abdler⸗ Orden verliehen. Griechenland und Bulgarien. Köln, 4. Nov.(Zens. Frkft.) Die„Kölnische 30955 meldet aus Bukarest: Die bulgarische Regierung bewie abermals ihre freundschaftliche Gesinnung für Griechenland, indem sie die wichtige Entscheidung traf, daß in dem besetzten, bisher serbischen Mazedonien für die Kirchen und christlichen Schulen der Zustand wieder gestellt wurde, der in der türkischen Zeit bestanden habe, daß nämlich die Griechen überall ihre Schulen wieder eröffnen und unter Aufsicht der Bischöfe des Patriarchats arbeiten lassen können, was die Serben nicht durchweg 8 hatten. Die bulgarische Regierung beabsichtige, ulgarische Exarchat⸗Bischöfe nur da einzusetzen, sie schon zur türkischen Zeit bestanden. Diese wichtige grundsätzliche Entscheidung ist von großer Tragweite. Sie sichert den Griechen Mazedoniens alle mit einer bulgarischen Besetzung oder Angliederun barenden Freiheiten. Einflußreiche Persone hab für verwandt und bei der bulgarischen Regierung das Ver⸗ ständnis gefunden, durch das sich das Kabinett Radoslawow schon wiederholt ausgezeichnet hat. Die Bestechungeversuche des Vierverbandes. Sofia, 4. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Regierungs⸗ blatt„Narvbni Prava“ bringt eine eingehende Aufstellung der Bestechungssummen, die im Laufe des September von Agenten des Vier verbandes an verschiedene pulgarische Politiker gegeben wurden, die für einen 55780 05 die Türkei gagitierten An die erwähnten Personen sind 1 500000 Franken ausgezahlt worden, ferner im Laufe des September und bis zum 18. Oktober mehrere Schecks im Betrage von 2 740 000 Fran⸗ ken und an einen Bauernbündler und an andere Personen Be⸗ träge von rund 18 Millionen Franken. Das Blatt kündigt an, daß eine Untersuchung eingeleitet werden werde. Ein bulgarischer Sieg über die Franzosen. Köln, 4. Nov.(WB. Nichtamtlich.) Die„Kölnische Zeitung“ meldet aus Sofia: Nach sicheren amtlichen Mit⸗ teilungen sind die französischen Landungstrup⸗ pen jetzt nordöstlich von Prilep von den Bulgaren, die von Gradisko und Negotin n her angegriffen hatten, vernichtend geschlagen und teils zersprengt, teils gefangen genommen worden. Die französischen Ge⸗ fangenen sind 1 5 in Küstendil angekommen. Der Temps über die Lage auf dem Baltan. Paris, 4. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Zu der Lage in Orient überraschen lassen. Sie können die bereits hergestellte Verbindung zwischen den Mittel mächten, Bulgarien und der Türkei nicht mehr verhindern. Die Ver sorgung Bulgariens und der Türkei mit Kriegsmaterial wird e Donau erfolgen. Die Folge davon ist, daß sich die Lage ent zugunsten unserer Feinde verbessert. Der Vorteil für den, da der erste Balkan schwinden 5 Aus Rumänien Bukarest, 4. Nov.(WTB. Nichtamtlich) 50 Universi⸗ der Spitze, veröffentlichten eine Kundgebung an das Volk, in der Eintritt Rumäniens in den Krieg gegen die Mittelmächte verlangt wird. Einer der Unterzeichner, Pro⸗ 5 s 5 richtete nun an den Rektor einen Brief, in dem er die Veröffentlichung der Kundgebung als unzeitgemäß bezeicknet, da inzwischen die Verbindung zwischen Bulgarien und den Mittelmächten vollzogen sei. Rumänien könnte im Kriegs⸗ ö 5 von nirgendsher Munition erhalten und wäre daher noch vie Konstantinogel, 4. Nov.(WTB. Nichtamtlich. Der Bulgarien die Militär⸗ her- zu verein⸗ en sich hier⸗ schlimmer daran als die Russen. Unter solchen Umständen sei 1 Kritit im englischen Oberhaus. London, 4. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Im Ober⸗ hause delt gestern Lord Willoughby Broke eine Rede gegen die Regierung und den Premierminister. Später kam es zu einer Aussprache über die Zensur. Lord Morley sprach als erster Redner gegen die Art, wie die Zensur ge⸗ handhabt werde. * * 3* Sasanow bleibt. Rom, 4. Nov(WTB. Nichtamtlich) Die„Agenzia Stefani“ dementiert nach Depeschen aus Petersburg die Gerüchte über den Rücktritt des Ministers des Aeußern Sason ow. l 12 Berlin, 5. Nov. In der„Deutschen Tageszeitung“ heißt es zu dem Dementi von Sasonows Rücktritt: Auf Anfrage erklärte die Londoner russische Botschaft, daß sie bisher keine amtliche Bestätigung von der Demission Sasonows erhalten habe. Direkte Petersburger Berichte bestätigen jedoch Sasonows Ent⸗ lassungsgesuch und setzen hinzu, daß der Zar noch keine Entscheidung getroffen babe. Der Seekrieg. London, 4. Nov(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Lloyds berichtet aus Middlesborough: Der englische Dampfer„Friargate“ mit 264 Bruttotonnen wurde versenkt. Fünf Mann von der Be⸗ satzung sind gelandet worden. — Ein vertrauensvotum für das RHabinett Briand. Das Wolff⸗Bureau hatte uns gestern vormittag nur die Hälfte der Erklärung des Kabinetts Briand zugesandt und überraschte uns später durch eine Ergänzung, die wir heute nachtragen müssen. Es geht daraus hervor, daß die maßgebenden Herren in Frankreich noch immer alte Illu⸗ sionen von der Zurückeroberung Ersaß⸗Lothringens im Volke nähren wollen. Ja, es wird sogar betont, Frankreich werde mit dem Kampf erst einhalten,„wenn der Feind zur Ohn⸗ macht niedergerungen ist“. Immerhin, kleinlauter ist die sranzösische Regierung dennoch geworden, obgleich sie auch wieder die törichte Lüge verbreitet, Deutschland habe auf den Kriegsschauplätzen Mißerfolge gehabt. Der Schluß der Programmerklärung lautet: Die Regierung wird gemeinsam mit der Presse für die An⸗ . der Gesetze die in einer Demokratie zwischen der Frei⸗ heit und Autorität notwendige Konzession finden. Wir werden unsere Kunst gleichzeitig aus der nationalen Meinung und aus dem Vertrauen des Parlaments schöpfen, das die Quelle unserer Autori⸗ tät ist. Wir wenden uns an Ihre Mitwirkung, die uns wertvoll sein wird. Wir wissen, daß es Ihre Sorge ist, das Vorgehen der Regierung zu unterstützen. Diese ist ihrerseits bereit, ihre Auf⸗ gabe zu erfüllen und alle Verantwortung zu übernehmen. Es wird ihr am Herzen liegen, die Kontrolle des Parlaments über ihre Handlungen zu erleichtern. Sie wird jede Gelegenheit er⸗ greifen, um das Parlament aufzuklären, indem sie ihm durch eine regelmäßige Zusammenarbeit, sei es mit den Ausschüssen des Par⸗ laments, sei es mit dem Parlamente selbst, alle Auskünfte gibt, nuf welche das Parlament ein Anrecht hat.(Forts. folgt.) Paris, 4. Nov.(WTB. Nichtamtlich.)(Regierungserklä⸗ rung Fortsetzung und Schluß.) So wird sich auch weiterhin die Einigkeit der Nation, des Parlaments und der Regierung bekräftigen. Durch sie werden wir den Krieg zu Ende führen, das heißt, bis zum Siege, der den Feind aus allen besetzten Gebieten vertreiben wird, sowohl aus denjenigen, die seit mehreren Monaten unter dem Einfall leiden, wie auch aus denjenigen, die ihn seit so vielen Jahren ertragen. Frankreich störte den Frieden nicht, indem es allen e e e widerstand. Es tat alles, um den Frieden zu erhalten Es ist das Opfer eines vorbedachten An⸗ riffes, den kein Sophismus jemals wird rechtfertigen können. n zwang ihm den Krieg auf, den es furchtlos annahm. Es wird erst einhalten, wenn der Feind zur Ohnmacht niedergerungen ist. Frankreich wird erst Frieden schließen, nach Wiederherstellung des Rechtes durch den Sieg. Erst wenn es alle Gewähr für einen dauerhaften Frieden erhielt, würde es ihn unterzeichnen. Dieses Ziel werden alle Völker durch ihre praktische und enge Solidari⸗ tät erreichen, die ihren Zusammenschluß täglich fester knüpft, und die jetzt wieder durch den Beitritt Japans zum Abkommen vom 5. September 1914 verstärkt wurde, wodurch die Mächte die feierliche Verpflichtung eingingen, keinen Sonderfrieden zu chließen. Aber wir sind der Ansicht, daß das Ineinklangbringen er Anstrengungen der alliierten Nationen noch vollkommener und schneller sein kann und muß. So schwer es auch auf verschiedenen un Lande wach geworden seien. Ein Land, das in den grausamsten Stunden den dtopf hoch getragen habe, fürchte sich nicht 2— daß seine größten Interessen öffentlich erörtert würden. Bria spendete denen Lob, die in den tragischen Stunden die Verant⸗ wortung getragen haben, und verlangte ein einstimmiges Ver⸗ trauen, das notwendig sei, um mit Nutzen zu regieren. Briand bestätigte, daß demnächst eine Se die Zen⸗ zur getroffen werden würde, und schloß mit den Worten: Es kann keine Unstimmigkeit unter uns geben: nur ein vollständiger 47 kann uns befriedigen. Um zu dem vielleicht fernen Augen⸗ blick zu gelangen, in dem wir der Friedensfrage 5 werden, müssen wir erst siegreich gewesen sein, müssen wir die dem Schoße Frankreichs entrissenen Provinzen erst zu⸗ rückerhalten haben, und werden die Völker, wie die gemar⸗ terten Belgier, erst vollständig wieder aufgerichtet sein müssen. In diesem Kriege ist Frankreich der Vorkämpfer der Welt: es kämpft für die Jivilisation und die Freiheit. Ein dauerhafter Friede kann der Welt erst gegeben werden, wenn Frankreich und die Alliierten die Freiheit der Völker wieder erobert haben. Die Kammer beschloß, die Rede Briands öffentlich anschlagen zu lassen und nahm mit 651 gegen eine Stimme eine Ver⸗ trauenstagesordnung für die Regierung an. Das Urteil der Presse. Paris, 4 Nov.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der Agence Havas. Alle Blätter besprechen die ministerielle Erklärung und sagen, daß die gestern von Briand in der Kammer ausgesprochenen Worte, die den Feinden zeigen, daß sie bei Frankreich nicht auß Ermattung oder Schwäche zählen dürfen, nicht oft genug wieder⸗ holt werden können.—„Gaulois“ schreibt: Die ganze Welt erwartete die ministerielle Erklärung. Briand wußte sich zu einem Adel wahrhaft patriotischer Worte aufzuschwingen. Indem er zu dem Lande und der ganzen Welt sprach, war er in der tragischen Stunde auf der Höhe der Lage.„Die Erklärung kann in zwei Worte zusammengefaßt werden: regieren und siegen.— Die„Hu⸗ manité“ sagt, daß Briand nicht nur als mutiger Patriot, sondern auch als scharfsichtiger und kluger Staatsmann gesprochen habe. Das„Journal“ findet, das wichtige Ereignis der gestrigen Sitzung sei gewesen, daß die Kammer die Einstimmigkeit wiedergefunden habe. Die Parteien hätten sich wieder zur Einig⸗ keit geschlossen, um das Werk der Landesverteidigung kräftig fördern zu können.— Der„Matin“ glaubt, die Erklärung werde durch ihre Klarheit und Kraft im Lande und in der ganzen Welt tiefen Eindruck erwecken. Aus dem Reiche. Bundesratsbeschlüsse. 0 Berlin, 4. Nov.(WTB. Amtlich.) In der heuti Sitzung des Bundesrats gelangte zur Annahme: Der Entwurf einer Verordnung zur Regelung der Milch⸗ preise und des Milchverbrauchs, der Entwurf einer Ver⸗ 1 zur Regelung der Preise für Schlachtschweine und Schweinefleisch, die Neufassung des Abschnitts 2(Ver⸗ sorgungsregelung der Verordnung vom 25. Sept. 1915), die Vorlage betreffend Vorschriften über die Alters⸗ rente, die Vorlage betreffend Einschränkung der Ar⸗ beitszeit in Spinnereien, Webereien usw., der Entwurf einer Verordnung betreffend Ausnahmen von dem Verbote des Handels mit in England abgestempelten Wertpapieren, der Entwurf einer Verordnung über die Verjährungsfristen. Nach dem Einführungsgesetz zur Reichsversicherungs⸗ ordnung hat der Bundesrat für die bevorstehende Tagung des Reichstages diesem die gesetzlichen Vorschriften über die Altersrente zur erneuten Beschlußfassung vorzu⸗ legen. Es handelt sich dabei um die Frage, ob die Alters⸗ grenze des siebzigsten Lebensjahres der Versicherten fiir den Bezug r Altersrente auf das fünfund⸗ sechzigste Lebensjahr herabgesetzt werden soll. In der heu⸗ tigen Sitzung beschloß der Bundesrat, diese Herab⸗ setzung der Altersgrenze in der Vorlage für den Rei tag zurzeit nicht zu e Die Herabsetzung der Alters renze würde, wie in der versicherungstechnischen Denkschrift nachgewiesen wird, eine Erhöhung der Bei träge zur Invaliden und Hinterbliebenenversi ng not⸗ wendig machen und eine Mehrbelastung des Reichs mit einem Reichszuschuß zur Folge haben. Beides kann im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht befürwortet werden. Berlin, 4. Nov.(WTB. Amtlich.) Der Bundesrat hat heute eine Verordnung über Milchpreise und den Mil ch⸗ verbrauch erlassen. Danach sind die Gemeinden berechtigt, Höchstpreise für Milch beim Verkauf durch den Erzeuger, sowie im Groß⸗ und Kleinhandel festzusetzen. Gemeinden mit mehr als 10000 Einwohnern wurden zur Festsetzung von Höchstpreisen im Kleinhandel verpflichtet. Für die Festsetzung ist die Zustimmung der Landeszentralbehörde nötig. Der Reichskanzler kann all⸗ b eee Kundgebung ein unverzeihlicher Fehler. Uueberdies sei zu bemerken, daß die Kundgebung in aller Eile verfaßt worden sei und deshalb der hohen Gesichtspunfte entbehre, Die von einer dgebung der Unipersität zur Geltung hätten kommen müssen. Die Erwägung, daß das Eingreifen Rumäniens im Hinblick auf die militärische Verbindung zwischen den Mittel⸗ mächten und Bulgarien solange untunlich sei, als der Vierverband seine F 1 bn e E Me ver⸗ anlasse Negu 5 ektor zu„seine unter der e als zurückgezogen zu betrachten. Entwaffnete russische Kriegsschiffe. Berlin, 4. Nov. N Der„Berliner Lokal⸗ e meldet aus Budapest: Der„Pester Lloyd“ meldet aus Bukarest, daß nach der rumänischen Zeitung„Epoca“ pie in dem Donauhafen Kruja liegenden rüssischen Hriegsschiffe nunmehr entwaffnet worden sind. . größte Teil ges na ührt wurde. Der Rest wird heute folgen. 8 a Die Zufuhr aus Bulgarien. Sofia, 3. Nov. Die hier tätige deutsche Reichs⸗ Einkaufs⸗Kommission steht in eifrigen Verhand⸗ lungen mit der Regierung, die bald einen günstigen Ab⸗ 8 5 luß erreichen werden. Die Regierung wird von den großen bulgarischen Vorräten an Futtermitteln und Hül⸗ senfrüchten beträchtliche Mengen abgeben.(Frkft. Ztg.) 1 Aus dem englischen Unterhause. g Haag, 4. Nov.(Zens. Frkft.) Sehr scharf äußerte sich Dord Beresferd im Ünterhause in Erwiderung auf Asaquiths Rede über das Dardanellen unternehmen. gemeine Anordnungen über die oberen Grenzen und Festsetz⸗ ungen treffen. Den Gemeinden wurde ferner die Pflicht aufer⸗ legt, die nötige Milch für die Versorgung von Kindern und Kran⸗ ken und stillenden Müttern sicherzustellen. Sie können das durch die Einrichtung eigener Verkaufsstellen, durch Vereinbarung mit Landwirten und Milchhändlern, durch Ausgabe der Bezugsberech⸗ tigung(Milchkarten), durch Regelung des Milchverkaufs zu be⸗ stimmten Stunden oder in sonst geeigneter Weise tun.— Ferner regelte der Bundesrat durch Verordnung die Preise für Schlacht⸗ schweine und Schweinefleisch und zwar sepze er bier Höchstpreise auf den Hauptmärkten für Schlachtschweine fest 1575 8 1 55 8 2 für e und 185— augenblickliche Unternehmen Deutschlands auf dem Balkan bezeugt] Fett bei Abgabe an die Verbraucher„Die Höchstpreise den Mißerfolg seiner Bemühungen auf den Kriegsschauplätzen. Saen betragen danach für Berlin auf 50 Kilogramm Wei jeine Offenstde auf der französischen und russischen Front Lebendgewicht bei„ im Oe wicht unter 60 Kilo⸗ gebrochen wurde, unternimmt es jetzt diesen ablenkenden Schritt. 918 100 70 Mark, von 60 bis 80 Kilogramm 85 Mark von 80 Es sucht dadurch die Meinung der Welt in Atem zu halten, nach⸗ bis 100 Kilogramm 100 Mark, bei Sauen 95 Mark; bei Schweinen dem so viele Monate verstrichen sind, ohne daß die von der] mit höherem„ ist eine entsprechend erhöhte Staffe⸗ ung lee deutschen Propaganda angekündigten Erfolge eintraten, lung der Preise vorgesehen, um durch die zunehmende Spannung un K und so entfernten Schauplätzen durchzuführen sein mag, sind wir doch entschlossen, es durch eine engere und immer intimere Fühlung zu verwirklichen. Schon gestatten es die Reisen des Generals Joffre nach Italien und England und der Empfang, der ihm bereitet wurde, und die zwischen den Generalstäben gefaßten Entschlüsse der alliierten Nationen, ihre gegenwärtige und zukünftige Hand⸗ lungsweise einander anzupassen. Dem Rufe Serbiens Folge ger bend, eilte Frankreich ihm sofort zu Hilfe. Wir sind mit englischen Regierung völlig einig über die Führung der mili⸗ tärischen Unternehmung auf dem Balkan. Frankreich und die Alliierten werden eine heldenhafte Nation, deren Widerstand die Welt zur Bewunderung zwingt, nicht im Stiche lassen. Das 5 sich jetzt Anzeichen einer Schwäche unter dem Schein der die Aufzucht des Fettschweines zu begünstigen. Der Höchstpreis für i innen. ff ein Pfund frischen Schweinefleisches wird in Berli 1,40 Mark, . amc werden r feenlge ir dee dend e ene 1 Schlachtschweinepreis nach Lebendgewicht bestimmt werden mußte, dürfen jetzt Schweine im allgemeinen nur nach L icht ge⸗ handelt werden. Es sind weiterhin Bestimmungen getroffen wor⸗ den, die den Behörden das Recht geben, den Markt und die Zu⸗ fuhr des frischen Schweinefleisches von außerhalb zu regeln, sowie die vorhandenen Schweinebestände auf die Schlächter zu verteilen Endlich ist den Gemeinden das Recht gegeben, die Ueberlassung von nach Marktschluß unverkäuflich bleibenden Schweine zu einem um 5 Mark niedrigen Preise als dem Höchstpreise zu verlangen. Schließlich erweiterte der Bundesrat die Verordnung vom 20. Sep⸗ enttäuscht werden. Die Mittelmächte werden ihre Niederlage hingusschieben, aber nicht verhindern können. Wir dagegen sind entschlossen, bis zu dem Ende zu gehen. Unsere Feinde dürfen auf keine Mattigkeit oder Schwäche unsererseits zählen. Nachdem wir unsere Aufgabe ermessen haben, so hart 5 sein mag, wollen wir sie bis zu ihrem notwendigen Abschluß fortsetzen. Wir haben den Willen zu siegen und wir werden siegen. Paris, 4. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Davas Die Sitzung der Kammer wurde unter dem Vorsitze Deschanels eröffnet. Unter den Zuhörern befanden sich die Botschafter Rußlands, Englands und Italiens. Die Tribünen Frs sagte„ Ich glaube nicht, daß die Rede des Ministers die waren dicht besezt. Briand verlas die mintsterielle Er- tember 1915 über Preisprifungsstellen und Versor⸗ Besorgnis dieses Hauses 111 des Landes hinsichtlich der Kriegs⸗[ klärung, 99790 Ende allgemeinen Beifall fand. Die Regierung] Kungs regelung, soweit sie die Versorgungsvegelung 2 erheb⸗ lich. Während die bisherige Fassung den ein⸗ lage beheben wird.“ Die Dardanellenunternehmun⸗ t Aprer g 5 5 5 5 8 eint den Befugnisse zur Einwirkung nur gegenüber dem Handel und 5 0 8 5 N unte er] nahm die sofortige Besprechung der eine schlimme e Katastrophe. Weiß die Sozialist Baronows ki billigte die Interpellationen an. Der Vrllärung der Regierung. Regierung, daß die Fruppen wahrscheinlich ihre ganze Kampfeskraft] Er erklärte, die seordneten würden der Regierung folgen, Gewerbe gab, steht ihnen diese Einwirkung nunmehr auch auf die durch Krancheit verlleren werden, wenn sie während des Winters sie eine wi h tark ierung sei, welche regiere. Der Erzeuger und Hersteller des notwendigen Lebensbedarses,. B. boch dert kleiden Er iohrde wetter aug Ele berlseren t Kal ich Rebe bar bie dregtern ng de dcgldeieng eit wehe ichen, die Molkereien zu Weiterhin gibt die Verordnung einzelnen Redner bat die Regierung dringend, einen 1 zu errichten, der den Alliierten gestatte, einen gemeinsamen Plan zu verfolgen. Er forderte schließlich die Einführung geheimer Sitzungen. Ra⸗ meil interpellierte über die Handhabung der Zensur. Der Libe⸗ rale Constant fragte, welches die Ahsichten der Regierung bezüglich der in Frankreich gebliebenen Ossterreicher und Deut⸗ tausenb Mann durch Diphtherie, Typhus und andere Ver⸗ kuste. Wenn der Regen eintritt, wird das Wasser durch die Kanäle fströmen bund die toten Körper in die Laufgräben führen. Die e der 1 8 5 3. st sich* 1— bewußt, die feindli t i 5 7 c eindlichen ellungen die „ Möglichkeit, Erzeuger 9 0 Hersteller 5 17— er se zu sorgungsver zusammenzuschließen. Danach können beispielsweise Landwirte eines größeren Gebietes zur Milch⸗ und Fleichversorgung, Molkereien zur Butterversor⸗ gung einer Großstadt und Händler zur Kartoffelversorgung eines J. er bes wee A e der gecube. ie eren Nenaubel erf be Ggpepp 50 e 85 a r. erun 15 iff die Ei ngen wieder ift fn N f wußt, daß es ganz unwah lic tt, daß wir bie 9 8—— auf, die 3 Ne 1„ Die Inschrift für das Reichstagsgebäude. Berlin, 4. Nov.(WB. Nichtamtlich.) Der Aus⸗ schmückungsausschuß des Reichstags hielt heute eine Sitzung ein. Der frühere Minister B6rard erklärte, er habe Vertrauen ab. Bezüglich der Inschrift für das Reichstags⸗ u Briand, der von Männern umgeben sei, die die Ehre des gebäude wurde dbeschlossen, zunächst Entwürfe in i Landes verkörperten. Briand antwortete den Interpellanten qua⸗, Fraktur⸗ und Uncialschrift herstellen zu lassen. zufuhr von Bulgarien nach der Türtei verhindern können? ö 1 e de en e a an u erreichen, sei garien sein Schi mit der Türkei verknüpft hat? Ist es der Regierung bekannt, daß die i während Wochen zu der jetzi 5 3zeit e worden waren. Er trat für die Beständigkeit und Einheit in der Leitung der militärischen und ane elten Unternehmungen und erklärte, daß man alle die Gefühle kenne, die seit dem Kriege—— r Aus Stadt und Cand. Gießen,& Nompember 1915. Dad Generalfommaudo zur Sicherstellung Dar Dolkservährnng. Im Hünblik unf die nenen en des Bundes⸗ rats richtet das Stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps folgende ernste Mahnungen an die Bevölkerung seines Bezirks: Nachdem durch die letzten Verordnungen des Bundes⸗ rats erneute Maßnahmen getroffen worden sind, die ein Durchhalten mit unseren Lebensmitteln sicherstellen, er⸗ warte ich von der Einsicht und dem patriotischen Empfinden der Bevölkerung des Korpsbereiches, insbesondere der be⸗ mittelten Kreise, daß sie im Interesse der All⸗ emeinheit und im Gedenken an unser vor dem Fern de stehendes Heer sich den getroffenen Anord⸗ nungen willig fügen und sie auf das genaueste be⸗ folgen werden. Feber, der dies tut, kann das Bewußtsein haben, für seinen Teil zu dem endlichen Erfolg beigetragen zu haben. Wenn die Verordnung des Bundesrats vom 28. Oktober d. J. verbietet, Dienstags und Freitags Fleisch zu verab⸗ folgen, 15 bezweckt diese Anordnung, eine Einschränkung Verbrauches herbeizuführen. Es bedeutet daher ein Entgegenarbeiten gegen die im allgemeinen Interesse ge⸗ troffenen staatlichen Maßnahmen und stellt sich als eine emeinschädliche und gewissenlose Hand⸗ ungsweise dar, wenn Einzelne dazu übergehen, sich 1 für die genannten Tage mit Fleisch zu versehen oder wenn Metzger diese Handlungsweise fördern oder gar dazu anregen. Metzger, die in dieser Weise dazu beitragen, daß die Anordnungen der Behörden vereitelt werden, haben die unnachsichtliche Schließung ihres Geschäfts zu erwarten. Auch von allen Privathaushaltungen muß erwartet werden, daß sie entsprechend den ergangenen weiteren Vorschriften das Braten von Fleisch usw. an den Montagen und Donnerstagen, sowie die Verwendung von Schweinefleisch an Samstagen unter lassen. Außerdem weise ich nachdrücklichst auf die schweren Strafen hin, die jede Uebertretung der ergangenen Vor⸗ schriften für diejenigen nach sich zieht, die in gewissenloser Weise aus Selbstsucht oder Mangel an Opfer⸗ . sich den getroffenen 1 nicht fügen wollen. Hohe Geld⸗ und Gefängnisstrafen, Verlust der bür⸗ gerlichen Ehrenrechte und en u Bekanntgabe seiner ehrlosen Handlungsweise drohen insbesondere jedem, der sich einer Ueberschreitung der festgesetzten Höchst⸗ preise schuldig macht, und zwar 8 ber diese Strafen nicht nur den Verkäufer, sondern jeden, der einen anderen auch nur zum Abschlusse eines Vertrages auffordert, durch den die Höchstpreise überschritten werden oder sich zu einem olchen Vertrage erbietet. Auch alle diejenigen Machen⸗ chaften, die darauf abzielen, in verschleierter Form die festgesetzten Höchstpreise zu umgehen, indem z. B. für bisher unentgeltlich besorgte Nebenleistungen, wie das Bringen der Waren ins Haus besondere Vergütungen von den Einkaufenden— Hausfrauen, Köchinnen usw.— ver⸗ sprochen oder von den Verkäufern verlangt werden, unter⸗ liegen der Bestrafung in gleicher Weise wie direkte Ueber⸗ schreitungen der Höchstpreise. Die Behörden, denen durch die Verordnungen des Bundesrats weitgehende Kontrollbesugnisse gegeben wor⸗ den sind, werden jeden Fall einer Zuwiderhandlung gegen die ergangenen Bestimmungen unnachsichtlich zur Bestra⸗ fung bringen. Der Kommandierende General: Freiherr von Gall, General der Infanterie. Fünfundzwanzig Jahre neue Kliniken. In diesen Tagen sind 25 Jahre verflossen, seitdem die neuen Universitätskliniken, wie man lange Jahre diese Bauten zum Unterschied von den alten Anstalten in Gießen nannte, in Betrieb genommen wurden. Zwar waren die neuen Krankenanstalten bereits am 28. Juli 1890 gleichzeitig mit der Enthüllung des Liebigdenkmals durch einen großen tlichen Akt eingeweiht worden, doch begann der Lehr⸗ etrieb, für den die Anlagen erbaut sind, erst Ende Oktober 1890 mit dem Beginn des Semesters. Mit den Kliniken be⸗ 2210 in unserer damals erster 10 000 Einwohner zählen⸗ Universitätsstadt eine neue Zeit. Mit der Schaffun der ersten modernen Bauten für den Kliniksbetrieb fä zusammen der Beginn einer neuen Entwicklung unserer Stadt, die in den verflossenen 25 Jahren sich aus einer Kleinstadt zu einer Mittelstadt mit allen Errungenschaften des modernen 5 7 entwickelt hat. Während dieser 17 ist auf der Höhe des Seltersbergs ein vollständiges tadtviertel entstanden, welches jene ganze Reihe von Kliniken und Instituten der Universität umsaßt, die in ihrer äußeren Gruppierung und Erscheinung das Interesse jedes Fremden erregen, der in unserer Stadt weilt. Noch sind die Universitätsbauten in jenem Kliniksviertel nicht abgeschlos⸗ fen. Die jener Gebäude, die unserer Universität und leidenden Menschheit dienen, dürfte sich nach dem Kriege weiter vermehren, hat man doch von dahingehenden Plänen in den letzten Jahren manches verlauten hören. * Personalnachricht. Der Vorsteher der bhiesigen Fahrkarten-Ausgabe und Gepäckabsertigung Crößmann wurde unter Beförderung zum Ober⸗Gütervorsteher nach Königsberg in Preußen versetzt. * Dem Gedächtnis unserer Gefallenen. Das Großherzogliche Oberkonsistorium hat angeordnet, daß am diesjährigen Totengedächtnistag— dem letzten Sonntag im Kirchenjahr— in den evangelischen Kirchen des Landes eine gemeinsame Feier des Ge⸗ dächtnisses an unsere Gefallenen oder infolge des Krie⸗ ges Verstorbenen stattfindet. Die Feier ist in Uebereinstim⸗ mung mit den übrigen evangelischen Kirchengebieten Deutsch⸗ lands angeordnet worden. In dem Ausschreiben Großh. Oberkonsistoriums heißt es u. a.:„Wenn auch Reich und Land, Gemeinde und Vereine das Ihre zu tun haben und tun werden, um in zweckmäßiger Organisation die Wunden des Krieges zu heilen, so kann und 0 dadurch die Pflicht persönlicher Hilfeleistung und tatkräftiger Handreichung gegenüber den in seinem Lebenskreis stehenden hilfsbedürf⸗ tigen Hinterbliebenen keinem abgenommen werden. Hieran mögen sich unsere Gemeinden, zumal am Totenfest, erinnern und jeder Einzelne das Seine tun, um der Trauer und Not, die dieser Krieg über unser Volk ge⸗ bracht, eine fühlbare und wirksame Macht des Trostes und der Bruderhilfe entgegenzusetzen.“— Zugunsten der Na⸗ tionalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Ge⸗ fallenen wird am Totenfest eine Kirchen⸗Kollekte 7 Die Kollekte wird nur in Hessen Verwendung finden. 8 * Kriegssammlung des Oderhessischen Muse nmz. den rrichrn Bestünden des Oberhessischen Musenms find zahlreiche Zeugen vergangenen Zeiten zusam⸗ ntengetragen, die für die Kenntuis der Kultur früherer Jahr⸗ hunderte von grundlegender Wichtigkeit sind. Ihrer ganzen Entwicklung nach ist die Arbeit der Museen früher rück⸗ schauender, wiederherstellender Art gewesen. Aus dem, was sie sammelten und ordneten, ergab sich in erster Linie das Bild grauer eee Die Sammeltätigkeit, die aus den Dingen der Gegenwart weitschauend für kommende Ge⸗ schlechter eine Geschichte zusammenstellte, ist so alt noch nicht. Ihr bietet sich mitten im Krieg die dankbarste und umfang⸗ reichste Aufgabe. Die Zeugen unserer großen Zeit der Nach- welt aufzubewahren, erscheint auch unserem Oberhessi⸗ schen Museum gegenwärtig als sein vornehmster Beruf. Der Grund zu einer ag Kriegssammlung, einem Kriegsmuse um, ist schon gelegt. Was alles für diese großgedachte Sammlung in Betracht kommt, geht aus einem Aufruf an die Bevölkerung hervor, den 155 Museums⸗ leitung in der heutigen Nummer erläßt: Alles, was mit dem Kriege in irgendeinem Zusammenhang steht, ist will⸗ kommen. Sache der Bevölkerung wird es nun sein, an dem schönen Werke, das in späteren Jahren, wenn diese Zeit der Geschichte angehören wird, ein Wahr⸗ und Merk⸗ zeichen bleiben soll, nach Kräften mitzuarbeiten. Das Museum bietet die Gewähr für eine dauernde Erhal⸗ tung und vermittelt der Allgemeinheit Werte, die in Pri⸗ vatbesitz unbeachtet bleiben und vielleicht verstauben und verloren gehen würden. In dem erwähnten Aufruf ist die Zusammensetzung der Sammlung angedeutet. Abzüge des⸗ selben, die n im Felde stehenden Angehörigen gesandt werden sollen, sind auch in unserer Geschäftsstelle unent⸗ geltlich zu haben. Zweifellos werden die in dem Unterneh⸗ men des Kriegsmuseums verfolgten Absichten dem Ver⸗ ständnis und der liebevollen Unterstützung aller begegnen, an die sich der Aufruf wendet. Die Nartoffelbersorgung Die heutige Nummer des„Gießener Anzeigers“ enthält eine Reihe von amtlichen Bekanntmachungen betreffend die Kartoffel⸗ preise, auf die wir besonders nachdrücklich hinweisen. erner werden die Zeiten für die Verteilung der bei der tadt bestellten Kartoffeln bekanntgegeben. k Die Wagengestellung. Die vollständige und recht⸗ zeitige Ueberweisung der angeforderten Güterwagen stößt in letzter Zeit in allen Teilen des Deutschen Staatsbahnwagenverbandes auf erhebliche Schwierigkeiten. Es ist dies auf die ganz außer⸗ ordentlichen Ansprüche zurückzuführen, die augenblicklich an den Gllterwagenpark der deutschen Eisenbahnen gestellt werden. Ab⸗ gesehen von den umfangreichen Anforderungen der Heeres⸗ verwaltung, die bei der jetzigen Ausdehnung des Kriegs⸗ schauplatzes sich naturgemäß besonders bemerkbar machen und denen selbstverständlich voll genügt werden muß, sind auch die Anforde⸗ rungen in der Heimat— wie regelmäßig in den Herbstmona⸗ ten— infolge des Rübenverkehrs, des starken Versandes an Nahrungsmitteln und des starken Bedarfs an Kohlen sehr erheb⸗ lich. Vor allem wird die rechtzeitige und vollständige Befriedr⸗ gung des Wagenbedarfs aber dadurch erschwert, daß der Wagen⸗ umlauf nicht unerhoblich verschlechtert ist. Aus den allgemein bekannten Gründen werden die Güterwagen von den Versendern und Empfängern vielfach wesentlich langsamer beladen und ent⸗ laden, als dies in Friedenszeiten der Fall war. Hierdurch wird die ausgiebige Ausnutzung des Wagenparks wesentlich erschwert. Die Eisenbahnverwaltungen sind selbstverständlich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln bemüht, auf eine Beschleunigung des Wagenumlaufs hinzuwirken; sie können aber die erig⸗ keiten nicht vollständig beseitigen. Es ist dringend erwünscht, daß die Verkehrtreibenden durch Ausnutzung des Ladegewichts und durch möglichst schnelle Be⸗ und Entladung der gestellten Wagen auch ihrerseits zu einer Minderung der Schwie⸗ rigkeiten in der Wagengestellung beitragen. * Baumfällen. In der Zeit des Baumfällens wer⸗ den an den Straßen und in den Ortschaften die Reichs⸗ Telegraphen⸗ und Fernsprechleitungen durch umstürzende Bäume oder durch herabfallende Aeste häufig beschädigt, weil die Personen, denen das Baumfällen obliegt, in der Regel die zur Sicherung der Telegraphenanlagen gegen Beschädigungen erforderlichen Vorkehrungen überhaupt nicht oder in ungenügendem Maße treffen und es unter⸗ lassen, von den bevorstehenden Arbeiten der nächsten Post⸗ anstalt rechtzeitig Mitteilung zu machen. Da auch fahr⸗ lässige Beschädigungen der Telegraphenanlagen im 8 318 des Reichs⸗Strafgesetzbuches mit Strafe bedroht sind, wird den Baumbesitzern empfohlen, die nächste Postanstalt von der bevorstehenden Baumfällung so zeitig zu benach⸗ richtigen, daß die Entsendung eines ten zur Siche⸗ rung der Leitungen veranlaßt werden kann. Dadurch er⸗ spart sich der Baumbesitzer Unannehmlichkeiten; alle Kosten für die Sicherung der Telegraphenleitungen trägt außer⸗ dem in diesem Falle die Telegraphenverwaltung. »» Nicht gefallen, sondern noch gesund und munter ist laut Mitteilung von Verwandten der in unserer letzten Totenliste aufgeführte Unteroffizier Otto Braun warth, Ins. gt. 146, aus Friedberg. Kreis Alsfeld. um Ruppertenrod, 4. Nov. In tiefe Trauer versetzt wurde die Familie des Landwirts Hemrich Kämmer. Nachdem zwei Söhne im Anfang des Krieges gesallen waren, ist nun auch ihr letzter Sohn einer tückischen Krankheit erlegen. a Kreis Lauterbach. M. Lauterbach, 4. Nov. Frau Rechtsanwalt Dr. Thurn, die seit Kriegsbeginn eine Lehrerstelle an der hiesigen Volksschule für die zum Heere einberusenen Lehrerfreiwilligen übernommen hatte, wird von nun an an der höheren Mäochenschule in Gießen unterrichten. Kreis Schotten. qu. Ober⸗Lais, 4. Nov. In unserer Gemeinde wurden für die Kriegsgefangenen in Rußland 150 Mark ge⸗ sammelt. qu. Glashütten, 4. Nov. Die Sammlung für die Kriegsgefangenen in Rußland, die in unserer Ge⸗ meinde durch den Ortsgeistlichen erfolgte, ergab den Betrag von 96,15 Mark. Starkenburg und Rheinhessen. ol. Mainz, v. Noob. In der beutigen Stadtverordneten⸗— Versammlung wurde Beschwerde über das Verbot des Gou⸗ vernements, die Aufführung von Schönherr's„Weibsteufel', geführt. Der Oberbürgermeister wurde ausagerordert, die nötigen Schritte beim Kriegsminißerium zu tun. Auch über die Zeitungs- zensur wurden Klagen ge ührt.— Anläßlich von Zeitungsartikeln gab die Stadtverwaltung Bericht über ihre Schritte, die Lebens- mittelteuerung zu mildern.— In der anschließenden geheimen Sitzung wurde mit 22 gegen 14 Stimmen beschlossen, die Linie der Wiesbadener Straßenbahn nach dem Hauptbahnhof Mainz über die Kaiserstraße zu sühren.— Der Zuschuß der Stadt für die Theatersaison 1914—15 beträgt 12 158 Mk.— Die Tarissätze sür das städtische Krankenhaus wurden wegen der Teuerung um 10 Prozent ab 1. November erhöht. Worms, 4. Rov. Am 29. Oktober wurde in Monzern⸗ heim bei Osthofen in seiner Scheune der Handarbeiter Johann Schmitt tot aufgefunden. Anfangs nahm man einen Unglücksfall an, wobei mitt von der Tenne abgestürzt und in Ackergeräte fallen sei. Die staatsanwaltschaftliche Unter⸗ E und die Sezierung der Leiche ergab 7 05 daß ein Tot⸗ chlag vorliegt. Als Täter wurde der Bruder des Toten, Nonrad Schmitt, fesigenommen. Er ist geständig, seinen Bruder im Wortwechsel mit einer Karst erschlagen zu haben. Hessen⸗Nassau. Frankfurt a. M., 4. Nov. In Aubetracht der Zeit⸗ verhällnisse verbot die Zensur den„Neuen Theater“ die Aufführung der neuerworbenen Schauspiele„Das stärkere Ban d' von Feliz Salten und„Der Kandidat“ von Karl Sternheim. a 0 Märkte. le. Wiesbaden, 4. Noob. Heu- und Strohmarkt. Bezahlt wurde für Heu 7,00 bis 7,30 Mark. Stroh(Richtstroh) 3,4—3,50 Mk., Krummstroh 0,00—0,00 Vik. Alles für 50 Kilo. — Fruchtmark t. Auf dem heutigen Fruchtmurkt war nichts augefahren. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, Wechseind bewolkt, bis auf Nebel meist trocken, geändert. den 6. Nov. 1015: Temperatur wenig 55 a Letzte Nachrichten. Die verzweifelte Lage der Ententetruppen in Saloniki. Budapest, 5. Nov. Aus Sofia wird berichtet, daß die in Saloniki gelandeten Truppen vom General bis zum letzten Jufanteristen verzweifelt sind und sich bitter uber die schlechte Verproviantierung beklagen. Das Budapester Blatt„Seara“ bringt folgende Mitteilung aus Saloniki: Die Engländer wollten auf der Halbinsel Chalkidike Trup⸗ pen landen. Die griechischen Militärbehörden vereitelten jedoch den Versuch mit der Begründung, daß sie Besehl erhalten hätten, eine Landung, wenn nötig, auch min Waffengewalt zu verhindern. Ein Muselmane für das französische Kabinett. Rotterdam, 5. Nov. Nach Meldungen aus Paris ist die Bildung des Kabinetts Briand noch nicht ganz beendet. Es besteht die Absicht, den fünf Ministern ohne Portefeuille noch einen sechsten hinzuzufügen, der die Interessen der musel⸗ manischen Untertanen zu vertreten hätte und wozu man einen Muselmanen ausfindig machen möchte. Einberufung der italienischen Kammer. Köln, 5. Nov. Die Einberufung des italienischen Parla⸗ ments ist nach römischen Blättern auf den 1. Dezember zu erwarten. Niederlage des Frauenstimmrechtes in Amerika. New Nork, 5. Nov. Bei den Staatswahlen, welche teilweise mit einer Abstimmung über vorgeschlagene Ver⸗ fassungsänderungen verbunden waren, erlitt das Frauen⸗ stimmrecht eine entscheidende Niederlage. Der Staat New Mork verwarf es mit einer Mehrheit von 220000 Stimmen, Massachusetts mit einer solchen von 110000 und Pennsylvania mit 150000 Stimmen. Diese Niederlage ist um so bemerkenswerter, als eine äußerst lebhafte Agi⸗ tation für das von dem Präsidenten Wilson eifrig beftr⸗ wortete Frauenstimmrecht vorangegangen war. Bemerkens⸗ wert ist ferner, daß die von Wilson vorgeschlagenen Kandi⸗ daten überall geschlagen wurden. Am auffälligsten trat dies in einem Wahlkreise im Staate New 1715 hervor, wo der Wilsonsche Kandidat besonders empfohlen war. Hier haben die d N Wähler den Ausschlag gegen den Kandi⸗ daten Wilsons gegeben. Die Mehrheit von 6000 Stimmen, die dieser Kandidat früher gehabt hat, ist in eine Minderheit umgewandelt worden. A.-G. vorm. apatheker Rich. Brandt, Schaffhauf Se 4 Bekanntmachung über die Festsetzung der Höchstpreise für Kartoffeln und die Preis stellung für den Weiterverkauf. Vom 4. November 1915. Auf Grund von 8 3 der Verordnung des Bundesrats über dit 89 1755 der Kartoffelpreise vom 28. Oktober 1915(R.⸗G. Bl. 1 5 S. 8 11) wird folgendes bestimmt: 5 5 5 § 1. Der Kleinhandelshöchstpreis darf den Erzeugerhöchstpreis im 1 Hessen um nicht mehr als insgesamt eine 5 Mark für 50 Kilogramm übersteigen. 5 § 2. Diese Bestimmung tritt mit dem Tage der Verkündigung in Kraft.. a Darmstadt, den 4. November 1915. 8. Großherzogliches Ministerium des Innern. J. V.: Schliephake. Wird hiermit zwecks Nachachtung zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gießen, den 5. November 1915. 1 N Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr Ming er. Bekanntmachung. Betr.: Den Ausbruch der Maul⸗ und Klauenseuche. In den Kreisen Friedberg und Wetzlar ist die Maul⸗ und Klauenseuche ausgebrochen. Gießen, den 3. November 1915. 5 Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. W.: Hemmerde. Krämer. ——*— Montag, den 8. November, abends 8/ Uhr im großen Hörsaal der Universität Vortrag des Herrn Generalsekretär Rüppel über: Llicgorheinstäben eine Lebensfrage unseres Volles. Eintritt 30 Pfennig, Militär ohne Offiziersrang 15 Pfennig, Verwundete sind Gäste. Evangelischer Arbeiterverein. Ortsgruppe Gießen des Verbandes der unt. Post⸗ und Telegraphen⸗Beamten. Ortsgruppe Gießen des Deutschen Vortrupp⸗Bundes. f 4 5 25 Um stille Teilnahme bitten: Familie Familie Familie Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass gestern abend 9½ Uhr plötzlich und unerwartet unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Johanna Kraus WW, geb. Wölfel plötzlich infolge eines Herzschlages im Alter von 73 Jahren verschieden ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie G. Kraus K. Malkomesius, Hallenmeister B. Braun, Frankfurt a. M. Familie B. Kraus, Hannover D. Merkel W., Frankfurt a. M. Giessen(Sonnenstrasse 3), den 5. November 1915. Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags um 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 8683 Nachruf. Den Ehrentod fürs Vaterland starben unsere treuen Mitglieder Wilh. Happel Landsturmmann im Res.⸗Inf.⸗Regt. 118 und Karl Burk Musketier im Res.⸗Inf.⸗Regt. 253. Wir werden den tapferen Kämpfern alle⸗ zeit ein treues Andenken bewahren. Turnverein Hausen Gesangverein Eintracht, Hausen. 2 Bei dem herben Verlust, der uns durch den Heimgang unserer lieben Gattin und Mutter betroffen hat, haben uns die überaus zahlreichen Beweise von Teilnahme wohl⸗ Schmerz unserer gedachten, aufrichtigen Dank. Heinrich Debus und Kinder. Gießen, 3. November 1915. 06018 getan. Wir sagen allen denen, die in unserem Die glückliche Geburt eines gesunden IUNGEN zeigen an 3 Professor Skalweit und Frau Erna Skalweit, geb. 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November 1915. 8684 os unseren herzlich Vaters, Schwiegervaters st en Dank. Für die vielen Beweise freundlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben, unvergesslichen Gatten, und Grossvaters sagen wir Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hermann Zimmermann. Lich, den 5. November 1915. Grosser Posten Sigmund Jacob* Bahnhofs für Wiederverkauf Jacken, Hemden eingetroffen. N er!! Unterhosen, urs und Wollwaren Großhandlung traße 54 J. F Wurst-Verkaul. sindet jetzt auch jeden S8sms- tag zu bekannt billig. Preisen ausdemarkt stalt. Es komm! nur plima Landwurst zum Verkauf. eee L. Rosch. Die unterzeichneten Mübel⸗, Tapeten⸗, Linoleum, Teppich-, Vorhang u. Bektengeschäfte schließen ihre Verkaufsstellen vom 1. Nopem ber ab wührend der Kriegsdauer mit Ausnahme des Monats Dezember und der behördlich festgelegten Ausnahmetage an Wochentagen abends um? Uhr an Sonntagen mittags um 2 Uhr und bitten das verehrliche Umgebung, gütigst hierauf Th. Brück. Chr. Arnold. Hch. Hochstätter. C. 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