* Nr. 260 Der Sießener erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sießener Familiendlätter; wennal wöchentl. Rreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Cand⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Nerinprech: Anschlasße: für die Schriftleitung! 12 Verlag, Geschäftsstelledl Adresse für ether richten: Anzeiger Gleßen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Geleral- Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Heschäftsstelle und Druckerei: Schulstr. 7. Donnerstag, 4. November 1015 Bein asv reis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 75 f. durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ fährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., austv. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; fürr Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für sden Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. 2 Das Uabinett Briand an das französische Voll. (TB.) Großes Hauptquartier, 3. November. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplaß. Krine wesentlichen Ereignisse. Am Souchez⸗Bach(nordöstlich des gleichnamigen Ortes) wurde ein vorgeschobenes, der Umfassung ausgesetztes 9 9 85 von etwa 100 Meter Breite nachts planmäßi⸗ geräumt. Oestlich von Péͤronne mußte ein englisches Flugzen im Feuer unserer Infanterie landen. Der Führer(Offizier ist gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hiudenburg. Vor Dünaburg setzten die Russen ihre Angriffe fort Bei Illuxt und Grabunowka wurden sie abgewiesen, viermo stürmten sie unter außergewöhnlichen Verluster vergebens gegen unsere Stellungen bei Gateni an. Zwischen Swenten⸗ und Ilsen⸗See mußte unsere Linie zurückgebogen werden; es gelang dort den Russen, da⸗ Dorf Mikulischki zu besetzen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls l Prinzen Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Am Oginski⸗Kanal wurde ein feindlicher Vorstoß gegen die Schleuse von Osaritschi abgeschlagen. 5 Beiderseits der Straße Lisowo— Czartorysk sind die Russen erneut zum weiteren Rückzug gezwungen, fünf Offiziere, 660 Mann sind gefangen genommen, drei Ma⸗ schinengewehre erbeutet. * Bei den Truppen des Generals Grafen v. Bothmer wird noch im Nordteile von Siemikowcee gekämpft. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Usice ist besetzt. Die Straße Cacak—Kragufevac ist überschritten. Beiderseits der Morava leistet der Feind noch hartnückigen Widerstand. In Kragujevac wurden sechs Geschütze, 20 Geschührohre, 12 Minenwerfer, mehrere tausend Gewehre, viel Munition und Mate⸗ rial erbeutet. Die deutschen Truppen der Armee des Generals v. Köveß machten gestern 350 Gefangene und erbeuteten vier Geschütze. Die Armee des Generals v. Gall⸗ witz nahm in den letzten drei Tagen 1100 Serben gefangen. Die Armee des Generals Bojadjieff hat westlich von Planinica beiderseits der Straße Zajecar— Para⸗ cin den Feind zurückgeworfen, 230 Gefangene gemacht und vier Geschütze erbeutet. Südwestlich von Knjazevac verfol⸗ gen die bulgarischen Truppen, haben den Brückenkopf von Sprljig genommen, den Sorljiski⸗Timok über⸗ schritten und dringen über den Ples⸗Berg(1327 Meter) und die Gulijanska(1369 Meter) nach dem Nivasa⸗Tal vor. 300 Gefangene und zwei Maschinengewehre fielen in ihre Hand. Die im Nisava⸗Tal vorgegangenen Kräfte wichen vor überlegenem Angriff aus. Der Bogov⸗Berg(1154 Meter) westlich von Bela Palanka ist behauptet. Oberste Heeresleitung. 2* 8 Auch in Frankreich gibt es, wie in England,„Klage⸗ weiber“, die der verantwortlichen Regierung das Leben sauer machen. Asquith, das Haupt des englischen Ministe⸗ riums, hat, das muß man ihm bezeugen, einen„unendlichen Vorrat an Mut“ gezeigt, als er im Unterhause den zwar bewölkten Himmel mit der Sonne seines Optimismus be⸗ leuchtete, und wir brauchen zu der gestrigen Kritik seiner Rede, die wir heute ausführlicher wiederzugeben in der Lage sind, kaum etwas hinzuzufügen. Nur sein persönliches Bekenntnis sei hier noch einmal hervorgehoben:„Wenn ich mein eigenes Herz und Gewissen bis in die tiefsten Tiefen erforschte, würde ich nicht die große Entscheid ung widerrufen und ungeschehen machen. Ich bin ebenso vertrauens ⸗ voll, wie vor fünfzehn Monaten, daß wir die gerechte Sache zu einem siegreichen Ende führen werden. Ich will die mir auferlegte Bürde nicht von mir abwälzen, bis ich weiß, daß ich sie nicht mehr tragen kann und daß andere ihr besser gewachsen sind.“ Konnte er anders sprechen? Wäre es ihm möglich gewesen, umgekehrt etwa zu sagen, daß, wenn er noch einmal die Entscheidung über Krieg oder Friede zu fällen hätte, er seinem Lande und der Welt die„ergreifendste Tragödie der Menschheit“ fernhalten würde? Man würde mit faulen Eiern nach ihm werfen, und er würde die längste Zeit Premierminister gewesen sein. In wischen hal das neue fran⸗ zösische Kabinett ebenfalls einen Ueberblick über die Lage Nee und wir dürfen gleich vorausschicken, daß uns iese Regierungserklärung ernster und würdiger vor⸗ kommt, als die verfehlten Kniffe des Herrn Asquith. Briand und sein Kabinett fühlten sich verpflichtet, vor dem Lande ein Programm abzugeben. Es ist bezeichnend, daß in Paris niemand von hoher Stelle es wagt, die Lage als Aren oder gar vielversprechend hinzustellen. In der Er⸗ ärung der neuen Regierung zittert vielmehr der bewegt Ton des Heldentums auch im Leide und in der Entsagung Zwischen jeder Zeile des Appells an das Voll ist der un esprochene Satz 7 lesen: Das Vaterland ist in höchste⸗ Gefahr! Mochten die Pariser Sensationsblätter bis gester⸗ noch große Worte im Munde führen und die deutschen Siege verkleinern— nichts von alledem findet sich in der Kundgebung des Kabinetts Briand.„Die Stunde gehör: der Tat“. Wie ein Trompetenstoß soll das neue Programs das franzöfische Volk durchdringen, dem man nichts meh vorreden darf von hochgeschraubten Zielen, das auch von Krieg mit Worten gegen den Feind nichts mehr höven will in Hohelied auf den Mut und die Tapferkeit des Heeres wa rlaubt, wird im Lande den erwünschten Widerhall finden, enn es aber dann weiter heißt:„mit einer solchen Armee ind alle Hoffnungen erlaubt“, so wird dabei die Auslegung ingeräumt, daß es sich nicht um die einst erträumte Zurück⸗ roberung von Elsaß-Lothringen, die Gewinnung der Rhein⸗ srenze handeln soll, sondern nur um die Hoffnung, den Feind us dem eigenen Lande zu vertreiven. Sogar den nicht mehr nsechtbaren Erfolgen der Zentralmächte wird die fran ösische Regierungserklärung in gewisser Weise gerecht. Di üätze, daß das Hand„den Wechselfällen des Krieges mit enverwirrbarer Gelassenheit und Kaltblutigkeit folgt“, daß sein Stoizismus sich zu allen Opfern, selbst zu den grausamsten und schmerzlichsten, bereit zeige“, werden tiefe Bewegung auslösen, denn sie bedeuten das Ende ver⸗ messenen Wahnes, die Ernüchterung auf trügerischen Rausch. Wenn also kein Anlaß vorliegt, das„Programm“ des Kabinetts Briand zu höhnen oder zu bespötteln, so ist damit nicht gesagt, daß es besondere Erfolge zeitigen wird. Wir haben die Ursachen, die den erweiterten Ministerrat in Frankreich ans Ruder gebracht haben, schon dargelegt, und die neuen Programmsätze weisen ebenfalls darauf hin. Wie in England schreit der Ruf der Staatsmänner, die Unheil nahen sehen, nach Einigkeit, nach Beseitigung der störenden Meinungsverschiedenheiten. Zwar hat das Temperament der Gallier ein anderes Losungswort gefunden als das an⸗ rüchige Signal preußischer Bureaukraten, die in überwun⸗ dener Zeit des Tiefstandes Ruhe als die erste Bürgerpflicht ausgerufen hatten, aber zu verstecken und zu be⸗ schwichtigen gibt es doch auch im heutigen Frankreich etwas, das unter den Fesseln einer übertrieben strengen Zen⸗ sur seufzt. Das Volk soll freiwillig auf unzeitgemäße Kritik und Befehdung maßgebender Personen der Regierung ver⸗ ichten; die Zensurfrage soll„in Erwägung gezogen“, das deißt ein Ausgleich der Gegensätze gesucht werden. Im übrigen soll nicht Ruhe gepredigt werden, sondern das Losungswort soll heißen:„klare, scharfe, schnelle Ent⸗ schlüsse“. Großen Erfolg wird man sich davon nicht ver⸗ sprechen dürfen. Das Volk bann nur Entschlüsse fassen zu schweigen, zu leiden, zu kämpfen und zu dulden, mehr kann es nicht, alles Bessere, Entscheidende, Erlö ende müßte von oben herkommen, nämlich von der Regierung und dem viel⸗ gepriesenen General Joffre. Ob dort, an diesen Stellen. klare, scharfe und schnerle Entschlüsse die bisherige Richtung des Krieges noch ändern können, muß bezweifelt werden. Asquith hat es ausgesprochen, wenn auch mit anderen Worten: Die Bleigewichte der Verbündeten stehen oftmals solchen Entschlussen hindernd im Wege. ö* 8* Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 3. November 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe an der Strypa dauern an. Die Russen setzten Verstärkungen ein. Nördlich von Buczacz brach ein russischer Angriff unter unserem Feuer zusammen. Nördlich von Bieniawa wurde den ganzen Tag erbittert um den Besitz des Ortes Siemikowee gekämpft. Der gestern mit⸗ geteilte Gegenangriff österreichisch⸗ ungarischer Truppen führte nach wechselvollem Gefecht in den Nachmittagsstunden zur Vertreibung der Russen aus Dorf und Meierhof. In der Nacht griffen neue russische Krüfte ein, so daß einige Häusergruppen wieder verloren gingen. Heute wird weiter gekämpft. Auch am Teich nördlich von Siemikowee sind Kämpfe im Gange. Die unter dem Befehl des Generals v. Linsingen stehenden österreichisch⸗ungarischen und deutschen Streitkräfte brachen mit ihrer Staßgruppe bei Bielgow, westlich von Czartorysk, in die russische Hauptstellung ein. Es wurden fünf Offiziere und 660 Mann gefangen genommen und drei Maschinengewehre erbeutet. Sonft ist die Lage im Nordoften unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Italiener setzten ihre auf Görz gerichteten An⸗ strengungen an der Front von Plava bis einschließlich des nördlichen Abschnitts der Hochfläche von Doherdo un⸗ unterbrochen fort. Gestern griffen wieder sehr starke Kräfte an. Sie wurden überall abgewiesen. In diesen Kämpfen verloren mehrere italienische Regimenter die Häfte ihres Be⸗ standes. Heute nach Mitternacht warf ein Lenkluftschiff zahlreiche Bomben auf die Stadt Görz ab. An den übrigen Teilen der Südwestfront fanden keine bemerkenswerten Ereignisse statt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die gegen Monten 1 ro kämpfenden üsterreichisch⸗ ingarischen Streitkrüfte erstürmten südlich von Avtovac die auf feindlichem Gebiet liegende Höhe Bobija und drei andere von den Montenegrinern zäh verteidigte Berggipfel. eim Sturm auf die Bobija⸗Stellung wurde ein 12⸗Zenti⸗ mcter⸗Geschütz italienischer Herkunft erobert. Bon den in Serbien operierenden verbündeten Streitkräften rückte eine österreichisch⸗ungarische Kolonne in Izice ein. Andere k. und k. Truppen stehen südlich und süd⸗ aͤstlich von Cacak im Gefecht. Südlich der von Cacak nach Kragujevac führenden Straße und auf den Höhen südöstlich von Kragujevac und zördlich und nordöstlich von Jagodina gewinnen die An⸗ griffe der österreichisch⸗ungarischen und deutschen Streitkräfte troß des zähesten gegnerischen Widerstandes überall Raum. In Kragujevac wurden sechs Geschütze, 20 Geschütz⸗ rohre, zwölf Minenwerfer, einige tausend Gewehre und viel Munition und Kriegsgerät erbeutet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. ** * Das Programm des Kabinetts Briand. Paris, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Die Erklärung der Regierung, die heute nach⸗ mittag von Briand in der Kammer und Viviani im Senat verlesen wurde, lautet: Meine Herren! Erwarten Sie keine langen Erklärungen von uns. Die Stunde gehört der Tat. Auf die Tat hin müssen alle Kräfte der Regierung angespannt sein. Auf klare, scharfe, schnelle Entschlüsse, auf eine von jeder Formalität, von jedem Zaudern und von jeder Ungewißheit freie und schnelle Ausführung werden wir unsere Sinne und unsere Tatkraft rich⸗ ten. Die hauptsächlichste Aufgabe der Regierung ist es, die le⸗ bendigen Kräfte des Volkes durch Gliederung im Hinblick auf den Krieg auszunützen, zu diesem Zwecke alle Bemühun⸗ gen aller öffentlichen Dienstzweige zusammenzufassen und zu vereinigen. Durch enges und unaufhör⸗ liches Zusammenwirken eines jeden guten Wil⸗ lens wird der Sieg errungen werden. Jeder muß an seinem Platze, der Anregung der Regierung folgend, seine Aufgabe erfüllen. Jeder Verstoß gegen die durch das Lebensinteresse des Vaterlandes gebotene Disziplin wird unverzüglich nach Feststellung der Ver⸗ antwortlichkeiten energisch geahndet werden. Jedem Fehler und jeder Schwächeanwandlung wird die Sühne folgen. Auf der Grund⸗ lage dieses Programms wurde die Regicrung gebildet, die sich Ihnen vorstellt. Sie wurde als das Abbild des Volkes selbst gebildet, welches aus eigenem Antriebe eine vollständigere Einigkeit aller Bürger gegenüber dem Feinde verwirklicht. Männer aller Parteien: Vergessen Sie die Meinungsverschieden⸗ heiten, die Sie einst trennen bonnten, und nähern Sie sich ein⸗ ander mit der einzigen Sorge: Landesverteidigung und mit dem Ziele: Sieg. Niemals hatte Frankreich eine würdigere Armee, um zu siegen. Die Regierung muß mit Hilfe der Kammern diesen Helden, die wir mit Bewegung und Stolz begrüßen, alle Mittel hierzu in die Hand geben. Soldaten und Führer, in gegen⸗ seitigem Vertrauen vereint, wetteifern in Mut und Selbstlosig⸗ keit im Dienste des Vaterlandes. Sie entwickeln in den Schützen⸗ gräben wie auf den Schlachtfeldern die höchsten Eigenschaften unserer Rasse. Jeden Tag fügt ihr Mut dem Ruhmesglanze Frankreichs einen Strahl mehr hinzu. Bis dieses ihrer Tapfer⸗ keit gesteckte Ziel erreicht ist, werden sie, die auf die Meister⸗ schaft des großen Führers, der sie befehligt, voll und ganz vertrauen, und die seine ruhige Zuversicht in den End⸗ erfolg teilen, kämpfen. Mit einer solchen Armee, die von emem solchen Führer befehligt wird und mit einer Marine, die sie so wirksam unterstützt, sind alle Hoffnungen erlaubt. So folgt das Land, das des Abschlusses des Krieges sicher ist, den Wechsel⸗ fällen des Krieges mit unverwirrbarer Gelasß⸗ senheit und Kaltblütigkeit. Sein Stoizismus zeigt es zu allen Opfern, selbst zu den grausamsten und schmerzlichsten, bereit. Diese während 15 Monaten bewährte hohe moralische Haltung veranlaßt die Regierung, die Zensur⸗ frage in Erwägung zu ziehen. Diese Frage muß eine Lösung erhalten, die schon seit einiger Zeit gesucht wird. Holländische Kritik der Rede Asquith'. Amsterdam, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter besprechen die Rede Asguiths und beschränken sich zunächst darauf, zu wiederholen, was Asquith sagte. Soweit eine Kritik geübt wird, so spricht daraus die Enttäuschung, daß die Rede den hochgespannten Erwartungen nicht eutsprochen hat.— Nieuws van den Dag“ schreiben: Möglicherweise hat die Rede durch den Ton, mit dem Asquith sprach, auf die Stimmung gewirkt, in der das Haus sich befand. Die Zuhörer sind um nichts weiser ge⸗ worden, als sie es vorher waren; das Ergebnis ist also ein sehr mageres. der„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ schreiht: Wenig überzeugend klingt der Teil der Rede, in dem Englands militärische Lage verteidigt wird. Noch weniger glücklich war Asquiths Verteidigung von Englands Haltung bezüglich Serbiens. Sie kann nur den Eindruck bestätigen, daß England, nachdem es erst von Bulgarien Hilfe erwartet hatte, alle Hoffnung auf Griechenland setzte, aber selbst nichts tat, um Serbien zu retten, bis es vielleicht zu spät war. Unser Eindruck, soweit wir nach den Reutertelegrammen urteilen, ist der, daß die Rede zwar den Stempel kräftiger 8 trägt, aber was die Wichtigkeit anbelangt, enttäuschen muß. l 5 Der„Standard“ schreibt: Viel Neues wußte Asquith nicht zu erzählen. Der Schluß, der mit spontanem Beifall aufgenommen n Herzensergüss daß die Nation beben. Madrid, 3. Novy.(WB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agence Havas“ Die deutsche Botschaft stellt formell in Abrede, daß Fürst Bülow beabsichtigt habe, mit Madrid und Washington die möglichen Grundlagen eines Friedens zu prüfen. Der Stahlhelm bei den Engländern. London, 3. Nob.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Preß Association“ meldet aus dem Hauptquartier: Eine gewisse Anzahl englischer Soldaten ist nach franssischeen Vorbild mit leichten Stahlhelmen zum Schutze gegen Schrapnells und Bombensplitter versehen worden. Die holländische Ausfuhr. Haag, 3. Nod(WT. Nichtamtlich.) Der Ackerbaumfnister bestimmt, daß die Ausfuhr von Eiweiß, Eigelb, in frischem und getrocknetem Zustande und Produkten daraus ab 5. November stattfinden kann. Das Befinden des Königs von England. London, 3. Pov.(W B. Nichtamtlich) Den amtlichen Krankheitsberickt zufolge hatte der könig eine weniger gute Nacht; er leidet nuch au, Schmerzen. Das Allgemeinbefinden ist besser. Der König kann wieder feste Nahrung zu sich nehmen. Der Zusammenbruch der italienischen Ossensive. 5„ 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Aus dem Kriegs⸗ pressequartier wir r dem 1. November gemeldet: Nach dem i iche endigte die zweiwöchige Isonzo⸗ 1 Zusammenbruch des allgemeinen feindlichen An⸗ ellen Behauptung der Verteidigungsfront durch 5 unfere unerfe unsere 1 rlichen Trupyen. Di für unsere Waffen siegreiche Abschluf war natürlich kein plöhlicker. Denn die Ent⸗ cc gen im Ringen um feste Stellungen reifen häufig nur langsam herau. mit einem Wiederaufflammen d Von einer wirklichen Offensive aber kann in nächster Zei lt es an Soldaten, die vorwärts zu Rede mehr sein bringen sind und an für die Angriffsporbereitung ausschlag⸗ gebenden Munitionsmassen. Für den nun abgeschlagenen all⸗ 5 einen Ang an der Isonzofront war die Hauptkraft es italienischen Heeres eingesetzt. Zwischen dem Krn⸗Gipfel und dem Meere find neun feindliche Armeekprps mit zu⸗ ammen mindestens vierundzwanzig Infanteriedivisionen und zwei Alpinigruppen festgestelt worden. Diese Kräfte, die bekanntlich a die Hochfläche von Doberdo angreifenden dritten Armee (Generallentnant Herzog von Avsta) und der nördlich anschließen⸗ den zweiten Armee Generalleutnant Frugoni) angehören, mochten vor der Schlacht etwa 320 000 Gewehre, 1800 Feld⸗ und Gebirgs⸗ Fb und 180 schwere Geschütze gezählt haben. An der ärntner Front stehen verhältnismäßig schwächere feind⸗ liche Kräfte. An der Tiroler Front stehen vier Armeekorns mit mindesteus elf Infanteriedivisionen, bie zusammen auf 170 000 Gewehre, 700 leichte und gegen 100 schwere Geschütze geschätzt werden können. Diese Zahlen und die gewiß nicht zu hoch angegebene Verlust ziffer von 150000 Mann ver⸗ anschaulichen am besten die Größe des Kräfteeinsaßes und die Niederlage des Feindes. Daß unser amtlicher Bericht keine Gefangenen erwähnt, ist daraus zu erklären, daß unsere Truppen in den erbitterten Verkeidigungskämpfen nicht Gelegen⸗ heit finden, viele Feinde gefangen zu nehmen. Immerhin sind vom 21. Oktober bis 29. Oktober 67 Offiziere und 3200 Mann in unsere Hände gefallen; auch sind elf Maschinengewehre erbeutet worden. An den beiden letzten Oktobertagen wurde noch an 1 Punkten der Isonzofront sehr heftig gekämpft. Am versuchte der Feind mehrmals, über die Deckungen vor⸗ zuhrechen, er wurde aber immer sofort abgewiesen. Dasfelbe Schicksal hatten wiederholte 1475 gegen einzelne Abschnitte des Tolmeiner Brückenkopfes. Der Abschuitt von Au zz a bis zum Monte Santo stand gestern nachmittag unter starkem Geschützfeuer. Abends griff die seindliche Infanterie unsere Stel⸗ lungen bei Zagora vergebens an. Ter Monte Sabotino wurde in den letzten Tagen nicht mehr angegriffen. Dagegen versuchten die Italsener, den Brückenköpfen von Görz durch neuer⸗ liche Vorstöße gegen unsere Linien bei Pevma und auf der Podgora beizukommen, wie immer, ohne Erfolg. Drangen sie da oder dort in einen Graben ein, so war der Aufenthalt dank unserer Bajonette und Handgranaten nie von langer Dauer. Der Nordabschnitt der Hochfläche von Dober do stand ununterbrochen unter schwerem Artilleriefeuer. Schon vorgestern wurde ein An⸗ marsch starker italienischer Kräfte über Kagrado und deren Ver⸗ schiebung gegen Sdraussina beobachtet. In der folgenden Nacht kam es am Nordhange des Monte San Michele zu 9 1 . 0b 1 N 2 . .** heftigen Nahkämyfen. Gestern nachmittag segte hier ein seyr starker, von konzentrischem Geschügzfeuer erbt Angriff ein. Die tapferen Honved⸗Infanterie⸗Regimenter Nr. 3 und 4 kamen jedoch keinen Augenblick ius Wanken und schlugen den Feind blutig zurück, Auch gegen den Abschnitt südlich von Monte San Michela verfucl ten die Italiener noch einige Vorstöße, die aber keine Kraft mehr hatten und schon im Feuer zusammenbrachen. An der Kärntner Front kam es während Isonzoschlacht zu keinen arßßeren Tämpfen. In Tirol ist der Raum von Buchenstein ständig unter schwerem Feuer. Auf dem Col di Lang hat sich der—5 einige hamdert Schritte vor unserer Hauptstellung ein⸗ gegraben. * 1. * Der türkische Bericht. Konstantinopel, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanel⸗ lenfront dauerte das örtliche Feuergefecht mit stärkeren gegenseitigen Artilleriekämpfsen an. Ein Torpedoboot bei Ari Bur nu und zwei Kreuzer bei Sedd⸗ül⸗Bahr nahmen an dem Feuer teil. Unsere Artillerie zerstörte zwei feindliche Maschinengewehrstellungen bei Kanlisiert, Ari Burnu und vor unserem rechten Flügel bei Sedd⸗ül⸗Bahr. Unsere anatolischen Küstenbatterien verjagten ein feindliches Transportschiff, das sich der Landungsstelle bei Sedd⸗ül⸗ Bahr zu nähern versuchte. An der Kaukasusfront schlugen wir einen feindlichen Angriff im Abschnitt von Marman zurück.— Sonst nichts zu melden. Vom russisch⸗türkischen Krieg. Ko nstantinopel, 3. Nov.(WTB. Nichtamt ich.) Wie die Blätter aus Er zer um erfahren, ist der gestern in dem amtlichen Bericht erwähnte Versuch eines russischen An⸗ griffes in der Umgebung von Alty unternommen worden. Die Russen wurden zurückgeschlagen und ließen eine Menge Waffen auf dem Platze. Russische Gefangene erzählen, daß zwischen russischen Truppen und denjenigen, die anderen Nationalitäten angehören, große Feindseligkeit herrsche. Die nichtrussischen Truppen würden strenge überwacht. Ein Sol⸗ dat, der gegen seinen Regimentskommandanten eine Bombe geworfen habe, sei hingerichtet worden. 5 5 Die türkischen Blätter betonen fortgesetzt die Eröff⸗ nung des Donauweges für den weiteren Verlauf des Krieges und weisen darauf hin, daß sich die Türken auch als Wacht an den Dardanellen bewährt haben, indem sie die Verbindung Rußlands mit seinen Bundesgenofsen verhin⸗ derten. Die Blätter drücken die Ueberzeugung aus, daß die Enteute, die nicht imstande war, den Weg durch die Dar⸗ danellen zu öffnen, den Weg von der Nordsee bis zum Indischen Ozean niemals werde versperren können. i Berlin— Konstantinopel. Konstantinopel, 2. Nov.(Zens. Frkft.) Zur Herstel⸗ lung der Verbindung mit dem Orient und der Freilegung des Donauweges übersandte Kaiser Wilhelm an den Sultan die herzlichsten telegraphischen Grüße und Wünsche unter Hervorhebung der weittragenden historischen Bedeu⸗ tung dieses Ereignisses. Der Sultan hat in gleich warmer Weise das Telegramm des Kaisers sofort erwidert. Der bulgarische Bericht. Sofia, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht über die Operationen am 1. November: Unsere Offensive ent⸗ wickelt sich weiter auf der Straße Zajec ar⸗Bolepac, wo wir die Linie Tzrvelobodo⸗Bukovo⸗Tatarskapola⸗Velisejevica— Höhe 756— Höhe 830— Dorf Skrobnica— Höhe 919— Dorf Pelipotok erreichten. Im Sorljisli⸗Timok⸗Tal nahmen wir das Dorf Sarljig und den Ples⸗Berg. Unsere Truppen gingen auf das linke User des— 15 über. Nach der Einnahme von Bela Palanka gingen unsere Truppen bis zu der Linie Grodek— Höhe 1917— Vrandol— Höhe 180— Bogov⸗Berg— Dorf Secsklik(nördlich Surdulica). Wir machten weiter Portschrüte üche, sowie eine große Menge Kriegsmatarial. König Peter von Serbien war an der Jront anwefend und gab feinen Truppen, um sie zu ermutigen, die Versicherung, daß die englischen und französischen Truppen im Begriff seien, der serbischen Armee zu Hilfe zu eilen. Die Lage auf dem mazedonischen Kriegsschauplatz blieb unverändert, abgesehen von unserem Vormarsch gegen die Höhen Sontschka Glava⸗Kleppa, Planina und Preslab Planina, die wir einnahmen. Südlich von Strumitza nichts Neues. Wir machten in dieser Gegend 600 Gefangene, erbeuteten vier Geschütze und zwei Ma⸗ schinengewehre. Die verbündeten Truppen eroberten Grina, Gora, Budna Glava, Gorni Milanowatz, Vrilochewo, Starideo und Po⸗ povic. Am Vormittag desselben Tages setzten die Serben das Ar⸗ und eroberten vier Geschütze, eine Teldk! Wie Gottfried Keller sein Staatsschreiberamt antrat und wie er es beschloß. 15 Das soeben bei J. G. Cotta in Stuttgart erschienene Werk „Gottfried Kellers Leben“, in dem Entil Ermatinger das vielgestaltige Material der Keller⸗Forschung in neuer und fes⸗ 15 r Weise verarbeitet, enthält eine anschauliche Schilderung der Amtstätigkeit des Dichters. Von keinem Dichter gilt das Wort, daß der Prophet nichts in seinem Lande gelte, weniger als von Gottfried Keller. Die Züricher Regierung bot ihm 1848 zu seiner weiteren wissenschaftlichen Ausbildung im Aus⸗ lande ein Reisestipendium an, das sie ihm vier Jahre lang im Gesamtbetrage von fast 3000 Franken auszahlte. 1854 brach⸗ ten sechs Gönner für ihn 1800 Franken zur Deckung seiner Schulden auf: und im gleichen Jahre suchte man ihn an das neugegründete Polytechnikum in Slrrich als Professor für Literatur⸗ und Kunstgeschichte zu ziehen. Ende 1835 traf der Verfasser des Grünen Heinrich“ und der„Leute von Seldwyla“ wieder in der Heimat ein, ohne, wie er gehofft hatte, als Dramatiler die Bühne erobert zu haben. In der demokratischen Bewegung während der 9 n Jahre blieb er nicht abseits, und doch war es vielen eine f te Ueberraschung, als der für einen so hohen und verant⸗ wortungsreichen Berwaltungsposten in keiner Weise vorgebildete und erprobte Schriststeller am 14. September 1861 zum Staats⸗ schreiber des Fantons Zürich gewählt wurde. Keller hatte sich auf en Wink eines ihm wohlwollenden Regierungsrates in einer la⸗ 5 5 Anmeldung um die frei gewordene Stellun beworben. Drei Monate später ernannte ihn der heimatliche Wahrkreis Bülach auf ehrenvolle Art zum Mitgliede des Großen Rats. Und der Mann, über dessen Lebensführung die sonderbarsten Mären in Umlauf waren, dem nur wenige seiner Mitbürger die nötige Ausdauer, Fähigfeit und Arbeitskraft für sein Amt zutrauten, erlebte schen sechs Wochen nach der Wahl die Genugtuung, daß die Zeitung, die gegen ihn den größten Lärm geschlagen, nun öffentlich erklärte: Die allgemeine Meinung habe sich in Gottfried Keller ganz gewaltig getäuscht, indem sie die Kraft des Genies in Berechnung zu ziehen vergessen; denn nach allem, was man höre, dürfe aus ihm einer der tüchtigsten Staatsschreiber werden, die Zürich je besessen habe. Sehr harakteristisch für Keller sind nun die Szenen, die Ermatinger vom Amtsantritt und vom Amtsabschied — 4 1— 2 2 n dem Amts⸗ an es war kin Sonntag— war der Dichter in eine gro . llschaft, in den„Schwan“ fin Zürich, geladen. Die 7 4 weit war ja damals die Zufluchtsstätte für so viele, denen wegen ihrer freiheitlichen Ansichten und Bestrebungen der Boden in der eigenen Heimat zu heiß geworden war. Und so hatte * i erschienen. Auch der Dichter Herwegh, der einige Wochen später einem Ruf auf den Lehrstuhl für Literaturgeschichte nach Neapel erhielt, war mit 9 157 amilie anwesend. Nach dem Tee begann ein Gelage, das bis in den hellen Morgen hinein dauerte, wobei die Frauen dem Champagner nicht lässig zusprachen und dicke Hapannazigarren rauchten. Keller fühlte sich aufs äußerste an⸗ gewidert, verhielt sich— 5 stumm Als jedoch in vorgerückter Stunde Lassalle seine Kunststücke als Magne iseur und Tichrücker zum besten gab und eben seinen Hokuspokus über dem Haupte Georg Herweghs machte, um denselben einzuschläfern, fuhr Gott⸗ sried Keller wütend auf und schrie:„Jetzt ist's mir zu dick, Ihr Lumpenpack,. Gauner!“ Er ergriff einen Stuhl und drang mit dieser ffe auf Lassalle ein. Eine unbeschreibliche ee„Die Frauen brachen in heftiges Weinen aus, die Männer schimpften, und der Störenfried wurde an die frische Luft gebracht. Um 8 Uhr morgens hätte er in der Kanzlei antreten sollen. Um 10 Uhr war er noch nicht da, der nächtliche Vorfall dagegen war bereits ruchbar geworden. Da eilte Regierungsrat Hagenbuch nach der Wohnung seines Schütz⸗ lings, den Schläfer zu wecken. Ein ernstlicher Verweis wurde dem Säumigen nicht erspart. Es war der erste und letzte, den Keller entgegenzunehmen hatte. Seitdem war er die Pünkt⸗ lichkeit und Plichttreue selbst. Das Amt nahm ihn aber auch so völlig in Auspruch, daß zu dichterischer Arbeit keine Muße blieb. Da benutzten seine Mitbürger den Anlaß seines 50. Ge⸗ burtstages, den Schweigsamen an feinen höheren Beruf zu mahnen. Sie brachten dem Nichtsahnenden einen glänzenden Fackelzug und führten ihn in vierspäuniger Kutsche zu einem Festkommers, bei dem ihm das Diplom eines Ehrendoktors der Hochschule über⸗ reicht wurde. Immer stärker ward nun der Wunsch im Herzen des Dichters, noch einige Jahre seine ganze Kraft der Dichtung zu widmen. Nach 15jähriger Amtsführung legte Gottfried Keller Mitte 1876 den Staatsschreiberposten nieder. Die Regierung gab ihm ein solennes Abschiedsessen und überreichte ihm einen silbernen Becher. Die Feier wandelte sich im Laufe der Stunden zu einem Akte fröhlichster Ausgelassenheit. 5 aufragenden Hoch⸗ 5917 der neugewonnenen Freiheit weihte Keller den Becher mit östlichen Weinen ein und regalierte die demokratischen Re⸗ gierungsräte mit Offenherzigkeiten.„Sie machten jedoch,“ be⸗ richtete er selbst einem Freunde.„geduldige Miene dazu; ich glaube aber, sie gäben mir jetzt den Becher nicht mehr“ So be⸗ schloß Gottfried Keller sein Ant als Staatsschreiber mit einem genialischen Exzesse, wie er es angetreten hatte. * Darmstädter Weingartner⸗Konzerte. Unser Darmstädter Mitarbeiter schreibt uns: Seit der Uebernahme der Oberleitung über die Darmstädter — ich an— 2 Galt 8 Volk d afaik um den gefeierten„Ferdina alle, lcharte. Gräfin Haßfeld war in roter Blufe und weißer Krinoline 2 . Hoftheaterkapelle durch Felix v. Weingartner haben auch die Kon⸗ zerte der ntermonate im Kapelle, die alljährlich während der Wi senal ron Krojujevac im Brand. Die Stadt wurde aut Nach- mittag von den Verbündeten besetzt.* Berlin, 4. Nov. Der Vormarsch des bulga⸗ rischen Heeres über Veles hinaus dauert, wie die Blätter übereinstimmend melden, fort. Die Nachricht, daß Monastir bereits von den Bulgaren besetzt sei, ist unbestätigt. Aus der griechischen Kammer. Mailand, 3. Nov. WTB. Nichtamtlich.) Der„Corriere della Sera“ meldet aus Athen: Heute sollte in der griechi⸗ schen Kammer eine Anfrage betr. die Mobilisation erörtert werden. Der Ministerpräfident hatte Vertagung der Be⸗ sprechung verlangt. Da die Anfragenden auf sofortige Besprechung drangen, verweigerte Zaimis die Antwort. Die Fahrt des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg nach Sofia. ö Berlin, 4. Nov. Ueber die Fahrt des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg nach Sofia bringt das„Berliner Tageblatt“ einen Bericht, in dem der Donauübergang bei Orsova anschaulich schildert wird. Drei Tage dauerte die romantische rt des Herzogs durch Serbien nach Sofia. In Wahrheit habe sich der oben auch den Uebergang über die Donau mit seinen Soldaten sozusagen selbst erkämpft. Er habe als erster das Fort Elisabeth am serbischen Donauufer südöstlich von Orsova betreten, er habe eine Stunde lang mit einem deut⸗ schen Unteroffizier allein sich darin aufgehalten, und sein Adjutant, Oberleutnant Schölwinck, derselbe, der von den Franzosen als Parlamentär widerrechtlich bei Reims ge⸗ fangen genommen, als Spion zum Tode verurteilt worden war und bereits vor seinem eigenen Grabe stand, erzählte dem Vertreter des„Berliner Tageblatts“, wie der denk⸗ würdige Tag des Donauüberganges verlief. Im ersten Pon⸗ ton setzte der Adjutant des Herzogs über, mit der zweiten Bootsstaffel folgte der Herzog selbst. Hundert Fuß vom serbischen Ufer wurden die Boote wie rasend be⸗ schossen. Zwei Mann im Boot traf die tödliche Kugel. Aber die Pioniere ruderten durch; dann wurde es still. Artillerie der Verbündeten hatte ihr Feuer eingestellt, um die eigenen Leute nicht zu gefährden. Drei Tage später ver⸗ ließ der Herzog Orsova, um auf dem Landwege durch Ser⸗ bien Sofia zu erreichen. Die Donaufähre setzte ihn mit zwei Automobilen im strömenden Regen nach dem serbischen Ufer über. Tags vorher war die Donauflotille von Moldava her angekommen. In Brza⸗Palanu ka stand bereits bul⸗ garische Kavallerie. Trompetenfanfaren und Hurras ingen den Herzog. Der ganze Ort hatte in Eile mit deut⸗ schen und bulgarischen Fahnen geflaggt. An den General⸗ Apen von Mackensen wurde ein Telegramm abgesandt, das ihm die Verbrüderung der Deutschen und Bulgaren kundgab. Die deutsch⸗italienischen Geschäftsverbindungen. Mailand, 3. Nov.(WTB. e Professor Luzzatti beschäftigt sich im„Corriere della a“ mit den deutsch⸗italienischen Geschäftsverbindun⸗ gern und den Wüns der italienischen Geschäftsleute, von er Regierung eine besondere gesetzliche Maßregel zugunsten italienischer Schuldner gegen deutsche Gläubiger zu er⸗ langen. Luzzatti bemerkt, daß dies gegen Artikel 23 der Haager Konvention verstoße. Italien sei Deutschland gegen⸗ über in einer merkwürdigen Lage, die vielleicht bis zum Kriegsende andauern würde. Den deuts Gläubigern ein gerichtliches Vorgehen gegen italienische Schuldner zu verweigern, würde die Suspendierung der Ar⸗ beiterpensionen, die Deutschland regelmäßig durch Vermittlung der Schweiz an italienische Arbeiter auszahle, zur Folge haben. * Die Angriffe der Russen an der Strypa⸗Front. Berlin, 4. Nov. Die Angriffe der Russen an der Strypafront haben sich ausgedehnt, bleiben aber ver⸗ geblich. Am Styr warfen deutsche und österreichisch⸗unga⸗ rische Truppen der dortigen Nordarmee die von Nowo⸗ Sielki wieder vorgehenden Russen auf den Brückenkopf der Bahn Kiew— Kowel zurück. Das Wahlergebnis in Norwegen. Kristiania, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Nunmehr liegt das Wahlergebnis des letzten, bisher noch zwei⸗ selhaften Wahlkreises vor; dort wurde ein Sozialdemokrat mit einer Mehrheit von 30 Stimmen gewählt. Der neue Hoftheater zum Besten eee end edenenstone ng veranstaltet werden, ein stärkeres* Interesse erweckt, und nicht nur die musikliebenden se der Stadt, sondern auch zahlreiche Gäste aus der näheren und ferneren Umgebung kamen herbei, um den weit über Deutschlands Grenzen hinaus berühmten Musikdirigenten in der Ausübung feiner genialen Tätigkeit zu bewundern. Das interessanteste der sieben von Wein⸗ gartner zu dirigierenden Beethovenkonzerte, in denen sämtliche neuen Sinfonien des unsterblichen Meisters der Töne zu Gehör gebracht werden, war zweifellos das gestrige, denn es gab Ge⸗ . den bedeutendsten der lebenden Beethovendirigen len auch als onisten näher kennen zu lernen. Der erste Teil des Konzertes, das mit der iden⸗Ouvertüre von Mendelssohn⸗ Bartholdy in vielversprechender Weise eingeleitet wurde, brachte darnach ausschließlich neue Kompositionen von Weingartner, se Gesänge und ein Instrumentalwerk, so daß es mit Recht als ein ausgesprochenes Weingartner⸗Konzert bezeichnet werden kann. Tas letztgenannte Werk ist betitelt„Lustige Ouvertüre“ und 505 gleich nach seinem Entstehen die Runde über den ganzen Kontinent and die großen Städte Amerikas gemacht. Als die neue Kompo⸗ sition zum erstenmal in Köln zu Gehör kam, schrieb der Mufik⸗ schriftsteller, Dr. Neitzel, daß das Ganze Laune, Humor und vollendete Grazie atme, und das Publikum bereitete dem Werk in hellem Entzücken einen stürmischen Erfolg. Tieselbe Wirkung erzielte es gestern auch hier. Es ist eine eigenartige, berückende Kunstschöpfung, die von frisch pulsierendem Leben durchzogen wird und durch feinsinnige Instrumentaltechnik und geschickten thematischen Aufbau besticht. Die Liederkomposstionen waren von sehr verschiedener Art. Während ein Lenau'sches Lied„Vergangen⸗ heit“ ganz in dem elegischen Gedanken der Dichtun gehalten ist und das Lied„Gottvertrauen“(Gräfin Stubenberg) an ergreifend ernste Stimmung auslöste, entzückten die„Frühlingsgespenster“ (Jul. Sturm) durch eine ganz prächtige Stimmungsmalerei und neckisches Wirren und Weben in der Maiennacht. 5 wirkungs⸗ vollste Komposition erwies sich das„Lied der Ghawäza“(Dichtung von Prinz zu Schönaich ⸗Carolath), das mit seinen packenden Phythmen und prächtigen Klangfarben ungemein ansprethend wirkt. Sämtliche Lieder n von der Gattin des Komponisten, Frau Lueille v. Weingartner, mit feinem Kunstgefühl und sympalh sch⸗ schönen Stimmitteln so wirkungsvoll zu Gehör gebracht, daß Sängerin und onist mit stürmischem Beifall und Hervorrufen augezeichnet wurden. Den ganzen zweiten Teil des Abends e 1 10 er einga genialer itun, hon* Bismarckfeier im Hoftheater aus Anlaß des hunderten Geburts⸗ tags das Entzücken aller Zuhörer gebildet hatte. Tie 8 dapelle ckzielte auch mit der gestrigen Wiedergabe der„Expika“ einen großartigen Kunsterfolg, der in den stürmischen Beif spenden der tief ergriffenen Zuhörer zum Ausdruck kam. P Storthing hat 21 Rechte und Freisinnige letzten g 78 Linke und Arbeiterdemo 76 und 20 Sozialisten gegen 23 sowie 4 Wilde. Der Seekrieg. Die Versenkung des französischen U⸗Bootes „Turquoise“. 1 Paris, 3. Non.(WTB Nichtamtlich) Das Marine⸗ ministerium bestätigt, daß das französische Unter see oo„Tur⸗ quoise“ im Marmarameer beschossen und versenkt worden ist. Zwei Offiziere und 24 Matrosen sind Fefangen. Berlin, 3. Nov.(Priv.⸗Tel.) Der„Berl. Lok.⸗Anz.“ meldet aus Kopenhagen: Ein großer A Dampfer wurde gestern südlich von Stockholm bon einem englischen Unterseeboot angegriffen und verfolgt. Es gelang dem Dampfer schließlich, unbeschädigt schwedisches Gebiet zu erreichen. Lyon, 3. Nor(WTB. Nichtamtlich.) Die hiesigen Blätter melden aus Saloniki: Englische Schiffe kaperten im Aegäischen Meere zahlreiche griechische Segelschiffe, die mit Kriegsbannware für Bulgarien beladen waren. Die wirtschaftspolitische Annäherung zwischen Deutschland und Gesterreich⸗Angarn. München, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der bayeri⸗ che Industriellen verband hat in einer kürzlich abge⸗ haltenen Sitzung bezüglich einer wirtschaftspolitischen p a2 1% J qun qu pip noc uspliaue un ze q y uu ungarnf lan e Beseluß g fißt: Der Gesamtoorstand des baye⸗ rischen Industriellenverbandes hält einen engeren handelspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenschluß Deutschlands mit Oesterreich⸗ Ungarn nach dem Kriege für unbedingt notwendig. Zu diesem Zwecke ist es wünschenswert, daß beide Staaten unter vorläufiger Beibehaltung der allmählich abzubauenden inneren Zollinie eine zielbewußte gemeinsame Handelspolitik nach außen verfolgen und gleichzeitig auf möglichste Anpassung der gegenseiti⸗ gen wirtschaftlichen, sozialpolitischen, verkehrspolitischen und ver⸗ waltungsrechtlichen Gesetzgebung hinwirken. Aus dem Reiche. Keine sofortige Berufung des Reichstags. Berlin, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Die sozial⸗ demokratische Fraktion hat, wie bekannt, beim Reichs⸗ kanzler die sofortige Berufung des Reichstages beantragt. Obwohl die Berechtigung des Wunsches, die wichtigen Fragen der Volksernährung im Parlament zu erörtern, vom Reichskanzler nicht verkannt wird, sieht er sich doch verhindert, dem Kaiser die sofortige Berufung bes Reichstages vorzuschlagen. Ausschlaggebend ist dabei, daß das Reichsamt des Innern, wenn der Reichstag ver⸗ sammelt ist, seine Kräfte fast ganz der parlamentarischen Arbeit i muß, gerade jetzt aber für die Erledigung besonders drin⸗ gender Aufgaben auf denr Gebiete der Volksernährung und auch für die e der Reichstagssitzungen unbedingt noch einige dagen 24 im raten gegen barlamentsfreie Wochen braucht. Da der Reichstag ohnehin Ende November seine Verhandlungen wieder aufnimmt, würde voraus⸗ sichtlich auch eine sofortige Berufung seinen Zusammentritt kaum um mehr als etwa eine Woche beschleunigen können. * Potsdam, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Prinz Friedrich Sigismund von Preußen der älteste Sohn des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, hat sich gestern in Nachod in Böhmen mit der Prinzessin Ma⸗ ria Luise zu Schaumburg⸗Lippe, der ältesten Tochter des Prinzen Friedrich zu Schaumburg⸗Lippe, ver⸗ lobt. Karlsruhe, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Eine aller⸗ höchste Entschließung des Großherzogs beruft die Landstände auf den 30. November ein. Karlsruhe, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der Großher⸗ og hat zu Mitgliedern der Ersten Kammer ernannt: Aut ie l seines richterlichen Amtes den Oberlandesgerichts⸗ räfidenten Dr. Adalbert Düring, für die Zeit bis zum Ablauf r gegenwärtigen Landtagsperiode, anstelle des zum Minister Des tus und Unterrichts ernannten Staatsrates Dr. Wilhelm Hübsch den Zoll⸗ und Steuerdirektor Wirk Geheimen Rat Emil Seubert und anstelle des verstorbenen Mitgliedes der Ersten Kammer, Oberbürgermeister a. D. Dr. Winterer, den Wirkl. Ge⸗ heimen Rat Dr. Richard Reinhard. 5———..——— Aus Stadt und Cand. Gießen, 4. November 1915. . Auszeichnung. Leutnant d. R. W. Knipp ⸗Abend⸗ stern, Infanterie⸗Regiment 186, früher Infanterie⸗Regiment 116, 1 r Hessischen Tapferkeitsmedaille, erhielt das Eiserne 5 2 . der Universität. Prof. Rauch wird in ** diesem Semester von Prof. Hamann(Marburg) vertreten wer⸗ den. Die von Prof. Rauch angekündigten Vorlesungen über Ein⸗ führung in die Betrachtung von Kunstwerken (Mittwoch 6—7) und über französische und deutsche Gothik(Donnerstag 6—8) beginnen Donnerstag, 4. November und Mittwoch, 10. November, Auditorium II. Außerdem finden Uebungen über deutsche Baukunst Mittwoch 7—8 statt(Beginn 10. November), und 8 nach Frankfurt und Kassel jeden zweiten Sonnabend Zu letzteren und den Uebungen i persönliche Anmeldung erforderlich vor Beginn der Vorlesungen oder bei Frau Prof. Rauch, Schiffenberger Weg 2. t „Tie Vogesen und ihre Kampffelder zeigte stern abend Redakteur A. Meyer aus Straßburg in Bild und Vorl. vom Ortsgewerbe⸗ und vom Kaufmännischen Verein beranstaltete Vortrag hatte eine solche Zuhörerschaft in die Neue Aula 4 25 daß die Raumverhältnisse bei weitem nicht genüg⸗ ten. Der Vortrag verdiente dieses Interesse vollauf. Der Redner begann mit einer kurzen Beleuchtung der Vogesen als Grenz⸗ landes und ihrer für den östlichen Nachbarn ungünstigen, für den westlichen wesentlich besseren Grenzeigenschaften. Dann führte der Weg aus der Rheinpfalz mitten in die wunderbare Welt diefes einzigartigen Berglandes hinein, dessen Schönheiten zu entdecken deutscher Wanderlust vorbehalten blieb. Auf der Leinwand er⸗ schienen in ausgezeichneten und farbenschönen Bildern burg⸗ krönte Gipfel, moränenbedeckte Hänge, stille Bergwasser, kühne Vaßstraßen, bizarre Winterlandschaften, die nur dem Schiläufer zugänglich sind: da waren zu sehen die Orte, wo die Grenz⸗ wächter ihren schweren Dient zu verrichten haben, po die Mosel entspringt, wo auf hohem Gipfel Jeanne d' Ares Reiterbild ins Land grüßt und die. Sperrforts von Belfort nach Deutschland hinunter dräuen. Verschwiegene Tälchen, uralte, reiche Städte⸗ bilder, Schlösser, Ruinen und Abteien wechselten in bunter Fülle. Und dann der Gegensatz, nachdem in die stillen Täler der Krieg gezogen war! An Hand zahlreicher Reltefkarten entwarf der Red⸗ ner ein Bild des Kampfes, der in dieser zerrissenen und zerklüf⸗ teten Welt mit ihren schroffen Berggipfeln und engen Tälern ewütet hat und noch wltet. Da sah man all die Stellen im Bilde, die vor Monaten Tag um Tag im Bericht der Heeresleitung enannt wurden, die heißumstrittenen, nun in Schutt liegenden Dötser und Städte wie Münster, Thaun, Metzeral, die großen Totenfelder des Hartmannsweiler⸗ und des Reichsackerkopfes, des Schratzmänneles und des Hilsenfirsts. Von den stummen Bildern ging eine seltsame, beredte Sprache aus, deren Wucht sich nie⸗ mand entziehen konnte. Der Redner, selber ein warmherziger Freund des Wanderns und der schönen Gotteswelt, begleitete die vielen Bilder mit packenden Worten persönlichster Art, in denen an passenden Stellen auch ein Scherz mit einfloß, und schloß mit dem Wunsch, daß dieser gesegnete Winkel unseres Vaterlandes seine nheiten bald im Frieden dem Wanderer wieder er⸗ schließen möge. 3 1 8 l 8 Kriegsmittagstische, deren Einrichtung für die Wintermonate in unserer Stadt geplant war, sind jetzt insoweit gesichert, als lich in den ver⸗ schiedenen Stadtvierteln geeignete Unternehmer zur Ueber⸗ nahme 75 haben. e Käse ohne Sahne und Milch. Man schreibt uns: Es mag heute, da Sahne, Milch und milchhaltige Erzeugnisse lnapp geworden sind und zur Sparsamkeit mah⸗ nen, auf die Tatsache hingewiesen werden, daß es einen gutschmeckenden und durchaus bekömmlichen Käse gibt, der nur aus pflanzlichem Stoff besteht. Wie ich aus eigener Erfahrung weiß, wird in Japan ein „Natto“ benannter Käse gerne und viel gegessen, der keinen Milchzusatz enthält, sondern nur aus Sojaboh⸗ nen hergestellt ist. In Japan ist dieser Käse sehr beriebt und ein höchst brauchbares Volksnahrungsmittel, weil er billig und schnell von jedem verfertigt werden kann. Die Sojabohnen werden mehrere Stunden in 72 5 gekocht: die noch warme Masse wird sodann ausgepreßt, zu kleinen Stücken geformt und in Stroh gehüllt. Die so entstandenen Päckchen werden darauf im Keller aufgestapelt, wo man sie „räuchert“, das heißt, ein Feuer anzündet und sie dem Rauche aussetzt. Sind sie einen Tag und eine Nacht lang so behandelt worden, dann lönnen sie ohne weiteres genossen werden. Die Sojabohne enthält sehr viel vegetabilisches Kasein, deshalb besitzt der japanische Natto sast denselben Stickstoffgehalt, wie richtiger Sahne⸗ oder Milchkäse. u Der allgemeine Bauverein Gießen, dem von der Stadt bereits Gelände an der Kaiser⸗Allee zur Bebauung mit Einfamilienhäusern verkauft wurde, hat sich nunmehr wei⸗ teres Gelände für 22 Wohnhäuser auf dem ehemaligen Troßschen Besitztum grundbuchamtlich gesichert. Auch für die Behörde die nötigen Schritte getan worden. Sobald die neue Straße, welche von der Rodheimer Straße in der gleichen Rich⸗ tung wie die Hardt⸗Allee verlaufen soll, ihre Genehmigung ge⸗ funden und im Rohbau hergestellt sein wird, soll mit dem Bau billiger Häuschen für Arbeiter begonnen werden. i Landwirtschaftliche Haus haltungsschule zu Lange nund Lindheim. Die Landwirtschaftskammer Darm⸗ stadt eröffnet, wie sie uns mitteilt, am 3. Januar 1916 den ersten fünfmonatigen Haus haltungskursus für das Jahr 1916 an ihren Haushaltungsschulen zu Langen und Lind⸗ heim. Der praktische und theoretische Haushaltungsunterricht er⸗ streckt sich auf die Anleitung im selbständigen Kochen mit Rücksicht auf die Bedürfnisse des ländlichen und bürgerlichen Tisches, Zu⸗ bereitung und Aufbewahrung der Speisen, in der Käsebereitung, Federviehpflege, Gartenwirtschaft, im Waschen und Bügeln, Rein⸗ halten des Hauses, Buchführung. Da in diesem Kursus auch ein sehr gründlicher Handarbeitsunterricht, in welchem das Stricken, Wäsche⸗Schnittzeichnen, Wäschezuschneiden, Hand⸗ und Maschinen⸗ nähen, Ausbessern erlernt wird, da ferner auch allgemein bildende Fächer wie: Aufsatz, Rechnen, Singen, Gesundheitslehre und Kran⸗ kenpflege gelehrt werden, ist die Teilnahme an dem Unterricht nicht nur Töchtern von Landwirten, sondern auch denen des Mittel⸗ standes sehr zu empfehlen. Silberhochzeit, Bäckermeister Aug ust Deibel und Frau feiern morgen das Fest der Silbernen Hochzeit. Landkreis Gießen. e Londorf, 3. Nov. Der Landwehrmann Karl Appel von hier, Juhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille, wurde zum Unterosfizier befördert. Der Genannte stebt schon seit Kriegsbeginn beim Landwehr-Regiment Nr. 116 im Felde. i. Hungen, 2. Nop. Prinzessin Hermann zu Solms⸗ Braunfels, welcher die Einrichtung eines Vereinslazarettes vom güoten Kreuz in Hungen in erster Linie zu danken ist, veran⸗ staltet für die Verwundeten am nächsten Freitag abend ½8 Uhr zum zweitenmal ein Konzert im hiesigen Schloß, das allen Besuchern aus unserer Stadt und ihrer 7 einen hohen Kunstgenuß versprickt. Konzertmeister Kaufmann aus Frank⸗ furt und einige mit ihm F Künstler werden Streichguartette vortragen. Kammersänger Gura aus Berlin wird Lieder singen. Der gesamte Ertrag des Konzertes ist für das Rote Kreus bestimmt. 5 8 Kreis Büdingen. b Selters, 3. Nov. Das Eiserne Kreu Kaufmann Hermann Bender. i Gettenau, 3. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Husar Hildebrand im Bonner Lusarenregiment. Kreis Alsfeld. = Alsfeld, 3. Nov. Aus der vorjährigen Haferernte des Kreises Alsfeld wurden in diesem Jahre noch 2046,00 Tonnen der Heeresverwaltung zur Verfügung gestellt. Bei dem Verkauf erübrigte der Kreis einen Ueberschuß von 8451 Mark. Diese Summe soll als Grundstock für eine Stiftung dienen, deren Zinsen hilfsbedürftigen Kriegern und deren Familien aus dem Kreise Alsfeld zugewendet werden soll. * Oßer⸗Ohmen, 3. Nov. Die Sammlung für die Kriegsgefangenen in Rußland hatte in unserer Ge⸗ meinde einen schönen Erfolg. Sie erbrachte die Summe von 166.35 Mk. ein. 5 Ru ppertenrod, 3. Nov. Ein hiesiger Landwirt hatte 00 Pferd zu Kriegszwecken 2 müssen. Mehrere Monate arnach wurde er zu einer Fuhrparkkolonne 0 Dieser Tage ereignete sich nun der Zufall, er sein Pferd in Feindes⸗ land in einer anderen Kolonne entdeckte. Er rief dem Pferde zu. Das spitzte die Ohven und ließ ein Wiehern hören, das wie freu⸗ dige rüßung klang. Es hatte seinen Herrn an der Stimme wiedererkannt.— Die Familie des Landsturmmannes Johann Kratz, Landwehr⸗Inf.⸗Regt. Nr. 87, von hier, ist in Sorge um den seit dem 25. September in der Champagne als vermißt geltenden Vater. In dieser Schlacht wurde er durch einen Schuß in den Oberschenkel verwundet, kam in einen Lazarettunterstand, wo er verbunden wurde, und geriet in französische Gefangen⸗ schaft. Seit dieser Zeit fehlt jede Nachricht über ihn. Kreis Friedberg. — Friedberg, 3. Nov. Nach Mitteilungen des Kreis- gesundheitsamtes sind hier vor einigen Tagen zwei Todesfälle durch Genickstarre vorgelommen. Da weitere Erkrankungen bis jetzt nicht vorkamen, liegt ein Grund zur Beunruhigung nicht vor, „ Pohl⸗Göns, 3. Nov. In dem Steinbruch des nahegelegenen Ebers⸗Göns trug sich am 2. November ein erschütternder Unglücksfall zu. Durch niedergehende Steine wurden die im Bergwerk befindlichen Arbeiter ver⸗ schüttet. Während einer der Arbeiter— von Kirch⸗Göns gebürtig— tot auf dem Platz blieb, wurden zwei andere aus Pohl⸗Göns mit schweren Kopf- und Schädelverletzungen nach dem Krankenhause zu Nieder⸗Weisel gebracht. Dort erlag der eine— Anton Schepp— heute nacht seinen schweren Verletzungen.— Der Unglücksfall ist um so trau⸗ riger, als die Arbeiter erst am zweiten Tag in dem Stein⸗ bruch arbeiteten und der Verstorbene von hier, ein 37 Jahre alter, lediger Mann, die Stütze seiner alten Mutter war. Pohl⸗Göns, 3. Nov. Landsturmgefreiter Johannes Röhrig bei einem Brllckentrain in Rußland erhielt das Eiserne 17 g * Nieder ⸗Florstadt, 3. Nov. Zum Leutnant be- fördert wurde der Vizewachtmeister Alles im Dragoner⸗Regi ment Nr. 24. Hessen⸗Nassau. ra. Bieber b. Rodheim, 3. Nop. Im eng bewaldeten oberen Biebertal, unmittelbar am Fuße des Dünsberges, liegt die Obermühle, die Geburtsstätte des berühmten Meisters der Kupferstecherkunst Joh. Georg Wille. Vor z erhielt der 200 Fahren, am 5. November 1715 erblickte derselbe auf dieser überaus freundlichen Besitzung das Licht der Welt. Wie die Familie Wille erzählt— Will ist bis heute der Name des Müllers geblieben—, erschrak die Mutter eines Tages über eine von ihrem talentvollen Knaben auf den Fußboden der oberen Stube naturgetreu gemalten Schlange. Wie schon manchem Leser 1 sein dürfte, war Wille Hofkupferstecher des deutschen Kaisers, des französischen und des dänischen Königs. Napoleon I. machte den geschickten Meister zum Ritter der Ehrenlegion. Die nachmals so be⸗ kannt gewordenen Kupferstecher Guttenberg, Vervie, Dunker Uu. a. waren Willes Schüler. Fern von der Heimat starb am 5. April 1808 der berühmte Mann. Seine Gebeine ruhen im Pantheon zu Paris. Eine schlichte Marmortasel mit einer sinnigen Widmung erinnert den an der Obermühle vorüber⸗ gehenden Wanderer an diesen hervorragenden Künstler. Marburg, 3. Nov. Das 8 Jahre alte Söhnchen der Eheleute Thomas in Weidenhausen[Kreis Biedenkopf) wurde beim Spielen mit einer Schußwaffe von einem an⸗ deren Kinde so in den Kopf getroffen, daß es in der hiesigen Klinik star b.— Ein auf Urlaub befindlicher Kriegsteilnehmer, der von seinem Heimatsdorfe aus Einberufene nach hier begleitet hatte, wurde bei der Heimkehr von einem Tobsuchtsanfall be⸗ troffen. In diesem Zustande bedrohte er einen Knecht mit seinem Säbel und drang dann auf einige Kühe ein. Eine Kuh mußte ab⸗ gestochen werden. Der anscheinend nervenleidende Mann wurde anderen Tags der Militärbehörde zugeführt. Frankfurt a. M., 3. Nov. Die in den letzten Wochen viel erörterte Theaterfrage bildete in der letzten Stadtverordnetenversammlung den Mittelpunkt der Verhandlungen. Seit langem befindet sich die„Neue Theater⸗Aktiengesellschaft“ in einer üblen finanziellen Lage. 5 5 i 5 1 Vo zu Jahr stei er Feh J 3 Genehmigung der Straßenanlage sind bereits bei der betreffenden Jon. Aae Jer steigt e ener ag un don een Jahr erhöhen sich die städtischen Zuschüsse. Für die Jahre 1915—1917 fordert die Gesellschaft eine jährliche Unter⸗ stützung durch die Stadt von rund 500 000 Mk. Magistrat und Theaterausschuß unterstützen den Antrag Hierzu war von nationalliberal⸗sozialdemokratischer Seite ein Antrag auf Verstadtlichung des Theaterbetriebs ge⸗ stellt. Ein weiterer Antrag der Fortschrittler forderte vom Magistrat, daß dieser rechtzeitig und vor Ablauf des Theatervertrages am 31. Oktober 1917 eine Vorlage über die Neuordnung der Frankfurter Theaterverhältnisse bei der Versammlung einbringe. Oberbürgermeister Voigt er⸗ klärte, daß noch im Laufe des Jahres eine Magistratsvorlage herauskäme, die die Theaterfrage behandele und zu lösen trachte, nicht nur vom finanziellen, sondern auch vom künst⸗ lerischen Standpunkte aus. Der Antrag auf Bewilligung von 502 500 Mk. Theaterbeihilfen geht an den e en en — Mit großer Mehrheit stimmte man der Errichtung eines städtischen kaufmännischen Stellennachweises bei. Einstimmig bewilligte man weitere fünf Millionen Mark für Kriegsausgaben. Der Antrag auf eine tatkräftigere Behandlung der städtischen Lebensmittelver⸗ sorgung rief einen lebhaften Meinungsaustausch hervor, in dem von allen Seiten eine schärfere Bekämpfung des Wuchers gefordert wurde. Herborn, 3. Nov. In der Stadtverordnetensitzung machte der Bürgermeister Mitteilung von einer Stiftung, die Gerbereibesiter Remy zum Andenken an seine Tochter für das Heim alter bedürftiger Herhorner Einwohner gemacht habe. Die Höhe der Stiftungssumme beträgt 100 000 Mark. 5 ul. Diez, 3. Nov. Die älteste Einwohnerin von Diez, Fräulein Anna Thorn, ist im Alter von 93 Jahren ge⸗ storben. Zwillingsschwestern der Verstorbenen stehen im 78. Lebensjahre. Gerichtssaal. Berlin, 4. Nov. Wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz hatte sich vor dem Berliner Schöffen⸗ gericht gestern ein Buttergroßhändler zu verantworten. Er versorgte Kleinhändler mit Butter. Der Nahrungsmittelpolizei fiel der sehr hohe Wassergehalt der untersuchten Butter auf. Der Groß händler wurde wegen siarker Versälschung der Butter angeklagt. Der Amtsanwalt beantragte 100 Mk Geldstrafe. Das Gericht ging über diesen Antrag hinaus mit der Begründung, daß die Trieb⸗ seder seiner Handlungsweise schnöde Gewinnsucht gewesen sei, die in dieser schweren Zeit besonders verwerflich erscheine. Der An⸗ geklagte wurde zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt. —* Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 5. Nov. 1915: Wechseind bewölkt, bis auf Nebel meist trocken, etwas kälter. ——— UU:˙:: Cetzte Nachrichten. Ein Abkommen zwischen den Zentralmächten und Rumänien? Buda pest, 4. Nov.„A Vilag“ berichtet aus Athen: In der griechischen Presse hält sich die Nachricht, daß zwischen den Zentralmächten und Rumänien vor Beginn der neuen serbi⸗ schen Offensive ein Abkommen zustande gekommen sei, wonach Rumänien zur Neutralität verpflichtet wurde und ihm bedeutende Vorteile zugesichert wurden. Rumänien verpflichtete sich auch in dem Falle, daß Rußland beabsichtige, durch Rumänien nach Ser⸗ bien zu marschieren, bewaffneten Widerstand zu leisten. Eine neue Kundgebung Zar Ferdinands.. Budapest, 4. Nov.„A Vilag“ meldet aus Sofia: In politischen Kreisen verlautet: Zar Ferdinand richtete ein neues Manifest an die bulgarische Nation, um das Auftreten Rußlands gegen Bulgarien ins wahre Licht zu stellen. Das Manifest dürfte schon in den nächsten Tagen erscheinen. Derr serbische Staatsschat auf der Reise. Graz, 4. Nov. Die„Grazer Tagespost“ berichtet aus Athen: Aus Saloniki wird gemeldet, daß die den serbischen Staats⸗ schatz transportierknden Truppen unter Bedeckung eines griechi⸗ schen Bataillons hier eintrafen. Er bestand aus ünztem Gold und Silber, sowie Gold⸗ und Silberbarren und nichtserbischen Wertpapieren und wichtigen Dokumenten des serhischen Herrscher⸗ hauses. Ob der Staalsschaß in Griechenland belassen werden wird ist noch nicht entschieden. Ein neuer persischer Gesandter in Berlin. Berlin, 4. Nov. Dem Vernehmen nach ist der bisherige serbische Gesandee Hofannis Khan zur weiteren Verwendung auf einen anderen Posten berufen worden. An seine Stelle tritt Hussein Kuli Khan Amwab der zum Gesandten in Berlin ernannt worden ist. Der neue Gesandte, der in Berlin bereits eingetrossen ist, war seinerzeit persischer Minister des Aeußern. Neue Würdenträger der katholischen Kirche. 5 Rom, 4. Nov. Der„Osservatore Romano“ veröffentlicht die Namen der kirchlichen Würdenträger, unter ihnen den Wiener Nuntius Frühwirth, die am 26. Dezember zu Kardinälen 1 9 80 werden. Am 9. Dezember findet ein öffentliches Konsistorium tatt. Extra, Angebot Das Hoflelateste, vas ir Je gebotenl Ein Posten Woll Velour- Hüte in grau. blau, neurgt, schwarz u. grün, regularer Wert 7.560. jetzt Mk. Ein Posten Woll-Velour-Hüite in vier modernen Farben, regulärer C jetat Mk. Ein Posten EChter Velour-Hülte hervorragende c A. Salomon& Cie. 50 in jugendlichen Formen, 50 allerbeste Qualität, in schwarz. Qualität, 00 . Mx. 8644 Unwiderruflich nächste Woche. 2 Zienung. und 10. November deld-Lotterl 125000 Lose. 40866 Geldgewinne zahlbar ehne Abzug 125 O ODn. rur Wederherstellung der St. Lorenzkirche — in Nurnbera.— Aauptgewinne Mark: Lenbemger Gelü-Lose 2 S H. 5% li. Zl Wente, f Lal. Müller& Co. er u Merderscher Markt 10. Zu baden in allen Lo terle-Ceschzften n Vertaathstellex. 8502 hv. Uallehssfnexleg uue gad dogg n 0 ap la deν. b. bezüglich der Firma Andreas Euler, Gießen: Verkauf von Weißkraut. Heute und die folgenden Tage, vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 1 bis 6 Uhr, findet in der Hofreite Asterweg B(vorm. Gewerbeschule) ein Ver⸗ kauf von Weißkraut pro Zentner zu 5.50 Mk. statt. Gießen, den 1. November 1915. Städt. Tiefbauamt Braubach. 885 Der Bedarf an Speisekartoffeln bis Ende März 1916 für die 1. Kompagnie(Küche in Wetzlar⸗Niedergirmes bei Gastwirt Reinhardt) und die 2. Kompagnie(Küche im Schützengarten hier) soll vergeben werden. 8648 D Angebote frei Küche bis zum 8, d. Mts. Landst.⸗Inf.⸗Ers.⸗Batl. II, Weglar. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen: a. bezüglich der Firma Louis Treff& Cie., Gießen: Der Marie Mades in Sießen ist Prokura erteilt. Die Prokura der Wilhelm Mades Ehefrau ist erloschen; Das Geschäft ist mit Aktiven und Passiven auf Heinrich Nagel Witwe, Elisabethe geb. Jung zu Gießen übergegangen. Die Prokura der Heinrich Nagel Ehefrau ist erloschen. 1 Auf dem Felde der Ehre starb am 20. Oktober 1915 als Musketier der 11. Kompagnie Laudwehr-Intanterie- Regiments 349 unser treuer Mitarbeiter Herr RKRarl Adolph Buchhalter. Wir verlieren in ihm einen selten tüchtigen und pflichtgetreuen Beamten, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Klingelhöffer& Dilges. Giessen, 4. November 1915. 8652 D Den Heldentod fürs Vaterland starb am 20 Obtober 1915 unser langjahriges, treues Vorstandsmitglied Karl Adolph Musketier d. II. Kompagnie, Laudw.-Inf.-Reg. 349. Das Andenken des Verstorbenen wird uns un- vergesslich sein. Deutschnat. Handlungsgehilfen-Verband Ortsgruppe Giessen. Giessen, den 4. November 1915. 8058 D Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starben: am B. September unser Vorstandsmitglied Heinrich Schweitzer Landsturmmann im Res.-Inf.-Regt. Nr. 88, 1. Kompagnie Prima feinste holländische Gießen, den 1. November 1915. 5 1 und am 7. Oktober unser Turngenosse Großherzogliches Amtsgericht. 5 U 2 Schellfische l. Kabliau Ingenleur-Akademle 2 Johannes Albach in tadellos frischester Ware Abbas:. Lela. a 8 Grenadler Im Grenadler-Regiment Nr. 261, I. Kompagule. soeben eingetroffen u. billigst bei S οð,E¶&e[rpͤgaeae dds 3 Wir verlieren in unserm Vorstandsmitglied eine gute Stütze und treuen Berater und in letzterem einen treuen Freund und tüchtigen Turner und werden ihnen allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. Nen eingttrosfen die beliebten türken E ee Turnverein Hochelheim. August Wallenfels eee Delikatessen und Weinhandlung 5316 Telephon 202 ießen Marktplatz 17. 2 erbitte 5 8 emen Aenectte-Aunt für Anfänger und zur Fort- bild. Gründl. Ausbildung auf verzek. Zystemen. Anmeld. tägl. Franz Vost& Co., Schreibmaschinenhaus, Goethestr. 32 le Tel. 1054 5 Frisch eingetroffen: Für die Beweise berzlicher Teilnahme beim . Ptund 40 Pts. Tode und Begräbnis unserer teurenEntschlasenen, sowie für die vielen Blumenspend agen auf Nee herzlichen Da 7 4 e 92151 ene Rneumatismus-, Ischias- und Gichtleidende 0 retrin- Tabletten alleen Name gesetzlich geschützt 1 Freitag, 5. Novbr. 1915 anerkannt bestes Mittel, da vollstandig 8 abends 8 Ubr: e lich, ohne jegliche Nebenerscheinungen und sicher 4. Freitag-Abonn.⸗Vorstellg. wirkend.— Zu haben in allen Apotheken. Gewöhnl. Preise(ermäßigt) MB. Rat und Hilfe wird noch erteilt Moltkestr. 7. Ein Fallissement“ Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Andreas Baum und Kinder. Gießen, den 4. November 1915 Haff dööngCbsel = felnste, frische Nordasee ware sind eingetroffen und billigst zu haben bei Georg Wallenfels Olr.: Hermann Steingoetter. H 1 . Marktplatz 21. Pel. 46. gegenüber der Engelapotheke. ** 5 1 i Küchenlampen l LUinburger a8 Se ande aaf vor Schuhhaus 13 Süss Weitorgazze 85 20205 5.40 etz f Ende 8 1 Uhr. frisch geschlachlet, Gänse, abzugeben 0600 —.—„Marburger. Sir. 60. 5 Carl Schunck. Bahnhofstr. i. Lebe nswiltel⸗ 185³5 baldigen 5 Jed webel 80 abwärts zahlen bei allen ebensmitle Haus Vorstellungen auf 2 und 2 Marktstraße 14. 3. 5 nur 1 Preise. Nährmittelnverk Glattal Hermann Herbstreith, Post Dornstetten(Württbg.) Tüchtige Vertreter gesueht. Wöilhv 8645 ⁴ 2 Alleinverkauf der Dr. Lahmann-Wäsche Se SCILOffemWitterungswechsel cn — ederlage: der Or. bletet das Tragen zweckmäßiger Begel-Untemssehe TRIK. OT- UNTERKLEIL DUN besten Schutz gegen Erkästungsgefahr. n Mako-, Wolle gemischt- und Reim Oller-Unter zeugen 0, fur Herren, Damen und Kinder bringt meine Spezial-Abtellung außergewöhnlich vielsestige Auswahl in nur bewährten Qualitäten. Warme Militär-Unterzeuge und Bedarfs-Artikel wie: Unterhosen, Hemden, decken, Leibbinden, Westen, Kopfschutzer etc. aus Woll- u. Seld.-Trlkot 9 empfehle ich zu sehr billigen Preisen in nur guten Qualitäten 8 Wollene Schlafdecken Baumwoll. Schlafdecken S teppdecken preiswürdig, in grosser Auswahl vorrätig . Röhr& C00. CARL. A HARTMANN fte H 8