N Nr. 257 Der Sleßener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Verlagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; weunal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal mongtl. Land⸗ wirtschaftliche Seitfragen Ferinprech- Anschlusse: für die Schriftleitung! 12 Verlag, Geschäfts stelledl Adresse für Drathtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. General⸗Anzeiger für Ob Rotationsdruck und berlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Fange. Schriftleitung, Heschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. 105. Jahrgang 9 5 e Montag, 1. November 1915 Sezugsvrei? monatl. 85 Pf., viertel⸗ ährl. Mk. 2.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 75 Pi. durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 bf.— Haupt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämilich in Gießen. 2 I Neue Erfolge auf allen Uriegsschauplätzen. (WT B.) Großes Hauptquartier, 30. Okt.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereign sse. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Nordöstlich von Mitau wiesen unsere bei Plakanen auf das Nordufer der Misse vorgeschobenen Kräfte zwei starke Nachtangriffe ab und zogen sich vor einem weiteren Angriff in die Hauptstellung auf dem Südufer zurück. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Neues. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Westlich von Czartorysk wurde die russische Stellung bei Koma row und der Ort selbst genommen; ein nächtlicher russischer Gegenangriff blieb erfolglos. Kamienucha, Huta Lisowska und Bielgow wurden gestürmt. 18 Offiziere, 929 Mann sind gefangen genommen, zwei Maschinengewehre erbeutet. Ein russisches Kampfflugzeug wurde bei Kukli herunter⸗ geschossen. 1 Balkan⸗Kriegsschauplaß. Die Armeen der Generale v. Koeveß und v. Gall⸗ witz haben feindliche Stellungen gestürmt, über 1000 Ser⸗ ben gefangen genommen, zwei Geschütze, ein Maschinen⸗ gewehr erbeutet und find in der Vorbewegung geblieben. Die Armee des Generals Bo jadjieff setzt die Ver⸗ folgung fort. O berste Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 31. Oktober. (Amtlich.) i Westlicher Kriegsschauplatz. Bayerische Truppen setzten sich nordöstlich von Neuville in Besitz der französischen Stellung in einer Ausdehnung von 1100 Metern, machten etwa 200 Ge⸗ fangene und erbeuteten vier Maschinengewehre, drei Minemverfer. Ein feindlicher Gegenangriff wurde abends abgeschlagen. 5 In der Champagne ist ein weit vorspringendes deut⸗ sches Grabenftück nördlich von Le Mesnil in der Nacht vom 29. zum 30. Oktober durch überwältigenden Angriff gegen die dort stehenden Kompagnien an die Franzosen verloren gegangen. Bei Tahure griffen nachmittags unsere Trup⸗ pen an. Sie stürmten die Butte de Tahure(Höhe 192 nordwestlich des Ortes). Der Kampf dauerte die Nacht hindurch an. 21 französische Offiziere, darunter zwei Bataillonskommandeure, 1250 Mann wurden gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Durch unser konzentrisches Feuer wurden die Russen ge⸗ A den Ort Plankanen auf dem Nordufer der isse wieder zu räumen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe des Generals b. Linsingen. Der Angriff westlich von Czartorysk erreichte die Linie Ostrand von Kumarow⸗ Höhen östlich von Podgacie. Die erreichten Stellungen wurden gegen wiederholte russische Nachtangriffe in teilweise erbitterten Kümpfen gehalten. Etwa 150 Russen von elf verschiedenen Regimentern sind gefangen genommen. 4 Balkan⸗Kriegsschauplaß. Deutsche Truppen der Armee des Generals v. Köbeß haben Ern. Milanovac genommen. Nordöstlich davon wurde der Feind an der Straße Satornja— Kraguje⸗ vac aus seinen Stellungen südlich der Srebrnica geworfen. Die Armee des Generals v. Gallwitz drängte beider⸗ seits der Moravn den Gegner weiter zurück. 600 Gefangene wurden eingebracht. Von der Armee des Generals Bojadjieff liegen keine neuen Nachrichten vor. Oberste Heeresleitung. * 5* Der griechische Generalstab ist nach Saloniki verlegt worden. Das sieht auf den ersten Blick nicht gerade ver⸗ trauenerweckend aus, denn man könnte vermuten, daß die griechische Heeresleitung gemeinsame militärische Konfe⸗ renzen mit unseren Feinden erleichtern wolle. Man kann indessen auch die gegenteilige Annahme hegen, daß Grie⸗ chenland Herr im eigenen Hause, und also auch in Salonili, bleiben will, wodurch seinem Verlangen, die Entente möchte sich wieder einschiffen, Nachdruck verliehen werden könnte Diese Wahrscheinlichkeit stützt sich auf die Tatsache, daf König Konstantin und sein Generalstab bisher die starke Gegnerschaft gegen den Schleppenträger Englands und Frankreichs, Venizelos, hochgehalten haben. Auch spricht man neuerdings von einem Entypannungsabkommen zwi schen Griechenland und Bulgarien, worüber jedoch authen tische Nachrichten nicht veröffentlicht worden sind. Griechen land hat, wie es heute heißt, in Saloniki eine strenge Zensur eingeführt, es will seine innersten Absichten noch nicht erkennen lassen, und darum darf uns auch die Mel⸗ dung, der König habe den französischen Gesandten wohl wollend angehört, nicht stubig machen. Alles, was die neutralen Staaten angeht, ist noch in der Schwebe. Sie werden sich nicht von Neigungen und Sentimentalität leiten lassen, sondern nur von der Machtfrage. Die letzten militärischen Ereignisse, besonders die Vorgänge in Ser⸗ bien, waren den Aussichten der Entente so ungünstig wie möglich. Und auf den übrigen Kriegsschaupläpen hört man nur immer den hellen Schwerterklang der verbündeten Zentralländer. Auch die Türkei hat neuerdings glänzende Erfolge aufzuweisen, von denen die Vernichtung eines fran⸗ zösischen Unterseebootes besonders hervorzuheben ist. Der vom Kaiser an die Stelle des verstorbenen Frhrn. v. Wangenheim nach Konstantinopel entsandte Graf Wolff⸗ Metternich hat aussichtsreiche Ziele vor sich Soeben ist die ungestörte Donauverbindung zwischen Ungarn und Bul⸗ garien hergestellt worden, und wir dürfen dieses Ereignis als Vorboten des neuen großen Mächtebundes begrüßen, der uns von der englischen Vormundschaft befreit. Graf Wolff⸗Metternich, der im Mai 1912 den Botschafterposten in London verließ, erlebt den Wechsel der Zeiten in so buntbewegter und von persönlichen Eindrücken durchdrungener Weise wie nur irgend ein deutscher Kämpfer, der auf den Kriegsschauplätzen im Westen und Osten gestritten hat. Er ist jetzt 62 Jahre alt und war im Beginn seiner diplomatischen Laufbahe den Botschaften in Wien, Paris und London zugeteilt. Seiner Begabung ist jetzt ein freieres Feld zugewiesen, als es der Londoner Botschafterposten ihm gab, den er 1901 als N des Grafen Hatzfeld antrat. Die eisernen Würsel der Welt⸗ geschichte haben das von Tücke und Heuchelei beseelte Kar⸗ tenspiel der Diplomatie hinweggedrängt; Mächte und Kräfte sind durch die Tat offenbart worden, und ein völlig neues System der Politik hat seinen Einzug gehalten. Weim man die Bestrebungen der rivalisierenden lkanvölker mit an⸗ sieht, versteht man die e e Josef Kohlers um so besser, wenn er im„Tat“ nachweist, der Begriff der Ex⸗ pansion dürfe auch in Ansehung der deutschen Ziele nicht mit Zwirnsfäden schüchterner Bedenken eingesponnen wer⸗ den. Der bekannte Jurist führt dabei u. a. folgendes aus: Am wenigsten ist auf die Stimme derjenigen zu hören, welche die Schwierigkeit betonen, die dem erobernden Staate bei der Angliederung erwachsen, weil er mit fremden Bevölkerungs⸗ elementen zu tun habe, die ihm vielleicht widerspenstig entgegen⸗ treten. Derartiges mag ein weiches furchtsames Volk in Schrecken setzen; eine jugendkräftige Nation wird solche Schwierigkeiten einsach beiseite schieben: der großzügige Siegfried läßt sich durch das Mimegeplänkel einer widerwilligen Bevölkerung nicht schrecken. Heutzutage geschieht, was nie geschah, heutzutage wird geleistet, was kein Zeitalter leistete, nicht etwa bloß militärisch, sondern vor allem auch in der Organisation; und da sollte die Bewältigung 1 Gebiete außerhalb des menschlichen Vermögens n: Was war hiergegen, was die Römer vermochten, was hier⸗ gegen die Taten Karls des Großen?. Ob sich in angegliederten Gebieten eine einheitliahe Bevölker⸗ ung bilden wird, welche nach Jahrzehnten mehr oder minder ein⸗ gegliedert werden kann, das steht dahin. Aber solches hat seine Zeit. Solange die Stunde hierfür noch nicht geschlagen hat, kann der Bevölkerung zwar eine autonome Munizipalfreiheit zuge⸗ standen werden, allein sie muß immer empfinden, daß der An⸗ gliederungsstaat der Herrscher ist. So hat es seinerzeit Venedig gegenüber Verona, Ragusa und allen seinen Angliederungen ge⸗ tan; und das alte Venedig war ein Muster staatsmännischer Weisheit. Kohler nennt dabei die heutigen Balkanstaaten nicht. Aber wie lange wird es wohl dort dauern, bis die durch den Krieg neu geschaffenen Gegensätze, über welche sich die staatlichen Abgrenzungen hinwegsetzen müssen, überwunden sein werden? * 8 8 Die österreichisch⸗ungarischen Tages berichte. Wien, 30. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 30. Oktober mittags. Nussischer Kriegsschauplaßz. Die westlich von Czartorysk kämpfenden öster⸗ reichisch⸗ungarischen und deutschen Truppen entrissen dem Feinde, ihre Angriffe fortsetzend eine Reihe zäh verteidigter Ortschaften. Es wurden 18 russische Offiziere und 929 Mann gefangen genommen und zwei Maschinengewehre erbeutet. Ein russisches Flugzeug wurde durch Feuer herabgeholt. Sonst im Nordosten nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Isonzofront verlief der gestrige Tag im Abschnitte nördlich des Görzer Brückenkopfes merk⸗ lich ruhiger. Nur die Besatzung des Brückenkopfes von Tolmein hatte noch einen stärkeren Angriff abzuweisen. Vor Görz hielt das feindliche Artilleriefeuer mit größter Heftigkeit bis in die Abendstunden an. Angriffsversuche der Italiener auf den Monte Sabotino und unsere Stellungen westlich Pevna wurden zurückgewiesen. Auch auf der Pod⸗ gorg⸗Höhe blieben nach erbitterten Nahkämpfen alle unsere Gräben im Besitz ihrer Verteidiger. Von der italienischen dritten Armee kämpfen bereits Teile der bisher zurückgehal⸗ tenen Kräfte gegen die Hochfläche von Doberdo. Dies vermag jedoch an der Lage nichts zu ändern. Wo die feind⸗ lichen Angriffe nicht schon durch Geschützfeuer vereitelt wur⸗ den, scheiterten sie an der festen Mauer unserer Infanterie. An der Dolomitenfront nahm der Gegner mit zehn⸗ fach überlegenen Kräften unsere Vorstellungen auf dem Col di Lana. Feindliche Angriffe im Tonalegebiet wurden blutig abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplaß. Die Säuberung des Gebiets von Visegrad schreitet erfolgreich vorwärts. Die Armee des Genergls v. Köveß warf den Gegner beiderseits von Rudnik auf Grn. Milano⸗ vac zurück. Auf der Hochfläche von Cumic, einen Tage⸗ marsch nordwestlich von Kragujewatz, leistet der Feind noch zähesten Widerstand. Unsere Truppen stehen dort im erbitterten Kampfe. Südwestlich von Lavovo griffen deutsche Bataillone die Höhe Strazenica an. Im Nordostteil Ser⸗ biens ist der Gegner überall im Rückzuge. Die Bulgaren verfolgen vom Timok her. Südwestlich von Knjazevar drangen sie in die serbischen Stellungen auf der Dresi⸗ baba Planina ein. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 31. Oktober 1915. 5 Nussischer Kriegsschauplatz. Gegenüber unserer Strypa⸗Front legte gestern der Feind erhöhte Tätigkeit an den Tag. Er bedachte unsere inie in verschiedenen Räumen mit starkem Artilleriefeuer und versuchte auch an einer Stelle über die Strypa zu kommen, was wir durch unser Feuer vereitelten. Südöstlich von Luck wurde abermals ein feindlicher Flieger herabgeschossen. 5 Unsere Angriffe westlich von Czartorysk gewinnen schrittweise Raum. Starke russische Gegenangriffe wurden abgewiesen. Sonst im Nordosten nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Auch gestern wiederholten die Italiener ihre Angriffe gegen die meist umstrittenen Punkte der Brückenköpfe von Tolmein und Görz, sowie an mehreren Stellen der Karsthochfläche von Doberdo. So kam es wieder zu er⸗ bitterten Nahkämpfen, die mehrfach auch nachts an⸗ dauerten und allenthalben damit abschlossen, daß unsere Truppen ihre Stellung im Besitz behielten. An der Tiroler Front wurden abermals feindliche Angriffe im Tonale⸗Gebiet blutig abgewiesen. Im Vorfeld unserer Befestigungen auf dem Col di Lana trat Ruhe ein. Wie überall, so ist auch hier die Hauptstellung fest in unseren Händen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Oestlich von Visegrad drangen unsere Abteilungen auf serbisches Gebiet vor. Die von Valjewo südwärts vorrückenden Kolonnen des Generals von Köveß trieben bei Racana feindliche Reiterei zurück. Unmittelbar nordwestlich von Gru. Mila⸗ no vac erstürmten österreichisch⸗ungarische Truppen mehrere stark befestigte feindliche Stellungen, wobei vier Geschütze und drei Munitionswagen erbeutet wurden. Das Eger⸗ länder Landsturm⸗Bataillon Nr. 46 hat an diesem Erfolg ruhmreichen Anteil. Gleichzeitig kämpften sich deutsche Streitkräfte von Norden und Nordosten gegen Grn. Milanovac heran und drangen in diese Stadt ein. Auch der Angriff unserer Trup⸗ pen im Gelände nordwestlich von Kragujevac gewinnt überall Raum. Die südwestlich von La po vo aufragende Höhe Straze⸗ nica ist in deutschem Besitz. Die Bulgaren sind in der Verfolgung allerorts gegen Westen vorgedrungen. Bei Slatina westlich von Kriazevge leistete der Feind vorgestern noch Widerstand. Neuere Nachrichten fehlen. Eine von Pirot entsandte bul⸗ garische Kolonne näherte sich zu dem gleichen Zeitpunkt Vlasotinca. N Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. *** Die freie Donaudurchfahrt. Sofia, 29. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Zum ersten Male seit Beginn des Weltkrieges ist heute der ung a⸗ rische Donaudampfer„Berettio“ von Orsowa in Vidin angekommen. Berlin, I. Nov. Zu der Meldung aus Sofia, daß zum ersten Male seit Beginn des Weltkrieges der ungarische Donaudampfer„Berettio“ von Orsova in Viddin an⸗ gekommen ist, schreibt die„Berlinar Morgenpost“ u.: „Mit brausendem Hurra wird der Augenblick gefeiert wor⸗ den sein, da das Schiff am bulgarischen Ufer aulegte und — 1 3 J f a 3 33 Ungarn und Bulgaren sich froh begrüßten. Und dieselbe Stimmung wird sich in ganz Deutschland und Oester⸗ reich-Ungarn verbreiten, denn es ist ein wichtiger und be⸗ deutender Sieg, den wir hiermit errungen haben. Ohne 5 1 werden jetzt Waren aller Art aus Deutschland und Oesterreich⸗ungarn nach der Türkei geschafft werden können, und ebensd wer⸗ den die Erzeugnisse der Türkei ihren Weg nach Deutschland finden. Ein reger Güteraustausch zwischen Orient und Okzident wird sich entwickeln, der in erster Linie die 5 wilttärische Widerstands kraft der Türkei steigern, dann aber auch unserem ganzen wirtschaftlichen Leben zugute kommen wird.“— Die„Lossische Zeitung“ sagt:„Donauaufwärts fuhren die ganze Kriegszeit hindurch russische Schiffe voll⸗ beladen mit Kriegsbedarf nach Serbien. Von jetzt ab fahren Schiffe unserer Freunde donauabwärts nach Bulgarien. Die serbisch⸗russische Verbindung ist tot, es lebe die ungar⸗ isch⸗bulgarische.“ 0 Wie dem„Berliner Lokalanzeiger“ der Sonderbericht⸗ erstatter des„Az Est“ meldet, traf mit dem Dampfer Berettio“ auch der Herzog von Mecklenburg in Viddin ein. Die Telegraphenverbindung zwischen Nisch und Saloniti unterbrochen. Athen, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence vas. Die Telegraphenverbindung zwischen Nusch und Salo⸗ niki ist unterbrochen. Der bulgarische Bericht. 5 Sofia, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Hee⸗ resbericht über die Operationen vom 28. Oktober. Nach der Einnahme von Zajecar, Knjazeyae und Inovo fuhren unsere Truppen fort, den Feind in westlicher Richtung zu ver⸗ folgen. Am Morgen des 28. Oktober ist eine Abteilung, die in der Nähe von Pirot die Nacht zugebracht hatte, in diese Stadt eingedrungen und verfolgt den geschlagenen Feind weiter. Die englische und französische Flotte haben die Beschießung der Aegäischen Küste wieder auf⸗ genommen. Sofia, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Bericht über die Operationen am 29. Oktober: Die bulgarischen Truppen setzten die n des Feindes auf der ganzen Front fort. Sie erreichten westlich von Knjazevac die Wasser⸗ scheide zwischen Timok und Moxava. Slidwestlich von Knjazevac groberten wir nach erbittertem Kampfe den Kamm des Tresi⸗ baba, von wo die Straßen nach Nisch und Bela Palanka führen. Im Tale der bulgarischen Morava nahmen wir nach Euer Kampfe die Stadt Ordeljica, Knotenpunkt der aße Brauja— Leskovac und der Straße durch das Vlassinatal. In der Gezend von Katschanik griffen die Serben eine dort vorrückende Kolonne an, wurden aber zurückgeworfen. Im Laufe der Verfolgung des Feindes eroberten wir zwei Gebirgsgeschütze mit Bedeckung und viel Kriegsmunition. Bisher fanden wir in Uesküb 19 000 Gewehre verschiedener Systeme, 950 Kisten mit 5 lver, 15000 Kisten Patronen und eine große Menge anderes iegsmaterial. Das Eiserne Kreuz für bulgarische Führer. Sofia, 30. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bul⸗ arischen Telegraphen⸗Agentur. Kaiser Wilhelm hat dem onprinzen Boris, dem Prinzen Cyrill, dem Ministerpräsi⸗ denten Radoslawow und dem Generalissimus Jekow das Eiserne Kreuz verliehen. Die Regelung der rumänischen Getreideausfuhr. 5 Budapest, 30. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Wiener Korr.⸗Bureaus. Die Verfügung Rumäniens durch die der Preis des Ausfuhrgetreides mit 100 Prozent über den Preis des rumänischen Inlandkonsums verteuert wurde, wird als ein in der Wirtschaftsgeschichte einzig dastehendes Vorgehen bezeichnet, das, wenn die ru⸗ mänischen maßgebenden Kreise daran festhielten, den Ge⸗ treideverkehr unmöglich machen würde. Die praktische Be⸗ deutung der Angelegenheit dürfte nicht überschätzt werden, hingegen stehe fest, daß es lug um einen interessanten, aber nicht glücklichen Versuch handelt, ausländische Verbraucher zu belasten, ein Versuch, der sich jedoch durch die beispiellose Kühnheit leicht an den wirtschaftlichen Interessen Rumä⸗ niens rächen könnte. 5 8 Bukarest, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)„Indépendance Roumaine“ meldet: Gemüß dem amtlich verlautbarten Reglement der Zentralkommission für den Verkauf und die Ausfuhr von Getreide hat die Eisenbahnverwaltung entsprechende Maß⸗ nahmen angeordnet. Von heute an dürfen die für die Ausfuhr be⸗ reits verkauften Getreidemengen alter Ernte, deren Besitzer für Waggons in den alten Listen vorgemerkt sind, ohne Ermächtigung der Zentralkommission weder verladen noch befördert werden. Die Versender haben daher durch Vermittlung der Chefs der Ver⸗ ladestationen der Kommission eine entsprechende Erklärung abzu⸗ geben. Noch nicht verkauftes Getreide wird nur durch Vermittlung der Zentralkommission verkauft, verladen und befördert. Griechenland und die Entente. Mailand, 30. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Secolo“ bespricht die Erklärung, die die griechischen Gesand⸗ ten in Paris und Rom über das Verhältnis Griechenlands zum Vierverband abgegeben haben und sagt: Derartige Aufrichtig⸗ Teitsbeteuerungen Zaimis vermöchten nicht, die Entente hinsichtlich der Haltung Griechenlands zu beruhigen. Vor allen Dingen kenne man 5 solcher Versprechungen aus dem Munde balkani⸗ scher Minister allzugut. In Griechenland ständen die verantwort⸗ lichen Minister talsächlich für garnichts ein. Das beweise der Fall Venizelos. Wer wisse denn, ob König Konstantin nicht irgend⸗ welche Verpflichtung mit den Feinden Italiens eingegangen sei. In Ententekreisen zweifle man nicht mehr daran, daß ein derar⸗ tiges Abkommen unter den Souveränen bestehe Wenn Griechen⸗ land sich dazu entschlossen habe, das Angebot des Vierverbandes einschließlich Cyperns, von dem es nie zu träumen wagte, auszu⸗ schlagen, so müsse es sich notwendigerweise gegenüber jedem augen⸗ blicklichen oder zukünftigen Angriff Bulgariens wegen des Hafens von Kawalla vollständig sicher fühlen. Es dürfte sich dabei nicht um ein griechisch⸗bulgarisches, sondern um ein griechisch⸗deutsches Abkommen handeln, das vielleicht nur die griechische Neutralität 15 305 habe, aber nichtsdestoweniger Italiens Interessen be 8 8 5 5 5 1 5 Kaiser Franz Josef an seine Truppen. 0 Wien, 30. Oktober. 99 l 215 Franz Josef hat an den Erzherzog Eugen da folgende Handschreiben gerichtet: Lieber Herr Vetter Generaloberst Erzherzog Eugen! In wärmster dankbarer Anerkennung der erfolgreichen Führung der Euer Lieben unterstellten Streitkräfte e 57 Ihnen meinen Armee⸗ und Flottenbefehl vom heutigen Tage. 5. Franz Joseph. Armee⸗ und Flottenbefehl. An meine gegen Italien kämpfenden Streit⸗ kräfte! Noch stebt Euch Hartes bevor, sagte ich in meinem Armee⸗ und Flottenbefehl vom 29. Juli. So kam es auch. Drei Monate voll heißer Kämpfe 151 hinter Euch. Heldenmütige Tapferkeit, zäheste Ausdauer und der bewundernswerte Opfer⸗ mut der braven Truppen, die vortreffliche Führung und das verständrisvolle, vom besten lamerabschaftlichen Geiste beseelte Zufammenwirsen aller Waffen vollb en Taten, die der treuen Wacht im Südwesten ein glänzendes Blatt in der Geschichte mei⸗ mer Wehrmacht sichern. Mit fester Zuversicht blicke ich auf Euch, !. weiß, Ihr erfüllt nicht bloß Eure Pflicht nein, mit treuem, für Euren Kriegsherrn und das teure Vaterland schlagendem Herzen leistet Ihr Großes und erweist Ihr Euch als Helden. Aus vollem Herzen sende ich Euch meinen Dank und Gruß. Wien, 28. Oktober 1915. Franz Josef.“ An den Erzherzog Leopold Salvator hat Kaiser Franz Josef das folgende Handschreiben ge⸗ richtet: 5„Lieber Herr Vetter, Feldzeugmeister Erzherzog Leopold Sal⸗ vator! Aus den mir von allen Kriegsschauplätzen zukommenden Berichten ersehe ich mit großer Befriedigung, in welch hervor⸗ scagender Weise meine gesamte Artillerie, treu ihrem alten Rufe, wirkt. Ich erfahre, wie die anderen, heldenmütigst kämpfen⸗ zen Truppen die ihnen zuteil werdende mächtige Artillerie⸗Uln⸗ terstützung anerkennen. Ihnen allen und jenen, die an der Aus⸗ gestaltung und Fortbildung der Artillerie rastlos mitgewirkt ha⸗ ben und in den erreichten Erfolgen ihren schönsten Lohn finden, 05 von Herzen Dank. Wien, 28. Oktober 1915. Franz osef.“ Desterreich⸗ ungarn und Italien. Wien, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Obwohl die ein⸗ hellige Stimmung der ganzen Monarchie und die Sprache der gesamten österreichischen und ungarischen Presse seit dem Beginn des italienischen Feldzuges keinen Zweifel an der entschlossenen Ablehnung jedes derartigen Gedankens zu⸗ läßt, tauchen im Auslande doch noch tendenziöse Ge⸗ rüchte auf, als ob Oesterreich⸗Ungarn sich bereit finden könnte, dem Königreich Italien bei einem Frie⸗ densschluß jetzt oder später irgendwelche Gebiets⸗ abtretungen zu bewilligen. Das Wiener K. K. Telegr.⸗ Bur. ist von maßgen Stelle ermächtigt, solchen un⸗ sinnigen Gerüchten mit aller Entschiedenheit entgegenzu⸗ treten. 5** Die Besetzung der deutschen Botschaft in Konstantinopel. 44 Berlin, 30. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nord⸗ deutsche Allgemeine Zeitung“ meldet: Dem Vernehmen nach wurde bei der hohen Pforte für den Botschafter a. D. Graf Wolff⸗ Metternich das Agrement als Botschaf⸗ ter in außerordentlicher Mission nachgesucht. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Hauptquartiers von gestern. An der Dar da⸗ nellenfront versenkte unsere Artillerie heute das fran⸗ zösische Unterseeboot„Turquoise“. Wir mach⸗ ten die Besatzung, die aus zwei Offizieren und 24 Mann bestand, zu Gefangenen. Der Feind begann auf drei Teilen der Front mit zunehmender Heftigkeit Artilleriefeuer und Bombenwerfen. Wir erwiderten kräftig. Einige feindliche Schiffe nahmen an diesem Feuer teil. Bei Anaforta traf unsere Artillerie ein feindliches Transportschiff am Vorderteil. Das Schiff entfernte sich, in dichten Rauch eingehüllt. Bei Arirwarika verursachte eine unserer Bomben in den feindlichen Schützengräben einen Brand, der zwei Stunden dauerte. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr zerstörte unsere Artillerie zwei Minenwerferstellungen auf dem rech⸗ ten Flügel und in der Mitte. Sonst nichts Neues. Konstantinopel, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Darda⸗ nellenfront dauerte das örtliche Feuergefecht auch gestern an. Unsere Artillerie, die wirksam erwiderte, zer⸗ störte einige feindliche Schützengräben und Minenwerfer⸗ stellungen. Sonst nicht zu melden. Ein Armee⸗ und Flottenbefehl Enver Paschas. Konstantinopel, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der türkische Generalissimus Enver Pascha richtete an⸗ läßlich des Beiramfestes nachstehendes Telegramm an den Ches der osmanischen Flotte, Vizeadmiral Souchon: Das heutige Beiramfest, das wir in dem brandenden Kriege um die Erstarkung unseres Vaterlandes feiern, veranlaßt mich, un⸗ seren tapferen Streitkräften zu Wasser und zu Lande sowie unseren treuen Verbündeten nochmals für die glänzenden Waffentaten zu danken, wobei ich Ihnen zum Beiramfeste die herzlichsten Wünsche entbiete. Dank dem allmächtigen Lenker der Schlachten, der unsere Waffen segnete und unsere Streitkräfte unter seinem Schutz zum Siege führen wird. Fernerhin halten wir vereint mit unseren Waffenbrüdern zusammen, bis zur Vernichtung unserer Gegner und einem segensreichen Frieden, das sei unsere Losung. gez. Enver Pascha. Die Bedrängnis der Engländer in Mesopotamien. Konstantinopel, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter melden aus Bagdad: Englische Soldaten, die von den Türken gefangen genommen sind, erzählen, daß überall in Indien Unruhen ausgebrochen und daß in den letzten Tagen an der afghanischen Grenze bewaffnete Konflikte vorgekommen seien. Infolge dieser Zustände halten die Eng⸗ länder die Truppen in Indien zurück und senden den in Mesopotamien kämpfenden Truppen keine Verstärkungen mehr. Die mesopotamischen Stämme beunruhigen fort⸗ während die englischen Truppen, deren Schwäche sie erkannt haben. Um die Entsendung von Verstärkungen vorzutäuschen, bringen die Engländer während der Nacht einen Teil der Truppen auf Schiffe und setzen sie am nächsten Tage an einem anderen Punkte ans Land. Es verlautet, daß die Eng⸗ 8 im letzten Kampfe am Tigris 2000 Mann verloren aben. **** Joffre und Kitchener. „London, 30. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der fran⸗ zösische Generalissimus Joffre besuchte das Kriegsamt und verließ es dann mit Kitchener. Die Menge brachte ihm lebhafte Huldigungen dar. 8 Ausgehobene Spionagenester. Berlin, 30. Okt.(WTB. Amtlich.) In Belgien un Nordfrankreich sind in den letzten Tagen Mieder 1 neue große Spionageunternehmungen aufgedeckt norden. In Belgien handelt es sich um eine weitverzweigte Or⸗ ganisgtion, der insgesamt 21 Festgenommene angehörten. Nach⸗ dem sie sich monatelang auf die Vermittelung von Spionagenach⸗ richten über Holland nach Frankreich beschränkt hatten, gingen sie im September auch dazu tber, Sprengattentate auf Eisenbahnhauten, Brücken und andere Kunstbauten vor⸗ zubereiten. Nebenbei betrieben sie die Beförderung von Wehr⸗ pflichtigen aus Belgien nach Frankreich. Unter der Zahl der Fest⸗ genommenen befinden sich wiederum vier Frauen, die mit in erster Linie die gegen bie Sicherheit des deutschen Heeres gerichtetn Berbrochen begangen haben. l Die in Nordfrankreich aufgedeckte Spionageorganisation wurde pon der Frau eines in der französischen Armee dienenden meine Braven, und voll Vertrauen weiß ich die schwere Aufgabe, Laber, zahlreiche Feinde zu besiegen, in Euren Hünden. Ich 8 Offiziers geleitet, die in Paris persönlich von der Militär⸗ behörde für ihre Aufgaben unterrichtet und nach Nordfrankreich entsandt wurde. Unter ihren festgenommenen Helfern befinden sich zwei weitere weibliche Personen. In welchem Maße die Spionage organisiert ist, geht aus dem Umstande hervor, daß die Festge⸗ nommenen vom französischen Nachrichtendienst unter hohen Num⸗ mern in seinen Listen geführt wurden. Auch die in dieser Sache Verhafteten sind bereits überführt, daß sie in zahlreichen Fällen durch die Beförderung militärischer Nachrichten nach Frankreich sich eines Verbrechens der Spionage schuldig gemacht haben. In einer dritten Spionage⸗Angelegenhert in Belgien ist am 26. Oktober das Urteil gefällt worden, das gegen neun der Angeklagten auf Todesstrase lautete. Dieses Urteil ist gestern vollstreckt worden. Unter zehn weiteren zu Zucht⸗ hausstrafen verurteilten Schuldigen befinden sich wiederum drei weibliche Personen. Bon der französischen Kammer Paris, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Auf Ersuchen Briands hat sich die Ka m⸗ mer bis zum 3. November vertagt, um sodann die ministerielle Erklärung entgegenzunehmen und die Interpellation von Emile Constant über die Gefahr der Anwesenheit gewisser Oesterreicher und Deutscher in Frank⸗ reich zu erörtern. N Die holländische Ausfuhr. Haag, 31. Okt.(WTB. i Vom 1. bis 29. November dürfen Ausfuhr bewilligungen für höchstens 3 500 000 Kilogramm Schweinefleisch und 1 500 000 Kilogramm Wurst, die teilweise aus Schweine⸗ fleisch besteht, erteilt werden. 5 Haag, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich Eingemachter Blumenkohl kann mit Erlaubnis der Reichsgemüsekommission ausgeführt werden. 5 ** * Aus dem englischen Unterhause. London, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Unterhaussitzung vom 30. Oktober. Auf eine Anfrage erwiderte Sir Edward Grey, da London die Deklaration nicht ratifiziert hat, ist es der englischen Regierung freigestellt, ob sie solche Bestimmungen davon annehmen will, die allgemein anerkannte Grundsätze des Völkerrechts befriedigend auszudrücken scheinen. Lord Charles Beresford fragte, ob England sich Deutschland gegenüber nach dessen zahlreichen Verletzungen des Völkerrechts nicht mehr an die Abkommen gebunden erachte, die England und Deutschland ge⸗ meinsam unterzeichneten, wohl aber den Neutralen gegenüber daran festhalte. Grey erwiderte, er stimme mit dem Redner darm überein, daß England gegenüber Deutschland hinsichtlich der ge⸗ nannten Erklärungen und Abkommen keine Verpflichtung mehr hat, hoffe aber, daß wir, gleichviel was Deutschland getan hat, den Rücksichten der Humanität Rechnung zu tragen haben, die von dem Abkommen und den Erklärungen unabhängig sind. Die Rechte der Neutralen müssen natürlich geachtet werden. Auf eine weitere Frage sagte Sir Edward Grey, es sei unrichtig, daß der deutsche Reichskanzler im Juli 1914 der britischen Regierung mit⸗ 1 habe, er sei von einem Flottenabkommen zwischen England und Rußland unterrichtet.(Eine amtliche Er⸗ klärung hierzu von deutscher Seite wird nicht ausbleiben, sobald der Wortlaut vorliegt. D. Red.). Kein militärisches oder Flotten⸗ abkommen bestand vor dem Abkommen, das mehrere Wochen nach Kriegsausbruch abgeschlossen worden ist. Grey führte weiter aus: Die Güter, die Deutschland erreichen oder verlassen sollen, müssen, 1 55 5 005 mene ee 19 1 üter feindli immung oder feindlichen pru gelten, und nach der soeben erlassenen Verordnung behandelt werden. Es ist gleichgültig, ob die Güter von einem neutralen Hafen nach dem anderen gehen, wenn ihre Endbestimmung Feindesland ist. Bo⸗ nar Law sagte auf eine Frage, es sei möglich, daß beträchtliche deutsche schwarze Schutztruppen in der Nähe des Lilimandscharo die britische Grenze überschritten hätten, aber der Feind sei nicht mit nennenswerter Streitmacht tiefer in das britische Gebiet einge⸗ drungen. Ein englisches Schiff habe ein deutsches Schuff in der 1 versenkt, das vermutlich Waffen und Munr⸗ tion für die deutschen Truppen geführt habe 5 Balfour sagte auf eine Frage, daß die Verteidigung von London durch Geschütze und Flugzeuge Gegenstand großer Bemühungen sei und beständig verbessert werde. Auf eine weitere Frage führte Balfour aus, die Regierung beabsichtige, London ebensogut gegen Luftschiffe zu verteidigen, wie Paris verteidigt werde, er glaube aber nicht, daß die Luftschiffe Paris leichter erreichen könnten als London. Healy fragte, ob die Mitglieder des Kabinetts dieselbe Gefahr liefen wie jedermann und daher ebenso bedacht seien, sich zu schützen(Heiterkeit), Balfour sagte weiter, Admiral Scott sei für die artilleristische Vertei⸗ digung Londons verantwortlich, die Admiralität und das Kriegs⸗ amt für den maritimen und militärischen Flugzeugdienst. Die Admiralität sei für die ersten Nachrichten über das Herannahen der Zeppeline auf Beobachtungen an der Küste oder auf See an⸗ gewiesen. Balfour berief sich auf die vor einiger Zeit von Sir John Simon vorgebrachten Gründe gegen eine vorherige Warnung des Publikums. Auf eine Frage Outhwaite lehnte John Simon es ab, das Publikum vorher zu warnen. Quthwaite fragte, ob es Simon nicht bekannt sei, daß sich gestern Abgeordnete aus dem Unterhause in wilder Flucht entfernt hätten, weil sie von einem Zeppelinangriff hörten.(Zwischenrufe.) Der Sprecher sagte, Outhwaite dürfe nicht von wilder Flucht sprechen. Outhwaite bat wegen des Ausdrucks um Entschuldigung. Lloyd George sagte, Asquith werde eine große Zahl der an ihn gerichteten Fragen in seiner Rede am Dienstag beantworten; es werde sich daran eine Debatte anschließen, wie das Haus zu wünschen scheine. Abbruch englisch⸗schwedischer Verhandlungen. e 31. Oktober.(WTB. Nichtamtlich.) „Politiken“ meldet aus Malmö: Der Grund für den Ab⸗ bruch der e Verhandlungen ist darin zu suchen, daß die englischen Unterhändler die Forderung stellten, die Engländer sollten berechtigt sein, die schwedische Aus fußr in den verschiedenen Zöll⸗ ämtern zu kontrollieren. Da die schwedischen Unter⸗ händler unter keinen Umständen auf diese Forderung ein⸗ I erwies sich eine Fortsetzung der Verhandlungen als nutzlos. 5 0 Kopenhagen, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)„Berlingske Tidende“ meldet aus Stockholm: Die Versorgung Schwedens mit Kohle ist jetzt gesichert. Nach Verhandlungen zwischen der schwedischen und der englischen Regierung hat diese eingewilligt, ihre Zustimmung zur Ausfuhr von 150 Tonnen englischer Kohle nach Schweden zu geben. f — Der Seekrieg. Ein franzöfisches Unterseeboot versentt. Konstantinopel, 30. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: An der Dardanellenfront hat unsere Artillerie heute das französische Unterseeboot Turauoise versenkt. 2 Offiziere und 24 Mann wur⸗ den gefangen genommen. 1 8 a 8 London, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet amtlich: Der Hilfsminensucher„Hythe“ ist in der Nacht vom 28. Oktober bei Gallipoli infolge eines 85 sammenstoßes mit einem anderen Kriegsfahrzeug gesunken. Au der 1 waren 250 Mann an Bord; 100 vermißt. London, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Das Reuterschg Bureau meldet amtlich: Von dem Hilfsminensu„Hythe“ werden 2 Offiziere und 153 Mann vermißt. ene ee 5 nn werden 8 Aus Stadt und Cand. g.. Gießen, 1. November 1915. Der Reichskanzler D. theol. von Gießen. Am gestrigen Gedenktage der Reformation hat die thev⸗ logische Fakultät der Landes⸗Universität den Kanzler des Deutschen Reiches von Bethmann Holl⸗ weg ehrenhalber zum Doktor der Theologie er⸗ nannt. Die Ernennungsurkunde spricht von dem „Staatsmann, der dem Kriege ehrlich zu wehren strebte, auf reines Gewissen in deutschem Handeln hält, in er⸗ zwungenem Kampf der sittlichen Kraft des Volkes fest vertraut, in starkem Glauben deutscher Zukunft die Wege bahnt.“ In folgendem Telegramm hat der Reichskanzler der Fakultät bereits seinen Dank ausgesprochen: „Der theologischen Fakultät der Universität Gießen beehre ich mich für die gestern ausgesprochene Ernennung zum Doktor der Theologie meinen herzlichen Dank zu sagen. Ich betrachte es als eine tir besonders wert- volle Auszeichnung, nunmehr mit der Universität der Stadt nahe verbunden zu sein, in deren Mauern meine Ahnen Generationen als Bürger gelebt haben. D. Dr. von Bethmann Hollweg.“ * * Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt Feldwebel— Leutnant Ludwig Brück im Landwehr Infanterie-Regiment Nr. 116, z. Zt. kommandiert zur Insanterie-Ersatztrupde(Weiten * Verwundete und erkrankte Kriegsteil⸗ nehmer werden darauf hingewiesen, daß sie in dem Diens⸗ tags und Freitags nachmittags von 2—3 Uhr im Sol⸗ datenheim stattfindenden Unterricht in der So⸗ zialen Gesetzgebung über alle Fragen reichs⸗ esetzlichen Kranken⸗, Invaliden⸗ und Hinter enenver⸗ Ansprüche 1 sowie über die Geltendmachung d unentgeltlich Aufklärung erhalten. Der e wird in einer in der heutigen Nummer befindlichen Bekanntmachung des Ministe⸗ riums für die fünf großen hessischen Städte um 15% niedriger als die Berliner Grundpreise festgesetzt. ö * Doktor Klaus. Im Stadttheater sah man gestern abend einen lieben, alten Bekannten, dem man 6 recht von Herzen die Hand drückt, L'Arronges Doktor Klaus. Unter der Spielleitung von Otto Conradi brachte das 1 eine prächtige, solide Leistung heraus, die sich recht wohl auf dem Spielplan sehen lassen darf. Das gut gelaunte und zahlreiche Publikum ließ sich von L'Arronges Lebenskennerschaft mit aller Aufmerksamkeit die dutzend Schnurren und gemütlichen 25995 krach⸗Geschichten, die der Toktor Klaus einzurenken hat, vor⸗ erzählen es war Stimmung im Zuschauerraum Nur anfangs drohte ihr einigermaßen eine Klippe, als die Zahl derer, die immer noch ein wenig Zeit haben, nicht alle werden wollte. Die harmlose Vorurteilslosigbeit, mit der gestern abend die Nach⸗ züglergruppen noch eine Viertelstunde nach Beginn der Vorstellung auf ihre Plätze klapperten, hatte etwas Entwaffnendes an sich; so selbstverständlich ging man dabei zu Werke. Wer auf die pechtzeitig Gekommenen nicht achten will, nehme wenig tens Rück⸗ ficht auf die Künstler Nun, umso besser gings dann as ales im Gleise war Wilhelm Hellmuths Doktor Klaus sprach— wir rühmen es dem Künstler nicht zum ersten Male nach— die Sprache einer echten und ungekünstelten Gefühlswärme. Die prachtvolle igur dieses Leib⸗ und Seelendoktors redete in der kernhaften Dar⸗ lung genau so, wie ihr ihr Schöpfer den Schnabel hat wachsen lassen. Prächtig war auch das Faktotum des Doktors, dessen un⸗ 18 Liebe zur Medizin Rudolf Goll zu einer wahren Fund⸗ grube für allerlei mimische und oratorische Komplikationen machte, um in seinem Stil zu reden. Vornehme und saubere Arbeit machte auch Albert Stettner als Juwelier Griefinger. Eine ganze Reihe von Szenen— gedacht sei namentlich der Sprechstunde und des filzschuh⸗ und fäustlingbewehrten Wartens auf den durch ärzt⸗ liche Pflichten absorbierten Ballvater— waren von so herzlich⸗ komischer und vor allem natürlicher Wirkung, daß man sie sich cher gar nicht denken konnte. Auguste Frenzel und Else urghoff seien deshalb noch besonders auszeichnend genannt; letzterer hätte man nur eine Kleinigkeit, nämlich die ein wenig nach Liebhaberbühne schmeckende Kniestellung bei dem väterlichen Appell ans warme, kindliche Gemüt, verdenken können. Auch alle andern Rollen waren in fleißigen und liebevollen Händen. Religföse Kriegsvorträge. Auf den Vor⸗ trag über„Deutsches Christentum“, den Prof. D. Schian heute abend 8 Uhr in der Stadtkirche hält, sei nochmals hin⸗ gewiesen. Das Thema ist im Zusammenhang mit dem Krieg so viel erörtert worden, daß seine Behandlung auf lebhaftes Interesse rechnen kann. „ Brieflicher Stenographieuntericht in den deutschen Militärlazaretten. Vor einigen Wochen ist vom Deutschen Stenographenbunde„Gabelsberger“(Vorsitzender Kreisschulinspektor Professor Pfaff, Darmstadt) brieflicher Umterricht in Gabelsbergerscher Stenographie an Verwundete eingerichtet werden, an dem sich bereits 2000. Verwundete mit 15 Teil W Erfolge beteiligen. Die i e am Unterricht, der für Verwundete selbstverständlich völlig kostenlos ist, wird diesen eine wertvolle Gelegenheit zur Erwerbung nutz⸗ bringender Befähigung bieten. Die Kosten werden aus einer beson⸗ ders dafür begründeten Stiftung,„Gabelsbergerscher Krieger⸗ dank“, aufgebracht. Anfragen sind zu richten an den Deutschen Stenograp enbund Gabelsberger, Darmstadt, Neckarstraße 4. * Preußische Klassen⸗Lotterie. Die Erneuerung der Lose zur Schlußklasse der 6.(232.) Lotterie muß unter Vor⸗ legung des Vorklassenloses bis zum 3. November abends 6 Uhr 70 Auch müssen bis zu vorgenanntem Termin die Frei⸗ o se gegen Rückgabe der Gewinnlose eingelöst werden. Die Ziehung der Schlußklasse beginnt am 6. November und endigt Kreis Büdingen. * Borsdorf, 30. Okt Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielt der Wehrmann Wilhelm Michel. Kreis Lauterbach. J. Grebenhain, 31. Ott. Ter als vermißt gemeldete Wehrmann Karl Pfeil von hier hat seinen Angehörigen die Mit- teilung zugehen lassen, daß er sich in französischer Gefangen schaft befindet. Kreis Schotten. . Volkartshain, 30. Okt. Das Militär⸗Sani⸗ tätskreuz erhielt der Lehrer Rabenau. * Ober⸗Seemen, 30. Okt. Lehrer Schultz, Kriegs⸗ freiwilliger, wurde zum Unteroffizier befördert. Kreis Friedberg. e Nieder⸗Florstadt, 30. Okt. Den Heldentod st arb der Lehrer Dietz.— Die hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Lehrer Heller. 0 r Friedberg, 30. Okt. Lehrer Schwalm wurde zum Offizierstellvertreter ernannt. Kreis Wetzlar. F. C. Krosdorf, 31. Okt. Die 16 jährige Lina Weber, die in einer Gießener Zigarrensabrik beschästigt war, verübte in der elterlichen Wohnung Selbstmord. Hessen⸗Nassau. „Frankfurt a. M, 1. Nov. Die Stadt verausgabte seit Kriegsbeginn für Zwecke der Kriegsfürsorge 16,5 Millionen Mark; hiervon entfallen auf Familienunter⸗ stützungen 11,7 Millionen Mark. Gegenwärtig werden 71000 Personen unterstützt und zwar 24 100 Ehefrauen, 41 000 Kinder und 6000 sonstige Angehörige. Da die städti⸗ schen Mittel aufgebraucht sind, ersucht der Magistrat die Stadtverordnetenversammlung um Bewilligung von wei⸗ teren 5 Millionen Mark. X. Gelnhausen, 30. Okt. In der Sitzung des Kreistages teilte der Vorsitzende mit, daß nach eingehender Revisson der Kassen- und Buchführung der Gelnhäuser Kleinbahnen sich ein Fehlbetrag von 4667,12 Mk. ergeben habe, der auf den verstorbenen Verwastungs direktor Ziegler zurückzuführen sei. Angebörige desselben haben die Deckung übernommen. Ziegler 95 vor Monaten geflüchtet und hatte sich in München ver- giftet Schwarze Diamanten in Preußen. Die Kohlenfrage ist für einige Staaten sehr bedeu⸗ tungsvoll geworden, nicht für Deutschland, wohl aber für Frankreich und Italien, auch für Rußland. Auch einige neu⸗ trale Staaten leiden unter dem Kohlenmangel. Deutschlano ist auf diesem Gebiete wohl gerüstet. Es kann seinen Bedarf selbst decken und ist von den Stürmen des Weltkrieges un⸗ abhängig. Die Kohlenerzeugung in Deutschland ist durch den Krieg nur ganz unwesentlich verringert worden. Wenn man einen ungefähren Ueberblick über den Wert dieser schwarzen steinernen Erdschätze in Deutschland haben will, so braucht man nur die Steinkohlenbesitztümer des preußi⸗ schen Staates zu betrachten. Denn ein großer Teil der in deutscher Erde schlummernden wertvollen schwarzen Dia⸗ manten gehört ihm. Nach den letzten amtlichen Zahlen betrug vor dem Kriege die Kohlenförderung der staatlichen preußi⸗ schen Steinkohlenbergwerke 25,2 Millionen Tonnen im Jahre. Auch an Koks, den manche Hausbesitzer jetzt dringend ersehnen, war die Ausbeute gut. Sie belief sich auf mehr als zwei Millionen Tonnen. Ferner werden in staatlichen Berg⸗ werksbetrieben noch Kalisalze, Steinsalz, Eisenerze, Blei, Zink und Kupfer sowie Braunkohle gewonnen, so daß der gesamte Reingewinn der preußischen Bergverwaltung im Jahre sich auf rund 55 Millionen Mark beläuft. Davon kommt das meiste auf die Steinkohlen. Die staatlichen Steinkohlenwerke liegen in Oberschlesien, im Saarbrückener Revier, in Westfalen und im Hannoverschen am Deister. Die oberschlesischen Betriebe erbringen etwa 18 Millionen Mark Reingewinn. Sie sind in starker fortschreitender Entwicklung und haben auch an Oesterreich⸗ Ungarn und Rußland geliefert. Die Saarbrücker Gru⸗ ben erbrachten sogar 20 Millionen Mark Reingewinn. Auch die westfälischen staatlichen Gruben haben ihre Förde⸗ rung dauernd vermehren können. Dasselbe gilt von den Bergwerken am Deister und bei Obernkirchen. Insgesamt wurden in staatlichen Gruben im Jahre 1913, für das jetzt die Zahlen abgeschlossen vorliegen, 25 174 407 Tonnen im Werte von nahezu 300 Millionen Mark zutage gebracht. Dabei wurden noch für 35 Millionen Mark Koks gewonnen, für fast 2 Millionen Mark Briketts und für 7 Millionen Mark Ammoniumsuffat. In den staatlichen Steinkohlenwerken, deren es 23 gibt, sind nicht weniger als 100 000 Personen beschäftigt. Die meisten wieder im Saarrevier, nämlich 50 000. Auf Ober⸗ schlesien kommen 22000, auf Westfalen 20 000 und so fort. Es sind also gewaltige wirtschaftliche und soziale Werte, die hier im Umlauf sind. ö Vermischtes. Ermordung einer Familie. * Danzig, 31, Okt.(WTB Nichtamtlich.) In Dach⸗ stüblau bei Preußisch⸗Stargard sind die Schwiegermutter, die Ehefrau und ein 4 jähriger und ein 15jähriger Sohn des Müllers Schwedowsky letzte Nacht ermordet worden. Die Mörder zündeten das Haus an, so daß alle Leichen verbrannten. Ein 17 jähriger Sohn des Müllers wurde von den Mördern schwer verletzt, rettete sich aber durch einen Sprung aus dem Fenster und wurde dann ins Krankenhaus gebracht. Die Mörder sind vermutlich drei entwichene Zöglinge der Erziehungs⸗ anstalt Konitz. 1 * Köln, 31. Okt. Der Verleger der„Kölnischen Zeitung“ und der Firma M. Du Mont⸗Schauberg, Geheimer Kommerzien⸗ rat Dr. Josef Neven Du Mont, ist heute nachmittag an den Folgen eines Wagenunfalls, den er vor einigen Tagen er⸗ litten hatte, im Alter von 58 Jahren gestorben. Vriefkasten der Redaktion. Mm. w. Zweitägige Tour zur Edertalsperre und Kassel⸗ Wilhelmshöhe. Erster Tag: Ab Gießen 812 vorm. oder Eilzug 1018s nach Wabern, von dort 12 Uhr 12 Min. nach Bad Wildungen. Von da 2 Stunden zu Fuß über Giflitz, Mehlen, Affolden nach Hemfurt an die Sperrmauer. Von da 7 Stunden nach Schloß Waldeck. Uebernachtung im Schloßhotel. Iweiter Tag: Fußtour am Edersee entlang über Berich Nd.-Werbe nach Sachsenhausen. Von Sachfsenheusen ab 1122 vorm. nach Corbach, von da 1218 nach Volkmarsen, von da 129 nach Kassel. Fahrt mit der Elektrischen zur Wilhelmshöhe. Ab Kassel 6.2 oder D-Zug 94, an Gießen 9 bezw. 1201.— Empfehlenswert ist auch die Tour nach Kassel⸗Wilhelmshöhe, von da nach Wabern, am 2. Tag dann nach Bad Wildungen, von da nach Sachsen⸗ hausen, Fußtour nach Nd-Werbe, am Edersee entlang nach Schloß Waldeck, von da nach der Sperrmauer bei Hemiurt, Weitersahr' von Bahnhof Buhlen aus nach Wabern und von da nach Gießen ——— Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. „Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 2. Nov. 1918: Trüb und regnerisch, jedoch unbeständig; Temperatur wenig Letzte nachrichten. Die innere Krise in Rußland. Stockholm, 1. Nov. In der zweiten Novemberhälfte soll nach Moskau ein abermaliger Kongreß des russischen Städtetages und wahrscheinlich auch der russischen Semst⸗ wovertreter einberufen werden. Offenbar soll sich dieser neus Tongreß ausschließlich mit Teuerungsfragen und der Zufuhr von Lebensmitteln befassen. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß der Kongreß abermals versuchen wird, jene allgemeinen poli⸗ tischen Fragen zu berühren, die den Septemberkongreß zu einem 1 8 sensationellen Ereignis gemacht haben und schließlich so äglich gescheitert sind. Ein Unwohlsein Sasonows. Stockholm, 1. Nov. Sasonow ließ in Paris und London erklären, daß er an den Pariser Besprechungen der diplomatischen Leiter der Ententemächte in olge seines stark angegriffenen Gesundheitszustandes nicht teil⸗ nehmen könne. Die serbischen Verluste. Budapest, 1. Nov.„A Vilag“ berichtet aus Sofia: Seit Beginn des serbisch⸗bulgarischen Krieges wurden 14 500 Mann Gefangene nach Bulgarien gebracht. Ueber die Verluste der Serben an Menschen und Material liegen aus Saloniki und — Sofia Meldungen vor, nach denen seit Beginn der serbisch⸗bul⸗ garischen Operationen die Serben enormes Material verloren haben. Etwa ein Viertel der gesamten serbischen Artillerie ist ent⸗ weder kampfunfähig geworden oder in die Hände des Feindes gefallen. 0 Ein französisches Infanterie⸗Regiment auf dem Balkan⸗Kriegsschauplatz vollständig aufgerieben. Wien, 1. Nov. Die französische Regierung hat durch Vermittlung des Genfer Roten Kreuzes bei der bulga⸗ rischen Regierung anfragen lassen, welche Zahl von Mannschaften des 174. Infanterie⸗Regiments, das bei Valandown gegen die Bulgaren gekämpft hat und von dem kein Mann zurück⸗ gekommen ist, verwundet oder un verwundet in bulgarische Kriegs⸗ gefangenschaft geraten ist. 5 5 Sofia, 1. November. Der Kriegsberichterstatter des„Ber⸗ liner Lokalanzeigers“ erfährt, daß es rein französische Trup⸗ penvon Gallipoli waren, die am Samstag mit den Bulgaren zusammenstießen. Sie hatten gute Gewehre, waren sonst aber schlecht ausgerüstet und waren abgerissen, meistens Chasseurs d' Afrique. Diese benutzten jede Gelegenheit, um zu desertieren. Sie verkaufen ihre Flinten für 70 Franken und geben ihre Ehren⸗ zeichen für Essen her. Sie kommen in Trupps von 10 bis 12 Mann. Sie sind ungewöhnlich demoralisiert noch von Gallipoli her und sagen, daß die Offiziere die Truppen nicht mehr regieren können. Bulgarisches Getreide für Deutschland. Sofia, 1. Nov. Beamte der vom Reichsamt des Innern in Berlin eingerichteten Einkaufsgesell⸗ schaft sind hier eingetroffen und haben hier unter weit⸗ gehendem Entgegenkommen der Regierung ihre Arbeiten aufgenommen. Das holländische Orangebuch. Amsterdam, 1. Nov. In dem holländischen Oxangebuch ist ein Bericht veröffentlicht, den der Ober⸗ befehlshaber der Land⸗ und Seestreitkräfste von dem Kapitän Quanjer anfertigen ließ und aus dem hervorgeht, daß alle Ge⸗ rüchte über Verletzung holländischen Gebietes durch Deutschland bei dem Aufmarsch der deutschen Truppen in Belgien unwahr ind. Unter den Zeugenaussagen sind beeidigte Erklärungen von fünf Belgiern. Eine Abschrift hiervon ist den Regierungen vo Belgien, England und Frankreich angeboten worden.. — 2—— Die Aerzte empfehlen 3. ulver 40 Asthma- Cigarillos g, a D. R. G. M. No. 26122 und 26617. Erhältlich in d. Apotheken.(sss Apotheker Neumeier, Frankfurt am Main. am 2. Dezember. e 88 — 8 NI 0 „ 8 1 0 Die Rur im Hause), 8—— 5— ———— Vernachlässigte und veraltete Katarrhe führen leicht zu chronischen Erkrankungen der Luftwege und Lungen, zu Rachen⸗, Nasen⸗, Kehlkopf⸗ und Luftröhren⸗Ka⸗ tarrhen, zu Asthma, Bronchial⸗ und Lungenentzündungen usw. sowie zu allgemeinen Fieber⸗ und Er⸗ kältungskrankheiten, welche, wie die tückische Influenza, mit Recht gefürchtet sind. So kann ein solcher vernachlässigter Katarrh eine plötzlich recht üble Wendung nehmen.. Eine sofortige energische Bekämpfung jedes Katarrhs, mag er nun milde oder in der schweren Form der Influenza auftreten, ist deshalb unbedingt geboten. Diese muß sich aber bis in die Tiefen der Lungen erstrecken, denn gerade da ist die Gefahr am größten, weil sich die feinen Verästelungen der Luftröhren in den Lungen, die Bronchien, immer wieder mit zähem, Bakterien durchwuchertem 77 50 füllen. 1 nun durch Tancrss Inhalator, aus we die heilkräftige Flüssigkeit in Form eines feinen, nicht nässenden, gasartigen Nebels austritt und zwar so fein, daß man 17 85 Nebel wie Zigarrenrauch ein⸗ und ausatmen kann, wodurch er bis in die feinsten Teile der Luftwege gelangt. Dadurch erklären sich die schnellen, bisher bei Katarrhen der Luftwege ganz ungewohnten Erfolge, welche e Aerzte veranlaßten, Tancrés Inhalator aufzunehmen und ihren Patienten zu verordnen. Es liegen bereits 20 000 Anerkennungsschreiben von Aerzten und dankbaren Patienten vor. So schreiben: Herr Eisenb.⸗Werkmeister Fr. Strempel, Fra nkfurt (Main), Mainzer 1 5 145 II: Ich bin von der Wirkung Ihres Inhalators sehr befriedigt. Nach Benutzung einiger Wochen war ich von einem langwierigen hartnäckigen e befreit und werde ich die Verwendung dieses Apparates na Möglichkeit weiter empfehlen.— Herr Josef Schäfer, Hoch⸗ eim g. M., Kronprinzenstr. 13: Ich litt seit Jahren an einem artnäckigen Rachenkatarrh, festem Schleim, der sich nie löste. achdem ich Ihren Inhalator ungefähr 4 Wochen benutzte, war das alte Leiden verschwunden und ist bis jetzt nach einem halben Jahr nicht zurückgekehrt. Ich kann Ihnen nicht genug hierfür danken und muß Ihren Inhalator der gesamten leidenden Mensch⸗ it warm empfehlen.— Frau P. J. Bender, Baugeschäft, chwanheim a. M.: Ihren Taners⸗Inhalator benutze ich, seit ich denselben bezogen habe, mit vorzüglichem Erfolg. Ich habe bei Heiserkeit, Katarrh und in den Hauptfällen von Bronchial⸗ katarrh schon alle bekannten Mittel gebraucht, aber der Tancré⸗ Inhalator, vorschriftsmäßig angewendet, ist das Beste und möchte ich um keinen Preis denselben entbehren. atarrh ist Gefahr! Warnung! 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Am Samstag abend 6 Ubr verschied nach kurzer, schwerer Krankheit meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwieger⸗ und Großmütter, Schwester, Schwägerin und Tante, Frau Anna Kath. Baum, geb. Kraft im 72. Lebens jahre. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnabme an Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Andreas Baum und Kinder. Gießen(Schillerstr. 29, den 1. November 1915. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 2. No⸗ vember, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 55 Vorschule des Paedagoglums. Anmeldungen von Kindern, die Ostern 1916 schulpflichtig werden, werden vom 23. Oktober bis 1. November täglich zwischen 3 und 4 Uhr ent⸗ Ie gegengenommen. Der Geburtsschein ist mitzu⸗ bringen.— Die Kinder können nach dreijährigem Besuche der Vorschule in die Sexta öffentlicher, höherer Schulen eintreten. Schulgeld 140.— M. jährlich. Ludwigstr. 70, Fernruf 633. 8803 D Brackemaun, Direktor. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen: 5 a. bezüglich der Firma Max Hammerschlag, Gießen: Der Max Hammerschlag Ehefrau, Nanni geb. Stern, zu Gießen ist Prokura erteilt: b. bezüglich der Firma Gebrüder Berdux, Gießen: Der Richard Grunewald Ehefrau, Luise geb. Pfeil, zu Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 29. Oktober 1915. Großherzogliches Amtsgericht. 8548B 5 Naährmittelwerk Glattal 5 Hermann Herbstreith, Pest Pernstetten(Württhg⸗) lh Tughfige Vertreter gesucht. ARnige Waggon Cichen⸗Werkflattboßlen äumt, aufwärts breit, 40, 55, 105 und 120 mm rf ae 2 5 kaufen gesucht. 8 Schriftliche Angebote mit Preis frei Waggon Ver⸗ ladestation unter 85520 an den Gießener Anzeiger erbeten. Heute abend entschlief sanft unser innigstgeliebter Gatte, Vater, Herr Phil. Iimmermann Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hermann Zimmermann. Lich, den 30. Oktober 1915. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 4 Uhr statt. Nach kurzer schwerer Krankheit rief der Herr über Leben und Tod heute meine liebe Frau, die besorgte Mutter unseres Kindes, unsere Tochter, Schwiegertochter und Schwägerin, Frau Mathilde Schmidt, geb. Kreiling Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Ludwig Schmidt Il., Kaufmann. Lich(Oberh.), 30. Oktober 1915. Die Beerdigung findet Dienstag, den 2. Novbr., nachmittags 3 Uhr, statt. 0 9 * 8550 D 8554 D Den Heldentod fürs Vaterland starb am 25. September unser Sangesbruder Wilhelm Schmidt Webrm. d. 11. Komp. Ldw.⸗Inf.⸗Rat. Nr. 116. Wir verlieren in ihm ein tüchtiges Mitglied 0 05950 Gtsangperein Germania Krofdorf. Andenken bewabren. stsendungen eunpfehle: HKoznak i. bruchsicherer Rum Holzpackung LIKORE d. Firmen Hart- iE Kantorowicz A.-G. Posen, KarlMampe, Berlin Bevorzugte Murken sind: Berliner Kümmel Cherry Brandy Eurfürs J. Magenbitter Halb& Halb Tod ipieta Altpolnischer Kräuterliktr) Grüne Pomeranzen Dübelt Güldenwasser etc. — Prakt. 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