Nr. 250 Der Sießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sießener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Feitfragen Fernsprech⸗Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäfts stelleß l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Geieral⸗Anzeiger ir Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. 1 o 2 F Samstag, 30. Oktober 1015 Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.5). durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch Mk. 2.30 viertel⸗ Bestellg. 80 lokal 15 Pf., . ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goeh; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge— richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Ein neues Kabinett in Frankreich. Rücktransport der in Saloniki gelandeten Truppen? (TB.) Croßes Hauptquartier, 29. Okt. 1915. 1 (Amtlich.) ö Westlicher Kriegsschauplatz. An einzelnen Stellen der Front lebhafte Artillerie⸗ tätigkeit, Minen⸗ und Handgranatenkämpfe. Keine Ereig⸗ nisse von Bedeutung. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist überall unverändert. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Bei Drinsko(südlich von Visegrad) wurde der 8 5 e östlich davon ist er über die Grenze zurück⸗ gedrängt.. Westlich der Morava ist die allgemeine Linie Slopko⸗ vica—Rudnik.—Cumic—Batocina erreicht. 9 Südöstlich von Spilajnge wurden die feindlichen Stellungen beiderseits der Resava gestürmt. Ueber 1300 Gefangene fielen in unsere Hand. 5 Vor der Front der Armee des Generals Bojadjieff ist der Feind im Weichen. Die Armee verfolgt. Oberste Heeresleitung. **** Die Wahrheit über Ereignisse, die die Zukunft bringen soll, ist in dichten Nebel gehüllt. Wir hören wohl hier und da die Signalhörner erklingen, wissen aber, daß häufig auch absichtliche Täuschungen am Wege lauern. Am ruhigsten kommen wir über die Ungewißheiten hinweg, die überhaupt nicht danach angetan sind, uns große Besorgnisse einzuflößen. So tritt augenblicklich an den feindlichen Vier⸗ verband viel banger die Frage heran, welche Haltung Griechenland in den kommenden Tagen einnehmen wird, als an uns selber. Zu dieser Aus⸗ sicht hören wir heute Hörner von der ver⸗ schiedensten Klangfarbe. Wir brauchen durchaus nicht auf jene nachstehend genannten Berliner Meldungen wie auf Felsen zu bauen, wonach die griechische Regierung durch ihre entschiedenen Forderungen bereits erreicht haben soll, daß die Franzosen und Engländer ihre in Salonili gelan⸗ deten Truppen wieder einschiffen. Ein berechtigter Opti⸗ mismus sagt uns freilich, daß man in Athen die Gewalt der Tatsachen nicht verkennen kann; soll doch sogar— aber das sind auch nur Gerüchte— Serbien selbst an der Hilfe seiner Freunde verzweifelt und seinen großmächtigen Protektoren ein schlecht verhülltes Ultimatum geschickt haben! Und die Ursachen des heute in Frankreich voll⸗ zogenen Kabinettswechsels werden immer deutlicher darin erkannt, daß das„Abenteuer in Saloniki“ die Einigkeit der Republik gestört habe. Aber unsere westlichen Nachbarn haben sich ihren Stolz bewahrt und senden heute die Nach⸗ richt in die Welt, der griechische Gesandte in Paris habe jene Darstellungen zurückgewiesen, als ob Griechenland eine bedrohliche Haltung gegen den Vierverband eingenom⸗ men habe und als ob dessen Truppen auf griechische m Boden von Gefahren umlauert wären. Wir sind es gewohnt, daß man uns in Paris, wenn es sich um den Inhalt von Mitteilungen anderer, neutraler Mächte handelt, nur die halbe Wahrheit sagt. Es ist daher durchaus wahrschein⸗ lich, daß König Konstantin, dem englische und französische Blätter in den letzten Tagen ein offenes Mißtrauensvotum ausgestellt haben, mit ein paar höflichen Wendungen, aber doch entschlossen und nachdrücklich, die Zurück⸗ Fanens der gelandeten fremden Truppen aus seinem ande gefordert hat. Wenn es darnach zutrifft, daß die„Entente“ sich wirklich beeilt hat, diesem Rat des Königs nachzukommen, so ist man von des Rätsels Lösung nicht mehr weit entfernt. Man will rechtzeitig den Eindruck vermeiden, als gehorche man in Saloniki beim Rückzug der Not und nicht dem eigenen Triebe und schickt darum das erwähnte Dementi in die Welt. Int eng⸗ lischen Unterhaus sind die Abgeordneten, die in diesen Rich⸗ tungen nach Aufklärung verlangten, aus dichtem Nebel auch noch nicht herausgekommen. In einigen Tagen soll Asquith selbst für den aus der Sitzung weggelaufenen Churchill und andere schweigsame Mitglieder seines Kabinetts das Wort er⸗ greifen und die volle Wahrheit bekennen. Ob er mehr sagen wird als jüngst sein Mitschuldiger Sir Edward Grey, dessen dürftige Aeußerungen im eigenen Lande noch viel beklem⸗ mender wirkten als die vielen Nebelhörner, die seitdem das verträumte Haus in der Downing Street vor Riffen und Gefahren warnen? *** Vom nächsten Montag ab werden in der Fleischernäh⸗ rungsfrage die gestern mitgeteilten neuen Bestimmungen des Bundesrates in Wirkung treten. Es handelt sich da⸗ bei um einen Appell an den guten Willen der Bevölkerung, sich im Fleischgenuß gewisse Beschränkungen aufzuerlegen, wie beim Verbrauch von Brot im vorigen Jahre ähnliche Warnungstafeln aufgerichtet worden sind. Wir hoffen daß die getroffenen Maßregeln und ihre Befols ung aus- reichen werden, die Marktverhältnisse en gültig zu regeln. Die Regierung gibt uns sogar die Hoffnung, es könnte sich um ein vorübergehendes Eingreifen der Staats- behörde handeln, sobald im allgemeinen Verbrauch von Fleisck und Fett diejenige Sparsamkeit sich einführt, die uns der 7 also zunächst nach Bundesratsbeschluß vom 1. November ab zwei fleischlose Tage in der Woche haben und zwei fettlose in den öffentlichen Gastwirtschaften, und Sams⸗ tags wird das Schweinefleisch und all seine beliebten Präpa⸗ rate in Gestalt von Wurst, Speck und Schinken in den Speise⸗ wirtschaften verboten sein. Wirken die neuen Bestimmungen nicht ausreichend, stellt sich heraus, daß sie oft umgangen und unwirksam gemacht werden, so wird über kurz oder lang das erweiterte Kartensystem der Willkür steuern. Bei gutem Willen aller Volkskreise sind die neuen Bestimmun⸗ gen zweckmäßig und ausreichend. Die Mehlspeisen werden in ihre Rechte treten müssen, und unsere Hausfrauen müssen durch die verschiedensten Arten von Plumpudding und Klößen mit Obstgerichten in den Küchenzettel erwünschte Abwechse⸗ lung bringen. Die Volksbelehrung in den Ernährungs⸗ fragen muß fortgesetzt und ausgebaut werden. Wie gegen den Nahrungsmittelwucher mit strengen Mitteln ein⸗ geschritten werden muß, so sollte auch der leichtfertige Verbraucher, der an die gesetzlich aufgestellten Regeln sich nicht halten will, mit dem Stachel der Strafe berührt werden. „ Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 29. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 5 1 Italienischer Kriegsschauplag. Gestern nahmen die italienische zweite und dritte Armee den allgemeinen Angriff mit aller Kraft von neuem auf. Die Schlacht war somit an der küstenländischen Front wieder im Gange. Den Janfanterieangriffen ging eine Ar⸗ tillerievorbereitung voraus, die sich in mehreren Abschnitten bis zum Trommelfeuer steigerte und namentlich gegen den Görzer Brückenkopf eine noch nicht dagewesene Hef⸗ tigkeit erreichte. Aber weder diefes Feuer noch die folgenden Stürme vermochten unsere Truppen zu erschüttern. Aber⸗ mals wiesen sie den Feind an der ganzen Front blutig ab und een ausnahmslos ihre vielfach zerschossenen Stellungen. Drang der Gegner da oder dort in einen Graben ein, so wurde er durch unverzüglichen Gegenangriff wieder daraus entfernt. Dem schweren Tage, der mit einem vollen Mißerfolg der Italiener endete, folgte eine ruhige Nacht. Auch an der Dolomitenfront dauert die feindliche Angriffstätigkeit unvermindert fort. Hier richtet der Gegner seine heftigsten Anstrengungen gegen den Col di Lana, vor dem nun schon so viele und auch gestern zwei neue Angriffe zusammenbrachen. Ein italienischer Flieger bedachte das Schloß Miramar mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die südöstlich von Visegrad auftretenden montene⸗ grinischen Abteilungen wurden bei Drinsk und auf der Suha Gora geschlagen. Die deutschen Divisionen der Ar⸗ mee des Generals v. Köveß drangen in die Gegend von Rudnik vor. Oesterreichisch⸗ungarische Kräfte dieser Armee überquerten im Angriff die durch andauernden Regen fast ungangbar gewordenen Niederungen an der obersten Raca, warfen in erbitterten Kämpfen den Feind von der Cumisko⸗ Höhe und erstürmten die Kirche und das Dorf Cumie. Die Armee des Generals v. Gallwitz überschritt im Raume von Lavovo die Lepenica und machte südöstlich von Syilejnac weitere Fortschritte. 5 hat vor ihrer ganzen Front den Rückzug angetreten. Der Stellvertreter des Chefs Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * 5* Die Haltung Griechenlands. Paris, 29. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die Agence Havas meldet: der griechische Gesandte begab sich gestern Vor⸗ mittag in das Ministerium des Aeußern, um die Aufmerksamkeit der französischen Regierung auf die Tendenzmeldungen der deut⸗ schen, österreichischen und bulgarischen Presse zu lenken, welche be⸗ zwecken, die vertrauensvollen Beziehungen zwischen den En⸗ tentemächten und Griechenland zu trüben. Der Mi⸗ nisterpräsident Zaimis beauftragte den Gesandten Romanos, diesen Nachrichten ein förmliches Dementi entgegenzustellen. Romanos ist gleichfalls zu der Erklärung ermächtigt worden, daß mit einer besonderen Beharrlichkeit die in Umlauf gesetzten übelwollenden Gerüchte völlig falsch seien, wonach die Kontin⸗ gente der Alliierten in Saloniki nicht in Sicherheit seien, da Griechenland unter dem Drucke Deutschlands und Bulgariens im gegebenen Augenblicke dazu gebracht werden könnte, die Kon⸗ tingente zu verjagen. Berlin, 30. Okt. Verschiedene Morgenblätter lassen sich aus Budapest melden, die griechische Regierung habe gegen die Entente endgültig Stellung genommen. Der Generalstabschef Dusmanis habe im Ministerrat ausgeführt, Serbien könne man nicht retten. Wenn die Entente Serbien mit mehreren 100 00d Mann zu Hilfe eile, so drohe die Gefahr, daß die kriegerischen Operationen schon in nächster Zeit auf griechi⸗ sches Territorium verlegt würden. Es sei die Pflicht Griechenlands, Sorge um Mangel und hohe Preise enthebt. Wir werden 5 die Integrität und die Sicherheit des Landes zu gewährleisten. Der Ministerpräsident habe sodann die Gesandten der Entente⸗ Die bulgarische erste Armee eroberte Pirot; der Feind d mächte aufgefordert, binnen 24 Stunden mit der Abtransportierung der gelandeten Truppen zu beginnen. Nach Ablauf dieser Frist würde die griechische Regierung nicht mehr die Verantwortung über die weitere Entwicklung der Dinge übernehmen können Zurückziehung der in Saloniki gelandeten Truppen? Berlin, 30. Okt. Laut„Berliner Lokalanz.“ melden Budapester Blätter aus Athen, die Zurückziehung der in Saloniki gelandeten Truppen habe begonnen. Zuerst seien drei Bataillone französischer Infanterie auf einem französischen Kreuzer eingeschifft, sodann fünf Ba⸗ taillone englische Kolonialtruppen und Australier. General Hamilton habe dem Korpskommandanten Prinz Nikolaus offiziell mitgeteilt, daß der alliierte englisch⸗französische Generalstab beschlossen habe, die auf griechischem Gebiet gelandeten verbündeten Truppen zurückzuziehen. Der„Berliner Lokalanz.“ bemerkt dazu: Wenn sich die Zurückziehung bestätigt, woran zu zweifeln kein Anlaß vor⸗ liegt, so ist darin ohne Zweifel ein Erfolg der besonnenen und energischen Politik König Konstantins zu er⸗ blicken, die in den großen Fortschritten der überraschend schnell vordringenden bulgarischen Heere eine starke Stütze and. f Nussische Landungen an der bulgarischen Küste beabsichtigt? Berlin, 29. Okt.(Priv.⸗Tel.) Das„Berl. Tagebl.“ meldet aus Wien: Wie aus Bukarest gemeldet wird, sind aus Sewasto⸗ pol und Odessa russische Trans portschiffe zur bul⸗ garischen Küste abgegangen. Die Transportschiffe waren von Kriegsschiffen begleitet. Der bulgarische Bericht. Sofia, 29. Okt.(WTB. N Amtlicher Berichhkk über die Ereignisse am 27. Oktober: Nach viertägigen hartnäckigen Kämpfen schlugen unsere Trup⸗ pen im Timok⸗Tale und vor Prrot operierende serbische Ar⸗ meen auf der ganzen Front. Die Serben befinden sich jetzt im all⸗ gemeinen Rückzuge in westlicher Richtung. Wir verfolgen energisch den Feind. Wir sind schon im Besitz von Negotin und Brza⸗Palanka(auf dem rechten Donauufer, wo unsere 8 1 mit den verbündeten Truppen in Berührung kam), ie Tale. Wir erbeuteten auf dieser Front 16 Geschütze, große Mengen Munition und viel Proviant. Im Tale der Nischawa erstürmten unsere Truppen die süd⸗ lichen Werke der Festung Pirot und gelangten bis zur Stadt selbst; aber die Nacht unterbrach die Operationen. Der Feind wird auf der ganzen Front verfolgt. Die Einwohner der Städte Negotin, Brza⸗Palanka, Za⸗ jecar und Knjazevac bereiteten unseren siegreichen Heeren be⸗ geisterte Huldigungen. Diese Städte sind mit bulgarischen Fahnen beflaggt. Die Bevölkerung begrüßte unsere Truppen mit Rufen:„Es lebe der Zar Ferdinand! Es lebe Bulgarien! Es lebe die tapfere bulgarische Armee!“ In der Ebene von Kossova erreichten unsere Truppen 210 Gegend nördlich Katschanik und die obere Morawa östlich Gilani. Die durch reguläre serbische Truppen gegen die bulgarische Bevölkerung von Uesküb bei der Räumung dieser Stadt be⸗ gangenen Greueltaten wurden gestern von den Behörden festgestellt, die darüber in Gegenwart der Konsuln von Rußland und Griechenland und der amerikanischen Mission unter Lady Paget und zahlreicher Persönlichleiten dieser Stadt ein Protokoll aufnahmen. Es wurden photographische und kinematographische Aufnahmen dieser Greuel gemacht.— Die französischen Truppen, ie von Kalandowa gegen Tschepeli⸗Balkan vorgingen, wurden durch die Bulgaren mit großen Verlusten gestern zurückgeschlagen. Am 27. Oktober erschien die russische Schwarze Meer⸗ flotte, mindestens zwanzig Einheiten stark, vor Warna und beschoß es während zwei Stunden. Zur gleichen Zeit warfen drei Wasserflugzeuge Bomben auf die Stadt; ein feindlicher Flieger wurde getroffen. Neun Einwohner wurden getötet, darunter drei Frauen, neun verletzt. Die Beschießung von Dedeagatsch. Berlin, 30. Okt. In einem Berichte des Mitarbeiters des „Berliner Tageblatts“ aus Dedeagatsch werden die Vorgänge während der Beschießung dieser Stadt durch die Flotte der Alli⸗ ierten geschildert. Es wird gesagt: Wider alles Völkerrecht, ohne jeden militärischen Zweck und gegen jedes menschliche Empfinden, bombardiert die Flotte der Engländer und Fran⸗ zosen Tag und Nacht das schutzlose Dedeagatsch. Sinnlos hat wütender ohnmächtiger Haß die weiße aufblühende Stadt am Meere zerstört. Gerade die Mittagszeit, als die Menschen im ganzen Ort bei dem Essen saßen, hatten sie sich ausgewählt, um ihr unmenschliches Vernichtungswerk zu beginnen. In das Donnern der Schiffsgeschütze mischte sich das Krachen der einstürzenden Häuser. Eine wahnsinnige Panik bemächtigte sich der Bevöl⸗ kerung. Schreiend, von wilder Angst gepackt, versuchte die schutzlose Bevölkerung den Ort zu verlassen. Tausende Kinder, Greise, Mäd⸗ chen und Frauen wälzten sich in einem Kneuel hinter Dedeagatsch durch das grüne Land gegen die Höhen von Badoma. Aber un⸗ barmherzig funkten die Geschütze der Engländer und Franzosen auch gegen die Flüchtlinge. Mit wütendem Sperrfeuer suchten sie der Menge den Eingang zu den Höhen zu verlegen. Fünf Stunden wüteten die Meeresungeheuer gegen die offene Stadt. Blaue bulgarische Infanterie hält jetzt Dedeagatsch besetzt, bereit, Knjazevac und zahlreichen Dörfern im Timok⸗ . 4 jede feindliche Landung zu verhindern. Obwohl man nicht glaubt, f daß die Franzosen und Engländer sich auf ein so wahnsinniges Anternehmen einlassen werden, sind die Bulgaren doch dort für alle Möglichkeiten gerüstet. Sofia, 28. Okt.(WTB Nichtamtlich) Da durch die Beschießung von Dedeagatsch auch sehr beträchtliches bulgarisches Privateigentum zerstört worden ist, beabsich⸗ tigt die bulgarische Regierung das gesamte in Bulgarien befindliche französische und englische Eigentum unter Ver⸗ waltung zu stellen, um ein Unterpfand zur Schadlos⸗ haltung der durch die Beschießung Geschädigten in der Hand zu haben. 88 Der britische Kommandant in Serbien. 2 London, 29. Okt.(WT. Nichtamtlich.) Im Unter⸗ hause teilte Tennant mit, Generalleutnant Sir Bryan Mahon kommandiere die britischen Truppen in Serbien und habe den Auftrag erhalten, mit den französischen Truppen zusammen vorzugehen. * 8 8 N Aus dem englischen Unterhaus. London, 29. Okt.(WTB Nichtamtlich.) Abgeordnete John(liberal) fragte, bezugnehmend auf die Aeußerung Saso⸗ nows, daß die Einführung der Wehrpflicht und die Einführung eeines Zolltarifs die gemeinsame wirtschaftliche Aktion Englands und Rußlands erleichtern würde, ob die englische Regierung den Abschluß eines dauernden englisch⸗russischen Bündnis⸗ ses auf der Grundlage des Schutzzolles und der Wehrpflicht plane, oder ob die Regierungen der Alltierten nach dem Kriege eine allge⸗ meine dauernde Beschränkung der Rüstungsausgaben, die unbe⸗ dingte Regelung von Streitigkeiten durch Schiedsgerichte und die Aufh bung der Zollgrenzen untereinander anstreben würden. Lord Robert Cecil erwiderte, die Politik der Regierung werde selbst⸗ ständlich dahin gehen, die Freundschaft und den Handel mit Ruß⸗ land zu pflegen, aber es sei keine Zeit gewesen, Pläne zu erwägen, die erst nach dem Frieden wirksam würden. Wedgewood fragte, ob die Regierung eine Zollunion nicht im voraus erwägen wolle. Cecil erwiderte, die Regierung bedenke stets jede Frage im voraus.(Ironischer Beifall; andauernde Heiterkeit.) Molteno fragte Churchill, auf welche langen Verzögerungen er in seiner Botschaft an den Flottenverein am Trafalgartage angespielt habe, welche den Feinden das neue Vorgehen im nahen Osten ermöglich⸗ ben, wie diese Verzögerungen entstanden und wer dafür verantwort⸗ lich sei. Churchill, der noch wenige Minuten vorher auf der Ministerbank gesessen hatte, war nicht anwesend. Molten o fragte darauf den Sprecher, ob es nicht möglich sei, Antwort auf diese Frage zu erlangen. Der Sprecher sagte, es werde eine schriftliche Antwort erfolgen. Molteno fragte, ob die Abgeord⸗ neten nicht das Recht hätten, von einem im Hause befindlichen Minister Antwort zur erhalten. Hogge fragte sodann, warum Churchill weggelaufen sei. Lloyd George sagte auf eine Anfrage, Asquith werde am Dienstag im Hause eine Erklärung abgeben. Das Haus werde, falls es wünsche, Gelegenheit zur Debatte haben. Lowe fragte, ob Asquith morgen anwesend sein und Fragen be⸗ antworten werde. Lloyd George erklärte, das nicht bestimmt zu wissen. Booth fragte, ob die Regierung verlange, daß das Haus den Wunsch auf eine Debatte ausdrücklich bekunde. Lloyd George erwiderte, nach Asquiths Rede werde klar sein, ob das Haus eine Debatte wünsche. Es solle in diesem Falle Gelegenheit dazu haben. Hogge fragte, ob Lloyd George nicht wisse, daß große Unzu⸗ friedenheit im Hause herrsche, weil es Fragen nicht erörtern könne, über welche das Oberhaus debattiert habe. Lloyd George sagte, es sei kein Grund zur Unzufriedenheit vorhanden, volle Gelegen⸗ heit zur Debatte werde gegeben werden. Hegly(Nationalist) fragte, ob die Debatte auf der Stellung der Vertrauensfrage be⸗ ruhen solle. Booth fragte, ob der Wunsch nach einer Debatte nicht daraus erhelle, daß eine große Zahl von Abgeordneten die Debatte des Oberhaurses angehört hätte. Lloyd George sagte, Hie Regierung habe gar leine Abneigung gegen eine Debatte, sie heiße sie vielmehr willkommen. Markham fragte, ob es nicht Tatsache sei, daß die Regierung jede Gelegenheit zur Debatte im Unterhause unterbände, während sie sie im Oberhause erlaube. Sooper fragte, ob Haldane noch an der Regierung teilnehme, worüber Asqulith die Nation im Dunkeln lasse. Der Redner sprach die Hoffnung aus, daß Asquith Haldane endgültig und völlig von der Regierung ausschließen oder offen sagen werde, inwiefern Haldane an der Regierung teilnehme, und welche Verantwortung er in Verbindung mit dem Kriege habe. Dillon sagte, der Presse⸗ seldzug gegen Haldane sei einer der schimpflichsten Vorgänge während des Krieges gewesen. Haldane sei durch die Gofsepresse Northcliffes aus dem Amt getrieben worden. Diese Blätter seien in den letzten Monaten die besten Freunde Deutschlands gewesen und täglich von der deutschen Presse als Beweis dafür zitiert worden, daß England den Krieg fürchte und ihn völlig satt habe. Haldane sei diesen Erpressern geopfert worden. Sein Verbrechen sei gewesen, daß er England ermahnte, das beste des preußischen Systems nachzuahmen, und er habe recht. Ueberpatrioten er⸗ zählten jetzt im Lande, daß England gegen eine Barbarennation kämpfe, aber diese Hunnen seien den Engländern in gewissen KLiünsten der Zivilisation überlegen, namentlich im Unterrichtswesen. Weil Haldane den Mut gehabt habe, das zu sagen, sei er von der Northeliffpresse verfolgt worden. London, 29. Okt.(WTB Nichtamtlich) Unterhaus. Bryce(liberal) fragte, ob inoffizielle Verhandlungen zwischen ver⸗ antwortlichen Personen in London und Berlin wegen des Ab⸗ schlusseseines baldigen Friedens stattgefunden hätten, ob in derselben Absicht durch die offiziellen Vertreter einer neu⸗ tralen Macht Erkundigungen eingezogen worden seien, und ob der Ministerpräsident noch an der Erklärung in der Guildhall fest⸗ hatte. Lloyd George antwortete: Die Worte Asquiths gelten noch immer.(Lauter Beifall.) Wir würden nicht daran denken, Friedensverhandlungen anzuknüpfen außer im Ein⸗ vernehmen mit den Alliierten und in Ueberemstimmung mit dem Abkommen vom September 1914. Dies war stets vollkommen deutlich und ich weiß nicht, worauf die Frage hinaus will. Bryce bemerkte, Lloyd George beantworte den ersten Teil der Frage nicht besonders. Lloyd George erwiderte, nachdem er die Punkte der Frage nochmals durchgesehen hatte, emphatisch:„Gewiß nicht!“ Ein Unfall des Königs von England. London, 29. Okt.(WTB Nichtamtlich) Das Pressebureau meldet unter dem 28. Oktober: Während der Pönig heute mor⸗ gen seine Truppen im Felde besuchte, scheute sein Pferd ber dem Hurrarufen der Truppen, bäumte sich und stürzte. Der König erlitt schwere Kontusionen und wird das Zimmer vor⸗ läufig nicht verlassen können. 5 Unter dem 29. Oktober meldet das Pressebureau: Der König hat eine ziemlich gute Nacht verbracht und etwas geschlafen. Tem⸗ peratur gegenwärtig 39,2. Das Allgemeinbefinden hat sich ge⸗ bessert. Komplikationen sind nicht eingetreten. Das englische Ansehen in Amerika. 0 London, 29. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Korrespon⸗ dent der„Times“ meldet aus Washington: Man macht die britische Zensur dafür verantwortlich, daß in Amerika das Vertrauen auf den schließlichen Sieg der Alliierten tiefer stehe als je. Die Amerikaner erführen durch die Be⸗ richte von und anderer Korrespondenten, daß die großt Offensive der Alliierten an dem Widerstande der Deutschen ge⸗ scheitert und keine wirklich erfolgreiche Offensive mehr zu er⸗ warten sei. Man vergleiche Deutschlands und Englands Anteil an den e Der Korrespondent schließt: Es müsse 3* sonst könne man den englischen Kredit in Amerila gefährden. 0 7 Der Die Gesamtverluste der Engländer. Amsterdam, 29. Okt.(Priv.⸗Tel., Zens. Frkft.) Reuter meldet aus London: Offiziell wird mitgeteilt, daß die unter sind 101 652 Tote, 317465 Verwundete und 74177 Vermißte. Der Zar an der Südfront Petersburg, 29. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser ist, vom Großfürsten Thronfolger be⸗ gleitet, am 24. Oktober aus dem Großen Hauptquartier nach der Südfront abgereist. * * Der türtische Bericht. Konstantinopel, 29. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Am Vormittag des 27. Oktober griff eines unserer Unterseeboote im westlichen Teil des Schwarzen Meeres die russische Flotte an und torpedierte ein Linienschiff vom Typ des Ponteleimon, welches schwer beschädigt wurde. Die russische Flotte zog sich darauf schleunigst nach Sebastopol zurück. Auf der Dardanellenfront dauerten am 27. und 28. Ok⸗ tober die üblichen örtlichen Kämpfe an. Bei Ari Burnu und Sedd⸗ ül⸗Bahr nahmen zwei feindliche Monitore an der Beschießung teil, wurden aber durch unsere Artillerie verjagt. Auf den übrigen Fronten keine Veränderung. Obgleich an der Dardanellenfront seit einiger Zeit nur gegenseitiges örtliches Gewehrfeuer statt⸗ findet, das für beide Teile wirkungslos bleibt, führt der Feind weiter fort, Lazarettschiffe als Transportschifse und Lazarettzelte für militärische Zwecke zu benutzen. So beobachteten wir deutlich am 27. ds. Mts. bei Kutchuk Kamikli, wie englische Soldaten Militärübungen vor Zelten, die das Rote Kreuz trugen, machten und am Schluß dieser Uebungen die Zelte zurückzogen. Konstantinopel, 29. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier berichtet von der Dardanellenfront: Bei Anaforta setzte eine von unserer Artillerie abgeschossene Bombe ein feindliches Munitionsdepot in Brand, der 15 Minuten dauerte. Unsere Artillerie zerstreute feindliche Truppen, die Verschanzungen aufwarfen; die Antwort des Feindes hatte kein Ergebnis. Bei Ari Burnu schleuderte der Feind in der Nacht vom 28. Oktober bis zum Morgen Bomben gegen die Gräben auf unserem rechten Flügel. Am 29. Oktober über Tage eröffnete die feindliche Ar⸗ tillerie ein wirkungsloses Feuer in verschiedenen Richtungen. Ber Sedd⸗ül⸗Bahr gegenseitiges Artilleriefeuer und Kämpfe mit Bom⸗ ben und Torpedos. Der Feind schoß gegen unsern linken Flügel ungefähr 1000 Geschosse ab, die nur Erdstürze in einigen unserer Schützengräben hervorriefen.— Sonst nichts von Bedeutung. Der Seekrieg. Eine türkisch⸗russische Seeschlacht. Berlin, 30. Okt. Die„Vossische Zeitung“ läßt sich aus Bukarest vom 28. d. M. melden: Aus Bazartschik in der rumänischen Dobrudscha kommt soeben die Nachricht, daß ein türkisches Geschwader, bestehend aus der„Gö⸗ ben“,„Breslau“ und„Hamidie“, gestern die rufsi⸗ sche Flotte angegriffen hat, die aus drei Panzer⸗ kreuzern, mehreren Kreuzern und Torpedobooten bestand. Es entwickelte sich eine erbitterte Schlacht, deren Ergebnis bis jetzt unbekannt ist. * London, 29. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus: Der norwegische Dampfer„Se⸗ mal“ ist versenkt worden Zwei Mann der Besatzung sind ge⸗ rettet. Man glaubt, daß 19 ertrunken sind. — Aus Stadt und Cand. Gießen, 30. Oktober 1915. Sonntagsgedanken. Es war nicht ohne Grund, wenn unsere Herzen damals erbebten wie vor etwas Grauenvollem, als voriges Jahr das Gespenst des Krieges sich immer deutlicher sehen ließ. Auf einmal war es Wirklichkeit. Und ist es nicht so gewor⸗ den, ja vielleicht noch schlimmer geworden, wie wir es uns dachten! Die meisten von uns kannten den Krieg ja nur vom Erzählen. Nun aber leben wir selbst mitten darin. Nun sehen wir vor Augen die Witwen und Waisen; sehen wir die Väter und Mütter, denen der Krieg manchmal alle ihre Söhne geraubt hat. Nun sahen wir die Schlechtig⸗ keit frohlocken. Denn wenn sie auch schließlich nicht siegen wird, so hat sie doch ihre Freude daran, wenn sie auch nur eine Zeitlang das Gute zu unterdrücken vermag. Da sehen wir die Not der Armen, die Hartherzigkeit solcher, denen auch im Krieg das Höchste ist, reich zu werden. So ist der Krieg. Darum ducken sich denn die Menschen, bie am leichtesten durchkommen können. Darum klagen sie, die gu leiden haben. Darum gibt es trostlose und zerbrochene Herzen, die alles verloren geben. 5 Aber muß es wirklich so kommen, daß die Not dem Men⸗ schen dahin führt? Es muß nicht, auch ein anderer Weg ist möglich. Wir brauchen nicht das Leid zu erleiden. Und wer meint, die Kriegsnot habe alle von ihr Bedrängte zu. dem geführt, was oben gezeigt wurde, hat sich wirklich schlecht umgesehen. Wenn er nichts weiß davon, wie unsere Tapferen im Felde so viel Not mit ruhigem, ja frohem Mut tragen. Wie sie Tod oder Verwundung gering achten. Wie ebenso viele in der Heimat Zurückgebliebenen von ihrem Schmerz und ihrer Trauer nicht überwunden werden, nicht das Leid erleiden, sondern es tragen. Davon aber sollen wir alle innerlich ergriffen werden. Damit uns alle Not nicht zum wirklichen Tod führt, sondern damit wir leben und streben durch Kampf und Not hindurch zum Sieg. 1 ck. Die Butter als Luxusgegenstand. Der bekannte Professor Karl Vogt, ein gebürtiger Gießener, schreibt in seinen Lebenserinnerungen, daß man in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts in Gießen nur in wenigen besseren Familien Butter zum Brot e. gessen, und hauptsächlich Zwetschenhonig zun Aufstrich be⸗ nutzt habe. Noch vor 40 Jahren war das regelmäßige und stärkere Butteressen in der Hauptsache nur auf die wohl⸗ habenderen Familien der Städte beschränkt. Die Kühe aber gaben zu jener Zeit, wo man die Kraftfuttermittel n. nicht kannte, auch viel weniger Milch und Butter. In Echzell besaß 18301840 eine„wohlhabendere“ Bauernfamilie na⸗ mens Reitz, so schreibt uns ein heimatkundiger Leser, 70 Morgen Land und erntete davon gerade soviel, daß man früher nicht viel Worte, weil selbigmal noch gar keine oder nur sehr wenig Kartoffeln und Dickwurz gezogen wur⸗ den. Kurz es war alles knapp, auch die Butter. Zum Brotschmieren für die Kinder(das meiste Brot wurde auf die Familie auskömmlich leben konnte. Auf Keller legte] Inf Gesamtsumme der Verluste der Engländer auf allen Operationsgebieten bis her 493 294 beträgt. Hier⸗ dem Land trocken gegessen oder in die Möhrenbrühe ge⸗ tunkt) nahm man oft etwas Oel und zwar belamen im Vogelsberg die Kinder vielfach etwas Bucheckernöl auf das Schwarzbrot gestrichen, was vorzüglich mundete. Der Mann, der gestern im„Gießener Anzeiger“ schrieb, daß man die Butter entbehren könne, sagt eine Wahrheit, die leider heut das Publikum nicht mehr hören will, die es aber deshalb um so mehr durch die Zeitläufte zu fühlen bekommt. Würde man nicht Tag für Tag über die Butterfrage, die Butternot räsonieren und lamentieren, würde jeder, wie das früher allgemein üblich war, bei sich anfangen, sich mehr das„Dürrmäulen“, wie das Volk sagt, d. h. das Maßhalten, Sichbescheiden, das knappere Leben angewöhnen. so stünde es ums Ganze besser. Einer hetzt bloß den an⸗ deren auf und alle Aerzte bestätigen die Tatsache, daß die von Haus aus körperlich gesunden Soldaten in der Front sich des besten Wohlseins erfreuen, daß frühere Krankheiten bei den meisten wie weggeblasen sind, und man führt das nicht allein auf die frische Luft, sondern auch hauptsächlich auf die fettärmere und knappere Nahrung, auf den dadur erfolgten Rückgang des körperlichen Uebergewichtes zurück. * Der Kampf des Regiments„Kaiser Wilhelm“ Nr. 116 um Le Ques noh en Santerre. 31. Oktober bis 2. November 1914. Am 31. Oktober 1915 jährt sich zum ersten Male der Beginn der Kämpfe des Regiments um Le Quesnoy. Seit Mitte Oktober 1914 befand sich das Regiment als Reserve hinter der Front und war mit dem Regiments⸗ stab und dem 1. und 3. Bataillon in C., mit dem 2. Ba⸗ taillon in L. untergebracht. Die Maschinengewehr⸗Kom⸗ pagnie hatte ihr Quartier in dem Gehöft Th. Die Ruhe wurde durch eine lebhaftere Tätigkeit des Feindes vor der Front der Nachbar⸗-Division gestört, die sich besonders in den letzten Tagen des Oktobers zu heftigen Artillerie- Aktionen und teilweisen Infanterie⸗Angrifsen gegen die Dörfer Qu. und A steigerten. Am 30. Oktober war schon tagsüber, befonders in den Nachmittagsstunden, heftiges Artillerie- und Infanteriefeuer zu hören ge 1 5 Um 9 Uhr abends teilte die vorgesetzte Brigade mit, „daß die Franzosen in den ersten Abendstunden über⸗ raschend Le Quesnoy gestürmt hätten; das Regiment„Kaiser Wilhelm“ sei zur Verfügung der Nachbardivision gestellt und habe umgehend nach Fr. zu marschieren, um dort weitere Befehle zu empfangen.“ Gegen 10 Uhr abends waren die sogleich alarmierten Bataillone marschfertig. Es wurde nun der Vormarsch auf Fr. angetreten. Hier erhielt das Regiment von der Nachbardivision den Befehl,„zunächst Ortsunterkunft zu beziehen, ein Eingreifen des Regiments werde voraussichtlich nicht mehr nötig werden, da Le Ques⸗ noh schon wieder von den eigenen Truppen genommen sei.“ Um 12 Uhr nachts wurde das 2. Bataillon des Regi⸗ ments auf Befehl nach D. in Marsch gesetzt und von diesem Dorf aus gegen 1 Uhr nachts beiderseits der Straße nach Le Quesnoy zum Angriff vorgeschickt. Es hatte sich in⸗ zwischen herausgestellt, daß nach hin⸗ und herwogendem Gefecht die Franzosen sich wieder im Besitz von Le Quesnoy befanden. Das 2. Bataillon ging zunächst in Zugkolonne und später, als die ersten Verluste eintraten, in Schittzenlinie legen das Dorf vor. Schon im Vorgehen gaß es einige Verluste durch Artillerie⸗ und Infanteriefeuer, da der ganze Geländestreifen zwischen D. und Le Quesnoy vom Feinde bestrichen werden konnte. Heller Mondschein begünstigte ein Beschießen der angreifenden Schützenlinien. Es 5 dem 2. Bataillon, bis unmittelbar an den Dorfr vor⸗ zudringen; ein weiteres Vorwärtsgehen war aber lich. Gegen 3 Uhr morgens wurde das inzwischen heran⸗ geholte 1. und 3. Bataillon zum Angriff eingesetzt. Nur die Maschinengewehrkompagnie wurde zunächst als Reserve des Regiments zurückgehalten. In der Morg nerung des 31. Oktober gelang es den anstürmenden Bataillonen des Regiments, an einzelnen Stellen in das Dorf einzu⸗ dringen. Die eingedrungenen Teile wurden jedoch durch starke e geschlossener franzöfischer Abteilungen wieder bis an die Dorfränder zurückgeworfen. 1 Von Anbruch des Tages an litt das Regiment, dessen Stellung sich wie ein Keil in die französischen Stellungen einschob, schwer unter flankierendem Infanterie⸗ und Ar⸗ tilleriefeuer. Besonders störend machten sich geschickt ein⸗ gebaute Maschinengewehre und sog. mschützen bemerk⸗ bar. Ein 12 Uhr mittags nach starker Artillerievorberei⸗ tung unternommener abermaliger Sturm brach trotz allen Heldenmutes in dem feindlichen Flankenfeuer zusammen. Bis zum Abend des 1. November blieb die Gefechts! unverändert. Die Schützen des Regiments hatten sich, so gut es ging, am Dorfrande und unmittelbar davor ein⸗ gegraben, bezw. in dort befindlichen Gräben Deckung gesucht, oft nur 10 Meter vom Feinde entfernt. Ein während der Nacht vom 1. auf 2. November 99 en die Flanken des Re⸗ iments unternommener feindlicher Vorstoß wurde mit tarken Verlusten für den Feind zurückgewiesen. Am 2. No⸗ vember morgens war sehr starke deutsche Artillerie schwerer Kaliber, darunter mehrere Mörserbatterien, gegen Le Ques⸗ noh in Wirkung getreten. Durch diese Artillerie wurde von 8 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags der Feind mit EN Heftigkeit bekämpft, und dann nach Einstellung er Artillerie⸗Vorbereitung von der Infanterie unter Ein⸗ satz der letzten Reserven(auch der eee 5 pagnie 116) gegen 12.30 Uhr erneut gestürmt. Mit unver⸗ gleichlicher Tapferkeit wurde noch einmal in das Dorf eingedrungen und Teile desselben dem Feinde entrissen. Starke feindliche Gegenstöße überlegener frischer—— zwangen aber wieder, bis an den Dorfrand zu 5 Gegen 8 Uhr abends erhielt das Regiment den weichen. 2 na Urückschaffung der Verwundeten sich bei D. zu sam⸗ 3 1 mit den für diefen Zweck zur Ver⸗ fügung stehenden Kräften gegen die französische Uebermacht nicht zu nehmen war. 1. ö Ungeheures war in den dreitägigen Kämpfen um Le Quesnoh von dem Regiment geleistet worden. i 5 f ** Beförderung. Beigeordneter Hrenzien, der als Führer einer Pionier⸗Kompagnie im Westen steht, wurde zum Hauptmann befördert. * Landtagsabg. und Stadt Prof. Urstadt, der als Hauptmann und Kompagnie⸗Chef im Felde steht, hat auf dem Kriegsschauplatze in Galizien das Eiserne Hreuz erhalten. Das Eiserne Kreuz erhielt nachträglich Fritz Schreiner, Sohn des Bäckermeisters Schreiner von hier. Schreiner ist Kriegsinvalide— Dem Vizefeldwebel im Landsturm⸗ „Batl. Darnistadt IV Mar Weißbäcker von Gießen wurde die hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.. * Die Kartoffelpreise. In unserer gestrigen Berliner Meldung über die Regelung der Kartoffelpreise ist eine Unrichtigkeit enthalten insofern, als der lein⸗ handels höchstpreis den Produzentenhöchstpreis des⸗ jenigen Gebiets, in dem der Kleinhandel ausgeübt wird, “ Butter und Eier wurden heute am Wochen⸗ markt vom Kommunalverband verkauft. Namentlich der Butterverkauf fand einen so regen Zuspruch, daß der Vestand trotz zweimaliger Auffüllung geräumt wurde. Na⸗ türlich ließ auch das Gerücht, daß es sich um minderwertige Ware handle, nicht lange auf sich warten, wie es ja in Fäl⸗ len, wo die Konkurrenz billiger arbeitet, nicht verwunderlich ist. Demgegenüber kann noch einmal festgestellt werden, daß die Butter des Kommunalverbandes von hervorragen⸗ der Beschaffenheit ist. Der Verkauf wird au in der nächsten Woche fortgesetzt. * Gießen und die Nachbaruniversitäten im zweiten Kriegshalbjahr. Nach amtlichen Mitteilungen aus Hochschulkreisen waren an den 22 Universitäten des Reiches in diesem Sommer 53 337 Studenten eingeschrieben gegen 52 501 im Kriegswinter und 61200 im letzten Friedenshalbjahr. Im Kriegs⸗ oder Sanitätsdienst sind davon 36 185 Männer und etwa 250 Frauen verwendet worden gegen 29 882 und 250 im ersten Kriegshalbjahr. Bei 1, nicht eingeschriebenen Stu⸗ denten erhöht sich die Zahl der Kriegsteilnehmer auf etwa 43 600, das sind 80,52 Prozent der Universitätsstuden en. Im Verhältnis zu der Zahl der im laufenden Halbjahr eingeschriebenen Männer beläuft sich im Reichsdurchschnitt der Anteil der stu⸗ dentischen Krieger auf 74,20 v. H. An den einzelnen Universi⸗ täten ist das Verhältnis verschleden. An der Spitze steht Tü⸗ bingen mit 85,28 v. H. In Gießen sind es 70,62 v. H., in Marburg 79,64 v. H., in Frankfurt a. M. 20,76. Der niedrige Anteil der Frankfurter Studensenschaft rührt daher, daß die während des Krieges eröffnete Hochschule noch keinen M Stamm älterer Studenten hat, die verhältnismäßig zahlreicher verwendet sind als die jüngeren Semester. In Bezug auf die Gesamtzahl der eingeschriebenen und der anwesenden Studenten steht Berlin mit 8013 und 2808 obenan; in Gießen sind es 1176 und 368, in Marburg 2058 und 611, in Frank⸗ furt 855 und 2713. Hinsichtlich der Zahl der anwesenden Stu⸗ dierenden steht Frankfurt im zweiten Halbjahr seines Bestehens bereits an achter Stelle. * Stadttheater. Die Neuheit, die der nächste Dienstag] L bringt,„Die Venus mit dem Papagei“, nennt der Ver⸗ fasser Lothar Schmidt„keine erotische Komödie in 3 Akten“; diese Benennung stimmt, denn im Mittelpunkt der Handlung steht ein Veunsbild van Dyk's und der moderne Kunstsnobismus ist es, der auf der Anklagebank sitzt. Wir entnehnen folgendes einer auswärtigen Besprechung des Werkes:„Die Handlung rollt sich in drei wohlproportionierten Akten recht munter und vor allen Dingen überaus witzig ab, ohne gekünstelte Situationen oder geschraubte Pointen in Anspruch zu nehmen. Der Dialog ist frisch, flott, ungezwungen, geistvoll und atmet neben dem Spott über das lächerliche Gebre⸗ unserer Zeit ein so lustiges Behagen, daß man sich auch außerhalb der schlagenden Satire von der Ko⸗ mödie als solcher durch ihre feine Artistik gefangen nehmen Religiöse Kriegsvorträge. Den dritten Vortrag über das Deutsche Christentum im Kriege wird Prof. D. Schian am Montag, den 1. November, 8 Uhr abends(pünktlich) in der Stadtkirche halten. Er behandelt das Sonderthema:„Deutsches Christentum“. Dabei werden die mannigfaltigen Fragen zur Sprache kommen, die im Anschluß an die Losung„Deutsche Religion!“ oder„Deutsches Christentum!“ in der letzten Zeit er⸗ örtert worden sind. Der Eintritt ist für jedermann frei. Der Vor⸗ trag 11 der letzte der Reihe. *Die Gemäldeausstellung im Oberhessi⸗ schen Kunstverein, die am vorigen Sonntag in Ver⸗ bindung mit der Dr. Hans ⸗Bock⸗Gedächtnisstif⸗ tung. wurde, erfreut sich eines starken Interesses. Die Ausstellung bietet in der Tat eine überaus reichhaltige Zusammenstellung von durchweg wertvollen schönen Stücken und verdient weiteste Beachtung. Es sind inzwischen wieder Bilder von Mohr, Morgenstern und Hochmann hinzu„ wä andere Stücke, drei Aquarelle und eine Radierung, hier am Orte bereits Käufer gefunden haben. Briefmar kurzer Hinweis, daß die Kriegszeit von jedem Opfer verlange, die Annahme von Briefmarken aber doch nur eine Kriegsgefllligkeit bedeute. Stillschweigend werden dann die Briefmarken eingesteckt. Auch Warenhäuser und größere Geschäfte haben sich ansehnliche Posten von 5⸗ und 10⸗Pfennigmarken besorgt, um sie an Stelle von Geld als Zahlungsmittel zu verwerten. Eine Warnung. Das stellvertretende General- kommando des 18. Armeekorps teilt mit: Eine Reihe von Vorfällen und Klagen zeigen, daß sich auf dem Lande Retsende den Familien gefallener Soldaten aufdrängen, um Aufträge auf photographische Vergrößerungen von Bildern und Liese⸗ rungen von Rahmen zu unreellen Preisen und Bedingungen zu erhalten. Es wird vor dieser gewissenlosen Ausbeutung gewarnt. Vor allen Dingen sei man mit dem Unterschreiben bei derartigen Geschästen nenten und wende sich lieber an bekannte Geschäfte, die für gewissenhafte Arbeit und solide Preise Gewähr leisten. ** Die Silberne Hochzeit in seiner dritten Ehe begeht morgen Bäckermeister Ludwig Kronenberg.. * Der Winter hat heute morgen auch in unserer Gegend schüchtern seine Visitenkarte abgegeben, nachdem im Vogelsberg und in der Marburger Gegend schon reich⸗ licherer Schneefall zu verzeichnen war. Als Schnee konnte man allerdings das wässerige Gerinnsel, das in den Vor⸗ mittagsstunden vom Himmel kam, nicht wohl bezeichnen; aber unter dem 1 8 befanden sich die ersten kleinen Flocken, die auch wieder schnell zu Wasser wurden. Zu den Poraussagen, daß der Winter 1915/16 mild sein und spät schlech. würde, paßt der Oktoberschnee herzlich echt. 2 Landkreis Gießen. * Rödgen, 27. Okt. Dem Unteroffizier im Jufanterie⸗Land⸗ sturm⸗Bataillon II Darmstadt, Förster Brück vom Auerbacher Forsthaus, Sohn des Försters Wilh. Brück von hier, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. 0 Lauter, 29. Okt. Der Gardefüfilier Hermann Peter im Lehr⸗Infanterie⸗Regiment galt als vermißt. Er hatte seit länger als einem Vierteljahr kein Lebenszeichen von sich gegeben. Dieser Tage erhielten seine Angehörigen einen Brief von ihm, in dem er ihnen mitteilt, daß er sich wegen Krankheit im Kriegslazarett Nr. 12 in Stryf(Galizien) befinde.— In den Champagnekämpfen wurde der Unteroffizier Karl Schmidt lichwer verwundet. Er befindet sich auf dem Wege der Besserung und liegt zurzeit in einem Lazarett in Konstanz.— Die Sammlung fllt die deutschen r in Rußland ergab den Betrag von 116.40 Mk. . Kreis Büdingen. * Ober ⸗Mockstadt, 29. Okt. Den Hldentod fürs Vater⸗ land starb der Wehrmann Müller im Res.⸗Inf.⸗Regt. 88. . Geiß ⸗Nidda, 29. Okt. Im Kampfe fürs Vaterland starb der Wehrmann Lau khard im Landwehr⸗Inf.⸗Rgt. 116. a Echzell, 29. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt Vize⸗ feldwebel Lahm im Inf.⸗Regt. 168, die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille der Reservist Michel in demselben Regimente. Kreis Schotten. Schotten, 29. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Ruhl im Drag.⸗Regt. 24. 9 Herchenhain, 27 Okt. Für seine Tapferkeit in der Schlacht bei Anloy am 22. August 1912 erhielt Unteroffizier Ernst [Dietz von der Leib⸗Kompagnie Insanterie-Regiment Kaiser Wil⸗ 2* 116 noch nachträglich heute das Eiserne Kreuz asse. Gedern, 28. Okt. Gestern abend 8½ Uhr fand hier im Saale des Bergwirtshau kes auf Veranlassung der hiesigen Zweig gruppe des Evangelischen Bundes ein Vaterländischer Volks⸗ abend statt. Nach einigen einleitenden worten des Vorsitzenden, Hospredigers Widmann, sprach Pfarrer Landmann aus Burkbards an der Hand von 60 wohlgelungenen Lichtbildern über das zeitgemäße Thema„Die deutsche Flotte und ihre Heldentaten im Weltkriege 1914/%15“/. Die Aus- führungen fanden sichtlich den Beifall der Anwesenden. Gesangs— vorträge des hiesigen Kirchengesangverei s, sowie das gemeinschast— lich gesungene„Teutschland, Deutschland über alles“ trugen zur Verschönerung der Feier bei.— In der letzten Krie gsbetstunde sprach Missionar Gsell aus Frankfurt a. M. über die Bafler Missson im Weltkriege 1914/15 in seyr interessanter Weise.— Heute morgen fiel hier der erste Schnee, der sich jedoch nur bis in die Miltagsstunden halten konnte. (Laubach, 29. Okt. Als 18. Opfer des Weltkriegs hat der Kriegsfreiwillige Walter Denn, Sohn des Altuars Denn, den Heldentot erlitten.— Die Haussammlung zum Besten der Kriegsgefangenen in Rußland ergab hier die Summe von 550 Mark. Aus dem Vogelsberg, 28. Okt. Mit Tamtam wurde dieser Tage von Berlin aus die Nachricht verbreitet, daß dort der erste weibliche Barbier in die Innung aufgenommen und damit in Deutschland den Frauen ein neuer Beruf erschlossen sei. Das stimmt nicht. Das lleine Vogelsbergdörschen Lindheim D bekannt durch seine Hexenprozesse— hat, so schreibt uns ein Mitarbeiter, in seiner„Lippe⸗Hannese⸗Marie“ bereits seit einem halben Jahrhundert einen weiblichen Barbier. Eine kleine, jetzt 85 Jahre alte Greisin, so schwingt die Lppe⸗Hannese⸗ arie, wie sie mit ihrem Mädchennamen von jung und alt ge⸗ nannt wird, noch heute wacker das Schaumbecken. Wie die alte Frau vor Jahren zum Rasierhandwerk kam? Als sie jungverheira⸗ tet war, hatte die Lindheimer männliche Welt schwer unter den zitternden Händen eines ständig trunkenen Barbiers zu leiden. Keiner kam damals ohne Durchzieher, Kratzer und Wunden von dem Rasiermesser des Fuselbarbiers weg. Da griff die junge Frau kurz entschlossen zu, erlernte das Rasieren, brachte es in dieser Kunst rasch zur Meisterschaft, und nach kurzer Zeit ließ sich indheims männliche Welt nur noch von der Lippe⸗Hannese⸗Marie rasieren. Länger als ein halbes Jahrhundert übte sie das Hand⸗ werk, erst allein, dann mit ihrem Sohn, und schließlich mit dem Enkel zusammen. Und gegenwärtig, da auch die Lindheimer Bar⸗ biere im Felde stehen, hat die wackere Alte wieder tüchtig zu tun, um die„Kundschaft“ zu bedienen. 5 Kreis Friedberg. r Friedberg, 29. Okt. In französische Gefangen⸗ schaft kam der Assistenz⸗Arzt Dr. Müller von hier. i Dornassenheim, 29. Okt. Die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille erhielt der Musketier Pfannkuchen im Res.⸗Inf.⸗Regt 116. I Bad Nauheim, 29. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt der Leutnant Breidenbach. Kreis Wetzlar. A Lützellinden, 29. Okt. Das Eiserne Kreuz 5. Klasse erbielsen der Obermatrose Wilhelm Arnold vom Panzerkreuzer Göben und Unterossizier Johannes Hofmann im Feld-Art.-Regt. 21. Letzterer liegt zurzeit schwer verwundet im Lazarett. Hessen⸗Nassau. Marburg, 28. Okt. Dem bekannten Marburger Hygieniker Wirkl. Geh.⸗Ral Prof. E. v. Behring, Stabsarzt a. D., wurde das Eiserne Kreuz am weiß⸗schwarzen Bande verliehen.— Für das lausende Wintersemesler wurden zu Dekanen an der hiesigen Universttät folgende Mitglieder des Lehrkörpers gewählt: Für die theol. Fakultät Geh.⸗Rat Prof. D. Budde, für die jur. Takultät Geh.-Rat Prof. Dr. Traeger, für die med. Fakultät Geh.⸗Rat Prof. Dr. Tuczek und für die phil. Fakultät Prof. Dr. Wechßler.— Vom 1. November ab wird der Petroleumperkauf hier durch Karten geregelt. Die Haus⸗ haltungen, welche künstliches Licht haben, bekommen monatlich nun Liter Petroleum.— Ferner sind zum Auskauf von Kartoffeln und Butter im hiesigen Kreise besondere landrätliche Be⸗ scheinigungen nötig.— Der Marmeladentag brachte in Marburg insgesamt 107 Zentner 57 Pfund Marmelade, 488 Liter Fruchtsäste, sowie gedörrtes und frisches Ollst ein.— Ver⸗ gangene Nacht trat hier und im ganzen oberhessischen Berglande Schneesall ein. Marburg, 29. Okt Der vor einem Jahre einmal fälschlicherweise totgesagte Direktor der chirurgischen Universitäts⸗ klinik, Prof. Kömig, zurzeit beratender Chirurg beim 11. Armeekorps, wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Kl. ausgezeichnet.— Das unter der Leitung des Direktors Stein⸗ goetter stehende Stadttheater hat seine diesjährige Spiel⸗ zeit gestern abend in den Stadtsälen mit der dramatischen Dich⸗ fung Uhlands„Ernst, Herzog von Schwaben“ mit schönem Er⸗ folg eröffnet.— Die diesmaligen Ersatz⸗ bezw. Ergänzungs⸗ wahlen zur Stadtverordnetenversammlung finden am 15. und 16. November statt.— Bei den Instandsetzungsarbeiten des Stadtverordnetensitzungssaales im Rathaus wurden alte Wandmalereien von hervorragendem lokalhistorischem Wert festgestellt. In Sachen der e des Saales weilten bereits einmal der Landeskonservator aus Berlin, sowie Konser⸗ vatoren und Regierungsbeamte aus Kassel hier. Wm. Kirchhain, 29. Okt. Zu der gestrigen Verstei⸗ gerung der durch Vermittlung der Landwirtschaftskammer Kassel aus Frankreich hier eingetroffenen 98 Fohlen auf dem Vieh⸗ marktplatz hatten sich wohl mehr als 500 auswärtige Kauf⸗ liebhaber eingefunden. Die Fohlen waren durchweg gutes Pferde⸗ material. Der Gesamterlös für die ausgebotenen 98 Fohlen betrug 100 500 Mark. Der höchste Preis für ein 2½jähriges Fohlen betrug 2010 Mark. Nach Mitteilung des Vorsitzenden der Land⸗ wirtschaftskammer, Oekonomierats Mertens, wird voraussicht⸗ lich anfangs nächster Woche eine gleiche Versteigerung von Pferden hier stattfinden. ul. Limburg, 29. Okt. Auf Anordnung des Kreis⸗ ausschusses tritt am 1. November im Kreise imburg eine Ermäßigung des Brotpreises um 2 Pfg. ein. Es kostet von da an ein großes Roggenbrot(2050 2 5 frischgebacken, 65 Pfg., ein kleines Roggenbrot(1465 Gramm frischgebacken, 48 Pfg. ul. Limburg, 28. Okt. Die fortgesetzte Steigerung der Lebensmittelpreise und die Schwierigkeit, Lebensmittel u beschaffen, hat zur Gründung einer nassauischen Lebensmittel⸗Einkaufsstelle m. b. H. mit dem Sitz in Limburg 1 4 Folgende Städte sind daran be⸗ teiligt: Diez, Dillenburg, Hagenburg, Hadamar, Haiger, Herborn, Limburg, Montabaur, Nassau, Runkel, 8 Westerburg, Wetzlar. Das Stammkapital beträgt 20 000 Mk. Zum Geschäftsführer ist Max Nicles⸗Limburg bestellt worden, der zu Geschäftsabschlüssen bis zu 5000 Mk. berech⸗ tigt ist. Bei größerer Abschlüssen ist die Unterschrift des Bürgermeisters von Limburg oder Diez oder deren Stell⸗ vertreter erforderlich. Der Aufsichtsrat besteht aus den Bürgermeistern von Limburg, 5 Westerburg und Wetzlar. Der Reingewinn der Gesellschaft 2 wird auf eine höchst ati N lagekapitals beschränkt, Ueberschüsse bei Auflöfung der Ge⸗ ellschaft nach dem Kriege fließen der Kriegsfürsorge beteiligten Gemeinden im Verhältnis ihrer Anteile rest⸗ los zu. Bei dem Stammkapital von 20 000 Mk. betragen die Anteile je 500 Mk. Sie werden auf die beteiligten Städte im Verhältnis ihrer Bevölkerungszahl verteilt. Die Ein⸗ kaufsgesellschaft hat die Aufgabe, Lebensmittel aller Art anzukaufen und an die beteiligten Städte zu verteilen. Die Städte geben dann die Lebensmittel an Geschäfte zum Selbstrosbenpreise ab. Es soll damit einer unnötigen Preis⸗ Diez, Herborn, Nassau, Der tens 4prozentige Verzinsung des An⸗ noch steigerung vorgebeugt und die der Bevölkerung mit Lebensmitteln erleichtert— — vermischtes. Berlin, 29. Okt.(Priv.⸗Tel.) Die„B. Z.“ meldet aus Karlsruhe: der große Levisstein⸗Tunnel zwischen Wohtann und Außerberg an der Lötzschbergbahn ist gestern durch⸗ schlagen worden. Märkte. Gießen, 30. Ott. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Vid 2,10—0,00, Hühnereier das Stück 17,—21 Pig., Käse das Stück 7—9 Pig, Käsematte 1 Stück 3—0 Pfg.: Tauben das Paar 1, 400,0 Mk., Hühner das Stück 2,00— 2,50 Mk., Hahnen 1,50— 2,50 Mk., Gänse d. Pid. ,„20—1,30 Mk., Ochsenfleisch das Piund Mk. 1,20—1,24, Kuhfleisch 110—00 Ufg. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 1,20—1,24 Mk., Schweine fleisch das Pfund 1,90—0,00 Me, Kalbfleisch das Bid. 1,20— 1,24 Mk., Hammelfleisch das Pfund 100—116 Pfg.; Kartoffeln 1 Ztr. 3,50 bis 4,00 Mark, Milch das Liter 26 Pfg.; Aepfel der Zentner 6 bis 8 Mk., bessere 00—40 Pig. Spinat 2025 Pfg. das Pfund; Wirsing 10— 15 Pfg. das Stück, Gelberüben 10—12 Piennig das Pfund, Rotkraut 15—25 Pfennig das Stück, Kohlrabi 6—8 Pfennig das Stück, Weißktraut 15—25 Pfennig das Stück, Birnen 7 bis 15 Pfg., bessere 00—00 Pfennig das Pfund, rote Rüben 7—8 Pfg., römisch Kohl 6—8 Pfennig. Zwiebeln der Zentner 23—00 Mk. Nüsse 100 Stück 4050 Pfg. Blumenkohl 20-50 bfg Tomaten d. Pfd. 25— 3 Pig. Sellerie 610 Pfg. d. St. Endivien 10— 12 Pig. Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.— Fleischpreise auf dem Markte von auswärtigen Händlern: Rindfleisch das Pfund 1,10— 1,15 Mk., Ninofleisch⸗ Bratenstück das Pfund 1,101.15 Mk., Schweinefleisch das Pfund 4,70 Mk., Rierensett das Pfund 1 Mk. Leberpreßlopf Ml. 1,40 das Pfund, Fleischwurst Mk. 1,40 das Pfund. fe. Fraukfurt a. M., 29. Okt. Auf dem heutigen He u⸗ und Strohmarkt war nichts angefahren. FC. Wiesbaden. Viehhof⸗- Marktbericht vom 29. Okt. Am heutigen Viehmarkt waren angetrieben: 129 Rinder(darunter 21 Ochsen, 4 Bullen und 104 Kühe), 123 Kälber, 26 Schafe, 78 Schweine. Bei flottem Geschäft und dem seitherigen Preisstand blieb nur ein geringer Ueberstand in allen Viehgattungen. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 31. Oktober 1918: Wechselnd bewölkt, meist trocken, etwas kühler. — Letzte Nachrichten. Das neue Ministerium Briand. (WTB.) Paris, 30. Okt.(Nichtamtlich.) Die„Agence Havas“ hat gestern abend nachstehende Notiz veröffentlicht: Aristide Briand begab sich, nachdem er vom Präsidenten der Republik den Auftrag erhalten hatte, das neue Kabinett zu bilden, nacheinander zum Senatspräsidenten Dubost und zum Kammer⸗ präsidenten Deschanel; nach den Besuchen versammelte Briand im Justizministerium die politischen Persönlichkeiten, deren Mit⸗ wirkung er sich sicherte. Im Laufe des Nachmittags fand eine zweite Zusammenkunft statt. Briand begab sich sodann ins Elysée, um dem Staatsoberhaupte die Bildung des Ministeriums anzukündigen. Der Erlaß betreffend die Bildung des Kabinetts wird am Vormittag im Amtsblatt erscheinen. Die Mitglieder des neuen Kabinetts werden morgen vormittag durch Briaud dem Präfidenten vorgestellt. Darauf wird der erste Ministerrat abgehalten, in dem der Wortlaut der Erklärung festgesetzt werden wird, die in den beiden Kammern in ihrer ersten Sitzung in der nächsten Woche verlesen werden soll. WTB. Paris, 30. Okt. Nichtamtlich. Die„Agence Havas“ meldet amtlich: Das neue Ministerium setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitz und auswärtige Angelegenheiten Bri⸗ and, Staatsminister ohne Portefeuille: Freyernet, Bour⸗ geois, Combes, Guesd ee und Denis Cochin, Justiz und Vizepräsidium Viviani, Krieg Gallreni, Marine Kon⸗ treadmiral Lazare, Inneres Malvi, Finanzen Ribot, Ackerbau Méline, öffentliche Arbeiten Sembat, Handel Cl é⸗ mentel, Kolonien Doumergue, Unterricht und Erfindungen, welche die Landes verteidigung betreffen, Painlevé. Der neue Arbeitsminister wird im Laufe des Abends ernannt, ebenso die Unterstaatssekretäre. Der bisherige Botschafter in Berlin wurde zum Generalsekretär des Ministeriums des Aeußern ernannt. * Die Zurückziehung der Ententetruppen aus Saloniki. Budapest, 30. Okt.„A Vilag“ berichtet aus Athew: Die Zurückziehung der in Saloniki gelandeten Truppen hat begonnen. Heute wurden drei Bataillone französischer In⸗ fanterie auf dem französischen Kreuzer„Teveller“ eingeschifft mit fünf Bataillonen englischer Kolonialtruppen und Australiern, auf, demselben Kreuzer. General Hamilton erschien in den Vormittagsstunden bei dem Korpskommandanten Prinz Niko⸗ laus und teilte ihm offiziell mit, daß der alliierte französisch⸗ englische Generalstab beschlossen habe, die auf griechischem Gebiet gelandeten verbündeten Truppen zurückzuziehen und daß deren Abtransport bereits begonnen habe. Prinz transport die griechischen Behörden soweit möglich dem englisch⸗ französischen Generalstab behilflich sein sollten. König Konstan⸗ tin traf am 27. Oktober abends im Hofsonderzug in Begleitung des Generalstabschefs in Salonikt ein. Zum Empfange erschien auf dem Bahn hofe Prinz Georg von Griechenland; ferner waren die Chefs der städtischen und militärischen Behörden anwesend. Der König nahm in dem Palais des Korpskommandanten Wohnung. Der Salounikier Generalstab der Ententetrup⸗ pen blieb dem Empfange auf Wunsch des Königs, der durch den Kronprinzen Georg ausgesprochen wurde, fern. Uebersiedelung des serbischen Hofes nach Mongstir. Haag, 30. Okt. Die„Times“ melden aus Athen, daß der serbische Hof und die Regierung ihre Vorbereitungen zur Abreise nach Monastir beendet haben. Die Verbindung Nisch—Pirot unterbrochen. Sofia, 30. Okt. Die zweite bulgarische Armee hat sich zwischen Nissch und Pirot geschoben; die Verbindung zwischen den beiden Städten ist unterbrochen. Die Funkenstation in Nisch ist nicht mehr in Tätigkeit. Serbien kann nur mit der Funken⸗ station in Mitrovitza über Antivari arbeiten. Japan schließt keinen Sonderfrieden. Amsterdam, 30. Okt. Reuter teilt amtlich mit: Der japa⸗ nische Botschafter in London unterzeichnete am 19. Ok⸗ tober einen Vertrag, nachdem Japan sich der Verpflich⸗ tung Frankreichs, Englands und Rußlands angeschlossen hat, keinen Separatfrieden abzuschließen. „Argyll“ vollständig verloren. Haag, 30. Okt.„Central News“ berichten aus London Kreuzer„Argyll“ gilt als vollständig verloren, da das Vorderschiff auf den Klippen festsitzt und das stürmische Wetter immer anhält. kette Auch as Llebesgabe im Felde begehrt! m Feldpostbriet portofrei e 9 einz Nikolaus mahm die Mitteilung zur Kenntnis und verfügte, daß bei dem Ab⸗ P Offenbach a. M., Kaiserstrasse 102. Giessen, z. Zt. Heidelberg, Kaiserstrasse 7. In tiefer Trauer: Am 9. Oktober fiel im Kampfe fürs Vaterland mein herzensguter Mann, unser treuer Bruder, Schwager, Onkel und Schwiegersohn Staatsanwalt Dr. jur. Anton Schmitt Hauptmann im Infanterie-Regiment 168 Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hess. Tapferkeitsmedaille Else Schmitt, geb. Klocke Willy Schmitt, Architekt im Namen der Geschwister. 5488 D Sohn und Bruder gestorben ist. Laubach, den 27. Oktober 1915. Heuchelheim, den 30. Oktober 1915. im Kampfe für sein Vaterland gefallen. Aktuar Denn u. Frau nebst Kindern. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung! Nach uns heute gewordener Mitteilung ist unser lieber guter Walther Denn, stud. phil. el. Unteroffizier im Landst.-Infanterie-Regt. Nr. 10, 3. Bataillon, 11. Kompagnie Nach langer Ungewissheit erhielten wir die traurige Nachricht, dass mein lieber guter Mann, der liebevolle Vater seiner drei Kinder, unser lieber braver Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Hofmann, Pflastermeister Wehrmann im Landwehr-Inf.-Regiment 116, 10. Kompagnie. In tiefem Schmerz: Margaretha Hofmann, geb. Kröck und Kinder Familie L. Kröck X. am 10. September 1914 im 36. Lebensjahre den Heldentod fürs Vaterland Nachruf. Auf dem Felde der Ehre starben den Helden⸗ tod fürs Vaterland im Westen unsere lieben Mitglieder Musketier Karl Pfeffer Unteroffizier der Landwehr Christoph Rohrbach Landsturmmann Balthaser Bonarius Den Helden ein ehrendes Andenken! Gesangverein Heiterkeit Großen⸗Buseck. 0³9⁰⁵ F herzlichen Dank. 8⁵⁰ Heinrich Hebell und Frau ür die anläßlich unserer Silberhochzeit so überaus zahlreichen Aufmerksam⸗ keiten sagen wir auf diesem Wege unseren Johannette geb. Schmitt. 2 Spezisl- Behandlung von Meumatismus, Gicht u Ischia mit sehr guten Erfolgen 832¹ Petri: Moltkestr. 7 1: Giessen [Lafé Er den, Jeden Samstag und Sonntag Vortrag von Professor D. Schian: „Deulsches Christenlum“ in der Stadttirche, Montag, 1. Nov., 8 uhr. Eintritt frei. Hürthessscher Verein für innere Mission. 8³² KONZERT st Ludwigs ——— ——— e Rausen Sie keins engllschramerikansschen Labelkate. 8 Neuc sta haus haltun Höch ste Reiegsermäßigung Orig.⸗Schnellgang⸗nähmaschine Krone js e nüähmaschine f. Schneiderei ä 2 ocstell mit hyslenischer rude von 50 m. an. 8 E Feödiae as 5 12 5 Berliner Nähmaschinen: u. Fahrrad-Großfrma M. Jacobsohn, berlin, Antenstraßhe 126. gestorben ist. Peter Bingel Margarete Bingel, geb. Henrich Willi Bingel. Giessen(Lindenplatz 5), den 30. Oktober 1915. Nach zehnmonatlicher qualvoller Ungewi erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dass unser innigstgeliebter, hoffnungsvoller Sohn und Bruder Emil Bingel, stud. padag. Kriegsfreiw. im Res.-Inf.-Regt. 221, 3. Komp. am 24. Dezember vorigen Jahres an seinen am 19. De- zember erhaltenen schweren Verwundungen im Alter von 19 Jahren den Heldentod füs sein Vaterland Die trauernd Hinterbliebenen: Elli Bingel 2517 lichsten Dank Nachruf. Am 3. September starb den Heldentod fürs Vaterland unser lieber Kamerad und Vereinsmitglied esersist onrad Ja. Mense Gefr. im Res.-Inf.-Regt. 253, 6. Kompagnie. Wir wollen sein Andenken stets in Ehren halten. 86 Der Krieger verein Hörnsheim. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die überaus zahlreichen Blumenspenden, bei dem Hinscheiden meines lieben Gatten und Vaters, sage ich hiermit allen meinen herz- Frau Lina Insel Ww. und Kind. Gleßen(Steinstrasse 80), den 30. Oktober 1915. 1 Aalfim. Perein Ortsgewerbeuerein Mittwoch, den 3. November 1915 abends pünktlich 8 Uhr, in der neuen Aula der Universität: Vortrag 2 des Herrn Redakteur Adrian Mayer, Straßburg: „Die Vogesen und ihre Kampfstatten“. Mit Lichtbildern. Eintritt für Nichtmitglieder Mk. 1.—, für Soldaten vom Feldwebel abwärts Mk. 0.20. Der Vortrag 1 muß wegen militärischer Verhinderung des Herrn Vor⸗ tragenden leider vorläufig verschoben werden. 85¹¹ Sarg-Lager Halte stets ein größeres Luüger von 8516 Särgen in allen Preislagen Iinid M. Müer, Sehilerstrabe 20. Kordel weiß, für Post⸗ u. Bahn⸗ pakete, ver Kilo, ca. 350 u. 250 m lfd. durchaus bruch⸗ sicher, d. Kilo Mk. z. haben bei Wilh. Nebhuth, Rodheimer Str. 38. oeh Krulffäfser in allen Größen empfiehlt Wiln. Techlermann, Külerei, Neustadt 12. 8320 Noch vorrätig: 0 Biberschwanz- Dachziegel. Tonwerke Abendstern. Nonzert Sonntag nachmittag ab 4 Uhr 105782 Aolel-NAestaurand kappen. u. Damenverein Gabelsberger Donnerstag, abds. 9 Uhr im Vereinslokal„Metropol“ bersammlung Allseitiges Erscheinen er⸗ wünscht. 8538 v Die Vorstände. LN ION Hindenburg Gaäaddhealer lieben Oir.: Hermann Steingoetter, Sonntag, 31. Oktbr. 1915, nachmittags 3½ Ubr: leine Preise Kleine Freisel „Eilmzauber“. Posse mit Gesang und Tanz in 4 Bildern von Rudolf Bernauer und Rudolph Schanzer Musik von Walter Kollo u. Willi Bredschneider. Ende nach 6 Ubr. Abends 7½ Uhr: Kleine Preise] Kleine Preise! Doktor Klaus Lustspiel in 5 Akten von Adolph L'Arronge. Ende 10¼ Uhr. less Soldaten vom Feldwebel abwärts zahlen bei allen Vorstellungen auf 2 und 3. Sperrsitz nur halbe Preise.