Nr. 255 g Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; wermal wöchentl. Kreis⸗ latl für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Feruserech Anschlusse: für die Schristleuung!12 Verlag, Geschäftsstelleö l Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt 7 Gen 1 eral⸗Anzeiger für Gberhesse Notationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. 9. Oktober 1015 Bezugsvreis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 piertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Freitag, 2 Große Erfolge der Bulgaren: Sajecar, Pirot erobert, zwei russische Linienschiffe versenkt! (WTB.) Großes Hauptquartier, 28. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. 8 Keine wesentlichen Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplaßz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Nordöstlich des Ortes Garbunowka sind neue Fort⸗ schritte gegen russische Angriffe behauptet. Der Kirchhof von Szaszali ist wieder in unserem Besitz. Zwei Offiziere, 150 Mann wurden gefangen genommen. Unser Artillerie⸗ feuer ließ einen feindlichen Angriff südlich von Garbunowka nicht zur Entwicklung kommen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Bei Schtscherssy(am Njemen, nordöstlich von Nowo⸗ Grodel) scheiterte ein starker russischer Angriff. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Westlich von Czartorysk wurde Rudka genommen. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Die Armeen der Generale v. Kö veß und v. Gallwjitz sind im weiteren Vordringen. Die Armee des Generals v. Gallwitz hat seit dem 23. Oktober 2033 Gefangene gemacht und mehrere Maschinengewehre erbeutet. Die Armee des Generals Bojadjeff hat Zajecar genommen. Nördlich von Knjazevat wurde der Timokinbreiter Frontüberschritten. Knjazevac ist in bulgarischer Hand. Mehrere Geschütze wurden erbeutet. Die Höhe der Drenova Glava(25 Kilometer nordwestlich von Pirot) ist besezt. 0 . Odberste Heeresleitung. E 8 8 Die bulgarischen Siege sind auch unsere Siege. Seit die russische Marine vor Warna einen vergeblichen Angriff auf Bul garten ausführte, ist die Feindschaft des Zarenreiches und des aufstrebenden neuen Balkanstaates auf r A hinaus besiegelt. Bulgarien erkämpft sich nicht nur Maze⸗ donien, sondern es stellt auch seine Zukunft gegen bisher machtvolle und einflußreiche Feinde fest; es hat die gleichen Interessen wie die Zentralmächte, mit denen es jetzt Hand in Hand, Rücken an Rücken, kämpft. Zajecar ist von den Bulgaren genommen worden; es liegt am Timok, zwi⸗ schen dem schon eroberten Knjazevac und Negotin. Wich⸗ tiger ist aber noch der Einzug in Pirot. Denn damit ist dem Sieger der Weg auf die etwa 60 Kilometer nordwestlich ge⸗ legene serbische zweite Hauptstadt Nisch geöffnet! Im Nordostzipfel des alten Serbien, da wo das ster⸗ bende Reich König Peters, von der Donau umflossen, in das rumänische Gebiet hinüberragt und Ungarn von Bul⸗ garien trennt, haben sich die deutschen und österreichisch⸗ ungarischen Grenadiere zum ersten Male mit den bul⸗ garischen Soldaten getroffen. Immer stärker werden dort die Verbindungen zwischen den neuen Verbündeten, immer breiter die Grundebene, auf der die siegreichen Heere vor⸗ rücken. Bald sind die Morava, der Timok und die Nisava nicht mehr serbisch, und mit diesen Flüssen werden auch die Bahnlinien erobert sein, die von Belgrad über Nisch und Pirot nach Sofia führen. Es ist der Weg des Orient⸗ Expreß, der J. V. L., der Internationalen Schlafwagen⸗ acetat die uns einst in Friedenszeiten auf sechs⸗ achsigen Wagen in federnden Kissen aus Wien oder Ofen⸗ Pest in orientalisches Traumland entführte. Bald verbindet wieder das rollende Rad die Haupt⸗ städte der Zentralmächte mit Byzanz. Einer unserer Mit⸗ arbeiter sendet uns dazu folgende rückschauende Betrach⸗ tungen: Am 135 August 1888 dampfte der erste Zug des Orientexpreß von Wien nach Konstantinopel. Zweifel an dem Gelingen bestanden bis zuletzt. Die Ingenieure und Jour⸗ nalisten, die jene Eisenbahnpremisre mitmachten, wußten nicht, ob sie wirklich bis Konstantinopel kommen würden. Jede der vier Eisenbahnverwaltungen verlangte gesonderte Fahrkartenbelege. Man mußte die Orientzugfahrscheine in Form von Rundreisebilletts zusammenstellen. Infolge von Unruhen und allgemeiner Unsicherheit waren viele Bahnhofs⸗ wirtschaften, besonders auf türkischem Gebiet, verrammelt. Ueberall Mißtrauen und Widerstand. Nur in Sofia war es anders. Da stand Ferdinand der neugebackene Fürst, mit seinem Mini ter, Stambulow am Bahnhof und schwelgte im Glück. Die Berichterstatter der verschiedenen Länder aber drahteten nach Hause:„Von allen beteiligten Staaten, Oesterreich, Türkei, Serbien und Bulgarien hat der kleinste, schwächste, mit ganz Europa in einer Art stillem Krieg begriffene Staat, Bulgarien, die erste uf wichtigste Rolle bei der Eröffnungsfeier gespielt.“ Damals unterhielt keine einzige Macht zu garien diplomatische Noch im Juli 1887, als Prinz Ferdinand von chweren 1 nach Sofia antrat, veröffentlichte man in ien eine halbamtliche Note:„Der Prinz Ferdinand von soburg hat gegen den Rat seiner Fveunde, auf eigene Ge⸗ iehungen. Koburg den fahr und eigene Verantwortung die Reise nach Bulgarien unternommen, und die, die es ehrlich mit ihm meinen, ver⸗ mögen dies Wagnis kaum zu billigen.“ Und doch glaubte Ferdinand an sich, an Bulgarien und an den Orientexpreß. Dieser hat i zwar noch manche Qual bereitet. Nach den Balkankriegen, als er weder durch Serbien noch durch Ru⸗ mänien reisen wollte, mußte er auf einer bulgarischen Seitenbahn nach dem Donaustädtchen Lom⸗Palanla, wo er in Schiff bestieg, um auf dem neutralen Strom zwischen Rumänien und Serbien hindurch nach der ungarischen Grenzstadt Orsova zu fahren. Es war unbequem und pein⸗ lich. Aber König Ferdinand verlor nicht die Zutunftshoff⸗ nung, die sich nun im Schmelztiegel des Weltkrieges glän⸗ zend erfüllen wird. *** Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht. Wien, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 28. Oktober 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Die bei Czartorysk kämpfenden verbündeten Krüfte haben gestern das Dorf Rudka erstürmt. Sonst im Nord⸗ osten nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Das feindliche Artilleriefeuer war gestern an der Isonzofront wieder lebhafter. Die italienische dritte Armee erneuerte den Angriff auf die Hochfläche von Doberdo bisher nicht. Dagegen seßte die nördlich anschließende zweite Armee ihre vergeblichen Anstrengungen gegen unsere festen Stellungen mehrfach fort und dehnte sie auch auf das Flitscher Becken aus. Je eine weitere Armee greift die Dolomitenfront und Südfirol an. Im Abschnitte von Chiva sind Einleitungskämpfe im Gange. Auf der Hochfläche von Lafraun geht der Feind mit Sappen vor. Ein Angriffsversuch gegen unsere Stellungen nördlich des Werkes Lusern scheiterte in unserem Artilleriefeuer. Vor dem Col di Lana brachen gestern nachmittag sechs Stürme der Italiener zusammen. Ebenso mißlangen kleinere feind⸗ liche Angriffe gegen Tresassi, die Fans⸗Stellung und den Nordausgang des Travenanzes⸗Tales. Im Raume von Flitsch schlugen die Verteidiger am Westhange des Javoreck Angriffe an den Hindernissen blutig ab. Gegen unsere Linie südöstlich des Mrzli Vrh und gegen Dolje gingen abermals starke Kräfte vor. Sie wurden gleich⸗ falls abgewiesen. Nur um einzelne Grabenstücke ist der Kampf noch im Gange. Auch ein abends gegen den Raum nördlich Selo angesetzter feindlicher Angriff brach zusam⸗ men. Uebergangsversuche der Italiener nördlich Canale wurden vereitelt. Der Görzer Brückenkopf stand wie⸗ der unter schwerem Feuer. Ein vereinzelter Vorstoß des Feindes gegen den Monte Sabotino mißlang vollständig. Mehrere italienische Bataillone, die gegen den Abschnitt nördlich des Monte San Michele vorstießen, mußten in un⸗ serem Artillerie- und Maschinengewehrfeuer in ihre Deckun⸗ gen zurückflüchten. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die östlich von nb vordringenden k. und k. Truppen haben den Feind beiderseits Karaula Balva über die Grenze zurückgeworfen. Zwei flankierend angesetzte Gegenangriffe einer montenegrinischen Brigade wurden ab⸗ geschlagen. 5 5 i Der aus öfterreichisch⸗ungarischen Kräften zusammen⸗ gesetzte rechte Flügel der Armee des Generals v. Köveß hat die obere Kolubara in breiter Front überschritten. Die Deutschen erftiegen die Gebirgskette nördlich von Rudnik. Oestlich davon dringen auf gleicher Höhe österreichisch⸗unga⸗ rische Kolonnen beiderseits der Straße Topola— Kra⸗ gujevac vor. Die Armee des Generals v. Gallwitz gewann das Ge⸗ lände westlich der Eisenbahnstation Lapowo und vertrieb den Gegner unter schweren Kämpfen von den Höhen südlich und südöstlich von Svilajnac. Die bulgarische erste Armee hat Zajecar und Knjazevac erobert und kämpft erfolgreich auf den Höhen des linken Timokufers. In Knjazevar wurden vier Geschütze und sechs Munitionswagen erbeutet. Der Stellvertreter des Chefs des Generolstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. *** Zwei russische Linienschiffe versenkt. Sofia, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Depeschen⸗Agentur: Die Festung Zajec ar ist die Hände der Bulgaren gefallen. Heute morgen erschien ein russisches Geschwader vor Warna und begann nach den Weisungen eines Wasser⸗ flugzeuges die Stadt und den Hafen zu beschießen. Unsere Küstenbatterien erwiderten das Feuer. Zwei russische Schiffe von der Klasse Tri-Swiatitelja wurden von Granaten oder Torpedos getroffen und versenkt. Die andern Schiffe zogen sich, von Unterseebooten verfolgt, zurück. Der Beschießung fielen einige Zivilpersonen zum Opfer. Außerdem wurden einige Gebäude beschädigt. Es wurde nur geringer militärischer Schaden angerichtet. Die Schiffe der Tri⸗Swiatitelja⸗Klasse, die anfangs der 90er Jahre erbaut, vor drei Jahren aber modernisiert wurden, haben einen Raumgehalt von 11 200 Tonnen(Georgi⸗Pobjedonossez), 11 400(Ssinop) und 13 500 Tonnen(Tri⸗Swiatftella); sie fahren 16 Seemeilen in der Stunde und stellen mit ihrer Bestückung von 46 Geschützen zu 30,5 Zentimeter und 6—14 Geschützen zu 15 Zentimeter eine beachtenswerte Kampfstärke vor. Die Schwarz⸗ meerflotte besaß im ganzen nur acht Linienschiffe, wobei der „Panteleimon“, dessen am 22. Mai vor dem Bosporus erfolgte Versenkung durch ein türkisches Unterseeboot von den Russen be⸗ stritten wird, mit eingerechnet ist. Bukarest, 28. Okt.(WTB. Nichtaurtlich.)„Univerful“ meldet, daß das russische Geschwader, das Warna beschoß, aus 16 Einheiten bestanden habe; ein anderes russisches Ge⸗ schwader habe zu derselben Zeit Burgas beschossen. Der Einzug der Bulgaren in Pirot. Sofia, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen⸗Agentur: Nach langen blutigen Kämpfen haben die bulgarischen Truppen Pirot eingenom⸗ men, wo sie heute ihren siegreichen Einzug hielten. Die bul⸗ garische Armee hat mit der österreichisch-ungarischen und deutschen die Verbindung hergestellt. Pa.irpt ist die stark befestigte Hauptstadt des Kreises Pirot, etwa in der Mitte der serbischen Ostfront gegen Bulgarien gelegen. Die Stadt hat etwa 10 500 Einwohner und liegt an der Nischawa. Pirot ist gewissermaßen als Vorwerk von Nisch, der zweiten Haupt⸗ stadt Serbiens, anzusehen. Berlin, 29. Okt. Zum Einzug der Bulgaren in Pir ot schreibt der„Berliner Lokalanzeiger“: Ein neuer Erfolg der mit glänzender Stoßkraft vorwärtsgehenden Bulgaren. Der Ort hat in der serbischen Geschichte schon öfters eine Rolle gespielt. Hier wurden am 27. und 28. November 1885 die Serben von dem bulgarischen Fürsten Alexander aufs Haupt geschlagen. Die Vereinigung mit den Bulgaren. Köln, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Sonderbericht⸗ erstatter der„Kölnischen Zeitung“ meldet aus dem Hauptquartier der Armee Gallwitz vom 27. Oktober: Gestern gegen Abend trafen im Raume des Dobra Voda Berglandes, durch das die verbündeten deutschen und österreichisch⸗ungarischen Streitkräfte seit dem bei Orsova erfolgten Donauübergang kräftig angriffen, zwei Offiziere und 25 Mann eines bulgarischen Aufklärungsstreifzuges mit den Spitzen unserer Truppen zusammen. Ganz unverhofft fanden sich die freilich nacheinander spähenden Patrouillen. Die Bulgaren wurden daraufhin, noch an demselben Abend zu dem höchsten Kommando geführt, wo sie, mit ungeheurem Jubel begrüßt, auf⸗ enommen wurden. Nordöstlich Brza Palanka fand das Zu⸗ n n der verbündeten Heere statt. Es war zwischen dieser Stadt und der kleinen Ortschaft Milutinowatz, die an der sich durch das Bergland windenden nach dem südlichen Bogen der Donau führenden Straße liegt.— Ein Augenblick von großer weltgeschichtlicher Bedeutung hat sich damit erfüllt. In der serbischen Festungsstadt Klado vo kam es dann im Laufe des Abends und der Nacht sowie am heutigen Tage zu einem großen Verbrüderungsfest zwischen den Verbündeten. Der Jubel wollte garnicht enden. Die Nationalhymnen der beteiligten Staaten hallten laut durch die Nacht nach dem rumänischen Ufer hinüber, wo sich die Bevölkerung von Turn⸗Severin, der dort liegenden Stadt, zusammenfand, die mit lebendigem Interesse den Vorgängen auf der serbischen Seite folgte. In allen Sprachen der Verbündeten erscholl dort der Hochruf immer wieder. Die bulgarische Reiterschar wurde auf das l bhafteste gefeiert. Auf die Nachricht von der erfolgten Verbindung der Armeen, eilte heute morgen der Kommandeur der im Dobra Voda⸗Gebiet kämpfenden Truppen nach Kladovo, um die Angehhrigen der bulgarischen Armee zu begrüßen. Auch Herzog Adolf von Mecklenburg schloß sich diesen deutschen und österreichisch⸗ungarischen Offizieren an. Die Festungs⸗ stadt zeigte auf dem Wege, den bei der Einnahme die verbün⸗ deten Truppen genommen hatten, viele weiße Fahnen an den Häuserfronten. Es waren Leinentücher und Webstücke, welche die Einwohnerschaft herausgehängt hatte, die als Parlamentärsflaggen die Häuser kennzeichnen sollten, wo sich die serbischen Bürger der neuen Gewalt willig fügten. Mit einem Blumenstrauß hatte man dort, wo nun die Verbrüderung stat sand, die einzie henden Sieger am Tage zuvor empfangen. Heute vormittag gab es dann zu Ehren der bulgarischen Offiziere ein Frühstück und es wurden festliche Reden auf die Fürsten der verbündeten Staaten und ihre Heere gehalten. Danach stellte Leutnant U. P. Gadjew, der Führer der bulgarischen Reiter, die Mannschaften in Paradeaufstellung vor. Sie machten alle den allerbesten Eindruck, waren tadellos ausgerüstet und fast durchweg gehörten sie zu den Mannschaften der bulgarischen Armee, die im letzten Balkankrieg gegen Serbien im Felde gestanden hatten; es waren alles kraftvolle Gestalten. Inzwischen sind die Verbindungen zwischen den Armeen noch sester geworden. Das Gebiet kann in den Hauptzügen als vom Feinde gesäubert angesehen werden, da unsere Truppen inzwischen wiederum stark nach Süden ausgeholt haben, nachdem noch in den. letzten Tagen zahlreiche Kämpfe stattgefunden hatten. Die Lage ist so, daß die Serben die erreichten Verbindungen zu stören nicht mehr imstande sind. Ein Aufruf der russischen Sozialisten. Kopenhagen, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Russf⸗ sche Blätter veröffentlichen den Wortlaut des Aufruss der russischen Sozialisten an das russische Prole⸗ tariat. Diese fordern darin die Arbeiter eindringlich auf, sich jeder Handlung zu enthalten, die unmittelbar oder mittel⸗ bar dem Feinde nützen könne. Es heißt in dem Aufrufe, daß alle Sozialdemokraten in der Auffassung einig seien, daß 8 n 80 4 eine russische Niederlage in dem Krieg gleichbedeutend mit einer Niederlage im Kampfe für die Freiheit sei und daß die Niederlage in erster Linie das Proletariat treffen werde, Das arbeitende russische Volk will kämpfen gegen die wirt⸗ schaftliche, politische und kulturelle Bedrohung durch Deutsch⸗ and und gegen die Sklaverei, die mit dem Vorwärtsdringen Deutschlands verbunden sei. Der Aufruf verw irft den Gedanken eines Sonderfriedens, der die größte Gefahr für die Demokratie bedeute. Der Leiter der Arbeiter⸗ . gruppen der Duma, Kerensky, hatte eine lange Unter⸗ redung mit dem Kriegsminister. * * * * Die Lage des Kabinetts Biviani. 25 Paris, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)„Petit Journal“ meldet: Am Montag abend, nach der Rückkehr des Präsidenten 5 Poincars nach Paris, wurde beschlossen, daß man keine Krise eentstehen lassen wolle, sondern daß das neue Kabinett das alte 8 gleichsam automatisch ersetzen solle. Poincars hatte gestern eine 18 Besprechung mit Briand. Dieser seinerseits hatte Unter⸗ 5 redungen mit mehreren Ministern und hervorragenden Politikern. Fiolgende Liste, die gestern in der Kammer herumging, wird * von dem„Petit Journal“ als ziemlich richtig bezeichnet: Vorsitz . und Auswärtiges Briand mit Jules Cambon als Gene⸗ rxalunterstaatssekretär; Justiz Viviani: Krieg General Gal⸗ tklieni; Marine Admiral Lacaze; Ackerbau Clementel; Handel Klotz Ferner soll es sechs Minister ohne Portefeuille en, nämlich Freyeinet, Leon Bourgatis Combes, Meline, ules Guesde, Denys Cochin, Ribot, Malvy und Sembat, sowie die vier Kriegsunterstaatssekretäre Thomas, Godart, Thierry und Besnard sollen im Amte bleiben. Das„Journal“ will wissen, daß die Lösung heute erfolgen soll. Das neue Ministerium werde sich der Kammer nicht vorstellen. Das Parlament werde sich auf Frei⸗ tag nächster Woche vertagen, um dann von der ministeriellen Erklärung Kenntnis zu nehmen. Englische Truppen in Marseille. g Paris, 29. Okt.(WTB Nichtamtlich.)„Matin“ erfährt aus Mar seille: Seit dem 23. Oktober sind in Marseille eng⸗ lische Truppen eingetroffen. In ganz Marseille begegnet man eenglischen Soldaten, Geschützen und Armeematerial. Man könnte sich in die ersten Tage des Krieges zurlickversetzt glauben, als die englischen Truppen aus Indien in Marseille eintrafen. Das schwankende Kabinett Asquith. 15 London, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Lage des Kabinetts ist noch immer der Mittelpunkt des Intevesses, von einer Krisis kann aber nicht die Rede sein. Es handelt sich allein darum, daß das gegenwärtige Kabinett, das größte in der HGeschichte Englands, zur Erledigung der Kriegsangelegen⸗ heiten etwas ungeschickt ist. So ist die Ueberzeugung ent⸗ standen, daß die Kriegsleitung einer kleineren Zahl von Ministern anvertraut werden musse. Darüber sind alle Parteien einig. Uneinigkeit herrscht nur darüber, wie dieses Ziel zu erreichen ist. Die Kritik im englischen Oberhause. London, 28. Okt. erwähnten Sitzung des Ober hauses sagte Lord Cromer unter anderem: Die Beschränkung der parlamentarischen Erörte⸗ . rung hat die Kritik in die Presse verlegt. Die Reibung hätte ver⸗ mieden werden können, wenn die Regierung nicht alle Pläne und 5 lungen mit einem undurchdringlichen Geheimnis umgeben ätte. Es war Pflicht der Regierung, in der Frage der W ehr⸗ pflicht gleich anfangs deutlich zu erklären, wieviel Soldaten sie brauche, und daß die Wehrpflicht kommen müsse, wenn die Anwerbungen nicht genügten. Die Haltung der Regierung hatte denne schädliche und gefährliche Agitation zur Folge, die in einen Klassenkampf hätte ausarten können. Nun hat die Regierung die Aufgabe der Anwerbung Lord Derby übertragen, aber sie hätte dees vor sechs Monaten tun sollen. Wir stehen jetzt wieder vor großen Meinungsverschiedenheiten. Der ganze Cha⸗ rakter des Krieges hat sich in den letzten Wochen geändert; die Deutschen behaupten noch einen Teil von Frankreich und fast ganz Belgien, haben die russische Offensive zum Stillstand gebracht jetzt den Krieg nach dem Orient getragen. Die Regierung möge wenigstens gewisse allgemeine Andeutungen geben, wie sie 8 age zu begegnen gedenke. Cromer fuhr fort: Kitchener hat im Oberhause zu selten gesprochen, und was er sagte, das stand schon vorher in der Presse. Das Oberhaus und das Publikum werden nicht länger mit großer Geduld diese typischen amtlichen Erklärungen anhören. Wir verlangen etwas mehr, was ein wir k⸗ liches Erfassen der Lage l zeigt und die allgemeinen Pläne der Regierung andeutet. In der Oeffentlichkeit herrscht die Mei⸗ nung, daß die getroffenen Maßregeln zusammenhanglose Schritte sind, und daß die Bedeutung der Ereignisse nicht ernstlich gewürdigt wird. Eromer sagte schließlich, er wünsche keinen Regierungswechsel, aber die Meinung sei stark verbreitet, daß es für ein Kabinett von 22 Ministern unmöglich sei, den Krieg wirksam zu führen. Lansdowne führte aus, er sei entschieden der Meinung, daß die Leistungsfähigkeit jeder Körperschaft im umgekehrten Ver⸗ hältnis zu ihrer zahlenmäßigen Stärke stehe. Aber weder im jetzigen im früheren Kabinett war es für die strategischen Dilettanten möglich, ihre Pläne den verantwortlichen fachmänni⸗ schen Beratern aufzudrängen; die Fachleute seien auch bei den 0 politisch⸗militärischen Fragen durchaus zur Geltung gekommen, aber die letzten Entschéidungen stehen dem Kabinett zu. Hierauf machte Lord Lansdowne die bereits früher gemeldeten Ausführun⸗ gen über den Balkankrieg. 5 Lord e de Broke sagte, Lord Lansdowne 155 die ernste Lage Serbiens zu; fast in jeder Ministerrede wurde betont, daß wir in den Krieg eingetreten sind, um die kleinen Nationalitäten zu schützen Wenn das der Fall ist, so wäre es wünschenswert, daß wir künftig mehr Erfolg dabei hätten. Die Oeffentlichkeit wird sich fragen, weshalb zum Schutz von Serbien 1 1 5 die nötigen militärischen Vorbereitungen längst beschlossen wurden. Lord Loreburn sagte, die Antwort Lansdownes auf die An⸗ frage wegen des Balkanseldzuges habe keine genügenden Aufflä⸗ rungen gegeben, er müsse es jedem überlassen, daraus Schlüsse auf die Voraussicht der von der Regierung getroffenen Vorbereitungen zu ziehen. Er wolle der Regierung keine Schwierigkeiten machen, aber die Nation und die Soldaten brauchten beruhigende Ver⸗ sicherungen. Die Rede Lausdownes habe keinen völlig besriedi⸗ genden Zustand enthüllt, sie überzeugte nicht davon, daß die 5 2 7 reiflich erwogen und vorbereitet würden; es schie nen eberra voll, demgegenüber unvorbereitet und entschlußlos zu sein. Aus dem italienischen Ministerrat. Mailand, 28. Okt. 20 12 „Corriere della Sera“ des die Ansicht Sonninos vorherrschend geblieben sei, nach der vorläufig von der Taktik der Vorschläge und Angebote an die neutralen Staaten 1 werden solle, bis der Vierverband auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen ent⸗ scheidende Ergebnisse erlangt habe Wenn diese Erfolge er⸗ reicht seien, könne man vielleicht Verhandlungen mit Neu⸗ (WTB. Nichtamtlich.) In der bereits schungen bevorzustehen Es wäre verhängnis⸗ ft Der Seekrieg. Die Ergebnisse der Torpedowaffe. Berlin, 28. Okt.(Nichtamtlich) Durch Torpedo versenkte Schiffe: 5 Deutschland. 3 Schiffe: S. M. S. Hela 13. 9. 14 2036 T. S. 116 6. 10. 14 420„ S. M. S. Pr. Adalbert 2 90990 Summa: 11 456 T. Ehalgintensciffe⸗ inienschiffe Formidable. 11 15 240 T. Goliath. 13 160„ Triumph„„ 12180„ Majestic 27. 5. 15 15 140„ 3 Panzerkreuzer: Aboukir 22. J. 14 1210 Hogue 22. 12 10 Cressy 5 92. G 14 11 5 Gesch. Kreuzer: 8 Pathfinder 35 9 299 Hawke 15 10 7 470„ Hermes 31 10. 14 5690„ Wahrscheinlich Amethyst⸗Kl. 10. 8. 15 3000„ 7 Arethusa⸗Klasse 1 8 15 3 560„ Kanonenboot: Niger 5 1 820„ 4 Torpedoboote und Zerstörer: Recruit 14 15 2 N. 10 n 300„5 N. 12. 300„„ Wahrscheinlich M. Kl. 12 8 Dee Summa: 117805 T. Frankreich. Unterseeboot: 5 Mariotte 26. 7 15 530 T. Rußland. Panzerkreuzer Pallada 11. 10. 14 7900 Kleiner Kreuzer Jemtschug 28. 10. 14 3180 Minenschiff: Jenissei 4 6. 15 2970 Summa: 14 580. Japan. Kleiner Kreuzer: Takatschio 17 3200 22 Schiffe, Summa: 138 085 2 Durch Torpedotreffer verletzte Schiffe: Deutschland. In kurzer Zeit wieder repariert und gefechtsbereit drei 5 Schiffe, darunter S. M. S. Moltke. 5 England. Panzerkreuzer Roxburgh 20. 6. 15. Ein englischer Kreuzer aufgelaufen. London, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet amtlich: Es verlautet, daß der Kreu⸗ zer„Argull“ heute morgen an der Ostküste von Schott⸗ land aufgelaufen ist. Es wird angenommen, daß das Schiff infolge des schlechten Wetters vollständig verloren ist. Alle Offiziere und die Besatzung sind gerettet. Aus Stadt und Land. Gießen, 28. Oktober 1915. Das Publikum und der Kampf gegen deu Wucher. Am 25. September wurde von Reichs wegen die Be⸗ kanntmachung über die Errichtung von Preisprü⸗ fungsstellen erlassen. Dieselben sollen zur„Schaf⸗ fung von Unterlagen für die Preisregelung der Gegenstände des notwendigen Lebensmittelbedarfs und zur Unterstützung der Gee Stellen bei der Ueber⸗ wachung des erkehrs mit diesen Gegenständen“ dienen. In diesem ersten Paragraphen der Bekanntmachung ist ihr Zweck kurz umschrieben. In der Montagsnummer dieser Woche wurde mitgeteilt, daß die Gründung einer solchen Einrichtung für Gießen vollzogen sei. Nach einer Bekanntmachung in der heutigen Nummer nimmt die Preis⸗ prüfungsstelle für die Stadt Gießen ihre Tätigkeit heute auf. Es sei deshalb noch einmal auf die Grundbedingungen hingewiesen, ohne die die Stelle ihren Pflichten nicht nach⸗ kommen kann, nämlich auf die Kenntnis des Publikums von ihren Befugnissen und Aufgaben und auf die rege und vertrauensvolle Mitarbeit der breitesten Oeffent⸗ lichkeit an denselben. Die Zusammensetzung der hiesigen Preisprüfungsstelle ing bereits aus der betreffenden Notiz am vergangenen ontag hervor. Die Stelle hat die Aufgabe, aus ihrer Kenntnis der Marktverhältnisse auf der Grundlage der Erzeugungs⸗, Verarbeitungs⸗ und sonstigen Gestehungs⸗ kosten die den örtlichen Verhältnissen an a enen Preise zu ermitteln; die zuständigen Stellen bei der Ueberwachung des Handels mit e des not⸗ wendigen Lebensbedarfs, sowie bei der Verf olgung von Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften über Höchstpreise und über die Regelung des Verkehrs mit Gegen⸗ ständen des notwendigen Lebensbedarfs zu unter st ü tz e n; Gutachten über die Angemessenheit von Preifen für Ge⸗ richte und Verwaltungsbehörden abzugeben; die zuständigen Stellen bei der Aufklärung der Bevölkerung über die Preisentwickelung und deren Ursachen zu unterstützen. Die Preisprüfungsstelle ist weiterhin berechtigt, von jeder⸗ mann über alle Tatsachen Auskunft zu verlangen, die bei der Preisbildung von Wichtigkeit sind, insbesondere über den Bestand, die Zufuhr und die Preise von Gegen⸗ ständen des notwendigen Lebensbedarfs Erhebungen anzu⸗ tellen; Räume, in denen Gegenstände des notwendigen Lebensbedarfs hergestellt, gelagert oder feilgehalten werden, zu betreten und daselbst B esichtigungen vorzune h⸗ men; mit Zustimmung der zuständigen Behörde die Vorlage von Schlußscheinen, Rechnungen, Fra aan Konnosse⸗ menten, Lagerscheinen, Ladescheinen und sonstigen im Han⸗ delsverkehr üblichen Schriftstücken und Büchern, soweik ie sich auf den Ein⸗ oder Verkauf von Gegenständen des not⸗ wendigen Lebensbedarfs beziehen, zu fordern und darin Einsicht zu nehmen. Der Vorfthende oder sein Stellvertreter kann Zeugen und Sachverständige, die im Bezirke der Preisprüfungsstelle wohnen oder sich aufhalten, eidlich vernehmen und Gerichte und andere Behörden inner⸗ halb ihrer Zuständigkeit um Vernehmungen von Zeugen und Sachverständigen ersuchen. Den nordnungen und Maß⸗ nahmen der Priifun sstellen stehen scharfe Strafbe⸗ stimmungen zur Seite. So wird beispielsweise mit Ge⸗ fängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geld⸗ tralen wieder erfolgreich aufnehmen. — 1 r d strafe bis zu ee Mark bestraft, wer die ihm obliegenden Auskünfte wissentlich unvollständig stunden im S oder unrichtig erstattet oder den Vorschriften zuwider den Eintritt in die Räume, die Besichtigung, die Vorlage der Ge⸗ schäftsaufzeichnungen oder die Einsicht in sie verweigert; wer die ihm obliegenden Anzeigen nicht innerhalb der gesetzten Frist erstattet oder wer wissentlich Anvollständige oder unrichtige Angaben macht; wer den von den Landes⸗ zentralbehörden erlassenen Ausführungsvorschriften zu⸗ widerhandelt. 5 g Das ist in kurzen Zügen das, was jeder von der Preis⸗ prüfungsstelle im allgemeinen wissen muß. Es muß aber dringend empfohlen werden, die in Nr. 89 des Kreisblattes enthaltenen Bekanntmachungen des Staatssekretärs des Innern und die Ausführungsbestimmungen des Großherzog⸗ lichen Ministeriums nicht aus den Augen zu verlieren. Es ist ohne weiteres klar, daß alle diese Befugnisse nicht zu dem gewünschten Ziele führen können, wenn die Prüfungsstellen nicht vom vollen Verständnis des breiten Publikums getragen werden. Die Stellen sollen nicht nur prüfen, sondern auch raten, wie die Verhältnisse zu essern sind. Sie sind also zu einem großen Teile darauf auge⸗ wiesen, daß sich die Oeffentlichkeit als ihre willige Mit⸗ arbeiterin zeigt und ihnen das Material für ihre Tätigkeit besorgt. Es gilt hier, sich von zwei Vorstellungen gründlich zu befreien: Erstens von dem Gedanken, daß es sich bei der Anzeige von Verstößen gegen die geltenden Bestimmungen und Preisfestsetzungen um Denunziantentum handelt und zweitens von der nichtsnutzigen Entschuldigung: Ach, auf meine Mitwirkung ausgerechnet kommt es doch nicht an! Nein: der Kampf gegen den Wucher ist keine Denunziation, sondern eine da erke ch Pflicht jedes Einzelnen, denn der Wucher bedroht unser Durchhalten. Doch Auf die Mitarbeit eines jeden muß gerechnet werden. Viele wenig ergeben ein viel. Man hat monatelang um ein Gesetz gegen den Wucher, um eine Rechtsmacht gegen die Gewinner am Krieg, die Einkassierer und Spekulanten ge⸗ rufen, gegen diejenigen, die darben machen, indem sie sich bereichern. Und ein jeder, lich hier bei uns, hat einen Fall oder Fälle gewußt, wo er sich sagte: Wenn man doch eine Handhabe hätte, dem oder dem das Handwerk zu legen. Es genügt nicht, den Wucher verächtlich zu ma und ihn an den beliebten„Pranger“ zu stellen. Er mu gefaßt, wir müssen vor ihm geschützt werden. Solange nicht Exempel statuiert werden, und die sentimentale Zimperlichkeit vor der unabweisbaren Pflicht, den Wucher namhaft zu machen, nicht beiseite gelassen wird, entbehren alle die bisherigen Bestimmungen des nötigen Nachdrucks. 8 ö Die Preisprüfungsstelle trägt diesen Gedanken voll und ganz Rechnung, wenn sie regelmäßige Sprech⸗ tadthaus eingerichtet hat, in denen jeder, der Klagen und Beschwerden über ungerechtfertigte Mißstände am hiesigen Lebensmittelmarkt vorbringen will, ein offenes Ohr findet.(Siehe die Bekanntmachung) Man sprach gerade in den letzten Tagen wieder von Dingen, denen wir hier nicht auf den Grund gehen können, die aber die einschlägigen Verordnungen vor den Richter haben wollen: Es soll dem e Käufer zur Umgehung des Höchst⸗ preises inländische Butter als ausländische verkauft worden, es soll von außerhalb des Abends Gerste in die Stadt ge⸗ fahren und heimlich verkauft worden sein und was der⸗ gleichen Wintelzüge mehr sind. Solche Dinge gehören 855 Kenntnis der Preisprüfungsstelle gebracht. Sie wird ö nötige schon veranlassen. Der Sturmbock, der schon so lange gegen den Kriegswucher in Bewegung gesetzt wurde und mit der Schwäche seiner papiernen Drohungen und Verwün⸗ schungen an der eisernen Stirn der Spekulanten immer wieder splitterte, hat durch die Schaffung der Preisprü⸗ fungsstellen die stählerne Spitze erhalten, die das Publitum so lange gefordert hat. An ihm ist es nun, diese Spitze durch eifrige und rücksichtslose Mitarbeit nachdrücklich betätigen zu helfen. 5 9 * Amtliche Personalnachrichten. Aus dem Schul- dienst entlassen wurde vom 12. September 1915 ab der Lehrer Her⸗ mann Reiser zu Offenbach.— Der Großherzog hat am 6. Oktober d. J. dem Eisenbahn-Obersekretär Philipp Giebel zu Darmstadt und dem Bahnmeister Karl Uhrig zu Alsfeld, beide in der Hessisch⸗Preußischen Eisenbahngemeinschast, die unkündbare Anstellung verliehen.— Am 2. Oktober d. J. wurde den Lokomotiv⸗ führern Georg Hoh me her und Gg. Blümler zu Aschaffenburg, Friedrich Höres, Heinrich Völker und Josef Thaler zu Friedberg(Hessen), Karl Orth zu Hanau, Leonhard Sauer und Georg Eisenhauer zu Offenbach und dem Eisenbahn-Unter⸗ assistenten Karl Best zu Bebra, sämtlich in der Hessisch⸗Preußtschen Eisenbahngemeinschaft, die unkündbare Anstellung verliehen. 5 AButterstreckung durch Milch. Bei der an⸗ haltenden Verteuerung der Butter ist eine Beschrän des Bedarfs der einzelnen Haushaltungen angebracht, auf der anderen Seite muß vermieden werden, daß der hohen Preise wegen weiten Schichten der Bevölkerung der Butter⸗ fettgenuß ganz vorenthalten bleibt. Deshalb sei auf ein Streckverfahren hingewiesen, das Pa Engel⸗ hardt(Elberfeld) den bedrängten Hausfrauen empfiehlt: „In Erinnerung an den Genuß der auf Sauerlandwande⸗ rungen oft genossenen frisch gekirnten, schaumigen Butter der Landleute habe ich Versuche gemacht, frische Süß ⸗ rahmbutter mit abgeschöpftem N oder Voll⸗ milch zu mische n. Ich erzielte 1 Pfund Butter zu 280 Pfg. und ½ Liter- 1 Pfund Milch zu 13 Pfg. zwei Pfund Butter, welche zwar in der Farbe etwas weißer ge⸗ worden war, aber w ut dend blieb und nur etwa die Hälfte des Ladenpreises kostete. Die Zubereitung ist sehr einfach. Die frische Milch wird erwärmt, nicht zu heiß ge⸗ macht und in kleinen Teilen nach und nach unter die Butker erührt, geknetet oder gequirlt, bis Milch und Butter voll⸗ ständig miteinander verbunden sind zu einer weichen Masse, die, kalt gestellt, bald wieder die Härte der Butter hat. Etwas Salzzusatz macht die Butter wohl⸗ schmeckend und haltbarer. Am besten mischt man kleinere Meugen, um stets für wenige Tage möglichst frische Butter zu haben. Beim Mischen in einfachen Geschirren muß man fünf bis fünfzehn Minuten je 1 85 der Menge aufwenden, beim Gebrauch einer kleinen Milch⸗ oder uttermaschine hat man in kurzer Zeit die genußfertige Kriegsbutter. Jede Hausfrau probe das ihr agen Verhältnis aus, ob sie 5 Gewichtsteile Butter mit 2 Teilen Milch oder halb und halb oder sogar nur 2 Teile Butter mit 3 Teilen Milch mischt, denn selbst diese Mischung, von der sich ein Pfund bei einem Einkaufspreise von 300 Pfg. für 1 Pfund Mol⸗ kereibutter auf nur 130 Pfg. stellt, gibt im frischen Zustande einen wohlschmeckenden Brotaufstrich. Obwohl ich Misch⸗ butter nach drei bis vier Tagen noch gleich wohlschmeckend fand, empfehle ich, stets nur wenig für einen oder zwei 95 zu mischen. Natürlich stellt die Mischbutter keine vollwertige Butter dar, denn man kann nicht aus Milch im Werte von 13 P g. 1 Pfund Butter mit den ge⸗ setzlich vorgeschriebenen 400 Gramm Butterfett herstellen. So ist denn auch kein Handel mit dieser Mischbutter mö⸗ lich, aber es ist nach diesem Verfahren jeder Hausfrau m glich und erlaubt, die Butter zu strecken, wie sie dem Gaumen schmeckt und im Haushaltungsetat werden ursprünglichen Eine Reibe 1 Bekanntmachun⸗ zen findet sich im heul igen Kreisblatt. Zunächst werden die Reichsbestimmungen betr. die Regelung der Butter⸗ öchstpreise zur Kenntnis gebracht. Eine weitere Be⸗ kanntmachung betrifft die Pflicht der Kartoffel⸗Er⸗ zeuge r, die über zehn Hektar angebaut haben, zehn Prozent ihrer Gesamterzeugung zur Verfügung der Behörden zu lten. Ferner wird eine Bestandserhebung von alten Glocken, soweit sie nur mehr Wert als Altmaterial haben, angeordnet. f 5 An Schweinemästereien und Milchwirt⸗ schaften kann unter besummten Voraussetzungen von der Fuiterverteilungsstelle Schrot abgegeben werden. Wir ver— weisen auf eine heutige Bekanntmachung des Oberbürgermeisters. 1 Silberhochzeit. Gestern begingen die Eheleute Johannes Becker, Metzger, und Ehefrau Kath. geb. Balser, das Fest der Silbernen Hochzeit. Unbestellbare Postsendungen. Trotz aller bisher ergangenen amtlichen Aufforderungen muß immer noch eine erheb⸗ liche Anzahl Feldpostsendungen als unanbri 1 9 5 behandelt werden, weil entweder auf den Sendungen die Adresse der Emp⸗ fänger unvollständig ist oder der Ab ender seine vollständige Adresse [Vor⸗ und Zuname, Wohnort, Straße und Hausnummer) weder in noch auf den Sendungen angegeben hat. Ferner kommen noch hiufig unfrankierte Feldpostbriefe über 50 Gramm zur Auf⸗ lieferung, obwohl schon wiederholt darauf aufmerksam gemacht worden ist, daß derartige Briefe frankiert werden müssen. Schließlich findet die Bestimmung, daß Briese nach dem neutralen Ausland und nach Elsaß⸗Lothringen offen aufzuliefern sind, immer noch nicht die gehörige Beachtung. In vielen Fällen können die Sendungen der vorbezeichneten Art dem Absender nicht zurück⸗ gegeben werden, weil die Angaben in den Sendungen: Deine Mutter, Vater, Schwester usw. unvollständig sind und zur Ermitte⸗ lung des Absenders nicht genügen. Wieviel Unannehmlichkeiten mögen infolge der Unanbringlichkeit der Sendungen den Empfän⸗ gern und den Absendern erwachsen sein, und wieviel ungerechte Vorwürfe sind wohl gegen die Postverwaltung und deren Beamte erhoben worden! Es wird daher den Einlieferern von Postsendun⸗ gen immer wieder dringend empfohlen, au allen Sendungen stets die genaue Adresse des Empfänger s niederzuschreiben und die vollständige Adresse des Absenders, ent⸗ andschriftlich oder durch Abdruck eines Stempels anzu⸗ weder in 5 geben, t die Sendung, falls der Empfänger nicht ermittelt wird, dem Absender zurückgegeben werden kann. Ein Roman aus dem Gefangenenlager Von den aus dem Gießener Gefangenenlager in letzter Zeit flüchtig gegangenen feindlichen Soldaten sind alle einige Tage nach ihrem Entweichen bis auf 2 wieder festgenommen und ins Lager zurück sebracht worden. Die meisten sind nicht über die Grenzen der Proviß Oberhessen hinaus gekommen; das Wetter und der Hunger trieben sie meistens in die Dörfer oder in einzeln liegende Ge⸗ 163 es nicht schwierig war, die Zögel wieder einzufangen. ie Flüchtlinge erklären bei ihrer Einlieferung ins Lager selber, daß ihre Flucht eine furchtbare Dummheit gewesen sei. Nur der Deutsch sprechende St., von Geburt ein Schwizer, der mit einem nur Französisch sprechenden Kameraden am 3. Oktober gemeinsam davongegangen war, hat sich 10 Tage der Freiheit erfreut. Beide Flüchtlinge hatten glücklich bei Linzhausen den Rhein erreicht und St. hatte einen Fährmann gedungen, um an das andere Ufer zu gelangen. m war der Schiffer mit seinen beiden Fahrgästen mitten auf dem Strom, da schöpfte er Verdacht und ruderte ztrück ans Linzhauser Ufer, wo er seine Fahrgäste einem Landsturmmann, der dort auf Wache stand, übergab. St's. kriege⸗ rische Laufbahn in Frankreich und seine Gefangenschaft in Deutsch⸗ land sind übrigens, wie unserem Gewährsmann verraten wurde, der reine Roman. Der freie Schweizer Bürger hatte längere Zeit vor dem Kriege in Paris gelebt und dort sein Herz an eine hübsche Pariserin verloren Aus Frankreich in die Heimat zurückgekehrt, konnte er das Mädchen nicht vergessen; er ging das weite Mal in die Seinestadt und warb an Ort und Stelle um die Hand der Schönen. Da brach der Krieg aus und die pa⸗ triotische Gallierin erklärte dem Werber, sie werde ihm nur die Hand zum Bunde reichen, wenn er als sieggekrönter Held aus dem Kriege 1 die Deutschen zurückkehren würde. Der ver⸗ liebte Sohn Schweizer Berge meldete sich also freiwillig zum französischen Heere und rückte als Soldat mit ins Feld, hatte aber das Pech, gleich beim ersten Treffen den Deutschen als Gefangener in die Hände zu fallen. Im Gießener Gefangenen⸗ lager hat ihn nun die Sehnsucht nicht nach der Pariserin, wohl aber nach seiner friedlichen Heimat mit ihren Bergen mächti gepackt. An Mademoiselle denkt er nicht mehr, wie er denn aue alle Hoffnung aufgegeben hat, als Sieger zurückzukehren.. * On parle francais. Ein Mitarbeiter erzählt uns von einem Hereinfall mehrerer sprachbeflissener Arbeiter in der Wetterau folgendes Geschichtchen: Auf einem größe⸗ ren industriellen Werk wollte eine Anzahl Einheimischer die günstige Gelegenheit beim Schopfe fassen und ihre Sprachkenntnisse auf billige Manier an dort beschäftigten Rr ef Gefangenen bereichern. Einer der Franzmän⸗ ner ließ sich denn auch bereit finden, die Leitung eines Sprachkursus zu übernehmen und begann seine Tätig⸗ keit damit, daß er die braven Wetterauer zunächst in An⸗ ee nahm. Er zeigte ihnen eine Hacke und tierte: Das is eine Acke, eißt auf französick: Schö swi ön grand ahn.(Je suis un grand änel) Die lernbegierigen Schüler hatten diesen Satz zu wiederholen; es dauerte aber einige Tage, bis er vollkommen fest saß und inzwischen er⸗ tönte es während der Arbeit und beim Essen an allen Ecken: Je suis un grand äàne. Endlich rührte einen mit⸗ beschäftigten Belgier die Harmlosigkeit der lernbegierigen r und er klärte sie auf: Ihr diesen Un⸗ sinn 85 l seid Ihr wirklich, was der Franzose Euch vorgesagt hat! Was Ihr da plappert, heißt auf deutsch: Ich bin ein großer Esel! Diese unerwartete Wendung bereitete dem Kursus ein jähes Ende.— So gehts, wenn man ausländert! i Landkreis Gießen. U Alten⸗Buseck, 28. Okt. Dem Ersatzreservisten Heinrich Hofmann, der schon seit Oktober v. Is. in Rußland und Galizien fürs Vaterland kämpfte, ist, nachdem er im Juni zum Unteroffizier befördert wurde, nun auch auf französischem Boden das Eiserne Kreuz verliehen worden. g 5 + Lauter, 29 Okt. Der Erlös für das hiesige Ge⸗ meindeobst betrug in diesem Jahr 4000 Mark. 5 5 Kreis Büdingen. 4 Krankenkassen⸗Tagung. 5 k. Nüdda, 28. Okt. Am 24. Oktober hielt der Verband zur Wahrung der Interessen der Krankenkassen im 1 ogtum Hessen seine 9. ordentliche Mitgliederversammlung in 1550 im „Gambrinus“ ab. Sie war sehr zahlreich beschickt, auch nahmen piele Vertreter von Versicherungsbehörden, u. a. der Direktor des Großh. Oberversicherungsamts, die Versicherungsämter Darm⸗ stadt Stadt und Kreis, Offenbach Stadt, Büdingen, Gießen Scadt und Worms Stadt an der Versammlung teil. Der Vorsi nde Krieghoff⸗ Worms eröffnete die Versammlung und f begrüßte die Erschienenen. Direktor von Krug dankte im Na⸗ werden. Ein Verbot des Genusses von Fleisch und die men des Oberversicherungsamts für die Einladung, gab einen Ueberblick auf das van dem Großh. Oberversicherungsamt in Ge⸗ meinschaft mit den Krankenkassenverbänden bis jetzt Geschaffene: Dienstordnung, Prüfungsordnung, Kriegs versicherung, Muster⸗ satzung für Hausgewerbetreibende usw. Nachdem Rechnungsrat Harkh⸗Darmstadt den Geschäfts⸗ und Kassenbericht erstattet hatte, wurde von Geschäftsführer Steul⸗ Heppenheim a. d. B. über die Krankenversicherungspflicht der in land⸗ wirtschaftlichen Betrieben ihrer Eltern tätigen Kinder referiert. Zu dieser Sache ergriffen Direktor von Krug und der Ausschußvorsitzende der Landkrankenkasse Nidda, Moogk, das Wort. Ueber die Reichswochenhilfe berichtete Schnell⸗ bächer⸗Darmstadt eingehend, auch beantwortete er alle hierauf erichteten Anfragen. Nachdem Rechnungsrat Harth noch eine eihe Entscheidungen höchster Gerichtshöfe zwecks Anwendung in der allgemeinen Verwaltungspraxis erörtert hatte, wurde Heppen⸗ heim a. d. B. als Ort der nächstjährigen Mitgliederversamm⸗ lung gewählt. Bei dem gemeinsamen Mittagstisch im Gasthaus zur Traube dankte der Vorsitzende dem Geschäftsführer Bol lackss für die gute Vorbereitung der Tagung und Direktor von Krug hielt eine warm empfundene vaterländische Ansprache. die neuen Bundesratsbestimmungen über die Verteilung der Lebensmittel. Berlin, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bundes⸗ rat hat angenommen: Den Entwurf einer Verordnung zur Ein⸗ schränkung des Fleisch⸗ und Fettverbrauches, den Ent⸗ wurf einer Verordnung zur Regelung der Fisch⸗ und Milch⸗ preise, die Aenderung der Bekannkmachung vom 31. März be⸗ treffend Einschränkung der Trinkbranntwein⸗Erzeugung, die Vorlage betreffend Verlängerung der Gültigkeit der Einfuhr⸗ scheine für ausländische Wertpapiere, eine Aenderung des Ver⸗ zeichnisses der Eingangsstellen für die Fleischeinfuhr, eine Aen⸗ derung der Bekanntmachung der Kartoffelversorgung vom 9. Oktober und den Entwurf einer Bekanntmachung über die Re⸗ gelung der Kartoffelpreise. Die Einschränkung des Fleischgenusses. Berlin, 28. Okt.(WB. Nichtamtlich.) Nunmehr hat der Bundesrat über die Verordnung zur Einschränkung des Fleisch⸗ und des Fettverbrauches Beschluß ge⸗ faßt. Danach dürfen ab 1. November Dienstags und Freitags Fleisch, Fleischwaren und Fleischspeisen nicht gewerbsmäßig an Verbraucher verabfolgt werden. Mon⸗ tags und Donnerstags dürsen in Wirtschaften aller Art Fleisch, Wild und Geflügel, Fische und sonstige Speisen, die mit Fett oder Speck gebraten, gebacken oder Ge geschmort sind, sowie zerlafsenes Fett nicht verabfolgt wer⸗ den. Samstags darf kein Schweinefleisch verabreicht Verwendung von Fett an den bezeichneten Tagen in den Einzelhaushaltungen ist zunächst nicht ausgesprochen, da von der Einsicht der besserbemittelten Bevölkerungskreise erwartet werden muß, daß sie sich willig entsprechende Beschränkungen in der Verwendung von Fleisch und Fett selbst auferlegen werden. Der Zweck dieser Verordnung ist im wesentlichen der einer sozjalen Verteilung der an sich ausreichenden Fleischvorräte. Sie wird unter Umständen nur deeben erforder⸗ lich sein, wenn es gelingt, zu einer Verbrauchsregelung des Fleisches zu kommen, zumal die neueste Viehzählung vom J. Okt. eine erfreuliche Zunahme der Schweine⸗ bestände ergeben hat. Um zu verhüten, daß die Be⸗ schränkung der Fleischverwendung zu einer Steigerung der Wild⸗ und Fischpreise infolge erhöhter Nachfrage führt und um der schon vorhandenen übertriebenen Erhöhung der Preise zu ee ist in einer weiteren Bundesratsver⸗ ordnung der Reichskanzler ermächtigt, Preise für Fische und Wild im Großhandel am iner Markte(Grund⸗ Preise) nach Anhörung von Sachverständigen festzusetzen. Diese Preise sind für das Reichsgebiet maßgebend, sofern nicht die Landeszentralbehörden zur Berücksichtigung be⸗ sonderer Marktverhältnisse einzelner Wirtschaftsgebiete Ab⸗ weichungen anordnen. Insoweit Grundpreise sestgesetzt sind, sollen Gemeinden mit mehr als 10000 Einwohnern die Kleinhandelshöchstpreise festsetzen. Die Regelung der Kartoffelpreise. Berlin, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bun⸗ des rat hat in seiner Sitzung vom 28. Oktober den Reichs⸗ kanzler ermächtigt, allgemeine Produzentenhöchst⸗ preise für Kartoffeln sestzusetzen. Der Reichskanzler hat diese Höchstpreise durch eine Bekanntmachung des gleichen Tages nach den bisher üblichen Preisgebieten ge⸗ frennt und bestimmt, wie dies in der n vom 9. Oktober hinsichtlich der sogenannten Grundpreise geschehen war. Die Produzentenhöchstpreise bewegen sich also zwischen 55 und 61 Mark(2.75 bis 3.05 Mark für den Zentner). Kleinhandelshöchstpreise sind alle Ge⸗ meinden mit mehr als 10000 Einwohnern verpflichtet, die anderen Gemein! sowie Kommunalverbände berechtigt, festzusetzen. Der Kleinhandelshöchstpreis darf den Produ⸗ entenhöchstpreis desjenigen Gebietes, in dem der Klein⸗ dandel ausgeübt wird, um höchstens 1.50 Mark über⸗ steigen. Der Großhandelspreis wird sich nach den lokalen Verhältnissen zu richten haben. Durch die Verord⸗ nung wird die Möglichkeit der Enteignung beiallen Besitzern von mehr als einem Hektar Hartof⸗ fel⸗ Anbaufläche gegeben. Die Enteignung darf sich bei diesen aber nur auf höchstens 20 Prozent der gesamten Kartoffelernte des einzelnen Kartoffelerzeugers erstrecken. Als Kleinhandel gilt der Verkauf an Verbraucher, soweit es sich dabei um weniger als 10 Zentner handelt. In der Kartoffelverordnung vom 10. Oktober ist ferner die Aen⸗ derung getroffen, daß zukünftig alle Landwirte von mehr als einem Hektar Kartoffelanbaufläche 10 Prozent der gesamten Kartoffelernte bis zum 29. Februar 1916 für den Kommunalverband zu reservieren haben. Bisher war diese Verpflichtung nur den Besitzern von mehr als 10 Hektar auferlegt. Berlin, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) In der„Deut⸗ 97 5 Tageszeitung“ veröffentlicht der engere Vorstand es Bundes der Landwirte einen Anfrüf, in dem er unter Zurückweisung der gegen die Landwirtschaft erhobeten Angriffe und Beschuldigungen die Bundesmit⸗ lieder und alle Berufsgenossen bittet, den ommunalverbänden Eßkartoffeln in rei⸗ cher Menge zum Ankauf zu den festgesetzten Preisen zur Verfügung zu stellen. Berlin, 28. Okt. WTS. Nichtamtlich.) Der Ausschuß der Kartoffel⸗Verwertungs⸗Gesellschaft hat einem Vorschlage der Regierung zugestimmt, vom 1. November an den Abschlags preis für Kartoffelstärke um 3,85 Mark und für Trocken⸗ kartoffeln um 2,80 Mark für den Doppelzentner herabzusetzen. Die neuen Preise stellen sich demnach für Kartoffelstärke und Kartoffelstärkemehl auf 36,65 Mark, für Kartofselflocken auf 25,60 Mart, für Kartoffelschnitzel auf 24,35 Mark und für Kar⸗ toffelwalzmehl auf 29,80 Mark für den Toppelzentner. Um diese Minderung des Erlöses auszugleichen, sind die Fabrikanten sämtlicher Gruppen darauf angewiesen, Frischtartoffein um 35 Pfg. für den Zentner billiger einzukaufen. Auf Grund der Verord⸗ nung vom 16. September werden die Verkaufspreise für Kar⸗ toffelstärke und Kartoffelstärkemehl, sowie für Trockenkartoffeln vom 1. November an um 8 Mark bezw. 6,10 ermäßigt. Eine weitere Herabsetzung der Verkaufspreise wird erfolgen, sobald die Lieferungen auf Grund der neuen Preise dies gestatten. Bei dieser Gelegenheit mag erneut darauf hingewiesen werden, daß, gleichgültig, welches auch die Spannung zwischen den Ab⸗ schlagspreisen und den Verkaufspreisen ist, der Erlös der Her⸗ teller von Kartoffelstärke und Trockenkartoffeln stets insofern begrenzt bleibt, als dem Abschlagspreise nur eine Nachzahlung von höchstens 50 Pfg. für den Doppelzentner folgen darf Jeder darüber hinaus erzielte Gewinn steht zur Verfügung des Reiches. Nirche und Schule. Berlin, 29. Okt. Ueber die Richtlinien, die der preußt⸗ che Ku ltusminister für die Erziehung und Behandlung der Kriegs p rimaner ausgibt, teilt der„Berliner Lokalanzeiger“ folgendes mit: Die Kriegsprimaner sind, wenn auch ernste, ein⸗ dringende Arbeit zu verlangen ist, entsprechend ihren Lebens⸗ erfahrungen und ihrem Alter zu behandeln. Wenn sie sich auch der O ig der Schule fügen m zu vermeiden. Bei den jungen Leuten soll möglichst auf Selbst⸗ betätigung und gen auf Zusammenhang und gegen⸗ seitige Kritik en. Es kann hier ein Unterricht an⸗ üfsen, so ist doch jede Kleinlichkeit 07 Eingesandt. [Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Die Butterpreise. Bis zur Festsetzung der neuen Butterpreise fonnte man in der Nähe, in Grüningen i. B., noch But er zu 1,50 Mk. bekommen. Sobald aber 2.40 Mk. festgesetzt wurde, streg ber Preis sofort auf den Höchstpreis, ob nach Aussage von Selbstherstellern von Butter ohne weiteres es aber, wenn da, wo der Gestehungspreis viel geringer ist, dann sofort der Höchstpreis gefordert wird. Es sollte einfach der Butter⸗ genuß sowäit wie möglich eingeschränkt werden. Obstaufstrich ist viel gesünder, besonders für Kinder. Butter als Nahrungs⸗ mittel ist durchaus unnötig in der bisher gebrauchten Menge. Die an Fett ärmere Ernährung, wie wir sie jezt notgedrungen genießen müssen, wird insofern ihr Gutes haben, als wir für die Zulunft in geringeren Grade an Magen⸗ und Darmstörungen leiden wer⸗ den. Wir brauchen die Butter garnicht. Wenn wir in der Woche zunächst einmal zwei oder drei butterfreie Tage einschieben, dann werden die Butterpreise sicher sehr rasch sinken. Abgesehen davon, erwerben wir uns damit ein Verdienst um das Vaterland, weil wir dadurch den Spekulanten das Handwerk legen, welche in Holland Butter in Menge aufkaufen, wodurch die Zentralmächte um Mil⸗ lionen geschädigt werden. r. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 30. Oktober 1915 Wechselnd bewölkt, meist trocken, kühl, in höheren Lagen Nachtfrost, Vereitelung feindlicher Trupgenansammlungen an der bulgarischen Küste. Budapest, 29. Okt.„A Vilag“ meldet aus Sofia: Zwi⸗ schen Wakri und Maronna hat türkische Artillerie den Versuch von acht feindlichen Kreuzern, an der bulgarischen Küste Truppen zu landen, vereitelt. ö Rumäniens Haltung. Lugano, 29. Okt. Die„Idea Nazionale“ erfährt aus guter Quelle, daß Rumänien mit Oesterreich⸗Ungarn und Dutschand ein Neutralitätsabkommen abgeschlossen habe.(7). 5 ö Die feste Haltung des Königs Konstantin. Amsterdam, 29. Okt. Die„Pall Mall Gazette“ schreibt? Aus der Haltung des Königs Konstantin kann man spfort ersehen, daß seine Beziehungen zu dem Kaiser einen sesten Charakter tragen und daß es vergeblich ist, Griechenland als einen möglichen Faktor zu unseren Gunsten zu betrachten. Der Entente gegenüber hat der König seinen wahren Charakter gezeigt und sie verpflichtet, auf ihrer Hut zu sein. Der König steht an der Spitze eines mobil gemachten Heeres, und es ist wohl möglich, daß er in Versuchung gebracht wird, mit Hilfe seines Heeres die Wagschale zugunsten Deutschlands niedergehen zu lassen. Die griechische Regierung und das ausländische Papiergeld. Budapest, 29. Okt. Das Blatt„A Vilag“ meldet aus Athen: Die griechische Regierung hat eine Verordnung erlassen, welche den Wert des französischen Papiergeldes mit 75, des russischen mit 70 und des englischen mit 30 Prozent festsetzt. Die Verfügung hat in Ententekreisen große Bestürzung verursacht. Dank der deutschen Regierung an die niederländische Regierung. Haag, 29. Okt. Der„Rotterdamsche Courant“ meldet: Die deutsche Regierung hat der niederländischen Regierung ihren herzlichen Dank für die Rettung von deutschen Flie⸗ gern ausgesprochen, die am 19. September in der Nordsee Schiffbruch erlitten und durch das niederländische Rettungsboot „Brandaris“ nach Terschelling gebracht worden waren. Die deutsche Regierung hat ferner die ritterliche Behandlung, die den Fliegern von dem Kommandanten und von den Offizieren zuteil geworden ist, anerkannt. Der Papst für den Frieden. Amsterdam, 29. Okt. Aus New Vork wird mittels Funk⸗ spruch gemeldet: Der Abg. Erzberger sagte in einer Unter⸗ redung zu einem Vertreter des„New Nork Journal“, er glaube, der Papst tue sein möglichstes, um den Frieden zu erwirken. Erz⸗ berger fuhr fort: Als ich Seine Heiligkeit zum letzten Male sah, war er außerordentlich mit Friedensgedanken beschäftigt. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, daß der Papst die Eingabe einer Kooperation des amerikanischen Volkes und der Regierung er⸗ wartet. Ich glaube auch, daß die amerikanische Angelegenheit mit England dazu beitragen wird, England für Friedensunterhand⸗ lungen günstiger zu stimmen. 1 „——— N 22 A — Beste 2 pf. Deutsches Fabrikat ⸗ . SFOR A. qa NMATZ I ANKHENSFE SELL SHAFT VTUTUDUDDU———T—TV—T——————————————— 3 . g 2 5 1412 9 1 5 Sigarelt i 0 Trustfrei 1 1 n 6 5 0 F„unser , e ee 72 . mmm Hmmm Großer Vor der bedeutenden Preissteigerung haben wir zu diesem Verkauf gewaltige Posten billig erworben. daher von größtem Interesse sein, und lohnt es sich unbedingt, III III Ait Für die Hand f U IAI Tinmmammmmimam Ie Hammmmmummummemmm 115 Umm unmümmummoun Al OIIl waren Verkauf Diese Angebote dürften ihrer e wegen jeden— auch später eintretenden— Bedarf jetzt zu decken. 5 Für den Fuß 5 1 rrrrrrrriimimimem mii rrrrrrrrrr reimt rrrrrrrrrrr̃iim rrrrrrrrrrr— c.—᷑ Damen-Handschuhe Herren-Handschuhe Ki 15 Damen- Strümpfe llerren-Soclen f ik ik Ergu, Wei inder-Strümpfe Cachem ine Woll Wolle, plattiert, rb Paar N 0.55 aner Pre Paar If. 0.80 in vielen preiswerten und Lellärs u. farbe Past fe eis bee e ee 5 Außerst soliden Qualitäten Damen-Handschuhe Herren-Handschuhe anne Damen- Strümpfe Herren-Socken 8 Wildleder, imitiert, mit gestrickt, wollgemiseht, 1.10 1 0 0 R b tt Bel gestrickt. s ur soude 1 60 W eke Fa l 9 in 8. 0.65 selten billig. Paar Mk. I. 0 A 2 Cualität,. Paar Mk. l- 923515 80 55 1.25 Arben MX. 0 Handschuhe Herren- Handschuhe Einder. Sweater Damen- Strümpfe Kamee'haar-Socken 1 0 8 0.75 D 1.30 schwere ie 1 billig Cachemire, reine U ee 1 go Pha Ona, Kiga 1. 5 . 12 1 e 1 Paar Mk.. Gelegenheitskauf Paar prima Qual. Paar Mk.* 5 Militär-Handschuhe Kinder- Sweater 5 Damen-Handschuhe Feiler be dag e Wolle plattiert Damen- Strümpfe weren ee Trikot, hervorrag. Qual. Wolle Paar 1. 1.60 Mk. 2.00 151 gestrickt, in allen 2.20 00 lle 1 ale 2.00 ohne Futter Paar Mk. 1.10 Kinder Sweater Größen Paar Mk. 0 olle. 5 dschuh er e in reiz. Ausführungen, nur gute Qual. 7 St rümpf Hlerren-Socken Damen-Handschuhe Wol- Trikot, durchaus gefüttert Mk. 3.60 amen-Strümpfe Fin Pasten in eee n 35 e e 8 Lale e 250 TRIKO TAGEN 1 8 Herren-Hemden Herren-Unterhosen Militär-Westen fate Walt gate, schwere wollgemischte Ia. Oualitateu in bewährten Qualitàten wollgemischt oder angerauhtem Futter, und gestrickt Gruppe I Gruppe II Gruppe III Gruppe I Gruppe II Gruppe III Gruppe 1 Gruppe II Gruppe III 275 375 5 205 3.50 3.25 475 5.50 Weit unter Preis! kin Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten 8 rein wolln.. 1. 25 rein wolln. 1 0. 6 0„ 0. 50 1138 3 8 1. 25 wollner eee 0. 35 Lungenschoner ne ieee ieee WICK EL-EAMASC HEN, sehr preiswert 4 d 8.00 ee 400 5 8 450 rrrrrꝶmꝶ Salomon 8 Cie. ITU .—— Aue— eee müöbtl⸗ Heute vormittag 3½ Uhr entschlief sanft innigstgeliebter Mann, unser lieber, guter Vater, und Onk nach kurzem schweren Leiden mein Seu wiegervater, Bruder, Schwager Wilhelm Thöt im Alter von 51 Jahren. el In tiefem Schmerz: Elise Thöt, geb. Schieck Minna Moos, geb. Thöt Sergeant Wilhelm Thuöt, 2. Zt. D.-O.-Afrika Ob-Verw.-Maat Friedr. Thöt. z. Zt. Holtenau Musketier Georg Thöt, 2. Zt. im Felde Gefreiter Karl Thöt, 2. Zt. im Felde Unteroffizier Hans Thöt Ludwig Tuöt Karl Moos. Giessen(Bleichstrasse 33), den 28. Oktober 1915. 8472 Die Beerdigung findet Sonntag, den 31. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Vorschule des Paedagogiums. Anmeldungen von Kindern, die Ostern 1916 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil nahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir allen herzlichen Dank. November täglich zwischen 3 und 4 Uhr ent⸗ e Der Geburtsschein ist mitzu⸗ bringen.— Die Kinder können nach dreisährigem Besuche der Vorschule in die Sexta öffentlicher, höherer Schulen eintreten. Schulgeld 140.— M. jährlich. Ludwigstr. 70, Fernruf 633. 8308 D Brackemann, Direktor. Butter⸗Verkauf des Nommunal⸗erbands Gießen. Aus dem Kühlhaus frisch eingetroffene 9. Süßrahm⸗ Butter. 2.— Mt. 9 in den Verkaufsstellen der Dampfmolkerei Gießen Gebr. Grieb f 1 2— 5— 2 1— Im Namen der Hinterbliebenen: Maria Graf, geb. Gabelin. Gießen(Glaubrechtstr. 12). 8482 Nonsumperein Gießen u. l. Ung. Von Montag, den 1. November ab d 55 Verteilungsstellen 84740 morgens um 8 Uhr 2 Vorstand. geöffnet. r F R 1 + 2 NO WA SR Neste-Tag Beginn: Homag den. November Chr. Arnold. 75 e werden, werden vom 23. Okiober bis edizinatt Drogerie zum Kreuzplatz.Kreuzp' al. verkaufen. uu Die unterzeichneien Tapeten⸗, Tinolrum⸗, uh. Vorhang⸗ u. Oetlengeschäfte schlicßen ihre Verkaufsstellen vom 1. November ab während der Kriegsdauer mit Ausnahme des Monats Dezember und der behördlich sestgelegten Ausnahmerage an Wochentagen abends um Uhr au Sountagen mittags um 2 Uhr und bitten das an e e von Gießen und Umgebung, gütig hierauf Rücksicht nehmen zu wollen. Th. Brück. Jos. Collisy. A. Grünebaum. C. A. Hartmann. Och. Hochstätter. C. Leisler. Aug. Oßmann. Ferd. Nennstiel. Otto Täubert. Carl Stückrath. Carl Zimmermann. Für dn Mfnterdedarff 8 Holzrahmenmatr., Kinderbett. bill an Private. Kat. frei. h empfehle: ĩ¶ e Dauerhafte Hsenmbhellahrik, Suhl 1. Th. Strapazier-Stiefel fur Damen, Herren, Madohen und Kinder. Halbschuhe fid- Ind Lanelhaar- eue s Gummischuhe S Militär-Stiefel und Gamaschen W. HERBERT Gute Afelbhutter für regelmäßige wöchentliche Steserudg 9 Magistrat Franzburg(Pommern). Zar ce büpapflege anbürslen Zahnseifen ander Arpüder Imepflehlt in reiechhal- tigster Auswahl 8181 D Morgen Samstag abend: Zusammenkuuft Vereinsbeim(Kohler). av Faulhaber dagen Olr.: Hermann Steingoetter. Freitag, 29. Oktpr. 1915, abends 8 Uhr: sc 4 Freitag⸗Abonn.⸗Vorstellg. Gewöbnl. Preise(ermäßigt). Herrschaftlicher Diener gesucht. Schwank ing Akten v. Eugen Burg und Louis Taufstein. Ende nach 9½ Uhr. Sonutag, 31. Oktbr. 1915, nachmittags 3½ Uhr: Kleine Preise Kleine Prelsel „Hilmzauber“. Posse mit 35 und Tan in 4 Bildern von Rudol; Bernauer und Rudolp Schanzer. Musik von Walter Kollo u. Willi Bredschneider. Ende nach 6 Uhr. Abends 7½ Uubr: Kleine Preise Kleine Preise“ Doktor Klaus Lusthpiel in 5 Akten von Adolph L'Arronge. Ende 10½ Uhr. e Solocten vom de ae abwärts 8 ei allef Vorstellungen 0 39 8473 D 0 Bullen⸗ Verkauf. Die Gemeinde Beuern will einen fetten Simmentaler Bullen auf dem Submissionswege Diesbezügliche Offerten sind bis zum Montag, den 1. November l. J., nachmittags 3 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei abzugeben, wo⸗ selbst auch die näheren Bedingungen zu erfahren sind. Beuern, den 25. Oktober 1915. Großh. Bürgermeisterei Beuern. J. V.: Otto.