Nr. 254 Der Gleßener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: blermal wöchentlich SleßenerKamilienblätter; zweunal wöchentl. Kreis. blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wietschaftliche Zeitfragen Ferusprech- Anschlusse: für die Schriftleitung 12 Verlag, Geschäitsstelleöl Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Selenal⸗ Alheiger für Oberhessen Rotationsdruck und berlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Donnerstag, 28. Oftober 1015 Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Die verbindung mit den Bulgaren hergestellt! WT.) Großes Hauptauartier, 27. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. An der Straße Lille— Arras entwickelte sich gestern abend nach einer französischen Sprengung ein unbedeutendes Gefecht, das für uns günstig verlief. Nordöstlich von Massiges drangen die Franzosen im Handgranatenkampf an einer schmalen Stelle in unseren vordersten Graben ein. Sie wurden nachts wieder vertrieben Im Luftkampf schoß Leutnant Immelmann das fünfte feindliche Flugzeug s ab, einen französischer Doppeldecker mit englischen Offizieren, die gefangen genom⸗ men sind. U Zwei weitere feindliche Flugzeuge wurden hinter der feindlichen Linie zum Absturz gebracht. Eines davon wurde von unserer Artillerie völlig zerstört. Das andere liegt nördlich von Souchez. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Südlich der Eisenbahn Abeli— Dünaburg drangen unsere Truppen in der Gegend von Tymschany in etwa zwei Kilometer Breite in die russische Stellung ein, machten sechs Offiziere, 450 Mann zu Gefangenen und er⸗ beuteten ein Maschinengewehr und zwei Minenwerfer. Die gewonnene Stellung wurde gegen mehrere russische Angriffe behauptet, nur der Kirchhof von Szaszali(einen Kilometer nördlich von Garbunowki) wurde nachts wieder gestürmt. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Neues. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Weftlich von Czartorysk ist unser Angriff bis an die Linie Komarvw—Kamlenucha⸗ Höhen, südöstlich Mied⸗ wieze, vorgetragen. Balkan⸗Kriegsschauplaßg. DOestlich von Visegrad wurde Dobrun genommen. Die Armeen der Generale v. Köveß und v. Gallwitz haben den Gegner überall, wo er sich stellte, ge⸗ worfen. Mit den Hauptkräften wurde die allgemeine Linie Valjevo— Morawci(am Ljig)— Topola erreicht, östlich davon die Jasenica, Rara und beiderseits Svilajnac die Re⸗ sava überschritten. Im Pek⸗Tale ist Neresnica genommen. Die südlich von Orsowa vorgehenden Kräfte erbeu⸗ teten in Klado vo zwölf schwere Geschütze. Im Llubicevac(an der Donau, östlich von Brza⸗Palanza) wurde die unmittelbare Verbindung mit der Armee des Generals Bojadjeff durch Offi⸗ ziers⸗ Patrouillen hergestellt. Der rechte Flügel dieser Armee folgt dem Gegner von Negotin in nordwestlicher und südwestlicher Richtung. Um den Besitz von Knjazevac wird weiter gekämpft. l 8 Oberste Heeresleitung. N Das frohe Ereignis, das uns die beiden Tagesberichte heute mitteilen, hat sich in der Nordostecke Serbiens ab⸗ gespielt, nachdem die Donauschleife nördlich von Brza Pa⸗ lanka vom Feind gesäubert ist: die Verbündeten und die Bulgaren haben sich dort die Hand gereicht. Im Berner „Bund“ hieß es gestern noch:„Im Nordostzipfel hat der Uebergang bei Tekija in der Richtung Kladowo die Donau⸗ schleife freigemacht, und die Verbindung der Zentralmächte mit den Bulgaren auf dem Wasserwege hergestellt.“ Dieser Fortschritt ist durch weitere Erfolge überholt worden, die Einkreisung der Serben mit der allgemeinen Marschrichtung nach Südwesten schreitet rasch voran. Der Berner„Bund“ kennzeichnet die Lage in Serbien wie folgt: Die Serben sind nach unserer Auffassung entschieden dabei, Kräfte im Südwesten zu konzentrieren und fechten an der Nord⸗ und Nordwestfront vermutlich nur mit starken Nachhuten, die unter möglichster Ausnützung des Geländes von der Linie Vise⸗ 1 e ee e e 15 Kilometer süd⸗ ich Palanka)—Velik— Laole.—(40 Kilometer che Pozare⸗ vac) 5 langsam zurückgehen. Macken fen hat jetzt das Morawatal bis Svilajnac erstritten und tritt nun aus den Vor⸗ bergen in das eigentliche Gebirge ein. Setzen die Serben den Wider⸗ stand fort, so wird sich sein Vormarsch verlangsamen. Im Nordost⸗ npfel hat der Uebergang bei Tekija in der Ri tung Kladowo die Tonauschleife freigemacht u die Verbindung der Zen ralmächte mit Bulgaren auf dem Wasserwege hergestellt. Die Bulgaren nden bei Zajecar, Knjazevac und Pirot offenbar sehr starken Widerstand, hinter welchem sich die Konzentration des serbischen Heeres vollziehen dürfte.. Wie man sieht, gibt der neueste deutsche Heeresbericht als neueste Kampflinie ebenfalls Valjevo⸗Topola an, wobe zu bemerken ist, daß Topola schon etwa 10 Kilometer südlich, von Arangjelovac liegt. Pla va stand zeitweise unter Trommelfener. Ein Angriff Lana und den Sief⸗Sattel scheiterten. Unser Spital in Ro⸗ Ueber das Gegenspiel der„Entente“ von Saloniki aus stellt der„Berner Bund“ folgende Betrachtungen an: Mit welchen Kräften Franzosen und Engländer im untern Wardartal stehen, entzieht sich der Kenntnis; doch schließen wir auf etwa drei Divisionen operationsfähiger Truppen, zu wenig, um ein strategisches Ergebnis von Bedeutung zu erzielen, genug, um das Eingreifen der Entente zu kennzeichnen und auf die linke äußerste Flanke der Bulgaren einen gewissen Druck zu üben. Ob man sich davon auf seiten der Entente mehr noch po⸗ itische als militärische Einwirkung verspricht, kann dahingestellt bleiben. Die Truppenzahl erhöht sich übrigens von Tag zu Tag. Trägt sich die englisch⸗französische Heeresleitung mit der Hoff⸗ tung, von Gievgieli bereits strategisch eingreifen zu können, um also in der Richtung auf Strumitza vorzugehen und das Strumatal zu öffnen, so bedarf sie dazu einer großen Armee und längerer Frist, denn die Einnahme von Strumitza wäre von geringer Bedeutung für eine so weitgreifende Operation und der Marsch durch das Strumatal nach Sofia, obgleich flankierend gedacht, ein Flankenmarsch, wenn wir an⸗ nehmen, daß auf dem linken Ufer der Struma noch bulgarische oder bulgarisch⸗türkische Streitkräfte versammelt sind. Ver⸗ führerisch ist allerdings der Gedanke, die don Osten nach Westen vordringenden Bulgaren, die einzelnen Angriffsgruppen auf der dreihundert Kilometer langen Front Negotin⸗Strumitza gestaffelt stehen, in der linken Flanke zu packen und aufeinanderzuwerfen, aber das ist eine kaum urch⸗ führbare Aufgabe, da hohe und unwirtliche Gebirge die einzelnen nac fordern trennen, und die Verbindungen nicht von Süden nach Norden, sondern von Westen nach Osten laufen. Leichter wäre daher die Gegenoffensive, wenn sie von den Anglo-Franzosen erst nach ihrer Vereinigung mit starken serbischen Kräften von Veles oder Uesküb aus, das heißt, das Bregalnitzatal auf⸗ wärts, oder in der Richtung Kumanowo⸗Küstendil, unternommen werden könnte. Es scheint jedoch, nach der neuesten Erklärung Lans⸗ downes im englischen Oberhaus, die wir in den nachstehenden Meldungen wiedergeben, daß die Engländer und Franzosen keine so hochfliegenden Pläne perfolgen wollen. Unsere N folgen vielmehr dem Wahlspruch:„Kommt Zeit, ommt Rat.“ Man sieht ein, daß man zu spät kommt, um den deutsch ⸗österreichischen Durchbruch durch Ser⸗ bien und die Vereinigung mit den Bulgaren hin⸗ dern zu können, und es ist besonders bemerkenswert, daß Lansdowne auf die„vollständig gleiche Meinung“ hinwies, die in diesem Punkte bei der britischen und fran⸗ zösischen Regierung herrsche.„Wir werden b uchen“, so fuhr er fort,„die britischen Truppen zum Kampf gegen die mitteleuropäischen Mächte zu verwenden, nachdem diese durch Bulgarien gezogen sind“. Demnach haben die Herren in London und Paris noch nicht die Hoffnung aufgegeben, die Griechen, die noch hart widerstreben, einst dennoch in ihr Schlepptau zu ziehen. Hoffentlich wirken aber die Schläge der Zentralmächte und der Bulgaren in dieser Hinsicht über⸗ zeugender als das mutlose, unentschlossene Phrasentum un⸗ serer Feinde! in Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 27. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 27. Oktober 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Die Vertreibung der Russen westlich von Czartorysk schreitet trotz der heftigen Gegenwehr des Feindes fort. Sonst nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Der italienische Angriff auf unsere küstenländ ische Front wurde gestern nicht mehr mit so großem Aufwand an Menschen und Munition wie in den früheren Schlacht⸗ tagen fortgeführt. Der Feind zögert mit dem Einsatze seiner Kräfte. Mehrere Angriffsversuche gegen die rn⸗Stellung kamen über ihre Anfänge nicht hinaus. Wiederholte Angriffe auf den Tolmeiner Brücken⸗ kopf wurden wie immer abgewiesen. Der Abschnitt von auf Glorna wurde zurückgeschlagen. Bei Plava vermochte die italienische Infanterie nicht mehr vorzugehen. Im Süd⸗ abschnitte des noch immer unter schwerem Feuer stehenden Brückenkopfes von Görz drang der nachmittags hier an⸗ greifende Feind in ein kleines Grabenstück ein, das er jedoch nachts wieder verlor. Das Geschützfeuer gegen die Hochfläche von Dober do hat bedeutend nachgelassen. Die Angriffs⸗ tätigkeit der Italiener an der Dolomiten⸗Front hält an. Vorstöße starker gegnerischer Kräfte gegen den Col di vereto wurde mit Brisanz⸗Granaten beschossen. Südöstlicher Kriegsschauplaß. Oestlich von Visegrad entrissen unsere Truppen dem Feind die Höhen beiderseits des Grenzdorfes Dobrunj. Die Armee des Generals der Infanterie v. Köveß drängte den Gegner ins Gebirge nördlich von Grn⸗Mila⸗ nobvac zurück. Oesterreichisch⸗ungarische Kräfte warfen ihn mit dem Bajonett aus seinen Höhenstellungen bei Topo la. Die beiderseits der Morawa operierende deutsche Armer gewann die Höhen südlich der Raca und dringt die Mlava aufwärts vor. 5 Die Orsova⸗Gruppe ist in Brza Palankna eingerückt. In Klado vo wurden zwölf schwere serbische Geschütze und große Vorräte an Munition, Verpflegung und Bekleidung. erbeutet. Abteilungen der westlich von Negotin kämp⸗ enden bulgarischen Kräfte stellten die Verbin⸗ dung mit denösterreichischen, ungarischen und deutschen Truppen her. Die gegen Knjazevac ent⸗ e bulgarischen Kräfte kämpften gestern im Ostteil dieser —* Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * 4* Der Kriegsplan der Entente auf dem Balkan. London, 27. Okt.(Zens. Frkft.) Reuter meldet: In Be⸗ antwortung einer Frage Loreburns, der bezüglich der Ex pedi⸗ tion nach Saloniki Garantien wünschte, erklärte Lans⸗ downe im Oberhaus die Umstände, die zur Entsendung der Ex⸗ pedition führten. Er sagte, man habe nur eine kleine Truppen⸗ macht entsandt, da mehr Truppen im Augenblick nicht zusammen⸗ zubringen waren. Gleichzeitig sei jedoch eine größere Trup⸗ venmacht für den Dienst in Südosteuropa vorbereitet und Transportschiffe zu diesem Zweck bereitgestellt worden. Diese Schritte seien mit großer Schnelligkeit geschehen, denn Schnellig⸗ leit sei von größter Bedeutung, zumal dies das Einzige gewesen sei, was getan werden konnte, um Serbiens Schicksal zu erleichtern. Die Art des Vorgehens jener großen britischen Truppenmacht werde von den Verhältnissen abhängen, die im Augenblick ihrer An⸗ kunft herrschen. Die Geschehnisse im Südosten Europas hätten sich rasch abgespielt und spielten sich noch jetzt sehr rasch ab. Zwei Ereignisse, die erst vor kurzem eingetreten seien, hätten einen großen Einfluß auf die militärische und politische Lage ausgeübt. Das erste sei die Veränderung in der Haltung der griechischen Regierung, die nun zu dem festen Entschluß gekommen sei, daß die Bundes⸗ verpflichtungen Griechenland nicht nötigen, Serbien in der gegenwärtigen Krisis zu helfen. Das sei eine der grundlegenden Aenderungen der Lage. „Aber außerdem,“ so fuhr Lansdowne fort,„muß ich mit großem Bedauern sagen: ich befürchte, wir müssen e n⸗ kennen, daß die Fortschritte des Feldzuges in Nordserbien es höchst unwahrschein lich erschei⸗ nen lassen, daß das serbische Heer imstande sein wärd, während längerer Zeit den Angriffen zu wderstehen, denen es jetzt durch die deutschen und österreichi⸗ schen Truppen im Norden ausgesetzt ist und die noch untenstützt werden durch den Angriff im Rücken der Serben, durch die Bul⸗ garen. Die britische und die französische Regierung sind vollständig glleicherr Meinung über die militärische Lage, und sie sind sich bewußt, daß, wenn weitere Verstärkungen ankommen, es not⸗ wendig sein wird, den Zustand sorgfältig zu prüfen, um zu einem Entschluß kommen zu können. Wir werden versuchen, die britischen Truppen zum Kampf gegen die mittel⸗ europäischen Mächte zu verwenden, nachdem diefe durch Bulgarien gezogen sind. Die Verhandlungen über diesen Punkt haben bereits gute Fortschritte gemacht und Sir Charles Mon ro hat den Auftrag erhalten, so rasch wie möglich Bericht über alle Gesichtspunkbe, die die Angelegenheit bietet, einzusenden. Die Regierung wird nicht zu einer übereilten Hand⸗ lung schreiten oder lediglich Impulsen und vagen Gefühls⸗ regungen folgen, sondern jeder Schritt wird erst nach reiflichen Ueberlegungen der Marine⸗ und Militärsachverständigen erfolgen“ Rotterdam, 27. Okt.(WTB. Nicktamtlich.) Der„Nieuwe 1 Rotterdamsche Courant“ meldet aus London: Lord Lansdowne sagte gestern im Oberhause über die Expedition nach Saloniki, daß England auf Antrag Venizelos' die Truppen zur Verfügung gestellt habe, um es Griechenland zu ermöglichen, seinen Vertragspflichten gegen Serbien nachzukommen. Die bri⸗ tische Regierung habe eine kleine Streitmacht, die verfügbar ge⸗ wesen sei, nach Saloniki geschickt. Später teilte Lansdowne mit, daß diese Armee 13 000 Mann zähle. Die Franzosen hätten Truppen gesandt, die jetzt an der Ostgrenze Serbiens gegen die Bulgaren kämpften. Die Mitteilung Lansdownes, daß es höchf unwahrscheinlich sei, daß die serbischen Truppen den vereinigten Angriffen der Feinde lange würden widerstehen können, machte einen tiefen Eindruck aul das Haus, was heute auch in den Zeitungen zum Ausdruck kommt. Die Frage des Lords Loreburn, ob die Entsendung der Truppen nach Salonik mit Zustimmung der obersten Berater der Regierung für Marine⸗ und militärische Angelegenheiten erfolgt sei, und ob nach dem Urteil der Sachverständigen befriedigende Maßregeln getroffen worden seien, um die Verbindungslinie der Armee und die Zufuhr von Munition und Material zu sichern, löst eine lebhafte De⸗ batte aus. Lord Cromer klagte über den undurchdringlichen Schleier von Geheimnistuerei, den die Regierung um ihre Politil und ihre Absichten breite. Er fügte weiter hinzu, daß das Kabinetl von 22 Mitgliedern einen kleinen kräftigen ausführenden Kolle⸗ gium Platz machen sollte. Lord Curzon sagte, die Frage der Zahl der Kabinettsmitglieder werde von dem Premierminister erwogen. London, 27. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)(Unterhaus.) Parlamentsuntersekretär Tennant erklärte, die britischen Truppen in Griechenland gehen zusammen mit den französi⸗ schen Bundesgenossen an der griechisch⸗serbischen Grenze vor. Lloyd George kündigte an, daß Ministerpräsident Asquith, der wieder vollständig hergestellt sei, am 2. No⸗ vember eine Erklärung über den Krieg abgeben werde. Der Vormarsch der Bulgaren. Sofia, 27. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die Bulgarische Telegraphen⸗ Agentur erfährt: Die bulgarischen Truppen ige in der Umgegend von Knjazevac bedeutende Er⸗ olge davongetragen; sie besetzten diese Stadt. Außer⸗ dem nahmen die bulgarischen Truppen die sehr m ächtige Stellung Dranova Glava im Sturm, die den Schlüssel zum Festungsrayon von Pirot bildet. a 5 Sofia, 27. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die Bulgarische Telegraphen⸗Agentur meldet: Die Bulgarischen Behörden haben die Linie Dedeagatsch-Oktschklar besetzt, deren 5 von nun an durch den bulgarischen Staat erfolgen w Berlin, 28. Okt. Budapester Blättern zufolge greift Ge⸗ neral Bojadjeff in der Grovica⸗Stellung die sich erbittert verteidigenden Serben an. Im Nischowa⸗Abschnitt sind die Bul⸗ garen im steten Vordringen. Die von Uesküb her angreifenden Bulgaren gelangten hart an Tetovo. Um die Stellungen vor dieser Stadt wird gekämpft. Die bulgarische Artillerie unterstützt kräftig die Angrisse der Infanterie. Die serbischen Linien kommen, nacheinander ins Schwanken. Die Mazedonier kämpfen mit Kraft und Todesmut. Vor Prilep steht der Kampf. Auch in der un⸗ mittelbaren Nähe der Stadt Strumitza drängen Mazedonier und Türken kräftig die vorrückenden französischen und eng⸗ lischen Kräfte zurück. Die bulgarischen und türkischen Berg⸗ batterien errangen wichtige Vorteile über die Feinde, die auch den ungestümen mazedonischen Sturmangriffen kaum standhalten können. Zur Bereinigung der Verbündeten mit 5 der Armee Bojadjeff. 1 Berlin, 28. Okt. Zur Vereinigung der deutschen 5 And österreichischen Heere mät den bulgarischen Trup⸗ pen heißt es im„Berl. Lokalanzeiger“: Ein lang erwartetes von unseren Gegnern gefürchtetes Ereignis, ist zur Tat gewor⸗ den. Seine strategische Bedeutung kann zwar erst zur vollsten Wirksamkeit kommen, sobald die von Norden und Osten gegen das 8 Morava⸗Tal vordringenden Heere sich vereinigt haben und die Bahnlinie beherrschen, die von Belgrad über Nisch und Pirot nach Sofia führt und auf deren Schienen im Frieden der Orient⸗ Krxpreß von Berlin nach Konstantinopel rollte, und nun bald wie⸗ der rollen wird. Aber durch diesen ersten frohen Gruß, der zwi⸗ schen den Heeren der verbündeten Mittelmächte und den Truppen des Königs Ferdinand ausgetauscht wird, kommt doch unseren Feinden und allen neutralen Ländern schon jetzt das Bewußtsein, daß die vier Verbündeten, die bisher auf allen Schlachtfeldern im Angriff und in der Verteidigung siegreich blieben, nun auch räumlich untereinander verbunden sind und daß dadurch eine ungeheure Steigerung ihrer Ueberlegenheit bewirkt worden ist. Aus der griechischen Kammer. 5 Lyon, 27. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)„Progress“ meldet aus Athen: In der Kammer wurde von einer Gruppe von türkischen Deputierten eine Frage gestellt betr. die Türken ge⸗ 1 Güter, die von der türkischen Regierung nach dem Balkan⸗ iege beschlagnahmt worden waren. Bei der Erörterung dieser 0 E ergab sich eine Mein ungsverschiedenheit zwi⸗ f 5 3 schen dem Finanzminister Dragumis und Venizelos wegen 8 mit der türkischen Regierung abgeschlossenen Abkommens über den Austausch der von beiden Ländern beschlagnahmten Güter. Venizelos wurde während seiner Rede ständig von den Mitgliedern der Regierungspartei unterbrochen. Er erklärte darauf, die Re⸗ gierung hänge von seiner Partei ab, die die Mehrheit besitze. Es eutstand ein sehr großer Lärm. Die Sitzung wurde auf eine Stunde unterbrochen. In dieser Zeit hielt das Kabinett einen 55 . starken Gebäuden auf den beherrschenden Punkten der Stadt Ur fa und eröffneten ein Feuer gegen unsere Gendarmeriepatrouillen, von denen zwei Mann getötet und acht verwundet wurden. Unsere Gendarmerie wurde überall mit Feuer empfangen. Nachdem die Armenier sich der fremden Niederlassungen bemäch⸗ tigt hatten und die Besitzer mit Gewalt zurückhielten, stellten sie dort Schießscharten her. Da diese Tatsachen bewiesen, daß die auf⸗ rührerischen Banden entschlossen waren, bewaffneten Widerstand zu leisten und die Unzulänglichkeit der in geringer Zahl vor⸗ handenen Gendarmerie auszunützen, und da sie schließlich sich der Stadtteile der Muselmanen bemächligten und die Einwohner nieder⸗ zumetzeln begannen, wurden einige für die Front bestimmte Trup⸗ pen nach Urfa abgeschickt. Die Schlupfwinkel der Banden wurden zerstört und der Aufruhr am 3. Oktober unterdrückt. Die Zahl der bei diesem Vorfall getöteten Soldaten und Gendarmen be⸗ trägt 20, der verwundeten 50. a Der Zweck, den die Banden mit dem Aufruhr verfolgten, war einerseits der, Schaden anzurichten, fremde Niederlassungen zu zerstören und die Untertanen der mit der Türkei im Kriege befindlichen Staaten zu töten, um die Folge dieser Morde auf die Türkei abzuwälzen. Andererfeits wollten sie einen Teil der kaiser⸗ lichen Truppen an einen befestigten Schlupfwinkel fessesn und sie vom Kriegsschauplatze abziehen. Dank den schnellen kräftigen Maß⸗ nahmen der kaiserlichen Behörden hatte der Aufruhr nicht den gewünschten Erfolg, Er wurde unterdrückt, ohne daß den Unter⸗ tanen der mit der Türkei sich im Kriege befindlichen Länder oder neutralen Staaten ein Schaden zugefügk wurde. Der erste ständige amerikanische Vertreter iu Sofia. bulgarischen Depeschenagentur. Der Sonderagent der amerikanischen Botschaft in Konstantinopel, Ein⸗ stein, ist zum Geschäftsträger in Sofia ernannt worden. Er ist der erste ständige amerikanische Vertreter n Sofia. Die Vereinigten Staaten hatten bisher einen gemeinsamen diplomatischen Vertreter für Rumänien und Bulgarien. 3 Amerikanische Blätter über die 1 griechische Neutralität. Amsterdam, 27. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Hier ein⸗ getroffene amerikanische Blätter befassen sich in Leitartikeln mit der Verletzung der griechischen Neutrali⸗ tät durch die Alliierten. Bemerkenswert ist, daß selbst aus⸗ gesprochen englandfreundliche Blätter das Vorgehen der Entente verurteilen. Die„New Pork World“ schreibt: Was wird nun aus Roosevelts phantastischer Theorje, daß es nach der Haager Konvention von 1907 die gesetzliche Pflicht der Vereinigten Staaten gewesen wäre, gegen die deutsche Verletzung der belgischen Neutralität ein⸗ zuschreiten. Die beiden Fälle sind, was die Vereinig⸗ ten Staaten betrifft, im Wesen gleich, da die Briten und Franzosen in Griechenland den ersten und zweiten Artikel der Konvention übertreten haben. Die„New Pork Sun“ bemerkt: Es besteht kein Zweifel, daß die Franzosen und Briten durch die Truppenlandung in Salonikt die griechische Neutralität vorsätzlich verletzt haben. Die„Evening Post“ schreibt: Wenn die Entsendung der Truppen der Ministerrat ab.— Nach Wiederaufnahme der Sitzung gab Dra⸗ gaumis eine verbindliche Erklärung ab, in der er erklärte, die Rede 5 Benizelos entspräche seinen eigenen Anschauungen, abgesehen von ennigen Vorbehalten, die er geltend machen müsse. So wurde eine Krisis vermieden. 2 Das bulgarische Parlament. 1 1 .— 5 27. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der Bulgarischen Telegraphen⸗Agentur: Die Sobranje, die übermorgen zusammentreten sollte, ist auf den 28. Dezember vertagt worden. b ** 5 5* 2 Der türkische Bericht. 1 * n Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Pauptquartier teilt mit: Auf der Dar danellenfront mach⸗ den bei Anaforta unsere Patronillen, indem sie sich den feind⸗ lichen Gräben näherten, einen Teil der feindlichen Soldaten mit Handbomben nieder, die bei Verschanzungsarbeiten beschäftigt waren, verhinderten deren Wiederherstellung und brachten die DPrahtverhaue einiger feindlichen Gräben als Beute mit. Bei An a⸗ forta und Ari Burnu fand Artilleriekampf zwischen un⸗ fserer Artillerie und den Land⸗ und Schiffsgeschützen des Feindes statt. Feindliche Verproviantierungskolonnen, die bei dem Aus⸗ schiffungspunkt von Ari Burnn gesichtet wurden, wurden durch 3 unsere Artillerie zersprengt. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr warf der * 15 gegen unsere Schteengr üben am linken Flügel ungefähr 700 Granaten und Bomben, ohne ein Ergebnis zu erzielen. Auf der Front am Kaukasus am rechten Flügel wurde nach einem Gefecht zwischen unseren Patrouillen und feindlichen Kompagnien der Feind gezwungen, sich zurückzuziehen. Sonst nichts Neues. Die Trauerfeier für Wangenheim. neben dem Sarge deutsche Matrosen mit Kränzen schritten, be⸗ 7 sich durch das Spalier der Leibwache hinab zum Bospurus⸗ tal, wo eine Pinasse wartete. Während eine türkische Batterie Deutschlands finanzielle Hilfe für die Türkei. Honstantinopel, 27. Okt.(WB. Nichtamtlich.) Die Kammer hat im Dringlichkeitswege ein Gesetz ge⸗ nehmigt, durch das die Regierung zur Aufnahme eines von der deutschen Regierung gewährten Vorschusses in Höhe von sechs Millionen Pfund ermächtigt wird. Weiter wurde ein Gesetz angenommen, durch das die Regierung auf Grund dieses Vorschusses ermächtigt wird, auf Gold lautende Kassenanweisungen in der gleichen Höhe auszugeben, die vollständig durch Schatzanweisungen der deutschen Regierung an die Verwaltung der osmanischen Staatsschulden gedeckt u Diese Schatzanweisungen wer⸗ den in der ganzen Titrkei einen Zwangskurs haben und in 5 3 ein Jahr nach Friedensschluß rückzahlbar sein. 0 5 Unter allgemeinem Beifall genehmigte die Kammer ferner das seit Oktober 1914 vorläufig angewendete Gesetz betreffend Aufhebung der Bestimmungen 55 auf Kapi⸗ tulationen berul n osmanischen Gesetze, sowie ein Gesetz, durch das für Rechtsstreitigkeiten zwischen Osmanen und Ausländern ein neues Gerichtsverfahren eingeführt wird. Ein unterdrückter Aufstand der Armenier. Berlin, 27. Okt(WTB. Nichtamtlich.) Die Kaiserlich Türkische Botschaft teilt mit: Alliierten nach Serbien über Saloniki gegen den Willen der Griechen und somit eine Verletzung neutralen Territoriums ist, würde eine sehr ernste Frage aufgeworfen. Es würde ein Bruch des Völkerrechts und der Haager Konvention vor⸗ liegen. 0** * Der französische Präsident und der englische König. Paris, 27. Okt.(WT. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas: Präsident Poincars verließ am Sonntag in Begleitung des Kriegsministers Millerand Paris, um sich zur Armee zu begeben. Er kam dort am Montag mit dem König von England und dem Prinzen von Wales zusammen und besichtigte am Dienstag zwei 10 5 zösische Armeen. Der König wohnte der Parade der Kolo⸗ nialtruppen bei. Poincars verlieh dem Prinzen von Wales das Kriegskreuz. Frankreichs Luftschlösser. Paris, 27. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Wie die Agence Havas meldet, hat sich eine französische Luftschiffliga ge⸗ bildet, die sich zun Ziel setzt, Frankreich die Oberherrschaft in der Luft zu verschaffen. Sie beabsichtigt, ein Luftheer von mehre⸗ ren Tausend Flugzeugen zu bilden. a Die Rekrutierung in England. London, 27. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die, sagt, daß die fungen Männer im wehr pf Alter nicht nur durch Auswanderung, sondern auch Daily Mail“ lichtigen durch suchen. Die Heiraten nahmen in den volkreichen Bezirken von ee in den letzten drei bis vier Monaten um 50 rozent zu. Die„Times“ über den englischen und den deutschen Nachrichten dienst. London, 27. Okt.(WTB Nichtamtlich.) Die„Times“ klagen, daß durch die fünfzehn Monate lang geübte fehler⸗ hafte und ungenügende e e scher Nachrichten an die Presse in der ganzen Welt Englands Name und die Sache der Verbündeten geschädigt sind. Der Artikel stellt dem Ungeschick der britischen Behörden die erfolgreichen deutschen Methoden gegenüber und sagt: die Londoner Vertreter von Zeitungen der Alliierten und Neutralen sind, nachdem sie fünfzehn Monate mit dem Pressebureau kämpften, hoffnungslos und entmutigt. Ihre anfängliche Energie ist erschöpft. Die Be⸗ richte der amerikanischen Berichterstatter aus Deutschland sind besser geschrieben, wertvoller und eindrucksvoller als aus England, die vom Zensor zusammengestrichen werden, der sogar Zitate aus der englischen Presse unterdrückt. Aus diesem Grunde werden auch die englischen Nachrichten in Amerika mit Arg wohn angesehen. Aehnlich ist es in Südamerika. England darf das Eindringen des Feindes in die Spalten der südamerikanischen Blätter nicht widerstandslos über sich ergehen lassen. Das roma⸗ nisch⸗amerikanische Nachrichtenbureau in Washington mit Zweig⸗ anstalten in New Jork und Chicago telegraphiert deutschfreundliche Nachrichten in gutem journalistischem Spanisch an die meisten großen und kleinen Blättern in zwanzig Staaten des romanischen Amerika und fügt Karten und Photographien bei. Drei Blätter in Buenos Aires machen das Schlagwort„Gibraltar für Spanien“ volkstümlich. Die Deutschen wenden dieselbe Methode erfolgreich in Spanien an. Das Wolffbureau errang soeben einen großen Triumph in Bulgarien Es versorgte die bulgarische Presse mit Artikeln, die alle den Kehrreim hatten: die Deutschen siegen, sie können nicht geschlagen werden. Das bulgarische Volk war bereits bekehrt, als König Ferdinand das entscheidende Wort sprach, Die Deutschen bearbeiten jetzt Rumänien und Grie⸗ chenland, ebenso Holland, die Schweiz und Skandi⸗ navien. Inzwischen tat England nichts. Der Artikel verlangt schließlich, nach fünfzehn Kriegsmonaten eine wirksame Nachrichten⸗ abteilung zu gründen, um der ganzen Welt einen zusammenhängen⸗ den und namentlich schnellen Nachrichtendienst zu liefern. Das Flüchtlingselend in Rußland. Moskau, 27. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)„Rußkoje Slowo“ meldet: Der Hauptausschuß der Flüchtlinge befindet sich in einer tragischen Lage, da er kein Geld hat und das Ministerium gegenüber seinen Bitten um Geld ganz taub 15 der Nacht vom 16. September veranstalteten ar me⸗ niche Banden einen Aufruhr. Sie verschanzten sich in 1 1 bleibt. Von allen Provinzabteilungen treffen Gefuche um Unterstützung ein. Der Ausschuß hat aber kein Geld. Aus Sofia, 27. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der schnelles Heiraten sich dem Militärdienst zu entziehen S dem Gouvernement Witewsk nach dem Gouvernement Twer sind 400 000 Flüchtlinge unterwegs. 15 Stadt Tscheljabinsk in Sibirien lagern 5000 Flüchtlinge unter freiem Himmel. Ein Aufruf an die Deutsch⸗Amerikaner. Amsterdam, 27. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Hier ein⸗ etroffene amerikanische Blätter melden: Hermann Ridder hat in der„Staatszeitung“ einen Aufruf an die Deutsch⸗Amerikaner veröffentlicht, eine große Na⸗ tionalbank zu gründen, deren Gelder der britischen Regierung unzugänglich wären. 8 New Nork, 27. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Die„Associa⸗ ted Preß“ meldet aus Chicago, daß in New Pork, Chicago und Cincinnati deutsche Banken in Gründung de sind, die sich besonders mit deutschen und österreichischen eldtransaktionen befassen werden. ö 5 5 der Seektieg. Die Beschießung des„Hvalen“. Berlin, 27. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber die Be⸗ schießung des schwedischen Unterseebootes„Hvalen“ durch ein deutsches Vorpostenboot geht uns von unterrichteter Seite folgende Darstellung zu: Am 21. Oktober zwischen 7 und 8 Uhr vormittags sichtete der Kommandant eines deutschen Bewachungsbootes ein verdächtiges Fahrzeug südlich der schwedischen Küste zwischen Trelleborg und Ystadt. Er erkannte, daß es ein Unterfeebootl war, worauf trotz schärfster Beobachtung keine Flagge ausgemacht werden konnte. Der Kommandant wußte, daß in diesen Tagen ein schwedisches Unterseeboot auf dieser Strecke passseren sollte 0 fuhr daher, ehe er zum Angriff ansetzte, aus Vorsicht erst noch an 1600 Meter heran, um eine Verwechselung auszuschließen. Auch auf diese sehr nahe Entfernung wurde keine Flagge auf dem U-Boot gesichtet; ein Begleilfahrzeug, wie es für das schwedische U-Boot zur Kenntlichmachung in Aussicht gestellt worden war, war nicht zu sehen. Nur einige Handelsschiffe waren in verschie⸗ denen Entfernungen zu erkennen. So mußte der Kommandant des Wachtbootes zu der Ueberzeugung kommen, ein feindliches U⸗Boot vor sich zu haben. Hierin wurde er bestärkt, als er bemerkte, daß es stellenweise in der ziemlich bewegten See verschwand, etwa so, wie ein U⸗Boot, das wegtaucht, wenn es sich zum Angriff anschickt. So stand es für den Kommandanten, seine Vorgesetzten das Zeugnis eines ruhigen und entschlossfenen Cha⸗ rakters geben, fest, daß er sich einem Feind gegenüber befand, den zu vernichten seine höchste Pflicht sei. Er entschloß sich daher, das Feuer zu eröffnen und fuhr gleichzeitig mit höchster Fahrt auf das U-Boot los, um es durch Rammen zu vernichten. Auf 300 Meter vor dem Ü⸗Boot wurde plötzlich einekleine Flagge sichtbar, die bisher durch den Turm desu ⸗ Bootes verdeckt wor den war. Nach Einstellung des Feuers wurde sie als die schwedische Kriegsflagge ausgemacht. Inzwischen hatte sich auch ein Fahrzeug, das 1 etwa 4 Seemeilen von dem U-Boot entfernt war und für ein Handelsschiff gehalten worden war auf eineinhalb Seemeilen genähert. Es trat mit dem U⸗Boot in Signalverkehr; es war das schwedische Werkstattschiff„Blenda““ Der Kommandant des Vorpostenbootes bemerkte auf Befragen des schwedischen U⸗Bootskommandanten, ob er denn die Flagge nicht gesehen habe, mit dem Ausdruck des Bedauerns, daß weder er noch seine Mannschaften die Flagge gesehen hätten, sonst wäre selbst⸗ verständlich die Beschießung unterblieben. Die sofort angebotene Hilfeleistung wollte der schwedische U⸗Bootskommandant nicht an⸗ nehmen. Der Ort des Vorkommnisses liegt etwa 4% Seemeilen von der schwedischen Küste entfernt, wie durch einwandfreie Doppel⸗ peilung eines herbeigeeilten zweiten Wachtschiffes am Orte des U-Bootes festgestellt wurde. Demgemäß entsprechen auswärtige Pressenachrichten über eine Verletzung der schwedischen Hoheits⸗ gewässer nicht der Tatsache. Mit lebhaftem Bedauern erfahren wir heute, daß der verwundete Steuermann des schwedischen Untersee⸗ bootes leider seinen Verletzungen erlegen ist. 5 955 5 London, 27. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Kriegs⸗ amt meldet: Der englische Transportdampfer „Marguette“ ist im Aegäischen Meere torpediert worden. Wie verlautet, werden nur 99 Mann vermißt. (Notiz: Der Vergleich mit unseren, am 25. und 27. dieses Monats veröffentlichten Meldungen über die Versenkung des Schiffes Jeiste daß die e gehaltene englische Mitteilung über die Zahl dabei zugrunde gangenen Mannschaften nicht richtig sein kann. Nach rü. ren übereinstimmenden Meldungen sind von tausend Sol⸗ daten, die an Bord des Schiffes waren, nur 82 gerettet worden.) Aus dem Reiche. Die Regelung des Lebensmittelmarktes. Berlin, 27. Okt.(Nichtamtlich.) Für die nächsten Tage stehen Maßnahmen des Bundesrats für folgende Lebens⸗ mittel in Aussicht: Butter, Milch, Käse und sonstige peisefette, mehrere Sorten Fleisch, Eier, Wild, Fische, Gemüse, Kakao und Zucker. Berlin, 27, Okt.(WTB. Amtlich.) Der Beirat der Reichs⸗ prüfun 9s stelle für Lebens mittelpreise trat gestern nachmittag in seinem Ausschuß für Kolonigl⸗ Teigwaren zu einer Sitzung unter dem Vorsitz des Ministerialdirektors Lu⸗ sensky zusammen, Zur möglichsten Vermeidung einer wesentlichen Steigerung der Kaffeepreise und zur Sicherung der Lieferungs⸗ regelung nach allen Teilen Deutschlands wurde die Gründung eines Einkaufssyndikats für Kaffee allgemein ge⸗ wünscht. Für Tee wurde jedes Eingreifen für A ig erachtet, da ausreichende Vorräte vorhanden sind. Von einigen Seiten wurde eine Verbrauchsregelung für Kakao gewünscht. Für alle drei Warengruppen wurden Bestandsaufnahmen angeregt. Die für Teigwaren, Grieß und Roggenkaffee in die Wege ge⸗ leitete Regelung, insbesondere die Preisgestaltung, wurde mit Genugtuung begrüßt. 5 5. Sozialdemokratie und Kolonialpolitik. In den e e Ludwig Quessel einen Artikel über„Deutschlands Kolo⸗ nialarbeit“, in dem es heißt: l 5 „„. Nur ein völlig niedergerungenes Deutschland würde sich mit den britischen Annektierungsplänen unserer lonjen ab⸗ finden. Für Deutschland, das sich der Uebermacht seiner Feinde zu wehren vermag, ist die Zurückgewinnung seines Kolonfalxeiches, wenn auch in anderer(und wir hoffen: besserer) Gestalt eine conditio sine qua non, Deutschland kann als Großmacht ohne ein eigenes Kolonialreich, das sich selbst verteidigen kann und im a sich zu behaupten vermag, ebensowenig auskommen wie England. Das ist die Lehre, die uns dieser Krieg mit seurigem Eisen ins Bewußtsein gebrannt hat, und die auch dem schlichtesten Mann unseres Volkes in hundert Friedensjahren nicht mehr ver⸗ een e f Nachdem dann die bisherigen Leistungen in unseren Kolonien lobend hervorgehoben sind, schließt der Artikel: „Deutschland ist nicht nur auf Grund seiner großen kulturellen Leistungen in seinen Kolonien im Interesse des menschlichen Fort⸗ schrittes berechtigt, nach einem ausreichenden Kolonialbesitz zu streben, sondern auch im proletarischen Interesse geradezu hierzu genötigt. Die deutsche Bourgeoisie kann sich schließlich mit einem koloniallosen Zustand abfinden, das deutsche Prole⸗ tariat aber, das in seiner Existenz von der tropischen Land⸗ wirtschaft und der kolonialen Rohstofferzeugung abhängig ge⸗ worden ist, muß in dem Maße, wie die fremden Kolonjen sich uns verschließen, die Grundlage seiner Existenz in eigenen Kolonien suchen.“ 5 Der„Vorwärts“ macht dazu folgende grimmige Be⸗ merkung:„Genosse Quessel muß uns schon die Feststellung prole⸗ Neue Hundertmartscheine. 5 1 Korrespondenz schrelbt: Die im Jahre 1911 zur Ausgabe gelangten neuen Reichsbanknoten zu 100 Mark wurden in den Krei des Handels und der ndustrie wegen i 2 7 großen Formates bean⸗ standet. Die e entschloß sich daher, dem Entwurf eines neuen Modells 1 Die sofortige Herstel⸗ lung neuer Noten konnte aber nicht in Frage kommen, da von den Reichsbanknoten mit dem Wasserzeichen sehr er⸗ bliche Mengen hergestellt waren. Die Herstellung dieser ndertmarkscheine war zudem mit großen Kosten ver⸗ 1 5 975 8—. chen f 3 unwirt tlich gewesen. zwi ist r ein neues Modell für die Hundertmarkscheine ferti gestellt und hat die Genehmigung der zuständigen Stelle 2. Die Vor⸗ arbeiten für den a der neuen Scheine sind infolgedessen bereits in Angriff genommen, so daß in absehbarer Zeit die ersten Scheine zur Ausgabe gelangen werden. Das neue Modell berücksichtigt die Wünsche nach einer kleineren Note. Berlin, 27. Okt. Die Abendblätter melden: Der Reichs⸗ kanzler hatte heute vormittag eine längere Besprechung über die politische Lage mit den Vertretern der Fraktionsvorstände des Abgeordnetenhauses. Es nahmen daran je drei konser⸗ vative und Zentrumsmitglieder, je zwei Nationalliberale und fortschrittliche Vollsparteiler, je ein Vertres er der Freikonserva⸗ tiven, Polen und Sozialdemokraten teil. Außer anderen wichtigen Fragen ist auch der Stand der Nahrungsmittelversor⸗ gung erörtert worden. Franffr rt a. M., 27. Okt. Der Reichsausschuß der deukschen Zentrums partei hielt hier eine zweitägige Konferenz ab, die sich mit der inneren politischen und wirtschaft⸗ ichen Lage und den etwaigen Kriegszielen in sehr eingehender Weise beschäftigte Zu allen Fragen wichtiger Art wurden Kund⸗ 82 7 beschlossen, die in kürzester Frist veröffentlicht werden. u der Friedensfrage beschloß man, einen generellen Frie⸗ den zu verlangen, der sowohl im Westen wie im Osten Siche⸗ rungen 1 8 5 Grenze und Gewähr bietet, daß Deutschland künf⸗ tig vor Ueberfällen gesichert ist. In der Lebensmittelfrag⸗ soll eine energische Erklärung an den Reichskanzler erfolgen, wobei vor allem eine durchgreifende Regelung der Kartoffelversor⸗ gung und ausgedehnte Maßnahmen gegen den Lebenzmittel⸗ wucher verlangt werden. Die Entschließung legt hierbei beson⸗ deres Gewicht auf schnelles und durchgreifendes Handeln. Aus Stadt und and. Gießen, 28. Oktober 1915. prof. Dr. Roloff über„Deutschland und der Orient“. Deutschland und der Orient. Prof. Dr. Roloff untersuchte abend in einem vom Allgemeinen Deutschen Frauenperein veranlaßten Vortrage in der Neuen Aula die ver⸗ ngenen, gegenwärtigen und namentlich die zukünftigen Zu⸗ mmenhänge, die umsere deutsche Politik und unsere wirtschaft⸗ liche Entwicklung mit absoluter Notwendigkeit nach dem Orient 2„Die vrientalische Frage hat unter dem Gange der schichte ein anderes Gesicht für uns gewonnen, als es beispiels⸗ weise Fürst Bismarck seinerzeit vorausgesehen hat Während dieser dem Orient und im Zusammenhang damit dem Balkan mit Bezug auf Deutschlands Weltstellung nur eine untergeordnete Bedeutung gen pat, muß man heute sagen, daß im Orient unsere zebensbe gen in allererster Linie verankert sind. Dies ergibt sich zunächst aus einer Betrachtung unserer e zur Türkei. Während unser Handel mit dieser vor 30 Jahren eine Ziffer von 30 Millionen Mark darstellte, ist er seitdem bis unmittelbar vor Ausbruch des Krieges auf 200 Millionen gestiegen und gibt damit dem englischen, der bis dahin trotz relativem Rückgang immer noch an erster Stelle stand, nur wenig mehr nach. Etwa eine Milliarde deutscher Kapitalsinteressen ist in der Türkei investiert. Diese Zahlen werden natürlich nach dem Kriege, wenn Deutschland die Erbschaft der abgewirtschafteten Entente antreten wird, ganz bedeutend und automatisch wachsen. Wir sind für die Hinneigung unseres Handels nach dem großen Tür kenreich bereits . gerüstet und zwar namentlich durch das zu 60 979 mie deutschem Kapital arbeitende, schon weitgediehene Riesen⸗ unternehmen der Bagdadbahn. Durch diese Linie wird eines der größten versunkenen. der Weltgeschichte, Meso⸗ potamien, mit seinen vielen lionen Hektar— Bodens wieder erschlossen werden. Es bedarf dazu nur gründ⸗ li Bewässerung Bodenkultur, wie sie vor dem Arabereinfall 1 anden haben. Auf Grund maßgebender 1 und 0 1 0 icher Schätzungen net man mit einer Erzegnung von jährli 1 Milliarde Tonnen tzen, die dem Weltmarkte zugeführt werden können, mit einer Riesenproduktion von tierischer und pflanzlicher Wolle. Die gewaltigen Naphtalager am Niaris und der ungeheure Meta lLecichtum des Taurus we den erschlossen werden. Es liegt auf der Hand, daß in erster Linie die Bundesgenossen der Türkei von diesem Reichtum ihren Anteil bekommen werden. Andererseits wird Deutschland die jährliche Summe von 600 Millionen für Baum⸗ wolle, 400 Millionen für Schafwolle und 70 Millionen für Petroleum, die es bisher an die jetzigen Feinde und die„Neu⸗ tralen“ 8 85 mußte, lieber dem wirklichen Freunde zukommen lassen. Aber auch der deutschen Arbeit werden ungeheure Absatz⸗ e. 1 995* 2 0 1— ällen unabhängigen igkeit un ossenheit wird geschaffen, m keine Flotte etwas kann Die Lösung der Be 5 age in den dünn bewohnten Gebieten— 7 Menschen auf ein uadratkilometer— liegt nicht in Deutschland(wir haben hoffent⸗ lich später in Kurland genug zu tun und bedürfen nach dem Kriege Re eneration; 2 kann ein moderner Staat wie die aufstre⸗ bende Türkei keinen völkischen Fremdkörper in ihren. dulden) sondern in Mazedonien, dessen muhammeda⸗ nische Bauern geradezu ein ideales Material für das neuerschlos⸗ sene Gebiet darstellen. Deutschlands Aufgabe wird die geistige ührung dieser gewaltigen Entwicklung mit Lehrern, Aerzten, ugenieuren und Kaufleuten sein Die Wechselbeztehungen werden diesem Einfluß nicht fehlen. Die Türker wird wie manziell, so auch 5 erstarken und für ihre 19 555 unantastbar werden.— Es ist natürlich, daß namentlich Rußland und England das ge⸗ waltige Band, das uns durch die bahn an die Türkei esseln soll vor dem Kriege schon mit allen Mitteln zu schwächen suchten. Die en nie geruht. Sah sich doch Rußland in seinen Eroberungsgelüsten und England im Bestand Aegyptens und namentlich auch in seinen Plänen 1 5 Zerstückelung der Türkei bedroht. England wollte statt des We Nord-Süd, den wir erstreben, einen solchen von Osten nach Westen, von ndien über das vom Türkenreiche getrennte Mesopotamien, yrien und Palästina schaffen und suchte mit allen Mitteln a 25 15 kreuzen. Hier hat der Krieg die nötige Klar⸗ it ges fen. Die türkische Einfluß nach. drängte, nunmehr, wo ihre 8 liegen. Sie sieht wie wir und in unserem Sinne in der gdadbahn eine weltgeschichtliche An allererster Ordnung— Die Brücke zu dem Neuland bilden Oester⸗ reich⸗Ungarn und die Balkanstagten, soweit sie mit uns gehen. In dieser Beziehung muß unsere Politik denn auch durchaus konser⸗ vativ und namentlich auf den ungeschwächten Bestand der Donau⸗ monarchie gerichtet sein. Aus alledem ist zu ermessen, welchen Wert auch für uns der heldenmütige Wall gewesen ist, den die tapferen türkischen Bundesgenossen um den Besitz Konstantinopels Binden haben. Unser e Vormarsch auf dem kan Eine —— iedlungs⸗ elegen heit wird nun, schloß der Redner, erst den Vor⸗ marsch nach Aegypten ermöglichen. Sperren wir den Suezkanal, dann dürfte Englands Kampftraft so verringert sein, daß diese Tatsache für das Inselreich den Stoß ins Genick bedeuten muß; geht doch die Hälfte der Bedürfnisse des englischen Febensmittelmarktes durch diese Straße. Außerdem würde die 8 Eule er analen dene durch die Türkei den Anfang vom Ende der englischen Herrschaft in Afrika bedeuten, und in die rduung der 8 würden auch zweifellos Persien und Afgha⸗ die Befreiung von russischer und eng⸗ ürkei weiß, wenn auch lange Zeit der jung⸗ VVVVVVFVPUFVUCCCCCCCCCCCCTCCCCCCCTVTCTCVCVTCCTCCTCCTCTCCCCCC klar, daß im Orient, wo der Krieg begann, auch die Geburts⸗ stätte der neuen Zeit friedlicher Weltgestaltung liegen muß.— Der! fesselnde Vortrag mit seinen kühnen und tröstlichen Ausblicken in eine nahe Zukunft fand eine außerordentlich gespannte Auf⸗ merksamkeit und mag in seiner Zuversichtlichkeit manchem mehr als eine Orientierung schlechthin bedeutet haben. Auszeichnungen. Lans Entzeroth, Kriegsfrei⸗ williger im Feld-Artillerie⸗Regiment Nr. 63, Sobn des Betriebs. Ingenieurs Entzeroth zu Gießen, hat das Siserne Kre u z 2. Klasse erhalten. Ferner erhielt das Eiserne Kreuz Feldintendantur⸗Asssstent Vetzbergerr Gießen im deutschen Beskidenkorvs.— Kriegsfreiw. Unteroffizier Hellmuth Mueller aus Gießen im Leib⸗Dragoner-Regt. 24, Masch.⸗Gew.⸗Zug, erhielt ebenfalls das Siserne Kreuz. ** Neue Stiftung. Bankdirektor Heichelheim und Frau wendeten der Stadt in fünfprozentiger Kriegs⸗ anleihe den Betrag von. 4000 Mark zu, die den Grund⸗ stock einer„Albert und Bella Heichelheim⸗Stif⸗ tung“ bilden und deren Zinsen in jedem Jahre abwechselnd an eine jüdische und christliche bedürftige Witwe oder Mutter soller in diesem Kriege Gefallenen ausgezahlt werden ollen. Kühlhausbutter. In den nächsten Tagen wird der Kommunalverband Gießen in einer Reihe von Geschäften Kühlhausbutter zum Verkauf freigeben. Die Butter ist in Stücken zu einem halben Pfund verpackt und trägt die Aufschrift: Feinste Süßrahmbuͤtter (Fühlhausbutter) Kommunalverband Gießen. Der Preis für ein halbes Pfund beträgt 1 Mark. Die But⸗ ter ist in erster Linie für die Abgabe an den pri⸗ vaten Haushalt bestimmt. Die Verkaufsstellen sind durch Aushang kenntlich gemacht und verpflichtet, auch an Nicht⸗ kunden abzugeben. Die besonderen Bedingungen über den An⸗ und Verkauf sind behördlicherseits genau vorgeschrie⸗ ben. Es handelt sich, wie wir hören, um feinste Süß⸗ rahmbutter, von der einstweilen 160 Zentner zur Ver⸗ fügung stehen. Eine weitere gleich große Sendung steht in Aussicht. Die Knappheit von Speck und Schmalz wird begreiflicher, wenn man bedenkt, daß das Durch⸗ F icht der geschlachteten Schweine in Deutsch⸗ land erheblich zurückgegangen ist, wozu aber noch kommt, daß auch die Zahl der geschlachteten Tiere seit dem Januar d. J. infolge der großen Verminderung unseres weinebestandes erheblich geringer geworden ist als in Friedenszeiten Das Durchschnittsgewicht der im Gießener Schlachthof geschlachteten Schweine betrug im Januar 1915 99 Kg. und sank bis Mai auf 68 Kg., um bis Ende Sep⸗ tember langsam wieder auf 76 Kg. zu steigen. Diese Zahlen sprechen für sich und zeigen, daß die Not an Fett ihre natür⸗ liche Ursache mit darin hat, daß die zur Schlachtung ge⸗ kommenen Tiere weniger Speck und Fett ergeben haben müssen, als Tiere, die ordentlich ausgemästet, also schwerer im Gewicht, zur Schlachtbank geliefert werden, wie dies in gewöhnlichen Zeitläuften der Fall ist. * Gemein verständliche Vorlesungen. Zu un⸗ serer gestrigen Zusammenstellung gemeinverständlicher Vorlesungen an der Landesuniversität ist noch, was nicht im Vorlesungsver⸗ 7 8 aufgeführt, ein stolleg von Prof. Dr. Skalweit über ie Staatsfinanzen der Großmächte im Kriege nachzutragen. Das⸗ selbe ist Montagsabends, einstündig, öffentlich und gratis. f Gewerbeschule Gießen. Der Unterricht wird in allen Klassen wie in früheren Jahren du rchgeführt. Meldun⸗ 5 werden noch bis Montag, den 1. November täglich von —6 Uhr im Gewerbehaus angenommen. Nähere Auskunft wird von der Schulleitung erteilt. * Die Auszahlung der Familienunterstütz⸗ ungen für die Zeit vom 1.—15. November an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt: a. Reichs⸗ und Hreisunterstützung. An diejenigen, deren Namen beginnen mit AK Montag, den 1. November,— 8 Dienstag, den 2. Novem⸗ ber. b. Städtische Unterstützung(Mietszuschuß). An diejenigen, deren Namen beginnen mit A—K Mittwoch. den 3. November, Donnerstag, den 4. November. c. an Vermieter, die Mietbeträge abholen, Freitag, den 5. November.— Die Aus⸗ zahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im Stadthaus, Zim⸗ mer Nr. 16, statt. Die Unterstützungen dürfen nur an den vor⸗ genannten Tagen abgeholt werden. Landkreis Gießen. u. Heuchelheim, 28. Ott. Den Angehörigen des Land— wehrmannes Ludw. Hofmann, der seit dem 10. September d. als vermißt galt, ging dieser Tage durch die 10. Kompagnie des Landwehr⸗-Infanterie-Regiments 116 die Mitteilung zu daß der Gatte und Vater nach einer von der französischen Regierung ver- öffentlichten Liste in der Schlacht bei Vitry gefallen sei.— Albert Schmidt, Gefreiter im 131. Reserve-Infanterie-Regiment wurde durch die Hessische Tapferkeitsmedallle ausgezeichnet; dem Gefreiten Otto Nesseldreher im Reserve-Int.⸗Regt. 80 wurde das Eiserne Kreuz verliehen.— Einer Anregung des Ortsgeistlichen, Pfarrers Dörr, folgend, fanden sich am vorigen Sonntag gegen 50 Frauen und Jungfrauen aus der hiesigen Ge- meinde in der Kleinkinderschule zusammen und gründeten einen Frauenverein, der sich, der gegenwärtigen Zeitlage folgend, zunächst im vaterländischen Sinne betätigen wird. ü. Lollar, 27. Okt. Wieder hat der Krieg ein Opfer aus unserer Gemeinde gefordert. In treuer Pflichterfüllung fiel auf dem Felde der Ehre in Serbien Unteroffizier Heinrich Hof⸗ mann, Turnwart des hiesigen Turnvereins, in der 8. Kompagnie des Reserve⸗Infanterie⸗Regiments 116 im Alter von 24 Jahren. Er hat an sämtlichen Kämpfen seit Kriegsausbruch teilgenommen und war im Besitze des Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapferkeitsmedaille. 5 3 — Daubringen, 26. Okt. Die Familie Dietrich Walter wurde durch die Nachricht erfreut, daß ihr Sohn Karl Walter nicht gefallen, sondern in russische Gefangenschaft geraten ist. a. Harbach, 26. Okt. Von einem recht schweren Unglück wurde die geachtete Familie des Müllers Bräuning in der Kolbenmühle zwischen Harbach und Ettingshausen betroffen. Ver⸗ gangenen Sonntag mittag, als die Familie zu Tische saß, fehlte deren 16jähriger Sohn. Man suchte nach ihm und fand ihn in der Mühle tot vor. Die Welle des Rades hatte seine Kleider er- jaßt. so daß ihm das Hemd die Kehle zuschnürte und er so einen schrecklichen Tod fand. Die Familie ist umsomehr zu bedauern, als sie bereits einen braven Sohn in den Karpaten auf dem Felde der Ehre ve rloren hat; ihr dritter Sohn kämpst mit unseren Truppen gegen Serb en. 5 * Utphe, 27. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt der Unteroffizier Beltzer im Inf.⸗Regt. 253, dasfelbe Ehrenzeichen der Landwehrmann Kraus. Kreis Büdingen. bo. Nidda, 26. Ott. Die Bekanntmachung des Höchst⸗ vreises für Butter hat hier eine unangenehme Ueberraschung gebracht. Nunmehr wird z. B in Kohden statt wie bisher 1,80 Mk. für Landbutter 2 Mk. gefordert.— Unsere Schule hat in diesen Tagen eine beträchtliche Menge Eicheln unter Leitung der Lehrer gesammelt. * Büdingen, 27. Okt. Zum Fregattenkapitän wurde seine Durchlaucht Prinz Karl zu Hsen burg und Bü⸗ dingen befördert.. — Bleichen bach, 27, Okt. Das Eiser ne Kreuz erhielt Wehrmann Heinrich Heß im Inf.⸗Regt. 118. Kreis Alsfeld. up. Von der Ohm, 27. Okt. Das überaus schöne Herbstwetter ist den Feldarbeiten sehr zu statten gekommen Dadurch ist die Wintersaat glücklich zu Ende gebracht worden. Die Siurzäcker konnten meist zum zweitenmal gepflügt werden. Die Wurzelgewächse sind eingeerntet worden. Daß es dafür höchste Zeit ist. daran mahnt der eingetretene Frost.— An der ersehnen, hineingezogen werden. Es ist also] Straße zwischen Unter⸗Seibertenrod und Ober⸗Ohmen ist die VV ganze Seite mit alten, kräftigen Eschen bestanden. Davon ist eine große Anzabl zum Fällen markiert. Das Eschenholz ist zur Zeil ein sehr begehrter Artikel. Es ist aber auch sehr dankenswert von der Straßenverwaltung, daß diefe Straßenbäume mit der Zeit er⸗ setzt werden durch die viel nützlichere Obstbaumpflanzung.. Gerade, die diesjährige Obsternte lehrt, welch großen Nutzen die Pobst⸗ baumzucht abwirst. Ueber die alte Meinung, datz in unseren Lagen das Obst nicht gedeiht, ist man längst anderer Ansicht geworden. Kreis Lauterbach.. rr. Schlitz, 28. Okt. Tie Aus saat ist im Schlitzer⸗ band infolge der überaus günstigen Witterung trotz dem großen Mangel an männlichen Arbeitskräften faft völlig beendet. Das Kornsist zum großen Teil schon aufgegangen und steht wundervoll., so daß die Hoffnung berechtigt ist, daß es sich noch recht„bestockt“ und infolgedessen den Winter gut übersteht.— Die Gräfliche Burg ⸗ güterverwaltung beschäftigt zurzeit 22 kriegs gefangene Eng⸗ länder und Kanadier. Sie finden Verwendung bek land— und sorstwirtschastlichen Arbeiten.— Warrverwalter Fuchs aut dem benachbarten Hartershausen, erhielt das Eiserne Kreuz. it. Grebenhain, 27. Okt. Karl Usinger, Musketier im Inf.⸗Regt. 116, Bürgermeister Heinrich Lind, Wehrmann im Inf.⸗Regt. 87, Karl Weitzel, Kanonfer im Res.⸗Feld⸗ Art.⸗Regt. 21, erhielten sämtlich das Eiserne Kreuz 2. Alle drei befinden sich schon über ein Jahr lang int Felde. Leopold Zimmermann und Briefbote H. Pfeil, Wehr⸗ männer in einem Infanterie⸗Regiment, werden seit der Cham, pagneschlacht vermißt: Musketier Albert Blißer im Inf. Regt. 141, der einzige Sohn der Forstwartswitwe Blißer, ist in⸗ folge seiner Verwundung gestor ben. Kreis Schotten. Den Heldentod erlitt nach schwerer Musketier Eißner von der„Haubenmühle“. Kreis Friedberg. * Friedberg, 27. Okt. Zum Leutnant befördert wurde der Kriegsfreiwillige Vizeseldwebel Hirschel im Res.⸗ Inf.⸗Regt. 221.— In dem Feldlazarett Neugut bei Riga starb der Gefreite Reuß. Wölfersheim, 27. Okt. Die Hessische Tapferkerts⸗ medaille erhielt der Gefreite Wolf im Res.⸗Feld⸗Art.⸗ Regt. 25. Hessen⸗Nassau. „ra. Rodheim a. d. Bieber, 27. Okt. a Schlaudraff an der Unteroffizier⸗Vorschule Weilburg lein Rodheimer Kind) wurde zum Oberarzt befördert. Frankfurt a. M., 27. Okt. In einem öffentlichen Aufruf an die Bürgerschaft legt der Polizeipräsident Rieß von Scheurnschloß dieser nahe, alle in der Stadt be⸗ sindlichen öffentlichen Aufschriften oder zu erlassen⸗ den Kundgebungen nicht in französischer oder englischer, sondern in deutscher Sprache abzufassen bezw. be⸗ kannt zu geben. Im Vertrauen auf den gesunden Geist, der in der Bevölkerung lebt, hofft der Präsident auf freiwillige Entfernung der fremdländischen Bezeichnungen und sieht deshalb von einem entsprechenden Verbot für Frankfurt ab. 5 Mirche und Schule. Missions⸗Konferenz für Kurhessen. Marburg Okt. Nachdem im vorigen Jahre die Missionskonferenz für den Konsistorialbezirk Kassel ausfallen mußte, konnte sie heute unter sehr zahlreicher Beteiligung von Geistlichen, Lehrern und anderen Besuchern, darunter auch einer Klasse Seminaristen aus Frankenberg, im großen Saale des Phi⸗ lippshauses hier abgehalten werden. Nach einleitendem Choral⸗ gesang hielt zunächst Pfarrer Itter⸗Langenselbold eine An⸗ sprache, in der er auch der gegenwärtigen Zeitverhältnisse, der schlimmen Erscheinung des Lebensmittelwuchers und der Ver⸗ rohung der Jugend gedachte. Die Jahresrechnung ergaß eine Einnahme von 2114 Mk. und eine Ausgabe von 1389 Mk. An versifäts⸗ Nachrichten. Berlin, 29. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Bezüglich des Studiums der Ausländer anden Universitäten ist neuer⸗ dings mehrfach eine unrichtige Auffassung hervorgetreten. Schon lange vor dem Kriege, nämlich durch den Erlaß vom 24. Sep⸗ tember 1914, hat das preußische Mmisterium durch Pestsetzung von Höchstzahlen für die einzelnen Universitäten dem übermäßigen An⸗ drang der Ausländer Schranken gesetzt. Als der Krieg ausbrach, wurden alle studierenden Ausländer aus seindlichen Staaten von den Universitäten entfernt. Hierbei mußte aber die Möglichkeit von Ausnahmen vorbehalten werdem weil es Fälle gibt, wo, man denke nur an Balten, Buren und Inder, das deulsche Interesse eine solche Ausnahme geradezu ersorderte. Jeder Fall ist daraufhin ebenso wie auch die Persönlichkeit des Studenten genau geprüft worden. Die Gesamtzahl der so bewilligten Ausnahmen ist gering. Es sind nämlich seit Kriegsbeginn, alle preußischen Universitäten zusammengerechnet, nur in 69 Fallen solche jungen Leute zum Studium zugelassen worden. In der Hauptsache handelt es sich dabei um Balten. a n Ulfa, 27. Okt. Verwundung der 2 Assistenzarzt Dr. Vermischtes. Stettin, 27. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Nachts trat Schneefall ein. Der Schnee Temperatur fiel in den Morgenstunden auf— 3 Grad. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 29. Oktober 1913: Triüb und regnerisch, doch unbeständig, Temperatur wenig ge⸗ ändert. — Tetzte Nachrichten. Ein englischer Angriff auf den Kieler Hafen? Stockholm, 28 Okt. Ein Schwede, der in diesen Togen aus England„ ist, hat dem„Helsingborger Tagblatt“ mitgeteilt, daß er dur i habe, umfangreiche Vorbereitungen zur Ausrüstung einen neuen Transportflotte feststellen zu können. Die Be⸗ obachtungen und andere Umstände veranlaßten die Vermutung, daß der Transport nicht auf dem gewöhnlichen Wege über den Kanal und viel weniger noch nach dem Mittelmeer gehen würde. In Ententeblättern will man nun aus gewissen Meldun schließen, daß der Zweck dieser Expedition sei, einen Vorstoß gegen die Pulsader eutschlands, den Kieler Hafen, zu un⸗ ternehmen(1). Da eine solche Offensive aber nur von Boden ausgehen könne, könne sie ohne Verletzung der Neutralität nicht geschehen. Ein Besuch des englischen Königs in Frankreichs Rotterdam, 28. Okt. Der die englischen und Truppen auf dem linken Flügel der Westfront inspizierende Kö nig Georg von England wird, wie aus Paris gemeldet wird, auch zum Besuche in der französischen Haußtstadt erwartet. Die Lösung der französischen Ministerkrise wurde bis zu seiner Abreise verschoben. 3 Ein Taifun. dänischem dänischen auptstadt. Pane ischen New Vork 27 Ott Bis Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Wie aus Manila telegraphiert wird, hat ein Taifun im südlichen Luzon große Verhee⸗ rungen angerichtet; 200 Personen wurden getötet, 800 verwundet. Die Hanf⸗ und Reissaaten wurden stark beschädigt.. egen S Ebk Err el8 Auch ais Liebesgabe im Feide begelirt! eim Feidpostbrlet gortotresi Leutnant im Res.-Inf.⸗Agt. 221, liegt einen Zentimeter hoch. Die T 5. 5 a einen reinen Zufall Gelegenheit gehabt 8* . 3 TTT GR Sehenswerte Handarbeits- Ausstellung! Glessen. 8448 U 2 Im ersten Stock unseres Hauses veranstalten wir von heute ab bis zum 4. November eine rosse Iusstellung letzter Neubeiten in badarheilen. Wir bringen in jeder Geschmacksrichtung und jeder Technik eine hervorragende Auswahl und haben mit Rücksicht auf die Kriegszeit besonderen Wert auf die Ausgestaltung der Mittelpreislagen gelegt. Durch frühzeitigen Einkauf sind wir in der Lage, noch zu alten billigen Preisen verkaufen zu können. Um zwanglose Besichtigung der Ausstellung und um Beachtung unserer Fenster wird höflichst gebeten. A. Salomon& Cie. Am 25. Oktober ward mir die traurige Nachricht, dass mein lieber, guter Mann, der beste Vater seiner Kinder, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und ilheim Reitz Musketier im Infanterie-Regiment 365 im Alter von 33 Jahren am 22. Oktober nachts bei der Rückkehr vom Patrouillengang schwer verwundet und am 23. Oktober früh im Feldlazarett seinen Verlet- zungen erlegen ist. In tiefem Schmerz: Fgau Eliese Reitz, geb. Schmitt, und Kinder. Giessen(Krofdorfer Strasse 26). Beileidsbesuche dankend verbeten. Wiedersehen war seine Hoffnung. Gestern abend 8 Uhr entschlief sanft nach langem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden meine liebe, gute Schwester, unsere innigstgeliebte, treusorgende Tante Anna Simon im Alter von 61 Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: A. Simon. Grossen-Linden, den 27. Oktober 1915. 5888 Die Beerdigung findet am Freitag, den. Okt., mittags 1 Uhr, statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die Überaus zahlreichen Blumenspenden bei dem Hinscheiden unseres lieben Gatten und Vaters sagen wir hiermit allen unseren herz- lichsten Dank. Frau Else Herzberger /w. und Kinder. 8464 Manche Hausfrau hat bedauert, daß Dr. Oetker's Fabrikate zeit- weise während des Krieges nicht zu haben waren. Jetzt sind sie überall wieder vorrätig und man fordere daher stets die echten Dr. Oetker's Fabrikate mit der Schutzmarke„Oetkers Hellkopf- 8073 D erlöst. Giessen, den 27. Oktober 1915. . Am 19. August starb den Heldentod fürs! Vaterland nach 12 monatlicher treuer Pflicht- erfüllung auch unser zweiter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Bernhard Weber Kriegsfreiwilliger im Res.⸗Inf.⸗Regt. 254, 9. Kompagnie, ö früher im Nes.⸗Inf.⸗Regt. 222, 4. Kompagnie im Alter von 18 Jahren. 0 Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Philipp Gregorius. Gießen. 2 den 28. Oktober 1915. Gun Hue Unterrichtsbeginn: 05857 9 Dienstag, den 2. November, 8 Ahr Schluß der Zumeldungen: Alontag, den 1. November, 4 Ahr. Vorschule des Paedagogiums. Anmeldungen von Kindern, die Ostern 1916 schulpflichtig werden, werden vom 23. Oktober bis J. November täglich zwischen 3 und 4 Uhr ent⸗ gegengenommen. Der Geburtsschein ist mitzu⸗ bringen.— Die Kinder können nach dreijährigem Besuche der Vorschule in die Sexta öffentlicher, höherer Schulen eintreten. Schulgeld 140.— M. jährlich. Ludwigstr. 70, Fernruf 633. 8803 D Brackemann, Direktor. Prima feinste holländische Fefelfssehe U. 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