nr. 252 Der Sleßener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Famillenblätter; weunal wöchentl. Kreis- latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Jerusprech- Anschlusse: für die Schristleitung 112 erlag, Geschäitsstelleöd! Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. 15 General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei N. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstr. 7. Dienstag, 26. Oktober 10915 Beiugsvreiz: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 vie jährl. ausschl. B Zeilenpreis: lola ausw. 20 Pf.— 4 schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H Beck, sämtlich in Gießen. Der Ureuzer Prinz Adalbert untergegangen. Swei englische Cransportschiffe versenkt. (TB.) Großes Hauptquartier, 25. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In der Champagne griffen die Franzosen bei Ta⸗ hure und gegen unsere nördlich von Le Mesnil vorgebogene Stellung nach stärkster Feuervorbereitung an. Bei Tahure kamen ihre Angriffe in unserem Feuer nicht zur vollen Durchführung. Am späten Abend wurde an der vorspringen⸗ den Ecke nördlich von Le Mesnil noch heftig gekämpft, nördlich und östlich davon waren die Angriffe unter schweren Verlusten für die Franzosen abgeschlagen. . Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Südlich von Kekkau(südöftlich von Riga) wurden russische Vorstöße abgewiesen. Gegenangriffe gegen die von uns am 23. Oktober genommenen Stellungen nordwestlich von Dünaburg scheiterten. Die Zahl der Gefangenen er⸗ höhte sich auf 22 Offiziere, 3705 Mann, die Beute auf zwölf Maschinengewehre, einen Minen⸗ werfer. Schwache deutsche Kräfte, die nördlich von Illuxt über den gleichnamigen Abschnitt vorgedrungen waren, wichen vor überlegenem Angriff wieder auf das West⸗ ufer aus. Nördlich des Driswjaty⸗Sees blieben russi⸗ sche Angriffe gegen unsere Stellungen bei Gateni⸗Grenztal erfolglos. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 5 Prinzen Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe des Generals v.Linsingen. Weftlich von Komarow sind österrrichische Truppen in die feindliche Stellung auf viereinhalb Kilometer ein⸗ gedrungen. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Bei Visegrad ist der gewonnene Brückenkopf er⸗ weitert. Oestlich und westlich Kolubara wurden die Tam⸗ nava⸗Uebergänge nordwestlich von Üb in Besitz genommen. Die Armee des Generals v. Köveß hat die allgemeine Linie Lazarevac— nördlich von Arangjelovac— Ra⸗ brovac(westlich von Ratari) erreicht. Die Armee des Generals v. Gallwitz hat südlich der Jasenica die beherrschenden Höhen östlich von Banicina gestürmt, hat in der Moravaebene in hef⸗ tigen Kämpfen Dl. Livadica und Zabari gewonnen und ist östlich davon bis zur Linie Presedna⸗Höhe— südlich von Petrovacr— westlich von Meljnica gelangt. Im Pek⸗Tale wurden die Höhen westlich und nord⸗ westlich von Kucevo besetzt. Die bei Orsowa übergegangenen Truppen sind weiter nach Süden vorgedrungen und haben mit ihrem linken Flügel Sip(an der Donau) erreicht. 8 Die bulgarische Armee des Generals Bojadjeff hat den Kamm zwischen den Gipfeln Drenovaglava und des Mir⸗ konac(20 Kilometer nördlich von Pirot) genommen. Oberste Heeresleitung. Berlin, 25. Okt. 1915.(WB. Amtlich.) Am 23. Okt. wurde der große Kreuzer„Prinz Adalbert“ durch zwei Schüsse eines feindlichen Unterseebootes bei Libau zum Sinken gebracht. Leider konnte nur ein kleiner Teil der Besatzung des Schiffes gerettet werden. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Das Küstenpanzerschiff„Prinz Aderbert“ ist im Jahre 1901 in Dienst gestellt worden. Es war ein westerschiff von dem 1902 vom Stapel gegangenen„Friedrich Karl“. Diese Schiffs⸗ gattung verdrängt 9000 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 21 Knoten bei 16 200 Pferdestärken. Die Bewaffnung dieser Schiffe besteht aus vier 21 Zentimetern, zehn 15 Zentimetern, zwölf 8,8 Zentimetern, zwei Maschinengewehren und vier Unterwasser⸗ Torpedorohren. Die Besatzungsstärle betrug 591 Mann. *** Mit tiefem Bedauern wird im Volke die Nachricht vom Verlust eines deutschen Kreuzers e er wer⸗ den, aber noch größer ist die Trauer über den Tod mehrerer ndert Mann von der Besatzung. Der materielle Verlust Aber sind nicht bei anderen Gelegenheiten noch 99 verhältnismäßig klein und ist zu vers 5 und zu n. hr tapfere Kämpfer auf einmal den Heldentod ge⸗ storben? Wir trösten uns damit, daß alle Opfer, die das deutsche Volk bisher an Gut und Blut dargebracht hat, nicht vergeblich gewesen sind, sondern vom Siege der deutschen [Waffen über unsere Feinde begleitet waren. Auch in dieser Stunde eines bedauerlichen Verlustes richten uns andere Geschehnisse, die unseren Feinden zum Verderben ge⸗ reichen, wieder auf. Auch die Engländer werden schließlich daran nicht zugrunde gehen, daß sie in den letzten Tagen durch deutsche Torpedoschüsse zwei Transportschiffe ver⸗ loren haben, wobei eine zahlreichere Mannschaft das Leben eingebüßt haben mag, als der„Prinz Adalbert“ sie u Schlimmer ist es, wenn einem Volke die großen Lebenshoff⸗ nungen versenkt werden, wie es bei dem Britenreiche der Fall ist. Lebenshoffnungen, die hier jedoch auf ererbte An⸗ maßung, Hochmut und rücksichtslosen, ideallosen Egoismus gegründet waren, so daß alle Tragik fehlt.„Wer besitzt, der lerne verlieren“; mit tapferer Ruhe wollen wir den Verlust eines schönen Kampfschisfes ertragen und nicht müde werden, die harte Arbeit zum Triumph 25 deutschen Sache ohne Wanken fortzusetzen. * Alles ruft nach einer starken Hand auch im Innern des Reiches. Die Veröffentlichung der Höchstpreise für Butter und die übrigen Maßnahmen der Reichsregierung werden in der Presse verschiedenster Richtungen von Warnungen und Mahnungen begleitet. Man findet die Butterhöchstpreise zu hoch und bedauert, daß die Entscheidung in so wichtigen Lebensfragen nicht früher gefallen ist, als die Spekulation noch nicht ihren Kulminationspunkt erreicht hatte. Eine wich⸗ tige Aufgabe harrt jetzt noch unserer Aemter: Wir müssen die teure ausländische Butter besser von der im In⸗ lande produzierten unterscheiden. Auch in unserem lokalen Umkreise häufen sich die Beschwerden, daß im Handel diese Unterschiede verwischt oder gefält werden. Im„Tag“ bespricht der Potsdamer Bürgermeister Rauscher die Butternot und fordert die Verstaatlichung des Butterhandels für die Dauer des Krieges. Das wird sich schwer durch⸗ führen lassen, denn die Buttererzeugung ist auf schwanken⸗ dere Grundlagen und Antriebe estellt als etwa die Produk⸗ tion von Getreide. Rauscher stellt fest, daß die Butterversor⸗ g 0 schon vor dem Kriege zu einem beträchtlichen Teil auf ie Einfuhr aus Dänemark, Schweden und Sibirien ange⸗ wiesen war. Er meint, die Einfuhr dürfe nicht vermindert werden und die vom Ausland geforderten Preise müßten gezahlt werden. Dagegen lasse sich kein Mittel finden. Er fährt dann fort: f ö Der gesamte Butterhandel muß für die Dauer des Krieges ver⸗ staatlicht werden, wie schon seit dem 25. Januar 1915 der Handel mit Brotgetreide und Mehl mit ausgezeichnetem Erfolge verstaat⸗ licht worden ist. Dabei muß das Reich für die Auslandsbutter — und seien sie noch so hoch— diejenigen Preise zahlen, die sich aus der internationalen Marktlage ergeben. Durch Vermittelung einer Reichsbutterstelle muß das Reich die solchergestalt beschafften Butterbestände fortlaufend über die Kommunalverbände den Ver⸗ brauchern zuführen. Insoweit die vom Reich für die Beschaffung der Butter aufgewandten Kosten diejenige Grenze übersteigen, die vom Standpunkt der Verbraucher aus noch als erschwinglich gelten können(d. h etwa 2 Mark für das Pfund), muß das Reich den Mehrpreis gewissermaßen als Kriegskosten auf seine Rechnung übernehmen und nach dem triege durch allmähliche Tilgung wieder⸗ einbringen. Damit würde die Wirkung der Kriegsteuerung bei einem Nahrungsmittel, das nach dem umgedeuteten Worte„der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ unentbehrlich ist, auf eine längere Zeit von Friedensjahren verteilt und dem Volke das Durchhalten fühlbar erleichtert werden. 8 Es kann zugegeben werden, daß dem inländischen Butterproduzenten insolge des Mangels an wohlfeilem Krastfutter im Vergleich zu Friedenszeiten höhere Gestehungs⸗ kosten erwachsen. Daß aber die rung der gewaltigen Steige⸗ rung der Preise für Auslandsbutter gleichtommt, wird im Ernste niemand behaupten wollen. Eine solche Behauptung würde auch schlagend widerlegt werden durch das leider vereinzelte Bei⸗ spiel einiger Produktionsgebiete(ich erinnere nur an Delmen⸗ horst), in denen die Hersteller der Butter erklärt haben, aus der allgemeinen Marktlage keine ungerechtfertigten Uebergewinne erzielen, sondern es im wesentlichen bei den bisherigen Preisen bewenden lassen zu wollen. Man wird also nicht fehlgehen mit der Feststellung, daß die Mehrheit der inländischen Butterproduzenten, wenn sie mit ihren Butterpreisen die steile Kurve der Preisstei⸗ gerung für Auslandsbutter mitgemacht haben, nicht der Not ge⸗ horchten, sondern der Versuchung erlagen. Für die inländischen Buttererzeuger fordert auch Rauscher die Festsetzung von Höchstpreisen mit Enteignungs⸗ d 0 und Maßnahmen zur Verhinderung des Einschlach⸗ tens der Milchviehbestände. Es sei ein Irrtum, zu glauben, daß die Höhe der Milchpreise die primäre, diejenige der Butterpreise die sekundäre Erscheinung sei; die Entwicklung habe sich in Wahrheit umgekehrt vollzogen. Die angekündigte Festsetzung von Höchstpreisen hat nun auf die Preise der aus⸗ ländischen Einfuhr bereits günstig eingewirkt. Schade, daß die Maßregel reichlich spät kam. Wie die Dinge jetzt liegen, wird es gut sein, wenn die Verbraucher ihren Bedarf möglichst ein⸗ schränken und durch das alte volkswirtschaftliche Gesetz der Nachfrage auch an ihrem Teile die Preise regeln helfen. Die jetzt allmählich ins Leben tretenden Preisbildungs⸗ und Kon⸗ trollausschüsse aber müssen sich kräftig regen und Sorge tragen helfen, daß die bestehenden gesetzlichen Handhaben gegen Wucher und spekulative Aufkäufe mit voller Schärfe angewendet werden. Berlin, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Eine am 1. No⸗ vember in Kraft tretende Bekanntmachung des Reichskanzlers über die Festsetzung eines Grundpreises für Butter usw be⸗ stimmt: Erstens: Der Butterpreis, den der Hersteller beim Verkauf im Großhandel frei Berlin einschließlich Verpackung fordern kann (Grundpreis), wird bis auf Weiteres für Handelsware J auf höchstens 240 Mark, für Handelsware II auf höchstens 230 Mark, für Handelsware III auf höchstens 215 Mark, für abfallende Ware auf höchstens 180 Mark für 50 Kilogramm festgesetzt; zweitens: der Zuschlag für den Weiterverkauf darf höchstens betragen: beim Verkauf im Großhandel 4 Mark, im Kleinhandel 11 Mark auf 50 Kilogramm. Berlin, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Am Samstug er⸗ ärterte der Landwirtschaftsminister die schwebenden Volksernährungsfragen mit den Vorsitzenden aller preu⸗ ßischen Landwirtschaftskammern. Einmütig wurde, wie wir hören, die Ansicht ausgedrückt, daß die Ernährung unseres Volkes im kommenden Winter völlig gesichert sei. Einmütig und entschieden wurden aber auch die Preistreibereien auf dem Lebens⸗ mittelmarkte verurteilt. Zwar müsse die schwierige Lage der Land⸗ wirtschaft, die besonders in der Futtermittelknappheit zum Ausdruck komme, eine Verteuerung aller Erzeugnisse des Bodens und der Viehzucht zur Folge haben. Unbegründet und zu verurteilen seien aber die sprunghaften Preiserhöhungen der letzten Wochen, die lediglich durch Spekulationen hervorgerufen worden seien. Dieso Vorgänge widersprächen den Interessen der Land⸗ wirtschaft. Eine allgemeine Festsetzung von Butterpreisen durch die Staatsregierung wäre deshalb mit Freude zu begrüßen, zumal dadurch der Verteuerung der inländischen Butter durch ausländische ein Ende bereitet würde. 7 Wenngleich mit einem Rückgange der Milcher zeugung zu rechnen sei, so genüge doch die heimische Erzeugung völlig, um Kinder, Kranke und Schwache zu versorgen. Erforderlichen⸗ falls würden wir sogar ohne Butter⸗ und Käse⸗Zufuhr aus dem Auslande durchhalten, wenn die Kommunen sich der Verbrauchs⸗ regelung nachdrücklich annähmen. Die E Milch⸗ karten sei eine praktische Maßnahme Mit der vom dwirtschafts⸗ minister vorgeschlagenen Regelung des Marktverkehrs mit Schwei⸗ nen erklärten sich die Landwirtschaftskammerpräsidenten einver⸗ standen, wenn gleichzeitig mit der Festsetzung von Schweinepreisen eine allgemeine Festlegung der Schweinefleischpreise verbunden werde. Die gegenwärtige Gestaltung der Schweinepreise sei der Landwirtschaft durchaus imnerwünscht; ihre Vertretung ei nicht in der Lage, sie zu beeinflussen, da sich der Markt ihrer Ein⸗ wirkung entzöge. N ö Dringend gewarnt aber wurde allseitig vor einem staatlichen Eingriff in den Rindermarkt. Weder sei dieser nach der Marktlage geboten, noch lasse er sich bei der Eigenart des Groß⸗ viehhandels ohne. Aufzucht und Milcherzeu⸗ gung praktisch durchführen. Bei Erörterung der Kartoffel a frage wurde allgemein die Ansicht vertreten, daß zu einer Beunruhigung überhaupt kein Grund vorliege. Wenn hier und da in den letzten Wochen Knappheit und Teuerung im Kartoffel⸗ handel eingetreten seien, so liege dies daran, daß die Ernte in den wichtigsten Kartoffelbaugebieten noch nicht im Gange gewesen und bedeutend schwieriger als in Friedenszeiten einzubringen sei. Ob⸗ wohl die Kartoffeln in einem weit größeren Maße als sonst zu r herangezogen werden müssen, verbleiben doch reich⸗ iche Kartoffelmengen für die menschliche Ernährung. Die Preise der Reichskartoffelstelle seien allerdings im Verhältnis zu den Futtermittelpreisen als niedrig zu bezeichnen. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß die Reichskartoffelstelle und die Ge⸗ meinden trotzdem nach Kräften von der deutschen Landwirtschaft bei der Kartoffel versorgung unterstützt wurden. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 25. Oktober 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Die Angriffe westlich von Czartorysk nehmen einen günstigen Fortgang. Der Feind wird trotz heftigen Wider⸗ standes gegen den Styr zurückgedrängt. Gestrige Beute in diesen Kümpfen: zwei Offiziere, 1000 Mann, vier Ma⸗ schinengewehre. Sonst im Nordosten nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplaß. Die Isonzoschlacht dauert fort. Auch am gestrigen Tage, am vierten der großen Infanteriekämpfe, schlugen die Verteidiger alle italienischen Angriffe, die nicht schon im Feuer unserer Artillerie zusammenbrachen, unter schwersten Verlusten des Feindes zurück und behaupteten überall ihre Stellungen. 5 An der Tiroler Front griffen mehrere Bataillone unsere Verteidigungslinie auf der Hochfläche von Vilgereuth (wie immer vergebens) an. Ebenso scheiterten feindliche An⸗ griffe auf die Cima di Mezzodi, den Ort Sief und im ober⸗ sten Rienz⸗Tal. Am Krn wurde ein Angriff gestern, ein zweiter heute nacht abgewiesen. Auch gegen den Mrzli⸗Vrh mißlangen 054 Vorstöße unter besonders schweren Verlusten der Ita⸗ iener. Südöstlich dieses Berges drang der Feind in ein kurzes Grabenstück ein, wurde aber durch einen Gegen⸗ angriff wieder hinausgeworfen. Ein neuer Vorstoß von zwei Alpini⸗Bataillonen brach hier in unserem Feuer zusammen. Diese feindlichen Abteilungen wurden fast vollständig auf⸗ gerieben. a Vor dem Tolmeiner Brückenkopf richteten sich die Angriffe hauptsächlich gegen unsere Stellungen auf dem Rücken westlich von Santa Lucia und bei Sela, die sämtlich in unserem Besitze blieben. Der Abschnitt von Pla va stand unter schwerem Ge⸗ schützfeuer. Ansammlungen des Feindes bei Plava wurden 8 J A a nach der Hauptstadt und nach anderen Städten zu bringen. Der Führer der Mission Doktor Goldamar und der kaiserliche Kommissar 8 5 3 S ee a de schreiblich. f 4 ri 27 22 2 8 5 durch englische und französische Schiffe erfolgte bietet jetzt den Anblick eines Schutthaufens, unter dem Sap⸗ Alliierten ruft die größte Entrüstung hervor. dung des„Az Est“ besagt, sind 70 000 türkische Soldaten 5 l Erden 5 7 eingelaufenen drahtlosen Telegramm nimmt ein italieni⸗ 8 1 legten, dauerte die Versammlung kaum eine durch die Wirkung unserer Artillerie zersyrengt. Bei Za⸗ gora bemächtigten sich die Italiener unter Tage eines vor⸗ springenden Teiles unserer Gräben, nachts wurden sie wieder daraus vertrieben. Vor dem Monte Sabotino erstickte unser Ar⸗ tilleriefeuer gestern vormittag noch einen Angriff. Hierauf unternahm der Gegner keinen ernsten Versuch mehr, sich den Linien des Görzer Brückenkopfes zu nähern. Am heftigsten waren die Kämpfe im Nordabschnitt der Hochfläche von Do⸗ berdo, wo sehr starke italienische Kräfte wiederholt in Massen zum Angriff vorgingen. Immer wieder mit ver⸗ heerendem Feuer empfangen, mußte der Feind in seine Deckung zurückflüchten. Ein Angriff gegen unsere Stellungen ostlich Monfalcone teilte das Schicksal aller anderen An⸗ strengungen der Italiener. b i 5 Triest wurde gestern nachmittag von einem feind⸗ lichen Flieger heimgesucht, der durch Bombenwurf zwei Ein⸗ wohner tötete, zwölf verwundete. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Oesterreichisch⸗ungarische Reiterabteilungen rückten in VBalfjevo ein. Die Armee des Generals v. Köveß nähert sich kämpfend der Stadt Arangjelovac. Die beiderseits der Kolubara vordringenden k. und k. Truppen dieser Armee befinden sich im Angriff auf die Höhen südlich und südwest⸗ lich von Lazarevac, ein anderer österreichisch⸗ungarischer Heereskörper warf die Serben bei Ratari 10 Kilometer süd⸗ westlich von Palanka. 5. Deutsche Streitkräfte erstürmten die mit großer Erbitterung verteidigten Stellungen südlich von Palanka und gewannen Petrovac im Mlavatal. Die bei Orsowa übersetzten österreichisch⸗ungarischen und deutschen Trupnen dringen im Gebirge östlich der Stromenge Klissura vor. Der Feind 3 1 und ließ Gewehre und Munition liegen. Die Bulgaren haben in den letzten Tagen den Timok von der Quelle bis zur Mündung an zahlreichen Punkten überschritten. Ihr Angriff auf die Höhen des linken Ufers und auf Zajecar, Knjazevac und Pirot schreitet vorwärts. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Felbmarschalleutnant. . Der bulgarische Bericht.. Sofia, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht Über die Operationen vom 23. Oktober: Unsere Truppen brachten den serbischen Truppen in der Umgegend von Uesküb eine ent⸗ scheidende Niederlage bei und besetzten die Stadt end⸗ gültig. Der Feind hatte über 500 Tote und Verwundete und wurde auf den Engpaß Katschanik zurückgewor⸗ fen. Unsere Truppen verfolgten ihn stürmisch in dieser Richtung. An den anderen Fronten keine wesentliche Veränderung der Lage. Sofia, 25. Okt.(WTB Nichtamtlich.) Die aus 9 Aerzten, 53 Krankenschwestern und 102 Krankenpflegern zusammengesetzte deutsche Sanitätsmission ist hier eingetroffen. Mit ihr zusammen ist ein Lazarettzug angekommen, der für 240 Betten eingerichtet ist und einen Operationssaal, eine Desinfizier⸗Ab⸗ teilung und Sanitätsmaterial in genügender Menge enthält. Die Mission wird in vier großen Lazaretten in Sofia arbeiten. Der Lazarettzug wird dazu dienen, die Verwundeten von der Front Eiffe sind vom Königspaar in Audienz empfangen worden. Gestern ist ein Zug mit Liebesgaben eingetroffen, die das deutsche Rote ofia, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der amtliche Bericht über die Operationen am 24. Oktober besagt: Unsere Truppen nahmen Negotin und den Donauhafen Praho vo. Die bis jetzt bekannte Beute ist: Ein Verpflegungsmagazin, 20 Waggons mit Kriegsmaterial. Gefangene: 1 Offizier, 270 Mann. Auf dem Schlachtfelde wurden 300 serbische Leichen aufgefunden. Prinz Cyrill und der Armeekommandant wurden in Uesküb sehr feier⸗ lich empfangen. Die Stadt war mit unseren Fahnen und Teppichen und weinte vor innerer Rührung. Die Begeisterung war unbe⸗ Die Beschießung der bulgarischen Küste. Sofia, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bul⸗ ischen Telegraphen⸗Agentur. Die Beschießung von ohne vorherige Verständigung und ohne Rücksicht auf die Be⸗ völkerung der Stadt, die nicht einmal Zeit hatte, sich zu retten. Bisher ist festgestellt worden, daß mehr als 25 Frauen und Kinder getötet wurden Ein großer Teil der Stadt ist zerstört. Alle Gebäude am Meeresufer sind Trümmer⸗ stätten. Durch die Beschießung sind überdies zahlreiche Brände acht worden, die den Rest der Stadt verheerten. Dedeagatsch noch die Leichen von Frauen und Kindern hervorziehen, pfer ohnmächtiger Wut der Engländer und Franzosen, die in Ermangelung von Siegen auf den Schlachtfeldern sich rühmen können, den Tod einiger Dutzend unverteidigter Wesen herbeigeführt zu haben. Dieses brutale unmenschliche Vorgehen der Flotte der Budapest 25. Okt.(Zens. Frkft.) Wie eine Athener Mel⸗ gatsch eingetroffen, um gemeinsam mit den Bulgaren die Küste gegen englisch⸗französische Angriffe zu verteidigen. Brindisi, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einem ches Geschwader an der Beschießung und Blockade der bulgarischen Küste teil. Numänische Hetzer. Bukarest 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Wiener K. und K. Telegr⸗Korr.⸗Bur. Heute nachmittag fand die seit langem angekündigte öffentliche Versammlung der unionistischen Foederation statt. Die Teilnehmer waren vorwiegend angeworbenes Publikum. Nach kurzen Reden der Führer der Bewegung wurde folgende Entschlie⸗ Fung gefaßt: a. Die versammelten Bürger des Landes weisen auf die Gefahr hin, in der sich das Land befindet, das sich von seinen Feinden jenseits der Karpathen und der Donau einkreisen ließ, ohne sein Schwert in die Wagschale zu werfen. Wir erklären für Verräter an der Nation alle, die offen oder geheim, selbst oder durch an⸗ dere, eine Politik unterstützen, die gegen die Interessen und Ideale des Landes gerichtet ist, ferner jene, die zu der ungarisch⸗bul⸗ garischen Gruppe, wenn auch nur durch endgültige Aufrechterhal⸗ tung der Neutralität hinneigen und verlangen von allen Rumä⸗ nen unter allen Umständen, daß sie sie jetzt und später als Ver⸗ räter behandeln. Wir verlangen von der Regierung die Mobili⸗ sierung der rumänischen Armee und den sofortigen Eintritt in die Aktion, um eine Verbindung zwischen Deutschen, Ungarn und Bulgaren zu verhindern, eine Verbindung, die wir als eine Gefahr nicht nur für unsere berechtigte Forderung, son⸗ dern selbst für unseren Bestand ansehen. Da die Führer das Hauptgewicht auf Straßenkund⸗ funde. Darauf zog eine Menge von mehreren Hundert Köpfen von dem Versammlungssaal in die b von Bukarest, die Calea Victoria und weiter durch die Stadt, an der Spitze Arm in Arm Filipes eu und Take Jo⸗ schmückt. Die gesamte Bevölkerung beteiligte sich an dem Empfang], Ordnung Polizei und Militar aufgeboten, die, ohne den Umzug in der Hauptstraße zu verbieten, beim National⸗ theater, wo der Weg zum königlichen Schlosse führt, den Manifestanten den Weg versperrten. Unter Absingung na⸗ tionaler Lieder gelangte die Menge bis dorthin. Da ber militärische Kordon nicht nachgab, blieb sie stehen, ohne daß es zu einem Zusammenstoß zwischen der Menge und dem militärischen und polizeilichen Aufgebot kam. Die Führer entfernten sich nach kurzem Parlamentieren mit dem Kom⸗ mandanten der Truppen nach dem nahegelegenen Klubhaus der Anhänger Filipescus, von dessen Fenster der Sieben⸗ bürge Goga Crumari und Filipescu Reden an die Menge und die Soldaten hielten des Inhalts, es sei eine Schmach, daß die Armee, die gegen Ungarn zu mar⸗ schieren bestimmt sei, gegen Rumänien verwendet werde. üblichen Sonntagspublikums, das den Redner anhörte und Beifall spendete. Der Zweck der Unternehmung war von den Führern allmälich ins zweifelhafte und zweideutige ver⸗ schoben worden. Wenn ursprünglich die Losung lautete: Keine Worte mehr! Wir 1 Taten], so schrumpfte diese schon vor der Versammlung zu dem Verlangen nach schleunigster Mobilisierung zusammen. Schließlich deckte Filipescu den eigentlichen Zweck auf, indem er, von Er⸗ regung übermannt, vom Balkon herunterschrie:„Ich habe den Vater Bratianus gestürzt und werde auch den Sohn stürzen!“ *** Der türtische Bericht. Konstantinopel, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Hauptquartiers vom 24. Oktober: An der Dardanellen front ließen bei Anaforta unsere Patrouillen feindliche Patrouillen in einen Hinterhalt fallen, töteten einen Teil und trieben die übrigen in ihre Gräben zurück. Unsere Artillerie zer⸗ störte eine Minenwerferstellung und eine vom Feinde wieder⸗ hergestellte Barikade, die erst kürzlich von uns in Trümmer gelegt worden war. Bei Ari Burnu und Sedd⸗ül⸗Bahr dauert das gewöhnliche Infanterie- und Artilleriefeuer und Bom⸗ benwerfen an. Ein feindlicher Torpedobootszerstörer beschoß wir⸗ kungslos einige Punkte. Sonst nichts Neues. Die Völkerrechtsverletzungen gegenüber der Türkei. Berlin, 26. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nordd. Allgem. Ztg.“ veröffentlicht eine Reihe neuer Fälle grober „„ gen, die sich unsere Feinde der Türkei gegenüber haben zuschulden kommen lassen. Zum Schluß des Artikels heißt es: In einer Protestnote hat die türkische Regierung folgendes beigefügt: Die türkischen Militärbehörden haben diesen zahlreichen Akten der Verge⸗ . der elementarsten Gesetze der Menschlichkeit und des Völkerrechts bisher nicht mit Vergeltungsmaßregeln erwidert. Sollten diese Uebergriffe aber nicht aufhören, so würde sich die kaiserlich ottomanische Regierung gezwungen sehen, die notwendigen Repressalien zu üben. *** Der König von England in Le Havre. Le Havre, 24. Okt.(W Nichtamtlich.)„Ving⸗ tieme Siscle“ meldet, daß der König von England vorgestern in Le Havre Aung e ist. Er besichtigte verschiedene englische Lager und verließ abends Le Havre. Die Ausrüstung der belgischen Truppen. Lyon, 26. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)„Lyon Républi⸗ cain“ meldet aus Le Havre: Die belgischen Truppen werden ebensolche Helme wie die französischen Truppen er⸗ halten. Die Helme werden in Khakifarbe angestrichen sein und auf der Vorderseite den Kopf des Belgischen Löwen als Abzeichen tragen. Eine japanische Militärmission in London. Paris, 26. Okt.(WTB. e Wie der„Matin“ erfährt, ist eine japanische Militärmission, bestehend aus einem Oberst, zwei Oberstleutnants und zwei Majoren in London eingetroffen. 2 Die Wahlen in der südafrikanischen union. Kapstadt, 25. Okt.(WDB. Nichtamtlich.) Reuter mel⸗ folgendes: 54 Bothisten, 40 Unionisten, 27 Herzogisten, 5 Un⸗ 0 und 4 Arbeiterparteiler. a London, 26. Okt(WDB. Nichtamtlich.) Die„Times“ schreibt in einem Leitartikel, daß, nachdem Botha eine große Mehrheit für seine imperialistische Politik erhalten hat, das Kolonialamt die Premierminister der überseeischen en 12 0 Abhaltung einer Konferenz nach London ein⸗ en wird. —— Der Seekrieg. Englische Transportschiffe versenkt. Athen, 25. Okt.(WTB Nichtamtlich.) Telegramm des Korrespondenten des Wolff⸗Bureaus. Hiesige Zeitungen melden: Der englische Tr 1„Mar⸗ ketti“ mit tausend englischen Soldaten, Maultieren, Muni⸗ tion und Krankenpflegern wurde bei Tsagesi an der Süd⸗ ostküste des Hafens von Saloniki versenkt. 83 Mann sind gerettet. Köln, 25. Okt.(WB. Nichtamtlich.) Die„Köln. Ztg.“ meldet von der holländischen Grenze: Am 20. d. Mts. wurde ein englisches Trans portschiff bei der Insel Wight durch ein deutsches Unterseeboot torpediert. Der Dampfer legte sich über und sank. Zahlreiche Soldaten sprangen über Bord. 1 Paris, 25. Okt.(WTB. 1 Nach einer Meldung des„Journal“ hat ein deutsches U⸗Boot ein französi⸗ sches Schiff, das 50 Ambulanzen an Bord hatte, im Aermel⸗ kanal versenkt. Paris, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Matin“ meldet aus Saloniki: Der italienische Postdampfer„Seilla“ ist 851 Aegäischen Meer von einem Unterseeboot versenkt worden. Kriegsbriefe aus dem Westen. Von unserm Kriegsberichterstatter. suberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten) Am Artilleriebeobachtungsstaud bei La Folie. . 935 Großes Hauptquartie, am 19. Oktober. Seit langen Wochen hatte der Leutnant, der mir dies am Abend, bevor er nach Serbien ahreiste, erzählte, am Artillerie- beobachtungsstand auf der Höhe von La Folie gesessen. Er kannte die Geländeausschnitte, die sich im Scherenfernrohr zeigten, so gencu, wie man Bilder kennt, die seit Jahr und Tag über dem nalen. Die Regierung hatte zum Schutz der öffentlichen Schreibtisch hängen und sich dem Auge so ein eprägt haben, da man jeden Strich auf ihnen im Traume nac könnte. 5 Inzwischen wuchs die Zahl der Anwesenden durch Zuzug des f det: Das endgültige Ergebnis der Wahlen ist Als er in die Stellung auf der Höhe tam, stand La Folie noch im Glanze des Sommersitzes reicher, geschmackvoll verzärtel⸗ ter Leute, La Folie, das Schlößchen mit zierlichen Rokoko möhelchen und Vitrinen voller Porzellanspielsachen; und La Folie, die Ferme, mit weiten wohlgepflegten Zwergobstpflanzungen, Fasanerien und Fluggebauern voll bunter fremdländischer Vögel. Dann nahmen die Franzosen den Abschnitt täglich unter Feuer. Bald war nur der Keller des Schlößchens noch bewohnbar, dann schlugen die Geschosse auch in dessen Gewölbe ein, und 4 standen nur noch zwei Mauerstücke, um die Stelle zu bezeichnen, eines fünf Meter hoch und eines nur einen Meter hoch, und an beiden war kein Ziegel, der nicht achtfach geborsten war. 5 So sah es da schon aus, als das Trommelfeuer begann, welches die große Septemberoffensive einleitete. Zehn Tage lang über⸗ siebten die Granaten das Gelände, 18 Stunden lang jedesmal, dann steigerte sich während dreier Tage das Feuer noch einmal derart, daß der Berg wie ein Hochofen u brennen schien Da ah man in dem grauen, ewig gleich trostlosen Bilde, das sich im Scherenfernrohr abzeichnete, etwas neues. Durch die Erde schienen von den französischen Stellungen her mit großer Schnelligkeit Schlangen heranzukriechen. An ihren Köpfen sah man kleine Erd⸗ schollen mit hastiger Eile emporfliegen, als ob nicht Menschen, sondern überheizte Maschinen sich dort vorwärtswühlten“ Es war kein Zweifel: die At trieben dort nach einem energischen Plane eine große Anzahl von Sappen gegen unsere Linsen vor. Die Beobachtung wurde gemeldet. Aber der Draht des Fern⸗ sprechers war längst unterbrochen, durch Granatsplitter zerschnitten. Indessen mußte die Infanterie selbst diese Regsamkeit des Feindes bemerken. Warum schoß er nicht. Ach, ihre Stellungen waren eingetrommelt, es war keine Infanterie mehr vorn Da merkten die Männer am Artilleriebeobachtungsstand, daß sie ganz allein geblieben waren in dem Hagel der Granaten, die rechts und links jeden Schritt breit umwühlten, während die unterirdischen Schlan⸗ gen sich immer näher heranwanden. „Die Nacht brach an, die Verbindung mit der Batterie wurde wieder hergestellt, aber die Geschütze konnten die feindlichen Sappen schlecht fassen. Als der Morgen kam, sah man, daß die Sappen⸗ köpse durch Quergräben verbunden waren, so daß der Feind sich im Schutze seines furchtbaren Trommelfeuers eine ganz dicht ge⸗ näherte Sturmstellung geschaffen hatte. Offenbar stand man un⸗ mittelbar vor dem Angriff. „Die Franzosen kamen denn auch, wie man es erwartet hatte. Sie lassen gewöhnlich, genau übrigens wie die Engländer, den Beginn der Dämmerung herankommen, um zum Sturme vorzu⸗ gehen. Haben sie sich in einer Stellung festgesetzt, so hoffen sie, diese noch im Laufe der Nacht so umzubauen, daß sie sie halten können— vorausgesetzt, daß die Deutschen nicht sofort in der Nacht ihnen durch einen kräftigen Gegenangriff das gewonnene Gelände wieder abnehmen, wie es gewöhnlich geschieht. Auch diesmal steigerte sich gegen die Dunkelheit das Trommelfeuer zu seinen äußersten Möglichkeiten, und ging dann in eimem Moment ruckartig in Streufeuer über. Alles war in Feuer und Qualm ge⸗ hüllt, die Zugangsgrüben am Beobachtungsstand so eingetrommelt, daß man sich nur kriechend zwischen fortwährenden Einschlägen darin bewogen konnte und sich sagte:„Jeder Schritt ist das Ende.“ In den Nachbarabschnitten sah man die Gräben, so weit sie nicht ganz verschüttet waren, voller Leichen liegen. Da ertönt plötzlich der Ruf:„Die Frauzosen kommen!“ Man sieht sie in Kolonnen aus ihren Gräben vorstürmen, soweit man in der von Rauch geschwärzten Dämmerung überhaupt noch etwas erkennen kann. Sie kommen, und niemand hält sie auf. Die Artillerie regt sich nicht. Die Verbindung nach der Batterie ist wieder hundertfach zerstört. Unter den wenigen Männern, die auf dem Beobachtungs⸗ posten übrig geblieben sind, entsteht eine panikartige en Einer ruft:„Die Franzosen sind schon durchgebrochen“ und alle glauben es ihm, obwohl sie sich sagen müssen, daß der Rufer das ebenso wenig wissen kann, wie sie selbst. Als die Franzosen 15 auf 300 Meter an den Beobachtungsstand heran sind und sich im Glase schon daumensgroß abzeichnen, kommt ein Mann und über⸗ bringt den Befehl von der Batterie, zurück und das Scherenfernrohr vetten! Da gehen die Tapferen mißmutig zurück. Man kann auf das Scherenfernrohr kein Bajonett aufpflanzen. 5 Es kommt eine zuerst totenstille, wunderliche Nacht. Man vernimmt kein Signal. Kein Schuß fällt, weder von unserer Seite, noch von französischer. Es weiß niemand, wo Freund und Feind stehen. Den Franzosen geht es genau wie uns. Sie sind zwar in die ersten Gräben eingedrungen, aber diese waren so zer⸗ schossen, daß sie sich darin nicht festsetzen konnten. Dann haben sie Widerstand gefunden. Auch bei ihnen sind alle Verbindungen zerstört. Man kehrt zu dem Beobachtungsstande zurück und findet ihn unbesetzt. Nach kurzer Zeit wird der Leutnant abgelöst und an seine Stelle tritt ein Kamerad, der das Gelände hier eben so gut kennt. Er ist niemals zurückgekommen. Der Feind kommt allmählich zu einer Uebersicht seiner Lage. Da er nach vorn nicht schießen kann, legt er Sperrfeuer auf die hinteren Verbindungen. Eine ppeit vorgeschobene Batterie von uns hat Verbindung mit der Division erhalten und nimmt das Feuer auf. Sie braucht dringend Munition. Der Leutnant wird beordert, da er Weg und Steg kennt einige Munitionswagen durch das Sperrfeuer durchzubringen. Die Franzosen 5 8 mit Gasgranaten, die Pferde geraten außer sich, vor den auf der Straße liegenden Pferdekadavern bäumen sie hoch auf. Krachend stürzen die Räder der schwer beladenen efährte in die Granat⸗ löcher. Ein paar Pferde fallen, von Granatspritzern zerrissen. Es muß mitten im Sperrfeuer und in der Gaswand umgeschirrt werden: die Menschen werden der wahnsinnig gewordenen Tiere kaum mehr Meister. Schließlich gelingt es, vier Wagen bis zur Batterie durchzubringen. 0 5 TDiese macht jetzt Schnellfeuer. Sie hat ein dankbares Ziel gefunden, die französischen Reserven. Die Kanoniere haben sich die Röcke ausgezogen, so schnell laden sie, sie haben dicke Hand⸗ schuhe an, denn die Rohre brennen, und das Glyzerin im Rücklauf beginnt zu kochen. Einer hat vom Abziehen dicke Blasen an den Fingern und kann die Schnur nicht länger bedienen. Der Feind sieht die Batterie ein und schickt Granate um Granate herein. Aber es ist jetzt keine Zeit nach Möglichkeit zum Umbauen. Einen Augenblick vergißt man sogar die Todesgefahr, die jede Sekunde erneuert vor dem herrlichen Schauspiel, welches das bisher dunkel daliegende Dorf Vimy bietet. Die Franzosen be⸗ ginnen es eben mit Handgranaten zu bewerfen. Bei jedem Ein⸗ schlag zuckt zuerst ein hoher, in seinen Gipfeln schleierartig ver⸗ wehender Strahl aus dunkelpurpurblutiger Flamme auf, dann quillt aus seiner Tiefe schwefelgelbe Lohe, verschlingt den roten den Brandgarben verschlungen. Batterie um Batterie wird hüben und drüben wach. Die Franzosen legen ihr Sperrseuer in fast zier⸗ licher Gewandtheit in kerzengraden Perlenketten hinter unsere Linie, bis vier Kilometer tief, fällt Perlenkette um Perlenkette, und droben am Himmel dazwischen sallen in der kaltklaren Nacht dir Sternschnuppen des Oktobers, bei denen man denkt, die Sterne seien locker geworden an ihrem Firmament durch das schütternde Erd⸗ beben der Artillerieschlacht. 5 Jetzt beginnen die Franzosen die ihnen sehr gefährlich werdende Batterie mit Stinkgranaten und ganz großen Kalibern zu be⸗ werfen. Man riecht trotz der Masken Chlor, Phosphor, Aetznatron. Nun gelingt es ihnen, die Batterie unter Flankenfeuer zu nehmen. Man wundert sich, daß sie damit nichts erreichen, und hal das Gefühl, daß jeder Schuß, den man selbst abgibt, eine Gnaden frist des Himmels ist. Im nächsten Augenblich muß alles vorbei sein. Plötzlich kriegt ein Geschütz einen Volltreffer ans Rohr und kollert mit der Bedienungsmannschaft den niederen Abhang bis in den Hohlweg hinab. Alles tot? Nein, es ist ein Wunder geschehen. Niemand ist tot. Nur zwei Mann sind durch Quetschungen schwer verwundet. Aber nun werden Einzelne durch die Gase ohnmächtig. Zwer Geschütze werden durch Splitter außer Gefecht gesetzt Es find nur geringe Beschädigungen, aber man kann sie jetzt nicht aus⸗ bessern. Auch hat man kaum noch Leute geuug für das legte Geschütz. Das arbeitet wie rasend weiter und was auch, Sekunde auf Se⸗ kunde, an 1 Granaten angeritten kommt, es geht alles vorbei, in die Böschung jenseits des Hohlweges. Plötzlich entsteht wieder eine 1 Es heißt abermals:„Die men!“ Kartätschen laden! Wir wollen sie em n Ab. wömmt. Das Wetter hat ganz plötzlich zngeschlagen. Ei niemand Schein und wird selbst sofort von den aus dem Dachgestühl zucken⸗ Franzosen kom 2 An der Aula über dieses T Soldat 2 des Wolrenvorhang ist vor die Sterne n eie grote Tropfen Hatschen auf das Geschützrohr, auf dem sie in Damp berzischen. Versprengte Infanterie, mit Beilen bewaffnet, dringt in die Batterie ein und ist kaum zu beruhigen. Sie scheinen Verstand in den Giftschwaden des Gases verloren zu haben. Auf einmal beginnt es vom Himmel wie aus Eimern zu gießen. Wolkenbruchartig. Die Wasserflut löscht das Feuer aus. Nach und nach schweigen die Batterien nahe und fern. Auch das standhafte Geschütz bekommt Ruhe. Insgesamt hat die Batterie in der eisernen Nacht, trotz⸗ dem sie nicht lange mit allen Geschützen hatte arbeiten können, 2400 Schuß abgegeben. Sie hatte ihre Sache gut 2 9 5 trotzdem sie ganz selbständig hatte feuern müssen und die Verbindung nach hinten so vollkommen unterbunden war, daß sie bei der Division eine Weile schon als verloren und weggenommen gegolten hatte. Dann erschien, wie ein Retter vom Himmel begrüßt, ein Zug Pionsere zur Deckung und begann in dem strömenden Regenguß auf bloßer Erde zu kampieren, da nichts aber auch gar nichts mehr da war, was ein Dach gegen das Wasser oder eine Wand gegen den Wind hätte bieten können. Trotz der Beschießung aus einer Reihe feindlicher Batterien, die ihr Feuer auf diese eine Stellung vereinigt hatten, waren die Verluste überraschend gering gewesen. An Toten und Verwundeten nur 13 Mann. Der Regen hielt an, der Feind blieb still, am nächsten Ta kamen Reserven, warfen die Franzosen aus den Teilen der Stel⸗ lung, in die sie vorgekommen waren und„machten Ordnung“, wie sie sagten. Eben begann man die Lage zu besprechen und versuchte, sich über die Einzelheiten des Kampfverlaufes klar zu werden da kam der Ablösungsbefehl. Mit einem heilen Geschütz zog die Bat⸗ terie in Ruhestellung ab.— N „Wir sahen uns nicht um!“— n 5 1 W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Aus dem Reiche. Berlin, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt unter der Ueberschrift: Anmeldung des feindlichen Vermögens: Zu der Verordnung vom 7. Ok⸗ tober 1915 über die Anmeldung des im Inlande befindlichen Ver⸗ mögens Angehöriger feindlicher Staaten e S. 633) ergingen unter dem 10. Oktober Ausführungsvorschriften des Reichskanzlers(Reichs⸗Gesetzbl. S. 653). Hiernach ist das im Inland befindliche feindliche Vermögen unter Benutzung beson⸗ derer Anmeldebogen bis zum 15. Dezember 1915 anzumelden. Die Landeszentralbehörden bestimmen, bei welchen Stellen die An⸗ meldung zu erfolgen hat. An diese Anmeldestellen haben sich auch die Anmeldenden zu richten, zunächst wegen der Beschaffung der Anmeldebogen, sodann aber auch gegebenenfalls wegen An⸗ fragen und Zweifel über den Inhalt und die Anmeldevflicht. Die„Norddeutsche All, ine Zeitung“ geht sodann auf den Inhalt der Bekanntmachung vom 10. Oktober 1915 ein. Aus Stadt und Cand. Gießen, 26. Oktober 1915. Bon der städtischen Straßenbahn. Die Verkehrsziffern unserer Straßenbahn für die Mo⸗ nate Juli, 8 und September d. J zeigen im Vergleich mit dem Ergebnis des gleichen Zeitraums 1914 insofern ein interessantes Bild, als sich daraus feststellen läßt, welchen Ausfall das mit Zuschüssen arbeitende 9 Unter⸗ nehmen dadurch gehabt hat, daß in den bei ersten Kriegsmonaten Personen des Soldatenstandes unentgeltlich die Straßenbahn benutzen konnten. Leider läßt sich aus den nackten Zahlen der Einfluß, den der seit dem 1. Oktober v. J. eingeführte billige Fahrpreis von 5 Pfg. für Militär⸗ personen auf die Rentabilität der Straßenbahn hat, nicht nachweisen. Die Beamten der Bahn schätzen aber, daß von der Bareinnahme aus dem Personenverkehr etwa zwei Drittel auf den Verkehr der Militärpersonen entfallen. Nachstehend die zahlenmäßigen Ergebnisse, wobei die aus 1914 in Klammern angegeben sind: Die Zahl der beförderten Personen beträgt(zwei Mili⸗ tärs für eine vollzahlende Person gerechnet): rote Linie grüne Linie beide Linien zus. Juli 105 475(97 966) 53 967(57 364) 159 442(155 330) Aug. 93075(74 443) 53 878(36789) 146 953(111142 Sept. 86 699(64807) 50 884(638 004) 134 083(102 811) 3 Monat 282 243(237 206) 158 229(132077) 440 478(369 285) 1915 Zu- nahme 45 037 26 152 71 235. Tägl. Durch⸗. schnitt 3301(2806) 1615(1452) 4916(4057) 1915 Zunahme 695 163 858 Die Einnahme aus dem Personenverkehr stellt sich im letzten Vierteljahr: rote Linie grüne Linie beide Linsen zul. Mk. 25 510(20 830) 13 906(11528) 39 416(32 320) in bar„ 19 074(13 834) 9 362(7547) 28 436(21381) in Marken„ 6436(6 996) 4544(4031) 10 980(10 839) Auf Marken sind von städtischen Beamten im ganzen 5337 Fahrten(4830), von Postbeamten 1100 Fahrten(1321) Peu egt worden. Die Zahl der sonstigen Markenfahrten eläuft sich auf 151 126(148 382). Die tägliche Durchschnitts⸗ einnahme betrug im letzten Vierteljahr 432.65(355.65) Mk. In dem besprochenen Quartal 1915 wurden rund 7 Mk. mehr vereinnahmt als im. Dieses Mehr entfällt allein auf Fahrten, welche gegen klingende Münze und nicht egen Marken zurückgelegt wurden. Der Markenperbrauch ist sich, wie die Zahlen r für die beiden Zeiträume gleich geblieben. Daß es der Massenverkehr des Militärs in erster Linie ist, der unser Straßenbahnunternehmen fördert, geht auch aus den Aung fi ür die Schützenhauslinie allein hervor, deren Einnahme sich um rund 5000 Mk. ge⸗ steigert hat. 8 Beförderung. Der Sanitätsgefreite Heinrich Laval von Gießen beim Reserve⸗Infanterie-Regiment 223, Inhaber der Hessischen Tapserkeitsmedaille, wurde zum Sanitäts-⸗Unteroffizier ernannt. f * Amtliche Personal nachrichten. Der Groß⸗ Fee hat am 23. Oktober d. J. den e bei dem Hochbauamt Darmstadt Jakob Volz 75 Darmstadt auf sein Nach⸗ suchen, unter Anerkennung seiner 1 2. 5 treuen Dienste vom 1. November d. J. an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen; den Bauaspiranten Heinrich Philippi aus Ruppertenrod vom 1. November d. J. an zum Hochbauaufseher ernannt. * Von der Kriegsfürsorge. Wie wir hören, können von jetzt ab den bedürftigen Familien von Hriegs⸗ teilnehmern Kartoffeln und Kohlen durch die städtische Kriegsfürsorge bewilligt werden. Einquartierung. Die in Bürgerwohnungen untergebrachten Unteroffiziere und Napf e des Land⸗ sturm⸗Infanterie⸗Ersatz⸗Bataillons II(5. und 6. Kompag⸗ nie) beziehen vom 1. November 1915 ab Massenquar⸗ tier in der Stadtknabenschule. Der bisher aus der Stadtlasse für die Genannten geleistete Zuschuß zu den Ver⸗ pflegungskosten fällt vom 1. November ab weg. *. Die orientalische Frage und Deutschland. Auf den Vortrag, den morgen abend 8½ Uhr Prof. Dr. Roloff hält, sei noch einmal hingewiesen. vom Feldwebel abwärts haben zu dieser Veranstaltung einen deutschen Frauenvereins freien Zutritt. r Vermögensmeldung feindlicher Aus⸗ länder. In dem der heutigen Nummer beiliegenden Kreis- blatt veröffentlicht das Kreisamt die Ne über die Anmeldung des im Inlande befinblichen Vermögens von Angehörigen feindlicher Staaten. Die Interessenten werden hierauf besonders hingewiesen. N Das Kuchenbacken betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Kreisblatt, auf die namentlich die Hausfrauen auf⸗ merksam gemacht seien. * Briefverkehr mit Belgien. In Belgien nehmen fortan am Briefverkehr mit Deutschland auch die Orte Arlon, Bastogne, Ciney, Hal, Libramont, Löwen, Marche, Namur, Neuschateau, Ottignies, Tirlemont sowie sämtliche bisher noch nicht zugelassenen Orte der Provinz Lüttich teil. Landkreis Gießen. 6. Obbornhofen, 26. Okt. Für den am 5. Oktober an seinen schweren Verwundungen gestorbenen Musketier Wilhelm Block wurde am Sonntag nachmittag durch Pfarrer Enge eine Gedächtnisfeier gehalten. Der Gedächtnisrede lagen zugrunde die Schriftworte 2. Samuelis⸗Brief, 1. Kap, Vers 25—27. Die Kirche war bis zum letzten Sitz gefüllt. Der Krieger⸗ verein beteiligte 1 vollzählig. Block ist das 4. Opfer, das der Krieg von unserer Gemeinde fordert; dazu kommt noch ein Arbeiter von auswärts, der im hiesigen Hofgute beschäftigt war. Vermißt sind zwei, in Gefangenschaft ebenfalls zwei Gemeindeangehörige. — Dekoriert mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurden Leutnant und Kompagnieführer Curt Bornemann, Vizefeld⸗ webel Karl Reitz und Hugo Brettschneider; mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille Wilh. Groß, der außer⸗ dem zum Unteroffizier befördert wurde. Ein Kriegsteilnehmer ist an Krankheit gestorben und hier beerdigt.— Für unsere Gefangenen in Rußland wurden durch Schulkinder im Orte 194.70 Mk. gesammelt.— Glück im Unglück hatte Gemeinde-Einnehmer Peter Mörschel, der beim Herunterwerfen von Stroh in der Scheuer abstürzte und glücklich in der Tenne auf Stroh fiel, wodurch er mit leichten Hautabschürfen an Händen und Rücken davonkam. Nicht so leicht kam der Maurermeister Georg Hahn davon, der diesen Herbst ebenfalls in der Scheuer abstürzte und zwei Rippen brach. Er ist jetzt wieder ziemlich hergestellt.— Bei 0 4 Samstag abgehaltenen Treibjagd wurden 98 Hasen erlegt. l. Inheiden, 26. Okt. Der Krieg hat schon wieder zwei Opfer aus unferer Gemeinde gefordert, nämlich Wehrmann Herm. akob, der auf dem westlichen Kriegsschauplatze kämpfte, und ndsturmrekrut Ludwig Jakob, der auf dem serbischen Kriegs⸗ schauplatze den Heldentod starb. Es sind hier nun im ganzen 2 Tote und 1 Vermißter zu beklagen. Dem Wehrmann Adolf Schmidt wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Er wurde am 31. Oktober 1914 schwer verwundet und liegt bereits ein Jahr im Lazarett. Schmidt ist der vierte, der in un⸗ serer Gemeinde diese Auszeichnung erhielt. 5 Kreis Lauterbach. M. Lauterbach, 25. Okt. Die Jugendkompagnien des Kreises waren gestern nachmittag zu einer Besichtigung in dem Gelände westlich von Lauterbach zusammengezogen, zu der sich auch eine große Zuschauermenge eingefunden hatte. Generalmajor Freiherr von Heyl, vor dem die Besichtigung stattfinden sollte, hatte in letzter Stunde sein Erscheinen wegen Sterbefalles ab⸗ sagen müssen; deshalb nahm der gerade hier auf Urlaub weilende Oberstleutnant Hoos die Besichtigung ab. Zunächst fand eine Ge⸗ fechtsübung statt, die in einem Angriff der roten Partei vom Altenberge bei Lauterbach aus gegen eine von Blau eingerichtete Verteidigungsstellung auf den Höhen nördlich Frischborn bestand. Der Angriff wurde in einer ausgedehnten und die beiden Flügel des Feindes umfassenden Bewegung ausgeführt, zum eigentlichen Sturmangriff kam es jedoch nicht, da das Gefecht vor der Sturm⸗ stellung abgebrochen wurde. Hierauf folgte eine Parade der ge⸗ samten Jugendwehr des Kreises auf einer Wiese westlich von Lauterbach mit darauffolgenden Einzelvorführungen verschiedener Kompagnien. Der Besichtigung wohnten der Graf von Schlitz en. von Görtz, Oberstallmeister Exz. Freih. Riedesel zu senbach und die Kreisbehörde bei. M. Sickendorf, 25. Okt. In dem Lazarett des Barons Albrecht Riedesel, Freiherrn zu Eisenbach, veranstalteten die Verwundeten am Samstag einen Theaterabend, der von Lauterbach und Ortschaften der nächsten Umgebung sehr gut be⸗ sucht war. Die Aufführungen fanden allgemeinen Beifall. Der Erlös aus freiwilligen Gaben wird zugunsten der Kriegsblin⸗ denfürsorge verwendet. Kreis Schotten. b Gedern, 26. Okt. Die Angehörigen des Landwehr— mannes Nies von hier, der seit den Kämpfen in der Champagne als vermißt galt, erhielten von ihm die Nachricht, daß er in französische Gefangenschaft geraten sei. Die jetzt ab⸗ geschlossene Ortssammlung für die deutschen Kriegsfsangenen in Rußland ergab den stattlichen Betrag vou 350,65 Mark [Laubach, 25. Okt. Die Verwundeten des Erholungsheims Straßebers bach veranstalteten im festlich geschmückten Saale des Solmser Hofs gestern nachmittag und gestern abend zwei gut besuchte Konzerte vor Zuhörern der umliegenden Orte und unserer Stadt. Die Leitung lag in den Händen des Kriegsfrei⸗ willigen Gefreiten Wieber aus Garbenheim. Die musikalischen Talente des jungen Dirigenten, die er als Leiter einer Schüler⸗ kapelle am hiesigen Gymnasium schon früher vor dem hiesigen Pu⸗ blikum entfalten konnte, haben sich trotz des rauhen Kriegshand⸗ werks, das er bis zu seiner schweren Verwundung ausübte, um ein Bedeutendes vergrößert. Die gut ausgewählte Vortragsfolge ent⸗ hielt mehrere Solovorträge für Klavier und Violincello, ausge⸗ führt von Herrn Wieber und Unteroffizier Port h. Im Mittel⸗ punkt standen die mit bestem Können zum Vortrag gebrachten Chöre der verwundeten Soldaten, die wohlverdienten Beifall ern⸗ teten. Durch mehrere schöne Lieder, teilmeise Kompositionen des Herrn Wieber, trugen Frau Pfarrer Nebe und Frl. Wieber wesentlich zur schönen Vervollständigung der Vortragsfolge bei. Der Reinertrag des Konzerts, der 540 Mk. betrug, wird zum Besten erblindeter Krieger der Kriegsfürsorge in Frankfurt überwiesen werden. Kreis Friedberg. s Butzbach, 26. Okt. Am Sonntag nachmittag fand in der hiesigen Stadtkirche eine vaterländische Feierstunde aus Anlaß des Hohenzollernjubiläums statt. Die Kirche war vollbesetzt. Ein Damenterzett sang Lieder von Gläser und Mendelssohn, die vereinigten hiesigen Chöre brachten Vaterlands⸗ lieder. Pfarrer Loos rezitierte Zeitgedichte und Stellen aus Wildenbruchs Drama: Die Quitzows. Im Mittelpunkt der Ver⸗ anstaltung stand ein Vortrag von Prof. Dr. Roloff⸗Gießen über„Die Hohenzollern und Deutschland“. Gemeinschaftliche Lieder bildeten die. zwischen den einzelnen Teilen der Fest⸗ ordnung. tarkenburg und Rheinhessen. Worms, 24. Okt. Freifrau Heyl zu Herrusheim, die Gattin des Reichstagsabgeordneten und Ehrenbürgers von Worms, Frhrn. von Heyl, ist gestern früh in Ems nach schwerem Leiden im Alter von 68 Jahren entschlafen. Der Schwiegersohn der Verstorbenen, Major Edler von der Planitz, hat, wie mitgeteilt wurde, vor kurzem im Westen den Heldentod gefunden. Hessen⸗Nassau. Marburg, 25. Okt. Im Beisein von Vertretern der Kgl. Staatsregierung zu Kassel, unter denen sich auch der Operpräsident und der e befanden, des Landeshauptmanns, des Vorsitzenden des Kommunallandtages, des Generalsuperinten⸗ denten und zahlreicher sonstiger Interessenten fand gestern die Einweihung der vom Kommunallandtag anläßlich des Re⸗ gierungsjubiläums unseres e der hiesigen Landesheilanstalt gestifteten Gedächtniskirche statt. Die Weihe nahm Ge⸗ neralsuperintendent Dett me ring ⸗Kassel vor, die Festpredigt hielt Pfarrer Werner⸗Cappel. b D Wetter, 25. Okt,. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag brannte hier das Saalgebäude der Schottschen Wirt⸗ schaft nieder. Die dort schlafenden russischen Gefangenen wurden sämtlich in Sicherheit gebracht. Märkte. se. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 25. Okt. Auftrieb: Rinder 2570(Ochsen 359, Bullen 36, Kühe und Färsen 197% Kälber 305, Schafe 135, Schweine 981]. Marktverlauf: Rinder langsam; Schweine rege, bleibt Ueberstand; Kälber gedrlückt; Schafe ruhig, wird geräumt. Preise für 100 Pfd. Lebend- Schlacht⸗ Ochsen. gewicht Vollfleischige, ausgemäslete, höchsten Schlacht- Mk. Mk. werkes, 47 Jahre alt 8 las Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere Agenden, Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 60—64 112120 Bullen. 1 Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 63—71 118—122 Vollfleischige, jüngree„ e ee Färsen, Kühe. 1 Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw 62—70 115-130 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht- wertes bis zu 7 Jahren 5864 108112 Wenig gut entwickelte Färsen 5058 100-116 Aeltere ausgemästete Kühe 4554 90— 108 Mätzig genährte Kühe und Färsen. 39—46 78—92 Gering genährte Kühe und Färfsen. 30-33 68-87 Kälber. Mittlere Mast- und beste Saugkälbern 74—78 1231238 Geringere Mast⸗ und gute Saugkälber.. 70—74 119-125 Geringe Saugkä lber. 6263 105—115 Schafe. Weidemastschafe: Mastlämmer und Masthammel 60-00 13000 Sch weine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht.... 37.00-14.00 170.00 180.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebenge wicht. 137.00 145.00 160 170.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht. 37.00-45.00 170.00 180.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebend gewicht 137.0014500 170.00 180.00 fe. Frankfurt a. M., 25. Okt. Frucht⸗ und Futtermittel ⸗ markt. Das Geschäft am heutigen Fruchtmarkt ist infolge schwachen Besuches still. Getreide-Angebote fehlen ganz. Juttermittel⸗Geschäst lebhaft; die wenig vorhandene Ware wird rasch verkauft. Kokos⸗ kuchen 64 bis 65,50 Mk., Rapskuchen 50,50 52 Mark. Alles für 100 fg. fe. Frankfurt a. M., 25. Okt. Kartoffelmarkt. Man notierte: Industrie und ähnliche Sorten 7,50 7,70 Mk. für 100 Kg. ab Station Frankfurt a. M. oder den der nächsten Umgebung. 2 5 9 3. 2— Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 2 2— 2 5 Ott. 88 83 8 25 3 282 5 2 3 3 88 i e Wel 16:5[5 8 58 5 8 2— 2 3 2 l fr 25. 2%— 5,3 62 4——: Regen 25. 9,— 5,2 5,482—— Bed. Himmel 26.—— 2,1 4.8 90— Heller Himmel 0 ö ö 1 2 Höchste Temperatur am 24. bis 4,„ Niedrigsts 5 Niederschlag: 6,1 25. Okt. 1915 191⁵ 4 5 25. m u. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 27. Oktober 4915: Ziemlich wolkig, meist trocken, kühler. Letzte Nachrichten. Der Kriegszustand in Griechenland. Wien, 26. Okt. Hier vorliegende Bukarester Meldungen besagen, der König von Griechenland unterzeichnete ein Dekret, durch das der Hriegszustand angeordnet wird. Alle wich⸗ tigen ostserbischen Donauhäfen sind im Besitz der Bulgaren. Jede weitere Zufuhraus Rumänien ist daher abgeschnitten. Die serbische Ortschaft Radojevac wurde während des Kampfes W zerstört. Die Bevölkerung flüchtete auf rumänisches ebiet. 8 Aus Rumänien. 1 Rotterdam, 26. Okt. Die„Daily News“ erfahren aus Rom, daß mehrere rumänische Minister, die gegen eine Be⸗ teiligung am Kriege seien, zurückgetreten seien.— Laut einer Pariser Meldung Lyoner Blatter versichern diplomatische Kreise in Paris, Rumänien habe Rußland die Erlaubnis zum Durchzuge eines Expeditionskorps nach Serbien erteilt.— Diese Pariser Meldung wird von den Pariser Blättern unter Vorbehalt wiedergegeben. 1 Die ausländischen Vertretungen in Dedeagatsch. Amsterdam, 26. Okt. Reuter meldet aus Athen: Auf Er⸗ uchen der bulgarischen Behörden sind die ausländischen e aus Dedeagatsch nach dem inneren Lande ver⸗ zogen. 0 Das serbische Staatsarchiv auf der Flucht. ü. Köln, 26. Okt. Der„Köln. Zig.“ zufolge wird aus Athen den französischen Blättern gedrahtet: Ein Telegramm des Prä⸗ fekten von Florina hat der Regierung mitgeteilt, daß das ser⸗ bische Staatsarchiv und der Goldschatz am Freitag mit der Bestimmung nach Monastir in Florina angekommen seien. Auf Weisung von Monastir ist beides in Floringa ge⸗ blieben und befindet sich dort unter der Bewachung griechis Soldaten. 8 3 Wehrpflicht der Kirgisen. i. Köln, 26. Okt. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Stock⸗ holm: Die„Nowoje Wremjia“ berichtet, daß die Wehr⸗ pflicht der Kirgisen diskutiert werde. Man könne von ihnen 400 000 Mann gute Kavallerie bekommen.. Die Stützpunkte der englischen und russischen Unterseeboote. Kopenhagen, 26. Okt. Wie„Stockholms Aftonbladet“ von den Alandsinseln erfährt, sollen die russischen und die eng⸗ lischen Unterseeboote ihren Stützpunkt im Lumparen⸗ Fjord haben, der für solche Zwecke ausgezeichnet sei. 1 von Bergmann& Co., Radebeul, für zarte. eile Haut und blendend schönen Teint, à Stück 58 Pig. Uberall zu haben. T CCC Po 8 n 1 . 5 8 a 8 8 8 0 8 1 V SE Ausnahme- Angehote Echte Mako-Hemdentuehe Hemdentuchen Feinfadige Hemdentuche für Leibwäsche, 10 Meter Mk. 7.00, Mk. 7.25. Mk. 7.50 Schwere Cretonues für Bettwäsche Sämtliche Qualitäten sind Ca. 30 Prozent unter heutigen Preisen! 10 Meter Mk. 7.00, Mk. 7.25, Mk. 7. 75 10 Meter Mk. 8. 75, Mk. 9.00, Mk. 9.50 Madchen angekommen Arno Weissbacher, z. Zt. i. Felde Betti Weissbacher, geb. Kann Stuttgart z. Zt. hler, Kirchenplatz 8 Siessen, 2 Oktober 1915 Vorschule des Paedagogiums. Anmeldungen von Kindern, die Ostern 1916 schulpflichtig werden, werden vom 23. Oktober bis 1. November täglich zwischen 3 und 4 Uhr ent⸗ gegengenommen. Der Geburtsschein ist mitzu⸗ bringen.— Die Kinder können nach dreijährigem Besuche der Vorschule in die Sexta öffentlicher, höherer Schulen eintreten. Schulgeld 140.— M. jährlich. Ludwigstr. 70, Fernruf 633. 8303 D Brackemann, Direftor. Mittwoch früh und Donnerstag eintreffend: Itinste holland. Angel Sgelfsce Prima holländ. Cabliau gen,; in Fischen von— bis 6 Pfd. sowie im Ausschnitt, Fste. hol. Bratschelfische, frischegischkoteletts 5 empfehlen 10540 5 J Gebrüder Berdnux, Babnbofstraße 27. Jernsprecher 231. N Herbst-Nedheiten in sehr geschmackvoll und elegant ausgestatteten Darmen-Blusen empfehle ich zu vorteilhaften Preisen Die reichhaltige Auswahl enthält verschiedene neue Stoffarten Carl A. Hartmann Ausstattungsgeschäft:: Wäschefabrik 8885 2 Reisemuster Herren, Damen, linder Spottbi Kaufhaus Katz Bahnhofstrasse 14 8400 die beste und Sie schaden sich selbst, wenn Sie andere Schu mit Sparsieb, Fabrikant: Rud. Starcke, Melle i. 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In unser Genossenschaftsregister wurde heute bezüglich des Konsumvereins Gießen und Umgegend, eingetragenen Genossenschaft' mit beschränkter Haft⸗ pflicht zu Gießen, eingetragen: mitglied Paul Niewisch in Gießen ist verstorben, an dessen Stelle wurde Georg Beckmann zu Gießen gewählt. 8069 en nkleidern Preisen! Das Vorstands⸗ n geändert, daß der Vor⸗ stand nunmehr aus fünf Mitgliedern, zwei besoldeten und drei unbesoldeten, besteht. § 33 und 8 34 entsprechend geändert. dieser Bestimmungen sind Georg Schmidt und Gottlieb Riechner, beide zu Gießen, als weitere Vorstandsmitglieder bestellt. Insolgedessen ist Zufolge 8394 B ober 1915. es Amtsgericht. verkaufen. 2 2. 2 Bullen⸗Verkauf. Die Gemeinde Beuern will Simmentaler Bullen auf dem Submissionswege Diesbezügliche Offerten sind bis zum Montag, den 1. November l. J., nachmittags 3 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei abzugeben, wo⸗ selbst auch die näheren Bedingungen zu erfahren sind. Beuern, den 25. Oktober 1915. Großh. Bürgermeisterei Beuern. einen fetten Otto. 8408 E Und 8860 D Eintritt für Mitglied Allgemeiner eukscher Frauenverein Ortsgruppe Gießen. inladung zu einem öffentlichen Vortrag des Herrn Professor G. Roloff über: lie grientalische Frage Deutschland Mittwoch den 27. Okt., abends 8 Uhr in der Neuen Aula. er gegen Vorzeigung der Mitgliedskarten frei. Der Vorstand. Nichtmitglieder 30 Pfg. Mauzgn aachen elorm-Hochlisten Aletäpg: docs empfiehlt billigst Elgar Dorraun Eisenhandlung. 8322 mit und ohne Blende Taschenlampen mit drehbarem Scheinwerfer Teng Taschenlamge, Perla, als besondere Signallampe auch als Tisch⸗ oder Wand⸗ lampe zu gebrauchen. 6587 i. Dalerien, Olühbivnen ele. empfiehlt in großer Auswahl Edgar Borrmann Eisenwaren⸗, Haus und Küchengeräte⸗Handlung. —1 Wasserdichte Westen mit Wollfutter Mk. 12 außerordentlich bewährt u. viel verlangt (1 Pfd. Paket per Post). Westen in beder, Pelz, Wolle usw. 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Taschenlampen Weit unter dem Herde Posten schwere D— EN 1400100 150.200 133.24 2.45 2.60 2.75 Kaufhaus Katz 14 Bahnhofstrasse 14 18401 Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. 8 Nachstebende Bekanntmachung Großb. Kreisamts Gießen bringe zur Kenntnis der Interessenten.. Gießen, den 14. Oktober 1915. Oberbürgermeister. Heller Betrifft: Die Einziehung der Quittungen über Gebühren für amtstierärztliche Verrichtungen. Großb. Ministe rium des Innern bat durch Amtsblatt Nr. 3 vom 6. September 1915 bestimmt, daß in den Fällen, in denen die in Abs. 2 unsores Ausschreibens vom 5. Sep⸗ tember 1913— Kreisblatt Nr. 72— genannten Quittungen von den Pflichtigen nicht vorgelegt werden, das Geschäft selbst aber nicht zurückgestellt werden kann, wie 3. B. bei Aus⸗ ladungen aus der Eisenbahn u. deral., die beamteten Tler⸗ ärzte, wenn es sich nicht um Ausnahmen nach Abf. 3. handelt, die Pflichtigen aufzusordern haben, die schuldigen Quittungen innerhalb 8 Tagen an sie portofrei einzusenden. Der Auf⸗ sorderung ist hinzuzufügen, daß nach Ablauf der Frist die Beträge für diese Quittungen und die durch das Verfahren erwachsenen Poktokosten durch die 1 Bezirkskasse ohne vorberige Mabnung auf Kosten der Schuldigen bei⸗ getrieben werden. 0 Wir beauftragen Sie, alle Interessenten, ins besondere die Viehhändler, auf vorstehende Bestimmung aufmerksam zu machen. 5 Gleßen, den 8. Oktober 1915. 5 Großbersogliches Kreisamt Gießen. gez. Dr. Usinger. Dle Heberolsenauszügefber Beiträge zur Versscherungs⸗ genossenschaft der Privatsabrzeug⸗ und Reilnlerbesitzer fürs J. 10 Vierteljahr 1915 und 1914 und DI„ 1915 sowie zur Zweiganstalt der Hessen⸗Nassaufschen Bauge⸗ werksberufsgenossenschast fürs II. Werteljabr 1915 liegen während der nächsten 2 Wochen zur Einsicht der Beteiligten im Stadthaus, Gartenstraße 2, Sellenbau, aus. 83908 Versorgung der Bevölkerung mik Karkofels. Diejenigen Einwohner, die sich selbst mit Speise⸗ kartoffeln noch nicht versorgt haben und ihren Bedarf durch Vermittelung der Stadtverwaltung decken wollen, werden biermit ersucht, ibren Bedarf an guten Speise⸗ kartoffeln bis späsestens Freitag, den 29. Oktober 1915, nachmittags 6 Ubr, bei den zuständigen Brotmarken⸗ ausgabestellen mündlich oder schriftlich anzumelden. Die Ausgabestellen sind zu diesem Zwecke Mitwoch, den 27. Donnerstag, den 28. und Freitag, den W. Oktober, von 8—12 und 2—6 Ubr geöffnet. Der Anmeldende ist zur Abnahme der angemeldeten Menge verpflichtet. Die Abgabe ersolgt zum Selbstkosten⸗ preis der Sladt. 8897 Die in Bürgerwoßnungen unfergebrachten Umerofft⸗ ziere und Mannschaften des Landsturm⸗Infantexte⸗Ersatz⸗ Bataillons II 66. und 6. Kompagley beziehen vom 1. Novbr. 1915 ab Massenquartier in der Stadtknabenschule. Der seitbher aus der Stadtkasse für die Genannten geleistete Zuschuß zu den Verpflegungskosten fällt vom 1. November ab weg. 85998 Verpachtung von städtischen Frundstücken. Montag, den 1. November, und Dienstag, den 2. November 1915 sollen die nachstehenden Grundstücke an Ort und Stelle meistbletend verpachtet werden und zwar 88908 a. Montag, den 1. November: 1. Vormittags 9 Uhr: 23 Grundstücke auf dem Nabrungs⸗ ee Mlller'sche Acker) auf die Dauer von Jahren. 2. Vormittags 10¾ uhr 6 Grundstücke in der Stephaus⸗ mark zwischen Goethe- und Lessingstraße auf die Dauer von 6 Jahren. 3. Vormittags 10¼ Uhr: 12 Grundstüscke an der früheren Aktlenbrauerei oberhalb der verlangerten Wilhelm⸗ straße auf 6 Jahre, ebenso werden dort Haufen Weiden ⸗ hols versteigert. 1 4. Nachmittags 2 Uhr: 14 Grundstücke am Güterbabnhof gegenüber der Viehwagenreinigungsgnstalt undg Grund⸗ stücke unterhasb der Margaretenhütte auf 6 Jabre. Nachmittags 4 Uhr: 3(Hrundstsscke an der alten Mar⸗ burger Straße in der Nähe des Friedhofs auf 6 Jahre. b. Dienstag, den 2. November: 1. Vormittags Uhr: 7 Grundstücke hinter dem Schlacht ⸗ hof auf der Hohleiche auf c Jahre 2 Vormittags 10%½ Uhr: 2 Grundstücke auf dem hinteren Hardtberg auf 6 Jahre. 5 3. Vormittags 11½ Uhr: 4 Grundstücke am alten Kro dorfer Weg in der Nähe der Gail'schen Wollspinner S