/ ß Ur. 25 Der Gleßener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; zwermal wöchentl. Kreis⸗ blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ Sirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech- Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäfts stelleöl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. General-Anzeiger für Ober bessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruclerei n. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Montag, 25. Oktober 1015 Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. 2 Ein neuer Erfolg bei Dünaburg. Uesküb erobert. (TB.) Großes Hauptquartier, 23. Okt. Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 15 Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. An der Nord spitze von Kurland erschienen russische Schiff e, beschossen Petragge, Demesnees und Gipken und landeten schwache Kräfte bei Demesnees. Wiederholte, mit starken Kräften unternommene rnssische Angriffe in Gegend südlich von Sadewe hatten auch gestern keinen Erfolg. Sie führten bei Duki zu heftigen Nahkämpfen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Südlich des Wygonowskoje⸗Sees wurden in Ver⸗ bindung mit der Heeresgruppe des Generals v.Linsingen feindliche Angriffe gegen unsere Stellungen am Oginsky⸗ Kaual abgewiesen. 5 f Westlich von Czartorysk ist unser Angriff im weiteren Fortschreiten. Kukli ist genommen, über 600 Gefangene sind eingebracht. Balkan⸗Kriegsschauplatz. 5 Bei Visegrad wurde der Uebergang über die Drina erzwungen und der Feind von den Höhen süblich des Ortes vertrieben. Die Armee des Generals v. Koeveß hat die feind⸗ lichen Stellungen zwischen der Lukavica und dem Kos⸗ mazberg gestürmt. Die Armee des Generals v. Gall witz hat den Gegner östlich von Palanka über die Jasenica und östlich der Morava aus seinen Stellungen in Linie Alekfsandrovac—Orljevo geworfen. Ueber 600 Serben wurden gefangen genommen. 5. Dem Drucke von beiden Seiten nachgebend, weichen die Serben auch aus ihren Stellungen in der Linie Kosutica⸗ Berg—Slatina⸗Höhe(28). 5 Die bulgarischen Truppen setzten sich in Besitz von Ne⸗ gotix und Rogljevo. Sie stehen östlich und südöstlich bon Kujazevec im fortschreitenden Augriff und wiesen süd⸗ östlich von Pirot serbische Vorstöße blutig ab. 5„„ Oberste Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 24. Okt. Autlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nordöstlich von Souchez wurden feindliche Vorstöße zurückgewiesen; in unsere Stellungen eingedrungene Abteilungen wurden sofort wieder hinausgeworfen. Feindliche Flieger warfen erfolglos Bomben auf Ostende und Bahnhof Noyon. Ein englischer Doppeldecker wurde im Luftkampf westlich von St. Quentin zum Absturz gebracht. Führer und Beob⸗ achter(Ossiziere) sind tot. Deutsche Flieger griffen mit an⸗ scheinend gutem Erfolge das englische Truppenlager Abbeville an und belegten Verdun mit Bomben; es wurden Treffer beobachtet. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. 5 Die bei Domesnees gelandeten russischen Kräfte gingen vor dem Anmarsch deutscher Truppen wieder auf die Schiffe. Nordwestlich von Dünaburg warfen unsere Truppen den Gegner unter großen Verlusten für ihn aus seinen Stellungen bei Schloßberg und erstürmten Illuxt. Die Russen ließen 18 Offiziere, 2940 Mann, 10 Maschinen⸗ gewehre, einen Minenwerfer in unserer Hand. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Neues. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Wiederholte Angriffe gegen unsere Kanalstellung südlich des Wygonowskofje⸗Sees wurden abgewiesen. Im Gegen⸗ stoß wurden zwei Offiziere, über 300 Mann gefangen ge⸗ nommen. Westlich von Czartorys' sind feindliche Stellungen bei Komarow genommen; vielfache russische Gegenangriffe wurden abgeschlagen, drei Offiziere, 458 Mann sind in unserer Hand geblieben.* Balkan⸗Kriegsschauplatz. Von der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen warf die Armee des Generals von Koeveß östlich der Lucavica die Serben weiter in südlicher Richtung zurück. Die Armee des Generals von Gallwitz hat 5 Palanka das Südufer der Jasenica gewonnen, weite östlich die Linie Rapin ac— nördlich Petrovac— Rano vac gegen teilweise sehr hartnäckigen Widerstand der Serben erreicht. Die große Zahl der von unseren Truppen schritten, die Höhe der Slava Bocija gewonnen. Drei Offiziere, 70 Mann wurden gefangen. Die Armee des Generals Bojazjeff hat in Prahovo (an der Donau, nordöstlich von Negotin) ein russisches Munitionslager erbeutet und hat halbwegs Zajezar— Knajazevac das Westufer des Timok besetzt. Von den übrigen bulgarischen Heeresteilen liegen keine nenen Meldungen vor. Oberste Heeresleitung. 5 „Die Anzeichen von Ermattung im Vierverbande mehren sich mit jedem Tage, obgleich an der russischen und der italienischen Front heiße Kämpfe entbrannt sind. Unsere Gegner ziehen an keiner Stelle Vorteile aus der Beschäf⸗ tigung der Zentralmächte in Serbien, die so außerordent⸗ lich rüstig voranschreitet. Die russische Heeresleitung hat in ihrem letzten Berichte der russischen Volksseele wieder einige Trosttropfen einzuflößen versucht; der deutsche Feind lasse ermattet die Arme sinken, und selbst sein Vorstoß gegen Riga werde aller Voraussicht nach keinen Erfolg bringen. Nun hat uns Hindenburg bei Dünaburg zu den füngst gemeldeten Erfolgen einen neuen Sieg erfochten. Die Russen wurden aus ihren Stellungen bei Schloßberg ge⸗ worsen und die Deutschen erstürmten Illuxt. Und das russische Generalstabsblatt„Rußki Invalid“ wischt den da⸗ neben gegangenen amtlichen Trostropfen wieder hinweg mit der Versicherung, auch nach Rigas Fall könne der rechte russische Flügel sich an die Rigeer Bucht anlehnen. So lange die russische Flotte die Bucht beherrsche, bedeute der Besitz von Riga für die Deutschen wenig. Das klingt nun nicht gerade zuversichtlich! Die mit ärmlichen Mitteln ver⸗ suchten Landungen an der Nordsfitze von Kurland sind, wie der gestrige deutsche Heeresberitt feststellt, kläglich ge⸗ scheitert; die Kussen mußten vor zem Anmarsch deutscher Truppen wieder einpacken. l Auf der italienischen Front hat der Feind aufs neue seine Ohnmacht bekannt. Was Cadorna selbst berichtet, ist, wie man aus der nachstehenden Wiedergabe entnehmen kann, nichts heldenhaft Großes. Er liest sich einige 20 Gefangene zusammen, gewinnt Terran, das man auf der Karte auch mit dem kleinsten Maße nicht messen kann, und feiert auf diese Weise Triumphe seine: großen allgemeinen ⸗Offensiwe. Der amtliche österreichisch-uigarische Bericht bestärkt uns in der Ueberzeugung, daß die stalienen keine großen Seefahrer sind, noch werden. Auf den serbͤschen Kriegsschauplatze ist ihre Anwesenheit bis jet noch nicht festgestellt, nur die Franzosen melden grofpurig, ihre Truppen hätten mit den serbischen Bundesgenosen bereits Fühlung genommen. Ob und wie dies möglich wr, ist bestreitbar und zweifelhaft: die Bulgaren haben Meekdonien zum großen Teil schon zurückgewonnen, und die vilständige Eroberung der Festung Uesküb, die nur noch wa 100 Kilometer nördlich von Monastir liegt, schneidet en Serben die Verbindung nach Süden völlig ab.. Auch diplomatisch isin den Wäldern der Entente ein großer Blätterfall eingetten. Wir wissen zwar nicht, ob die Athener Meldung eiis Budapester Blattes richtig ist, wonach die griechische Reèrung in Rom und Paris die Ab⸗ berufung des italienische und des französischen Gesandten verlangt haben soll. Esheißt dabei, die griechische Regie⸗ rung besitze Beweise, de der italienische und der fran⸗ zösische Gesandte in Arn mit bedeutenden materiellen Opfern Demonstrationemngestiftet und staatsfeindliche Be⸗ wegungen gefördert hätn. Dies würde ein interessantes Gegenstück sein zu der Acßerung des bulgarischen Minister⸗ präsidenten Radoslawowinem Vertreter des Wolffbureaus gegenüber, wonach ein e Finanzmann dem bul⸗ garischen Staatsmann s Gesicht behauptet hat, er könne mit drei Millionen das inze bulgarische Volk auf die Seite des Vierverbandes brinn! Freilich, in Griechenland lauert noch eine anderernstere Gefahr. Dieselbe erwähnte Athener Meldung spric noch von einem Bankett, zu dem die Mitglieder der griiischen Regierung nicht eingeladen waren und bei dem Veizelos einen Trinkspruch gegen die neutrale Politik degriechischen Regierung ausgebracht haben soll. Das Kabint Zaimis ist, ob sich die Dinge wirklich so abgespielt han, wie hier erzählt wird, oder nicht, unbestechlich bei der Uerzeugung geblieben, daß das natio⸗ nale Interesse die Neralität erheische. Denn die eng⸗ lischen Angebote, wona neben anderen Abfindungen Grey sich sogar zur Abtretuncyperns verstehen wollte, haben in Athen nicht verfangen, ne weitere, noch unverbürgte Mel⸗ dung aus Athen sprichtzenfalls von der Verdüsterung der Beziehungen zwischen iechenland und der Entente. Dem Ministerpräsidenten Zais soll eine Note überreicht wor⸗ den sein, in der betontird, daß die Landung der verbün⸗ deten Truppen auf gchischem Gebiete keinesfalls den Charakter einer Okkupon besitze, da die Mächte zu wei⸗ en Garantiepereit seien. Im Falle eines wei⸗ teren Widerstrebens dgriechischen Regierung müßten die Verbündeten die Uebeugung gewinnen, daß ihre Kriegs⸗ operationen durch einoillkürliche Auslegung der griechi⸗ schen Neutralität undeil Griechenland seinen vertrags⸗ mäßigen Verpflichtung gegenüber Serbien zu entsprechen sich weigere, behindertid. Für den Fall, daß Griechenland diese Haltung fortzusen gedenke, müßte die Entente sich bemüßigt sehen, dasreundschaftliche Verhält⸗ nis mit Griechenlandbzubrechen. Die Entente ver⸗ — F* Den Zentralmächten kann es recht sein, wenn sich die Dinge so weiterentwickeln. Griechenland wird ihnen in die Arme gedrückt, da es solchen unverschämten Drohungen, die wieder ein rechtes Bild von Englands Ansichten über die Neutralität der kleineren Staaten bieten, sicherlich sein Ohr verschließen wird. Londons Machtgebote verfangen nicht mehr. Das Weltreich äußert Zeichen des inneren und äuße⸗ ren Zerfalls. Dienstfähige Männer reisen ins Ausland, Stürme bedrohen das Kabinett Asquith, und der König selbst steigt aus seinem bis dahin vom Geräusch des Tages nicht behelligten Wolkensitz und warnt sein Bol vor einem „mächtig organisierten Feinde“. Aber während er zu freiwilligen Gestellung von„Männern aller Klassen⸗ auffordert, wird ein Parlamentsblockgegen die Wehr⸗ pflicht organisiert. England hat zunächst innere Kämpfe auszufechten. Wenn es dann dem„mächtig organisierten Feinde“ gegenübertritt, wird es vielleicht zu spät sein Die österreichisch⸗ungarischen Tagesberichte. Wien, 23. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 23. Oktober 1915. Russischer Kriegsschauplaßz. Bon einigen vergeblichen Angriffsversuchen des Feindes bei Nowo Aleksiniek abgesehen, kam es auch gestern an der Front südlich von Kolki zu keinerlei besonderen Er⸗ eignissen. Am Styr nehmen die Kämpfe einen günstigen Verlauf. Unsere Truppen erstürmten das mit besonderer Hartnäckig⸗ keit verteidigte Dorf Kukli. Westlich von Czartorysk, in⸗ mitten österreichischer Landwehr und polnischer Legionäre angreifend, legte in diesen Gefechten unsere auf allen Schlachtfeldern bewährte zehnte Kavallerie⸗Truppen⸗Divi⸗ sion neuerlich Proben ihrer Kampftüchtigkeit ab. Die Zahl der von den Verbündeten eingebrachten Ge⸗ fangenen erhöhte sich um einige Hundert. Bei der gestern mitgeteilten Abwehr russischer Angriffe an der oberen Czara wurden auf dem Gefechtsfelde eine; durch deutsche Bataillone verstärkten österreichischungari⸗ schen Division zehn russische Offiziere und 1600 Mann ge⸗ fangen genommen. Italienischer Kriegsschauplatz. Mit Tagesanbruch des 22. setzten die Italiener nahezu an der ganzen küstenländischen Front neuerdings mit ihren äußerst heftigen Angriffen ein. Wie an früheren Schlachttagen, waren auch gestern alle italienischen An⸗ strengungen vergebens. Gegen Mittag scheiterte auf den Hängen des Javor⸗ dek ein starker feindlicher Angriff, der an einigen Punkten bis in die eigenen Stellen herangelangt war. Am Krn, am Nrzli Brh und an den anderen Teilen des Tolmeiner Brückenkopfes brachen zahlreiche neue Angriffe der Italiener blutig zusammen. Die feindliche Infanterie erlitt wieder schwere Verlufte. Das Angriffsfeld der Alpini von Kozarsc⸗ und jenes der Bersagliero bei Seno ist mit Leichen bedeckt. Bestg braven Truppen behielten alle Stellungen in ihrem esitz. In der Gegend von Plava drang italienische Infan⸗ terie beim dritten Anlauf in unsere Graͤben bei Zagora ein, wurde jedoch ungesäumt wieder hinausgeworfen. Im Görzer Brückenkopf hielt das starke Geschützfeuer tagsüber an und steigerte sich gegen unsere Schützengrabendeckungen auf der Höhe von Podgora zu großer Heftigkeit. Ein feindlicher Angriffsversuch gegen 8 Höhe wurde durch das Feuer unserer Batterien ver⸗ eitelt. Auf der Hochfläche von Doberdo stürmte feindliche Infanterie auch gestern wiederholt gegen den Monte San Michele. Drei Angriffe wurden blutig zurückgeschlagen. Nur einmal gelang es dem Gegner, vorübergehend in unsere Stellungen einzudringen. Ein schneidiger Gegenangriff des Infanterie⸗Regiments Nr. 43 warf ihn überall zurück. Der Monte San Michele ist nach wie vor fest in unserer Hand. Auch sonst brachen alle gegen die Hochfläche von Doberdo gerichteten Angriffe des Feindes vor der zähen Ausdauer des tapferen Verteidigers zusammen. Zahlreiche, den ganzen Tag sich wiederholende Vorstöße italienischer Infanterie endeten fast durchweg mit einer regellosen Flucht des Angreifers. In Kärnten und Tirol hält das Geschützfeuer an der ganzen Front an. Unter schweren Verlusten wurden drei Angriffe gegen den Col di Lana, einer bei der Grenz⸗ brücke südlich von Schluderbach, abgewiesen. Südlich von Arabba stürmten Tiroler Kaiserjäger eine feindliche Vor⸗ stellung. Auch die Verteidiger der Befestigungen von Vil gereuth schlugen alle Angriffe ab. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Armee des Generals v. Köveß brach gestern west⸗ lich der von Belgrad nach Arangjelovac führenden Straße in die festungsartig ausgebaute Kosmaj⸗Stellung ein. Die durch das Moravatal vordringenden deutschen Streit⸗ kräfte warfen den Gegner von den Höhen nördlich der un⸗ teren Jasnienika hinab. Bei Or sowa hat eine aus öster⸗ reichisch⸗ ungarischen und deutschen Truppen zusammen⸗ beerdigten Serben läßt auf die Schwere der Verluste des Feindes schließen. Bei Orsowa ist die Dou au über⸗ lange, so heißt es ner, eine Beantwortung der Note binnen drei Tag a gesetzte Gruppe die Bergstellungen am südlichen Ufer der Donau und das Fort Elisabeth bei Tekia genommen. An 850 8 4 . e DNN AUR N 2 . Semi. ume 3 gha firmen 72 1 1 Helge 5 a 1 .. 27 e 7 a e. 5 25 Gouta, 7. e en eg, . Nee 98982 e 4 K e, ee 1 5 5 l 255 2 5 21.. 5 5 2 5 emol. . Se 2 2 Hao 2 4 5 n 2. vuegerg 7 75 N 5 N Ogubgjns- e en,.— ö „ N ae, J f ee, i. Cocos* fe eg. e 55 0 9. 72 5 r 1 e 5 90 ö 2 2 22 raf e, egen Au. N beige, de 8 e 2 r. C 2 Nisch 6 D N zent ele en 4 N α * a 5 Url, V usbamee vielen Punkten ihrer erschütterten Front aufgelöst und zer⸗ sprengt, weichen die Serben überall gegen Süden zurück. Die Verbündeten verfolgen. 9 Bei Visegrad haben österreichisch⸗ungarische Trup⸗ ben den Feind von den Höhen östlich der Drina vertrieben. Die Vorrückung der bulgarischen Armee machte bei Negotin, am mittleren Timok und südöstlich von Knjazevac weitere Fortschritte. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. . Wien, 24. Okt.(WB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 24. Oktober 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Bei Nowo Aleksinier gewannen wir die vorgestern geräumten Höhen östlich von Lo puzno wieder zurück. Bei Czartorysk schreiten unsere Angriffe vorwärts. Der Feind wurde bei Komarow geworfen. Sonst Lage unverändert. . Italienischer Kriegsschauplaßz. 5 Die allgemeine Schlacht am Isonzo dauert fort. Gestern erstreckten sich die mit beispielloser Erbitterung ge⸗ führten Infanteriekämpfe auch auf den Brückenkopf von Görz. Wieder brachen die Stürme des Feindes allent⸗ halben im zähen Widerstand unserer Infanterie, die in der mächtigen Wirkung der Geschütze eine vorzügliche Stütze fand, unter furchtbaren Verlusten zusammen. Der italienische Hauptangriff ist von Vorstößen starker Kräfte gegen die Tiroler Front begleitet. Die Hochf ichen von Vilgereuth und Lafraun stehen unter heftigem Artillerie⸗ feuer. Mehrere italienische Infanterie⸗Divisionen greifen die Doberdo⸗Front an. Hier wurde vorgestern und gestern je ein Angriff zuf das Jamberger Haus, den Col di Lana und die Stellung von Tre Sassi, zwei Vorstöße gegen Rufiedo(südwestlich Sgluderbach) und je vier An⸗ griffe auf unsere Linit nördlih des Ortes Sief und im Popenatal blutig abgeschlagen. in der Kärntnerfront fanden nur Artilleriekämpfe ind Plänkeleien statt. Im Flitscher Becken und im Krn⸗Geiete unternahm der Feind gestern vormittag noch einzelne vegebliche Vorstöße und An⸗ griffsversuche. Dann flaute der Ampf ab. Gegen die Front von Mrzli Brh bis einschließlic des Tolmeiner Brücken⸗ kopfes richteten sich noch imme die verzweifelten An⸗ strengungen der Italiener, insbondere die Höhe westlich von Santa Lucia wird unaufhülich angegriffen. Alpini drangen hier in ein kleines Frontück ein. Ein schneidiger Gegenangriff der Infanterie⸗Ramenter Nr. 53 und 86 warf sie binnen kurzem wieder hiius. Auch im Isonzo⸗Abschnittzwischen dem Tolmeiner und dem Görzer Brückenkopf, w namentlich bei Plava Gießener Nonzertverein. Klavierabend von Wilhelm Backhaus. Mit Wilhelm 5 975 Gießener 3 9 in eine kleine Reihe von Konzerten, die uns auserlesene Genlsse zu bringen versprechen. Wenn die folgenden Konzerte sich auf der Höhe des ersten Abends halten, so wird man dem Verein die Anerkennung nicht versagen dürfen, daß er nicht nur in An⸗ betracht der schweren Zeit Hervorragendes geleistet hat Möge der Verein, zumal er seine Ueberschüsse für Kriegswohlsahrtszwecke zur Verfügung stellt, auch weiterhin so guten Besuch erzielen, wie Der Saal war aus verkauft! Das war nicht nur sehr erfreulich, es auch dafür, daß die urgesunde Kunst eines Wilhelm Backhaus bei uns die ihr gebührende Anerkennung unden hat. Was wir an dieser Stelle im Vorjahre sagten, heitet sich: Man ppird dieses Künstlers niemals müde werden; denn bei ihm ist alles echte, edelste Kunst, frei, ganz frei von Manier. Und da unsere großen Meister eine Fülle der herr⸗ 5 lichsten Klavierwerke geschaffen haben, so ist das Füllhorn un⸗ 5 ausschöpflich, in das ein Backhaus nur hineinzugreifen braucht, 5 um uns immer wieder Anderes, für Gießen Neues zu bringen. Unsern besonderen Dank verdient es, daß diesmal auch Men⸗ delssohn berücksichtigt war. Wie leer, wie unwahr sind doch alle Schlagworte angesichts solcher Darbietung aus seinen Lie⸗ dern ohne Worte(Frühlingslied, Spinnerlied) und seines Rondo capriccioso] Wie leicht, wie duftig erklangen nicht die beiden ersteren, feingeschliffene, kristallklare Kunst, wie vertieft und verinnerlicht das Rondo mit seinen überschäumenden, eruptiven, verschwenderisch ausgestreuten Tönen an den Stellen, denen es die Bezeichnung capriccioso verdankt. Wie gut, daß wir eeinmal wieder an Mendelssohn, den Komponisten, erinnert wurden, den man sast über seine Verdienste um J. S. Bach zu ver⸗ gessen droht. sie so gespielt wird— Beethovens Rondo in G⸗Dur. Herr⸗ lich für alle Dilettanten, daß ein Meister das Werk uns vor⸗ jelte. Und dann Beethovens Cis⸗moll⸗Sonate b warm, einsach und klangschön der erste Satz, von dem sie den Namen hat, wie schlicht und fast herb das Allegretto, wie stür⸗ mend, anflutend, ja gewaltig endlich das Presto! Ein wunder- Voraus ging zunächst— eine vortreffliche Einleitung, wenn N dahinfließend und zum Suß das Presto, der Satz dieser Sonate, der der Auffassung und m Verständnis wohl den größten Widerstand bietet—, eine myche Auflösung in unfaß⸗ barer Trauer vielleicht oder ein Versim im Strudel der Dinge. (Nebenbei bemerkt: dieses Presto, wie ch das Presto der Beetho⸗ pensonate kamen auf dem etwas abgesvien Bechsteinflügel, dessen sich der Künstler infolge eines Mißghicks an Stelle des ge⸗ wohnten Steinway ⸗Flügels bedienen mie, nicht so zur Geltung, wie es wohl beabsichtigt war.) ö Sollte 1 919 noch wer von decHörern bis dahin nicht anz auf seine Rechnung gekommen seim brachte ihm der Schluß Konzertes mit Chopins Baraclle in Fis⸗Dur, feinem Präludium und Etude in C⸗Dur, da Webers Perpetuum mobile in ber Brahms schen Bearbeng für die linke Hand, endlich der vielleicht durch die Lisz t scchearbeitung etwas über⸗ ladene Marsch in C-Dur von Schube alles, was sein Herz sich nur wünschen mochte. Wahrhaft erstauch ist diese Unermüdlich⸗ keit des Künstlers, mit der er spielend wie gehäuften Schwierig⸗ keiten bewältigte. Ja, dem stürmischen eifall nachgebend, spielte er noch als Zugabe den bekanntensilitärmarseh von Schubert⸗Taußig und ganz zumchlusse noch einen echten Shopin. Wer mag da müde vomßren werden? Wilhelm Backhaus wird uns immer wieder wömmen sein, er ist ein wahrhaft begnadeter Künstler, von dewir die ganz große Kun st noch erwarten dürfen; denn moch Backhaus im glänzenden Aufstieg begriffen, wie gerade dieser ind bewiesen hat, noch bares Werk— wundervoll gespielt. dem Hauptplatz dann Chopins Sonate in B⸗Moll mit den Abu Baaleemaic wohl für uns alle der Höhe⸗ ist er zung schaffensfreudig und imr fortstrebend bemüht. Die ganz 1 1 1 0 der Kunst, nsie 1 einem Joachim in seinen lezten Jahren zu eigen wararrt bei i der vollen Erfüllung— sie wird nicht en! 5. 5 Deltig detautgit uudνονε beαννẽjuquε ber Heine ulrgellos buli zudringen. Vor dem Görzer Brückenkopf waren schon vor⸗ gestern mehrere Angriffsversuche gegen den Monte Sabotino zusammengebrochen. Gestern gingen nach starker Artillerie⸗ vorbereitung sehr bedeutende italienische Krüfte zum Angriff auf diesen beherrschenden Berg und gegen Oslapia vor. Der Kampf wogte hin und her, dauerte auch nachts fort und endete damit, daß unsere Truppen alle Stellungen in festem Besitz behielten. Am Rande der Hochfläche von Doberdo tohte die Schlacht im Abschnitte zwischen Mainizza und dem Monte Dei sei Busi mit unverminderter Gewalt weiter, während im südlichen Abschnitte Tag und Nacht ruhiger verliefen. Die mit frischen Kräften immer wieder bon neuem vorgetriebenen Angriffe des Feindes scheiterten vollständig. Nur vorübergehend gelang es den Italienern, sich in einzelnen vorderen Gräben festzusetzen. Insere In⸗ fanterie, so das brave Infanterie⸗Regiment Nr. 39, südlich San Martino, gewann ihre Stellungen im Handgemenge immer wieder zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Armee des Generals der Infanterie v. Kö ve ß drängte den Gegner über die Höhen nördlich von Aran⸗ gie lo vac zurück. Serbische Nachhuten, die sich südlich der Slatina zum Kampf stellten, wurden von unseren Bataillo⸗ nen geworfen. Die beiderseits der Morawa vordringenden deutschen Streitkräfte gewannen die Höhen füdlich von Palanka und nördlich von Petrovgc. Die bei Orsova übergesetzte Kraftgruppe vertrieb den Feind aus dem Berglande westlich von Kladovo. Die Bulgaren rückten über Negotin hinaus und überschritten mit den nördlich von Knjazevac vorgehenden Streitkräften den mittleren Ti mo 5 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 5 vom serbischen Uriegsschauplatz. Berlin, 25. Okt. Mit der bulgarischen Eroberung von Ues⸗ küb sind die Serben, nachdem sie sowohl Veles, südlich von Ues⸗ küb, als auch Tumanowo, nordöstlich davon, bereits verloren haben, vom Süden und von der ersehnten Hilfe durch ihre Entente⸗ genossen fast vollständig abgeschnitten.— Bisher haben die Bul⸗ garen, wie verschiedene Morgenblätter melden, 5000 Serben zu Kriegsgefangenen gemacht. Die Operationen werden oft durch strö⸗ menden Regen und starken Nebel verhindert. Der Geist der Bul⸗ garenarmee ist vortrefflich. 5 Berlin, 25. Okt. Aus Turn Severin erfahren laut„Ber⸗ liner Lokalanzeiger“ Budapester Blätter, daß die Artillerie der Verbündeten von Orsova aus die serbischen Batterien von Tekita zum Schweigen gebracht habe. Die Serben haben das ganze Donauufer geräumt. Die russischen Schiffskanonen werden abmontiert. Ihre Bedienungsmannschaften beabsichtigen, sich nach Turn Severin zu flüchten. Die serbische Bevölkerung suche in Rumänien Zuflucht.. Der bulgarische Bericht. 1 Sofia, 24. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Bericht vom 22. Oktober: Im Timoktale sind unsere Truppen zwischen Knjazevac und Zajecar auf das linke Üfer hinübergegangen. Um den Besitz der Stadt Knjaze vac sind Kämpfe im Gange. In Mazedonien haben unsere Truppen nach heftigem Kampf den größten Teil der Stadt Uesküb erobert. Die Kämpfe sind hier noch im Gange. An den übrigen Fronten setzten unsene Truppen die Ofsfensive unverändert fort. Berlin, 24. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die bulgarische Gesandtschaft teilt mit: Ein soeben hier eingetroffenes, durch Funkspruch übermitteltes amtliches Telegramm aus Sofia vom 23. Oktober abends meldet: Die bulgarischen Truppen haben Uesküb vollständig erobert. Griechenland und Bulgarien. Athen, 23. Okt.(WTB Nichtamtlich.) Meldung der „Agence Havas“. Der Minister des Aeußern er⸗ klärt die Nachricht von dem Abschluß eines griechisch⸗bul⸗ garischen Abkommens, sowie die Meldungen über Unterhandlungen in dieser Angelegenheit für unrichtig. Eine bulgarische Protestnote. WTB Sofia, 23. Okt.(Nichtamtlich.) Meldung der Bul⸗ garischen Telegraphen⸗Agentur. Ministerpräsident Rados la⸗ wow hat an die bulgarischen Vertreter im Auslande folgende Protestnote mit der Bitte, sie den Regierungen, bei denen sie akkreditiert sind, mitzuteilen, gerichtet:. „Ich erhielt Kenntnis, daß gestern, am 8.(21.) Oktober, zwischen 1 Uhr nachmittags und Einbruch der Dunkelheit dis englisch⸗französische Flotte die bulgarische Küste am Aegäischen Meere, insbesondere die offenen Städte Dedeagatsch und Porto Lagos bombardierte und daselbst beträcht⸗ lichen Schaden verursacht habe. Dedeagatsch ist während mehr als vier Stunden dem Feuer von acht großen Einheiten der Ver⸗ bündeten Flotte, Porto Lagos einem solchen von zwölf Einheiten ausgesetzt gewesen. Zahlreiche, Privatleuten gehörige Gebäude, sind durch die Geschosse zerstört oder in Brand gesteckt worden Es ist nicht nötig, hinzuzufügen, daß das Feuer der verbündeten Flotten nicht erwidert worden ist, da die betroffenen Ortschaften infolge ihrer Eigenschaft als offene Plätze keinerlei Widerstands⸗ mittel besitzen. Indem ich Ew. Exzellenz diese offenkundige Ver⸗ letzung der diesbezüglichen Vorschriflen der Gebote des Völker ⸗ rechts sowie Artikel 1 der Konvention betr. die Beschießung durch Seestreitkräfte zu Kriegszeiten(Haager Konvention von 1907) im Namen der königlichen bulgarischen Regierung zur Kenntnis bringe, erhebe ich nachdrücklichst Einspruch gegen eine so barbarische Handlungsweise, die so wenig dem Rufe von Schützern der Schwachen und Verteidigern des Rechtes ange⸗ messen ist, auf dessen Erringung Großbritannien und Frankreich einen so großen Wert gelegt haben Eine Kopie dieser Note ist den diplomatischen Missionen in Sofia überreicht worden.“ * 1* Der französische Bericht. Paris, 24. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlit Bericht von Forer abend: Es ist nichts Wichtiges zu e. elgischer Heeresbericht: Ruhig. Orientarmee: Die Landungen der verbündeten Truppen in Saloniki dauern regelmäßig unter den besten Be⸗ dingungen fort. Die französischen Truppen, welche be⸗ reits die griechische Grenze überschritten haben, 0 den serbischen Truppen Fühlung ge⸗ „ Der italienische Bericht. Rom, 24. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Kri bericht vom Send lg 5 1 a 175 0 Die energisch von unseren tapferen und unermüdlichen Truppen geführte 0 fensive dauerte mit bedeutenden Erfolgen längs der 1 Front an. Auf dem Westufer des Gardasees wurde der onte Redio nordöstlich von Cima Takbal erobert und damit die Beherrschung des Ledrotales vervollständigt. Im Cordevaletal dauert der Druck gegen die feindliche Stellung vom Col di Lana fort. Ein kleines Fort auf halber Höhe wurde erobert. Taber wurden einige Gefangene gemacht. Zwischen dem Hochboite und der Spitze des Rienz näherten sich unsere Truppen durch die Täler, die das Massiv des Monte Cristallo flankieren und du 8 kuchen, Schluderbach, indem ite bie om Frurde entgegengesehter isse wegraumten. In Carnten erneuerten sich die gluck⸗ ichen Einfälle unserer Truppen in die Hochtäler des Degano, But und Chiarzo. Tem Feinde wurden 24 Gefangene abgenommen, darunter ein Offizier. Die Bedeutung des Erfolges vom 21. Okto⸗ ber im Seisera⸗Tal, wo 125 feindliche Leichen bestattet wurden, bestätigt sich. Längs des oberen und mittlespen Isonzo vervoll⸗ ständigten unsere Truppen gestern ihre Erfolge auf dem kleinen Javorcek, auf dem Hügel von Santa Lucia, östlich von Plava und auf dem Hügel von Oslavia. Zwei heftige Gegenangriff des Feindes gegen den Mrzli wurden abgewiesen. Auf diesem . wurden 151 Gefangene gemacht, darunter zwei siziere. Auf dem Karst nahmen unsere Truppen am Morgen des 22. Oktober mit neuer Kraft den Angriff wieder auf. Trotz des beharrlichen Widerstandes des Feindes gelang es unserer In⸗ fanterie, unterstützt durch das heftige konzentrierte Feuer zahlreicher und starker Batterien nach hin⸗ und herwogendem erbittertem und blutigem Ringen fast längs der ganzen Front vorsudringen, besonders gegen San Martino del Carso. 2000 Gefangene, dar⸗ unter 60 Offiziere,? Maschinengewehre und große Mengen Mu⸗ nition und anderes Material fielen in unsere Hände. N 0 a General Cadorna. Neue franzöfische 44 em⸗Geschütze. Berlin, 24. Okt.(Zens. Blu.) Aus Zürich berichtet der„B. 2“: Die„Neue Zürcher Lana erfährt, da gegenwärtig in Frankreich neue Kanonen hergestellt werden, deren Kaliber 44 Zentimeter betrage. Diese Kanonen sollen nicht nur mit Bezug auf die Kaliber eine Neuheit darstellen, sondern auch wegen des Geschosses, für das man eine der neuesten Erfahrungen nutzbar machte. Die Kanone sei bereits erprobt und habe ein durchaus befriedigendes Ergebnis geliefert. General Rennenkampf zur Dispofition gestellt? Berlin, 25. Okt. Aus Petersburg wird laut„Berliner Lokalanzeiger“ gemeldet, daß General Rennen kampf zur Disposition gestellt worden sei. . Aus Petersburg. Hopenhagen, 24. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung der„Rjetsch“ versucht die Petersburger Stadtverwaltung eine Million der Einwohner und Flüchtlinge abzuschieben, um dadurch die Verpflegung der übrigen zu erleichtern. Wie schlinmm im übrigen die Zu⸗ stände sind, zeigt eine weitere Meldung, daß die Wagen⸗ anzahl der Petersburger Straßenbahn vermindert werden mußte, weil Ersatzteile für Reparaturen fehlen; daher seien die verkehrenden Wagen stets überfüllt. Eine russische Anleihe in Amerika. London, 24. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)„Daily Telegraph“ meldet aus New York vom 21. Oktober: Die Verhandlungen über die Errichtung eines russischen Kredites nähern sich dem Abschlusse. Der Kredit wird vermutlich die Form von Akzepten annehmen im Betrage von 25 bis 50 Millionen Dol⸗ lars. Das Geld soll für russische Ankäufe verwendet werden. Aus Luxemburg. 5 Luxemburg, 24. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das heutige Amtsblatt veröffentlicht einen großherzoglichen Be⸗ schluß, wonach Scheidemünzen aus Zink bis zum Betrage von 200 000 Franken ausgegeben werden. Die neue Münze besteht in Stücken zu 5 un 10 Centimes. *** Der türkische Bericht. Konstantinopel, 24. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier berichtet von der Dardanellenfront: Bei Anaforta beschädigte unsere Artillerie die feindlichen Gräben schwer. Unsere Artillerie beantwortete das Feuer eines feind⸗ lichen Torpedobootes, das die Umgebung von Djongbair beschoß und traf es. Dichter Rauch und eine Explosion wurden an Bord des erwähnten Torpedobootes bemerkt, das in beschä⸗ digtem Zustande von anderen Torpedobooten nach Imbros ge⸗ schleppt wurde. Bei Ari Burnu und Sedd⸗ül⸗Bahr beiderseits zeitweise aussetzendes Geschür⸗ und Gewehrfeuer und Bombenwerfen. st nichts von Bedeutung. Der deutsche Botschafter in Konstantinopel i ertrankt. Konstantinopel, 24. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der 9 5 1 05 Botschafter Freiherr v. Wangenhe im, der erst vor kurzem von einem Erholungsurlaub in Deutsch⸗ land hierher zurückgekehrt ist, ist seit einigen Tagen ernstlich erkrankt. Botschaftsrat Freiherr v. Neurath ist mit der vorläufigen Wahrnehmung der Geschäfte der Kaiserlichen Botschaft beauftragt. Eine Botschaft des Königs von England g au sein Volk. London, 23. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) In einer königlichen Botschaft an das Volk wird ollen In diesem ernsten Augenblicke des Kampfes zwis . organisierten Feinde, der das Völkerrecht mit Füßen tritt, sowie die Rechtsordnung, durch die die Staaten des zivilisierten Europa verbunden werden, appelliere ich an Euch. Ich freue mich über das, was das Reich bisher getan hat, und bin stolz auf die Antwort, die von meinen Untertanen auf der ganzen Welt bereits gegeben wurde, die ihr Heim, Vermögen und Leben geopfert haben, um zu ver⸗ üten, daß ein anderer das freie Recht erbt, das ihre und meine tern aufgebaut haben Aber das Ende des Krieges ist noch nicht in Sicht. Es sind mehr Leute nötig, um die Truppen an der Front in voller Stärke zu halten und durch sie den Sieg und einen dauernden Frieden zu sichern. Die Botschaft endet: In früheren Zeiten ließ der dunkelste Augen⸗ blick bei allen Männern unserer Rasse stets den mächtigsten Ent⸗ schluß reifen. Ich ersuche Euch, Männer aller Klassen, Euch frei⸗ willig zu stellen, um am Kampfe teilzunehmen. Indem Ihr in weitem Maße dem Aufrufe Gehör schenkt, helft Ihr un⸗ seren Brüdern, die bereits monatelang die alten Traditionen Großbritanniens und den Ruhm seiner Waffen aufrecht erhalten en. 5 Die Kabinettskrise in England. London, 24. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der parla⸗ mentarische Korrespondent der„Times“ meldet: Die Zahl der Abgeordneten, die einen Regierungswechsel wünschen, wächst täglich. London, 24. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die konser⸗ vative Wochenschrift„Spectator“ schließt einen Artikel, in dem sie vor Angriffen gegen die Regierung warnt, mit den Worten: Die Regierung muß im Amte blei⸗ ben, weil keine andere Regierung da ist, und die Mehrheit des Unterhauses das wohl weiß. 5 Der Seekrieg. Vier französische Dampfer im Mittelmeer versenkt. Paris, 24. Okt.(WB. Nichtamtlich.)„Petit Parisien“ veröffentlicht folgende amtliche Meldung: Vom 1. Oktober bis zum 20. Oktober wurden im Mittelmeer folgende fran⸗ zölische Dampfer von feindlichen Unterseebooten versenkt: „Provinvia“,„Sainte Marie“,„Antonia“,„Ami⸗ ral Hamelin“ Die drei ersten waren leer; die Besanung %% ͤù/%ë ũ lk TTTTTTTßßffffß N 1 7 2 5 N wurde gerettet. Auf dem„Amiral Hamelin“ kamen 64 Mann um. (Der amtliche Bericht verschweigt, daß die 64 Umgekommenen Soldaten waren.) Neue amerikanische unterseeboote für England. Amsterdam, 23. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) In ameri⸗ kanischen Blättern findet sich folgende Meldung aus Boston vom 3. Oktober: Die Flottille neuer amerikanischer Unterseeboote, die der britischen Flotte von Gibraltar zuge⸗ teilt worden ist, hat die Reise über den Atlantischen Ozean mit eigener Kraft zurückgelegt. Die Unterseeboote wurden vom Kanonenboot„Kanada“ und dem Hilfskreuzer„Calgarian“ be⸗ gleitet und fuhren die ganze Zeit an der Oberfläche. Ein neurfundener„Unterseebootsentdecker“. Amsterdam, 23. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Aus amerika⸗ nischen Blättern. Nach Berichten des aus Frankreich zurückgekehr⸗ ten Ingenieurs und Erfinders William Dubilier ist ein von diesem erfundener Unterseebootentdecker an der fran⸗ zösischen Küste erprobt worden. Die uche hätten gute Erfolge. Die Schrauben des Unterseebootes auf eine Entfernung von 50 Meilen zu hören gewesen. Unter Zuhilfenahme zweier anderer Apparate, die im Abstande von 6 bis 10 Meilen an der Küste aufgestellt gewesen seien, hätte man auch die Richtung, in der sich das Unterseeboot bewegt habe, finden könne. Tas Geräusch der Schrauben werde durch ein mikrophonartiges Instrument aufge⸗ fangen und verstärkt. Die größte Schwierigkeit hätten die Ein⸗ mischungen fremder Geräusche verursacht, durch die das Geräusch des Unterseebootes gestört werde Mit dem Mechanismus, der dem bei der drahtlosen Telegraphie benutzten ähnele, ser es jedoch gelungen, die fremden Geräusche abzulenken. Die Verluste der englischen Flotte im Mittelmeer. London, 24. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Me. Namara hat auf eine Anfrage von Parlamentsmitgliedern die schrift⸗ liche Antwort gegeben, daß die Gesamtverluste der Flotte bei den Operationen im Mittelmeer, 1 4 von der Royal Naval Division, 119 Offiziere und 1463 Mann betragen. Aus Stadt und Cand. Gießen, 25. Oktober 1915. Errichtung einer städtischen Preisprüfungsstelle. Unter dem Vorsitz von Geh. Justizrat Prof, Dr. Leist ist eine Preisprüfungsstelle für die Stadt Gießen errichtet worden, der folgende Mitglieder ange⸗ hören: Unbeteiligte Sachverständige und Ver⸗ braucher: Oberbibliothekar Dr. Ebel, Gastwirt Max Jaskowsky, Professor Dr. Wilhelm Kleeberger, Rechtsanwalt Freiherr Georg Schenck zu Schweins⸗ berg, Landgerichtsdirektor August Schmeckenbecher, Professor Dr. August Skalweit, Redakteur Friedrich Vetters, Frau Oberstleutnant Minna Naumann. Warenerzeuger, Großhändler und Klein⸗ händler: Guts⸗ und Brauereibesitzer Georg Bichler, Kaufmann Adolf Fischer, Molkereibesitzer Hans Grieb, Kaufmann Eduard Krumm, Kaufmann Leopold Mayer, Mühlenbesitzer Wilhelm Möser, Kaufmann August Noll, Obermeister Ernst Ludwig Sack. Es wird nun vor allem darauf ankommen, daß die Prüfungsstelle nicht nur ein papiernes Dasein führt. Ueber ihre Zwecke und Rechte wurden an dieser Stelle bereits wiederholt Mitteilungen gemacht. Abgesehen von der Ar- beitsentschlossenheit der Mitglieder, die ja vorausgesetzt werden darf, ist in allererster Linie die Mitarbeit des Publikums vonnöten. Nur wenn die ganze Bevölkerung durch ständige Mitteilung ihrer Beobachtungen und Be⸗ schwerden fortwährend anregend und antreibend mitwirkt, ist eine gedeihliche Tätigkeit der Stelle zu erwarten. Ihre Mitglieder müssen mit der Bürgerschaft in ständiger Berüh⸗ rung bleiben. Zu diesem Zweck wird im Stadthause eine Sprechstunde eingerichtet werden, an der ein gutes Wort auch stets eine gute Statt finden wird. Nähere Mittei⸗ lungen darüber werden in den nächsten Tagen gemacht wer⸗ den können. * * Auszeichnungen. Dem Kulturtechniker L. Rertz von hier, welcher vor kurzem zum Leutnant der Landwehr be⸗ fördert worden ist, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.— Die hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Ersatz⸗Res. im Res.⸗Inf.⸗Regt 118 Otto Bock aus Gießen. * Verwundeten⸗Fürsorge. Zur Unterhaltung und Belehrung der verwundeten und erkrankten Kriegsteil⸗ nehmer hat der Ausschuß für Unterricht und berufliche Fürsorge für Kriegsbeschädigte durch den Ausschuß für Volksvorlesungen zu Frankfurt a. M. eine Lazarett⸗ Zeitung herausgegeben, die neuerdings auch eine be⸗ sondere Beilage für die Lazarette von Gießen und Umgebung enthält. In der ersten Nummer wird neben der Besprechung der Sehens würdigkeiten von Gießen und Er⸗ wähnung des Soldatenheims über den Verwundeten⸗ Unterricht, der bis jetzt allgemein gut besucht wurde, berichtet. Eine wesentliche Erweiterung ist hierbei insofern eingetreten, daß den Verwundeten die kostenlose Teilnahme an sämtlichen Unterrichtsfächern der hiesigen Gewerbe⸗ schule gestattet ist.— Der übrige Unterricht, der in dieser Woche wieder beginnt, erstreckt sich auf folgende Fächer: Stenographie(Gabelsberger) Dienstag, Donnerstag und Freitag 7—8¼ Uhr abends im Soldatenheim. Beginn 26. Oktober.— Maschinenschreiben. In verschie⸗ denen Lazaretten und im Soldatenheim. Anmeldungen im Geschäftszimmer des Roten Kreuzes in der Alten Klinik. Beginn jederzeit.— Soziale Gesetzgebung(Kranken-, Invaliden⸗, Hinterbliebenenversicherung usw. nebst Aus⸗ . Dienstag und Freitag von 2—3 Uhr im Soldatenheim. Beginn 26. Oktober Eintritt jederzeit.— Französisch: Im Soldatenheim. Nach Anmeldung eben⸗ dort. Eintritt jederzeit. n Protestfrist für Wechsel. Nachdem der Bun⸗ desrat durch Bekanntmachung vom 21. Oktober bestimmt hat, daß die Protestfrist für Wechsel, die in Elsaß⸗Loth⸗ ringen und in einzelnen Teilen der Provinz Ostpreußen zahlbar sind, frühestens mit dem 31. Januar 19156 statt mit dem 30. Oktober 1915 abläuft, ist die Postordnung vom 20. März 1900 entsprechend geändert worden. Danach wer⸗ den die Postprotestaufträge mit Wechseln, die in diesen Gebieten zahlbar sind und deren Zahlungstag in die Zeit vom 30. Juli 1914 bis einschließlich 28. Januar 1916 fällt, am 31. Januar 1916 nochmals zur Zahlung vorgezeigt werden. q * Postsendungen an. 5 Italien. Die Postanstalten nehmen Postsendungen an Kriegsgefangene in Italien unter denselben Bedingungen zur Beförderung an wie an Gefangene in England usw. Landkreis Gießen. r- Lich, 24. Okt. Die Zahl der Kriegsteilnehmer unserer Stadt beläuft sich nunmehr auf 393. Davon starben den Heldentod 22, vermißt werden 9, in Gefangenschaft befinden sich 6, verwundet waren bisher 53, erkrankt 23. Mit dem Cisernen Kreuz wurden 26 ausgezeichnet, die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielten 15. 3. Steinberg, 24. Okt. Dem Unteroffizier Schresd t im Res.⸗Inf.⸗Regt. 116 wurde die Hessische Tapferkeits⸗ medaille verliehen. Sein Bruder, Unteroffizier Lehrer Sch» dt, im Juf.⸗Regt. Kaiser Wilhelm, wurde zum Feldwebel befördert. Kreis Friedberg. e. Bad⸗Nauheim, 24. Okt. Das Fest der goldenen Hochzeit konnte heute das Ehepaar Geheimer Schulrat Wilh. Hemmes und Frau, geb. Goelz, in seltener körperlicher und geistiger Frische und Gesundheit begehen. Geheimrat Hemmes, er Vater des hiesigen katholischen Pfarrers, der sich seit zwe Jahren in den Ruhestand begeben hat, war vordem mehr als 50 Jahre an der Großh. Taubstummenanstalt in Bensheim, deren Direktor er war, tätig.— Auf Anregung der hiesigen Ortsgruppe des Roten Kreuzes haben fast sämtliche Verein unserer Stadt den Beschluß gefaßt, den unter den Fahnen stehen⸗ den Söhnen unserer Stadt, gemeinsam mit dem Roten Kreuz, gleichwertige Weihnachtspakete zuzusenden. Die beteiligten Vereine zahlen einen angemessenen Beitrag zu den entstehenden Kosten, während das Rote Kreuz einen festen Beitrag von. 2000 Mark leistet. Um die Weihnachtssendungen recht reich⸗ haltig ausstatten zu können, sind außerdem Listen für frei⸗ willige Geldspenden, die für den Zweck verwandt werden sollen, aufgelegt. Beschlossen wurde in der fraglichen Versammlung, daß jeder Bad⸗Nauheimer, also auch die im Garnisons⸗, Wach⸗ Grenz⸗ oder Etappendienst tätigen Kriegsteilnehmer, eine Weih⸗ nachtssendung erhalten solle Hessen⸗Nassau. Frankfurt a. M., 24. Okt. Die Stadt Frankfurt hatte zur Beschaffung billiger Kartoffeln für die minderbemittelte Be⸗ völkerung durch Vermittlung des zuständigen Landrats im Unter⸗ westerwaldkreise 40 000 Zentner aufgekauft. Um die Ausfuhr dieser Menge zu sichern, erließ der Landrat ein Ausfuhr verbot für den Kreis. Die Landwirte und Händler des Kreises erwirkten jedoch beim Landwirtschaftsministerium in Berlin die Aufhe⸗ bung des Ausfuhrverbotes. Die Folge war, daß die Westerwälder Spekulanten sofort für den Zentner 3,80 Mk. verlangten, und Frankfurt hat das Nachsehen und kann zusehen, wie es seine billigen Kartoffeln bekommt. Nun hat der Magistrat sich in dringenden Telegrammen an Ministerium, Regierung und General⸗ kommando gewendet und um sofortige Festsetzung von Kartoffel⸗Höchstpreisen für die Produzenten und den Handel ersucht und eine Ausdehnung des Beschlagnahme⸗ und Ent⸗ eignungsrechts über die in der Bundesratsverordnung gegebenen Vorschriften hinaus beautragt.— Kaum waren am Samstag früh die Höckstpreise für Butter in Kraft getreten, so war auch wie mit Zauberschlag jedes Stück Süßrahmbutter aus den Hand⸗ lungen verschwunden.„Es gibt keine Molkereibutter mehr,“ hieß es in allen Geschäften,„nur noch holländische“. Letztere wird mit 2,80 Mk das Pfund verkauft und ist in ziemlichen Mengen am Markte erhältlich. An versitäts⸗ Nachrichten. [1 Marburg, 24. Okt. Der heute in der Aula der Uni⸗ versität abgehaltene Festakt anläßlich der Einführung des neuen Rektors der Universität, womit auch gleichzeitig die akademische Hohenzollernfeier verknüpft wurde, stand unter dem Zeichen der Kriegszeit. Von den zahlreichen sludentischen Kor⸗ porationen waren nämlich nur etwa ein Dutzend mit ihren Fahnen. vertreten. Nach einleitendem Orgelspiel gab der seitherige Reltor, Geh. Rat Prosessor Dr. Korschelt, zunächst einen Bericht über das verflossene Amtsjahr. Er gedachte der Fürsorge der Staats- regierung, der Veränderungen im Lehrkörper und der vielen im Felde stehenden Angehörigen der Universität, von denen viele schon den Tod fürs Vaterland gefunden. In üblicher Weise übergab er dann seinem Amtanachfolger, dem Prosessor der Germanistik, Ernst Elster, die Zeichen seiner neuen Würde und wünschte, daß uns in dessen Amtsjahr ein ehrenvoller Sieg und Frieden beschieden sei. In seiner Antrittsrede gedachte der neue Reltor des Hohen⸗ zollern-Jubiläums und schloß einen Vortrag über die Entwicklung deutscher Art und deutscher Dichtung an. Mit dem gemeinsamen Gesang von„Ein' feste Burg ist unser Gott“ sand die stimmungs⸗ volle Feier ihr Ende. Heidelberg, 23. Okt. Infolge jahrelangen Herzleidens ist der Professor der Philosophie Tr. Wilhelm Windelband, 119. von Cuno Fischer, im Alter von 67 Jahren ge⸗ torben. Vermischtes. Ein Drama in den Lüften. Ueber ein Fliegerdrama, das sich kürzlich an der Westfront abspielte, weiß ein englischer Sanitätssoldat zu berichten, dessen Schilderung der„Flug⸗ sport“ wiedergibt. Dieser Augenzeuge beobachtete eines Morgens mit einigen Kameraden ein englisches Flugzeug, als er plötzlich bemerkte, wie die Maschine bedrohlich zu schwanken begann und im Zickzackfluge den deutschen Linien zusteuerte. Unter dem lebhaften Feuer der dort aufgestellten Abwehrkanonen siel sie vorüber⸗ gehend, konnte sich aber bald wieder in höhere Luftschichten empor⸗ schrauben und wandte sich schwankend zu der englischen Front zurück, hinter der sie endlich niederging. Als von allen Seiten Nilfskräfte herbeistürzten, fand man den Beobachter tot in seinem Sitze, während der Pilot, ein englischer Sergeant, noch atmete und beim Herausheben mit brechender Stimme bat:„Ich bin blind, holt schnell den Kommandeur, damit ich ihm das, was ich beobachtete, als ich noch sehen konnte, berichte!“ Alsdann erstattete er dem rasch erscheinenden Abteilungsführer, der ihm feuchten Auges zuhörte, seinen Bericht und erzählte dann mit immer schwächer werdender Stimme, daß er während der Fahrt plötzlich einen Schmerz im Ohr verspürt habe. Er glaubte im ersten Augen⸗ blick, daß ihm das entsetzliche Getöse des Motors das Trommelfell 2 85 habe. Dann legte sich ein dichter Nebel über seine Augen, ür den er den ausgepufften Qualm verantwortlich machte. Er wandte sich daher seinem Beobachter zu und fragte ihn:„Es ist ja auf einmal so dunkel..“ Da er jedoch keine Antwort erhielt, schloß er, daß sein Gefährte von einem Schuß getroffen sein müsse und schickte sich daher an, den Rückweg anzutreten. Mit einem Male schoß ihm die Gewißheit durch den Kopf:„Ich bin blind!“ Der Gedanke war um so entsetzlicher, als er mit seinem toten Beobachter hilflos in 1000 Meter Höhe flog. In dieser ver⸗ zweifelten Lage drang eine schwache Stimme an sein Ohr, die ihm kaum hörbar zuflüsterte:„Gehen Sie schnell nieder.“ Es war die Stimme des Beobachters, der wahrscheinlich in einer tiefen Ohnmacht gelegen hatte und noch einmal erwacht war. Der Flugzeugführer folgte seiner Weisung; er fühlte seine Ent⸗ schlossenheit wiederkehren, und kreuzte nach den Weisungen seines Gefährten, bis dieser aufschrie:„Weiter nach rechts! gehen! Wir sind... Das waren die letzten Worte, die der Führer vernahm, der Rest erstarb in einem Röcheln— der Be⸗ obachter hatte ausgelitten. Der Pilot hatte noch die Kraft, in der Richtung, die ihm der sterbende Begleiter angedeutet hatte, weiter zu fliegen, bis er die englischen Linien erreichte und dort in steilem Gleitfluge niedergehen konnte. Er ist wenige Stunden, nachdem er seinen Bericht abgestattet hatte, im Feldlazarette verschieden. Handel und Verkehr, Volkswirtschaft. Der amerikanische Handel. London, 23. Okt.(WTB. Nicktamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die„Morning Post“ meldet aus Washington: Die amerikanische Handelsbilanz be⸗ trug während der letzten 5 Wochen durchschnittlich 35 Millionen Pfund wöchentlich zugunsten der Vereinigten Staaten. Der Betrag wäre noch höher gewesen, wenn mehr Laderaum zur Ver⸗ fügung stände. Nach den gegenwärtigen Schätzungen wird die Handelsbilanz des Finanzjahres ein Saldo von 400 Millionen Pfund zugunsten der Vereinigten Staaten aufweisen, das ist doppelt 9 viel, wie das bisherige Aktiv⸗Saldo des Außenhandels der Vereinigten Staaten. Briefkasten der Redaktion. w. B. in L. Wenden Sie sich an das Reichsamt des Innern (Rechtsauskunststelle) in Berlin. Tiefer Auf Feindeserde starb am 6. Oktober nach zwölfmonatlicher treuer Pflichterfüllung im Alter von 23 Jahren infolge einer am 1. d. Mts. erhaltenen schweren Verwundung den Heldentod fürs Vaterland unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Enkel Verwaltungs- Aspirant Heinrich Schmidt Gefreiter im 2. Nass. Inf.-Regiment Nr. 88, 12. Kompagnie. 1 Im Namen der Hinterbliebenen: Familie Bürgermeister Schmidt. Trohe, am 25. Oktober 1915. 8376 Verein ehem. IIber 353 Einladung zur Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mit⸗ glieder von dem Ableben un⸗ seres lieben Kameraden inrich Herzberger geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Dienstag nachm. 3 Uhr von der Kapelle des neuen Irkedhofs aus statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Der Vorstand. am 27. Oktober) II. Stock. 1. Rechnungsablage. 2. Vorstandswahl. 3. Statutenänderung. 4. Verschiedenes. 5 Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird ersucht. 2510 Der Vorstand. — 7 Vorschule des Paedagagiums. Anmeldungen von Kindern, die Ostern 1916 schulpflichtig werden, werden vom 23. Oktober bis J. November täglich zwischen 3 und 4 Uhr ent⸗ gegengenommen. Der Geburtsschein ist mitzu⸗ bringen.— Die Kinder können nach dreijährigem Besuche der Vorschule in die Sexta öffentlicher, höherer Schulen eintreten. Schulgeld 140.— M. jährlich. Ludwigstr. 70, Fernruf 633. 8303 D Brackemann, Direktor. Vorsicht! Geruchfreie Schuhcreme ist abfärbende Wasserereme! Verschmiert die Kleider! Kaufen Sie Tagesordnung: 85778 1860 Fünfziger 8 Anseren Mitgliedern hierdurch die traurige Nachricht, daß unser lieber Alterskollege Herr Heinrich Herzberger 5 5 nach kurzem Krankenlager leider unerwartet verschieden ist. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 5 3 ubr auf dem neuen Friedbof statt. 8386 Der Vorstand. 1910 f Im Kampf fürs Vaterland starb am 11. ds. Mets. im Feldlazarett infolge seiner schweren Verwundung mein geliebter, hoff⸗ 86 N . Sohn, unser guter, einziger! N N nichtabfärbenden ruder a WNdoel⸗wachslederputz Martin Becker V Ernstchallierg 5 Sleßen · 1 80. Jel. 671 Ilg Ahahnt zo Mangan Jen von unserer Grube Gren dem Bahnhof Gießen oder Großen-Linden ist an leistungsfähigen Fuhrunternehmer sofort zu ver⸗ IIlusiRallen- U. geben. Die Beschäftigung ist dauernd. Baldige 8 Angebot it 4 0 5 5 92 5 Illusikinstrumenfen- Baus 5 ngebote mit äußerster Preisangabe erbeten an Srummophone Gewerkschaft Luse K Ilsdorf outele pemaulellelle de. Deulchen Srnmepben- Brauneisensteinbergwerke e Hktlen-Selellsmaft Berlin S Gießen, Frankfurter Straße 45. 3 Kriegefreiw. im Res.⸗Inf.⸗Regt. 222, 85 a. 5 zul. Infanterie Regiment 168 5— 35 i 19. 5 im Alter 15 Jahren i 3 Sofortige Lieferung, auch I Deiie tiestrauernden Hinterbliebenen. Schuhsett und Seifenpulver 0 Gießen(Dammstr. 4), 25. Oktober 1915.— Heerführerplakate. fe 5 N 2 Schutzmarke Fabrikant: Carl Sentner, Söppingen. 5 ze bei Klein⸗Linden nach 33 8299 D . Das Beste und Wärmste für unsere Soldaten ist Unterkleidung Aus echten Kamelhaarstoffen rr. len Im vorigen Winter-Feldzuge vorzüglich bewährt und allseitig empfoh Kamelhaar-Westen mit Aermel Kamelhaar-Brust- u. Leibschützer Eamelhaar- Unterhosen Kamelhaar-schuhe Kamelhaar-Leibbinden Kamelhaar-Socken Neuheit: Schlafsäcke aus feldgrauem wasserdiohtem Eummistoff mit kamelhaarfarbigem Holton oder mit echtem Kamelhaarstoff gefuttert. 878 rbisberein e. B. F Prddentl. Sauptpersamulung Mittwoch, 3. November lid. Is., (nicht, wie in Nr. 249 angezeigt, abends 8½ Uhr im Kaiserhof, Nigrin. [Carl Hisgen, Chemische Fabriken Worms am bein 0 Regenschirme Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starb unser treues Mitglied Herr Fritz Schneider Gardist im Garde-Regiment„Königin Augusta“ Nr. 4. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Verein Frohsinn. Giessen, im Oktober 1915. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute früh 4 Uhr verschied nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Carl Graf Im Namen der Hinterbliebenen: Maria Graf, geb. Gabelin. Gießen Glaubrechtstrasse 12, den 24. Oktober 1915. 8381 Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 4 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. * geneiner Sentscher Frauenverein Ortsgruppe Gießen. Einladung zu einem öffentlichen Vortrag des Herrn Professor H. Roloff über: Die orientalische Frage und Deutschland Mittwoch den 27. Okt., abends 8 Uhr 8860 in der Neuen Aula. All Nichtmitglieder 30 Pfg. 5 N II Ferner: 5 85 N mit 5 i 5 Lludlaibn lab ue; g an labern 1 empfiehlt 82962 8 8 3 Mediz. Drogerie 5 Alen 8 azum Kreuzplatz J ese 90 ono Winterhon. 2 272 Ser eee e; Adele, N Sameliche„ eee, 8 Nähr- u. 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