Nr. 240 Der Gleßener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; 4519 0 wöchentl. Kreis⸗ latt für den Ureis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen 8 Ferusprech-Anschlüsse: 0 für die Schriftleitung112 5 Verlag, Geschäftsstelleß 1 Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. 4 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. eferal- Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstr. 7. Freitag, 22. Oftober 1015 Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich t Gießen. — (WTB.) Großes Hauptquartier, 21. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Nordöstlich von Mitau gewannen wir das Dünaufer von Borkowitz bis Bersemünde. Die bisherige Beute der dortigen Kämpfe beträgt im ganzen 1725 Gefan⸗ gene, sechs Maschinengewehre. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Oestlich von Baranowitschi wurde ein russischer Angriff durch Gegenanangriff zurückgewiesen. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Am Styr in der Gegend von Czartorysk nahmen die örtlichen Kümpfe einen größeren Umfang an. Vor erheblicher Ueberlegenheit mußte ein Teil einer dort kämpfenden deut⸗ schen Division in eine rückwärtige Stellung zurückgehen, wobei einige bis zum letzten Augenblick in ihrer Stellung ausharrende Geschütze verloren gingen. Ein Gegen- angriff ist im Gange, 0 Balkan⸗Kriegsschauplatz. Die verbündeten Truppen folgen auf der ganzen Front dem langsam weichenden Feind. Auf der stark befestigten Stellung südlich und östlich von Ripanj sind die Serben in südlicher Richtung geworfen. 14 Vortruppen erreichten Stepojevac⸗Leskovac⸗ aba. Westlich der Morawa dringen deutsche Truppen über Selevac und Saraorci, östlich des Flusses über Valaskido, Rasanac und auf Ranovad vor. Bulgarische Truppen kämpften bei Negotin. Weiter südlich erreichten sie die Straße Zajecar— Knja⸗ ze vac. b g. 0 Oberste Heeresleitung. *** Es fehlt zwar jeden Tag nicht an einer unverbürgten Versicherung, die„Entente“ lande in Saloniki Truppen in großer Zahl, allein der Eindruck einer heillosen Verworren⸗ heit im Lager unserer Feinde überwiegt doch. Ihre Diplo⸗ matie kommt nicht zum Ende, und ihre rasch nach dem griechischen Hafen geschleppten Truppen leiden an Planlosig⸗ keit. Kann man sich etwas Peinlicheres für unsere Gegner denken, als daß im Augenblicke wichtigster Entscheidungen es in den Kabinetten kriselt, daß er aus dem englischen Ministerium ausgetretene bisherige Kronanwalt Carson im Unterhause zwar die Meinung ausspricht, der Krieg müsse mit allen Mitteln zum erfolgreichen Abschluß gebracht wer⸗ den, aber zugleich hinzufügt, er stimme in keinem Punkte mit der von der Regierung gutgeheißenen Politik über⸗ ein und habe daher seinen Rücktritt eingereicht? Noch haben die Neutralitätsbrecher und Schützer Serbiens nichts getan, und schon stehen die Bulgaren im Süden vor Kumanowo! Im Norden haben die deutsch-ungarischen Heere ihren Vormarsch in einheitlicher Front fortgesetzt. Eine Lebensader Serbiens, die Bahn Saloniki—Uesküb— Vranje—Nisch, ist an einem wichtigen Punkte bereits durch— schnitten. Die bulgarische Südarmee zeichnet sich durch die ungewöhnliche Schnelligkeit ihres Vordringens aus. Freilich aben die Serben dort den spärlichsten Widerstand vor⸗ bereitet. Der Berner„Bund“ gibt folgendes Bild der Lage: Es ist auf der ganzen Strecke von Caribrot bis Strumitza der Vormarsch gegen den Wardar, die Morawa und den Timok im Gange. Die bulgarische Armee rückt kämpfend in breitester Front durch die Einfallstäler 1 5 wilden Berglandes von Osten nach Westen in altserbisches d serbisch-mazedonisches Gebiet und kann durch die über diese langgestreckte Front verteilten serbischen Truppen unmöglich aufgehalten werden, da es sich nur um einen dünnen Kordon handelt. Ueber das Einschreiten englisch⸗französischer Truppen, von denen höchstens drei Divisionen, 5 Stelle sein können, verlautet noch nichts Bestimmtes. Handeln ie Ententegroßmächte nach dem Worte„Gefahr in Verzug“, so sind Landungen über Landungen an allen günstigen Punkten der mazedonischen Küste von Saloniki bis Enos zu erwarten. Verweigert Rumänien den Russen den Durchmarsch, so müssen diese, wenn immer möglich, eine Armee an der bulgarisch⸗ thrazischen Küste des Schwarzen Meeres zu landen suchen, was 110 vor einem halben Jahre allerdings unter günstigeren Be⸗ ingungen hätten versuchen können. 5 Die Italiener, deren Ministerrat nach einer neue— sten Meldung die Entsendung eines Expeditionskorps nach Mazedonien abgelehnt haben soll, haben bezeichnenderweise an ihrer eigenen Front vom Plateau von Doberdo bis Judicarien, also auf der ganzen Linie, neue Angriffe ein⸗ geleitet und beweisen so ihre eigene starke Bindung und zu— gleich die größerer österreichisch-ungarischer Streitläfte. Es f t sich immer noch um die ersten Linien der großen Defensivstellung hinter dem Isonzo an den Pässen Kärntens und den Einfallspforten in Trentino. Wie es scheint, haben, so urteilt der Berner„Bund“, die Italiener nur westlich vom Gardasee meßbaxe Erfolge erzielt, indem sie die Oesterreicher zwangen, im Tale des Chiese und im Ledro— tal auf ihre Hauptstellungen zurückzugehen. Solange diese Aktionen nicht den Charakter einer allgemeinen Offensive annehmen, fallen sie für die Entwicklung des Balkanfeldzugs kaum ins Gewicht. Der neueste österreichisch-ungarische Tagesbericht stellt fest, daß die italienischen Angriffe neuer⸗ dings auf allen Plätzen abgeschlagen worden sind. a*.* ö Schnelle Schläge in Serbien. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 21. Oktober 1915. 0 Russischer Kriegsschauplatz. Westlich und südwestlich von Czartorisk wurde auch gestern den ganzen Tag über heftig gekämpft. Südöstlich von Kulitowice wehrten österreichisch⸗ ungarische und deutsche Truppen starke russische Augriffe ab. In den gestrigen Kämpfen am Styr wurden 1300 Gefangene und 3 Maschinengewehre eingebracht. Bei Nowo⸗-Aleksiviece wurde heute früh ein Vorstoß des Gegners vereitelt. Sonst nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. An der ganzen Südwestfront sind Kämpfe großen Stils im Gange. In Tirol brachen gestern zahlreiche starke Angriffe der Italiener an unseren festen Stellungen zusammen. So schlugen unsere Truppen auf der Hochflüche von Vilgereuth in der vergangenen Nacht sechs Angriffe ab und wiesen gestern tagsüber den anstürmenden Feind drei⸗ mal ab. Das gleiche Schicksal hatte dort ein heute nacht mit sehr starken Kräften geführter Angriff des Feindes. Auch in den Dolomiten sind neue italienische Angriffe am Col di Lana, am Monte Siev und bei der Grenzbrücke südöstlich Schluderbach abgewiesen worden. Der Feind, der sich in diesem Gebiete schon tagelang abmüht, konnte nirgends auch nur den geringsten Erfolg erzielen. Am Karnischen Kamm wurde westlich des Wolayer⸗Sees ein Angriff italienischer Alpentruppen zurückgeschlagen. Im Küsten lande hat sich das feindliche Artilleriefeuer zu größter Heftigkeit gesteigert und hielt tagsüber gegen die ganze Isonzofront an. An⸗ näherungsversuche feindlicher Infanterie und technischer Truppen scheiterten in unserem Infanterie- und Maschinen⸗ gewehrfeuer. 5 1 Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen rückten in Sabac ein. Die Ebene der Mac va ist vom Feind gesänbert. Die Armee des Generals der Infanterie v. Köveß und die beiderseits der Morawa vor⸗ gehenden deutschen Streitkräfte dringen in engem Zusammen⸗ schluß immer tiefer in das serbische Gebiet vor. Von den österreichisch-ungarischen Truppen des Gene⸗ rals v. Köveß rückte die westliche Kraftgruppe auf den Höhen der Kolubara bis in das Mündungsgelände der Turija vor, indessen die östliche südlich von Grocka unter Kampf die Ralia⸗Niederung überschritt. Die Bulgaren gewannen zwischen Zajevar und Knja⸗ zevar das Timoktal und näherten sich östlich von Pirot den Ostwerken auf Geschützertrag. Eine ihrer Armeen erkämpfte sich gestern mit den Vortruppen den Austritt in das Becken von Kumanowo und in das Wardartal. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 83 „Die Lage wird immer ernster“. Nisch, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die Agence Havas meldet amtlich: Die Lage wird immer ernster. Auf der Nordfront halten die Serben die Linie Rasanac-Aleksan⸗ drovac-Golobowi⸗Azarja⸗Kosonaf und das rech⸗ te Kolubaraufer. Auf der Ostfront halten sie die Linie Zajotschawi⸗Knjazevac-Vlassina. Aber die Bulga⸗ ren nahmen die Städte Vranja und Wolossa ein und schnitten so die Eisenbahnlinie an diesen beiden Stellen ab. Der Widerstand der Serben ist äußerst erbittert und heldenmütig. Aber der starke Druck der Oesterreicher und Deutschen im Norden und die bulga⸗ rischen Massen im Osten bedrohen ernstlich die serbische Armee, die augenblicklich von Saloniki abgeschnitten ist. Die Ankunft der verbündeten Truppen wird mit Beklem mung erwartet. ö Berlin, 22. Okt. Von dem serbischen Kriegsschau⸗ platz heißt es in verschiedenen Morgenblättern, es zeige sich täglich mehr, daß die serbischen Armeen unser Vorwärtsdrängen nur zeitweilig aufhalten, aber nicht zu hindern vermögen. Der Herbststurm habe sich gelegt; das Wetter sei freundlicher und wärmer geworden. Berlin, 22. Okt. Uebereinstimmenden Nachrichten aus Sofia zufolge haben die Verbündeten bisher/ von Serbien be⸗ a. Der bulgarische Bericht. Sofia, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht über die gestrigen Operationen: Unsere im Timoktale Schritt für Schritt vordringenden Truppen stehen schon vor Negotin, wo sie die Serben zurück- geschlagen haben. Diese flohen, von Panik ergriffen, und ließen einen Offizier, 50 Mann als Gefangene und eindn Offizier, 150 Mann tot im Timoktale zurück. Unsere Truppen erreichten die Linie Tscherni Vrh und Wetren⸗(5000 Petruschitza⸗ Grasischkatfcouka(907) Greovaglava(893) ⸗Ta⸗ choinitza(795) Dorf Viber ci, 5 oder 6 Kilometer öst⸗ lich Knjazevce-Jassen(800) und Gabar(875). Bei Pirot nah⸗ men unsere Truppen nach einem erbitterten Kampfe sehr wich⸗ tige strategische Punkte ein. Auf dem Vidlic Pla⸗ nina bei Brangja setzten sich unsere Truppen fest und säu⸗ berten das Tal der bulgarischen Morawa in einer Ausdehnung von 21 Kilometern nach Norden und Nordosten hin. Die Beute von Vranja ist noch nicht gezählt. Man weiß nur, daß sie unter anderem zwei Millionen Patronen des Systems Berdan einbegreift, ferner Tabak für eine Million Francs. Auf dem Bahnhof von Bojanowitz fand man ungefähr eine Million Kilogramm Heu. Unspre über Egri⸗Palanka vordringen⸗ den Truppen griffen eine starke Stellung an und schlugen die Serben zurück, die sie in Eile auf Rumanowo verfolgen. Im Tal der Bregalnitza schreitet unsere Offensive mit blitzartiger Schnelligkeit vorwärts. Das ganze Tat, ebenso die Ebene von Omwtsche Polje, ist in unseren Händen, auch schon die Städte Kotschana, Radowischte, Tipkilisse und Nikrstowo. Unsere Kavallerie, die die auf dem Rückzuge befindlichen Serben verfolgte, erreichte sie bei Kisseli und zerstreute sie vollständig. Ungefähr 2000 Serben wurden zu Gefangenen gemacht, andere konnten nur dank der Dunkelheit der Nacht entweichen. Die Bevölkerung in dem von dem serbischen Joche befreiten Gebiete nimmt unsere Truppen mit unbeschreib⸗ licher Begeisterung auf. Ueberall bedeckt man unsere als Befreier wiederkehrende und lange ersehnten Soldaten mit Blumen. Sie sind der Gegenstand von begeisterten Kundgebungen. Sofia, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bul⸗ garischen Telegraphen-Agentur. König Ferdinand hat sich an die Front begeben. Er wohnte dem Artilleriekampf vor einer starken Stellung von Stracin bei, deren Einnahme den Weg nach Kumanowo öffnet. Athen, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Aus Nisch wird gemeldet, daß die Bulgaren die Eisen⸗ bahnlinie Vranja— Ristowatz besetzt und sich dort ver⸗ schanzt haben. Auf den Höhen von Vlasona und Kotschan a ist ein großer Kampf eingeleitet. Die Gesandten der Entente⸗ mächte haben Nisch verlassen und sich nach Krajewo begeben. Die Landungen in Saloniki. Berlin, 21. Okt. Wie in verschiedenen Blättern aus Lugano gemeldet wird, dauern die Truppenlandun⸗ gen in Saloniki an. Nach einem Wiener Bericht der „Kre zzeitung“ seien bis zum 19. d. M. 50000 Mann eng⸗ lische und französische Truppen gelandet. Die ohnedies schleppende Beförderung nach dem Norden ist durch die bul⸗ garische Besetzung von Vranja noch wesentlich erschwer/ worden. . Italien und der Balkankrieg. ö Lyon, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)„Nouveliste de Lyon“ meldet aus Rom, daß der Ministerrat die Ent⸗ sendung eines Expeditionskorps nach Mazedonien nicht bewilligt hat. Die Stimmung in England. London, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der parla⸗ mentarische Korrespondent der„Times“ schreibt: Der Rück⸗ tritt Carsons und die Rückberufung Hamil⸗ tons kamen nicht unerwartet, aber die Ankündigung bei⸗ der Ereignisse an demselben Morgen hat einen stärkeren Eindruck auf die Parlamentsmitglieder gemacht, als irgend etwas seit der Bildung der Koalition. As qufths Er⸗ krankung verhinderte weitere wichtige Aenderungen. Die Aussprache im Unterhause brachte die große Besorgnis, die in allen Teilen des Hauses herrscht, nicht zum Ausdruck, aber die Forderung einer offenen Regierungserklärung und ungehinderter Aussprache wird wiederkehren. London, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) In einer Bot⸗ schaft an die Flottenliga erklärt der erste Lord der Admiralität, Balfour, Deutschland wolle die Weltherrschaft ge⸗ gen die englische Flotte durchsetzen, die von den Zeiten Elisabeths bis heute der wirksamste Schutz Englands gewesen sei. Churchill hat eine Botschaft gesandt, in der es heißt: Die eng⸗ lische Flotte ist im Besitz der unumschränkten Seeherrschaft. Wir sind stärker als je. Die strategischen Voraussetzungen, auf die sich unser Vorgehen zur See gründet, haben sich als richtig er⸗ miesen. Unsere große Flotte wird schließlich die Geschicke der lriegführenden Nationen endgültig entscheiden und unserer ge⸗ rechten Sache den Sieg zuwenden. Unter dem sicheren Schutz der Flotte kann jeder Irrtum richtig gestellt und jedes Versehen gut gemacht werden. Englische Versprechungen. Berlin, 21. Okt.(Priv.⸗Tel.) Die„Vossische Zei⸗ tung“ meldet aus Amsterdam:„Daily Telegraph“ ver⸗ mimmt aus maßgebender Quelle, die englische Regierung habe Griechenland offiziell Cypern angeboten, wenn sich Griechenland sofort an die Seite der Verbündeten stellt. Kriegsrat in London. London, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Nach der „Times“ hat sich der Ministerrat gestern nachmittag zweimal in Downing Street versammelt, um die Berichte mehrerer Mitglieder der Kriegskommission des Kabinetts entgegenzunehmen. Der franz ö 1 che Kriegsmini⸗ ster Millerand mit einem Sekretär und der Botschaf⸗ ter Cambon nahmen an der Sitzung teil. . Ein Kreuzfeuer von Fragen im englischen Unterhaus. 5 London, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Unterhaus. Lord Charles Beresford fragte, ob die königliche Verordnung vom 11. März 1915 bezwecke, die Erklärungen von Paris von 1856, von London von 1908 und die 14 von der Haager Kon⸗ ferenz von 1907 beschlossenen Konventionen aufzuheben, und welche dieser Verträge die Regierung noch aufrecht erhalte. Lord Robert Cecil erwiderte, die königliche Verordnung habe die genannten Abkommen nicht außer Kraft gesetzt. Cecil erklärte weiter, er wolle nicht sagen, daß die bestehenden Verpflichtungen gegenüber den Neutralen nicht vorhanden seien. In Beantwortung einer wei⸗ teren Frage sagte Cecil, die Aktenstücke über die Balkanfrage wür⸗ den veröffentlicht werden, sobald dies ohne Schädigung des öffent⸗ lichen Interesses und in Uebereinstimmung mit den Alliierten geschehen könne. Cecil verneinte, daß Lord Reading ermächtigt sei, mit der Regierung der Vereinigten Staaten die Berufung von britischen Prisengerichten und die Freiheit der Meere zu erörtern. Lloyd George sagte auf eine Frage, Haldane habe die Front als Gast Frenchs besucht und habe keinen Sonderauftrag gehabt. Auf eine Frage des Abgeordneten Bryce wegen neuer Vorschriften für die Pressevertreter im Hauptquartier sagte Tennant er wisse nichts daun, daß Journalisten von der Front zurückgekehrt 4 0 ECC . 55 11 „ 6. seien. Bryce fragte darauf, ob Tennant nicht wisse, daß der einzige amerikanische Pressevertreter an der Front, d Palmer, voller Widerwillen gegen die neuen Vorschriften nach Amerika zurückgekehrt sei. Lloyd George sagte in Vertretung Asquiths, daß er keinen Tag für eine Debatte über die Darda⸗ nellen versprechen könne. Tennant sagte, er wolle versuchen, moöglichst genaue Zahlen über die an den Dardanellen verwundeten Offiziere und Mannschaften festzustellen. Guthwaite(liberal) fragte, ob Asquith angesichts der Erklärung des britischen Bot⸗ schafters in Petersburg, daß die Operationen an den Dardanellen auf Ersuchen der russischen Regierung unternommen worden seien, um die türkischen Truppen vom Kaukasus wegzuziehen, erklären wolle, ob die russische Regierung den Operationen noch dieselbe Bedeutung beimesse obwohl bis zum 10. Oktober die britischen Verluste 96899 Mann betragen hätten. Lord Robert Cecil erwiderte, er dürfe über die Bedeutung, die einer der Alliierten oder England selbst einem bestimmten Kriegsschauplatz beimesse, keine Erklärung abgeben. Die Operationen an den Dardanellen seien militärische und maritime, und die Erklärung des britischen Botschafters in Petersburg enthalte keine vollständige Erklärung aller einschlägigen Exwägungen. Lloyd George lehnte eine Erklärung darüber ab, ob der Befehlshaber des Expeditionskorps der Alliierten in Serbien ein Engländer oder Franzose sein werde. Bryce fragte, ob bei Luftangriffen künftig alle Lichter der Themsebrücken ausgelöscht würden. Unterstaatssekretär Brace antwortete, die geltenden Vorschriften seien auf Veranlassung der Admiralität erlassen worden. Sie würden abgeändert werden, wenn neue Erfahrungen eine Verbesserung möglich machten. Brace agte ferner, daß die Vorschriften über das Herablassen der * Fenstervorhänge der Eisenbahnwagen verschärft werden sollen Brpyee fragte den Vertreter des Kriegsamts, ob die im Dienst befindlichen Flugzeuge, deren Aufgabe die Beschirmung Londons war, am 13. Oktober, abends 6. Uhr, kurz vor dem Liustangriff außer Dienst gestellt worden sind und ob andere aner den Befehl erhalten haben, ihre Stelle einzunehmen, ner ob bei der Ankunft der Zeppeline die Flugzeuge sich auß der Wacht befanden und wie viele es gewesen sind. Tennant llehnte die Beantwortung ab, da die Frage an die Admiralität 5 richtet werden müsse. Die unter militärischem Befehl stehenden 28 e seien am 13. Oktober abends 6 Uhr nicht vom Dienst g entlassen worden. Als die Zeppeline sich über England befanden, seien fünf Militärflugzeuge aufgestiegen, drei von ihnen gleich⸗ 5 1 Bryce fragte, wie viele über London gewesen, seien. 8 ennant erwiderte: Ich glaube drei. 5 Zu Carsons Rücktritt. 115 London, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des RNeuterschen Bureaus. Carson hat im Unter hause Aufklärungen über die Ursachen seines Rücktrittes ge⸗ geben. Er sagte, daß im Kabinett eben so wenig wie im Hause oder im ganzen Lande jemals Meinungsverschieden⸗ heiten darüber bestanden haben, daß der Krieg um jeden Preis bis zum entscheidenden Ende weitergeführt werden müsse. Auch die Wege, die auf den verschiedenen Kriegs⸗ schauplätzen einzuschlagen seien, um den Krieg zu einem günstigen e zu bringen, seien keineswegs Gegenstand einer Meinungsverschiedenheit. Er sehe wohl ein, welche Schwierigkeiten für England dadurch entstünden, daß die Kriegführung stets in Uebereinstimmung mit den Bundes⸗ enossen bleiben und zuweilen auch den Auffassungen be⸗ freundeter neutraler Länder Rechnung tragen müsse. Die neue Lage auf dem Balkan mache seiner Meinung nach ein wohldurchdachtes, genau vorgezeichnetes und tat⸗ kräftiges Auftreten der englischen Regierung nötig. Da er sich mit den vom Kabinett beschlofsenen Maßregeln in keiner Hinsicht einverstanden erklären könnte, sei er der Ansicht gewesen, daß sein Ver⸗ bleiben im Kabinett in dieser Zeit, da große Kraft und Festigkeit gebraucht würden, das Kabinett nur hätte schwä⸗ chen können. Die Rekrutierung in England. Amsterdam, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Wie dem „Nieuwe Courant“ aus London gemeldet wird, sind in der City heute gemäß dem Regierungsplan Lord Derbys die unverheirateten Männer aufgerufen wor⸗ den. Sie können erst vierzehn Tage, nachdem sie den Aufruf erhalten haben, zum Militärdienst gepreßt werden. Diejeni⸗ gen, welche in den Listen eingetragen sind, aber noch nicht sofort benötigt werden, erhalten 3 Schilling täglich. Die englischen Berluste an den Dardanellen. London, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der politische Korrespondent der„Daily Mail“ stellt fest, daß die amt⸗ liche Verlustliste des Dardanellenheeres mit 96 899 die Erkrankten nicht enthält. * 50 bee e eee Deutsche Flugzeuge über Belfort und Nancy. * Lyon, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Wie der„Progrés“ 55 aus Belfort meldet, wurde am Sonntag vormittag gegen 9 Uhr 5 die Bevölkerung durch den üblichen Alarm benachrichtigt, daß sich deutsche Flugzeuge Belfort näherten. Obwohl die deutschen Flugzeuge von den Befestigungswerken heftig beschossen wurden, nälerten sie sich sehr schuell und überflogen die Stadt, die sie mit Bomben beleglen. Nach Erfüllung ihrer Aufgabe ent⸗ flohen sie. Neue Flugzeuge kamen. So ging es bis 3 Uhr nach⸗ mittags. Viele Bomben fielen auf die Stadt und in Gärten; eine große Zahl platzte nicht. Ein Mechaniker und ein Soldat wurden getötet, mehrere andere Personen verletzt. Lhon, 21. Olt.(WT. Nichtamtlich) Dem„Nouvelliste de Nancy“ zufolge überflogen am Donnerstag nachmittag z wei Tauben Nancy und warfen Bomben ab, ohne Schaden anzurichten. Am Freitag nachmittag wurde die Mitte der Stadt Nancy von deutschen Flugzeugen mit drei Bomben belegt. Ihr Platzen verursachte lebhafte Erregung unter der Be⸗ völkerung. Man gibt bekannt, daß eine Person verwundet wurde. Diese Luftangriffe waren die Ursache des Vergeltungsangriffes der französischen Flieger gegen Trier. Eine Pariser Skandalaffäre. Lyon, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die hiesigen Blätter berichten, daß in Paris eine neue Skandalaffäre auf⸗ N gedeckt worden ist, die großes Aufsehen macht. Zwei Stabsärzte, ein 45 Hilfsstabsarzt, mehrere Sekretäre des Rekruti,erungsbureaus, zwei N Zivilärzte, wovon einer Vorsitzender des Bezirksrates von Sceaux 5 ist, sind verhaftet worden. Die beiden Zivilärzte ließen auf Grund . ihrer Verbindungen durch Vermittelung der Stabsärzte und der Rekrutierungsbeamten militärpflichtige Personen gegen Bezahlung von 2000 bis 10 000 Franken als militäruntauglich erklären. Die Verhafteten, bisher 18, hatten einflußreiche Beziehungen in po⸗ litischen Kreisen. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Italienische Steuern. Rom, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agenzia Stesaui“. Ein königliches Dekret setzt folgende Steuern für das Kriegsjahr fest: Erstens für keinen — militärischen Dienst Tuende; zweitens auf Einkommen der Verwaltungsratsmitglieder von Aktiengesellschaften oder Kommanditgesellschaften; drittens Umgestaltung der Steuern und Gebühren für Stempel auf Aktien, Quittungen, Wechsel, Schecks, Handels bücher, Ausfertigungen, Hypothekentaxen, Taxen für Bewilligungen für Tragen von Revolvern, Taxen für die von der Regierung erteilten Konzessionen, Taxen auf Kinobilletts; viertens Umgestaltung der Katastergebühren; fünftens Post⸗ und Telegraphentaxen, insbesondere für Tele⸗ jährlich. neuen finanziellen Maßnahmen auf 60 Millionen Lire der Seekrieg. Die Verluste der englischen Handelsflotte. London, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Auf die schriftliche Anfrage eines Parlamentsmitgliedes erklärte Mac Namara, daß bisher 183 englische Handels⸗ schiffe versenkt worden sind, außerdem bis zum 14. Oktober 175 Fischerfahrzeuge. Aus dem Reiche. Zum Hohenzollern⸗Jubilu mm Berlin, 20. Okt. Aus Anlaß des 500jährigen Jubi⸗ läums der Herrschaft der Hohenzollern in der Mark haben Berlins Gemeindebehörden folgendes Tele⸗ gramm an den Kaiser gerichtet: 5 Dem Empfinden Euer Majestät sind wir uns bewußt zu folgen, indem wir ohne städtische Feier nur in treuer Erinnerung und mit tiefem Dankgefühl den Tag begehen, welcher ein halbes Jahrtausend des segensreichen Waltens der Hohenzollernfürsten in der Mark und der Zugehörig⸗ keit Berlins zum Hohenzollernhause vollendet. Unsere Mauern vereinten am 21. Oktober 1415 zu festlichem Ge⸗ präge die Städte und Stände, die gekommen waren, ihrem Markgrafen zu huldigen. Sie schwuren: Herrn Friedrich und seinen Erben getreu, gewärtig und gehorsam sein, ihr Wohl werben, ihren Schaden wenden zu wollen, rückhaltlos und unverbrüchlich. Das haben sie gehalten und werden sie halten. In Wirrnis und Kampf hat das Haus Hohenzollern die Zügel fest ergriffen. Mit ihm stiegen im Laufe von Größe empor, ihren reinen Willen zum Edlen und Guten, zu friedlichem Fleiß und freudigem Fortschritt immer von neuem gegen schwere Anfechtung von außen behauptend. Jetzt bestehen wir mit unserem Kaiser die stärkste Probe auf die Unbeugsamkeit dieses Willens. In so ernster, hehrer Zeit gedenkt Berlin des alten Treugelübdes. Die Reichs⸗ hauptstadt wird entschlossen und besonnen auch ferner auf dem Platze stehen, den ihr die Kriegspflicht zuweist, und immerdar in Liebe zu ihrem Kaiser verharren. Berlin, 21. Okt.(Priv.⸗Tel.) Die„B. 3.“ meldet: Anläßlich des Hohenzollern⸗Tages fanden hier, in den Vororten und den Nachbarstädten in allen Schulen Feiern statt, in welchen patriotische Lieder gesungen und auf die Bedeutung des Tages hingewiesen wurde. Dielöffent⸗ lichen und dienstlichen Gebäude, sowie eine große Anzahl privater Häuser zeigen Flaggenschmuck. Auch die Omni⸗ busse haben Fahnenschmuck angelegt. Im Dom fand ein Festgottesdienst stat..— In Rathenow wurde ein von Kommerzienrat Lehmann der Stadt geschenktes Denk⸗ mal Friedrichs des Großen feierlich enthüllt. München, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die Korrespon⸗ denz Hoffmann teilt mit: Aus Anlaß der Fünfhundertjahrfeier des Hauses Hohenzollern hat der König von Bayern an den Kaiser folgendes Telegramm gerichtet: „Zur Feier des 500 jährigen Bestandes der Hohenzollern⸗ herrschaft in der Mark Brandenburg sende ich Eurer Majestät den Ausdruck treuer Anteilnahme und inniger Wünsche, eingedenk alles dessen, was die Hohenzollern in diesen Jahrhunderten als Markgrafen, Kurfürsten, Könige und Kaiser geleistet haben. Der Wille Eurer Majestät, das übernommene Erbe dauernd— im Frieden— zu wahren und zu entwickeln, ist ander Mißgunst umdrängender Feinde gescheitert. Ich vertraue zu Gott, daß der von den deutschen Fürsten und Stämmen einmütig und entschlossen aufgenommene Kampf unter Eurer Majestät ruhm⸗ reicher Führung zu einem glücklichen Ende gebracht wird, das Deutschland und seinen Bundesgenossen die Entfaltung ihrer rei⸗ chen Kräfte und einen ehrenvollen Frieden verbürgt.“ Ludwig. Der Kaiser antwortete: „Eurer Majestät freundliches Gedenken der 500 jährigen Herr⸗ schaft meines Hauses in der Mark Brandenburg hat mich besonders erfreut. Ich sage Eurer Majestät für die warmen Glückwünsche von ganzem Herzen Dank. So schmerzlich es mir ist, nach einer langen friedlichen Regierung seit mehr denn Jahresfrist die Frei⸗ heit und die Ehre des Vaterlandes gegen seine Feinde ringsum mit den Waffen verteidigen zu müssen, so zuversichtlich vertraue ich mit Eurer Majestät und allen deutschen Fürsten und Stäm⸗ men, daß Gott der Herr sich auch ferner zu unserer gerechten Sache bekennen und uns und unseren treuen Verbündeten einen siegreichen Ausgang der freventlich vom Zaune gebrochenen Fehde sch en ie Bundesratsbeschlüsse. Berlin, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) In der heu⸗ tigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme: Der Entwurf einer Bekanntmachung über die Abgaben⸗ vergütung; der Entwurf einer Bekanntmachung betreffend Aenderung der Bekanntmachung vom 8. Juli 1915 über die Höchstpreise für Petroleum; der Entwurf einer Bekanntmachung betreffend Aenderung der Verordnung über den Verkehr mit Hülsenfrüchten; der Entwurf einer Bekanntmachung betreffend die un der Ver⸗ ordnung über den Verkehr mit Gerste aus dem Erntejahr 1915; der Entwurf einer Bekanntmachung zur Erweiterung der Bekanntmachung über Vorratserhebungen vom 2. Februar 1915; der Entwurf einer Bekanntmachung betref⸗ fend die Veräußerung von Hauffahrteischiffen an Nichtreichsangehörige; der Entwurf einer Bekanntmachung betreffend die Fristen des Wechselscheckrechts für Elsaß⸗Lothringen usw.; der Entwurf einer Bekanntmachung betreffend die Geltendmachung von Ansprüchen von Per⸗ sonen, die im Ausland ihren Wohnsitz haben. Die Säuglingsfürsorge. Braunschweig, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die hie⸗ sigen Abendblätter melden: Herzogin Viktoria Luise hat die An⸗ regung zu einem für die Entwicklung des deutschen Säuglings⸗ und Kleinkinderschutzes hochbedeutsamen Unternehmen gegeben, das am Geburtstage der Kaiserin, der unermüdlichen Schutzherrin von Deutschlands Kinderwelt ins Leben gerufen wird. Die Her⸗ zogin hat sich gleichzeitig durch Uebernahme der Schutzherrschaft an die Spitze der bisher im Deutschen Reiche vorhandenen Be⸗ strebungen gestellt. Die Einrichtungen zum Schutze der Säug⸗ linge und kleinen Kinder müsse weiter ausgebaut werden. In den Bundesstaaten und den preußischen Provinzen, in denen ent⸗ sprechende Einrichtungen noch nicht bestehen, müssen solche ge⸗ schaffen werden. Zur Ausführung dieser für das deutsche Volk eine nationale Notwendigkeit bedeutenden Bestrebungen bedarf es großer Mittel. Wenn auch die heutige Zeit an die Opferwillig⸗ keit des Einzelnen die weitestgehenden Anforderungen stellt, so ist kein Zweifel, daß das deutsche Volk in dieser Zeit auch für seinen Nachwuchs zu sorgen gewillt ist. Ueber die Einzelheiten der Organisation von Deutschlands Spende für Säuglings- und Kleinkinderschutz werden in der nächsten Zeit weitere Mittei⸗ lungen gemacht werden. Berlin und der Nahrungsmittelverkehr. Berlin, 22. Okt. In der gestrigen tape gung Ausdruck gegeben, daß wir in Deutschland, wenn nung aus, daß die fetzt zu ergreifenden Maßnahmen mit der sünf Jahrhunderten Brandenburg, Preußen, das Reich zur netenversammlung wurde einstimmig der Ueberzeu⸗ 5 phonabonnements und ostlagernde Sendungen im Innern des Königreichs. Die Blätter schätzen das Ergebnis der auch auf einigen Gebieten Knappheit besteht, an Nah⸗ rungsmitteln keinen wirklichen Mangel haben, daß aber Lebensmittelinteressenten den Krieg nach wie vor als Konjunktur ausnutzen. Einstimmig wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die 1 dem frevelhaften Spiel ein Ende machen und auch der städti⸗ schen Bevölkerung, die in reichem Maße alle Opfer des Krieges mitträgt, zu ihrem Recht verhelfen wird. Ober⸗ bürgermeister Dr. Wermuth legte die umfangreiche Tätigkeit. dar, welche die städtische Verwaltung bei der Lebensmittelversorgung ausgeübt hat. Er sprach die Hoff⸗ größten Beschleunigung und Energie ergehen und daß sie das ganze Reich ergreifen, sonft könnte eine sehr schädliche Isolierung des Berliner Wirtschaftslebens ein⸗ treten. Die letztere Gefahr könnte noch gesteigert werden, wenn einzelne Gegenden versuchten, sich durch Ausfuhr⸗ verbote ihrer Ueberschüsse an Milch und Butter zu sichern und den 6 namentlich nach Berlin zu verhindern. Die Berliner Abmelkwirtschaften erzeugten täglich 100 000 Liter Milch, und es sei für die Versorgung von Kinder⸗ und Säuglingsmilch von der allergrößten Bedeutung, die ge⸗ nügende Menge Futtermittel zu erhalten. Die Reichs⸗ getreidestelle soll im ganzen 200 000 Tonnen Roggenschrot verteilen. Wir mit unserer Bevölkerung von zwei Millionen Menschen haben davon 120 Tonnen erhalten(lebhaftes Hört! Hört!) Daß wir uns dabei nicht beruhigen können, ist klar. Seit Beginn des Krieges hat sich die Gesamtausgabe für Lebensmittel seitens der städtischen Verwaltung auf min⸗ destens 60 Millionen Mark belaufen. Pflicht für alle sei, in der Bevölkerung das Bewußtsein wach zu halten, daß die Nahrungsmittelversorgung nach den Grundsätzen 1 Gleichmäßigkeit und Gerechtigkeit vor sich gehe. Am Schluß der Sitzung wurde die Vorlage des Magistrats, Mil ch⸗ karten für Kinder und Kranke einzuführen, ohne Erörte⸗ rung angenommen. 0 f 1 Berlin, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Nach den Abendblättern beschäftigt man sich an den zuständigen Stel⸗ len mit Maßnahmen zur Regelung der Fleischversor⸗ gung. Bei der geplanten Preisregelung für Schweine⸗ fleisch sei noch unentschieden, ob die Höchstpreise für Lebendgewicht oder für Fleisch im Groß- und Kleinhandel festgesetzt werden. Für die Stre 1 0 der Fettvor⸗ räte erwäge man die Einführung von fleischlosen Tagen in Gastwirtschaften, Einführung von Tagen, an denen nur gekochtes Fleisch abgegeben werden darf und die Einführung von Bestimmungen, wonach neben Wild und Geflügel höch⸗ stens zwei bis drei Fleischspeisen auf der Speisekarte geführt werden dürfen. 8 Berlin, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die Preise für Brennspiritus in leihweisen Literflaschen betragen nach neuer Festsetzung der Spirituszentrale im ganzen Reich 45 Pfg. für den Liter 95prozentige und 42 fg. für den Liter 90prozentige Ware, worin eine Ermäßigung von 15 Pfg. für den Liter liegt. Eine höhere Preisforderung ist nur insoweit zulässig, als sie auf einem vorangegangenen. teueren Einkauf beruht und auch in diesem Falle nicht über den 10. November hinaus. Sollten zu späterer Zeit höhere als die vorstehenden Preise im Kleinhandel gefordert wer⸗ den, so erscheint es nicht ausgeschlossen, daß die Regierung gesetzliche Höchstpreise festsetzen wird. 5 Heer und Flotte. Berlin, 21. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Dem General der Infanterie v. Steuben, Führer eines Reservekorps, wurde der Orden„Pour le mérite“ verliehen. 5 Aus Stadt und Land. Gießen, 22. Oktober 1915. l Der Butterhöchstpreis. Die gestern bereits kurz angekündigte Maßnahme der Festsetzung eines Butter⸗ höchstpreises für den Kreis Gießen und die Stadt ist nunmehr — siehe auch die betreffenden Bekanntmachungen— zur Tat⸗ sache geworden. Kreisamt und Oberbürgermeister setzen für Kreis und Stadt einen einheitlichen Preis von 2,40 Mark für Süßrahm- und von 2,10 Mark für Landbutter im Kleinverkauf fest. Ausländische Butter darf in Gießen unter bestimmten Bedingungen zu höheren Preisen verkauft werden. Eine irgendwie ins Gewicht fallende Zufuhr aus⸗ ländischer Butter dürfte allerdings kaum zu erwarten sein, da bekanntlich die Preistreibereien in Holland und Nor⸗ wegen wahrhaft phantastische Formen angenommen haben. Die ausländischen Firmen liefern durchweg nur dann, wenn ihnen beim Einkauf freie Hand gelassen, d. h. kein Preis vorgeschrieben wird. Die Nachricht von einem einheit⸗ lichen Butter-Großhandelspreis von 2,40 Mark für, das ganze Reich, die schon dur einzelne Blätter ging, ift zum mindesten verfrüht. Zur Sicher⸗ heit hat aber u. a. schon der Frankfurter Magi⸗ strat, der vorgestern die gleichen Höchstpreise wie Gießen festsetzte, entschieden Einspruch gegen hun bestehende ähn⸗ widerhandlung gegen die A eee rden. Sie den Nickelstücken, einer edlen e und an der ie sinnung. Darum wäre der Wunsch zu verstehn, daß der gestrige Abend in einen größeren Rahmen gefaßt werden müßte; doch der Schwierigkeiten, die sich in dieser Beziehung einer älteren Dame entgegenstellen, mögen zu viele sein. Was die Vortragende gab, war kurz gesagt, das Bild davon, wie sich das Erleben des „ Weltgeschehens in einem warmen und verstehen⸗ Herzen spiegelt, dessen Aufschwung Gedanken und Lasten persönlicher Art die Schwingen nicht lähmen. Die vulkanische Be⸗ geisterung der Mobilmachungstage, die hellseherisch in der Zukunft alles Heil erwartende Zuversicht, der felsenharte Wille, das gläu⸗ bige Vertrauen, die prachtvolle Gewalt der heroischen Geste eines großen. Volkes— diese hinreißenden Gesamterscheinungen kamen ebenso in den Worten der Rednerin zu ihrem wahren Ausdruck wie das Erleben des Einzelwesens, das von der Liebe zum Vater⸗ land geadelte Verzichtleisten auf die Liebe zu Sohn und Gatten, die Opferwilligkeit, der heilige Todesmut, das Verständnis selbst der Kleinsten, um was es geht, die gehaltene Klage um die Toten, die Bewunderung des Heldentums. Selbst der Humor fehlte nicht. 5 manchen eine Arznei, eine Stunde der Einkehr und Selbstbe⸗ Für all das hatte die Vortragende die reiche Quelle der Dicht-“ kunst zur Hand: In einer mit liebevollem Verständnis zusammen⸗ gestellten Blütenlese fanden all diese Empfindungen ihren köst⸗ lichen Beleg. Ueber Geibel und Kleist führte der Weg zu dem Reichtum unserer Kriegslyrik, und angesichts der gebotenen Aus⸗ wahl kam das Empfinden, daß gar manches davon unserer Zeit doch kongenial ist, so zünftig das gern und oft bestritten wird. Die durchaus persönliche Eigenart des Vortrags, die unbedingte Echtheit der Ueberzeugung und die Feinheit des Empfindens, mit der die mannigfachen Gaben gereicht wurden, schufen, den Abend 17 0 als Ganzes betrachtet, eine rechte, patriotische Weihe⸗ unde. Konzert⸗Verein. Wilhelm Backhaus, unser berühmter Künstler und Mitbürger in feldgrauem Ehrengewande, eröffnet am Sonntag, den 24. Oktober die Reihe dies winterlicher musikalischer Neranstalhungen mit seinem selbstentworfenen Programme. Es umfaßt im wesent⸗ lichen Kompositionen der Großmeister des Klaviers: Beet⸗ hoven, Mendelssohn, Schubert, Weber, Cho⸗ pin, Ernstes und Liebliches, Schwieriges und Einfaches in reicher Abwechslung. Besonders hervorgehoben sei das me⸗ lodisch so hübsche Beethovensche G⸗Dur⸗Rondo aus Op. 51(1801, in der Zeit der ersten Sinfonie geschrieben), seine herrliche, unter dem Namen„Mondscheinsonate“ jedem Musikfreund vertraute Cis⸗Moll-Sonate, sowie die große, leidenschaftlich düstere(1839 komponierte) B⸗Moll⸗ Sonate von Chopin, Op. 35, mit dem bekannten Trauermarsch. Erfreulich für viele Musikfreunde wird es sein, daß Backhaus die Klavierwerke Mendelssohns wieder zu Ehren bringt, nachdem sie in den letzten Jahren mit Unrecht von den Programmen verdrängt worden sind, so z. B. das originelle Rondo capricio, Op. 14. Eine inter⸗ essante Nummer bildet auch die selten gespielte Barcarole in Fis⸗Dur, Op. 60, von Chopin. Damit auch der Virtugs zu seinem Rechte komme, wird der Künstler das von Brahms für die linke Hand bearbeitete Webersche„Per- petuum mobile“ spielen. Alles in allem ein vielseitiges Programm, ein Abriß guter, klassischer, dabei leicht ver⸗ ständlicher Klavierliteratur, die jedem etwas gern Gehörtes bringt. Backhaus' künstlerischer Ruf ist überall anerkannt und in Gießen so bekannt, daß darüber nicht gesprochen zu werden braucht. Erst kürzlich hat er sich bei ausverkauften Häusern in Frankfurt, Karlsruhe und Mainz neue Lorbeeren errungen und wie die Frankfurter Kritik sagt, „aufs neue die eminente Höhe erwiesen, zu welcher seine Fertigkeiten emporgediehen sind, Fertigkeiten, die ihm gottlob nicht etwa als Selbstzweck dienen, sondern als Mittel, ein nicht minder hohes künstlerisches Empfinden zu betätigen“. ** Gemeindesteuer⸗Rückstände. Unter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen befindet sich auch die Mahnung des 3. Zieles Gemeindesteuern und Kanal⸗ gebühren. Die Zahlung kann noch bis einschließlich 13. No⸗ vember bei der Stadtkasse ohne Kosten erfolgen. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die Pfändungskosten erhoben werden. „Sen en her diener und Hospitalverwalter Heinrich Hebe Johannette geb. Schmitt. Landkreis Gießen.. „ Klein⸗Linden, 21. Okt. Heute wurde einem jugend⸗ lichen Arbeiter aus Gießen, am Bau der Umgehungsbahn durch Ueberfahren das eine Bein zweimal gebrochen. Hungen, 20. Okt. Otto Winn im Dragoner-Regiment Nr. 23 starb infolge einer Verwundung im Feldlazarett. Mit ihm hat der Krieg das 9. Opfer aus unserer Stadt gefordert. Kreis Büdingen. . Büdingen, 21. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt der Sergeant Becker, die Hessische Tapferkeitsmedaille Leutnant Schwarz im Infanterie⸗Regiment 111.— Den Heldentod starb der Wehrmann Berchter im Infanterie-Regiment 116. . Düdelsheim, 21. Okt. Auf dem Felde der Ehre fiel der Wehrmann Stern im Landwehr⸗Infanterie⸗-Regi⸗ ment 116. Kreis Alsfeld. — Alsfeld, 21. Okt. Am Mittwoch wurde das neuerbaute Empfangsgebäude des Bahnhofes dem Betriebe über- geben. i Kreis Schotten. R. Bobenhausen, 21. Okt. Die Familie des hlesigen Polizeidieners ist hart durch den Krieg mitgenommen worden. Der zweite Sohn starb im Mai d. Is. den Tod fürs Vaterland. Gestern wurde den Eltern der Tod des ältesten Sohnes mitgeteilt. Der dritte liegt verwundet in Gießen in einem Lazarett. „ Ruppertsburg, 21. Okt. Die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille erhielten der Wehrmann Diehl, Wehrmann Horst, Dragoner Müller, der Gefreite Lein und Musketier Marx, sämtlich von hier. . Einartshausen, 21. Okt. Den Heldentod fürs Vater⸗ land starb in dem heißen Kampfe Ende vorigen Monats im Westen der Landwehrmann Bünzel. Kreis Friedberg. . Södel, 21. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt der Reservist Hinkel. Ii Nieder⸗Wöllstadt, 21. Okt. Die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille erhielt der Unteroffizier Ambron. Stärkenburg und Rheinhessen. rb. Darmstadt, 21. Okt. Der langjährige Direktor der Großh. Geologischen Landesanstalt, Geh. Oberbergrat Prof. Dr. Richard Lepsius, ist gestern hier, wie schon kurz gemeldet, verstorben. Als Sohn des berühmten Aegyptologen und Sprachforschers Richard Lepsius in Ber⸗ lin geboren, hat der Verewigte ein Alter von 64 Jahren erreicht. Schon bald nach Vollendung seiner akademischen Studien in Berlin, Göttingen, Straßburg und Genf wurde er im Jahre 1876 zum ordentlichen Prosessor für Minera⸗ logie und Geologie an die Darmstädter Technische Hoch— schule berusen, dessen Lehrkörper er auch bis zu seinem Tode treugeblieben ist. Neben seiner Stellung als Leiter der Geologischen Landesanstalt war er auch Inspektor der entsprechenden Abteilungen am Großh. Landesmuseum. Er galt nicht nur als einer der eifrigsten und beredtesten Hochschullehrer, der seine Hörer mit Begeisterung fort⸗ zureißen wußte, sondern war vor allem hoch geschätzt wegen seiner zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten zur Boden⸗ erforschung unseres Großherzogtums. Na⸗ ochzeit feiern heute F au mentlich seine umfangreichen Arbeiten über das„Mainzer Becken“ und„Der Rheinstrom und seine Ueberschwemmun⸗ gen“, die„Geologie von Deutschland“ u. a. m. haben ihm eine hervorragende Stellung in der Gelehrtenwelt gesichert. Hessen⸗Nassau. l J Marburg, 21. Okt. Der hier eingerichtete amtliche Preisüberwachungsausschuß hat den Preis von 5,50 Mark für den Zentner Kartoffeln einschließlich der Lieferung in den Keller als einen den örtlichen Verhältnissen angemessenen be⸗ zeichnet. Um die Fischkost immer mehr einzubürgern, haben auf Betreiben der Stadt eine Anzahl Kaufleute einen Fischein⸗ kaufs⸗Verband ins Leben gerufen, der die Fische gemeinsam ein⸗ kauft und zu von ihm und der Stadt festgesetzten Preisen verkauft. Um die Butterpreise, die auf den letzten Märkten bis auf 2,30 Mk. stiegen, wieder in normale Bahnen zu lenken, mahnt der Preisüberwachungsausschuß besonders die bessergestellten Kreise, den Verbrauch einzuschrünken. Auch bei Milch dürfte diese Mah⸗ nung am Platze sein. Auch der Petroleumverkauf soll demnächst, wie es im Nachbarkreise Kirchhain bereits geschehen, durch eine Verordnung geregelt werden. Es ist die Ausgabe von Karten vorgesehen, die zur Entnahme von Petroleum bei den Kaufleuten berechtigen. Ob eine Herabsetzung des Brotprei ses, der sich, wie der Konsumentenausschuß in einer Eingabe sagt, im Kreis Kirchhain um 6 Pfg. niedriger stellt, einführen läßt, bleibt abzuwarten. 3 — Frankfurt a. M., 21. Okt. Nach mehr als einjährigem Warten erhielt Frankfurt heute, am Hohenzollern-Gedenktage, nun auch seine eroberten Geschütz e. Die Siegestrophäen fanden am Bismarck-Denkmal Ausstellung. 5 b 5 ul. Weilburg, 21. Okt. Der Höchstpreis f A Butter ist im Oberlahnkreis auf 2,40 Mk. für Süßrahm⸗ butter und 1,80 Mk. für Landbutter festgesetzt worden. Gleich⸗ zeitig ist die Ausfuhr von Butter aus dem Kreis ohne Ge⸗ nehmigung des Landratsamtes verboten worden. Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 23. Oktober 1915: Wolkig bis heiter, Morgennebel, sonst trocken, nachts kälter. ———— Letzte Nachrichten. Die Truppenlandungen in Saloniki inhibiert? Konstantinopel, 22. Okt. Nach den jüngsten zuver⸗ lässigen Meldungen scheinen die Verbündeten von einer weiteren Landung von Truppen in Saloniki Abstand zu nehmen, da ihre Hoffnungen, durch die Landung Griechen⸗ land und Rumänien zu einer Aenderung ihrer Haltung zu ver⸗ anlassen, unerfüllt geblieben sind und das Schicksal Aegyptens England sehr beunruhige. Auch die Teilnahme Italiens an dem Balkanunternehmen der Entente wird für unwahrscheinlich gehal⸗ ten, da es Italien wegen der unermüdlichen, überaus erfolg⸗ reichen Tätigkeit der deutschen Unterseeboote und der Unwegsamkeit der Straßen in Albanien weder zu Lande noch zu Wasser möglich ist, Truppen heranzubringen. Die al⸗ banesischen Banden sollen an mehreren Punkten die ser⸗ bische Grenze überschritten haben. Die Meldungen von einem angeblichen Verzicht auf die Fort- setzung, der Operationen an den Dardanellen werden hier zweifelnd aufgenommen. Der Feind hat sich in der letzten Zeit allerdings fast ausschließlich auf das ganz sinnlose Bewerfen des Geländes von Tscharak Kale mit Fliegerbomben und die gelegentliche Beschießung mit, Monitoren beschränkt. Die großen Kriegsschiffe haben schon längst ihre Tätigkeit eingestellt. Das Dardanellenunternehmen der Entente vollständig aufgegeben? a Wien, 22. Okt. Wie sich die„Zeit“ aus Lugano drahten läßt, sei das Dardanellenunternehmen nunmehr endgültig aufgegeben worden. Alte Kunden, erhalten Waxen und Möbel ohne Anzahlg. 16.50 22.50 0 deren Konto beglichen, Burschen-Mäntel 16.50 18.50 22.50 2 Männer-Capes 7.75 9.50 11.50 Herren-Mäntel Anzüge, große Auswahl mit 5.00, 10.00, 15.00 Mk. Anz. In großer Auswahl: Warme Unterwäsche. J. 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Kauß, eingeschriebene Grundstück: Flur I Nr. 380 112 ꝗm Hof⸗ reite, Brandgasse 5, zwangsweise versteigert werden.. Die amtsgerichtliche Ver⸗ fügung ist im Ortsgerichts⸗ zimmer öffentlich ausgehängt Gießen, den 19. August 1915. 1 Ortsgericht. imon. Vorschule des Paedagogiums. Anmeldungen von Kindern, die Ostern 1916 schulpflichtig werden, werden vom 23. Oktober bis 1. November täglich zwischen 3 und 4 Uhr ent⸗ gegengenommen. Der Geburtsschein ist mitzu⸗ bringen.— Die Kinder können nach dreijährigem Besuche der Vorschule in die Sexta öffentlicher, höherer Schulen eintreten. Schulgeld 140.— M. jährlich. Ludwigstr. 70, Fernruf 633. 8303 D Brackemann, Direktor. Bekanntmachung. Betr.: Verbot der Verwendung von Metalldraht⸗ lampen unter 10 Kerzen. Die Großh. Provinzial-Direktion Oberhessen, Gießen, hat unter dem 19. April d. Is. eine Be⸗ kanntmachung bezügl. des Verbotes der Verwendung von Metallfaden⸗ oder Metalldrahtlampen unter 10 Normalkerzen(also unter 10 Watt Stromver⸗ brauch) erlassen, welche allen unseren Stromab⸗ nehmern durch unsere Zählerableser zugestellt worden ist. Der größte Teil unserer Stromabnehmer hat dieser Anordnung Folge geleistet. Da aber noch solche Lampen(Serienlampen an Beleuchtungskörpern, von denen mehrere gleich⸗ zeitig brennen, fallen nicht unter dieses Verbot) in Benutzung geblieben sind, machen wir darauf aufmerksam, daß wir alle Anlagen, in welchen solche verbotenen Lampen festgestellt werden, ab— schalten lassen. Die Wiedereinschaltung bedingt die Zahlung der in den Stromlieferungsbedingungen für das Wiedereinschalten des Zählers bezw. der Anlage vorgesehenen Gebühr von 5 Mark. Wird in einer schon einmal wegen Benutzung verbotener Lampen abgeschaltenen Anlage neuer⸗ dings die Verwendung solcher Lampen festgestellt, so erfolgt dauernder Ansschluß von der Strom⸗ lieferung. 831⁵ D riedberg, den 22. Oktober 1915. F 5 Elektr. Ueberland⸗Aulage der Provinz Oberhessen Die Bau⸗ und Betriebsleitung: v. Stadler. ———r.rr.—..—— Antliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Mahnung des 3. Zieles Gemeindesteuern und Kanalgebühren für das Rechnungsjahr 1915. Das im Monat September ds. Js. fällig gewesene 3. Ziel Gemeindesteuer und Kanalgebühren kann noch bis zum 13. November ds. Is. einschließlich ohne Kosten be⸗ zahlt werden. Diejenigen, die mit der Zahlung dieses Zieles noch im Rückstande sind, werden hiermit gemahnt, die Abgabe bis zum 13. November an die Stadtkasse zu entrichten. Vom 15. November an gelangt das 3. Ziel zur Beitreibung, wodurch Pfändungskosten entstehen. Ueberweisungen im Bankverkehr müssen am 13. November ds. Js. ebenfalls bei der Stadtkasse gutgeschrieben sein, andernfalls die vor⸗ geschriebenen Beitreibungskosten erhoben werden.(8306 ee 5 N 105 JVC Butter⸗Höchstpreise. GlESSENER KONZERT. VEREIN Gießener Eisverein e. V. Auf Grund des Gesetzes, betreffend Höchstpreise vom 4. August Sonntag, den 24. Oktober 19015 Einladung zur 1014, in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember FCC 1 1914/1. Januar 1915, in Verbindung mit der Bundesratsverord⸗ 9 J nung über die Errichtung von Preisprüfungsstellen und die Ver⸗ KLAVIER-ABEND ordentl.; auptver ammlung sorgungsregelung vom 25. September 1915 wird folgendes angeordnet: Im Kleinvertauf darf im Gebiet der Stadt Gießen für ein Pfund Süßrahmbutter(Tafelbutter, Molkereibutter) kein höherer LM BACKHAU Preis als 2,40 Mk., für ein Pfund Landbutter kein höherer Preis als 2,10 Mk. gefordert und gezahlt werden. a. 8 Ausläudische Butter darf bei Abgabe im Kleinverkauf zu Beethoven op. 51 Nr. 2 in G-dur— Sonata op. 27 Tagesordnung: 1. Rechnungsablage. Mittwoch, 27. Oktober lfd. Is., abends 8½ Uhr im Kaiserhof, II. Stock. höherem Preise verkauft werden von denjenigen Händlern, welche] Nr. 2 in Cis-moll(Mondscheinsonate) Mendels- 2. Vorstandswahl. hierzu meine Genehmigung erhalten und sich den von mir fest⸗[ Sohn, Frühlingslied, Spinnerlied, Rondo caprio- 23. Statutenänderung. ee Verkaufsbedingungen unterwerfen. Die festgesetzten Be⸗ 15 op. 2555 e 7 35 190 1 9 05 4. Verschiedenes. ingungen sind in dem Verkaufsraum sichtbar auszuhängen; der Trauermarsch), Barcarolle Op. In Is-dur, 5 j 7177 55 Aushang 58 mit meinem Diensisiegel 5 55 8 Präludium u. Etude aus op. 10 Nr. 1. Weber- Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird Diese Vestimmungen treten am 23. Oktober 1915 in Kraft. Brahms, Perpetuum mobile. Schubert-Lisat, ersucht. 10D Der Borstand. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen Marsch in C.-dur.— werden nach 8 6 des eingangs erwähnten Höchstpreisgesetzes und Konzertflügel: Steinway& Sons, Hamburg- New Tork. Sämtliche 6120 §S 5 Abs. 1 Satz 2 und 8 17 der gleichfalls oben erwähnten Bundes- Vertreter: Hofnlanofortelager von Wilh. Hndolph, Seltersweg.. 89 5 ratsverordn 25. S 5 bestraft. 6 i 5: 1. Platz M. 3.—, 2. Platz M. 2.—, 3. Plat hy- „ Bundesratsverordnung zur ernballang unzavertäsger Eintrittskarten ple eee Nähr- u. Kräftigungsmittel auf die Bundesratsverordnung zur Fernhaltung unzuverlässiger F 5 1 1175 112 2 2 N Studentenkarfen M. 1.—(für den 2. Platz gültig), für Personen vom Handel vom 23. September 1915 verwiesen. an 0 een lden ane kur Kinder, Kranke und denesende i 2 ö. 5 stehen, 30 Pfg., sind in der Musikalienhandlung von 2 Gießen, den 21. er Frust Challier, Tel 67, und abends an der Kasse zuhaben. Kreuz- Drogerie August Moll Der 0 f 3 J Bahnhofstr. 11— Fernspr. 2082 Keller. 8305 B Der Ueberschuss kommt Kriegs wohlfahrtszwecken zugute. r Für die uns aus Anlaß unserer silbernen Hochzeit in so reichem Maße entgegengebrachten Warme Aufmerksamkeiten sagen wir auf diesem Wege unsern 5 5 verbindlichsten Dank. Gießen, 20. Oktober 1915. 05750 Wollene Unterwesten Gust. Sack und Frau, geb. Plank. 5 Socken 5 Strümpfe Unterjacken* 4 Wasserdichte Westen mit u. ohne Futter Hemden 8 Eiköre Normal-Hemden,-Hosen, Jacken i getroden auch in Feld basendgen. 5 Kameelhaar-Leibbinden 2.00 bis 2.75 Unterhosen 8 i tameelhaar-Lungenschültzer. 50 Mediz.-Drogerie z. Kreuzplatz Otto Winterhoff: Kreuzplatz 9 in allen Preislagen Handschuhe Kopfschützer, Kniewärmer Schiesshandschuhe, Pulswärmer Gestrickte Handschuhe, Socken Billigste Preise Grögte Auswahl 5 Aulus dehulhe handarbeite große Auswahl und viele neuheiten in gezeichneten und angefangenen Arbeiten onen Stoffe und materialien empfiehlt J. 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