nr. 246 Zweites Blatt . N 5 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.. Die„Siehener Famillenblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Üreisblatt für den Kreis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zwetmal. Gene Was geschieht für die Angehörigen und die Hinterbliebenen unserer tapferen Krieger? was bisher seitens Kinder aller Unteroffiziere und Gemeinen besoldungsvorschrift Vorsorge In letzter Zeit ist in der Oeffentlichleit wiederholt die Frage aufgetaucht, ob bei der längeren Dauer des Krieges und der wachsenden Zahl der Kriegsteilnehmer auch in ent⸗ sprechender Weise für deren Familien und Hinterbliebenen gesorgt wird. Es verlohnt daher, sich einmal klar zu machen, s des Staates in dieser Beziehung ge⸗ schehen ist. Nach reichsgesetzlicher Vorschrift werden die Frauen und der Reserve, Landwehr und des Landsturms, die anläßlich der Mobil⸗ machung in den Dienst getreten sind, im Falle der Bedürf⸗ tigkeit unterstützt. Diese Unterstützungen sind im Laufe des Krieges auch auf die Familien der Mannschaften des aktiven Dienstes ausgedehnt worden, wenn gleich für diese in ge⸗ wissem Maße bereits durch die Bestimmungen der Kriegs⸗ getroffen war. Auch wurden die unehelichen Kinder den ehelichen Kindern unter be⸗ stimmten Voraussetzungen gleichgestellt und selbst die berück⸗ sichtigt, die erst nach dem Tode der in den Heeresdienst ein⸗ getretenen unehelichen Väter geboren werden. Noch in an⸗ derer Weise erfuhr der im Gesetz vom 28. Februar 1888 und 4. August 1914 aufgeführte Personenkreis eine Erwei⸗ terung. Die schuldlos geschiedene Ehefrau, erwerbsunfähige Eltern und Großeltern, diese auch dann, wenn der einzige Ernährer seiner aktiven Dienstpflicht genügt, Stiefeltern, Stiefgeschwister und Stiefkinder können jetzt gleichfalls Un⸗ terstützungen erhalten. Jeder Familie eines Kriegsteilnehmers soll nach der Absicht der Regierung das zur Befriedigung der notwendigen Lebensbedürfnisse Erforderliche gewährt werden. In Ministerialerlassen ist deshalb wiederholt dar⸗ auf hingewiesen worden, daß bei Prüfung der Bedürftig⸗ keitsfrage jede Engherzigleit zu vermeiden sei. Die in dem Reichsgesetz aufgestellten Unterstützungssätze stellen sich nur als Mindestbeträge dar, durch die die Lieferungsverbände weiterer Verpflichtungen nicht enthoben werden. Durch die von den Kreisen und Städten darüber hinaus gewährten Zuschußunterstützungen ist die Reichsunterstützung tatsäch⸗ lich vielfach verdoppelt worden, so daß die Familien von ernsterer Not unbedingt bewahrt sind. Soweit sich bei der praktischen Durchführung des Familienunterstützungsgesetzes Mißstände ergeben, sind die den betreffenden Stellen über⸗ * geordneten Behörden bemüht, etwaige Härten im einzel⸗ nen Falle auszugleichen. In Preußen ist für die 1 9 dung derartiger Beschwerden in letzter Instanz nicht das Kriegsministerium, sondern allein das Ministerium des In⸗ nern e 1 0 5 5 tut seß ie auf Grund des Familienunterstützung, es in der geschilderten Weise versorgten Frauen der Nees teil nehmer erhalten, wenn sie während Krieges niederkom⸗ 25 Apr 915 Wochenhilse Bet den 23. April 19 3 i einen Betrag zu Kosten der Entbindung und ein Wochengeld Kehrt der Kriegsteilnehmer nicht zu seiner Familie zu⸗ rück, so waren bisher die leichsgesehlschen Unterstützungen 9 solange weiter zu zahlen, bis den Hinterbliebenen ie militärischen Versorgungsgebührnisse gewährt wurden. Der Reichstag hat jedoch eine Aenderung des Familienunter⸗ stützungsgesetzes dahin beschlossen, daß die Familienunter⸗ stützung noch während dreier Monate über den Zeitpunkt 15 5 5 weiter gewährt wird, von dem an die den Hinter⸗ liebenen auf Grund des Militär⸗Hinterbliebenen⸗Gesetzes zu zahkenden Bezüge zuständig sind. Dieses bedeutet für die Kriegshinterbliebenen insofern eine Besserstellung, als in Zukunft eine dreimonatige Doppelzahlung von Familien⸗ Anterstützung und Hinterbliebenenversorgung stattfindet. Die Höhe der Militär⸗Hinterbliebenenversorgung aug von dem militärischen Dienstgrad des Verstorbenen ab. Die Witwe eines Gemeinen erhält jährlich im allgemeinen 400 Mark, die eines Unteroffiziers 500 Mark, die eines Feldwebels 600 Mark. Die Waisengelder betragen für das vaterlose Kind ein Fünftel, für das elternlose ein Drittel dieser Witwenversorgung. Die unter gewissen Voraus⸗ setzungen bei größerer Kinderzahl nach dem Militärhinter⸗ bliebenengesetz eintretenden Kürzungen werden im Unter⸗ stützungswege ausgeglichen. Den Eltern eines Kriegsteil⸗ nehmers kann für die Dauer der Bedürftigkeit ein soge⸗ Grund der Bundes vatsverordnung vom fei 165. Jahrgang 77 ral⸗Anzeiger für Oberh zeig essen Dienstag, 10. Oktober 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: 51, Schrift⸗ leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. nanntes Kriegselterngeld bis zur Höhe von 250 Mark ge⸗ zahlt werden, wenn der Verstorbene ihren Lebensunterhalt ganz oder überwiegend bestritten hat. Ueber diese vom Ge⸗ setz geregelte Versorgung hinaus darf jedoch, wenn der im Kriege Gebliebene zwar nicht der Ernährer war, aber zum Lebensunterhalt der Eltern wesentlich beigetragen hat, eine einmalige Unterstützung gewährt werden. Außerdem zahlt die Militärverwaltung unter gewissen Voraussetzungen auch unehelichen Kindern und schuldlos geschiedenen Ehefrauen Unterstützungen. Stiefkinder, Adoptivkinder und Pflege⸗ kinder bleiben gleichfalls nicht unberücksichtigt, wenn der Verstorbene für diese bis zum Eintritt in das Heer oder bis zu seinem Tode wie ein Vater gesorgt hat. Um die Witwen und Waisen in die Lage zu versetzen, sich nach Möglichkeit auf gesunder wirtschaftlicher Grund⸗ lage eine neus selbständige Existenz zu gründen, erfolgen für den Fall eines Bedürfnisses neuerdings auch noch be⸗ sondere Zuwendungen an Hinterbliebene, bei denen das bisherige Arbeitseinkommen des verstorbenen Kriegsteil⸗ nehmers zugrunde gelegt wird. Nähere Auskunft darüber, unter welchen Voraussetzungen solche Zuwendungen gewährt werden können, erteilen ergangener Anweisungen zufolge die Ortsbehörden des Wohnsitzes der Hinterbliebenen sowie die Zahlstellen der Königlichen Regierungen, von denen die Arb ieb ere die Versorgungsgebührnisse erhalten. Soweit die staatlichen Maßnahmen. Wo diese zur Be⸗ seitigung jeder Not nicht ausreichen, bietet sich der privaten Fürsorge ein dankbares Feld der Tätigkeit. Sie wird nötigenfalls durch die Mittel der„Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen“ instand gesetzt, wirksam einzugreifen. Zum Schluß darf noch erwähnt werden— was nicht allgemein bekannt zu sein scheint— daß die Hinterbliebenen neben der Versorgung aus Militärmitteln in zahlreichen Fällen einen gesetzlichen Anspruch auf die Witwen⸗ und Waisenrenten nach der Reichsversicherungsordnung haben. War neben dem Verstorbenen auch die Ehefrau ihrerseits für den Fall des Alters und der Invalidität sowie zugunsten der Hinterbliebenen versichert, so erhält die Witwe außer den Renten auch noch ein einmaliges Witwengeld und bei Vollendung des 15. Lebensjahres der Kinder für diese eine Waisenhaussteuer. Uriegsbriefe aus dem Westen. Von unserm Kriegsberichterstatter. künberechtigter Nachdruck, auch aus zugsweise, verbotrn⸗) Die Nacht eines Munitionsfahrers. Gr. Hauptquartier, 13. Oktober. Von dem Kraftfahrer L. müssen Sie sich seine Erlebnisse in der Nacht des großen englischen Angriffes vom 25.—26. Sep⸗ tember erzählen lassen. Der hat etwas geleistet, was ihm so leicht keiner nachmacht“, sagte mir ein schwäbischer Pionierofftzrer, den ich früher an der Arrasfrönt in einem Pionierpark hatte kennen lernen. Der Kraftfahrer L., sonst ein bekannter Maler, fetzt ein⸗ facher, kriegsfreiwilliger Soldat, ließ sich nicht lange bitten, son⸗ dern berichtete: „Ich war den ganzen Tag unterwegs gewesen, da ich wegen des englischen Angriffs, den wir erwarteten, sehr viel Munitions⸗ trans porte hatte. Hundemüde kam ich in mein Quartier und wollte eben schlafen gehen, als der telephonische Befehl kam, sofort 2200 Handgranaten an das Regiment.. in. abzuliefern. Ich fluchte, was natürlich nichts half, zog mich wieder an, beteiligte mich, da jede Hand gebraucht wurde, selbst noch beim Aufladen und fuhr in stockdunkler Nacht ohne Licht los. Die Wege kannte ich ganz genau, da ich sie seit Monaten bei Nacht gefahren bin. Inzwischen hatte aber der englische Angriff begonnen. Die gewohnte Straße konnte ich nicht fahren, weil es da Grgnaten und Schrapnells ein⸗ fach regnete. Ich mußte also einen Umweg machen und eine Straße wählen, die ich weniger gut kannte, um von hinten in das Dorf hineinzukommen. Auch das war ungemütlich genug. Alle Augen⸗ blicke wurde der Wagen von nahen Granateinschlägen beleuchtet, und die Engländer lagen nur noch 400 Meter von der Straße ab, die sie mit Maschinengewehren abkämmten. Als eine Granate dicht über meinen Kühler strich und 1 8 den Acker schlug, hatte ich mein Testament gemacht und dachte: Nur vorwärts. Zurück kommst du ganz sicher nicht lebendig. Ich gelangte aber zu dem Dorfe, in dem ich jedes Haus kannte und fand den Unterstand des einen Bataillonsstabes, bei dem ich 1000 Handgranaten abzu⸗ liefern hatte. Während sie abgeladen wurden, schlug eine Granate unweit des Wagens ein, und ein paar Leute von der Ablademannschaft fielen wie die Fliegen; wie sich dann herausstellte, war keiner tot, „Wissenschastlicher Pazisismus“. Kelime in sorglicher Pflege wieder heranzuzüchten— alle 1 mechanischen Sinne der ich, soweit ich sehe, unter⸗ eiche soziale Funktionen, gleiche Rechte und heit der Fähigkeiten, das hat keinen 1 irgend etwas passiert sein, und nachdem ich noch eine Weile auf aber die meisten ziemlich schwer verwundet. In dem Dorfe, welches 5 der Feind planmäßig in Trümmer schoß, war von dem Krachen dern Granaten und dem Einsturz der Mauern. und Dächer ein Lärm, daß man sich gegenseitig in das Ohr schreien mußte, um sich verständlichh zu machen. Inzwischen wurde regelrechtes Trommelfeuer auf die Ortschaft gelegt. Da schon viele Häuser in Trümmerhaufen ver⸗ wandelt waren, hatten die Kellerunterstände zum Teil geräumt und gewechselt werden müssen. Wo der des zweiten Bataillons war, bei welchem ich die übrigen 1200 anden abliefern sollte, konnte mir niemand sagen. Ich fuhr mit meinem Wagen in Deckung vor ein zweistöckiges Haus, und es gelang mir, mich bis zum Regimentsstab durchzufragen. Ich trat in einen engen Unterstand und hatte einen unvergeßlichen Anblick. Der Oberst saß mit seinem Stabe um einen Tisch auf dem ein Talglichtstumpf brannte und aß in aller Ruhe ein Stück Brot mit Leberwurst, während rings die Erde von den Granakeinschlägen zitterte und bebte.„Ja, die Handgranaten,“ sagte er, das ist ja sehr brav, daß Sie die hierher gebracht haben. Aber ich kann jetzt niemanden zum Abladen. kommandieren.“ Er zog seine Uhr heraus.„Es ist jetzt„412. Um 12 Uhr stürme ich, um die Engländer, die schon in den Rand des Dorfes eingedrungen ind, wieder hinauszuschmeißen.“ In diesem Augenblick trat ein Soldat in den Unterstand und meldete dem Sbperfte„Es liegt ein 1 fremder Lastkraftwagen auf der D rfstraße und sperrt den Durch gang.“—„Was,“ rief ich erschretkt,„mein Wagen liegt auf der Dorfstraße.“—„Nein,“ verbesserte sich der Soldat, er steht, aber ein Haus liegt auf ihm“— Darauf entschied der Oberst, daß ich versuchen solle, mit meiner Explosionskiste so schnell wie möglich aus dem Dorfe zu kommen, um mich zu weiterer Verfügung nach der Brigade zurückzubegeben. Ich kam zu meinem Wagen und ent⸗ deckte, daß der Soldat richtig berichtet hatte. Das zweistöckige Haus war verschwunden, und mein Wagen stand mitten in dem Trüm⸗ merhaufen, mit Balken, Steinbrocken und Dachziegeln bedeckt. Ich mußte meinen Begleitmann suchen, der einen Unterstand entdeckt 9 hatte und mit seiner Hilse den Wagen abräumen. Dann dauerte es 8 noch gute zehn Minuten, ehe wir ihn in dem Trümmerhaufen auf der engen Straße wenden konnten. Glücklicherweise war der Motor nicht verletzt und sprang gleich an. Ich fuhr, wieder auf einem Umweg zur Brigade zurück, auf einer Straße, die nun noch unter viel tollerem Geschoßhagel lag, denn nach dem Stocken ihres An⸗ griffes hatten die Engländer ihr Feuer nach hinten verlegt, um das Herankommen von Verstärkungen zu verhindern. Es ging durch 5 Granattrichter, und einmal sperrte ein von einer Granate gefällter Baum den Weg, aber wir kamen hart am Straßenrand vorbei über seine Aeste Bei der Brigade erwartete mich die Mitteilung, daß nach den nicht angekommenen Handgranaten große Nachfrage 5 gewesen sei. Ich sollte sofort auf demselben Wege Ae e 300 Meter vor dem Dorfe bestmögliche Deckung su hen und durch einen Radfahrer, den man mir mitgab, Fühlung mit dem Bataillon zu gewinnen versuchen. Also noch einmal zurück auf der feuerspeienden 5 Straße, durch Granatlöcher und über geknickte Bäume. 300 1 J I 3 5 1 9 te, vor dem Dorfe stand ein. Posten, der schlecht schimpfte, daß ich mich mit meinen tausend Oandgranaten gerade vor ihm aufstellte. Mir machte es mehr Sorge, daß mein Radfahrer nicht nachgekommen war. Dem mußbe ihn gewartet hatte, entschloß ich mich, selbst in das Dorf zu gehen. Den Unterstand des Feldwebels, wo ich Mannschaften zum Ab⸗ laden bekommen sollte, fand ich zwischen allen den Trümmer⸗ haufen nicht mehr, es blieb mir also nichts übrig, als noch emmal nach dem Regimentsunterstaunde vorzuschleichen. Dort wurde i mit Freude begrüßt. Das sei ein glücklicher Zufall, daß ich einmal komme. Das Telephon war nämlich durchgeschossen worden. „Wissen Sie noch, mein lieber Major, wie 1 damals in fünf Tage ohne Verbindung mit der Division saßen. So schlimm wird es diesmal nicht werden,“ sagte der Oberst zu einem der Offiziere. Dann befahl er mir, bei dem Unterstande des Feldwebels. zu dem er mir einen Mann mitschickte, meine Handgranaten abzu⸗ laden und dann so schnell wie möglich eine Meldung an die Division zu überbringen. Denn inzwischen hatte der Sturm stattgefunden, und die Engländer waren. zurückgemorfen. Ich meldete mich bei dem Feldwerbel, aber der erklärte es für un⸗ möglich, die Handgranaten abladen zu lassen. Die fünf Mann. 3 die er zur Verfügung habe, seien so erschöpft, sie hätten den ganzer Tag so Uebermenschliches geleistet und müßten morgen wieder auf dem Posten sein, daß er sie jetzt unbedingt schlafen lassen müsse. Da war nichts zu machen. Ich fuhr also, abermals mitten durch den tosenden Kessel des Sperrfeuers, zur Division, gab meine Meldung ab und beschloß dann, nach Hause zu fahren und meine Hand⸗ granaten abzuliefern. 5 5 8 3 Unterwegs schon hörte ich eine Ueberraschung. Im Verlaufe des Angriffes hatten die Engländer auch auf unser Dorf das Feuer gelenkt. Ich war neugierig, wie mein Quartier aussehen würde. Ich hatte ein hübsches Dachzimmer, das. freien Stunden als Werkstatt zum Zeichnen und Malen diinte. Ja, wie sah das aus! Das Dach abgedeckt, so daß der Nachthimmel auf meine Studienblätter sah, die zum Glück unversehrt geblieben waren. Ich mußte gleich mit dem Umzug beginnen, wenn ich noch ein Auge voll Schlaf nehmen wollte. Doch dazu kam es nicht. Wäh⸗ rend ich mir noch das Packen überlegte, kam schon die telephonische Anfrage:„Ist der Kraftfahrer L. mit den tausend überschüssigen 7 1 25 5 3 8 Sinn. In den Beziehungen von Volk zu Volk aber wird das wirkliche, innere Unrecht des gleichen äußeren„Rechtes“ aller noch viel schreiender als innerhalb eines Volkes, weil die Verschieden⸗ heiten sehr viel innerlicher, das Bedürfnis und die Voraussetzungen gegenseitigen Verstehens und Achtens sehr viel schwächer sind, der fremde Befehl, die Vergewaltigung durch die nichts verstehende Mehrheit also weit drückender empfunden werden muß. 5 Man wird einwenden: wenn ein Mehrheitsbeschluß freilich für absolute Gerechtigkeit keine Gewähr bietet, das vermeinte Gottesurteil des Krieges bietet sie erst recht nicht.— Aber wenig⸗ stens wird das wahre Kräfteverhältnis dadurch festgestellt. Und gewissermaßen ist es auch„recht“, daß der größeren Kraft der Sieg verbleibt.— Also gilt einfach das Recht des Stärkeren?— Ja und nein. Unleugbar und unabänderlich bestimmt die stärkere Gewalt, was positiv in dieser Welt als„Recht“ gilt. Aber wahrlich ist darum Wissenschaft und Sittlichkeit nicht ohne Einfluß darauf, sondern man darf vertrauen, daß die höhere geistige und sittliche Energie eines Volkes ihm schließlich das Uebergewicht über die rohe Massengewalt geben wird. Das eben ist der verhängnisvolle Fehler des„demokratischen“ Internationalismus, daß er die Macht⸗ verteilung unter den Völkern nach roher Statistik regeln will. Nach solcher„Demokratie“ hätte von Rechts wegen das kleine Volk der Griechen der gewaltigen Macht des Perserreichs erliegen müssen. In solcher, nur noch unvergleichlich schwererer Lage befindet sich heute Deutschland. Also müssen wir den Mut haben— wir haben ihn Gott sei Dank— unser Daseinsrecht behaupten zu wollen, und wäre es gegen die ganze Welt. Woraufhin? Weil wir empfinden, daß, unsere Volksart wahren, nicht bloß unser Recht, sondern unsere heilige Pflicht ist, nicht bloß um unserer selbst, sondern um der Menschheit willen. * Berliner Theaterbrief:„Meine rechte Hand“. Nach den vielen anstrengenden Abenden, die das neue Spieljahr bereits gebracht hat, wirkt das dreiaktige Lustspiel „Meine rechte Hand“ des Norwegers Kristian Elster, das Sonnabend im Berliner Komödienhaus feine Urauf⸗ führung erlebte, wie ein angenehmes laues Bad. Das sehr kurze und äußerst harmlose Stückchen plätschert lustig und anspruchslos dahin. Man freut lich an dem hellen, hei — iteren Szenengefüge, mau! sieht einen sonnigen Villengarten mit Ausblick auf blaues Meer, man steht an einem Wasserfall, über den eine richtige schwankende Liebesbrücke führt, und im letzten Akt vermag man lächelnd, ohne durch Probleme ergriffen oder durch Lachstürme ermattet zi sein, zwei mit einem gewissen Maß von Sicherheit erwarteten und eben darum durchaus sympathischen Verlobungen beizuwohnen. Das Stück spielt in der Familie des großen Unternehmers Wil⸗ borg— so eine Art 5 Alleskönner, gemildert durch Possenkonrik und moralische Anwandlungen. Da gibt es eine Tochter Helene, die mit ihren einundzwanzig Jahren sich naß einem„Erlebnis“ sehnt, vor der Ehe natürlich. Eine zweite Tochter, ein Backfischlein, das in die Schule geht und frühreif von Aspasia und Perikles schwatzt. Einen Ingenieur des Hauses Wil⸗ 55 borg, der tüchtig und treuherzig ist, und einen anderen Ingenieur, 1 der weniger tüchtig, hafter erscheint. Frau Wilborg, die gute alte Bühnendame, die unendlich viel schwatzt, einen whiskyliebenden jungen Dichter, und i endlich das Schreibmaschinenfräulein Pettersen— die„rechte Hand“, die alles leimt, was im Sinne von Autor und Publikum zu befriedigendem Abschluß geleimt werden soll. Lauter gute alte Bekannte, die da herumpoltern, kreuz und quer laufen, sich miß⸗ verstehen und schließlich dennoch am erwarteten rechten Punkte sehen, da Fräulein Pettersen die Zügel in die Hand nimmt. Sie bewahrt Direktor Wilborg vor einem schiefen Geschäft, ier bringt den vortrefflichen Herren zurück und macht aus ihm und Helene ein glückliches Paar. Und damit die Befriedigung all⸗ 85 seitig sei, erhält auch sie selbst einen Mann— den whiskyliebenden 285 Dichter— und eine Gehaltszulage. Das harmlose Lustspielchen fand am Komödienhaus eine recht hübsche Darstellung. deren flottes Spiel nur durch allzulange Pausen beeinträchtigt wurde. Vorzüglich war Rudolf Lettinger als Wilborg, seine beiden Mitarbeiter, von Eugen Burg und Walther Steinbeck le⸗ bendig und humorvoll gespielt, standen ihm gleichwertig zur Seite. Die Helene des Fräulein Agda Nils son anmutig und flüssig im Dialog, nur ein wenig zu schwerblütig für den losen Spielrahmen. Reizend und unterhaltend Eroika Glässner, 1 die als das alles ordnende Fräulein Petterson eine Uberraschende humoristische Begabung zeigte. Das Publikum erwies sich dank⸗ bar für die sorglose Unterhaltung. 5 — ͤ— 2 2 E dafür aber umso geschwätziger und geckenn?n! 2 7 Handgranaten schon zurück?“—„Ja, eben ist er angekommen.“— „Das ist sehr gut, er soll sie sofort nach. an das entgegen⸗ gesetzte des Frontabschnittes— bringen. Sagen sie ihm, es sei ein sehr wichtiger Auftrag!“ Also nochmals los in den Feuerzauber, auf einer langen ge⸗ raden Straße, die parallel mit der englischen Front läuft und dauernd mit Schrapnellen und Infanteriegeschossen bestreut wurde. Aur Dorfeingange großer Sperrfeuervorhang. Glücklich hindurch! In einer Straße wurde ich mit offenen Armen erwartet. Hier war der Eingang des Zugangsgrabens, in welchem sich langsam Ersatzmannschaften hineinschoben, während gleichzeitig die Ver⸗ wundeten herausgebracht wurden. Ein ganz junger Leutnant wankte hervor, fragte mich, ob ich ihn mitnehmen könne und warf sich dann lang auf die Erde. Er konnte nicht mehr stehen, er hatte einen Hüftenschuß. Meine Handgranaten waren schnell abgeladen, ebenso schnell hatte ich 12 Verwundete aufgeladen be⸗ kommen, darunter den Leutnant, die so rasch wie möglich nach dem Regimentsverbandsplatz zu bringen waren. Dort nahm man mir nur einen Teil ab, lud mir andere zu, mit denen ich nach dem nächsten Lazarett mußte. Hier wurde, um für die Eingänge dieser verlustreichen Nacht Platz zu schaffen, abermals umgeladen, und mit 24 Transportfähigen ging es abermals weiter nach dem nächsten Reservelazarett, wo noch Raum war. Dann durfte ich heim. Der Morgen leuchtete mir schon durch das offene Dach, als ich nun an 3 1 Umzug ging und von dem unwohnlich gewordenen, mir ans Herz gewachsenen Quartier in der Tach⸗ stube Abschied nahm. Drei Stunden Schlaf wie ein Toter, dann begann der stramme neue Tag. In der Frühe begegnete mir der Divisionsgeneral. Er hielt mich an und lobte mich, ich hätte meine Sache sehr brav gemacht.„Und Eindrücke haben Sie wohl heute nacht genug gesammelt, Herr Künstler, aus denen sie nach dem Kriege dem deutschen Volke Bilder malen können, damit es sieht, wie der griag wirklich gewesen ist?“ fügte er lächelnd hinzu.„Ja, mir war es genug, das sage ich ehrlich, obwohl ich die Nerven keinen Augenblick verloren habe.“ W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. agua Auf Grund der Verordnung des Stell vertretenden General⸗ kommandos des XVIII. Armeekorps vom 31. Juli 1915, betr. Beschlagnahme, Meldepflicht und Ablieferung von fertigen, ge⸗ brauchten und ungebrauchten Gegenständen aus Kupfer, Messing And Reinnickel, fordere ich die Besitzer der seit 31. Juli ds. Is, nachts 12 Uhr beschlagnahmten Gegenstände auf, diese unter Ver⸗ wendung des vorgeschriebenen Vordrucks in der Zeit vom 17. Ok⸗ tober bis 16. November 1915, unbeschadet bereits ander⸗ weitig erfolgter Meldungen, auf dem Stadthause, Zimmer 7 zu melden. Nach dem 16. Novbr. 1915 wird die Enteignung der nicht freiwillig abgelieferten Gegenstände erfolgen. . Die vorgeschriebenen Meldevordrucke sind im Stadthaus, Zimmer 7, sowie in den Brotmarkenausgabestellen zu erhalten. Letztere sind täglich von 8—9 Uhr vormittags geöffnet. Die beschlagnahmten Gegenstände bleiben bis auf weiteres in den Händen der Besitzer. 5 1 Ablieferungen können nicht mehr erfolgen, da die städtische Metallabnahmestelle geschlossen ist. der Verordnung vom 31. Juli 1915 sowie die Strafbestimmungen bekannt:. 8 2. 1 Von der Verordnung betroffene Gegenstünde. Klasse A. Gegenstände aus Kupfer und Messing: 11 5 505 1 und Wirtschaftsgeräte jeder Art für Küchen und Backstuben, N wie beispielsweise Koch⸗ und Einlegekessel, Marmeladen⸗ und Speiseeiskessel, Töpfe, Fruchtkocher, Pfannen, Back⸗ formen, Lasserollen, Kühler, Schüsseln, Mörser usw.; a Türen an Kachelöfen und Kochmaschinen bezw. erden; gen, Druckkessel, Warmwasserbereiter(Boiler) in Kochma⸗ Aumeldung der beschlagnag Nachstehend gebe ich nochmals die einschlägigen Bestimmungen 38. Badewannen, Warmwasserschiffe, behälter, blasen, ⸗schlan⸗⸗ Märkte. Gießen, 19. Okt. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pid. 2,10—2,20, Hühner eier das Stück 20—22 Pfg., Käse das Stück 7—9 Pfg., Käsematte 1 Stück 3—0 Pfg. Tauben das Paar 1,40—0,00 Mk., Hühner das Stück 2,00—2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,50 2,50 Mk., Ochsen⸗ fleisch das Pfund Mk. 1,20—1,24, Kuhfleisch 100—00 Pfg. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 1,20— 1,24 Mk., Schweine fleisch das Pfund 1,90—0,00 Mk., Kalbfleisch das Pid. 1,20- 1,24 Mt., Hammelfleisch das Pfund 100—116 Pig. Kartoffeln 1 Ztr. 3,50 bis 2,00 Mark, Milch das Liter 26 Pfg.; Aepfel der Zentner 6 bis 8 Mk., bessere 00—00 Pfg. Spinat 2025 Pfg. das Pfund; Wirsing 10—15 Pig. das Stück, Gelberüben 10—12 Pfennig das Pfund, Rotkraut 15—25 Pfennig das Stück, Kohlrabi 6—8 Pfennig das Stück, Weißtraut 15—25 Pfennig das Stück, Birnen 7 bis 15 Pfg, bessere 00—00 Pfennig das Pfund, rote Rüben 7—8 Pfg., römisch Kohl 6—8 Pfennig. Zwiebeln der Zentner 22—00 Mk. Nüsse 100 Stück 4050 Pig. Blumenkohl 20-50 Ufg. Tomaten d. Vid. 25—30 Pfg. Sellerie 6—10 Pfg. d. St. Endivien 10— 12 Pig. Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.— Fleischpreise auf dem Markte von auswärtigen Händlern: Rindfleisch das Pfund 1,10—1,15 Mk., Rindfleisch⸗ Bratenstick das Pfund 1,10—1,15 Mk., Schweinefleisch das Pfund 14,70 Mk., Nierenfett das Pfund 1 Mk. se. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 18. Okt. Auftrieb: Rinder 2403(Ochsen 323, Bullen 46, Kühe und Järsen 2039), Kälber 294, Schafe 167, Schweine 784. Marktverlauf: Rinder lebhaft, gute Ware gesucht, nahezu geräumt; Kälber, Schafe und Schweine langsam, bei Schweinen Ueberstand. Preise fur 100 Pfd. Lebend⸗ Schlacht- Ochsen. gewicht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mk. wertes, 4—7 Jahre alt„ 7080 135138 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere Bullen. 120124 68—72 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 3 100 kg Lebendgewicht... 137.00.145.00 170.00 180.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebenge wicht.. 132.00—136.00 165170. 00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebend gewicht... 137.00.145.00 170.00 180.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht. 137.00.145.00 170.00 180.00 fe. Frankfurt a. M., 18. Oktt. Frucht ⸗ und Futtermittel⸗ markt. Bei ruhigem Verkehr, geringem Angebot zeigte der Frucht⸗ markt eine allgemein seste Tendenz. Getreide geschäftslos. Futter⸗ mittel knapp und sest. Bezahlt wurde für Kokoskuchen 64 bis 65 Mk., Rapskuchen 50 52 Mk. Alles zu 100 Kg. je. Frankfurt a. M., 18. Okt. Kartoffelmarkt. Man 124—129 112-120 ausgemästete.))) 70 Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 60—64 ten Gegenffände aus 2 Klasse 8. Gegenstände aus Reinnickel: 5 5. 1. Geschirre und Wirtschaftsgegenstände jeder Art für Küchen und Backstuben, 5. 5 wie beispielsweise Koch⸗ und Einlegekessel, Marmeladen⸗ und Speiseeiskessel, Fruchtkocher, Servierplatten, Pfan⸗ enen, Backformen, Kasserollen, Kühler, Schüsseln usw.; 2. Einsätze für Kocheinrichtungen, wie Kessel, Deckelschalen, Innentöpfe nebst Deckeln an Kipptöpfen, Kartoffel⸗, Fisch⸗ und Fleischeinsätze usw. nebst Reinnickelarmaturen. 5 35 Von der Verordnung betroffene Personen und Betriebe. Von der Verordnung werden betroffen: J. Handlungen, Laden⸗ und Installationsgeschäfte, Fabriken und Privatpersonen, die oben genannte Gegenstände er⸗ zeugen oder verkaufen, oder die solsche Gegenstände, die zum Verkauf bestimmt sind, im Besitz oder in Gewahrsam haben; Haushaltungen; Hauseigentümer; 5 Unternehmungen zur Verpflegung fremder Personen, ins⸗ besondere Gast⸗ und Schankwirtschaften, Pensionate, Haffee⸗ haus-, Konditorei⸗ und Küchenbetriebe, Kantinen, Speise⸗ 1 aller Art, auch solche auf Schiffen, Bahnen u. dergl. öffentliche leinschl. kirchliche und stiftische usw.) und private Heil⸗, Pflege⸗ und Kuranstalten, Kliniken, Hospitäler, Heime, 0 0 Erziehungs⸗ und Strafanstalten, Arbeitshäuser u. dergl. 5 5. Meldepflicht. 5 5 Die von der Beschlagnahme Betroffenen haben unter Be⸗ nutzung des vorgeschriebenen Meldevordrucks eine Bestands⸗ — 85 f schinen und Herden, Wasserkasten, eingebaute Kessel aller Art. 5 Neuen upfer, Behörden innerhalb der von den letzteren meldung der beschlagnahmten, durch 8 2 gekennzeichneten Gegen⸗ notierte: Industrie 7,10- 7,40 Mk. für 100 Kg. frachtfrei Frank⸗ furt a. M. Andere Sorten notierten etwas billiger. sessag und Reinicke fle stände an die mit der Durchführung der Verordnung beauftragten orden inn en lefteren festeulegerden Fit ein⸗ zureichen. Nicht zu melden sind diejenigen Gegenstände, die be⸗ reits nach der Bekanntmachung betr. Bestandsmeldung und Be⸗ schlagnahme für Metall M. 1/4. 15 K. R. A. vom 1. Mai 1915 der Meldepflicht unterlagen. 0 Ausnahmen. 5 Ausgenommen sind mit dem beschlagnahmten Metall über⸗ zogene(3. B. galvanisch) und plattierte Gegenstände aus Eisen oder einem anderen nicht beschlagnahmten Metall. Bestehen Zweifel, ob gewisse Gegenstände von der Verord⸗ nung betroffen sind, so kann eine Befreiung von der Beschlagnahme bewilligt werden. Ueber die Befreiung entscheidet die mit der Durchführung der Verordnung beauftragte Behörde endgültig. 1 Strafbestimmungen. 0 Wer vorsätzlich die Bestandsmeldung auf dem vorgeschriebenen Vollfleischige, aus gewachsene, höchsten Schlachtw. Vollfleischige, jüngere 5862 105110 Färsen, Kühe.* Vollfleischige ausgem. Farsen höchst. Schlachtw, 64—72 119133 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht⸗ wertes bis zu 7 Jahren 360880 118125 Wenig gut entwickelte Färsen 51-60 102120 Aeltere ausgemästete Kühe 0 94108 Mäßig genährte Kühe und Färsen.. 3946 78—92 Gering genährte 1 65 155 Färsen.. 30—38 68—87 äl ber. Mittlere Mast⸗ und beste Saugkälber. 7680 127133 Geringere Mast⸗ und gute Saugkälber.. 70—75 119127 Geringe Saugkälber... 64—68 108—115 Schafe. Weidemastschafe: Mastlämmer und Masthammel 60-00 130-00 Geringere Masthammel und Schafe... 50-55 120—125 Formular nicht in der gesetzlichen Frist einreicht oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht oder den erlassenen Ausführungsbestimmungen 11. Wee 5 wird mit. bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu zehntause ark bestraft. Auch können Vorräte, die verschwiegen sind, im Urteil für dem Staate verfallen erklärt werden. Fahrlässige Verletzung der Auskunftspflicht wird mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark, im Unvermögensfalle mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft. Ferner wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft, sofern nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen ber Strafen verwirkt sind, wer das Verbot gemäß. 4 und 5 dieser Verordnung über⸗ tritt oder zur Uebertretung auffordert oder anreizt. 5 Gießen, den 15. Oktober 1915. Der Oberbürgermeister. 18139 B Pension Brandl aus GBellevne). Mod. Haus, gut möbl. Zim. f. jede Zeitdauer, empfohl. für Familien. Beste Verpflegung, elektr. Licht, Bad. Tel. 1085. 65517 [L Laden u. 4. 1 Großer, heller Raum Alice Wohnung zu verm. Näberes daselbst 1. Stock. 0 8 Zimmer ö 6495] Wilbelmstraße 8 III. Modellschreiner mit allen vorkommenden Arbeiten vertraut, der vollständig selbständig arbeiten kann, für dauernde Beschäftigung gesucht.. 8188 D immerw. mit Bad, Loggia und allem Zubeh. zu verm. Näheres Frankfurter Str. 20. S Zimmer: 5 Jube neuherg. 5 3.⸗W. nebst ubeh. 2. St. per soß. od. später verm. Da mmstr. 41. 0665 als Werkstätte oder bager preiswert zu verm. Näheres Walltorstr. 63, Kontox. 8211 elgesuche Schönez⸗Zimmer⸗Mohng. evtl. gr 2⸗Zimmer⸗Wohng. b. 1. Dezbr. gesucht. Nähe der freie Stahl⸗ und Eisenwerke Aßlar G. m. h. H. Aa Il Hier für unseren Gießereibetrieb, möglichst militär⸗ lui) und kräftige Leute werden bevorzugt, in Gießen und Umgegend haben den Milchpreis um 2 Pfg. pro Liter erhöht und so kostet nun der N Liter vollmilch im Kleinverkauf 26 Pf. für Bäckereien und Lazarette 24 pf. Wir bitten die Einwohner von Gießen, hiervon Kenntnis nehmen zu wollen. ie Landwirte — LULmmer 5 Eine schöne 4⸗Zimmer⸗ wohnn Parterre, neu ergerichtet sofort zu verm. u erfrag. tlühlstr.& t. Lad. 3 Zimmer I Waltorstr. 71. Schöne Mans.⸗Wohnung, besteh. aus 3 3. u. 2 Kammern, zu ver⸗ neuen Kaserne bevorz. Schr. Angeb, mit Pretsang. u. 05701 an d. Gießener Anzeiger erb. Höbllertes Zimmer möglichst ungestört, nabe der Stadtknabenschule zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote mit Preisangabe unter 05703 an d. Gießener Anzeiger erb. ahl und Eisenwerke Aßlar 6. u. h. 5. gesucht. 8189 D Hochachtend ö 05711 Die Milchhändler von Gießen und Umgegend. Tüchtiger Zuverlässiger, militärfreier Mann m. guter Empfehlung als Ein⸗ kassierer gesucht Schr Angeb. Packkisten⸗ macher Tüchtige Eh Eisendreher 7 mern N 77 1 für sofort gesucht. 81¹⁵ gde e e Schlosser erg e l 5 oh nung FTüchtiger Friseurgehilse abakfabri e e e ee n e eee ea ee und Schmiede Ein dlterer 2.8. Fraakiarler Surah 28. Wir suchen aushilfs⸗ seater gesuch. 8228 aesucht. Hausbursche „Kirchenplatz 23 Neubau sweise einen noch rüstigen Wiesner, Bad Naubeim, 5 per sofort gesucht. en Mann zur Versehung von Türstenstraße 2. Uengobel K John. 880 ee ee Swan n Jub p. Gerichtsdienergeschäften. M 2 5 Seltersweg 87. a s-Zimmerw. m. a. Zub. p. 8 J 4 f 1 ö 2 verm. Eudwigsir. 40.] Derselbe muß auch die aschinen⸗ Lokomotivfabrik. arlsgeren Gesch s een 1 2 Zimmer 3995] Schiffenberger Tal schäüne Wohnung, 2 Zimmer, Küche und abgeschlossener Korridor, per alsbald zu vermieten. Näheres Nord⸗ Anlage 38, Bureau. 8135] 2 Zimmerw, zu ver⸗ mieten. Ebelstraße 2 J. 2 Zimmerw. m Küche Bleichstr. 16a II. zu vermiet Verschiedene Leute zu vermieten. Näheres Walltorstr. 62, Kontor. 8210 8230 Kl. Wohnung sofort oder später zu vermieten. Zudwigstraße 57. [Del Zimmer 2 Möblierte Zimmer mit Zentralheizung elektr. Landorte begehen.[821g Großh. Amtsgericht Gießen. Von hiesigem Fabrikkontor wird ein mit allen Kontor⸗ arbeiten vertrauter junger Mann oder persekter, militärfreier Buchhalter an d. Gießener Anzeiger erb. Von biesiger Frobkaudlung Herr oder Dame 1 Veberrsch re nneb ung beherrscht, gesucht. Schriftliche Wee Lebenslauf und Gehaltsan⸗ Licht p. 1. Nov. zu vermieten. al Seltersweg 791. sprlichen unter 8250 an den Gießener Anzeiger erbeten. Schlosser Dreher Former find dauernde Beschäftigung Pelgenstaadt& bog Werkzeugmaschinensabrik u. 1000. Kriegs- Invaliden werden in meinen Fa⸗ briken als Zigarreumacher Ages Frauen zum alsbaldigen Eintritt ge⸗ sucht. Schriftliche Angebote mit Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüche unter 8231 an den Gießener Anz. erb. 8222 Gesucht gewandte Flickerin— Näherin ohne Anhang. Zu sprechen 9055 ö ünsti ing⸗swischen 7—8 Uhr abends. fact- Iffcfcr-Hafpüfg 5 lerdgen Gtneriit ge.. eleneßere. i zu günstigen Beding. Dofmannstr. 10. mit allem Zubehör an 10 sucht. Schriftl. 9 u. 8116 Aktiengesellschaft. Gießen. ungen angenommen Aelterer oder jüngerer(ass Köchin bezw. angelernt. 5226 8213 D Kutscher gesucht tüchtiger Geschirr⸗ u. Pferde⸗ pfleger, für Ackerbau, Grund⸗ arbeit und Cbaise. Täalieh Mk. 4.30. Familienwohn. k. gestellt werd. Näheres an das Eliesenwerk Grünstadt, Ahpf. Fubrknecht sälr sosort oder päter bei bohem Lohn ges. Carl Göbel, Riegelpfad 20. 05710 Jah. Balth. Noll Zigarrenfabriken. Pferderecht der Landwirtschaft versteht, zum 1. November gesucht. Reserpelazarett 11 (Alte Klinik), Gießen. Ein tüchtigen Mädchen für alle häusliche Arbeiten nach Vilbel gesucht. Schriftl. zu einem Pferd gesucht. 8034 Frauksurter Str. 59. Angebole unter 8230 an den Gießener Anzeiger erbeten. Lonsum-Hereindeben u Umgeg. Jufolge Kündigung unseres bisherigen Geschäftsführers suchen wir bis spät. 1. Januar 1916 einen tücht, erfahren. u. umsicht. Genossenschafter als Geschäftsführer. Der Verein hatüber 000 Mit⸗ glieder u einen Umsatz von ca. 700000 Uk. Er unterh. 10 Ver⸗ teilungsstellen, Zentrallager, ampfbäckerei und Mineral⸗ wit kn ern e de mit Ang. der bish. Tätigk., des Alters u. der Gehalts forder. ind zu richten an Er. Vetters, Oberhessische Volks zeitung“ Gießen, Bahnhofstraße 23. la Stellengesucne Junger Kaufmann, 17 Jabre alt, sucht Stellung für Kontor. Schriftliche An⸗ gebote unter 8215 an den Gießener Anzeiger erbeten. Aeltere Haushälterin welche gut köchen, backen und einmach kann, sucht Stellung. Lang], sehr gute Zeugnisse. 22—20 Mk. monatl. Schriftl. 0 ebote unter 0570% an den e „ Verkäufe 8212] Ein 17 Monate alter Togaeb. Fraue Kreusgs. Pulle Herdbuchtier, stehtzu perkauf. bei Koursd Rühl, Lardenkach, Ein großer und ein kleiner Pritschenwagen billig zu verkaufen. 0⁵70² Lindengasse 12. bleganter Ueberzieher und Anzug zu verkaufen. 05704 Bismarckstraße 42 I. GEigne Hose, 2 aut ge⸗ haltene blaue Dienströcke, 2 Paar gute Militärstiefel und 1 schwarzer Dienst⸗ mantel preiswert zu ver⸗ kaufen. 05707 Rau, Steinstr. 13. Versehfessenes! Nachhilfe für Untertertianer, insbes. Latein, tägl. 1 Stunde gesucht. Schriftl. Angebote mit Preis⸗ angabe unter 8214 an den Gießener Anzeiger erbeten. Zigarettenu. Zigarren, f. Wirte, Kantinen u. Händler 100 St. 2½ Pfg. 1.10 3½ Pfg. 2 M. ener Anzeiger erbelen. 4.5 Kreis Schotten(Oberhessen). O und 5 M. billigst). feinste 7 u. 8 Pfgs⸗Zigarren N(Restpartien 105706 Zinarrenhans, Kaiser- Allee 18 8 „ Menmement! bt. Vorteil Sprechmaschinen- besitzer! Unbegrenzte Abwachelg. Tortwahr. Umtausch. Frosp. gratis. Berlin 54 ele Hanlgst. 3U. für den Herbst Nacken-Rüschen fũr jacken und Blusen in vielen Au fũ j N Meter 3.00, — Westen Von der Mode 1 5 5 mit Kragen für Jacken und: Sammet, Plũsch und V Blusen, J. Batist, Glasbatist, für Jacken und Kleider, in gr ide, weig u. schwarz Stück 325, 2775, 2.25,— Die grosse Mode!— 225„Tressen“ — in allen Breiten und allen Preislagen 22 D kleidsame hochstehende Nackenfor- geschlossene und halsfreie Ornamente Reizende Neuheiten mit 7 „Spitze od. Filet-Effekten in modernen Verschnũrungen 8 l, S0 ordelarbeit Stück—5 2.00, 1.50, 1.25, 95 5 und tel, in Tressen und Kordelarbeit arluren reibmaschinen aller führen in eigner Verkstätte aft aus Vogt& Co., Clessen 6 2. 8 1054. * F 8 Flock- Panama 9 75 Prima Flockkö per 1 103 n Ia. Flockköper 9