Der gleßener Anzeiger erscheint täglich, außer dr. 240 Sonntags.— Beilagen: vlermal wöchentlich Gießener Familienblätter; weunal wöchentl. Kreis- dlatt für den kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech⸗ Anschlüsser 0 für die Schriftleitung 112 G Verlag, Geschäftsstelle5 l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Pleßen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. 1 eral⸗Anzeiger für Oberhesel Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. r Dienstag, 10. Oltober 1915 Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50: durch Abhole⸗ u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Poft Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. U Erfolge auf allen Uriegsschauplätzen. (TB.) Großes Hauptquartier, 18. Oktober. (Amtlich.) 5 N Westlicher Kriegsschauplatz. Das in die feindliche Stellung weit vorspringende Werk nordöstlich Bermelles wurde von den Engländern wieder⸗ dem Höhengelände südlich holt mit starken Kräften angegriffen. Alle Angriffe schlugen unter sehr schweren Verlusten für den Gegner fehl. Das Werk blieb fest in unserem Besitz. l Angriffsversuche der Franzosen bei Tahure wurden durch Feuer niedergehalten. Ein neuer feindlicher Vorstoß zur Wiedereroberung der verlorenen Stellung südlich von Leintren blieb erfolglos, kostete die Franzosen aber neben starken blutigen Verlusten 3 Offiziere, 17 Unteroffiziere und 73 Jäger an Gefangenen. Am Schratzmännle konnte der Feind im Angriff trotz Einsatzes einer erheblichen Menge von Munition keinen Juß breit Bodens gewinnen. Deutsche Fluggeschwader griffen gestern die Festung Belfort an, vertrieben die feindlichen Flieger und belegten die Feftung mit 80 Bomben, wodurch Brände her⸗ vorgerufen wurden. 1. Oestlicher Kriegsschauplat Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 7 v. Hindenburg. Deer Angriff südlich von Riga machte gute Fortschritte, 525 Offiziere, 280 Mann blieben als Gefangene in unserer and.. Russische Angriffe westlich von Jakobstadt wurden abgewiesen. Westlich von Illurt bemächtigten wir uns in etwa drei Kilometer Frontbreite der feindlichen Stellung. Weiter südlich bis in die Gegend von Smorgon wurden mehrfache, mit starken Kräften unternommene russische Vorstöße unter starken Verlusten für den Gegner zurückgeschlagen. Es wur⸗ den zwei Offiziere und 175 Mann zu Gefangenen gemacht. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Ein russischer Angriff beiderseits der Bahn Liacho⸗ witschi— Baranowitschi brach 400 Meter vor un⸗ serer Stellung im Feuer zusammen. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Am Styrflusse von Rafalowka bis Kulikowiczy haben sich örtliche Kämpfe entwickelt. Balkan⸗Kriegsschauplatz. In der Mac va beginnt der Feind zu weichen. Auf ö Belgrad sind unsere Truppen im Vorschreiten gegen Cvetkoy— Grob und den Ort Vrin. Südöstlich von Pozarevac sind Ml. Ernice und Bozevac ge⸗ nommen. Bulgarische Truppen haben die Höhen des Muslin—Perein und Babin— Zub besetzt. Weiter südlich dringen sie über Egri— Paläanka bor. b Oberste Heeres leitung. 3 g Trotz der täglich neu einsetzenden Kämpfe und wieder⸗ holten Angriffe der Franzosen und Engländer stärkt sich uns jeden Tag aufs neue das Gefühl, daß unsere Westfront un⸗ gefährdet ist. Mackensen fördert in Serbien seinen Siegesschritt mit dem an ihm gewohnten Tempo, und die von deutschen Truppen vermutlich gegenwärtig dünner als vor einigen Wochen besetzte Kampflinie in Rußland steht für uns nicht minder sicher als die Front in Belgien und Frankreich. Hindenburg gibt uns sogar Hoffnungen, daß trotz der vermehrten Kriegsschauplätze seine Angriffe auf Riga und Dünaburg demnächst zu dem gewünschten Endziele führen werden. Es ist begreiflich, daß bei solchen Umständen und der Unklarheit und Verworrenheit, die bei unseren Fein⸗ den in Bezug auf das Balkanproblem herrscht, der englischen Regierung das Feuer unter den Stühken brennt und die öffentliche Meinung in England von Tag zu Tag unruhiger wird. Wir c geben nachstehend einige Aeußerungen Londoner Blätter wieder, die dies beweisen. Es wird sogar angekündigt ob es wahr ist, kann man nicht wissen— daß Sir Edward Grey bereits seinen Rücktritt eingereicht habe. Er hat einen starken Teil der öffentlichen Meinung des Landes heute gegen sich, Seine letzte Rede im englischen Unterhaus war für seine Landsleute eine große Enttäuschung, denn sie atmete die kühle Ruhe und Zurückhaltung eines Spielers, der seine Karten als wenig aussichtsreich erkannt hat. Die Deutsche 0 Tritmpse sind hinweg aus seinem Leben, und kalt und farblos sieht er's vor sich liegen, so könnte man Wallen⸗ steins sentimentales Wort mit einer Verschiebung ins Nüch⸗ terne auf ihn anwenden, denn dem kalten Rechner hat wohl nie ein goldener Duft der Morgenröte in Anem Wirken die„gemeine Deutlichkeit der Dinge“ verschleiert. Die allgemeine Depression in England ist so groß, daß die „Times“ in ihrer kritischen Tätigkeit einen Augenblick halt macht und uns Deutschen herüberruft, wir sollten uns nicht einbilden, daß man drüben jetzt schon zum Frieden geneigt sei. Die„erstaunliche Geschichte“, von der die Li mes“ sich berichten läßt, daß sie in hohen Kreisen Berlins nicht nur erzählt, sondern auch geglaubt werde, ist wahr⸗ scheinlich eine Mache eines phanfastischer als Sir Edward Grey veranlagten Engländers. Vernünstige und denkende vissen es, daß nur zu oft Märchen und Geschicht⸗ Umlauf gesetzt werden, die man nicht für bare Münze nehmen darf. Hat sich der englische Berichterstatter etwas derartiges aufschwatzen lassen, so ist die„Times“ noch nicht berechtigt, daraus Weltgeschichte zu machen. Wollte das Blatt aber der eigenen Nation, der die Flut der Hoffnungslosigkeit bis an den Hals gestiegen ist, zur Abwechslung einmal wieder ein wenig den Nacken steisen, so darf ihm entgegengehalten werden, daß Gerüchte und Stimmungen keinen Einfluß auf die Pläne und Unter⸗ nehmungen Hindenburgs und Mackensens haben; Deutsch⸗ land wird so lange durch Taten beweisen, daß Manneswürde nicht der Götterhöhe englischer Machtansprüche weicht, bis bei unseren entarteten Vettern die besse re Einsicht siegt. Ob der Tag noch fern ist, kommt auch auf die Erfolge jenes glorreichen in Saloniki gelandeten Heeres der Entente an, das nach unverbürgtem Berichte bereits einen Zusammen⸗ stoß mit den Bulgaren gehabt haben soll. Zu guterletzt wer⸗ den sich vielleicht die etwaigen Nachfolger Greys und Asquith' in absehbarer Zeit über diese Dinge zu unter⸗ halten haben. 5 ** Ueber die Haltung Italiens im Balkankrieg schreibt uns einer unserer Mitarbeiter: Wie stellt sich nun Italien zum Balkankrieg? Sobald bei den Vierverbändlern von Saloniki und den Truppen⸗ schüben nach Serbien die Rede ist, sieht man oder fühlt man doch deutlich, wie Italien zur Seite schleicht. Der Ministerrat in Rom soll beschlossen haben, die Heldensöhne Italiens nur dort zu verwenden, wo sie mit Türken und Bulgaren kämpfen, weil man gern vermeiden möchte, sie den Deutschen direkt gegenüberzustellen. Denn es bestehe noch lein formeller Kriegszustand zwischen Italien und Deutschland. 4 Diese Anordnung des römischen Ministerrats wäre sehr bemerkenswert, wenn— sie zutrifft. Sie würde jedenfalls mit den neuesten Meldungen über einen starken Stim⸗ mungsumschwung in ganz Italien übereinstimmen. An die Stelle der verrückten Deutschenfresserei, des kindi⸗ schen Hasses ist in Italien auch Teutschtand gegenüber eine Art Katerstimmung getreten. Kein deutsches Geschäft wird mehr zerstört, keine deutsch aussehende Person wird mehr vom Mob verfolgt. Man darf sogar wieder wagen, auf der Straße deutsch zu sprechen. Die Zeitungshändler rasen nicht mehr mit wildem Verkünden deutscher Niederlagen durch die italienischen Städte. Der Zensor schneidet alle noch hier und da hervorbrechenden bösen Worte gegen Deutschland aus den Zeitungen aus, und einige Blätter weisen schüch⸗ tern und mit wachsendem Mute auf die Kraft und bewun⸗ dernswürdigen Erfolge der Deutschen hin. Im Publikum steigt Deutschlands militärisches und politisches Ansehen von Tag zu Tag. Man möchte die Oesterreicher zwar immer noch besiegen, obwohl man innerlich auch daran nicht mehr glaubt, aber man möchte auf jeden Fall die Deutschen enen(wie gnädig!). Mit unverkennbarer tiefer Besorgnis wird die Möglichkeit erörtert, daß eines Tages deutsche Truppen, zumal die wie Hölle und Teufel gefürchteten Bayern, an der italienischen Grenze erscheinen könnten. Diplomatische Schlauköpfe weisen darauf hin, daß Minister Barzilai in Neapel nur vom Krieg gegen Oester⸗ reich⸗Ungarn und die Türkei sprach, gegenüber Deutschland jedoch nur von einer wirtschaftlichen Fehde etwas wissen wollte. Vom Wirtschaftskrieg wollen aber wiederum alle diejenigen Kreise nichts wissen, die mit Wehmut an den versiegten Goldstrom der„teutonischen“ Einwanderung denken und nichts lieber sähen, als daß zur nächsten römi⸗ schen Frühlings- und Ostersaison wieder recht viele genuß⸗ frohe und e Gäste aus Deutschland kämen. Nun, die Deutschen werden sich beherrschen können. Wenn der gewaltige Ansturm der deutsch⸗österreichischen Truppen in Serbien von Norden her im selben Tempo wie bisher weitergeht, so hat es der durch Albanien oder etwa auch von Saloniki hereinmarschierende Italiener bei Uesküb oder Köprülü mit preußischen oder sächsischen Grena⸗ dieren ebenso wie mit bulgarischen Soldaten zu tun. Die Warnung, die der deutsche Reichs hanzler bei dem großen Verrat Italiens an Rom richtete, wird zur Wahrheit: Der Krieg des Deutschen Reiches mit Italien ist da, und keine diplomatische Note und kein Zeitungsartikel kann ihn un⸗ geschehen machen. Vielleicht besinnt man sich also doch noch in der Consulta und läßt die r Carabinieri zuhause. Lorbeeren würden sie sich vor Monastir so wenig wie am Plateau von Doberdo holen. 5 Paris, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)„Petit Journal“ meldet aus London: Auskünften aus gut unterrichteter diploma⸗ tischer Quelle zufolge kann die Mitwirkung Italiens am Balkan heute völlig sicher gelten. Italien wird wahrscheinlich mit einer Marineaktion im Aegäischen Meere beginnen und an dem gemein⸗ samen Unternehmen gegen die Küsten Bulgariens und der Türkei 1 1 Entsendung von Kriegsschiffen und Transportschiffen teil⸗ nehmen. „ Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 18. Okt.(Wi Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 18. Oktober 1915. Russischer Kriegs schauplatz. In Ostgalizien an der Ikwa und dem Wolhuni⸗ schen Jestungsgehbsete auch gestern keine besonderen Ereign⸗ nisse. Am Korminbach und am unteren Sthr führte der Feind eine Reihe heftiger Angriffe aus. Bei Kulikowiczy. .* 5 *— — Nowo⸗Sielki und Rafalowka wird noch gekämpft. An allen anderen Punkten war der Gegner schon gestern abend blutig abgewiesen. Seine Verluste sind groß; am Kormin räumt, er in voller Auflösung unter Zurücklassung von Gewehren und Rüstungsstücken das Gefechtsfeld. Auch die an der oberen Czara stehenden k. und k. Streitkräfte schlugen einen stär⸗ keren russischen Vorstoß ab. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Isonzofront entwickeln die Italiener wieder eine lebhafte Tätigkeit. Es kam auch gestern abend im Nord⸗ westabschnitt des Plateaus von Doberdo bei Peteanuo zu heftigeren Kämpfen. Starke italienische Infanterie griff neuerdings unsere dortigen Stellungen an, gelangte teilweise bis nahe an die Hindernisse heran und wurde schließlich unter schweren Verlusten zurückgejagt. Sonst im Küstenlande sowie im Tiroler Grenzgebiete Geschützkämpfe.. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die im Avala⸗Gebiet geschlagenen serbischen Divi⸗ sionen weichen beiderseits der nach Süden führenden Straße zurück. Unsere Truppen befinden sich im Angriff auf die noch nördlich der Ralja stehenden feindlichen Abteilungen. Auch in der Macva wurde der Gegner zum Rückzug ge⸗ zwungen. Beiderseits der unteren Morawa gewannen dit deutschen Divisionen abermals Raum. Die Bulgaren haben die Höhen des Muslin—Percin und des Babin— Zub besetzt. Weiter südlich dringen sie über Egri Palanka dor. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. S e* Der vormarsch in Serbien. Berlin, 19. Ott. Aus dem Hauptquartier der Armee Gallwitz wird der„Voss. Ztg.“ über den Vormarsch der Deutschen vom 17. Oktober berichtet: Der gefürchtete Kos⸗ sop a, der herbstliche Südoststurm, wirbelt durch das Donau⸗ tal. Er pfeift und ie eine toll gewordene Orgel. Er peitscht die Donau zu len von zwei Meter Höhe. Er tobt umsonst. Unsere Truppen haben den Westrand Serbiens fest in ihren Händen mit gesichertem Nachschub über den breiten Strom, den Marinetruppen von den zahlreichen Minen gesä haben. Wichtige Uferberge wurden genommen. Die Zugänge zu dem gebirgigen Gelände sind geöffnet. Die erheblich verstärkte serbische Nordarmee vermag trotz erbitterter Gegenwehr unser stetiges Vordringen nicht aufzuhalten. Vielfach beteiligen sich auch Frauen und Kinder an dem Kampf. Ein Hauptmann, der überlief, erzählte von der Bestürzung in Nisch.— Unsere Truppen haben auch auf dem neuen Kriegsschauplatz wieder Beweise he⸗ roischen Willens und soldatischer Größe gegeben. Am 16. Ok⸗ tober erstürmte ein märkisches Regiment südwestlich von Se⸗ mendria einen Bergabhang, steiler und schwieriger als die Spicherer Höhen. Einen guten Fortschritt bedeutet die Einnahme des an⸗ sehnlichen Städtchens Pozarevac. Hier war der serbische Hauptstützpunkt und das Truppenreservoir für die Donauvertei⸗ digung. Die Serben wurden auf die Stadt zurückgeworfen und konnten sich nur durch eiligste Räumung der Stadt der Umklam⸗ merung entziehen. Erfolgreiche Gefechte östlich und südlich Poza⸗ revac ermöglichten es, in dem gebirgigen Gelände östlich des? Morava⸗Tales immer tiefer in das Landesinnere einzudringen Die Angriffe der Bulgaren. Lyon, 18. Okt.(Wr Nichtamtlich) Der„Repu. blicain“ meldet aus Athen: Nach Berichten aus Nisch haben 40 000 Bulgaren mit starker Artillerie bei Wa⸗ landowo angegriffen; der Kampf dauert an.— Der „Progrss“ 5 5 aus Nisch: Die bulgarische Offensive erfolgte auf mindestens 250 Kilometer Front längs der bul⸗ garischen Grenze. Im Norden beginnt die Offensive em Timok⸗Tal, folgt der Eisenbahnlinie Donau⸗Pirot, streist das Pirotgebiet, nähert sich der Linie Nisch⸗Uesküb, kehrt dann zur früheren mazedonischen Grenze zurück und setzt sich bis zum Gebiet von Strumitza fort. Sofia, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Dem Bevicht des bulgarischen Großen Generalstabes vom 15. Oktober ist folgendes zu entnehmen: In Mazedonien schreitet unser Vordringen gegen die obere Bresalnica fort. Unsere Truppen haben die Linie Drancsac—Sukavolac und die Berggegend von Kavka und Golak Planing erreicht. Unsere Truppen eroberten Zarevoselo, Pehtschsvo und Herovo. Auf dem westlichen Abhang des großen Balkans erreichten unsere Truppen die Linie Novokorito—Zlainac—Hepugnico—Rov⸗ nobucse—Tscherni Vrh. Unsere Truppen besetzten im Mo⸗ rava⸗Tale das strategisch wichtige Vranja Glava. Nisch, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Serbische Pressebureau meldet amtlich: An der serbischen Front griffen die Bulgaren mit starken Kräften auf der ganzen Linie an. Im Gebiet des Timok und der Breganißza, in der Nähe von Zajecar durchschritten sie Paikow, Savat und Stoikbrdo. Weiter südlich zwangen sie die Serben, in der Richtung auf Knjcezevac zurückzuweichen. Sie griffen ferner mit mehreren Regimentern weiter nördlich bei Kriwa⸗Palanka, an der Straße nach Kumanowo an. Es gelang ihnen, Tschupinebrdo zu erreichen, von wo aus sie Kumanowo⸗Vranja und die Eisenbahnlinie Nisch—Salo⸗ niki bedrohen können. Die Serben leisten an der Breganitze mit Erfolg Widerstand... N 5 f Die Blockade der bulgarischen Küste. Sofia, 18. Okt.(WB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen⸗Agentur. Es wird bekannt ge⸗ geben, daß an der bulgarischen Küste des Schwarzen Meeres und des Aegäischen Meeres Minen gelegt und die Leuchtfeuer gelöscht sind. Die Einfahrt neutraler Schiffe in den Hafen von Dedeagatsch wird von nun ab unter der Füh⸗ rung bulgarischer Lotsen erfolgen. Berlin, 19. Okt. Laut„Wiener Reichspost“ teilt die Petersburger„Wjedomosti“ mit, daß die russ ische Schwarze⸗Meer⸗Flotte infolge des Auftretens feind⸗ licher Unterseeboote wieder in ihre Häfen zurückkehrt. Die Haltung Griechenlands. Kopenhagen, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)„Politiken“ meldet aus Petersburg Das finanzielle Ueberein⸗ kommen zwischen den Alliierten und Griechenland betreffend die Gewährung eines Darlehens von 500 Millionen Drachmen, das unter sehr günstigen Bedingungen vor dem Ministerwechsel aßhgeschlossen wurde, wird durch diesen in keiner Weise verändert. Sriechenlands Verpflichtungen, sowie die Versprechungen der Alli⸗ ierten bleiben dieselben. In diplomatischen Kreisen der Alliierten hat man deshalb eine sehr optimistische Auffassung über die griechische Krisis. Als Beweis für die Berechtigung dieses Opti⸗ mismus weist man auf die kürzlich erfolgte Unterredung zwischen Venizelos und Zaimis hin, die zugunsten der Alliierten geendet habe. Ein italienischer Kriegsrat. Mailand, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Wie der „ Secolo“ meldet, hatte der Kriegsminister 5 5 elli gestern den ganzen Tag über mit dem Kön i g und Cadorna im Hauptquartier Unterredungen, gebnisse strengstes Stillschweigen bewahrt wird. Die Stimmung in England. London, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die Wochenschrift „Nation“ schreibt: Vivianis Rede über die Expedition nach Saloniki würde in England mehr gewürdigt werden, wenn man wüßte, was er gemeint hat. Welches ast die russische Armes von der er spricht? Wo soll sie ansetzen? Wie groß ist sie? Wird Italien helfen? Sollen wir ohne die Zusicherung Griechenlands losgehen? Sollen die Verbündeten die Dar⸗ danellen aufgeben oder behaupten? Wie soll die durch die 0 8 Zeit abgequälte Armee sich sofort für einen neuen harten Feldzug in einem schwierigen Gelände herrichten? Welche Hilfs⸗ truppen können wir in Frankreich von naher oder ferner Basis entbehren, und binnen welcher Zeit können sie in den Kampf eingreifen? Wie kaun die Stärke der zureichenden Streitmacht von 200 000 bis 300 000 Mann auf einer eingleisigen Bahn, die beständiger Unterbrechung ausgesetzt ist, erhalten werden? Gibt es für unsere Erpeditionen keine Grenze 7 Das sind die militäri⸗ schen Fragen, die der französische Generalstab erwogen haben muß, sobald die Möglichkeit der serbischen Expedition auftauchte. der Dardanellen bezeugt ihr Nichtvorhemdensein. Aber gibt es selbst eine unorganisierte militärische Meinung zugunsten dieses Abenteuers? Ich höre von keiner. Natürlich werden wir Serbien helfen. Die Frage ist nur, ob die Hilfe indirekt und mächtig oder direkt, belanglos und unheilvoll sein wird. l 1 Lo ndon, 18 Okt.(WTB Nichtamtlich) Die„Daily News“ schreibt in einem Leitartikel: Die Zahl der Verluste an den Dardanellen von 96399 Mann schließt vermutlich Kolo⸗ nialtruppen ein aber nicht die der Flotte und der Fran⸗ Zosen, deren Verluste unbekannt sind. Ein Kommentar ist über⸗ lüssig. Die Umstände lassen es nicht angezeigt erscheinen, sach⸗ gemäße Betrachtungen zu veröffentlichen. Die Regierung hat be⸗ reits eine schwere Verantwortung; die Notwendigkeit, betreffs der Zukunft zu entscheiden, erschwert sie noch. Das Blatt findet, auf die Debatte im Oberhause anspielend, daß die Laiendebatte über Militärprobleme triftigen Grund für das Stillschweigen liefere, aber das Schweigen dürfe nicht mißverstanden werden. Die Nation betrachte den Feldzug auf Gallipoli längst mit größter Sorge, in gewisser Hinsicht mit den schlimmsten Befürchtungen. Der Entschluß, der Regierung keine Schwierigkeiten zu bereiten, werde durch das Vertrauen gerechtfertigt, das nur durch die heil⸗ losen Kosten enttäuscht werden darf, daß eine vitale Entscheidung getroffen werden muß, wobei die Regierung nur Aufforderungen. in Betracht ziehen darf, die der Krieg als Ganzes stellt. Selbst 5 bisherigen Opfer dürfen der künftigen Strategie keine Fesseln egen. ö 7 g Die„Times“ über Friedensaussichten. London, 18. Okt. schreibt in einem Leitartikel: Ein Korrespondent, der soeben aus Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn zurückgekehrt ist, erzählt uns, daß in Berlin eine i ius nicht nur erzählt, sondern sie wurde auch geglaubt. Für die Stimmung in England Grey will zurücktreten?— Amsterdam, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kor⸗ respondent der„Tyd“ meldet aus London: In gut unter⸗ richteten Kreisen versichert man, daß Greh seine De⸗ mission angeboten habe. *** 5 Der türkische Bericht. Konstantinopel, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Darda⸗ nellenfront bei Anaforta außer Scharmützeln zwischen Aufklärungsabteilungen und aussetzendem Artilleriegefecht nichts von Bedeutung. Bei Ari Burnu brachten unsere Küstenbatterien feindliche Torpedoboote, die eine Zeitlang wirkungslos unsere Stellungen beschossen, zum Schweigen. Wir sprengten eine Mine, die der Feind bei Banli Tepe gegraben hatte. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr schoß der Feind am 16. Oktober in 24 Stunden mehr als 1000 Haubitzen ab, ohne irgend eine Wirkung zu erzielen. Sonst nichts von Be⸗ . a 2 Ein Austausch zweier gefangenen Konsuln. Stockholm, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die Peters⸗ über deren Inhalt und Er⸗ Wir haben keine solche Körperschaft. Das melancholische Beispiel Konsul in Königsberg, Polianomsky, freigelassen morden. Er ist heute in Stockholm eingetroffen. Sein Gesundheitszustand ist besser als man angenommen hat, jedoch hat er sich infolge starker ner⸗ vöser Aufregung zu Bett gelegt.(Anmerkung des W 7 B.: Die Petersburger Agentur hat es leider unterlassen, ee daß Polianowsky seinen längeren Aufenthalt in Deutschland ledig⸗ lich der eigenen Regierung zuzuschreiben hat, die in ihrem Hasse egen den ohne Grund verhafteten deutschen Konsul Frhr. von Lerchenfeld soweit ging, daß sie der deutschen Regierung anheim⸗ stellte, Polianowsky für Lerchenfeld als Geisel Jurilckzubehalten. Schon im August 1914 und dann wiederholt bei verschiedenen anderen Gelegenheiten ist Polianowsky der russischen Regierung zum Austausch für den deutschen Beamten angeboten worden. Jetzt ist endlich dieser Austausch ausgeführt worden. Lerchenfeld ist soeben in Deutschland eingetroffen. Leider läßt sich Über seinen Gesundheitszustand nicht dasselbe sagen, wie über den Polianows⸗ kys. Er hat durch 1Amonatige Einzelhaft, die er teilweise in schwerster Form auf der Peter paul⸗Festung zu verbüßen hatte, einen erheblichen Schaden an seiner Gesundheit erlitten.) Der Tagesbefehl Foffres. Genf, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Pariser Korre⸗ spondent des„Journal de Gensve“ drahtet: Die Ableugnung der Agence Havas betreffend den Tages befehl Joffres be⸗ zieht sich nicht auf die allgemeinen Instruktionen Joffres, die von neutralen Blättern unter der fälschlichen Bezeichnung„Tages⸗ befehl“ veröffentlicht wurden, sondern auf den von der„Times“ veröffentlichten und von der Pariser Zeitung„Deuvre⸗ wieder⸗ gegebenen, tatsächlich gefälschten Tagesbefehl; die Ableugnung bezieht sich hauptsächlich auf die Veröffentlichung des„Oeuvre“ Die nachträgliche Entrüstung des Wolffschen Bureaus ist demnach gegenstandslos. Der Genfer Berichterstatter des Wolffschen Bu⸗ reaus bemerkt dazu: Das„Journal de Gendve“ hat bei der Veröffentlichung der Havas⸗Ableugnung hinzugefügt, es hätte die Echtheit des vom Wolffschen Bureau veröffentlichten Tages⸗ befehls Joffres sofort bezweifelt. Der Lebensmittelverkehr in Frankreich. Paris, 18. Okt.(WT. Nichtamtlich.) Der Minister des Innern, Mal vy erklärte einem Mitarbeiter des„Matin“, daß dank der getroffenen Maßnahmen der Brotpreis nicht weiter steigen werde. Man hoffe, daß die Einfuhr ausländischen Fleisches ein Fallen des Fleischpreises bewirken werde. Aber, falls Versuche der Spekulation die Erreichung dieser Absichten ver⸗ hindern sollten, sei die Regierung entschlossen, von der Kammer die Annahme eines Gesetzes zu verlangen, durch das die Regierung ermächtigt werden solle, für alle Lebensmittel Preise festzusetzen. Eine italienische Anleihe in Amerika. London, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet aus New Jork: Die Firma Lee Gi g⸗ ginson ist von der italienischen Regierung mit der Unterbringung einer einjährigen Anleihe von 25 Millionen Dollars zur Deckung der Ankäufe und Stabilisierung des Wechselkurses beauftragt worden. Wie verlautet, werden die Obligationen zu 6 Prozent verzinst. Der letzte Zeppelin⸗Angriff auf London. London, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Presse⸗ bureau veröffentlicht einen vom Ministerium des Innern aufgestellten Bericht über den durch den Zeppelin⸗ angriff vom 13. Oktober angerichteten Schaden. Es heißt darin: f Die Verdunkelung der Hauptstadt und die Höhe, in der die Zeppeline flogen, verhinderte sie, wichtige Oertlichkeiten zu finden, wie das letzte Mal. Aus dem Berliner Amtlichen Bericht geht hervor, daß die Flieger über die Plätze, die sie mit Bomben belegt ben, im Irrtum sind. Wenn sie ein anderes iel verfolgt aben, als auf gut Glück Nichtkämpfer zu töten und Eis entum zu verwüsten, so ist die Absicht vollständig mißlungen. it einer Ausnahme wurden nur Bauten beschädigt, die mit dem Kriege nichts zu tun haben. Die 127 Personen, die getötet wurden, sin außer zwei Soldaten, die auf der Strasse getroffen wurden, alle Ziwi⸗ listen. Infolge der frühen Stunde wurde die Anwesenheit des Feindes von viel mehr Personen bemerkt, als bei früheren Gelegenheiten. Hunderte und Tausende, die die Bomben hörten, blieben ruhig. Man regte sich womöglich noch weniger auf, als bei früheren Gelegenheiten. Die amtliche Warnung, Zufluchts⸗ stätten aufzusuchen, wurde besser beachtet. Sobald die Luftschiffe fort waren, hörte die Beschießung auf. Die meisten, die nur die Beschießsung abgewartet hatten, gingen zu Bett, ohne sich viel um einen neuerlichen Angriff zu kümmern. In den Theatern, wo das Schießen und die Explosionen gehört wurden, entstand keine Panik. — In fünf Distrikten wurde Schaden angerichtet. Im ersten wurden Wohnhäuser wenig beschädigt, nur einige große Läden litten: die Straßen 1 hier breit. Vier Bomben fielen auf die Straßen; die fünfte fiel in den Hinterhof eines großen Gebäudes, in dem sich viele Menschen befanden. Eine Bombe drang in einen Tunnel mit der Hauptleitung für Gas und Wasfer. Es entstand en Brand, der keinen großen umfang annahm, aber mehrere Stunden dauerte. Durch diefe Bombe wurden die Häuser im Umkreise ernstlich beschädigt; alle Fenster ringsherum wurden zertrümmert. Die Getöteten waren entweder auf der Straße ge⸗ troffen oder befanden sich in den zweiten Stockwerken. Eine starke Bombe fiel in den Garten eines großen Mietshäuserblocks. Meh⸗ rere Zimmer des Erdgeschosses wurden zerstört; im ersten Stock wurde großer Schaden angerichtet. Eine andere Bombe fiel auf einen anderen Häuserblock und zerstörte das oberste Stockwerk, Unfälle sind hier nicht vorgekommen, obwohl einige Personen nur mit knapper Not der Gefahr entronnen sind. Im dritten Bezirk wurden zwei Geschäftshäuser 1 die aus Eisenbeton gebaut waren. Eine Bombe fiel auf das Dach, richtete aber wenig Schaden an, eine andere explodierte vor dem Eingang. Der größte Schaden wurde hier an den Fenstern und Decken der gegenüberliegenden Häuser angerichtet, Eine dritte Bombe fiel e Dach eines kleinen alten Hotels; die oberen drei Stockwer wurden gänzlich den tiefer gelegenn Lerstört. Die Bewohner waren bereits nach N S Der vierte Distrikt tockwerken geflüchtet und blieben unverletzt. ist ein armes Arbeiterviertel. In den meisten Häusern wohnt eine graße Zahl Menschen. Hier wurden mehr Bomben geworfen als anderswo. Der den traf ausschließlich kleine chäftsleute und arme Familien, die den größten Mut an den Tag legten. Eine Gruppe kleiner Häuser wurde durch eine einzige Bombe ganz ver⸗ nichtet. Eine Bombe fiel auf einen Kuhstall: eine Kuh wurde etötet, das Haus schwer beschädigt. Der fünfte Distrikt war eine Vorstabt, wo sich keine einzige Fabrik und kein Magazin befindet, gur einige Läden. Unbegreiflicherweise wurden hier sehr viele Bomben, geworfen; es war wohl Schnellseuer beabsichtigt. Das Bombardement dauert mehr als eine Minute. Nur drei Häuser wurden wirklich getroffen. Die 1 5 0 war kräftig genug, um Häuser selbst auf einen großen Abstand zu zerstören. Hier wurde viel Schaden angerichtet. Piele Personen sind tot oder verwundet. London, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Auf eine Anfrage des Abgeordneten Barlow, ob entsprechende Maßnahmen zum Schutze der Westminsterabtei, der St. Pauls ⸗Ka⸗ thedrale, des Britischen Museums, der Galerien usw. gegen Luftangriffe ergriffen seien, hat Asquith schriftlich die Antwort gegeben, es sei offenbar unmöglich, Schritte zu tun, die einen gölligen Schuß der genannten Gebäude gewährleisteten; aber Schritte seien getan, um den Gebäuden einen gewissen Schutz u gewähren. Es sei zu hoffen, daß der Verteidigungsdienst unter ercy Scott den weiteren Versuchen der unterschiedslosen Zer⸗ störung von Eigentum wirksam begegnen werde. 0 Aus dem Reiche. Die Reichsprüfungsstelle für Lebensmittel. Berlin, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Heute vor⸗ mittag hat die erste Sitzung des Beirats der Reichs prü⸗ fungsstelle für Lebensmittel stattgefunden, die burger Telegraphen⸗Agentur meldet aus Stockholm vom 8. Ok⸗ tober: Nach I4monatiger Gesangenschaft ist der frühere russische von dem Stellvertreter des Reichskanzlers, zellenz Dr. Delbrück, persönlich eröffnet wurde. Nach einem ein⸗ leitenden Bericht über den Aufgabenkreis der Reichsprü⸗ fungsstelle, insbesondere die Preisregelung und die Liefe⸗ rungs⸗ und Verbrauchs regelung wurde allseitig anerkannt, daß schnelles Eingreifen und daher sofortiges Zusammen⸗ treten der zu wählenden Ausschüsse erforderlich se. In großen Zügen legte der Vorsitzende das Programm für die Arbeit dieser Ausschüsse dar. Nach einer al semeinen Aus⸗ sprache wurden vier Ausschüsse(1. Vieh, Fleisch, Wurst⸗ waren, Fische; 2. Milch, Butter, Käse, Eier; 3. Fartoffeln, Gemüse, Obst; 4. Kolonialwaren, Vorkost⸗ und Teigwaren) Narben die schon heute und morgen ihre Tätigkeit beginnen werden. Die Deutsche Gesellschaft für Bevölkerungs politik. Berlin 18. Okt.(WTS. Nichtamtlich.) Heute hat int Preußischen Abgeordnetenhause die erste al gemeine Ver⸗ sammlung der deutschen Gesellschaft für Bevöl⸗ kerungspolitik mit dem Hauptziel auf Bekämpfung des Geburtenrückganges stattgefunden. Zum Vorsitzenden wurde Ge⸗ eimrat Professor Julius Wolf gewählt. Das Wort 1 im Sinne der Notwendigkeit der Gründung die Abgeordneten Basser⸗ mann, Naumann, Freiherr von Zedlitz⸗Neukirch, Graf Westarp, Faßbender, ferner General von Blume, der Vorsitzende des Zentral⸗ rates der deutschen Gewerkvereine Gustav Hartmann, die Pro⸗ fessoren Neißer, Hochmeier und Seeberg, der Vorsitzende des Aus⸗ schusses der preußischen Aerztekammern, Geheimrat Stöter, und die Vorsitzende des deutschen Frauenbundes, Paula Müller“ Der Reichskanzler hatte einen Vertreter entsandt. Der Beifall des dicht besetzten Hauses, der vielfach begeisterte Inhalt der Reden und Telegramme bewies, daß es sich hier um eine bedeutsame Kundgebung eines großen Teiles des deutschen Volkes handelte. * Berlin, 19. Okt. In manchen Blättern ist der Mei⸗ nung Ausdruck. als ob die konservative Par⸗ tei hinter dem Vorschlag einer sächsischen Zeitung stehe, den jetzigen Reichstag vor den Verhandlungen über den fpäte⸗ zen Friedensschluß gufzulösen. Die„Kreuszeitung“ kann mit Bestimmtheit mitteilen, daß die gesamte konservative Partei einen solchen Gedanken entschieden ablehnt. 8 Berlin, 18. Okt(WTS. Nichtamtlich) Der Höch st⸗ preis für Butter im Kleinverkauf ist laut Bestimmung des Oberbefehlshabers in den Marken auf 2.80 Mark für das Pfund festgesetzt worden. b 5 9 Hamburg, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Stell⸗ vertretende Kommandierende General des 9. Armeeko hat eine Verordnung erlassen, nach welcher der Höch st⸗ preis für das Pfund Butter im Kleinhandel— beste Ware— auf 2.60 Mk. für die Städte Hamburg, Lübeck, Altona und Wandsbeck festgesetzt wird. 5 — —— —— 5 Aus Stadt und Cand. a Gießen, 19. Oktober 1915. Der Postverkehr in Gießen. Postbeförderungs⸗ Gelegenheiten in Gießen, nach dem Winter⸗ Fahrplan 1915 zusammengestellt. Folgende Eisenbahnzüge werden zur Be örderung von Post⸗ sendungen benutzt. Es bedeuten:& Befördern g von Postsendungen jeder Art, E Beförderung von Briessendungen jeder Art und Beutel⸗ stücken, Beförderung von gewöhnlichen und Einschreibbriefen, Beförderung von Paketen, e. Beförderung von Briesen in ge⸗ schlossenen Beuteln, Beförderung von Sendungen jeder Art in geschlossenen Wagenabteilungen,() Benutzung nur an Werk- lagen. Die mit c, EJ Rund U bezeichneten Züge führen Postwagen mit Brieskasten. 0 9 2 e, Grit. 602, 81d b). 10e, 108 f., 4 110 2206, 5000 1„ beisee, 810 pg, 7. 12 1 500, 5 5 5300, 728, 820 6, 2220 1 0, 125, ft 8 e we wel 125 4 1, 2, 5280, 8120, 9, 10169, 121, 12802 , 2 5e, 847, 1005„ 121⁰ù, ö c) Richtung nach Köln? 52, 647, 81, 1248 8, 32808), 6440, 10205. d) Richtung nach Koblenz: 452, 659, 1220, 604, 8446. Richtung nach Ful da: 5400, 812, 1208), 220(e), 6510. t) Richtung nach Gelnhausen: 540, Slstes, 1284(8), 510=,—65 57 g) Richtung Gießen— Lollar rünberg: h) Richtun 8 50, 2188). nach Rodheim(Bieber): 630%, 1020 nur Sonn- und Feiertags, 1180) 6 nur Briefe und Pakete für Heuchelheim. ) Landposten: N 1. Gießen— Wie seck— Alten⸗Buseck: 6108, 80%), Ze),&) Sonn- und Feiertags Botenpostj. 2, Gießen— Steinberg— Grüningen: 845()[Sonn- und Tae 64 U ng mit Schaffnerpost ug 54 V. 3. Gießen—-Klein⸗ Linden: 680 Kariolpost, 250[ Botenpost. Beim Postamt! treten die Schlußzeiten im allgemeinen ein: für gewöhnliche Briefsendungen 10—20 Minuten, für Einschreib⸗ briese 25—30 Min., für Wertbriese und Pakete 3060 Min. vor Abgang der Züge.. Die Skadtbriefkasten werden geleert:. Werktags zwischen 530 und 635 V., 8158 und 920 V., 1015 und 1115 B., 1130 8. und 120 N., 245 und 380 R., 5 und 6 N., 645 und 755 N., 915 und 1025 N. 8 Sonntags zwischen 580 u. 650 V., 1015 und 1130 V., 70 und 820 N.— Genaueres ergeben die Leerungstafeln an den Brieskasten, Die eingesammelten Briefe gelangen mit der nächsten Beför⸗ derungsgelegenheit zur Absendung. Vom Postamt 2(Schulstraße) gehen werktags Versande nach dem Postamt 1 und dem Bahnhof 915, 1130, 1280, 345, 550, 65, 725, 84 5 an Sonn- und Feiertagen: 915, 180 5 Die Schlußzeiten treten ein: für gewöhnliche Briese 5 Minuten, für Einschreibbriese 15 Minuten und für Wertbriefse und Pakete 30—40 Minuten vor Abgang der Versande. 5 Briesbestellung: Um das Publikum über die rechtzeitige Bestellung der Briese 15 unterrichten, geben wir nachstehend eine Uebersicht, welche Briese ei den einzelnen Bestellgängen planmäßig abgetragen werden. 5 Letzte Post Letzte Brieskastenleerung 1. Bestellung 71 V. Post mit Zug 180 530— 685 V. von Kassel 611 B. 5 10350 V. Briespost mit Zug 71 815—920 V. 9. 8 von Frankfurt 1008 V. 8.„ 60 N. Posten mit den Schnell- zügen von Frankfurt ö und Kassel 544 N. Nilitäxpersonalien. Dem älteren Sohne des hie⸗ sigen Pfarrers Schwabe(stud. med., Sanitäts⸗Unterofftzier) wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen, der jüngere wurde zum Leutnant d. R. im Inf.⸗Regt. Nr. 116 befördert. —. Offizierstellvertreter Leo Bender im Landsturm⸗Infanterte⸗ Regiment Nr. 10 wurde mit dem Eifernen Kreuz ausge⸗ zeichnet.— Dem Gefreiten Friedrich Ha rtmann aus Gießen im e 116, wurde die Hessische Tapferkerts⸗ medaille verliehen. Er befindet sich schon seit Kriegsausbruch ununterb im Felde.— Offizierstellvertreter Otto Wagner aus Gießen, beim Landsturm⸗Infanterie⸗Bataillon Gießen, wurde 15. cen d. Ldw. II befördert.— Dem städl. Bawjührer Leutnant 56 N. b der Landwehr im Res.⸗Inf.⸗Agt. 118 Arthur Wachsen hier wurde das Eiserne Kreuz und die Hessische Taserkeits med ail le verliehen.— Der Führer einer Minenwerfe Ab g im Westen 9 5 1 5 Olnzier Stellvertreter deltsmodaille. g Amtliche Versonalnachricht. Der Groß · herzog hat am 16. Oktober d. J. den Landgerichtssekretär bei dem Landgericht der Provinz Rhein bessen Juslizrat Peter Wei rich, unter Anerkennung seiner langläbrigen treuen Dienste, mit Wirkung voin 1. Noveinber 1915 ab in den Ruhestand verseßt. 5 Nahrungsmittel zufuhr. um dem zurzeit be⸗ stehenden Butter⸗ und Eterm angel abzuhelfen, hat der Kreis Giessen Veranlassung genommen, Eier und Butter in größeren Mengen für den arf des privaten Haus⸗ halts zu beziehen. Der erste Waggon Eier(ca. 80 000 Stück) ist hier eingetroffen. Die Abgabe an die Konsumenten wird — Preise von 17½ Pfg. für das Stück von den von Behörde hierzu bestimmten Geschäftsstellen erfolgen. Die Abgabe dieser Eier an Händler, Bäckerund Kon⸗ ditoren zum gewerblichen Verbrauch ist unstatthaft. Es wird erwartet, daß die Genannten 0 9 Eier für ihr Ge⸗ werbe auch nicht auf Umwegen zu ver chaffen suchen. Nä⸗ heres werdendie in Kürze erscheinenden An⸗ zeigen mitteilen. 5 an, erbte die vehuche Tapler⸗ Stadttheater Der schöne Erfolg der ersten Vor⸗ stellungen hat bewirkt, daß noch nachträglich Abonne⸗ mentsanmeldungen einlaufen. Das Stadttheater muß unter den gegenwärtigen Umständen auf weitgehende Unterstützung von seiten der Bürgerschaft rechnen und die Eutnahme von Abonnements bedeutet in erster Linie eine solche Unterstützung. Es sei deshalb nochmals be neuen Abonnenten für erledigte Vorstellungen kostenlos Gutscheine geliefert werden. 1 „ Juartiergelder. Die Vergütungen nat September in schaften der La 5 0 bezahlt; an die en Namen beginnen mit: A7 D GK Freitag, den 22. Ok⸗ tober, L—R Samstag, den 23. Oktober, 3 Montag, den 25. Oktober, jedesmal von 8—12 Uhr vormittags und 2—5 Uhr 1. e Die Zahlstelle ist im Stadthaus, Zimmer Nr. 4. Es wird genannten Tagen abzuholen. a Paket⸗ und Stückgutverke Ab 15. Oktober ist der Privatpaket⸗ und Fraß tstückgutverkehr an alle Truppen des östlichen und mestlichen Kriegsschau platzes freigegeben und bleibt vorläufig nur noch für die auf dem Balkan kämpfenden Heeres⸗ angehörigen gesperrt. Im Verkehr nach dem Nordosten mu mit verlangsamter Beförderung gerechnet werden, wesha es sich empfiehlt, den Versand dorthin einstweilen auf das Notwendigste zu beschränk e n. 5 * Zu unserem letzten Stadtratsbericht schreibt uns Herr Stadtv. Win n: In Ihrem Bericht über die Stadtverordnetenversammlung am 15. Oktober betr. die Bewill igen 1 5 fung von en n für die Jugendwehr haben Sie die pon mir gebrachten ür die im Mo⸗ werden . 5 7 die Herren usp. Ich habe ausdrücklich bei Beginn der führungen betont, daß ich timmen wolle und uhr dann fort, daß in der jetzigen Zeit, wo die Stadt überall roße Opfer E habe, ige Anfo⸗ en zurü gestellt werden ollten. 5* 3 Unsere Leser werden verstehen, daß bei diesem Sach⸗ eigerungen. Mittwoch, den 20. u ktoher von vormittags 10 Uhr ab kommen guf dem städtischen Schlachthofe in Darmstadt 100 Stück Beute⸗ chen Tops, im Alter von 3 Monaten bis 2 Jahren zur Versteigerung. An den Versteigerungen können nur teilnehmen. Die Versteigerungen erfolgen gegen Barzahlung. Eine Rückvergütung auf die det Aufeie wird für er kommen im Anschluß an diese latze 6 Stück seinerzeit aus Belgien l eingeführte gute 12 jährige und ältere Fohlen(Quarantäne⸗ B steigerung können si cl Landwirte beteiligen. Sie erfolgt gelt b wehr II wurde bffzersfitdenfger A. Kopp von hier befördert. e. Lich, 18. Oft. Auf Anr; des ie⸗Wacht⸗ meisters Weber, Leiter der Jugen bee de den 22. d Mts hende 2 ihr, Ju Aich en Sils S lbau durch N 2. d. 55„Ju Lich in Steins Saalba Herrn„ Leutnant d. R, ein Vortrag über elgs erlebnisse i f * Lollar, 19. Okt. Die Sammlung des Ortsaus⸗ schusses vom„Roten Kreuz“ in Lollar für die Kriegs⸗ gefangenen in Rußland betrug hier trotz der jetzigen euren 155 410 Mk. Langs dorf, 17. Okt. Die hessische Tay keits⸗ 21127 8 18 Res ge 14, iserne Hreu⸗ r i i 15 Fed, Ker get 18 und gardist Pa u h e J ent 118880 e Beuern, 18. Okt. Die hiesige Kirche, it e noch spärlich durch Petroleumlampen erleuchtet wird, soll d es Licht erhalten, desse nun elektri f etragen sollen. Durch eine etwa 300 Mar lung wurde dafür 9 5 59 9 hofen, 17. Okt Obbornhofen, 17 Okt. Den Tod fürs Vaterland starb in Prunea der Musketier Wilhelm Block 1 8 Am 4 sich hier ein beklagenswerter Unfall zu. Zwei kleine Kinder im Alter von 4—5 Ja zwängten sich durch eine. ins Transformatorenhimschen und kamen ö stromleitung zu nahe. Beide erlitten schwere e e e und Beinen und es wahrscheinlich m ust ihrer gesunden Gliedmaßen büßen müssen, daß sie ohne Aussicht gewesen sind. 5 K ener 224. 17 Jlauberg, 18. 3 nt westli i 5 nlaze fel der Osstzierselvertreter Bech ben Kriegsschau u. Nibda, 17. Ott. Eine Aepfelernte, wie sie seit langer Zeit nicht da war, konnte in ganz besonders reicher enge in unserer nächsten Umge kingebracht werden. Ein Beweis dafür sind auch die unzähligen Fuhrwerke, die in den letzten Wochen eine Unmenge Aepfel aus den umli Ortschaften an die algen ue auer ee aße Ae N emeinen an reise bezahlt. war üttel⸗ obst. Der Zentner wurde mit 3—4 Mark Feten 1 1 427 5 Düdelsheim, 17. Okt. Als Bran stifter, der Mürzlich bier ein Anwesen in Flammen aufgehen lief, wurde der 5 Knecht Schmitt aus Westwelten ermittelt, Der Mann tand hler nur 5 Tage in Arbeit und war am Morgen nach der Tat verschwunden. Amtssiegel gestohlen hat, Jo ist anzunehmen, daß er mit gefälschten Papieren reist Borsdorf, 17. Okt. In den f. sten wurden verwundet Georg Widders heim, it nac den Strauch und Rudolf Scherer. 5 und hat ist nach Mitteilung eines K per. 55 iebt seinen Waehlen Nach echt zugehen dae 5 Samstag tont, daß ringend exsucht, die Beträge an den K r ins Feld. nd Metzler, ist in Belgien, wo er Kreis Alsfeld. n. Ober ⸗Ohmen, 16. Ott. Durch den 5 Granate starb in A. en der hiesige Lehrer Karl Gorr als Leutnant d. Res. den Tod bei Lille und in den Karpathen ereits zweime wundet worden war. Er liegt auf dem Militärfriedhof in Czernay begraben. Der Gefallene stand im 29. Lebensjahre und stammte aus Heuchelheim im Kreise Gießen. a 5 Kreis Schotten. Hartmanns hain, 16. Okt. Unter einem großen Trauer⸗ gefolge wurde gestern nachmittag 2 Uhr der im Lazarett zu Mainz derstorbene Wehrmann August Klein von hier zu Grabe getragen. Eine Abteilung Landsturmmänner vom Gießener Landsturmhatail⸗ ban gab am Grabe die drei üblichen Ehrensalgen ab Eine Anzahl erwundeter aus dem Lazarett Lauterbach sowie in der Heimat weilende verwundete Krieger, ferner die Kriegerbereine von Ber⸗ mutshain, Grebenhain, Erainfeld, Herchen han und Hartmanns⸗ hain gaben dem fürs Vaterland Gefallenen das letzte Geleit. qu. Ober⸗Lais, 17, Okt. Der französische Angriff im Westen hat auch in unserer Gemeinde wieder ein Opfer gefordert. Am 25. September fand in den Argonnen der Wehrmann Adolf Kürchbof den Tod. Der Gefallene ist das siebente Opfer in un⸗ in rusßemeinde. Vier Krieger sind vermißt, einer befindet sich in russischer Gefangenschaft. Laubach, 18. Okt. Den Tod fürs Vaterland sta reh der Lehrer Klärner, welcher einige Jahre an biesiger Schule wirkte. — Lehrer Heinrich Schaaf, Offizierstellvertreter im Inf.⸗Regi⸗ ment 116, wurde zum Leutnant d. R. befördert i perstarb an einer schweren Verwundun halten hatte. Kreis Friedberg. f *. 17. Okt. Mit dem Eisernen Kreuz wur⸗ met der Pionier K g, die er in Rußland er⸗ santerie⸗-Regimenk 116. 5 17 Nisder⸗Wöllstadt, 18. Okt. Die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille erhielt Lehrer Freudemacher. Starkenburg und Rheinhessen. Offenbach a. M. 18. Ott. Eines eigenartigen Todes starb hier der 61jährige Packer Georg Ziegler. Beim Trans⸗ vort einer Flasche Salzsäure zersprang das Gesäß und die Säure strömte aus. Ziegler suchte die Flüffigkeit mit Erde zu be⸗ decken, wobei er von den giftigen Gasen derart viel einatmete, daß er plöglich erkrankte und nach kurzer Zeit verstarb. 5 Worms, 17. Okt. Die durch Zufall freigelegten römi⸗ schen Gräber— es wurde kürzlich bereits darüber berichtet gehören zu den umfangreichsten Funden der letzten Jahre. Es wurden nicht weniger als 30 Gräber aufgedeckt, unter denen sich 10 Steinsärge befanden. Leider war nur noch ein Stein⸗ sarg gut erhalten. Dieser barg zwei lostbare Gläser, eine Münze mit dem Bildnis des Kaisers Konstautin 353361) und eine in Holzsärgen, von denen noch viele eiserne Sargnägel Kunde gaben. Als weitere Beigaben fand man in diefen Stätten 12 Glaͤ⸗ ser, 17 Tongefäße, 4 Bronzeschnallen, 4 Münzen des Kaisers Maxentius, Fibeln und Eisenmesser mit Horngriffen. Eine der Fibeln ist um deswillen pesonders beachtenswert, als sich auf dem vergoldeten Brouzebügel zwei Kreuze befinden, die beweisen, daß der Besitzer des Schmuckstückes vielleicht bereits ein Christ war. Das Alter der Gräber fällt in die Zeit um 350360 n. Chr. 180 Hessen⸗Nassau. 28 M arburg, 18. Okt. Der erste Vorsitzende des Gaues Hessen der deutschen Turnerschaft, Fabrikant Wilhelm einem Landsturmbataillon angehört, infolge Krankheit gestorben. Frankfurt a. M., 18. Okt. Bei der Ausübung seines Berufs wurde auf dem Bahnhof Oberrad der Hilfs⸗ weichensteller Heinr. Goll von einem Zuge überfahren und auf der Stelle getötet.— Der Vizewachtmeister Wetzler aus Wiesbaden sprang dieser Tage auf einen fahrenden Straßenbahnwagen. Er geriet vor die Räder, die ihm beide eine nahezu abfuhren. Der junge Mann ist jetzt im Kran⸗ kenhause am Wundfieber verstorben. Dilleußhurg, 17. Okt. Amtlichen Mitteilungen zu⸗ folge wird die neue Bahustrecke Dillen burg— Sie gen nun⸗ mehr bestimmt am 1. Dezem b er d Js. dem Verkehr übergeben. „ ul. Limburg, 16. Okt. Ein etzger wollte gestern ein Schwein durch die Altstadt nach dem Schlachthose fuhren. Ob er nun bei dieser Arbeit in Gedanken versunken war, oder ob sich das lette Borstentier der nahen Gefahr bewußt wurde— kurzum, das Tier ging seinem Führer durch und schlug seinen Weg durch die schmalen kleinen Gäßchen ein, die zum Versteckspiel wie geschaffen ind. Darob große„Sauha 6“ unter herporragender Mitwirkung der Limburger Jugend. Schließlich lam noch Militär hinzu und wackere La sturmmänner stellten sich der fliehenden„Wutz“ in den Weg. Doch die Landsturmmänner hatten nicht mit der Todes⸗ verachtung des grunzenden Flüchtlings gerechnet, und ehe sichs diner von ihnen berfehen hatte, sprang das Schwein Beine und trug den überraschten Landstürmer eine Strecke Wegs davon, dann warf es den strampelnden Reiter rücksichtslos in den Rinnstein. Endlich gelang es nach toller Jagd, den Außreißer zu erwischen und seinem Bestimmungsort zuzuführen. Aniversitäts⸗ Nachrichten. 3. Nürnberg, 19. Okt. Der Direktor der Handelshochschul⸗ kurse der Stadt Seele Professor Dr. Hans Dorn, der an der Technischen Hochschule und an der Handelshochschule München en Lehrauftrag für Versicherungswesen inne hat, ist vom Ver⸗ waltungschef bei dem Generalgouverneur in Belgien in die deutsche chon der Betrag von 200 Mark auf- einen n und eine Engländerin ist das Tod Zivi verwaltung einberufen worden. — Gerichtsfaal. Feldgerichtliche Urteile in Belgien. Brüssel, 18. Okt.(WTS. Nichtamtlich.) Durch feld⸗ erichtliches Urteil vom 9. Oktober wurden in Fo wegen Feiegsperrats bertel: Fünf Personen zum To le, pier Personen zu je 15 Jahren, eine Person zu zehn Jayren Zuchthaus und siebzehn Beschuldigte zu Zuchthaus⸗ bezw. Gefängnisstrafen von zwei bis acht Jahren; acht Personen wur⸗ den von der Anklage des Kriegsverrats freigesprochen. Gegen odesurteil bereits vollstreckt worden. Die zum Tode Verurteilten haben, nach ihrem eigenen Geständnis, viele Monate, die vorgenannte Engländerin neun Monate, mitgewirkt, versprengte englische und französische Ofsiziere und Soldaten und wehrfähige Franzosen und Belgier nach Holland zu befördern, damit sie sich dem Heere des Fein es anschließen konnten. Die 2 rteilten bilden eine wohlorganisierte Gesellschaft, die trotz der wiederholten Warnun des Generalgouverneurs mit verteilten Rollen etappenweise und im roßen Stile die Anwerbung und Zuführung Wehrfähiger für die fein liche Armee betrieben haben. — 5 8 N— Dermischtes. * Berlin, 18. Okt.(Pr.⸗Tel.) Der„Berl. Lok.⸗Anz.“ mel⸗ det aus Halle a d. S.: Geheimer Hofrat Richards, der frühere Direktor des Halleschen Stadttheaters und jetzige Direktor des Königsberger Stadttheaters, ist hier verhaftet worden; mit ihm eine Dame der hiesigen Gesellschaft. * Berlin, 18. Okt.(Priv. ⸗Tel.) 8 aus 1(Bayern): ist durch ein feuer beträgt 200 0⁰⁰ Mark, Das„Berl. Tageblatt“ 0 n): Das Tampfsäg, Fels eingeäschert worden. Der Schaden Wetteraussichten in Hessen am dlittwoch, den 20. Oktober 1015 Ziemlich bedeckt, trocken, kühl, nebelig. f Ulfa, 17. Okt. Der Landsturmrekrut Wilhelm Eisner Bronzenadel. Bei den übrigen 20 Gräbern erfolgte die Beisetzung 8 zwischen seine Die Marttpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 18. Oktober 1915. 112-138 Mt. Schweine 2 S r Kälber ½ Kg. Schlachtgw. 108.133 P.. 2 5180 l 000 S ieh ü 8. Fe 1 7 Ochsen 50 Kg. Schlachtgewicht% Kg. 120—124 Pfg. 1 120. 2 Pig. Cetreidepreise in Mann he im Brotpreise in G ießen: Weizen 100 Ig. 27.00 Mr. Roggen 100 Kg. 23.00 Mk. Weißbrot 2 Kg.— 57 Schwarzbrot 2 Kg. 68 Pfg. Rücktritt des Kabi Hang, 19. Okt. baldigen Rücktritt des aussehen. Grenzen i, Köln, 19. Okt. Schums ki in der mee leistet mit der jetzigen Offenf ewig dauern. Es sei wünsche Winters sein Heer reorganif . Ministerkrise in Ital „i. Köln, 19. Okt. Die Köln sischen Grenze: Sonn ino erkrankt und morden ist, erklärt der römis Parisien“, das sei unrie ig. 8 Mintisterkrtse in Italien Truppenlandungen der Die Engländer trachten die Sie haben auf der Terrasse telegraphische Station errichtet. Wien, 19. Okt. Nach ie gricchischen Behörden und Lugano, 19. Okt. Der Dan Piräus nach brüchige des Dampfers„Sallos Prince“ auf. Bei rollos“ wieder ins Meer: viele fielen ins heruntergelassen wurden. itt. empor und ein eleganter Offizier eigentlich sollte, schon 24 St. warum er die griechische Flagge lischen Gesellschaft gehört. Mahmid, eines Bruders des gege U-Bopts⸗Kommandant von einer en schaft des Borollos“ vereinten Kräften die Rettung de genommen. 5. i. Köln, 19. Okt. Die Köln. 15 Turiner„Stampa“, nach der di em die öffentliche Meinung man eine Bestrafung der u lichen fordern. d. i. mehr als die Ketzte Nachrichten. vorjährigen Offensive, aber diese Krä Entgegen den italienische Konstantinopel, 19. Okt. 23000 Franzosen und 13 600 Engländer gelandet. Höhen um Saloniki zu besetzen des Splendid⸗Hotels eine funken Für Truppentransporte aus Aegypten stehen ihnen angeblich 120. Schiffe zur Verfügung. zuverlässigen Meldungen aus Salo⸗ niki vollziehen sich die englisch⸗französischen Truppenlandungen außerordentlich langsam und noch viel schleppender der Ab⸗ transport nach Norden, wi täglich nur ganz kleine Truppenme tiert. Indessen wird Saloniki von den Engländern und Fran⸗ zosen durchaus als eigener 1 7 behandelt ohne Rücksicht auf i ihre Einsprüche. Hafen polizer und Hafenfapitanat sind in den Händen der Frauzosen und Engländer. Befonders die Engländer üben ihre Gewalt über die Stadt aus Auf griechischer Seite wachsen die Be und Franzosen sich dauernd in Sal Ein türkisches U⸗Boot. England und nahm unterwegs bei Kreta von einem deutschen Unterseeboot versenkten der Weiterfahrt wurde der„Bo⸗ wieder von einem türkischen Unter seeboot“ drei Kanonenschüsse angehalten. Sofort sprangen 150 Wasser, weil die Rettungsboot Mittlerweile tauchte das Er erkundigte sich e der Damp 1 früher eingetroffen bei, führe, obwohl er doch eine Auf die Fürbitte des ägyptischen Sultans, nahm der Versenkung Abstand und ließ sich von dem Prinzen die Erklärung ausstellen, daß zwei Drittel der Passagiere und die Mannschaft Griechen seien. Von der Mann⸗ seebogtsmannschaft wurde mit r im Wasser befindlichen Die Australier auf Gallipoli. Atg.“ 8 7 eine Meldung d e Presse lebha „Gallipoli bespricht. Wenn enden militärischen Gründen wie der Unter Liquidation der Unternehmungen au dieser Entschluß auch aus einleuchtende risch efaßt worden sei, so schreibt die australische Presse, so würde sich 5 zwar fügen, immerhin aber würde Die australische Armee hat bis Hälfte ihres Bestand netts Viviani? der russischen Offensive. Laut„Köln. Volksztg.“ f „Birschewija Wjedomosti“: ive mehr als teren. ien wahrscheinlich.“ „ Ueberschrift wahrscheinlich. Entente in eil die eingleisige Bahn ngen nach Norden abtranspor⸗ 1 npfer„Borollos“ kam an Bord des nwärtigen e australis nfähigen Berichte aus Paris lassen einen gesamten Kabinetts Viviani vor⸗ chreibt Oberst Die russische Ar⸗ mit der größten ftanstrengung kaun nicht I nswert, daß die Offensive im Westen bald fiegreich sein möge, denn Rußland will während des meldet von der franzö⸗ n Meldungen, wonach alb der Ministerrat verschoben Berichterstatter des„Petit J. Er wisse zuverlässig, daß die Ge⸗ sundheit Sonninos nichts zu wünschen übrig lasse. Welche Meinung man in Paris von der angeblichen Krankheit hat, geht daraus hervor, daß das„Journal“ dafür die gebraucht Saloniki. Bei Setünlik sind bisher sorgnisse, daß die Engländer oniki festsetzen wollen. fuhr vom 21 c. englischen ferner, r eng⸗ Prinzen Verantwort⸗ her 29 000 Mann, es, eingebüßt. Paß 8 Bassagiere e zu hastig Unterseeboot des„Borollos“. ser nicht, wie er vor⸗ er die Galem. Deriktf em uns 5 0 Galem Gold See pot mddssdg bad 50K es m depadlt br. 2 Nn nidze Dresden Sd Hönig v Sacdbsen Trusffrei! 2 4 — 45 TTT 8 82²⁴ Heute mittag 12 Uhr wurde mein innigstgeliebter Gatte, unser herzensguter, treubesorgter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Konrad Walther Obermeister der Schmiedeinnung Giessen(West-Anlage 56), den 18. Oktober 1915. Pie Beerdigung findet Mittwoch, den 20. d. Mts., von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Artillerie⸗Verein Gießen. In Erfüllung einer trau⸗ rigen Pflicht teilen wir den Herren Kameraden mit, daß unser Kamerad und zweiter Vorsitzender Ian Lud falber, melenester sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 20. Oktober, na 5 mittags 3½ Uhr statt. Wir bitten um zahlreiche Beteilig ung. Der Vorstand. Schwesterchen Lollar, den 19. Oktober 1915. Die Beerdigung findet Mittwoch, 20. Oktober, 8 nachmittags ½ Uhr statt. Verwandten und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß unser liebes Töchterchen und Alwine nacb kurzem schweren Leiden, im Alter von 6 Jahren sanft entschlafen ist. 755 Die trauernd Hinterbliebenen: Georg Rubl, z. Zt. im Felde und Familie. 8235 von langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden durch einen sanften Tod erlöst. In tiefer Trauer: Elisabeth Walther geb. Michel Elisabeth König geb. Walther Luise Keppler geb. Walther Tillg Walther E. König Aug. Keppler, zur Zeit im Felde und 8 Enkelkinder. Beileidsbesuche dankend verbeten. Nähr- u. Krältigungsmittel nachmittags 3½ Ukr, Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil⸗ nahme bei dem Heldentode unseres lieben Sohnes und Bruders Philipp Heinrich sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Lang⸗Göns, 18. Oktober 1915. 82 Philipp Frey und Familie. 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Gäste e Der Vorstand. 8²²³ñ D SSS SSS SSS SSS SSS ο licher, tréèuer, braver Sohn, unser einziges Kind Musketier Heinrich im Alter von 23 Jahren. Saasen, Hungen, Villingen, Hattenrod. Auf; ae schwer und müde, Sank bin dein Haupt zur le zten Ruh, Für's Vaterland gabst du dein Lehen., Schlaf wohl, du wackrer Streiter, du. Warst noch so jung, starbst viel zu früh, Wer dich gekannt, vergißt dich nie. Doch liegt es in des Höchsten Plan, Was Gott tut, das ist wohlgetan. Wenn Liebe könnte Wunder tun Und Tränen Tote wecken, So würde dich im fernen Land Nicht fremde Erde decken. Ruhe sanft, du freues Herz, Du hast den Frieden, wir den Schmerz. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 18. September infolge eines Kopf-chusses unser innigstgeliebter, herzensguter, unvergeß- im Reserve-Infanterie-Regiment 254, 2. Kompagnie In tiefem Schmerz: Heinrich Loth III. und Frau, geb. Zimmer nebst allen trauernden N Wiedersehn war sbine und unsere Hoffnung! Loth 6570⁵ PPPPPPPPPPCPCCPVVVVVUVUVUVUUVVUVUVUVUVCV— Bäantlarbeiten große Auswahl und viele neuheiten in gezeichneten und angefangenen Arbeiten Stoffe und materiauien Jowie alle Arten empfiehlt Sonnenstraße 25 8219 J. h. fuht 14 ernrut 652:: CCCCWCCWGGGCG SSS Hess ——— Fertige 8 Handarbeiten? 5 N Deskehen, 5 95 1.45 18. 5 Kosnak 25 bruchsicherer Rum Holzpackung LIKöRE der Firma Oarl Mampe, Berlin wie: Berliner Kümmel Mampes Blitere Tropfen Cherry Bransy urfärstl. Hagenbitter Halh& Halb et- Prakt. Feldkocher Steher wirkende Ungeziefer- Mittel Mediz.-Drogerie 2 Kreuzplatz Fernsprecher 706 8192a Kreuzplatz 9 80671 Prima 1 ö* Pergament Paubel- Most daumen eingetroffen ieder 1. Weinstube Seibel. Weisse Kolter 150/200 2.60 140,190 2.45 133⁰234 2.75 18233a 14 Bahnhofstrasse 14 58999890 97995 0 90 00 o ee D 8 8 00 oo Sessel o οõο g Weit unter dem Werte Posten Schwere Kaufhaus Katz abwärts zahlen Copfwascse 1 mit dem neuesten elektrischen Trockenapparat und Frisieren 1. 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