240 Der Gießener erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sießener Familienblätter; eee 25 latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Wee Jerusprech- Anschlüsse: e Verlag, Geschäftsstelleö l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Seierl Anzeiger fü Oderhesen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. dienstag, 12. Oktober 1015 Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel ⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. . (TB.) Großes Hauptauartier, I. Okt. Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend Souchez⸗Neuville und in der Champagne nordöstlich von Le Mesnil wurden feindliche Handgranatenangriffe abgewiesen. 5 N Unsere Kampfflieger erledigten gestern 4 feindliche Flugzeuge. Ein englisches Flugzeug stürzte östlich von Poperinghe ab. Nordwestlich von Lille zwang Leutnant Immelmann einen englischen Kampfdoppeldecker in 4000 Meter Höhe nieder. Dieser Offizier hat damit innerhalb kurzer Zeit 4 feindliche neger zum Absturz gebracht. Ferner wurde in der Champagne bei Somme⸗Py und auf den Maashöhen westlich von Hattonchatel je ein französischer Kampfdoppeldecker im Luftkampf abgeschossen. Wir büßten ein Beobachtungsflugzeug südlich des Priesterwaldes ein. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Vor Dünaburg und nordöstlich von Widsy sind russische Angriffe abgeschlagen. Ein feindliches Flugzeug wurde westlich von Smorgon heruntergeschossen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Oestlich von Baranowiczi wurde ein schwacher feind⸗ licher Vorstoß leicht zurückgewiesen. a Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. In den Kavalleriekämpfen in der Gegend von Kuchocka⸗ wola ist der Gegner hinter die Abschnitte der Bezimin⸗ naja und Wiesiolucha geworfen. Bei Jeziercy sind die Gefechte noch nicht abgeschlossen. Nördlich von Bielskaja⸗Wola ist der Feind vertrieben. Die Armee des Generals Grafen Bothmer wies er⸗ neut starke feindliche Angriffe ab. Deutsche Truppen nahmen die Höhe südlich Hladki(am Sereth, 15 Kilometer nord⸗ wtstlich von Taruopol) und schlugen aus dem Dorfe Hladki augesetzte russische Vorstöße zurück. Balkan⸗Kriegsschauplatz. An der Drina entwickeln fich weitere Kämpfe. Auf der Front zwischen Schabatz und Gradiste ist der Don au⸗ übergang vollendet. Sidlich von Belgrad sind die f ber zwischen Zarkowo und Mirijewo erobert. Weiter östlich ist der Angriff im Gange. Die Anathema⸗ Stellung im Donaubogen vor Ram wurde erstürmt. Weiter unterhalb von Orsova finden stellenweise Artilleriekämpfe statt. Die deutschen Truppen machten bisher 15 Offiziere, 1542 Mann zu Ge⸗ fangenen und erbeuteten 17 Geschütze, darunter zwei schwere, sowie 5 Maschinengewehre. ** 8 Der neuen Kraftentfaltung deutscher und österreichisch⸗ angarischer Truppen unter Mackensen, dessen Feldherrnfigur wir in seiner neuen, die Geschicke Europas entscheidenden Aufgabe riesengroß emporwachsen sehen, haben unsere Feinde nichts ähnliches an die Seite zu stellen. Düstere Schatten der Ohnmacht und innerer Zerwürfnisse lasten auf den Län⸗ dern der Entente. Obgleich die Zensur sicher manches unter⸗ drückt und verwischt— in Frankreich sind laut neuesten Nachrichten wieder mehrere Blätter gemaßregelt worden— erkennt man doch, daß die allgemeine Stimmung in London und Paris nie so düster war als jetzt. Von der französisch⸗ englischen Offensive gegen Deutschland ist kaum noch die Rede, und unser neuester Tagesbericht beweist uns, daß die Stürme sich wieder gelegt haben, nachdem die deutschen Bäume sich nicht haben entwurzeln lassen. Die Heere des Zaren spielen die Rolle, die Hindenburg nach all den furcht⸗ baren Schlägen der letzten Zeit ihnen zugewiesen hat: sie beschränken sich im wesentlichen auf eine kraftlose Defensive, die unseren Führern im Osten Gelegenheit gibt, die Stellun⸗ gen der verbündeten Truppen zu verbessern und auszubauen. Das neue Abenteuer der Entente in Saloniki steht unter den ungünstigsten Vorzeichen. Als die Griechen in grauer Vorzeit zur Abfahrt gen Troja im Hafen von Aulis gün⸗ stige Winde abwarteten, gedachte ihr Führer Agamem non durch die Opferung der Iphigenie der Götter Gunst zu er⸗ schmeicheln. General Hamilton, der englische Führer, hat in Saloniki wohl einige Vorbereitungen getroffen, aber er schaut sich vergebens nach einem Seher um, der ihm für seinen wagemutigen Zug das Herz stählen könnte. Die Opferdüfte, die in Saloniki seit mehreren Tagen zum Himmel hinauf steigen, haben die englischen und französischen Priester noch zu keinem Entschluß gebracht. Düstere Propheten lassen sich vernehmen. Man spricht davon, daß nicht weniger als 300 000 Mann nötig seien, um Serbien zu Hilfe zu kommen, und während man in England zaudernd den Gedanken er⸗ wägt, ob Verstärkungen aus der Dardanellenfront zu ent⸗ nehmen seien oder nicht, während noch kein Beschluß darüber gefaßt zu sein scheint, ob auch Italien griechisches Land durchschreiten soll, treiben die temperamentvollen Franzosen zum Aufbruch. Es heißt heute, Delcassé sei es nicht ge⸗ wesen, der zur Landung in Saloniki gedrängt habe, sondern er habe im Gegenteil davon abgeraten. 0 it ist es, daß Unstimmigkeiten in den Kabinetten herrschen. In Zürich wird ein Pariser Bericht veröffentlicht, wonach Del⸗ casses Rücktritt in Aussicht steht. 8 0 „Vergangenen Mittwochmorgen hätten sich, mit Rücksicht auf die Verschlimmerung der Lage auf dem Balkan, die französischen Minister der nationalen Verteidigung versammelt. Kurz darauf habe im Elysee eine Vollsitzung des ganzen Ministerrats statt⸗ gefunden. Es zeigten sich zwei Ansichten, während Briand und Augagneur für eine Durchführung der Truppenlandung spra⸗ chen, waren Delcasss und Millerand gegenteiliger Ansicht. Del⸗ casses wies auf die Haltung Englands hin, die ihm gänz⸗ lich unsicher schien. Tatsächlich hätten die Engländer ange⸗ sichts der Haltung Griechenlands mit der Landung gezögert. Sie hätten sich gewiß auch zur Landung nicht entschließen können, wenn nicht die Franzosen vorangegangen wären. Briand wies demgegen⸗ über darauf hin, daß die Uebereinkunft zur Landung zwischen Eng⸗ land, Frankreich und Griechenland(wobei wohl mit„Griechen⸗ land“ nur Venizelos gemeint ist) gemeinsam abgeschlossen worden sei, und daß mit der erfolgten Landung der Widerstand Exg⸗ lands überwunden scheine. Der Ministerrat ging darauf zur Be⸗ ratung der Einzelheiten der Landung über, wobei festgestellt wurde, daß England zu wenig Kräfte zur Verfügung gestellt habe. In der Frage über die Verwendung der Streitkräfte hätte allgemeine Uebereinstimmung geherrscht: Serbien solle soweit ge⸗ stärkt werden, daß der Erfolg sicher wäre. Joffre und French dagegen hätten eine zögernde Haltung eingenommen.“ All diese Dinge haben sich vor mehreren Tagen zu⸗ getragen. Der heutige Stand der Dinge ist durchaus in Dunkel gehüllt. Der beste Prophet und entschlossenste Gestalter der Zukunft scheint uns noch immer der Feld⸗ marschall von Mackensen zu sein. Sein Einmarsch nach Serbien ist rüstig brenn ritten Von Schabatz im Westen an der Save bis Gradischte an der Donau beim Eintvyttt in die Engen haben, so entnehmen wir einem Ueberblick der„Köln. Ztg.“, die verbündeten Truppen den Ueber⸗ Hasche über die Flüsse vollzogen und dringen vor. Die ser⸗ bischen Stellungen auf den Höhen südlich von Belgrad sind bei Zarkowo unweit der Save schon genommen und werden weiter östlich angegriffen. Die Armee Gall⸗ witz hat in dem von Donau gebildeten Bogen östlich von Poscharewatz und südlich des Uebergangs⸗ punktes bei Ram eine feindliche Stellung erstürmt. An der Donau finden bis Orschowa an der ungarisch⸗rumänischen Grenze Artilleriekämpfe statt. Die Zahlen der Gefangenen und der Beute sind beträchtlich, wenn man bedenkt, daß es sich um reine Frontalkämpfe handelt, bei denen keine Um⸗ gehung eingeleitet werden konnte und der Gegner imstande war, sich zurückzuziehen. Sie betrugen, abgesehen von schwe⸗ ren, blutigen Verlusten der Serben, über 2100 Mann, elf schwere Geschütze und 41 Feldgeschütze bezw. Rohre sowie fünf Maschinengewehre und außerdem viel Kriegsmaterial. *** Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 11. Oktober.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlantbart 11. Oktober 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Die russische Augriffstätigkeit hat gestern an unserer ganzen Nordostfront wesentlich nachgelassen. Der Feind unternahm nunmehr gegen unsere Linie an der Strypa einige Vorstöße, die für ihn wie an den Vortagen mit einem vollen Mißerfolg endeten. Im Raume zwischen Zeleznica und dem unteren Styr wurde der Feind gegen Nordosten zurückgeworfen. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Südwestfront fanden gestern gleichfalls keine größeren Kämpfe statt. Ein Angriff der Italiener gegen den Mrzli Vrh wurde schon durch unser Artilleriefeuer abge⸗ wiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In der Matschwa und bei Obrenowatsch keine be⸗ sonderen Ereignisse. Die über Belgrad vorgehenden öster⸗ reichisch⸗ungarischen und deutschen Streitkräfte warfen die Serben aus ihren südöstlich und südwestlich der Stadt ange⸗ legten Verschanzungen, wobei unsere Truppen den Grünen Berg und den Velky Bracar erstürmten. Im Raume von Semendria und Pozarewatsch gewannen die Divisionen unserer Verbündeten abermals be⸗ trächtlich an Raum. a Bei der Einnahme von Belgrad fielen den K. und K. Truppen 9 Schiffsgeschütze, 26 Feldgeschützrohre, ein Scheinwerfer, zallriche Gewehre, viel Munition und anderes Kriegsmaterial in die Hand. Zehn serbische Offiziere und über 600 Mann wurden als Gefangene eingebracht. Die blutigen Verluste des Gegners waren sehr groß. Die Donauflottille hob eine Anzahl von Fluß⸗ und russischen Seeminen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 2 5 Das Dardanellen⸗ unternehmen fragwürdig geworden? Mailand, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Londoner Korrespondent des„Secolo“ meldet über das mögliche Aufgeben des Dardanellen⸗Unternehmens: Um den Anstrengungen Deutsch⸗ lands und Oesterreich⸗Ungarns gegen Serbien ein Gegengewicht zu geben, würden jetzt, nachdem auf Griechenland nicht mehr zu rechnen sei, wenigstens 300000 Mann in Mazedonien nötig sein. Bei einem öti zinem gemeinsamen Vorgehen des Vierverbandes ser dies üür n sccher c keine Unmöglichkeit, nur könne es bei der Einmarsch in Serbien. der klassischen Unentschlossenheit und dem Mangel an Vorbereitung, unter dem der Vierverband zu leiden scheine, Monate dauern, bis eine derartige hohe Truppenzahl aus den verschiedenen Haupt⸗ städten nach der bulgarischen Grenze geworfen sei, so daß die Entente Gefahr laufe, zu spät zu kommen, und die Hinopferung Serbiens bereits unwiderruflich vollzogen sein würde. Um Ser⸗ bien rasch oder wenigstens verhältnismäßig rasch mit bedeutenden Kräften zu Hilfe kommen zu können, gäbe es nur einen Ausweg, nämlich den, von den Dardanellen alle verfügbaren Truppen wegzunehmen und sich dort defensiv zu ver⸗ halten. Nur so könnten Frankreich und England sofort mit be⸗ deutenden und gut ausgerüsteten Kräften nach Mazedonien ge⸗ langen. Das Aufgeben des Dardanellen⸗Unternehmens könne er⸗ hebliche Vorteile bringen und zur Vermeidung schwerer und schmerzlicher Ueberraschungen beitragen. Der Berichterstatter fügt hinzu, er glaube sich in der Annahme micht zu irren, daß diese Mög⸗ lichkeit in den englischen und französischen Kriegsberatungen be reits besprochen worden sei. Die Schlußkämpfe in Belgrad. Berlin, 12. Okt. Ueber den Schlußkampf um Bel⸗ grad melden die Blätter noch Einzelheiten. Im„Berliner Lo⸗ kalanzeiger“ heißt es: In schwerem Angriff drangen südlich und westlich österreichisch⸗ungarische, östlich deutsche Truppen vor. Der nördliche Stadtteil war bald in unserem Besitz; der südliche Stadt⸗ teil hielt sich noch 36 Stunden. Im östlichen Stadtteil gerieten die dortigen serbischen Besatzungstruppen infolge des Vordringens der Verbündeten von zwei Seiten in ein verheerendes Kreuz⸗ feuer.— Im„Berliner Tageblatt“ berichtet Leonhard Adelti: Bis in die letzten Tage hatte man in der Stadt unter Leitung eng⸗ lischer Ingenieure fieberhaft an der Wiederherstellung und Mo⸗ dernisierung der bei der ersten Erstürmung zerstörten Befesti⸗ gungen gearbeitet. Namentlich an der Savemündung wurde längs der Bahnstrecke eine Kette bombensicherer und geschützbewehrter Unterstände ausgeführt. Es wurden zur besseren Ausführung der Arbeiten Häuser niedergelegt. Der bei dem früheren Bombarde⸗ ment zerstörte Bahnhof ist provisorisch wieder hergerichtet, wor⸗ den. Als das Bombardement der Verbündeten die militärischen Zwecken dienenden Einrichtungen mit Granaten überschüttete, ver⸗ legten die Behörden, die höheren Schulen und Banken ihren Sitz nach Nisch. Da aber auch Nisch nicht mehr genügend Sicher⸗ heit bot, siedelten die Banken gleichzeitig mit den Ententekonsuln nach Pristina über. Auch Kronprinz Alexander ver⸗ ließ rechtzeitig mit seinem Stabe die Stadt Belgrad. Der Brücken⸗ schlag über die Save ging unter dem Schutze der schweren Ge⸗ schütze und der Donaumonitore vor sich. Deutsche Truppen über⸗ querten den Strom zuerst und drangen nach heftigen Kämpfen in den Westteil der Stadt. K. und K. Kolonnen griffen von der Zigeunerinsel aus die Höhenzüge östlich des Topeideska⸗ Baches an, die 100 Meter ansteigen und stark befestigt waren. Sie warfen den Gegner aus den Schanzen, erstürmten Kalimegdan und verfolgten den von Haus zu Haus weichenden Feind in er⸗ bitterten Straßenkämpfen. Aus der Stadt vertrieben, stellten sich die Serben neuerdings auf den befestigten Höhen südlich Belgrad, zu denen sich die Verbündeten den Zugang blutig erkämpfer mußten.. Der serbische Bericht. n„ Nichtamtlich) Die Blätter ver⸗ öffentlichen folgenden serbischen Kriegsbericht vom 10. Oktober: Die Kämpfe dauern längs der ganzen Donau an. Nach heftigem Kampfe fiel Belgrad in die Hände der Deut⸗ schen. Das Ziel, das der Feind verfolgt, ist der Vormarsch durch das Morava⸗Tal. Augenscheinlich versucht er, Kos⸗ polatz von Dubrowitza abzuschneiden. Hierauf vereinigt er auch seine H strengungen. Bei dem Dorfe Drenowatz erlitt der Feind bei seinen fruchtlosen Angriffen ungeheure Verluste. Am Unterlauf der Drina ist er auf die Insel zurückgeworfen, die er vor Beginn der Operationen besetzt hielt. Ein englisches Geschwader an der bulgarischen Küste? Berlin, 12. Okk. Laut„Berliner Tageblatt“ berichten einer Athener Meldung zufolge Kapitäne vom am Samstag abend eingetroffenen Segelschiffen, daß ein starkes englisches Ge⸗ schwader seit zwei Tagen Dedeagatsch und die bulgarischen Küsten blockiere. N Die Truppenlandungen in Saloniki. London, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet aus Athen: Das Hauptquartier der Alliierten ist in drei Hotels in Saloniki unter⸗ gebracht worden. Truppen aller Waffengattungen sind ge⸗ landet und lagern außerhalb der Stadt. Der italienische, französische und deutsche Militärattaches sind nach Saloniki abgereist. Nach der Aufregung der letzten Tage ist die Stim⸗ mung wieder ruhiger, nur im Volk herrscht noch Unruhe. Aus Rumänien. London, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Mor⸗ ningpost“ meldet aus Bukarest: Am 9. Oktober ist in einer Versammlung von Mitgliedern der Kammer ein⸗ stimmig eine Entschließung angenommen worden, in der die Regierung aufgefordert wird, die deutsche Propa⸗ ganda zu unterdrücken und die Armee zu mobilisieren. London, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des„Daily 1 aus Bukarest ist die rumänische Regierung von Bulgarien ersucht worden, die Durchreise von 6000 Bulgaren aus Deutsch⸗ land und Oesterreich⸗Ungarn zu erleichtern. Die Vertreter der Alliierten 88 die rumänische Regierung aufgefordert, festzustellen, ob es nicht deutsche Offiziere seien. 4 3 * 4 1 5 r dd Aus Dünaburg. N Berlin, 12. Okt. Dünaburg ist, verschiedenen Morgen⸗ blättern zufolge, jetzt vollkommen von der Zivilbe⸗ völkerung geräumt. Letztere war gezwungen, ihre ganze Habe im Stiche zur lassen. Die Wohnungen werden von den russischen Soldaten geplündert. Obgleich der Kanonendonner immer näher kommt, verbleibt die Bevölkerung in der Umgegend der Stadt und verrichtet ungestört ihre Erntearbeiten. Riga mit Bomben belegt. Berlin, 11. Okt.(WT. Nichtamtlich.) Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, hat am 10. Oktober ein Ma⸗ rineflugzeug auf einer Aufklärungsfahrt den Bahnhof Riga mit zehn Bomben belegt. Das Flugzeug ist wohl⸗ behalten nach seinem Stützpunkt zurüüdgek ehe Der„Rekrutierungsfeldzug“ in England. London, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus aus Cardiff sollen die Arbeiterführer am Samstag den Rekrutierungsfeldzug mit gutem Erfolg begonnen haben. Truppen seien durch die Straßen gezogen und hätten große Begeisterung her⸗ vorgerufen. Die Arbeiterführer hätten Ansprachen gehalten und darin das Vertrauen ausgedrückt, daß das englische Volk Sorge tragen werde, daß die Dienstpflicht nicht ein⸗ geführt zu werden brauche. Wenn aber nicht genügend Rekruten aufgebracht würden, wäre die Dienstpflicht der zinzige Ausweg. Der Oberbefehlshaber der französischen Kriegsflotte. Paris, 11. Okt.(WBB. Nichtamtlich.) Auf Antrag des Marineministers wurde der Vizeadmiral d'Artige Dufournet als Nachfolger des Admirals Bous de La⸗ payrere, der krankheitshalber vom Amte zurücktritt, zum Oberbefehlshaber der französischen Kriegsflotte ernannt. i D' Artige kommandierte seit Kriegsausbruch das syrische i Geschwader und sodann das Dardanellengeschwader. Eine neue Fahnen⸗ und Wappenordnung in Oesterreich⸗ungarn. Wien, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser 1 nachstehenden Armee und Flottenbefehl er⸗ assen: „Es ist mein Wille, daß die Fahne meines Heeres und die Flagge der Kriegsmarine ein staatsrechtlich entsprechendes Sinn⸗ bild der in der pragmatischen Sanktion beruhenden Verbindung der zwei Staaten der österreichisch-ungarischen Monarchie darstellen. Ich habe demnach genehmigt, daß die Fahnen und Standarten des seeres auf der einen Seite die Wappen Oesterreichs und Ungarns nebeneinander verbunden durch das Wappen meines Hauses und umschlungen von dem Devisenbande„Indivisibiliter ac insepara⸗ biliter“ führen. Auf der anderen Seite befinden sich in der Mitte meine Initialen. In die Ecken sind. die Kaiserkrone und die ungarische heilige Krone gestellt. Fahnen und Standarten sind de fand von schwarz⸗gelben und rot⸗weiß⸗grünen dreieckigen Flammen umgeben. Die Kriegsfahne hat in ihrer unveränderten Farbenanordnung sodann den Schild und Wappen„Haus Oester⸗ reich“ und das alt historische rot⸗weiße ungarische Wappen zu zeigen. Hierdurch wird die freudig zusammenwirkende Kraft aller Völker der Monarchie, die veredelt ist in dem f ieg⸗ haften Heldenmut, den mein Heer und meine Flotte in g dem gegenwärtigen Weltkriege betätigen, auch ein Gedenk⸗ zeichen erhalten für die fernsten Zeiten. Der Fahne und der Flagge soll der Kriegsleute Treuschwur immer sich erinnern: Mit vereinten Kräften zu schützen und felsenfest zu be⸗ wahren den Verband Oesterreich⸗Ungarns mit meinem Hause. Die jetzigen Fahnen, Zeugen alter, treu bewährter militärischer Tu⸗ genden meines Heeres, verbleiben den Regimentern und werden erst nach Maßgabe der Notwendigkeit durch die neuen zu ersetzen sein. Vorhandene Fahnen aber bleiben in widmungsgemäßer An⸗ wendung. Die neuen Standarten treten nach der Anfertigung in Gebrauch. Die Kriegsmarine wird an einem noch zu bestimmenden JTage zur selben Stunde die Flagge, welche alle ruhmreichen Tra⸗ 75 nen meiner Flotte übernimmt, hissen. Mit der Durchführung alles hiernach Erforderlichen beauftrage ich meinen Kriegsminister meinen Marinekommandanten. Franz Josef m. p. 5 5 1 1 Wien, 11. Oktober 1915. *** Der türkische Bericht. Okt.(WTB. Nichtamtlich) mit: An der Dardanellen⸗ 45' 5 gezwungen, diese Stellu zu räumen. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr griffen in der Nacht 15 5 9. Oktober unsere Auftlärungskolonnen des linlen Flügels die feindlichen Gräben mit Bomben an und kamen mit Beute zurück. Sonst nichts Neues. i Englands Furcht vor der Wahrheit. 5 . Berlin, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt in einem Artikel mit der Awfsche Ein schlechtes Gewissen“ unter anderem: Nach der 9228 Reichskanzlerrede im Reichstage am 19. August fühlten siich die englischen Staatsmänner unter dem starken Eindruck seiner 5 1 Ausführungen genötigt, dem englischen Publikum in Aussicht zu stellen, daß sie auf die Darlegungen von deutscher Seite bei nächster Gelegenheit im Parlament antworten würden. Dieses tagt jedoch schon einige Wochen; weder Asquith noch Grey fanden sich zu der in Aussicht gestellten Aeußerung bewogen. Der Grund für solche plötzliche Zurückhaltung kann nicht darin liegen, daß man die Dinge für genügend geklärt hält, um eine weitere 1 als überflüssig zu erachten, 55 vielmehr die Furcht vor der ahrheit, die die englische Zurückhaltung erklärt. Oder sollte es vielleicht Abneigung sein, für deutsche Politik Reklame zu machen, wenn z. B. unsere Veröffentlichungen vom 28. Aug zur Erwiderung des Briefes Greys und vom 8 Sept. über Verhand⸗ lungen vom Jahre 1912 von der englischen Presse nur ganz unvoll⸗ 7 717 gebracht werden? Die Reuterdepesche über die erstgenannte Publikation unterdrückte, um nur einige kleine Beispiele anzu⸗ führen, unsere Bemerkung über Einzelausarbeitungen des Generals Ducarne und die Billigung des belgischen Kriegsplans durch General Gierson. Auch unsere Ausführungen über die Haltung Englands und Belgiens in der helgischen Neutralitätsfrage wurden mit Stillschweigen übergangen. Wir möchten übrigens bei dieser Ge⸗ legenheit Grey auf folgendes aufmerksam machen: In der Ausgabe der in München erscheinenden Wochenschrift„März“ vom 10. Januar 1914 erschien ein Artikel des bekannten belgischen sozialistischen 5 Abgeordneten Vander velde über das Thema„Belgiens Stel⸗ uumg zwischen Frankreich und Deutschland“ diesem Artikel findet sich bei Besprechung der letzten belgischen Militärvorlage folgende Stelle:„Nach der Abstimmung über die deutsche Wehr⸗ vorlage vom 14. Juni 1912 legten verschiedene Mächte der bel⸗ schen 1 nahe, daß man sich nicht mehr für fähig halt 5 2 Lrsalfe die Verlegung der belgischen Neutralität— 22 ᷣ 8 Man gab ihr zu verstehen, daß infolge unserer Machtlosigteit die Deutschen, die an der belgischen Grenze wichtige Vorkehrungen ge⸗ troffen hatten, im Handumdrehen den größten Teil des Landes besetzen könnten. Man erklärte ihr, daß unter diesen Umständen, aus Furcht vor den Folgen einer solchen Besetzung andere Mächte, etwa Frankreich oder England, es im Kriegsfall für angezeigt 1555 könnten, Deutschland zuvorzukommen. Auf diese Argumente ich stüzend, setzte Broque ville, trotz der antimilitaristischen. Tendenzen der Mehrheit, es bei eben dieser Mehrheit durch, daß die Kriegsstärke des Heeres etwa verdoppelt und das Heeresbudget um wenigstens 30 Millionen jährlich erhöht wurde Es kann als ausgeschlossen gelten, daß ein Mann von der Stellung, die Vandervelde im politischen Leben Belgiens ein⸗ nahm, dies geschrieben hätte, wenn Broqueville die vorstehen⸗ den Erklärungen nicht wirklich abgegeben hätte. Um auf das Reutertelegramm zurückzukommen, so fehlte darin unsere Feststellung, daß England im Jahre 1904 bezüglich Aegyptens über sein ganz Europa feierlich gegebenes Ver⸗ sprechen zur Tagesordnung übergegangen war, ebenso die Be⸗ schuldigung, daß England den marokkanischen Vertragsbruch Frank⸗ reichs unterstüzte. Unsere Veröffentlichungen vom 8. Septem⸗ ber wurden in der„Times“ in dem kleinsten nur möglichen Druck und unvollständig gebracht. Es wurden alle diejenigen Stellen unterschlagen, die gegen die Veröffentlichung des englischen Aus⸗ wärtigen Amtes polemisierten. Edward Grey fragte in dem Briefe, den er nach der Rede des Reichskanzlers an die englische Presse richtete, im elegischen Tone, ob eine„Candid Soul“ Erei⸗ mütige Seele) in Deutschland sei, die nicht bedauere, daß die deutsche Regierung den Konferenzvorschlag abgelehnt und damit den Krieg verursacht habe. Grey richtete damit an das deutsche Volk eine Frage, die man mit einer Frage an das englische Volk erwidern kann. Deutschland ist nicht frivol in diesen Riesenkampf gezogen worden, man kann sagen: schweren Herzens, von Anfang an sich der Größe des Kampfes und der Opfer bewußt, die er losten werde, aber einhellig überzeugt von der Gerechtigkeit seiner Sache. Von deutscher Seite hörte man zu Beginn des Krieges kein Wort von leichtfertigem Optimismus; der Regierung wie dem Volke war es bitterer Ernst. Die englische Regierung da⸗ gegen zeigte, daß die leitenden Männer in verhäugnisvoller Ver⸗ blendung das Risilo für England nicht allzu hoch einschätzten. Man denke in dieser Beziehung nur an den Ausspruch Greys: „Wir werden nur wenig mehr leiden, wenn wir am Kriege teil⸗ nehmen, als wenn wir abseits bleiben.“ 5 5 l Zu dieser zynischen Kriegsbegründung, die fortleben wird in der Geschichte aller Zeiten, liefern die täglichen englischen Totenlisten einen tragischen Kommentar. Um aber die wün⸗ schenswerte Kriegsbegeisterung in die Massen zu tragen, mußte die englische Regierung zu dem Mittel greifen, den deutschen Einmarsch in Belgien als Kriegsgrund zu proklamieren und mit der denkbar würdelosesten Propaganda zu popularisieren. Heuchelei ein unvergängliches Denkmal errichtet. Zehntausende seiner Söhne betrauert heute England als Opfer der Politik der Herren Asquith, Grey und Genossen. Der Nimbus der Seeherr⸗ schast Englands ist vernichtet, die Legende von der Unangreifbarkeit Englands endgültig zerstört und der englische Kredit auf das schwerste erschüttert. Das sind die vorläufigen Ergebnisse der von einer liberalen Regierung seit zehn Jahren befolgten anti⸗ deutschen Politik. 5 a Die Frage, die wir an das englische Volk richten, lautet: Gibt es heute jemand in England, der nicht bedauert, daß die Politik seiner leitenden Männer das Gewicht Großbritanniens in das Gefährt des Zweibundes mit seinen kriegerischen Ten⸗ denzen legte, das so mit verhängnisvoll vermehrter Wucht und Schnelligkeit dem Abgrunde zueilte? 5 —— der Seekrieg. Köln, 11. Okt.(Zens. Blu.) e Blãtter berichten, der„Köln. Ztg.“ zufolge, aus Peters urg: Pri⸗ vate Todesanzeigen in der„Nowoje Wremja“ melden den Verlust eines russischen KHreuzers mit dem ge⸗ samten Offizierkorps in der Ostsee. London, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Der chische Dampfer„Dimitrios“ von 2508 Bruttotonnen und der britische Dampfer„Neweastle“ von 3493 Brutto⸗ konnen sind versenkt worden. Die Besatzungen wurden gerettet. Athen, 11. Okt.(Priv. ⸗Tel.) Der englische Dampfer Trieste“, 1512 Tonnen groß, ist bei Kythera von einem U-Boot versenkt worden. Kriegsbriefe aus dem Westen. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Das französische Totenopfer in der Champagne. Großes Hauptquartier, 10. Okt. Ueber die neuaufgeflackerte Offensive der Franzosen in der Champagne erfahre ich folgendes: Die vom Feinde angekündigte und von uns erwartete Erneuerung des An⸗ griffes traf überall auf so wohlvorbereiteten Widerstand, daß erhebliche Fortschritte der Franzosen trotz der Ein⸗ setzung großer Uebermacht im voraus ausgeschlossen er⸗ schienen. Die durch seine entsetzlichen Sepbemberverluste nötig gewordene Atempause hatte der Feind dazu benutzt, um seine teilweise aufgeriebenen Regimenter durch neue zu ersetzen. Wir wissen von Gefangenen, daß sie wegen Er⸗ schöpfung aus der Arrasschlacht zurückgezogen wurden mit dem Versprechen, sie in Ruhequartiere zu bringen, daß sie aber dann in der Champagne ausgeladen wurden und unmittelbar in die Schlacht mußten. Nachdem am 5. ein Trommelfeuer begonnen hatte, welches das im September übertraf— man rechnete 900 000 französische Artilleriegeschosse auf die Stunde!— stürmte am 6. die französische Infanterie in dichten Massen gegen das vernichtende deutsche Artillerie⸗, Maschinen⸗ ewehr⸗ und Infanteriefeuer vor. Sie fielen in Reihen, und ie Toten lagen zu dreien und vieren übereinander,„so dicht wie die Latten eines Zaunes“, das ist der bezeichnende Ausdruck, mit dem einer unserer Verwundeten das unge⸗ heure französische Totenopfer schildert. Aber für jede fran⸗ zösische Infanteriewelle, deren Wucht im eigenen Blute verebbte, wogte eine neue tiefe, dichte Welle heran. Die Verluste des Feindes müssen gewaltige sein, und die fran⸗ zösischen Gefangenen zeigen, trotzdem sie 9055 mit helden⸗ hafter Tapferkeit und oft dem Mute der zweiflung ge⸗ schlagen haben, diesmal große Enttäuschung und Nieder⸗ geschlagenheit. Sie glauben nicht mehr an die Möglichkeit eines Durchkommens, während unsere Verwundeten, auch die Schwerleidenden, ihre zen über der frohen Pa⸗ 1055 vergessen:„Wir lassen sie nicht durch! Durch kommt einer!“ Besonders hart war der Kampf um die Ferme Nava⸗ rin und die zugehörige Waldung, um den Knick der sonst kerzengeraden 0 eee bei Marie⸗ aP) und in Höhe der Butte de Tahure. An dem Straßenknie setzte uns eine schneidige Gegenoffensive in den Wieder⸗ besitz der verlorenen Grabenstücke. Auch sonst steht der un⸗ beträchtliche Geländegewinn der Fran osen diesmal no weniger im Verhältnis zu ihren Verlusten, wie bei dem Septemberangriff. Das von ihnen an blich genommene Dorf Tahure liegt so im beiderseitigen rtilleriefeuer. Seit dem 6. ist der große Angriff in Artillerie⸗ und Nahkämpfe Die englische Landung in Griechenland hat dieser verächtlichen st ch Desinfektionseinrichtung und Kranken-, übergegangen, die mit Handgranaten und u heroischer Zähigkeit durchgeführt werden. 4 b Einer unserer Kampfflieger hat ein kühnes Wagestück vollbracht. Er 1 französischen Fesselballon über dessen Linien mit dem Maschinengewehr an. Als ihm das nicht N schnell zum Erfolg zu 1 flog er auf 10 Meter heran, umkreiste den Fesselballon und setzte ihn mit Leuchtraketen in Brand, worauf dieser explodierte und abstürzte. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. 8 Aus dem Reiche. Die Milchversorgung.. Berlin, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber ver⸗ meintliche Mängel in der Milchversorgung finden sich in ein⸗ zelnen Blättern Behauptungen, die zu grundloser Beunruhi⸗ gung Anlaß geben könnten. Es wird gefagt, daß bei der Ver⸗ teilung von Futterschrot die städtischen Abmelkwirtschaften hinter den landwirtschaftlichen Betrieben zurückgesetzt wer⸗ den, so daß die Säuglingspflege gefährdet erscheine u. dgl. m. Das Direktorium der Reichsgekreidestelle hat auf Grund einer Bekanntmachung des Bundesrates über das Schroten von Brotgetreide zu Futterzwecken aus seinen Getreidebestän⸗ den zunächst 200000 Tonnen zur Verfütterung freigegeben. Hiervon sind je 100 000 Tonnen zur Mästung von Schweinen und zur Verfütterung an Milchvieh bestimmt. Vor allem soll die Erzeugung von Frischmilch zur Versorgung der größeren Städte gefördert werden. Bei der Verteilung des Schrotes werden dementsprechend besonders Milchwirtschaf⸗ ten berücksichtigt, die in Großstädte liefern, wobei zwischen städtischen und ländlichen Wirtschaften kein Unterschied ge⸗ macht werden soll. Die Beschaffung von Futtermitteln für städtische Melkbetriebe, die für Versorgung mit Säuglings⸗ milch eingerichtet sind, ist dabei Gegenstand besonderer Für⸗ sorge. Für Fälle dringenden Bedürfnisses steht für die Fütte⸗ rung des Milchviehs eine weitere Futtermittelreserve zur Verfügung. g f Ein Lob der sächsischen Truppen. ö Dresden, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Bei dem König von Sachsen sind folgende beide Depeschen ein⸗ geganen: 5 Ew. Majestät melde ich alleruntertänigst, daß die Trup⸗ pen sich in der jetzt 16 Tage dauernden Schlacht in glänzen⸗ der Weise bewährt haben. Sie haben die unausgesetzten An⸗ türme der Franzosen mit unvergleichlicher Ausdauer und Tapferkeit abgeschlagen und halten ihre Stellung fest in der Hand. Führung und Leistung der Truppen stehen auf gleicher Höhe. 5 v. Einem, Oberbefehlshaber. Ew. Majestät melde ich ganz gehorfamst, daß ich heute nachmittag dem Kommandierenden General einen kurzen Be⸗ such abgestattet habe. Es ist mir eine besondere Freude ge⸗ wesen, den General v. Kirchbach persönlich begrüßen und bei den tapferen Truppen Ew. Majestät weilen zu dürfen, die in den letzten Tagen in heldenmütigem Widerstand den schweren Anstürmen der vierfach überlegenen Gegner ein zähes Halt geboten haben. Ew. Majestät untertänigster Diener v. Bethmann Hollweg. Aus Stadt und Cand. N 5 Gießen, 12. Oktober 1915. Amtliche Personalnachrichten. Das Ehren zeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen an Michael Heilos, Martin Pieroth, Karl Breidenbach, sämtlich zu Klein⸗Steinheim.— Der Badeanstaltsbesitzer Franz Joseph Schell zu Mainz hat am 12. und 28. Mai 1915 je einen Knaben vom Tode des Extrinkens gerettet. Als Anerkennung hier⸗ für ist ihm vom Großherzo g. eine weitere(dritte) Spange mit der Jahreszahl 1915 zu der ihm bereits verliehenen Rettungs- medaille verliehen worden. Der Großherzog hat am 9. Oktober d. J. den Amtsrichter bei dem Am'sgericht Darmstadt II Amtsgerichtsrat Adolf Warthorst auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Januar 1916 in den Ruhestand versetzt.— Ernannt wurden am 6. Oktober ds. Is. der Gefangenausseher an der Zellenstrafanstalt Butzbach Ludwig Scharmann zum Gefangenausseher am Pro⸗ vinzialarresthaus in Darmstadt und der Gefangenaufseher am. Provinzialarresthaus in Darmstadt Georg Mayer zum Gefangen ausseher an der Zellenstrafanstalt Butzbach, beide mit Wirkung vom 16. Oktober 1915. 5 Die Metallabnahmestelle für die freiwillige Abgabe von Kupfer, Messing und Reinnickel wird am Don⸗ nerstag diefer Woche geschlossen. Gestern war, wohl infolge dieser Tatsache, der Andrang bei der Ablieferung noch einmal sehr stark, so daß die Kommission bis gegen 41 Uhr mit der Abfertigung zu tun hatte. Wer also jetzt noch seine Metallgeschirre und Geräte, auch die Altmet 2 freiwillig hergeben und damit einer Enteignung vorbeugen will, muß den Donnerstag noch zur Ablieferung benutzen. * Preisprüfungsstellen. Im heutigen Kreis⸗ blatt finden sich* die Erri g von Preisprüfungsstellen und die Web e 2 Ge⸗ meinden mit über 10000 Einwohnern sind bekanntlich zur Einrichtung solcher Stellen, denen recht weitgehende. nisse eingeräumt sind und die sich einen beträchtlichen Ein⸗ fluß auf die Gestaltung des Lebensmittelmarktes verschaffen können, verpflichtet. Die Preisprüfungsstellen haben u. a. die Aufgabe: aus ihrer Kenntnis der Marktverhält⸗ nisse die den örtlichen Verhältnissen angemessenen Preise zu ermitteln; die zuständigen Stellen bei der U rwachung des Handels mit 8 des notwendigen Lebens bedarfs, sowie bei der folgung von Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften über Höchstpreise und über die Regelung des Verkehrs mit Gegenständen des notwendigen Lebens⸗ bedarfs zu unterstützen. Sie sind weiter befugt, von jeder⸗ mann über alle Tatsachen Auskunft zu verlangen, die bei der Preisbildung von Wichtigkeit sind, insbesondere über den Bestand, die Fuhr und die Preise von Gegen⸗ ständen des notwendigen Lebensbedarfs Erhebungen anzu⸗ stellen; Räume, in denen Gegenstände des notwendigen Lebensbedarf hergestellt, W oder feilgehalten werden, zu betreten und daselbst 1 5 ungen vorzuneh⸗ men; mit Zustimmung der zustä⸗ igen Behörde die Vor⸗ lage von allen im Handelsverkehr üblichen Schriftstücken und Büchern, soweit sie sich auf den Ein⸗ oder Verkauf von Gegenständen des notwendigen Lebensbedarfs beziehen, zu fordern und darin 1 zu nehmen.— Die Bekannt⸗ machungen empfehlen wir der Aufmerksamlkeit aller, die sich fütr die Verhältnisse am Lebensmittelmarkt interessieren.— Der hiesige Lebensmittelausschuß wird sich demnächst über die Zusammensetzung der Preisprüfungsstelle für Gießen schlüssig werden. 1 * Ein neuer Sanitätswagen.— Entlau⸗ sung und Desinfektion mit elektrischer Innenheizung. Eine Kombination von Entlausungs⸗, bzw. Verwundeten⸗ transportwagen bildet den e einer Patentanmel⸗ 18 von Privatdozent Dr. C. Thomae in Gießen. Es handelt sich hierbei um einen fahrbar gemachten, im d Lat mit Wolltuch oder anderem Isoliermaterial chlage⸗ 1 3 „ Straße, brach aber kurz darauf tot zusammen; der Stich 4 * Holzkasten, in dem elektrische Heizkörper eingebaut nnd und Tragbahren zu Zeiten, wo keine Entlausung oder Desinfektion stattfindet, eingestellt und 9 t werden. Die Entlausung findet bei Temperaturen bis 1000 C., die Desinfektion— hauptsächlich Unschädlichmachung von Cho⸗ lerg-, Typhus⸗, Tuberkel⸗ usw. verseuchter Kleidung und Wäsche— bei solchen über 1000 C. statt. Ein Entlausungs⸗ kasten von 5 Kubikmeter Rauminhalt— eine für ein Auto oder Pferdefuhrwerk zweckmäßige Größe— vermag inner⸗ halb 24 Stunden ungefähr 500 Anzüge, bezogen auf Rock, Hemd, Hose, zu entlausen. Die zum Erwärmen der Heiz⸗ körper nötige Elektrizität läßt sich, falls sie einem Strom⸗ netz nicht entnommen werden kann, bei Verwendung eines Autos auf dem Wagen selbst erzeugen, indem man durch dessen Motor einen in den Kasten einzubauenden Dynamo antreibt. Zwecks Erzeugung des bei Entlausungen notwen⸗ digen Badewassers kann dem Ganzen eine elektrisch oder auf andere Weise zu heizende Vorrichtung beigegeben wer⸗ den, durch ie durchfließendes Wasser auf Badetemperatur erwärmt wird, das darnach einer Douche entströmt. Auch für Eisenbahnzüge schlägt Dr. Thomae die Entlausung und Desinfektion mit elektrischer Innenheizung vor; hierbei läßt sich die Achsendrehung durch Uebertragung auf einen Dynamo zum Erzeugen der Elektrizität benutzen und die Entlausung, bezw. Desinfektion während der Fahrt vor⸗ nehmen.— Ferner regt Dr. Thomae an, größere Eisen⸗ bahnstationen mit Entlausungs⸗ und Desinfektionskästen auszustatten. Erweiterung der Metallbeschlagnahme (Nickel). Die bestehende Verordnung über Vesfandsmel⸗ dung und Beschlagnahme von Metallen vom 1. Mai 1915, die sich nur an Gewerbe⸗ und Handeltreibende 78 an Privatpersonen) wendet, und die auf den bei allen Post⸗ anstalten 1. und 2. Klasse erhältlichen„Meldescheinen für Metalle“ abgedruckt ist, wurde zum erstenmal am 14. August 1915 durch eine Nachtragsverfügung in Bezug auf Alu⸗ minium in Fertigfabrikaten ergänzt und erweitert. Jetzt hat sich die Notwendigkeit ergeben, durch eine neue Nach⸗ trags verordnung, die mit dem 5. November 1915 in Wirkung tritt, die Wag von Nickel, das in der Hauptverfügung unter den Klassen 12 und 13 aufgeführt ist(vergl. Meldescheine) weiter einzuschränken. Es ist von jetzt ab verboten, Nickel nach den Bestimmungen des§ 6b Ziffer 1—4 der Hauptverfügung zu Kriegsliefe⸗ rungen im eigenen oder fremden Betriebe, zu notwendigen Ausbesserungen in einem mit Kriegslieferungen beschäftig⸗ ten Betriebe oder zur Aufrechterhaltung eines landwirt⸗ schaftlichen Betriebes zu verwerten. Vielmehr ist für jede Verwendung aus beschlagnahmten Nickelvorräten eine be⸗ sondere Freigabe erforderlich, die auf dem vorge⸗ schriebenen Vordruck bei der Sektion M. der Kriegs⸗Rohstoff⸗ Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Berlin SW. 48, Verlängerte Hedemannstraße 9/10, beantragt werden muß. Daneben bleibt zalässig die Veräußerung von Nickel an die Kriogsmetall⸗Aktiengesellschaft und ferner die Ablieferung der von der Verordnung über„Beschlag⸗ nahme, Meldepflicht und Ablieferung von fertigen, ge⸗ brauchten und ungebrauchten Gegenständen aus Er Messing und Reinnickel“ betroffenen Gegenständen(Haus⸗ haltungsgegenstände) an die kommunalen Sammelstellen. Alle näheren Einzelheiten sind aus dem Wortlaut der »Nachtragsverordnung zu ersehen, die durch Anschlag und — 32 in der Presse zur allgemeinen Kenntnis gebracht Wi ** Stadttheater. Man schreibt uns: Die Proben haben bereits den Beweis erbracht, daß die Eröffnungsvorstellung am Freitag in Ludwig Uhlands„Herzog Ernst von Schwaben“ eine interessante Aufführung bringen wird. Da die Uhlandsche Dichtung außerordentlich selten N wird, werden der hiesi⸗ gen Erstaufführung wahrscheinlich verschiedene Intendanten und Direktoren benachbarter Stadttheater beiwohnen. 5* Totschlag. Eine Bluttat mit tödlichem Ausgang ereignete sich gestern abend 9 uhr in einer Wirtschaft auf dem Asterweg. Die beiden Musketiere Becker und Appel waren auf dem Hausflur in eine Auseinander⸗ setzung geraten, weil ersterer zu As Frau, während diefer im Felde stand, in Beziehungen getreten war. Im Ver⸗ lauf des Streites zog A das Messer und brachte Becker. eine Stichwunde am Halse bei. Becker lief noch auf die hatte die Halsschlagader getroffen. Dann wandte sich der Täter gegen seine Ehefrau und verletzte sie durch einen Stich an der rechten Schulter. Er wurde alsbald von einer Pa⸗ trouille festgenommen und ins Garnisongefängnis ab⸗ geliefert. die Stadtknabenschule Pere N und zur Unterbringung von Militär bereitgestellt. Die Schreibstuben und die Kammern des einen Landsturm⸗ Bataillons sind schon in der Schule unter⸗ ist jetzt voll⸗ gebracht Eine Mannschaftsküche ist vollständig neu im Gebäude der Alioeschule eingerichtet worden und soll in den allernächsten Tagen bereits in Benutzung genommen werden. An der Kaiser⸗Allee sind zahlreiche Gefangene herangezogen worden, um das neue Barackenlager für das andere Landsturm⸗Bataillon fertigzustellen. Die Küchenbaracke wurde bereits in Betrieb genommen, so daß die Speisung der Mannschaft, welche die Wache und Bereit⸗ schaft für das 1 0 stellt, nicht mehr aus der Küche der Liebigshöhe erfolgt. Trotz dieser Einrichtung dürfte die Bürgerschaft immer noch ab und zu Einquartie⸗ rung erhalten, doch werden die militärischen Gäste in den Bürgerhäusern nur vorübergehend auf kurze Zeit sich auf⸗ halten. Es wird sich hauptsächlich um Mannschaften, welche die Gefangenentransporte begleiten, handeln. Flüchtige Gefangene. In der Nacht zum 7. Ok⸗ tober sind von dem Arbeitskommando Hitzkirchen drei nur französisch sprechende Gefangene entwichen. Sie sind sämt⸗ lich von kräftigem Körperbau und tragen französische Uniform⸗ stücke Es sind: 1. Etienne Gautho, 1/69 groß, längliche Kopfform, braune Augen, rötlicher Schnurr- und Backen⸗ oder Kinnbart, spitze Nase, schwarz⸗braune Haare. Der Mann ist 26 Jahre alt, es fehlen ihm 10 Zähne; als besonderes Kenn⸗ zeichen wird angegeben: am rechten Oberschenkel links eine Narbe. 2. Maurice Baccarne, 1,72 groß, runder Kopf, braune Augen, spitze 1 schwarze Haare, links unten. fehlt dem Mann ein Zahn, auch hat er am rechten Oberschenkel eine Narbe.— „Lucien Benard, 1,73 groß, runder Kopf, braune Augen, kleiner blonder Schnurrbart, gewöhnliche Nase, braune Haare, unten fehlt ein Zahn, oben vier Zähne, der Flüchtling hat beide Arme tätowiert. Man bittet, gegebenenfalls die Flüchtigen anzu⸗ halten und telegraphisch dem Lagerkommando Gießen Nachricht zukommen zu lassen. 5 5 Landkreis Gießen. u. Heuchelheim, 11. Okt. Die am Sonntag, den 10. d. Mts., zum Besten unserer in russischer Gesangenschaft lebenden Reichs- angehörigen veranstaltete Haussammlung ergab hier die schöne Summe von 370 Mk. Außerdem wurde eine Kiste mit Kleidungsstücken zu dem gleichen Zwecke zusammengebracht. — Wehrmann Ferd. Römer, von seiner Kompagnie als ver- mißt geineldet, teilte seinen Angehörigen mit, daß er am 25. Sept. gefangen und nach Castres(Südfrankreich) gebracht worden sei.— Auf Rußlands Fluren fiel am 24. September der Land- wehrmann Helbing. b Beuern, 11. Okt, Feldwebel Ludwig Stein vom Landwehr⸗Inf.⸗Regt. Nr. 116, Inhaber der Hessischen Tapferkeits⸗ medaille, hat nun auch das Ciserne Kreuz 2. Klase er⸗ halten. Kreis Schotten. Schotten, 11. Okt. Aus der Uebersicht über die in den Gemeinden des Kreises Schotten zu erhebenden Ge⸗ meindeumlagen für das Rechnungsjahr 1915 ersieht man, daß die drei Städte Schotten, Gedern und Laubach an der Spitze marschieren. Der Umlagenbedarf ist der Reihe nach folgender: Schotten 49000 Mk., im Vorjahr 47000 Mk., Gedern 32400 Mk., wie im Rechnungsjahr 1914, Laubach 32 000 Mk., im Jahre zuvor nur 30000 Mk. An versteuer⸗ barem Vermögen stehen ebenfalls die genannten Gemeinden an erster Stelle. Schotten hat ein versteuerbares Vermögen von über 12 Mill. Mk., Gedern ein solches von rund 8 Mill. Mk. und Laubach von rund 9 Mill. Mk. Auf 100 Mark Steuerwert des Vermögens werden in Schotten 19,97 Pfg., in Laubach 16,94 Pfg. und in Gedern 22,03 Pfg. ausgeschlagen. Die staatlichen nkommensteuern verteilen sich in den einzelnen Städten wie folgt: Schotten 22 375 Mk., Laubach 21105 Mk., Gedern 13 137 Mt. Gedern, 11. Okt. Ueberall sieht man noch im Felde herangereifte Gerste und spätreifen Hafer auf den Aeckern stehen. Es ist auch schon vieles abgemacht und es bedarf nur einiger Tage mit trockener Witterung und Sonnenschein, damit die späte Ernte ganz geschehen kann. Als auf die lange Dürre Regen eintrat, entkeimten neue Saaten aus der Erde, welche die früheren Halmen überwuchsen und unterdrückten, und es konnte somit die junge Frucht nicht zur eigentlichen Erntezeit eingefahren werden, so daß wir jetzt erst vor der Zeit der Einheimsung stehen. §Herchenhain, 11. Okt. Das neunte Opfer dieses Krieges forderte der große feindliche Angriff im Westen aus unserer kleinen Gemeinde. Wehrmann Heinrich Schäfer starb am 25. September in der Champagne den Heldentod. d Herchenhain, 11. Okt. Die Ober försterer Gre⸗ benhain, die schon seit Frühjahr eine größere Anzahl kriegs⸗ gefangener Russen in ihren Waldungen beschäftigt— sie sind in einem Gefangenenlager in Hochwaldhausen bei Ilbeshausen untergebracht— hat nun auch hier für weitere zehn Mann ein 1 5 errichtet. 8 Volkartshain, 11. Okt. Von schwerem Leid betroffen wurde die Familie des Bürgermeisters Wineker, hier. Vor etwa zwei Monaten fiel der älteste Sohn auf dem östlichen Kriegs⸗ chauplatze; kurz darauf starb seine Frau, und nun wird auch seit r großen Offensive im Westen ein Schwiegersohn vermißt. Kreis Friedberg. ö 8. Friedberg, 12. Okt. Das hiesige Kreisamt hat, wie kürzlich schon mitgeteilt wurde, durchgreifende Maßnahmen zur Regelung des Lebensmittel- marktes getroffen, die in erster Linie auf die Bundes⸗ ratsverordnung vom 22. Juli 1915 aufgebaut sind. Eine Bezirkskontrolltommission setzt in Verbindung mit den Marktpolizeibehörden für den ganzen Wirtschaftsbe⸗ zirk Friedberg die nach der Marktlage angemessenen Preise fest. Werden dieselben überschritten, so ist im Sinne der Bundesratsverordnung übermäßiger Gewinn gegeben und es tritt Strafbarkeit ein. Das Kreisamt erinnert auch nachdrücklich daran, daß sich jeder strafbar macht, der als Käufer höhere Preise als die festgesetzten anbietet oder zahlt. Die festgesetzten Preise bewegen sich im Durchschnitt un⸗ ter den beispielsweise auf dem Gießener Wochenmarkt ge⸗ zahlten. Ihre Einhaltung wird von Polizei und Gendar⸗ merie scharf überwacht. Hessen⸗Nassau. Hanau a. M., 11. Okt. Nachdem die vorige Winterspielzeit der unter der Leitung des Direktors Adalbert Steffter stehenden vereinigten Stadttheater zu Hanau a. M., Offenbach a. M. und Bad Homburg v. d. H. bis zum 15. Juni d. J. ausgedehnt werden konnte, hat Direktor Steffter trotz des Krieges den vollen Betrieb auch für die diesjährige Winterspielzeit wieder eröffnet. Die Eröffnungs⸗Vorstellung in Hanau a. M. fand am Sonntag, den 26. September statt, in Offenbach am Montag, den 27. Sep⸗ tember. In Bad⸗Homburg v. d. H. beginnt die Spielzeit am Donnerstag, den 21. Oktober. S Fankfurt a. M., 11. Okt. An Stelle des verstorbenen Landtagsabgeordneten Dr. Flesch stellte die Fortschrittliche Volks- partei für die demnächst stattfindende Ersatzwahl den Rechtsanwalt Dr. Ludwig Heilbrunn(Frankfurt) als Kandidaten auf. Da die Nationalliberalen und Sozialdemokraten keine Gegenkandidaten ausstellen, ist Dr. Heilbrunns Wahl gesichert. Rüdesheim, 11. Okt. Der etwa 10 Jahre alte Theodor Drieß erschoß beim Spielen mit einer Vogelflinte seinen dreijährigen Bruder durch einen Schuß ins Herz. — Gießener Strafkammer. 75 85 th. Gießen, 11. Okt. Die Strafkammer verhandelte am Freitag gegen 5 a rei gewerbsmäßige Ladendiebe, 5 die ihr Handwerk an den verschiedensten Orten Deutschlands be⸗ trieben haben und gegenwärtig auf einer Rundreise über die Ge⸗ richte der n Städte sind. Ende November 1913 waren sie nach Gießen gekommen und hatten im Geschäfte von Schwan in der Mäusburg ein silbernes Zigarrenetui und beim Juwelier Brück Nachf. eine goldene Uhr mitgehen heißen. Dann wanderten sie, da ihnen der Boden zu heiß wurde, nach Lollar und fuhren von dort mit der Bahn nach Nauheim. Auch dort verübten sie Ladendiebstähle. Die Strafkammer erkannte auf Gesamtstrafen von 8 Jahren 3 Monaten bis herunter zu 4 Jahren 3 Monaten. Zuchthaus. Berufung in einer Beleidigungssache hatte der Wagnermeister W. aus Frank⸗ furt eingelegt. Da er zum Termin nicht erschienen war, wurde die Berufung verworfen. U Den Stempel K⸗ Brot hatte ein Bauernheimer Bäckermeister auf Roggen⸗Broten nicht angebracht, die zu 10 Proz. aus Kartoffel⸗ und zu 20 Proz. aus Gerstenmehl bestanden. Tas Friedberger Schöffengericht hatte deshalb gegen ihn auf 5 Mk. Geldstrafe erkannt. r der Straf⸗ kammer, wo er Berufung verfolgte, machte der Meister mit Erfolg geltend, daß die Stempelpflicht nur dann bestehe, wenn 30 Proz. Kartoffeln im Brote verbacken würden. Gerstenmehl sei aber Brotmehl genau wie Roggenmehl. Die Strafkammer war der Ansicht, daß die Bundesratsverordnung zum mindesten in dieser Hinsicht einen Zweifel bestehen lasse, daß der Meister aber auf alle Fälle in gutem Glauben gehandelt habe. Er wurde freie gesprochen. 5 Ein ungetreuer Provisionsreisender. Der wegen Betrugs vorbestrafte Kaufmann M. aus Kassel hat bei einer Gießener Firma widerrechtlich Gelder für sein Haus einkassiert und für sich verbraucht. Er erhielt wegen Betrugs und Urkundenfälschung drei Monate Gefängnis. Vermischtes. Stuttgart, 11. Okt.(WTB Nichtamtlich.) Zwische Göppingen und Uhingen bei der Einfahrt nach Uhingen sind gestern früh im Nebel zwei Güterzüge zusammen⸗ gestoßen. Ein Zugführer wurde getötet, ein Pferdewärter leicht verletzt. Der Materialschaden ist erheblich. bis abends 6 Uhr gesperrt. Briefkasten der Redaktion. [Auonyme Aufragen bleiben un berücksichtigt.) g. L., 6. 3 6 bedeutet zeitweilig unbrauchbar wegen Knochensehler. 1 Beide Gleise waren 3% Märkte. Gießen, 9. Okt. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 1,30— 1,90, Hühnereier das Stück 18—20 Pfg., Käse das Stück 7—9 Pfg., Käsematte 1 Stück 3—0 Pfg.; Tauben das Paar 1,40—0,00 Mk., Hühner das Stück 2,00—2,50 Mt., Hahnen das Stück 1,50 2,0 Mk., Ochsen⸗ fleisch das Pfund Mk. 1,16 1,20, Kuhfleisch 100—00 Pfg. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 1,16— 1,20 Mk., Schweine fleisch das Pfund 1,80—0,00 Mk., Kalbfleisch das Vid. 1,14 1,18 Mt., Hammelfleisch das Pfund 96—110 Pfg.; Kartoffeln 1 Ztr. 3,50 bis 4,00 Mark, Milch das Liter 24 Pfg.; Aepfel der Zentner 6 bis 8 Mk., bessere 00—00 Pfg. Spinat 2025 Pig. das Pfund; Wirsing 10—15 Pfg. das Stück, Gelberüben 10—12 Pfennig das Pfund, Rotkraut 15—25 Pfennig das Stück, Kohlrabi 6—8 Psennig das Stück, Weißkraut 15—25 Pfennig das Stück, Birnen 7 bis 15 Pfa., bessere 00-00 Pfennig das Pfund, rote Rüben 7—8 Pfg., römisch Kohl 6—8 Pfennig. Zwiebeln der Zentner 17—18 Mk. Rüsse 100 Stück 4050 Pfg. Blumenkohl 2050 Pig. Zwetschen der Zentner 15—18 Mk., Endivien 10—12 Pig.— Marktzeit von 8 bis 2 uhr.— Fleischpreise auf dem Markte von auswärtigen Händlern: Rindfleisch das Pfund 1 Mk., Rindfleisch-Bratenstück das Pfund 1 Mk., Schweinefleisch das Pfund 0,00 Mk., Nierenfett das Pfund 1 Mk. se. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 11. Okt. Auftrieb: Rinder 2739(Ochsen 316, Bullen 51, Kühe und Färsen 2372), Kälber 425, Schafe 146, Schweine 812. Marltverlauf: Rinder lebhaft, geringe Ware Ueberstand Kälber und Schweine gedrückt; Schafe ruhig; bei Schweinen Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebend gewicht... 144.00-148.00 180.00— 185.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebenge wicht. 131.00 140.00 165 175.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht... 44.00-48.00 180.00 185.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht.... 144.00. 148.00 180.00 185.00 fe. Frankfurt a. M., 11. Oktt. Frucht⸗ und Futtermittel⸗ markt. Bei schwachem Besuch und ruhigem Verkehr fanden in Getreide mangels Ware keine Umsätze statt. Futtermittel sast ohne nennenswertes Angebot. Kokoskuchen 64 bis 65 Mk., Rapskuchen 50 52 Mk. Alles lose ab Station und nominell. fe. Frankfurt a. M., 11. Okt. Kartoffelmarkt. Kartoffeln 6,50— 7,00 Mk. für 100 Kg. — Vetetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 18. Oktobr 1915 Trüb und regnerisch, etwas wärmer. Letzte Nachrichten. 0 Italienische Truppen nach dem Orient? „Hassia“ erfährt, eine große Zahl italfenischer Truppen sei in den letzten Tagen nach Bari und Brindisi gebracht worden, wo sie auf 12 große Transportdampfer geschafft wurden. Die Truppen tragen Tropenhelme, woraus man schließt, daß sie für einen Feldzug an einem Punkte des Orients, wahrschein⸗ lich an der kleinasiatischen Küste, bestimmt sind. Griechisch⸗bulgarische Freundschaft. g Bu dapest, 12. Okt. Aus Sofia wird gemeldet: Der griechische Gesandte erschien hei dem Ministerpräsidenten Radoslawow und teilte ihm im Namen seiner Regierung mit, die neue griechische Regierung stehe auf der Grundlage des Aus⸗ harrens in der bewaffneten Neutralität und lege Gewicht darauf, daß zwischen Griechenland und Bulgarien das den Interessen der beiden Länder entsprechende, sich freundlich gestaltende Verhält⸗ nis auch weiterhin aufrecht erhalten bleibe. Unstimmigkeiten im Vierperband. 5 Wien, 12. Okt. Nach zuverlässigen Meldungen mehren sich die Mißhelligkeiten im Vier verband zwischen den leitenden Staats⸗ männern. Zwischen Sir Edward Grey und Delcasss sollen besonders starke Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Balkan⸗ fragen bestehen, da Frankreich keine große Lust mehr zeige, neue Truppen auf Gallipoli zu opfern. Auf der russischen Botschaft in Paris beschwerte man sich offen über die mangelnde finanzielle Unterstützung Rußlands durch England. Der neue russische Innernminister. Kopenhagen, 12. Okt. Zu der Ernennung des Kammer⸗ herrn Chwostow zum russischen Minister des In⸗ nern als Nachfolger Schtscherbatows erfährt der Petersburger Korrespondent der„Berlingske Tidende“, der erzreaktionäre neue Minister habe die tröstlichsten Zusagen für die Zeit nach dem Kriege gegeben. Chwostow, der bis zum Jahre 1912 Gouverneur von Nischni Nowgorod war und später der äußersten Rechten der Duma angehörte, habe sich jetzt zu fortschrittlichen Grund⸗ sätzen bekannt und er wolle— natürlich immer nach dem Kriege — die liberalsten Reformen einführen. Vor allem sei es sein Programm, den deutschen Einfluß auf das russische Wirtschafts⸗ leben gänzlich auszuschalten. Chwostow wird sich zunächst ein⸗ mal mit der ungeheueren Teuerung der Lebensmittel, die von Tag zu Tag zunimmt, zu befassen haben. Der Seekrieg. i. Köln, 12. Okt. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der hollän⸗ dischen Grenze: Batavia Niews Blatt verzeichnet Angaben, wo⸗ nach in Colombo mehrere englische Handelsdampfer geübte Mannschaften und Geschütze an Bord genommen ha⸗ ben, um sich deutscher U⸗Boote erwehren zu können. — Von der holländischen Grenze meldet dieselbe Zeitung: Der englische Dampfer„Tharpwood“ wurde versenkt. Die Bemannung ist gerettet. — . wafalht zartes reines Gesicht, roslges jugendfrisches Aussehen und ein blendend schöner Teint.— Alles dies erzeugt die echte St rd · Seife (die beste Lilienmilchseise), von Bergmann& Co,, Radebeul. à Stück 55 Pfg. Ferner macht der Cream„Dada“(Lilienmileb- 7 Cream) rote und spröde Haut weiß und sammetweich. Tube 50 Pig. Ueberstand. Preise für 100 Pfd. Lebend⸗ Schlacht⸗ Ochsen. gewicht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht? Mk. Mk. werkes, 17 Jahre alt. 7080 135188 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere A el,. d ß Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 60-64 112-120 Bullen. 5 Vollfleischige, ausgewachfene, höchsten Schlachtw. 66—72 118—124 Vollfleischige, jüngere„ 5862 105110 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw, 64—72 119-133 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht- wertes bis zu 7 Jahren.„6080 1185 Wenig gut entwickelte Färsen... 51-60 102—120 Aeltere ausgemästete Kühe 4854 96-108 Mäßig genährte Kühe und Färsen.. 39—46 78—92 Gering genährte Kühe und Färsen 30-33 68-87 Kälber. Mittlere Mast- und beste Saugkälben.. 78—82 128137 Geringere Mast- und gute Saugkälber.. 72—78 122-131 Geringe Saugkäl ber 688.% ß Schafe. Weidemastschafe: Mastlämmer und Masthammel 62-00 134—135 i. Köln, 12. Okt. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Athen: 12 33 PCC 1 rr In fremder Erde ruhet nun mein Glück. Du teurer Gatte kehrst nie mehr zurück Auf Wiedersehn! sprachst Du und zogst hinaus, Zu schützen unser Vaterland und Haus. Auf Wiedersehn! schriebst Du in jedem Brief voll Freud; Nun hat die Freude sich gekehrt für uns in tiefstes Leid. Auf Wiedersehn! so rufen wir Dir zu, in lichten Höhen Und tragen still den Schmerz; denn Gottes Wille ist geschehen. Den Heldentod fürs Vaterland starb am. September mein unvergeßlicher, innigstgeliebter Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser guter Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Pionier Ludwig Hilberg im Alter von 32 Jahren. Die feindliche Kugel ereilte ihn bei Ripont-Mühle und seine letzte Ruhestatt fand er auf dem Friedhof zu St. Morel, wo er am 20. September. vormittags 9 Uhr, mit allen militärischen Ehren beerdigt wurde. 9 0⁵⁵77 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Anna Hilberg geb. Michel und Kinder. Daubringen, Treis a. d. Lda., Hassenhausen, den 11. Oktober 1915. Heute starb im Lazarett zu Bonn an seinen am 9. August erhaltenen Verwundungen unser lieber einziger Sohn, Bruder und Enkel Rudolf Jost Kriegsfreiwilliger im Pionier-Bataillon Nr. 15 Ritter des Eisernen Kreuzes. Apotheker Ferd. Jost Sophie Jost geb. Limpert Lisel Jost. Freinsheim(Pfalz), 7. Oktober 1915. 8070 * Verwandten und Bekannten hiermit die schmerz- liche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unser einziges, liebes, unvergessliches Söhnchen Heini im zarten Alter von einem Jahr und zwei Monaten durch eine tückische Krankheit plötzlich zu sich zu rufen. In tiefem Sohmerz: Heinrich Ruppel, Lehrer, z. Zt. vermisst, und Frau Anna, geborene Rabenau Familie Heinrich Ruppel Wwe. Familie Wilh. Rabenau Willy Rabenau, z. Zt. im Felde, und Familie Wilh. Rühl, z. Zt. im Felde, und Familie. Muschenheim, Birklar, Alten-Buseck, Alsfeld, den 12. Oktober 1915. „ Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. Oktober, nachmittags 2 Uhr, in Alten-Buseck statt. 18554 Die Beerdigung findet am Heute nacht entschlief sanft nach kurzem, mit grosser. ertragenem Leiden in vollendetem 69. Jahre unser gutes Lischen Weber. Nahezu 39 Jahre diente es der Familie mit seltener 8 und Aufopferung, unermüdlich fleissig bis zu seinem Lebensende. Frau Mary von Nathusius, geb. Pascoe. Erding statt. Gut Obermailing(Post Lengdorf, Oberbayern), den 9. Oktober 1915. 11. Oktober, nachmittags 2 Uhr, in 8022 25 Fern von der Heimat, fern von deinen Lieben Rubst du nun aus in fremdem Land Bei den Helden, die auch noch fielen Für das teure Vaterland; Ach, viel zu früh verließest du hier die Deinen, Die in der fernen Heimat bitter um dich weinen, Lönnen wir dein Grab nicht schmücken, Trauernd an der Gruft nicht steh'n, Auf zum Himmel wollen wir blicken, Denn dort gibts ein Wiederseh'n. 5 5 Vater seines einzigen Töchterchens, unser guter Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Philipp Wehrum Wehrmann im akt. Inf.⸗Regt. Nr. 1 10. Komp. im 40. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Fran Katb.. geb. Zinnkann und Kind Jamilte K. Wehrum Familie S. Wehrum Jamilie Zinnkann. bausen, den 10. Oktober 1915. Wiedersehen war seine Hoffnung! Plötzlich und unerwartet verschied gestern Willy Seip was wir hiermit Verwandten und Be⸗ anzeigen. 5 Die tieftrauernden Eltern: Familie Wilhelm Seip. Gießen(Walltorstr. 67), 11. Ott. 1915. mittag 2½ Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 8025 Den Heldentod fürs Vaterland starb am 7. September mein innigstgeliebter Mann, der Gießen(Licher Str. 21) Annerod, Rüddings⸗ 80²⁴ unser liebes, gutes Söhnchen und Enkelchen kannten mil der Bitte um stille Teilnahme Die Beerdigung findet Mittwoch nach- Den Heldentod fürs Vaterland starb an seiner schweren Verwundung am 26. Sep⸗ tember mein innigstgeliebter unvergeßlicher Mann, der beste Vater seiner zwei Kinder, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel. Wilhelm Kauß, Gastwirt Unteroffizier im Landw.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 116, f 12. Komp. im Alter von 34 Jahren. In wehem Schmerz: Philippine Kauß geb. Wagner und Kinder. Burkhardsfelden, den 11. Okt. 1915.„43 eld postschachteln Neue Packungen für Gelee, Butter etc. Feldpostpaplere in großer Auswahl Billigste Bezugsauelle für Wiederverkaufer Ernst Balser, Giessen, Häusburg. Lassen Sie sich nicht täuschen, samantine mit Sparsieb, ist die beste und sparsamste Schuhereme. Fabrikant: Rud. Starcke, Melle i. H.„ 2522 Gastwirte 7 25* die gewillt sind, einen einfachen, wohlfeilen R neuma 1 18 0 mittagstisch,, e e dee 55 2* 7 3 kämpfen. Ich will nicht für Kriegsbeschädigte, Hinterbliebene und An⸗ erbauten gehörige von Kriegsteilnehmern zu übernehmen erteilt Kostenlos und größere Lokalitäten haben, können sich melden Ran 197 7 0 und erfahren das Nähere bei dem Vorsitzenden des Gastwirtevereins, Herrn M.. Pl 5— 7988 Dank. Danksagung. Fur die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reiche Kranzspende beim Hinscheiden unserer lieben Gattin und Mutter, sowie für die trostreichen Worte unseres Herrn Pfarrer Kniper am Grabe sagen wir herzlichen Gemeindevorsteher Schmidt und Kinder. Krofdorf, den 12. Oktober 1915. 8081 Kartoffeln pr. Speise u. Salatkartoffeln für den Winterbedarf empf. zu billigsten Tagespreisen J. Weisel. 1 6, Telephon 88. T is 0 aalbezer neben Oir.: Hermann Steingoetter, Freitag, d. 15. Oktbr. 1915 abends 8 Uhr: Eröffnungs⸗Vorstellung. 1. Freitag⸗Abonn.⸗Vorstellg. Gewöhnl. Preise(ermäßigt). brust Herzog p. Sehgaben Drage ae von Ludwig Uhland.% Ende gegen 10 Uhr. Soldaten pom Feldwebel abwärts zahlen 1 allen Vorstellungen 541 und 3. Sperrsitz nur halbe Preise. rosser Se! Azzen Verkauf zu extra billigen fusnahme- Preisen! f 5 Durch frühzeitige Einkäufe ganz besonders vorteilhafte Angebote! e Es empfiehlt sich, den Bedarf jetzt reichlich zu decken, da alle Artikel enorm im Preise steigen werden.