nr. 238 seines Vorge zweifeln aber nicht daran, daß die verantwortlichen Staats⸗ „ Erstes Blatt 2 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchenklich Gleßener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis- latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schristleitung112 Verlag, Geschäftsstelled1 Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. r 2 105. Jahrgang Seseral Arzeiger für Oberhessn Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei B. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Samstag, 9. Oktober 1015 Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. 2 Die ersten Erfolge in Serbien. Eine bulgarische Warnung an Griechenland. (WB.) Großes Hauptquartier, 8. Oktober. Amtlich.) 5. Westlicher Kriegsschauplatz. Nach den vergeblichen Durchbruchsversuchen der Fran⸗ zosen vom 5. und 6. Oktober war der gestrige Tag in der Champagne verhältnismäßig ruhig. 5 Das Grabenstück östlich des Navarin⸗Gehöftes, das die Franzosen noch besetzt hielten, wurde vormittags durch Gegenangriffe gesäubert, wobei einige Gefangene und zwei Maschinengewehre in unsere Hand fielen. Gegen abend nahm das feindliche Artilleriefeuer wieder zu. Nachts kam es an einzelnen Stellen zu Infanterie-An⸗ griffen, die sämtlich abgewiesen wurden. Bei einem erfolgreichen Vorstoß auf eine vorgeschobene feindliche Stellung südlich von Ste. Marie à Py nahmen wir dem Feinde sechs Offiziere und 250 Mann Gefangene ab. Oestlich der Argonnen bei Malancourt wurden mehrere feindliche Minenstollen durch Sprengung zerstört. Oestlicher Kriegsschguplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Russische Angriffe nördlich von Kos jany und südlich des Wiszniew⸗Sees sind abgeschlagen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Bei Newel und Omyt(südwestlich von Pins sind russi⸗ sche Postierungen von uns vertrieben. Unser Angriff in der Gegend nordwestlich von Czar⸗ jorysk macht Fortschritte. Die deutschen Truppen der Armee des Generals Grafen Bothmer wiesen mehrere russische Angriffe ab. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Der Uebergang über die Drina, Save und Donau nimmt einen günstigen Verlauf. Südwestlich von Belgrad sind vier Offiziere, 296 Mann zu Gefangenen gemacht und zwei Maschinengewehre erbeutet. Gegenüber von Ram fielen nach Kampf drei Geschütze in unsere Hand. Oberste Heeresleitung. *** Heute sind keine neuen Entscheidungen zu melden. Aus der Flut von Vermutungen und Stimmungsbildern über die Politik Griechenlands und Rumäniens ist nur eine Nachricht von positivem Charakter herauszugreifen: Rados⸗ lawow, der mannhafte Lenker der Geschicke Bulgariens, hat in Athen wegen der Vorgänge in Saloniki nachdrück⸗ lich Warnung und Widerspruch aussprechen lassen. Das neue griechische Kabinett steckt noch in: Verhandlungen mit der jetzigen Opposition; es heißt, Venizelos werde be⸗ dingungsweise nichts tun, um die Politik des Königs zu durchkreuzen. Wie berechtigt Bulgariens nach Athen ge⸗ richtete Warnung ist, geht aus den Aeußerungen englischer Blätter hervor, die sich bemühen, nachzuweisen, daß es mit dem Bruch der griechischen Neutralität ganz anders stehe als mit dem Schicksal Belgiens. So wendet sich die „Times“ in einem Leitartikel dagegen, daß die franzö⸗ sische Note an Griechenland ein ähnlicher Fall sei wie der deutsche Durchmarsch durch Belgien. Natürlich sei es augen⸗ blicklich unmöglich, vertrauliche Mitteilungen zwischen den Verbündeten und Griechenland zu veröffentlichen, es dürfe aber als sicher gelten, daß die Alliierten niemals eine Handlung auf griechischem Gebiete beabsich⸗ tigten, die Griechenland unwillkommen sei. Also mit anderen Worten: Griechenland will es. Die „Westminster Gazette“ sagt, es bestehe gar keine Parallele zwischen der Landung in Saloniki und dem bel⸗ gischen Fall. Das belgische Volk glaubte, seine Ehre und Unabhängigkeit seien durch den deutschen Einbruch bedroht, es protestierte nicht nur, sondern kämpfte auf Tod und. Leben. Die Regierung und das Parlament Griechenlands verzichteten auf das Recht eines Protestes mit Waffen⸗ gewalt. Venizelos sagt, daß eine Landung die griechischen Interessen nicht gefährde. Weder in der Sache noch in der Form besteht die geringste Aehn⸗ lichkeit zwischen der Landung in Saloniki zur Unkerstützung Serbiens, dem Verbündeten Griechenlands, und dem ge⸗ waltsamen Einfall in Belgien als Mittel, Frankreich über“ raschend anzugreifen. Auch der„Daily Telegraph“ be⸗ hauptet in einem Leitartikel, daß die Lage Griechenlands sich offenbar von der Lage Belgiens völlig unterscheide. Man dürfe diese Frage nicht nach oberflächlichen Anzeichen beurteilen. Dreist, aber doch wohl in halber Verlegenheit, wird ab⸗ geleugnet. Wir aber und die unparteiischen Zuschauer in der Welt werden uns an den Protest Venizelos' halten, der den Entente-Mächten den Bruch der Neutralität bestätigt, indem er eben dagegen Einspruch erhebt. Man könnte an Griechenland die Frage richten, ob es sich nicht nur den Bruch der Neutralität gefallen lassen will, sondern auch die in den 1 Aeußerungen liegende Brandmarkung hens als heuchlerisch und heimtückisch. Wir männer in Sofia in letzter Stunde noch mehr der Gewalt der Tatsachen und Aussichten sich beugen werden, als irgend welchen anderen Skrupeln. Die deutschen und österreichisch— ungarischen Heere haben in Serbien bereits die ersten Kriegserfolge voraus, und das englische Kabinett ist in äußerste Beunruhigung geraten, was aus einem Kriegsrat und einigen wichtigtuerischen Ernennungen sich schließen läßt. Mittlerweile stellt„Daily Mail“ fest, durch die Ent⸗ lassung Venizelos', die zu weiteren Besorgnissen Anlaß gebe, habe Deutschland einen neuen Erfolg errungen, und die Lage sei ernster als je . Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 8. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 8. Oktober 1915.. Russischer Kriegsschauplatz. Der Feind griff gestern an der ganzen ostgalizischen und wolhynischen Front an. Seine unter großen Kräften und Munitionsaufwand geführten Angriffe blieben ohne Erfolg. An der bessarabischen Grenze auf den Höhen nördlich des Dnjestr und an der Strypa brachen die russi⸗ schen Sturmkolonnen zusammen, ehe sie an unsere Hinder— nisse herankamen. Nordwestlich von Tarnopol drangen die Russen an zwei Stellen in unsere Schützengräben ein, wurden aber durch herbeieilende deutsche und österreichisch⸗ungarische Unter⸗ stützungen heute morgen wieder zurückgeschlagen. Ein ähn⸗ liches Geschick hatte der feindliche Angriff auf das nord⸗ westlich von Kremienec liegende Dorf Sakanow, das gestern als Mittelpunkt erbitterter Kämpfe mehrmals den Besitzer wechselte, nun aber wieder fest in unserer Hand ist. Ebenso warfen wir südwestlich von Olyka überlegene russische Kräfte im Nahkampf zurück, wobei sich das In⸗ fanterie⸗Regiment Nr. 89 und das Landwehrinfanterie⸗Regi⸗ ment Teschen Nr. 31 besonders hervortat. Sehr heftig wurde auch südlich von Olyka gekämpft. Nördlich und nordöstlich von Kolki gewannen unsere Gegenangriffe neuerlich Raum. Wir entrissen dem Feinde die Dörfer Lisowo und Galuzia. Insgesamt wurden in den gestrigen und vorgestrigen Kämpfen auf wolhynischem Boden etwa 4000 Russen 8 5 95 1 5 genommen. Der Gegner erlitt sehr große erluste. Italienischer Kriegsschauplaßz. Gegen die Hochfläche von Vilgereuth setzten die Italiener gestern nachmittag an der ganzen Front mit star⸗ ken Kräften zu einem neuen Angriff an, der gleich allen früheren blutig abgewiesen wurde. Besonders heftig tobte der Kampf' um einen unserer Stützpunkte nordöstlich des Maroniaberges. Hier stürmten drei feindliche Bataillone dichtgedrängt vor, drangen durch das zerstörte Hindernis ein, wurden aber durch Abteilungen des österreichischen Landwehrregiments Nr. 14 mit dem Bajonett hinausgewor⸗ fen. Der ganze Angriff endete mit der Flucht der Italiener in ihre Ausgangsstellungen. Im Nordteil des Doberdo ⸗Abschnittes griff der Feind wieder vergeblich an. Bei Selz verjagten die Abtei⸗ lungen des Infanterie⸗Regiments Nr. 87 die Italiener aus einem in ihrer Kampflinie gelegenen Steinbruch, schlugen einen Gegenangriff ab und sprengten die feindlichen Stellungen. 5 Südöstlicher Kriegsschauplatz. Der Uebergang der österreichisch⸗ungarischen und deut⸗ schen Streitkräfte über die untere Drina, die Save und die Don au wurde fortgesetzt. Die Versuche der Serben, unsere Unternehmungen zu stören oder zu vereiteln, scheiter— ten auf allen Punkten. 5 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * Die Spannung der Balkanstaaten. Die Truppenlandungen in Saloniki. Berlin, 9. Okt. Nach Rotterdamer Meldungen in verschiedenen Morgenblättern wurden die Truppenlandun⸗ gen in Saloniki am Mittwoch den ganzen Tag fort⸗ gesetzt.— Der Pariser Sonderberichterstatter eines Genfer Blattes will aus guter Quelle erfahren haben, daß Serbien ein Hilfsheer von 120000 Franzosen und 30000 Engländern versprochen worden sei.— Der König von Montenegro soll seinem Schwiegersohn telegra⸗ phiert haben, daß eine 60000 Mann starke monte⸗ negrinische Armee die Offensive ergreifen werde. Die Lage in Griechenland. London, 8. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau, Reuter meldet aus Athen: Die neuen Minister haben den Eid geleistet. Es verlautet, daß die Venizelos-Partei die neue Regierung unterstützen wird, um weitere Verwickelungen zu vermeiden, da eine Kammerauflösung in der Mobilmachungszeit einen chaotischen Zustand herbei⸗ führen würde. i g Paris, 8. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das„Petit Journal“ meldet aus Athen: Nach Auskünften aus offi⸗ ziöser Quelle soll das neue Kabinett gemäß dem Willen des Königs entschlossen sein, die strengste Neutralität zu beobachten. Der König erklärte, er wolle mit keiner der Kriegsparteien, weder mit Deutschland und Oesterreich⸗ Ungarn, noch mit Frankreich und seinen Verbündeten in einen Konflikt geraten. 0 Bulgarien und Griechenland. Budapest, 8. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Sofia meldet das Blatt„Vilag“: Radoslawow hat dem grie⸗ chischen Gesandten Naum erklärt, die Vorgänge in Saloniki schienen nicht im Einklang mit den Erklärungen zu stehen, welche die griechische Regierung durch ihren Gesandten in Sofia abgegeben habe. Falls die griechische Regierung ihre Haltung nicht ändere, würde das bulgarische Kabinett die griechenfreundliche Haltung der bulgarischen öffentlichen Meinung nicht für berechtigt halten und keine Ver⸗ antwortung für den Stimmungswechsel über⸗ nehmen können. Der bulgarische Gesandte in Athen, Pasa⸗ row, ist von Radoslawow angewiesen worden, ähnliche Erklärungen abzugeben. Die Abreise der Gesandten der feindlichen Länder u aus Sofia. Sofia, 7. Okt. abends.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der bulgarischen Telegraphen⸗Agentur. Die Vertreter der Vierverbandsmächte reisten abends in einem Sonderzug mit dem Personal der Gesandtschaften, die Russen über Rustschuk, alle anderen über Dedeagatsch, ab. Am Bahnhof wurden sie im Namen der Regierung von dem Generalsekretär des Auswärtigen Amtes und im Na⸗ men des Königs von dem Chef des politischen Kabinettis, Dobrowitsch und dem Adjutanten des Königs, General Sowow, begrüßt. Zwei Beamte des Ministeriums des Aeußeren werden sie bis zu den Grenzstationen Rustschuk und Dedeagatsch begleiten. Der bulgarische Oberbefehlshaber. Sofia, 8. Okt. 1 Uhr nachm.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Telegraphenagentur. Der König hat an den Ministerrat ein Schreiben gerichtet, in dem er ihn benachrichtigt, daß er in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber sämtlicher Streitkräfte des Reiches den Kriegsminister General Jekow mit dem Oberbefehl der Feldarmee beauftrage. Ein serbischer Bericht. Nisch, 8. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das amtliche Preß⸗ bureau teilt mit: Am 3. Oktober brachte an der Sa vefront unsere Artillerie eine feindliche Batterie auf den Höhen von Be⸗ jana zum Schweigen und traf eine Artilleriekolonne und eine Trainkolonne in der Richtung auf Fenel und Jakow. An der Donaufront warfen Feldgeschütze und Haubitzen am 4. Okto⸗ ber 60 Granaten auf unsere Stellungen bei Ram, jedoch ohne je⸗ den Erfolg. 20 feindliche Flugzeuge überflogen das Gebiet der unteren Morawa und Save; sie warfen 30 Bomben auf Pozare⸗ watz und drei auf Goritza, ohne jedoch Menschen zu treffen. Ein feindliches Flugzeug von der Art der Tauben überflog, aus der Richtung Zajetzschar Krajujewac kommend, Nisch. Sodann schlug es eine andere Richtung ein und verschwand schließlich in der Richtung auf Bulgarien. An der Savefront beschoß unsere Artillerie ein feindliches Lager nordwestlich Jakow. An der Do- naufront schoß in der Nacht zum 5. Oktober ein feindliches Kanonenboot und ein feindliches Maschinengewehr auf der Insel Kozares auf die Festung Belgrad, aber ohne Ergebnis. Wir verhin⸗ derten einen Versuch des Feindes, die Save gegenüber Bawowo Brod in Booten zu überschreiten. ** 8 a Der Kampf im Westen. Berlin, 9. Okt. Nach verschiedenen Morgenblättern schreibt die„Times“: Die Franzosen verbrachten zwei Tage mit der Verstärkung ihrer Stellung auf dem Tahure— Hügel. Der Umstand aber, daß die Deutschen so schnell im— stande waren, dort zum Gegenangriff zu schreiten, bestätigt, wie stark der noch von den Alliierten zu überwindende Wider— stand der Deutschen ist. Sie haben an den bedrohten Punkten starke Reserven zusammengezogen.— Der Berichterstatter eines englischen Blattes berichtet über die Kämpfe um den den Hügel von Mesnil: Von dem Gipfel aus konnten die Maschinengewehre der Deutschen die vorstoßenden Franzosen bestreichen. Als sie so weit vorgedrungen waren, als es ihnen ohne weitere Artillerievorbereitung möglich war, gruben sie sich ein, indem sie die vorhandenen Granattrichter durch Schützengräben miteinander verbanden. Erst dann gingen sie zum Einzelangriff auf die deutschen Stützpunkte über. Die betonierten und gepanzerten Stellungen der deutschen Ma⸗ schinengewehre waren aber derart durch Gras und Strauch- werk unsichtbar gemacht, daß die Franzosen nicht eher wuß⸗ ten, woher der ihre Reihen lichtende Bleistrom kam, als bis . 5 persönlich Zeuge der Gefühle F an der wichtigen Herstelbung der Verbindungen, die in kurzer Zeit gesichert sie dicht davor standen. Und dann kam es zu einem fort⸗ währenden Hin- und Herwogen im Nahkampfe, wobei das Bajonett eine große Rolle spielte. Ein Kriegsrat in London. London, 8. Oktober.(WTB. Nichtamtlich.)) Meldung des Reuterschen Bureaus: Der auf gestern früh einberufene Ministerrat wurde auf heute verschoben. Statt dessen fand ein Kriegsrat statt, der sehr lange dauerte, und an dem Asquith, Grey, Kitchener und Lloyd George teil nahmen. Einer zweiten Beratung nachmittags wohnte der französische Volschafter mit Vertretern der französischen Regierung und der französischen Armee bei. Der Chef des englischen Reichsgeneralstabes. London, 8. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Sir Archi⸗ bald Murray ist zum Chef des Reichsgeneralstabes er⸗ nannt worden. Die englische Rekrutierung. London, 8. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Kriegsamt hat eine Note ausgegeben, daß Lord Derby die Leitung der Rekru⸗ tierung am 11. Oktober übernimmt. Die Verfügung betreffend die Benutzung der Liste des Nationalregisters für die Anwerbung wird zurückgezogen, Lord Derby wird zunächst mit dem Parla⸗ mentskomitee des Gewerkschaftskongresses und mit der parlamen⸗ tarischen Werbekommission verhandeln. In einer Werbeversamm⸗ lung in Southampton wurde folgendes Telegramm Kitcheners ver⸗ lesen: Männer sind dringend von Nöten, jede Anstrengung muß ge⸗ macht werden, um sie zum Eintritt in die Armee zu veranlassen. *** Ein denkwürdiger Tag in der türkischen Kammer. Konstantinopel, 5. Okt.(WTB. Nichtamtlich.“ Verspä⸗ tet eingetroffen. Die Kammer hielt heute eine denkwürdige Sitzung ab, die den Vertretern der Ration neue Gelegenheit bot, die große Begei ng auszudrücken, die die heldenhaften Taten der türkischen, deutschen und österreichisch⸗ungarischen Armee bei ihnen hervorgerufen haben, sowie ihre volle Dankbarkeit gegenüber den türkischen Soldaten und der gegenwärtigen osmanischen Regierung auszusprechen. Das Hauptinteresse der Sitzung lag einerseits in der Rede des Präsidenten Halil Bey, dessen ergreifende Worte im ganzen Saal vaterländische Begeisterung hervorriefen, andererseits ders i der Rede des Krieasministers und Vizegeneralissimus Enver Pascha, der in diesem entscheidenden Augenblick des Dracleges gun erstenmal das Wort ergriff seit Anfang des Krie⸗ ges. Jeder Satz dieser beiden Reden wurde mit brausendem Beifall aufgenommen, besonders jedesmal, wo die drei verbündeten Seere und deren ungeheure Erfolge erwähnt wurden sowie das Bündnis zwischen den drei Kaiserreichen und drei Völkern, die bald eine direkte Verbindung haben werden. Auch war die Begeisterung sehr lebhaft, als der Verrat Italiens gebrandmarkt und die auf 250 000 Mann geschätzten Verluste der Engländer bei den Darda⸗ nellen festgestellt wurden. Die feste und wirklich kriegerische Art, womit Enver Pascha sprach, machte auf die Kammer einen sehr starken Eindruck. ö 5 i Der Präsident Halil Bey erinnerte an seine Rede im Februar und sagte: Da wir nicht elend mit dem Kopf zur Erde leben wollen, sondern edel wie die großen Nationen, empfand ich in meinen Adern das Blut Mehmed Fathis und Selim Havas und fühlte, daß ich mich dank der Kraft Fathis auf dieser Tribüne hielt, die unter dem teuren Halbmond ewig Licht über Stambul i wird. Dank Gott brachte dieser Krieg, der bald ein Jahr dauert, lauter Siege, welche den Ruhm des Landes erhöhen werden. Im Augenblick— heftigsten Kämpfe an den Dardanellen und auf Gallipoli befand ich mich in Berlin. Ich konnte dort hoher und aufrichtiger Bewunderung en die außerordentliche Tapferkeit „mit der unsere Armee den schrecklichen Angriff ab⸗ ug, die Angriffe, die der Feind zu Wasser und zu Lande unter⸗ die an der Festigkeit unserer Armeen zerschellten. Die deutsche Nation beglückwünschte öffentlich ihre Regierung, die in dem Augen⸗ blicke, in dem selbst die kleinsten Mächte uns verachteten, stolz unser Bündnis un Jeder Sieg, der weltbekannten Kriegs⸗ ruhm unserer äter wieder aufleben ließ, ließ auch das Bünd⸗ nis der drei Herrscher hervortreten. Das Bündnis betrifft Ver⸗ pflichtungen für eine lange Zukunft und verbindet durch aufrichtige, unveränderliche Freundschaft drei große Armeen und drei große Nationen. Die verbündeten Armeen zwangen den Feind im Westen stehen zu bleiben, zwangen die Russen aus Galizien zu weichen, nahmen mit Heldenhaftigkeit ihre zahlreichen Festungen, fegten sie aus ganz Polen und wenden sich nun nach dem Balkan, um die Verbindungslinie mit uns zu sichern. Die Geschütze, die Donau donnerten und während einer Pause ruhten, wer⸗ den bald mit großer Heftigkeit donnern und nach dem Balkan einen wichti Abschnitt des Krieges tragen. Beifall.) 67 ein werden, wird unser Heer seine Pflicht auf allen Fronten besser erfüllen in unmaderstehlicher Art vor Konstantinopel und den „dem Oautptfampfobjekt dieses Krieges. Die feindlichen ff werden auf immer in den Fluten begraben werden, um niemals wieder qufzuleben(Lebhafter Beifall.) Unser Nach⸗ bar, Burlgarien, eröffnet in der Geschichte ein neues und sehr wichtiges Kapitel. Es ist außer Zweifel, daß es ebenso günstig sem wird, wie unseres. Das wichtigste Ergebnis dieses Krieges ist, daß von der Nordsee his zum indischen Ozean eine mächtige Gruppe —.— sein wird, die sich ewig gegen den englischen Eigennutz ten Enver Pascha sagte u. a: Um Ihnen ein Bild zu „kann ich sagen, daß die Zahl der von uns ausgehobenen uschaften zwei Millionen übersteigt. Die feindlichen Länder rufen klassen zu den Fahnen ein, die viele Jahre später erst einberufen werden—— 1—— 5— gesetzmäßig gewohnten esklassen unserer Armee, die bisher viele schwere Prüfungen überstanden hat und ihre Stärke und Tapferkeit bewahren wird. Sie wird das erste Element sein, welches uns den endlichen Erfolg bringen wird. Beifall.) Ich teile Ihnen mit, daß die Unterbrechung der Verbindung, die keine Gefahr bedeuten würde, selbst wenn sie andauerte, schließ⸗ lich verschwinden wird. Infolgedessen wird der Bedarf unseres Heeres an Waffen und nition und Sonstigem sichergestellt werden. Die Armee wird stärker ausgerüstet und bewaffnet fein. Eine amerikanische Drohung gegen die Türtei. Rotterdam, 8. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant“ meldet aus New Pork: Nach Berichten aus Washington wird der tür kischen Regierung formell mitgeteilt, daß die Beziehungen zwi⸗ schen Amerika und der Türkei gefährdet seien, falls die Morde in Armenien nicht aufhören würden. Instruk⸗ tionen in diesem Sinne wurden dem Botschafter der Ver⸗ einigten Staaten in Konstantinopel übermittelt. In amt⸗ lichen Kreisen Washingtons wird dazu bemerkt, daß der Abbruch der diplomatischen Beziehungen vorläufig nicht beabsichtigt ist. —— Der Seekrieg. Deutsche Uu.⸗Bootsersolge im Mittelmeer. Berlin, 8. Okt.(Priv.⸗Tel.) Ueber deuts⸗ U-Bootser⸗ folge im Mittelmeer berichtet die„B. Z. am ittag“: Seit JJ%CCAACGCAAAC französischer Dame fer, darunter mehrere Truppentrans⸗ tdampfer, ve 15 At Ein ersenkung der„ rabia“ von achttausend Tonnen und achtzehn Seemeilen Geschwindigkeit. In der Nähe der griechischen Süd⸗ küste seien folgende englische Transportdampfer versenkt: HRa⸗ mason“ mit fünfhundert Mann indischer Truppen am 18. Sep⸗ tember, Ran von 300 Brutto-Tonnen am 20. Sep⸗ tember„Linkmocor“ von 4000 Tonnen und„Cyrene“ von 3000 Tonnen am 1. Oktober. Ferner der französische Dampfer und Hilfskreuzer„Indien“ von 800 Tonnen, die Dampfer „Aude“ von onnen,„Ville de Mostaganem“ von 2650 Tonnen,„Provincia“ von 3000 Tonnen und „Ravitailleur“ von 3000 Tonnen. Die„B. Z. am Mittag“ bezeichnet die Liste noch als unvollständig. Berlin, 8. Okt. Wie jetzt bekannt wird, sichtete am 12. September vormittags, 20 Seemeilen nordwestlich Düna⸗ münde eines unserer Wasserflugzeuge aus 1500 Meter Höhe einen Ave maße rdchon er der von einem kleinen Schlepper geschlevpt wurde. Das Wasserflugzeug wurde im Gleit⸗ fluge auf 100 Meter herabgebracht, umkreiste den Schleppzug und schüchterte die Mannschaft durch Schüsse ein, so daß sie die Hände hochhielt zum Zeichen der Ergebung. Das Wasserflugzeug ging auf das Wasser herab. Der Beobachter des Flugzeuges bestieg den Schlepper und übernahm das Kommando; der Schlepper wurde längsseit des geschleppten Schiffes gebracht, Es handelte sich um den Schoner„Ila“ mit Kohlen und Eisen für Riga. Er wurde versenkt, nachdem die Mannschaft an Bord des Schleppers gegangen war. Dieser wurde freigegeben, da es für das Wasser⸗ flugzeug 1 gewesen wäre, noch länger im Wasser' zu bleiben. Dies ist, soweit bekannt wurde, das erstemal, daß ein Wasserflugzeug ein feindliches Schiff zum Sinken gebracht hat. Aus Stadt und Cand. Gießen, 9. Oktober 1915. Sonntagsgedanken. Der Anfang der Weisheit ist, daß man lernt, sich zu wundern. Aber gewöhnlich verlernen das die Menschen mit den Jahren. Als Kinder haben sie noch einen Sinn dafür gehabt, wie wunderbar und seltsam die Welt um sie her ist. Da ahmen sie nach, was ihnen so wunderbar an den der haben ein Gefühl für alles, was um sie ist, für alle mannig⸗ faltigen Dinge, besonders aber für das, was im Menschen d ist, für die Liebe der Eltern, für alles Gute und alles Böse im Menschen.— Es ist merkwürdig, wie bei vielen, wenn nicht den meisten Menschen solche reiche natürliche Anlagen so rasch und so gründlich ausgetilgt sind. Und wie sie wo⸗ möglich sich noch etwas darauf einbilden, daß sie nicht mehr solche Kinder sind, sondern daß sie, wie sie meinen, alles begreifen und verstehen: alle Wunder der Natur, ja alle Wunder des Menschengeistes. Aber ihre Augen sind blöd. Sie sind kurzsichtig geworden, haben den natürlichen, gesunden Blick verloren und meinen nun, so wie sie jetzt die Dinge nur noch zu sehen vermögen, so seien sie wirklich. Denjenigen von ihnen, die nicht schon gantz erblindet sind, kann der Krieg ein Lehrmeister sein. Denn was der⸗ jenige, der klare Augen hat, schon im Frieden sieht, das kann man im Kriege im vergrößerten Maßstabe sehen: die ge⸗ waltigen Dinge, die der Menschengeist hervorgebracht hut, und ihre furchtbare Wirkung; aber auch den Reichtum des Eemüts, der Vaterlandsliebe, Opferbereitschaft usw.; oder schließlich das rätselhafte Walten der Vorsehung über dem Einzelnen in der Schlacht und über ganzen Völkern. Wie erstamlich und wunderbar ist das alles! Wie lächerlich ist es da, anmaßend sich über das alles stellen zu wollen! Wie arm ist der Mensch, der das Staunen verlernt hat! Welchen inneren Reichtum dagegen empfangen wir, wenn wir die Welt sehen so wunderbar, unbegreiflich, erstaunlich, alle Tage neu, wie sie wirklich ist! Möchten doch recht viele durch den Krieg solchen Reichtum empfangen! ck. *** Die Verkürzung der Geschäftszeit in Gießen. Wir lassen im folgenden die Anhänger und die 1 des in der letzten Zeit an dieser Stelle mehr⸗ fach erwähnten früheren Ladenschlusses in Gießen nacheinander zu Worte kommen, wobei wir von einer Empfehlung des einen oder anderen Standpunktes ahsehen, da es sich bei der Lage der Dinge letzten Endes um eine reine Mehrheitsfrage handeln muß, bei der beide Teile gute Gründe ins Feld führen können. 1 Wenn die Anhänger der Neuerung zuerst das Wort bekommen, so wird damit nur dem Sprachgebrauch des „Für und Wider“ Rechnung getragen. Red. Als ich kürzlich aus der Zeitung ersah, daß man hier für die Dauer des Krieges eine Kürzung der Verkaufs zeit offener Geschäfte anstrebt, freute ich mich rüber, daß man auch hier an⸗ deren naheliegenden Städten gegenüber nicht rückständig bleiben will und aus Gründen, welche die Kriegslage verursacht, versucht, die Ladeninhaber zu einem freiwilligen gemeinsamen früheren Laden⸗ Zeitungsberichten mußte ich aber zu meinem Staunen vernehmen, daß auch eine Gegenmeinung besteht, die alles beim Alten lassen will. Ich habe mich von einem erfahrenen Ladeninhaber über die bisher hier übliche Verkaufszeit unterrichten lassen und hiernach scheint mir keinerlei Grund für die Befürchtung einer Bengchteili⸗ gung für die Geschäftswelt vorzuliegen, wenn man einheitlich den guten Willen durchsetzt In einer Versammlung vom 27. September uten die Meinun, jener Laden inhaber ausgetauscht werden, ie für einen Geschäftsschluß an Wochentagen um 7 Uhr und Sonn⸗ tags um 1 oder 2 Uhr geneigt seien. Aber es waren auch Gegner des früheren vorgeschlagenen Sonntagsschlusses zu hören, die aber für den 7⸗-Uhrschluß an Wochentagen ihre Stimme abgaben. Für gegnerische Versa ung am 1. Oktober wurden Anhänger des 8⸗Uhrschlusses geworben und durch 35 Stimmen beschloß diese Versammlung, es bei den seitherigen Verkaufszeiten zu belassen. Man hatte scheinbar Bedenken, durch einen früheren Ladenschluß während der Kriegszeit in der Erwerbsmöglichkeit gestört zu werden. Mit dem Hinweis auf die Städte der Umgegend ist dies widerlegt. Weilburg hat unter Führung des Detaillisten⸗ vereins Teuhr⸗ Wochentags und Sonntags 2⸗Uhr⸗Ladenschluß ver⸗ anlaßt. Marburg hat mit gleicher Geschäftszeit gute Erfahrungen urt a. M. uff. Außer Gießen haben fast alle hessischen Städte früheren Ladenschluß eingeführt, und zwar schon vor dem Kriege, und fahren ganz gut dabei. Jetzt gerade zur Kriegszeit bemühe sich eine abgekürzte Verkaufszeit ganz besonders. Nicht bloß wegen der Lichtersparnis, sondern auch bei verringertem oder fehlendem Hilfspersonal, oder wenn der Geschäftsinhaber selbst Kriegsdienste leistet, ist sie für die die Geschäfte führende Frau oder Töchter eine vermehrte Zeit zur notwendigen Erholung. Das laufende Publi⸗ lum, welches sich während des Krieges schon an so manche Ver⸗ änderung hat gewöhnen müssen, ist sicher einsichtsvoll genug und richtet sich nach den eingeführten Verkaufszeiten. Eine hie⸗ sige Frau 15 mir:„Man hat sich an das K⸗Brot ge⸗ wöhnen müssen, und es eckt und bekommt sehr gut, man wird sich auch an den 7. und 2⸗Uhr⸗Ladenschluß gewöhnen.“ W. gute Wille ist, ist auch die Kat. Die — Wo öfter sich wiederholende Bemerkung: Ja, we der schließt, ez 5 auch oder umgekehrt, ist nicht ba un 6 17 9 Mitte September sind wenigstens ein Dutzend englischer und besonderer Erfolg sei dies 3 Uh Erwachsenen scheint, gehen, sprechen, und gleichzeitig wächst d Geist. Denn es ist ursprüngliches Leben in ihnen. Sie schaf schluß an den Wochen und Sonntagen zu veranlassen. Aus weiteren Dit emacht. Darmstadt schließt Sonntags vollständig, ebenso Frank] Gro bewußtsein soll im Vordergrund stehen. Ich l 1 1 925 abends 8 Uhr kaufen wollte, kauft auch bis 2 Uh bezw. 7 Uhr. Wenn ich noch zum Schlusse den Fahrplan Le Hand nehme, so finde ich, daß alle Züge so zeitig in Gießen ein⸗ 7 15 1 2 Uhr 1150 4 5 daß, können. 125 mi. öfters überzeugt, in lebhaftesten Geschäf traßen von 7—8 Uhr abends, ja selbst an Samstagen kaum noch Geschäftsverkehr wahrzunehmen ist. l g * Im„Gießener Anzeiger“ wurde jüngst in einem Bericht über die Versammlung der Gegner eines früheren Ladenschlusses an, Wochen- bezw. an Sonntagen darauf hingewiesen, daß bereits 145 Ladeninhaber sich durch Unterschrift dafür ausgesprochen während in der Versammlung der Gegner nur 35 Per⸗ onen anwesend gewesen sind, welche den gegenteiligen Stand⸗ punkt vertraten. Nun hat aber die erste Versammlung, welche eine Kürzung der Gießener Geschäftszeit e hat, nur mit 21 von 24 Stimmen einen dahingehenden Antrag ange⸗ nommen. Unterschriften für oder gegen eine Sache beweisen, wie man aus früheren Beispielen feststellen kann, wenig. Auch die Gegner einer Schmälerung der Verkaufszeiten werden zahlreiche Unterschriften für ihre Ansicht erlangen. Der Grund, daß man die Geschäftszeit beschränken will, um den Frauen, deren Männer un, Felde stehen, eine Wohltat zu erweisen, ist hinfällig; die Anwesenbeit von 8 Ehegattinnen unserer Feldgrauen in der letzten Versammlung im„Kaiserhof“, die sich dafür ee daß die seitherige Geschäftszeit beibehalten werden soll, bewei das Zu den Gründen, die gegen einen früheren Geschäftsschluß an Wochentagen in dem erwähnten Bericht schon eführt sind, kommt noch, daß abends nach 7 Uhr die letzte Briefpost des Tages ausgetragen wird; zahlreiche schäftsleute, und zwar nicht die unbedeutendsten, haben ein großes Interesse daran, die Post Weg noch abends zu erledigen und eilige Bestellungen auf den zu bringen oder doch Dispositionen 1 den nächsten Morgen zu treffen. Für gewisse Zweige des Handels ist die Verkaufs⸗ 2 zwischen 7 und 8 Uhr. abends, wo der Straßenverkehr noch ehr stark ist, äußerst lohnend. Die mitteln, die Metzger, Bäcker, Kolonialwar⸗ den fs sache, daß unser Geschäftsleben der& n A 5 darf, um geben er 2 0 fer ee 8. 15 Wetzlar, Marb auf der Höhe zu erhalten. die Behörde N würde dies das Erwerbsleben auf das empfindlichste abwandern, wo g 1 kann. Der e die Lende 1 g * 1 Wer mit offenem Blick Sen e K arktstraße, f 1„Marktplatz, dem muß auffallen, wie zahlreich Se aden drüngen. nen kehr ist zuzugestehen, 5 Sonntagsgeschäft Air een. 9 June e rule Drogerien, vielleicht auch n J re und Luxusgeschäfte, die ächli i 0 kundschaft arbeiten. ETs 3 U 4 5 75 vor, um die Erwerbsgelegenheit, wie sie jetzt i B 5 sie jetzt in unserer Stadt besteht, zu kürzung der Geschäftszeit an Sonntagen entschieden aus chen. Die Großh Handelskammer hat, gestützt auf di Gut⸗ achten, den gleichen Standpunkt geteilt. Auch der eis, daß Reiche im Reichstag 1 ist. 1 a Bezüglich des Ladenschlusses um 7 Uhr Wochentagen 5 oder 2 Ihr an gestatte ich mir. eimge e 9 liche Punkte aufmerksam zu machen: Sehr viele Inhaber kleiner und mittlerer Geschäfte haben stark mit der Militärkundschaft zu rechnen. Die Soldaten kommen vielfach erst um 77% Uhr in di Stadt, ja öfters moch später, je nachdem der Dienst beendet ist. 65 wäre des⸗ Gee oon Er Fuhr chen wüßten Au See 5 schä n lu r schlie ü 5 i es, immerhin 1 Uhr, bevor die Seelen i die St 80 . 1 V or nicht ausgehen. se Punkte mögen beitrage zumal mam in dieser schweren Zeit doch benpfeachuch ang Milter Kundschaft angewiesen ist, daß der alte Ladenschluß an Sonn⸗ und 8 1 785 5 19 25 vor 3 3 Wer aber nicht auflassen f 5„ i ge⸗ halten wird, allein schlleben. N 750 1 e 928 I e g * Stadtjubiläum und Kaiser⸗Wilhelm⸗ Regiment. Oberstleutnant Rothardt 5 für unser E 3 ganz besonders herzlich gehaltene chreiben an Oberbürgermeister gerichtet, von der Bürgerschaft freudig aufgenommen werden wird: r De nehgebe „ er en durch die Verleihung der Ehrenkerte einen Verels due, Glückwünsche. reicher Beendigung des Weltkrieges besonders glückliche Zeit anbrechen, und daß die Stadt herv sein wird: alle de 8 d. dem Gedeihen ih werden an G. 1 N Garnisonstadt stets innigsten Anteil nehmen. Deut⸗ che Treue und ti Mit nochmaligen herzlichen Wünschen und mit den besen 5 1 750 an Gießens 9 Bürgerschaft bin ich mit vor⸗ züglichster ung ö 5 macht stark“, und vereintes Streben konrmt zum Ziel, zu⸗ gunsten der Gesamtheit. Nicht Konkurrenzneid, sondern Standes⸗ An K Herrn Oberstleutnant Rot dt, Fommandeur des ee Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 Hochwohlgeboren. Herr O eutnant! .— Wünsche, die Sie namens des im Felde Für die en Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 der Stadt Gießen aus Anlaß ihrer 650jährigen Zugehörigkeit zu Hessen übermittelt haben, bitte ich den aufrichtigsten Dank der Stadt entgegennehmen zu wollen. Mehr als vier Jahrzehnte ist Gießen die Garnisonstadt des Regiments, und herzliche Bande sind es, die Regi⸗ ment und Bürgerschaft von jeher verbinden. Niemals sind unsere Wünsche treuer und inniger gewesen als seit dem Tage, da das Regiment vor dem Feinde steht und alten Ruhm erneuernd den siegreichen Frieden miterkämpft, der uns die Gewähr glücklicher Zukunft und gedeihlicher Entwicklung sein soll. 1. 8 Wünschen für das Regiment bin ich in vor⸗ züglicher ng Euer Hochwohlgeboren stets ergebener 55 Keller, Oberbürgermeister. Auch. von Darmstadt, Dr. Gläs⸗ sing, hat kürzlich die Wünsche der Residenzstadt zum Gießener Jubiläum übermittelt. ** Opfertag für unsere Landsleute in Rußland. Den Opfertagen, die heute und morgen in Gießen für die in Rußland gefangen gehaltenen Deutschen abgehalten werden, ist das Wetter einstweilen wenig hold. Die Opferfreudigkeit muß gerade deshalb doppelt groß sein, denn einmal gilt es, den Sammlerinnen das durch den Regen nicht eben angenehme Geschäft zu erleichtern und zweitens ist zu bedenken, daß der Ausfall an der Passantenzahl durch die Erhöhung der Spenden ausgeglichen werden muß. Die oft bewährte Gebefreudigkeit der Bürgerschaft wird sicherlich dazu beitragen, daß das Wetter dem zu erwartenden Er⸗ gebnis keinen Strich durch die Rechnung macht, wenn sich nur alle den Zweck der Sammlung recht deutlich vor Augen halten. Den Konzerten, die die beiden Militärkapellen im Dienst des guten Zwecks heute und morgen veranstalten, ist ebenfalls von Herzen Sonnenschein zu wünschen. L. U. Landesuniversität. Der Großherzog empfing am 6. Oktober d. Is den Rektor der Landesuni⸗ versität Professor Dr. Sievers. N * Auszeichnung. Dem Unteroffizier Wilhelm Albach ans Gießen von der 11. Komp. des Landwehr⸗Inf.⸗Regts. 87 wurde das Eiserne Kreuz verliehen. * Gesuche um Gedenkblätter. Infolge Ueber⸗ handnehmens der beim Kriegsministerium eingehenden Ge⸗ uche um Uebersendung von Gedenkblättern an die Angehörigen gefallener preußischer Krieger muß darauf hingewiesen werden, daß sämtliche Gesuche und Anfragen in Angelegenheit der Gedenkblätter nicht an das Kriegs⸗ ministerium, sondern an die mit der Ausfüllung und Ver⸗ sendung beauftragten Ersatztruppenteile und Be⸗ zirkskommandos zu richten sind. ö* Besuchszeit der Gießener Museen für die Verwundeten. Von den Verwundeten der Gieße⸗ ner Lazarette wurde mehrfach der Wunsch geäußert, öfters Gelegenheit zum Besuche unserer hiesigen Museen zu er⸗ halten. In dankenswerter Weise hat die Museumsverwal⸗ tung, wie uns mitgeteilt wird, diesem Wunsche ents hen. Sowohl das Museum des Oberhessischen Geschichts⸗ vereins im alten Schloß(Bvpandplatz 2) wie das Völker⸗ museum im neuen Schlosse(Landgraf⸗Philipps⸗Platz 2, neben der alten Kaserne) sind künftig bis auf weiteres an jedem Mittwoch und Samstag von 2 bis 4 Uhr und am von 11 bis 1 Uhr geöffnet. Es ist zu hoffen, daß von der Gelegenheit zum Besuche beider so 1 reichhaltigen Sammlungen nun auch ein recht ausgiebiger Gebrauch wird.— Auch auf den Besuch der Lesehalle am Selterstor und des Bo⸗ tanischen Gartens seien die Verwundeten bei dieser Gelegenheit hingewiesen. . e Morgen vormittag 11½ Uhr findet in der Südanlage Konzert, ausgeführt von der Kapelle des Landst.⸗Inf.⸗Ersatz⸗Batl. Gießen, statt. Die Spielfolge verzeich⸗ net: Ouvertüre z. Op.„Die nächtliche Wanderung“, Moskau; „Die Waldschmiede“, Idyll, Kühler; Alhambra⸗Walzer, Faust; Arie a. d. Op.„Glöckchen des Eremiten“, Maillart;„Auf dem Niederwald“, patr. Potpourri, iner;„Aus großer Zeit“, Deulscher Soldatenlieder⸗Marsch(neu), C. Krauße, Großh. Musikdirektor a. D., Gießen.— Heute nachmittag 4½ Uhr konzertiert dieselbe 1 5 1 52 e die angenen in land auf dem Lindenplatz. ** e Astoria findet aus Anlaß und zum des Allgemeinen Opfertages heute und mor abend 7 Uhr Konzert eines Quartetts der Kapelle des Ersatz⸗Bataillons Juf.⸗Regts. 116 bei freiem Eintritt stalt. Landkreis Gießen. Nieder⸗Bessingen, 8. Okt. Dem Sanitäts⸗-Unter⸗ offizier Rudolf Blei, Sohn des Försters Georg Blei von Nieder⸗ Bessingen, wurde das Hessische Militär-Sanitätskreuz verliehen. Am 1. November 1914 wurde Blei zum Sanitäts- Unteroffizier be⸗ fördert und erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Er liegt gegenwärtig in Nordhausen am Harz in einem Reserve-Lazarett. . Kreis Büdingen. i Büdingen, 8. Okt. Den Tod fürs Vaterland starben N 1 del meinde hat der Krieg wiederum ein Opfer gefordert. Unteroffizier Wilhelm Kaiser, Ritter des Eisernen Kreuzes, starb an einem Granatschuß im Feldlazarett in Frankreich. Kreis Friedberg. a Aus der Wetterau, 8. Okt. Die Kartoffel⸗ ernte ist so ziemlich beendigt. Gegenwärtig ist man mit dem Einernten der Rüben beschäftigt, die zufriedenstellende Erträge liefern. Das Kelterobst ist in den letzten Tagen im Preise gesunken und der Handel etwas schleppend ge⸗ worden. Bis Ende September wurde dasselbe mit 7 Mk. pro Doppelzentner bezahlt, jetzt schwanken die Preise zwi⸗ schen 5.50 Mk. bis 6.50 Mk.; das Tafelobst hingegen ist im Preise ziemlich fest geblieben. Kreis Schotten. Schotten, 8. Ott. Mit der Verwaltung des Kreises Schotten wurde an Stelle des in die Zivilverwaltung Polens be— rusenen Kreisrats Dr. Merck Regierungsrat Muhl von der Provinzialdireklion Rheinhessen betraut. g. Gedern, 7. Okt. Sein 50 jähriges Dienst⸗ Jubiläum beging heute der Fürstlich Stolberg-Werni⸗ gerödische Rendant Julius Cloos. In völliger geistiger und körperlicher Frische nahm der Jubilar viele Glück⸗ wünsche entgegen. Regierungsrat Muhl aus Schotten überreichte im Namen des Großherzogs die Krone zum silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groß⸗ mütigen. Fürstl. Forstmeister Klingelhöffer über⸗ mittelte die Glückwünsche des Fürsten und die der Fürstl. Kammer Wernigerode und übergab ein namhaftes Geld⸗ geschenk, sowie ein weiteres Geschenk von den Beamten der Standesherrschaft Gedern. Hofprediger Widmann gratulierte als Vorsitzender der Hofkaplaneischule und der ßürstl. Stiftungen, deren Rechner Rendant Cloos seit langen Jahren ist. Die Vorstandsmitglieder des Vorschuß⸗ und Kreditvereins, dessen Mitbegründer und ständiges Vor⸗ standsmitglied der Jubilar ist, überreichten eine goldene Uhr. Möchte es dem verdienstvollen, tüchtigen Beamten vergönnt sein, noch eine Reihe von Jahren segensreich zu wirken und möchte ihm ein friedlicher, schöner Lebens⸗ abend beschieden sein.. Kreis Wetzlar. ? Aus dem Kreise Wetzlar, 8. Okt. Das war wieder einmal eine Kartoffelernte zur Freude des Landmannes; es hat allerwärts einen reichen Segen ge⸗ geben. Für die begehrte„Industrie“ zahlt man im Doppel⸗ zentner 6 Mk.; am einträglichsten hat sich auch diesmal wieder„Weltwunder“ bewiesen. Hessen⸗Nassau. Frankfurt a. M., 8. Okt. Im Stadtwalde fanden gestern Spaziergänger die Leichen zweier junger Männer. Beide waren erschossen. Die Leichen wurden äls die der Gebrüder Ernst und Paul Gerbig, 25 und 23 Jahre alt, ermittelt. Was die beiden in den Tod getrieben hat, konnte noch nicht ermittelt werden. Uriegstagung für Jugendfürsorge. Frankfurt a. M., 8. Okt. Der erste Verhandlungstag der Deutschen Jugendfürsorge erfreute sich außerordentlich starken Besuches. Seine Beratungen standen unter dem Zeichen der Für⸗ sorge für die Klein kinder. Als erste Rednerin behandelte Frl. Dr. jur. Duensing(Berlin)„Die Not der Kleinkinder in und nach dem Kriege“. Frl. Lilli Droescher(Berlin) sprach über „Wie sollen und können Tagesheime dem Erziehungsnotstand von Kleinkindern abhelfen?“ In der Besprechung der Vorträge berich⸗ tete u. a. Frau Dyckerhoff(Amöneburg) von der Kleinkinder⸗ fürsorge im Dyckerhoffhause zu Amöneburg. Stadtschulrat Dr. Sickinger(Mannheim! wies auf den Zusammenhang zwischen, Kinderfürsorge und Wohnungs⸗ und Bodenreformfrage hin.— Ferner sprach Prof. Dr. Langstein(Charlottenburg) über „Die Bedeutung der Mütterberatungsstellen für Kleinkinder“.„Die Bedeutung der Kleinkinderfürsorge für das Land“ behandelte Frl. Dr. Baum(Düsseldorf). In der Nach⸗ mittagssitzung behandelten Pastor Alberts(Halberstadt) Mons. Dr. Werthmann(Freiburg i. B.) und Bürgermeister Dr. Luppe(Frankfurt a. M.) in vielseitiger und fesselnder Weise das Thema:„Inwieweit können in der Kleinkinderpflege freie Liebestätigkeit, städtische und staatliche Behörden an der Erhaltung der Familie mitwirken und die Ersatzerziehung beein⸗ flussen?“ Den Ausführungen schloß sich eine ausgiebige A. 125 g N 8 f I 118.— Die Hessische Tapferkeitsmedaille er⸗ Unteroffizier Berges im Res.⸗Inf.⸗Regt. 222. gn. Ober⸗Widdersheim, 8. Okt. In unserer Ge⸗ us⸗ sprache an, die durch ein zusammensassendes Schlußwort von Dr. Polligkeit(Frankfurt a. M.) beendet wurde. Nach einer kur⸗ zen Pause fand eine Beratung und Beschlußfassung darüber statt, in wel⸗ Form sich ein Zusammenschluß der an der Kleinkinderpflege beteiligten Kreise ermöglichen läßt. Die Be⸗ chlüsse gipfelten in der Forderung, daß sich alle Kreise deutschen lkstums ohne Unterschied der Partei und Konfession die Hand reichen müßten, um unter reicher staatlicher Unterstützung dem Kleinkinder⸗Fürsorgewesen die ihm gebührende erste Stellung als Erziehungsfaktor zu verschaffen. Gerichtssaal. Zigarettenverkauf an Jugendliche. Marburg, 8. Okt. Das Landgericht verurteilte heute ein junges Mädchen aus einem Dorfe des Kreises Biedenkopf, das im elterlichen Geschäfte einem noch nicht 16 Jahre alten Jungen Zigaretten verkauft hatte, wegen Uebertretung des diesbezüglichen Verbots des Generalkommandos zu der ge⸗ ff e E. N VVV Muͤrkte. Gießen, 9. Okt. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pid. 1,75— 1,80, Hühner eier das Stück 1700 Pfg., Käse das Stück 7—9 Pig, Käse matte 1 Stück 3—0 Pig. Tauben das Paar 1,40—0,00 Mk., Hühner das Stück 2,00—2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,50 2,50 Mk., Ochsen⸗ fleisch das Pfund Mt. 1,16 1,20, Kuhfleisch 100—00 Pfg. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 1,16— 1,20 Mk., Schweine fleisch das Pfund 1,80 0,00 Mk., Kalbfleisch das Pid. 1,14 1,18 Mt., Hammelfleisch das Pfund 96—110 Pig. Kartoffeln 1 3tr. 3,50 bis 4,00 Mark, Milch das Liter 24 Pfg.; Aepfel das Pfd. 7—10 Pfg., bessere 00— 0 Pfg. Gurken große 15—25, kl. 4—5 Pfg. Bohnen 20—00 Pig. das Pid.; Spinat 20 bis 25 Pfg. das Pfund; Wirsing 10—15 Pfg. das Stück, Gelberüben 10—12 Piennig das Pfund, Rotkraut 15—25 Pfennig das Stück, Kohlrabi 6—8 Pfennig das Stück, Weißtraut 15—25 Pfennig das Stück, Birnen 7 bis 15 Pfg., bessere 00-00 Pfennig das Pfund, rote Rüben 7—8 Pfg., römisch Kohl 6—8 Pfennig. Nüsse 100 Stück 4050 Pig. Blumenkohl 20-50 fg Zwetschen der Zentner 15 18 Mk., Endivien 10-12 Pig.— Marktzeit von 8 bis 2 uhr.— Fleischpreise auf dem Markte von auswärtigen Händlern: Rindfleisch das Pfund 1 Pk., Rindfleisch-Bratenstück das Pfund 1 Pk., Schweinefleisch das Pfund 0,% Mk., Nierensett das Pfund 1 Mk. se. Frankfurt a. M., 8. Okt. Auf dem heutigen Heu⸗ und Strohmarkt war nichts angefahren. Fo. Wiesbaden. Viehhos⸗- Marktbericht vom 8. Okt. Am heutt en Vartt standen 106 Rinder(darunter 20 Ochsen, 10 Bullen und 76 Kühe), 104 Kälber, 43 Schafe, 67 Schweine zum Verkauf. bei seitherigen Preisen bald ausverkauft. Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 10. Oktober 1915: Bedeckt, Regenfälle, keine Temperaturänderung. Letzte Nachrichten. Die Vertreter des Vierverbandes bei Venizelos. Chiasso, 9. Oktober.„Corriere della Sera“ meldet aus Athen vom 6. Oktober abends: Die Gesandten der Vier⸗ verbandsmächte begaben sich Dienstag abend zu Venizelos, um ihn um Erklärungen wegen seiner Demission zu ersuchen. Die erste Maßregeln, die der Vierverband beschlossen hat, beste hen darin, daß die Anleihen an Griechenland eingestellt werden. Bis jetzt hat Frankreich auf diese 10 Millionen vorgeschossen. Die Re⸗ gierung wird sich neuerdings an die Nationalbank wenden müssen. Große Besoranis herrscht im Vierverband wegen der Lage, in der sich die in Saloniki gelandeten Soldaten befinden. Die all⸗ gemeine Ansicht geht dahin, daß es nicht geraten wäre, die Truppen nach Serbien vorgehen zu Jassen, solange nicht klar sei, was das griechische Heer das im Rücken bliebe, tun würde. In poli⸗ tischen Kreisen nimmt man an, daß Griechenland die Neutralität wahrt, jedoch das Heer mobit erhalten wird, um ssch vor emen bulgarischen Ueberraschung zu schützen. Französisches Bedauern über die Haltung Griechenlands. Kopenhagen, 9. Okt. Der„Temps“ schreibt in einem Leitartikel: Es steht jetzt fest, daß das griechische Heer an unseren Operationen nicht teilnehmen wird. Diese Illusion ist uns zerstört. Wir allein müssen den Marsch der Deutschen auf Konstantinopel aufhalten. Aber die Athener Regierung wird wenigstens nichts tun, um unsere begonnene Aktion zu hindern. Die Entscheidung Griechenlands ist peinlich für uns(J) 5 Die Eisenbahn Saloniki—Uesküb. Burdapest, 9. Okt. Nachrichten aus Saloniki zufolge rst die Brücke bei Demir Kapu auf der Linie Saloniki—Uesküb durch bul⸗ garische Banden in die Luft gesprengt worden. 5 Für Rheumatiker und Neuralgieleidende. Jahrelange Schmerzen waren in 3 Tagen „ verschwunden. Herr E. Kelch, Hagen, schreibt:„Ich leide schon seit Jahren an Rheumatismus und Blasenleiden und konnte vor lauter Schmerzen kaum noch auftreten. Da ich mir schon öfter alle möglichen Mittel hatte kommen lassen, welche oft sehr teuer waren und rein gar nichts geholfen hatten, kaufte ich mir eine Packung Togal, denn ich sagte mir: wenn es nicht hilft, dann ist nicht viel verloren. Das Resultat war so überraschend, daß ich es selbst kaum glauben konnte. Schon nach dem Gebrauch von 2 Tabletten konnte ich gehen und am nächsten Morgen konnte ich wie seit langen Jahren frei und unbebindert auftreten. Heute, am dritten Tage, fühle ich mich am ganzen Körper trotz des miserablen Wetters so wohl, daß es eine Freude ist. Ich kann daher Togal allen Leidens⸗ gefährten sehr warm empfehlen.“ Ahnliche Erfahrungen und noch überraschendere Erfolge erzielten viele andere, welche Togal nicht nur bei Rheumatismus, sondern auch bei Kopfschmerzen, Hexenschuß, Ischias, Schmerzen in den Gelenken, sowie bei Influenza gebrauchten. Alle Apotheken führen Togal⸗Tabletten. Best.: acid. acet. salic. Chinin Mg. Li. 777588 Die Düngung des Wintergetreides verdient in⸗ sofern besondere Verücksichtigung, als das Wintergetreide in der Regel die höchsten und zugleich auch die sichersten Erträge bringt. Das hat sich auch in diesem trockenen Jahre wiederum deutlich gezeigt. Neben Phosphorsäure ist daher im Herbst rechtzeitig vor der at eine gute Kalidüngung besonders zu empfehlen. Denn gerade eine solche schützt vor Frostgefahr und Auswintern und wirkt vorteilhaft auf den Körnerertrag. 970 D Bettenfrage für Gesunde und Kranke? Ist am besten gelöst, wenn die unter D. R.⸗G.⸗M. Nr. 420 684 und D. R.⸗G.⸗M. Nr. 420685 der Möbel⸗ und Betten⸗ fabrik Th. Brück, Gießen, Ecke Schloßgasse—Kanz⸗ leiberg, patentamtlich geschützten Sprungfeder⸗Ma⸗ tratzen„Unerreicht bequem“ und dreiteilige Auflage⸗Ma⸗ tratzen„Stabil“, die seit Jahren eingeführt und aufs vorzüglichste bewährt, gekauft werden. 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Armeekorps entgegen: die„Abnahmestelle freiwilliger Gaben Nr. 2“, Fraukfurt a. M.⸗Süd, Hedderichstraße 59 (im Gebäude der Korpsintendantur).——— Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 9744. Rotwein für die Truppen der Ostfront zur Verhütung von Seuchen⸗Gefahren D wird dringend gebraucht u. erscheint gegenwärtig notwendiger als alles andere. Für die Westfront und die Lazarette in den Etappengebieten sind Bücher und Zeitschriften ale ue ben geh gegen geben an gutem Lesestoff eingestellt.: Der Winter steht vor der Türe! Spendet Wollsachen für die Kampftruppen! Unterjacken, Kopf⸗, Brust⸗, Kniewärmer, Leibbinden usw. Wäschestücke, wie: Hemden, Strümpfe, Hand- und Taschentücher, Hosenträger uw.— Genußmittel, wie: Tabak, Zigarren usw., Schokolade, Tee, Kakao, Kaffee usw.—— Nahrungsmittel: Fleisch-, Fisch⸗, Gemüsekonserven, Würste usw.—— Gebrauchs⸗ gegenstände: Taschenmesser, Bestecke, Taschenlampen und Batterien dazu, Kerzen, Notizbücher, Bleistifte, Briefpapier usw. usw. 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